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20.10.2026 , 21:39 Uhr
In einem Berliner Treppenhaus wartet eine Frau mit Gehaltsnachweis, Schufa-Auskunft und Arbeitsvertrag. Hinter der Tür läuft die Besichtigung. Sie ist Nummer zwölf. Auf der Fußmatte steht WILLKOMMEN. Sie stellt sich daneben.
Anderswo wird über die Vergesellschaftung von 160.000 Wohnungen diskutiert. Die taz-Befürworterin sieht darin Vorteile für Mieter, selbst wenn die Mieten moderat steigen. Das klingt zunächst nach einem seltenen Geschäft: Man zahlt mehr und soll sich trotzdem freuen.
Das ist nicht unmöglich. Öffentlicher Besitz kann Sicherheit schaffen. Aber kein neuer Name im Grundbuch macht aus zwölf Bewerbern elf.
Auch die Befürworterin räumt ein, dass durch die Vergesellschaftung keine neue Wohnung entsteht. Neubau und Eigentumsfrage gegeneinander auszuspielen, nennt sie „Whataboutism“.
Ein schönes Wort. Es muss nicht genehmigt, finanziert oder gebaut werden. Man kann es jederzeit zwischen zwei Menschen stellen, die dieselbe Wohnung brauchen.
Dann öffnet sich die Tür. Die Frau richtet sich auf, lächelt, zeigt ihre Unterlagen. Die Maklerin sagt, man melde sich.
Draußen wartet Nummer dreizehn.
Mit „Whataboutism“ lässt sich keine Wohnungstür aufschließen.
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