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meine Kommentare
16.05.2026 , 11:30 Uhr
"Wir retten das Klima im Alleingang auf eine möglichst teure Art." Unfug. Wirtschaftlich aufstrebende Nationen wie China sind heute schon wesentlich klimafreundlicher als wir.
"Wir holen Millionen von Flüchtlingen nach Deutschland zu Lasten der Mieter und Sozialsysteme." Wir HOLEN uns keinen einzigen Flüchtling. Das ist ein Teil des Problems. Die kommen von ganz alleine, weil wir ein Grundrecht auf Asyl haben. Wenn wir uns Leute HOLEN würden, dann wäre die Verteilung von Alter und Geschlecht bei den Geflüchteten eine ganz andere - wir spielen hier aber stattdessen "Survival of the fittest" und lassen die hier, die am ehesten den Weg überleben - und das sind überwiegend einsame junge Männer. Es gibt andere Migrationskonzepte, die aber im Ergebnis das Grundrecht auf Asyl in Deutschland abeschaffen würden und deshalb vielfach abgelehnt werden.
zum Beitrag16.05.2026 , 11:21 Uhr
So ein Unsinn. Die AfD ist das Problem. Wenn sie eine verfassungsfeindliche Partei ist - und ich bin der Ansicht, dass sie das eindeutig ist - dann muss sie verboten werden. Man rettet die Demokratie ganz sicher nicht, indem man jeder partikularen Quatschpartei Sitze in Land- und Bundestag sichert. Das einzige Ergebnis davon wäre, dass die AfD dann nicht allein, sondern mit ProDM, Bündnis Deutschland, Team Freiheit und der Heimat zusammen regieren müsste. Mir ist nicht klar, was das bringen soll.
zum Beitrag16.05.2026 , 11:18 Uhr
"Parteiverbot, die Legitimation wäre ja da, weil das Souverän Rechtskonservative, Rechtsradikale und Rechtsextreme eine signifikante Macht zuspricht, wird nicht beantragt." Das diese Begriffe für Sie gleichbedeutend zu sein scheinen, zeugt auch von einem fragwürdigen Demokratieverständnis. Rechtskonservative sind Teil des demokratischen Spektrums, Rechtsradikale und Rechtsextremisten nicht. Und wenn Sie glauben, "die Mitte und weniger die Nazis" hätten die Demokratie beendet, rate ich Ihnen dringend, ein Geschichtsbuch hinsichtlich der Frage zu konsultieren, welche Kräfte es waren, die damals die Macht übernahmen.
(Im Übrigen: "Ich habe nichts gegen die Mitte, aber...." ist ähnlich glaubwürdig wie: "Ich habe nichts gegen Ausländer, aber...")
zum Beitrag14.05.2026 , 18:53 Uhr
Moment: War es jetzt eine "Männerdemo" oder eine "All-Gender-Demo"? Beide Informationen finden sich im Artikel, und ich finde diese Informationen durchaus widersprüchlich.
zum Beitrag14.05.2026 , 18:47 Uhr
Ich verstehe das Problem nicht, sie können doch einfach immer so einkaufen, dass Sie immer exakt genug für 105 Scheiben Brot mit Schinken und Käse kaufen. Da müssen Sie eben ein bisschen mehr essen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen.
zum Beitrag13.05.2026 , 11:38 Uhr
Das ist doch kein sinnvolles Argument gegen meine Bedenken. Mit der gleichen Logik könnte ich mich dagegen aussprechen, Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung zu reduzieren, solange noch andere Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung offenbleiben.
zum Beitrag12.05.2026 , 19:12 Uhr
Ich meine gar nicht unbedingt nur klassische Korruption im Sinne von direkter Bestechung, denn auch die Abhängigkeit von Nebenjobs kann ja, je nach Beruf, durchaus zu Interessenkonflikten führen. Wenn ich z.B. für eine große Firma arbeite, deren wirtschaftliche Lage maßgeblich von der aktuellen Politik abhängt (was praktisch immer der Fall ist), dann bin ich ja auch beeinflussbar, selbst wenn ich es nicht sein möchte. Auch die anwaltliche Vertretung einer Firma kann diesbezüglich schon problematisch sein.
Insofern haben Sie völlig Recht.
zum Beitrag12.05.2026 , 19:08 Uhr
taz.de/Kuerzungen-...npolitik/!5946021/
taz.de/Elterngeld-...dienende/!5941934/
taz.de/Umstrittene...erzungen/!5942065/
Eine kurze Suche zum erstgenannten Themenkomplex ergibt alleine hier bei der Taz zwei Kolumnen, in denen unser Haushaltseinkommen als Kennzeichen dafür gewertet sind, das wir "reich" (erster Kommentar) oder "besonders reich" (zweiter Kommentar) sind. Im dritten Kommentar wäre ich gar "ein schlechter Vater", wenn ich gar auf die dumme Idee gekommen wäre, kurz nach Erreichen dieser Einkommenshöhe (die übrigens im Vergleich zu meinem vorherigen Einkommen einer Steigerung von deutlich über 50% entsprach) ein Kind zu bekommen und noch nicht sofort massive Rücklagen angespart hätte.
Für Sie mag das nach Paranoia klingen. Es ist aber eine real vorhandene Rhetorik, die auch gerne in der Praxis zum Tragen kommt - wie das Beispiel mit der Beitragsbemessungsgrenze zeigt.
zum Beitrag12.05.2026 , 18:54 Uhr
Mord zieht keine Strafe von 15 Jahren nach sich, sondern eine lebenslange Freiheitsstrafe - und zwar zwingend.
zum Beitrag12.05.2026 , 10:39 Uhr
Das finde ich schräg: der Begriff des "Patriarchats" soll "genau" sein (schließe ich daraus, das andere Formulierungen als "ungenau" abgelehnt werden)? Wie soll denn eine "patriarchale" Beziehung nachgewiesen werden? Und wann liegt diese vor - wenn der Mann als einziger arbeiten geht, wenn er gewalttätig wird, oder wie genau soll das dem Bestimmtheitsgrundsatz entsprechend ausgeführt werden? Das finde ich, ehrlich gesagt, nicht wirklich überzeugend.
Und ob eine Tötung im einzelnen aus "patriarchalem Besitzdenken" heraus erfolgte, dürfte im einzelnen schwer nachzuweisen sein - und wenn es tatsächlich nachweisbar ist, dürfte standardmäßig von niederen Beweggründen auszugehen sein. Ich verstehe nicht, was das bringen soll. Die Behauptung, Gerichte würden "aus Mitleid mit dem Täter" bei tatsächlich vorhandenen niederen Beweggründen diese trotzdem verneinen, finde ich zudem ziemlich populistisch, insbesondere, weil sie an keinem konkreten Fall belegt wird.
Das Strafrecht ist nicht der Ort, um politische "Zeichen zu setzen" oder seinen Abscheu gegenüber bestimmten Verbrechen auszudrücken, sondern um angemessene Strafen zu formulieren.
zum Beitrag12.05.2026 , 08:38 Uhr
Entschuldigung, aber: So ein Quark. Die Arbeit als Bundestagsabgeordnete*r ist, wenn man sie richtig ausführt, arbeitsintensiver, umfangreicher und geistig anstrengender als der Durchschnittsberuf und sollte auch höher vergütet werden. Die Geschichte hat gezeigt, dass eine zu schlechte Bezahlung von Abgeordneten letztendlich eine Einladung zur Korruption ist, weil diese dann nicht ausreichend Geld zurücklegen können, um für den Fall vorzusorgen, dass sie plötzlich ihr Mandat verlieren, was mit jeder Wahl passieren kann. Nicht in jedem Beruf kann man sofort danach wieder starten, und wenn man dann keine Rücklagen hat, verarmt man plötzlich. Das kann doch nicht das Ziel sein.
Wer ein konkretes historisches Beispiel will, sollte sich die sog. "Gilded Age" in den Vereinigten Staaten ansehen, in der Abgeordnete auf Bundesstaatenebene gar nicht (!) bezahlt wurden und Korruption so normal war, dass man als Idiot galt, wenn man sich nicht bestechen ließ.
zum Beitrag11.05.2026 , 15:18 Uhr
Wissen Sie, das ist eine tolle Rhetorik, die sich aber oft nicht bewahrheitet. Ich kann mich beispielsweise an zwei Fälle erinnern, in denen ich in der Taz als "superreich" bezeichnet wurde - einmal wegen des Elterngeldes (als beschlossen wurde, dieses ab einem gewissen Monatseinkommen zu stornieren), und einmal wegen der Anhebung des Spitzensteuersatzes. Ich bin aber weder Milliardär noch Millionär, und habe das entsprechende Einkommen nach langem Studium und weiterer Ausbildung mit Mitte 30 erreicht, nachdem ich vorher lange nichts oder sehr viel weniger verdient habe. Ich bin seitdem sehr vorsichtig, wenn Linke mir immer versichern, ich wäre mit Sicherheit nicht gemeint, wenn es um "Superreiche" geht - während sie mich z.B. als freiwillig Versicherten gleichzeitig weiter zum Deppen machen wollen, indem sie die Beitragsbemessungsgrenze anheben, ohne dafür wenigstens die Deckelung des Krankengeldes aufheben zu wollen.
zum Beitrag11.05.2026 , 15:13 Uhr
Man darf gerne "etwas versuchen". Es sollte aber etwas sinnvolles sein. Die meisten Länder auf der Welt, insbesondere der westlichen Welt, erheben keine Vermögenssteuer mehr. Diese Reform macht man gemeinsam rückgängig, oder man lässt es bleiben - sonst verliert man mehr, als man gewinnt.
zum Beitrag11.05.2026 , 15:12 Uhr
Die deutsche Wegzugssteuer erfasst nur einen Bruchteil der Vermögenswerte von Einzelpersonen (Anteile an Kapitalgesellschaften). Einen Großteil der Kapitalflucht würde das nicht verhindern. Und wenn man das "so gestaltet, dass auch ein Kapitalabfluss entsprechend besteuert wird", dann wird ein Großteil des potenziell abfließenden Kapitals eben vor Inkrafttreten dieser Steuerreform außer Landes geschafft.
zum Beitrag11.05.2026 , 08:31 Uhr
Eine Vermögenssteuer auf nationaler Ebene wäre, wie die zuletzt von der Linken beauftragte Studie zeigt, Unsinn. Frankreich hat dies vor ca. 10 Jahren versucht - erinnert sich noch jemand an die schöne Schlagzeile "Obelix wird Russe"? Besteuert man Vermögen, wird bewegliches Kapital aus dem Land geschafft. Das produziert nicht nur neue Ungerechtigkeiten, sondern hemmt auch Investitionen. Besser wäre eine vernünftig konzipierte Erbschaftssteuer - oder, wenn es denn eine Vermögenssteuer sein soll, eine gesamteuropäisch konzipierte, bei der ALLE (!) EU-Länder mitziehen müssen.
zum Beitrag11.05.2026 , 08:22 Uhr
Ich stimme dem Autoren zu. Als jemand, der sich selbst nicht als "Autofan" bezeichnen würde, kann ich nur sagen: Lebte ich in Berlin, hätte ich dem niemals zugestimmt. Eine bekanntermaßen chronisch überforderte Verwaltung, die es nicht einmal hinbekommt, eine Wahl richtig zu organisieren, soll als Zusatzaufgabe mal eben kurz für sämtliche (!) Einwohner des Innenstadtringes ein Register anlegen, auf dem die 12 Fahrten, die jeder machen darf, registriert sind? Dabei dann eine Meldestelle, um jede Fahrt registrieren zu können, und ein massives Polizeiaufgebot, das nötig wäre, um bei den Leuten einzeln nachzuprüfen, ob sie die Fahrt auch angemeldet haben? Von Sondergenehmigungsstellen, die Anträge auf mehr Fahrten wegen z.B. Pflege von Angehörigen bearbeiten, mal ganz zu schweigen.
Der Volksentscheid wäre eine Jobbeschaffungsmaßnahme für Mittzwanziger*innen, die nach dem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Studium eine attraktive Stelle im öffentlichen Dienst suchen. Der praktische Nutzen kann da nicht mithalten.
zum Beitrag11.05.2026 , 08:09 Uhr
Würde ihr Vorschlag umgesetzt, dürfte man schon den ersten Unfall erwarten, der passiert, weil die Elektronik die Autobahnauffahrt als Spielstraße interpretiert und eine unangekündigte Vollbremsung macht.
zum Beitrag08.05.2026 , 00:44 Uhr
Ich wundere mich, wie viele Kommentare hier wieder eine Rückbesinnung auf linke Politik fordern. Linke Politik ist unpopulär. Labour hat mit linken Spitzenkandidaten in den letzten 50 Jahren nichts gerissen, es waren immer nur die bösen, bösen, "neoliberalen" Mitte-Politiker, die tatsächlich gewinnen konnten. Starmer scheitert daran, dass er persönlich eine katastrophale Personalpolitik verantwortet hat und dies weiterhin tut - und er hat, wie viele andere Regierungschefs, keine Antwort auf die allgemeine Diskurszuspitzung und -verblödung, die dadurch zustande kommt, dass die sozialen Medien seit Corona den traditionellen Medien den Großteil der meinungsbildenden Wirkung entrissen haben.
zum Beitrag08.05.2026 , 00:40 Uhr
"Diese Fixierung der Politik auf die Börse verliert die Bedürfnisse der Bürger aus den Augen." Genau das ist eine Parole. Der Satz ist, näher analysiert, absolut nichtssagend. Die effektivste Politik gegen die Börse macht gerade Donald Trump, nur eben nicht mit Absicht.
Linke, die meinen, sie würden nicht genauso gerne plumpe Parolen verwenden wie die Gegenseite, sind auf dem Holzweg. "Kein Mensch ist illegal" ist letzten Endes nicht komplexer oder inhaltlich realistischer als "Festung Europa".
zum Beitrag08.05.2026 , 00:36 Uhr
Tony Blair hat alle seine Wahlen gewonnen, Gerhard Schröder wurde nach 7 Jahren überraschend knapp abgewählt und erzielte dabei ein höheres Ergebnis als jeder andere SPD-Kandidat (gendern leider nicht nötig) nach ihm.
zum Beitrag07.05.2026 , 19:20 Uhr
Nachtrag: Ich meine natürlich "kann diesbezüglich problematisch sein"
zum Beitrag07.05.2026 , 17:42 Uhr
Sie sagen hier mit vielen Worten sehr wenig substanzielles.
" Übrigens ist Rauchen auch nicht nachgewiesen physiologische Abhängigkeit und kaum jemand geht dafür ans Äußerste." Das ist schlicht falsch. Es gibt zahlreiche nachgewiesene physiologische Wirkungen, die Nikotin entfaltet, und die die Abhängigkeit plausibel erklären können. Lesen Sie z.B. hierzu das Kapitel zur Pharmakologie des Rauchens: www.dhs.de/fileadm...ngigkeit_BFREI.pdf
" Wieso konsumiert man denn überhaupt Zucker wenn er doch nachweislich nichts als schädlich ist?" Sie glauben gar nicht, wie seltsam diese Aussage für jemanden ist, der im Studium mal Biochemie gelernt hat. Zucker ist eine einfache, schnelle Energiequelle für Menschen. Die Energiebilanz für Zucker ist nicht sehr gut, aber Zucker kann schneller als andere Nährstoffe in Energie umgewandelt werden. "Nichts als schädlich" ist absurd.
" Diabetes ist also auch freie Entscheidung, falls man nicht damit geboren wird." Nein, Diabetes ist eine hauptsächlich genetisch bedingte Erkrankung, die im Falle von Typ 2 durch falsche Ernährung begünstigt werden kann.
zum Beitrag07.05.2026 , 15:48 Uhr
"Einmal geht es um den Wunsch des Gewillten, sterben zu wollen. Dieser sollte ihm gewährt werden." Das ist mir zu pauschal. Wenn jemand z.B. sagt: "Meine Familie sagt, ich würde ihr auf der Tasche liegen, also möchte ich gerne sterben, damit die es leichter haben" - sollte dieser "Wunsch" dann wirklich gewährt werden? Aktive Sterbehilfe ist immer auch etwas, was über dem Kopf von Leuten schwebt, die in schwierigen, aber prinzipiell lösbaren Situationen schweben. Bereits ärztlich assistierter Suizid kann diesbezüglich sein, aber bei aktiver Sterbehilfe sind die Hürden noch mal deutlich niedriger, weil die Leute sich nicht letzten Endes selbst töten müssen.
zum Beitrag06.05.2026 , 13:19 Uhr
Die Thematik ist sehr, sehr schwierig und hochkomplex. Ich persönlich finde jedoch, aus ärztlicher Sicht ist bei aktiver Sterbehilfe - also der direkten Verabreichung tödlicher Medikamente mit dem expliziten Ziel der Herbeiführung des Todes - durch den Arzt oder die Ärztin eine fundamentale Grenze überschritten. Das ist natürlich abzugrenzen von der Einstellung einer Therapie (z.B. dem Verzicht auf eine Magensonde oder auf eine Beatmung) oder der Inkaufnahme einer Lebensverkürzung als Nebeneffekt (z.B. der Verabreichung von Morphin im Sterbeprozess).
Ich kann den Sterbewunsch von terminal kranken Patient*innen durchaus nachvollziehen. Der Gedanke jedoch, als Arzt im Zweifel Patient*innen töten zu müssen, wäre für mich persönlich unerträglich, und ist für mich tatsächlich auch nur schwer mit dem "primum non nocere"-Grundsatz vereinbar. Das soll natürlich nicht die Menschen abwerten oder diffamieren, die hier dargestellt werden und das hier durchaus reflektiert beschreiben, ich sehe aber durchaus die Gefahr eines Dammbruches und des daraus folgend allzu leichtfertigen Rückzuges in den Tod als Ausweg aus einer schwierigen - auch ökonomisch schwierigen - Situation.
zum Beitrag06.05.2026 , 10:55 Uhr
Sorry, aber das glauben Sie doch selber nicht. "Fressen" ist normalerweise kein Wort, das in einem sachlichen Diskurs über das Verhalten von Menschen vorkommt. Im Grunde zeigen Sie gerade genau das Verhalten, das ich in meinem Ursprungskommentar kritisiere.
zum Beitrag05.05.2026 , 19:13 Uhr
Erstens: Wer entscheidet denn unter diesen Gesichtspunkten, wenn man ehrverletzend beschimpfen darf, und wen nicht? Die Grünen? Das Taz-Forum? Julian Reichelt? Wann ist die Schwelle erreicht, ab der "sich jemand nicht so anstellen soll"?
Zweitens: Habeck kann auch ganz gut austeilen. "Fetischhaftes Wurstgefresse" ist nun auch kein Beitrag zur Diskursabkühlung gewesen. Ob man ihn deshalb aber beschimpfen darf, ist eine andere Frage.
Drittens: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, worauf Sie mit dem "Aufzählen von Fakten" hier anspielen. Könnten Sie das bitte noch etwas weiter ausführen?
zum Beitrag05.05.2026 , 19:07 Uhr
Ich halte es nicht für respektlos gegenüber Sterbenden, Formulierungen in dieser Art zu verwenden. Ansonsten wäre es ja auch respektlos gegenüber Hypertonikern, wenn man sagen würde: "Wenn ich XYZ höre, krieg ich Blutdruck". Nicht alles, was auf etwas Bezug nimmt, ist dadurch respektlos den entsprechenden Personen gegenüber.
zum Beitrag05.05.2026 , 19:03 Uhr
Ich Dummerchen habe natürlich nur in Quellen wie DSM V (keine Zuckersucht) oder ICD-11 (keine Zuckersucht) geschaut, statt einfach zu googlen. Deshalb habe ich das nachgeholt. Erster Treffer: www.aok.de/pk/maga...-eine-zuckersucht/
Ich zitiere mal: "Bisher gibt es keine Studie, die eine Zuckersucht nachweisen konnte. Auch dass Süßes eine Sucht auslösen kann, gilt nicht als bewiesen. Dies liegt daran, dass man bei einer Sucht von einer physiologischen und psychologischen Abhängigkeit ausgehen muss. Typisch für eine Sucht ist außerdem, dass der Süchtige immer wieder versucht, Nachschub vom süchtig machenden Mittel zu bekommen, um die Entzugserscheinungen (zum Beispiel Schmerzen) zu verhindern – dafür ist er oft bereit, bis zum Äußersten zu gehen. Davon kann beim Zucker nicht die Rede sein."
zum Beitrag05.05.2026 , 06:16 Uhr
Man macht sich etwas vor, wenn man glaubt, Mélenchon sei es jemals darum gegangen, die extreme Rechte aufzuhalten. Er hat sich geweigert, im zweiten Wahlgang zur Wahl Macrons gegenüber Le Pen aufzurufen. Der Mann hat auch kein Interesse daran, die Linke zu vereinigen - außer unter seiner Fuchtel. Das merkt man schon daran, dass Menschen wie Rima Hassan, die trotz ihrer recht offenen Hamas-Sympathie in LFI noch gefeiert wird.
Hinzu kommt: Mélenchon ist ein EU-Gegner, ein privater Freund von Lafontaine und ein Russlandfreund. Er ist im Vergleich zu Bardella nicht die große Alternative, sondern die andere Kante des Hufeisens. Wäre ich Franzose und die Stichwahl wäre zwischen Mélenchon und Bardella, bliebe ich zuhause.
zum Beitrag04.05.2026 , 19:08 Uhr
Sorry, aber das ist Unsinn. Eine definierte Suchterkrankung für Zucker existiert - anders als für alle Substanzen, die wir als "Drogen" bezeichnen - nicht. Wenn man den Begriff auf alles erweitert, was ungesund für Menschen ist, aber von diesen gerne genutzt wird, dann kann man auch gleich Sofas als Drogen bezeichnen. Das erweitert den Begriff bis zur Sinnlosigkeit.
zum Beitrag04.05.2026 , 19:05 Uhr
Mal abgesehen davon, dass ich den Einwand, diese Redewendung sei "falsch", etwas pedantisch finde: "Schnappatmung" folgt oft dem Herzinfarkt und dem daraus folgenden Herzversagen. Da Aufregung akute Herzinfarkte auslösen kann, ergibt die Redensart auch in diesem Kontext Sinn: Jemand regt sich so sehr auf, dass er daran verstirbt.
zum Beitrag04.05.2026 , 18:59 Uhr
Nö, die Leute denken, die Politik würde sie unangemessen gängeln, und wenden sich ab oder wählen die AfD. Wenn Sie daran zurückdenken, wie sehr sich die Öffentlichkeit einst von einer (lächerlich geringfügigen) Forderung nach einem "Veggie Day" in Kantinen in Wallung bringen ließ, dann können Sie sich vielleicht ausmachen, wie die Reaktion auf einen tatsächlich signifikanten Eingriff dieser Art aussehen könnte.
zum Beitrag04.05.2026 , 16:33 Uhr
Das ist zwar ein durchaus interessanter Einwand, der aber mit der aktuellen Thematik sehr wenig zu tun hat, da die betreffenden Getränke, über die wir sprechen, meines Wissens nach kein Fett enthalten.
zum Beitrag04.05.2026 , 08:31 Uhr
Das sehe ich genauso. Ich finde es schon einigermaßen bedenklich, wie ganz gezielte staatliche Konsumsteuerung an einer Stelle, an der (anders als bei Zigaretten und Alkohol) nicht von einer klassischen Suchtentwicklung auszugehen ist und an der ein Konsum bereits durch Kinder und Jugendliche in problemlosem Umfang bereits jetzt möglich ist, gar nicht mehr groß hinterfragt wird. Die Grünen wollten vor kurzem die "neuen Liberalen" sein - davon scheint nicht viel übrigzubleiben. "Der Staat muss dich vor dir selber schützen" ist weder ein populäres, noch in einer Demokratie besonders überzeugendes Mantra.
zum Beitrag03.05.2026 , 20:35 Uhr
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass Artikel zum Thema "Politiker*innenbeleidigung" grundsätzlich völlig anders ausfallen, je nachdem, um welche*n Politiker*in es geht. Der Doppelton aus "Merz, hab dich nicht so" und "schlimme rechte Hetze im Netz gegen linke Politiker*innen muss endlich gestoppt werden" ist für mich schwer verdaulich.
Entweder ein*e Politiker*in muss ehrverletzende Angriffe einfach ertragen, oder nicht. Muss er oder sie dies, dann kann man sich gerne über Merz auf diese Art lustig machen - darf dann aber nicht wieder jammern, wenn z.B. ähnlich schlimme Dinge über Heidi Reichinnek oder Robert Habeck geäußert werden. Muss er oder sie dies NICHT ertragen, dann ist Häme gegenüber Merz in dieser Hinsicht völlig fehl am Platz.
P.S.: "Das war so um Ostern herum und jeder würde sofort an Ostereier denken." - Genau, und wenn Ikkimel immer wieder sagt, sie sei eine "Fotze", redet sie bestimmt breites bayrisch und meint, sie sei ein großer Mund.
zum Beitrag01.05.2026 , 19:41 Uhr
Das meine ich gar nicht. Wenn Leute, die sich nicht gut kennen, miteinander Sex haben, ist da natürlich ein sehr hohes Maß an Kommunikation nötig und sinnvoll. Ich will eher darauf hinaus, dass es bei Leuten, die z.B. seit Jahrzehnten zusammen sind, relativ normal ist, dass nicht jede einzelne Handlung besprochen werden muss. Deshalb fordert die geplante "Ja heißt ja"-Regelung ja auch keine "ausdrückliche" Zustimmung, sondern eine implizite reicht in der Regel aus, und darauf wollte ich hinaus.
zum Beitrag01.05.2026 , 19:36 Uhr
Schon klar. Dennoch ist es in einer Zeit, in der "Brüssel" oft als Regulierungsmonster gesehen wird und Rechte vielerorts antieuropäische Stimmung machen, aus meiner Sicht strategisch etwas ungeschickt, wenn man ausgerechnet bei diesem Thema öffentlichkeitswirksam Vorgaben macht - selbst wenn diese nicht bindend sind (können sie auch gar nicht sein, da Strafrecht in der EU komplett national geregelt wird). Aber es gibt sicherlich schlimmere Fehler, die kommunikativ gemacht werden, und inhaltlich ist der Vorstoß ja völlig in Ordnung.
zum Beitrag01.05.2026 , 19:32 Uhr
Ja, das klingt überzeugend. Wie gesagt, inhaltlich habe ich keinen Dissens mit "Ja heißt ja" - und was Sie vorbringen, klingt für mich plausibel. Vielleicht unterschätze ich tatsächlich, wie sehr sich das in der Praxis auswirkt - da die Regelung, denke ich, früher oder später kommen wird, werden wir es wahrscheinlich erleben.
zum Beitrag01.05.2026 , 12:46 Uhr
Das mit dem "ausdrücklichen" Ja ist so eine Sache. Wenn ich die Ansätze richtig verstanden habe, ist der Ansatz, dass ein zustimmendes Signal ausreichen KANN (abhängig vom konkreten Kontext). Es ist also kein "ausdrückliches" (also explizites) Ja nötig, sondern ein implizites. Ansonsten müsste man ja tatsächlich vor jeder einzelnen Handlung explizit nachfragen, was ziemlich unrealistisch wäre.
Ich habe kein Problem mit der "Ja heißt ja"-Regelung, glaube allerdings nicht, dass sie viel bringt - die meisten Fälle werden immer noch in "Aussage gegen Aussage"-Fällen enden, und von den wenigen Fällen abgesehen, in denen jemand tatsächlich durchgehend völlig "erstarrt" und weder verbal noch nonverbal eine Ablehnung zum Ausdruck bringen kann, dürfte die Regelung in den wenigsten Fällen einen entscheidenden Unterschied ausmachen.
Das sich jetzt die EU diesbezüglich engagiert, finde ich allerdings fragwürdig, denn eigentlich hat die EU kein Recht, ihren Staaten das Sexualstrafrecht vorzuschreiben.
zum Beitrag01.05.2026 , 10:17 Uhr
Das ist schon ein Statement: "Wer konservativen Journalismus will, kann ja Julia Ruhs anschauen" - und darunter ist ein Meinungsbeitrag verlinkt, in dem der (damals scheinbar dem Stand der Dinge entsprechende) Rauswurf von Julia Ruhs als "Qualitätssicherungsmaßnahme" bejubelt wird.
Es gibt zudem mehrere Studien, die zeigen, dass Journalist*innen deutlich überproportional progressiven Parteien zuneigen. Das muss man nicht generell für ein Problem halten, aber zumindest der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll eben das gesamte demokratische Meinungsspektrum abdecken - und wenn man sich mal anguckt, was für einen Wirbel dezidiert konservative Kommentare in der "Tagesschau" bis heute teilweise verursachen, dann sehe ich da durchaus ein gewisses Ungleichgewicht.
zum Beitrag28.04.2026 , 06:42 Uhr
"Denn sie klaut nicht beim unabhängigen Klamottenladen oder dem Restaurant von nebenan, sondern bei großen Unternehmen. Es ist also auch ein Versuch ein kleines bisschen Gerechtigkeit herzustellen." Wenn man dann nachts besser schlafen kann. Ich bin mir sicher, einige der CumEx-Banker werden sich untereinander auch erzählt haben, dass sie das Geld ja niemandem wegnehmen, sondern nur verhindern, dass der "böse Staat" es ihnen wegnimmt. Wenn man "Gerechtigkeit herstellen" wollte, würde man das Geklaute an die Tafel spenden. Macht komischerweise keiner.
Linke reden in der Regel davon, dass sie in einer regelbasierten Welt leben wollen, in der Reiche tatsächlich an die Regeln gebunden sind. Das ist ein schönes Ziel. Wer aber selbst die Regeln (ohne echte Not) bricht, weil man gerne Dinge haben möchte, die man sich eigentlich nicht leisten kann, der kann sich nicht beklagen, wenn Andere das im Rahmen ihrer Möglichkeiten dann eben auch tun, wenn diese Möglichkeiten viel größer sind. Das zeigt für mich nur, dass die einzige Ungerechtigkeit, die viele empfinden, jene Ungerechtigkeit ist, dass sie selbst weniger bekommen, als sie "verdienen".
zum Beitrag27.04.2026 , 12:14 Uhr
Warum Sie hierfür spezifisch eine bedingte Wahrscheinlichkeit benötigen, verstehe ich nicht. Um zu berechnen, wie viele Prozent der Männer (nach Ihrer Definition) Täter sind, erfüllt es keinen zusätzlichen Zweck, die Wahrscheinlichkeit dafür, dass jemand ein Mann ist, als Bedingung in die Berechnung aufzunehmen. Wenn Sie von vornherein nur die Subpopulation "Mann" anschauen, können Sie die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die betrachtete Person ein Mann ist (=Bedingung) einfach mit 1 angeben und rauskürzen.
Selbst dann scheitern Sie aber am fundamentalen Problem, dass Sie die A-priori-Wahrscheinlichkeit für das Ereignis "Mann wird zum Täter" gar nicht seriös angeben können, weil Ihnen die Daten dazu schlicht fehlen - denn Sie können, wie schon vorher gesagt, die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis (P(A)) nicht einfach aus der Zahl der Opfer herleiten, weil diese Zahlen logisch nicht direkt zusammenhängen. Somit ist eine Berechnung anhand Ihrer Daten nicht seriös möglich.
zum Beitrag26.04.2026 , 22:05 Uhr
Welche konstruktive Selbstkritik kann ein Mann, der keine Straftaten begeht, aus diesem Kommentar herleiten?
zum Beitrag26.04.2026 , 21:55 Uhr
Männer stecken bei dieser Rhetorik in einem Catch 22 - verschweigen sie ihren Frust, sind sie toxische Männer ohne gesunde Prozesse zur Emotionsverarbeitung, äußern sie sich aber verletzt, sind sie fragile Männer, die sich nicht so anstellen sollen. So kann man auf beide Gruppen gleichzeitig herabblicken.
zum Beitrag26.04.2026 , 19:30 Uhr
"Da hapert es aber gewaltig an der Logik. Nur ein Beispiel: Wenn 2 von 3 Frauen in Deutschland sexuelle Belästigung erfahren haben, kann von einer Mehrheit von rechtschaffenden Männern in Deutschland kaum mehr die Rede sein."
Sie werfen jemandem vor, dass es an der Logik hapere, indem Sie einen logischen Fehlschluss begehen. Die Aussage: "Zwei Drittel aller Frauen haben sexuelle Belästigung durch Männer erfahren" sagt tatsächlich rein gar nichts über den Anteil der Männer aus, die diese Belästigungen begehen.
Um das mal an einem Gedankenexperiment zu illustrieren: Stellen Sie sich vor, hundert Frauen begegnen an einem Arbeitstag jeweils den gleichen insg. hundert Männern. Zufällig kommen alle diese hundert Frauen zu unterschiedlichen Zeitpunkten an diesem Tag an einer Mauer vorbei, auf der ein betrunkener Mann sitzt. Dieser belästigt alle vorbeigehenden Frauen sexuell (durch klassisches "Catcalling"). An diesem Tag haben im genannten Beispiel alle (!) erfassten Frauen sexuelle Belästigung durch Männer erfahren - der Anteil der Männer, die diese begangen haben, liegt jedoch bei einem Prozent.
zum Beitrag26.04.2026 , 17:16 Uhr
" Alle ergeben ein eindeutiges Bild. Die große Mehrheit der Männer hierzulande verhält sich alles andere als rechtschaffend."
Das ist schlicht unwahr, das folgt aus den Statistiken nicht. Laut verlinktem Artikel zur PKS gab es 2025 5,5 Millionen erfasste Fälle von schweren Gewalttaten in Deutschland. Nehmen wir mal an, jeder dieser Fälle wäre jeweils von einem einzelnen, immer anderen Täter tatsächlich begangen worden (was unwahrscheinlich ist). Nehmen wir zusätzlich (um die Rechnung zu vereinfachen) an, dass nicht 80%, sondern 100% der Täter Männer wären. Nehmen wir zudem an, dass das Dunkelfeld der nicht erfassten Fälle noch mal doppelt so hoch ist (also 11 Millionen), und das auch hier alle Taten jeweils von einem anderen Mann begangen wurden, insgesamt also 16,5 Millionen Männer eine schwere Straftat begangen hätten. Selbst in dieser (groben und für Männer absurd negativ überzeichneten) Statistik blieben von den 41,2 Millionen Männern in Deutschland immer noch eine deutliche Mehrheit (24,7 Millionen), die KEINE entsprechende Straftat begangen hätten. Über diese Mehrheit sagt diese Statistik - und auch die weiteren von Ihnen genannten Statistiken - schlicht nichts aus.
zum Beitrag26.04.2026 , 11:13 Uhr
Die Antwort auf Ihre rhetorische Frage lautet offenkundig "nein". Sie haben hier aber keinen "Bericht" verfasst, sondern einen "Kommentar", also nicht nur die Statistiken widergegeben, sondern Ihre Meinung hinzugefügt. Meine Kritik bezieht sich - aus meiner Sicht offenkundig - auf den Meinungsanteil und nicht auf die zugrundeliegende Statistik. Und dieser nutzt praktisch den gesamten Baukasten einer Sprache, die bei anderen in der Kriminalstatistik überrepräsentierten Gruppen in dieser Form so niemals akzeptabel wäre - würden Sie z.B. nicht Männer, sondern Migrant*innen oder Arbeitslose als "haarige Monster" bezeichnen, wäre dieser Kommentar hier nie erschienen, und das ist auch gut so.
Diese rohe Sprache ersetzt zudem keine Analyse, die für mich in diesem Kommentar nicht erkennbar über "Männer sind schlecht" hinausgeht.
zum Beitrag25.04.2026 , 20:29 Uhr
Die Taktik, Menschengruppen zu beschimpfen, und dann "Oh, da wurde wohl ein Nerv getroffen, mimimi!" zu rufen, wenn diese sich darüber beschweren, kenne ich ganz gut von den radikaleren Rechten. Krah und Höcke machen das z.B. gerne - ist eben eine beliebte Trolling-Taktik, wenn man in der Substanz verliert.
zum Beitrag25.04.2026 , 11:00 Uhr
Ich frage mich manchmal wirklich, wie manche Taz-Autor*innen einschätzen, wie ihre Artikel und Überschriften auf eine nicht bereits von einer spezifischen Richtung des Feminismus überzeugten Person wirken - oder ob sie dieses überhaupt interessiert. Ich glaube, vor einem jungen Mann, der liest, das Männer an sich alle schlimme Verbrecher sind, und sich denkt: "Ja, das ergibt Sinn", hätte ich mehr Angst, als vor einem jungen Mann, der darauf abgeschreckt und irritiert reagiert.
Man darf diese halbsatirischen Texte (die gerade genug Satire enthalten, um klar durchscheinen zu lassen, dass der Autor es im Kern eigentlich ernst meint) für die eigene Bubble ja schreiben. Meine persönliche Meinung ist aber, dass man dadurch die Welt ein bisschen schlechter macht, weil man jungen Männern dadurch vermittelt, dass die muskulösen Manosphere-Vollpfosten, die ihnen erzählen, dass Feminist*innen sie sowieso hassen und sie diese deshalb ignorieren sollten, damit nur bestätigt werden. Ironisch dabei ist, dass gegenüber dieser Gruppe immer wieder genau die Empathie völlig fehlt, die von Männern in diesen Artikeln (vorgeblich) eingefordert wird.
zum Beitrag24.04.2026 , 14:44 Uhr
Ich habe kein Problem damit, mein Selbstverständnis zu hinterfragen. Genausowenig habe ich ein Problem damit, patriarchale Strukturen und meinen Anteil an deren Aufrechterhaltung kritisch zu durchleuchten. Aber es gibt eine klare Grenze, und die ist überschritten, wenn Menschen kategorisch abgewertet werden. Wenn man sagt: "Man sollte sich von Männern fernhalten, weil diese statistisch gewalttätiger sind" ist eine "logische Schlussfolgerung", dann ist es: "Ich nähere mich Ausländern nicht, weil diese statistisch gewalttätiger sind" auch. Ich halte beides für holzschnittartig und plump.
Und "die Statistiken in den richtigen Kontext einzubetten und Ursachenforschung zu betreiben" ist ja genau das, was ich einfordere. Das ist aber nicht das, was jemand tut, der von "boysober" oder "Das Risiko Mann" spricht, denn wer das tut, schaut sich die Zahlen an und zieht die erste Schlussfolgerung, ohne genauer hinzusehen, und genau darauf will ich hinweisen.
zum Beitrag24.04.2026 , 11:31 Uhr
Ich will auch gerne einen starken Sozialstaat und dafür mehr bezahlen. Ich will darüber hinaus gerne reich sein, nicht mehr arbeiten müssen und jeden Tag lecker Steak essen.
Ich will das gar nicht übermäßig ins Lächerliche ziehen. Mich erinnert aber dieses Muster an die Umfragen zu Klimaschutz: Angeblich wollen alle mehr Geld bezahlen, um das Klima zu retten, wenn es aber ins Konkrete dient, dann ist plötzlich jedem das Hemd näher als die Hose.
Wenn man wirklich einen stärkeren Sozialstaat will (und das will ich zum Beispiel), dann benötigt es eine Partei, die ein tragfähiges und konkretes Konzept vorlegt, also klar sagt, wer wie viel mehr für was bezahlen soll. Und wenn diese Partei dann keiner wählt - eine Erfahrung, die gerade die SPD immer wieder machen musste - dann darf man sich dann aber auch nicht einfach nur an diese Studien klammern und sagen, eigentlich wollten die Leute ja was ganz Anderes als das, was sie immer wieder gewählt haben. (Und bitte komme mir jetzt keiner mit der Linken, die versucht gar nicht erst, ihre Konzepte realitätstauglich zu machen, weil sie gar nicht regieren will).
zum Beitrag24.04.2026 , 09:57 Uhr
Das sehe ich genau wie Sie, und auf der Ebene zu diskutieren, macht mir auch nichts aus. Ich habe selbst im persönlichen und beruflichen Umfeld genug Sexismus gegenüber jungen Frauen erlebt, um das auch für dringend notwendig zu halten, diesen zu thematisieren und zu überwinden. Patriarchale Strukturen sind in unserer Gesellschaft offenkundig vorhanden, und ich habe mit Sicherheit auch schon von diesen profitiert - und das ist ein Problem.
Wenn aber die Ebene erreicht wird, wo aber einfach nur immer wieder plump "Das Risiko Mann" geschrieben wird, dann bin ich eben raus, denn ich finde das weder differenziert genug noch konstruktiv. Das Hinterfragen von Privilegien darf nicht mit der pauschalen Abwertung der privilegierten Menschen einhergehen.
zum Beitrag24.04.2026 , 07:26 Uhr
Ich kann dazu nur sagen: Ich habe dieses Art zu diskutieren langsam satt und die hundert Artikel und Kommentare zur Frage, ob der Mann an sich ein Ungeheuer sind, tragen sicher nicht dazu bei, mich damit weiter auseinandersetzen zu wollen. Und, nur, um das mal zu bemerken: "Peglow spricht von Statistiken – und die sprechen nun mal nicht für die Männer. Wer das nicht aushält, ist selbst Teil des Problems." Wenn man das so banal runterbricht, sprechen die Statistiken auch nicht für schwarze Menschen in Amerika oder Migrant*innen in Deutschland. Das man diese vulgäre, oberflächliche Statistikanalyse mit Zähnen und Klauen bekämpft, wenn es um diese Gruppen geht, aber beim Thema "Männer" plötzlich immer wieder hervorholt, provoziert bei mir nur ein Kopfschütteln. Wenn man wirklich daran interessiert ist, die Situation zu verbessern, muss man mit dem Mikroskop hinschauen und nicht mit den Scheuklappen.
Ich werde jedenfalls nicht anfangen, mich für etwas zu schämen, was ich nicht beeinflussen kann - genausowenig wie es Schwarze in Amerika oder Migrant*innen in Deutschland sollten.
zum Beitrag23.04.2026 , 17:05 Uhr
Das ist eine verdrehte Widergabe der Tatsache. Die Republikanische Partei hat in mehreren Bundesstaaten massives Gerrymandering betrieben, um sich der Repräsentation ihrer politischen Gegnern zu entledigen. Jetzt gab es in den Bundesstaaten Kalifornien und Virginia als Reaktion (!!!) darauf eine Reform der Wahlkreise, die dieses Gerrymandering mit gleichen Mitteln bekämpft - während die Demokraten im Kongress einen Gesetzesvorschlag unterbreiten, der das Gerrymandering durch Parteien regulieren soll, aber von den Republikanern seit Jahren blockiert wird. Das hier ist KEIN "beide Parteien"-Problem, außer, man erwartet von den Demokraten ernsthaft, dass sie auf die Entdemokratisierungsversuche der Republikaner mit dem gehobenen Zeigefinger und einem entschiedenen: "Oh, das macht man aber nicht!" reagieren.
zum Beitrag23.04.2026 , 12:06 Uhr
Die aus meiner Sicht richtige Reaktion ist das, was die Amadeu-Antonio-Stiftung auch getan hat: Das Projekt vorerst einstellen, sich entschuldigen, und den Vorfall aufarbeiten. Alles darunter wäre aus meiner Sicht zu wenig gewesen.
Und dass man sich bei der AfD über den Vorfall gefreut haben dürfte, weil er die Möglichkeit bietet, mal wieder gegen Queere zu hetzen, steht auch außer Frage. Aber das sollte einen nicht "mannschaftssportartig" dazu bringen, dann den Vorfall selbst zu verharmlosen, nur, weil Rechte ihn ausnutzen.
zum Beitrag23.04.2026 , 12:02 Uhr
Sie spielen hier Wortspiele. Wenn verantwortliches Personal in der Schule Material austeilt, dann zeigt sie dadurch den Schüler*innen dieses Material. Und laut Artikel ist genau das passiert. Ganz unaufgeregt und sachlich.
Dass die Verantwortlichen angemessen reagiert haben, habe ich in meinem Kommentar schon geschrieben.
zum Beitrag23.04.2026 , 11:58 Uhr
Wir befinden uns aber nicht in Norwegen, der Schweiz, Schweden oder Dänemark, sondern in einem Land, in dem Pornographie ab 18 freigegeben ist und Leute ihre Kinder mit der Erwartung an die Schule schicken, dass diese dort ebensowenig pornographische Inhalte gezeigt bekommen wie die "Saw"-Filme oder "Human Centipede".
Und es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ein*e Jugendliche*r sich aus eigenem Antrieb heraus verbotenerweise Pornos anschaut, oder ob diese in der Schule durch verantwortliches Personal verfügbar gemacht werden. Ich glaube, darauf können wir uns einigen.
zum Beitrag22.04.2026 , 09:26 Uhr
Liebe Mitkommentator*innen,
man muss wirklich nicht jeden Mist verteidigen, nur, weil die Protagonist*innen auf der "richtigen" Seite stehen oder einem sympathisch sind. Minderjährigen in der Schule Pornos zu zeigen ist so offenkundig inakzeptabel, dass man sich das Schreiben von Kommentaren der Marke: "Stellt euch nicht so an" wirklich verkneifen sollte. Die Reaktion der Amadeu-Antonio-Stiftung, dem Projekt sofort die Finanzierung zu streichen und sich für den Vorfall zu entschuldigen, ist völlig angemessen.
P.S.: Damit keiner damit hier ankommt, ist es vielleicht eine wichtige Zusatzinformation, dass das hier beschriebene Projekt NICHT durch das "Demokratie leben"-Programm (und somit durch öffentliche Fördermittel) gefördert wurde.
zum Beitrag20.04.2026 , 22:12 Uhr
Entschuldigung, aber bei Geld, das bereits regelmäßig gezahlt wird, ist "das Geld gibt es gar nicht, wo wollen Sie das herzaubern" ein sehr seltsames Argument. Der Unterschied ist nur, wer die Zeche zahlt - die gesetzlich Versicherten oder alle Steuerzahler.
Ich habe da eine klare Präferenz.
zum Beitrag20.04.2026 , 20:17 Uhr
"Außerdem traut er sich an ein Problem, das allen reichen Ländern gemein ist: Einwanderer ohne Papiere. Während überall in der EU auch die Sozialdemokratie nicht davor zurückschreckt, von härterem Vorgehen gegen Immigranten zu reden." Die undokumentierten Einwanderer in Spanien sind überwiegend katholische Lateinamerikaner*innen mit spanischer Muttersprache. Das ist ein bisschen eine andere Hausnummer als Menschen, die aus völlig anderen Kulturkreisen kommen und eine völlig andere Sprache sprechen.
zum Beitrag18.04.2026 , 15:41 Uhr
Wenn Menschen nicht vor der Trennung zum Therapeuten gehen, dann kann man da auch nicht "ansetzen". Sie können ja nicht auf Verdacht bei allen Familien einfach klingeln und fragen: "Guten Tag, brauchen Sie Familientherapie?".
Die niedrige Geburtenrate ist zudem ein globales Phänomen, dass mit sinkender Kindersterblichkeit überall zu finden ist.
zum Beitrag18.04.2026 , 10:03 Uhr
Dass dieser Grundsatz rein rechtlich längst besteht, ist mir natürlich bewusst, ich behaupte aber, dieser Grundsatz war immer nur ein de jure-Grundsatz, an den sich zu keinem Zeitpunkt gehalten wurde. Die Sowjetunion hat quasi von Tag 1 an diesen Grundsatz ignoriert, indem sie alles dafür getan hat, die Souveränität der späteren Ostblock-Staaten den eigenen Interessen unterzuordnen. Die Amerikaner und Briten mit ihren Interventionen in z.B. Guatemala oder Persien waren nicht zimperlicher. Und das Problem mit dem vorgesehenen Durchsetzungsmechanismus ist aus meiner Sicht, dass er in der überwiegenden Mehrheit der Fälle nicht funktioniert - und wenn er es doch mal tut, dann naturgemäß immer nur dann, wenn die Großmächte nicht direkt involviert sind. Das Vetorecht der Großmächte im Sicherheitsrat stellt dies sicher, und dieses Vetorecht will niemand aufheben, um sich nicht selbst zu schaden. Das Problem ist, dass, solange Staaten Interessen haben - und diese überschneiden sich in Demokratien erstaunlich oft, wenn auch nicht immer, mit den Interessen ihrer Bevölkerung - ein Völkerrecht, wie hier entworfen, keinen realen Bestand haben wird, sondern ein schönes Konzept ohne Macht bleibt.
zum Beitrag18.04.2026 , 09:57 Uhr
Das Problem ist in Deutschland, dass an sehr vielen Stellen einfach bei der Verkehrsplanung überhaupt nicht auf verschiedene Verkehrsmittel Rücksicht genommen wurde. Hier in meiner Stadt gibt es ein paar Kurven, bei denen man einfach an schlecht übersichtlichen Stellen quer über den Fahrradweg fahren muss, um dort entlang zu kommen. Ich habe da jedes Mal Bammel, wenn ich da rüberfahre - auch wenn ich sehr aufmerksam gucke. Tempo 30 würde da nicht helfen, es bräuchte an vielen Stellen auch einfach sicherere Fahrbahnführung und eine klarere Trennung von Radwegen, wie ich es vielerorts aus meiner Geburtsstadt Hannover kenne.
zum Beitrag18.04.2026 , 09:52 Uhr
Vorab: Ich verstehe Ihre Sorge um Ihren Sohn.
Sie müssten allerdings jetzt bitte noch erklären, was ein Abbiegeunfall eines LKWs mit der Forderung nach Tempo 30 flächendeckend zu tun hat. Ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, dass der LKW beim Abbiegen mehr als 30 fuhr. Diese klassischen Abbiegeunfälle durch LKWs sind IMMER eine Gefahr.
zum Beitrag18.04.2026 , 09:36 Uhr
Als Mittrekkie hoffe ich bei Ihrem Nickname, dass Sie gerne ein "einfacher Schneider" werden wollen - und wünsche Ihnen so oder so alles Gute!
zum Beitrag18.04.2026 , 00:34 Uhr
Naja, ich glaube, als jemand, der selbst Medizin studiert hat, kann ich mir erlauben, zu sagen, dass das für jemanden, der halbwegs fleißig ist, schon auch ohne Liebe und Begeisterung ganz gut möglich ist. Das Studium ist zwar sehr arbeitsintensiv, aber ansonsten eher leichter als naturwissenschaftliche Studiengänge. Man muss eben viel büffeln, dann kommt man durch. Und die Spezies "Arztkind aus Arztfamilie soll Praxis von Mama/Papa übernehmen" trifft man im Medizinstudium durchaus öfter an.
zum Beitrag17.04.2026 , 21:01 Uhr
Ja, volle Zustimmung. Eine Kürzung der Mittel für Kinder und Jugendliche ist schon alleine volkswirtschaftlich kurzsichtig - von der Gerechtigkeitsproblematik, wenn man gerade bei den Alleinerziehenden kürzt, mal ganz abgesehen.
zum Beitrag17.04.2026 , 20:59 Uhr
"Dass das eine schräge Haltung für Linke ist, sollte klar sein."
Das finde ich eine durchaus interessante Schlussfolgerung, vor allem angesichts dessen, dass diese "Verteidigung des Porschefahrens" ebenfalls fleißig in der Taz stattfand: taz.de/Shitstorm-u...ine-Wahl/!6109228/
zum Beitrag17.04.2026 , 20:35 Uhr
Ich habe sehr konkrete Kritikpunkte genannt. Sie kommen mir jetzt als Antwort quasi mit: "Oh, sind Sie etwa getriggert?". Das finde ich ein bisschen schwach.
Es gibt in diesem Land viele Leute, die aus armen Verhältnissen kommen, und bei denen das "Zocken" mit der Chance zu studieren weniger attraktiv ist, weil das Leben in Armut keine theoretische Möglichkeit ist, sondern eben lange gelebte Realität. Den Leuten das noch zum Vorwurf zu machen (und ihnen nebenbei zu unterstellen, sie könnten nicht kritisch denken) halte ich für unangemessen. Wenn man aus einem Hintergrund kommt, wo man sich relativ sicher sein kann, so oder so nicht dauerhaft von Hartz IV leben zu müssen, dann sagt sich so was eben leichter.
zum Beitrag17.04.2026 , 14:41 Uhr
Also, grundsätzlich finde ich es sehr lobenswert, sich etwas mehr für das Prestige der (wichtigen!) Geistes- und Kulturwissenschaften einzusetzen. Der arrogante Ton dieser Kolumne ist jedoch äußerst unangenehm, da unterstellt wird, man könne "kritisch denken" nur durch ein Studium der Geisteswissenschaften erlernen. Das ist jedoch völlig weltfremd und im Endeffekt eine Herabwürdigung vieler kluger Menschen.
Mein persönlicher Eindruck ist hingegen, dass eine gewisse Interdisziplinarität hilfreich ist. Man kann deutlich intelligenter über z.B. die Ethik von Abtreibungen diskutieren, wenn man die zugrundeliegende Biologie ebenso versteht wie die relevanten ethischen Prinzipien und Maßstäbe. Das gleiche gilt für viele andere Sachen - die Frage, unter welchen Umständen eine Coronaimpfung sinnvoll ist, kann kein*e Geisteswissenschaftler*in ohne zusätzliche naturwissenschaftliche Kenntnisse kritisch evaluieren.
Mal abgesehen davon ist: "Folgt euren Träumen" ein Ratschlag, bei dem einem klar sein muss, dass er für viele Menschen nicht funktioniert. Wenn man ein familiäres Sicherheitsnetz hat, das einen im Zweifelsfall auffängt, ist das deutlich leichter, als wenn man das nicht hat.
zum Beitrag17.04.2026 , 14:33 Uhr
Kann ich genausowenig, wie Sie beweisen können, das ich existiere und nicht nur ein Figment Ihrer Vorstellungskraft bin, welche als Boltzmann-Gehirn in einem Labor herumliegt. Das ist ein Totschlagargument. Ich glaube, wir können uns durchaus darauf einigen, das menschliche Kunst eine emotionale Komponente hat, die KI - Stand jetzt - nicht einmal simulieren kann.
zum Beitrag17.04.2026 , 14:27 Uhr
Joa, ziemlich genau das meine ich weiter oben in meinem Kommentar: "Wieso sollte ICH solche Nachbarn neben MIR haben wollen, die nur das nachbarschaftliche Klima vergiften würden." - mit anderen Worten: Wenn die woanders wohnen, dann ist es nicht mein Problem. Als ob Nius, deren Wirkung zu 99% im Internet stattfindet, irgendwie dadurch eingeschränkt wäre, woanders hinziehen zu müssen. Finde ich weder sinnvoll noch links, dieses Denken.
zum Beitrag17.04.2026 , 11:02 Uhr
Hinzuzufügen ist, dass "Coach" kein geschützter Begriff ist, und jede*r Leser*in dieses Artikels sich nach dessen Lektüre daher ebenfalls "Zyklus-Coach*in" nennen dürfte. Insofern wäre diese Info durchaus entscheidend.
zum Beitrag17.04.2026 , 11:00 Uhr
Es gab nie ein "Völkerrecht der Gleichen", und das wird es auch niemals geben, es sei denn, alle Staaten der Erde schlössen sich in einem Mechanismus zusammen, der die Möglichkeit beinhaltet, Brüche des Völkerrechtes mit Gewalt zu ahnden. Das ist aber gar nicht realistisch, weil dafür das Potenzial einzelner Mächte, die Welt in ein Armageddon-Szenario zu stürzen, viel zu groß ist.
Zu glauben, man könne ein solches Völkerrecht erreichen, indem man globale soziale Gerechtigkeit befördert, klingt sehr nach altmarxistischer Romantik á la "Solidaritätslied" ("reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein"). Das Problem dabei ist, dass die Interessen der "Oligarchie" und die Interessen des Restes im Zweifel erstaunlich deckungsgleich sein können. Wenn Sie in Deutschland z.B. plötzlich den Zugang zu Öl deutlich erschweren (siehe aktuelles Szenario), ist es keineswegs die "Oligarchie", die darunter am meisten leidet. Genausowenig, wie nur "die Oligarchie" von den ungleichen Handelsbedingungen, die wir der sog. "dritten Welt" aufzwingen, profitiert - wer das glaubt, lügt sich in die Tasche. Die Oligarchie kann sich Bananen auch noch leisten, wenn sie 10€ statt 40 Cent kosten
zum Beitrag17.04.2026 , 09:12 Uhr
Schön, dass Sie die Frage gleich selbst beantworten. Ich selbst war noch nicht dort - habe aber mehrere gute Freunde, die dort in eher ländlichen Regionen wohnen, und frage in der Regel diese, wenn ich wissen will, wie dort etwas läuft.
zum Beitrag17.04.2026 , 09:11 Uhr
Genau darauf wollte ich hinaus, ja. Deshalb ja auch "mehr ÖPNV auf dem Land" etc. - und Carsharing auf dem Land fehlt es zum Teil einfach an Zuverlässigkeit, weil man sich eben nicht drauf verlassen kann, dass immer eins da ist, wenn man es braucht.
zum Beitrag16.04.2026 , 22:10 Uhr
Auch, wenn ich mich von der Linken als Partei inzwischen deutlich entfremdet habe, wünsche ich Herrn van Aken selbstverständlich alles Gute und eine gute Gesundheit - und glaube, dass es für die Linke ein Verlust ist, dass er sein Amt aufgibt.
zum Beitrag16.04.2026 , 18:03 Uhr
Singapur und Japan sind schon deshalb sehr schlechte Beispiele, weil diese ungleich dichter besiedelt sind als Deutschland. Singapur ist sogar auf Platz zwei der am dichtesten besiedelten unabhängigen Staaten der Welt (hinter Monaco). Solche Beispiele auf Deutschland zu übertragen ist, offen gesagt, ziemlich weltfremd.
Ich bin nicht gegen mehr ÖPNV und Carsharing auf dem Land. Ich bin, wie Sie, der Meinung, dass in dieser Hinsicht in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Aber bitte verzichten Sie doch auf solche Vergleiche.
zum Beitrag16.04.2026 , 14:41 Uhr
Nius ist in Kreuzberg genauso ein unangenehmes Hetzportal, wie es das in Buxtehude oder Hintertupfingen wäre. Solche Proteste haben etwas NIMBYhaftes, was letzten Endes Nius im besten Falle etwas nervt, ihnen aber auch die Chance gibt, sich mal wieder als Opfer zu inszenieren. Sollte man lieber lassen und lieber gegen Nius an sich protestieren.
zum Beitrag16.04.2026 , 13:41 Uhr
Schön zu sehen, dass die Grünen, die sich neuerdings als "Stimme des Liberalismus" sehen wollen, dies bei den eigenen Herzensangelegenheiten dann doch lieber nicht so genau nehmen. Das grundsätzliche Weigerungsrecht von Institutionen, Abtreibungen durchzuführen, kann man tatsächlich kritisch sehen - ich würde aber argumentieren, dass, von Sonderfällen wie in Lippstadt abgesehen, es eher selten vorkommt, dass ein*e Gynäkolog*in, der oder die unbedingt Abtreibungen anbieten möchte, dann in einem katholischen Krankenhaus arbeitet. Ich vermute deshalb, dass der Effekt einer solchen Maßnahme sich vielerorts nicht wesentlich auswirken wird - so dass dann als nächstes über das individuelle Weigerungsrecht diskutiert werden wird, schließlich darf man sich anderen medizinischen Maßnahmen auch nicht aus Gewissensgründen pauschal verweigern.
zum Beitrag16.04.2026 , 13:24 Uhr
Der Nachteil eines direkt steuerfinanzierten Gesundheitssystems ist, dass die Politik sehr viel direktere Einflussmöglichkeiten hat. Dann kann schnell so etwas rauskommen wie in Großbritannien, wo das Gesundheitssystem bewusst und dauerhaft unterfinanziert ist, sehr viel mehr als hier. Und wollen wir wirklich, dass eine Bundestagsmehrheit einfach entscheiden kann, dass es z.B. ab 75 Jahren keine neue Hüfte mehr gibt?
zum Beitrag13.04.2026 , 17:39 Uhr
Wenn Sie denken, dass Menschen, die bei Hochgeschwindigkeitsunfällen mangels Sitzgurt durch die Gegend geschleudert werden, "wirklich nur sich selbst gefährden", dann haben Sie nicht genug über das Thema nachgedacht. Ich hätte wenig Lust, bei einem Unfall einen meiner Mitmenschen ins Gesicht zu bekommen.
zum Beitrag12.04.2026 , 00:11 Uhr
Das ist im Iran nicht "im Moment" so, sondern seit 47 Jahren. Und solange dort die Mullahs regieren, wird das auch so bleiben. Das zu ändern, ist ungefähr so realistisch, als würden Sie den IS zu religiöser Toleranz auffordern.
zum Beitrag11.04.2026 , 12:01 Uhr
Weil den Iran die Siedler, die Nakba und das Rückkehrrecht nicht interessieren, genausowenig wie eine Zweistaatenlösung. Der Iran hat die Vernichtung Israels zum Ziel, und hat da nie einen Hehl draus gemacht. Zu glauben, man könnte den Iran jemals zu einer Zweistaatenlösung überreden, ist nicht nur jetzt, sondern auch perspektivisch illusorisch. In Israel ginge es mit der jetzigen Regierung auch nicht - aber dort könnte es zumindest zukünftig entsprechende Perspektiven geben.
zum Beitrag11.04.2026 , 11:44 Uhr
" Innerhalb der Grünen ist eine Kritik an der Ausbeutung des Globalen Südens mittlerweile ein No Go - wie auch an massiver Aufrüstung mit staatlichen Geld ohne Ende." Wie kommen Sie darauf? Die Kritik ist durchaus wahrnehmbar vorhanden. Sie kommen allerdings bei den Grünen mit Sprüchen der Marke: "WIR müssen endlich alle verzichten und dem globalen Süden weniger wegnehmen" nicht mehr weit, weil die Grünen jetzt in Regierungsverantwortung waren und eben verpflichtet waren, tatsächliche Forderungen auch in die Tat umzusetzen, was deren Affinität für Sprücheklopfen reduziert hat.
Und die Kritik an "massiver Aufrüstung mit staatlichem Geld ohne Ende" ist bei den Grünen deshalb nicht vorhanden, weil die Weltlage eine Situation ergeben hat, in der diese tatsächlich mehr oder weniger alternativlos ist - außer, man möchte sich zukünftig eben denen anschließen, die von den anderen Großmächten untergebuttert werden.
zum Beitrag11.04.2026 , 11:41 Uhr
Nur, um das klarzustellen: Die Grünen, auch die Berliner Grünen, sind natürlich keine kommunistische Partei, die gerne alles enteignen möchte. Was ich mit "dogmatische Enteignungsfans" meine, ist, dass die Befürwortung der staatlichen Übernahme der besprochenen Wohnungen etwas dogmatisches hat und eher ideologie- als zahlenbasiert gefordert wird.
zum Beitrag11.04.2026 , 11:39 Uhr
Ja, Liberalismus hat viele Seiten. Aber Frau Brantner und Herr Onay berufen sich im verlinkten Artikel selbst u.a. auf John Stuart Mill, den klassischen Gründervater des Liberalismus - und dieser hält das Recht auf Privateigentum für ein unumstößliches Grundrecht und stellt den Grundsatz auf, die Freiheit des Einzelnen sollte nur so weit staatlich reguliert werden, dass sie die Freiheit der Anderen nicht einschränkt - was einem immer noch viel Interpretationsspielraum gibt.
Selbst, wenn ich die wirtschaftliche Seite außen vor lasse, bin ich mir aber sicher, dass die Grünen auch gesellschaftlich diese Ansichten nicht im Grundsatz vertreten. Wenn es z.B. um die Verfolgung von Sexualstraftätern geht, sind die Grünen plötzlich auch gerne ganz obrigkeitsstaatlich (siehe Fr. Nietzard: "Die Unschuldsvermutung darf in einer progressiven Partei nicht gelten"). Hinzu kommt, dass die Grünen sehr viel eher bereit sind als die FDP, ihre gesellschaftliche Vision regulatorisch zu erzwingen (z.B. durch Frauen- und Minderheitenquoten).
Die Grünen sind sicher nicht illiberal - sie sind glaubwürdige Verteidiger der liberalen Demokratie. Aber als Stimme des Liberalismus sehe ich sie auch nicht.
zum Beitrag11.04.2026 , 00:18 Uhr
Ich bezog mich natürlich nicht auf lizensierte Rennfahrer in registrierten Rennen, sondern auf die Fahrer von illegalen Straßenrennen.
zum Beitrag10.04.2026 , 22:27 Uhr
Ich halte die Grünen im Kern nicht für eine liberale Partei. Das wollen sie, meinem Eindruck nach, auch gar nicht sein. Das Menschenbild passt einfach nicht - das Image als "Verbotspartei" ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Die Grünen, insbesondere die grüne Jugend, würden zudem wohl kaum das Recht auf Privateigentum an sich für fundamental wichtig halten, was nun mal eine der Grundlagen des Liberalismus ist (sonst wäre man, insbesondere in Berlin, nicht so ein dogmatischer Enteignungsfan).
Alle diese Ansichten sind völlig legitim, aber eben nicht liberal.
zum Beitrag10.04.2026 , 16:31 Uhr
Das ist doch ein völlig anderes Niveau. Wenn ich die Wahl hätte, ob mein 10-Jähriger eine Kippe, einen Schnaps oder eine Cola trinken dürfte, fiele mir die Wahl nicht schwer. Anders als bei den beiden Suchtmitteln ist ein unproblematischer Konsum im Kinder- und Jugendalter nämlich grundsätzlich möglich.
zum Beitrag09.04.2026 , 11:54 Uhr
Zu viel Obst ist auch ziemlich ungesund, da Obst auch ziemlich zuckerhaltig ist - und dann erst die Säfte!
Dass Fleischalternativen niedriger besteuert werden sollten, da stimme ich Ihnen völlig zu.
Aber mal im Ernst: Zur Regulierung von Alkohol und Tabak hat man das Argument des Schutzes anderer Menschen: Menschen, die viel Alkohol konsumieren, sind aggressiver, eher gewalttätig, und neigen eher dazu, andere Leute mit ihrem Konsum zu behelligen. Beim Tabak haben wir das Problem mit dem Passivrauchen, dem, meiner Erfahrung nach, gut 90% der Raucher*innen keinerlei Beachtung schenken (ich MUSS die Fluppe unbedingt direkt am Bahnsteig neben der Kindergruppe durchziehen, der Raucherbereich ist ja 20m weit weg!). Hinzu kommt bei beiden Mitteln die Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche sie in die Finger bekommen, bevor sie damit wirklich umgehen können.
Welches Argument gilt, um den Konsum ungesunder Lebensmittel staatlich zu regulieren?
zum Beitrag09.04.2026 , 10:31 Uhr
Da haben sie Recht. Ich bin deshalb dafür, für alles rote Fleisch eine Steuer von 200% einzuführen (ungesund, erhöht das Krebsrisiko), für Nudeln von 300% (zu viele Kohlenhydrate), für Obst und Fruchtsäfte von 200% (zu viel Zucker, den viele gar nicht auf dem Schirm haben), und wer sich im Urlaub mehr als 4 Stunden täglich draußen aufhalten will, muss einen Sonnenpass kaufen, um vor Hautkrebs geschützt zu werden. Wären alles Steuern und Abgaben zum Schutz der Gesundheit.
zum Beitrag09.04.2026 , 10:28 Uhr
Eines muss ich der Taz lassen: Je mehr ich sie lese, desto mehr verstehe ich, warum arme Menschen in der Vergangenheit öfters FDP gewählt haben.
Erstens: Es gibt für jeden erdenklichen Softdrink bereits eine zuckerfreie und eine zuckerreduzierte Version - Pepsi z.B. enthält sehr viel weniger Zucker und mehr Süßstoff als Coca Cola. Diese schmecken dadurch selbstverständlich aber auch anders Wer sich zuckerärmer ernähren will, ohne zu verzichten, kann das bereits tun.
Zweitens: Wenn die offene Hoffnung ist, dass die Hersteller ihre Rezepturen anpassen, dann heißt das im Ergebnis, die zuckerarmen Optionen existieren (teurer) weiter, die zuckerreichen sind dann einfach weg, dann schmeckt eben alles wie Pepsi, die dann zusätzlich noch teurer ist. Wer gerne die alte Rezeptur mag, bekommt sie wahrscheinlich dann schlicht nicht mehr, auch nicht für mehr Geld. Man nimmt im Ergebnis allen etwas weg, und sagt: "Vertraut mir, das ist gut für euch, ihr seid zu blöd, das selber hinzubekommen". Finde ich ziemlich daneben.
Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge wie z.B. strengere Regulierungen von Werbung für Zucker sind fein. Aber diese Art Maßnahme hat etwas paternalistisches.
zum Beitrag09.04.2026 , 10:21 Uhr
"Was bedeutet ziemlich ungenau?" Zum Beispiel, dass Baustellen nicht erkannt werden, dass Änderungen in der Geschwindigkeitsbegrenzung erst nach späteren "Updates" verfügbar werden, oder dass Geschwindigkeitsbegrenzungen falsch hinterlegt sind. Mein "High-End-Navi" behauptet seit Monaten, auf einer Straße außerorts, wo überall gut sichtbare Tempo 100-Schilder stehen, wäre Tempo 50 - wenn mich diese Systeme da gar nicht schneller fahren ließen, würde ich den Verkehr gefährden oder zumindest massiv aufhalten.
zum Beitrag09.04.2026 , 10:18 Uhr
Das Problem mit dem Entzug des Führerscheines ist, dass man in Deutschland so selten kontrolliert wird, das man wahrscheinlich lange ohne Führerschein rumfahren kann, ehe es jemals jemand merkt. Eine sinnvollere Handhabe - gerade bei der "Poser"- und Rennfahrerszene würde es mehr Sinn ergeben, die Handhaben zu erweitern, um bei Straftaten im Straßenverkehr die Autos der Täter konfiszieren zu können - das trifft diese oft härter, und andere Länder wie z.B. Österreich haben damit gute Erfahrungen gemacht.
zum Beitrag07.04.2026 , 23:17 Uhr
Das ständig wiederholte Narrativ mit den "einfachen Antworten", die die Rechten erfolgreich machen würden, überzeugt mich nicht. "Einfache Antworten" präsentiert die Linke gesellschaftlich nämlich auch zuhauf, diese verfangen aber bei weitem nicht so gut, insbesondere nicht aktuell.
zum Beitrag07.04.2026 , 18:39 Uhr
Aber ein internationaler Vergleich ist ja an dieser Stelle gar nicht zielführend, um die These, man könne seine Tochter nicht nach Hannover schicken, ohne, dass diese von einem Zuwanderer vergewaltigt wird, zu widerlegen. Wenn ich mich in jemanden hineinversetze, der sagt, Deutschland würde immer gefährlicher, und ich würde belegt bekommen, in den USA und Russland wäre es viel gefährlicher, würde das ja nicht beweisen, dass ich sicherer wäre - sondern nur, dass Leute woanders noch unsicherer leben.
Ich verstehe schon, dass es nicht Ihre Intention war, von der Überrepräsentation von Ausländern bei Vergewaltigungen abzulenken. Aber ich bin weiterhin der Ansicht, dass die Hinzunahme von Statistiken wie: "über 90% der Ausländer sind unverdächtig" die Argumentation insgesamt eher schwächt, weil Sie Thesen zu widerlegen versuchen, die in der konkreten Situation gar nicht aufgestellt wurden. Das kam in den bisherigen Kommentaren etwas schärfer rüber als intendiert, weil ich die Kommentare auf 1200 Zeichen kürzen und deshalb viele Abwägungen rauseditieren musste, das tut mir Leid. Positiv gesehen finde ich es gut, dass dieser Artikel existiert und finde ihn ansonsten auch gelungen.
zum Beitrag07.04.2026 , 12:26 Uhr
Ich sagte ja auch nicht, dass er darauf "nicht" einginge, sondern "kaum".
Zusammengefasst: Beißner behauptet, er würde seine Tochter nicht alleine in die Stadt lassen, weil dort so viele Vergewaltigungen passieren würden, und diese "überwiegend" durch "Zugereiste".
Relevant zur Widerlegung dieser These sind die Zahl der Vergewaltigungen und der Anteil an Nichtdeutschen Tatverdächtigen. Diese Zahlen hätten gezeigt, dass Beißners Tochter in dem von ihm dargestellten Szenario sehr wahrscheinlich nichts passieren würde, und dass Ausländer bei Sexualstraftaten zwar tatsächlich überrepräsentiert sind, aber nicht in dem Maße, wie Beißner behauptet.
Nichts zu tun mit dieser Problematik hat die Zahl der Tötungsdelikte - und auch nicht der Anteil an Ausländern, der nicht in der Kriminalstatistik als verdächtig auftaucht. Dass diese Zahlen hier trotzdem genannt werden, schwächt den Faktencheck eher, weil es wie ein Versuch erscheint, von der tatsächlichen Überrepräsentation von ausländischen Tatverdächtigen in diesem Bereich abzulenken. Beißner hat nämlich - zumindest in diesem Falle - gar nicht behauptet, dass "alle oder nur die Mehrheit der Ausländer Verbrecher sind".
zum Beitrag07.04.2026 , 10:40 Uhr
Korrektur: Ich meinte natürlich, wenn 40 % der Tatverdächtigen KEINE Deutschen sind, diese Gruppe aber nur ca. 15% der Bevölkerung ausmacht.
zum Beitrag06.04.2026 , 22:00 Uhr
Der Versuch, rechte Influencer komplett umzustimmen, ist etwas hanebüchen. Die haben ja an dem Punkt, wo sie viele Leute erreichen, schon ein wirtschaftliches Interesse, nicht ihre gesamte Einstellung zu verändern. Wichtiger ist da das Publikum.
Mal abgesehen davon, dass der Faktencheck hier, offen gesagt, qualitativ eher fragwürdig ist. "Beißners Behauptung ist falsch. 2024 waren laut Bundeskriminalamt rund 60 Prozent der Tatverdächtigen bei Vergewaltigungen Deutsche. Es ist in der Bundesrepublik auch nicht so unsicher, wie Beißner suggeriert: Deutschland gehörte 2023 laut dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung zu den Staaten mit den wenigsten vorsätzlichen Tötungsdelikten je Einwohner" - Beißner sprach aber laut Absatz davor gar nicht über Tötungsdelikte, sondern über Vergewaltigungen. Und wenn 40% der Tatverdächtigen in diesem Bereich Deutsche sind, diese aber nur ca. 15% der Bevölkerung ausmachen, dann ist das eine deutliche Überrepräsentation, auf die man in diesen Absätzen aber kaum eingeht.
Ein guter Faktencheck ist kurz, knapp und geht präzise auf die Behauptungen (die ja mehrfach tatsächlich schlicht falsch sind) ein.
zum Beitrag06.04.2026 , 11:32 Uhr
Na, dann wünsche ich viel Erfolg. Wenn das so einfach ist, dann ist das ja kein Problem. Ich könnte jetzt darauf hinweise, dass jeder meiner bisherigen Arbeitgeber, öffentlich wie privat, eigentlich immer mehrere offene Arztstellen hatte und die nicht besetzt bekam - aber die haben bestimmt nur nicht genug Osteuropäer*innen gefragt.
zum Beitrag05.04.2026 , 20:52 Uhr
Vorab: Ich bin auch für die Bürgerversicherung. Aber zu glauben, dann wäre plötzlich massig Geld da, ist illusorisch. Zuallererstmal würden die dann dringend notwendigen Strukturreformen viel Geld und Zeit kosten, bis man abschätzen könnte, ob und wie viel Geld das Ganze einbringt. Zumal das auch bedeuten würde, die Kosten, die jetzt für die Beihilfe für Beamte aus Steuermitteln bezahlt werden, auf die gesetzliche Krankenversicherung umzulegen - was diese auch durchaus zusätzlich belasten könnte. Alleine verlässliche Daten dazu zu generieren, könnte dauern.
zum Beitrag05.04.2026 , 10:26 Uhr
1.) Laut Bundesagentur für Arbeit liegt das Bruttomediangehalt von Apotheker*innen bei 5259€. web.arbeitsagentur...tatlas/beruf/58682 . Damit gehört man bei weitem nicht zu den "Spitzenverdienern des Landes".
2.) Klar kann man sagen, Ärzt*innen sitzen hier dick im Speck und es geht ihnen finanziell relativ gut. Die Vorschläge, die Ärzt*innen die Kosten für die steigenden Krankenkassenkosten tragen zu lassen, während man gleichzeitig noch eine schöne große Steuerreform zur Belastung der bösen Spitzenverdiener*innen durchboxt, ohne andererseits irgendwas an den in Deutschland teils sehr schlechten Arbeitsbedingungen für Ärzt*innen zu ändern, ist aber ein Rezept für verstärkten Ärztemangel. Es gibt genügend westliche Länder, in denen Ärzt*innen noch besser dastehen als in Deutschland - und in diese gehen viele in Deutschland studierte Ärzt*innen heute schon gerne.
zum Beitrag03.04.2026 , 21:17 Uhr
Ich wünsche den geschilderten jungen Frauen alles Gute und bin beeindruckt, wie erfolgreich diese ihr Leben trotz der offenkundig widrigen Umstände meistern.
zum Beitrag03.04.2026 , 21:07 Uhr
"Was für Marius die unangenehmste Gruppe aller stereotypen Reisegruppen ist, sind Frauen, die einfach mal ’nen Scheiß darauf geben, wie er sich gerade fühlt. Dann sind das aus seiner Perspektive auch noch ältere Frauen. Die könnten seine Mutter oder Großmutter sein, verhalten sich aber so gar nicht mütterlich oder großmütterlich. Sie kümmern sich um ihren eigenen Spaß und nicht um das Wohl anderer."
Die Implikation, dass es etwas Gutes sei, wenn Menschen sich um ihren eigenen Spaß und nicht um das Wohl anderer kümmern, finde ich ziemlich dystopisch. Wenn man das aufgrund der Identität der benannten Rücksichtslosen gutheißt, dann darf man sich bitte zukünftig nicht mehr über "hyperindividualistischen Neoliberalismus" beschweren.
Ich persönlich finde es völlig in Ordnung, sich - auch mal überzogen - über rücksichtsloses Verhalten zu ärgern. Egal, wer es an den Tag legt, und auch dann, wenn es noch schlimmere Gruppen gibt. Dafür kein Verständnis zu haben, finde ich, offen gesagt, etwas empathiedefizitär.
zum Beitrag02.04.2026 , 23:42 Uhr
Ein Unternehmen zu enteignen, dessen Anteile zu 100% dem Staat gehören, ist ein sinnvoller und zielführender politischer Vorschlag. Ich bin dafür! Und danach privatisieren wir die Herstellung von Coca Cola.
zum Beitrag01.04.2026 , 17:13 Uhr
" Besonders teuer für die Allgemeinheit sind Private Klinikketten, die sich PatientInnen mit bestimmten teuren Operationen aussuchen. Jede Klinik sollte verpflichtet werden, eine Notaufnahme anzubieten."
Bei allem Respekt: Das kann man wirklich nur vorschlagen, wenn man von der Materie gar keine Ahnung hat.
Wollen Sie wirklich, dass z.B. jede psychiatrische Klinik, jede Rehaklinik oder jede Spezialklinik auch noch eine Notaufnahme aufbauen muss? Das wäre viel Geld für eine mutmaßlich schlechte Versorgung mit hohem logistischen Aufwand (da fast alle Patient*innen dann sofort weiterverlegt werden müssten) und würde die Kosten massiv erhöhen, ohne irgendjemandem zu nützen.
zum Beitrag01.04.2026 , 17:10 Uhr
Ich finde auch, dass die Strafbarkeit des Schwarzfahrens abgeschafft werden sollte - die "Vertragsstrafe" und ein ggf. verhängtes Hausverbot sollten schwer genug wiegen, und das Einsperren von Leuten, die nicht zahlen können, ist weder menschlich akzeptabel noch sinnvoll.
Ich bin allerdings strikt dagegen, den ÖPNV dann kostenlos zu machen. Das führt letzten Endes dann zum Entlassen sämtlicher Kontrolleure und wahrscheinlich zum Sparen an Zugbegleitern, was bedeutet, dass das Bahnfahren schon deshalb weniger angenehm und sicher wird, dass man dann davon ausgehen kann, dass Bettelbanden, Abzocker oder auch schlicht Diebe verhältnismäßig leichtes Spiel haben. Mal abgesehen davon, dass es auch aus meiner Sicht kein richtig gutes Argument gibt, warum man die Nutzer*innen des ÖPNV nicht an dessen Kosten beteiligen sollte - sonst entsteht ein Loch in den Länderhaushalten, dass dann aus den Steuern von Leuten gestopft werden müsste, die den ÖPNV nicht nutzen können oder wollen.
zum Beitrag01.04.2026 , 12:21 Uhr
Ich hoffe, mindestens eine Diät fließt auch an die Oliver-Pocher-Gedenkstiftung für pointenbedürftige Komiker. Vielleicht wird der nächste Aprilscherz dann lustig.
zum Beitrag28.03.2026 , 20:09 Uhr
Danke für den maßvollen, nachdenklichen Kommentar. Das ganze wirkt, letzten Endes, in vieler Hinsicht wie ein Krieg gegen die gesamte moderne Zeit: Wissenschaft, objektiv überprüfbare Fakten, Minderheitenrechte, einfach alles, was irgendwelchen irren Macho-Selbstdarstellern nicht in den Kram passt, wird einfach abgeräumt - und immer mehr Leute machen den Unsinn mit. Es ist mir z.B. völlig unverständlich, wie in Baden-Württemberg 18% der Leute eine Partei gewählt haben, deren Spitzenkandidat von seiner persönlichen Integrität her mit "fragwürdig" deutlich zu freundlich umschrieben ist. Letzten Endes liegt meine Hoffnung darin, dass unsere liberale demokratische Kultur mit allen unseren verteidigungswürdigen Werten - wie den Rechten der Frau - noch existiert, wenn das Pendel wieder in vernünftigere Richtungen umschlägt. Ich hoffe, das tut es bald - denn das Beispiel USA zeigt, dass sowohl unsere Weltordnung als auch unsere Demokratie instabiler sind, als es die meisten dachten.
zum Beitrag28.03.2026 , 19:58 Uhr
Ich hoffe, Sie haben Recht. Die aktuellen Entwicklungen sind aber durchaus Anlass zur Sorge. Der aktuell vorherrschende Irrsinn übergroßer männlicher Egos ist eine große Gefahr. Und Frauenrechte können, wie die beklagenswerte Supreme Court-Entscheidung zur Abtreibung vor einigen Jahren zeigt, durchaus auch längerfristig zurückgedreht werden - wie einst die Rechte der Schwarzen nach dem US-Bürgerkrieg, die nach einer kurzen, hoffnungsvollen Phase schnell wieder weit zurückgedreht wurden und sich im Grunde bis heute davon nicht erholt haben.
zum Beitrag28.03.2026 , 17:19 Uhr
Freut mich, dass ich Sie zum Lachen bringen konnte. Ich würde gerne mitlachen, das Problem ist, dass der "Vergleich", den Sie benennen, in meinem Kommentar gar nicht vorhanden ist (ich erinnere mich nicht, mal irgendwas von oder mit Christian Ulmen gesehen zu haben, so dass ich zu seinen Werken gar nichts sagen kann).
Lassen Sie mich Ihnen mal mansplainen, was die kritisierte Passage und meine Antwort darauf aussagen sollen: Die Autorin sagt, die Trennung von Kunst und Künstler sei "Bullshit" - nicht in diesem Falle, nicht in manchen Fällen, sondern allgemein. Sie sagt zudem, dass Männer, die Flinta* in "Witzen, Liedern oder Filmen" (was ich mir erlaubt habe, als "Kunst" im Allgemeinen zu abstrahieren) "erniedrigen", diese Phantasien auch "in der Realität" haben (sie also in die Tat umsetzen möchten).
Deshalb habe ich Beispiele von Männern genannt, die in ihrer Kunst Dinge darstellen, die diese Definition entweder direkt oder indirekt (durch Darstellung von Gewalt gegen andere marginalisierte Gruppen, hier: Kinder) erfüllen. Denn wenn die These der Autorin stimmt, dann ist sie in jedem Fall gültig - ob der Autor nun Goethe oder Ulmen heißt - also unabhängig von deren Qualität.
zum Beitrag27.03.2026 , 22:25 Uhr
Nein, ich habe in meinem Kommentar ebenfalls darauf hingewiesen. Ich kann nur spekulieren, warum das so ist. Ich vermute, dass es daran liegt, dass sich der Fall in Berlin nicht so leicht in ein "Männer schlecht"-Narrativ pressen lässt, weil in diesem Fall laut Vorwurf des Jugendclubs eine Jugendamtsmitarbeiterin, die der Schirmherrschaft einer zuständigen Linken-Politikerin untersteht, die Vergewaltigung einer Minderjährigen unter den Teppich gekehrt haben soll. Das hieße im Ergebnis, Frauen, deren Aufgabe es gewesen wäre, hätten aus abwegigen Motiven beim Schutz eines Mädchens vor der Gewalt durch Männer (oder in diesem Falle mutmaßlich Jungen) absichtlich versagt. Das wäre eine Geschichte, die darauf hinweist, dass eine "Männer = Täter, Frauen = Opfer" Konstruktion zu simpel ist (so sie denn stimmt) - und das macht es natürlich schwerer, die Problematik sexueller Gewalt als Gesamtes zu einer ausschließlichen Problematik anderer Menschen (nämlich ausschließlich Männern) zu erklären.
zum Beitrag27.03.2026 , 15:47 Uhr
"Die Behauptung, man müsse Kunst und Künstler trennen, ist Bullshit. Wir müssen endlich aufhören „Satire“ und „Kunstfreiheit“ als Entschuldigung für Frauenhass zu missbrauchen. Männer, die Flinta* in Witzen, Liedern oder Filmen erniedrigen und entmenschlichen, haben diese Fantasien auch in der Realität. Sie sind es, die bloßgestellt werden müssen." Daraus folgt: - Goethe wollte Kinder töten ("Erlkönig") - Büchner wollte Frauen töten ("Woyzeck") - Brecht wollte "minderjährige Witwen schänden" ("Moritat von Mackie Messer" aus "Dreigroschenoper") - Nabokov fand Pädophilie super ("Lolita")
Ein solches Verständnis von Kunst und Kultur halte ich für ziemlich vulgär und abwegig. Es deckt sich aber gut mit der Trennschärfe einer "Analyse", die komplexe gesellschaftliche Problematiken auf einfache Zuschreibungen ("Männer sind Täter") reduziert.
Ich finde es übrigens auch interessant, dass dies schon mindestens der vierte Meinungsbeitrag zur Causa Ulmen/Fernandes ist, den ich hier lese - aber die jüngste Entwicklung zur Vergewaltigung einer 16-jährigen in einem Jugendclub in Berlin bisher noch keinen Meinungsbeitrag wert war. Zählen prominente Opfer mehr als unbekannte Minderjährige?
zum Beitrag26.03.2026 , 13:20 Uhr
"Es sind wissenschaftliche Erkenntnisse, dass genau solcher Kurs dem Original zuspielt und keineswegs der Kopie. Das zu leugnen zeigt entweder enorme Sturheit oder Gleichgültigkeit" Es ist merkwürdig, dass Sie mir mantraartig Sturheit oder Gleichgültigkeit vorwerfen, ohne zur Kenntnis zu nehmen, dass die aktuellen Wahlen den von Ihnen beschriebenen Trend nicht hergeben. Die CDU hat zwar, wie alle anderen Parteien auch, bei beiden Landtagswahlen Stimmen an die AfD verloren - aber sehr viel mehr Stimmen von den anderen Parteien dazugewonnen. Die Wählerwanderung lässt sich z.B. bei der ARD nachvollziehen. Wenn Ihre Aussage stimmen würde, dann würde die AfD primär zulasten der CDU stärker - die AfD wird aber primär zulasten der anderen Parteien (SPD, Grüne, Linke und FDP) stärker, während die CDU überall zulegt.
zum Beitrag26.03.2026 , 08:22 Uhr
Leute, bei allem Respekt: Ich verstehe nicht, warum hier immer wieder so getan wird, als sei es die Union, die alles falsch macht, wenn es um die AfD geht. Dabei ist die Union die eine große demokratische Partei, die gerade bei allen Wahlen deutlich zulegt. Die FDP verschwindet, und die Parteien links der Mitte, insbesondere die SPD, werden schwächer. Der angebliche "große Moment" der Linken hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, die Grünen verlieren zwar nicht im gleichen Maße, aber wachsen auch nicht. Es ist die gesamte Gesellschaft, die gerade deutlich nach Rechts rückt, und das ist gruselig. Das wird man nicht aufhalten, indem man aus einer Position der Schwäche heraus wieder und wieder der siegestaumelnden CDU erzählt, wie sie alles falsch macht und der wahre Schuldige an der eigenen Schwäche sei, sondern, indem man sich an die eigene Nase fasst.
zum Beitrag24.03.2026 , 22:37 Uhr
Nach der Landtagswahl in BW meinten in Nachwahlbefragungen 59% der Leute, die SPD würde sich mehr um Bürgergeldempfänger kümmern als um Leute, die hart arbeiten und wenig Geld verdienen. 57% meinten, die SPD tue zu wenig für die "arbeitende Mitte". Quelle: www.tagesschau.de/.../umfrage-spd.shtml
Nur, um das klarzustellen: Das Bürgergeld war eine gute und richtige Idee, und ich bin gegen seine Verschärfung. Aber der Eindruck, den die SPD hier wahrnimmt, ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern Ausdruck einer realen Stimmung. Aus dieser gäbe es zwei Auswege: Entweder, man stellt sich hin und sagt: "Das Bürgergeld ist gut, und es war eine richtige Sache" - was aber nicht geht, wenn man es gleichzeitig abräumt, was für die Union aber nicht verhandelbar ist. Deshalb bleibt so recht für die SPD nur noch Option 2 - sich so laut und so schnell wie möglich davon zu distanzieren. Ob das fruchtet, wird sich zeigen, eine richtig sinnvolle Alternative sehe ich nicht.
zum Beitrag23.03.2026 , 22:02 Uhr
Es ist schon ein wenig absurd, wenn ein Mann in einer Kolumne andere Männer laut und wiederholt auffordert, sich nicht zu dem Thema zu äußern, auf dass sich die Kolumne bezieht. Ist das jetzt "quod licet jovi, non licet bovi", oder haben dem Autoren die Meinungen seiner weiblichen Kolleginnen nicht gereicht und er musste noch unbedingt die eigene kundtun?
zum Beitrag22.03.2026 , 22:56 Uhr
Wenn man als Parteivorsitzende*r der Ansicht ist, der eigene Ansatz würde landespolitischen Kandidaten in einem SPD-Stammland eher schaden als nützen, ist das offen gesagt ein Offenbarungseid und sollte zum Rücktritt der Betreffenden führen.
zum Beitrag22.03.2026 , 18:29 Uhr
Als Mann kann man individuell nicht viel mehr tun, als sich Frauen (und generell Anderen) gegenüber stets korrekt zu verhalten und seinen eigenen Sexismus, wenn man darauf angesprochen wird, zu hinterfragen und ggf. zu überwinden (denn niemand ist völlig frei von Sexismus). Deshalb irritieren mich auch die ständigen Appelle, "die Männer" müssten sich ändern - ich bin zwar ein Mann, aber fühle mich davon nicht angesprochen. Und, das ist auch ein wichtiger Aspekt: Auf meinen Freundeskreis trifft das ebenso zu, weil ich mit "Machokultur" usw. noch nie viel anfangen konnte und ich sexistische Sprüche etc. eher lästig finde und auch selbst nicht dulde, weshalb mich die ganzen "call out your friends"-Appelle ebenso verwundern - mit Leuten, die sich so verhalten, umgebe ich mich nicht freiwillig.
Ich glaube, dass die gewaltigen Zahlen auch zumindest teilweise dadurch zustandekommen, dass jemand, der ein Sexualdelikt begeht, dies in der Regel nicht nur einmal tut, und eine Minderheit von Männern solche Vorfälle geradezu anhäuft. Diese Leute verbringen dann oft den Großteil ihrer Zeit auch untereinander und halten ihr Verhalten deshalb für ganz normal.
zum Beitrag22.03.2026 , 14:30 Uhr
"Ich bin der Meinung, wir brauchen die Männer nicht. Wir könnten in einer friedlichen Welt mit gesunder Umwelt sehr gut ohne sie leben." Was ich, glaube ich, niemals verstehen werde: Wenn ich den gleichen Kommentar über ein anderes essenzielles Merkmal geschrieben hätte (z.B. Hautfarbe, "Ich bin der Meinung, wir brauchen Menschen mit Hautfarbe XYZ nicht. Wir könnten in einer friedlichen Welt mit gesunder Umwelt sehr gut ohne sie leben."), würde dies sofort als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erkannt werden (hier: ziemlich plumper Rassismus). In welchem Universum ist eine solche Aussage über "Männer" nicht einfach nur zutiefst sexistisch? Wieso ist es in Ordnung, Menschen aufgrund essenzieller Eigenschaften pauschal abzuwerten, nur, weil diese Eigenschaften als gesellschaftlich hegemonial betrachtet werden?
zum Beitrag21.03.2026 , 09:06 Uhr
"Niemand streitet Israel seine Souveränität oder Existenz ab" Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.
zum Beitrag20.03.2026 , 21:52 Uhr
"Ich habe mir die letzten Beiträge von Herrn Potter durchgelesen und muss sagen, dass ich diesen hier deutlich differenzierter finde."
Bei allem Respekt: Das etwas eher Ihrer Meinung entspricht, macht es nicht differenzierter. Differenzieren bedeutet abwägen, Widersprüche zulassen, auseinanderdividieren. Herr Bax fasst den Konflikt folgendermaßen zusammen: "Viele jüngere Mitglieder empören sich über Israels Kriege, ob in Gaza, dem Libanon oder in Iran. Andere in der Partei hängen noch immer einem idealisierten Israel-Bild an und fürchten, die Deutungshoheit zu verlieren." Denken Sie, das ist eine Zusammenfassung, der irgendeiner der Letztgemeinten zustimmen würde? Wenn nein, sollte Sie das dazu bringen, die Differenziertheit des Kommentars neu zu bewerten.
Mal abgesehen davon erlaube ich mir, ganz undifferenziert einmal festzustellen, dass der Begriff "Antisemitismus-Keule" rhetorisch schon sehr nahe an der berühmten "Auschwitzkeule" liegt, von der die NPD einst sprach.
zum Beitrag20.03.2026 , 12:11 Uhr
Nein, es finden sich nicht immer geeignete Männer. Es ist aber nun mal so, dass Sie heute niemanden mehr finden werden, der offen sagt: "Das Amt gehört in die Hände eines Mannes", um einfach irgendeinen Mann in das Amt zu heben. Ich misstraue dem Ansatz, zu sagen: "Wir brauchen Identität XYZ für das Amt, mal gucken, wen wir da so haben", einfach im Grundsatz, und glaube, dass der eben zu problematischen Benennungen führt, weil das Amt dann nicht mehr im Vordergrund steht. Dass dieses Vorgehen auch mal dem einen oder anderen Mann aus anderen Gründen geholfen hat, unterstreicht meine Ansicht da eher.
zum Beitrag20.03.2026 , 11:03 Uhr
"Der Kern des Konflikts: Viele jüngere Mitglieder empören sich über Israels Kriege, ob in Gaza, dem Libanon oder in Iran. Andere in der Partei hängen noch immer einem idealisierten Israel-Bild an und fürchten, die Deutungshoheit zu verlieren." Was für ein Framing. Applaus dafür. Wie wäre es denn stattdessen damit: Manche Mitglieder haben ein Problem damit, wenn einflussreiche junge Linke (wie in Thüringen geschehen) davon sprechen, Israel würde in Gaza einen (Zitat) "fucking Holocaust" veranstalten?
Der Beschluss aus Nds. wurde von den Antragstellern dazu genutzt, öffentlich anzugeben, Niedersachsen sei jetzt der erste "antizionistische Landesverband" - denn die Formulierung des "heute real existierenden Zionismus" ist bereits das Ergebnis mehrerer Änderungsanträge. Aber schön, dass sich auch Herr Bax freut, dass Antisemitismusbeauftragte, die das Thema "genutzt" haben, jetzt die Partei verlassen - dass dem Mann das Büro verwüstet wurde und dort rote Dreiecke gemalt wurden, hat Herr Bax bestimmt nur vergessen.
Ich habe aufgrund dieses Themas diese Partei nach fast 20 Jahren Mitgliedschaft nach dem Beschluss der Linksjugend letztes Jahr verlasssen. Herr Bax wird sich freuen.
zum Beitrag19.03.2026 , 17:09 Uhr
Wenn man allzu nachdrücklich eine Frau als Bundespräsidentin fordert, sollte man aufpassen, dass dann am Ende die einzige (weibliche) Kandidatin nicht Alice Weidel heißt.
Ich bin kein Freund der Devise: "Amt XYZ muss dringend von einer Frau übernommen werden, damit es endlich mal von einer Frau ausgeübt wird". Wenn man eine geeignete Frau hat, soll man sie gerne aufstellen, wenn nicht, sollte man es lassen - sonst hat man am Ende das Äquivalent von Christiane Lambrecht als Verteidigungsministerin, die dieses Amt ja auch u.a. deshalb bekam, damit die Ampel für sich beanspruchen konnte, ein geschlechterparitätisches Kabinett zu haben.
zum Beitrag18.03.2026 , 13:48 Uhr
Von wem denn frei?
zum Beitrag18.03.2026 , 10:54 Uhr
Es ist doch eine völlig andere Frage, ob etwas "in der Gesellschaft akzeptiert" ist, oder ob etwas strafrechtlich verfolgt werden sollte. Es gibt in einer freien Gesellschaft sehr viele Dinge (z.B. auch das Betrügen seiner Ehepartnerin oder seines Ehepartners), die keineswegs als allgemein akzeptabel gelten, aber für die einem trotzdem keine Strafe droht. Niemand hier (am Wenigsten ich) sagt, dass es richtig ist, Politiker*innen zu beleidigen - ich sage nur, dass ich es aus Gründen der Meinung sehr problematisch finde, dass in dem Maße strafrechtlich zu verfolgen, wie es inzwischen geschieht.
Ich möchte im Übrigen anmerken, dass es mich angesichts zahlreicher flammender linker Plädoyers für Meinungsfreiheit in der Böhmermann-Affäre, in der der Genannte den türkischen Präsidenten mit wüsten rassistischen Beleidigungen überzog, etwas erstaunt, wie vehement hier die konsequente Strafverfolgung von Beleidigungsdelikten gefordert wird. Einem sollte klar sein, dass in diesem Falle die Strafverfolgung einer solchen Aktion ebenfalls zwingend wäre.
zum Beitrag17.03.2026 , 11:22 Uhr
" Meinen Sie ernsthaft, man muss sich zB als Stadtratsmitglied beleidigen lassen? Dass das normal sei? In welchem Milieu leben Sie???" Ich bin in einer Großstadt aufgewachsen und war dort zeitweise politisch aktiv - ganz ohne Amt. Kannte aber auch die Mandatsträger*inen im Stadtrat dort und kann Ihnen sagen: Ja, dort wurde man, auch schon vor 20 Jahren, ziemlich ständig beleidigt. Damals meistens übrigens von anderen Linken - die damalige Linken-Fraktion spaltete sich am ersten Tag und Bezeichnungen wie "Verräterschweine" übereinander in die Zeitung zu sprechen, war relativ normal. Die meisten dort haben aber deswegen nicht aufgehört. Wenn man in der Öffentlichkeit steht, bekommt man so was ab, und je höher die eigene Position, desto mehr. Dass man an Infoständen beschimpft und beleidigt wird, war auch schon immer so - je nach Partei umso mehr. Die Grenze liegt da, wo Gewalt angedroht oder gar angewendet wird, aber wenn ich jeden angezeigt hätte, der mich in der Stadt z.B. als "linken Hurensohn" bezeichnet hat, angezeigt hätte, hätte ich viel zu tun gehabt - wie gesagt, ganz ohne Amt.
zum Beitrag16.03.2026 , 19:38 Uhr
Wenn man es nicht aushält, beleidigt zu werden, dann sollte man kein öffentliches Amt suchen. Gewaltandrohungen sind natürlich nicht akzeptabel, aber wenn ich mein Amt hinschmeiße, weil ich es nicht aushalte, dass mich jemand "1 Pimmel" o.ä. nennt, dann ist das das Problem des Individuums. Jeder Online-Content-Creator, der sich zu politischen Themen äußert, muss ähnliches aushalten - hat aber bei weitem nicht dieselben Ressourcen, sich dagegen zu wehren.
Das Verrohen und Absterben der politischen Kultur hat aus meiner Sicht andere Gründe, die vor allem in den Algorithmen liegen, mithilfe derer soziale Medien funktionieren. Soziale Medien sollen emotionale Reaktionen triggern und Leute möglichst "auf die Palme bringen", indem man sie verärgert. Dass insbesondere einfacher gestrickte Personen dann schnell mit Beleidigungen reagieren, ist nicht verwunderlich. Die Lösung liegt deshalb meiner Ansicht nach in einer Regulation der sozialen Medien, aber nicht in einer verstärkten Strafverfolgung der Leute, die diese benutzen, sonst nimmt man erhebliche unerwünschte Nebenwirkungen zur Behandlung des Symptoms anstelle der Krankheit in Kauf.
zum Beitrag16.03.2026 , 13:31 Uhr
Eine interessant positive Rezension in der Taz, in der dieses Thema ja offenkundig bei weitem nicht unumstritten ist. Hier wurde ja z.B. auch vor kurzem eine Person als "zivilcouragiert" vorgestellt, die das Internet aktiv nach rechtswidrigen Posts durchsucht, um diese anzuzeigen. Ich persönlich tendiere in dieser Frage deutlich eher dazu, mehr zuzulassen. Wenn man Sprache übermäßig kriminalisiert, gefährdet man letzten Endes den freien Meinungsaustausch - spätestens dann, wenn die Regeln im Detail so unübersichtlich werden, dass man sich bei vielen Äußerungen ernsthaft fragen muss, ob diese erlaubt sind. Sehr kritisch sehe ich auch Anwaltskanzleien, die im Auftrag von Politiker*innen aktiv das Internet nach Äußerungen über diese durchsuchen und in deren Namen alles zur Anzeige bringen, was sie dort finden und was strafrechtlich relevant sein könnte.
zum Beitrag16.03.2026 , 13:25 Uhr
Ist das Ihr Ernst? Sie sagen im Endeffekt: "Die Experten hatten Unrecht, also sollte man nicht analysieren, warum sie Unrecht hatten, sondern einfach erklären, dass das alles Quatsch sei". Das ist keine Problemanalyse, das ist Denkfaulheit. Damit bekommt man keinerlei Probleme gelöst.
zum Beitrag15.03.2026 , 19:27 Uhr
"Anders gesagt: Rassismus, Islamfeindlichkeit, der beschämende Gaza-Krieg und Laizismus kämen eben gut an in einer Stadt mit großem maghrebinischem Bevölkerungsanteil." Das Thema "Laizismus", das in einer Reihe mit Rassismus und Islamfeindlichkeit steht, kommt also in einer solchen Stadt gut an, interessant. Wie sieht es denn so mit dem Thema "Rechte für Homosexuelle und Transmenschen" aus, wenn wir schon dabei sind? Die "Your Party" in Großbritannien hat sich ja mit dem Thema schon direkt die Finger verbrannt, als die unabhängigen Pro-Gaza-Kandidaten, mit denen sie sich gerne zusammentun wollte, diesbezüglich von einer "neoliberalen Agenda der Genderpolitik" sprachen. Wenn Linke meinen, in dieser Klientel läge die Zukunft, dann gönne ich ihnen jeden Misserfolg.
P.S.: An der "Gaza Flotilla" teilzunehmen, war so ziemlich das harmloseste, was Rima Hassan zu der Thematik beizutragen hatte. Sie fand die Anschläge vom 7. Oktober "legitim" und erhielt dafür Rückendeckung von den Genoss*innen. Wäre ich Franzose, ich würde lieber die Gaullisten wählen als diesen Haufen, und ich hasse die Gaullisten.
zum Beitrag15.03.2026 , 15:09 Uhr
Özdemir hat sich als kompetenter, sympathischer und nachdenklich-abwägender Politiker mit tiefen Wurzeln in der Region präsentiert. Dieses Image verfing auch deshalb, weil es meiner Meinung nach schlicht der Wahrheit entspricht - während Herr Hagel mit seiner Dünnhäutigkeit nicht überzeugen konnte. Ich habe dieses Mal zum ersten Mal überhaupt die Grünen gewählt, weil Herr Özdemir mich einfach überzeugt hat. Und ich glaube, er wird aus dieser aktuellen Krise am Ende so oder so auch gestärkt hervorgehen - die CDU weiß auch, dass ein patziges "Platzen lassen" der Koalitionsgespräche am Ende ihnen selbst schaden und den Grünen nützen würde, weil sich erneut Herr Özdemir als der sachlichere Gesprächspartner profiliert hätte.
zum Beitrag15.03.2026 , 14:19 Uhr
"Der Rentenbeitrag sollte heute bei 27, 28 Prozent liegen, waren sich die „Experten“ um die Jahrtausendwende sicher. Er liegt bei 18,6 Prozent. " Was auch daran liegt, dass die Rente heute in damals ungeahntem Ausmaß aus Steuermitteln quersubventioniert wird. Das erklärt nicht den gesamten Unterschied, der ist natürlich multifaktoriell, aber einen nicht unerheblichen Teil davon.
"Seit 100 Jahren soll Deutschland schrumpfen und ist gewachsen, trotz Millionen Toter im Zweiten Weltkrieg." 2025 ist die deutsche Bevölkerung leicht geschrumpft. Dass dies nicht schon 10 Jahre vorher passierte, liegt im Wesentlichen an einem vorher ungeahnten Ausmaß an Migration.
Mich stört zudem der Grundtenor des Artikels: Es sollen "Mythen" entzaubert werden, es wird zu Gelassenheit geraten - doch die vermeintlichen Lösungen sind im Endeffekt derart allgemein, dass man etwas ratlos zurückbleibt. Man soll für "bessere Bildung sorgen" - wenn es weiter nichts ist, dann höre ich auf, eine schlechtere Bildung zu wollen. Konkrete Probleme (zum Beispiel der in der Bevölkerung real vorhandene Überschuss der Babyboomer, von denen die meisten noch gar nicht in Rente sind) werden mit Allgemeinplätzen verdrängt
zum Beitrag13.03.2026 , 11:23 Uhr
Herrn Bobga (wie vieles Führungspersonal der Grünen Jugend) in letzter Zeit ist in der Öffentlichkeit bisher vor allem dadurch in Erscheinung getreten, dass er Markus Söder indirekt als (ich zitiere) "Hurensohn" bezeichnet hat. Dass man den nicht unbedingt anruft, wenn man von Leuten über 16 gewählt werden will, finde ich naheliegend.
zum Beitrag13.03.2026 , 11:21 Uhr
Also, ich bin ja auch kein Riesenfan der Grünen, aber das ginge mir zu weit, ich möchte schon, dass die Grünen weiterhin im Bundestag sitzen.
zum Beitrag13.03.2026 , 11:20 Uhr
Ich bin schon froh, dass die Grüne Jugend dieses Mal den eigenen Kandidaten nicht vor, sondern erst nach der Wahl attackiert. Das ist auch ein wichtiger Lernprozess. Dass ich deren Kritik inhaltlich abwegig und teils anmaßend finde, ist was anderes - aber solange sie damit mal nicht die eigenen Leute sturmreif schießen (siehe Äußerungen der grünen Jugend zu Habeck vor der Bundestagswahl), kann ich damit leben.
zum Beitrag12.03.2026 , 11:29 Uhr
Tja, da ist doch die entscheidende Frage gut herausgearbeitet: Wenn man bei der Linken zur Ukraine gut nachbohrt, kommt schnell der Themenwechsel, weil jeder vernunftbegabte Mensch ein: "Wir unterstützen vorbehaltlos die Opfer eines Angriffskrieges, nur eben ohne Waffen" sofort als eher absurde Formel erkennt. Eine Linke, die Diktatoren mit Rosen und Friedenstauben bewerfen will, ist überflüssig.
zum Beitrag11.03.2026 , 10:21 Uhr
" Die CDU hat in Summe, ähnlich wie damals Hilary Clinton, mehr Stimmen bekommen also die Grünen."
Das ist nur richtig, wenn man Erst- und Zweitstimmen pauschal zusammenrechnet. Was aber, offen gesagt, völliger Quatsch ist. Gerade die Tatsache, dass die CDU deutlich mehr Erst- als Zweitstimmen bekam, sollte verdeutlichen, dass die Menschen in der Kandidatenfrage eindeutig votiert haben.
zum Beitrag11.03.2026 , 10:18 Uhr
Wenn die CDU eine Neuwahl verursacht, werde ich die Grünen eben noch mal wählen - diesmal nicht nur aus reiner Strategie, sondern auch aus Überzeugung. Dann darf Herr Hagel halt noch einmal versagen.
zum Beitrag11.03.2026 , 10:15 Uhr
Diese Info fehlte mir und lässt den Kommentar im Nachhinein, offen gesagt, ziemlich peinlich erscheinen. Die Abschaffung steuerlicher Nachteile für Ehepaare in einem anderen Land als Grundlage zu nehmen, um hier die Abschaffung steuerlicher Vorteile für Ehepaare zu fordern, ist, als würde man sagen: "Land XY hat die Prügelstrafe abgeschafft, also können auch wir es schaffen, unseren Kindern weniger Süßigkeiten zu geben".
zum Beitrag11.03.2026 , 10:02 Uhr
Ich glaube, diese Demo sehe ich mir, wenn überhaupt, mit einer Tüte Lays-Chips in den Nachrichten an.
zum Beitrag08.03.2026 , 11:58 Uhr
" Mal ganz polemisch: JEDEM/R 16 jährigen Schüler*in traue ich da mehr politisches Urteilsvermögen bzw. Reife zu als jenen irregeleiteten „mündigen“ Bürgern, die nicht mal den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur kapieren." Dann empfehle ich Ihnen, mal eine Veranstaltung der "Generation Deutschland" zu beobachten, und behalte mir vor, Sie hinterher zu fragen, ob Sie das immer noch so sehen. Dummköpfe und rechte Spinner gibt es leider in jedem Alter.
zum Beitrag07.03.2026 , 22:59 Uhr
Natürlich akzeptiere ich, dass es Menschen gibt, die andere Menschen nicht töten möchten und lieber selbst stürben. Ich finde das sogar ziemlich respektabel - ich persönlich finde ein Kriegsdienstverweigerungsrecht aus Gewissensgründen sehr wichtig. Aber darüber reden wir hier nicht, sondern darüber, ob wir hierzulande etwas haben, was sich zu verteidigen lohnt, auch wenn man dabei das eigene Leben riskiert, und das ist eine ganz andere Frage. Ein*e waffenlose Sanitäter*in kann z.B. auch ohne Dienst an der Waffe kriegswichtige Dienste leisten (googlen Sie z.B. mal den Namen Desmond Doss) - das ist aber nicht unbedingt weniger gefährlich als der Dienst an der Waffe.
zum Beitrag07.03.2026 , 10:38 Uhr
"Fridays for Future wurden durch eine Jugendliche angestoßen. Das war ja doch etwas anderes."
Genauso sehe ich das auch. Deshalb fand ich die Kritik damals auch überzogen. In diesem Falle finde ich diese - wie Sie - aber berechtigt.
zum Beitrag07.03.2026 , 10:02 Uhr
Entschuldigung, aber die "zeitgenössische Demokratie" ist der Grund, warum Sie mir das schreiben konnten, ohne Angst haben zu müssen, dass Sie morgen Ihren Job, Studienplatz oder Ausbildungsplatz verlieren oder gar im Gefängnis landen. Und ja, der Niedriglohnsektor ist voller Ungerechtigkeiten, dennoch werden Sie sich schwertun, viele Länder auf der Welt zu finden, in denen es Niedriglohnarbeiter*innen besser geht als in Deutschland, die Zahl dieser ist doch überschaubar. Wer hier lebt und nicht zum alleruntersten Prozent gehört, der hat in der Regel ein Dach über dem Kopf, genug zu essen und anzuziehen, und die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, wie und wo er oder sie will - und muss keine Angst haben, dass morgen einfach jemand kommt (sei es eine Polizeibehörde oder auch einfach ein benachbarter Warlord) und einem alles wegnimmt. Wissen Sie eigentlich, wie einzigartig diese Situation in der Weltgeschichte ist? Und das ringt Ihnen die Frage ab "wofür man sterben soll"? Das finde ich wirklich unverständlich, tut mir Leid.
zum Beitrag07.03.2026 , 09:55 Uhr
Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie zuverlässig gerade Leute, die vehement gegen die Wehrpflicht sind, gleichzeitig alle Maßnahmen ablehnen, die möglicherweise zu einer Erhöhung der Rate an freiwilligen Soldat*innen führen könnten. Das sich Kinder in dem Alter, wie sie jetzt bei den "Schulstreiks" teilweise mitlaufen (Mittelstufe), bei der Bundeswehr verpflichten könnten, wäre mir übrigens neu, insofern hinkt der Vergleich ziemlich.
zum Beitrag06.03.2026 , 17:07 Uhr
Ich werde am Sonntag erstmalig die Grünen wählen, ich bin von der SPD unter anderem deshalb umgeschwenkt, weil die Grünen doch eine realistische Chance zu haben scheinen, an die Spitze zu kommen. Die Analyse hat insofern aus meiner Sicht daher etwas Überzeugendes.
zum Beitrag06.03.2026 , 14:06 Uhr
Ich finde es wirklich, wirklich beklagenswert, wie viele Menschen in einem der reichsten Länder der Welt einen Lebensstandard leben, für den anderswo Menschen beim Versuch, ein bisschen davon abzubekommen, im Mittelmeer ertrinken oder in der Sahara verdursten - und gleichzeitig Sachen von sich geben wie: "wirklich etwas zu verlieren, haben nur die Reichen." Wenn Freiheit, ein trotz aller Ungerechtigkeiten halbwegs funktionierender Sozialstaat und ein Leben in einer Sicherheit, die die meisten Regionen auf der Welt noch niemals erlebt haben, wirklich "nichts wert" sind, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. In der Ukraine sterben Leute seit vier Jahren für weniger. Im Übrigen: Wenn hier alles so schlimm ist, dann braucht man auch keine Angst vor der AfD zu haben, denn wenn man eh schon nix hat, können die auch nix mehr kaputtmachen.
zum Beitrag06.03.2026 , 14:00 Uhr
Bei allem Respekt, ein "Schulstreik gegen Wehrpflicht" ist letzten Endes nichts Anderes als der Versuch, Minderjährige vor den eigenen politischen Karren zu spannen. Jeder, der sich jetzt auf intellektuell bornierte Art über Leute lustig macht, die dagegen grundsätzliche Bedenken äußern, der braucht sich zu fragen, ob er bei einem "Schulstreik gegen Überfremdung" oder "Schulstreik gegen Islamisierung" die gleichen Argumente mit der gleichen Vehemenz vertreten würde (und angesichts der beklagenswert hohen Zustimmungswerte zur AfD bei Erstwählern (hier bewusst nicht gegendert) ist das keineswegs so absurd, wie es scheinen mag). Ich habe nichts gegen vernünftige Bildung zur Demokratie an Schulen, aber wenn Kinder und Jugendliche von Erwachsenen für politische Zwecke mobilisiert werden, sehe ich das grundsätzlich sehr kritisch.
zum Beitrag02.03.2026 , 12:46 Uhr
Ich frage mich, ob wir den gleichen Text gelesen haben. Denn von "alltäglicher Religionspraxis" (Beten, Fasten, Ernährungsvorschriften etc.) steht in dem Artikel nichts, und ersetzt man das Wort "Islam" durch "Judentum", entsteht kein kohärenter Text, weil die Mehrheit der Beispiele an sehr konkreten Ereignissen und Standpunkten festgemacht wird (es gab 1979 schlicht keine "jüdische Revolution" im Iran, und Marx und Horkheimer haben über das Judentum ganz andere Dinge geschrieben als über den Islam).
Und die Frage, ob eine bestimmte Religion inhärent politische Gewalt bejaht, ist eine Frage, die für Religionskritik ziemlich wichtig ist und sich in vielen Interpretationen des Islams nicht leicht beantworten lässt (man beachte z.B. die Ansichten zum Thema "Apostasie", die islamische Gelehrte teilweise vortragen). Man kann die Frage ja verneinen, aber wenn man es schon als rassistisch brandmarkt, die Frage nur aufzuwerfen, dann ist Kritik tatsächlich kaum möglich.
zum Beitrag01.03.2026 , 18:05 Uhr
Das Feindbild ist nicht der Islam, sondern der politische Islam, der versucht, die weltliche (!) Ordnung nach islamischer Vorstellung umzuwälzen. Wenn Sie säkulare Muslimin sind, nehme ich an, dass Sie dieses Feindbild im Grunde teilen, da es mit Ihren Werten dann nicht verinbar sein sollte.
zum Beitrag23.02.2026 , 12:53 Uhr
"Als Polizist im Einsatz von hinten (!) jemanden mit mehreren Schüssen in den Rücken zu töten ist entweder Totschlag oder Mord." Na, dann ist es ja gut, dass Sie mit Ihrem (mutmaßlichen) juristischen Laienwissen klüger sind als die Staatsanwaltschaft, die sich da bestimmt nicht so gut auskennt wie Sie.
Nur mal als kleine Denkaufgabe für Sie: Können Sie sich, mit etwas Mühe, Szenarien vorstellen, in denen man zur Verteidigung anderer Menschen auf jemanden von hinten (!) schießen kann? Und, wenn wir schon dabei sind: Worauf beruht Ihre Unterstellung einer vorsätzlichen Tötung (also sprich, eines mindestens bedingten Tötungsvorsatz der Marke: "Ich schieße jetzt auf ihn, um ihn zu verletzen, und wenn er dabei stirbt, dann hat er halt Pech")? Ist es wirklich undenkbar, dass die Staatsanwaltschaft einfach davon ausgeht, dass der Schütze in diesem Fall einem Irrtum über die Situation unterlag, und dabei in seiner Einschätzung allzu leichtfertig zum sog. "finalen Rettungsschuss" griff, woraus sich in der Summe eine fahrlässige Tötung ergibt?
zum Beitrag22.02.2026 , 09:42 Uhr
"Und zu Ihrer Frage bzgl. Xavier Naidoo:
Meinen Sie den durchgeknallten Typen, der gerade mal wieder durch seltsame Verschwörungserzählungen auf sich aufmerksam macht?" Ja. Genau deshalb hab ich ihn ja ausgewählt.
Dann frage ich Sie mal anders: Was würden Sie denn einer Frau sagen, die Ihnen sagt, sie mag Alice Weidel nicht und würde nie AfD wählen, aber findet durchaus, dass die Tatsache, dass sie da steht, wo sie steht, die Präsenz von Frauen in hohen Ämtern weiter normalisiert? Würden Sie dann ernsthaft sagen: "Sie reden Unsinn, Alice Weidel ist so schlecht, dass man dem auf keinen Fall irgendwas positives abgewinnen kann."? Und wäre diese Frau für sie eine AfD-Anhängerin?
zum Beitrag22.02.2026 , 09:37 Uhr
Nehmen Sie mir das nicht übel, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es fast nur Männer sind, die dieses Argument bringen. Natürlich macht es für viele Frauen einen Unterschied, ob sie das Gefühl haben, sie leben in einem Land, in dem Frauen auch Regierungschefin werden KÖNNEN. Und je normaler das ist, desto eher gilt es auch als normal, generell weibliche Vorgesetzte zu haben - sei es nun in der Regierung oder bei LIDL. Im Jahr 2000 sagte Waldemar Hartmann einst: "Ich halte es grundsätzlich für schwierig, wenn ein Mann eine Frau als Vorgesetzte hat. Ich habe nämlich noch ein traditionelles Rollenverständnis. ". Diese Ansicht ist heute noch viel weniger akzeptabel, als sie es damals war, und das hat auch (nicht nur und nicht hauptsächlich) damit zu tun, dass seitdem die meiste Zeit eine Frau Kanzlerin war.
zum Beitrag21.02.2026 , 12:26 Uhr
Entschuldigung, aber das ist mir zu unkonkret. Wenn man die gesamte globale Ordnung grundsätzlich gerechter machen will, um "vernünftige Lebensbedingungen für alle" zu schaffen, dann muss man aus meiner Sicht erstens viel genauer sagen können, wie man das erreichen will (einfach nur "mehr Ressourcen" können viele Probleme nicht lösen), und zweitens muss einem klar sein, dass selbst ein hierfür perfektes Konzept Jahrzehnte brauchen würde, bis dieser Status jemals erreicht werden könnte - und bis dahin muss man auch mit der Problematik umgehen. Zu Guter Letzt: Die meisten Menschen wollen nicht in einer Welt leben, in der alle Menschen leben können, wo sie leben wollen. Das klingt hart, lässt sich aber in allen demokratischen Ländern anhand von Umfragen und Wahlentscheidungen gut belegen. Man kann das Gegenteil vertreten (in meiner persönlichen Utopie könnte auch jeder leben, wo er will), aber wenn die Mehrheit dauerhaft das Gegenteil will, kommen Sie in demokratische Legitimationsprobleme, wenn Sie das ignorieren.
zum Beitrag20.02.2026 , 19:10 Uhr
Mal abgesehen davon, dass Sie gerade sagen, Sie hätten auf die Frage "Wie gut wäre das für die Sache der Frauen?" als Antwort "Ein klares nein" verlangt: Einstellungen wie die Ihre nimmt man gerade in den sozialen Medien immer öfter war, und sie sind mir völlig unverständlich. Natürlich wäre es möglicherweise ermutigend für zumindest manche Frauen, wenn eine zweite Frau Kanzlerin würde, ob die nun Andrea Nahles oder Alice Weidel heißt. Das ist doch eine absolute Binsenweisheit. Wenn ich fragen würde: "Könnte es auch gut für die Sache schwarzer Menschen in Deutschland sein, wenn Xavier Naidoo Bundeskanzler würde?" muss ich nicht Xavier Naidoo toll finden, um das trotzdem zu bejahen. Daraus eine Unterstützung für die betreffende Person abzuleiten, ist offenkundig abwegig.
zum Beitrag20.02.2026 , 15:02 Uhr
" Ein Hinweis noch: Wir liefern keine Waffen an Töter im Sudan. Sudan sehen wir nicht als "einzige", als "westliche" Demokratie. Wir haben wenig Einfluss im Sudan. Verstehen Sie jetzt, warum das völkerrechtswidige Verhalten der israelischen Regierung so viel häufiger vorkommen kann?" Das kann man so sehen. Dann darf man aber nicht gleichzeitig sagen: "Wem es um universelle Menschenrechte geht, der muss Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen forden – ganz egal, ob sie nun vom iranischen Regime oder von Israel unterdrückt werden. Die Kritik an einem angeblichen „Schweigen der Linken“ ist ein durchsichtiges Manöver, um vom eigenen Schweigen zu den Verbrechen in Gaza und im Westjordanland abzulenken. Dieser Vorwurf wird meist von Leuten vorgebracht, die zum Grauen in Gaza geschwiegen haben."
Entweder, man darf aus dem Schweigen einer Person zu einem Verbrechen etwas ableiten, oder man darf es nicht. Jemandem vorzuwerfen, er würde zu einem bestimmten Verbrechen "schweigen", während man selbst seine Aufmerksamkeit ganz überwiegend einem einzigen mutmaßlichen Verbrechen widmet, geht nicht zusammen.
zum Beitrag20.02.2026 , 08:38 Uhr
Nur zum Kontext. Die Frage war: "Wenn Alice Weidel nach Angela Merkel die nächste Bundeskanzlerin würde, wie gut wäre das für die Sache der Frauen"
Dazu Schwarzer: "Schwierig, ne. Das ist... schwierig. Sie unterstellen ja jetzt ganz viel, sie wäre Bundeskanzlerin oder so, Sie fragen ja jetzt nicht nach der Person an sich. Hätte trotz alledem vermutlich auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein, wahrscheinlich, trotz allem Anderen, ja".
Daraus soll jede*r interpretieren, was er oder sie möchte. Daraus eine AfD-Unterstützung abzuleiten, halte ich für ziemlich abwegig. Mir scheint eher, hier wurde aus einem 80-minütigen Interview, in allerbester "Soundbite"-Social-Media-Manier, ein einzelnes Zitat noch weiter verkürzt und als Symbol für alles verwendet, was man an der Betreffenden sowieso schon immer ganz böse und schlimm findet. Ist ja auch einfacher, als sich tatsächlich inhaltlich mit dem auseinanderzusetzen, was sie sagt - dann würde einem vielleicht auffallen, dass es tatsächlich ein offenkundiges Spannungsverhältnis zwischen politischem Islam und Frauenrechten gibt.
zum Beitrag20.02.2026 , 08:30 Uhr
Ob es wirklich "niemanden kümmert", ist die Frage. Das Problem ist allerdings zunehmend, das einem die einfachen Lösungen ausgehen. "Alle rein!" funktioniert genauso wenig wie: "Alles dichtmachen!". Wenn man das Mittelmeer so stark überwachen würde, dass solche Tragödien zu 90% verhindert werden könnten, wäre das ein "Pull-Faktor" für mehr Geflüchtete, den Weg zu versuchen - und es würden infolgedessen noch mehr Menschen in der Sahara sterben, an die man gar nicht ran kommt. Solange es Migration über gefährliche Routen gibt, wird es schlechte Bedingungen dort geben - und z.B. Schlepper, die Leute absichtlich in schlechte Boote setzen, damit sie kentern und (so die Vorstellung) "gerettet werden müssen" - und wenn dann doch viele sterben, zuckt der Schlepper mit den Schultern, sein Geld hat er ja. Es ist insofern also auch eine gewisse Ohnmacht die die Leute daran hindert, darüber zu sprechen.
zum Beitrag20.02.2026 , 08:26 Uhr
Wenn man das fordert, sollte einem aber auch klar sein, dass dieser Ansatz nur funktionieren kann, wenn jede und jeder, der oder die es ohne Asylantrag nach Europa schafft, sofort und ohne lange Diskussion abgeschoben werden kann. Denn ansonsten würden sich die Leute genauso auf den Weg machen, wenn ihr Asylantrag abgelehnt wurde, wie sie es heute tun, und es würden genauso viele Menschen sterben. Mal abgesehen davon, dass auf der Sahararoute auch dauernd sehr viele Leute sterben (über die allerdings nicht mal die Taz viel spricht)
zum Beitrag20.02.2026 , 07:25 Uhr
Schon ulkig: Herr Bax baut den Strohmann auf, dass angeblich behauptet würde, die gesamte Linke würde sich nicht mit den Menschen im Iran solidarisieren - und gibt dann zu, dass einige prominente Linke, die besonders für ihren Anti-Israel-Aktivismus bekannt sind, dies tatsächlich nicht tun. Das war der gesamte Vorwurf. Niemand würde behaupten, dass es gar keine Linken gibt, die sich mit den Menschen im Iran solidarisieren, sondern, dass Teile der Linken - und zwar insbesondere die als sehr antiisraelisch hervorgetretenen Teile - dies nicht tun, und das belegen die von Herrn Bax genannten Beispiele eindrücklich.
In der zweiten Hälfte wird es dann etwas bizarr: Herr Bax fordert, sich bei allen Menschen gleichermaßen für Menschenrechte und Solidarität einzusetzen, egal, von wem sie unterdrückt werden? Dann ist er uns aber noch ungefähr 100 Kommentare zum Bürgerkrieg im Sudan schuldig. Gerade die Anti-Israel-Aktivisten sind es doch, die häufig ziemlich monothematisch unterwegs sind.
zum Beitrag18.02.2026 , 07:06 Uhr
"Auch linke, außerparlamentarische Gruppen sollten nicht erst nach diesem Fall hinterfragen, wie weit antifaschistische Selbstverteidigung geht und gehen darf."
Wenn man bei einem Fall, wo eine Gruppe einer Person auflauert und diese tötet, von "Selbstverteidigung" spricht, hat man den demokratischen Diskursraum im Grunde verlassen. Auch dann, wenn man findet, das ginge zu weit - alleine, dass es im Raum steht, ist schon absurd. Ebenso gut könnten ekelhafte Rechtsradikale die genannten rassistischen Morde als "nationale Selbstverteidigung" bezeichnen (was sie zum Teil ja auch tun). Wenn man proaktiv in einer Demokratie Gewalt propagiert, hat man den Boden der Selbstverteidigung verlassen. Egal, gegen wen es geht.
Mal abgesehen davon ist der Vergleich zwischen rassistischer und politischer Gewalt im Grunde ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Das es besser wäre, der französische Staat würde stärker auf rassistische Gewalt reagieren, ist unbestritten - das macht es aber nicht falsch, auf politische Gewalt stark zu reagieren.
zum Beitrag17.02.2026 , 08:38 Uhr
Das Problem ist, das jedes Mal, wenn die Ausgabenseite angegangen wird, sofort Zeter und Mordio geschrien wird, weil in Deutschland niemand auf die Klinik in Hinterposemuckel verzichten möchte, weshalb man seit Jahren verschlafen hat, eine sinnvolle Krankenhausreform durchzuführen. Diese wurde unter der Ampel endlich angestoßen, bis die sich allerdings in der Praxis auswirkt, dauert es noch Jahre.
zum Beitrag17.02.2026 , 08:34 Uhr
Dieser Kommentar kritisiert den SPD-Ansatz und meint, es solle "anders" gehen, indem etwas gegen die "Macht der Algorithmen" getan wird. Das ist, aus meiner Sicht, eine ziemlich destruktive Kritikform, die einen sehr konkreten und durchdachten Vorschlag im Endeffekt mit nebulösen Plattitüden beantwortet. Die schwierige und komplexe Frage ist ja nicht, ob man Algorithmen regulieren sollte, sondern wie das aussehen soll. Dem Paper in diesem Kontext vorzuwerfen, es bliebe bei dieser Frage "vage", ist fast schon lustig, wenn man bedenkt, dass dieser Kommentar diesbezüglich praktisch gar keinen Vorschlag bietet. Man darf gegen das Verbot sein, aber dann sollte man auch konkret bezüglich dessen werden, was man stattdessen will.
zum Beitrag16.02.2026 , 19:56 Uhr
Das hat Martenstein doch beantwortet, er sagte, er wäre für ein Verbot der NSDAP gewesen, aber sieht fundamentale Unterschiede zwischen NSDAP und AfD und hält das Ganze für ein linkes Komplott zum Ausschalten der politischen Relevanz rechter Meinungen. Ich sehe das vermutlich eher wie Sie als wie Martenstein, aber ganz so einfach ist seine Ansicht nicht zusammengefasst.
zum Beitrag16.02.2026 , 18:30 Uhr
Das Problem ist, das, wie Lowandorder sagt, der Besitz eines Ausweises in den USA nicht nur unüblich ist, sondern auch mit erheblichen Kosten und Aufwänden verbunden ist, die jenseits des Wählens praktisch keinen Nutzen haben. Hinzu kommt, dass ähnliche Maßnahmen in der Vergangenheit dort genutzt wurden, um Schwarzen indirekt das Wahlrecht zu verweigern. Nur wenn die Regierung also grundsätzlich das Meldewesen überarbeiten und DANN eine Ausweispflicht einführen würde, wäre das eine faire - wenn auch unwahrscheinliche - Möglichkeit. Das will aber niemand, weil das Ganze lediglich eine Maßnahme ist, um politische Gegner am Wählen zu hindern - das merkt man, wie gesagt, daran, dass die Republikaner die Ausweispflicht eben genau so gestalten wollen, dass sie selektiv davon politisch profitieren.
zum Beitrag16.02.2026 , 07:02 Uhr
Rima Hassan als "propalästinensisch" zu bezeichnen, ist aus meiner Sicht ziemlich fehlgeleitetes Framing. "Antiisraelisch" würde es besser treffen. Die Frau hat die Terroranschläge vom 7. Oktober 2023 als "legitim" bezeichnet. LFI hat sie dennoch immer unterstützt und gedeckt, auch nach diesen Äußerungen. Ist es wirklich überraschend, wenn eine Gruppierung, die ein prominentes Gesicht hat, dass der Ansicht ist, unter bestimmten Bedingungen sei Mord an Zivilisten "legitim", irgendwann auch Menschen hervorbringt, die der Ansicht sind, dass sei bei Morden an politischen Gegnern vielleicht auch so?
zum Beitrag15.02.2026 , 21:30 Uhr
Dann lassen Sie mich mal etwas Substanz hinzufügen:
Die drei Frauen reden lang und breit über das Stillen. Sie berichten jedoch ausschließlich darüber, wie die Entscheidung zu stillen ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse beeinflusst (das Bedürfnis der Mutter, zu stillen, vs. das Bedürfnis der "Co-Mütter", nach gleichberechtigter Bindung). Was überhaupt nicht zur Sprache kommt, ist die medizinisch gut belegte (und von jedem Kinderarzt inkl. Dr. Google leicht zu erfahrende) Tatsache, dass Stillen gesünder für die Kinder ist, insbesondere in den ersten sechs Monaten. Das dieser Aspekt überhaupt nicht zur Sprache kommt, legt zumindest die Vermutung nahe, dass er keine größere Rolle gespielt hat.
Und das von Ihnen vorgebrachte Zitat ist auch nicht so eindeutig, wie sie es darstellen: Die drei Frauen haben sich vorgenommen, "dass ihr alle drei in jedem Moment seine Grundbedürfnisse erfüllen könnt.". Das heißt, die "Grundbedürfnisse" des Kindes sollen "meistens" erfüllt werden, die der Frauen jedoch "in jedem Moment". Impliziert das nicht, dass im Zweifel die eigenen Bedürfnisse wichtiger sind als die des Kindes?
zum Beitrag15.02.2026 , 12:29 Uhr
Jedem, der jetzt einfach sagt: "ABER WAS IST SCHLECHT AN EINER AUSWEISPFLICHT????" sei gesagt: Der republikanische Plan sieht vor, bei der Ausweispflicht auch andere identifizierende Lichtbilddokumente zuzulassen. Würde man nämlich ausschließlich die "ID cards" nehmen, die hierzulande dem Personalausweis entsprechen, dann wäre es die demokratische Wählerschaft, die diesen überproportional oft besitzt.
zum Beitrag15.02.2026 , 12:25 Uhr
Also, ganz ehrlich: Hier mache ich mir doch ein paar Sorgen. Vieles wirkt nicht wirklich zu Ende gedacht, und manche Vorstellungen arg romantisiert. Zum Beispiel: "Ich hatte Angst, dass es mich komplett einnimmt und ich mein ganzes Leben opfern muss. Ich will weiter politisch aktiv sein und weiter Freund*innenschaften pflegen." - wenn man am Ende ein "Problemkind" hat (was schlecht planbar ist), dann nimmt es einen zumindest zeitweise komplett ein, Kinder zu haben. Das ist ziemlich normal und mit zwei, drei oder hundert Eltern nicht ganz zu vermeiden.
Hinzu kommt: Wenn man "romantische Liebe" für ein "flüchtiges Gefühl" hält und keinerlei rechtliche Bindung an das Kind hat, kann man sich auch ziemlich leicht aus dem Staub machen, und ich hoffe, das ist den anderen Müttern klar.
zum Beitrag11.02.2026 , 08:53 Uhr
Wenn ich auf eines wirklich gerne verzichten würde, dann sind es reiche, satte Männer, die im Eigenheim sitzen und schreiben, uns ginge es allen besser, wenn wir doch nur so verzichten lernten, wie sie es tun. Diese Art Verzicht würde wirklich helfen.
zum Beitrag10.02.2026 , 22:01 Uhr
Klemmen Sie sich doch bitte Ihren arroganten Ton und belegen Sie lieber Ihre Aussagen. Ich kann zur Untermauerung auf diverse Personen verweisen, die sich der gesellschaftlichen Linken zuordnen und in dieser hoch angesehen sind (wie z.B. Norman Finkelstein, Yanis Varoufakis, Greta Thunberg), und die in dieses Muster passen. Auch der Beschluss der Linksjugend fand in deren höchstrangiger Tagung (dem Bundeskongress) statt. Wenn Sie sagen: "Ein paar Leute", kann ich nur entgegnen, dass diese Leute offenkundig ziemlich einflussreich sind.
zum Beitrag09.02.2026 , 21:16 Uhr
Wenn alle Optionen, die Sie aufzählen, aus Ihrer Sicht darauf hinauslaufen, dass am Ende die Regel bestätigt ist, dann tut die aktuelle Entwicklung in Japan tatsächlich nichts zur Sache.
Übrigens, die Konrad-Adenauer-Stiftung fasst ihre Studie bezüglich der Handlungsanweisungen an Mitte-Rechts-Parteien so zusammen: "Erfolgreiche Strategien für die Mitte-rechts-Parteien liegen in einer klaren Abgrenzung gegenüber systemoppositionellen Parteien, in der glaubwürdigen Ansprache populistischer Wählerschichten sowie in der thematischen Führungsstärke bei sicherheits-, migrations- und sozialpolitischen Fragen. ". Offen gesagt klingt das jetzt nicht nach einer direkten Widerlegung meiner These, denn all diese Dinge sind mit der Übernahme radikalerer rechter Positionen durchaus vereinbar. Viel entscheidender wäre es ja, den Rechten nicht die Hoheit über die Gesprächsthemen zu überlassen, und das ist eigentlich auch alles, was die entsprechenden Studien tatsächlich belegen können. Das ist aber nicht deckungsgleich mit einer Abgrenzung der inhaltlichen Positionen - man kann ja Regeln auch verschärfen und nicht ständig darüber reden.
zum Beitrag09.02.2026 , 12:53 Uhr
Es gibt dafür längst ein Pilotprojekt: www.ndr.de/kultur/...taerimame-100.html
Es wird also durchaus MIT den Muslimen geredet, aber für die Situation BIS jetzt ist die Argumentation mit der Heterogenität der Muslime ziemlich plausibel.
zum Beitrag09.02.2026 , 12:20 Uhr
Indirekt ja: Die Mehrwertsteuer wird bei privaten Verkäufen (z.B. auf dem Flohmarkt oder von Privatleuten bei Kleinanzeigen etc.) nicht fällig und dadurch kann durchaus (völlig legal) Geld gespart werden.
zum Beitrag09.02.2026 , 08:30 Uhr
"Das Kalkül ist perfekt aufgegangen: Takaichi hat laut den ersten Hochrechnungen womöglich mehr Mandate gewonnen als Abe zu seinen besten Zeiten."
Wie jetzt? Ich habe bestimmt schon in einer vierstelligen Zahl an Taz-Artikeln gelesen, dass es immer dumm für Rechte ist, rechtsradikale Forderungen zu übernehmen, weil "die Leute dann lieber das Original wählen". Stimmt das etwa gar nicht in jedem Fall, sondern ist eine unterkomplexe Binsenweisheit, die Linke deshalb erzählen, weil sie hoffen, damit konservative Parteien in die Mitte zu ziehen?
zum Beitrag09.02.2026 , 08:18 Uhr
Ich habe seit dem 07.10.2023 gelernt, dass viele Linke Hamas und Hisbollah aus ganzem Herzen unterstützen, weil sie sie für "revolutionäre" Gruppen halten. Für diese Linken ist die Zweitstaatenlösung böse, weil nichts als die vollständige Vernichtung Israels als Konzept zufriedenstellend ist. Und diese Leute unterstützen dann folgerichtig auch die Mullahs - und gewinnen in der gesellschaftlichen Linken massiv an Einfluss, gerade auch in der Linkspartei (siehe Beschluss der Linksjugend über das "Staatsprojekt mit kolonialistischem und rassistischem Charakter")
zum Beitrag09.02.2026 , 07:24 Uhr
"Für mehrere tausend muslimische Soldaten gibt es bis heute keine Militärimame – angeblich wegen ihrer „Heterogenität“." Wieso "angeblich? Der Islam IST eine sehr heterogene Religion. Und für einen Sunniten ist der Gedanke, zu einem Schiitischen Imam zu gehen, nicht wahnsinnig hilfreich - von Alewiten etc. will ich da gar nicht erst anfangen.
Mal abgesehen davon: Wo gestorben wird, sind Seelsorger sehr hilfreich. Dem Autor mag Religion egal sein, und das ist sein Recht. Aber viele gläubige Menschen, die ihnen nahestehende Menschen verlieren, profitieren eben von einem Seelsorger mehr als von einem Psychologen. Das einfach abschaffen zu wollen, zeigt aus meiner Sicht vor allem die Ignoranz des Autors gegenüber religiösen Belangen. Wenn der lebenskundliche Unterricht so problematisch ist, könnte man ja auch einfach diesen abschaffen, anstatt das Kind mit dem Bade auszuschütten.
zum Beitrag07.02.2026 , 17:57 Uhr
Das Grundproblem ist: In der jetzigen Form ist das Rentensystem nicht halbwegs gerecht aufrechtzuerhalten. Es gibt nun zwei Wege aus diesem Dilemma: Entweder man stampft die gesetzliche Rente nach dem Umlageverfahren praktisch ein (dahin scheint die Reise zu gehen), oder man traut sich, sich einzugestehen, dass dieser Bereich künftig deutlich mehr Geld kosten wird - und zieht künftig deshalb z.B. alle Berufsgruppen mit ein, die jetzt eigene berufsständische Altersversorgungen haben. Ich würde den zweiten Weg favorisieren, Merz anscheinend den ersten. Jetzt liegt es in den Händen der Wählerinnen und Wähler, darüber zu entscheiden. Wenn wieder alle CDU, FDP und AfD wählen, sollte zumindest keiner jammern, dass die Reise eben dahin geht.
zum Beitrag07.02.2026 , 17:32 Uhr
Die Republikanische Partei macht ganz überwiegend keinerlei Anstalten, auf Distanz zu gehen.
zum Beitrag07.02.2026 , 17:31 Uhr
Nein, das ist dann doch absurd. Entschuldigung, aber die eigenen Genitalien von Kindern fernzuhalten ist nicht nur eine "liberale Norm", sondern eine grundlegende, auch in den USA weitgehend konsensfähige Grundregel. Der Grund, warum so viele MAGA-Anhänger sich dafür nicht interessieren, ist vielmehr, dass die dortige Propagandamaschine derart effizient funktioniert, dass es keine Möglichkeit gibt, seine Anhänger tatsächlich davon zu überzeugen, er könnte das tatsächlich getan haben - und wenn doch, dann ist es das wert, weil er ja so viele andere tolle Dinge macht und die Demokraten haben ja sowieso irgendwie damit angefangen. Das ist das Ergebnis einer jahrzehntelang arbeitenden systematischen Verblödungsmaschinerie, und nichts weiter. Wenn man Politik zum Mannschaftssport macht, dann kann der eigene Messias nichts mehr falsch machen. Die große Mehrheit der Trump-Anhänger wird sich nicht denken: "Geil, der hat Kinder missbraucht, so rebellisch", wie es der Autor andeutet.
zum Beitrag07.02.2026 , 11:07 Uhr
Und genau das ist passiert, als das Bundesverfassungsgericht sich zuletzt des Themas angenommen hat. Daran, dass wir dies dreißig Jahre später trotzdem immer noch diskutieren, sieht man, dass es eben damit nicht getan ist.
zum Beitrag06.02.2026 , 17:23 Uhr
Ich stimme der Stoßrichtung des Kommentares zu. Wohltätigkeit ist schön, gut und richtig, aber sich auf sie zu verlassen, ist bei Problemen der Grundversorgung gefährlich.
zum Beitrag06.02.2026 , 17:22 Uhr
Nein, das ist dann doch sehr unwahrscheinlich. Die wenigsten Leute in Deutschland (anders als in den USA) sind obdachlos, weil sie einfach zu wenig Geld zum Wohnen haben. In Deutschland sind die Fälle oft komplexer. Wenn die Preise in bestimmten Großstädten zu hoch werden, ziehen die meisten Leute ins immer weiter gefasste Umland und haben immer längere Arbeitswege. Das ist zwar auch nicht schön, aber wesentlich besser als Obdachlosigkeit. Unsere Sozialsysteme sind eigentlich auch so strukturiert, dass niemand, der in der Lage ist, sich durch den Behördendschungel zu kämpfen, auf der Straße leben müssen sollte - dass die Realität leider oft anders aussieht, hat viele Gründe. "Zu hohe Mietpreise" alleine sind hierzulande nicht entscheidend.
zum Beitrag06.02.2026 , 14:58 Uhr
Als jemand, dessen Partnerin auch schon mit diesem Problem zu kämpfen hatte, kann ich den ganzen Mist leider gut verstehen. An dieser Stelle ist eine wirksame Intervention oft leider schwierig, da jemand, der es wirklich drauf anlegt, Frauen das Leben schwer zu machen, daran selten wirksam gehindert werden kann.
Ob dieser konkrete Fall allerdings als Beispiel für die alltäglichen Stalkingfälle taugt, bezweifle ich eher, da in diesem Falle der mutmaßliche Täter eine schwere Persönlichkeitsstörung zu haben scheint, die ihn dazu veranlasst, sich in eine parasoziale Beziehung reinzusteigern. Das erinnert an den Attentäter, der einst versuchte, Ronald Reagan zu töten, damit sich Jodie Foster in ihn verlieben würde. Das Gruselige am alltäglichen Stalking ist aber, dass es in der Regel eher unscheinbare, scheinbar völlig "normale" Männer sind, die solche Taten an ihren Ex-Partnerinnen verüben - oder auch nur an Frauen, die sie nicht haben wollten.
zum Beitrag05.02.2026 , 06:26 Uhr
Das war damals im öffentlichen Dienst, und die betroffenen Personen waren damals selbst ziemliche Vergifter des Betriebsklimas. Als einst eine neue Kollegin eingestellt wurde, beschloss eine der Teilzeitpersonen nach einer halben Stunde, dieses sei "unsympathisch", woraufhin praktisch die gesamte Gruppe an Teilzeitkolleg*innen diese plötzlich mied, bis sie kündigte. Spätestens danach hatte ich Schwierigkeiten, diese Personen als Opfer der Umstände zu sehen - mir erschien bei diesen Personen eher eine gewisse Geltungssucht, kombiniert mit einem: "Ich bin schwer zu kündigen, also brauch ich mich auch nicht anzustrengen" als Ursache dabei zu sein. Teilzeitwünsche sind meiner Erfahrung insgesamt nach weder intrinsisch gut noch schlecht, aber es gibt, wie bei allen Vergünstigungen (grundsätzlich krank an Brückentagen, so ein Zufall), immer einen gewissen Prozentsatz, der es ausnutzt.
zum Beitrag05.02.2026 , 06:22 Uhr
Man könnte auch die schlimmen Verbrechen der "Siedlerbewegung" noch hinzunehmen, die im Westjordanland heftig und ungehemmt wütet. Verbrechen passieren da zahlreiche, und das anzumerken, ist durchaus legitim. Nur der pathetische Ton der Marke: "Schweigen, bis es nicht mehr geht", ist wieder mal völlig unangemessen, insbesondere, wenn auffällig ist, dass Verbrechen einer bestimmten Gruppe für Herrn Bax grundsätzlich interessanter zu sein scheinen als Verbrechen anderer Gruppen in der Region.
zum Beitrag05.02.2026 , 06:19 Uhr
Wenn man Verbrecher unbedingt vergleichen muss, dann kann man das tatsächlich etwa so zusammenfassen. Netanjahu hat bei den (zahlreichen) Demos gegen seine Regierung schließlich nicht tausende Menschen niedermetzeln lassen.
zum Beitrag05.02.2026 , 06:17 Uhr
Ich finde es eben vor allem interessant, wie die Aufmerksamkeitsökonomie teilweise funktioniert. Herr Bax ist Islamwissenschaftler und Nahostexperte - aber sein einziger Meinungsbeitrag zu den Iranprotesten war, sich gegen einen militärischen Regime Change von außen auszusprechen - zu Gaza hingegen könnte ich mit seinen ausgedruckten Kommentaren vermutlich meine halbe Wohnung tapezieren. Gleichzeitig ist die Todeszahl im Sudan im vergleichbaren Zeitraum geschätzt über doppelt so hoch, aber zu diesem Konflikt gibt es weder Demos noch wiederholte, wütende Kommentare darüber, dass nur völlig empathielose Menschen dazu weiter schweigen könnten.
zum Beitrag03.02.2026 , 20:12 Uhr
Ob es sich um eine "laute Minderheit" handelt, weiß man letztendlich nicht. Ich vermute schon, da die meisten mir bekannten ADAC-Mitglieder (die den CO2-Preis vermutlich eher befürworten) dort hauptsächlich wegen des Pannenservice Mitglied sind - aber beweisen kann ich das genausowenig wie Herr Waack.
zum Beitrag03.02.2026 , 20:10 Uhr
Mein "Hot Take" ist: Sportgeräte gehören nicht auf öffentliche Straßen. Und zwar weder Rennautos noch Rennräder. Wer mit einem "PS-Boliden" in Rekordzeit von 0 auf 150 beschleunigen will, der soll sich den Nürburgring anmieten und darf da gerne rumfahren, wie er will. Autos sind praktisch und in unserer Zeit leider an vielen Orten fast notwendig - aber wer daraus einen "Nervenkitzelsport" machen will, der sollte dies an Orten tun, wo er nur sich selbst und andere Verrückte damit beschädigen kann.
(Dies gilt übrigens auch für Rennradfahrer - wer in ein parkendes Auto fährt, weil er es nicht sieht, der sieht auch das auf die Straße laufende Kleinkind im Zweifel nicht).
zum Beitrag03.02.2026 , 18:44 Uhr
Ich habe in meiner Zeit im öffentlichen Dienst genug Leute kennengelernt, die einst aus guten Gründen in Teilzeit gingen (in der Regel wegen der Kinderbetreuung), allerdings immer noch in dieser verblieben, als die Kinder 20 und aus dem Haus waren. Dies war dann in der Regel verbunden mit einem ziemlich erheblichen Anspruchsdenken der Marke: "Oh, an diesem Nachmittag kann ich aber WIRKLICH nicht arbeiten, da habe ich Freizeitaktivität XYZ". Ich persönlich finde das im Grundsatz in Ordnung, es ist aber andererseits auch klar, dass dieses Modell das Arbeiten für die anderen Kolleg*innen schon ziemlich erschweren kann, da diese dann die "übriggebliebene" Arbeit erledigen müssen.
Allerdings kenne ich auch die andere Seite, z.B. Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen, die einfach wissen, dass sie in Vollzeit schnell ihre Belastungsgrenze überschreiten - ohne aber gleichzeitig große Lust zu haben, zu ihrem Arbeitgeber zu rennen und diesem zu erzählen, dass sie eine psychische Erkrankung haben. Für diese Leute ist dann eine vermeintliche "Lifestyle-Teilzeit" tatsächlich eher positiv bezüglich der Arbeitsleistung. Es ist eben kompliziert.
zum Beitrag03.02.2026 , 18:37 Uhr
Nun, wenn Sie als "Todesfister" arbeiten, ist "Vollzeit arbeitslos" vielleicht besser.
Spaß beiseite: Ich glaube, selbst wenn das "Recht auf Teilzeit" abgeschafft würde, würde das kaum die Leute betreffen, die bereits in Teilzeit sind, da diese ja in diesem Falle in der Regel bereits genehmigt wäre. Unbequem würde es eher für Leute, die planen, demnächst in Teilzeit zu gehen.
zum Beitrag03.02.2026 , 17:51 Uhr
Diese 70.000 in knapp zweieinhalb Jahren sind übrigens etwas mehr als doppelt so viel, wie laut Guardian im Iran alleine in diesem Monat im Zusammenhang mit den dortigen Protesten getötet wurden.
zum Beitrag30.01.2026 , 22:43 Uhr
Sie können Jäger*innen gerne im Sinne eines Werturteils als "Mörder" bewerten (ich sehe das anders), aber "alle" Mordmerkmale wären sicherlich selbst dann nicht regelmäßig erfüllt, wenn sie bei Tieren überhaupt zur Geltung kämen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Jäger*innen üblicherweise nicht zur Befriedigung des Geschlechtstriebs oder zur Ermöglichung oder Verdeckung anderer Straftaten Tiere erschießen.
zum Beitrag25.01.2026 , 14:08 Uhr
Sie sagten wörtlich: "Wäre das Kind auch außerhalb des Körpers der Mutter bereits lebensfähig ist es Mord.". In der jetzigen Rechtslage geht es keineswegs immer nur um das Leben der Schwangeren, wenn Spätabtreibungen vorgenommen werden, sondern eben auch um die "seelische Gesundheit". Das bedeutet, wenn eine Mutter z.B. geltend machen kann, dass das Gebären eines Kindes mit Down-Syndrom für sie seelisch unzumutbar wäre, bekommt sie eine Spätabtreibung. Das wäre der jetzigen Rechtslage nach legal - Ihrer (nicht meiner) Definition nach aber "Mord". Das sollte Ihnen zumindest zu denken geben (es ist einigermaßen vielsagend, dass Sie auf den Rest des Argumentes zudem gar nicht eingehen)
zum Beitrag24.01.2026 , 19:58 Uhr
Ich bin der Ansicht, dass unser Abtreibungsrecht so, wie es ist, in Ordnung geht. Eine Legalisierung von Abtreibung würde in der Praxis wenig bringen, denn die ständig vorgetragene Argumentation, diese würde das Angebot an Abtreibungen deutlich erhöhen, überzeugt meiner Ansicht nach nicht - denn das Angebot an Abtreibungen war vor 20 Jahren nachweislich noch deutlich höher, obwohl die Rechtslage seitdem unverändert ist. Mal abgesehen davon, dass für eine Legalisierung das Bundesverfassungsgericht seine bisherige Rechtsprechung revidieren müsste, damit diese überhaupt möglich wäre - was aber nicht in Sicht ist, da seit der letzten Prüfung der Sachlage durch dieses keine neuen Erkenntnisse hinzugekommen sind, die dessen Einschätzung verändern sollten.
Meine Ansicht zu Abtreibungen ist: Ich halte Abtreibung (fast) immer für unmoralisch - aber zumindest unter bestimmten Umständen nicht für derart unmoralisch, dass ein staatliches Eingreifen in die körperliche Selbstbestimmung der Frau dadurch gerechtfertigt wäre. Überzeugend finde ich das klassische Paper "A Defense of Abortion" von J.J. Thomson, das diese Situation gut darlegt. Deshalb geht unsere aktuelle Rechtslage in Ordnung.
zum Beitrag24.01.2026 , 18:09 Uhr
Um das Lebensrecht der Frau geht es gar nicht. Die meisten Frauen sterben heutzutage glücklicherweise nicht mehr an einer Schwangerschaft. Der Konflikt besteht in aller Regel zwischen dem Lebensrecht eines Fötus und dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung einer Frau. Ginge es nur um die (relativ wenigen) Fälle, in denen eine Abtreibung aufgrund akuter Lebensgefahr der Schwangeren stattfindet, wäre das Thema weit weniger kontrovers.
zum Beitrag24.01.2026 , 17:32 Uhr
Bei allem Respekt, Sie sollten über das Thema noch mal grundsätzlich nachdenken. Sie fordern gerade, (mutmaßlich) ohne es zu merken, ein deutlich restriktiveres Abtreibungsrecht, als wir es jetzt haben. Unser aktuelles Abtreibungsrecht sieht Ausnahmen für die Spätabtreibung von Kindern bis zur Geburt vor, um "die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden" (§218aStGB) - dies gilt bis zur Geburt, also lange, nachdem der Fötus lebensfähig ist. "Lebensfähigkeit außerhalb des Körpers der Mutter" ist zudem ethisch ein ungeeignetes Kriterium - erstens gibt es für "Lebensfähigkeit" keine harte Grenze, da Änderungen in der Technologie diese ständig verschieben, zweitens ist die Herstellung der Lebensfähigkeit eines Kindes durch das Warten weniger Wochen leicht möglich. Wenn Sie der Ansicht sind, es sei einer Frau zuzumuten, ein ungewolltes Kind in eine Babyklappe zu geben (was ein schwer traumatisches Erlebnis sein kann), passt es nicht dazu, dass Sie es im Gegenzug für unzumutbar halten, eine Schwangerschaft bis zum Zeitpunkt der "Lebensfähigkeit" auszutragen.
zum Beitrag23.01.2026 , 21:12 Uhr
Es geht auch nicht um das "Potenzial" eines neuen Menschen (sonst müsste man ja auch Eizellen mit Lebensrechten versehen), sondern um bereits existierende Menschen, denn bereits ein Embryo ist unzweifelhaft ein menschliches Wesen. Die entscheidende Frage ist, ob einem Embryo dadurch Rechte zustehen oder nicht. Ihr zweites Argument ist sehr fragwürdig - denn es würde auch die Tötung ungewollter Neugeborener rechtfertigen.
zum Beitrag22.01.2026 , 23:02 Uhr
Naja, es würde schon sehr helfen, die öffentlichen Betreuungsangebote flächendeckender gewährleisten zu können. Da dieses Problem mangels Personal aber ziemlich grundsätzlich ist, ist es sehr schwer, es kurzfristig zu lösen.
zum Beitrag22.01.2026 , 23:00 Uhr
Naja, Partner können auch erkranken, sterben oder sich plötzlich aus dem Staub machen. Und gerade Väter, die plötzlich beschließen, sie wollen doch keine Kinder, und die Frau mit den Kindern einfach sitzen lassen, kommen leider nicht allzu selten vor. Natürlich muss in solchen Fällen die Gesellschaft einspringen - und da eine Unterscheidung nach "guten" oder "schlechten" Gründen, alleinerziehend zu sein, zu Willkür und Ungerechtigkeiten führen würde, ist es aus meiner Sicht gut, richtig und wichtig, dass die Gesellschaft an solchen Stellen Hilfe leistet.
zum Beitrag22.01.2026 , 22:54 Uhr
Nun machen Sie mal halblang. Ich denke, die Charakterisierung, ich würde "kein bisschen Empathie" zeigen, ist maßlos übertrieben. Ich habe auch nicht gesagt, sie sei "selbst schuld" - das wäre ja auch abwegig. Ich habe (offenbar fälschlicherweise) angenommen, sie würde keiner Tätigkeit nachgehen, obwohl sie es könnte - und gleichzeitig Kommunikation "auf Augenhöhe" fordern. Da ich mehrere Kinder alleinerziehender Eltern kenne, welche ihr Leben lang für ihre Kinder sehr hart gearbeitet haben, fand ich das etwas daneben - aber scheine da ohnehin auf dem falschen Dampfer gewesen zu sein, da ich das wichtige Wort "ergänzend" überlesen habe.
zum Beitrag22.01.2026 , 22:50 Uhr
Mir ging es nicht um eine Vollzeitbeschäftigung, sondern eher darum, dass meinem ersten Eindruck nach die Autorin auch keiner Teilzeitbeschäftigung nachginge. Das scheine ich aber falsch verstanden zu haben, wie Andere hier dankenswerterweise aufzeigten.
zum Beitrag22.01.2026 , 22:49 Uhr
Nach erneuter Lektüre scheinen Sie Recht zu haben. Danke für den Hinweis.
zum Beitrag22.01.2026 , 22:48 Uhr
Sie haben Recht. Unglückliche Formulierung meinerseits.
zum Beitrag22.01.2026 , 22:48 Uhr
Ja, das "Ergänzend" scheine ich tatsächlich überlesen zu haben. Das ist natürlich etwas peinlich und ändert die Einschätzung durchaus. In diesem Falle belasse ich es bei der ersten Hälfte meines Kommentars - und meine uneingeschränkte Sympathie gilt der Betroffenen.
zum Beitrag22.01.2026 , 12:19 Uhr
Ich sehe das zwiespältig:
Auf der einen Seite kann ich die Frustration über das gesamtgesellschaftliche Hinnehmen von Armut, insbesondere Kinderarmut, sehr gut verstehen. Genauso, wie ich es verstehen kann, das man unzufrieden ist, wenn einem trotz echter Bedürftigkeit immer wieder das Gefühl aufgenötigt wird, man sei im Grunde eine Bittstellerin gegenüber einer quasi "erlauchten" Klasse. Einzelne geschilderte Sachverhalte wie z.B. die Bitte, die Kinder mögen als Dank für ein Legoset eine Postkarte malen, finde ich zudem schlicht übergriffig - so trichtert man schon Kindern ein, weniger wert zu sein.
Auf der anderen Seite muss ich aber auch zugeben, dass mir hier auch ein anderes Problem auffällt: Die Autorin beschreibt, sie könne als Alleinerziehende "nicht mehr als Teilzeit" arbeiten, und hätte ohne Kinder kein Problem mit dem Auskommen, empfängt aber Bürgergeld. Das impliziert, sie ist mutmaßlich arbeitsfähig, aber arbeitet nicht - ich vermute, weil es sich verglichen mit der gegebenen Situation schlicht nicht lohnen würde. Das ist nachvollziehbar, dämpft aber zugegebenermaßen meine Sympathie für die zum Ausdruck gebrachte Anspruchshaltung - denn zu Augenhöhe gehören Zwei.
zum Beitrag16.01.2026 , 11:48 Uhr
Herr Günther ist einer der Besten, die die CDU hat, und ich stimme seinen Äußerungen in vollem Umfang zu. Der Shitstorm gegen ihn ist so erwartbar wie falsch. Der Mann hat als einer der wenigen nicht nur in seiner Partei, sondern in der deutschen Politik insgesamt, die immense Gefahr begriffen, die von Manipulationen durch soziale Medien tatsächlich ausgeht. Wenn die CDU von Leuten wie Günther geführt würde, wäre sie mir wesentlich sympathischer.
zum Beitrag11.01.2026 , 13:56 Uhr
Ich stimme Ihnen völlig zu und möchte hinzufügen, dass selbst die "harmloseste" praktizierte Form von FGM (die Entfernung nur der Klitoris) quasi mit der Amputation eines Großteils der Eichel beim Mann vergleichbar wäre. Das sind einfach völlig verschiedene Größenordnungen.
zum Beitrag11.01.2026 , 13:47 Uhr
Das Problem ist, dass der Begriff "kolonial" eben eine Assoziation mit dem imperialen Kolonialismus des 19. Jahrhunderts weckt, die für die frühe zionistische Siedlung aber nicht wirklich passt. Der Kolonialismus diente in der Regel der Ausdehnung des Machtbereichs und dem Zugriff auf zusätzliche Rohstoffe und Absatzmärkte für koloniale Mächte, was aber bei der zionistischen Bewegung alles kein Thema war, weil diese keinem Staat untertan war. Das unmoralische am Kolonialismus war ja nicht, dass Leute sich irgendwo angesiedelt haben, sondern, dass Leute angefangen haben, die ansässige Bevölkerung in anderen Ländern zu unterdrücken und für die eigenen Zwecke zu unterjochen und auszubeuten, was aber beim frühen Zionismus - trotz einzelner Vertreibung insb. arabischer Arbeiter - nicht wirklich systematisch stattfand (und wozu die frühen Zionisten auch gar nicht in der Lage gewesen wären, waren diese doch auf das Wohlwollen des osmanischen Sultans angewiesen, der dieses Land zu diesem Zeitpunkt selbst bereits (fremd)beherrschte)
zum Beitrag11.01.2026 , 01:51 Uhr
Der Whataboutism ist, dass Sie auf Antisemitismustoleranzvorwürfe mit: "Ja, aber Aiwanger hatte auch einen Antisemitismusvorfall, und dem nützt so was ja!" reagieren und dabei überhaupt nicht darauf eingehen, ob die Vorwürfe zutreffen. Das tun Sie im Übrigen auch im nächsten Kommentar nur, indem Sie suggerieren, dass dieses Phänomen durchaus real ist.
zum Beitrag10.01.2026 , 00:49 Uhr
Wenn sich die Linke von den "Antiimperialisten" getrennt haben soll, frage ich mich doch, warum ein sehr einschlägiger Beschluss der Linksjugend, über den hier auch berichtet wurde, nicht zu einem einzigen Parteiausschlussverfahren führte. Und ein "klares Statement" sieht für mich anders aus - Worte sind immer nett, aber wenn daraus keine Konsequenzen folgen, sind sie eben auch Schall und Rauch.
Und, ganz ehrlich: "Antisemitismus ist verachtenswert, aber Antisemitismus zu instrumentalisieren, ist ebenso verachtenswert" ist ein abwegiger Standpunkt. Die Unterdrückung und Verächtlichmachung einer Bevölkerungsgruppe ist offenkundig wesentlich schlimmer, als unberechtigt den Vorwurf zu erheben, Jemand wolle eine Bevölkerungsgruppe verächlich machen. Die gesellschaftliche Linke hat sich durchaus berechtigt über die Leute seit Jahrzehnten lustig gemacht, die sinngemäß sagen: "Rassismus ist schlimm, aber MICH einen Rassisten zu nennen, ist genauso schlimm!".
zum Beitrag10.01.2026 , 00:42 Uhr
Das ist, offen gesagt, ein reiner Whataboutism. Ich habe ja nicht gesagt, dass Herr Aiwanger und seine politischen Verbündeten für mich akzeptabler sind.
zum Beitrag09.01.2026 , 23:41 Uhr
"Es gibt asexuelle Menschen, die Sex gänzlich ablehnen. Ich gehöre nicht dazu, aber ich habe oft einfach keine Lust darauf." Das Präfix "A-" bedeutet "Nicht". Der Begriff "asexuell" bedeutet also "NICHT sexuell". Das ist schon rein begrifflich zwangsweise kein Spektrum, ebensowenig, wie ein Atheist nicht "ein bisschen mehr oder weniger" an Gott glaubt, sondern eben nicht an Gott glaubt. Tatsächlich asexuelle Menschen in diesem existieren, sind aber ziemlich selten. Ich finde es ziemlich daneben, sich deren Probleme einfach anzueignen, indem man sagt: "Ich habe oft auch keine Lust auf Sex, also bin ich asexuell". Es ist völlig normal, dass Menschen unterschiedliche Libidos haben. Aus dieser banalen Erkenntnis sich ein Label abzuleiten, das sich noch dazu echte Probleme einer real existierenden Gruppe ohne relevante Lobby aneignet, ist daneben - und dann noch zu sagen, man müsse regelmäßig Leute über "Asexualität aufklären", ist absurd. Da könnte ich ebenso sagen, ich sei trans, weil ich mich nicht als Macho identifiziere, und hätte dann das Recht, alle Anderen über Transidentität "aufzuklären"
zum Beitrag09.01.2026 , 19:09 Uhr
Die Herleitungen sind unterschiedlich. Rechte fangen an bei "Juden sind böse und zersetzen Deutschland von Innen", Linke hören da auf. Vereinfacht: Linke sehen Kriegsverbrechen an den Palästinensern, schlagen sich also instinktiv auf die palästinensische Seite, weil "schwächer". Die palästinensische Seite aber verbreitet Propaganda, die darauf ausgelegt ist, im Westen bei genau diesen Linken gut anzukommen - und stellt Israel als intrinsisch schlecht, weil kolonialistisch und rassistisch, dar. Linke glauben deshalb, Israel sei offenkundig kolonialistisch und rassistisch, und fragen sich, warum Israel trotzdem unterstützt wird. Dabei landet man dann schnell bei dem Gedanken, Israel habe ja offensichtlich eine sehr gute Lobby. Zu dieser Lobby gehören dann schnell alle Menschen, die sich für Israel aussprechen - was diese Linken nicht als: "Ich möchte einen sicheren Staat für Jüd*innen", sondern als: "Ich möchte die Palästinenser unterdrücken" auffassen. Dabei fällt dann schnell auf, dass viele jüdische Institutionen sich, bei aller politischen Diversität, gegen die Vernichtung oder Auflösung Israels aussprechen - und schon ist der Linke bei seinem Antisemitismus angekommen.
zum Beitrag09.01.2026 , 18:57 Uhr
Ich glaube, wir sind da inhaltlich völlig einer Meinung, was den Konflikt angeht, aber ich habe eben die starke Vermutung, dass es vielen propalästinensischen Linken nicht primär um Kritik speziell an der Netanjahu-Regierung geht, sondern um Israel an sich. Diese Art Linke unterstellt Israel, ein "Staatsprojekt mit kolonialem und rassistischem Charakter" (sinngemäßes Zitat aus dem berüchtigten Beschluss der Linksjugend) zu sein, und möchte Israel deshalb ganz beseitigen bzw. durch eine Einstaatenlösung mit den Palästinensergebieten vereinigen. Aus Sicht dieser Linken sei dies auch die eigentlich naheliegende und zeitgemäße Position, weshalb die trotzdem fortdauernde Existenz Israels vor allem durch deren hervorragende Lobbyarbeit zu erklären sei - und zack, sind genau diese Linken beim Narrativ der finsteren jüdischen Weltverschwörung angekommen, die heimlich die Fäden zieht. Man sagt in diesen Kreisen "Zionisten" statt "Juden", und hält stolz die paar Jüd*innen in die Kamera, die das nicht durchschauen, und schon ist man sich sicher, nicht antisemitisch zu sein, obwohl man glaubt, "die Zionisten" würden heimlich alle Fäden ziehen. Bei diesen Kreisen ist, fürchte ich, alles zu spät
zum Beitrag09.01.2026 , 18:49 Uhr
Ja, das ist ein Problem, wenn man das so sieht. Aber wenn mir eine hypothetische Partei meine absolute Wunschpolitik anböte, aber zudem gleichzeitig z.B. rassistisch, antisemitisch oder frauenverachtend wäre, wäre sie damit für mich unwählbar. Und damit ist die Linke für mich unwählbar. Sonst müsste ich ja, zugespitzt gesagt, auch eine Rechtspartei wählen, wenn diese eine soziale Renten- und Wirtschaftspolitik fordern würde. Da wähle ich lieber SPD und bekomme die zweitbeste Sozial-, Wirtschafts-, und Rentenpolitik, aber dafür keine Toleranz für Judenhass.
zum Beitrag09.01.2026 , 06:46 Uhr
"Daneben sehe ich nur noch Mera25 als weitere wählbare Partei." Mera fand den 7. Oktober 2023 aber soweit ganz dufte. Allein das macht sie unwählbar. Mal abgesehen davon: Wenn man ein Statement abgibt, dass sich mit "Die Linke hat als einzige Partei verstanden, wie das Geldsystem funktioniert", könnte man sich mal fragen, ob man es selbst verstanden hat.
zum Beitrag09.01.2026 , 06:39 Uhr
Ich habe diese Partei letztes Jahr angesichts derartiger Vorfälle verlassen und bereue es keine Sekunde. Bei aller Richtigkeit der Forderung nach einem unabhängigen, palästinensischen Staat ist es leider allzu oft so, dass man, wenn man sich mit "Pro-Palästina-Aktivist*innen" ins Bett legt, mit Hamas-Unterstützer*innen und sonstigen Judenhassern aufwacht. Das für mich besonders Perfide ist dabei, dass (anders als rechte Antisemiten) linke Antisemiten ihren Antisemitismus häufig aggressiv verleugnen und weit von sich weisen, selbst, wenn sie aktiv Organisationen unterstützen, die den Holocaust am Liebsten wiederholen würden.
Dass der linke Parteivorstand auf solche Vorfälle immer nur mit einem müden: "Das macht man aber nicht, lasst die eigenen Leute in Ruhe" reagiert, ist ebenfalls schwach. Hätten die ein bisschen Rückgrat, würden sie solche Leute (wie z.B. in Form der Linksjugend) aus der Partei jagen.
zum Beitrag09.01.2026 , 06:35 Uhr
Nun sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihre Stimme weiterhin einer Partei geben können, die Antisemitismus toleriert. Sie haben mutmaßlich das Privileg, diese Entscheidung treffen zu können - Menschen, die von Antisemitismus betroffen sind, haben sie nicht.
zum Beitrag06.01.2026 , 08:36 Uhr
Genau, letztendlich ist der Neoliberalismus an linksextremen Anschlägen Schuld. Früher, vor der neoliberalen Massengesellschaft, war man schließlich super vor derartigen Anschlägen geschützt - deshalb gab es ja auch in der westdeutschen Geschichte vor der neoliberalen Ära nie linksextreme Terroranschläge.
zum Beitrag01.01.2026 , 17:28 Uhr
Weil die kompetenteren Leute eine*r nach dem Anderen gescheitert sind, und er schließlich übrig blieb.
zum Beitrag30.12.2025 , 22:59 Uhr
Nein, auch deshalb, weil es kaum möglich ist, diesen Bereich generell zu kontrollieren. Selbst, wenn Böllern generell verboten wäre, würden die wenigsten Böllernutzer tatsächlich bestraft werden, was widerum bedeutet, dass die Wenigsten, die es wirklich wollen, sich fürchten würden, trotzdem zu böllern. Und es wäre praktisch alles verbliebene Feuerwerk illegal, was es wahrscheinlich auch nicht sicherer machen würde.
zum Beitrag30.12.2025 , 12:27 Uhr
Alle Jahre wieder kommt der Böllerstreit auf die Erde nieder stets zur Neujahrszeit
Kehrt mit neuem Artikel ein in jede Site und so gleich entwickelt sich im Forum Streit
Ich finde es aufs Neue durchaus etwas Mist so dass ich mich stets freue wenn wieder Ruhe ist
Guten Rutsch! (Die meisten Unfälle passieren übrigens sowieso mit illegalem Feuerwerk und illegalen Böllern, so dass der Nutzen eines Verbotes nicht eindeutig ist, weshalb man darüber auch 2035 noch diskutieren wird)
zum Beitrag30.12.2025 , 12:20 Uhr
Was hier praktisch völlig fehlt, ist eine Darlegung, warum "offene Grenzen für alle" überhaupt wünschenswert sein sollten. Hier wird lediglich die dünne Argumentation bemüht, geschlossene Grenzen würden bedeuten, dass Staatsbürger*innen und Nicht-Staatsbürger*innen unterschiedlich behandelt würden, und dass dies ein Verstoß gegen die Menschenrechte sei. Das ist, gelinde gesagt, eine ziemlich abwegige Vorstellung, der tatsächlich fast niemand, der sich mit Menschenrechten auskennt, zustimmen würde. Der Vergleich mit der Sklaverei ist abwegig: Wenn, wie der Autor beteuert, der Vergleich die Dinge nicht moralisch gleichsetzen soll, sondern nur zeigen soll, dass auch als "unumstößlich" deklarierte Institutionen überwindbar sind, könnte ich die Sklaverei genauso gut als Argument dafür verwenden, dass das Gebot, seine Heimstätte bekleidet zu verlassen, überwindbar ist - und alle Leute nackt herumlaufen sollten. Damit wäre die Frage, warum man das wollen sollte, aber ebenso nicht beantwortet.
zum Beitrag30.12.2025 , 08:32 Uhr
"Der SPD-Bundestagsabgeordnete forderte darüber hinaus sogenannte IGeL-Leistungen abzuschaffen. Diese individuellen Gesundheitsleistungen, die Patient:innen selbst zahlen müssen, seien laut Schwartze häufig nicht evidenzbasiert."
Das ist zu platt und verkennt, dass manche IgEL-Leistungen durchaus sinnvoll sein können (z.B. Vitamin-D-Spiegeleinstellungen, Toxoplasmen-Screening bei Schwangeren). Das Problem ist eher, dass zu viele Praxen ihren Patient*innen IgEL-Leistungen praktisch aufzwingen, weil sie ganz gut daran verdienen. An der Stelle wäre eine schärfere Kontrolle der bestehenden Regeln besser, als das Kind mit dem Bade auszuschütten.
zum Beitrag30.12.2025 , 08:30 Uhr
Mehr Prävention wäre gut. Auch mehr Schulsport und mehr Bildung über Ernährung an Schulen wäre sicherlich gut. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die zur Zeit ohnehin überlasteten Schulen aus allen Sektoren ständig mit zusätzlichen, sehr guten Ideen, was die Schulen noch alles leisten könnten (Erziehung, Deutschkenntnisse, Steuererklärung, Auto reparieren, Wirtschaftskunde etc.), überfrachtet werden, und man nicht jedes Problem dieser Art immer nur mit Fingerzeig auf die Schulen lösen kann. Seinen Kindern beizubringen, wie man sich gesund ernährt (was übrigens schon viele Erwachsene nicht können), kann sich auch jeder auf die eigene Kappe schreiben.
Ihr verschwörungstheoretisches Geraune, die Pharmaindustrie würde die Länder (die ja für Bildung zuständig sind) dahingehend manipulieren, dies zu verhindern, ist hingegen völlig abwegig. Sie hätten wenigstens einen (wesentlich naheliegenderen) Hinweis auf die Lebensmittelindustrie geben können, deren Interessen von einem solchen Konzept viel unmittelbarer bedroht wären.
zum Beitrag23.12.2025 , 15:33 Uhr
Ich werde mir mit Sicherheit keine ganze Anstalt-Folge ansehen, nur einer Diskussion wegen. Ich habe aber deren Faktencheck-Dokument und die verlinkten Quellen angesehen. Diese zeigen, dass die Mietspiegel in Wien insgesamt tatsächlich besonders niedrig sind - aber widerlegen das, was ich wie ein kaputter Plattenspieler wiederhole, nicht: Die Mieten BEI NEUVERMIETUNG sind horrend hoch. Gerade weil die Mieten in den kommunalen Wohnungen so niedrig liegen, ist das umso augenfälliger.
Um sich auf eine kommunale Wohnung bewerben zu können (also sprich, um auf die Wartelisten überhaupt draufzukommen), muss man im Übrigen zwei Jahre den Hauptwohnsitz in Wien haben. Was - zum wiederholten Mal - meine These untermauert: Schön und gut für Leute, die dort schon leben, allen anderen nützt es nichts. Wer nicht in Wien wohnt und dort eine günstige Wohnung sucht, der wird diese nicht bekommen.
zum Beitrag23.12.2025 , 14:23 Uhr
Also, bei aller Liebe: Suchen Sie mal in einem beliebigen Immobilienportal nach einer Wohnung mit 3-4 Zimmern in Wien. Die Mietpreise pro Quadratmeter bei Neuvermietung dort sind absolut horrend, sogar noch über denen in Berlin. Der von Ihnen beschriebene Effekt geht aus den verfügbaren Daten schlicht nicht hervor. Klar ist es toll für die Leute, die in preiswerten städtischen Wohnungen leben, wenn diese günstig sind - das nützt aber allen anderen nichts, und das ist genau mein Punkt. Damit schafft man letzten Endes im Grunde eine Art Mieteraristokratie, in der das Wohnen in subventionierten, preiswerten Wohnungen eine Art Erbanrecht ist. Das kann man progressiv finden, muss man aber nicht.
zum Beitrag23.12.2025 , 14:16 Uhr
Bei allem Respekt, das ist so falsch, das nicht einmal das Gegenteil richtig ist.
Die Menschen bewegten sich über Jahrtausende keineswegs "freier", denn Reisen waren über sehr lange Zeit sehr viel gefährlicher als heute und für die meisten Menschen gar nicht realistisch möglich, weil sie z.B. Leibeigene waren, die gar nicht reisen durften, oder weil sie bei jeder Reise riskieren mussten, von Wegelagerern und Räubern getötet zu werden. Das moderne Konzept des Nationalstaates entstand nicht in Abgrenzung zu einer offeneren Welt, sondern in Abgrenzung zu feudalen Strukturen, in denen sich die Zugehörigkeit zu einem "Staat" oder einer staatsähnlichen Machtstruktur danach bestimmte, welchem Blaublüter zufällig das Land gehörte, auf dem man gerade lebte. Da konnte man auch mal dazu gezwungen werden, einen zünftigen Krieg mit dem Nachbardorf anzufangen. Zu sagen, man macht das Staatswesen stattdessen von gemeinsamen sprachlichen und kulturellen Merkmalen abhängig, war ein Fortschritt.
Und wenn Sie glauben, dass "früher" Leute leben konnten, wo sie wollten, dann empfehle ich Ihnen, sich z.B. mal mit der Ausweisung der Juden aus Spanien im 15. Jh. zu beschäftigen.
zum Beitrag23.12.2025 , 12:15 Uhr
Alleine die Bebilderung des Artikels spricht doch Bände: Anstatt einen Protagonisten der Manosphere zu nehmen, wird einfach ein beliebiger, durchtrainierter Mann abgebildet, als stünden diese generell unter Verdacht. Das nennt man übrigens "Bodyshaming".
Die Manosphere ist zweifellos gefährlich. Ihr Aufstieg überrascht mich aber nicht, denn das Bild von "Männlichkeit", das lange kolportiert wurde, ist für viele Jungen und junge Männer einfach unattraktiv. Kulturell betrachtet hatte lange Zeit im Internet ein amerikanisierter feministischer Diskurs die Oberhand, in dem "heterosexuelle weiße Cis-Männer" quasi per se unterstellt wurde, Unterdrücker zu sein. Wenn man jung, männlich und einsam ist, dann ist es halt attraktiver, sich den Leuten zuzuwenden, die sagen: "Du bist nicht Schuld, sondern die böse Gesellschaft, folge uns und du wirst ein richtig toller Mann", als den Leuten, die sagen: "Du bist eine Cishete? Ganz schön toxisch von dir". Beides sind natürlich Karikaturen - aber das Internet ist nun mal leider sehr gut darin, Karikaturen zu amplifizieren.
Um da wirksam gegenzusteuern, braucht es nicht "neue Bilder von Männlichkeit", sondern Internetregularien.
zum Beitrag23.12.2025 , 07:31 Uhr
Nur, weil es unter dem ganzen anderen Kram fast untergeht: Die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen nützt Geflüchteten gar nichts. Die einzigen, denen diese zumindest zeitweise nützt, sind diejenigen, die bereits in diesen Wohnungen leben. Wer zuziehen will, dem nützen billigere Mieten (die er/sie als Steuerzahler mitsubventionieren darf) gar nichts, solange es zu wenige Wohnungen gibt.
zum Beitrag22.12.2025 , 07:11 Uhr
Zumindest mein persönliches Vertrauen in die Recherchen von Correctiv und die Berichterstattung darüber hat definitiv unter den Vorgängen gelitten.
zum Beitrag22.12.2025 , 07:07 Uhr
Naja, die Antwort liegt eben zu sehr auf der Hand: "Wir" im Sinne des deutschen Staates können es nicht bezahlen. Egal, was der (hier auch zu erwartende) Copy/Paste-Kommentar zur MMT sagt, liegt es ja auf der Hand, dass z.B. ein Wohnungsmangel nicht kleiner wird, wenn die Zahl an potenziellen Interessenten exponentiell wächst.
zum Beitrag22.12.2025 , 07:05 Uhr
Na, die Antwort ist doch, wie oft bei dieser Art Argumentation, ganz einfach: Wir müssen einfach das gesamte Schweinesystem auflösen, und schon gibt es genug Wohnungen, Rente, Arbeitsplätze und Pflegekräfte.
zum Beitrag21.12.2025 , 12:34 Uhr
Also, ich finde das gut. Wenn meine Kinder mal eine Geisteswissenschaft studieren sollten, dann können sie danach in einer Denkfabrik arbeiten, wenn die Wirtschaftslage es zulässt. Ich hoffe, solche Fabriken werden auch in strukturschwachen Regionen hochgezogen. Klimaneutral produzieren sie allerdings nicht - die rauchenden Köpfe emittieren sehr viel CO2.
zum Beitrag17.12.2025 , 12:54 Uhr
Mit dem Vergleich sind Sie immer noch netter zu den betreffenden Linken, als ich es wäre. Denn in Ihrem fiktiven Beispiel besteht immerhin ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen dem Artikel und der Tat. Übertragen auf das Attentat in Bondi Beach hingegen würde das bedeuten, das IS-nahe Extremisten aus Wut über die Kriegführung Israels solche Anschläge verüben würden. Das glaube ich aber nicht. Ich glaube, der Judenhass wäre nicht minder stark, wenn Israel ein pazifistischer Paradiesstaat wäre, denn es ist die Existenz Israels an sich, die diese Art Extremisten provoziert. Das Zeigen auf Israel durch Linke hingegen soll meiner Meinung nach um jeden Preis verhindern, dass man sich mit der Tatsache auseinandersetzen müsste, dass die Welt komplexer ist als "Muslime = arme Opfer, "Zionisten" (wozu im Zweifelsfall alle Jüd*innen gerechnet werden) = böse Täter" - deshalb muss letzten Endes auch hinter Morden der vermeintlich "guten" Seite der böse Netanjahu stecken.
zum Beitrag17.12.2025 , 09:10 Uhr
Zumal ja auch der "Held des Tages" in Australien, der mit unglaublichem Mut und unter Einsatz seines Lebens einem Angreifer die Waffe entriss, Muslim war. Eine restriktive Migrationspolitik hätte diesen also auch ferngehalten. Ich tue mich deshalb schwer damit, solche pauschalen Feststellungen zu akzeptieren.
zum Beitrag17.12.2025 , 07:28 Uhr
Ich finde es erstaunlich, wie die gleichen Leute, die immer wieder die Überrepräsentation von Menschen mit Migrationshintergrund in polizeilichen Kriminalstatistiken ausführlich analysieren und oft bereits im Grundsatz darauf hinweisen, diese Statistiken seien aus zahlreichen Gründen irreführend, plötzlich gar nicht mehr genau hinschauen wollen, wenn irgendwo eine Gruppe (hier: Männer) für etwas verantwortlich zu sein scheint. Da ist dann ein simpler Blick auf die Zahlen ausreichend um zu sagen: "Aha, Männer - böse". Würde sich in einem Jahr hypothetisch eine Überrepräsentation von z.B. muslimischen Männern in dieser Statistik zeigen, wäre dieser Kommentar wahrscheinlich doppelt so lang und würde ausführlich erklären, warum keinerlei Zusammenhang mit der Kultur besteht - das Geschlecht darf man schon mal einfach hinnehmen. Das Männer generell häufiger Auto fahren, wäre z.B. vielleicht eine These, die die Problematik zumindest teilweise erklärt - aber dafür müsste man das analsyieren.
zum Beitrag16.12.2025 , 21:08 Uhr
Das ist schon interessant: Sie schreiben hier, Leute würden "aus dem Nichts heraus" eine Verbindung zu linken Protesten knüpfen, während die beiden Kommentare direkt über und unter dem Ihren aus linker Perspektive Netanjahu zum eigentlich Hauptschuldigen für antisemitische Anschläge konstruieren. In der politischen Linken hält man sich anscheinend gerne Augen und Ohren zu, wenn es um Antisemitismus geht.
zum Beitrag12.12.2025 , 17:59 Uhr
Okay, das hat mich (unironisch) zum Lachen gebracht. Nach einem etwas miesen Tag hat mich das tatsächlich aufgeheitert. Ich gebe mich geschlagen. Ich werde weiterhin - auch beim Essen - fleißig Erbsen zählen, auf dass mir keine verlorengehe. Liebe Grüße.
zum Beitrag11.12.2025 , 21:40 Uhr
Naja, zu sagen, ich solle von meinem hohen Ross herunterkommen, nachdem Sie mir direkt davor mit einem: "Was Spinndocter früher mal Richelieus Graue Eminenzen bezeichnet - sagen soll - ist ehna schonn klar - oder?!" gekommen sind, ist etwas ulkig. Mal abgesehen davon, dass die von Ihnen für Ihre Kommentare als Stilmittel gewählte Dada-Tribut-Sprache jetzt auch nicht gerade Bescheidenheit suggeriert.
Sie haben einen Satzbau verwendet, der stark suggeriert, Sie hielten diese Begriffe für gleichbedeutend - dass man natürlich beides gleichzeitig sein kann, ist mir durchaus bekannt. Nichtsdestotrotz suggeriert der Begriff der "Grauen Eminenz" stets eine besondere Machtposition, der Begriff des "Spindoctors jedoch nicht.
zum Beitrag11.12.2025 , 16:10 Uhr
Gut, dann habe ich das etwas missverstanden - was, offen gesagt, auch daran lag, dass mir immer noch nicht klar ist, wo die Parallelen im Konkreten liegen.
Sie schildern, Adenauer habe Globke als Kanzleramtschef eingesetzt, und dieser habe die graue Eminenz gespielt, indem er direkte Loyalisten als Staatssekretäre in Ministerien eingeschleust hat.
Sie schildern, Merz habe Frey zum Kanzleramtschef eingesetzt und Weimer zum Staatsminister, und dieser würde als dessen Spindoctor agieren.
Vorangestellt haben Sie dem ganzen allerdings, Merz würde das gleiche System wiederbeleben - wobei mir diese Systeme, selbst wenn alles, was Sie annehmen, wahr wäre, ehrlich gesagt nicht wahnsinnig ähnlich erscheinen.
zum Beitrag11.12.2025 , 16:07 Uhr
"Ohne Materie gibt es nichts! Selbst unsere Gefühle sind letzten Endes chem-elektr Natur." Diese Ansicht nennt man (reduktiven) Materialismus, und sie ist inkompatibel mit abrahamitischen (und den allermeisten anderen) Religionen. Ihre Frage ist deshalb als Frage an Theist*innen nicht wirklich sinnvoll, da Sie von anderen Prämissen ausgehen.
zum Beitrag11.12.2025 , 13:47 Uhr
" Was Spinndocter früher mal Richelieus Graue Eminenzen bezeichnet - sagen soll - ist ehna schonn klar - oder?!" Also, ehrlich gesagt scheint es Ihnen nicht ganz klar zu sein, denn die Begriffe bezeichnen komplett unterschiedliche Konzepte. Eine "Graue Eminenz" ist jemand, der im Verborgenen mehr Macht ausübt, als ihm formell zusteht. Ein "Spindoctor" ist schlicht ein Imageberater, der Ratschläge gibt, wie man die eigene Politik besser "verkauft".
Ich stimme der Einschätzung, Merz würde merkwürdige Äußerungen auf Ratschlag eines Spindoctors hin tätigen, nicht zu, denn Herr Merz war schon in seiner ganzen politischen Laufbahn dafür bekannt, hin und wieder in spontanen Interviewsituationen ziemlich dumme Dinge von sich zu geben (ich erinnere an das Mittelschicht-Flugzeug). Da hätte ich schon gerne Belege für alternative Theorien.
zum Beitrag10.12.2025 , 23:07 Uhr
Also, mal ganz ehrlich: Weder Herr Merz noch Herr Weimer sind mir ansatzweise sympathisch. Aber Herrn Weimer mit einem der Autoren des Kommentars zu den Nürnberger Rassegesetzen gleichzusetzen, ist vielleicht etwas geschmacklos, finden Sie nicht? Geht es nicht vielleicht eine Nummer kleiner?
Mal abgesehen davon: Haben Sie irgendeinen Beleg dafür, dass Herr Weimer als "informeller Kanzleramtschef" agiert, oder ist das einfach eine schöne Verschwörungstheorie?
zum Beitrag10.12.2025 , 22:50 Uhr
" Frage - es gibt zwischen 100 und 400 Milliarden Sterne in unserer Galaxie (Milchstraße) und es gibt etwa 200 Milliarden Galaxien. Kann mir mal jemand verraten, wo ich da Gott finde?"
Die Frage kann ihnen eigentlich jeder klassische Theist leicht beantworten: Nirgends. Denn Gott ist nach dem Verständnis aller mir bekannten abrahamitischen Glaubensrichtungen nicht materiell, weshalb es absurd wäre, ihn im materiellen Universum zu suchen.
zum Beitrag09.12.2025 , 23:18 Uhr
Vorab wünsche ich selbstverständlich der Autorin alles Gute.
Dennoch habe ich einen großen Kritikpunkt: "Die Unterversorgung hat einen Grund: Nach § 218 des Strafgesetzbuchs ist der Schwangerschaftsabbruch in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig, wird aber unter bestimmten Voraussetzungen nicht bestraft. Trotzdem kann es für Ärzt*innen rufschädigend sein, Abtreibungen durchzuführen. Sie riskieren Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen." Dieses Argument wird ständig, auch in der Taz, wiederholt, ist aber nicht plausibel. Vor über 20 Jahren war die Rechtslage im Grundsatz identisch, dennoch war das Angebot an Abtreibungen deutlich größer: de.statista.com/in...brueche-vornehmen/ . Das eine unveränderte Rechtslage zu einer Halbierung des Angebotes führt, ist schlicht nicht überzeugend. Der zweite Teil des Argumentes ist noch unstimmiger: Leute schicken ja nicht deshalb Morddrohungen an Ärzt*innen, weil Abtreibung verboten ist, und würden damit sehr wahrscheinlich nicht aufhören, wenn sie es nicht wäre.
zum Beitrag05.12.2025 , 18:35 Uhr
""Reiche Jungs sind aufs College gegangen und arme Jungs in den Krieg."
Cormac McCarthy zum Vietnamkrieg
"Lassen Sie mich eine Kompanie aus den Kindern der Elite rekrutieren und der Krieg wird an einem Tag vorbei sein."
Alexander Lebed (1950-2002), Russischer General zu Tschetschenien(?)"
Ich könnte Ihnen die gleichen Zitate entgegenwerfen und sie als Argument FÜR die Wehrpflicht verwenden. Schließlich ist es gerade eine Wehrpflicht, die eben ALLE im gleichen Alter zwingt und nicht nur bestimmte Gruppen. Und: "WARUM GEHEN NICHT DIE ALTEN AN DIE FRONT" - wenn es in der Jugend ebendieser Alten zu einem Krieg gekommen wäre, wären diese an die Front gegangen. Dass diese dies bis jetzt nicht mussten, konnten sie nicht wissen - und hätte auch anders ausgehen können. Insofern ist das ein komisches Argument.
zum Beitrag03.12.2025 , 14:02 Uhr
"Die Reform, welche den Kitas verbietet, nach eigenen Kriterien zu entscheiden, welches Kind Priorität hat, muss dann aber auch beinhalten, dass der Kita das notwendige Personal bei Bedarf auch zur Verfügung gestellt wird."
Das Problem ist nicht, dass das Personal vorhanden ist und nicht zur Verfügung gestellt wird, sondern dass das Personal gar nicht vorhanden ist. Man kann nicht hunderte neue Erzieherinnen einstellen, wenn es nicht hunderte Erzieherinnen auf dem Arbeitsmarkt gibt.
zum Beitrag03.12.2025 , 13:42 Uhr
Ich muss zugeben, dass mich dieser Artikel zutiefst irritiert.
Natürlich sind Kinder mit Migrationshintergrund keine Belastung. Was mir aber völlig unverständlich ist, ist, warum hier der Migrationshintergrund und die Sprache so zusammengerührt werden. Denn selbstverständlich ist es ein großes Problem in der frühkindlichen Bildung, wenn die Kinder kein Deutsch sprechen. Und dann noch aktiv zu fordern, die Kitas müssten sich dann an diese Verhältnisse eben anpassen, ist doch katastrophal. Die PISA-Studien und vergleichbare Studien zeigen doch seit Jahren, dass immer mehr Kinder in zu hohen Altersstufen nicht lesen und schreiben können. Da kann man doch nicht allen Ernstes sich hinstellen und sagen, es sei ein Problem der Kitas, wenn Kinder kein Deutsch können - dabei kann eine Schule doch niemandem Lesen und Schreiben in einer Sprache beibringen, die er oder sie überhaupt nicht beherrscht.
Rassismus ist, insbesondere in der frühkindlichen Erziehung, in keiner Weise hinnehmbar. Aber dann die scheinbare Gegenposition einzunehmen, alles außer völliger Toleranz ohne Anpassung auch nur an die Landessprache sei institutioneller Rassismus, ist aberwitzig.
zum Beitrag02.12.2025 , 06:40 Uhr
Inhaltlich habe ich einen derartigen Beschluss immer unterstützt und freue mich grundsätzlich, dass er endlich getroffen wurde - aber nicht mal vier Monate vor der BaWü-Wahl ist tatsächlich so ziemlich der blödestmögliche Zeitpunkt dafür. Naja - immerhin ist das Thema jetzt vielleicht erledigt, nachdem es immer mal wieder deutlich über seine eigene Bedeutung hinaus aufgeblasen wird.
zum Beitrag30.11.2025 , 22:03 Uhr
Erstmal ist es nicht sinnvoll, deutsche Mordparagraphen zu zitieren und daraus Rückschlüsse auf das italienische Strafrecht zu ziehen. Ob "niedere Beweggründe" in Italien Teil des Mordparagraphen sind, weiß ich nicht, und aus dem Artikel geht es nicht hervor.
Und dass z.B. die im Artikel genannten 30 Jahre Haft für einen 70-Jährigen (!) eine "mildere Strafe" als lebenslänglich wäre, mit der dieser "davongekommen" sei, erscheint mir persönlich wenig überzeugend. Aber selbst, wenn man die mildesten Strafen, die im Artikel genannt werden, betrachtet, erscheint mir der Gedanke, der dieser Strafverschärfung zugrundeliegt, nicht geeignet, um festzustellen, dass eine schärfere Strafe die Morde vielleicht verhindert hätte - was aber Voraussetzung wäre, damit diese Strafverschärfung tatsächlich mehr nützte, als einfach nur vorrechtsstaatliche Vergeltungsimpulse zu befriedigen.
zum Beitrag29.11.2025 , 12:01 Uhr
"Anders als bei anderen Morden, für die der Artikel 575 des Strafgesetzbuches „eine Strafe nicht unter 21 Jahren Haft“ vorsieht, wird für Femizide das Standardstrafmaß auf lebenslänglich angehoben. Italiens Politik will so demonstrieren, dass sie den Kampf gegen die oft tödliche Gewalt an Frauen weiter verschärft."
Mal ganz im Ernst: Gibt es auch nur einen einzigen potenziellen Frauenmörder, der sagt: "Also, für 21 Jahre Haft bringe ich meine Frau natürlich um, aber bei lebenslänglich mache ich das lieber nicht"? Das ist doch wieder ein klassischer Fall von Strafverschärfung aus rein symbolischen und politischen Gründen, ohne, dass irgendjemand ernsthaft glaubt, man würde damit tatsächlich auch nur eine einzige Frau vor einem Mörder retten.
zum Beitrag23.11.2025 , 18:04 Uhr
"(Und in der Rechten versucht man alles durch Wegsperren und Kontrolle der Täter zu lösen)" Naja, den Impuls, bei Straftaten jeder Art immer härter bestrafen zu wollen, sehe ich inzwischen lager- und parteiübergreifend. Die Linke mag sich gegen die Inhaftierung von Schwarzfahrern einsetzen, aber bei (selbst geringfügigen) Sexualdelikten unterscheiden sich die Lager nur dahingehend, ob für diese primär Ausländer oder Männer an sich verantwortlich seien - die Konsequenz "Wegschließen" ist da weitestgehend Konsens. Ob dies mittelfristig zu weniger sexueller Gewalt führt, wird sich zeigen. Ich habe Zweifel - die auch darin begründet liegen, dass der (extrem harte) Kurs gegenüber Sexualstraftätern in den USA mit "Sex Offender Registry" etc. dort nicht zu einer relevanten Besserung des Problems geführt haben. Aber es möchte eben auch hierzulande niemand als derjenige wahrgenommen werden, der sich "schützend vor die Täter" stellen würde, wenn er diese Zweifel allzu laut äußert, weshalb sich kaum ein*e Politiker*in dies traut.
zum Beitrag22.11.2025 , 21:50 Uhr
Korrektur: Das sollte "eigene Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend" heißen, nicht "eigene Gewalttaten".
zum Beitrag22.11.2025 , 14:52 Uhr
"Wir brauchen Männerhäuser für Gewalttäter. Damit die TÄTER eingeschränkt leben, als Konsequenz ihres Verhaltens. Kann man ja abstufen, individuell, mit Fußfesseln oder nur begleiteter Ausgang usw." Ich gratuliere, Sie haben gerade das Konzept eines Gefängnisses erfunden. Ich fürchte, das Patent dafür ist vermutlich leider bereits vergeben.
zum Beitrag22.11.2025 , 14:50 Uhr
Einer der stärksten Risikofaktoren dafür, gewalttätig gegenüber der eigenen Familie zu werden, sind eigene Gewalttaten in der Kindheit und Jugend. Das Schlagen der eigenen Familie ist dabei oft ein Muster, das man bereits in der Kindheit selbst zu Hause erlebt hat. Oft liegt eine empfundene Ohnmacht und Hilflosigkeit bei tatsächlicher körperlicher Überlegenheit vor, was eine sehr gefährliche Mischung ist, insbesondere, wenn man selbst keine gewaltfreien Mittel zur Konfliktlösung gelernt hat, weil sie einem keiner vorgelebt hat.
zum Beitrag22.11.2025 , 14:44 Uhr
"Männer müssen diese Muster verlernen. Sie müssen sich und anderen erlauben, verletzlich zu sein, Freundschaften zu führen, in Therapie zu gehen, Kränkungen zu ertragen, sich um andere zu sorgen, echte Verbindungen auf Augenhöhe zu führen."
Alles richtig, aber ich sehe ein paar Probleme, von denen das größte sicherlich ist, das jene Männer, die diese Message brauchen, sie nicht lesen bzw. sich nicht zu Herzen nehmen werden. Denn wie sehr man an Stereotype gebunden ist, hängt meiner Erfahrung nach nicht nur am individuellen Charakter, sondern auch sehr am sozialen Milieu. Und ich kann mich gut an diverse soziale Milieus erinnern, zu denen ich Kontakt hatte, in denen Männer und Frauen gleichermaßen das Orientieren an bestimmten Geschlechterrollen sozial erzwingen. Wer da nicht mitzieht, ist dann schnell der "Sonderling", der irgendwie "komisch" ist und geächtet wird. Ich glaube, das Verlernen negativer Verhaltensmuster ist keine rein männliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die z.B. der Schutz vor Gewalt in der Kindheit und Jugend sowie der Zugang zu möglichst diversen sozialen Milieus entscheidend sind.
zum Beitrag21.11.2025 , 09:13 Uhr
"Es sind vor allem weiße Männer mit genug Geld. Die meisten von ihnen können umherlaufen und beobachten ohne angestarrt zu werden. Anonymität ist ein Privileg, genauso wie das Sehen ohne beobachtet zu werden."
Mein Gott, natürlich musste der Griff in diese Klischeekiste immer sein.
Ich lebe mein Leben lang in Mehrfamilienhäusern in größeren Städten. Weil ich schambehaftet bin, achte ich darauf, dass die Rollos zu sind, wenn ich leicht bekleidet oder nackt rumlaufe - und dass die Fenster zu sind, wenn ich über Sachen rede, von denen ich nicht will, dass die Nachbarn sie erfahren. Das gehört an solchen Orten eben dazu. Und ich bin ein alter weißer Mann.
Mir wäre das, was Sie erlebt haben, deshalb zutiefst unangenehm, und ich kann Ihren Ärger verstehen. Aber was ich wirklich nicht haben kann, ist, dass wieder dieser Unsinn reingebracht werden muss. Auch Großstädte sind nur bedingt anonym. Wenn man z.B. schon einmal eine tratschende alte Dame oder einen Falschparker aufschreibenden alten Herren als Nachbarn hatte, ist mit Anonymität nicht viel. Und entgegen Ihrer Annahme haben diese mich auch nicht in Ruhe gelassen, obwohl ich weiß und männlich bin.
zum Beitrag20.11.2025 , 21:49 Uhr
"Bitte setzen Sie Ihr Leben auf's Spiel, um ein notwendiges Übel darzustellen" ist glaube ich kein Pitch, mit dem man darauf hoffen kann, junge Menschen in hinreichender Zahl zu motivieren.
zum Beitrag20.11.2025 , 21:44 Uhr
"Ein Atomrkrieg wäre nicht das Ende der Menschheit" Doch, fast mit Sicherheit. Alle entsprechenden Modellrechnungen aus dem kalten Krieg legen das nahe.
"ein regional begrenzter Krieg in Osteuropa um die Freiheit einer oder mehrerer Staaten würde nicht zwingend zun atomkrieg führen." Das ist richtig, aber die Gefahr wäre sehr groß. Deshalb halte ich es ja auch für wichtig, jetzt verteidigungsfähig zu sein, damit es nicht zu einem solchen Krieg kommt.
zum Beitrag17.11.2025 , 11:19 Uhr
Nur mal am Rande: Der Begriff "Sozialdarwinismus" ist hier völlig deplatziert. "Sozialdarwinismus" enthält in aller Regel eine Komponente der Weitergabe von "gutem" gegenüber "schlechtem" Erbgut, das gefördert werden müsse. Wenn es um Senioren geht, spielt das aber praktisch keine Rolle, da die Familienplanung der meisten männlichen und aller weiblichen Senioren abgeschlossen ist. Einfach nur zu implizieren, ökonomisch nicht ausreichend nützliche Menschen müssten sterben, ist zwar menschenverachtend, in diesem Kontext aber kein Sozialdarwinismus.
zum Beitrag13.11.2025 , 11:08 Uhr
"Wer findet, dass Sozialwohnungen fehlen, sollte nicht die dort Wohnenden zur Kasse bitten, bloß weil sie das Glück hatten, ihre finanzielle Situation so zu verbessern, dass für sie ein Leben knapp über eine Bedürftigkeitsschwelle möglich ist." Das ist, Verzeihung, absurd. Staatliche Subventionen für Sozialwohnungen sind für Bedürftige gedacht. Wer nicht bedürftig ist, hat auch kein Recht, davon zu profitieren. Warum sollte jemand, der als junger Mensch (z.B. Student) das Glück hatte, so eine Wohnung zu ergattern, sein Leben lang darin günstig wohnen dürfen, auch wenn man sich eine teurere Wohnung leisten könnte?
zum Beitrag13.11.2025 , 07:03 Uhr
Harris darf gern erneut antreten. Um Kandidatin zu werden, muss sie eben die Primaries gewinnen - und wenn sie das tut, dann ist das ein starkes Signal für sie. Wenn sie das nicht tut, dann eben jemand Anderes. Ich würde zur Zeit Herrn Newsom favorisieren, aber in drei Jahren kann noch viel passieren.
zum Beitrag13.11.2025 , 07:00 Uhr
Den Artikel mit Nancy Pelosi zu bebildern, ist völlig daneben. Pelosi ist nicht mehr Speaker of the House, und sie hat sich öffentlich dahingehend geäußert, dass sie die Zustimmung der demokratischen Senatoren zu Trumps Haushalt nicht mittragen würde. Die Bebilderung des Artikels erweckt aber den Eindruck, sie sei für das Einknicken mit verantwortlich - damit verunglimpft man letztendlich eine fähige und kämpferische Politikerin.
zum Beitrag09.11.2025 , 15:14 Uhr
Ich persönlich habe dazu eine etwas zwiegespaltene Ansicht:
Ich halte die liberale Demokratie für eine erhaltenswerte Errungenschaft. Diese liberale Demokratie existiert derzeit in einer Welt, die hauptsächlich aus Nationalstaaten besteht, von denen die große Mehrheit keine liberalen Demokratien sind. Deutschland ist jedoch eine liberale Demokratie. Deshalb fühle ich mich Deutschland und anderen liberalen Demokratien verbundener und zugehöriger als Ländern, die es nicht sind. Ich habe zum Beispiel deshalb ein Problem, z.B. die Schwarz-Rot-Goldene Fahne (die in der deutschen Geschichte zumindest seit 1848 als Symbol der deutschen Demokratie galt) denjenigen zu überlassen, die ebendiese Ordnung, an der ich hänge, beseitigen wollen. Es liegt ja auch an den Leuten, die sie verwenden, Symbole mit Bedeutung zu füllen - das kann man aber nur, wenn man sich auch zu diesen Symbolen bekennt.
Wäre mir eine Welt ganz ohne Nationalstaaten lieber? Vielleicht, sie ist aber nicht in Sicht. Deshalb bekenne ich mich lieber zu denen, die die Welt, wie sie ist, besser machen wollen, als zu denen, die wütend im Salon sitzen und auf die sozialistische Weltrevolutionen warten.
zum Beitrag08.11.2025 , 07:17 Uhr
Ich stimme diesem Kommentar vollumfänglich zu und würde ein Sexkaufverbot aus den genannten Gründen sehr begrüßen. Ich möchte noch hinzufügen, dass die Rate an psychischen Erkrankungen (insb. PTBS und Suchterkrankungen) sowie Suiziden unter Prostituierten außerordentlich hoch ist, was das Aussteigen für Betroffene zusätzlich erschwert.
zum Beitrag07.11.2025 , 22:39 Uhr
Dieses Gerede von einem "Mamdani-Moment" ist nicht überzeugend. Mamdani ist als Kandidat der demokratischen Partei Bürgermeister von New York geworden, wo seit langer, langer Zeit praktisch immer der Kandidat der demokratischen Partei die Wahl gewonnen hat - und das nicht mal superstark gegen Cuomo. Im sehr viel weniger "blauen" Virginia ist eine sehr gemäßigte Kandidatin mit klarem Abstand Gouverneurin geworden, mit einem ähnlichen Kandidaten, der das gleiche in New Jersey geschafft hat. Wer jetzt ausgerechnet Mamdani als den "Star der Stunde" sieht, weil New York halt glamouröser ist, der geht in die falsche Richtung.
zum Beitrag07.11.2025 , 08:00 Uhr
Das Thema ist sehr, sehr schwierig. Aber das Argument, es sei zu schwer, nachzuprüfen, ob etwas KI-generiert sei oder nicht, trägt aus meiner Sicht nicht. Schließlich löst man dieses Problem nicht, wenn man die entsprechenden KI-Tools unter Strafe stellt, da kaum zu erwarten ist, dass die Benutzung derselben sinnvollerweise unter die gleiche Strafandrohung zu stellen ist, wie der Missbrauch eines echten Kindes - und selbst, wenn dies so wäre, ist die Frage, ob ein realer Missbrauch vorliegt, ja trotzdem von größter Bedeutung, damit das potenziell betroffene Kind Hilfe bekommen kann. Die Arbeitserleichterung sehe ich also nicht.
Das Argument, der Konsum entsprechender Bilder führe zu einer höheren Wahrscheinlichkeit echter Taten, ist im Zusammenhang mit Pornographie allgemein altbekannt und (ebenso wie das Gegenargument der "Katharsis-Theorie") schlecht belegt. So etwas sollte man aus meiner Sicht gründlich prüfen.
zum Beitrag03.11.2025 , 22:46 Uhr
Fordern dürfen Politiker*innen vieles. Aber ein tatsächliches politisches Verfahren ohne jegliche Erfolgsaussichten einzuleiten, ist aus meiner Sicht weder ambitioniert noch kämpferisch, sondern schlicht politisches Theater.
zum Beitrag03.11.2025 , 22:44 Uhr
Ich habe nicht gesagt, dass sich die Unionsparteien nicht profilieren wollen (das wäre ja auch bei jeder Partei absurd). Ich habe lediglich gesagt, dass es keinen Sinn ergibt, ihnen das in diesem Falle zum Vorwurf zu machen.
Und einfach nur auf die "Lebenswirklichkeit" zu zeigen, wenn es um ein Thema geht, das eng mit den Grundrechten zusammenhängt, finde ich ehrlich gesagt auch dünn. Es hat nichts mit Heuchelei zu tun, in einer Grunsatzfrage unterschiedlicher Ansicht zu sein, auch wenn man damit gesamtgesellschaftlich in der Minderheit ist. Den Wähler*innen, denen das Thema wichtig ist, bleibt immer die Möglichkeit, die Partei deshalb nicht zu wählen.
zum Beitrag03.11.2025 , 14:08 Uhr
Warum wird diese Frage eigentlich immer so diskutiert, als wäre die Frage: "Migration: Ja oder nein?"? Das wird der Komplexität des Themas einfach nicht gerecht. Jenseits des völkischen Spektrums inkl. AfD (das eher nicht im Verdacht steht, die Taz zu lesen) sagt doch kaum jemand, es müssten alle Ausländer sofort raus. Das Migration an sich notwendig ist, bestreitet auch kaum jemand. Aber daraus dann immer abzuleiten, Migration sei an sich etwas positives, ist doch auch unterkomplex. Ein gewisses Maß an Migration ist wirtschaftlich notwendig. Nicht jede Art an Migration ist wirtschaftlich gleichermaßen hilfreich, und ein modernes Land sollte sich auch in gewissem Maß überlegen, was für Leute in es einwandern können, und darüber lohnt es sich zu diskutieren. Alle anderen Debatten sind einfach Scheindebatten.
zum Beitrag03.11.2025 , 13:16 Uhr
Das finde ich inhaltlich jetzt relativ absurd, ehrlich gesagt. Von einem "mittelalterlichen Paragraphen" zu sprechen ist angesichts der Existenz von §218a aus meiner Sicht ziemlich fernliegend. Und wenn jemand einen Vorschlag ohne Erfolgsaussichten einreicht, ist es aus meiner Sicht auch nicht plausibel, der anderen Seite vorzuwerfen, sie wolle sich nur profilieren - denn die Ansicht dieser Seite ist bekannt, und es wäre absurd, zu erwarten, diese würde dieselbe aufgrund eines solchen Antrags plötzlich grundlegend verändern.
Ich warne im übrigen auch ausdrücklich davor, hier CDU, AfD und "Lebensschützer" alle zusammenzurühren, denn die jetzige Rechtslage ist weit von dem entfernt, was sich die letzteren beiden wünschen - und wenn man einen Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern aufzieht wie in den USA, und den aktuell gültigen Kompromiss einfach beiseite wischt, erhält man im schlimmsten Falle auch das Ergebnis dieser Auseinandersetzung aus den USA.
zum Beitrag03.11.2025 , 13:12 Uhr
Eine Ministerin der Linken hätte auch die Möglichkeit, ihr politisches Gewicht zu Themen in die Waagschale zu werfen, bei denen eine realistische Möglichkeit besteht, damit irgendeine Veränderung tatsächlich zu erreichen. Ich würde nicht mal dem Framing zustimmen, dass sie mit diesem Vorschlag irgendetwas tatsächlich durchsetzen möchte, weil ich der Überzeugung bin, dass auch Frau Bernhardt mit Sicherheit wissen muss, wie unrealistisch dieses Vorhaben derzeit ist. Im Grunde hätte sie genauso gut "Friede, Freude Eierkuchen" oder die "sozialistisch-demokratische Weltrevolution" zur Abstimmung stellen können.
zum Beitrag02.11.2025 , 16:20 Uhr
Heiße Luft und folgenloses Getöse. Eine Mehrheit für das Vorhaben ist ohne die (nicht absehbare) Zustimmung der CDU derzeit nicht vorhanden, und das weiß auch Frau Bernhard, die sich damit allerdings gefahrlos profilieren kann.
zum Beitrag02.11.2025 , 10:46 Uhr
Sie können doch nicht aus der Präsenz einer ultrareligiösen Zehn-Prozent-Partei in der Regierung schließen, dass die ganze Regierung "Verbrechen im Namen des Judentums" begeht, auch wenn der ganze Rest der Regierung das explizit nicht tut. Das ist, mit Verlaub, absurd. Das heißt nicht, dass man diese Gruppe nicht kritisieren darf - aber eine Distanzierung von ihr von allen jüdischen Diaspora-Gemeinden zu verlangen, ginge schon sehr weit, finden Sie nicht?
zum Beitrag02.11.2025 , 10:42 Uhr
Das Nationalstaatsgesetz, bei aller Kritik, bedeutet nicht, das Israel kein säkularer Staat mehr ist. Das gibt der Gesetzestext schlicht nicht her. Das ist ein bisschen, als würden Sie aus dem Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes und der vielfachen Einheit der gesetzlichen Feiertagen mit den christlichen Feiertagen schließen, dass Deutschland kein säkularer Staat ist.
zum Beitrag01.11.2025 , 14:35 Uhr
Das hat er meines Wissens nach nicht getan. Woher nehmen Sie diesen Vorwurf?
zum Beitrag01.11.2025 , 14:33 Uhr
Was Sie hier sagen, ist hinlänglich bekannt, und hängt nur mit einem der beiden von mir genannten Argumente überhaupt zusammen. Aber selbst, wenn Sie rein vom rechtlichen Status her argumentieren wollen (was Herr Idriz meines Wissens nach nicht tat), ist der Vergleich "IS-Israelische Regierung" immer noch abwegig. Denn der IS ist in praktisch jedem Land als Terrororganisation eingestuft, und wegen der Mitgliedschaft in ihm sind (auch in Deutschland) schon Menschen verurteilt worden. Das ist eine ziemlich andere Situation als: "Ein internationales Verfahren mit ungewissem Ausgang ist anhängig".
zum Beitrag01.11.2025 , 13:31 Uhr
Sie sind Christ? Bitte distanzieren Sie sich UMGEHEND von der homophoben Gesetzgebung Ugandas.
Sie fragen sich, was das mit Israel zu tun hat? Ganz einfach: Israel ist ein säkularer Staat und hat mit dem Judentum an sich so wenig zu tun wie Uganda mit dem Christentum an sich. Das ist beim islamischen Staat offensichtlich anders, der als Terrororganisation seine Verbrechen explizit auf den Islam bezieht. Dieser Unterschied kann doch nicht so schwer zu verstehen sein.
zum Beitrag01.11.2025 , 13:24 Uhr
Erstens: Die Antwort auf Ihre Frage ist offensichtlich: Auch wenn man die rechte israelische Regierung verbrecherisch findet, ist es immer noch eine Regierung eines säkularen Staates. Das heißt, sie übt nicht Verbrechen im Namen des Judentums aus. Der IS übt Verbrechen im Namen des Islams aus, mit dem expliziten Ziel, alle Muslime auf der Welt in das eigene Kalifat zu integrieren.
Zweitens: "Tausende jüdische Stimmen weltweit, tun genau das.Respekt für sie, das ist für mich die größte Leistung um dem Antisemitismus entgegenzutreten." Sie implizieren hier zwei Dinge: Erstens, dass es Aufgabe der Jüdinnen und Juden ist, dem Antisemitismus entgegenzutreten. Zweitens, dass Jüdinnen und Juden, die das nicht tun, am Antisemitismus zumindest mitschuldig sind. Das ist eine alte Mär, die ihren Ursprung schon im ältesten Judenhass hat, als die Juden noch als "Christusmörder" geschmäht wurden, die an ihrer Unterdrückung durch ihre Versündigung letztlich selbst schuld seien.
Sie sollten sich schämen. Menschen, die denken wie Sie, sind der Grund, warum ich der aktuellen politischen Linken in Bezug auf Antisemitismus zutiefst misstraue.
zum Beitrag01.11.2025 , 09:37 Uhr
"Und in einem Facebook-Beitrag hatte er zuvor den Wunsch geäußert, dass sich jüdische Gemeinden in Deutschland stärker vom Vorgehen der israelischen Regierung distanzieren würden. Die Muslime hätten das auch getan, als der sogenannte „Islamische Staat“ unschuldige Menschen ermordete, so Idriz."
Ja, das ist in den Augen der meisten Leute hoffentlich disqualifizierend, auch wenn Daniel Bax das natürlich anders sieht. Erstens setzt es Israel mit dem islamischen Staat gleich, zweitens tut es so, als wären die Verbrechen Israels im jüngsten Gaza-Krieg im Namen des Judentums geschehen, so wie die Verbrechen des IS im Namen des Islams geschehen seien. Beide Behauptungen sind so abwegig, dass eine Unterstellung bewussten Antisemitismus naheliegt. Hinzu kommen die ganzen vergangenen Äußerungen von Herrn Idriz zu dem Thema, die Herr Bax hier unterschlägt - so wurde das Friedensgebet, von dem er schreibt, von den anderen Religionsgemeinschaften abgesagt, weil die Organisation, der Herr Idriz angehört, den Terror der Hamas mit dem "Terror Israels gegen die Zivilbevölkerung" gleichgesetzt, was zum damaligen Zeitpunkt absolut haarsträubend war. So jemand verdient keinen Preis.
zum Beitrag29.10.2025 , 19:13 Uhr
Ich würde jedenfalls beides nicht gerne von einer fremden Person ins Gesicht gesagt bekommen, fände das auch nicht romantisch, sondern eher bedrohlich oder zuindest irritierend. Auf einer Litfaßsäule stehend oder auf dem Bildschirm flimmernd tangiert mich beides hingegen wenig.
zum Beitrag29.10.2025 , 19:12 Uhr
Ich habe den Eindruck, Sie haben nicht verstanden, was ich gesagt habe. Lassen Sie es mich umformulieren:
Es ist ein Unterschied, ob eine Werbung ekelhaft ist oder ob eine einzelne Person sich im direkten Gespräch ekelhaft verhält, denn die Werbung läuft nicht Gefahr, aus dem Bildschirm zu springen und einen tatsächlich anzugreifen. Einfach nur eine doppeldeutige Werbung mit dem Verweis abzutun, das Gesagte sei im unmittelbaren Zwiegespräch absolut inakzeptabel, ist deshalb kein sinnvolles Argument.
zum Beitrag29.10.2025 , 19:09 Uhr
Sie können doch ein Argument zum Thema, was Gewalt ist, nicht einfach mit einem Verweis auf "Lebensrealitäten von Menschen, in deren Haut man nicht steckt" wegwischen. Ansonsten geben Sie doch jeden argumentativen Vorteil preis, den Sie gegenüber der Andrew-Tate- und Incel-Bande haben. Schließlich könnte jeder Incel doch ebenso sagen, Sie würden Ihrerseits seine Lebensrealität nicht anerkennen und hätten ihm daher gar nichts zu sagen. Man muss sich doch auf eine gewisse Diskursebene einigen, damit man über die Themen auch reden kann, und nicht einfach nur vermeintliche Trumpfkarten der Marke: "Sie erkennen einfach die Lebensrealitäten anderer Menschen nicht an!" hinklatschen.
Ich halte diese Werbung für daneben. Aber das sie auch nur mittelbar zu mehr tatsächlicher Gewalt gegenüber Frauen führt, ist aus meiner Sicht schon eine ziemlich steile These - zu deren Beweis Sie immer noch nicht viel vorgetragen haben.
zum Beitrag29.10.2025 , 09:31 Uhr
Es heißt "Fairy Tales", nicht "Fairy Tails", sonst sagen Sie nicht "Märchen", sondern "Feenschwänze". Sie könnten übrigens auch einfach "Märchen" sagen.
Und, mal ehrlich: Ihr gesamter Text erinnert mich sehr an die Texte von damals: "Wenn wir der allgemeinen Sexualisierung und moralischen Verderbung nicht entgegenwirken, dann haben wir bald Massenvergewaltigungen, und unsere Kinder wachsen ohne Moral auf!". Ich will mich gar nicht in die Position begeben, eine Werbung zu verteidigen, die ich selber daneben finde. Aber wer in jeder Geschmacklosigkeit gleich immer "Gewalt" oder "Aufforderungen zur Gewalt" sieht, der nimmt dem Begriff doch jede Trennschärfe und damit letztendlich auch seine Wirkung. Das kommt aus meiner Sicht den (meist weiblichen) Opfern sexueller Gewalt nicht zugute.
zum Beitrag29.10.2025 , 09:26 Uhr
Finden Sie das wirklich vergleichbar? Eine direkte Ansprache durch eine Person verändert den Kontext erheblich. Schließlich wäre eine fremde Frau auf der Straße auch (zu Recht) zutiefst irritiert, wenn ich ihr ein "Erleben, was verbindet" entgegenwerfen würde - auch wenn, glaube ich, bei diesem Telekom-Werbespruch niemand ansonsten unbedingt einen sexuellen Kontext herstellt.
zum Beitrag28.10.2025 , 17:55 Uhr
Anhand eines "Shitstorms" zu konstatieren, die Toleranz für sexistische Werbung würde sinken, finde ich nicht wahnsinnig überzeugend. Schließlich ist in einer Aufmerksamkeitsökonomie so etwas wie "schlechte Presse" gar nicht existent. Mal abgesehen davon hat es für mich schon etwas von neuer Prüderie, wenn man aufgrund nackter Körper und doppeldeutiger Slogans auffordert, eine Werbung zu unterbinden. In den 90ern war solche Werbung schließlich ebenfalls provokativ - nur waren es damals eher konservative "Tugendwächter", die sich beklagten.
Die Witze sind sicherlich Geschmackssache. Wer aber in einem Herrenwitz eine "Aufforderung zur Gewalt" sieht, dem empfehle ich doch tatsächlich, die Kirche im Dorf zu lassen.
zum Beitrag26.10.2025 , 10:08 Uhr
Was ist denn aus Ihrer Sicht der Sinn, hier zu kommentieren? Wenn alle unter jeden Artikel einfach schreiben würden: "Genau, richtig, seh ich genauso", dann könnte man das Forum auch einstellen. Wenn man die besseren Argumente hat, dann muss man den offenen Austausch ertragen können. Und, mal ehrlich: Die Zahl an stramm rechten Taz-Leser*innen dürfte insgesamt doch überschaubar sein.
zum Beitrag26.10.2025 , 10:00 Uhr
Alles schön und gut, aber solange eben ein unberechenbarer Vollpfosten und Faschist im Weißen Haus sitzt, gibt es gar keine andere Möglichkeit, als zumindest eine Kulisse von Verhandlungen aufzubauen, denn wenn die EU meint, von heute auf morgen einen Alleingang zu starten, wird das weder die ganze EU mittragen, noch würde alleinige europäische Unterstützung ausreichen, um der Ukraine irgendwas zu nützen. Und so hat man halt die Wahl, im Alleingang unterzugehen, oder Trumps Spiel soweit möglich mitzuspielen, und da ist letzteres schon vernünftiger.
zum Beitrag26.10.2025 , 09:56 Uhr
Ermittlungen innerhalb der Polizei sind generell noch ein echtes Problem. Ein richtig gutes Modell dafür hat man meines Wissens nach noch nicht gefunden, denn Kollegen, die gegen Kollegen ermitteln, sind natürlich nicht ideal.
Was den konkreten Fall betrifft, bin ich gespannt, was das Verfahren letztendlich ergibt. Ob der Schusswaffengebrauch in dieser Situation tatsächlich alternativlos war, halte ich für die Kernfrage des ganzen Prozesses - und ich habe Zweifel daran.
zum Beitrag26.10.2025 , 09:50 Uhr
"Eine gerechte und solidarische Gesellschaft würde nicht über Herkunft oder Zugehörigkeit verhandeln, sondern über Verteilung von Macht, Grundrechten und Chancen." Was genau bedeutet das, wenn jemand, der nicht asylberechtigt ist, nach Deutschland kommt - und keinerlei Interesse mitbringt, sich z.B. auf dem Arbeitsmarkt zu engagieren? Ihrer Logik nach wäre es ja zutiefst unzulässig, daraus irgendwelche negativen Konsequenzen abzuleiten, die man bei einem Staatsbürger oder einer Staatsbürgerin nicht auch ableiten würde. Damit führt man das Asylsystem letzten Endes ad absurdum. Ich verstehe nicht, warum so viele Linke der Ansicht zu sein scheinen, alles unterhalb von "jeder Mensch auf der Welt darf wohnen und leben, wo immer er will" sei purer Rassismus.
zum Beitrag25.10.2025 , 20:44 Uhr
In der Regel nützt Migration einem Staat dann, wenn die Migrant*innen mehr positive als negative Effekte auf die Gesellschaft haben. Das heißt z.B., eine gut ausgebildete Person in einem Mangelberuf nützt einem Staat mehr als zwei überhaupt nicht ausgebildete Personen.
Ihr NS-Vergleich ist, offen gesagt, ziemlich unpassend. Bei den eigenen Bürger*innen darf ein Staat keinerlei Nützlichkeitserwägungen anstellen, das versteht sich von selbst - und ebenso versteht es sich (für mich) von selbst, dass man Bürger*innen die Staatsbürgerschaft nicht aberkennen darf. Es versteht sich aus meiner Sicht aber ebenso, dass ein Staat sich aussuchen darf, wer in diesen Staat einwandern darf. Und wenn jemand keine Asylberechtigung hat, dann muss diese Person dem Staat eben etwas nützen, um dort einwandern zu dürfen. Wenn man das nicht anerkennt, dann hat theoretisch jeder Mensch auf der ganzen Welt den gleichen Anspruch auf Hilfe durch den deutschen Staat wie ein*e Staatsbürger*in, und das wäre aus meiner Sicht eine offenkundig absurde Schlussfolgerung.
zum Beitrag24.10.2025 , 20:53 Uhr
"Welche dynastische Europäerin, Europäer hat schon präsent, dass sich prinzipiell-strukturell in den internationalen Beziehungen und Verhältnissen seit 500 Jahren in der Welt nichts geändert hat."
Das hat niemand präsent, weil es Unsinn ist. Gerade "prinzipiell-strukturell" hat sich das gesamte Staatswesen in den letzten 500 Jahren massiv verändert, und somit auch die Beziehungen von Staaten zueinander. Die Kolonialherrschaft des 19. Jahrhunderts einfach mit der heutigen Zeit (und der Zeit davor) gleichzusetzen, ist absurd. Und wer denkt, schon immer hätte nur der böse weiße Mann alle Anderen ermordet, darf sich gerne mit der Geschichte nichtweißer Imperien (z.B. Mali, Persien, China) beschäftigen.
zum Beitrag24.10.2025 , 20:46 Uhr
"Die Gleichung, die Merz hier aufmacht, wonach die Daseinsberechtigung von Migrant*innen an ihrem Nutzen gemessen wird, ist nicht minder rassistisch als die ursprüngliche Aussage."
Dass die "Daseinsberechtigung" (im Sinne von "Aufenthaltsberechtigung") von Migranten direkt mit ihrer Nützlichkeit für das aufnehmende Land zusammenhängt, ist ja auch nicht grundsätzlich rassistisch und illegitim. Im Grunde ist es eine Binsenweisheit. Das es auch Migranten gibt, bei denen die Nützlichkeit keine primäre Rolle spielen darf, nämlich Asylberechtigte, bedeutet ja nicht, dass bei nicht asylberechtigten Personen die Nützlichkeit für das aufnehmende Land ebenfalls kein Kriterium sein darf. Denn irgendwelche Regeln muss es geben, wenn man nicht gerade offene Grenzen für Alle fordert - und wenn man das doch fordert, darf man bei einem Großteil der Deutschen (aber keinswegs nur der Deutschen) nicht mit Begeisterung rechnen.
zum Beitrag21.10.2025 , 18:02 Uhr
" Der ÖRR könnte auch die Chance ergreifen, sich selbstbewusst zu präsentieren, als faktenstarke Informationsbasis, die aber zur Orientierung auch linken, liberalen und rechten Haltungsjournalismus anbietet."
Verzeihung, aber: Wer's glaubt, wird selig.
Erstens wäre mir gar kein "Haltungsjournalismus" sehr viel lieber. Ich sehe den Mehrwert darin, dass mir Mittzwanziger*innen mit Publizistikstudium die richtige Gesinnung erklären wollen, nicht - egal, was diese Gesinnung am Ende ist. Zweitens: Was gibt es denn bitte für "rechten Haltungsjournalismus" beim ÖRR? Gerhard Löwenthal ist seit 23 Jahren tot, seitdem fällt mir da nicht mehr viel ein.
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