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Sondierungsergebnis in Berlin Ist die Vergesellschaftung von Wohnungen eine gute Idee?

Marie Frank

Kommentar von

Marie Frank und Gunnar Hinck

Linke, Grüne und SPD wollen 160.000 Wohnungen sozialisieren. Das ist umstritten: politisch, juristisch, finanziell. Ein Pro und Contra.

D ie Idee der Linkspartei, in Berlin Wohnungen zu vergesellschaften, wird viel Geld kosten. Ist das zu schaffen?

Nein.

Um es mit der Band Tocotronic zu sagen: Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit. Wir leben im Kapitalismus, und es ist eine ziemlich irrwitzige Idee, die Regeln des Kapitalismus in Berlin einfach mal so außer Kraft zu setzen. Auch wenn es dabei ums Wohnen geht, was ein Menschenrecht und keine Ware ist.

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Ja, Linke verdrehen die Augen bei diesem Argument, aber es ist nun mal wahr: Welches Wohnungsbauunternehmen – unter Linken verlässlich „Konzern“ genannt, damit es schön böse klingt – wird noch in Berlin investieren, wenn ein Gesetz die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände verlangt? Das Problem: Im Sondierungspapier von Linkspartei, Grünen und SPD sind 100.000 neue Baugenehmigungen für Wohnungen versprochen – was nur zusammen mit privaten Investoren geht, wie selbst die Sondierer in ihrem Papier einräumen.

Vonovia und Co werden alles juristisch Mögliche in Gang setzen, um den – unrealistisch niedrigen – Preis von 100.000 Euro pro Wohnung hochzutreiben. Es ist wahrscheinlich, dass sie gewinnen werden. Das hoch verschuldete Berlin wird somit viel mehr als die genannten 16 Milliarden Euro in die Hand nehmen müssen – Geld, das für den Neubau von dringend benötigten Wohnungen fehlen wird.

Ein zentrales Argument für die Vergesellschaftung ist: Durch das Herausnehmen großer Wohnungsbestände aus dem profitorientierten Markt werde der Wohnungsmarkt insgesamt stabilisiert, weil es den Anstieg des Mietspiegels dämpft, der wiederum Maßstab für Neuvermietungen ist. Nur ist fraglich, ob dies bei einer viel kleineren Zahl an Wohnungen als ursprünglich gedacht – 160.000 Wohnungen sollen sozialisiert werden bei insgesamt 1,7 Millionen Mietwohnungen in Berlin – noch funktioniert. Auch das wird vor Gericht entscheidend sein: Denn mit dem Stabilisierungsargument soll die Vergesellschaftung rechtlich legitimiert werden.

Die Vergesellschaftungsbefürworter leiden unter einem Tunnelblick. Gegenargumente werden ignoriert oder als Angstmacherei der „Immobilienlobby“ denunziert. Es ist diese Mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand-Politik, die im Desaster enden wird.

Gunnar Hinck

Ja.

Das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar. Denn im Gegensatz zu den Milliarden für die Rüstung wird das Geld nicht einfach nur ausgegeben und fließt in die Taschen von Großunternehmen. Das Land erhält etwas dafür: Vermögen in Form des Sachwerts der Wohnungen und eine ständige Einnahmequelle durch die Mieten, mit denen die Zinsen getilgt werden können.

Über die genaue Höhe der Entschädigung und damit auch der künftigen Mieten werden am Ende Gerichte entscheiden. Das gilt es abzuwarten, bevor man das Projekt für gescheitert erklärt. Langfristig stehen Mie­te­r:in­nen besser da, wenn die Wohnungen der Marktlogik entzogen werden – selbst wenn die Mieten nicht sinken oder gar moderat steigen sollten.

Neue Wohnungen sind dadurch nicht entstanden, das stimmt. Neubau und Bestand gegeneinander auszuspielen, ist jedoch Whataboutism, ein rhetorischer Kniff, um vom Problem der hohen Mieten abzulenken. Hier braucht es Investitionen in den Bestand.

Immerhin leben 84 Prozent der Ber­li­ne­r:in­nen zur Miete, und 60 Prozent haben Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – der ihnen nichts bringt, weil die mietpreisgebundenen Wohnungen fehlen. Zu sagen, dass deren Belange nicht zählen und bezahlbarer Wohnraum nicht so wichtig ist wie Neubauwohnungen, ist ein Schlag ins Gesicht der Mehrheit der Bevölkerung.

Dass Vergesellschaftung manche Investoren abschrecken könnte, ist daher kein Nachteil: Wer nur hochpreisige Wohnungen baut, mit denen sich sehr hohe Renditen realisieren lassen, hat in Berlin nichts verloren. Hier braucht es keinen Wohnraum um jeden Preis, er muss auch bezahlbar sein.

Die Ber­li­ne­r:in­nen haben das deutlich gemacht, und nun geht es darum, den Wäh­le­r:in­nen­wil­len umzusetzen. Und angesichts der derzeitigen heftigen Proteste gegen hohe Mieten und Lebenskosten in ganz Europa könnte das Schule machen. Genau davor hat die Immobilienlobby Angst – zu Recht.

Marie Frank

Marie Frank

Marie Frank Redakteurin

Redakteurin bei der taz mit Schwerpunkt soziale Bewegungen, Migration, Klassenkampf und soziale Gerechtigkeit. Hat politische Theorie studiert, ist aber mehr an der Praxis interessiert.

Gunnar Hinck

ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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243 Kommentare

  • test_name

    Das wäre zu einfach. Um eine AG zu kontrollieren braucht man auch gar nicht alle Aktien - wenn es keine anderen Großaktionäre gibt, reichten 30%. Neuer Vorstand, Immobilien außerhalb Berlins verkaufen - das könnte sogar Sinn ergeben.

    Das Problem von Vonovia sind die 40 - 60Mrd. Schulden. Bei staatlicher Beteiligung wäre die Umfinanzierung leichter.

    Wenn ich 5000€ übrig hätte würde ich die in Vonovia-Aktien investieren.

  • Besorgte_Bürger

    Ich fasse die Nein-Argumentation mal zusammen:



    Wohnen ist ein Menschenrecht, aber nur solange die Gesellschaft das will.

    Menschenrechte gelten, und zwar unabhängig vom Willen der Gesellschaft. Sie sind die Grundbausteine, auf denen unsere Welt aufgebaut werden muss, damit sie überhaupt gesund funktionieren kann. Und diese Grundlage haben wir doch irgendwann mal als indiskutabel festgelegt, das wird sicherlich auch der Autor Herr Hinck nicht bestreiten. Immerhin erleben wir derzeit, was passiert, wenn man der Bevölkerung nur noch zumutet. Ignoranz kann allerdings sehr entlastend wirken. Zumindest für den Augenblick.

    Ich weiß nicht, ob Vergesellschaftungen am Ende etwas bewirken. Aber im Gegensatz zum Hinck-Lager, das lieber auf irgendeine hypothetische Bereitschaft in irgendeiner nahen oder auch fernen Zukunft warten will, gehöre ich zu den Leuten, die endlich mal Dinge ausprobieren wollen. Ich finde, DAS ist die originäre Aufgabe von Politik: Dinge zu bewirken und zu verändern. Ansonsten können wir uns doch direkt abschreiben.

  • Mustardmaster

    "Denn im Gegensatz zu den Milliarden für die Rüstung wird das Geld nicht einfach nur ausgegeben und fließt in die Taschen von Großunternehmen. Das Land erhält etwas dafür: Vermögen in Form des Sachwerts der Wohnungen und eine ständige Einnahmequelle durch die Mieten, mit denen die Zinsen getilgt werden können."



    Bei der Rüstung erhält man auch "Vermögen in Form des Sachwerts", bei der Vergesellschaftung fließt die Entschädigung ebenfalls in die Tasche der Unternehmen. Der Sachwert der Wohnungen ist ein fragwürdiges Argument: Eigentlich will man doch diese Wohnungen dem Markt entziehen. Dann kann man sie auch nicht verkaufen. Also eher "totes Kapital".

  • whereischesgmt

    Die Diskussion ist egtl. schon wieder veraltet - die Erwerbstätigenzahl in Berlin sinkt ja seit 2 Jahren. Das heißt man braucht nicht mehr Zuzug, also auch nicht mehr Wohnraum und wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Mieten nach der Vergesellschaftung sogar steigen - wozu das ganze?

  • Janix

    Ja, hier kann es zwei Haltungen geben, und beide haben Argumente.

    Oder so: Vonovia soll an den eigenen Nicht-Investitionen bei überhoher Renditeausschüttung ersticken und verkaufen müssen. Der Senat stecke die Energie in kompaktere Besiedlung, weniger Auto-Platzverschwendung, Fechten gegen Leerstand, und das reicht!

    Oder auch so: Volksentscheid, Wahl der Linke nach relativ oben: wie deutlicher sollen die Berliners noch ausdrücken, was sie da wollen? Dann soll das auch ernsthaft angegangen, geprüft und umgesetzt werden. Links darf auch mal handeln, nicht nur deklamieren und sich doch dem angeblichen "Markt" beugen.

    Eine kleine Bitte nebenbei: Wer Umzüge statt umweltschädlicher Fernpendelei wünscht, sollte Alt- und Neu-Miet-Markt zusammenbringen wie kleine Immobilienkäufe mit weniger Transaktionskosten belegen (Notar, Makler, Steuer).



    Wer effizientere Nutzung des Grunds will, macht die Grundsteuer statt dessen hoch, auch für leerstehende baufähige Grundstücke angemessen hoch, und fördert kostengünstigere wie energiesparende Lösungen, ja, das kann Serie sein. Das haben die in der Gründerzeit auch schon hinbekommen.

    Und ansonsten darf Berlin mal ausprobieren. Vielleicht geht's.

  • T-Rom

    Warum übernimmt der Staat nicht einfach Vonnovia komplett?



    Börsenwert ist aktuell ca 14 Mrd Euro.



    Das ist deutlich weniger als die veranschlagten 16 Mrd Euro für die Vergesellschaftung der Wohnungen in nur Berlin. Und man bekommt noch viele andere Immobilien hinzu. Das macht finanziell so doch wenig Sinn.



    (ja, Vonnovia ist verschuldet, aber der Staat kann Kredite i.A. viel günstiger finanzieren als private Unternehmen, sollte also kein Thema sein).

    • Walterismus

      @T-Rom:

      Weil Berlin dann für alle Wohnungen in Deutschland verantwortlich wäre und die Instandhaltung etc. verantwortet.



      Weil Voinovia nur ein Konzern ist.



      Und weil die 14 Mrd nur der Börsenwert ist, das Vermögen kann aber deutlich höher liegen, selbst wenn es nicht in der Bilanz auftaucht…

      • T-Rom

        @Walterismus:

        Wenn Sie alle Akien eines Unternehmens aufkaufen, sind sie der alleinige Eigentümer.

      • EffeJoSiebenZwo

        @Walterismus:

        'Und weil die 14 Mrd nur der Börsenwert ist, das Vermögen kann aber deutlich höher liegen, selbst wenn es nicht in der Bilanz auftaucht…'

        Das wäre ja gerade das hedge funds - Argument, den Konzern zu kaufen.

  • Christine_Winterabend

    Als Stütze dieser Diskussion empfehle ich statt Söder & Co hier noch mal: taz.de/Professorin...chaftung/!6195012/



    - immer besser, sich an die zu halten, die was davon verstehen.

    • Gerhard Krause

      @Christine_Winterabend:

      👍

  • Dämon Kratie

    Alles was Söder davon abhält weiter gegen die Grünen zu hetzen ist für mich erst mal eine gute Idee. Man will gar nicht wissen, wie viel Milliarden irgendwelche bayerischen, artigen und Grossindustriellen in Berlin an Wohnungen gebunden haben, wenn man die Panik von Söder sieht.

  • Helene10

    Ich wundere mich über den weitverbreiteten Optimismus in dieser Angelegenheit. Ich könnte mir vorstellen, dass es jahrelang juristisches Gezerre gibt über der Frage, ob überhaupt enteignet werden darf.



    Danach streitet man sich jahrelang und über mehrere Instanzen hinweg über die Höhe der Entschädigung. Ich persönlich halte den Gedanken für etwas naiv, dass man mit der Höhe des Verkehrswertes entschädigen darf. (Da hab ich sogar Verständnis, denn ich selbst möchte auch nicht unter solchen Bedingungen enteignet werden.)



    Wir haben dann zig Jahre, in denen die Sache vor Gerichten verhandelt wird, und da werden die Konzerne kaum mehr etwas investieren.



    So kann es sehr gut passieren, dass Berlin die Wohnungen zwar bekommt, die Sache am Ende aber in mehr als einer Hinsicht deutlich teurer wird und sich für die Mieter (und Berlins Kassen) letztendlich wenig verbessert. Aber Hauptsache, man hat Symbolpolitik betrieben.

    • Christine_Winterabend

      @Helene10:

      Ich glaube, was Sie da als Optimismus bezeichnen, ist eher die in vielen Jahren gewonnene Erfahrung, dass alles andere nichts gebracht hat. man muss also endlich mal was anderes versuchen. Das könnte ja auch noch andere Wege gegen die tatsächlich und real bestehende Wohnungsnot eröffnen, denen bisher auch alle möglichen Interessen im Wege stehen. Und dass es um Interessen geht, merkt man ja am Geschrei der vielen Interessenverfechter, die sich dauern ungefragt zu Wort melden. Nicht witzig finde ich zum Beispiel, wie das ZDF mit seinem neuesten ZDF-«Politbarometer» versucht, eben mal die Ernte der Gegenkampagnen einzufahren und ganz Deutschland gegen denn lautstark prophezeiten Einzug des Kommunismus in Berlin zu mobilisieren, ganz abgesehen von den ganz offensichtlichen Unwahrheiten und Rechtsbruchvorschlägen, die aus Richtung Bayern herübertönen. Wer von den Leuten dort glaubt eigentlich, was ihnen die CSU erzählt?

      • Duplozug

        @Christine_Winterabend:

        Wer glaubt, das eine Enteignung das Problem in Berlin lösen wird, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.



        Anstatt sich Luftschlösser zu bauen sollte man die 16 Milliarden die definitiv zu wenig sein werden, aber rechnen wir damit. Wenn Berlin mit 16 Milliarden Sozialwohnungen baut. Dann hat Berlin den facto tausende neue bezahlbare Wohnungen geschaffen. Die real die Wohnungsnot lindern.



        Eine Enteignung tut nichts davon.

  • Kaboom

    "Welches Wohnungsbauunternehmen – unter Linken verlässlich „Konzern“ genannt, damit es schön böse klingt – wird noch in Berlin investieren, wenn ein Gesetz die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände verlangt? "

    Interessante Frage. Noch interessanter ist IMO aber die Frage, wie viele Wohnungen die betroffenen Konzerne 😁denn in Berlin in den letzten 25 Jahren gebaut haben? Schließlich: Wenn die eh kaum Wohnungen bauen, sondern das meiste Geld in Modernisierung stecken, welchen Unterschied macht es bezüglich der Anzahl Wohnungen, ob diese Konzerne investieren, oder nicht?



    Und guckt man sich die Zahlen an, landet man bei den betroffenen Konzernen bei weniger als 1500 zugebauten Wohneinheiten p. a.

  • ASD

    Genau richtig und eigentlich zu wenig!!!!



    Die Spekulation mit Immobilien sollte endlich ein Ende haben.

  • Lowandorder

    Ach was! “ Hans-Jochen Vogel sah die Hauptursache für explodierende Mieten und Wohnungsknappheit nicht bei den Vermietern, sondern in der massiven Verteuerung von Grund und Boden durch Bodenspekulation.



    Kernpositionen und Analysen



    • Boden als Gemeinwohl: Vogel vertrat die Ansicht, dass Grund und Boden keine gewöhnliche Ware sind. Sie unterliegen einer sozialen Bindung des Eigentums nach Art. 14 Abs. 2 des Grundgesetzes und müssen dem Gemeinwohl dienen. • Dramatischer Preisanstieg: Er wies darauf hin, dass die Baulandpreise weit stärker gestiegen sind als die Mieten. Zwischen 1962 und 2017 stiegen die Baulandpreise in Deutschland um rund 2.400 %, in München sogar um über 39.000 % (1950–2015). Der Kostenanteil des Bodens am Wohnungsbau kletterte dadurch von früher 8–10 % auf bis zu 50 %. • Kritik an reinem Symptom-Kampf: Den Berliner Mietendeckel und reine Mietpreisbremsen sah er kritisch, da sie das Problem nicht an der Wurzel packen, wie im Tagesspiegel berichtet wurde. … Seine späten Forderungen fasste er unter anderem in seinem 2019 erschienenen Buch „Mehr Gerechtigkeit!“ zusammen, welches unter anderem bei Amazon dokumentiert ist. Eine Einordnung seiner historischen Reformv…

    • Gerhard Krause

      @Lowandorder:

      Vogel 🐦 hat es ja nicht allein bei der Analyse belassen. Seine (Gegen-)Vorschläge wurden im Wesentlichen nicht umgesetzt. Folglich wurde - politisch üblich - Chancen für einen gesellschaftlichen Ausgleich verpasst. Fraglich ist aber tatsächlich, die Frage der Fragen, das Vorkaufsrecht der Kommune hinweggedacht, was der Eigentümer bzw Vermieter mit der Miete macht, wenn man ihn beim Bodengewinn zur Ader lässt. Für mich bestehen da kaum Zusammhänge, auch unter der Teilung in Boden und Gebäude, sodass ich - falls so gemeint - es für eine Ausrede halte, nun den Konflikt auf den Bodenwert zu schieben. Würde das Abmelken von Bodenwerten, zB über eine Abgabe oder Steuer, den Mieter:innen zur Senkung ihrer Belastung zur Verfügung gestellt werden, dann sehen wir voraussichtlich 1. die Lahmarschigkeit der Verwaltung und Gesetzgebung, den Bodenwert abzuholen neben hohen Mieten (meint völliger Totalausfall der sozialen Idee), oder man liefe zeitlebens verzögert hinterher (meint teilweisen bis überwiegenden Ausfall). Da man folglich beides, Miete wie Bodenwerteinzug, regeln müsste, ist es nicht fernliegend, auch gleich zu vergesellschaften, um an Konflikten "zu sparen".

  • Maxdax

    Warum wird eigentlich so wenig, bis gar nicht, über die Genossenschaft gesprochen?



    370.000 Wohnungen sind in Berlin im Bestand von Genossenschaften.



    Deren Wohnungen werden zu günstigen Preisen angeboten, bei denen gehen die Gewinne wieder in Instandhaltung, Neubau oder werden im geringen Mass an die Genossen ausgeschüttet.



    taz Leser müssten sich damit bestens auskennen, den viele sind doch auch Anteilseigner...und was einem gehört, das pflegt man

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @Maxdax:

      Hallo,



      so günstig sind die Geno-Wohnungen gar nicht mehr. Und sie sind quasi "closed shops", in die man schwer reinkommt. Zudem haben dei Genossenschaften fast nur Bestände und investieren kaum in den Neubau....



      Viele Grüße, aus der taz, Gunnar Hinck

      • Machiavelli

        @Gunnar Hinck:

        Weil Bauen so teuer ist. Auch Genossenschaften können nicht für unter 18-20€/m² im Neubau vermieten. Das ist das Problem ander Debatte niemand will an die Baukosten ran, aber ohne Neubau bleiben Mieten hoch.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Machiavelli:

          Wenn die Städte Bauland für 1€/m² an Genossenschaften vergeben, sinken die Kosten schon drastisch. Dazu könnte man Baukästensysteme mit Typzulassung entwickeln. Es gibt viele Möglichkeiten...

      • EffeJoSiebenZwo

        @Gunnar Hinck:

        Also vergesellschaften?

  • Elite123

    Frau Schwerdtner bereitet die Berliner Mieter ja schon auf "moderate" 25% Mietsteigerung vor, allein um die 16 Mrd. Kaufsumme tilgen zu können.



    Da ist dann noch kein Cent in die Sanierung gesteckt.



    Und wenn die Vonovia und Co. sich auf 20-25 Mrd. hochklagen, reden wir locker von einer Verdopplung der Miethöhe um eigenständig tragfähig zu sein.



    Oder man subventioniert es aus dem Berliner Haushalt mit Geld, welches man nicht hat, um ca 10% der Berliner zu subventionieren.



    Ich weiß schon wie das die anderen 90% dann finden...

    • taz.manien

      @Elite123:

      Je nach Modell und Umfang werden die Entschädigungen für die Unternehmen auf rund 13,5 bis 16 Milliarden Euro veranschlagt (einzelne historische Senats- oder Marktwerte reichen auch bis zu 36 Milliarden Euro). Die Entschädigung soll nicht direkt aus dem regulären Landeshaushalt oder Steuergeldern bezahlt werden. Stattdessen soll eine neu zu gründende Anstalt öffentlichen Rechts (ö.R.) langfristige Kredite oder Schuldverschreibungen aufnehmen. Die Zinsen und die Tilgung dieser Kredite sollen langfristig durch die laufenden Mieteinnahmen der vergesellschafteten Wohnungen gedeckt werden.



      Laut Ökonomen (z.B. Tom Krebs und Achim Truger) könnte das Modell eine Mischung aus Fremdkapital und einem geringeren Eigenkapitalanteil des Landes Berlin (ca. 30 % bzw. rund 4 Milliarden Euro) erfordern, ohne dass es zu akuten Kürzungen im übrigen Landeshaushalt kommen muss.

      • DerLurch

        @taz.manien:

        Oh, das lese ich zum ersten Mal gerade. Interessant. Aber dann vergesellschafte ich jetzt Wohnungen, um die dann mit Fremdkapital auszulösen und dem Land gehören am Ende 30 %?



        Können dann nicht einfach 30% der vonovia-bestände direkt gekauft werden? Oder verstehe ich das falsch?

  • DerBlondeHans

    Hat das denn mit dem staatlichen Wohnungsbau irgendwo schon mal geklappt? Nicht Ausnahmen, nicht kurzfristig?



    Frage ja nur..

    • Kaboom

      @DerBlondeHans:

      Wien ist das beste Beispiel, aber es gab kommunale und landeseigene Wohnungsbaugesellschaften überall in Deutschland, bis Kohls neoliberaler Irrsinn die Gemeinnützigkeit dieser Gesellschaften abschaffte.



      (Gemeinnützigkeit meint hier nicht dasselbe, wie in anderen Kontexten, s.u.)

      www.berliner-miete...freiung-091722.htm

    • Maxdax

      @DerBlondeHans:

      Ja, es klappt über die Genossenschaften. Wenn Städte Grund und Boden an Genossenschaften günstiger abgeben, habe alle was davon. Kenne ich aus vielen Städten in Deutschland

    • Gunnar Roth

      @DerBlondeHans:

      Ja, in Deutschland . Allein zwischen 1950 und 1960 finanzierte der Bund den Bau von 3,3 Millionen Sozialwohnungen direkt mit. (Zusätzlich bauten private Investoren in dieser Zeit 2,7 Millionen Wohnungen)

      • Günter Witte

        @Gunnar Roth:

        Nicht alles was hinkt ....



        1950/1960 mit heute zu vergleichen ist nicht mal der selbe Planet. Kosten für Bauland, Baustandards, Arbeitslöhne, Wohnfläche alles hat sich in diesem Zeitraum extrem erhöht. So wie damals die Häuser gebaut wurden dürften sie heute (wahrscheinlich) keine Garage mehr bauen.

      • Lowandorder

        @Gunnar Roth:

        …anschließe mich - hab in so einer Wohnung paar Jahre gewohnt-



        7b-Abschreibung (ming Mouder “Soziale Galopp Bauten!“)



        (ente nous only - da war was dran: als unsere Eltern spät heimkamen - wurden wir verdächtigt geraucht zu haben.



        Als in der folgenden Woche Eisenbahner Hein wieder Skatrunde hatte und der Qualm durch die Deckenritzen quoll - 🙀



        waren wir glücklicherweise entlastet!,;)

  • rero

    Ich stehe der Vergesellschaftung ja misstrauisch, aber grundsätzlich offen gegenüber.

    Doch die Pro-Argumentation von Frau Franke überzeugt mich, dass die Vergesellschaftung wohl doch falsch ist.

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @rero:

      Vielen Dank, aber dass sie falsch sein dürfte, schreibt Gunnar Hinck, nicht Marie Frank :-)



      MfG aus der taz, Gunnar Hinck

      • DerLurch

        @Gunnar Hinck:

        Lieber Herr Hinck, rero meint das schon so, vermute ich. Die Argumentation der Pro-Seite zeigt, dass das Konzept eben nicht final durchdacht ist. Insofern überzeugt auch diese Argumentation, gegen die Vergesellschaftung in der hier dargestellten Form zu sein.

        Beste Grüße

        • rero

          @DerLurch:

          Genau. Danke.

  • Dr Regina

    Die großen Wohnungskonzerne schaffen praktisch keinen neuen Wohnraum, und wenn, dann keinen für normale BürgerInnen bezahlbaren.

    Deshalb sollte der Wohnraum vergesellschaftet werden. Das Grundgesetz sieht das auch ausdrücklich vor: "Eigentum verpflichtet."

    Es muss für normale BürgerInnen normale Standard-Wohnung zu bezahlbaren Preisen geben, ohne auf Wohngeld angewiesen zu sein.



    Nebenbei, Wohngeld steigert nur den Gewinn der Wohnungskonzerne, hilft aber nicht gegen die Wurzel des Problems.

    Wer als Wohnungskonzern trotzdem Wohnung bauen will, darf das ja weiterhin gerne tun. Das dürfen auch gerne Luxus-Wohnung zu Luxus-Mieten sein.

    Aber für normale BürgerInnen muss es ausreichend Wohnraum in vergesellschafteten Wohnungen zu normalen Mietpreisen geben.

    Der Bürgerwille will es ja auch so - es ist nur demokratisch und verfassungskonform, das dann auch so umzusetzen.

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @Dr Regina:

      Hallo,



      das stimmt nicht ganz. Der Senat könnte die Privaten zwingen, einen Teil zu bezahlbaren Konditionen zu vermieten, wenn er ihnen zB bei Bauvorschriften entgegenkommt.



      MfG aus der taz, Gunnar Hinck

      • Günter Witte

        @Gunnar Hinck:

        Wo wollen Sie abstriche machen ? Das einzige was leicht zum Umsetzen ist die Verringerung der Wohnflächen.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Günter Witte:

          Was ist daran leicht umzusetzen? Die meisten Wohnungen sind Bestand.

          • Günter Witte

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Da Herr Hinck von Änderungen der Bauvorschriften schrieb bin ich von Neubauten ausgegangen. Ich gehe nicht davon aus das Herr Hinck eine schlechtere Energetische Stufe für Sozialbauten vorschlägt.

      • Encantado

        @Gunnar Hinck:

        "Der Senat könnte die Privaten zwingen..."



        Nee, kann er nicht.



        "...wenn er ihnen zB bei Bauvorschriften entgegenkommt."



        Das wäre allenfalls ein Angebot, aber kein Zwang. Und wenn das Angebot unzureichend ist, wird eben nicht gebaut. So einfach ist das.

    • Ricky-13

      @Dr Regina:

      *Die großen Wohnungskonzerne schaffen praktisch keinen neuen Wohnraum, und wenn, dann keinen für normale BürgerInnen bezahlbaren.*

      Richtig. - Und dass Vonovia kaum selbst baut, zeigen die historischen Daten seit 2018. In diesem Zeitraum hat der Konzern "bundesweit" insgesamt etwas mehr als 15.000 Wohnungen selbst errichtet. Bei einem Gesamtbestand von rund 530.000 eigenen Wohnungen macht der selbst gebaute Anteil somit weniger als 3 Prozent des gesamten Portfolios aus.

      Und jetzt droht Vonovia sogar noch frech, dass es gar keine Wohnungen in Berlin mehr bauen will. Was für eine Drohung, wenn man sich anschaut, wie viele Wohnungen Vonovia in Berlin gebaut hat. 😂

      Und das häufig angeführte Argument des "Investorenschutzes" (weil ja sonst kein neuer Wohnraum geschaffen wird bla-bla-bla), dient seit Jahren doch nur noch als Blockadeinstrument der CDU/CSU, um den Status quo der Immobilienhaie zu zementieren.

      Von den rund 130.000 Wohnungen in Berlin, die im Besitz von Vonovia sind, hat Vonovia 'nicht eine einzige Wohnung' gebaut. Die Wohnungen von Vonovia in Berlin wurden fertig über den Finanzmarkt zugekauft.

      'Immobilienhaie bauen nicht, die wollen nur abkassieren.'

      • konsul-weyer

        @Ricky-13:

        es gibt bestimmt Gründe, Vonovia zu kritisieren. Aber woher kommt der Irrglaube, Vonovia wäre verpflichtet Wohnungen zu bauen?

        • Ricky-13

          @konsul-weyer:

          Woher kommt der Irrglaube, dass man Immobilienhaie mit dem hart erarbeiteten Geld der kleinen Bürger füttern sollte?

          Der Vonovia-CEO Luka Mucic hat angekündigt, alle neuen Wohnungsbauprojekte in Berlin zu stoppen. Er droht also damit, dass Vonovia in Berlin jetzt nichts mehr baut, und das obwohl Vonovia - wie ich oben schon geschrieben hatte - noch nie Wohnungen in Berlin gebaut hat. Das ist mehr als frech und zeigt wie diese Leute "ticken".

    • Duplozug

      @Dr Regina:

      1. Stimmt das nur bedingt. Auch Wohnungskonzerne bauen, zumindest manche.



      Das niemand aber bezahlbaren Wohnraum bzw viel zu wenig baut liegt darin, das es nicht wirtschaftlich ist. Deswegen ist es ein politisches versagen.



      Erstens durch Auflagen die das Bauen verteuern und zweitens müsste da der Staat viel mehr bauen.



      2. Das Wohngeld stecken sich alle Vermieter in die Tasche. Nicht nur Konzerne. Der Skandal ist eher, warum man das Geld nicht in sozialen Wohnungsbau steckt und nicht alle Vermieter subventioniert.



      3. Was sind "normale" Mietpreise? Das Schlaraffenland für Mieter, welches Deutschland früher war wird nicht zurück kommen. Denn damals gab es beides. Massiven sozialen Wohnungsbau und gleichzeitig gewaltigen privaten Wohnungsbau, weil sich viel mehr Menschen eine eigene Immobilie leisten konnten. Dadurch hatten wir eine Zeit, wo Mieter sich zwischen mehreren Wohnungen entscheiden konnten. Vermieter haben sich angestrengt um gute Mieter zu bekommen. Das geht halt nicht mehr, wenn auf eine Wohnung hunderte Interessenten kommen und darunter Leute die jeden Preis bezahlen können.

      • Kaboom

        @Duplozug:

        "Das niemand aber bezahlbaren Wohnraum bzw viel zu wenig baut liegt darin, das es nicht wirtschaftlich ist. "

        Das halte ich für eine Behauptung. Wesentlich wahrscheinlicher ist IMO, dass den "Investoren" der Gewinn nicht hoch genug ist. Oder der Gewinn wesentlich geringer ist, als Investitionen in die Modernisierung von Wohnungen. Was genau das ist, was Vonovia & Co. tun.

    • Agarack

      @Dr Regina:

      "Wer als Wohnungskonzern trotzdem Wohnung bauen will, darf das ja weiterhin gerne tun. Das dürfen auch gerne Luxus-Wohnung zu Luxus-Mieten sein."

      Niemand investiert Geld, wenn er davon ausgeht, dass der Staat ihm nach Lust und Laune diese Investition ohne angemessene Entschädigung einfach wegnehmen könnte. Das würden Sie auch nicht tun.

    • Biker-Ffm

      @Dr Regina:

      Bitte definieren Sie für mich normale Bürger? Bis zu welchem Einkommen gelte ich für sie als normaler Bürger? Und was ist in ihren Augen eine normale Standard Wohnung? Ich meine diese Fragen ehrlich.

    • Machiavelli

      @Dr Regina:

      Gibt aber nicht genügend Wohnraum deswegen ist das Geld, Zeit und die Energie besser im Neubau investiert

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Machiavelli:

        Genau so lief Honeckers Wohnungsbauprogramm 😁

        • rero

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Nein.

          Bei Honecker war die Frage, ob Sanieren oder Neubauen.

          Ggf. Ist schneller zerfallen, als nachgebaut wurde.1

          Hier wird der Zustand bereits durch durch die Privaten mehr oder weniger erhalten.

          Deshalb sorgt Neubau definitiv für mehr Wohnungen.

    • konsul-weyer

      @Dr Regina:

      Dann wäre doch die naheliegendste Lösung möglichst viele bezahlbare Wohnungen zu bauen, oder? Also warum baut man mit den 16 Mrd nicht gleich neu?



      Ich verstehe einfach nicht, warum man unbedingt den Umweg über Vergesellschaftung nehmen will. Oder ist das einfach nur die Rache des kleinen Mannes?

  • Worgt Michael

    Selbstverständlich.



    Unser Grundgesetz schreibt kein kapitalistisches Wirschaftssystem zwingend



    Vor.

  • Wunderwelt

    Zwei Argumente:







    1) das "Argument" wenn Vergesellschaftet würde, wäre ja kein Geld mehr da für Neubauten, ist keines.



    Denn beim momentanen Status Quo, werden ganz offensichtlich (auch) zu wenig Wohnungen gebaut (und wenn dann überproportional viel im Luxussegment). Was im Übrigen auch kein Wunder ist, wenn die Immobilienkonzerne, die Überschüsse aus ihren horrenden Mieten, nicht in erster Linie den in Neubau stecken lieber an ihre Vorstände und Aktionäre auszahlen. (bildlich gesprochen geht ein großer Teil des Geldes also nicht in Neubau, sondern für Kreuzfahrten und Privatjets drauf)..







    2) eine Entspannung des Wohnungsmarktes könnte (gerade in einer älter werdenden Gesellschaft) dazu beitragen, daß Menschen ihre zu groß gewordenen Wohnungen gegen kleinere tauschen. Auch so würde viel Wohnraum frei. Was in mancherlei Hinsicht sogar besser ist als neu zu bauen.







    Man sollte in dieser Frage also möglichst etwas weiter denken, als nur in den eindimensionalen Schemata der *Dividendenprofiteure*..



    Denn eines ist doch klar: das bestehende System der priorisierten Marktlogik, hat kein Interesse an einer sozial ausgewogenen Gesellschaft und schafft stattdessen nur immer neue Probleme..

    • FriedrichHecker

      @Wunderwelt:

      Ad 1) Wenn zuwenig Wohnungen gebaut werden, verdient eine "Lösung", die dafür sorgt dass bestenfalls gleich viele Wohnungen gebaut werden, diese Bezeichnung nicht.

      Ad 2) Ja eine Entspannung könnte die genannten Effekte haben. Aber: sorgt der Eigentümerwechsel von bereits vermieteten Wohnungen für diese Entspannung?

    • Agarack

      @Wunderwelt:

      " 2) eine Entspannung des Wohnungsmarktes könnte (gerade in einer älter werdenden Gesellschaft) dazu beitragen, daß Menschen ihre zu groß gewordenen Wohnungen gegen kleinere tauschen. Auch so würde viel Wohnraum frei. Was in mancherlei Hinsicht sogar besser ist als neu zu bauen."

      Nun führt aber eine Regulierung der Mieten in einem Teil der Immobilien genau zum Gegenteil. Wenn bei mir und einigen Anderen die Miete runtergeht, im Rest Berlins jedoch nicht, dann werde ich erst recht nicht umziehen, weil die Wahrscheinlichkeit, dadurch mehr zu bezahlen, nicht sinkt, sondern steigt. Die entsprechende wirtschaftswissenschaftliche Analyse zu genau diesem Phänomen habe ich in meinem Kommentar weiter unten verlinkt.

  • Pfennig

    Bei den Vergesellschaftungsplänen zeigt sich wieder der Größenwahn der Politiker, die sich Wissen anmaßen, das sie nicht haben können. Der Markt (und damit auch die Privatwirtschaft) ist ein dezentrales Entdeckungssystem, das Wissen besser verarbeitet als jede staatliche Planwirtschaft es kann. Wirtschaftlich relevantes Wissen über Zeit, Ort, Bedrüfnisse und Ressourcen kann niemals zentral von einer Behörde erfasst werden, da es dezentral über Millionen von Menschen verstreut ist. Planwirtschaft ist noch immer gescheitert, in der DDR, in Kuba und Venezuela, etc. und künftig vielleicht auch wieder in Berlin.

    • rero

      @Pfennig:

      Der Markt und die Planwirtschaft im Wohnungsbau sind in Deutschland schon um die Wende zum 20. Jahrhundert herum gescheitert.

      Bis in die 20er/30er Jahre hinein.

      Da war an die DDR und das sozialistische Kuba noch gar nicht zu denken.

      Der Wohnungsmarkt ist in unserem Land der am stärksten regulierte Markt.

      Und das hat seinen Grund.

      Von Planwirtschaft im Berliner Wohnungsmarkt spricht keiner.

      Nicht mal die Linkspartei.

      Vielleicht von Intifada, aber nicht von Planwirtschaft.

      Die Privatwirtschaft ist ja im Wohnungsmarkt nun auch gerade gescheitert.

      Sonst wäre die Situation nicht, wie sie ist.

      Wenn die Privatwirtschaft toll funktionieren würde, hätte die Linke gerade nur noch den Nahostkonflikt als Wahlkampfthema gehabt.

      "Die Politiker" maßen sich nichts an.

      Die landeseigenen Wohnungsunternehmen haben als Fachleute Immobilienkaufleute, die die gleiche Ausbildung genießen wie das Personal der privaten.

      In Berlin studieren Sie BWL/Immobilienwirtschaft an der HWR - ob im dualen Studium für ein landeseigenes Unternehmen oder auf eigene Rechnung und sie arbeiten danach in einem privaten.

      Die vergesellschafteten Wohnungen verwaltet doch nicht die Bürgermeisterin persönlich.

      • FriedrichHecker

        @rero:

        "Der Wohnungsmarkt ist in unserem Land der am stärksten regulierte Markt."

        "Die Privatwirtschaft ist ja im Wohnungsmarkt nun auch gerade gescheitert."

        Ist Ihnen klar, daß diese beiden Sätze leicht widersprüchlich wirken?😎

        • rero

          @FriedrichHecker:

          nur oberflächlich.

          Zwischen radikaler Marktwirtschaft und Planwirtschaft ist halt noch eine ganze Menge dazwischen.

          Mich triggerte die Maßlosigkeit der Übertreibung.

  • Agarack

    Hier fehlt mir eines der wichtigsten Gegenargumente: Es ist empirisch gut belegt (siehe z.B. www.sciencedirect..../S1051137724000020 ), dass Maßnahmen zur Regulierung von Mieten die Mieten, die nicht unter die Regulierung fallen, weiter erhöhen. Das ist auch plausibel, weil niemand freiwillig aus einer günstigen Wohnung auszieht, wenn er/sie kaum eine Chance hat, eine andere günstige Wohnung zu finden (=Reduktion der Mobilität), und dementsprechend in einer angebotsseitigen Krise (zu wenig Wohnraum) das Angebot weiter verknappt wird. Das bedeutet, das vielfache Argument, "man findet keine günstige Wohnung in Berlin und deshalb brauchen wir Vergesellschaftung", ist unzutreffend, weil die Vergesellschaftung zum Gegenteil führt. Sie nützt vor allem den Mieter*innen, die in einer betroffenen Wohnung wohnen, und macht die Lage für andere Mieter*innen, anders als hier Frau Frank behauptet, nicht nur nicht besser, sondern noch schwieriger. Das ist auch ein Gerechtigkeitsproblem.

    Wer mir das immer noch nicht glaubt, möge sich einfach mal die immense Diskrepanz zwischen Mietspiegel bei Bestandsmieten und bei Neuvermietungen im vielgepriesenen Wien anschauen.

    • Moby Dick

      @Agarack:

      Es ist in der Tat eigentlich offensichtlich, daß das, was gut für Mieter ist, keineswegs automatisch auch gut für Wohnungssuchende ist. Mich würde nur interessieren, ob die Linke absichtlich nur die Interessen der Mieter berücksichtigt, und gegen die Interessen der Wohnungssuchenden handelt, weil sie das Wählerpotential unter ersteren höher einschätzt? Muß man hier Vorsatz vermuten, obwohl Dummheit als Erklärung auch ausreicht?

    • rero

      @Agarack:

      Die Situation ist doch ohne Vergesellschaftung bereits so, dass niemand auszieht, weil man keine andere Wohnung zum vergleichbaren Preis findet.

      Da wäre die Vergesellschaftung nun auch egal.

      • FriedrichHecker

        @rero:

        Das spricht aber doch eher dagegen, auch noch jede Menge Energie und Geld in die Vergesellschaftung zu investieren. 😁

        • rero

          @FriedrichHecker:

          Sicher.

  • Astrid Sehnefeld

    Wer bei dem sachlichen Kommentar zum Nein und all seiner Argumente immer noch nicht zur Vernunft kommt, der will Gegenargumente wirklich nur noch ignorieren.



    "Es ist diese Mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand-Politik, die im Desaster enden wird" - dem stimme ich in Gänze zu. Berlin hat vor 20 Jahren diese Wohnungen verkauft, weil es selbst kein Geld hatte sie zu sanieren. Heute steht der Haushalt noch verschuldeter als damals da, aber man will die Wohnungen zurück, will die Mieten senken oder zumindest kaum erhöhen und trotzdem soll es für die Tilgung der Kredite und energetische Sanierungen reichen...🥴



    Das kann nur schief gehen. Kosten für Sanierungen und Löhne sind seither immens gestiegen und Zinsen für Kredite bewegen sich auf einem 20-Jahres-Hoch.



    Wer das ignoriert will es wirklich nicht sehen🫣



    Die Idee den Kapitalismus zu überwinden ist von mir aus ja eine wohlgemeinte, aber dummerweise müsste man dann auch Banken und Handwerker mit im Boot haben und am besten auch ein paar Investoren für die 100.000 geplanten neuen Wohnungen.



    Und da hat noch keine Bank und keine Firma und kein Investor bisher auf sich aufmerksam gemacht und gesagt: 'wir wollen Berlin in seinem Weg unterstützen.'🤷

    • TGV

      @Astrid Sehnefeld:

      Um den Kapitalismus zu überwinden, bräuchte man also viel Kapital? Arg fantasielos bis paradox.

    • IG Timo

      @Astrid Sehnefeld:

      Das ist eine Perspektivfrage. Man wollte damals das Geld nicht aufwenden, weil das ist ja eine Investition und kein verschleudern. Und hat geglaubt die privaten könnten es besser. Hat sich gezeigt, ist nicht der Fall.



      Und der Staat kommt immer günstiger an Kredite als private, kann es also von der Seite günstiger finanzieren.

      • Encantado

        @IG Timo:

        "Das ist eine Perspektivfrage. ... Und hat geglaubt die privaten könnten es besser. Hat sich gezeigt, ist nicht der Fall."



        Nun, auch das ist eine Perspektivfrage. Die Privatwirtschaft hat schlicht andere Interessen und Ziele. Und dass die großen Immobilienfirmen bei der Verfolgung ihrer Ziele recht erfolgreich sind, scheint mir offenkundig. Im Gegensatz zu Berlin, wo mir das deutlich weniger offenkundig scheint.

  • Filou

    Dieses Projekt wird alleine schon an der Berliner Verwaltung scheitern, die haben ja bisher schon versagt.



    Kein vernünftiger Investor wird noch in Berlin investieren. Berlin ist schon jetzt pleite und wer finanziert schon gerne einen Pleitegeier.



    Wenn nicht Bayern und Baden Württemberg über den Finanzausgleich Berlin schon bisher erheblich unterstützen, wäre schon jetzt der Ofen aus.

  • Unternehmer

    Lustig, was linke Politiker der Stadt bzw. öffentlichen Trägern und Wohnungsbaugesellschaften so zutraut. Aus welchen positiven Erfahrungen leiten Sie diese Zuversicht ab? Nach meiner langjährigen Beobachtung geht meistens schief, wenn Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst unternehmerisch handeln sollen.

    Warum wird hier der dritte Weg nicht thematisiert: die Förderung von genossenschaftlichem Wohnungsbau? Da käme zusammen, was funktioniert: die Stadt als Förderin, die Genossenschaft als erfolgreiche Unternehmerin, die gleichzeitig am Gemeinwohl orientiert ist.

    • IG Timo

      @Unternehmer:

      Sie sollen nicht unternehmerisch handeln. Sie sollen Verwaltungsarbeit machen. Wohnungen verhalten, vermieten und erhalten. Und gucken das es am Ende finanziell stimmt. Sie sollen keine neuen Märkte und Produkte erschließen. Die Innovationen im Wohnungsverwaltungsbereich halte ich für überschaubar. Das wäre schon eher beim Bau der Fall. Aber den Bau machen dann ja eh private Firmen, die beauftragt werden. Weiß nicht wo hier das unternehmerische handeln liegen soll

      • fly

        @IG Timo:

        „ Sie sollen Verwaltungsarbeit machen. Wohnungen verhalten, vermieten und erhalten“

        Genau das ist das Problem. Erstmal müssen ein paar Bauingenieure mit Sachkenntnis eingestellt werden, dann Hausmeister etc. Alles Öffentlicher Dienst. Abgesichert und mit allen Freiheiten. Und natürlich noch neue Sachverwalter und Abteilungsleiterinnen. Dann werden laufender Betrieb, Erhaltungsmassnahmen etc durchdiskutiert und mit Glück entschieden. Ausschreibung europaweit mit Tarifbindung. Vieles ist davon richtig, aber günstiger wird dadurch genau Nichts. Was die Gesellschaften an Gewinn ausgeschüttet haben, könnte in öffentlichem Verwaltungswesen locker versickern.

        • IG Timo

          @fly:

          Die Stadt hat doch schon Wohnungsgesellschaften.



          Und das unterstellt, dass die Verwaltung von vonovia da soviel effizienter ist...ggf. kann man dann sogar direkt das Personal übernehmen...also ja ihr Einwand ist ein Szenario, aber kann man noch nicht ganz wissen. Die Betreuung und Mängelbeseitigung bei großen Wohnungskonzeren soll ja eher nicht so gut sein, gleichzeitig werden da aber hohe Nebenkosten verlangt...das wäre eher ein Bereich wo Ich die Einwände als schwächste Argumente sehe.

  • MYGM

    Ich bin bei der Vergesellschaftung auch sehr skeptisch.



    Aber Berlin bekommt ja einen Gegenwert. (erstes JA- Argument)



    Und Fakt ist, dass gegen den Mietwucher noch niemand ernsthaft vorgegangen ist; nur Symbolpolitik. Mietpreisbremse? Dass ich nicht lache. ich wohne in München und wollte untervermieten. Der Vermieter ließ mich wissen, dass auf die untervermietete Fläche ein Zuschlag von 20% !!! zu entrichten sei. Nicht vergessen: zusätzlich zu den eh schon horrenden Mieten.



    Also wenn es nicht anders geht, muss vergesellschaftet werden.

    • YeahYeah

      @MYGM:

      Da fehlt eine wichtige Information: wäre die Untermiete derselbe wie die selbst gezahlte Miete?

  • Stutti

    Die großen Player der privaten Wohnungsunternehmen, um die es ja bei der Vergesellschaftung geht, schaffen wenig bis gar keinen neuen Wohnraum, sondern wollen naturgegeben nur möglichst hohe Rendite erzielen durch Ankauf bestehenden Wohnraums + evtl. Sanierung + möglichst hohe Miete usw.. Neue Wohnungen in einem bezahlbaren Bereich für die breite Masse werden fast ausschließlich durch die kommunalen Wohnungsunternehmen gebaut. Also, welche Investoren werden denn jetzt abgeschreckt? Ich staune eh über so manche Kommentare hier, die für mich schon Bildzeitungsleserniveau haben. Traurig...

  • Mikkl

    Auch ich finde, dass Besitz in unserer Gesellschaft völlig falsch verteilt ist. Und es ist zutiefst ungerecht, dass Milliardäre in unserer Welt an beliebig langen Hebeln sitzen und die Bestzlosen auswringen können.



    Aber ich sehe nicht, wie durch die Enteignung irgendeinem Mieter oder einer Moeterin geholfen wird. Mieten werden sicherlich nicht gesenkt, und selbst wenn es so wäre, für wen genau? Es wird auch kein Wohmraum frei für wohnungssuchende. Und falls nicht die Gerichte das ganze ohnehin kippen, wird die Übernahme mit Sicherheit eher das dreifache der aktuell diskutierten Summen kosten oder mehr. Dieses Geld würde dringend für den Neubau von Wohnungen benötigt. Und allein der Neubau würde Wohnungssuchenden und Mieter*innen nützen. Aber wer soll die bauen, wenn Investoten Berlin meiden werden angesichts drohender Enteignung?



    Was Mieter*innen hilft, ist Neubau, Flächenverdichtung und in dem Zusammenhang vielleicht auch die Teilnutzung des Tempelbofer Feldes. Aber paradoxerweise würden genau die Befürworter*innen der Enteignung gegen die Teilbebauung des Tempelhofer Feldes auf die Barrikaden gehen.



    Icb sage hier nichts neues, alle Argumente wurden bereits im Artikel genannt.

    • IG Timo

      @Mikkl:

      Die Konzerne, um die es geht bauen auch jetzt schon nicht. Und der Status qou wird die mieten auch nicht senken. Finanzielle Transaktionen (der Kauf von Wohnungen) fallen nicht unter die Schuldenbremse, engen den Spielraum nicht ein. Was wegfällt sind die Rendite der Konzerne, die in Tilgung, Renovierung, Neubau und ggf. Mietsenkukgenbfließen können. Gerade geht es der Stadt verloren und die privaten werden niemals mieten senken.

  • Michael Lehmann

    Das was Marie sagt.

  • John Grammaticus

    Was ist eigentlich mit dem nicht unerheblichen Teil von Berliner:innen, die einen günstigen Altmietvertrag habe, ihre Wohnung dann teurer untervermieten und von der Differenz ihr Leben in der Toskana oder auf Ibiza finanzieren? Manchmal geht die Untervermietkette sogar über zwei oder drei Stufen.

    • Kaboom

      @John Grammaticus:

      Wie hoch ist denn der "nicht unerhebliche Teil von Berliner:innen", der das tut?

    • Hitchhiker

      @John Grammaticus:

      Das sind die Guten,welche zum Teil wohl auch für Vergesellschaftung gestimmt und demonstriert haben.



      Die Art von Kapitalismus ist aber für Linke akzeptabel. Dagegen will nichts machen. Wäre ja auch schade um die Stimmen.

  • Ricky-13

    taz (Gunnar Hinck): *Wir leben im Kapitalismus, und es ist eine ziemlich irrwitzige Idee, die Regeln des Kapitalismus in Berlin einfach mal so außer Kraft zu setzen.*

    Und weil das nun einmal "so ist", sollten wir es auch gar nicht erst ausprobieren?

    taz (Gunnar Hinck): *Welches Wohnungsbauunternehmen [...] wird noch in Berlin investieren, wenn ein Gesetz die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände verlangt?*

    Und da ist sie schon, die 'klassische Frage', die exakt auch so in der Springer-WELT stehen könnte.

    Studien von Verbänden zeigen, dass in Deutschland aktuell rund 1,4 Millionen günstige Wohnungen fehlen. In Deutschland wurden zuletzt jährlich nur noch rund 23.000 bis 27.000 Sozialwohnungen neu gebaut. Gleichzeitig fallen jährlich aber zwischen 55.000 und 65.000 Wohnungen aus der sozialen Mietpreisbindung heraus.

    Rot-Grün-Rot kann ja jetzt nicht in Berlin zig-Tausende bezahlbare und dringend nötige Wohnungen mal eben auf die Schnelle aus dem Boden stampfen. Es muss also vergesellschaftet werden, auch wenn konservativ-neoliberale Medien wieder mal den bösen Kommunismus an die Wand malen und aus allen Rohren schießen, um besonders 'Die Linke' zu diskreditieren.

    • TGV

      @Ricky-13:

      Das Ende des Kapitalismus bleibt halt unvorstellbar für dessen Profiteure.

    • Duplozug

      @Ricky-13:

      Äh, aber genau das wäre der Auftrag. Bauen!



      Vergesellschaften bringt nicht eine einzige Wohnung mehr. Wo soll sich was ändern wenn weiterhin 100 Bewerber auf eine Wohnung kommen? Ja, die, die jetzt darin wohnen sind die glücklichen. Aber das ist ja wie eine Lotterie.

    • uwe

      @Ricky-13:

      Wo haben Sie die Kausalität versteckt?

      "Rot-Grün-Rot kann ja jetzt nicht in Berlin zig-Tausende bezahlbare und dringend nötige Wohnungen mal eben auf die Schnelle aus dem Boden stampfen."

      Soweit sind wir uns einig.

      "Es muss also vergesellschaftet werden"

      Was hat das eine (neue, freie Sozialwohnungen) mit dem anderen (bereits vermietete Wohnungen, neu vergesellschaftet) zu tun?

      Stellen Sie sich denn vor, dass die neu vergesellschafteten Wohnungen per Massenkündigung frei gemacht werden für Sozialfälle?

      • Ricky-13

        @uwe:

        *... dass die neu vergesellschafteten Wohnungen per Massenkündigung frei gemacht werden für Sozialfälle?*

        Natürlich nicht, aber eine Vergesellschaftung bietet laut Befürwortern eine Strukturreform gegen das Bezahlbarkeitsproblem. Werden Wohnungen von großen privaten Immobilienkonzernen in Gemeineigentum überführt, kann das Land Berlin die Mieten direkt kontrollieren und dauerhaft bezahlbar halten. Das wäre schon einmal "der erste Schritt in die richtige Richtung".

        "Für die Befürworter (wie die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ oder die Partei Die Linke) geht es nicht um Neubau, sondern um die Sicherung und Regulierung des bereits vorhandenen Wohnraums." [DER SPIEGEL]

      • Alex_der_Wunderer

        @uwe:

        @ uwe



        Bei der Vergesellschaftung von Wohnungen sieht aber die zukünftige Mietpreisgestaltung viel sozialer aus, als wenn die Wohnung wie bisher gehändelt werden und möglichst große Gewinne einfahren müssen.



        Die Frage, die eigentlich viel eher im Raum steht, warum keine expliziten Förderprogramme von der Regierung für Bürger, die sich in Genossenschaften zusammen finden wollen um selber eine Genossenschaftsgemeinschaft zu gründen. Es gibt soviel private Initiativen denen es halt an einem Grundkapital mangelt, hier sollten unsere Parlamentarier, schon lange überfällig, ihren Allerwertesten von ihren Ledersesseln hoch bekommen und Konzepte für ihre Wähler erarbeiten - dazu sind sie nämlich gewählt, legitimiert worden ❗️

        • Ricky-13

          @Alex_der_Wunderer:

          *... von der Regierung für Bürger, die sich in Genossenschaften zusammen finden wollen um selber eine Genossenschaftsgemeinschaft zu gründen.*

          Das wäre ja echte Demokratie, vielleicht sogar schon 'böser Kommunismus'. Und wir sind doch gerade auf dem Weg zu einer Plutokratie (Geldherrschaft) oder sogar zu noch "Schönerem". 😈

          Da Genossenschaften nicht gewinnorientiert arbeiten, sondern nach dem Prinzip der Kostendeckung wirtschaften, liegen die monatlichen Mieten oft bis zu 30 Prozent unter den marktüblichen Mietpreisen. Lebenslanges Wohnrecht schützt dann sogar vor willkürlichen Kündigungen. Während Immobilienkonzerne (z.B. Vonovia) gewinnorientiert für Aktionäre wirtschaften, stehen Genossenschaften im Eigentum ihrer Mieter und arbeiten rein kostendeckend.

          Möchten Sie tatsächlich in so einem Staat leben, wo die Reichen nicht noch reicher werden können und die Normalbürger keine Angst mehr haben müssen, dass sie demnächst unter einer Brücke "leben"?

    • Encantado

      @Ricky-13:

      "Rot-Grün-Rot kann ja jetzt nicht in Berlin zig-Tausende bezahlbare und dringend nötige Wohnungen mal eben auf die Schnelle aus dem Boden stampfen. Es muss also vergesellschaftet werden"



      Ich will Ihnen erst einmal gar nicht widersprechen, aber diesen logischen Schluss verstehe ich nicht. Könnten Sie dazu noch ein zwei Worte verlieren?

      • Ricky-13

        @Encantado:

        *... diesen logischen Schluss verstehe ich nicht.*

        Bei 1200 Zeichen, die einem in der taz zur Verfügung stehen, muss man das natürlich sehr gedrängt formulieren. Die taz-Moderatoren müssen sich das alles auch noch durchlesen, was nach spätestens 3 Tagen ohnehin "kalter Kaffee" ist. Also noch zwei Worte. 😀

        Große Immobilienkonzerne haben in den vergangenen Jahren kaum noch neue Bauprojekte angestoßen. Der Vonovia-CEO Luka Mucic hat jetzt sogar angekündigt, alle neuen Wohnungsbauprojekte in Berlin zu stoppen. Begründet wird dies von Vonovia mit der politischen Unsicherheit durch die Vergesellschaftungspläne von SPD, Grünen und Linken. Wie man unschwer erkennt, wird eine Drohung ('nichts mehr zu bauen) sofort als Erpressungsmittel genutzt. Vonovia verdient viel Geld mit ihren angekauften Wohnungen, hat aber kaum selbst einmal Wohnungen gebaut - droht aber jetzt sofort frech.

        Das Neubauprogramm von Rot-Grün-Rot bis 2031 hilft heute natürlich niemandem, der akut eine bezahlbare Wohnung sucht. Aus dem Grund gibt es erst einmal eine Strukturreform gegen das Bezahlbarkeitsproblem. Was CDU und (S)PD jahrelang "versaubeutelt" haben, kann man jetzt natürlich nicht auf die Schnelle beheben.

        • Encantado

          @Ricky-13:

          "Das Neubauprogramm von Rot-Grün-Rot bis 2031 hilft heute natürlich niemandem, der akut eine bezahlbare Wohnung sucht. Aus dem Grund gibt es erst einmal eine Strukturreform gegen das Bezahlbarkeitsproblem. "



          Ah, danke, ich denke ich verstehe nun worauf Sie hinauswollen.



          Es besteht demnach tatsächlich kein kausaler Zusammenhang zwischen beiden Vorhaben.



          Was ich allerdings befürchte, dass sich die Stadt mit der Vergesellschaftung finanzielle Fesseln auferlegt, die ein Neubauprogramm zumindest stören würden.



          Ich glaube nicht, dass beides möglich sein wird (wenn überhaupt), wenn ich mir die finanzielle Lage Berlins so anschaue.

    • AliceMirrow

      @Ricky-13:

      Und wie kommt es dann danach zu neuen zehntausenden Wohnungen in Berlin und Umgebung?

  • Ömeg

    Gestern kam in Frontal im ZDF ein Beitrag, dass Berlin nicht mal in der Lage ist, seine Unis zu sanieren und instandzuhalten, diverse Gebäude sind wegen schwerer Baumängel gesperrt und für Studierende nicht mehr nutzbar und das wird wohl auf längere Zeit so bleiben. Das würde nur einen Bruchteil der jetzt zur Diskussion stehenden 16 MRD. EURO für die Verstaatlichug der Wohnungen kosten. Wie will Berlin es denn schaffen für die Insandhaltung der 160.000 Wohnungen zu sorgen, wenn es schon an ein paar Unigebäuden scheitert??? Sehen die dann in ein paar Jahren genau so aus???

    • Comerade Aardvark

      @Ömeg:

      Wie es in ein paar Jahren aussieht, sehen wir dann. Aber machen Sie Sich bis dahin keine Sorgen, Genoss_in - immer vorwärts!

    • IG Timo

      @Ömeg:

      Wohnungen bringen Mieteinnahmen, Unis sind nur ein Kostenfaktor. Das ist der Unterschied, die Instandhaltung wird aus der Miete finanziert, wie bei allen Wohnungen. Dieses Geld fehlt bei Unis. Daher hinkt der Vergleich.

  • Andreas_2020

    Die Idee ist m.M. nicht gut, aber es scheint kein Weg daran vorbei zu führen.



    Aber das echte Problem offenbart sich, wenn man sich ansieht, wie sich die Politik und Verwaltung verhalten:



    In Deutschland sinkt die Zahl der Sozialwohnungen von 2,87 Mio. auf 1 Mio. 2025.



    In Berlin angeblich von 350.000 auf ca. 90.000 (laut Mietverein).



    In München gibt es nur 50.000 und Düsseldorf sogar nur 25.972 Sozialwohnungen. Beide Städte haben die Anzahl verringert.



    Auch Frankfurt am Main hat die Zahl von Sozialwohnungen ca.50.000 Mitte der 1990er auf 26.000 gesenkt.



    Warum machen die Bürgermeister und Lokalparlamente das?



    Parallel hat Deutschland seit 2003 den größten Niedriglohnsektor der EU eingerichtet und kann dann diese Menschen aber nicht mehr unterbringen?



    Ich glaube, die Probleme mit den Wohnungen sind eng mit einer gesellschaftlichen Haltung verbunden, wo die Unterschicht durch politische Maßnahmen stark geschwächt wird und sich die Gesellschaft in Arm und Reich spaltet, bzw. in versorgt und unversorgt.



    Diese Spaltung kann man mit Vergesellschaftungen nicht aufheben. Vielleicht kann es milder werden, aber wie soll es bezahlt werden? Das ist noch ein offener Punkt.

    • IG Timo

      @Andreas_2020:

      Sozialwohnungen sind in der Regel vom Staat geförderte Wohnprojekte, die nach einer gewissen Zeit an dem Eigentümer fallen. Der Staat gibt privaten Geld fürs bauen, dafür garantieren sie x sozialwohnungen zum Preis von y. Nach 20 Jahren oder so gehören die Wohnungen dann dem privaten und die Sozialbindung läuft aus.



      Ansicht schon unsinnig, soll der Staat gleich ganz selbst bauen, dann fallen sozialwohnungen auch nicht weg.

      • Andreas_2020

        @IG Timo:

        Berlin hat staatliche Wohnungen verkauft, das haben andere Städte mutmaßlich auch gemacht. Natürlich stimmt das für kommerzielle Investoren, die haben nur soziale Bindung für 10, 20 oder 30 Jahre und das kann in bestimmten Kommunen ein wenig erklären, warum der Bestand sinkt, aber das war nicht immer und überall so. Außerdem hätte Städte wie Düsseldorf oder Frankfurt durchaus gegensteuern können, was sie m.M. nicht taten.

  • Horst Sörens

    Warten wir einfach mal ab, wann das Bundesverfassungsgericht die Angelegenheit kippt. Bis dahin muss man sich gar keine Gedanken machen.

  • Stephan Djacenko

    Das sind zwei Kommentare, die wirklich unter dem Disskussionsniveau bleiben, die das Thema braucht. Die Frage enteignen oder nicht enteignen kann man die vor und die Nachteile sollten etwas tiefergehend kommentiert und besprochen werden. Was aufgeschrieben worden ist können BZ, Tagesspiegel und Morgenpost auch.

    • Deep South

      @Stephan Djacenko:

      Da würd ich mich anschließen. Ich brauch nicht zum xten die gleichen Argumente erklärt, die meist lediglich auf Grundstandpunkten beruhen. Ein Pro/Kontra ist dann nützlich, wenn mal argumentativ und faktisch etwas erörtet wird. Ich weiß mittlerweile bei einigen Autoren schon im Vorfeld genau was kommt, würde mir aber nach etlichen Artikeln zum Thema mal eine tiefere inhaltliche Auseinandersetzung wünschen. Mir fällts zum Beispiel schwer zu glauben, dass bei objektiver Betrachtung die angeführten Kosten so einer Maßnahme dermaßen weit auseinanderliegen und die Studien zur juristischen Umsetzung sind auch alles andere als unabhängig.

  • StefanMaria

    Was soll die Aufregung. Noch ist keine WOhnung vergesellschaftet.



    Ich will doch hoffen, besser davon ausgehen, dass vorher genau geprüft wird, ob und wie es gehen kann.



    Die Richtung muss mal eingeschlagen werden und wenn es so einfach nicht geht, muss ein neuer Weg oder Umweg oder was weiß ich gefunden werden, ohne dass deswegen ein Wahlversprechen gebrochen wäre.

    • Encantado

      @StefanMaria:

      "Ich will doch hoffen, besser davon ausgehen, dass vorher genau geprüft wird, ob und wie es gehen kann."



      Hoffen tu ich das auch, allein ich bin da etwas skeptisch. Geht man nach den vorherrschenden Äußerungen zum Thema, scheint für die meisten der Prüfungsprozess bereits abgeschlossen zu sein.

      • StefanMaria

        @Encantado:

        Es waren ja nur Vorsondierungen und das Konkretere kommt dann und dann wie im Leben üblich kommt erst die Realität. Deswegen hoffe ich ja auf kluge Vorüberlegungen aller drei Beteiligten. So denn es überhaupt klappt und der Mut bei Grünen und SPD da ist, Deutschland endlich auch wirtschaftlich voranzubringen.

        • Encantado

          @StefanMaria:

          "Deswegen hoffe ich ja auf kluge Vorüberlegungen aller drei Beteiligten."



          Da sind wir uns auf alle Fälle einig, behaupte ich mal. ;-)



          "So denn es überhaupt klappt und der Mut bei Grünen und SPD da ist, Deutschland endlich auch wirtschaftlich voranzubringen."



          Dass eine Vergesellschaftung in Berlin ganz Deutschland wirtschaftlich voranbringt, sehe ich dann allerdings so gar nicht.

  • Don Geraldo

    16 Milliarden Euro will der Linksblock ausgeben für 160.000 Wohnungen, wobei jeder davon ausgeht, daß die geplante Summe bei weitem nicht ausreichen wird.



    Und der einzige Effekt soll sein, daß die aktuellen Mieter zukünftig von Mieterhöhungen verschont werden sollen. Garantieren kann das allerdings keiner, Denn niemand kann die Zinsentwicklung für diese 16 Milliarden vorhersehen, und ich bezweifle, daß die öffentliche Verwaltung derzeit weiß, wie der Instandhaltungs- und Sanierungsaufwand bei diesen Wohnungen sein wird.



    Mit diesen 16 Milliarden könnte Berlin allerdings auch neuen Wohnraum schaffen. Bei den aktuellen Baukosten wären 95.000 Wohnungen mit jeweils 80 Quadratmetern auf vorhandenen Flächen im Besitz der Stadt möglich.



    Abgesehen davon, daß das tatsächlich zusätzlicher Wohnraum wäre, hätte dieses zusätzliche Angebot natürlich, ganz kapitalistisch, Auswirkungen auf das gesamte Mietniveau, daß auf dem Markt zu erzielen ist, die Preise würden sinken.



    Abgesehen von allen juristischen Fallstricken und negativen Auswirkungen auf andere private Investoren, die Enteignung von vorhandenen Wohnungen ist einfach nur dämlich.

    • Comerade Aardvark

      @Don Geraldo:

      Tja. Die Grünen haben in der Sondierung durchgesetzt, und das scheint denen ganz wichtig gewesen zu sein, weil ich hier von keinem anderen nennenswerten Punkt aus deren Programm gelesen habe, dass eine Randbebauung der Tempelhofer Ödnis (Framing kann jede_r!) für die Legislaturperiode kategorisch ausgeschlossen ist. Die 95.000 Wohnungen kann man ja als Luftschlösser errichten, das passt auch gut zum Berlin unserer Tage.

    • si tacuisses

      @Don Geraldo:

      Dieser Vorschlag ist viel besser als die Enteignungsgeschichte. Er würde Arbeit schaffen, eben zusätzlichen Wohnraum, der ja gebraucht wird und man könnte die Kosten viel besser im Rahmen halten.



      Außerdem bräuchte man sich nicht gleich das ganze Geld irgendwo her holen. Man stellt z.B. einen Aktionsplan für die ersten 1000 Wohnungen auf und lässt sie dann bauen. Die Zuteilung dieser erste Wohnungen vielleicht im Losverfahren aus einem Pool von besonders dingenden Fällen der Wohnungssuche.

  • Wondraschek

    Wie können die Fehler der Vergangenheit bei der Verwaltung offentlichen Wohneigentums vermieden werden? Z.B.: de.wikipedia.org/wiki/Neue_Heimat

  • EffeJoSiebenZwo

    Ich bin sehr der Argumentation des Herrn Hinck zugetan, sie erscheint mir realistisch.

    Frau Frank dagegen argumentiert eigentlich nur rückwärts vom erhoffen Ziel (Vergesellschaftung ist gut) aus, nur leider sind die Argumente schwach bis falsch:

    (1) es ist KEIN Whataboutism zu sagen, dass es deutlich weniger bis keine privaten Investitionen in den Berliner Wohnungsbau geben wird, sondern eher eine logische Folge. Welches Unternehmen will denn noch in Wohnraum investieren (egal zu welchem Preis/Komfortniveau), wenn es damit rechnen muss, dass die 'noch okay'-Grenze bzgl des Wohnungsbestands zB auf 1000 oder 500 gesenkt wird?

    (2) die Vergesellschaftung ist mE nicht kostenneutral zu haben. Klar gibt es einen Paketabschlag auf die einzelnen Objekte bei Verkauf eines Portfolios (und die aktuelle Diskussion wird den Preis nochmal drücken) trotzdem wird sich der Preis an der Realität ausrichten und daher teurer als erhofft werden. Allerdings wird den (durch Gericht im Nachhinein festgestellten) Preis nicht das Land Berlin allein zahlen (können); als nicht-berliner Steuerzahler und Mieter will ich das aber nicht.

    • si tacuisses

      @EffeJoSiebenZwo:

      "als nicht-berliner Steuerzahler und Mieter will ich das aber nicht."



      Ich auch nicht. Da ich aus Bayern bin, dürfte ich den ganzen Spaß über den Bundesfinanzausgleich mitfinanzieren.



      Mhhh, mal überlegen: Ist es in Ordnung wenn andere Leute die Wahlgeschenke für Berlin bezahlen müssen, damit bestimmte Parteien dann auch wirklich an der Macht bleiben...?



      Ok, da brauche ich nicht wirklich lange überlegen.



      Nein, wirklich keine Lust drauf.

      • Comerade Aardvark

        @si tacuisses:

        Und jetzt stellen Sie Sich kurz vor, Bayern zahlt nicht mehr und wird dann wenige Jahre später von hunderttausenden Binnenflüchtingen aus dem komplett verelendeten Berlin überflutet. Alle, die seit den 70ern nach Berlin sind, kommen heim, bringen Kind und Kegel mit und verwandeln das Land in ein riesiges Friedrichshain-Kreuzkölln. Die paar Milliarden sind da ein geringer Preis zur Vermeidung dieser apokalyptischen Schreckensvision!

        • EffeJoSiebenZwo

          @Comerade Aardvark:

          😁

    • Soda

      @EffeJoSiebenZwo:

      Ich halte die Gegenargumente für absolut berechtigt, aber nicht das der Abschreckung der Investoren, die wir so dringend bräuchten. Denn es ist nicht so, dass Vonovia und ähnliche Unternehmen selbst großartig gebaut hätten; mehr als 95% ihres Wohnungsbestands haben sie gekauft, der war bereits da, und dann haben sie die Mieten erhöht. Sie haben also zur Verschärfung des Problems beigetragen und mitnichten zur Lösung. Der Wohnungsmarkt hat zwei Probleme: 1. Zu wenig Wohnungen, 2. Zu hohe Mieten. "Bauen, bauen, bauen" löst nur das erste Problem; das zweite muss anders gelöst werden.

      • uwe

        @Soda:

        Tipp:



        Wenn wir das erste Problem lösen = mehr Wohnungen als Nachfrage, dann löst der Markt das zweite Problem für uns. Gratis.

        Im Übrigen ist es völlig Wurst, ob Bestandshalter wie Vonovia Wohnungen neu bauern. Entscheidend ist, ob irgendwelche Investoren wieviele Wohnungen bauen. Und die werden mit dieser Diskussion verscheucht.

  • elektrozwerg

    Wenn ich die aktuelle Konstruktion der 3 Parteien richtig verstanden habe, sollen die Mieter der enteigneten Wohnungen die Enteignung selber bezahlen. Das duerfte, je nach Entwicklung der Zinsen, auf eine Mieterhoehung von mindestens 20% hinauslaufen, etwaige Kosten fuer eine energetische Sanierung kommen noch dazu.

    Es werden in Zukunft also nicht nur weniger Wohnungen gebaut, da manch ein Investor einen Bogen um Berlin machen wird, sondern die Mieten in den vergesellschafteten Wohnungen werden steigen, was sich auf den Mietspiegel und damit alle Wohnungen auswirken wird.

    Mal schaun wielang es dauert, bis die Mieter der enteigneten Wohnungen auf die Strasse gehen, weil sie kein Bock auf Mieterhoehungen haben und lieber bei den Wucherkonzernen Vonovia und Co bleiben wollen.

    • Stephan Djacenko

      @elektrozwerg:

      Die 20%, wo kommen die her? Die Mieten dürften doch nur steigen, Wenn die langfristigen Zinskosten höher liegen als die langfristigen Renditen. Und sanieren müssen die privaten auch. Vielleicht kann elektrozwerg die 20% einmal vorrechnen ganz kurz , damit ich mehr verstehe.

      • elektrozwerg

        @Stephan Djacenko:

        Durschnittliche Miete der betroffenen Wohnungen pro Monat: 512 Euro (8,26 Euro pro qm2 bei durchschnittlichen 62 qm2 Wohungsgroesse).



        Mieterorganisationen wie der Berliner Mieterverein rechnen mit etwa 1.850 Euro Gewinn/Ausschuettung pro Wohnung und Jahr, sprich ca 155 Euro pro Monat.



        Zieht man diesen durchschnittlichen Gewinn von der Miete ab bleiben (512-155) 397 Euro.



        Aus einer Kreditsumme von durchschnittlich 100000 Euro pro Wohnung und einer Laufzeit von 40 Jahren ergibt sich ohne Zinsen eine monatliche Tilgung von (100000 / 40 / 12) ca 208 Euro.



        Diese 208 Euro addieren wir zu den 397 Euro dazu, ergibt 605 Euro, was eine Steigerung von ca 18,16% bedeutet.



        Die knapp 20% gelten aber nur dann, wenn die fragwuerdige Entschaedigungshoehe von 100k pro Wohnung nicht vorm Verfassungsgericht scheitert und keine Zinsen anfallen. Zumindest letzteres kann man getrost ausschliessen. Beispielweise wuerde bei 2,5 % Zinsen (aktuell sind wir bei 4,5%) die monatliche Rate von 208 Euro auf 330 Euro ansteigen und wir waeren schon bei einer Mieterhoehung von ueber 40%.



        Natuerlich ist das nur ein Ueberschlagen. Aber solang die Zinsen/Tilgung hoeher sind als die eingesparten Gewinne, wirds teurer.

        • Stephan Djacenko

          @elektrozwerg:

          Danke für die modellrechnung. Da ist ein Fehler drin. 512-155=357, dann sind wir ohne Zinsen bei etwa zehn Prozent. Als Zinsen muss der Zinssatz der stadt berlin herangezogen werden, der liegt weit unter privaten Zinsen. Hauptargument gegen Ihre Argumentation: Es ist nicht davon auszugehen, dass alle Gewinne abgeschöpft werden. Aber wir werden das sehen, wenn oder falls vergesellschafttet wird und die interne Buchhaltung offen liegt. Letzter Gedanke : Es gibt keinen Grund nicht mit einer sehr geringen Annuität solch einen Kredit abzuzahlen, ihn über das Land zu verbürgen oder teilweise Zuschüsse zu gewähren und dafür in anderen Bereichen, sagen wir dem Straßennetz Einsparungen zu erbringen. Will nur sagen: das Ding ist viel komplizierter, als Sie es darstellen. Das ist auch der Grund weshalb ich mich über diese beiden Kommentare eigentlich ärgere. Sie sind auch recht platt punkt viele Grüße!!!

          • elektrozwerg

            @Stephan Djacenko:

            Sie haben Recht, was meinen Rechenfehler betrifft und ebenso beim guenstigeren Zins fuer den Staat. Was die Zuschuesse betrifft, so wie das verstanden habe, soll es die aufgrund der Haushaltslage nicht geben - nur muss das ja nicht 40 Jahre so sein.



            Wenn ich aber drauf wetten muesste, wuerde ich auf Mieterhoehungen tippen und nicht auf die versprochenen Mietsenken, jedenfalls solang die Entschaedigungssumme von den Mietern beglichen werden soll.

        • mwinkl02

          @elektrozwerg:

          Es gibt hier viele Parameter. Die öffentliche Hand kann deutlich günstiger finanzieren. Die 2,5% sollten eher den oberen Rand darstellen.



          Auch sind die Wohnungen sicherlich nicht neu sondern schon ziemlich abgeschrieben. Aus meiner Sicht steht den Unternehmen eine Entschädigung in Höhe ihres Kaufpreises plus Renovierungsinvestitionen abzügich Abschreibung zu. Das müsste im Altbestand deutlich weniger als 100.000€ pro Wohnung sein. Einen Anspruch auf nicht realisierten Veräusserungsgewinn am freien Markt besteht meines Erachtens nicht.....



          Aber schauen wir mal wie das weitergeht....

      • CR43

        @Stephan Djacenko:

        Vorausgesetzt wird eine marktgerechte Entschädigung, finanziert durch das im Gesetzesentwurf vorgesehene Verfahren einer kreditfinanzierten Refinanzierung mit 1% Tilgung. Durchschnittlicher Preis einer Wohnung je QM beträgt in derzeit 5.180 EUR/qm. Macht bei 4% Zinsen und 1% Tilgung eine Rate von 21,58 EUR/qm und Monat.



        Zusätzlich dürfen Sie EUR 2,00 je qm noch für Rücklagen für Renovierung einpreisen.



        Selbst wenn Sie nur mit dem halben Preis je qm rechnen, sind das immer noch rund 10,75 EUR je qm kalt. zzgl. EUR 2,00 für die Rücklage.



        Das liegt deutlich über der durchschnittlichen Miete von Vonovia von EUR 8,26 je qm, um nicht zu sagen mehr als 25%.

      • Walterismus

        @Stephan Djacenko:

        Die Rendite würde ja erst anfallen, wenn die Wohnungen verkauft werden würden.



        Also enteignet man um den Marktwert zu steigern und die Wohnungen gewinnbringend zu verkaufen.



        Mit der Argumentation bekommen sie keine Enteignung durch.

        Die Vermietung muss Kostendeckend sein, das heißt sämtliche Kosten, Rückstellungen müssen durch Mieteinnahmen refinanziert werden.

        Die 20% sind geschätzt, dass aber die Mieten sprunghaft steigen würden, dass dürfte sehr sicher sein und wird ja selbst von Frau Frank welche den Best Case betrachtet eingeräumt "selbst wenn die Mieten nicht sinken oder gar moderat steigen sollten."



        Realistisch ist damit eine deutliche Steigerung der Mietkosten. Also das Gegenteil von dem was man erreichen will...

  • Encantado

    Pro:



    "...das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar."



    Ganz ehrlich: diese Aussage ist doch nur durch massives Gesundbeten haltbar. Ohne jegliche Belastung? Im Leben nicht.



    "60 Prozent haben Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – der ihnen nichts bringt, weil die mietpreisgebundenen Wohnungen fehlen."



    Aber diese Wohnungen entstehen doch nun gerade erst recht nicht?



    Ich kann Ihnen nicht folgen.

    • si tacuisses

      @Encantado:

      "...das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar."

      Ja, diese Aussage ist einfach mal aus der Luft gegriffen. Weil es sich so gut anhört. Und der Ausdruck "Gesundbeten" passt hier wirklich! Man muss nur dran glauben, dann wird alles gut. ;)

  • mwinkl02

    Pro:. Gegen Naturgesetze kann man keine Politik machen. So wie die Schwerkraft nunmal das Wasser den Berg runter und nicht rauf fließen lässt. Eine Wohnung wird heute für 80 Jahre gebaut. Nach 40-50 Jahren steht eine Generalsanierung an. Mit anderen Worten: Das Kapital für einen Neubau oder eine Generalsanierung muss über 40 Jahre zurückbezahlt und die ausstehende Summe noch verzinst werden. Dass kann die öffentliche Hand sofern politisch gewollt für die 60% der Berliner mit Wohnberechtigungsschein (Danke auf diese Zahl habe ich lange gewartet) wesentlich preiswerter als ein Investor. Die öffentliche Hand finanziert nun mal wesentlich preiswerter als ein Investor der einen Inflationsausgleich für sein Kapital braucht und über den Gewinn auch noch Steuern bezahlen muss. Investoren werden weiter investieren wenn die Menschen ohne Wohnberechtigungsschein das bezahlen können. Es braucht eine Partnerschaft von beiden für einen gesunden Wohnungsmarkt. Die öffentliche Hand würde für sich alleine und ohne privates Vorbild viel zu teuer bei Neubau, Verwaltung und Instandhaltung. Das hat der unsägliche Filz der Vergangenheit leider bewiesen. Eine Wiederholung dessen würde scheitern!

    • Encantado

      @mwinkl02:

      "Dass kann die öffentliche Hand ... wesentlich preiswerter als ein Investor. "



      Seit wann ist die öffentliche Hand preiswerter als ein privater Investor? Meinen Sie, dass die öffentliche Hand Wohnungen preiswerter anbieten kann, weil sie eben nicht so auf die Kosten zu schauen braucht?



      Bezahlt werden muss das trotzdem.

      • Stephan Djacenko

        @Encantado:

        Die öffentliche Hand könnte z.B preiswerter bauen als ein privater Investor, weil sie sich wesentlich günstiger am Markt verschuldet. Sie könnte auch preiswerter als ein privater Investor bauen, wenn Sie einen Schritt weiter geht und auch Bauland, das jahrzehntelang brach liegt, enteignet und darauf baut. Es ist eines der ganz großen Märchen, dass die öffentliche Hand nicht effizient sein kann. Sie kann es, sie braucht dafür nur den Mut und die Mittel. Niemand von uns weiß, wie ineffizient große private Konzerne sind denn ihre Geschäftsgebaren und ihre Ausgaben nicht öffentlich und von daher auch nicht so sehr im Zentrum der öffentlichen medialen Diskussion

        • Encantado

          @Stephan Djacenko:

          "Es ist eines der ganz großen Märchen, dass die öffentliche Hand nicht effizient sein kann. Sie kann es, sie braucht dafür nur den Mut und die Mittel."



          Nun, in der Regel kann die öffentliche Hand ihre Effizienz recht gut versteckt halten. Dazu brauch ich nicht mal an Märchen zu glauben; Ämter und Behörden unterliegen schlicht nicht demselben Kostendruck.



          Und der Einsatz erhöhter Mittel, den Sie hier postulieren, konterkariert die Effizienz doch deutlich, meinen Sie nicht?



          "Niemand von uns weiß, wie ineffizient große private Konzerne sind..."



          Ich empfehle ein Praktikum dort, dann können Sie gut feststellen, dass in den dortigen Büros ebenfalls durchaus ein verharzter Ämtergeruch herrscht.



          Das ist nicht unbedingt ein Widerspruch zu meiner ersten Aussage. Denn wenn es drauf ankommt, werden in privaten Unternehmen die Effizienzzügel deutlich stärker angezogen als in deutschen Beamtenstuben...

          • Stephan Djacenko

            @Encantado:

            Da werden echt ne Menge Vorurteile vorgetragen. Grüße von einem, der beide Systeme recht gut kennt. Und gerade deswegen bin ich gespannt auf dieses Experiment. Es ist, das ist auch mir klar, ein Wandern auf des Messers Schneide. Aber dumm sind auch die nicht, die die vergesellschaftungswege durchgerechnet haben. Wenn sie es wären, würden März und Co nicht an einem Verbot stricken. Denn dann würde diese Vergesellschaftung schon an der Finanzierung scheitern.

            • Encantado

              @Stephan Djacenko:

              "Da werden echt ne Menge Vorurteile vorgetragen."



              Solange Sie über Ihre Mitdiskutanten nichts wissen, sollten Sie sich mit Ihren voreiligen Schlüssen vielleicht etwas zurückhalten. Schöne Grüße von einem, der auch schon hie und da unterwegs war.



              "Wenn sie es wären, würden Merz und Co nicht an einem Verbot stricken."



              Merz als Güte- und Qualitätssiegel zu benutzen, hat natürlich auch was.

        • Walterismus

          @Stephan Djacenko:

          Sollte dann nicht das Ziel sein zu bauen und nicht zu enteignen mit dem Geld?



          Denn eines ist gewiss, dass private Unternehmen nicht verschwenderisch vorgehen mit Ausgaben!

          • Stephan Djacenko

            @Walterismus:

            Beides :-) und zwar mutig!

      • EffeJoSiebenZwo

        @Encantado:

        Plus: ich wage mal zu behaupten, dass Verwaltung und Instandhaltung eines solchen Wohnungsvolumens in privater Hand kostengünstiger ist als durch eine Berliner Behörde. Vielleicht ist das Ganze aber auch als Programm für den Berliner Arbeitsmarkt zu sehen, und man will dadurch die oh 60% senken? - hat aber freilich einen Anstieg der Ausgaben für städtische Beschäftigte zur Folge.

      • mwinkl02

        @Encantado:

        Diese Frage beantworte ich Ihnen gerne: Die öffentliche Hand refinanziert mit 2-3,3%. Der Investor braucht 5-6% Rendite auf das eingesetzte Kapital. Macht schon einmal einen Unterschied von fast der doppelten Finanzierungskosten. 14-16€/m2 anstatt 8-10€/m2 bei 3500€/m2 Investitionskosten pro m2.

        • Encantado

          @mwinkl02:

          "Diese Frage beantworte ich Ihnen gerne: Die öffentliche Hand refinanziert mit 2-3,3%. Der Investor braucht 5-6% Rendite auf das eingesetzte Kapital."



          Hört sich so gut an dass man sich glatt fragt, warum die öffentliche Hand häufig überschuldet ist und der private Sektor nicht. Richtig: weil die Privaten schlicht verschwinden (-> Insolvenz), die Öffentlichen nicht.



          Nein, ich fürchte, das ist eine Milchmädchenrechnung, die sich in der Realität nicht wiederfinden wird.

        • Desdur Nahe

          @mwinkl02:

          Ist leider nur ein Faktor. Die aktuelle Realität:



          Vonovia macht Gewinn und hat in 2024 knapp 220.000.000 Euro Steuern gezahlt. Dennoch liegt die Durchschnittsmiete bei denen bei nur 8,26 Euro pro Quadratmeter (Quelle: Vonovia 2026).



          Die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen sind hoch verschuldet.

          • mwinkl02

            @Desdur Nahe:

            Wir widersprechen uns ja nicht. Der eine braucht den anderen um effizient zu wirtschaften. Mit der historischen Vetternwirtschaft aus Berlin würde es wohl erneut in einer Katastrophe münden…Aber die ganze Diskussion um Vergesellschaftung sollte eine ordentliche Debatte anstoßen was man eigentlich möchte. Und vielleicht braucht es dafür einfach mal auch ein Exempel….

      • mwanamke

        @Encantado:

        Der Investor möchte eine möglichst hohe Rendite erzielen, die öffentliche Hand kann kostendeckend.

        • Encantado

          @mwanamke:

          "Der Investor möchte eine möglichst hohe Rendite erzielen, die öffentliche Hand kann kostendeckend."



          Könnte sie, kann sie aber nicht. Wo kommen sonst die ganzen öffentlichen Schulden her?

        • Walterismus

          @mwanamke:

          Die Kosten der öffentlichen Hand sind allerdings um ein vielfaches höher. Selbst Frau Frank auf der Pro Seite schließt nicht aus, dass die Mieten nach der Vergesellschaftung eher steigen als fallen.

          Wenn selbst die Pro Seite von steigenden Mieten ausgeht, welche mit dem Best Case argumentiert, dann man kann sich ausmalen was dann im realistischen Fall passieren wird.

          Die Mieten werden dann tatsächlich unbezahlbar und der teuerste Vermieter am Markt wird die öffentliche Hand werden

  • Suryo

    Wenn die öffentliche Hand keine 160.000 Wohnungen selbst bauen kann, kann sie eigentlich auch keine kaufen…

    • Desdur Nahe

      @Suryo:

      Doch, na klar kann er das, nur so funktioniert Sozialismus: Der Staat übernimmt von Privaten geschaffene, funktionsfähige Strukturen, weil er es selbst nicht hinbekommt ("Gerechtigkeit"). Diese Strukturen werden dann so lange betrieben, bis sie eben nicht mehr funktionsfähig sind. Dann wird wieder nach den Privaten gerufen ("Verantwortung").



      Hat Venezuela ja gerade im Zeitraffer vorgeführt. DDR hat etwas länger gedauert.

      • Albert Rumm

        @Desdur Nahe:

        Dazu muss man allerdings auch noch die flächendeckende Subventionierung privater Profite über öffentliche Infrastruktur miteinbeziehen. Ein vernünftiges Gleichgewicht wäre in einem System der sozialen Marktwirtschaft eines, bei dem weder Investoren die Allgemeinheit schröpfen, noch der Staat wie in den erwähnten Beispielen durch das Kapital erarbeitete Werte runterwirtschaftet -- davon sind wir immer noch weit weg! Ausserdem würde ich dazu gerne auch noch anmerken, dass es am Ende trotzdem immer die einfachen Menschen sind, die die Arbeit leisten, durch die diese Werte am Ende wirklich entstehen; Menschen, die einerseits nicht wirklich die Wahl haben, ob sie in einem kapitalistisch-fremdgesteuerten System arbeiten wollen, andererseits nicht vom Mehrwert ihrer Arbeit profitieren -- der geht an die Aktionäre, deren einziger Beitrag das Kapital ist.

        • Desdur Nahe

          @Albert Rumm:

          "bei dem weder Investoren die Allgemeinheit schröpfen"



          Wie ich oben schon schrieb: Vonovia hat in 2024 knapp 220.000.000 Euro Steuern gezahlt.

          "Menschen, die ...nicht ... die Wahl haben, ob sie in einem kapitalistisch-fremdgesteuerten System arbeiten wollen, andererseits nicht vom Mehrwert ihrer Arbeit profitieren"



          Klar hat man die Wahl. Ab nach Venezuela, nach 10 Jahren hat man die Staatsbürgerschaft. Aber wohin geht die Wanderungsbewegung? Genau, in die "kapitalistisch-fremdgesteuerten Systeme".



          Warum? Weil man dort eben gerade doch vom Mehrwert der Arbeit profitiert (Hochlohnland, hoher Lebensstandard).



          "deren einziger Beitrag das Kapital ist"



          Was passiert, wenn dieses Kapital nicht mehr kommt, naja, siehe wieder Venezuela. Besonders wichtig ist es gerade für die "einfachen Menschen":



          Wenn in Berlin Wohnungen gebaut werden sollen, kann man den Bauarbeitenden schlecht sagen "Sorry, wir haben kein Kapital. Bringt erstmal das Material und baut die Wohnungen. Wenn in ein paar Jahren die Mieten fließen, gibt es Geld".

  • SGouldo

    Sind Konzerne böse? Sie gehen den Weg des ökonomischen Prinzips. Anstatt ihnen vorzuwerfen, nicht/zu wenig zu bauen und damit das Angebot knapp zu halten, um mehr zu verdienen, kann man sich auch folgendes fragen: Wie sehr wird der Markt durch Vorgaben, Naturschutz, Bürokratie, Regulierungen, sonstige Vorschriften etc. pp. gestört, dass es sich für Investoren und Konzerne mehr lohnt, nicht zu bauen, als zu bauen? Die Politik ist schuld und sollte schleunigst die baulichen Rahmenbedingungen ändern.



    Wer durch Enteignungen privates Kapital fernhält, verschlimmert das Problem noch.

    • IG Timo

      @SGouldo:

      Die privaten haben nur quasi in der Vergangenheit auch schon nicht investiert, zumindest nicht in Neubau und auch nachrangig in die Sanierung: www.geldfuerdiewel...t-doch-keiner-mehr

      Man verliert quasi nichts, es ist ein Mythos das die privaten groß bauen würden.

    • mwanamke

      @SGouldo:

      Vielleicht ist es besser, mehr öffentlich geforderten Wohnraum zu bauen, bei dem wenigstens die Vorgaben des Naturschutzes eingehalten werden, statt die baulichen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass Investoren einfach Ihre Neubauten überall hinstellen und teuer zum Verkauf anbieten können.

    • Arne Babenhauserheide

      @SGouldo:

      Dass bei natürlichen Monopolen "Der Markt" üblicherweise versagt, ist hinreichend bekannt.

      Und Wohnraum ist ein natürliches Monopol, denn wo schon ein Haus steht, kann niemand anders ein Konkurrenzhaus bauen.

      • Duplozug

        @Arne Babenhauserheide:

        Das ist ein Irrtum. Denn, dass Monopol lässt sich relativ leicht umgehen. Daneben bauen. Und wenn das besetzt ist. Geht man noch Mal weiter usw.



        Ja 5 Millionen Menschen können nicht in Berlin Mitte Leben. Aber das muss sie auch nicht.



        Wien, das Paradies für rote, hat ebenfalls mit dem Wachstum der Stadt in die äußeren Bezirke mitgebaut.



        Und um Berlin herum gibt es genügend Platz. Es ist billiger ne neue s Bahn Linie zu bauen und darum ganze Viertel.

      • Fairchild670

        @Arne Babenhauserheide:

        Einigermaßen abstruse Argumentation. Ihnen ist schon bewusst, dass es allein in Berlin mehr als ein Haus gibt, oder?

  • DiMa

    Bei "Contra" fehlt die Tatsache, dass eine Vergesellschaftung eine unmittelbare Auswirkung auf das Rating der Ratingagenturen haben wird. Damit erhöhen sich die Zinsen auf alle Staatskredite in Deutschland.

    Es geht damit also nicht nur um die Finanzierung eines einzelnen Projektes, sondern um die aller staatlichen Projekte und hat Auswirkungen auf die Haushalte von Bund und Ländern.

  • Herma Huhn

    Es heißt doch immer Konkurrenz belebt das Geschäft.



    160000 Wohnungen in öffentlicher Hand könnten da durchaus ein Hebel sein, der die Preise drücken kann.



    160000 Wohnungen selbst zu bauen könnte aber ebenfalls schwierig werden. Zumindest, wenn man bei dem veranschlagten Preis bleiben will.



    Wenn aber die Gerichte den Konzernen entsprechend mehr Geld zugestehen, könnte man die Vergesellschaftung bestehenden Wohnraumes zu gleichen Kosten auch durch eine Schaffung gesellschaftlichen Wohnraumes ersetzen, ohne die Wähler zu betrügen.



    Das plus ein klug eingesetztes Vorkaufsrecht, um die Spekulation einzudämmen, könnte doch beide Seiten des demokratischen Spektrums glücklich machen.

    • Duplozug

      @Herma Huhn:

      Erstens stimme ich zu. Ein Vorkaufsrecht ist sinnvoll. Aber, wir haben ja schon gesehen wie nutzlos es ist wenn Berlin der Vonovia für viel Geld Wohnungen abkauft anstatt einfach das Geld in Neubau zu stecken.

    • Desdur Nahe

      @Herma Huhn:

      "160000 Wohnungen in öffentlicher Hand könnten..."



      Zur Erinnerung: Die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen in Berlin haben bereits knapp 370.000 Wohnungen.



      "Billigen" Wohnraum gibt es bei denen aber auch nicht. Und das, obwohl die nicht gewinnorientiert arbeiten, sondern sogar massiv verschuldet sind.

    • FriedrichHecker

      @Herma Huhn:

      "160000 Wohnungen in öffentlicher Hand könnten da durchaus ein Hebel sein, der die Preise drücken kann."

      Dazu müssten diese 160000 Wohnungen aber auf dem Markt sein - und zwar möglichst viele davon gleichzeitig. Die Preise drücken kann man nämlich nur, wenn man selbst zu einem niedrigeren Preis anbietet.



      Nachdem die zu vergesellschaftenden Wohnungen aber bewohnt sind, sind die nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein des Wohnungsmarkts.

  • Klaus Baumgart

    Die Überschrift ist mehr als irreführend, hier wird angeschnitten warum es nicht geht. Aber ob es überhaupt eine gute Idee ist wird nichmal ansatzweise beleuchtet.

  • Sisone

    "...60 Prozent haben Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – der ihnen nichts bringt, weil die mietpreisgebundenen Wohnungen fehlen..."







    Es fehlen nicht nur mietpreisgebundene Wohnungen, sondern überhaupt Wohnungen. Auch bei stabilisierten Mieten werden die Suchenden weiterhin keine finden. Und es als whataboutism abzutun, Neubau und Bestand gegeneinander auszuspielen ist blauäugig. Für beides wird Geld benötigt und das ist nun mal nur begrenzt vorhanden, daher muss man sich entscheiden, welches Problem drängender ist. Denn auch mit dem schönsten WBS und niedrigem Mietspiegel brauche ich eine freie (!) Wohnung, um dort einzuziehen.







    Das Argument "die Vergesellschaftung finanziert sich durch die Mieteinnahmen selbst" wird durch ständige Wiederholung nicht wahr, wenn eigentlich klar ist, dass einige Grundannahmen (z.B. 100.000 Euro pro Wohnung werden klaglos hingenommen) wahrscheinlich nicht durchsetzbar sind.







    Und auch wenn der Plan ist, die mindestens 16 Milliarden (können auch locker 20-25 Milliarden werden) über die noch zu gründende "Anstalt öffentliches Rechts" aufzubringen; am Ende sind es genauso Schulden, wie das Sondervermögen, nur unter einem wohlklingenden Namen.

  • hsqmyp

    Wie waren eigentlich damals die Diskussionen, als die Wohnungen privatisiert worden sind?



    Die waren fast alle mal staatlich oder genossenschaftlich mit öffentlicher Förderung!!!



    Hier ist von der „Logik des Kapitalismus“ die Rede.



    Wo bleibt bitte der Nachweis, das die Privatisierung in irgendeinem Bereich tatsächlich Verbesserungen gebracht hat, die über eine hohe Rendite für Aktionäre hinausgehen.

    Im Gesundheitsbereich, wo ebenfalls teilweise gegen explizite Voksabstimmungen privatisiert wurde, haben wir mittlerweile zwar das teuerste, aber auch daran gemessen, ein eher schlechtes System.

    Die Privatisierung von Infrastruktur (Stromnetze, Wärme, Wasser-, Abwasser) musste deshalb teilweise ebenfalls wieder zurückgenommen werden, weil die Netze immer mehr verfielen.

    Wer hier den Versprechen eines unregulierten Marktes das Wort redet, ist entweder naiv, ein renditeorientierter Investor oder im Dienste jener…

    • FriedrichHecker

      @hsqmyp:

      "Wo bleibt bitte der Nachweis, das die Privatisierung in irgendeinem Bereich tatsächlich Verbesserungen gebracht hat, die über eine hohe Rendite für Aktionäre hinausgehen."

      Ihnen ist schon klar, dass das Land Berlin die Wohnungen auch deshalb verkauft hat, weil man kein Geld mehr für deren Instandhaltung ausgeben wollte/konnte?

      Wie solche Immobilien aussehen, wenn (auch) private Eigentümer kein Geld mehr reinstecken, kann man eher in Teilen von Duisburg-Marxloh besichtigen als in Berlin.

    • uwe

      @hsqmyp:

      "Wo bleibt bitte der Nachweis, das die Privatisierung in irgendeinem Bereich tatsächlich Verbesserungen gebracht hat, die über eine hohe Rendite für Aktionäre hinausgehen."

      Das ist einfach:



      Wenn ich mir die Autobahnen ansehe, die in privater Konzession betrieben werden, nach wenigen Jahren tiptop.

      Das sah vorher (staatlich) anders aus.

      Und das, obwohl die Konzessionäre noch nicht mal die komplette LKW Maut bekommen geschweige denn Anteile an der KFZ und Kraftstoffsteuer.

    • Agarack

      @hsqmyp:

      "Entweder unregulierter Markt oder die Wohnungen werden vergesellschaftet" ist doch eine völlig falsche Dichotomie. Dass die Privatisierung ein Fehler war, mag sein, daraus folgt aber nicht, dass Re-Vergesellschaftung richtig ist.

    • Suryo

      @hsqmyp:

      Alles richtig, aber speziell in Berlin versagt der Staat ja nun auch ständig.

    • Arne Babenhauserheide

      @hsqmyp:

      Danke!

  • Comerade Aardvark

    "Denn das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar."

    Wie hier schon hundert Mal gebetsmühlenartig postuliert. Wird es mit der Wiederholung wahrer? Ich bin sehr gespannt und wünsche der zukünftigen Berliner Regierung viel Erfolg dabei!

  • Philippo1000

    Die VerhandlerInnen haben einen Kompromiss erzielt, gut so!



    Die Zeit wird zeigen, ob die Idee funktioniert.



    Ich habe allerdings Zweifel.



    Die Entschädigungen wären viel Geld, mit denen neue Wohnungen hätten gebaut werden können.



    So erhält das Land Berlin gebrauchte Wohnungen, die auch unterhalten werden wollen.



    Das war in den letzten Jahren das große Problem bei öffentlichen Bauten, wie Schulen: der Unterhalt.



    Ein Gebäude bleibt nämlich nicht einfach intakt, es will gepflegt werden. Die handwerklichen Dienstleistungen werden teurer und diese Preise wird auch ein öffentlicher Träger zahlen müssen.



    Derartige Kosten müssen aus dem Haushalt gezahlt werden.



    Fördergelder z.B. vom Bund gibt es für Neubau und im Rahmen des Sondervermögens, ausnahmsweise für die Sanierung der Schulen. Für Wohnungsrenovierungen muss die Stadt selbst in die leere Tasche greifen.



    Klar, die Stadt besäße dann einen "Gegenwert", sie besitzt auch Straßen und Plätze, "kaufen" kann sie sich davon nichts.



    Insbesondere wenn die Mieten niedrig gehalten werden sollen, stellt sich die Frage, woher das zusätzliche Geld für Renovierungen herkommen soll.



    Wer "selbst verwaltet", erfährt, dass "Eigentum verpflichtet".

  • Isnunmalso

    Danke, Frau Frank, ich bin auf Ihrer Seite. Was mich bei der ganzen Diskussion wundert, dass die Politiker nie zur Verantwortung gezogen werden. Seit Jahrzehnten haben Sie uns nicht vor den Raubtieren der Immobilienbranche beschützt. Sie haben nur zugeschaut und vermutlich auch die Hand aufgehalten, obwohl Wohnen ein Grundrecht ist. Als Ole Beust/CDU in Hamburg regierte, hat er einfach den Sozialen Wohnungsbau eingestellt. Schade, dass man diesen "Schurken" nicht nachträglich dafür belangen kann. In Hamburg fehlen heutzutage mehr als 10.000 bezahlbare Wohnungen. Meine Schrottwohnung (privat) hat sich der Mietpreis in 15 Jahren um 100% erhöht. Mein Einkommen leider nicht. Zum Abschluss noch eine Sache: Der Mietspiegel ist ein Joke, weil er immer nur auf die QM-Zahl eingeht, aber nicht auf die Substanz/Zustand der Immobilie.

    • Ritchie

      @Isnunmalso:

      Als Ole Beust in Hamburg regierte gab es keinen Wohnungsmangel, im Gegenteil die Leerstandsquote lag bei ca. 5% (heute 0,3%).



      Beim Mietspiegel zählen nicht nur die QM sondern auch:



      • Art und Beschaffenheit: Dazu gehören das Baujahr (Baualtersklasse), die Qualität von Böden, Fenstern und Türen sowie die Art des Gebäudes.



      • Ausstattung: Hierzu zählen Merkmale wie das Bad (z. B. Dusche, Badewanne, hochwertige Fliesen), eine Einbauküche, ein Balkon oder Aufzug sowie die Art der Heizung.



      • Energetische Ausstattung: Wärmedämmung der Wände, moderne Fenster sowie die Energieeffizienz des Heizsystems



      • Wohnlage: Unterschieden wird meist in einfache, durchschnittliche, gute oder Bestlage sowie die genaue Umgebung

  • VDST

    Einfach mal nachdenken und korrekt rechnen.

    Dann Wien als Beispiel nehmen.

    Erstens gibt es seit dort Jahrzehnten sogenannte



    Gemeindewohnungen. Die gehören der Stadt.



    Sind preiswert und weitere werden lfd. errichtet.



    Die Vergaberichtlinien sind so gestaltet, dass z. B.



    Jungfamilien und Einkommensschwache bevorzugt



    werden.

    Zweitens Mietobergrenzen, z. B. lageabhängig, vorschreiben.



    Ja die gibt es in Wien.

    Drittens keine Baugenehmigungen an Konzerne vergeben.



    Und wenn schon, dann mit entsprechenden Auflagen versehen.



    Damit sind die alle sehr rasch und sehr fest im Griff.

    Klingt sehr einfach, funktionierte jedoch bestens, zögen an dem gemeinsamen Strick, alle in dieselbe Richtung.

    In Wien funktioniert dies seit sehr vielen Jahren.

    • FriedrichHecker

      @VDST:

      Ihnen ist aber auch bekannt, dass zu den Vergabekriterien in den Wiener Gemeindebauten gehört, dass man bereits einen Hauptwohnsitz (allermindestens zwei Jahre ununterbrochen) in Wien haben muss?



      Es sei denn, man zieht als Untermieter beim alteingesessenen Wiener Mietadel ein, der auf den städtischen Mietpreis einen kräftigen Aufschlag verlangt...

      • VDST

        @FriedrichHecker:

        Es geht um Gemeidebauten, also um Wohnungen im öffentlichen Eigentum.

        Und es ist absolut korrekt, dafür Vergabekriterien vorzugeben, um Missbrauch auszuschließen.

        Einfach mal selbst eruieren, was Hauptwohnsitzt bedeutet.

        Es steht jedem frei, für eine Wohnung im Privateigentum mehr zu bezahlen.

    • Sisone

      @VDST:

      Ja, Wien. Trotz der von Ihnen beschriebenen Maßnahmen unterscheidet sich der durchschnittliche Mietpreis pro QM bei den Bestandsmieten (!) nicht wirklich:







      Wien: 7,90 € pro Quadratmeter



      Berlin: 7,71 € pro Quadratmeter







      Vergleicht man aber die Angebotsmieten, sieht es ganz anders aus:

      Wien: 14,80 € pro Quadratmeter



      Berlin: 17,60 € pro Quadratmeter







      Und dazu kommt, dass in Berlin immer mehr Wohnungen als "möbliert" angeboten werden, womit oft deutlich über 20 € pro Quadratmeter aufgerufen werden. Das können sich die Vermieter deswegen erlauben, weil es Berlin, im Gegensatz zu Wien, keinen echten freien Wohnungsmarkt mehr gibt. DAS ist das Hauptproblem!





      Welches Problem wollen Sie denn lösen?







      Die eigentlich noch akzeptablen Bestandsmieten stabilisieren oder gar ein bisschen senken, um den Glücklichen, die bereits eine Wohnung haben, eine kleine Erleichterung zu gönnen?

      Oder vielleicht doch lieber dafür sorgen, dass den hoffnungslos Wohnungssuchenden bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, womit durch das größere Angebot auch der Preisdruck für alle Wohnungen sinken würde?

      • VDST

        @Sisone:

        Es geht nicht um "Bestandsmieten" sondern klar und deutlich um Gemeindewohnungen = Wohnungen in öffentlichen Eigentum, hier der Stadt Wien.

        Der Richtwert-Mietzins (der Kategorie-Mietzins ist niederer) in Wien beträgt lt. § 45 Mietrechtsgesetz:

        Aktuell ab 01.04.2026

        Kategorie A: EUR 6,74



        Kategorie B: EUR 5,05



        Kategorie C: EUR 3,36

        Die Beträge in der Tabelle sind alle exklusive 10% Umsatzsteuer und Betriebskosten angeführt.

Regelmäßige Valorisierung gemäß dem 3. MILG.

        Angeführt ist jeweils die Mietzinshöhe pro Quadratmeter Nutzfläche und Monat. Die Beträge sind in Euro angegeben. Betriebskosten und zehnprozentige Umsatzsteuer sind nicht enthalten. Normalerweise werden Gemeindewohnungen bei Abschluss eines Mietvertrages zu einem Mietzins in Höhe des Richtwert-Mietzinses vermietet.

        So die Fakten! Bitte immer korrekt Äpfel mit Äpfeln vergleichen.

    • Simon Lübbers

      @VDST:

      Eine Mietobergrenze gab es auch schonmal in Berlin. Unter der letzten RRG-Koalittion (unter SPD-Führung). Dagegen hat aber die CDU erfolgreich vor dem Verfassungsgericht geklagt. Erfolgreich war sie natürlich nicht aus inhaltlichen Gründen, weil ein Mietendeckel an sich verfassungswidrig wäre, sondern aus formalen. Da der Bund die gemeinsame Gesetzgebungskompetenz mit der absichtlich völlig wirkungslosen "Mietpreisbremse" bereits ausgeübt hat können die Länder keine eigenen Gesetze zur Miethöhe mehr erlassen. Die Vergesellschaftung ist also die letzte Chance für das Land Berlin, jemals eine gewisse Kontrolle über den Wohnungsmarkt zurückzuerlangen.

  • stph

    Wohnungen bauen, bauen, bauen... das entzieht der Umwelt Ressourcen (Bebauen von Tempelhofer Feld und anderen Grünflächen) und sollte auf das wirklich notwendige Maß beschränkt werden. Alternative: Fehlbelegung vermindern - so leben z.B. Menschen in Wohnungen, die mal für Familien mit Kindern gedacht waren. Die Kinder sind inzwischen längst aus dem Haus, die Eltern kämen sehr wohl mit einer kleineren Wohnung aus, müssen aber bei Neuvermietung soviel mehr zahlen, dass sich eine kleinere Wohnung nicht rechnet. Also bleiben sie. Abhilfe: keine Mietsteigerung bei Mieter*innenwechsel. Bei Wohnungen im Landesbesitz ließe sich das regeln. Bei Wohnungen in Kapitalistenbesitz bräuchte es erst mal Gesetze, die eine Preiststeigerung bei Mieter*innenwechsel verbieten. Was ist einfacher?

    • Sisone

      @stph:

      Naja, den Fehler merken Sie doch selbst.







      Wenn man selbst für eine kleinere Wohnung mehr zahlen muss, als für die große, zieht man nicht um. Warum sind die kleineren Wohnungen teurer? Weil man von Bestandsmiete zu Angebotsmiete wechseln muss, die so hoch ist aufgrund des geringen Angebots.







      Was könnte man wohl gegen fehlendes Wohnraumangebot tun?







      Bauen vielleicht?

  • Zuversicht

    Es fehlt momentan auch an Planungen, daß vergesellschaftete Wohnungen für den Klimawandel saniert werden müssen. Selbstverständlich für eine progressive Regierung. Wie sehen die Planungen aus?

  • Frauke Z

    "Hier braucht es Investitionen in den Bestand."



    Für Investitionen wird Berlin nach der Entschädigungsparty gerade kein Geld mehr haben.



    "Wer nur hochpreisige Wohnungen baut ..., hat in Berlin nichts verloren."



    Auch eine interessante Formulierung. Also nicht nur Enteignung, sondern sogar Verbot der Geschäftstätigkeit?



    Der Spruch erinnert mich jedoch stark an viele andere, die meinen, bestimmen zu können, wer in ihrer Stadt nichts zu suchen hat. Meistens sind keine Immobilienverwalter gemeint.

  • Ganove der öden Sümpfe

    Oh man, wie immer so getan wird, dass keiner mehr investieren würde. Tut doch jetzt auch niemand. Das einzige was getan wird ist Wohnraum kaufen, "modernisiert" und teuer weiter vermietet. Damit sind keine neue Wohnungen geschaffen und schon garkeine Sozialwohnungen bereit gestellt. Mit der aktuellen Ausrichtung kann Berlin momentan nur Gewinnen, mit der Schwachsinnigen neoliberalen Politik der CDU kamen wir in Berlin nirgends hin ...

    • Katharina Reichenhall

      @Ganove der öden Sümpfe :

      Wenn man feststellt, dass zu wenig investiert wird, ergibt es wenig Sinn, das Investionsklima weiter zu schwächen.

  • sollndas

    Kommt darauf an, für wen.



    Für eine Unzahl von Rechtsanwälten, Gutachtern und Journalisten ist der Lebensunterhalt damit jedenfalls auf Jahre gesichert :-)

  • Frauke Z

    Die Gegenüberstellung ist aufschlussreich.



    Insbesondere, weil mir auch nach der Lektüre keine wesentlichen positiven Aspekte der Vergesellschaftung ersichtlich sind.



    Denn die Stadt wird kein billiger Vermieter sein, im Gegenteil:



    Schließlich hat sie die Entschädigungen gegenzufinanzieren, deren Wert sich - Überraschung - aus marktüblichen Mieten ableitet.



    Und wer genau glaubt, dass ein städtisches Unternehmen seine Liegenschaften effizienter verwaltet als ein unter Kostendruck stehendes börsennotiertes Unternehmen?

  • PeterArt

    "mit denen die Zinsen getilgt werden können." Wenn nicht einmal die Befürworter verstanden haben, wie so etwas funktioniert...

  • vieldenker

    Es wird nicht funktionieren. Aber die Mehrheit möchte es ausprobieren. Also lasst sie machen.

    • Comerade Aardvark

      @vieldenker:

      Das ist die richtige Einstellung!

  • Simon Lübbers

    Die Konzerne, deren Wohnungen jetzt vergesellschaftet werden sollen, bauen übrigens kaum neue Wohnungen, sondern kaufen nur bestehende auf und erhöhen dann kräftig die Miete. Neubau wäre sogar schlecht für ihr Geschäftsmodell, das von dem bestehenden Wohnungsmangel profitiert.

    • Ricky-13

      @Simon Lübbers:

      Richtig, denn so funktioniert deren Geschäftsmodell.

      Auch das gerne angeführte "Argument" des 'Investorenschutzes' (weil ja sonst kein neuer Wohnraum 'blablabla' geschaffen wird) dient seit Jahren nur als Blockadeinstrument, um den Status quo der Immobilienhaie zu zementieren. Bezahlbarer Wohnraum (Sozialwohnungen etc.) wird nämlich kaum noch gebaut, dafür aber immer mehr teure Eigentumswohnungen.

      Und da jeder Mensch in diesem demokratischen Sozialstaat (Art. 20 GG) irgendwo wohnen muss - und zwar in einer Wohnung und nicht unter einer Brücke - muss man 'diesem Geschäftsmodell' der großen und skrupellosen Immobilienhaie endlich mal ein Ende setzen, denn nicht nur Haie im Meer sind gefährlich, sondern auch "Haie" auf dem Festland.

      *** "Die Vergesellschaftung von Bestandswohnungen bezeichnet die Überführung von privatem Eigentum großer Immobilienkonzerne in Gemeineigentum, um Mieten zu senken und Spekulation zu stoppen. Sie basiert auf Art. 15 GG, erfordert eine angemessene Entschädigung und ist rechtlich grundsätzlich möglich." ***

    • Encantado

      @Simon Lübbers:

      "Neubau wäre sogar schlecht für ihr Geschäftsmodell, das von dem bestehenden Wohnungsmangel profitiert."



      Und dann ist es positiv, keine Neubauten vorzunehmen, sondern - genau wie die bösen Konzerne - bestehende Wohnungen aufzukaufen/zu vergesellschaften?



      Ich komm echt nicht mehr mit.

    • Walterismus

      @Simon Lübbers:

      Die Konzerne sind im städtischen Vergleich mit die günstigsten Vermieter. Ja sie bauen weniger, aber das Ziel der billigen Wohnungen wird nicht erreicht werden

  • Unternehmer

    Mal abgesehen davon, ob das mit einem Rechtsstaat überhaupt einhergeht: Die Befürworter von Enteignung scheinen sich wenig Gedanken darüber zu machen, wer Wohlstand eigentlich generiert. Sie sehen nur den Wohlstand, der aktuell vorhanden, aber nicht gerecht aufgeteilt ist. Klar kann man darüber nachdenken, den Wohlhabenden ihren Reichtum zu nehmen, um ihn gerecht zu teilen. Aber es ist eine naive Gleichung, die am Ende nicht aufgeht. Denn wer das Leistungsprinzip aushebelt - und das passiert bei Enteignung - der schrottet den Motor, der Wohlstand generiert. Für einen kurzen Moment mag das Gerechtigkeitsgefühl aufleben - aber auf lange Sicht verlassen die Unternehmen solche Länder oder Städte und investieren woanders. Übrig bleiben die, die auf Umverteilung angewiesen sind oder es sich mit ihr bequem gemacht haben - aber es gibt immer weniger zum Umverteilen.

  • Der Anfang

    Die Stadt braucht massenhaft private Unternehmen, die am Gemeinwohl orientiert sind. Wie zum Beispiel Wohnungsgenossenschaften, kommunale Wohnungsgesellschaften oder radikal alternative Modelle wie das Mietshäusersyndikat. Die Politik sollte es sich zur Pflicht machen, diese nichtkapitalistischen privaten Investoren maximal zu ermuntern und zu unterstützen.



    Eine Wohnungspolitk, die sich der Marktlogik des Spätkapitalismus unterwirft, ist längst praktisch und moralisch gescheitert.



    Wenn RGR hier keine Änderung schafft, wird Berlin langfristig braun werden.

  • Simon Lübbers

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass selbst die Taz die neoliberale Legende vom Geld als knapper Ressource repliziert. Wie viel die Vergesellschaftung kostet, ist beinahe irrelevant. Es handelt sich dabei um eine finanzielle Transaktion, die nicht der Schuldenbremse unterliegt. Und diese rein politische Vorgabe ist das einzige, was die eigene Währung eines Staates für diesen künstlich verknappt. Kurz: Man kann vergesellschaften (oder theoretisch auch ganz normal kaufen) UND neue Wohnungen bauen. Für beides ist genug Geld da, egal wie viel es kostet.

    • PeterArt

      @Simon Lübbers:

      Karl Valentin: "Die Phönizier haben das Geld erfunden. Aber warum so wenig davon?"

    • Encantado

      @Simon Lübbers:

      "Ich finde es sehr bedauerlich, dass selbst die Taz die neoliberale Legende vom Geld als knapper Ressource repliziert."



      Immer wieder erstaunlich, dass nach wie vor geglaubt wird, Geld behielte seinen Wert, wenn es nicht eine knappe Ressource darstellt.



      "Für beides ist genug Geld da, egal wie viel es kostet."



      Klar, man kann solange Geld drucken, bis es weniger wert ist als das Papier, aus dem es besteht. Im Computerzeitalter sogar ohne Papier.



      Aber in einer realen Welt gibt es so etwas wie unendliche Wertschöpfung nicht.

      • Simon Lübbers

        @Encantado:

        Geld ist ja nicht grundsätzlich eine knappe Ressource. Nur Geld für bestimmte Zwecke. Andere Zwecke (Verteidigung) sind hingegen von der Schuldenbremse ausgenommen. Seit das so ist (2025) wurden allein dafür ja auch schon hunderte Milliarden in den nächsten Jahren verplant. Nach der Logik der Schuldenbremse hätte diese (nur politisch, aber nicht ökonomisch begründete) Komplettabschaffung ebendieser Bremse für einen Bereich schon längst zum Staatsbankrott führen müssen. Ist aber nicht passiert. Anderes Beispiel: Die USA haben anders als Deutschland einen fixen Höchstbetrag für Staatsschulden. Der wurde irgendwann eingeführt, weil sonst der Staat angeblich bankrott geht. Seit Jahrzehnten wird dieser Betrag aber alle paar Jahre überschritten und dann einfach erhöht. Dabei gibt es jedes Mal politische Spielchen zwischen den beiden Parteien und Shutdowns. Sobald man sich aber geeinigt und die Grenze erhöht hat, ist wieder Ruhe, bis die nächste Grenze gerissen wird. Zum Staatsbankrott ist es nie gekommen. Das ist doch der absolute Beweis, dass alle Schuldenbremsen völlig willkürliche politische Erfindungen sind und mit VWL nichts zu tun haben.

        • Encantado

          @Simon Lübbers:

          "...dass alle Schuldenbremsen völlig willkürliche politische Erfindungen sind und mit VWL nichts zu tun haben."



          Korrektur: die jeweilige Grenze, bei der gebremst wird, ist eher politischer Natur als von wirklichen Tatsachen gestützt.



          Daraus aber zu schlussfolgern, dass das alles Mumpitz ist und man Geld raushauen kann ohne dass der Arzt kommt, ist schlicht Unsinn. Das geht eine gewisse Zeitlang gut, und dann ist Feierabend.



          Schneeballsystem. Wenn Sie glauben, dauerhaft damit durchzukommen, werden Sie verlieren.

    • Walterismus

      @Simon Lübbers:

      Das ist halt keine neoliberale Legende, aber wenn man das natürlich wirklich glaubt, dann ist logisch dass man frustriert ist.



      Tut mir leid ihnen das sagen zu müssen, auch wenn Sie es wohl ignorieren werden, aber mit Ihrer Sicht auf Geld sind sie auf dem Holzweg.

      Das zu erklären, dass ist aber in 1200 Zeichen nicht möglich...

  • Sole Mio

    Es ändert vielleicht etwas für die 10% der Mieter die in einer der vergesellschafteten Wohnungen leben.



    Die anderen 90% haben nichts davon.

    Wenn von irgendetwas zu wenig auf dem Markt ist, dann steigt der Preis.



    Das ist nicht wegzudiskutieren.

    Baut mehr Wohnungen, am besten seriell, das ist das einzige was hilft.

    Die Schweiz hatte ein ähnliches Problem und mit massivem Neubau erfolgreich dagegen agiert!

  • Bolzkopf

    Ja, es gäbe viel bessere Alternativen.

    Aber die sind mit den derzeit Machthabenden nicht zu machen.



    Sei es eine wirksame Mietpreisbremse,



    wirksame Maßnamhen gegen organisierten Leerstand,



    Maßnahmen gegen überbordene Spekulationen oder auch nur die Vermeindung der öffentlichen Förderung von Luxusimmobilien.

    All dies sprengt den Rahmen der kommunalen Möglichkeiten und wird insbesondere mit den "Schwatten" und den "Gelben" auf Landes- oder Bundesebene niemals zu machen sein.

    Also ist Vergesellschaftung das einzige zur Verfügung stehende Mittel denn das was passieren muss ist ja völlig unstrittig.

  • Romilia

    Liebe Frau Frank,

    die reinen Baukosten für ein Mehrfamilienhaus liegen bei 2500/qm.



    Ganz ohne Schnickschnack. Und gut gerechnet.



    Und ganz ohne Neben- und Kreditkosten.



    Vom Grundstück nicht zu reden.



    Und dann rechnen Sie mit 20 Jahren und vergessen Sie nicht, dass sie in die Bude in 20 Jahren jede Menge rein stecken müssen.



    Bedenken Sie Mietausfälle, Zwangsräumungen, Insektenbefall - es gibt nichts, was es nicht gibt bei Mietern.



    Ich bin offen für Zahlen, die danach eine schwarze Null ergeben, wenigstens.

    • melly

      @Romilia:

      2500€ je Qm? Schön wär's! Die reinen Baukosten ohne Grundstück liegen eher zwischen 4000 und 5000€ je QM je nach Randbedingungen für normalen Wohnraum. Das ist die eine Hälfte des Problems. Die andere Hälfte ist der Mangel an Bauland. Selbst wenn es physisch verfügbar ist, wird es häufig politisch blockiert. Denn viele Bürger*innen, auch wenn sie sich über Wohnungsknappheit und hohe Mieten erregen, lehnen zugleich Neubau ab, ob in ihrem Hinterhof, als Hochhäuser oder auf stadtnahen Freiflächen. Solange jedoch diese Wasch-mir-den-Pelz-aber mach-mich-nicht-nass-Haltung vorherrscht, wird das Problem der Wohnungsknappheit nicht zu lösen sein. Die Vergesellschaftungsdebatte ist dabei eine Ablenkung, mit der man der eigenen linken Wählerklientel nach dem Munde redet und simulieren kann, etwas zu tun. Zugleich wird der zentralen, jedoch politisch brisanten Frage, wo das zusätzliches Bauland herkommen soll, ausgewichen.

  • rero

    „Neubau und Bestand gegeneinander auszuspielen ist jedoch Whataboutism, ein rhetorischer Kniff, um vom Problem der hohen Mieten abzulenken.“

    Nein, Whataboutismus ist das nicht.

    Ich erwarte ganz klar, dass der Senat beides hinkriegt.

  • Aurego

    Man kann's ja mal versuchen.

    Ich persönlich glaube nicht, dass eine rot-rot-grüne Berliner Landesregierung das hinbekommt. Zeitnah wird es schon gar nicht klappen. Es wird viele Jahre lang ein juristisches Hauen und Stechen darum geben.

    Was wäre denn eigentlich der Vorteil für uns?



    Nun, die privaten Immobilienkäufer und Vermieter Berliner Wohnungen würden sich wahrscheinlich einem wachsenden Angebot von Immobilienschnäppchen gegenüber sehen, denn viele der ganz großen Eigentümer werden versuchen, einen Teil ihrer Wohnungen zu versilbern, solange sie noch ordentliche Preise dafür erzielen. Durch ein größeres Angebot werden die Kaufpreise in Berlin möglicherweise leicht fallen. Das wird einige private Kleinvermieter in Schwierigkeiten bringen, die nach der 10-Jahres-Frist (die wohl erst einmal bestehen bleibt) den Verkauf von Wohnungen mit hohem Gewinn angepeilt hatten. Gut wäre es für wohlhabendere MieterInnen, die sich dann eventuell doch dazu aufraffen, ihre Wohnung einem der Immobilienkonzerne abzukaufen.

    Panik halte ich auf jeden Fall für völlig unangebracht. Bei diesem Vorhaben kann man sich an den Spielfeldrand stellen und dem bunten Treiben leicht schmunzelnd zuschauen.

  • Joe1967

    In einem Berliner Treppenhaus wartet eine Frau mit Gehaltsnachweis, Schufa-Auskunft und Arbeitsvertrag. Hinter der Tür läuft die Besichtigung. Sie ist Nummer zwölf. Auf der Fußmatte steht WILLKOMMEN. Sie stellt sich daneben.

    Anderswo wird über die Vergesellschaftung von 160.000 Wohnungen diskutiert. Die taz-Befürworterin sieht darin Vorteile für Mieter, selbst wenn die Mieten moderat steigen. Das klingt zunächst nach einem seltenen Geschäft: Man zahlt mehr und soll sich trotzdem freuen.

    Das ist nicht unmöglich. Öffentlicher Besitz kann Sicherheit schaffen. Aber kein neuer Name im Grundbuch macht aus zwölf Bewerbern elf.

    Auch die Befürworterin räumt ein, dass durch die Vergesellschaftung keine neue Wohnung entsteht. Neubau und Eigentumsfrage gegeneinander auszuspielen, nennt sie „Whataboutism“.

    Ein schönes Wort. Es muss nicht genehmigt, finanziert oder gebaut werden. Man kann es jederzeit zwischen zwei Menschen stellen, die dieselbe Wohnung brauchen.

    Dann öffnet sich die Tür. Die Frau richtet sich auf, lächelt, zeigt ihre Unterlagen. Die Maklerin sagt, man melde sich.

    Draußen wartet Nummer dreizehn.

    Mit „Whataboutism“ lässt sich keine Wohnungstür aufschließen.

    • Aurego

      @Joe1967:

      Komisch eigentlich, dass die Bevölkerung Berlins trotzdem weiterhin wächst, obwohl es kaum freie Wohnungen gibt.

      Bei der Vergesellschaftung geht es jedoch um die Bestandsmieten, die seit Jahren viel zu stark steigen. Es geht dabei nicht um die Schaffung von Wohnraum.

    • Budzylein

      @Joe1967:

      Sehr gute Darstellung.

      Immer wenn jemand sagt, das eine dürfe nicht gegen das andere "ausgespielt" werden, ist das ein Zeichen dafür, dass es Widersprüche gibt, für die er/sie keine Lösung finden kann. Also wird die Flucht nach vorn angetreten und einfach die Benennung der Widersprüche diskreditiert, womit dann das Problem rhetorisch weggezaubert ist. Aber eben nur rhetorisch. Denn wo es Konkurrenz gibt, in diesem Fall um knappen Wohnraum, werden alle, die miteinander konkurrieren, ganz von allein gegeneinander "ausgespielt", und zwar auch dann, wenn kein böser "Whataboutist" darauf hinweist.

  • behr Behr

    zum JA:



    Abstrakt argumentiert gibt es selbstverständlich gute Gründe dafür.



    Aber mit Floskeln wie „ der Marktlogik entziehen“ verdrängt man, dass auch der Staat/das Land Berlin sich eine teure Subvention des teilweise übernommenen Wohnungsbestandes nicht leisten kann.



    Und dafür wird die Höhe der Entschädigungssumme die alles entscheidende Kalkulationsgröße sein. Dass die Linke hier von Werten ausgeht, die zu hohen bilanziellen Verlusten bei den Wohnungskonzernen und auch den finanzierenden Banken führt



    und glaubt, das würden Gerichte mitmachen, ist mehr als naiv, die Bürger werden für „dumm verkauft“.

  • melly

    Das Thema ist völlig überbewertet und ideologisch aufgebauscht - von beiden Seiten. Ob die Wohnungen vergesellschaftet werden oder nicht, hat am Ende wahrscheinlich am Ende einen viel geringeren Effekt als Befürworter und Gegner behaupten. Für den rotrotgrünen Senat würde es bedeuten, dass er sich wahrscheinlich für Jahre mit diesem Thema verzettelt, anstatt die Dinge anzugehen, die wirklich was verändern würden. Wer die Wohnungsknappheit beseitigen will, muss zusätzlcihes Angebot schaffen. Das wirksamste Mittel dafür ist der Neubau, den den Senat massiv ausweiten müsste. Dabei ist es keine, die völlig unzureichenden Neubauten einseitig auf Sozialbau umzustellen, weil damit nur den Wenigen geholfen wäre, die darin wohnen, während drumherum die Lage unverändert bliebe. Es muss schon insgesamt deutlich mehr gebaut werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Staat mehr Bauland ermöglichen und gerne auch etliche Milliarden in die Hand nehmen, um zu unterstützen.

    • Encantado

      @melly:

      "Für den rotrotgrünen Senat würde es bedeuten, dass er sich wahrscheinlich für Jahre mit diesem Thema verzettelt..."



      Nicht nur. Außerdem würde er sich finanziell selber fesseln und knebeln.

  • Sam Spade

    "Ist die Vergesellschaftung von Wohnungen eine gute Idee?"

    Eine "Linke" Provinzposse sondergleichen. Da werden Luftschlösser konstruiert die rechtlich kaum durchsetzbar sein werden und nicht nur die internationalen Investoren vergraulen.

    Es gibt im deutschen und im europäischen Recht einen Eigentumsschutz und das Recht auf freien Kapitalverkehr.

    Dieser Rechtsschutz ist Grundlage der Anklagekriterien der meisten internationalen Investoren, die auf dem Berliner Immobilienmarkt immerhin 50% ausmachen.

    Zu den Statuten gehören sowohl völkerrechtliche Abkommen wie die Investitionsschutzverträge (BITs) von denen Deutschland einen ganzen Satz ratifiziert hat, als auch ein im nationalen Recht verankerter Schutz der Vermögenswerte vor staatlichen Zugriff.

    Die Statuten von Investoren von Amundi bis UBS Asset Management gleichen sich alle in der Hinsicht. Der norwegische Staatsfond der immerhin Immobilienwerte von 3 Mrd € in Berlin hält, schreibt in seinen Statuten sogar zwingend vor sich bei Verletzung des Eigentumschutz aus dem jeweiligen Markt zurück zu ziehen.

    Das es soweit gar nicht erst kommt, dafür dürfte dann das BVerfG, der EuGH oder ein Schiedsgericht sorgen.

  • Jürgen Meyer

    Neue Wohnungen sind kein Whataboutism und kein rhetorischer Kniff. Wenn es zuwenig Wohnungen gibt, dann sind mehr Wohnungen das einzige was hilft. Ich verstehe nicht, wie man das nicht verstehen kann! Wenn momentan sich 100 Wohnungssuchende um 1 Wohnung von anstellen, dann gehen 99 ohne Wohnung wieder Ins Hostel/zu ihren Freunden auf die Couch. Und da ist es ganz egal, ob die Wohnung dem Berliner Senat oer Vonovia gehört! Das einzige was den 99 Wohnungslosen hilft, wären 99 zusätzliche Wohnungen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Vergesellschaftung diese Misere noch verstärkt, denn die nächsten 10 Jahre werden sämtliche Leute, die in Berlin irgendetwas mit Wohnen/Bauen/Genehmigen/Regeln/Planen zu tun haben, sich mit dem Thema Vergesellschaftung und Regelung derselben beschäftigen. Neubau von Wohnungen dürfte im nächsten Jahrzehnt in Berlin kaum noch stattfinden. Berlin läuft auf die Wohnungsapokalypse zu.

    • SPD-Versteher

      @Jürgen Meyer:

      Die Firmen die vergesellschaftet werden, bauen eh fast gar nicht. Vonivia hat in den letzten 10 Jahren weniger als 20.000 Wohnungen gebaut, in ganz Deutschland.



      Das Land Berlin hat dagegen mehr als das doppelte allein in Berlin gebaut.

      Vonivia sagte 2019 im eigenen Risikobericht, dass Neubau schlecht für die Rendite des Bestandes sei.

      Diejenigen die man jetzt auf keinen Fall vergraulen soll, haben schon vorher nicht geholfen.

      Genossenschaften und kommunale Gesellschaften sind in dieser Branche einfach effektiver als private Konzerne. Bei Vonivia geht ja schon 160€ im Monat pro Wohnung für die Dividende flöten.

      Wohnen ist eben kein echter Markt und kann es auch nicht sein. Da kann man nicht einfach großräumig Grund und Boden ausweiten dadurch den Preis senken.

      • Birger Gerling

        @SPD-Versteher:

        Selbst die wenigen Wohnungen, die Vonovia gebaut hat, haben wenigstens etwas mehr an Wohnraum zur Verfügung gestellt.



        Gar nichts mehr ist viel weniger.

      • Jürgen Meyer

        @SPD-Versteher:

        Ich finde es schön, das wir einer Meinung sind: Das Problem ist, das zuwenig gebaut wird. Aber warum nimmt Berlin dann nicht die x Mrd in die Hand und baut 100.000 Wohnungen, anstatt einfach nur im Grundbuch von 100.000 bestehenden Wohnungen den Namen zu ändern?

  • Nordlicht4711

    Mein Hauptproblem ist die staatliche Willkür, die hier legitimiert werden soll. Es geht nicht um die Vergesellschaftung an sich, sondern um die Preisfestsetzung für knappe Güter durch Politiker – meiner Meinung nach wird hier eine Grenze überschritten.



    Mein zweites Problem ist die indirekte bundesweite Mithaftung von rund 80 Millionen Menschen, die sich aus der juristischen Auseinandersetzung ergibt. Dafür fehlt der Berliner Regierung schlichtweg die Legitimation.

    • Hans Dampf

      @Nordlicht4711:

      Richtig!

    • SPD-Versteher

      @Nordlicht4711:

      Der Staat setzt ja generell schon bei nicht marktförmigen Branchen die Preise. Gesundheit, Stromnetz, Schienennetz, Wassernetz, Pflege usw.

  • Hans Dampf

    Danke Marie Frank,



    endlich mal ein Bericht der beide Seiten der Medaille erwähnt. Es ist keinem geholfen, wenn man dieses Problem einseitig darstellt. Der Weg wir ein schwieriger sein. Dazu gehört eine objektive Betrachtung des Problems, wie sie es hier schon mal ganz ordentlich vorgetragen haben - Danke.

  • Josef 123

    "Denn das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar.": Schlicht und ergreifend: Eine falsche Behauptung. Es gibt ja noch nicht mal Eckpunkte, wieviel Kapital eigentlich notwendig ist, sondern nur Wunschvorstellungen.

    "Denn im Gegensatz zu den Milliarden für die Rüstung wird das Geld nicht einfach nur ausgegeben und fließt in die Taschen von Großunternehmen.": Äpfel und Birnen, das eine betrifft den Bund, das andere Berlin. Beides hat absolut nichts miteinander zu tun.

    "Das Land erhält etwas dafür: Vermögen in Form des Sachwerts der Wohnungen und eine ständige Einnahmequelle durch die Mieten, mit denen die Zinsen getilgt werden können.": Es müssen aber nicht nur die Zinsen getilgt werden sondern auch der Kredit selbst, außerdem braucht es zusätzliches Geld für laufend anfallende Reparaturen, allgemeine und energetische Sanierungen usw.

    So könnte man Satz für Satz kommentieren, aber dafür reichen die 1200 Zeichen nicht.

    • Michael M

      @Josef 123:

      Volle Zustimmung. Als im herzen Linker finde ich es auch mittlerweile nach über 40 Jahren auf diesem Planeten einfach faszinierend, wie sehr sich ideologisch verblendete Menschen die Realität zurechtbiegen wollen. (Rechts natürlich mindestens genauso aber da Links meine Seite ist fühle ich mich angehalten, erstmal vor meiner eigenen Tür zu kehren).

  • Tom Farmer

    160.000 Wohnungen die vermietet sind wechseln den Besitzer. Für viel Geld. Und: Wird derjenige der das Geld bekommt neue Wohnungen bauen nach dieser Erfahrung? Und wird derjenige der das Geld bezahlt hat noch mehr Geld aufbringen um Wohnungen zusätzlich zu bauen? Wohl kaum!



    Das Ergebnis:



    Es werden sich dann ggf. zukünftig eben statt 100 200 Leute bei Vermietungen bewerben.

    • uwe

      @Tom Farmer:

      "Wird derjenige der das Geld bekommt neue Wohnungen bauen nach dieser Erfahrung? "

      Warum nicht?



      Allerdings nicht in Berlin.



      Und seine Kollegen auch nicht.

    • Michael M

      @Tom Farmer:

      Kommt drauf an, wenn die Entschädigung hoch genug ist lohnt sich der Neubau und anschließende Verkauf/aktives sich enteignen lassen vielleicht ja sosehr, dass er finanziell attraktiv wird für die Unternehmen?

      • FriedrichHecker

        @Michael M:

        Dann ergeben sich aber ganz andere Entschädigungssummen als aktuell seitens DWE oder der potentiellen Berliner Regierung vorgesehen (und als finanzierbar angesehen)...

  • Pico

    Die Logik der Befürworter ist falsch. Die Mieteinnahmen sollen zur Tilgung genutzt werden. So weit, so schlecht. Denn es gibt ja auch Kosten und Sanierungen und oben drauf auch noch Modernisierungen. Vonovia & Co. werden wohl ab sofort kaum noch Geld reinstecken wollen. Und bis zu einem Urteil bleibt es in deren Händen. Zwischendurch auch verkaufbar, z.B. an jene die weniger als 10.000 Wohnungen in Berlin haben. Und verkaufbar zu Marktpreisen. Und dann sind es plötzlich noch weniger als 10.000 Wohnungen ...



    Fazit: Das wird ein Fiasko ...

  • Nachtsonne

    Nein vs Ja ist hier wie Realos gegen Fundis. Nicht-Berliner schauen interessiert zu, so ungefähr wie bei einem Autounfall. Viell3icht kann man ja etwas lernen. Abgesehen davon entlasten auch teure Wohnungen den gesamten Markt.

  • Nuklon

    Es gibt einen Mangel an Wohnungen. Keiner der beiden Autoren hat ein Konzept aufgezeigt das zu beheben. Die Vergesellschaftsbefürworterin gibt sogar zu das noch weniger Wohnungen im Bau damit werden könnten.



    Wer nur das Symptom, nicht die Ursache bekämpft, wird nicht gesund.

    • Arne Babenhauserheide

      @Nuklon:

      Eigentlich schon, der "gute Idee"-Beitrag: Verschiebung der Investitionen von hochpreisigen und dadurch renditestarken Wohnungen zu bezahlbarem Wohnraum.

      • uwe

        @Arne Babenhauserheide:

        umformuliert bedeutet Ihr Vorschlag "verschieben von Investitionen zu unrentablem und dadurch bezahlbarem Wohnraum"

        Und wie möchten Sie das anstellen?

        Bei Bau oder Kauf einer Mietimmo wären mir die Mietrenditen heute schon viel zu niedrig für all den Stress, den man sich damit einkauft. Da gibt es viele bessere Alternativen und wenn es denn unbedingt Vermietung sein soll, dann gibt es bessere Rechtsumgebungen.

        Letztere zu ändern, das könnte ein Ansatz in D sein. Aber dazu fehlt der Konsens und dauern würde das auch bis es wirkt.

      • Encantado

        @Arne Babenhauserheide:

        "Verschiebung der Investitionen von hochpreisigen und dadurch renditestarken Wohnungen zu bezahlbarem Wohnraum."



        Ja, aber wer macht das? Investitionen werden verstärkt bei renditestarken Anlagen getätigt. Unterbindet man das, gehen die Investitionen schlicht woandershin.

    • Descartes

      @Nuklon:

      Der Bestandsmieter findet eine Mietpreisbremse gut; ob neue Wohnungen gebaut werden ist ihm egal, denn er hat ja schon eine. Wer dagegen neu nach Berlin ziehen will sieht das anders, ist aber kein Wähler. Insofern verständlich dass vielen Vergesellschaftungsbefürwortern in Berlin relativ egal ist ob der Neubau leidet.

    • Profilbild

      @Nuklon:

      Och, bei einer jährlichen Ausschüttung von rund einer Milliarde Euro an Aktionäre könnte dieses Geld stattdessen in den Neubau von Wohnungen investiert werden.

    • Aurego

      @Nuklon:

      Für diejenigen, die bereits in Berlin wohnen - und das tun die Berliner WählerInnen - gibt es keinen "Mangel an Wohnungen". Sie verfügen ja schon über eine Wohnung in Berlin. Neubau brauchen sie nicht, wie man am Abstimmungsverhalten zum Tempelhofer Feld deutlich gesehen hat. Das Problem der BerlinerInnen sind eher die aggressiven Mieterhöhungen im Bestand, die ja tatsächlich stattfinden und u. a. von einigen der großen Konzerne getrieben werden. Ich sehe das ja an meinen eigenen Wohnungen in Berlin: Da der Berliner Mietspiegel weiterhin relativ stark steigt, kann ich die Bestandsmieten im Schnitt um fast 5% pro Jahr erhöhen. Ich brauche übrigens auch keinen Neubau, denn der würde nur den Wert meiner eigenen Wohnungen durch ein erhöhtes Angebot verwässern.



      Wer also braucht Neubau? Lediglich diejenigen, die nach Berlin ziehen wollen. Lassen wir diejenigen doch einfach bauen bzw. die neuen Wohnungen finanzieren. Da die Sterberate auch in Berlin inzwischen höher als die Geburtenrate ist, erklärt sich das Bevölkerungswachstum hauptsächlich durch Zuzug von außen.

      • Sisone

        @Aurego:

        Wer also braucht Neubau?

        Naja, zum Beispiel jeder erwachsen werdende in Berlin, der die Stadt nicht verlassen will (z.B. wegen Studien- oder Arbeitsplatz), aber auch nicht bis 35 bei Mama wohnen will. Zum Beispiel jeder, der eine Ausbildung oder ein Studium in Berlin beginnt. Es gibt inzwischen zunehmend häufig abgesagte Azubi-Stellen, weil der Auszubildende keine Wohnung findet, die nicht sein komplettes Azubi-Gehalt kostet.



        Berlin bietet 200.000 Studienplätze an; die Studenten müssen auch irgendwo wohnen können (bezahlbar!).



        Und wenn drei Kinder ausgezogen sind und die 4-Zimmer-Wohnung zu groß geworden ist, möchten sich vielleicht auch Eltern eine kleinere Wohnung nehmen, die sie aber nur zu höherer Miete finden, weil einfach kein Angebot besteht.







        Der Verweis auf das Tempelhofer Feld ist zwar richtig, aber der Volksentscheid war 2014 unter ganz anderen Vorzeichen. Ich bezweifle, dass ein Wiederholung heute das gleiche Ergebnis bringen würde.







        Der richtigste Satz von Ihnen ist: "Ich brauche übrigens auch keinen Neubau, denn der würde nur den Wert meiner eigenen Wohnungen durch ein erhöhtes Angebot verwässern."



        Daraus folgt nämlich: Neubau führt zur Mietsenkung für alle!

        • Aurego

          @Sisone:

          Für Studenten sollte man eher Studentenheime bauen und keine normalen Wohnungen nutzen. Das Problem, dass Studenten keine bezahlbaren Buden finden, gibt es übrigens schon seit Jahrhunderten. Da in Berlin mehr Menschen sterben, als geboren werden, werden Wohnungen auch wieder frei. Der Zuzug von außen übt den meisten Druck auf den Wohnungsmarkt aus. Dieser resultiert - auch - aus der Tatsache, dass in Berlin mehr Jobs entstehen, als Wohnraum neu entsteht. Aber das ist ja einer der Gründe für die Attraktivität Berlins.

          • Sisone

            @Aurego:

            Der Zuzug ist Tatsache und auch, dass mehr Jobs als Wohnraum entstehen, ist Tatsache. Da kann man doch nicht sagen, wir bräuchten nicht mehr Wohnungen. Natürlich auch Studentenheime. Dass das Problem schon "seit Jahrhunderten" besteht, macht es nicht besser.

    • Romilia

      @Nuklon:

      Ja, die Antwort ist Lauchhammer - da war ich letztens mal.



      Berlin ist schlicht überbevölkert.



      Für ein paar Milliarden bekommt man bestimmt ne Schnellbahn.

  • JeanK

    Wenn das Land Berlin was managt, wird es viel billiger: Beispiel Flughafen.

    • Aurego

      @JeanK:

      Da war das Land Berlin aber nur zu 37% beteiligt. Den Rest haben Brandenburg und der Bund beigesteuert.

      Man hätte den Bau des BER übrigens einfach als "Ausbau des Flughafens Schönefeld" bezeichnen sollen. Dann hätte kein Hahn danach gekräht.