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Nach Wahlsieg der LinkenWillkommen in der islamo-sozialistischen Höllendiktatur

Der Wahlsieg der Linken löst in bürgerlichen und rechten Kreisen eine Kernschmelze aus. Doch hinter der Schmierkampagne steht ein gefährliches Kalkül.

„Das hier macht mir wirklich Angst“, jammert Julius Böhm (Nius) in die Kamera, eingeblendet wird, wie Jung­wäh­le­r:in­nen in Berlin abgestimmt haben: 43 Prozent von ihnen für die Linke. Was genau ihm Angst macht? „Weil es bedeutet, dass junge Menschen dumm sein müssen“, so seine messerscharfe Analyse. Er spricht von „jungen, armen, traurigen Menschen“, die „keinerlei Ahnung von ökonomischen Zusammenhängen“ haben und deshalb eine Politik wählen, die für „Brotschlange, für Menschen, die verhungern, für Elend“ steht.

Der Berliner Wahlsieg der Linkspartei hat in der Bubble rechter und rechtsradikaler Medienaktivisten, aber auch in Teilen der Hauptstadtpresse eine regelrechte Kernschmelze ausgelöst. „Berlin am Ende“, schreibt da Felix Dachsel, Leiter des Reporterressorts des Spiegels. Und Benedikt Brechtken von Apollo News sprach voller Verachtung von „komplett irren“ Berliner Wähler:innen. Ein Klassiker auch: Die Beschwörung der nun nahenden sozialistischen Gewaltherrschaft.

Den Ton angegeben hatte schon die AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel am Vorabend, die von einem „knalllinken Bündnis mit Reiche erschießen, Kapitalisten weg, enteignen, Mietpreisdeckel“ schwadronierte. Am Montag sprang die bürgerliche Mitte auf diesen Zug auf. Die FDP-Politikerin Karoline Preisler stilisierte sich dabei zum ersten Opfer des neuen Sozialismus: „Die Parteianhänger töteten meine Freunde in der DDR. Ich kenne sozialistische Diktatur und finde es schwer erträglich, nun wieder der Brutalität ausgesetzt zu sein.“

Alle haben Angst vor 1933. Die eigentliche Gefahr ist 1949: die Wiederkehr der DDR – und das mit arabischen Islamofaschisten an Bord

Ulf Poschardt

Doch ein neuer Stalinismus, manchen ist das noch nicht krass genug. „Die jungen Berliner Frauen haben das Kalifat gewählt. Burka statt bauchfrei“, erklärte Thorsten Alsleben im reinsten AfD-Ton, Geschäftsführer des Instituts Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Und Maral Salmassi, der die CDU einst Hunderttausende Euro für den Kampf gegen Antisemitismus zuschob, setzte den Wahlsieg der Linken gleich mit der Machtübernahme der Mullahs im Iran: „Was gerade in Berlin passiert, haben wir im Iran schon erlebt.“

Und dann ist da natürlich Ulf Poschardt, der wohl einflussreichste Mann des Axel-Springer-Verlags, der sagte: „Alle haben Angst vor 1933. Die eigentliche Gefahr ist 1949: die Wiederkehr der DDR – und das mit arabischen Islamofaschisten an Bord.“ In einem weiteren Video sprach Poschardt offenbar in Bezug auf Grünen-Wähler:innen unter anderem von „hobbylosen, ehrenlosen, gottlosen Berlin-Mitte-Spacken“, die nun ihre Quittung erhielten: „Ihre Partei wird mit dieser Partei koalieren, dieser Offenbarungseid dieser bürgerlichen Milieus, der fängt jetzt richtig an.“

Dies ist die Quintessenz dieses Diskurses, der wegen seiner Allianz aus rechtsradikalen Spinnern und einflussreichen Hauptstadtjournalisten durchaus gefährlich ist: Vorbereitet wird hier eine Schmierkampagne, dessen Ziel nicht einmal die Linke, sondern Grüne und SPD sind, damit diese keine Koalition mit der Linken eingehen. „Euer Antifaschismus ist nichts wert, wenn er nur nach rechts gilt, aber faschistoide Ideologien wie der Mullahs und der Hamas für Wohnraumpolitik in Kauf genommen werden“, brachte Anna Staroselski von der Werteiniative diese Linie auf den Punkt.

Der Kampf gegen Antisemitismus wird damit in unsäglicher Weise instrumentalisiert. Denn am Ende dieser antilinken Brandmauer steht die Forderung an die CDU, der rechtsextremistischen, antisemitischen AfD an die Macht zu helfen – um die Linke zu stoppen. „Endlich mit diesem Unsinn der Brandmauer schlussmachen“, fordert Alice Weidel. Na, Prost! Dieser Autor lebt da lieber in der neuen sozialistischen Diktatur.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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276 Kommentare

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  • Eichhörnchen99

    Willkommen in der Geiselhaft! Wenn Investoren vorgeben, wie die Gesellschaft auszusehen hat, weil sie sonst einfach auf andere Märkte ausweichen, so die gängige Logik im Umgang mit Milliardären und Konzernen, dann leben wir leider nicht mehr in einer Demokratie. Die Macht liegt nicht beim Volk, sondern bei den wenigen Investoren. Diese investieren jedoch nicht in die Demokratie sondern ihr Gegenteil (heute Thiel wie damals Thyssen). Es gibt also zwei Möglichkeiten: Entweder man macht sich sukzessive unabhängig vom Kapital der Konzerne oder man bleibt als Demokratie effektiv machtlos gegenüber eben jenem.

  • nappy

    " "keinerlei Ahnung von ökonomischen Zusammenhängen“ haben und deshalb eine Politik wählen, die für „Brotschlange, für Menschen, die verhungern, für Elend“ steht"



    ---



    Immer wenn ich solch extremst-neoliberale Propaganda höre oder lese, fällt mir wieder die Seite auf cepr.org ein ... "Wealth and its distribution in Germany, 1895-2018"



    Da ist eindeutig belegt, dass wir seit mindestens 40 Jahren wieder auf dem Weg zurück in den Feudalismus sind, was die Vermögensverteilung angeht! Und nach so langer Zeit merkt auf der Phlegmatischste, dass er vom erwirtschafteten Wachstum immer nur die Brosamen bekommt, die übrigbleiben, nachdem die Vermögenden sich genommen haben, was sie haben wollen!

    Aktuelles Beispiel 2025:



    Wachstum BIP: 0,2% (laut destatis)



    Wachstum Geldvermögen: 6,3% (laut DZ-Bank)



    Der Multiplikationsfaktor liegt also ÜBER DREISSIG!

    Kein Wunder also, dass viele Bürger inzwischen so richtig stinkig sind! Dumm nur, dass sie sich dann von Propaganda verführen lassen, anstatt Parteiprogramme zu lesen oder sich einfach mal zu fragen, warum Milliardäre niemals linken Parteien Großspenden zukommen lassen!

  • Fossibaerin

    "Der Kampf gegen Antisemitismus wird damit in unsäglicher Weise instrumentalisiert. Denn am Ende dieser antilinken Brandmauer steht die Forderung an die CDU, der rechtsextremistischen, antisemitischen AfD an die Macht zu helfen – um die Linke zu stoppen. „Endlich mit diesem Unsinn der Brandmauer schlussmachen“, fordert Alice Weidel. Na, Prost! Dieser Autor lebt da lieber in der neuen sozialistischen Diktatur."

    Vielen Dank für diese Worte, hier und heute.

    Der Beitrag gibt mir meinen Glauben an die taz wieder.

  • Required

    Dass dieser Streit in und um die Linke nicht neu ist, kann man in eurem eigenen Archiv erfahren.

    taz.de/Linke-in-Berlin/!6044784/

    Damals ist fast der Landesverband Berlin an der Frage zerbrochen. Im Ergebnis kam es zu einer Austrittswelle an Führungspersonal. Andere wie Petra Pau verließen die Sitzung vorzeitig, weil sie es nicht aushielten. Einige Mitglieder der Linken fordern seit Jahren einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber marx21 und Sozialismus von unten.

    Aber man packt viel lieber die Opferrolle aus.

  • Wunderwelt

    Gut..es war klar, daß jetzt Springerpresse und Besitzstandswahrer maximal Krawall schlagen würden, um ihr lukratives Ausbeutungsmodell fortzuführen.







    Nur auf der anderen Seite schnürt deren Egoismus eben mittlerweile dem ganzen Land die Luft ab.







    Und so ist es nur folgerichtig, daß die Linke, die dieses Thema als einzige Partei an der Wurzel packen will, von fast der Hälfte der jungen Berliner❤️innen gewählt wurde.







    Um dies nun gegen massiven Widerstand umzusetzen, muß sie als erstes die vielen eingeschüchterten Mieter❤️innen gegen die (potenziellen) Erpressungsversuche ihrer Vermieter schützen.



    Denn wer alleine gegen Wohnungskonzerne kämpft, muß befürchten die Whg zu verlieren.



    Egal wie die Sache sich entwickelt: dies ist ein wichtiger erster Schritt, um bei den Auseinandersetzungen den vollen Rückhalt der ausgebeuteten Mieter❤️innen zu bekommen.







    Nur wenn die Mieter❤️innen frei und ohne Angst öffentlich Farbe bekennen können, ist dieser notwendige Systemwechsel überhaupt durchsetzbar.

    ..insofern Danke an alle die jetzt in hysterischer Manier die Linke in den Schmutz ziehen wollen. Noch durchsichtiger kann man seinen Gesellschafts schädigenden Egoismus nicht entlarven..

  • Strenge Susanne

    Ich feiere den Wahlsieg der Linken in Berlin und gratuliere Frau Eralp. Ich habe seit den 80ern eine lange Reihe schlimmer regierender Bürgermeister erlebt und nie einen so sympathischen und liebevollen Menschen wie sie. Ich bin überzeugt, dass sie das kann. Und klar gibt es in der Linken- wie in jeder Partei- Menschen mit fragwürdigen Überzeugungen. Aber die Schmutzkampagnen die jetzt laufen sind sehr durchsichtig. Lasst euch nicht zerlegen, Berliner Linke. Führt ruhig und sachlich eure Sondierungsgespräche, einigt euch und verbessert das Leben der Menschen, dafür seid ihr gewählt worden.

  • Frauke Z

    Nur mal so als Denkanstoß:



    In Sachsen-Anhalt gibt es sehr wahrscheinlich viele Menschen, die die vielen Warnungen und Wehe-Rufe ob des AfD-Siegs mindestens genauso aberwitzig finden. Und zwar nicht nur AfD-Wähler.

    • Joba

      @Frauke Z:

      Auf so einen Kommentar habe ich grwartet.



      Die zum Teil berechtigten Vorwürfe gegen die Linkspartei führen zu einer heftigen Debatte, in der es keineswegs nur Schulterschlüsse gibt. In der AfD wird dagegen so getan, als seien die offenen Neonazis (die eigenen "Remmos", die "Bürgerwachten" bilden sollen) in den eigenen Reihen und im Vorfeld gar keine solchen und die Vorwürfe führen nicht zu einer Zerreißprobe (Herr Kocak wurde zurückgepfiffen), sondern schließen die Reihen. Den Antisemitismus in den eigenen Reihen leugnet die AfD, während sie den bei den Linken anprangert, weil er von Leuten kommt, die sie "remigrieren" möchte.



      Wo ist bei der AfD der staatstragende Teil, der sich bei der Linken in Regierungsbeteiligungen (über deren Qualität lässt sich streiten) gezeigt hat? In ihrem bisherigen parlamentarischen Auftreten ist er jedenfalls gut verborgen geblieben, falls es ihn überhaupt gibt. Da liegt für mich der Unterschied zur Linkspartei mit all ihren Macken.

    • Strolch

      @Frauke Z:

      Ja. Sieht man ja am Spiegel-Titel, der an Dramatik kaum zu überbieten war und den sich die Leute haben signieren lassen - wenn das auch eher Anhänger der AFD sein dürften. Die Linke und die AFD sind mit viel zu großen Versprechen gewählt worden, die sie nicht erfüllen können. Mal schauen, wer sich traut zu regieren.

      • Kaboom

        @Strolch:

        Jo, die Äußerung Siegmunds, die möglicherweise demnächst in Sachsen-Anhalt hergestellten Rüstungsgüter der Firma Elbit Systems in Zukunft gegen Flüchtlinge bzw. Migranten einzusetzen, spricht ganz unzweifelhaft für enorme Harmlosigkeit des Mannes.



        Wenn eins mal klar ist, dann das.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    In Offenbach haben wohl Linksextremisten am Wochenende Steine in das CDU-Parteibüro geworfen und angesagt, dass dies erst der Anfang sei (Bekennerschreiben 22.9. auf www.indymedia.de). Man wolle die - Zitat - "Schweine in der Bundesregierung" mit allen Mitteln und einer Vehemenz angreifen, die verstanden würde. Gleichzeitig seien alle aufgefordert, am gewerkschaftlichen Aktionstag am 26.9. teilzunehmen.

    Meine Befürchtung ist, dass sich die Linke jetzt auch noch von solchen Attacken distanzieren muss, ebenso die Gewerkschaften.

    Mein Gott: Die (Achtung: Ironie!) "Beseitigung des Kapitalismus und die Befreiung der Arbeitenden von ihrer Knechtschaft" hat ja schon unter der RAF nicht funktioniert.

    Ich könnte nur noch bitterlich weinen ob solcher Idioten.

  • Klabauta

    Wer letztlich von der Diskussion um Antisemitismus bei der Linken zu profitieren hofft, verdeutlicht einmal mehr der Antrag der AfD auf eine aktuelle Stunde am heutigen Mittwoch, Titel:

    "Fälle von Antisemitismus, Polizeifeindlichkeit sowie Nähe zu Islamisten, Linksextremisten und Clans bei den Linken Berlin - Jüngste Entwicklungen in den Blick nehmen"

    Die AfD ruft: "Haltet den Dieb!" und alle rennen. Manch Eine*r hier im Forum sollte sich überlegen, wessen Lied sie/er anstimmt.



    Damit will ich nicht sagen, dass man nicht Kritik üben kann. Pauschalurteile aber sollten sich verbieten.

    • Kaboom

      @Klabauta:

      Jaja, bei einer Partei, die ehemalige Spitzenfunktionäre der HDJ, die sich bekanntlich als Nachfolgeorganisation der HJ sah, im engsten Beraterkreis des Spitzenkandidaten in SA für kein Problem hält, deren BT-Abgeordnete 110 Rechtsextremisten bzw. Antisemiten beschäftigen etc. pp. ist ein solcher Antrag - gelinde gesagt - lächerlich.

    • Katharina Reichenhall

      @Klabauta:

      "Manch Eine*r hier im Forum sollte sich überlegen, wessen Lied sie/er anstimmt."

      Diesem Aufruf kann ich mir nur anschließen, auch wenn ihn wahrscheinlich an andere Personen adressieren möchte als Sie. Jenen möchte ich darüber hinaus empfehlen, über die Bedeutung der Worte "Wehret den Anfängen" nachzudenken und dann ihre eigenen Postings zu lesen.

  • Andreas_2020

    Elif Eralp steht für Mieterschutz, sie vertritt die Interessen der Durchschnittsberliner und das macht Angst. Gerade AfD und CDU bieten sich den Immobilienentwicklern und Spekulanten als Garanten einer extrem unsozialen Ordnung an. Deren Interessen sind dieses Mal direkt bedroht und die Stadt könnte deutlich sozialer werden und zwar ohne ein neues Bundesgesetz und ohne Revolution. Einfach durch eine Abstimmung.



    Das macht Angst und dagegen wird jetzt mobilisiert.



    Früher trat die SPD konsequent für Mieterschutz ein, die Partei war darin wirklich glaubwürdig. Die CDU war schon immer eher auf der Seite der Immobilienbesitzer, aber nicht so wie heute. Merz will die Dividenden der Anleger schützen, ihm sind die Investoren wichtiger als die Berliner Mieter.

    • Ritchie

      @Andreas_2020:

      Ohne Investoren wird es die dringend benötigten Neu zu bauenden Wohnungen in Berlin nicht geben. Sollte es wirklich Enteignungen geben, wird kein Investor mehr eine Wohnung in Berlin bauen. Und nein, die Stadt hat kein Geld für den Wohnungsbau, erst recht nicht noch einer Milliardenzahlung als Entschädigung für die Enteignungen.

      • Andreas_2020

        @Ritchie:

        Die Stadt Berlin hatte 1990 ca.220.000 Sozialwohnungen, heute sind es 107.000 und jedes Jahr wollen junge Menschen ein Studium in der Stadt beginnen. Wie soll das zusammengehen. Kommen Unternehmer und wollen auf eine Mrd. EURO eine Rendite von 2 oder 3 Prozent haben? Niemals. Nur die Stadt kann dieses Thema sinnvoll bearbeiten. Und sie könnten Wohnungsbaugenossenschaften einplanen und Unternehmer, die wirklich auch günstige Wohnungen anbieten, das sind eher weniger. Der Rest wird das Problem eher verschärfen, als Teil einer Lösung sein.

      • Kaboom

        @Ritchie:

        Klar, bevor die Enteignungen stattfinden (also jetzt) ist die Situation in Berlin bezüglich der Neuvertragsmieten ja derart paradiesisch (15 - 18 € / m2), es ist völlig unverständlich, wie irgendjemand auf die Idee kommen kann, an der Entwicklung etwas zu ändern.

        • Eichhörnchen99

          @Kaboom:

          Willkommen in der Geiselhaft! Wenn Investoren vorgeben, wie die Gesellschaft auszusehen hat, weil sie sonst einfach auf andere Märkte ausweichen, so die gängige Logik im Umgang mit Milliardären und Konzernen, dann leben wir leider nicht mehr in einer Demokratie. Die Macht liegt nicht beim Volk, sondern bei den wenigen Investoren. Diese investieren jedoch nicht in die Demokratie sondern ihr Gegenteil (heute Thiel wie damals Thyssen). Es gibt also zwei Möglichkeiten: Entweder man macht sich sukzessive unabhängig vom Kapital der Konzerne oder man bleibt als Demokratie effektiv machtlos gegenüber eben jenen.

      • Schöneberg

        @Ritchie:

        Sehen Sie sich mal um in der Stadt, das einzige was gebaut wird, sind Luxuswohnungen, die man sich mit einem Durchschnittseinkommen überhaupt nicht leisten kann.

        Wir haben Jahrzehnte unter der CDU und der SPD in Berlin und die Wohnungssituation hat sich durchweg nur verschlechtert, die selbst gesteckten Ziele für den Neubau wurden nie erreicht, kein einziges mal.

        Man muss den Neubau und die Situation der Mieter getrennt betrachten. Zum einen muss der Staat wieder mehr selbst bauen, anstatt die Verantwortung dafür allein den privaten Investoren zu überlassen, zum anderen dürfen Mieter nicht im Stich gelassen werden, während die Mieten ein Jahr nach dem anderen explodieren und das Grundbedürfnis nach Wohnen zum Spekulationsobjekt verkommt.

  • Leon97

    "Allianz aus rechtsradikalen Spinnern und einflussreichen Hauptstadtjournalisten"

    Es heisst "Spinner:innen" und "Hauptstadtjounalist:innen". Dass man euch da noch Nachhilfe geben muss - echt schade :-(

    • Flocke

      @Leon97:

      Sprachpolizei?



      Das was da steht, ist grammatikalisch korrekt.

      • Petcat

        @Flocke:

        Nee, die Satire-Polizei bitteschön.

  • Westlahn

    Der Remmo läuft - eingeladen oder nicht - überall da rum, wo er Macht wittert. Der Antrittsbesuch bei der Linken ist offenbar nützlich für die Skandalisierung. Es wird vergessen zu erwähnen, dass er bei allen anderen schon vorbeigeschaut hat. Offenbar mit ausreichendem Erfolg beim Netzwerken, dass er immer noch frei rumläuft.

    • Suryo

      @Westlahn:

      Nun hat aber Kocak selbst im Plenum des Bundestages mehrfach gegen die Thematisierung von Clankriminalität gewettert und z. B. behauptet, damit würden "seine Nachbarn stigmatisiert".

      Diese Tabuisierung des Phänomens Clankriminalität ist eindeutig im Interesse der Clans, oder etwa nicht?

      Das ist doch nicht anders, als wenn Ölkonzerne sich über den Sieg einer Partei freuen, die den Klimawandel leugnet.

      • Comerade Aardvark

        @Suryo:

        Nciht ganz: ich kann BP-Aktien kaufen, aber keine von Remmo.

    • Deep South

      @Westlahn:

      Ja aber, die haben aber doch auch, dann darf der doch auch. Nein, darf er nicht. Was ist eigentlich so schlimm dran, sich berechtigter Kritik zu stellen und zu sagen, dass solche Vorfälle einfach falsch sind? Und zusammen mit den Sachen aus dem Neuköllner Wahlkampf sind die Bilder und Chats von Kocak eben allesandere aus als Lapallien. Völlig egal, ob da Springer und Co. eine Kampgane betreiben. Das können sie nämlich nur, weil ihnen die Partei mächtig Futter liefert.



      Selbst wenn das alles unglückliche Einzel- und Zufälle sind, läßt solche selbstgerechte Kritikunfähigkeit doch tief blicken. Bei wirklich jedem Vorfall, von antisraelischen Beschlüssen der Linksjugend über Parolen in parteinternen Foren, Intifada Rappern über Fotos mit Hamas-Verstehern bis hin zu Chatverläufen und Besuchen von Clachefs. Das gibt ein Bild, dass selbst vielen in der Partei sauer aufstößt. Und keiner anderen Partei würde man das hier so einfach durchwinken, nur weil irgendwer Anderes auch Dreck am Steck hat. Whataboutismen und Ausreden wo man hinschaut. Das ist weder erwachsen, noch politisch oder moralisch integer. Wer das nicht glaubhaft aufarbeitet, dem fliegt das früher oder später um die Ohren.

    • Abdurchdiemitte

      @Westlahn:

      Wäre Remmo ein erfolgreiches, seriöses Familienunternehmen, hätten CDU und SPD dem Clan schon längst die Türe eingerannt.



      Aber ganz im Ernst: die beiden Frontstadt-Parteien, die Berlin jahrzehntelang unter sich aufgeteilt haben, haben soviel Korruptions-Dreck am Stecken, dass auch hier wieder gilt: wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

    • zartbitter

      @Westlahn:

      „Grüße mit Respekt“ an den Vater - seltsamer Gruss von Kocak an den laufenden Remmo -- von dem er behauptet ihn nicht wissentlich zu kennen. Oder richten sie auch Grüsse an die Mutter einer vorbei laufenden Marathonläuferin aus - die sie beide nicht kennen?



      =



      Kocak hat sich von seinen Ämtern und von öffentlichen Auftritten vorerst vorabschiedet -warum eigentlich?



      =



      In einem Video von Koçak (Die Linke) ist ein Ausschnitt seiner Bundestagsrede vom 29. Januar 2026 mit dem Titel „Hysterische Dauerdebatte: Clans“. zu sehen - in dem er die Verwendung des Begriffs „Clankriminalität“ kritisiert und den Nutzern des Wortes Rassismus vorwirft.



      Seltsam - Seltsam.



      =



      Warum hat denn Petra Pau (Linke) überdeutlich Kocak kritisiert?

      • Christoph Koch

        @zartbitter:

        Wenn er nicht nicht gekannt haben sollte - was natürlich vollkommener Quatsch ist - dann wären die "Grüße mit Respekt" (Herrgott, was eine Formulierung) an den Vater der ihm unbekannten Person auch ein mächtiger patriarchaler Hammer. Der Vater, das Oberhaupt der Familie hat den natürlichen Respekt verdient. Herr Kocak hat folglich ein recht anti-feministisches Weltbild.

  • c. F

    Wenn Sie rechte Medien und rechte Kommentatoren auflisten, dann sind Sie etwas zu einseitig. Schauen Sie sich die Sendung "Thadeusz und die Beobachter" (22.09) an. Die gleichen Argumente, die Sie auflisten, finden Sie dort auch, und diese Kommentatoren bezeichnen sich als Mitte.



    Aber ja, bleiben wir beim Antisemitismus, wir erleben gerade eine strategische Kommunikation, also eine der Macht, und ich bin entsetzt, wie Antisemitismus als Machtbegriff instrumentalisiert wird (nicht nur von den Rechten, sondern auch von der Mitte). Das ist auch eine Form von Antisemitismus. Was mir also Sorge macht, ist, dass der Antisemitismus dadurch in die Beliebigkeit abdriftet....

  • Auweiowei

    Wenn ich es im Radio (Df) heute früh richtig gehört habe, will die AfD im Bundestag über den derzeitigen Antisemitismus in Berlin debattieren (lassen).



    Wie nahe ist uns eigentlich die Machtergreifung 2.0 schon gekommen?

    • zartbitter

      @Auweiowei:

      Die agd - Fraktion hat nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl eine Bundestagsdebatte beantragt. Thema sollen laut dpa-Bericht „Clans, Islamisten und Antisemiten“ auf der Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln sein.



      =



      Aufwachen und Warnung - Machtergreifung kommt erst noch - jetzt geht es den agd Faschisten darum die politische Mitte von Mitte rechts bis Mitte links kaputt zu schiessen -- siehe die letzten unsäglichen Reichtagssitzungen vor der Machtergreifung.

      • Auweiowei

        @zartbitter:

        Danke für die Klarstellung zur beantragten Bundestagsdebatte. Ich war im ersten Moment nicht sicher, ob ich richtig gehört hatte. (Bin schon bald 83 und hatte meine Hörgeräte noch nicht in Funktion...)



        Insgesamt bin ich ganz bei Ihnen.

        • Klabauta

          @Auweiowei:

          @zartbitters Post ist nicht korrekt.



          Wörtlich hieß es im Antrag der AfD zur aktuellen Stunde:

          ""Fälle von Antisemitismus, Polizeifeindlichkeit sowie Nähe zu Islamisten, Linksextremisten und Clans bei den Linken Berlin - Jüngste Entwicklungen in den Blick nehmen"

          In Diskussionen, in denen so viel mit ungenauen Behauptungen um sich geworfen wird, sollte man schon korrekt zitieren.

          • Auweiowei

            @Klabauta:

            Danke für den vollständigen AfD-Debattentitel.



            Am Radio (Df) hatte ich nur den 'Antisemitismus' gehört bzw. herausgehört. Das würde aber nach meiner Erfahrung durchaus ins Bild passen: lieber 'ein' Schlagwort setzen statt ordentlich zu informieren.

  • Zippism

    Der Titel ist natürlich bewusst überzogen und ironisch gemeint. Gerade deshalb ist es aber etwas bequem, die Kritik an der Berliner Linken anschließend weitgehend als rechte Hysterie abzuräumen.

    Denn die Kritik besteht nicht nur aus irgendwelchen Untergangsfantasien. Da ist die geplante Vergesellschaftung von rund 220.000 Wohnungen mit erheblichen offenen Fragen bei Finanzierung, Entschädigung und praktischer Umsetzung. Dazu kommen die wiederkehrenden Antisemitismus- und Israel-Debatten innerhalb des Berliner Landesverbands, BDS-nahe Positionen und die Frage, wie konsequent die Partei damit in den eigenen Reihen umgeht.

    Auch die Wahlparty mit Issa Remmo und Ibrahim Ibrahim ist nicht dadurch völlig irrelevant, dass Remmo nach Angaben der Linken nicht eingeladen war. Man darf selbstverständlich fragen, wer auf einer solchen Veranstaltung auftaucht, mit wem Parteimitglieder Kontakte pflegen und welche politischen Signale davon ausgehen.

    • whereischesgmt

      @Zippism:

      Ich komme nicht aus Berlin, aber wie real ist diese viel propagierte Wohnungsnot eigentlich wirklich? Wenn mal kurz bei Immoscout naiv nach Wohnungen für bis 900 € und über 70qm suchen finde ich 1.300 in Berlin, 626 in HH und 82 in München. Ich sehe hier tbh. nicht, wieso gerade in Berlin das Problem so besonders groß gemacht wird? Das waren jetzt auch nicht alles Bruchbuden in Randlage (außer in München, haha). Die Menschen verdienen auch mehr als vor 20 Jahren – also das mieten auch teurer wird, sollte jetzt nicht so richtig überraschen. Selbst wenn ich den ~20% höheren Gehaltsdurchschnitt berücksichtige (141 in München unter 1080 €), wir das jetzt nicht wirklich besser. Vielleicht würde die Wohnungsnot schon bekämpft werden, wenn man entsprechende Personen informiert, dass man bei der Besichtigung, dem Vermieter nicht sofort mit Klage drohen sollte oder das man sich da vielleicht auch davor duschen kann :). Auf mich wirkt das so, dass hier es tatsächlich den meisten völlig egal ist, ob da wirklich eine Not existiert oder nicht – jeder zahlt gerne weniger Miete und viele leben gerne günstig in guter Lage! Wenn es der Staat oder andere zahlen, umso besser! haha...

      • EffeJoSiebenZwo

        @whereischesgmt:

        Ich glaube das spezielle Berliner Problem (vs M, H usw) besteht darin, dass es hier ziemlich lange ziemlich viele vergleichsweise recht günstige Wohnungen gab, sich dieser Zustand aber dann irgendwann in den letzten Jahren aber geändert hat. Also treffen kontinuierliche hohe relative Anstiege auf eher Mieter, die lange Zeit etwas anderes gewohnt waren und die Veränderung nicht wirklich wahr haben wollen. Damit sage ich NICHT, dass nicht auch die Vonovias usw Anteil an diesen Anstiegen haben, aber auch ohne diese Marktteilnehmer hätte es sich ähnlich entwickelt- wenn man denn nicht grds einen Marktmechanismus a la Angebot trifft Nachfrage ablehnt. Mit dem Boom der IT / Fintec / usw -Branche haben sich da halt einige einkommensstarke Nachfrager angesiedelt, die auch die Preise für die guten resp Lagen nach oben treiben. Die Klientel gab es in M und HH immer schon, der Unterschied zu ‚früher‘ war aber nicht so ausgeprägt.

        • Comerade Aardvark

          @EffeJoSiebenZwo:

          Das ist sehr einleuchtend, danke!

      • Sabine Hofmann-Stadtländer

        @whereischesgmt:

        Wenn Du Dir die Anzeigen auf Immobilienscout24 etwas genauer anschaust, wird Dir auffallen, dass ungezählte Angebote gefälschte Anzeigen sind:

        1. Sie wurden angeblich von den aktuellen Mieter*innen eingestellt

        2. Diese vermeintlichen Mieter*innen können zu über 90 % weder direkt angerufen noch per Mail kontaktiert werden ("privat"). Man muss sich entweder auf irgendeinem Link anmelden oder man kann sich häufig sogar überhaupt nirgends melden.

        3. Es werden Von-bis-Mietpreise genannt. Dabei gibt es kuriose Nennungen: z. B. 40 qm für 0-1 € oder Mieten von 232-258 € für mehrere Wohnungen in unterschiedlichen Stadtteilen und unterschiedlichen Wohnungsgrößen (Spandau 70 qm für 232-258 €) oder 10-11 Mio. € für 90 qm.

        4. Googelt man die Namen dieser "Mieter*innen", falls mal genannt, stößt man z. B. auf Popstars oder Leute, die gar nicht in Berlin wohnen.

        Würde man diese Anzeigen alle löschen, verringert sich die Anzahl der angebotenen Wohnungen rapide. In meiner Kreisstadt ist fast die Hälfte aller Angebote gefälscht. Leider hat der Mieterbund auf meine Anfrage nicht reagiert.

        Kurz und gut: Deine Häme geht fehl. Die Wohnungssituation ist massiv angespannt.

        • whereischesgmt

          @Sabine Hofmann-Stadtländer:

          Gibt genug Orte in Deutschland, wo ich nur 5€ den qm zahle und Arbeit findet man eh überall, wenn man sucht. Wer sich diese 3 Städte nicht leisten kann oder will, muss das nicht - mache ich auch nicht, ich pendle lieber.

        • whereischesgmt

          @Sabine Hofmann-Stadtländer:

          Ja, anderswo eben auch - das sind die gleichen naiven Zahlen! Ob die Angebote seriös sind oder nicht, habe ich nicht qualifiziert, das habe ich bei den anderen Zahlen aber auch nicht. Wenn ich da nur mehr oder weniger seriöse Angebote vergleiche (kann man da auch!), sieht es noch schlimmer aus - überall schlimm, ja, aber gerade in Berlin findet man noch eher was...

          • Zippism

            @whereischesgmt:

            Dann sind wir eigentlich schon bei dem entscheidenden Punkt: Sie haben zunächst aus der bloßen Anzahl von ImmoScout-Anzeigen auf das Ausmaß der Wohnungsnot geschlossen. Jetzt räumen Sie selbst ein, dass diese Zahlen dafür „naiv“ sind und man zwischen seriösen und unseriösen Angeboten unterscheiden müsste.

            Aber dann müsste man eben auch genau das tun, bevor man daraus irgendwelche Schlussfolgerungen zieht. „Wenn ich die seriösen Angebote vergleiche, sieht es noch schlimmer aus“ ist ohne konkrete Zahlen, Zeitraum, Wohnungsgröße, Lage und Einkommenssituation letztlich nur eine Behauptung.

            Und „gerade in Berlin findet man noch eher was“ widerspricht Ihrer ursprünglichen Argumentation ohnehin nicht weniger, als Sie offenbar denken. Die Frage ist nicht, ob man irgendeine Wohnung in Berlin finden kann. Natürlich kann man das. Die Frage ist, ob ausreichend Wohnungen zu Mieten verfügbar sind, die sich die Menschen mit den dort üblichen Einkommen leisten können und die hinsichtlich Größe, Lage und Zustand ihren Bedürfnissen entsprechen

      • kma

        @whereischesgmt:

        Niemand bestreitet, dass Hamburg und München ähnliche Probleme haben. Setzt man Ihre Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung, dürfte es etwa ähnlich sein. Setzt man sie ins Verhältnis zu den typischen Einkommen in der Stadt, sehen Sie das Problem. Dazu kommt, dass der Berliner Wohnungsmarkt praktisch von einem Kartell beherrscht wird, das ihn bewusst blockiert und deren Lobbyarme tief in die Verwaltung reichen. Natürlich kann man rechtlich nur schwer und politisch wahrscheinlich gar keine Enteignung durchsetzen. Aber das Thema hochkochen, um politisch Maßnahmen ergreifen zu können, ist absolut legitim.

        • whereischesgmt

          @kma:

          Ah und noch eine Frage. Was genau meinen Sie mit Kartell? Wenn ich kurz Zahlen suche, sind 115k Wohnungen bei Vonovia und ca. 400k bei landeseigenen Gesellschaften. Ist das dieses Kartell von dem Sie reden? Das manche Praktiken von Firmen wie Heimstaden sanktioniert gehören ist doch völlig klar - Mitminderungen bei Mängeln, Schadenersatzklagen bei Unbewohnbarkeit etc. - alles richtig! 8 € den qm sind leider trotzdem nicht zeitgemäß in Großstädten!

          • Zippism

            @whereischesgmt:

            „Kartell“ ist schon eine interessante Wortwahl. Vielleicht sollte man zunächst einmal die Definition nachschlagen, bevor man damit den gesamten Berliner Wohnungsmarkt etikettiert.

            Vonovia, Heimstaden, landeseigene Wohnungsunternehmen und andere Vermieter sind jedenfalls nicht allein deshalb ein Kartell, weil sie Wohnungen besitzen oder ähnliche wirtschaftliche Interessen haben. Ein Kartell setzt eine wettbewerbsbeschränkende Absprache zwischen selbstständigen Marktteilnehmern voraus. Welche Unternehmen sollen sich hier konkret über Mieten, Angebot oder Marktaufteilung abgesprochen haben? Und wo ist dafür der Nachweis?

            Dass einzelne Vermieter gegen Mietrecht verstoßen oder dass Unternehmen erheblichen Einfluss auf den Markt haben können, ist eine völlig andere Frage. Das kann man selbstverständlich untersuchen und gegebenenfalls sanktionieren.

            Aber aus „große Vermieter haben Marktmacht“ kurzerhand „der Wohnungsmarkt wird von einem Kartell bewusst blockiert“ zu machen, ist keine Analyse, sondern eine ziemlich weitreichende Behauptung.

        • whereischesgmt

          @kma:

          Ehm - a) Berlin 3,9Mio , HH 1,86Mio, M 1,6Mio Einwohner. Bitte setzten Sie das selbst ins Verhältnis. b) Ich setze das ins Verhältnis - bei 20% mehr Durchschnittlich sind es 1.300 zu 141.

          • Zippism

            @whereischesgmt:

            Genau deshalb sind diese Zahlen doch so wenig aussagekräftig. Sie vergleichen ein paar ImmoScout-Treffer mit Einwohnerzahlen und einem pauschalen Durchschnittseinkommen und wollen daraus die Wohnungsnot ableiten. Dafür müsste man aber zumindest gleiche Wohnungsgrößen, gleiche Haushaltsgrößen, Kalt- oder Warmmiete, Einkommen der jeweiligen Haushalte und die tatsächliche Zahl seriös verfügbarer Wohnungen vergleichen.

            „1.300 zu 141“ ist jedenfalls keine sinnvolle Aussage über Bezahlbarkeit, solange nicht einmal klar ist, was die 141 konkret darstellen und welche Einkommensgruppen Sie vergleichen.

            Und die Einwohnerzahl erklärt auch nicht das eigentliche Problem. Entscheidend ist nicht, wie viele Wohnungen pro Einwohner irgendwo inseriert sind, sondern wie viele Wohnungen für die Menschen, die tatsächlich eine Wohnung suchen, zu einem für sie tragbaren Preis verfügbar sind.

            Wenn Ihre These lediglich lautet „In Berlin findet man auch Wohnungen“, dann widerspricht dem niemand. Die Frage ist, zu welchem Preis, unter welchen Bedingungen und mit welcher Konkurrenz um diese Wohnungen.

      • Zippism

        @whereischesgmt:

        Der kleine ImmoScout-Test ist leider kein besonders guter Beleg dafür, dass es in Berlin keine Wohnungsnot gibt. 1.300 Treffer sind zunächst einmal 1.300 Inserate – nicht 1.300 frei verfügbare, dauerhaft vermietbare Wohnungen, die für einen normalen Haushalt tatsächlich infrage kommen. Da stecken möblierte und befristete Angebote, Wohnungen mit diversen Einschränkungen, unterschiedliche Lagen und natürlich auch Angebote drin, bei denen die Konkurrenz um die Wohnung entsprechend groß ist.

        Die offiziellen Zahlen zeichnen jedenfalls ein anderes Bild: Laut IBB lag die mittlere Berliner Angebotsmiete 2025 bei 15,78 €/m². Die ortsübliche Vergleichsmiete lag dagegen bei 7,21 €/m². Gerade im unteren und mittleren Preissegment wird weiterhin ein deutlicher Nachfrageüberhang festgestellt.

        Und genau darum geht es: Natürlich findet man mit genügend Geld oder bei entsprechenden Abstrichen irgendwo eine Wohnung. Die Frage ist aber, wie viele Haushalte bei einem Wohnungswechsel eine bezahlbare, passende Wohnung finden. Dass das zunehmend schwierig ist, lässt sich nicht mit „Ich habe auf ImmoScout 1.300 Anzeigen gefunden“ wegwischen.

        • whereischesgmt

          @Zippism:

          Ich schreibe ja bewusst, dass es hier um sehr oberflächliche Zahlen geht - das sind aber bei HH und M die selben. Und 7,21 den qm ist doch für eine Großstadt einfach zu wenig - was soll das sein? Da dürfte ein qm Wohnfläche abzüglich keine 2500€ zum kaufen oder bauen kosten. Das ist utopisch heutzutage - in Berlin und in München. Sehe das Problem immer noch nicht. Das Ergebnis dieses Volksentscheids ist für mich mehr mit Egoismus begründet, als mit einer tatsächlichen Not!

          • Olga terMark

            @whereischesgmt:

            Vielleicht ist es plakativ-plastisch besser verständlich:



            Begibt man sich auf eine Reise durch Berlin und schaut nicht nur auf das Grobe, sondern mehr auf die Details, dann bemerkt man schnell die kaum vorhandene Werbung von ImmobilienmaklerInnen.



            Vermehrt dagegen fallen Flugzettel mit Inhalten wie "... zahle 2000€ Prämie für die erfolgreiche Vermittlung einer Wohnung bis [xx] qm in den Bezirken [ABC]...". Besonders in den Zonen 1 und 2.



            Ich war lange nicht mehr in München, jedoch habe ich von dort noch einen leicht abweichenden Eindruck "gespeichert".

            • whereischesgmt

              @Olga terMark:

              Ja und? Das nennt sich Maklergebühr und hier gilt das Bestellerprinzip.

          • Zippism

            @whereischesgmt:

            Genau da liegt doch der Denkfehler: Die 7,21 €/m² sind nicht der Preis, zu dem heute neu gebaut werden soll, sondern die ortsübliche Vergleichsmiete des bestehenden Berliner Wohnungsbestands. Niemand behauptet, dass man dafür heute einen Neubau wirtschaftlich errichten kann. Aber daraus folgt eben auch nicht, dass Haushalte bei einem Wohnungswechsel plötzlich 15,78 €/m² bezahlen können.

            Der aktuelle IBB-Wohnungsmarktbericht zeigt ziemlich deutlich, worum es geht: Die Angebotsmiete lag 2025 bei 15,78 €/m² – mehr als doppelt so hoch wie die ortsübliche Vergleichsmiete von 7,21 €/m². Gleichzeitig bewertet die IBB den Markt gerade im unteren und mittleren Preissegment weiterhin als angespannt bzw. defizitär.

            Und „für eine Großstadt ist das eben zu wenig“ ist eigentlich nur eine andere Formulierung für: Wer es sich nicht leisten kann, soll wegziehen. Das kann man politisch vertreten. Es widerlegt aber keine Wohnungsnot.

            • whereischesgmt

              @Zippism:

              Richtig - wer es sich nicht leisten kann, soll sich verkleinern oder wegziehen! Und 15,78 €/m² sind auch lächerlich wenig!

    • Dorian Müller

      @Zippism:

      Alleine 2025 gab es 177 laufende Enteignungsverfahren in Deutschland. Union und SPD enteignen ihre Bürger ständig, nur geht es dabei immer um den Straßenverkehr als "öffentliches Gut". Warum soll das nicht auch fürs Wohnen gelten? Ist das denn weniger ein Grundbedürfnis als das zügige Autofahren? Kritisieren darf man immer, aber diese rechte Hysterie, um den demokratischen Willen Berlins abzuwürgen (das Enteignungsvolksbegehren hatte ja auch eine Mehrheit, die ignoriert wurde) ist mehr als das.

      • AndreasM

        @Dorian Müller:

        Straßen sind öffentlich und kann halt jeder nutzen. Die Wohnungen sind nicht öffentlich und kann nicht jeder nutzen. Ist doch eigentlich nicht schwer zu verstehen.

      • Petcat

        @Dorian Müller:

        Aber nicht für 40-60% des Marktwertes und 100 Jahre Zahlungsziel. Das würde der Bauer halt nicht akzeptieren und es gäbe brennende Heuhaufen vor dem Schloss.

      • Zippism

        @Dorian Müller:

        Der Vergleich hinkt allerdings gewaltig. Bei einer Enteignung für den Straßenbau geht es um einzelne Grundstücke, die für ein konkret bestimmtes Infrastrukturvorhaben benötigt werden. Bei der Berliner Vergesellschaftung geht es dagegen um die Überführung von rund 240.000 Wohnungen in eine neue Eigentumsform – also um eine völlig andere Größenordnung und rechtliche Konstruktion.

        Und genau die offenen Fragen, die ich angesprochen habe, sind damit keineswegs erledigt. Der Berliner Rechnungshof weist aktuell selbst auf erhebliche Unsicherheiten bei der Höhe der Entschädigung und der langfristigen Finanzierbarkeit hin. Frühere Senatsschätzungen lagen bei 29 bis 36 Milliarden Euro.

        Auch der Volksentscheid wird gerne so dargestellt, als hätte Berlin damit bereits ein fertiges Gesetz beschlossen. Hat es aber nicht. 59,1 Prozent stimmten 2021 für das Anliegen – das war ein politischer Auftrag, aber noch keine geklärte Regelung zu Entschädigung, Finanzierung, Eigentumsstruktur und praktischer Umsetzung.

        Kritik daran als „rechte Hysterie“ abzutun, ersetzt jedenfalls keine Antwort auf diese Fragen.

      • TheBox

        @Dorian Müller:

        Niemand bestreitet, dass man Enteignen kann, und dass es dafür je nach den Umständen gute Gründe geben kann. Aber der Standardsatz für die Enteignung eines Gebäudes ist 150% Marktwert plus ein voll erschlossenes Baugrundstück in der weiteren Umgebung, alles unterlegt durch Jahrzehnte an gerichtlichen Präzedenzfällen.

      • YeahYeah

        @Dorian Müller:

        Für den Weiterbetrieb vom Flughafen Tegel gab es auch eine Mehrheit.



        Und bei Enteignungen nach Baugesetzbuch wird der Verkehrswert bezahlt.

  • Fran Zose

    Es ist schon bemerkenswert, wie sowohl unter den Kommentaren als auch in der Artikeln selbst von linker Seite aus versucht wird, die mehr als berechtige Kritik am Agieren des Neuköllner Bezirksverbandes der Linken, am Antisemitismus innerhalb der Linken und der Person Koçak entweder klein zu reden oder als rechte (Schmieren)Kampagne darzustellen. Unwürdig, wie ich finde, denn die Vorfälle sind real und sie sind keine Einzelfälle. Es ist vielleicht ein Jahr her, dass nicht wenige der Altvorderen, über jeden Antisemitismusverdacht erhabenen Linken die Partei genau aus diesem Grunde verlassen haben. Waren das am Ende auch nur U-Boote der CDU und Springerknechte? Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Die Linkenführung um die durchaus integerwirkende Eralp täte gut daran mit klarer Kante gegen diese Umtriebe vorzugehen und notfalls eine innerparteiliche Brandmauer zu ziehen. Und die Anhänger Linken würden bei Ihrer nächsten Anklage gegen die CDU oder wem auch immer glaubwürdiger wirken, wenn sie auch die realen Probleme im eigenen Lager nicht schlicht verneinen würden.

    • C. Avestruz

      @Fran Zose:

      Allerdings. Empörtes Leugnen, Verunglimpfung der Kritiker und der lapidare Hinweis, dass nach einem Parteitagsbeschluss die Partei nicht antisemitisch sei, wirken nicht so, als ob Sorgen und Ängste ernst genommen würden.

  • metalhead86

    Solange es relevant ist mit welchen Wirtschaftsgrößen sich Unionsgrößen so treffen ist es wohl auch relevant mit welchen Gestalten sich Die.Linke so umgibt.

    • Schmetterling

      @metalhead86:

      Deswegen sehen wir ja auch unter jedem Beitrag zur CDU die Forderung, sich sofort und ohne wenn und aber von ihren Kontakten ins Wirtschaftskriminalitäts-Milieu zu distanzieren und endlich den Amthor und Spahn aus der Partei auszuschließen. Vielleicht sollte die SPD da mal drauf pochen, weil eine fortführen der Koalition mit solchen Gestalten böllig unmöglich ist.

  • Abdurchdiemitte

    Dieses rechte Trommelfeuer in Berlin sollte die zukünftigen Koalitionäre eigentlich nicht beirren, eine Mitte-Links-Stadtregierung zu formieren. Berlin hat’s dringend nötig.



    Und es könnte eine Perspektive für den Bund sein, wenn’s die Berliner - ausnahmsweise mal😉 - richtig anstellen.



    Den Frontstadt-Parteien CDU und SPD geht jetzt halt die Muffe, weil sie ihre Felle in der Bevölkerung wegschwimmen sehen. Und die SPD müsste sich jetzt mal endgültig aus dem Schatten Giffeys befreien und entscheiden: which side you are stand on?



    Erbärmlich, dass der Antisemitismusstreit herhalten muss, um ein Mitte-Links-Bündnis in Berlin zu diskreditieren. Lachende Dritte dabei ist die … AfD.

  • Ellena Hüther

    Die plfp ist nicht islamistisch sondern „links“ , von allen gewalttätigen widerstandsgruppen in Palästina die säkularste und als extremistisch/ terror wenn dann eher mit der raf zu vergleichen als mit der Hamas deren Gegner sie sind.

    • *Sabine*

      @Ellena Hüther:

      "... mit der Hamas deren Gegner sie sind."

      Die PFLP hat bei dem Pogrom am 07.10. mit u.a. der Hamas zusammengearbeitet und war dabei. (Quelle: u.a. NGO Monitor 30. Januar 2024, BR24) Sie scheinen auch sehr stolz darauf zu sein, wie ihren Videos zu entnehmen ist (die ich nicht gesehen habe, ich habe mich zu spät bei Telegram und X angemeldet). Die PLFP hat auch Geiseln gehalten, u.a. der Name Tamir Adar ist belegt.

    • Turban

      @Ellena Hüther:

      Sie ist halt dezidiert anti-westlich und für wirklich grausame Terroranschläge und Attentate auf teilweise nicht nur Unschuldige sondern auch vollkommen Unbeteiligte verantwortlich. Wer sich mit denen trifft und ihnen eine Plattform gibt, sollte sich nicht wundern, wenn solche Vorwürfe laut werden.

      Schlachten die Rechten das aus? Ja!. Aber es gibt sehr gute Gründe hier kritisch zu sein. Die Berliner Linke befindet sich auf einem sehr gefährlichen Weg. Da hat eine gewisse Radikalisierung stattgefunden. Die Anbiederung an islamistisch-revolutionäre Kreise ist ein Fakt und jeder Demokrat sollte hier aufhorchen. Wer die Verbindungen von CDUlern nach Rechtsextrem kritisiert, sollte auch hier nicht wegschauen. Gregor Gysy hat diese Entwicklung der Linken ja kürzlich sehr deutlich kritisiert und dafür verbal ordentlich einstecken müssen. Man kann hier schon langsam von einer Unterwanderung sprechen.

      • *Sabine*

        @Turban:

        "Man kann hier schon langsam von einer Unterwanderung sprechen."

        Es ist einfacher, eine Partei zu unterwandern, als sie neu zu gründen, und dass die Wahl auf Die Linke fiel, ist naheliegend und verständlich.

    • Zippism

      @Ellena Hüther:

      Sie ist eine extremistische Terrorgruppe, welcher Coleur ist dabei wohl nicht wirklich von Belang.

  • Abdurchdiemitte

    Die Art und Weise, wie dieser Antisemitismusstreit zwischen den politischen Akteuren geführt wird, insbesondere in Berlin, frustriert mich, macht mich aber auch zunehmend wütender.



    Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob sich in der Auseinandersetzung wirklich alle Beteiligen der Verantwortung bewusst sind, die ihnen der Kampf gegen den Antisemitismus auferlegt. Dabei schaue ich natürlich in erster Linie in Richtung CDU und der sie sekundierenden Medien.



    Aber eigentlich sollten sich alle demokratischen Parteien angesprochen fühlen, sich hier verantwortungsbewusst zu verhalten. Gerade in Zeiten, in denen innerhalb unserer Gesellschaft die Demokratie immer mehr in Frage gestellt und gefährdet wird. Da ist es ein irritierendes und fatales Signal in die Bevölkerung hinein, wenn sich Demokraten mittels einer so schwerwiegenden Verdächtigung lediglich für Wahlkämpfe munitionieren.



    Dass ich an dieser Stelle keine Harmoniesauce über eine erbitterte, aber dennoch notwendige Denattd gießen oder Die Linke vollständig vom Antisemitismusvorwurf entlasten bzw. linken Antisemitismus bagatellisieren will, kann jeder nachvollziehen, der meine Kommentare zum Thema hier in der taz mitverfolgt.

    • Zippism

      @Abdurchdiemitte:

      Gerade der erste Absatz irritiert mich. Sie beklagen zu Recht, dass der Antisemitismusvorwurf nicht zum bloßen Wahlkampfmunitionieren verkommen darf – und richten den Blick dann ausgerechnet „in erster Linie“ auf CDU und Medien.

      Nur: Die Berliner Debatte ist doch nicht dadurch entstanden, dass die CDU sich morgens einen neuen Antisemitismusstreit ausgedacht hat. Es gab und gibt konkrete Vorgänge innerhalb der Berliner Linken, über die diskutiert wird: BDS-Nähe, problematische Äußerungen und Veranstaltungen, Kontroversen um die Palästina-Solidarität und entsprechende personelle Verbindungen. Das sind keine Erfindungen der politischen Konkurrenz.

      • Abdurchdiemitte

        @Zippism:

        Ich mache ja keinen Wahlkampf gegen die CDU, aber auch nicht für sie. Genauso halte ich es mit der Linkspartei.



        Und ja, neutral kann man in dieser Auseinandersetzung eigentlich nicht sein, man kann aber einen differenzierten Standpunkt einnehmen und sich im Streit seiner Verantwortung bewusst sein.



        Die AfD macht‘s mit ihrer Rhetorik doch vor, wie man den gesellschaftlichen Grundkonsens - die Basis unserer demokratischen, freien und pluralen Gesellschaftsordnung - zerstören kann. Wenn Demokraten hier selbst Öl ins Feuer gießen, profitieren nur diese Rechtsextremisten davon.



        Ich hoffe, es ist jetzt deutlich geworden, worauf ich hinauswill: die Fahne des (Links)Liberalismus in Zeiten hochhalten, die zunehmend von Polarisierung und Radikalisierung geprägt sind, zur Rechten, zur Linken wie auch in der Mitte.



        Und verzeihen Sie mir, dass meine differenzierte, abwägende Haltung zuweilen als etwas widersprüchlich oder ambivalent erscheint. So ist die Welt nun mal.



        Übrigens: die aktuelle Berliner Debatte reicht weiter zurück. Wir haben schon lange vorher über Antisemitismus-Resolutionen im Bundesrag und die deutsch-israelischenBeziehungen diskutiert. Eigentlich ist damit schon alles gesagt.

      • Dorian Müller

        @Zippism:

        "BDS-Nähe" ist nicht antisemitisch. Sonst wäre die EU-Kommission, das EU-Parlament und alle EU-Staaten antisemitisch, weil sie den Handel mit Waren aus den von Israel besetzten (UN-rechtlich nicht anerkannten) Gebieten in der EU nicht erlaubt. Israelkritik und Empathie mit den zivilen Opfern in Palästina sind immer eine Gradwanderung, weil Emotionen zu blindem Hass führen können. Die Linken-Führung hat da eine klare Haltung und wehrt Antisemitismus ab, stellt sich aber nicht wie andere blind hinter eine Staatsführung, die täglich Menschenrechtsverletzungen begeht im Sinne eines Genozids an wehrlosen Menschen. Und natürlich sind viele linke Israelis sowie viele linke Jüdinnen und Juden in der Linken aktiv.

        • Deep South

          @Dorian Müller:

          "BDS-Nähe" ist nicht antisemitisch. Sonst wäre die EU-Kommission, das EU-Parlament und alle EU-Staaten antisemitisch, weil sie den Handel mit Waren aus den von Israel besetzten (UN-rechtlich nicht anerkannten) Gebieten in der EU nicht erlaubt.

          Ich würde eine "BDS-Nähe" auch nicht immer grundsätzlich als antisemtisch werten. Aber die Behauptung ist schlicht falsch.



          Erstens existiert ein solches Verbot überhaupt nicht. Und Zweitens fordert BDS den Boykott aller israelischen Waren und Institutionen, nicht nur den aus den besetzten Gebieten.

        • Zippism

          @Dorian Müller:

          Dass „BDS-Nähe“ nicht automatisch mit Antisemitismus gleichzusetzen ist, habe ich auch nicht behauptet. Das ist eine ziemlich bequeme Verkürzung meines Arguments. Die Frage ist vielmehr, welche konkreten Positionen, Forderungen und Kontakte damit verbunden sind und wie eine Partei damit in den eigenen Reihen umgeht.

          Und genau deshalb ist Ihr Verweis auf die Haltung der Linken-Führung interessant. Die Berliner Linke hat selbst einen Leitfaden gegen Antisemitismus beschlossen und schreibt darin ausdrücklich, dass auch aus falsch verstandener linker Palästinasolidarität antisemitische Muster reproduziert werden können. Bei antisemitischen Äußerungen oder Verstößen gegen die eigenen Beschlüsse sollen Abgrenzung und Konsequenzen folgen.

          Gleichzeitig hat der Landesverband 2026 beschlossen, palästinasolidarische Positionen gegen eine pauschale Antisemitismus-Zuschreibung zu verteidigen und die Jerusalem Declaration als Orientierung heranzuziehen. Das ist eine legitime politische Position – aber eben keine Antwort auf die Frage, wo im Einzelfall die Grenze zum Antisemitismus gezogen wird.

          • EffeJoSiebenZwo

            @Zippism:

            ‚Dass „BDS-Nähe“ nicht automatisch mit Antisemitismus gleichzusetzen ist, habe ich auch nicht behauptet. Das ist eine ziemlich bequeme Verkürzung meines Arguments.‘

            Aber wenn man Ihre Argumentation oben liest, implizieren Sie aber doch genau das:

            ‚Die Berliner Debatte ist doch nicht dadurch entstanden, dass die CDU sich morgens einen neuen Antisemitismusstreit ausgedacht hat. Es gab und gibt konkrete Vorgänge innerhalb der Berliner Linken, über die diskutiert wird: BDS-Nähe, problematische Äußerungen und Veranstaltungen, Kontroversen um die Palästina-Solidarität und entsprechende personelle Verbindungen. Das sind keine Erfindungen der politischen Konkurrenz.‘

            • Zippism

              @EffeJoSiebenZwo:

              Nein, genau das impliziert mein Kommentar gerade nicht. Ich habe ausdrücklich von „BDS-Nähe, problematischen Äußerungen und Veranstaltungen, Kontroversen um die Palästina-Solidarität und entsprechenden personellen Verbindungen“ gesprochen. Das sind verschiedene Sachverhalte, die man jeweils konkret bewerten muss.

              Dass BDS-Nähe allein kein Beweis für Antisemitismus ist, habe ich inzwischen sogar ausdrücklich klargestellt. Entscheidend ist vielmehr, welche konkreten Positionen damit verbunden sind und wie die Partei damit umgeht.

              Und genau da liegt doch der eigentliche Punkt: Man kann BDS nicht pauschal mit Antisemitismus gleichsetzen, aber ebenso wenig jede Kritik an BDS-Nähe oder palästinasolidarischen Strukturen als bloße „Antisemitismus-Kampagne“ abtun.

  • EffeJoSiebenZwo

    Das ist doch bitte alles viel zu passend, viel zu zielgerichtet, als dass das reiner Zufall ist. Wer hat den Remmo- und den FLPA-Mensch zu der Wahlparty eingeladen? Warum veröffentlicht der Remmo-Sohn kompromittierendes Material, wenn klar ist, dass er damit die Person, die er angeblich ja in der Taeche hat, für ihn wertlos macht?

    • *Sabine*

      @EffeJoSiebenZwo:

      "Wer hat den Remmo- und den FLPA-Mensch zu der Wahlparty eingeladen?"



      Das werden wir vermutlich nicht erfahren.Wenn die beiden Herren Kontakte in Die Linke haben und,wie ich den Eindruck habe,dabei mitgeholfen haben,Wählerstimmen m/w/d für Die Linke zu generieren,dann fühlten sie sich vermutlich eingeladen.Und,pardon,das ist doch bei allen Wahlhelfern m/w/d so.

      "Warum veröffentlicht der Remmo-Sohn kompromittierendes Material,.."



      Ich weiß nicht,ob die Veröffentlichung mit seinem Vater abgestimmt wurde,und halte zwei weitere Szenarien für möglich:



      1. Ein Gefühl von Triumph,Bedeutsamkeit,siegestrunken, Wichtigtuerei.



      2. Kränkung über die Distanzierung von Die Linke in der Öffentlichkeit,eine Form von Gesichtsverlust.



      Aber selbstverständlich kann das auch vom politischen Gegner inszeniert worden sein.

      "..die er angeblich ja in der Taeche hat, für ihn wertlos macht?"



      Das wird sich zeigen,wenn die Regierungsbildung im Abgeordnetenhaus in Berlin abgeschlossen ist.So ganz abwegig ist der Gedanke ja nicht,dass die gewünschte linke Politik seiner Familie zugute kommt:Kürzung der Gelder und Aufrüstungsstopp,Abschaffung von Kontroll- und Verbotszonen u.v.m., siehe Programm und KI.

    • Fran Zose

      @EffeJoSiebenZwo:

      Ja, wer war es denn Ihrer Meinung nach? Warum dieses Rumgeschwurbel? Sagen Sie doch wie es ist: Wir wissen doch alle, dass selbstverständlich die CDU hinter allem steckt um den aufrechten Linken eins auszuwischen, nicht wahr? Und der Bezirksverband der Linken Neukölln ist selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben, ist er doch schon in der Vergangenheit durch seinen strikten Kurs gegen Antisemitismus aufgefallen und durch seine geradezu vorbildliche Distanz zur Clankriminalität, welche er als einziger auch immer klar so benannt hat. Ebenso gilt das für seine Distanz zu jedweden zwielichtigen Moscheegemeinden. Ironie off.

      • Westlahn

        @Fran Zose:

        Wollen Sie andeuten, die Linke hätte auch nur annähernd so viele Kontakte in zwielichtige Milieus wie die Berliner CDU? Um bei der Vernetzung ins kriminelle Milieu auch nur annähernd in dieselbe Liga auf-bzw. abzusteigen, müsste die Linke wohl noch jahrelang regieren... Denn:jawohl, Steuerhinterziehung und Korruption sind Straftaten....

        • Fran Zose

          @Westlahn:

          Ich will gar nichts andeuten sondern ausdrücken, dass ich so ein Geraune wie im Ausgangskommentar schwer erträglich finde, welches nahezulegen scheint, dass es sich nicht um originäre Probleme des Bezirksverbandes Neukölln handeln würde, sondern um eine böse Intrige von wem auch immer (gern genommen: CDU). Nicht mehr und nicht weniger. Aber manche Leute, Sie anscheinend eingeschlossen, reagieren sofort allergisch, wenn man bestehende Probleme bei den eigenen Lieblingen benennt. Um es klar zu sagen: die Feststellung, dass der Bezirksverband der Linken in Neukölln und speziell auch die Person Kocak in meinen Augen höchst problematisch ist heißt weder, dass ich die gesamte Linke bezichtige kriminell zu sein noch, dass ich behaupten würde die CDU sei frei von Fehlern und problematischen Kontakten. Was ist denn so schwer daran anzuerkennen, dass nicht nur der politische Gegner Fehler macht, sondern eben auch die eigenen Leute?

          • EffeJoSiebenZwo

            @Fran Zose:

            ‚dass ich so ein Geraune wie im Ausgangskommentar schwer erträglich finde‘

            Sie mögen das als Geraune bezeichnen, ich halte es für durchaus interessant, diesen Fragen nachzugehen. Auch wenn Sie es schwer für Sie ist, das auszuhalten. Da müssen Sie einfach durch. Zumal mal ja mittlerweile wirklich von einer Kampagne gegen die Linke als Wahlsieger in Berlin sprechen kann.

            • Fran Zose

              @EffeJoSiebenZwo:

              Natürlich nutzen Politiker Fehltritte der politischen Gegner und schlachten diese aus; das geschieht rechts wie links und eine Kampagne ist es natürlich immer nur bei der Gegenseite. Das Material für die aktuelle Kampagne hat aber nun mal die Linke und Herr Kocak selbst geliefert und niemand sonst. Wenn Sie jetzt so tun, als sei das Ganze eine Verschwörung gegen die Linke, dann ist und bleibt es Geraune und Geschwurbel. Interessant ist allenfalls die Frage, warum Sie sich nicht eingestehen können oder wollen, dass es auch innerhalb der Linken Fehlverhalten geben kann.

              • Klabauta

                @Fran Zose:

                Die Frage ist doch, warum manches mehr und anderes weniger skandalisiert wird und von wem.



                Oder gab es eine derartige konzertierte (Presse)Kampagne auch bezüglich der Kontakte der CDU zu Herrn Remmo oder zur Fördergeldaffäre derselben Partei?

          • Joba

            @Fran Zose:

            👍👍👍

  • Adan

    Ist das nicht interessant?



    Die, die jetzt die Welt in Berlin untergehen sehen, wegen des untragbaren Islamismus, finden dass das mit dem neuen Präsidenten in Syrien ja wohl auszuhalten ist. Der hat immerhin die Al-Nusra Front gegründet. Das hin könnte man ja munter abschieben.



    Was ist denn nun?

  • Wilfried Bergmann

    WESTBERLIN hat die Linke gewählt, nicht Berlin! Der Osten ist zuerst blau, dann marginalisiert cdu, spd und linke.

    • Abdurchdiemitte

      @Wilfried Bergmann:

      Und was kann das bedeuten?



      Dass der deutsche Einheitsprozess von 1989/90 definitiv gescheitert oder zum Scheitern verurteilt ist! Oder scheitert die Demokratie in diesem Land, was die deutschlandweite Blauverfärbung - besser noch spricht man von Brauneintrübung - der politischen Landkarte in erschreckendem Ausmaß zeigt?



      Ich habe im Moment mehr Fragen als Antworten.



      Übrigens hat Westberlin eben nicht homogen rot gewählt, in den wohlhabenden Aussenbezirken nämlich überwiegend Schwarz.



      Und das Potential ist da, dass die CDU sich Berlin durchaus ‚zurückholen‘ kann, sollte Die Linke politisch scheitern. Was ich persönlich nicht für ausgeschlossen halte. In dem Fall aber wird es bei der nächsten Wahl ein Duell zwischen AfD und CDU. Und all diejenigen, die Die Linke wegen ihrer Enteignungspolitik gewählt haben, MÜSSEN dann CDU wählen, um in der Bundeshauptstadt die AfD an der Macht zu verhindern.



      Das nennt man dann … Taktisch Wählen. Oder Volksfront. Oder antifaschistischer Schutzwall. Aber so würde es wohl auch die AfD nennen.



      Ich merke gerade, dass ich zynisch werde. Also höre ich besser auf.

  • Thomas Seidel

    Ja, das sehe ich auch so. Die sogenannte bürgerliche Mitte und deren rechter Rand schäumen. Und klar, die haben sich auch 1932/1933 klar entschieden! Andererseits bin ich mir nicht sicher, was Grüne und SPD wollen. Verhandeln sie mit den Linken, um nach einem großen (moralischen) Showdown, eine Koalition mit der CDU zu bilden?

    • Abdurchdiemitte

      @Thomas Seidel:

      Ihre Frage ist durchaus berechtigt. Denn die Verstaatlichung der Wohnungskonzerne lässt sich nicht innerhalb einer Wahlperiode durchsetzen, wahrscheinlich überhaupt nicht. RGR wird in Berlin also krachend scheitern. Um das vorauszusehen, muss man kein Prophet sein (ich würde mich ja liebend gern irren).



      Der Haken an der Sache ist nur, dass das alles auch nur der AfD nutzen wird. Sollte die Berliner CDU also landespolitisch eine Obstruktionspolitik gegen Mitte-Links fahren, um bei der nächsten Wahl wieder wie ein Phönix aus der Asche zu steigen - das sie das kann, hat sie in der Vergangenheit schon öfter bewiesen -, hat sie die Rechnung möglicherweise ohne den Wirt gemacht. Und der heißt AfD.

      • *Sabine*

        @Abdurchdiemitte:

        " Denn die Verstaatlichung der Wohnungskonzerne lässt sich nicht innerhalb einer Wahlperiode durchsetzen, wahrscheinlich überhaupt nicht."

        Das sehe ich nicht so pessimistisch. Die Linke kann das sofort einleiten und wenn sie dann vor Gerichten scheitert, dürfte jeder Wähler m/w/d verstehen, dass es nicht Die Linke anzulasten ist, die es ja wenigstens versucht hat, sondern, dass auf anderer politischer Ebene die Gesetze geändert werden müssen und dafür die entsprechenden Mehrheitsverhältnisse benötigt werden. Wer Enteignungen befürwortet, muss entsprechend wählen.

        Wenn ich es richtig sehe, macht es die AFD in Bezug auf Abschiebungen ja ähnlich. Sie verspricht etwas, was sie vielleicht nicht halten kann, und das können Gerichte jederzeit stoppen.

      • Westlahn

        @Abdurchdiemitte:

        Ja, jetzt sitzen wohl schon ein paar Strategen zusammen, rechnen amtszweiten aus und suchen Kandidaten für die anstehenden Neubesetzungen des Bundesverfassungsgericht und prüfen deren Veröffentlichungen - nein, nicht zu Schwangerschaftsabbruch, das ist Kleinkram. Enteignungen sind das entscheidende Thema. Die besten Chancen haben die, die für die Streichung des Abschnitts mit "Eigentum verpflichtet" Abschnitts aus dem Grundgesetz plädieren.

  • Agarack

    Entschuldigung, aber ich glaube, angesichts dessen, dass auf der Wahlparty Leute wie Ibrahim Ibrahim rumsprangen, mit denen Herr Kocak Fotos gemacht hat - und angesichts dessen, dass Herr Kocak offenbar schöne Chats mit Issa Remmo vorzuweisen hat - lässt sich das Ganze nicht einfach mit einem Verweis darauf, dass ja alles okay sei, wegwischen. Solange sich Terrorsympathisanten und Clanbosse auf deren Parties wohlfühlen, ist diese Partei nicht unterstützungswürdig. SPD und Grüne täten gut daran, sich nicht darauf einzulassen, ehe die Linke den eigenen Laden ordentlich ausgemistet hat. Tut sie das nicht, möge sie bitte in der Opposition versauern.

    • Abdurchdiemitte

      @Agarack:

      Da ich momentan sowieso gerade im Zynismus-Modus bin: wenn das Thema Antisemitismus bei den Berlinern nicht zündet, kann man es ja mal mit Clankriminalität versuchen.



      Und jetzt jubeln Sie mir bloß nicht unter, dass ich beide Probleme klein reden bzw. verharmlosen würde. Es geht mir um die kalkulierte Instrumentalisierung, um den politischen Gegner zu Fall zu bringen. Es ist nur noch erbärmlich - und damit schaue ich beide Disputparteien an -, wie auf dem Rücken jüdischer UND muslimisch-migrantischer Mitbürger ideologische Spielchen betrieben werden, um sich beim Wahlvolk Vorteile zu verschaffen.



      Und ich sage es noch einmal: das alles hilft nur der AfD.

      • *Sabine*

        @Abdurchdiemitte:

        "... kann man es ja mal mit Clankriminalität versuchen."

        Keine Provokation, aufrichtige Frage: Wäre diese Inszenierung (?) dann vor den Wahlen nicht hilfreicher gewesen? Mich würde es interessieren, ob Kontakt/e in die Organisierte Kriminalität den ein oder anderen Wähler m/w/d davon abgehalten hätte, Die Linke zu wählen.

        Ich google mal danach. :-)

        • Abdurchdiemitte

          @*Sabine*:

          „Ich google mal danach.:-)“



          Ja, bitte. Und lassen Sie mich das Ergebnis wissen.



          Dass der Remmo-Clan dick im Kriminalitäts-Business steckt, ist ja allseits seit langem bekannt.



          Und trotz allen Law&Order-Getönes seitens der regierenden CDU, sitzen die Remmos ja offensichtlich nicht hinter schwedischen Gardinen, sondern sind mopsfidel im Freiheit und erweisen der Wahlparty der Linken ihre Ehrerbietung.



          Aber wer weiß, vielleicht waren sie vorher schon bei der CDU und wurden einfach nicht gesehen … gab bei der ja auch nicht viel zu feiern an dem Abend.😉

          • Klabauta

            @Abdurchdiemitte:

            "Sein [Remmos] Sohn Firas postete am Donnerstag mehrere Fotos auf Instagram: Darauf zu sehen ist ein fröhlich lächelnder Issa Rammo im Foyer des Berliner Abgeordnetenhauses und auf den Zuschauerrängen des Plenarsaals. Das Oberhaupt einer berüchtigten deutsch-arabischen Großfamilie aus Berlin weilte im sogenannten „Hohen Haus“ des Landes Berlin – ausgerechnet auf Einladung eines Abgeordneten der CDU. Also der Partei, die sich dem entschiedenen Kampf gegen Clankriminalität verschrieben hat."

            Quelle: Tagesspiegel vom 23.01.2025

            Ups.

    • Residente

      @Agarack:

      Sollen SPD und Grüne halt lieber mit der CDU koalieren, deren Abgeordnete den gleichen freundlich lächelnden Herrn ins Abgeordnetenhaus einladen und herumführen, als mit der schrecklichen Partei, die eine öffentliche Wahlparty veranstaltet und den Mann herausgebeten hat, sobald er erkannt wurde.



      www.morgenpost.de/...adung-der-cdu.html



      Über die enorm schlechte Figur, die Ferat Kocak in der Sache macht müssen wir nicht diskutieren, wohl aber über die Frage warum ein solcher Vorfall bei der Linkspartei die gesamte Presse und alle Parteien in Aufruhr versetzt, während kaum jemand davon gehört hat und niemand darüber diskutiert, wen Issa Remmi Kontakt zu anderen Parteien sucht und findet.

      • *Sabine*

        @Residente:

        Es wurde in u.a. Der Spiegel (24.01.2025, 16.35 Uhr) darüber berichtet. Herr Remmo war Teilnehmer einer arabischen Besuchergruppe, deren Namen vorher nicht bekannt waren.

        Brisant wird der Besuch von Herrn Remmo bei Die Linke meiner Meinung nach dadurch, dass er ja bereitwillig sagte, sich zum ersten Mal von einer Partei in Deutschland unterstützt zu fühlen. Dies im Kontext der Änderungen, die Die Linke hinsichtlich Sicherheitspolitik in Berlin anstrebt, klingt für mich nicht so ganz harmlos.

        • Yes

          @*Sabine*:

          Es wäre doch sinnvoller, sich dann nicht an der Einschätzung von Herrn Remmo zu orientieren, sondern sich selbst ein Bild von der Sicherheitspolitik der Linken zu machen.

          • *Sabine*

            @Yes:

            Ein zuverlässiges Bild machen kann ich mir jetzt noch nicht, da die Umsetzung noch nicht erfolgte; ich kann nur das Programm von Die Linke lesen und KI fragen. So wie ich die Vorhaben verstehe, dürften sie den Wünschen von Herrn Remmo und seinen Kollegen entgegenkommen.

            Das ist eine theoretische Einschätzung meinerseits, da es mir an praktischer Erfahrung in diesem Metier mangelt. ;-)

      • Zippism

        @Residente:

        „Aber die anderen haben auch mal etwas gemacht.“ Dann muss man sich mit dem eigenen Problem ja nicht mehr beschäftigen.

        Dass die CDU Remmo früher ins Abgeordnetenhaus eingeladen hat, kann man selbstverständlich kritisieren. Nur macht das weder Kocaks Fotos noch seine Chats noch die Anwesenheit Ibrahim Ibrahims auf einer Linken-Wahlparty ungeschehen. Und wenn man selbst ständig betont, wie wichtig der Kampf gegen Rechtsextremismus und problematische Strukturen sei, darf man bei den eigenen Kontakten durchaus dieselben Maßstäbe anlegen.

        Besonders hübsch ist allerdings die Empörung darüber, dass „die gesamte Presse“ darüber berichtet. Vielleicht liegt es schlicht daran, dass eine Wahlparty der Linken und die dort anwesenden Personen für die aktuelle Debatte über deren politische Ausrichtung relevant sind. Dass andere Parteien ebenfalls kritikwürdige Kontakte hatten, ist kein Freifahrtschein für die Linke.

        • Klabauta

          @Zippism:

          "Dass andere Parteien ebenfalls kritikwürdige Kontakte hatten, ist kein Freifahrtschein für die Linke."

          Aber für jene Parteien vielleicht ein Grund, etwas zurückhaltender zu sein mit den Anklagen.

        • Westlahn

          @Zippism:

          Bei den Schwarzen war er eingeladen. Bei der Linken nicht. Ich finde das Detail wichtig...

          • Zippism

            @Westlahn:

            Das Detail ist wichtig, aber eben nicht das einzige. Bei der CDU wurde Remmo offiziell eingeladen – bei der Linken offenbar nicht. Daraus folgt aber nicht, dass damit sämtliche anderen Vorgänge erledigt wären.

            Denn in der Debatte geht es eben nicht nur um die Anwesenheit bei einer Wahlparty, sondern auch um dokumentierte Kontakte und Chatverläufe von Linken-Politikern mit Personen aus diesem Umfeld, unter anderem mit Remmo bzw. Ibrahim Ibrahim. Auch diese Vorgänge kann man hinterfragen, ohne daraus automatisch eine Gleichsetzung mit der CDU zu konstruieren.

            • Abdurchdiemitte

              @Zippism:

              Aber alle diese jetzt ruchbar gewordenen Vorgänge weisen doch darauf hin, dass die Verquickungen der Berliner Politik mit der organisierten Clan-Kriminalität tiefer reichen als bisher angenommen.



              Die Chatverläufe des Linken-Abgeordneten Kocak sind offenkundig geworden, daher kann man sich jetzt auf ihn stürzen. Und Kocak ist ja nicht irgendwer, er vertritt dezidiert linke und propalästinensische/antiisraelische Positionen. Möglicherweise hat er sich hinsichtlich der Kontakte zum Remmo-Sohn nur etwas ungeschickt verhalten.



              Wer weiß denn schon, welche Chatverläufe oder in dieser Sache sonstwie kompromittierendes Material in irgendwelchen Berliner Abgeordnetenbüros jetzt gerade hastig gelöscht werden oder einfach so verschwinden. Nur so eine Fantasie.



              Und was soll die Einladung eines Herrn Remmo denn bezwecken, wenn man - wie es die CDU doch allerorten öffentlich propagiert - ihn doch eigentlich hinter Schloss und Riegel sehen will?

              • Zippism

                @Abdurchdiemitte:

                Mit dem letzten Absatz verlassen Sie aber gerade die von Ihnen selbst geforderte Differenzierung. Dass es in der Berliner Politik möglicherweise weitere problematische Kontakte gibt, ist eine legitime Frage. Daraus zu fantasieren, welche „kompromittierenden“ Chatverläufe gerade in Abgeordnetenbüros hastig gelöscht werden könnten, ist dagegen reine Spekulation.

                Und bei Kocak geht es eben nicht darum, dass er „dezidiert linke und propalästinensische/antiisraelische Positionen“ vertritt. Das macht einen Kontakt weder automatisch kriminell noch automatisch politisch unzulässig. Entscheidend ist, was tatsächlich geschrieben und getan wurde und wie damit umgegangen wird.

                Umgekehrt gilt aber auch: Wenn solche Kontakte öffentlich werden, darf man sie hinterfragen, ohne dass daraus gleich eine „Jagd“ auf die Linke konstruiert werden muss.

                Und zur CDU: Ja, die offizielle Einladung Remmos ins Abgeordnetenhaus war kritikwürdig und kann man der CDU selbstverständlich vorhalten. Aber auch hier gilt Ihr eigener Maßstab: Man sollte den konkreten Vorgang bewerten und nicht daraus ableiten, dass sämtliche Kontakte zu anderen Parteien automatisch genauso aussehen.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    "Man fällt nicht über seine Fehler. Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnützen." - Kurt Tucholsky

    Trotzdem bin ich der Meinung, dass es Antisemitismus auch bei der Linken gibt. Sie sollte alles dafür tun, hier für Klärung zu sorgen.

  • Outis

    Die rechte Bagagge, die mit den Taliban zusammenarbeitet, um ihre feuchten Abschiebeträume (und insbsd. die der Agd) zu erfüllen, soll hinsichtlich Islamofaschismus mal schön die Kirche im Dorf lassen.

    • Zippism

      @Outis:

      Herrlich, wie schnell die selbsternannte moralische Feuerwehr ausrückt, sobald es um die AfD geht – und wie zuverlässig der Feuerlöscher verschwindet, sobald es um die eigenen politischen Reihen geht.

      Bei der AfD reicht schon der kleinste Kontakt zu irgendeiner fragwürdigen Person für die Forderung nach maximaler Distanz, Rücktritt und gesellschaftlicher Ächtung. Bei der eigenen Seite wird aus Kontakten, Fotos, Auftritten und problematischen Positionen dagegen plötzlich „Kontext“, „Einzelfall“ oder – noch besser – ein Anlass, über die AfD zu reden.

      Wenn der Maßstab tatsächlich lautet: Keine Toleranz gegenüber problematischen Verbindungen, dann sollte er bitte universell gelten. Ansonsten ist das keine besonders beeindruckende moralische Haltung, sondern schlicht parteipolitische Doppelmoral.

      • Klabauta

        @Zippism:

        Ich schätze mal, @Outis spricht gar nicht von der AfD, sondern von unserer geschätzten Regierung, die eng mit den islamistischen Taliban zusammenarbeitet, um möglichst viele afghanische Geflüchtete abschieben zu können.

        • Zippism

          @Klabauta:

          Dann wird die Argumentation ja noch lächerlicher. Eine Regierung muss mit den faktischen Machthabern eines Landes kommunizieren, wenn sie überhaupt Abschiebungen in dieses Land durchführen will. Diplomatische bzw. organisatorische Kontakte mit den Taliban sind deshalb noch lange keine politische oder ideologische „Zusammenarbeit“ im Sinne einer Unterstützung des Islamismus.

          Nach dieser Logik wäre bereits jeder Staat, der mit einem autoritären oder menschenrechtswidrigen Regime über Rückführungen, Geiseln, Visa oder humanitäre Fragen verhandelt, dessen politischer Verbündeter.

          Und genau deshalb ist auch der ursprüngliche Kommentar so schief: Ausgerechnet die Tatsache, dass die Bundesregierung mit den Taliban über Abschiebungen verhandelt, als Beleg für irgendeine besondere Nähe zum „Islamofaschismus“ zu verkaufen, ist kein Argument, sondern eine rhetorische Nebelkerze.

    • Desdur Nahe

      @Outis:

      Nein, andersrum wird ein Schuh draus:



      Bei der AfD wird jeder Kontakt mit Extremisten sofort (und zu recht) thematisiert und medial verarbeitet. Und auch gerne mal von Einzelpersonen auf die gesamte Partei geschlossen.



      Kann man machen, aber dann darf man selbst auf diesem Gebiet keine offene Flanke haben.



      Alles andere ist reine Doppelmoral.

    • Abdurchdiemitte

      @Outis:

      Auf diese Doppelmoral hinzuweisen, ist absolut richtig. Die politische Instrumentalisierung von Antisemitismus, um der Linken im Wahlkampf ans Zeug zu flicken, empfinde ich auch schändlich.



      Allerdings entbindet dass Die Linke nicht davon, sich mit antisemitischen Tendenzen in ihren eigenen Reihen auseinandersetzen und diese zu bannen. Dieser Auftrag ergibt sich für Linke aus der NS-Vergangenheit und der Shoa.

      • Nick riviera

        @Abdurchdiemitte:

        Mit Antisemitismus auseinanderzusetzen und auch mit der Frage, ob die eigenen politischen Überzeugungen nicht gerade der Clankriminalität in die Hände spielen. Wenn man der Polizei auch bei begründetem Verdacht gegen migrantische Menschen generell Handeln aufgrund von Rassismus unterstellt oder die Befugnisse und Ausstattung der Polizei verringern will, dürfte sich ein Herr Remmo freuen.



        Gerade deshalb wird Kocak ja so kritisiert - nicht nur weil er Kontakt hatte, sondern weil er u.a. mit seiner Rede im Bundestag dazu beigetragen hat, polizeiliches Handeln gegen Clans als rassistisch motiviert zu diffamieren und damit als Lobbyist der Clankriminalität auftritt.



        Wäre ein ähnlicher Fall bei einer rechten Partei aufgetreten, würde man von links aus gutem Grund nicht nur das Ruhen der Ämter, sondern den Rücktritt fordern.

  • ran71

    Schon interessant, wie intensiv die Rechten bis CDU die sich anbahnende Rot-Rot-Grüne Regierung Berlins diskreditieren.

    Als wären die Linken (in Regierungen staatstragend) so weit links wie die AFD (rechtsradikal, außerhalb der Demokratie) rechts ist.

    • Romilia

      @ran71:

      Definieren sie links und rechts.



      Es gab mal was wie eine Kommunistische Plattform - von außen betrachtet ging es nicht linker.



      Die machen heute aks Wagenknecht-Plattform weiter.



      Will sagen: Innerhalb von Parteien gibt es ganz unterschiedliche Strömungen und die Linke hat Ihnen offenbar gut verkauft, dass sie eine Spasspartei für soziale Gerechtigkeit ist.

  • FtznFrtz

    Eine widerliche Kampagne der rechten Medien, wobei es eigentlich ein gutes Zeichen ist, wenn Nius-"Reporter" Angst haben.



    Die Linke ist eine weitgehend brave sozialdemokratische Partei, mit einzelnen Irren durchwirkt, die jede Partei mal hat. Die Linke ist das was die SPD sein sollte.



    Das Gekeife der Rechten ist natürlich ein gutes Argument, die Linke zu wählen.

    • Zippism

      @FtznFrtz:

      Und wieder das gleiche Muster: Sobald konkrete Vorfälle innerhalb der Linken angesprochen werden, wird daraus wahlweise eine „Kampagne der rechten Medien“ und anschließend die beruhigende Feststellung, die Linke sei doch eigentlich eine „brave sozialdemokratische Partei“.

      Gerade das ist doch das Problem. Antisemitische Vorfälle und problematische Positionen verschwinden nicht dadurch, dass man sie als einzelne „Irre“ abheftet. Bei einer Partei sollte man schon hinschauen, welche Strukturen, Netzwerke und politischen Positionen dahinterstehen und wie die Parteiführung damit umgeht.

      • FtznFrtz

        @Zippism:

        Tue ich doch und komme zu diesem Ergebnis.

        • Zippism

          @FtznFrtz:

          Das ist natürlich ein ausgesprochen überzeugendes Analyseverfahren: „Ich tue es doch und komme zu diesem Ergebnis.“ Damit ist die Sache vermutlich endgültig geklärt.

          Nur war genau das mein Punkt: Wenn konkrete Vorfälle, Positionen und Netzwerke zur Diskussion stehen, reicht es nicht, anschließend festzustellen, die Partei sei „brav“ und die Kritiker seien rechts. Dann müsste man sich schon mit den konkreten Fällen auseinandersetzen und erklären, warum diese entweder irrelevant sind oder welche Konsequenzen die Partei daraus gezogen hat.

          „Ich habe hingeschaut und finde trotzdem alles gut“ ist jedenfalls kein Gegenargument zu den Punkten, die man beim Hinschauen tatsächlich findet.

          • FtznFrtz

            @Zippism:

            Am Ende muss man doch zwischen der Linien der Partei und der Einzelmeinung differenzieren. In jeder Partei gibt es Einzelne, die, anfangs oder nach eigener Entwicklung, völlig konträre Minungen vertreten.



            Ein Thilo Sarrazin ist meines Wissens immer noch SPD-Mitglied, aber sein mehr oder weniger offener Rassismus kann wohl kaum als Parteilinie der SPD verkauft werden, bei allem Negativen, was man sonst so zurecht über die Sozis in den letzten Jahren sagen konnte.



            Wer die Einzelmeinungen aber als Parteilinie verkauft oder herbeiraunt muss sich die Frage nach seiner Gutgläubigkeit gefallen lassen.

            • Zippism

              @FtznFrtz:

              Dass man zwischen offizieller Parteilinie und Einzelmeinungen unterscheiden muss, bestreite ich überhaupt nicht. Genau deshalb habe ich auch nicht behauptet, jede antisemitische oder antiisraelische Äußerung irgendeines Linken sei automatisch die Position der gesamten Partei.

              Nur ist „Einzelmeinung“ auch kein Universalargument, mit dem man jede Diskussion beenden kann. Entscheidend ist doch: Wie häufig treten solche Positionen auf? In welchen Parteistrukturen? Werden sie von Funktionären vertreten oder lediglich von irgendeinem Mitglied? Gibt es personelle oder organisatorische Verbindungen? Und wie reagiert die Partei darauf?

              Gerade beim Berliner Landesverband gibt es dafür inzwischen genug konkrete Vorgänge, über die man diskutieren kann. Die aktuellen Berichte über die Wahlparty mit Issa Remmo und Ibrahim Ibrahim sind beispielsweise keine bloße Äußerung irgendeines SPD-Mitglieds vor 15 Jahren. Remmo war tatsächlich auf einer Wahlparty der Berliner Linken; Ibrahim Ibrahim wurde dort ebenfalls beschrieben.

              • FtznFrtz

                @Zippism:

                Der Abgeordnete, der die Kontakte zum Remmo-Clan hatte dürfte (zurecht) politisch erledigt sein.



                Und Spinner, die die Auslöschung Israels oder ähnliches (also klar Antisemitisches) fordern müssen die Partei verlassen. Die Unredlichkeit, mit der solche Debatten von beiden Seiten geführt werden, macht aber mißtrauisch. Mir selbst wurde schon Antisemitismus vorgeworfen, weil ich die Netanjahu-Regierung kritisiert habe.



                Die Einzelmeinung kann man haben, muss dafür dann aber auch die Konsequenzen (Parteiausschluss, ggf. Strafanzeige) tragen. Dadurch wird aber die Linke nicht zum Hort des Antisemitismus, wie rechte Kreise gerne herausgeifern.

  • Comerade Aardvark

    Wer nimmt PS-Poschart noch wirklich ernst?

  • Deep South

    Ja mei, so albern wie das Alles (abseits berechtigter Kritikpunkte) daherkommt. Es ist doch so, dass heut allerseits heftig auf den Busch geklopft wird. Hier waren sich ja auch schon alle einig, dass die CDU die allernächste Chance ergreifen wird, mit der AfD zu regieren und das Berlin unter Wegner Berlin komplett den Bach runter geht.



    Verbales Abrüsten und sich auf Sachebene begeben würde sicherlich allen Seiten ganz gut tun. Nur ist das eben nicht der Zeitgeist. Sogesehen ist das vielleicht auch ein bisserl viel mimimi grad.



    Ansonsten kann man auch mal das Geblubber von Nius und Co. ignorieren. Die Linke hat jetzt alle Möglichkeiten, zu beweisen, dass sie's besser macht und sich ihrer Verantwortung bewußt ist.

  • Hans Hermann Kindervater

    Ich befürchte, dass ein Senat aus Linke, Grünen und SPD sehr schnell an seine Grenzen kommen wird, den die Gesetze der Ökonomie lassen sich nicht aushebeln.

    • Yes

      @Hans Hermann Kindervater:

      Die Medizin stößt ebenfalls häufig an ihre Grenzen und dennoch versucht sie, die unerwünschten Folgen von Naturgesetzen auszugleichen. Die Gesetze der Natur hebelt sie damit ebensowenig aus wie Markteingriffe die Gesetze der Ökonomie.



      Wenn der Staat hier vergesellschaftet, um das Gemeinwohl zu schützen, wären die sinkenden Mieten für die Bewohner der betroffenen Wohnungen gewiss eine Wohltat. Eine Vergesellschaftung sollte darüber hinaus aber nicht zum reinen Selbstzweck verkommen. Sie ginge auch mit unerwünschten Wirkungen am Markt einher. Auch durch den Bau von Sozialwohnungen würden Marktmechanismen in Gang gesetzt, die Gewinne anderer Vermieter mindern, was von Wohnungskonzernen mit Sicherheit ebenfalls als (gefühlte) „Enteignung“ aufgefasst würde. Wenn der Staat sich aber dazu entscheiden sollte, deren Interessen nicht den Vorrang einzuräumen, bleibt allein fraglich, ob er mit dem Vergesellschaftungsaufwand nicht auch Vorhaben stemmen könnte, die mehr Betroffenen nachhaltiger helfen.

  • N Gogol

    Man muss sich jedenfalls klarmachen, dass die AfD laut geleaktem Plan auf eine starke Linke gesetzt hat, um sich dann als Retterin des Abendlandes hinzustellen. Es läuft also weiterhin alles wie im Drehbuch der Strategen und ich frage mich, ob außer der AfD noch eine Partei Strategien hat. Da muss jetzt mehr kommen. Vernünftige linke Politik zum Beispiel, die bei Arbeiter:innen zieht, die derzeit - auch in Berlin - die AfD wählen.

    • Thomas O´Connolly

      @N Gogol:

      Danke. Sie sprechen das Wichtigste aus.

      In der Politik zählt es nichts das Herz am rechten Fleck zu haben, wenn man dafür nichts von Taktik, Stringenz und Strategie versteht.

      Da ist leider Hopfen und Malz verloren.

    • Oma

      @N Gogol:

      Ooch, wie langweilig. Es ist doch Berlin-Folklore vom Allerfeinsten, wenn ein Genosse so schöne Sentenzen wie „Clan-Kriminalität ist kein klar definierter Straftatbestand. Er ist ein politischer Kampfbegriff mit einer rassistischen Geschichte.“ für den Insta-Auftritt der Remmo-Familie bastelt. Unfreiwillige Satire ist immer am lustigsten. Wenn man die Thematisierung von Clans als „hysterische Dauerdebatte“ bezeichnen will, hilft es auf alle Fälle, sie selbst so richtig anzufeuern 🤣.

  • Ricky-13

    taz: *„Das hier macht mir wirklich Angst“, jammert Julius Böhm (Nius) in die Kamera, ...*

    Springer-WELT, das rechtskonservative Medium Apollo News und das rechtspopulistische Online-Portal NIUS schießen jetzt aus allen Rohren, aber das war ja zu erwarten.

    taz: *... sprach Poschardt offenbar in Bezug auf Grünen-Wähler:innen unter anderem von „hobbylosen, ehrenlosen, gottlosen Berlin-Mitte-Spacken“, ...*

    Bei der "gehobenen Ausdrucksweise" merkt man doch sofort, dass Ulf Poschardt mal Philosophie, Journalismus sowie Kulturwissenschaften studiert hat.

    Konservative, Neoliberale und Rechte werden wieder alles daran setzen, damit 'Die Linke' - aber auch die 'Grünen' - weiterhin als das Böse dargestellt werden.

    Aber wenn das wirklich Böse irgendwann die Macht in Deutschland ergriffen hat, dann werden viele Menschen ihre Hände wieder in Unschuld waschen.

    • Alex_der_Wunderer

      @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Wie schon an anderer Stelle erwähnt, wir Bürger müssen unser Netzwerkdurchsetzungsgesetz mehr aktivieren und permanent einsetzen, dann ist Schluss mit dieser rechten und rechtstremen Verblendung & Verblödung der Bevölkerung. Alle ab in Knast von Springer, Nius & Co 😎



      So langsam gehört der rechte Dreck mal ordentlich weggewischt.



      Dank des Netzwerkdurchsetzungsgesetz kann man ja jeden rechtsextremen Artikel und Kommentar dort melden und die Urheber werden rechtliche Konsequenzen zu tragen haben 💰💰💰 sehr gut für unseren Staatshaushalt 😁 😂

  • Lindenberg

    Die Linke stellt die Systemfrage (Kein Geldverdienen und nach mir die Sinflut!) beim Thema Wohnen.

    Schön wäre es, wenn es innerhalb der Linken eine intellektuelle Bewegung geben würde, die auch ökologiische Aspekte in dem Zusammenhang mitdenken würde, da wir uns in einer Überakkumulationskrise des Kapitalismus (Magdoff & Foster) befinden, wie am derzeitigen beginnenden Zusammenbruch der deutschen Automobilindustrie abzulesen ist.

    Zitat KI

    Die Ökonomen John Bellamy Foster und Fred Magdoff erklären die Akkumulationskrise im modernen Kapitalismus durch das Phänomen des Monopol-Finanz-Kapitalismus. Ihre zentrale These besagt, dass die reale Wirtschaft eine inhärente Tendenz zur Stagnation aufweist, weshalb das System zur Aufrechterhaltung der Akkumulation zunehmend auf Finanzialisierung und Schuldenblasen angewiesen ist.



    Das Kernproblem des Kapitalismus ist laut Foster und Magdoff nicht der Mangel an Profit, sondern die Frage, wie dieser riesige Überschuss profitabel reinvestiert werden kann.

    Warum also nicht in Berlin mit geliehenen Kapital genug bezahbare staatliche nachhaltige Wohungen bauen und bereits verkaufte verstaatlichen? Als Modell für die ganze BRD!

    • B. Trübt

      @Lindenberg:

      Ich möchte nur mal kurz an die Mitschuld der Linken an diese Situation erinnern, die als Teil des rot-roten Senats den Ausverkauf des kommunalen Berliner Wohnungsbestandes zu verantworten hatte. Täusche ich mich, oder hat man diesen Teil der Geschichte verdrängt ?

      taz.de/Ausverkauf-der-Stadt/!6010700/

    • Auweiowei

      @Lindenberg:

      Interessant, interessant.



      Obwohl für so einen wie mich auf Anhieb nicht so leicht zu verstehen, weil allzu banktechnischkapitalistisch.



      Gerade als ich mir an der "inhärenten Tendenz zur Stagnation" der Wirtschaft (fast) die Zähne ausbeiße,



      geht mir ein Licht auf, wenn auch vor dem Horizont der aktuellen Linken- Beschimpfung:



      Ach so, denke ich, es geht um



      die in vielen Köpfen eingebildete (inhärente) Neigung (Tendenz), politisch partout nicht mehr weiter zu denken (Stagnation)...



      Zum Beispiel Frau Weidel: Hitler sei eigentlich ein Linker (Sozialist) gewesen, und die (linken) Antifaschisten heute seien in Wahrheit die Bösen (linke Faschisten) -



      ergo war Hitler wohl auch so ein linker Antifaschist... Oder etwa nicht?



      Ich konstatiere: Die inhärente Tendenz zur Stagnation ist echt gefährlich!

      • Lindenberg

        @Auweiowei:

        KI-Auswertung

        Das Aufsaugen von Überschusskapital (Rüstungsboom statt Stagnation)

        Deutschland litt vor 2022 an einer typischen Überakkumulationskrise: Riesige Mengen an privatem Kapital lagen ungenutzt auf Bankkonten oder flossen in Spekulationsblasen (wie den Immobilienmarkt), weil es in der Realwirtschaft an profitablen, zivilen Investitionsmöglichkeiten mangelte.Die staatliche Rettung: Durch die Zeitenwende fungiert der deutsche Staat nun als verlässlicher Großabnehmer. Er pumpt hunderte Milliarden Euro in eine zuvor vernachlässigte Branche.



        Profite ohne Marktrisiko: Traditionsreiche deutsche Rüstungskonzerne (wie Rheinmetall oder Hensoldt) und sogar zivile Maschinenbauer, die sich dem Militärsektor öffnen, verzeichnen Rekordgewinne.



        Der Staat garantiert ihnen die Abnahme von Panzern, Munition und Luftverteidigungssystemen. Dies ist die Reinform des Militär-Keynesianismus: Die Vernichtung und Produktion von Kriegsmaterial stabilisiert künstlich die Profitraten des heimischen Kapitals.

        Folge: bald masiver Sozialabbau, um die Bundeswehr auf diesem Level zu halten und zu fnanzieren und die chulden zu bedienen.

      • Lindenberg

        @Auweiowei:

        Hitler-Putin.

        Aus der Perspektive der Überakkumulations- und Stagnationstheorie (im Sinne von Magdoff und Foster) lässt sich der russische Überfall auf die Ukraine als eine imperialistische Reaktion auf eine tiefe, strukturelle Stagnationskrise des russischen Kapitalismus analysieren.Genau wie Hitler in den 1930er Jahren nutzt auch Putin den militärischen Keynesianismus und die territoriale Expansion als Ventile, um ein kollabierendes Wirtschaftsmodell künstlich am Leben zu erhalten.

        In der Logik der Monthly Review-Schule ist Putins Krieg kein irrationaler Akt eines einzelnen Herrschers, sondern die Ausrüstung des russischen Kapitalismus mit militärischer Gewalt, um seiner eigenen Stagnation zu entfliehen. Der Krieg fungiert als gigantisches Subventionsprogramm für das russische Kapital, finanziert durch die Zerstörung von Menschenleben und Umwelt, um den unaufhaltsamen Niedergang des Systems hinauszuzögern.

      • Lindenberg

        @Auweiowei:

        Nun zu Hitler mit Hilfe der KI

        Auch wenn Harry Magdoff und John Bellamy Foster ihre Konzepte primär auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg anwandten, bauten sie direkt auf Ökonomen wie Paul Sweezy auf. Dieser wiederum analysierte den Faschismus der 1930er Jahre als die ultimative, gewaltsame Reaktion des Monopolkapitalismus auf eine blockierte Akkumulation.Kurz gesagt: Hitlers Erfolg war aus dieser Sichtweise das Resultat einer verzweifelten Suche des deutschen Großkapitals nach einem Ausweg aus einer totalen Überakkumulationskrise.

      • Lindenberg

        @Auweiowei:

        Magdoff und Foster kritsieren, dass staatliche Eingriffe, z. B. der militärische Keynesianismus der Zeitenwende oder Rüstungsexporte), das System nur noch tiefer in die Sackgasse treiben.

        John Bellamy Foster nutzt das Konzept der ökologischen Bruchlinie (Metabolic Rift), um zu zeigen, dass die Krise des Kapitalismus kein rein ökonomisches Problem ist, sondern die Zerstörung unserer planetaren Lebensgrundlagen erzwingt.



        Genau hier liegt die radikale Trennung zu John Maynard Keynes: Während Keynes den Kapitalismus durch staatlich gelenktes Wachstum reparieren wollte, begründet Foster, warum kapitalistisches Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit unvereinbar sind.



        Fosters Antwort auf den Metabolic Rift ist daher kein reformierter Kapitalismus, sondern ein ökologischer Sozialismus (Eco-Socialism), der die Produktion nicht an Profiten und Wachstum ausrichtet, sondern an den realen Bedürfnissen der Menschen und den Belastbarkeitsgrenzen der Erde.

        Foster verweist auf das Jevons-Paradoxon: Effizientere Technik führt im Kapitalismus meist zu noch mehr Konsum und Ressourcenverbrauch.

        Da diese systemische Kritik die bequeme Illusion des „grünen Konsums“ zerstört, wird sie weggeschoben.

        • Auweiowei

          @Lindenberg:

          Liebe*r Mitstreiter*in,

          die belehrend-lehrreiche Wissenschaft, die Sie mir/(uns ?) hier nahebringen, ist als Überbau durchaus interessant (wie ich ja schon gesagt habe) und rennt, bei mir jedenfalls, offene Türen ein.



          Ich bitte um Nachsicht, dass ich Ihren aus der Wissenschaft zitierenden Beitrag sozusagen als Türöffner oder Aufhänger 'missbraucht' habe, um auf die fatale, sich derzeit in vielen (auch unseren?) Köpfen breitmachende politische "Stagnation" zu sprechen zu kommen (und so letztlich auch zurThematik des taz-Artikels zurückzufinden...).



          Ich habe mir diese gewisse (Narren-) Freiheit meinem Pseudonym entsprechend ("auweiowei"!) zu nehmen gewagt. Bitte sehen Sie es mir nach.

          Mit linkssolidarischen Grüßen



          Auweiowei

  • C. Avestruz

    Dass von mitte-rechts bis ganz rechts Schmähungen kommen war zu erwarten. Geschenkt.

    Aber bei aller Freude über den Erfolg einer linken Kraft kann ich eine gewisse innere Unruhe nicht leugnen. Zwar kann Elif Eralp wahrscheinlich eine gute Bürgermeisterin werden und die Beteiligung von Grünen und Sozialdemokraten wird helfen, dass Politik für Alle, oder wenigstens fast Alle gemacht wird.



    Beunruhigend ist allerdings, wie erfolgreich Social-Media-Populismus geworden ist. Denn darauf beruht dieser Wahlerfolg.

    • Axotono

      @C. Avestruz:

      Was ist denn bitte falsch an Social Media Populismus? Man muss die Menschen ja auch erreichen, und das mit den richtigen Themen und nicht den Rechten überlassen

    • mwanamke

      @C. Avestruz:

      irgendwie versteh ich Ihr Argument "Social-Media-Populismus" jetzt nicht. Haben Sie was dagegen, wenn dem rechten Populismus etwas entgegengesetzt wird?

      • Dr. McSchreck

        @mwanamke:

        Vielleicht ist das Problem, dass Populismus Extremismus stark macht.

    • zartbitter

      @C. Avestruz:

      ""Dass von mitte-rechts bis ganz rechts Schmähungen kommen ...""



      =



      Ist bei Ihnen der Versuch der politischen Mitte die Linke darauf hinzuweisen Antisemitismus nicht nur in der eigenen Partei ein deutliches Stoppschild aufzuzeigen eine Schmähung?

      • Andreas J

        @zartbitter:

        Vor allem weisen konservative und rechte Parteien und Medien darauf hin, ohne die eigene Haltung zu Antisemitismus und Rassismus zu hinterfragen. Die Instrumentalisierung von Antisemitismus ist auch antisemitisch. Das geht soweit das sie bestimmen wollen, wer ein guter Jude ist und wer nicht. Die Stimmen antizionistischer Juden werden unterdrückt und diffamiert. Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und nicht nur ein Problem der Linken.

        • Zippism

          @Andreas J:

          Das ist doch gelinde gesagt ein Strohmann. Niemand behauptet, Antisemitismus sei ausschließlich ein Problem der Linken oder konservative und rechte Parteien hätten damit nichts zu tun. Natürlich ist Antisemitismus ein gesamtgesellschaftliches Problem.

          Hier geht es konkret um die Berliner Linke und um konkrete Vorfälle in deren Umfeld. Die kann man nicht dadurch beantworten, dass man auf Antisemitismus bei anderen Parteien verweist oder behauptet, die Kritik daran sei „Instrumentalisierung“.

          Auch die Behauptung, Kritiker wollten bestimmen, „wer ein guter Jude ist“, lenkt vom eigentlichen Thema ab. Es geht nicht darum, welche Position jüdische Menschen vertreten dürfen, sondern darum, welche politischen Positionen und Akteure eine Partei toleriert und wie sie mit antisemitischen Vorfällen in den eigenen Reihen umgeht.

          • Andreas J

            @Zippism:

            Wo ist den die öffentliche Diskussion über den gesamtgesellschaftlichen Antisemitismus? Die sogenannte Staatsräson oder jüdische Organisationen, die auf Linie mit der Israelischen rechtsextremen Regierung sind, fixieren sich ausschließlich auf Linke und Muslime, die unter Generalverdacht gestellt werden. Im Kulturbereich löst das Thema Palästinenser mittlerweile Panikreaktionen aus und Antizionismus wird im vorauseilenden Gehorsam unter Antisemitismusverdacht gestellt oder das Thema wird aus Angst vor Repressalien, entgegen der eigenen Überzeugungen, vermieden. Wer sich widersetzt, ist massiven politischen und öffentlichen Druck ausgesetzt. Medien wie Mena Watch oder die Antideutschen starten regelmäßig Diffamierungskampanien, die politisch ausgeschlachtet werden. Antizionisten werden als Antisemiten beschimpft und werden diese Stigmatisierung nicht mehr los. Für die hat das massive persönliche und oft auch berufliche Folgen. Das ist zutiefst antidemokratisch.

            • Zippism

              @Andreas J:

              Wenn es konkrete Vorfälle im Umfeld der Berliner Linken gibt, muss man diese anhand dessen beurteilen, was tatsächlich gesagt oder getan wurde. Man kann sie nicht dadurch entkräften, dass man auf andere Parteien, „die Staatsräson“, Mena Watch, die Antideutschen oder die israelische Regierung verweist.

              Und auch der Verweis auf „jüdische Organisationen, die auf Linie mit der israelischen Regierung sind“ ist ziemlich pauschal. Jüdische Menschen und Organisationen vertreten sehr unterschiedliche Positionen zu Israel, Zionismus und der israelischen Regierung. Ebenso gibt es selbstverständlich jüdische Antizionisten. Daraus folgt aber nicht, dass jede Kritik an antizionistischen Positionen automatisch eine Diffamierung jüdischer Menschen wäre.

              Der entscheidende Punkt ist doch viel einfacher: Darf man von der Berliner Linken erwarten, antisemitische Äußerungen und problematische Kontakte im eigenen politischen Umfeld klar zu benennen und sich davon abzugrenzen? Ich würde sagen: selbstverständlich. Und dafür muss man weder die israelische Regierung unterstützen noch Antizionismus pauschal mit Antisemitismus gleichsetzen.

              • Andreas J

                @Zippism:

                Es geht mir nicht darum Antisemitismus bei Linken zu relativieren. Das die öffentliche Diskussion vergiftet ist sollte aber jedem, der sich mit dem Thema ernsthaft beschäftig, auffallen. Das politische Gegner Israelkritik von Linken als Antisemitismus werten und instrumentalisieren ist Alltag und ich erlebe es immer wieder, gerade im Kulturbereich. Eine sachliche Diskussion ist in diesem Klima unmöglich geworden. Es ist noch nicht einmal klar, was genau alles Antisemitisch ist und was nicht. Es gibt IHRA-Definition und die JDA die unterschiedlich Antisemitismus definieren und unterschiedlich viel Raum für Kritik am Staat Israel lassen. Es gibt keinen allgemein verbindlichen Maßstab, sobald es um Kritik am israelischen Staat geht. Die Linke hält sich an die JDA, ihre Gegner an die IHRA. Die Linke hat sich von den antiimperialistischen Gruppen die das existenzrecht Israels in Frage stellten, getrennt. Aber sie wird nicht die völkerrechtswidrigen Handlungen der rechtsextremen, rassistischen Regierung gegen die Palästinenser akzeptieren. Hier werden von Gegnern moralische Maßstäbe angelegt, die für sie selbst nicht gelten.

                • Zippism

                  @Andreas J:

                  Dass Israelkritik nicht automatisch antisemitisch ist, bestreitet doch niemand. Selbst die IHRA-Definition sagt ausdrücklich, dass Kritik an Israel, wie sie auch an jedem anderen Staat geübt wird, nicht als antisemitisch gelten kann.

                  Aber daraus folgt eben nicht, dass der Antisemitismusbegriff unbrauchbar oder jede Kritik an antizionistischen Positionen automatisch eine Diffamierung wäre. Die Existenz verschiedener Definitionen bedeutet auch nicht, dass plötzlich niemand mehr zwischen legitimer Israelkritik, Antizionismus und antisemitischen Stereotypen unterscheiden kann.

                  Und bei der Linken wird es interessant: Ja, die Partei hat 2025 beschlossen, sich auf die Jerusalemer Erklärung zu beziehen. Gleichzeitig hat ihr Parteivorstand ausdrücklich erklärt, dass das Existenzrecht Israels „nicht verhandelbar“ sei und Darstellungen, die Israels Existenz negieren oder seine Auslöschung propagieren, zurückgewiesen werden.

      • Auweiowei

        @zartbitter:

        Der "Versuch der politischen Mitte die Linke... hinzuweisen" -



        schön wär's.



        Was aber die Herrschaften, die zitiert worden sind, tatsächlich abgesondert haben, ist mit "Schmähung" gar nicht zu beschreiben, ist einfach bloß Hass, Hetze und Häme.



        Ich kann nicht glauben, dass Sie diese wüsten Pöbeleien gelesen haben, denn dann hätten Sie ja gar nicht von der politischen Mitte sprechen dürfen.

      • Schmetterling

        @zartbitter:

        Ist Nius für Sie die politische Mitte?

        Und wo sehen Sie bei Angstmache vor "sozialistischer Gewaltherrschaft" einen Hinweis, Antisemitismus in den eigenen Reihen entschlossen entgegenzuwirken?

  • Oskar Muster

    * Den Ton angegeben hatte schon die AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel am Vorabend, die von einem „knalllinken Bündnis mit Reiche erschießen, ...“ schwadronierte. *



    OK, die Wirtschaftsministerin macht nur Lobbyarbeit, aber gleich erschießen, geht nun wirklich nicht.

  • Axel Berger

    80 Jahre hat es gedauert, aber am Ende führten Beharrlichkeit, Ausdauer und nicht nachlassender Fleiß ans Ziel. Am Ende gelang es der SED nach dem Fehlschlag 1946, auch in Westberlin in freier Wahl die Macht zu übernehmen. Die lange Teilung der "Hauptstadt der DDR" ist endlich überwunden.



    Und es gibt einen weiteren Unterschied zu damals. Demokraten erkennen, wie die SPD und CDU heute in Berlin und wie Orban in Ungarn, eine verlorene Wahl vorbehaltlos an. Wie es von 1946 bis 48 weiterging, kann jeder nachlesen. Meine Eltern waren beide Berliner Studenten im Blockadewinter.

    • Klabauta

      @Axel Berger:

      Haben Sie gerade Orban einen Demokraten genannt? Ach so, ja, ist ja nur ein „illiberaler Demokrat“, der sich jahrelang die Taschen vollgemacht hat.



      Man kann das Anspruchsniveau natürlich so weit senken, dass nicht mehr viel übrig bleibt von dem, was wir mal als Demokratie bezeichnet haben.

    • Schleicher

      @Axel Berger:

      Lol, empfehle das texanische Exil, dort ist man vor der SED im Berliner Senat Recht sicher..



      NOCH!

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Axel Berger:

      Wie schief muss man den Kompass eigentlich hängen, um die kommunistische SED und die sozialdemokratische Linke gleich zu setzen?

      Nur zur Erinnerung. Als in Thüringen die Linke den Ministerpräsidenten stellte wurden am Anfang auch solche Parolen in die Welt gesetzt. Von wegen Neugründung der Stasi usw. Passiert ist nichts dergleichen.

      • Axel Berger

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Es waren nicht etwa die politischen Gegner, es war die Linke selbst, die vertreten durch Gregor Gysi gerichtlich ihre ungebrochene Rechtsidentität zur alten SED feststellen ließ. Es handelt sich demnach mit rechtskräftigem Urteil keineswegs um eine irgendwie geartete Nachfolgepartei, sondern um die unverändert weiterbestehende SED selbst unter anderem Namen.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Axel Berger:

          Daran kann man sich natürlich klammern (Es ging damals vor allem um das Karl-Liebknecht -Haus).

          Man kann sich aber auch Programme anschauen. Und das Programm der Linken ist eindeutig sozialdemokratisch, nicht kommunistisch.



          Natürlich muss man sich dazu mit der Materie beschäftigen, statt einfachen Losungen zu folgen...

          • Zippism

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            „Man muss sich mit der Materie beschäftigen“ ist natürlich eine besonders elegante Formulierung, wenn man im selben Atemzug selbst reichlich verkürzt argumentiert.

            Dass das aktuelle Parteiprogramm der Linken nicht kommunistisch ist, dürfte niemand ernsthaft bestreiten. Daraus folgt aber nicht, dass historische Bezüge, innerparteiliche Strömungen oder konkrete politische Positionen plötzlich irrelevant wären. Eine Partei besteht schließlich nicht nur aus einem PDF mit ihrem Grundsatzprogramm.

            Und wenn man schon anderen vorwirft, einfachen Losungen zu folgen, sollte man vielleicht selbst etwas genauer hinschauen: Gerade bei der Berliner Linken gibt es seit Jahren Auseinandersetzungen über Enteignung, BDS, Israelpolitik und antisemitische Vorfälle. Das alles mit „Programm ist sozialdemokratisch“ abzuräumen, ist nun wirklich keine tiefgehende Beschäftigung mit der Materie.

            Der belehrende Ton ersetzt die fehlende Differenzierung übrigens nicht. Er macht sie nur etwas auffälliger.

      • Strolch

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Na ja, die Linke bekommt es nicht mal über die Lippen, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Entweder wird "mangelnde Definition" oder gar die volle Ablehnung dieses Begriffes angeführt. Zudem wird in der Regel immer gerne die DDR positiv dargestellt.

        Zum Thema Stasi: Stimmt: der Verfassungsschutz soll ja sogar abgeschafft werden und durch eine andere Behörde ersetzt werden, was immer die dann tut.

        Nebenbei: Auch Orban hat die Demokratie nicht abgeschafft, obwohl das immer behauptet wurde. Würden Sie Orban deshalb positiv bewerten?

      • O.F.

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Naja, in dem Beitrag wird auch Orban als Demokrat bezeichnet...

      • Günter Witte

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Was aussieht wie eine Ente, was quakt wie eine Ente, ist eine Ente.

        • Axotono

          @Günter Witte:

          Ja, es sieht aus wie eine offensichtlich sozialdemokratische Ente, deshalb ist es wohl auch eine. Wer Sozialismus und Stasi sieht, müsste vielleicht mal sein Entenradar checken

        • nihilist

          @Günter Witte:

          82 Millionen Ornithologen.

        • AturOfficial

          @Günter Witte:

          Gut das die Linke nicht wie Kommunisten aussehen😂

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Günter Witte:

          Reden wir jetzt über Ornithology?

  • Vigoleis

    Die Rede, dass der "Kampf gegen Antisemitismus instrumentalisiert" würde und das natürlich "in unsäglicher Weise", wird schon seit je her von all jenen als Standardvorwurf eingesetzt, die ihren Gefühlen einmal freien Lauf lassen möchten.



    Um dort einen objektiven Überblick zu bekommen, müsste man eine Art "Instrumentalisierungsklassifikation" einführen.



    Es wäre einfacher, alles Antisemitische und auch alles, was wie Antisemitismus aussieht, d.h. auch so (miss-)verstanden werden könnte, zu unterlassen.



    Wer in seiner Kommunikation dort unklar bleibt, ist es auch im Denken.

    • Auweiowei

      @Vigoleis:

      Wenn Sie die 7h-Nachrichten heute im Df gehört hätten, würden Sie sich Ihre Argumentation zum Antisemitismus vermutlich noch einmal gut überlegen:



      Frau Weidel möchte demnach nämlich gerne eine Debatte zum Berliner Antisemitismus im Bundestag führen.



      Oder möchten Sie vielleicht Ihren "Gefühlen einmal freien Lauf lassen"...?

      • Vigoleis

        @Auweiowei:

        Najaklar, man kann jetzt kritisieren oder sich darüber ärgern, dass es ausgerechnet Fr. Weidel von der AfD ist, die das Thema auf das Tapet stellt.



        Aber der Antisemitismus der Berliner Linken ist (Gott seis geklagt, wie ich betone) eine allein in den letzten Tagen wieder und wieder belegbare Tatsache.



        Auch ich würde mir wünschen, dass die Linke in all ihren Gliedern eine vollständig auf dem Boden der FDGO stehende Partei wäre.



        Und man könnte auch einwenden, dass, wenn überhaupt öffentlich darüber geredet werden muss und sich nicht alles unbemerkt unter den Teppich kehren lässt, es kein Thema für den Bundestag sei. Aber die Linken waren es eben selbst, die einen Politiker aus Berlin als Repräsentant des verfassungsmäßigen Souveräns in den Bundestag entsandten, und es nun dieses MdB war, das mit seinen zustimmenden (und dokumentierten) Kontakten sowohl in das mutmaßlich extremistische antisemitische Milieu als auch in das mutmaßlich organisierte Verbrechen die Vorwürfe gegen die Linke manifestiert.



        Es ist unfair und auch von einem demokratischen Standpunkt aus fragwürdig, nun denen die Schuld zu geben, die schlicht Aufklärung wünschen und erwarten (dürfen).

        • Auweiowei

          @Vigoleis:

          "Es ist [...] fragwürdig, denen die Schuld zu geben, die schlicht Aufklärung wünschen" geht weit über das von mir Angemerkte hinaus. Die "belegbar Tatsache" ist ja nicht erst seit heute oder gestern "belegbar" und von daher ist die "schlicht" (?) gewünschte Aufklärung von Seiten der rechten Scharfmacher auch ein sehr durchsichtiges durchaus nicht aufklärerisches



          Manöver.



          Weidel und Co. sollten sich der alten Weisheit erinnern: Wer im Glashaus sitzt, ...

    • Schleicher

      @Vigoleis:

      "Es wäre einfacher, alles Antisemitische und auch alles, was wie Antisemitismus aussieht, d.h. auch so (miss-)verstanden werden könnte, zu unterlassen."

      Ah okay. Aber laut der israelischen Regierung ist einfach jede Kritik an Israel antisemitisch. Insofern ist ihr Wunsch leider garnicht zu erfüllen.

      • Suryo

        @Schleicher:

        Man könnte als läppischer Berliner Bezirks(!)Politiker auch einfach „Israelkritik“ sein lassen, weil man von Neukölln aus sowieso nichts ändern kann. Oder doch wenigstens auch mal „Kritik“ auch an anderen Staaten, die massiv Menschenrechte verletzen, üben. Die Emirate oder den Sudan oder Venezuela zB. Oder auch an Organisationen wie der Hamas, die übrigens schon immer und ohne jeden Zweifel islamofaschistisch war und für jeden Linken ein Feind sein muss.

        Aber ihr wollt unbedingt immer Israel „kritisieren“.

        Und für diese Einseitigkeit gibt es eben nur einen logischen Grund. Nämlich Antisemitismus.

        • Schleicher

          @Suryo:

          Diese Einseitigkeit bilden Sie sich ein.

          • Suryo

            @Schleicher:

            Nein.

        • Klabauta

          @Suryo:

          Dieser Argumentation möchte ich nicht folgen. Die Frage ist: welchen Maßstab setzen Sie an Israel an? Ordnen Sie Israel ernsthaft unter Staaten wie den Emirate, Sudan und Venezuela ein oder vergleichen Sie Israel mit einer Terrororganisation wie die Hamas? Das kann nicht Ihr Ernst sein.



          Von der "einzigen Demokratie im Nahen Osten" (bpb) erwarte ich ein bisschen mehr. Wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird, kritisiere ich das.



          Hat aber alles nichts mit Berlin zu tun. Dort sollte es doch um Landespolitik gehen, da gebe ich Ihnen vollkommen recht.

          • Suryo

            @Klabauta:

            Also geht's gar nicht um Menschen- und Völkerrechtsverletzungen und deren Opfer, sondern um unterschiedliche Maßstäbe, die ich an Täter anlege?

      • rabu

        @Schleicher:

        „ laut der israelischen Regierung ist einfach jede Kritik an Israel antisemitisch“. Können Sie dazu auch ein direktes Zitat mit Quelle angeben? Danke!

        • EffeJoSiebenZwo

          @rabu:

          ‚Können Sie dazu auch ein direktes Zitat mit Quelle angeben? Danke!‘

          Ich vermute jede beliebige Rede der jew israelischen UN-Botschafter der letzten Jahre sollte das hergeben.

      • Vigoleis

        @Schleicher:

        Sie sollten besser den Text als Ganzes lesen, nicht eine Aussage isolieren, bitte.

  • Suryo

    Gibt es aus Sicht sehr vieler Berliner Juden nicht vielleicht doch gewisse Gründe, Angst zu haben?

    • EffeJoSiebenZwo

      @Suryo:

      Zumindest mit der in der Vergangenheit so beliebten sehr freihändigen Mittelvergabe für dubiose Projekte wird’s zumindest schwieriger, scheint‘s.

    • Schleicher

      @Suryo:

      Natürlich. Schon immer. Neukölln schließlich der Bezirk mit den meisten rechtsradikalen Anschlägen Berlins.

      • Zippism

        @Schleicher:

        Graue Wölfe und Islamismus sind ja lt. manchen Definitionen ebenfalls eine Sparte des Rechtsextremismus, von daher passts ja dann.

      • Suryo

        @Schleicher:

        Von einer möglichen Bürgermeisterin, die was von "antipalästinensischem Rassismus" faselt, so als ob irgendwelche Palituchträger in Berlin vor irgendwem Angst haben müssten, sehen Jüdinnen und Juden sich nun mal eher nicht gut vertreten. Und das sollte man ernstnehmen - gerade als linker, nichtjüdischer Deutscher.

        • Sam Spade

          @Suryo:

          " als ob irgendwelche Palituchträger in Berlin vor irgendwem Angst haben müssten"

          Sehen nicht nur Mitglieder des UN Menschenrechtrats und Menschenrechtsorganisationen anders. Da ist von systematischer Unterdrückung und Kriminalisierung von Palästinensern und deren Sympathisanten die Rede.

          Die Fälle des deutschen Staatsschutz sind auch teils gut dokumentiert und reichen von Hausdurchsuchungen bei denen die Bewohner am Boden fixiert wurden über persönliche Einschüchterungen.

          Das sind rechtsstaatlich gesehen doch eher repressive Maßnahmen die unter dem Vorwand der Extremismusbekämpfung oftmals nur zum Ziel haben Protest zu unterbinden. Ein Musterbeispiel hierfür stellen die präventiven polizeilichen Maßnahmen im Vorfeld des Palästina Kongress dar.

          Einige Linke Landesverbände wie auch Palästina Aktivisten haben sicherlich ein Antisemitismusproblem und weisen ein Defizit in der objektiven Unterscheidung zwischen dem Staat Israel und jüdischen Menschen auf. Bestes Beispiel die Verweigerung der Solidaritätsbekundung der Neuköllner Linken mit den Betreibern des Bajszel nach den Anschlägen. Dennoch stellt die Aussage von Elif Eralb kein Gefasel dar, sondern beschreibt reale Zustände.

          • Katharina Reichenhall

            @Sam Spade:

            Bei allem Respekt vor Ihrer Person, Herr Spade, aber gerade im Bezug auf alles, was den Nahostkonflikt betrifft, ist der sogenannte UN-Menschenrechtsrat sicherlich keine Quelle, auf die man sich beziehen sollte.

            • Schmetterling

              @Katharina Reichenhall:

              Wer ist denn in ihren Augen eine Quelle, auf die man in sich beim Nahostkonflikt beziehen kann?

          • Suryo

            @Sam Spade:

            In Berlin tragen Tausende Palitücher. Keiner von denen muss Angst haben, deswegen angegriffen zu werden. Keine einzige Palästinensische Institution in Berlin benötigt 24/7 Polizeischutz. Sie können mit einer Palästinenserfahne vor einer Synagoge vorbeilaufen. Keiner der jüdischen Gläubigen wird Sie angreifen.

            Nichts davon trifft umgekehrt auf Juden in Berlin, auf ihre Erkennungszeichen und ihre Institutionen zu.

            Das ist so. Niemand kann das leugnen.

            • Klabauta

              @Suryo:

              Muslimische Frauen (und nicht nur sie!) müssen durchaus Angriffe fürchten:

              "975 Vorfälle, die sich gegen Muslime oder muslimische Institutionen in Berlin richteten, sind von einer Dokumentationsstelle im vergangenen Jahr gezählt worden. Oft seien die Opfer Frauen (58 Prozent der Vorfälle), weil sie zum Teil an Kopftüchern erkennbar seien, aber auch, weil sie sich weniger wehren könnten."

              Quelle: Tagesspiegel

              Wer schützt sie?

              • Suryo

                @Klabauta:

                Antisemitische Vorfälle 2025: über 6.000. Und das bei ewiner SEHR viel kleineren Zahl von Juden in Deutschland.

                • Klabauta

                  @Suryo:

                  Bitte bleiben Sie korrekt.



                  „ Die Zahl dokumentierter antisemitischer Vorfälle in Berlin ist 2025 zwar leicht gesunken - dennoch lag sie mit 2.200 Fällen weiter deutlich über dem Niveau von vor dem Hamas-Großangriff vom 7. Oktober 2023“



                  Natürlich sind das genau 2200 Fälle zuviel. Ich würde nur darum bitten, den antimuslimischen Hass nicht zu verniedlichen oder gleich ganz zu leugnen.

            • elektrozwerg

              @Suryo:

              Nur weil es so ist, heisst das noch lange nicht, dass es nicht ignoriert oder abgestritten wird.

        • O.F.

          @Suryo:

          Es gab und gibt im Kontext des Gaza-Krieges weltweit auch eine steigende Anzahl an Übergriffen auf Muslime (die übrigens auch vorher schon immer wieder Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt waren). Wie viele davon dezidiert gegen Palästinenser gerichtet waren, wissen wir nicht, weil die Polizei keine separate Statistik erhebt und die Täter ihre Opfer nicht von anderen Muslimen unterscheiden können. Übrigens: Zum Rassismus gehören auch ein hasserfüllter medialer Diskurs (aka "in Gaza ist niemand unschuldig"), exzessive Polizeigewalt und natürlich, mehr als alles andere, die deutsche Komplizenschaft bei dem Völkermord in Gaza und den ethnischen Säuberungen im WJL. Hier lebt eine ganze politische Klasse ihren Rassismus hemmungslos aus und wer das nicht sehen möchte, entlarvt damit sein eigenes Unvermögen, in Palästinensern vollwertige Menschen zu sehen.

          • Zippism

            @O.F.:

            „Völkermord in Gaza“ als erwiesene Tatsache hinzustellen, ist schlicht falsch. Der IGH hat keinen Völkermord festgestellt. Punkt. Das Verfahren Südafrika gegen Israel ist in der Hauptsache weiterhin nicht entschieden. Die 2024 angeordneten vorläufigen Maßnahmen waren keine Verurteilung und keine Feststellung, dass ein Völkermord stattfindet. Man kann Israels Vorgehen scharf kritisieren – aber aus einem laufenden Verfahren eine bereits gerichtlich festgestellte Tatsache zu machen, ist keine seriöse Argumentation.

          • Suryo

            @O.F.:

            Ach wissen Sie, mit Ihrer Haltung zur Ukraine haben Sie sich für mich und andere längst aus dem Diskurs über Menschen- und Völkerrecht verabschiedet.

            • EffeJoSiebenZwo

              @Suryo:

              Wenn sonst nix hilft: ad personam!

            • O.F.

              @Suryo:

              Meine "Haltung zur Ukraine" ist schlichtweg Ihre Erfindung - aber immerhin: dieser Hang zur Diffamierung passt zu der Argumentationsstrategie, für die Sie hier zurecht kritisiert werden.

        • Schleicher

          @Suryo:

          Verharmlosen von rassistischer, antimuslimischer Diskriminierung und Gewalt steht im Widerspruch zur Wissenschaft und auch im Widerspruch zum menschlichen Anstand.



          Sie können sich hier im Forum gerne als "pro-Israel" verkaufen.



          Riecht aber deutlich nach Hass auf Palästinenser.



          Schäme mich, dass diese Hetze in Deutschland Normalität ist.

          • EffeJoSiebenZwo

            @Schleicher:

            Sehe ich auch so. Kaum geht es irgendeiner Diskussion um Kritik an Israel, sind diffamierende antimuslimischen Äußerungen nicht weit - leider sogar hier im ach so aufgeklärten taz-Forum.

            • Suryo

              @EffeJoSiebenZwo:

              Ich z.B. habe hier mit keinem Wort die Muslime als solche oder den Islam als solchen erwähnt. Palästinenser sind nicht "die Muslime". Wohl aber ist z.B. die Hamas islamistisch und führte bereits vor dem 7. Oktober ein furchtbares Regiment im Gazastreifen. Wo war denn da der Aufschrei der deutschen Linken?

              • EffeJoSiebenZwo

                @Suryo:

                Ich hab auch tatsächlich gar nicht Sie gemeint, sondern den Grundtenor in vielen Debatten hier im Forum.

          • Suryo

            @Schleicher:

            Wird wohl eher umgekehrt ein Schuh draus.

            Antisemitismus wird ständig als Antizionismus oder „Israelkritik“ verbrämt. Warum gibt es wohl keine „Chinakritik“ oder „Sudankritik“?

            • O.F.

              @Suryo:

              Das ist wirklich Unsinn: natürlich gibt es Chinakritik (jeden Tag, in beinahe jeder Tageszeitung). Nur wird diese nicht als solche thematisiert: wenn China Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, diskutieren wir zurecht über Menschenrechte in China. Wenn Israel in Gaza einen Völkermord begeht, streitet das Forum, ob es antisemitisch ist, diesen auch zu benennen. Denn gegen Palästinenser gerichteten Rassismus, der diesen verschiedenen Wertungen zugrundeliegt, bemerken Sie vielleicht: offensichtlich ist deren Leben und Sterben nichts, was in Ihren Augen Relevanz hat?

              • Suryo

                @O.F.:

                Alleine, dass es ein Wort wie "Chinakritik" oder "Sudankritik" oder "Russlandkritik" nicht wirklich gibt, aber "Israelkritik" absolut geläufig ist, sollte einem zu denken geben.

                • O.F.

                  @Suryo:

                  Das habe ich Ihnen doch gerade erklärt: weil in diesen Fällen die Kritik als solche kaum thematisiert wird. Sie haben also Recht: das sollte zu denken geben, nur eben nicht aus dem Grund, den Sie meinen.

        • the real günni

          @Suryo:

          das tragen der kufiya wurde in berliner schulen von berliner behörden verboten.



          nun stellen sie sich mal vor, das würde den berliner behörden zur kippa einfallen.

          • Mr. Hello

            @the real günni:

            Ein Äquivalent zum Pali Tuch ist die Kippa, ein religiöses Symbol? Alles klar

            • the real günni

              @Mr. Hello:

              macht das verbot der kufiya noch absurder, oder?

          • FriedrichHecker

            @the real günni:

            "nun stellen sie sich mal vor, das würde den berliner behörden zur kippa einfallen."

            Das muss keiner Berliner Behörde einfallen - mit einer Kippa gibt es auch ohne behördliche Verordnung schon heute mehr faktische No-Go-Areas in Berlin als mit einer Kufiya...

          • Strolch

            @the real günni:

            Wieso sollte man die Kippa verbieten? Dafür sorgen doch die Jungs auf dem Schulhof von ganz alleine, dass derjenige, der eine Kippa trägt, dass schnell unterlässt. Das es insbesondere auf Berliner Straßen für Juden, die als solche erkennbar ist, nicht sicher ist, sollte eigentlich bekannt sein. Manchen Menschen scheint das aber egal oder sogar eine Freude zu sein.

          • Šarru-kīnu

            @the real günni:

            Es gibt jede Menge Sachen die sie in Schulen nicht tragen dürfen.



            Die Kippa zu tragen ist religiöse Vorschrift. Die Billigung und Unterstützung von Terrorattacken durch Tragen eines Kleidungsstücks arabischer Nationalisten ist es glücklicherweise nicht und kann deshalb genauso verboten werden wie das Tragen von Zeichen anderer verfassungsfeindlicher Organisationen.

            • Schleicher

              @Šarru-kīnu:

              "Die Billigung und Unterstützung von Terrorattacken durch Tragen eines Kleidungsstücks arabischer Nationalisten ist es glücklicherweise nicht."

              Das grenzt an Verleumdung. In jedem Fall ist Ihr Statement Ausdruck entweder von Unkenntnis oder rassistischen Vorurteilen.

              Aber gegenüber Palästinensern ist Rassismus hier ja absolut salonfähig.

            • Sam Spade

              @Šarru-kīnu:

              "Die Kippa zu tragen ist religiöse Vorschrift"

              Das tragen der Kippa ist weder in der Tora noch im Talmud vorgeschrieben. Es ist ein religöses Gebot, welches auf die Halacha zurückzuführen ist. Geboten ist das Tragen der Kippa beim Gebet und an heiligen Stätten wie in der Synagoge oder auf Friedhöfen. Einzig orthodoxe Juden tragen die Kippa auch im Alltag.

              • Strolch

                @Sam Spade:

                Was religiöse Vorschrift ist, entscheidet der Gläubige selbst. Auch das Kopftuch ist nach Ansicht vieler Muslimgelehrter keine Pflicht, trotzdem empfinden es einzelne Frauen (und auch Männer) so und tragen es daher als religiöses Symbol und können dies auch mit einer Koranauslegung begründen. Die Rechtsprechung ist voll von hierzu entschiedenen Fällen. Ich habe es noch nie mit einem orthodoxen Juden diskutiert, ob er die Kippa als Pflicht ansieht - ich habe dies bislang angenommen. Kufiya ist dagegen ein politisches Symbol, ein religiöser Bezug ist mir nicht bekannt.

          • Suryo

            @the real günni:

            Und Ihnen fällt auch nicht der kleinste Unterschied zwischen den beiden Dingen ein?

            Kein Palästinenser und keiner der Palästinasympathisanten in Berlin muss Angst haben, sich als solcher erkennen zu geben. Für Juden ist das lebensgefährlich.

  • Christine_Winterabend

    Das läuft ja schon länger, denn das CDU-Berlin hat ja schon lange die Begriffsklärung von Antisemitismus verhindert, indem immer wieder Abscheu und Trauer über den Umgang mit der palästinensichen Zivilbevölkerung mit Solidarität mit den Hamas-Terroristen gleichgesetzt wurde. Inzwischen hat die ständige Gleichsetzung von Feindschaft gegen jüdische Menschen und dem Zweifel an Redlichkeit und Menschlichkeit der jüdischen zionistischen Regierung (und um Missverständisse auszuschließen - es gibt beides) den Leuten derartig das Hirn vernebelt, dass sich das Konstrukt perfekt als Keule gegen alle politischen Gegner eignet. Schade finde ich auch andere Reaktionen, wie z.B. die von Florian Schröder, der mit sich mit Einzelheiten zu den wohnungspolitischen Vorhaben der Linken gar nicht erst befassen will und gleich die Klospülung zieht, dabei aber offensichtlich die Wahrnehmung der schreienden Notwendigkeit von Alternativen zur gegenwärtigen Situation verweigertund sich dem Bauen-Bauen-Bauen-Blödsinn von Wohnungen anschließt, die sich allenfalls reiche Schwaben noch leisten können. Ich möchte ihn um etwas mehr Recherche-Fleiß und Realitätssinn bitten.

  • mwinkl02

    Bei jeglichem Vorwurf des Antisemitismus gilt es haarscharf zu differenzieren. Schon viel zu lange wurde und wird er genutzt, um berechtigte Kritik an Kriegsverbrechen des Staates Israel zu sabotieren. Grundsätzlich gilt, das Kriegsverbrechen einer Seite keine Rechtfertigung für Kriegsverbrechen einer anderen Seite sein können. Schon der Gedanke und die Rechtfertigung von Vergeltung sind Grundlage weiterer Verbrechen und damit abzulehnen. Für all dies ist in meinen Augen Den Haag zuständig und nicht die Armee eines Staats.

    • Franz Koch

      @mwinkl02:

      „Eine der wirksamsten Verführungsmittel des Bösen ist die Aufforderung zum Kampf.“ Franz Kafka

      Das scheint mir die Höllenenergie zu sein, die das heillose Drama immer wieder befeuert. Die Bösen sind immer die anderen, die entschieden bekämpft werden müssen. Jede Seite sagt, es ist nur ein Verteidigungskampf und der ist gerechtfertigt, notwendig, im schlimmsten Fall heilig. Dann ist alles verloren, bis zu dem Tag, an dem einem Kind zugehört wird, das sagt: „Hört auf zu töten!“ Und seine Mutter antwortet:



      “Ich weine über den Schmerz der anderen, bevor alle meine Tränen zu Stein geworden sind.“ Und der Vater sagt: “Die Verführung meiner Seele zum Kampf gebiert das Böse in mir und in der Seele meiner Kinder. Ich habe es erkannt und ich lass mich nicht mehr verführen.“



      Wenn wir diese teuflische Dynamik erkennen, gibt es eine Chance dem gegenseitigen Hass zu entkommen. Wenn nicht, bleiben nur ewige Schuldzuweisungen, Rachefeldzüge und Vernichtung. Mehr gibt es eigentlich nicht dazu zu sagen.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Es ist unfassbar. Die "Bürgerlichen" verhalten sich genau so wie Anfang der 30er Jahre. Während die Nazis insgesamt auf dem Vormarsch sind, beschwören sie zusammen mit den Nazis die linke Gefahr.



    Denn die Linke will ein ganz kein wenig am größten Heiligtum kratzen. Sie will in ganz beschränktem Umfang Eigentum verstaatlichen. Und das macht dann aus Sozialdemokraten linke Extremisten.

    Diese Schmutzkampagne wird wohl noch ein paar Jahre anhalten...

    • N Gogol

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Eigentum ist kein Heiligtum, aber es verpflichtet. Die Linke sollte die Konzerne einregulieren und nicht deren Hausaufgaben übernehmen. Geht doch nach hinten los.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @N Gogol:

        Für die "Bürgerlichen" ist Eigentum schon das wichtigste Heiligtum.

        Natürlich wäre es theoretisch auch möglich, Konzerne zu regulieren. Das ist aber nicht einfach und müsste durch den Bund erfolgen. Merz würde sich allerdings eher von der Tischkante stürzen, als etwas gegen Konzerne zu unternehmen.

        Bleibt also nur der Weg, den die Linke gehen will.

        • elektrozwerg

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Der Weg, den die Linke gehen will, ist zum einen eine Minderheitenmeinung und zum anderen der sichere Garant, das Buergertum in die entgegengesetzte Ecke zu treiben.

  • Querbeet

    Hyperventiliert wird heute viel. Auf allen Seiten. Alles wenig hilfreich.

  • AuchNeMeinung

    Nun gut, eine schöne Aufzählung von Kommentaren aus der rechtskonservativen Ecke, allerdings fehlen dabei auch die mahnenden Worte aus der politischen Mitte, z.B von Josef Schuster.



    Aber egal, jetzt sollen alle Wahlsieger der drei Wahlen doch mal schauen ob sie eine Regierung zusammenbringen und dann schau mehr mal.

    Wir sind nur froh unsere beiden berliner Wohnungen vor zwei Jahren bereits verkauft zu haben und weit weg von Berlin und Sachsen Anhalt zu leben.

    • Systemknecht

      @AuchNeMeinung:

      "Wir sind nur froh unsere beiden berliner Wohnungen vor zwei Jahren bereits verkauft zu haben"

      Ich nehme mal zu deinen Gunsten an, dass du wirklich glaubst, die Pläne Der Linken zur Vergesellschaftung von Wohnraum beträfen eure zwei Wohnungen. Das ist erst ab 3000 (!) Wohnungen in Privatbesitz vorgesehen. War vielleicht etwas voreilig, sich deshalb in die Provinz abzusetzen.

      Weniger wohlwollend konnte man annehmen, ihr seid echt so naiv zu glauben, dass ihr mit den Milliardären in einem Boot sitzt, dass ihr nun gegen die Linke Gefahr mitverteidigen müsst.

      • *Sabine*

        @Systemknecht:

        "Das ist erst ab 3000 (!) Wohnungen in Privatbesitz vorgesehen."

        Vorerst ist das so geplant, ja. Nur kann sich das jederzeit ändern. Wenn diese Enteignung funktioniert und vor Gerichten Bestand hat, spricht ja nichts dagegen, zu versuchen, es auch auf andere Wohnungs- und/oder Hausbesitzer auszudehnen. So ganz abwegig finde ich den Gedanken gerade bei Linken nicht.

      • whereischesgmt

        @Systemknecht:

        naja, die (sehr vereinfachte) Rechnung bleibt bei groß, klein und vor allem bei der Stadt die gleiche - die Stadt müsste ja auch mindestens für Summe X den Quadratmeter vermieten. X(qm) = Kaufpreis/qm (reine Wohnfläche) * Zinssatz / 12.

        • Systemknecht

          @whereischesgmt:

          Hmm... Irgendwas hast du hier vergessen, ein Teil der eingenommenen Mieten sind ja nicht Aufwand und Zinsen, da war doch irgendwas anderes, etwas was irgendwie dem Vermieter zugute kommt... Richtig, jetzt komme ich drauf: Profit.

    • Romilia

      @AuchNeMeinung:

      Ernsthaft?



      Also ich lebe auch schon länger glücklich nicht mehr in Berlin, aber ob Sachsen-Anhalt eine gute Wahl war...



      Das frage ich mich nicht erst seit dem letzten Wahlsonntag, denn das mit den Rechten geht hier ja schon viele Jahre...

  • Elite123

    Es muss natürlich schon die Frage gestattet sein, warum:

    - Kriminelle wie Issa Remmo sich auf der Wahlparty willkommen fühlen



    - Islamisten wie Ibrahim Ibrahim Fotos mit Parteimitgliedern auf der Party machen können



    - wieso die Linke Berlin keinem Antrag zustimmen kann, die gegen eliminatorischen Antisemitismus einstehen will

    Wie will die Linke konkret Jüdinnen und Juden schützen, die wegen einer Kippa oder eines Davidsterns auf offener Straße attackiert werden?

    • Francesco

      @Elite123:

      Und Ibrahim Ibrahim dürfte als Anhänger der säkular-kommunistischen PFLP wohl kein Islamist sein. Auch wenn er Hamas als Verbündeten im Kampf gegen Israel sieht.

    • Francesco

      @Elite123:

      - Ich denke, wenn die CDU gewonnen hätte, hätte Remmo sich bei deren Wahlparty eingeladen.



      -



      - Um was für einen Antragvgeht es, dem die Linken nicht zugestimmt haben?

    • *Sabine*

      @Elite123:

      "Es muss natürlich schon die Frage gestattet sein, warum:-Kriminelle wie Issa Remmo sich auf der Wahlparty willkommen fühlen"



      Meiner Meinung nach ist diese Frage mittlerweile beantwortet.Wenn der behauptete bisher bekannte Chat-Verlauf korrekt wiedergegeben wurde,und das scheint er zu sein,hat die Familie Remmo Die Linke/Ferat auf Aufforderung dabei unterstützt,Wählerstimmen zu generieren.Somit sieht sich die Familie Remmo vermutlich als Wahlhelfer m/w/d und geht selbstverständlich davon aus,an der Wahlparty teilnehmen zu können.Ich persönlich bezweifle,dass dies der einzige und letzte Anspruch der Familie Remmo an Die Linke war.Ob "man" Herrn Ferat Koçak seine behauptete Ahnungslosigkeit abnimmt oder nicht,wird vermutlich auch von der eigenen politischen Richtung abhängen.Ich persönlich glaube ihm nicht,aber andere tun das sicherlich.Da sein Verhalten kein Straftatbestand ist,werden wir nicht erfahren,welche Chatverläufe und Absprachen es darüber hinaus noch gab. Das ist bei allen anderen Politikern jedweder Partei ebenso.Ich denke, dass sich die Familie Remmo etwas zu sicher in ihrer Verbindung zu Die Linke/Ferat Koçak fühlte. Ob zu Recht oder Unrecht, wird sich zeigen.

  • Nansen

    Da tragen die plötzlich ihren Antisemitismus vor sich her wie Katholiken ihren Weihrauch. Gerieren sich als Menschenfreunde, aber haben aber sonst kein Problem mit zum Beispiel im Meer ersaufenden oder in Kriegen verreckenden Menschen.



    Die (miss)brauchen Jüdinnen und Juden nur um sie für ihre eigenen Zwecke zu instrumentalisieren.



    Ist für mich auch ne Art Antisemitismus.

    • Zippism

      @Nansen:

      Das ist nun wirklich Whataboutism in Reinform: Statt auf die konkreten Vorwürfe einzugehen, wird kurzerhand unterstellt, diejenigen, die Antisemitismus thematisieren, würden Jüdinnen und Juden „instrumentalisieren“ – und anschließend wird daraus selbst wieder ein Antisemitismusvorwurf gebastelt.

      Wenn es konkrete Fälle von Instrumentalisierung gibt, kann man sie benennen und belegen. Aber „Ihr kritisiert Antisemitismus, während es auch andere Opfer von Gewalt gibt“ ist kein Gegenargument. Die Existenz anderer Verbrechen macht Antisemitismus weder weniger real noch weniger kritikwürdig.

      Und besonders praktisch ist diese Argumentation: Man muss sich mit den konkreten antisemitischen Vorfällen gar nicht mehr auseinandersetzen, weil man einfach denjenigen, der sie anspricht, selbst zum Problem erklärt. Bequemer kann man einer Debatte kaum ausweichen.

      • Nansen

        @Zippism:

        Wissen Sie, ich war entsetzt von den Massakern am 7.Oktober und bin es immer noch. Mir geht es körperlich schlecht, wenn ich das was da getan wurde, erinnere. Und ich habe mir damals schon Mühe gegeben, nicht zuviele Details zu erfahren. Mir geht es genauso schlecht, wenn ich mich an alles, was ich zum Holocaust und allen anderen bestialischen Verbrechen unserer Vorfahren gelesen und gesehen habe, erinnere.



        Den Gazafeldzug habe ich weitestgehend von mir ferngehalten. Der geht mich schließlich nicht mehr oder weniger an, als die Kriege im Sudan, Syrien, Iran, der Ukraine.



        Ich hab keine Lust mich auf eine Antisemitismusdebatte einzulassen. Es geht um Berlin. Und falls Elif Eralp hier Bürgermeisterin wird, habe ich genug Vertrauen in sie, dass sie die Probleme hier bewältigt. Warum soll sie das nicht mindestens genauso gut können wie Wegner oder Giffey?



        Falls sie diese Probe nicht bestehen darf, dann eher wegen der Vergesellschaftungspanik als wegen Antisemitismus.

        • Zippism

          @Nansen:

          Dass Sie den 7. Oktober klar verurteilen und sich mit dem Holocaust auseinandergesetzt haben, nehme ich Ihnen selbstverständlich ab. Genau deshalb verstehe ich aber nicht ganz, warum Sie die Antisemitismusdebatte anschließend komplett beiseiteschieben möchten.

          Es geht doch gar nicht darum, Elif Eralp pauschal wegen ihrer Haltung zu Gaza die Eignung für ein politisches Amt abzusprechen. Und selbstverständlich muss man eine Politikerin auch an ihrer konkreten Arbeit für Berlin messen. Das eine schließt das andere nicht aus.

          Wenn innerhalb einer Partei aber über BDS, antisemitische Äußerungen, problematische Veranstaltungen oder entsprechende Kontakte gestritten wird, darf man eben fragen, wie konsequent diese Partei mit solchen Fällen umgeht. Das ist keine „Vergesellschaftungspanik“ und auch kein Versuch, den gesamten linken Landesverband als antisemitisch abzustempeln.

          Im Übrigen kann man durchaus gleichzeitig sagen: Die Berliner Linke muss sich bei ihren Antisemitismusproblemen glaubwürdig mit sich selbst auseinandersetzen und die Vergesellschaftungspläne müssen hinsichtlich Kosten, Entschädigung und Umsetzung kritisch geprüft werden.

    • Elite123

      @Nansen:

      Welche Maßnahmen will die Linke Berlin konkret umsetzen, damit eine Kippa oder ein Davidstern kein Grund mehr für einen Krankenhausbesuch sind?

      Betretenes Schweigen...

      • Francesco

        @Elite123:

        Welche Maßnahmen wollen denn die andern Parteien konkret umsetzen?

      • *Sabine*

        @Elite123:

        Eine ehrliche, wenn auch traurige Antwort: Da kann und wird Die Linke nichts tun.

      • Nansen

        @Elite123:

        Das ist klassische Polemik: eine zugespitzte Gegenfrage stellen, die möglichst empörend klingt, statt auf das eigentliche Argument einzugehen.

        • *Sabine*

          @Nansen:

          Sie argumentieren nicht, sondern stellen eine Behauptung auf. Wie sollen Elite123 oder beispielsweise ich auf Ihre Behauptung eingehen? Sie sagen das ist so, ich sage, für mich, nein, das ist nicht so.

          Davon abgesehen dürfte es auch für Sie sehr deutlich sein, dass sich Linke in Berlin besonders für getötete oder gestorbene Menschen engagieren, für deren Ableben sie jüdische und/oder israelische Menschen meinen verantwortlich machen zu können.

          Die Frage von Elite123 ist meiner Meinung nach durchaus berechtigt, da es sich um das Wahlergebnis des Berliner Abgeordnetenhauses und jüdische und/oder israelische Bürger m/w/d in Berlin handelt.

          • Nansen

            @*Sabine*:

            Ich vermute eher, dass Antisemitismus in dieser Gesellschaft sehr viel tiefer verankert ist,als es ihnen lieb ist. Dass dafür die Linke verantwortlich zu machen ist, würde ich einfach Mal in Frage stellen. Aber ja, ich habe in Sachen Menschlichkeit selbstverständlich höhere Ansprüche an die Linke als an CDU, SPD, Grüne.

        • Strolch

          @Nansen:

          Na ja Ihr Argument ist Whataboutism. So richtig stark finde ich das nicht. Nur mal eine Frage: Wieso wird den in der Berlinerpolitik der Nahostkonflikt überhaupt problematisiert? Der ist rein geografisch weit weg. Da sind Probleme, wie sie in der polemischen Gegenfrage gestellt werden, doch viel nahliegender.

          Nebenbei meinten Sie im ersten Satz vermutlich Ihren Anti-Antisemitismus. Ich dachte erst, Sie meinen die Linken, die Antisemitismus vor sich hertragen.

          • Nansen

            @Strolch:

            "Nur mal eine Frage: Wieso wird den in der Berlinerpolitik der Nahostkonflikt überhaupt problematisiert?"



            Da bin ich nicht der richtige Adressat für ihre Frage. Hat vielleicht damit zu tun, dass man sich so herrlich einfach moralisch über andere erheben kann. War halt schon immer ne gute Idee, sich auf der einzig richtigen Seite zu sehen.



            Mir persönlich ist es scheißegal, woher wer kommt. Er/sie soll sich nur bitteschön - aus welchen Gründen auch immer - nicht über andere stellen.

        • Comerade Aardvark

          @Nansen:

          Welches Argument? Sie haben doch auch nur polemisiert.

          • Nansen

            @Comerade Aardvark:

            Jenau. Klug erkannt. Ich hab angefangen.

    • Herma Huhn

      @Nansen:

      Nicht nur für Sie.

  • Wunderwelt

    Cool..







    ..ganz offensichtlich trifft die Linke einen ganz entscheidenden Nerv..

    ..und zwar sowas von..

    • whereischesgmt

      @Wunderwelt:

      Welchen? Das sie Zinspolitik nicht verstehen oder das man mit nicht selbst erwirtschafteten Geldern auch nicht verantwortungsvoll umgehen muss? Das sich nicht-Leistung wieder lohnen soll oder das Sozialbetrug ok ist, solange das andere Länder zahlen? Perfekter den Nerv getroffen, so geht es wieder aufwärts...

  • Kommen Tier

    In den Jahren vor 1933 gab es auch eine Polarisierung der Gesellschaft und ein Schwinden der politischen Mitte.

  • Lindenberg

    Die Schmierenkampagne war heute gut im ARD-Brennpunkt zu beobachten, wo einerseits dem Brandmauer-Einreißer Andreas Rödder (CDU) das Wort gegeben wurde, um dann zu Anna Staroselski überzuleiten, deren Kritik an Teilen der antisemitischen Berliner Linken zwar berechtigt ist, aber eben auch ein extrem rechtes hysterisches Narrativ bedient, deren Ziel es ist, fortschrittliche dem Kapitalismus gefährlich werdende Gedanken, z. B. über mehr Volkseigentum, wie sie z. B. in der fortschrittlichen bayrischen Verfassung und anderen Landesverfassungen formuliert sind, von vornherein zu bannen.

    Ironisch, dass dann Hubertus Heil bei Maischberger die Serie Babylon Berlin zitierte, die mit der aktuellen politischen Situation verglichen worden war, ohne zu bemerken, welche Parallelen es zur heutigen Zeit (Armut, Krise des Kapitalismus, Neue Technik) gibt. U. a. auch die hysterische Reaktion von Heil und Krach (SPD) auf die Verstaatlichung von Berliner Wohnungen, die von einer hysterischen Springer-Presse begleitet (was ist Ursache und Wirkung?) wird, die angeblich immer und überall gegen Antisemitismus kämpft, aber alles tut, um Merz in die Arme der AFD zu treiben, bzw. ihn zu stürzen.

    • Zippism

      @Lindenberg:

      Das ist schon ein bemerkenswertes Sammelsurium: Antisemitismus, Andreas Rödder, „Kapitalismus“, Volkseigentum, Babylon Berlin, Springer und am Ende noch die angebliche Strategie, Merz in die Arme der AfD zu treiben. Es fehlt eigentlich nur noch der Wetterbericht.

      Besonders hübsch ist allerdings die Logik, wonach die berechtigte Kritik an antisemitischen Positionen der Berliner Linken plötzlich ein „extrem rechtes hysterisches Narrativ“ sein soll. Damit wird Kritik nicht widerlegt, sondern einfach politisch etikettiert. Wer Antisemitismus innerhalb der eigenen politischen Reihen anspricht, betreibt eben nicht automatisch eine „Schmierkampagne“.

      Und dass anschließend die Debatte über die Vergesellschaftung von Wohnraum mit der Serie Babylon Berlin und irgendwelchen Kapitalismuskrisen vermischt wird, macht die Argumentation nicht gerade belastbarer. Man kann für Vergesellschaftung sein und gleichzeitig antisemitische Tendenzen in einer Partei kritisieren. Das ist kein Widerspruch – außer man braucht für die eigene Weltsicht dringend einen.

    • *Sabine*

      @Lindenberg:

      "... deren Kritik an Teilen der antisemitischen Berliner Linken zwar berechtigt ist, ... fortschrittliche dem Kapitalismus gefährlich werdende Gedanken, z. B. über mehr Volkseigentum, ..."

      Ich unterstütze viele Ziele von Die Linke und finde ganz besonders die linken Vorstellungen und Ideen von unserem friedlichen und für alle förderlichen Zusammenleben wichtig, gut und sehr menschlich.

      Aber, diese Ziele müssen erreicht werden können, ohne Antisemitismus und ohne "Klüngelei (?)" mit Menschen wie der Familie Remmo. Meiner Meinung nach korrumpiert sich Die Linke dadurch und somit ist das Erreichen wollen "hehrer" Ziele zum Wohle aller auch nicht mehr glaubwürdig.

  • Schulze Hagen

    Das erinnert mich an die Kommunistenverfolging der USA in den 50er - glaube ich . Kein Wunder wenn die ganze Gesellschaft in der gesamten Republik nach rechts rutscht - und hinterher, wenn die AFD an der Macht ist und wir Zustände wie im dritten Reich haben - wills wieder keiner gewesen sein. Man muss nicht nur die Vermieter-Haie enteignen, sondern Springer & Co dazu - wie in den 60er schon gefordert - diese Brandstifter

  • Hildebrand Felixflash

    Schöner Kommentar. Poschardt habe ich zum ersten Mal in einer Talk-Show mit der R. Lang gesehen - was treibt Ihn an ? Warum ist er maximal aggressiv. Der freieste MA. Ich versteh es nicht ? 🤔 M. Friedman ähnlich. ( "Der Ölprinz." Droste) 2 alte Männer mit viel Zeit und Geld. Sie unterstellen den Wählern der Linkspartei alles Übel dieser Welt, währenddessen läuft der Prozess gegen Scheuer der Unsummen kosten wird wovon das meiste für Anwälte drauf geht - noch Fragen ? Warum wählt keiner mehr CDU ? Ich weiß nicht ob 🙏 die kommende Bürgermeisterin dieses mediale Dauerfeuer überstehen wird. Fehler passieren. Ich wünsche Ihr und der künftigen rot.rot.grünen Koalition alles Gute und Beste ich glaube aber ist nicht zu schaffen - das Kapital wird zurückschlagen. Haltet durch !

    • Christine_Winterabend

      @Hildebrand Felixflash:

      Das Kapital schlägt schon zurück: "Nach dem Sieg der Linkspartei in Berlin stellt Markus Söder den neuen Hauptstadtvertrag infrage. »Extremistische« und »antisemitische« Politik solle nicht belohnt werden." Es ist wirklich sehr notwendig, dass der Journalismus gegen solche Exzesse mit einer sorgfältigen Verwendung von Begriffen hilft. Es ist dringend nötig, zu einem Konsens besonders über die Bedeutung der Begriffe "antisemitisch" und "linksextremisisch"



      zu kommen, damit die Leute nicht ständig etwas anderes verstehen, als das, wovon eigentlich die Rede ist. LTI.

      • elektrozwerg

        @Christine_Winterabend:

        Wenn den Moechtegernantikapitalisten die Finanzierung durch das Kapital vorenthalten werden soll, hoert der Spass auf, gelle? ;-)

      • Zippism

        @Christine_Winterabend:

        selbstverständlich, über Konsequenzen bis hin zu möglichen Fördermittelkürzungen zu diskutieren. Jetzt stellt Söder nach dem Berliner Wahlsieg der Linken den Hauptstadtvertrag und die Finanzbeziehungen infrage – und plötzlich ist schon die bloße Debatte darüber ein „Exzess“.

        Man muss Söders Vorstoß überhaupt nicht gut finden. Aber wer politische Konsequenzen gegenüber einer ungeliebten Partei grundsätzlich für legitim hält, sollte nicht überrascht sein, wenn dieselbe Logik auch einmal gegen die eigene politische Seite angewandt wird.

        Das nennt man dann offenbar nicht mehr konsequente politische Auseinandersetzung, sondern „Kapital schlägt zurück“. Sehr praktisch: Die eigenen Maßnahmen sind Demokratie, die der anderen Seite sind Repression.

    • mwanamke

      @Hildebrand Felixflash:

      Volle Zustimmung

  • nihilist

    Das bürgerliche Lager baut schon mal Glaubwürdigkeit für die kommende Zeit als Mitläufer auf. Strategisch klug.

  • elektrozwerg

    Ich kann dem Zitat von Frau Staroselski schon etwas abgewinnen.

    Der Souveraen hat entschieden. Die Linke soll ruhig die Regierung stellen, sonst haben wir bei der naechsten Wahl eine Konstellation von Rechts* (AFD), Mitte (CDU-SPD-Gruene) - Links* (Linke), in der die Mitte zerrieben wird.

  • Ingo Bernable

    Natürlich kann man sich nun prima darüber amüsieren wie total skurril und mächtig durchgeknallt diese 'alternativen Fakten' sind. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass all das für relevante Teile der Gesellschaft mittlerweile eine zutreffende Beschreibung von Realität darstellt, wird eben doch klar wie groß das Problem ist das wir haben.

    • Zippism

      @Ingo Bernable:

      Das Problem ist doch gerade, dass Sie hier „alternative Fakten“ rufen, wo es um konkrete Vorgänge geht. Wenn sich ein MdB der Linken wiederholt dafür rechtfertigen bzw. entschuldigen muss, dass er mit einem extremistischen Islamisten kommuniziert beziehungsweise Kontakte zu Personen aus dem organisierten Verbrechen im Umfeld einer Parteiveranstaltung auftauchen, dann ist das zunächst einmal ein realer politischer Vorgang und keine erfundene „rechte Erzählung“.

    • Vigoleis

      @Ingo Bernable:

      Naja, wenn sich ein MdB der Linke gleich mehrfach für die nicht nur kritische, sondern zustimmende Kommunikation mit einem extremistischen Islamisten sowie Mitgliedern des organisierten Verbrechens entschuldigen muss, würde ich nicht mehr von "Fake News" sprechen. Dann ist das Problem real.

    • SHAKE[s]BEER

      @Ingo Bernable:

      Danke, dieser Beitrag erspart mir einen Kommentar :)

  • aujau

    Das erinnert mich an die Hysteriekampagne der Republikaner in den USA in der Debatte zur Krankenversicherung.

    • Desdur Nahe

      @aujau:

      Oder an die Horrorszenarien kurz vor der Wahl von Meloni.

      • pumble

        @Desdur Nahe:

        Sie meinen die, die über die Entrechtung von armen Menschen, queeren Menschen und Migranten, die sich als wahr herausgestellt haben?

        • Desdur Nahe

          @pumble:

          Nein, die Veränderungen auf den von Ihnen genannten Gebieten waren ja von Meloni selbst angekündigt, eignen sich also nicht für " Hysteriekampagnen".



          Es ging eher um Befürchtungen einer faschistischen Diktatur mit täglichen Fackelmärschen, flüchtenden Unternehmen und zusammenbrechender Wirtschaft etc.