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29.10.2026 , 13:16 Uhr
So allmählich nähern wir uns ja der berühmten Frage nach dem Primat der Henne oder des Eies. Ich versuch's trotzdem noch ein letztes Mal:
Also, Herr Waibel spricht von der "potenziellen Mitte" und denkt aus naheliegenden oder nachvollziehbaren Gründen an die CDU, speziell die Berlins. Und er spricht von einem "rot-grün-roten Sondierungspapier" - worauf es nicht die Spur eines vernünftigen Gegenentwurfs gegeben habe. Nun ja, der Ball liegt offenbar im Feld der CDU. Und weil's dabei ums (Millionen-)'Spiel' vieler sozial Benachteiligter ('bezahlbarer Wohnraum') geht, besteht die Gefahr, dass das 'Spiel' von denen übernommen wird, die unbedingt 'mitspielen' wollen (zum Schaden aller oder zum 'Absturz für Deutschland': AfD).
zum Beitrag28.10.2026 , 16:57 Uhr
Vorweg: Ich möchte das, was Sie zu den (Existenz-)Fragen Ihrer Töchter ausführen, überhaupt nicht in Zweifel ziehen. Es ist nur so, dass ich guten Gewissens von mir selber - wenn auch als Sohn - sagen kann, vor vielen Jahren ganz ähnliche Fragen gestellt zu haben, freilich nur mir selber, denn ein derart verständnisvoll Vater stand mir damals nicht zur Verfügung. Sogar Angst vor einem neuen Faschismus oder einem Krieg mit den Russen war für mich noch kein Thema, als ich um die 20 war. Nur die materielle Sicherheit war, glaube ich, für mich und viele oder die meisten meiner Altersgenossen eher etwas, woran sich eigentlich nur Ältere abarbeiteten. Worauf ich hinaus will: Rückblickend habe ich den Eindruck, als Jugendlicher anno... auch schon irgendwie "weiter" gewesen zu sein - ähnlich, wie Sie das bei Ihren Töchtern in Norwegen beobachten. In meinem Fall muss ich allerdings einräumen, dass alles auch Selbsttäuschung sein kann (Stichwort 'menschlicher Mikrokosmos'.)
zum Beitrag28.10.2026 , 14:28 Uhr
Die Politik, die "der freien Entfaltung des Individuums und dem Erhalt der Früchte dieser Entfaltung als persönliches Gut einen deutlich höheren Stellenwert einräumt als einem 'kollektiven Wohlstand' bzw. der Gleichheit der Lebensverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft" kann also, "mal mehr mal minder", 'menschenfreundlich' sein. Beim "Erhalt der Früchte dieser Entfaltung" muss ich, so leid es mir tut, an Leute denken, die auf Kosten anderer leben, welchen aus verschiedenen Gründen die Teilhabe an der früchtetragenden "freien Entfaltung" verwehrt geblieben ist - und die, so wie ich auch, auf Gedeih und Verderb zur Miete leben müssen...
Früher hörte man öfters noch den Spruch 'Eigentum verpflichtet'. Heute hört man öfters 'Wer hat, dem wird gegeben.' Menschenfreunde würden stattdessen natürlich lieber sagen: 'Jeder ist seines Glückes Schmied.' Ach du schöne neue menschenfreundliche Welt...
zum Beitrag28.10.2026 , 09:26 Uhr
Sie zitieren einen der Kernsätze des Autors, in dem er die fehlende Bereitschaft der (Berliner) CDU beklagt, einen substanziellen Gegenentwurf zu präsentieren - und Sie wiederholen Ihren Unmut darüber, dass Leute wie ich, die diese Meinung teilen, "sich weise fühlen" (?) und substanzlos daher reden. Tut mir leid, da komme ich nicht mehr mit.
zum Beitrag27.10.2026 , 17:50 Uhr
Das Narrativ des menschenfreundlichen Leistungsträgers... Kennen Sie solche gütigen Patriarchen? (Ich wüsste auf Anhieb keinen zu nennen.)
zum Beitrag27.10.2026 , 17:43 Uhr
Darf ich Sie bitte fragen, welchen unserer Parteien Sie das Etikett 'linksautoritär' aufkleben möchten?
zum Beitrag27.10.2026 , 17:09 Uhr
Lassen Sie mich über die - ansonsten zu Recht geschmähten - 'gute alte Zeit' (ab den 50er Jahren) einiges sagen:
Zuerst gab es viele Gelegenheiten, sich gut zuzuhören - auch durch Vorlesen.
So lernten wir selbstverständlich das waschechte 'gesprochene Deutsch' - in meinem Fall Fränkisch, im Sommer bei den Verwandten 'drüben' Thüringisch. In der (Grund-)Schule 'Schriftdeutsch'.
Das - richtige - Schreiben lernten wir oft 'altmodisch' in 'Diktat' und (freier) 'Nacherzählung', später im Gymn. ebenso in 'Fremdsprachen'. Wir führten 'Vokabelhefte'.
Als Schwarzweiß-TV aufkam, wurde viel klassisches Theater gezeigt. Weil es keinerlei 'Ablenkungsmedien' gab, waren wir auf Bücher geradezu angewiesen.
Und in der kleinen Stadt, in der ich aufwuchs, später auch in der Kreisstadt, wurde nicht nur in den Schulen viel gesungen und musiziert. Auch über das Singen und Notenlesen wurde uns Lesen vermittelt (weniger 'beigebracht') - übrigens auch durch das Auswendiglernen von Gedichten.
Solange ich selbst als Lehrer (für Sprachen und Literatur) tätig war, verließen sich die Kolleg*innen weniger auf Unterrichtsmedien - wir versuchten stets die Kreativität der uns Anvertrauten zu wecken...
zum Beitrag27.10.2026 , 09:32 Uhr
Bitte nachlesen: "Wenn man [...] nichts ändern will, [...] dann will man, dass die Gesellschaft gegen die Wand fährt."
Die "Fundamentalkritik" wird an der 'Mitte' geübt; es ist/wäre an ihr, etwas zu ändern, und nicht an denen, die diese Unfähigkeit, etwas ändern zu wollen, kritisch in den Blick nehmen.
Anders gesagt: Wenn die 'Mitte' versagt (und nur auf ihrem 'Regierungsauftrag' beharrt, ohne ihre Politik anzupassen oder zu ändern), ist das nicht einfach den 'Rändern' anzulasten. Und im Moment passt sie sich nur dem extremen rechten Rand an und verteufelt die Linke...
zum Beitrag27.10.2026 , 09:05 Uhr
Nachlesend muss ich feststellen, dass das von mir angegebene Jahr 1797 sich auf die Erstpublikation des Textes von Edward Young zusammen mit den Illustrationen von William Blake (deren Nachdruck mir vorliegt) bezieht. Da war Young längst tot. Sein Text wurde schon 1742-45 veröffentlicht.
zum Beitrag26.10.2026 , 16:46 Uhr
Ich versuche mal, Ihrer 'Logik' auf den Grund zu gehen: 'Wer nach den Motiven von Gewalttätern fragt, verschafft der Gewalt Aufmerksamkeit.' Offenbar sehen Sie aber nicht, dass Sie damit im Grunde sagen: 'Wer nach den Motiven von Gewalttätern fragt, macht sich mitschuldig.' So kommen wir nicht weiter.
zum Beitrag26.10.2026 , 14:59 Uhr
Dem kann ich ohne Weiteres zustimmen. Zu meiner (ersten von drei) Nachfrage kam ich wegen des Begriffs der "gesellschaftlichen" Linken (die es so zweifellos erst seit 1789 gibt), und im Zushg. damit war ich auch in Bezug auf deren "säkulare" Niederlage (Bedeutung?) unsicher. Aber so komme ich eigentlich mit ihrer Erläuterung gut klar und bin durchaus konform. Danke für Ihre Mühe.
zum Beitrag26.10.2026 , 14:35 Uhr
Dass hierzulande der Karren durch seine Möchte-gern-Lenker*innen - wieder einmal - droht, an die Wand gefahren zu werden, wer wollte das ernsthaft bestreiten? Zufällig passend zur Schlussreflexion hier im Text und auch zu meiner eigenen altersgemäßen Verfasstheit quäle ich mich derzeit durch Edward Youngs 'Night Thoughts' (1797). Dort habe ich einen Vers gefunden, der mir irgendwie passend zu sein scheint für die Phase, durch die wir/ich gerade durchmüssen:
Rude thought runs wild in contemplation's field
Nur 'Rude' würde ich vielleicht durch das geläufigere 'Crude' ersetzen. Interessant scheint mir noch, dass Young seinen Titel durch (or) 'The Complaint and the Consolation' erläutert hat - Klage und Trost.
zum Beitrag26.10.2026 , 13:51 Uhr
Erst wollte ich Ihnen gerne zustimmen, aber dann, nachdem ich lesen musste, Navid Kermani sei ja bloß "ein politischer Aktivist im Schloss Bellevue" @Normalo), denke ich doch, er wäre bei weitem zu gut und, wie man so sagt, zu schade für dieses Amt. Einen solchen überstrahlenden Intellektuellen hat dieses Land einfach nicht verdient. Eher schon einen parteilosen Fußballtrainer mit mutmachender Ausstrahlung.
zum Beitrag25.10.2026 , 16:56 Uhr
Wo Trump und Vance einfach ihrem ungeschminkten Rassismus freien Lauf lassen, ziehen Europäer vergleichsweise zimperlich die rote Karte 'Du sollst nicht diskriminieren!' - ist es vielleicht das, was Sie hier sagen wollen? (Allerdings, 'ethnologisch' im Sinne von 'völkerkundlich', das wäre für Rassisten denn doch etwas zu hoch gegriffen.)
zum Beitrag25.10.2026 , 16:04 Uhr
Auch wenn ich nicht gleich Zugang zu allen Einzelheiten finde (wie etwa zu den stereotypen threats in Frischs Andorra), möchte ich doch sagen: eine insgesamt respektable Auflistung oder Sammlung relevanter Aspekte - danke dafür. Etwas in der Art hätte ich eigentlich von Édouard Louis erwartet.
zum Beitrag25.10.2026 , 09:06 Uhr
Wenn wir also die periodische Wiederkehr - ein circulus vitiosus? - als "Ausdruck einer säkularen [in Jahrhunderten erfolgenden?] Niederlage der gesellschaftlichen Linken" zu sehen haben - sind wir dem dann "notwendigerweise" quasi hilflos, ausgeliefert [Fatalismus] oder könnten wir auch, als vernunftbegabte Wesen, die unaufhaltsame Wiederkehr womöglich gewaltfrei überwinden?
Dreht sich, wenn wir uns die letzten großen 'Niederlagen' - von 1789 über 1919 und 1968 bis 2026 - vor Augen führen, von den 'kleineren' dazwischen ganz zu schweigen, die Gewaltspirale insgesamt nicht eher schneller und heftiger?
Müssten wir angesichts dieser verheerenden 'Ereignisse' nicht viel entschiedener alles tun, um die "gesellschaftliche Linke", von der Sie hier sprechen (oder zitieren), vor ständigen 'Niederlagen' zu bewahren?
Das würde konkret bedeuten, für die Menschenrechte einzustehen [égalité], für die Freiheitsrechte [liberté], für die weltweite Solidarität [fraternité] im Blick auf Klimawandel, Bildungschancen, Lebensbedingungen, usw.
Und das alles gewaltfrei - und nicht, wie Büchner vor rund 200 Jahren in seinem 'Hessischen Landboten' formulierte: Friede den Hütten, Krieg den Palästen.
zum Beitrag24.10.2026 , 14:34 Uhr
Ehrlich gesagt, ich hatte mir von Édouard Louis, der Annie Ernaux nacheifert, mehr versprochen - ich bin enttäuscht.
Denn er kommt nicht dazu, die offensichtliche Verwahrlosung (sowohl des Staates als auch der 'Autonomen') zu hinterfragen. Mit den drastischen Ausdrucksmitteln des Schriftstellers wird die durch den Titel 'Wem gehört die Wut?' genährte Hoffnung auf Einblicke in Steuerungsmechanismen der Gewalttäter - denn das wäre mein Erwartungshorizont - nicht erfüllt. Der Autor bewegt sich im Rahmen der von Hippolyte Taine, einem Nietzsche-Verehrer des 19. Jhs., vorgegebenen Theorie von 'race-milieu-moment'. Wobei er 'race' nicht im Sinne der 'Vererbungslehre', sondern zeitgemäß am Beispiel der "rassifizierten [rassistisch diskriminierten] Schwarzen und Araber" soziologisch verstanden wissen will.
Am Ende spricht der Autor ausweichend von der "immensen Komplexität" der "Ereignisse" [die Fragen aufwerfen], die er auch nicht "zu verstehen und zu lösen" vermag.
Mit Verlaub, da war ja Victor Hugo mit seinem Roman 'Les Misérables', der seinen Worten zufolge die Schnittstelle zwischen 'Infamie' und 'Glücklosigkeit' beleuchten sollte, schon wesentlich weiter.
zum Beitrag23.10.2026 , 15:15 Uhr
"Links will den [DDR-] Kommunismus wieder einführen" - mehr als 35 Jahre nach dem Mauerfall. Woran wäre das festzumachen? @Albert Rumm sieht den Kommunismus als "Schreckgespenst", den nur "die reaktionäre Internationale" wolle. Tatsächlich wäre es wohl an der Zeit, den 'Kommunismus' (bzw. 'den' Sozialismus als politische Kraft in y Deutschland überhaupt erst einmal zu definieren. Nach der Abspaltung der USPD von der SPD 1919 und der Ermordung von Liebknecht und Luxemburg geriet die daraus hervorgegangene KPD (ebenso wie SPD und Arbeiterbewegung) in den Widerstand gegen Faschismus - und noch vor 1939 auch gegen den Stalinismus (Willi Münzenberg). Stalinisten wie Ulbricht hatten nach 1945 in der 'SBZ', die zur DDR umgewidmet wurde, das Sagen. Nicht viele wissen, dass die Sowjets auch 'Kommunisten' verfolgten... Die DDR gebärdete sich als '1. Arbeiter- und Bauernstaat' mit LPGs, HOs, usw. Mit 'Linientreue' und entsprechenden Verhaftungen, usw. Kommunismus? Als intellektueller "Oberbau' im Sinne des Marxismus-Leninismus. Aber er wurde bald vom Stalinismus 'totalitär' kontrolliert... Und was bitte ist davon heute in der Partei Die Linke übriggeblieben? Wenig oder nichts.
zum Beitrag22.10.2026 , 10:26 Uhr
Das Rezept der Nation Building mag für Kanada, vermutlich auch für Australien, verheißungsvoll sein - große Länder mit Bodenschätzen. Die demokratiefreundliche 'Mitte' hier bei uns scheint unbesorgt und mit Blindheit geschlagen dem Untergang entgegenzutrudeln. Wenn die CSU noch dazuzurechnen ist, dann verstehe wer will Söders neueste Ausfälle gegen Sachsen-Anhalt und Berlin (Gelder kürzen für extremistisch regierte Bundesländer...). Wasser auf die Mühlen der AfD.
zum Beitrag21.10.2026 , 22:02 Uhr
Auf das, was Sie mir hier geschrieben haben, vermag ich mir beim besten Willen keinen Reim zu machen. Tut mir leid.
zum Beitrag21.10.2026 , 18:56 Uhr
Da haben Sie Recht. Mein Drang zu verkürzen hat mich hier dazu gebracht, zwei ganz verschiedene Dinge über ein einziges Verb - unzutreffend - zu koppeln. Sachlich gesehen, könnte man die Präsenz und den - letztlich gescheiterten Versuch der Einflussnahme des preußischen Reformers Frh. v. Stein beim Wiener Kongress erwähnen, mehr aber nicht.
zum Beitrag21.10.2026 , 18:47 Uhr
Das mag sein, ist aber nach Lage der - mir hier in dieser Diskussion - zugänglichen Beiträge von Ihnen beiden nicht mehr nachzuvollziehen. Tut mir leid, an diese Grenze zu stoßen. Wenn überhaupt, so sollten Sie dieses zwischen Ihnen irgendwie 'schwelende' Missverständnis anders zu beheben versuchen.
zum Beitrag21.10.2026 , 16:54 Uhr
Bitte meine Antwort zu @PeterArt oder auch zu @PeWi nachlesen. Danke.
zum Beitrag21.10.2026 , 16:52 Uhr
Bitte den entsprechenden Link im Artikel von Frau Fauth nachlesen... und das Video anschauen.
zum Beitrag21.10.2026 , 16:47 Uhr
Nicht so ganz. Haben Sie nicht zuerst reichlich undifferenziert-vage von "auch nicht ein paar Schüler*innen nur" (?) gesprochen? Und nun sagen Sie, deren "Frust" sei ja zu verstehen, aber dann biegen Sie doch wieder nach halbrechts ab: Wer nach dem "Recht zur Revolte" ruft, "sollte auch mit eigenen Schäden rechnen und sie bejahen" (?).
Ich bitte Sie: Da gehen welche aus ihren Schulen und machen mit ihren Plakaten einen Protestzug durch die Straßen - und das ist dann schon eine Revolte? Wenn einige Hitzköpfe - Schulfremde? - auf Gewaltaktionen scharf sind, ist das unbedingt den friedlich Protestierenden anzukreiden? Ich glaube nicht. In dubio pro.
zum Beitrag21.10.2026 , 14:24 Uhr
Gewalt als persönliche Genugtuung, sozusagen als höchster Ausdruck von Autonomie. Das auszudrücken eignet sich das französische Äquivalent - violence - eigentlich viel weniger gut. Wenn wir aber von dem Wort 'Gewalt' ausgehen, so umfasst es von seinen Ursprüngen ('walten') her ja tatsächlich auch die 'Gewalt Gottes'. Wir sagten früher: 'Das walte Gott.' Engel waren oft 'die Gewaltigen', und die mittelalterlichen 'Walpoten' waren keine Mörderbanden, sondern Gesandte der (königlichen) Macht (französisch 'puissance/pouvoir').
Worauf ich hinaus will: Die Gewalttäter, aktuell in Frankreich, sehen sich selbst womöglich in der Art der Hell's Angel als Repräsentanten einer 'dunklen Macht' - indem sie ihre Lust am Zerstören ausüben, als wären sie vom Teufel gesandt. (Um nicht missverstanden zu werden, sozusagen aus aktuellem Anlass, sei noch hinzugefügt, dass ich damit nicht etwa zur 'Gewaltverherrlichung' beitragen möchte, ganz im Gegenteil.)
zum Beitrag21.10.2026 , 10:28 Uhr
Kleine Korrektur, nachträglich: An der Stelle, wo ich auf das "Wirken des Freiherrn von Stein" zu sprechen komme, fehlt zur richtigen zeitlichen und inhaltlichen Einordnung ein "vorher schon das reformerische (Wirken...).
zum Beitrag21.10.2026 , 08:00 Uhr
Danke für Ihre Klarstellung, auf die ich ja eigentlich mit meinem Einwurf abzielte...). Jetzt würde mich nur noch interessieren, warum Sie "nicht vorschriftsmäßiges Verhalten" geradezu reflexartig-unbedingt zur Gewalt erklären
zum Beitrag20.10.2026 , 20:04 Uhr
Ich habe mich auf den einen Polizisten bezogen, den Lea Fauth erwähnt hat. Und dann habe ich noch ein wenig dem Link folgend, gegoogelt und habe sowohl einen französischen Augenzeugenbericht en français gelesen und erfahren, dass der zuständige procureur (Staatsanwalt) ermittelt, usw. Zufrieden?
zum Beitrag20.10.2026 , 19:57 Uhr
Schon vor 70 Jahre, als ich noch ein Schulbub war (so hieß das, wo ich dahoam war), nannten mich meine mobbenden Schulfreinde 'Loser'. Ich verstand es nicht und wagte auch niemand zu fragen. So konnte ich leider nicht meines Glückes Schmied werden, wie wohl nachzuvollziehbar ist. Ich wurde Lehrer, worüber meine Eltern nicht gerade glücklich schienen. Dank Ihrer Lebensbeschreibung fühle ich mich jetzt endlich halbwegs glücklich. Denn es baut den Menschen auf, ... (usw.) Nur das, was gerade in Frankreich passiert... Da komme ich mir wieder wie ein Loser vor. Obwohl ich selbst in Gedanken nichts plündere und weit von Paris entfernt bin und auch davon, mir wie Robin Hood vorzukommen. Verstehen Sie das?
zum Beitrag20.10.2026 , 19:27 Uhr
Das ist auch uneingeschränkt meine Meinung. Abgesehen davon, das Fähnlein der Rechten (leider nicht der Aufrechten des Schweizers Gottfried Keller) hat erneut die Kommentarspalten gekapert. Vielleicht sollten die Un-Rechten sich mal zum Kommentarstreik verabreden - aber wie bloß? An dieser Stelle schlug die Tastatur vielsagend 'blood test' vor. Wirklich. Ganz zeitgemäß.
zum Beitrag20.10.2026 , 17:56 Uhr
Die Kinder tun mir leid. Was soll aus ihnen werden? Sie werden wie der 'Wurf wilder Tiere' behandelt, nicht wie Menschenkinder. Die ihnen das antun (müssen, wird man achselzuckend sagen) sind bezahlte Staatsdiener.
Wie weit haben wir uns von unseren 'Werten' eigentlich schon entfernt? Ach so, wir haben ja noch soo viele ganz andere Probleme.
Aber Gesetz ist schließlich Gesetz. Jede Gewalt gegen (Mit-)Menschen muss deshalb als solche benannt und bestraft werden. Sagt man.
Wenn man mich fragen würde, müsste ich wohl antworten: Ja, (mit-)schuldig. Wie kann ich da noch ruhig schlafen?
zum Beitrag20.10.2026 , 16:49 Uhr
Ich versuche mal zwischen Ihnen beiden zu vermitteln, bezugnehmend auf das strittige PS. Sie sprechen beide vom zu überwindenden 'Feudalsystem', eine*r (?) von Leibeigenen hier bei uns noch im 19. Jh. Nun bin ich kein Historiker vom Fach, allenfalls von der Literaturgeschichte her involviert. Bei mir stehen etliche Bände BDK (Bibl. dt. Klassiker) aus der DDR im Regal - und darin wird in den (durchaus oft lesenswerten) Nachworten die Zeit pauschal in 'vor und nach Marx' eingeteilt: feudal und bürgerlich. Und das glaube ich in Ihren Beiträgen wiederzufinden. Allerdings halten Sie (@rero) an der Lesart 'Legitimierung bürgerlicher Freiheiten im Nationalismus' quasi dogmatreu fest. Hingegen hat @warum_denkt_keiner_nach sich in diesem Punkt wegentwickelt: er/sie lehnt den Primat des Nationalen ab, ohne sich aber gleich den 'Mühen der Ebene' zu widmen, also vielleicht den Bezug zu den diversen, letztlich gescheiterten deutschen Revolutionen von 1848 und 1919 zu suchen - während Sie, @rero, das Dogma 'frei, bürgerlich und national' hochhalten - fast als wäre die NS-Katastrophe längst 'Staub der Geschichte'. Aber mit Brecht: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.
zum Beitrag20.10.2026 , 10:58 Uhr
Lassen Sie mich bitte begründen, warum ich mit dem PS von @warum_ denkt_ keiner _nach? durchaus klarkomme:
Die deutsche Revolution von 1848 hat das Feudalsystem nicht wirklich zu beseitigen vermocht, so wenig wie zuvor der Wiener Kongress. Leider. Der demokratische Anstrich (Paulskiche...) und das Wirken des Freiherrn von Stein sollte die Hegemonie Preußens und den Ausschluss Österreichs überzuckern - und mit dem neuen, in deutschen Landen bis dahin 'romantischen' Begriff der Nation allen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Später kämpfte Reichskanzler (!) Bismarck gegen die starke Arbeiterbewegung. Deren politische Reichstagsvertreter konnten den 1. Weltkrieg der europäischen Nationalstaaten nicht aufhalten, so wenig wie sie die 'notgeborene' Weimarer Republik zu stabilisieren und den Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg verhindern konnte...
Und die EU droht heute von den Nationalstaaten und deren Interessen vor die Wand gefahren zu werden.
zum Beitrag20.10.2026 , 09:14 Uhr
Gerade habe ich zu den 'Nachwehen' der Frz.Rev. weiter oben unter @ChrisMcZott etwas geantwortet. Würden Sie bitte dort nachlesen (wobei ich natürlich nicht sicher sein kann, dass mein Beitrag auch "durchkommt"). Vielen Dank.
zum Beitrag20.10.2026 , 09:00 Uhr
Mitnichten. Möglicherweise denkt @warum_denkt_keiner_nach an gewisse Errungenschaften der momentan so verteufelten Revolution von1789, die auch an den rechtsrheinischen 'Zuständen' (die noch dem Absolutismus verhaftet waren) Entscheidendes verändert hat.
Ich bin Abiturjahrgang 1963. Seinerzeit haben wir in der Schule vom Hintergrund der Französischen Revolution (Stichwort 'Aufklärung') etwas mitbekommen, natürlich auch von den schlimmen Folgen, die sie mit sich gebracht hat. Von Randale war dabei nicht die Rede, aber vom Rückfall in Tyrannei und Nationalismus.
So wie ich Sie verstehe, haben Sie von der Hoffnung auf bessere Zeiten (Wolf Biermann), wie sie bei Schiller und Beethoven in 'Freude, schöner Götterfunke' zum Ausdruck kommt, in Ihrer Schulzeit nichts mitbekommen. Schade.
zum Beitrag19.10.2026 , 22:51 Uhr
Und Polizisten, die als maskierte Plünderer decouvriert werden, bleiben trotzdem Polizisten. Und jene, die so etwas nicht wahrhaben wollen, bleiben blind.
zum Beitrag19.10.2026 , 22:01 Uhr
Die deutsche Übersetzung (bei 2001 neu aufgelegt) ist schwer verdaulich. Michelet bezieht sich auf Gewährsleute und war zeitlich noch näher an 1789... dran als andere. Zu den Museen vor Ort: Die kenne ich leider nicht. Trotzdem würde ich sagen: Deutsche sollten Verdun, Oradour, Dieulefit oder andere Orte der Résistance (Auswahl etwas zufällig) besucht haben. Danke für Ihre Hinweise.
zum Beitrag19.10.2026 , 21:40 Uhr
Wie Sie nachlesen können, habe ich nichts zu Budgets und Geldsummen bzw. deren Quellen ausgeführt, wie Sie das hier tun. Ich bin nämlich kein Finanzfachmann und habe mich darauf beschränkt zu sagen: In Frankreich, zuletzt unter dem Ex-Banker (?) Macron, hat man sich nicht groß um das Wohl und Wehe von Schulen und Schülern gekümmert als vielmehr um Prestigeobjekte. (Monsieur Macron hat doch nur Tage nach dem Brand der Nation versprochen, die Kathedrale werde innerhalb von zwei(?) Jahren wieder aufgebaut.)
Wissen Sie, das in Abrede stellen zu wollen, finde ich "schäbig", natürlich auch Ihre Art, mir zu unterstellen, ich würde Schüler mit Plünderern in einen Topf werfen. Wo sollte ich derlei gesagt oder gemeint oder gedacht haben?
Warum in aller Welt sollte ich Ihnen - kurz - erklären, wie dank krimineller Gewalt gegen Unbeteiligte ein marodes Klassenzimmer zu sanieren wäre. Entschuldigen Sie bitte, ich möchte ihnen gewiss nicht zu nahe treten, aber das ist mir um einiges zu hoch. (Ich könnte vielleicht sogar der Meinung sein, Sie wollen mich auf den Arm nehmen.)
Don't worry. Keep cool.
zum Beitrag19.10.2026 , 20:49 Uhr
"Bilder in den sozialen Medien", als ob man denen trauen könnte. Herr Balmer berichtet in der taz vom 'Tatort' (Paris). Dem vertraue ich eher. Verstehen Sie? Er spricht klar von der in Frankreich üblich gewordenen Polizeigewalt. Von deren Präsenz gegenüber Schüler*innen hat z.B. auch heute morgen ein deutscher Lehrer, der in Paris lebt und arbeitet, im Df gesprochen... Unsere Medien suggerieren indessen vielstimmig, die Schulkinder hätten mit ihren 'Aktionen' (?) die Übergriffe der Randalierer, Gelbwesten usw. provoziert. Wie bitte? Und da nimmt man die Schüler, diese gewaltbereiten Mitläufer (?) heraus - als wären sie gar nicht mehr relevant, und dreht den Spieß einfach um: falsches "Framing als Schülerproteste". Als ob es im taz-Artikel nicht (mehr) "um die berechtigten friedlichen Protestierenden" ginge. Natürlich, über die 'Umzüge' der Betroffenen selbst gibt es weiter nichts Spektakuläres zu berichten, trotzdem geht es um sie, denn sie werden von Regierenden, Polizei, Medien, Politiker*innen und Chaoten und Plünderern instrumentalisiert.
zum Beitrag19.10.2026 , 18:02 Uhr
Kleine Selbstkorrektur und Quellenangabe: Es muss heißen "Et lorsque... ma guitare." Aber, o Wunder, die Übersetzung stimmt trotzdem. Das Chanson stammt von Georges Moustaki, der sich als 'métèque' (psychosozialer outlaw) outete, ich glaube aus dem Jahr1973.
zum Beitrag19.10.2026 , 15:15 Uhr
Gainsbourg 1979, angeblich reggae-beeinflusst. Obwohl, hört sich in meinen Ohren an wie drogen-beeinflusst. Wenn das Regierungskritik sein soll...
Ja - und?
zum Beitrag19.10.2026 , 13:33 Uhr
Entschuldigen Sie, wer die "Dinge auf den Kopf" stellt, hier ganz speziell das Täter-Opfer-Verhältnis, sind diejenigen, die sich jahrzehntelang einen Dreck um marode Schulen und ihre Lehrer und vor allem Schulkinder (!) geschert haben (aber Prestigeobjekte wie den rasanten Wiederaufbau von Notre-Dame möglich gvemacht haben, um nur ein Beispiel zu nennen). Aber davon reden Sie ja gar nicht erst. Als ob die vielen friedlich Protestierenden - darunter auch jüngere Schüler*innen! - allesamt Luft wären.
zum Beitrag19.10.2026 , 11:10 Uhr
Sie haben von "Justizreform" und Gesetzen gegen die "Geldwäsche" gesprochen. Mitten im Krieg.
Denken Sie bitte auch an Deutschland: Hier kommt man bis jetzt nicht einmal zu allseits akzeptablen sozialen Reformen - und das in vergleichsweise friedlichen Zeiten. Und Geldwäsche gibt es meines Wissens auch bei uns immer noch. Oder haben Sie andere Informationen?
Ich möchte mir das Chaos hierzulande gar nicht ausmalen, wenn uns erst eine russische Spezialoperation treffen sollte.
zum Beitrag19.10.2026 , 10:25 Uhr
Haben Sie denn z.B. bei dem Altmeister der französischen Historiker, Jules Michelet, "Histoire de la Révolution Française", nachgeschlagen oder genauer nachgelesen? Wahrscheinlich nicht.
Aber vielleicht bei dem reaktionären Spanier Albert Bárcenas Pérez (2014), La guerra en la Vendée? Dort wird nämlich die 'Gegenrevolution' von 1793, angezettelt von glaubenstreuen Katholiken und Monarchisten - in einem einzelnen Département - als Kampf für Gewissensfreiheit glorifiziert, weit mehr noch: die Truppen der Revolution hätten den ersten Genozid in der Neueren Geschichte verübt... Und natürlich, Googles KI stellt dieses Werk wie kein anderes groß heraus.
Sollten Sie dieses von manchen Zunftgenossen hochgelobte Buch noch nicht kennen - bitte, es ist auch auf deutsch erschienen und gut zugänglich. Und danach lesen Sie doch bei Michelet (deutsch bei zweitausendundeins) nach.
Aber eigentlich bin ich ja froh, dass Sie mir nicht mit der Guillotine gekommen sind. Nichts für ungut.
zum Beitrag19.10.2026 , 08:46 Uhr
Ja, natürlich. Vielleicht haben Sie aber auch nur "nous en avons marre" in Ihrem Sinn psssend verwendet bzw. missverstanden (im Sinn von: keine Lust mehr haben, etwas zu ändern). Im Blick auf die 'Anliegen' der Schüler*innen bedeutet es aber in Wahrheit "Uns reicht's!" (So kann es nicht weitergehen.) Vielleicht haben Sie ja noch den Refrain eines Chansons aus anderen französischen Zeiten in Erinnerung: Et puisque j'en ai marre Je gratte ma guitarre. (Und weil ich von alldem genug habe, Kratze ich auf meiner Gitarre herum.)
zum Beitrag19.10.2026 , 08:28 Uhr
Wenn die Schüler*innen bei Ihren - ich sag mal bewusst 'Protest-Umzügen' -etwas "werfen" würden (und zwar nicht nur Knallbonbons, wie Sie hier, des Beifalls sicher, zu sagen belieben*) - dann hätten wir das bestimmt schon in der Tagesschau gesehen. Abgesehen davon, die meisten der Protestierenden tragen Kartons mit gut lesbaren Aufschriften vor sich her - wie sollen sie da auch noch irgendwelche Wurfgeschosse (Steine? Brandsätze?) 'bedienen'? * Tun Sie doch bitte wenigstens nicht so, als würden Sie das 'politische Anliegen' (vielleicht sogar?) teilen.
zum Beitrag18.10.2026 , 19:23 Uhr
1789 war ein vergleichsweise friedlicher Auftakt, selbst der 'Sturm auf die Bastille' wurde erst von der nationalen Geschichtsschreibung zu dem gemacht, als den man ihn kennt oder besser: zu kennen glaubt. Und Danton war einige Jahre, bevor er unter der Guillotine starb, ein eher besonnener 'Softie', ein brillanter Redner und Strippenzieher. Er war keinesfalls ein blutrünstiger Unhold oder Gewalttäter. Und der am Ende 'eiskalte' Robespierre wird heute eher als moralinsaurer, unter Verfolgungswahn Leidender gesehen. Georg Büchner kommt mit 'Dantons Tod' den historischen Realitäten ziemlich nahe - ganz ohne Gewalt auf den Straßen. Und schließlich zur Marseillaise: "Le jour de gloire est arrivé!" Darin liegt viel mehr Opfer- und Todesbereitschaft (schlecht Bewaffneter!), als wir es heute für möglich halten würden.
zum Beitrag18.10.2026 , 17:51 Uhr
Dieser Text sollte eigentlich eine Antwort an @Nachtsonne sein und ist leider von mir versehentlich nach oben platziert worden. Tut mir leid.
zum Beitrag18.10.2026 , 13:27 Uhr
Ein 'Zusammenhang' kann kausal oder korrelativ bestehen. Wenn die EU und die Ukraine, wie hier, quasi als 'Figuren auf der Weltbühne' zueinander in Beziehung gesetzt werden, kann diese natürlicherweise nicht kausal sein.
Davon abgesehen, werden in der sprachlichen Alltagspraxis 'Dinge' - oft mutwillig -'zusammengeworfen', die aus verschiedenen Registern stammen, die nichts miteinander gemein haben. EU und Ukraine, so die Autorin in ihrem Titel, können korrelativ 'in Zusammenhang' gebracht werden - z.B. über das Junktim 'Sicherheit'. (Auch viele andere wie 'Kultur' oder 'Oberfläche' oder sonstwas würden das tun.)
Das Besondere im vorliegenden Fall: 'Sicherheit' ist hier eine Projektion in die Zukunft und deshalb nicht 'positiv' beschreibbar, sondern praktisch nur an den noch zu beseitigenden Defiziten, d.h. 'ex negativo'. Und genau das tut die Autorin.
Sie hingegen wollen den (Interessens-)Zusammenhang zwischen EU und Ukraine erst herstellen, wenn "die Aufrüstung in Europa wirksam [?] stattgefunden hat." - Der Haken bei der Sache ist bloß die davoneilende Zeit: Was Sie dann noch "befrieden" wollen, wird - ein 'Friedhof' sein. Verstehen Sie?
zum Beitrag18.10.2026 , 10:57 Uhr
Putin überfällt ein europäisches Nachbarland und ist (mit Trumps Schützenhilfe) "um keinen Preis" zu einem wie auch immer gearteten Waffenstillstand bereit. Was bleibt denn nach dieser 'Lage der Dinge' der EU anderes übrig, als ihm, bildlich gesprochen, in den Arm zu fallen? Was ich hier als 'Sicherheit auf Gegenseitigkeit' umschrieben habe, ist eben nicht 'Sicherheit durch Abhängigkeit von...'. Diese 'Tod-Sicherheit' hätten wir, wenn wir uns willfährig in die totale Abhängigkeit von Putin (und Trump) begeben würden. Denn da wäre dann nichts mehr so wie es zuvor war - dann "gute Nacht, Europa".
zum Beitrag18.10.2026 , 09:10 Uhr
"So viel Gezeter, so viel Streit und Spaltung" - wobei man sich "gegen den Krieg [und sein drohendes Übergreifen auf ganz Europa] der mitten in Europa tobt", wappnen müsste. Damit hat die Autorin das Damoklesschwert, das auch über uns schwebt, eigentlich klar genug beschrieben. Manche (viel zu viele) tun die Warnungen vor dem Gefahrenpotential immer noch als bloße Spekulationen ab. Selbst wenn die Ukraine morgen russisch besetzt wäre... Man gibt sich hinreichend immun gegen 'Berichte aus dem Magdeburger Landtag' (in der linksliberalen taz). Es wird lieber verdrängt, dass dort bereits Planspiele - und keine unterhaltsamen Provinzpossen! - für eine baldige 'freundliche Übernahme' stattfinden. Wie blind und informationsresistent muss/darf aber 'der Mensch/ homo politicus' eigentlich noch sein?
zum Beitrag18.10.2026 , 08:21 Uhr
Gegenthese: Die Ukraine wird ihre 'Hausaufgaben' erst dann machen können, wenn sie definitiv nicht mehr im Krieg ist. Erst danach kann vernünftigerweise an Beitrittsverhandlungen gedacht werden.
zum Beitrag17.10.2026 , 22:25 Uhr
Erst unterstellen Sie der EU eine "Philosopie" bzw. "Doktrin", derzufolge sie "alle" (!) Länder, die in militärische Auseinandersetzungen verwickelt sind, aufzunehmen bereit sei - um dann festzustellen, zum Glück dürfe sie das in Friedenszeiten ja gar nicht tun.
Ist diese Aufregung aber mehr als der berühmte Sturm im Wasserglas?
Und für dieses seltsam verquere Gedankenspiel sollen die EU-Befürworter verantwortlich sein?
(Abgesehen davon, finde ich Ihren abschließenden 'Appell' im Ton doch grenzwertig.)
zum Beitrag17.10.2026 , 19:51 Uhr
Dürfte ich Sie bitten, von diesem hohen Baum wieder herunterzukommen? Meines Wissens beruht die EU auf dem Maastrichter Vertrag und nicht auf einer "Doktrin". Über eine "Philosophie" - im umgangssprachlichen Sinn als 'eine Reihe von Grundüberzeugungen' - hat die EU in ihren Entwicklungsjahren, also noch lange vor Maastricht, ganz sicher verfügt. Leider hat sie in den letzten Jahren viel Konsens (oder common sense...) verloren, hauptsächlich durch das zunehmende nationalstaatliche Einzelinteressen. Und leider gerät die EU zuletzt durch Putins und Trumps 'Machtpoker' in Gefahr, sich auseinanderdividieren zu lassen. Was Sie aber als 'militärische Auseinandersetzungen mithilfe von Steuergeldern' bezeichnen (beinahe als handle es sich um eine Art von gefährlichen Freizeitübungen), lässt sich inzwischen als 'Überlebenskampf der EU' bezeichnen. Die EU befindet sich in einem hybriden Krieg - den sie nicht mutwillig vom Zaun gebrochen hat. Sollten wir Ihrer Meinung nach lieber klein beigeben und uns in Kolonien anderer Mächte verwandeln (lassen)?
zum Beitrag17.10.2026 , 19:11 Uhr
Die souveräne Ukraine gibt es seit1991 (Unabhängigkeitserklärung), die EU seit 1993 (Vertrag von Maastricht).
"Die EU gibt es nur mit einer sicheren Ukraine": Im Deutschen (wie in anderen europäischen Sprachen auch) kann das Präsens anstelle von Futur stehen. Und so ist es auch der Fall bei dieser Überschrift. Sie können also davon ausgehen, dass die Autorin das Thema 'Sicherheit' von der Gegenwart in die Zukunft projizieren will. Außerdem wird das Präsens hier im Sinne einer allgemein-verbindlichen Aussage oder These verwendet: 'Sicherheit auf Gegenseitigkeit'.
Ich hoffe, ich konnte Sie damit ein wenig beruhigen, ungefähr so, als würde man sagen: "Alles gut."
zum Beitrag17.10.2026 , 12:30 Uhr
Und worin bestand nun eigentlich das "Drama mit Lama"?
zum Beitrag17.10.2026 , 11:03 Uhr
Vorab: Der Link "öffentlicher Schlagabtausch" führt in die Irre (und nicht zum Thema Migration). Der spanische Wahlausgang "dürfte für Turbulenzen in Europa sorgen". Mit Verlaub, das ist mir zu orakelhaft. Zumal sich abzuzeichnen scheint (nach der gelungenen Verständigung innerhalb der Frente Amplio - der gemeinsamen Front der Linken neben dem PSOE - auf eine einzige Kandidat*innenliste, und zwar unter weitgehendem 'Verzicht' auf die extreme bzw. höchst eigensinnige Podemos), dass dadurch die Mehrheit für Sánchez im Senat in greifbare Nähe gerückt ist. Und was genau ist mit dem "hohen Unterhaltungswert" der Sánchez-Meloni-Debatte eigentlich gemeint? (Klingt für mich, sit venia verbo, etwas abfällig, 'aus deutscher Sicht'...).
zum Beitrag17.10.2026 , 10:41 Uhr
Auch wenn es nichts bringt, Putin mit der Friedenspalme zu winken, mögen Ihre Zweifel am eingeschlagenen europäischen Weg, wie Sie sagen, "zumindest legitim sein".
Es wäre aber schön zu erfahren, welchen anderen "Weg" Sie stattdessen vorschlagen würden (und sei es nur, um nicht in den - sicher nicht berechtigten -Verdacht zu geraten, Sie ließen sich auf den 'Holzweg' der europäischen Extremisten ein: Unterwerfungsgesten statt Friedenspalmen).
Vermutlich handelt es sich so oder so um ein echtes Dilemma.
zum Beitrag17.10.2026 , 09:01 Uhr
Wie das oder der in Berlin heißt, ist in diesem Fall ausnahmsweise irrelevant.
Ansonsten sieht es für mich fast so aus, als ob Sie (als Nichtbayer?) mit der "Gnade Markus Söders" nichts Genaues anzufangen wissen. Nur für diesen Fall; Es handelt sich um eine antisemitisch heillos verwickelte brüderliche Treue-Geschichte (die gleichwohl medial vom nichtbayrischen Ausland ausgeschlachtet wurde) zwischen Söders Vize Hubert Aiwanger und dessen älterem Bruder Helmut. Leicht zu googeln. Nichts für ungut.
zum Beitrag16.10.2026 , 19:42 Uhr
(Bin beim ersten Versuch aus Versehen auf 'Abschicken' geraten. Also nochmal wie bei Mensch ärgere dich nicht:)
Die Meinung von @Bürger L. ist - für mich - mit Abstand die bisher am besten aus-gewogene Meinung (im doppelten Wortsinn: gut ausbalanciert und der in der Kritik Stehenden trotzdem im Rahmen des common sense 'gewogen bleibend').
Ich würde vielleicht noch ergänzen wollen: Wenn der (Erwartungs-) Druck im Kessel zu groß wird, ist so eine Art von Kurzschluss(reaktion) nicht weiter verwunderlich. So etwas kommt leider öfter vor. Und Mensch steht meist fassungslos davor. Vanessa Emdes Schlusswort "Keine Fraktion ohne Aktion" ist für mich eher so etwas wie das laute Pfeifen, mit dem der Druck aus dem Dampfkessel zu entweichen pflegt (bildlich gesprochen). Manche weniger Wohlmeinende würden einen solchen Vorgang freilich als unkontrolliert und damit fehl am Platz bezeichnen (oder vielleicht sogar als einigermaßen infantil).
zum Beitrag16.10.2026 , 13:09 Uhr
Ich habe mit Ihrer (salomonischen?) Zurechtweisung meiner "Wortwahl" kein Problem. Das gehört gewissermaßen zum Geschäft. Soviel vorweg.
Ich hoffe aber inständig, dass Sie vom "Schweigen auf Seiten der Beteiligten" (im ganzen Apparat des Ministeriums?) nicht auf dem Umweg über das Hetzblatt Nius erfahren haben (das sich gleichwohl als "Herzblatt" bestimmter Leute zu inszenieren versucht...). Ich gehe also davon aus, dass Sie das Insider-Wissen aus zuverlässiger Quelle geschöpft haben.
zum Beitrag16.10.2026 , 12:49 Uhr
Entschuldigen Sie bitte, aber selbst als erklärter 'Nichtgenosse' vermag ich keinen Zusammenhang zwischen der von Ihnen - sehr, allzusehr - beklagten Unfähigkeit, "irgendetwas Substantielles vorzubringen", und den "Vorwürfen gegen den Koalitionspartner" zu sehen. Und dass Sie das Wort "unanständig" in Ihrer Schlusspointe wie einen Bumerang einsetzen, ist so bloß wieder einmal die geläufige Rhetorik der 'Retourkutsche', aber eigentlich kein Argument.
zum Beitrag16.10.2026 , 12:29 Uhr
Dem würde ich zustimmen, auch wenn der Begriff der "Strenge" meiner Meinung nach die Sache doch sehr verharmlost - "nach innen und außen": wie viele russische und andere Soldaten hat er auf dem Gewissen, wie viele ukrainische Zivilpersonen?
zum Beitrag16.10.2026 , 12:21 Uhr
Wo habe ich denn 'rechts' und 'links' verwendet? Auch die Schablone 'Sozialismus' versus 'Imperialismus' im Blick auf Putin, der sich hin und wieder "positiv" (?) auf Stalin beziehe, ist nicht meine. Was dagegen Putin als 'auf Stalins Mist gewachsen' und als 'Stalinisten' markieren lässt, ist die Art und Weise, wie er seine Gegenspieler eliminiert, und last not least seine "Spezialoperation" gegen die 'abtrünnige' Ukraine - man erinnere sich bitte der stalinistischen 'Säuberungen', der Vernichtung ganzer Völkerschaften, des Archipels Gulag...
zum Beitrag16.10.2026 , 11:24 Uhr
Kann man so sagen. Einverstanden.
zum Beitrag16.10.2026 , 10:00 Uhr
Letzteres tue ich auch nicht. Wo Putin aber bei Stalin klar in die Lehre gegangen ist: beim bedingungslosen Ausmerzen seiner Gegenspieler. Und da kommt seine geradezu neurotische 'Angst' zum Vorschein. ('Angst' etymologisch verwandt mit 'eng'...)
zum Beitrag16.10.2026 , 09:51 Uhr
Über Ihre Ausgangsthese streitet 'die Wissenschaft' ja heute noch, beginnend damit, ob Lenin... Ich halte es da lieber mit der Literatur und empfehle immer gern 'Die Ästhetik des Widerstands' von Peter Weiss (mit dem Schicksal der 'Roten Kapelle'...). Natürlich beruft sich Putin nur mit - imperialer - Absicht auf Stalin, ohne dessen ganze Ideologie umsetzen zu wollen oder zu können. Die Zeiten haben sich inzwischen geändert.
zum Beitrag16.10.2026 , 09:38 Uhr
So wie der Stalinismus seit den legendären 'Säuberungen' schon faschistische Züge aufweist. Sehe ich auch so.
zum Beitrag16.10.2026 , 09:35 Uhr
Im Prinzip - im Blick auf den 'Oberbau' - einverstanden. Aber denken Sie z.B. an den Fall des gescheiterten Kommunisten Johannes R. Becher... Und der angebliche DDR-'Sozialismus' war insgesamt wohl für die meisten 'Volksgenossen' ein 'schmerzhaftes Phantom'. (Kein bloßer Phantomschmerz.)
zum Beitrag16.10.2026 , 09:09 Uhr
Und weil ja derzeit viele (gute!) Bücher zur Aufhellung der 'Andersartigkeit' der Bürger*innen in den neuen Ländern auf den Markt geworfen werden, möchte ich (weißgott nicht als erster) abermals darauf hinweisen, dass die Großeltern und viele Eltern der 'nachgeborenen Enkel' noch quasi übergangslos in zwei Herrschaftsgebieten aufgewachsen oder gelebt haben, die sich beide über 'Volk' und 'Nation' definiert haben. (Erinnert sei für die DDR z.B. nur an die 'Nationale Volksarmee'.) Meiner Meinung nach liegt es auf der Hand, dass die Enkel und Urenkel von daher geprägt sind - anders als die Generationen im Westen, denen seit etlichen Jahrzehnten vorgegaukelt wird, es gehe ihnen gut und immer besser, solange das Kapital nur von unten nach oben fließe - was sich erst jetzt als grandioser Irrtum erweist. Bildlich gesprochen: Während 'drüben' ein 'Volkskandidat' auf dem quasi 'volkseigenen Motorrad' die Leute mit seinem Dauerlächeln für sich gewinnt, wird 'hüben' mit sauertöpfischer Miene endlos gestritten, wie das gute alte Bruttosozialprodukt durch noch mehr soziale Kürzungen gesteigert werden könnte, obwohl ja eigentlich inzwischen jede*r wissen müsste, dass... Na, Sie wissen schon.
zum Beitrag15.10.2026 , 19:58 Uhr
Dass Sie für die russische Musik und Literatur eine Lanze brechen, spricht mir sozusagen aus der Seele. Sie hätten vielleicht noch Puschkin erwähnen und andeuten können, dass da auch russisch schreibende Ukrainer eine tragende Rolle spielen.
zum Beitrag15.10.2026 , 19:58 Uhr
Was mir im Zusammenhang mit der Putin-Verharmlosung, so auch hier, sauer aufstößt, ist das Verwirrspiel der Termini: Die 'Faschismus'-Keule sollten wir vielleicht nicht bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit schwingen. Putin und sein enges>'ängstliches' (!) Regime würde ich in der bewussten Nachfolge Stalins als 'stalinistisch' bezeichnen - ebenso wie die verflossene DDR samt ihrer 'Nachfolgerin' BSW. Das Prädikat 'kommunistisch' würde ich beiden nicht wirklich zuerkennen. Dass, wie jetzt in Sachsen-Anhalt besichtigt werden kann, Neonazis gemeinsam mit dem BSW 'nationalsozialistische' bzw. 'stalinistische' Allüren (bis hinein in die seltsame DDR- Nostalgie...) zelebrieren, braucht dann niemand mehr groß zu verwundern.
zum Beitrag15.10.2026 , 19:35 Uhr
Dass Sie für die große russische Literatur eine Lanze brechen, spricht mir sozusagen aus der Seele. Sie hätten vielleicht noch den "halben Afrikaner" Puschkin erwähnen und - im Zusammenhang des Themas - auf russisch schreibende Ukrainer (darunter Gogol) hinweisen können. Und wenigstens eine Portalfigur der modernen ukrainischen Literatur sei noch genannt (als Leseempfehlung): Lesja Ukrainska. Zur Musik: Schostakowitsch ist da natürlich nicht wegzudenken, auch wenn er leider politisch eine Zeitlang wegen seiner Zustimmung zu Stalin eine dubiose Rolle gespielt hat - womit wir schon fast wieder beim 'Thema' wären...
zum Beitrag15.10.2026 , 15:13 Uhr
Diese 'innerlinken' Debatten in Berlin lassen mich teilweise an Vorgänge in Spanien denken. Ohne beide Situationen (mit max. 1200 Anschlägen) vergleichen zu wollen, denke ich an BSW hier und Podemos dort, an die 'Linke in der Linken' hier und an IU / ERC / Comuns (Frente Amplio statt Sumar) dort, usw. Mir scheint, sich von irgendwelchen vermeintlich (im politischen Kampf als zu) 'träge' Gewordenen abspalten zu müssen, das bleibt in die DNA aller Linken weltweit eingeschrieben. Und es scheint auch das - letzten Endes legitime - Privi-leg der Jugend zu sein, sich immer wieder aufs Neue auf die steinigen Pfade hin zur vermeintlichen 'reinen Lehre' zu begeben.
Doch währenddessen gilt auch: Die große Karawane zieht fast (!) unbeirrt weiter...
zum Beitrag15.10.2026 , 14:36 Uhr
Das war mir eigentlich schon beim Hinschreiben klar, weil ich über rudimentäre Dänisch-Kenntnisse verfüge - und z.B. auf "Allzeit..." gekommen war, weil genau an dieser Stelle "Altid..." in meinem Kopf herumspukte. Am Ende habe ich dann dem eingedeutschten "Skol!" den Vorzug gegeben, um nicht Verwirrung zu stiften und als seltsamer 'Pedant' dazustehen.
zum Beitrag15.10.2026 , 14:11 Uhr
Bevor Sie aus dem Ministerium, dem Frau Bas vorstand, einfach eines für "notwendige Reformen" machen (womit der soziale Kahlschlag umbenannt und bemäntelt werden soll), sei daran erinnert, dass es vorerst immer noch 'Bundesministerium für Arbeit und Soziales' heißt.
An Ihren Spekulationen über den Arbeitsstil von Frau Bas möchte ich mich nicht beteiligen. Die gehören wohl eher in den Bereich 'üble Nachrede'. Und ich bin durchaus kein SPD-Parteigänger.
Was mich aber echt stört, ist der Pluralis Majestatis [finalis] "Wir wissen..." , den Sie am Ende selbstredend aus dem Hut zaubern. In meinen Ohren klingt er im Kontext ("Wieder Stillstand!... wem das nützt.") ziemlich anmaßend und von oben herab, fast wie ein Appell auf dem Kasernenhof (einprägsame Kürze und viermalige w-Allitteration).
zum Beitrag15.10.2026 , 09:18 Uhr
Kleiner nur bedingt ernstgemeinter (also fast belangloser) Einwurf, wenn Sie gestatten: Jener Vorwurf des seinerzeitigen Oppositionsführers, der SPD-Kanzler sei ein "Klempner der Macht", galt, wenn ich es recht sehe, einem eher schlechten "Handwerker der Politik" Und ein "geerdeter Herzbluttyp" war der blasse Hanseat sicher auch nicht. Aber Lindners Kröten wollte der ja am Ende auch nicht länger schlucken... Nur die "Ermunterung" hat sich demnach bei Scholz - leider - nicht im gewünschten Maß eingestellt (weil er sich daran verschluckt hatte...?). Bärbel Bas hingegen... Aber das möchte ich hier lieber nicht weiter ausführen.
zum Beitrag14.10.2026 , 19:11 Uhr
Das sehe ich auch so. Nur: Wer was zu wem gesagt hat, ist wohl kaum noch zu rekonstruieren.
zum Beitrag14.10.2026 , 19:08 Uhr
Den letzten Aussagesatz meinen Sie wahrscheinlich ironisch (?). Ansonsten würde ich aber sagen: Das ist wohl wahr.
zum Beitrag14.10.2026 , 15:04 Uhr
Skandinavier sind im Wesen Allzeit hell im Kopf gewesen. Doch die S-P-D die olle, Ohne Schwung und Selbstkontrolle Torkelt sie, ein alter Besen Ohne Aussicht auf Genesen...
Bis ein Nordlicht sie erwecke: In die Ecke, Besen, Besen, Bist es viel zu lang gewesen. Und der Ruf ertönt fatal: Stirb und werde - digital!
Skol!
zum Beitrag14.10.2026 , 13:39 Uhr
"Und die rechten Medien bilden eine Zerstreuung", und die Union wird "rumgezerrt" - bis sie ganz zerstreut ist, und eh man sich's versieht: "Da gibt's keine 'Union' mehr." Ganz genau. Und dann stehen die Leute wie bescheuert herum und fragen den Wind, wo die denn bloß abgeblieben sind. Ein Ende wie im 'Lied vom Sonntag' des Karl Valentin: "Und ich sah keinen Sonntag mehr..."
zum Beitrag14.10.2026 , 13:13 Uhr
Ich höre: Als Mensch(en) gebührt auch dem/den Faschisten Respekt (und zwar nicht nur dem Herrn Höcke, sondern auch allen anderen Faschist*innen. Gewalttäter*innen u.ä. sowieso.) Richtig so?
Und wer ihnen diesen "Mindestrespekt" versagt (klingt fast wie Mindestlohn, Mindeststrafe), der/die ist selbst ein Schw..., ach nein, ach nein, ist ein*e Faschist*in. Auch richtig?
Mann, da habe ich nun aber echte Probleme mit* (*wie ja immer öfter selbst in den höheren Etagen zu hören ist): Denn wenn das so stimmt, dann sind hier unter uns ja noch viel mehr Leute -faschistisch, als unsereine*r jemals gedacht hätte.
Mit der Bitte um - (r)echtes oder auch linkes - Verständnis.
P.S. Und was hat das eigentlich alles mit Frau Bas zu tun?
zum Beitrag14.10.2026 , 10:56 Uhr
Fassen wir mal die ganze Geschichte der Arbeiterpartei kurz zusammen:
Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will. [vor 150 Jahren, fast schon im Ton von Völker, hört die Signale...!]
Mehr Demokratie wagen! [vor einem halben Jahrhundert, vorzugsweise mit rauchiger Stimme zu sprechen]
Take back control [and smash the fucked... zu sprechen oder zu singen im 'neudeutschen' Ton]
Und immer wieder wird [in Ermangelung besserer Zwischentöne] fleißig 'in die Hände gespuckt' und damit unentwegt an den 'hart arbeitenden Teil der Bevölkerung' erinnert, damit die Sozialdemokratie, wenn es sie denn noch gibt, bleibt, wie sie immer gewesen ist (und wie Georg Diez so schön sagt): "tief in der Geschichte versunken".
Als wär's ein Stück von mir.
zum Beitrag14.10.2026 , 08:47 Uhr
Sicher, das kann niemand. So wenig wie die unbekannte Dame, wie sie bisweilen noch in alten Filmen zu sehen ist, welche, an ein sich drehendes Rad gefesselt, ganz cool den Messerwürfen ihres Partners entgegenblickt... O Gott, fast hätte ich gesagt 'ihres Koalitionspartners'.
zum Beitrag14.10.2026 , 08:32 Uhr
Im Grunde kann sich doch keine*r "die menschlichen Abgründe" (diese ach so 'menschlich-allzumenschlichen', hätte man wohl früher gesagt...) innerhalb der CDU vorstellen. So oder so ähnlich habe ich den Fraktionsvorsitzenden heute früh im Deutschlandfunk verstanden. Das übersteigt also bei weitem die Vorstellungskraft Außenstehender (darunter ich, der ich fast zu Tränen gerührt den wirklich gut gesetzten Worten am Radio lauschen durfte).
zum Beitrag14.10.2026 , 08:11 Uhr
Alles richtig erkannt. Es soll ja - früher mal - von der SPD sogar zu hören gewesen sein: "Mehr Demokratie wagen!"
zum Beitrag14.10.2026 , 08:06 Uhr
Einverstanden, got the message. Trotzdem, beg your pardon, kleiner ironischer Schlenker: Bin wachsam, schon seit längerer Zeit, bin sozusagen in Habachtstellung alt und älter geworden - und, ehrlich, ich schlafe inzwischen auch vor lauter Wachsamkeit immer schlechter. Brave New World. Sorry.
zum Beitrag13.10.2026 , 19:16 Uhr
Inzwischen hat ja die CDU-Fraktion - bis auf einen, der dagegen war- erklärt, vor der MP-Wahl im Dezember den Saal geschlossen zu verlassen. Könnte es vielleicht sein, dass dieser eine zum Königsmacher zu avancieren gedenkt (während die übrigen klammheimlichen AfD-'Mitläufer' bei der Wahl des Landtagspräsidenten den Bruch mit der CDU bzw. die 'Selbstbloßstellung' auf offener Bühne - zumindest vorerst - noch scheuen)?
zum Beitrag13.10.2026 , 10:30 Uhr
Vor der eigenen Tür zu kehren ist sicher ein gutgemeinter Vorschlag. Wie aber in den meisten Beiträgen hier zu sehen ist, führt er eben nicht zur Selbstbesinnung, sondern nur zur Selbstrechtfertigung. Dabei bleibt letztlich ungeklärt, wie denn 'antisemitisch' zu definieren sei. Die "Keule" des 'Antisemitismus', von der Martin Walser einmal metaphorisch sprach (und damit ungewollt eine uferlose Debatte auslöste...), sie droht auch heute noch jedem, der es wagt, ihre Zuordnung, ihren Geltungsbereich in Frage zu stellen. Dies lässt sich doch auch an dem so betretenen Schweigen ablesen, mit dem die deutsche Öffentlichkeit (Politik und Medien) auf die Rede 'ins Gewissen' von Philippe Sands (Jude!) in der Paulskirche reagiert. Anstatt über dessen These vom 'lauten und leisen Schweigen' der Deutschen zu Fragen des Völkerrechts auch und gerade im Blick auf Israel endlich [sozusagen 'antisemitismusfrei'] und ehrlich zu diskutieren...
zum Beitrag12.10.2026 , 11:12 Uhr
Nur eine Randnotiz; In der Presseschau des Df wurde heute auch mal wieder die taz 'zitiert' , und zwar der Schluss dieses Kommentars zitiert, wenn auch nicht wirklich wortgetreu (aus Demokrat*innen werden einfach 'Demokraten' sowie aus Impeachment sperrig 'Amtsenthebungsverfahren'...) - vor allem aber nicht mit einer der sonst üblichen 'inquit'-Formeln wie 'folgert' oder 'erklärt' oder 'analysiert' (meist die FAZ) und manche andere Formeln mehr, sondern als unerhörtes Novum: "orakelt" (die taz).
zum Beitrag12.10.2026 , 10:36 Uhr
Da haben Sie natürlich Recht. Ach, hätten Sie Ihren Beitrag doch nur etwas früher eingegeben, dann hätte ich auf meine boulevardblattverdächtige Petitesse vielleicht verzichtet. Aber so war ich halt völlig ungebremst der Meinung: Spaß lang wie Gras oder Spass kurz wie Grass, je nachdem, wo wir herkommen, muss sein. Wir taz-Beitragende - und ebenso der Rest der Welt - haben ja sonst in diesen fürchterlichen Zeiten nicht gerade viel zu lachen.
zum Beitrag12.10.2026 , 09:01 Uhr
Das herzige Erinnerungsfoto mit den beiden händchenhaltenden Genossen im trauten Heim des einen, rechts Stehenden, beeindruckt mich bis ins Detail - und zwar im Blick auf die
putzig-goldigen Schaukelpferdchen, die darüber schaukeln, schweben...
als ob des Dritten Geist heim-lich (oder auch un-heim-lich) zugegen sei, unser derzeit und weltweit größter
'Friedens (ver) schaukler',
dem auch unser auf dem Bild links stehender Altkanzler leider nicht den Wodka (das Wässerchen) reichen kann. Trotzdem, zum Geburtstag
Friede, Freude, Schaukelpferdchen.
zum Beitrag11.10.2026 , 17:05 Uhr
In manchen Beiträgen ist vergleichend vom "finstersten" Mittelalter die Rede. Demzufolge wären wir jetzt in der 'finstersten' Neuzeit angekommen. Dann dürften wir aber wohl morgen nicht mehr einfach zur Tagesordnung übergehen. Und wie sollen wir uns denn verhalten, wenn Trumps und Putins blindwütige Exekutionskommandos und 'modernste' Hinrichtungsapparate erst hier bei uns angekommen sind? Etwa abwarten und Tee trinken...?
zum Beitrag11.10.2026 , 13:15 Uhr
Du sollst nicht [vorsätzlich] töten. Steht wohl sinngemäß so in US-Bibeln. In God we trust. Steht doch fast überall drauf. Duweduwedu... Immer das gleiche Lied.
Natürlich habe ich früher gerne mit anderen Blues gesungen, gespielt, geliebt - gefeiert. Auch Spirituals oder Gospel Songs. Martin Luther King.
Aber heute verstehe ich es nicht mehr: das traurige Gerede von den gleichen Werten. Nein, sowas von trostlos!
...
zum Beitrag11.10.2026 , 10:26 Uhr
Was soll ich denn angesichts solcher 'Informationsresistenz' - noch - sagen: vielleicht, dass Sie das Pedro Sánchez selber fragen müssten...? Nach reiflicher Überlegung (wie ich Ihnen am besten weiterhelfen könnte) kommt mir jener Spruch in den Sinn, der bei meinem Großvater in der Werkstatt (in der DDR) zu lesen stand:
"Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger."
zum Beitrag10.10.2026 , 13:40 Uhr
Mathematik ist das natürlich nicht (schon weil Mathematik eigentlich nie simpel ist) - höchstens halbdurchdachte Arithmetik.
zum Beitrag10.10.2026 , 13:31 Uhr
Als "@Demokrat" wäre es, meine ich, Ihre Pflicht, sich zu informieren, bevor Sie über andere Demokraten herziehen.
Pedro Sánchez hat - unter vielen anderen Initiativen! - im Juni 2023 ein Gesetz zur Verbesserung der Situation der Mieter in Spanien vorgelegt (ley de la vivienda). Zum Beispiel hat ein Jahr später die Tageszeitung eldiario.es vom 25.05.24 daran erinnert, dass die 'Acht Gesetzesinitiativen' trotz weitgehender Biligung durch das Verfassungsgericht - und das schließt ausdrücklich den Vorschlag einer Mietpreisbremse in den großen Städten ein! - bis dato nur durch die Sozialistenregierung in Katalonien Gesetzeskraft erlangt haben.
Dazu muss man nicht nur wissen, dass die linke Regierung in Madrid (die seinerzeit bereits durch die Tiraden der katalanischen Junts mit wechselnden Mehrheiten zu kämpfen hatte...) geschwächt war, sondern dass in den 'Comunidades autónomas' die Mieten Sache der dort regierenden stramm rechts orientierten Parteien PP und VOX sind. Und zuletzt hat Junts erklärt, mit den Dekreten der Regierungsparteien konform zu gehen - um dann Stunden vor der Abstimmung im Parlament die Seiten zu wechseln...
Ihre Vorwürfe an Sánchez entbehren jeder Grundlage.
zum Beitrag09.10.2026 , 18:00 Uhr
Freimütig gebe ich zu, dass mir Maxim Biller bisher kein Begriff gewesen ist. Und so habe ich leider auch einige Debatten, die er ausgelöst hat (in der Zeit, taz und bei Lanz), leider versäumt. Wobei "leider" im Blick auf Letzteren eigentlich nicht ganz ehrlich ist...
Vor allem die taz-Lesermeinungen zu den von der 'Zeit' "depublizierten" Texten (der Ausdruck, ich gesteh's gern, ist mir auch noch nicht untergekommen) haben's mir angetan: vom "Hofnarr" (ohne Hof?) bis zum 'Kriegsverherrlicher' alles dabei... Nun ja, da habe ich schnell mal alle Empörungen überflogen - und denke, Biller ist eben durch und durch ein volljüdischer Ironiker oder Satiriker oder meinetwegen sogar Zyniker, der sich die Freiheit nimmt, in einem Atemzug von der "richtigen Strategie" versus 'Kriegsverbrechen' (Gaza) zu sprechen. Auch der 'entsetzliche Witz', mit dem Biller dort aufwartet, steht meiner Meinung nach in der Tradition jener einst von der Jüdin Salcia Landmann gesammelten Witze (dtv).
Was er zu Autor*innen vom Schlage der "berüchtigten Frau Wahl" zu sagen hat, ist ja mehr als berechtigt. Interessant fände ich noch die Sparte der elitären Literaturpreisverdächtigen (die heimliche Gegenseite).
zum Beitrag09.10.2026 , 13:17 Uhr
Kleine Anmerkung zum "monatelang geprellten Vermieter": Der Ärmste hat (in Gestalt einer 'eigen'-, nicht 'gemein'-nützigen Gesellschaft) die Miete einfach mal verdreifacht.
zum Beitrag08.10.2026 , 18:01 Uhr
Was hierzulande gerne unterschlagen wird bei der Berichterstattung über diesen beklagenswerten 'Fall': Maricarmen Abascal konnte ihre Miete nicht mehr bezahlen, weil der neue Eigentümer der Wohnung (span. casa: Haus/Wohnung!) die Miete einfach mal verdreifacht hatte.
zum Beitrag08.10.2026 , 17:24 Uhr
Ganz ähnlich habe ich (bei anderer Gelegenheit) meinen Verdacht auf 'Fremdsteuerung' vorgetragen, bin damit aber bei der taz abgeblitzt. Danke deshalb für Ihren Beitrag!
zum Beitrag08.10.2026 , 09:46 Uhr
Da scrolle ich, wie es so schön auf neudeutsch heißt, über schier endlose Protokollseiten hinweg - weil ich gewisse eindrückliche Bilder darüber und darunter noch einmal in Augenschein nehmen will:
Beide zeigen Begückwünschungen (neugewählter Repräsentanten des Magdeburger Landesparlaments).
Das eine, ganz oben, zeigt so etwas wie eine Geste der Demut. Irgendwo habe ich doch so etwas Ähnliches in meinem Gedächtnis gespeichert...? Als es mir wieder einfällt, erschrecke ich "in meinem Gemüt", wie es in einem Dichterwort heißt (dessen Name mir vor lauter Schreck auch nicht mehr einfallen will).
Das andere, weiter unten, aber den first man des neuen Landtags abbildend, löst bei mir (nur) ein gewisses Befremden aus - aber auch hier ein 'gesenkter' Blick.
Nun frage ich mich nur noch, ob ich denn eine Art Seh-Schwäche habe, die mir den Blick trübt. Denn soweit ich sehe, sind alle (?) Mitscrollenden, -lesenden und -kommentierenden dafür blind. (Das meine ich natürlich - in aller Demut - bloß im ironischen, eventuell denkanstoßenden Sinn. Ich möchte ja schließlich niemand zu nahe treten und keinesfalls Anstoß erregen. Ich kann es ja selber kaum glauben.)
zum Beitrag07.10.2026 , 17:45 Uhr
Eins noch: In diesem Artikel ist korrekt von der Zwangsräumung (desahucio) einer 87jährigen Gehbehinderten in Madrid die Rede. Es sollte allerdings noch klar festgestellt werden, dass diese Räumung erfolgte, weil Maricarmen die von einem Tag zum andern um ein Vielfaches (!) erhöhte Miete nicht mehr bezahlen konnte. Diese Wuchermieten werden oft von ausländischen Immobilienfonds (u.a. USA) festgesetzt - ein prominentes Opfer solcher Praktiken war Ada Colau, die Ex-Bürgermeisterin von Barcelona. In den fraglichen Dekreten geht es z.B. um einen zweimonatigen Aufschub von Räumungen.
zum Beitrag07.10.2026 , 13:59 Uhr
Sie machen aber die (Ab-) Rechnung fast nur mit der CDU und lassen die CSU und alle übrigen, die sich Demokraten nennen, außen vor. So wird das aber nichts. Denn die AfD ist ja auf dem 'Mist' der CDU gewachsen. Oder etwa nicht? Könnte es vielleicht deshalb so sein, weil die 'alte' SPD längst nicht mehr die alte ist, die sie einmal war?
zum Beitrag07.10.2026 , 13:37 Uhr
"Wer ... gefüttert hat, darfl sich nicht über den entstandenen Schaden beklagen." Absichtlich lückenhaft wiedergebene Redensart aus der Heimat meiner Frau (Muttersprache Spanisch). In diese Lücke könnte u.a. ganz gut "das Lieblingsgespenst der Deutschen" passen, das vor ungefähr einem Jahr in einem Gastkommentar (eines 'Experten' von der Friedrich-Ebert-Stiftung) hier in der taz wissenschaftlich entzaubert wurde. Heute wüsste ich gerne, ob uns der 'Experte' immer noch über den 'Phantomschmerz' hinwegzutrösten imstande wäre. Und morgen? Werd ich noch schlafen ohne Sorgen? Denk ich an Deutschland in der Nacht...
zum Beitrag06.10.2026 , 11:06 Uhr
Marode Schulgebäude in den Pariser Außenbezirken sind das eine, ein völlig aus der Zeit gefallener Frontalunterricht das andere. Und davon können wir uns hierzulande normalerweise kaum eine Vorstellung machen. In meinen Erinnerungen an diverse Hospitationen (Unterrichtsbesuche) wird das eigentlich nur noch von dem übertroffen, was ich einmal - noch in der stalinistischen Zeit - in Polen miterlebte: Da unterbrach die Lehrerin ihren autoritären "Vortrag" hier und da, um mit dem Zeigestock einer/m Schüler*in eine gestrenge Frage zu stellen - und der- bzw. diejenige sprang aus der Bank und gab ruckzuck die gewünschte Antwort.
zum Beitrag06.10.2026 , 10:21 Uhr
"Und gleich...Migrantenlagerplätze geräumt." Dem populären Sender antena3 zufolge kommt es zu weiteren Teilräumungen (!) wie bereits in den Tagen und Wochen zuvor. Diese Vorgänge als unmittelbare Folge der Ankündigung von Neuwahlen zu interpretieren, ist doch sehr gewagt. Laut antena3.com gab es gestern am Abend nur eine Beratung zwischen dem (neutralen?) 'defensor del pueblo' (eine Art 'Ombudsmann'), dem 'presidente de la ciudad autónoma' (PP) und dem 'delegado del gobierno' (PSOE) - und das allein wirft doch ein Schlaglicht auf die von Anfang an komplizierte, um nicht zu sagen vertrackte politische Situation rund um diese spanische Exklave in Marokko. Tatsächlich hat der 'Stadtpräsident' von Ceuta dabei eine dubiose Rolle gespielt... Ganz zu schweigen von der völlig unangemessenen Position, die Sanchez' Gegenspieler*innen Meloni, von der Leyen und Weber bezogen und mit großem Tamtam publik gemacht haben: wodurch sie PP und Vox in die Hände spielten... sodass diese ihre Anhängerschaft zu Protesten gegen die Regierung von Sanchez aufrufen konnten. Und die von der taz erwähnten letzten Umfragen standen also noch ganz im Zeichen dieser rechten Manipulationen.
zum Beitrag04.10.2026 , 14:09 Uhr
Balsam für meine vom Finanzamt geprüfte Seele bzw. Steuererklärumg: "damit anfangen, dass man zu dumm oder zu alt für Digitalisierung ist".
Da bekomme ich ein geharnischtes, drastische Geldstrafen androhendes Schreiben, eigentlich nur einen mit dem Wort "Einnahmenüberschussrechnung" und mit einem Datum angereicherten Monstervordruck. Warum das? Vermutlich, weil ich besagte EÜR-Anlage in den letzten Jahren beigefügt hatte. Es ging und geht um amtliche Honorare, die da zu deklarieren sind. Aber wegen irgendwelcher Digitalisierungsupdates widersetzt sich nun das entsprechende EÜR-Formblatt meinen guten Absichten. Am Ende finde ich mit einiger Mühe das Formblatt S und kann dort, o Wunder, den 'Honorargewinn' eintragen. Die Frage ist nur, ob der/die FA-Mitarbeitende beziehungsweise die in der Software steckende Mini-KI (oder deren digitale Vorstufe?) meine 'guten Absichten' erkennt und honoriert...
Und da habe ich, ehrlich gesagt, meine Zweifel.
zum Beitrag04.10.2026 , 13:25 Uhr
Und meine Großmutter dachte ähnlich über den Gasherd. Bis ins hohe Alter war sie in der Küche immer nur am Holzherd tätig gewesen. Als man ihr mit der technischen Neuheit kam, sagte sie halb spöttisch, halb resigniert: "Da lang ich nich hinne..." Und weil mir als Kind 'hinlangen" im Sinne von 'nicht anrühren' oder 'nicht damit umgehen' von meinem anderen Dialekthintergrund her kein Begriff war, glaubte ich zu verstehen: 'Das ist mir zu hoch...' - im Sinne von 'geistig nicht hinreichen oder -langen'.
Das Seltsame an der Sache: Es scheint sprachlich die Möglichkeit zu bestehen, trotz offenkundigen Missverstehens manchmal doch zu einem letzten Endes sinnvollen Verstehen zu kommen.
Mir scheint, Omas Vorbehalte gegen den technischen Fortschritt waren auch aus heutiger Sicht gar nicht so verkehrt: wir tun uns ja immer noch schwer, fossilen Brennstoffen abzuschwören! Und kochen vorläufig immer noch mit Wasser.
zum Beitrag26.09.2026 , 12:55 Uhr
Mich würde nur mal interessieren, was es mit der "Thälmann-Strategie" der neu eingetretenen Gaza-Aktivist*innen auf sich hat. Danke im Voraus.
zum Beitrag25.09.2026 , 17:23 Uhr
Danke für den vollständigen AfD-Debattentitel. Am Radio (Df) hatte ich nur den 'Antisemitismus' gehört bzw. herausgehört. Das würde aber nach meiner Erfahrung durchaus ins Bild passen: lieber 'ein' Schlagwort setzen statt ordentlich zu informieren.
zum Beitrag25.09.2026 , 17:04 Uhr
Soll keine Kritik sein, aber bei mir heißt es leider: Webseite nicht erreichbar. Schade.
zum Beitrag24.09.2026 , 16:30 Uhr
"Es ist [...] fragwürdig, denen die Schuld zu geben, die schlicht Aufklärung wünschen" geht weit über das von mir Angemerkte hinaus. Die "belegbar Tatsache" ist ja nicht erst seit heute oder gestern "belegbar" und von daher ist die "schlicht" (?) gewünschte Aufklärung von Seiten der rechten Scharfmacher auch ein sehr durchsichtiges durchaus nicht aufklärerisches Manöver. Weidel und Co. sollten sich der alten Weisheit erinnern: Wer im Glashaus sitzt, ...
zum Beitrag24.09.2026 , 16:15 Uhr
"Das ist eine interessante Rechnung" - so oder so ähnlich habe ich KI-gesteuerte 'Eröffnungen' im Gedächtnis. Auch die juristisch versierte 'Sentenz' "Entscheidend ist die verfassungsrechtlich gebotene [usw.]" klingt, für mich, sehr nach abgehobener Kanzleisprache, quasi wie aus dem Lehrbuch; allein das eher volkstümliche "draufzahlen" passt nicht recht dazu... Ähnliche Beobachtungen ließen sich übrigens auch bei anderen Ihrer Beiträge machen.
zum Beitrag24.09.2026 , 15:54 Uhr
Der angegebene Link funktioniert nicht. > "404. Die Seite konnte nicht gefunden werden." Oder: Suchet, so werdet ihr finden. "
zum Beitrag24.09.2026 , 13:09 Uhr
Bayern ist von jeher fest in CSU-Hand. Zu erklären, warum das so ist und wie das - immer noch - funktioniert, würde den Rahmen der 1200 Zeichen bei weitem sprengen. Ich wurde in Franken ('Nordbayern') geboren und wüsste nicht nur 'ein' Lied davon zu singen. Haben Sie vielleicht einmal in einem Souvenirladen (oder auch im Internet) eine 'bayrische Uhr' gesehen', die gegen den Sinn läuft, dann wissen Sie, dass hier im 'Freistaat' die Uhren anders laufen.
zum Beitrag23.09.2026 , 12:52 Uhr
Danke für die Klarstellung zur beantragten Bundestagsdebatte. Ich war im ersten Moment nicht sicher, ob ich richtig gehört hatte. (Bin schon bald 83 und hatte meine Hörgeräte noch nicht in Funktion...) Insgesamt bin ich ganz bei Ihnen.
zum Beitrag23.09.2026 , 10:53 Uhr
Wenn Sie die 7h-Nachrichten heute im Df gehört hätten, würden Sie sich Ihre Argumentation zum Antisemitismus vermutlich noch einmal gut überlegen: Frau Weidel möchte demnach nämlich gerne eine Debatte zum Berliner Antisemitismus im Bundestag führen. Oder möchten Sie vielleicht Ihren "Gefühlen einmal freien Lauf lassen"...?
zum Beitrag23.09.2026 , 08:52 Uhr
Wenn ich es im Radio (Df) heute früh richtig gehört habe, will die AfD im Bundestag über den derzeitigen Antisemitismus in Berlin debattieren (lassen). Wie nahe ist uns eigentlich die Machtergreifung 2.0 schon gekommen?
zum Beitrag23.09.2026 , 08:44 Uhr
Liebe*r Mitstreiter*in,
die belehrend-lehrreiche Wissenschaft, die Sie mir/(uns ?) hier nahebringen, ist als Überbau durchaus interessant (wie ich ja schon gesagt habe) und rennt, bei mir jedenfalls, offene Türen ein. Ich bitte um Nachsicht, dass ich Ihren aus der Wissenschaft zitierenden Beitrag sozusagen als Türöffner oder Aufhänger 'missbraucht' habe, um auf die fatale, sich derzeit in vielen (auch unseren?) Köpfen breitmachende politische "Stagnation" zu sprechen zu kommen (und so letztlich auch zurThematik des taz-Artikels zurückzufinden...). Ich habe mir diese gewisse (Narren-) Freiheit meinem Pseudonym entsprechend ("auweiowei"!) zu nehmen gewagt. Bitte sehen Sie es mir nach.
Mit linkssolidarischen Grüßen Auweiowei
zum Beitrag22.09.2026 , 19:37 Uhr
Der "Versuch der politischen Mitte die Linke... hinzuweisen" - schön wär's. Was aber die Herrschaften, die zitiert worden sind, tatsächlich abgesondert haben, ist mit "Schmähung" gar nicht zu beschreiben, ist einfach bloß Hass, Hetze und Häme. Ich kann nicht glauben, dass Sie diese wüsten Pöbeleien gelesen haben, denn dann hätten Sie ja gar nicht von der politischen Mitte sprechen dürfen.
zum Beitrag22.09.2026 , 17:43 Uhr
Interessant, interessant. Obwohl für so einen wie mich auf Anhieb nicht so leicht zu verstehen, weil allzu banktechnischkapitalistisch. Gerade als ich mir an der "inhärenten Tendenz zur Stagnation" der Wirtschaft (fast) die Zähne ausbeiße, geht mir ein Licht auf, wenn auch vor dem Horizont der aktuellen Linken- Beschimpfung: Ach so, denke ich, es geht um die in vielen Köpfen eingebildete (inhärente) Neigung (Tendenz), politisch partout nicht mehr weiter zu denken (Stagnation)... Zum Beispiel Frau Weidel: Hitler sei eigentlich ein Linker (Sozialist) gewesen, und die (linken) Antifaschisten heute seien in Wahrheit die Bösen (linke Faschisten) - ergo war Hitler wohl auch so ein linker Antifaschist... Oder etwa nicht? Ich konstatiere: Die inhärente Tendenz zur Stagnation ist echt gefährlich!
zum Beitrag22.09.2026 , 14:18 Uhr
1964/65 war ich für 2 Semester Student an der FU ('West'-)Berlin. Ich wollte "nur" möglichst viel 'Kultur' auf den Bühnen im Westen und Osten der Stadt erleben... Politisch war ich indifferent bis naiv, aber weil es gerade viel Wirbel im Vorfeld zu einer Pro-Vietcong-Veranstaltung (mit Schwarz-Weiß-Filmspots) im AudiMax gab, ging ich hin - und kam schockiert, erschüttert, fassungslos wieder heraus.
Wenn ich heute meine Teilnahme an einer Pro-Palästina-Veranstaltung in Berlin zu imaginieren versuche, so denke ich, würde es mir vermutlich nicht viel anders gehen.
Und dann ist da noch meine Erinnerung an den unseligen, massiv publizierten (Spenden-?)Aufruf des Senats,1964 in der Vorweihnachtszeit: man wolle die Witwen/Familien der im Vietnam-Krieg gefallenen GIs erneut mit Miniaturen der Berliner Freiheitsglocken beschenken! Ich fand das (und finde es immer noch) den Gipfel des Zynismus und der Empathielosigkeit.
Und seit jener 'Weihnachtsbotschaft' traue ich der Propaganda der immer noch gerne zitierten sogenannten "informierten Kreise" nicht mehr über den Weg (und schon gar nicht bedingungslos den tonangebenden 'Meinungsmachern' zum vermaledeiten Antisemitismus der Linken).
zum Beitrag21.09.2026 , 16:47 Uhr
Berlins "Ruf als progressives Labor", vermutlich nicht im künstlerischen, sondern im politischen Sinn, war mir bis dato kein Begriff. Wohl aber, dass man dort den (kleinen? kleineren?) Leuten über ihre Mieten gekonnt immer mehr das Geld aus der Tasche zieht, so wie in den anderen größeren Städten auch. Dass so getan wird, als habe es eine Volksbefragung zur Mietendeckelung nie gegeben. Angeblich, weil das dem Staat viel zu teuer wäre...
Anstatt nun froh zu sein, dass Berlin weniger auf die Heilsversprechen der Blaubraunen hereingefallen ist und mehr für linken Aktionismus votiert hat, werden schon am Tag danach die Leute beschimpft, als hätten sie aufs falsche Pferd gesetzt. Als würden von nun an viele Milliarden in den Sand bzw. Sumpf gesetzt. Berlin Babylon.
Irgendwo hab ich mal gelesen: Eigentum verpflichtet. Aber das ist schon eine ganze Weile her.
zum Beitrag21.09.2026 , 15:03 Uhr
Dieses Resümee hat es in sich: "Das Problem beginnt dort, wo... Muster... innerhalb... Strukturen Raum bekommen." 'Muster' und 'Strukturen' sind hier quasi austauschbare hohle Begriffe, sollen sich aber wechselseitig vereinnahmen lassen. Beiwort von 'Muster' ist hier 'antisemitische'. Beiwort von Strukturen: 'linke'. So wird, rhetorisch versiert, Parität (Austauschbarkeit) hergestellt zwischen 'antisemitischen Mustern' und 'linken Strukturen' - und schon ist die "Gewaltverherrlichung oder die Dämonisierung Israels" den bösen Linken aalglatt und unauffällig in die Schuhe geschoben.
Ich halte diese Art von politischer Rhetorik für unfair, unredlich. Denn das "Problem", um das es hier geht, wird geschickt den Linken zugespielt, so als habe es bei ihnen erst "Raum bekommen", obwohl es in Wahrheit ein Problem ist, für das eigentlich Israel bzw. Netanjahus fatale Politik verantwortlich ist.
zum Beitrag21.09.2026 , 09:38 Uhr
Volle Zustimmung. Die Öffentlich-Rechtlichen tun alles in ihrer Macht Stehende, um zu retten, was (nicht mehr) zu retten ist: Noch nie habe ich ZDF-Schmiese mit solch gequälter Leichenbittermiene gesehen wie gestern Abend, als es galt, auf die drohenden 4,9% der CDU zu sprechen zu kommen. Und haben Sie gehört und gesehen, wie Frau Slomka sich auf die kleine Frau von der Linken 'eingelassen' hat? Peinlich, peinlich. Heute früh im Deutschlandfunk in der Presseschau vorneweg das Getöns der 'Neuen Osnabrücker Zeitung', in Vertretung des gutbürgerlichen Presseprimus FAZ: Die "Radikalen" haben den alten Neuen zufolge auf der ganzen Linie triumphiert - und zwar in Meck-Pomm und gleichermaßen in Berlin. Berlin ist hin, Berlin ist weg, o gottverdammter Bürgerschreck!
zum Beitrag20.09.2026 , 17:56 Uhr
"Kein Tag ohne Weltuntergangsmeldungen von links."
Das mag Ihnen so vorkommen, wenn für Sie die allgemeine Zeitrechnung erst um die Jahrtausendwende einsetzt, und wenn Sie alles, was vorher war, ganz außer Acht lassen. Der Philosophie, Kunst, Literatur und - wenn auch verspätet - der Wissenschaft scheint dagegen das Bewusstsein um die Endlichkeit und Vergänglichkeit sozusagen in die DNA eingeschrieben. Dass das alles in unserer Weltregion mit dem Christentum zu tun hat, liegt ebenso auf der Hand. Und das hat wenig (oder auch viel...) mit 'links' oder 'rechts' zu tun wie auf der anderen Seite die "Good News" in dem weltbekannten Gospelsong oder dem gleichnamigen Musical von vor hundert Jahren. Auch nicht mit 'dumm' oder 'klug', wohl aber mit 'ignorant' oder 'nicht ignorant'.
Und jetzt bitte zu Ihrer "Nummer 1": Wie ignorant muss ich eigentlich sein, um z.B. den menschengemachten Klimawandel in Abrede zu stellen als "ganz gewöhnlichen Sommer"?
zum Beitrag20.09.2026 , 15:04 Uhr
Die Rede von "den" Guten und "den" Bösen" oder gar von "den" guten und "den" bösen Deutschen - wo und von wem ist die eigentlich ständig zu hören? Es ist jedenfalls eine sehr substanzlose Rede, die zu pauschalen Zuweisungen führt und zu nichts anderem. Auf meiner Geburtsurkunde prangt noch das Hakenkreuz. Als Kinder riefen wir den patroullierenden und Kaugummi werfenden GIs zu: "Ami go home, nimm Adenauer mit!" - Waren wir böse? Später lauschte ich mit vielen anderen Friedensbewegten im Bonner Hofgarten den Worten Bölls. - Waren wir allesamt Gutmenschen? Zweimal in meinem Leben habe ich auf Unterarmen KZ-Nummern gesehen, einmal beim Onkel meiner damaligen französischen Freundin, als wir bei ihm eingeladen waren... Und einmal in Polen, als ich, von der Slowakei kommend, Wasser im Tank hatte und mir bzw. meinem VW-Bus geholfen wurde - über einer Grube mit zwei Brettern im Garten, wo ich mit dem Vater des hilfsbereiten Mechanikers saß... Weder ihnen noch mir selber wäre es in jenen (und vielen weiteren) Momenten in den Sinn gekommen, uns als "gut" oder "böse" zu bezeichnen. Allenfalls hatte ich für mich selber das dumpfe Gefühl, dass mir Gutes widerfuhr - ohne eigenes Verdienst.
zum Beitrag18.09.2026 , 11:13 Uhr
Nur das Adjektiv "kuhäugig" (ha-ha oder H-H will sagen Homer-Hera) passt wohl nicht so recht zur bayrischen Tradition. Besser vielleicht 'ochsenäugig' oder auch 'triefäugig' ("und geil"). Das sagt einer, der als Beutebayer in Franken thüringischen Eltern geboren wurde - und nicht ums Verrecken (wie's hierzulande heißt) aufs Oktoberfest gehen würde.
zum Beitrag16.09.2026 , 17:18 Uhr
Wie ist es eigentlich zu verstehen, dass im Laufe der Zeit die Anzahl derer, die in eigenen Wänden leben, sich prozentual derart verringern kann? (Denn vor ein paar Jahren war der Prozentsatz noch etwas größer.) Wohnungsbesitz wird ja wohl normalerweise vererbt. Oder sehen sich zahlreiche Eigentümer veranlasst, ihre Hütte mangels Erben oder weil es ihnen einfach Spaß macht, sie vor ihrem Ableben an irgendwelche "Treuhänder" zu verhökern, die dann aber- vor allem in den großen Städten -einfach den Leerstand verwalten, weil ihnen die Rendite immer noch nicht groß genug ist? Vielleicht kann mir das jemand mal kurz erklären.
zum Beitrag10.09.2026 , 17:58 Uhr
Zur "Erwähnung des Raumduftverkäufers": Mir scheint, da bestehen Zweifel an der Eignung zum Ministerpräsidenten - vielleicht auch, weil uns damit nicht gerade der "Duft der weiten Welt" um die Nase weht.
zum Beitrag08.09.2026 , 19:17 Uhr
Leseempfehlung zur Frage, wie es die AfD - nicht allein mit 'guter Laune' und wegen der Fehler und Nachlässigkeiten der anderen - in kurzer Zeit so weit gebracht hat: mdr essay > Das Playbook des Rechtspopulismus (in 5 Akten: Die Behauptung vom verlorenen Land - Das verfolgte Volk - 'Die' und 'Wir', usw.)
Und diese ganze vorgetäuschte, auf fatale Weise anziehende 'gute Laune' hat natürlich ihre 'völkischen' Wurzeln in der Nazi-Massenbewegung "Kraft durch Freude"...
zum Beitrag08.09.2026 , 16:38 Uhr
Dem zuerst und zuletzt Geschriebenen stimme ich nachdrücklich zu. Dagegen vermag ich den Anspielungen an die 'Ramafrau' versus 'die in die Tonne getretene DDR' nur so ungefähr zu folgen, was wahrscheinlich an meinem Wessie-Status anno1989 liegt... Im Blick auf den heute wieder drohenden Schulterschluss zwischen den Faschisten und den Stalinisten fällt mir spontan der Hitler-Stalin-Pakt ein (auch wenn die Zeiten ganz andere sind/waren).
zum Beitrag07.09.2026 , 23:18 Uhr
Dem "Ausdruck der dampfenden Enttäuschung über die Bundesregierung" haftet für meine Nase (etwas unbewusst?) Schweiß an, auch Spuren von Blut und Boden - aber geschenkt (ad 5.). Ob "westliche Bestrafungsphantasien" den östlichen vor- oder nachstehen - da würde ich lieber noch kein endgültiges Urteil abgeben (ad 4.).
Ob aber (B)SW "mal wieder Instinkt bewiesen" hat, indem es/sie mal wieder "irrlichtert dazwischen" (wo und wie genau...?), bleibe dahingestellt (ad 1.).
Zur guten-Laune-Show der AfD insgesamt fällt mir eigentlich nur noch ein Lied aus uralten Zeiten ein (nein, nicht das von Heinrich Heine, sondern ein Gassenhauer, der einst in aller Munde war): 'Was kann der Siegismund dafür, dass er so schön ist...?' - Aber warte nur, bald(e) ist auch der alt.
zum Beitrag07.09.2026 , 16:59 Uhr
Fußballfans schreien schon mal in die Mikrofone: "Wir haben heute Geschichte geschrieben!" Auch aus Filmen und (eher schlechten) Romanen ist dieser Ausruf bekannt. Er wird dort gern Napoleon zugeschrieben. Gestern war er wieder einmal zu hören - vor großem Publikum.
"Wir sind das Volk!" Noch so ein Spruch, den die gleichen Siegheil-Gewohnten sich gerne an die Brust heften. Die ihn zuerst riefen, hatten freilich Völkisches nicht im Sinn. Und schon gar nicht, sie hätten 'Geschichte geschrieben'.
In der Nacht von gestern auf heute habe ich schlecht geschlafen: Vor mir lag das Buch der Geschichte, aufgeschlagen, der Sturm wehte wild durch die Seiten, aber die waren leer. Nur der erste Satz war schwach zu erkennen, bevor er sich im blanken Nichts verlor: "Es war einmal ein ganz gewöhnlicher Sommer..."
An dieser Stelle wachte ich auf. Ja, wer sagt denn sowas? Leute, mit solchen vorgestrigen Sprüchen ist doch nun wirklich kein Staat mehr zu machen...!
zum Beitrag03.09.2026 , 08:42 Uhr
Die beiden Titelbilder zu "Der Wohlfühlwahlkampf..." sowie "Der Sunnyboy.." gehen mir nicht so leicht aus dem Kopf: Auf dem einen die Des-informierten - auf dem anderen die Uni-formierten.
zum Beitrag29.10.2025 , 09:06 Uhr
Tut mir leid, Ihnen - sachlich - sagen zu müssen: Die von Ihnen inkriminierten 'Schimpfwörter' sind hier überhaupt nur zweimal "in den Mund genommen worden": einmal von Herrn Gavalakis und jetzt einmal (in treuer Kopie) von Ihnen selbst.
zum Beitrag29.10.2025 , 08:28 Uhr
Wenn ich Sie richtig verstehe, sind Sie ein NICHT "weit links verorteter Diskursforscher", der, wie Sie sagen, die "moralisierende Analyse" [ihrer allzu weit links stehenden Zunftgenossen?] kritisiert, weil sie "sachliche Debatten strukturell verunmöglicht", was sogar, Ihren Beobachtungen zufolge, "zur hegemonialen Diskursstruktur" wird... (Oder schon geworden ist?)
Entschuldigen Sie bitte, wenn ich mir erlaube zu erwidern: Das ist mir zu hoch. Wenn Sie glauben, Sie müssen "dem Autor [Nikolaos G.] deshalb auch und gerade in dieser Feststellung absolut recht geben" - so kann ich für meinen Teil nur feststellen:
Ich nicht.
zum Beitrag28.10.2025 , 18:02 Uhr
"Man muss sich also bei den Problemen über das Ausmaß eines Problems einigermaßen einig sein, um sinnvoll miteinander [darüber] reden zu können." Diesen gutgemeinten Rat, finde ich, müsste man öfters unserem Kanzler geben. (Aber wollte der überhaupt mit jemandem über die Implikationen des Problems Stadtbild reden...?)
zum Beitrag28.10.2025 , 17:51 Uhr
Also, ich nehme jetzt mal einfach 'Problem' statt 'Auto': Einer, der ein Problem nicht braucht, kann nicht nachvollziehen, wie wichtig ein Problem für einen anderen ist. Stimmt's so? (Ich versteh's trotzdem nicht. Kann mir bitte jemand helfen?)
zum Beitrag28.10.2025 , 17:33 Uhr
Nachtrag: "Das politische Establishment" (ein gängiges Schlagwort der AfD), die "abgehobene Elite", wer soll das sein? Natürlich die armen Irren mit ihrem "Altpapier aus Plenarsitzungen" (was immer das sein soll), die 'linksgrün Versifften' eben. Die mit ihren Verbotsfantasien. Und die "Brandmauer", dieses Verbotssymbol? Ganz dumm steht sie nutzlos herum. Von anderen 'Etablierten', denen mit dem hohen C, einst zur Ab- und Ausgrenzung der Lieblingsgespenster erfunden. "War gut gemeint", doch das interessiert uns heute einen
'Alternativen feuchten Dreck'.
Denn das Verbot muss weg,
Die Strategie ist nur Selbstzweck.
Demokratie verläuft im Sand... Aufwiedersehn im Wunderland!
zum Beitrag28.10.2025 , 16:17 Uhr
Keine Sorge, das haben Sie richtig gut gesagt. Eine völlig zutreffende Analyse. Wir dürfen uns von solchen 'feinen Schimpfwörtern' wie 'Erregungstheater', 'Empörung/Empörtheit' und anderen mehr nicht irritieren lassen, mit denen ganz gezielt Meinungsmache betrieben wird (vgl. die Echo-Verstärker oder Claqueure hier im Forum)!
zum Beitrag28.10.2025 , 13:22 Uhr
Ich zitiere auch mal, bloß kürzer: "Und dann das Lieblingsgespenst der Republik: die AfD. [...] Das Gerede von der 'Brandmauer' [...] zementiert die Vorstellung einer abgehobenen Elite [...] Diese Debattenkultur hat eine Ursache: Moral hat die Analyse ersetzt." Ich übersetze mal frei (!) den abgehoben-überheblichen Politikwissenschaftlerstil ins gemeine Deutsch: Die Geisterfahrer von der AfD und die am liebsten einsteigen und mitfahren wollen, pfeifen auf die Spaßverderber, die von Demokratie schwafeln.
zum Beitrag28.10.2025 , 09:19 Uhr
'Deutschland leistet sich die dümmsten Debatten' (d-d-d), ein alliterierender Werbespruch wie einst 'B. weiß was Frauen wünschen' (w-w-w) - und alle, die am liebsten fröhlich-dümmlich ' Mit Merz mehr [Abschiebungen? Olympia? AfD wagen' skandieren möchten, stimmen frohlockend ein. Ein kleiner Ruck noch nach rechts, und schon schweigen die Vöglein im Walde (Goethe), und es gilt endlich: Ruhe - ist die erste Bürgerpflicht! (Oder ins Völkische übersetzt: Maul halten!)
Von da an brauchen wir keine Debatten mehr über "Nebensächlichkeiten [!], bis keiner mehr weiß, worum es eigentlich geht" (Nikolaos Gavalakis). Aus der Traum vom "Volkssport", womit bis ins Wort hinein (Volk-demos!) unsere liebe Tante Demokratia als überalterte, altersschwache 80jährige gemeint ist. Als sie noch jünger war, hatte sie nämlich für ein lebendiges "Erregungstheater" in Form parlamentarischer und manchmal sogar außerparlamentarischer Debatten, frei nach dem Motto 'Mehr Demokratie wagen!' gesorgt. Lang, lang ist's her - und die (dummen und dümmsten) Debatten finden bald nur noch in social media oder threads oder sonstigen nicht mehrheitsfähigen Blasen statt. Wie gesagt: Ruhe ist...! (Maul halten!)
zum Beitrag27.10.2025 , 17:03 Uhr
1. Das Verfahren, den 'Rechtsruck' in ein und demselben Satz (!) mit den 'Erfolgsdefiziten' (von NGOs) zu korrelieren, gleicht dem von Kanzler Merz, das zu bereinigende 'Stadtbild' mit 'Abschiebungserfolgen' zu korrelieren. 2. -> bürgerrat.net [B.-Württ.]: "Staatsrätin Gisela Erler ist Mitglied im Kabinett und vertritt dort die Anliegen der Zivilgesellschaft und setzt sich für die konsequente Stärkung der Bürgerbeteiligung ein." -> vergleichbar dem 'defensor del pueblo', fest etabliert in den spanischen comunidades ('Länder' oder Regionen) 3. Ohne das Interview nachlesen zu können, bleibt der dort genannte Begriff ("fortschrittlicher") für mich spekulativ. Und was soll das mit dem zuletzt von Frau Prien geäußerten Generalverdacht zu tun haben? (vgl. taz-Artikel von heute genau dazu...) 4. 'Tafeln', 'Omas gegen Rechts', UNO-Flüchtlingshilfe' , 'BUND', Bürgerräte, usw. usf. als 'Verdachtsfälle für den Verfassungsschutz'? Im Ernst: Sind wir schon so weit?
zum Beitrag27.10.2025 , 11:24 Uhr
Und warum lassen Sie das Wesentliche ("Wer als erklärter Feind der Demokratie NICHT fördernswert ist") einfach weg? Welches angeblich "schlechte Ziel" haben denn NGOs, die im taz-Artikel als "demokratisch engagiert" bezeichnet und deshalb bisher mit Recht als förderungswürdig gegolten haben, jetzt aber auf einmal unter Generalverdacht gestellt werden? Ihr (Schein-)Argument, den "Rechtsruck in Deutschland" diesen NGOs anzupassen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
zum Beitrag27.10.2025 , 09:12 Uhr
Sie zitieren eingangs den Vorspann zum taz-Artikel unvollständig. Es fehlt: "Was wir brauchen, ist soziale Gerechtigkeit. Für alle." Was Sie "Das [S]pannende" nennen ("Empörung [...] Entrüstung [die das] gewogene Publikum befriedet") ist nichts als ein selbstgefälliger polemischer Rundumschlag - den allenfalls Sie selber und ihre offensichtlich unerschütterlichen Mitstreiter*innen, auch die hier im Forum, "spannend" finden. Der "online-Mob", der sich, wie Sie zu sagen belieben, in den Social Media austobt und auf Demos trifft, sowie der unvollständig zitierte progressive Felix Banaszak - sollen Beweis sein für Ihre muntere Schlussfolgerung, es sei ja "Alles wie immer. Empörung. Dann Zustimmung." Sie unterschlagen dabei nur eine Kleinigkeit: Die Empörung galt dem Merz-Orakel, der 'Stadtbildstörung' mit der Dobrindtschen Abschiebepraxis bereinigend beikommen zu wollen! Und wer sich nach ein paar Tagen dazu herbeiließ, im Verweis auf die ach so bedrängten "Töchter" nur (!) die Arbeitsscheuen unter den Zugewanderten anzuprangern - das war doch auch Merz. Oder haben wir ihn da schon wieder falsch verstanden...?
Alles wie immer. Erst Sprüche klopfen. Dann nichts dahinter.
zum Beitrag26.10.2025 , 16:16 Uhr
"Was Merz [...] im 'Stadtbild' stört, das sind die sichtbaren [...] Folgen dessen, was passiert, wenn Migration mit sozialer und ökonomischer Ungleichheit verschränkt wird. Die politischen Entscheidungen dahinter [!] werden [...] verschwiegen und unsichtbar gemacht."
Soweit ich sehe, wird dieser zentrale Bereich des Artikels von C. Sinanoğlu in den Beiträgen überhaupt nicht gesehen, abgesehen zuletzt bei @fly: "Hinter dem Stadtbild wartet die Utopie." Was wohl heißen soll, dass es utopisch sei, die sozialen und ökonomischen Probleme [die ganze Dystopie...] in ihrem Zusammenhang mit der Migration einem vernunftgeleiteten Diskurs zuzuführen.
Einen wesentlichen Erklärungsansatz hat Sinanoğlu bereits angesprochen: "Wer 'nicht [ins rechte Stadtbild] passt', der verdient weder Sichtbarkeit noch Mitgefühl." Eben, der soll "verschwiegen und unsichtbar gemacht" werden, aus unserem Stadtbild verschwinden und buchstäblich 'ausgemerzt' werden - aus den Augen, aus dem Sinn.
Ich glaube nur nicht, dass dies eine praktikable Lösung sein kann. Mit rücksichtsloser Abschiebung wird unserem Land am Ende ein Bärendienst erwiesen, vgl. die gewisse 'Verrohung' der Argumentation hier im Forum.
zum Beitrag26.10.2025 , 14:04 Uhr
"Nur wer etwas positives zur gesellschaftlichen Entwicklung beiträgt, darf einwandern" heißt für mich im Umkehrschluss: Wer nichts Positives beiträgt, muss auswandern. Müssten dieser Logik zufolge nicht millionen- und milliardenschwere Erben/Nichtstuer ebenso ausgewiesen werden? Ach so, diese (?) gehen ja oft freiwillig - in die Schweiz oder nach Österreich... Und dort arbeiten sie wahrscheinlich ehrenamtlich... Abgesehen davon, ich verstehe nicht, wie die "Schmarotzer", wie Sie die (meist nicht ihrem Wunsch entsprechend) 'beschäftigungslosen Einwanderer' nennen, so ohne Weiteres die Klippe der Netiquette hier herein ins Haus/Forum überspringen konnten.
zum Beitrag26.10.2025 , 13:25 Uhr
Beim Lesen der Beiträge im taz-Forum, speziell zum Kommentar von Benno Hafeneger, muss ich an Brechts Galilei denken, der seine Widersacher vergeblich auffordert, durchs Fernrohr zu blicken - nur dass es hier höchstens einer Brille bedürfte, um einfach erst einmal zu LESEN ! Anstatt auf die von Hafeneger angesprochenen KONKRETEN Beispiele einzugehen, wird oft einfach davon abstrahiert - und zuletzt mit dem vagen Begriff 'Offenheit' versucht, alle NGOs pauschal zu diffamieren. Dass dabei buchstäblich 'offene' Türen eingerannt werden, zählt ja nicht. Es wird einfach unterstellt, "der Staat" stelle nicht nachvollziehbar dar, "wer und warum welche Förderung erhält". Vielmehr sollte er umgekehrt klar benennen, wer als erklärter Feind der Demokratie NICHT fördernswert ist! Es können auch Sparmaßnahmen nicht prioritär sein, wenn es etwa um die Amadeu Antonio Stiftung geht (die1995 die Anerkennung, der Sinti und Roma als nationale Minderheit erreichte). Oder um Amnesty International, um die UNO-Flüchtlingshilfe oder auch um unsere 'Tafeln'. Und wer will, kann leicht im Internet recherchieren, nachlesen - auch zu den 5000 €, mit denen 'Omas gegen Rechts' mal lokal (!) gefördert wurden...
zum Beitrag25.10.2025 , 17:59 Uhr
Natürlich trifft schon der Titel ''Feindbild Demokratie" unsere Alternativen für Demagogie (Volksverführer) und solche, die es noch werden wollen, mitten ins Mark - und dementsprechend markig der Aufschrei (des Volkes 'Empörtheit', wie hier zu lesen ist). Der Einfachheit halber gegen 'Omas gegen rechts', weil man/frau(?) sie wohl für besonders leicht zu attackieren (vulnerabel) hält. Da wird gegen besseres Wissen der eigene Unsinn (Bullshit) als 'sachlich' zu verkaufen versucht: als ob da unnütze Alterchen dem Staat der Steuerzahler das Blut aussaugen würden. (Die 'echten' Nazis sprachen von Parasiten am Volkskörper!) Sollen sie sich doch gefälligst 'Omas gegen rechtsextrem' nennen... Offensichtlich scheuen die alternativen Demagogen und solche, die's noch werden wollen,die sich hier ungestraft im Forum austoben dürfen, die NGOs wie der Teufel das Weihwasser. Mit Schaum vor dem Mund. Damit niemand, aber auch niemand an die staatlich (und das heißt von allen Steuerzahlern) reichlich geförderte Parteienfinanzierung denkt - von der auch sie selber profitieren. Reichlich. Von zusätzlichen Reichenspenden speziell an die Alternativen für Dem.[-agogie, nicht -okratie!] ganz zu schweigen.
zum Beitrag23.10.2025 , 19:00 Uhr
Und was genau bedeutet in diesem Zusammenhang "aufarbeiten"? Wohin soll die (demokratische) Kritik an (republikanischer) Herrschaft, um bei Ihrer Begrifflichkeit zu bleiben, führen? Zu einer Art Neuauflage von 1789?
zum Beitrag23.10.2025 , 18:48 Uhr
Und woher stammen diese Angaben?
zum Beitrag23.10.2025 , 15:31 Uhr
"Die Vorstellung einer vermeintlichen Neutralität findet sich weiter im deutschen Journalismus [...]" Ist das denn schon eine 'Beschwerde' oder ein 'Vorwurf'? Und was Frau Zaboura, wie Sie sagen, 'für sich [als 'richtigen' Journalismus] propagiert', läuft am Ende des Interviews auf eine Art Codex der Grundwerte (wie Völkerrecht und Machtkontrolle) für hinaus, und zwar für alle, unabhängig von der 'politischen Richtung', die Interviewte selbstverständlich eingeschlossen. Die umgekehrte politische Richtung (?) würde ja, wie Frau Zaboura sagt, den "Journalismus der Werte und der Würde, seine eigene Legitimation und sein Überleben" in Frage stellen.
zum Beitrag23.10.2025 , 12:30 Uhr
(Kleiner, verkürzter Erklärungsversuch)
Wer 'Tatsachen(berichte)' als unverrückbare politische 'Wahrheiten' verkauft, liegt nach Arendt/Zenker falsch. Das heißt umgekehrt: Als Adressat bzw. 'politisch denkender Mensch' sollte ich unterscheidungsfähig (kritisch) genug sein um das, was mir da verkauft werden soll, zu hinterfragen: Wer sagt das und was bezweckt er damit? Von daher gibt es, so Arendt, im politischen Raum keine meinungsfreie (objektive oder auf Moral und Vernunft beziehbare) Tatsächlichkeit oder Wahrheit. Ich müsste demnach stets in der Lage sein zu reflektieren und einzuordnen, ob die Medien mir etwas als Tatsache (bzw. "alternative Tatsache"...) oder als Lüge oder - zwischen den beiden - als 'sinnfreies Ablenkungsmanöver' (oder 'Bullshit', Harry Frankfurt) auftischen wollen. Aktueller 'Bullshit'/'Un-Sinn' à la Merz: Stadtbild säubern qua Remigration. Und je mehr er wie ein Wutbürger mit dem Verweis auf "wissende Töchter" und "häßliche Viertel" und was weiß ich noch alles "auf-trump-elt", desto größer der politische Flurschaden.
zum Beitrag22.10.2025 , 20:05 Uhr
Ach, wissen Sie, für so furchtbar leicht manipulierbare Leute wie mich reicht es völlig, wenn zu den trostlosen grauen Trümmerlandschaften noch eine map eingeblendet wird, auf der zum Bespiel Rafah mit kleinen roten Planquadraten gezeigt wird und dazu jemand verlauten lässt, 80% der Gebäude seien nun nicht mehr zu bewohnen. Ach ja, denke ich da - wie wohl die noch bewohnbaren aussehen mögen...?
Nur soviel braucht es, um das "Geheimnis von Nadia Zaboura" zu verstehen.
zum Beitrag22.10.2025 , 19:00 Uhr
Berichtigung: Sophie von der Tann arbeitet nicht für das ZDF, sondern für ARD.
zum Beitrag22.10.2025 , 16:52 Uhr
Das sehe ich anders. Die "vermeintliche" Neutralität ist angeblich, vorgetäuscht - in Wahrheit ein "Neutralitätsfantasma". Darüber sollten sich, Nadia Zaboura zufolge, "Journalist:innen der weißen Mehrheitsgesellschaft" im klaren sein, bevor sie ihren "Kolleg:innen mit internationaler [Herkunfts-] Geschichte oder Marginalisierungserfahrung" gegenüber diese (vermeintliche!) 'Neutralität' für sich reklamieren. Von daher: "Be truthful, not neutral!" Das ist von Christiane Amanpour vom CNN geradezu selbstkritisch gemeint: Seid der Wahrheit, der Realität verpflichtet und jagt nicht einer Selbsttäuschung hinterher! Was mich selber betrifft, der ich beileibe kein Journalist bin, so fühle ich mich an den urlinken, inzwischen leider ganz "verdrängten" Begriff der - recht verstandenen! - 'Parteilichkeit' erinnert: nämlich grundsätzlich Partei zu ergreifen für die (Menschenrechte der) Armen und Unterdrückten.
zum Beitrag22.10.2025 , 13:13 Uhr
Jenseits der 'Kritik der Kritik' von Frau Zaboura... ... schlagen auch hier wieder, wie gehabt, die einen auf die anderen (verbal) ein, als wäre ein (labiler) Waffenstillstand nicht doch ein kleines Licht am Horizont.
Erst neulich schrieb ich zum taz-Artikel zur vorläufig letzten Pro-Gaza-Demo in Berlin von den "Unversöhnlichen", die sich über ein Land wie D. beklagen, das sie "systematisch ausblendet". Und ich wies auf eine ZDF-Einblendung hin, wo die Zurückkehrenden "in den Trümmern nach letzten Habseligkeiten suchen" - und plötzlich ein leicht zerknittertes Kinderfoto "mitten auf der PLATTgewalzten Piste" zu sehen ist...
Jetzt bin ich allerdings PLATT, in der 'Jüdischen Allgemeinen' über Sophie v.d.T. vom ZDF zu lesen: "Nassforsch und kalt wie Hundeschnauze [!] las von der Tann den Nachkommen der Opfer ihrer Großelterngeneration die Leviten." Und an anderer Stelle: "Aber ich mache mir Sorgen um jene große Mehrheit in der Gesellschaft, die der Berichterstattung von ARD und ZDF quasi 'blind' vertraut." Und das, wo doch immer weniger Leute, wie man weiß, sich über ARD und ZDF informieren...
Freimütig gesagt: Ich bin es müde, solche groben PLATitüden noch länger nachzulesen.
zum Beitrag21.10.2025 , 14:17 Uhr
Kleine Richtigstellung am Rande: ToMuch hat sich in einem früheren Beitrag (25.08.) als "Lehrerin" zu erkennen gegeben und bezieht sich nun auf die Hauptschulklasse Ihrer Töchter, in der diese als "deutsche Schlampen" bezeichnet werden. Ich glaube, es gibt heute Schlimmeres im Umgang(ston) unter Hauptschüler*innen. Und was soll das alles mit einem 'sauberen Stadtbild' zu tun haben?
zum Beitrag21.10.2025 , 13:50 Uhr
Von 'Wegsehen bei Vergewaltigung' war definitiv nicht die Rede. Es ging um 'Weghören' oder notfalls einen anderen Schulweg nehmen. Seit 2015 täglich eine Gruppenvergewaltigung - ein "Tatbestand"? Die Statistiken der Polizei, soweit ich sie kenne, geben das nicht her und verweisen übrigens darauf, dass deutsche Täter vielfach gar nicht angezeigt werden (Dunkelziffer).
zum Beitrag21.10.2025 , 12:04 Uhr
Warum sollte sie das denn Ihrer Meinung nach tun?
Von wegen 'Verwechslung': Salzmanns Satz 'funktioniert' auch ohne "vermeintlich", nicht aber mit "real". Probieren Sie's an der Stelle [...]: "Ich empfinde es als beschämend, dass der [...] Schutz jüdischen Lebens als perfides Argument für die kontinuierliche Aushöhlung des Asylrechts missbraucht wird." Wenn Sie "vermeintlich reale" einsetzen, kommen Sie sogar dem, was Frau Salzmann wohl gemeint hat, noch ein kleines Schrittchen näher...
Das verhält sich so, weil die Autorin den 'Schutz jüdischen Lebens' nicht missbraucht oder instrumentalisiert sehen möchte (als Vorwand, um 'antisemitische' Muslime leichter loswerden zu können).
zum Beitrag21.10.2025 , 09:16 Uhr
Die "drei Affen" stammen ursprünglich aus Japan, wo man sagt, es sei manchmal besser, über Schlechtes weise (!) hinwegzu-(sehen, hören, schweigen). Bei uns ist daraus 'mangelnde Zivilcourage' geworden. Wie sollte die aber in den von @ToMuch beschriebenen Beispielen aussehen? Welche konkreten Lösungsvorschläge hätten Sie denn für die von @ToMuch angesprochenen Alltagsprobleme?
zum Beitrag20.10.2025 , 16:57 Uhr
Das Beispiel des - vor Ihren Ohren? - über seine arabischen Nachbarn herziehenden Bulgaren beweist allerdings weniger eine 'universale Xenophobie' ('wir sind ja alle nur fehlbare Menschen...'), sondern steht vielmehr für eine rassistisch oder auch klassistisch ausgeprägte Form von 'sozialkultureller Hackordnung' - und das ist, glaube ich, doch noch etwas anderes. Allerdings haben Sie den ganzen "Rückführungsunsinn" des Herrn Merz mit Recht getadelt.
zum Beitrag20.10.2025 , 16:40 Uhr
Frau Salzmann hat den "vermeintlichen" Schutz jüdischen Lebens angeprangert, d.h. dass der jetzt als Vorwand (!) dient, um muslimische Zuwanderer leichter ausweisen zu können. Und dieses "perfide Argument" stammt allerdings aus dem Drehbuch der Alternative für Demagogie.
zum Beitrag20.10.2025 , 16:24 Uhr
Ihr "Leben als Frau ist aufgrund dieses 'Straßenbildes' unsicherer geworden".
Ich denke, es Ihnen in Wahrheit nicht um das alltägliche Straßenbild, sondern um "Gruppenvergewaltigungen" (offiziell: 'gemeinschaftlich begangene V.') und "Täterherkunft", um Pöbeleien "arabischer Jungs" und "dunkelhäutiger" Asylanten - eigentlich alles Delikte, zu denen es meistens 'drinnen' kommt (im Bereich von Wohnblöcken, Schulen, Asylantenheimen). Sie sind "angewidert von der Situation", wollen "mal links/grün" gewesen sein - und "haben keine Angst vor Rechten".
Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Ihnen diese "Stadtbild"(?)-Geschichte nicht abnehmen kann. Und mein Vorschlag an die Töchter: Lasst das Asylantenheim einfach links liegen und nehmt einen anderen Schulweg. Oder einfach weghören, ignorieren...
zum Beitrag20.10.2025 , 09:25 Uhr
Die Unmissverständlichkeit dieses Artikels lässt sich auch daran ablesen, dass es erst einmal zu keinem - zuletzt hier im Forum einige Male monierten -Kläffen und Nachtreten von AfD-Trollen gekommen ist. Gut so. Ich verstehe auch gut, wenn hier der Ton auf 'rein/reinigen' gelegt wird: denn es möchte sich mancher von (Mit-)Schuld 'reinwaschen' - mancher, der gerne sagt, das Unwort von der 'reinen Rasse' gehöre nicht zu seinem Wortschatz, um so seine vermeintlich 'reine Weste' zu präsentieren. Gerade deshalb würde ich in Merz eher den Prototyp der 'Saubermänner' sehen, die gerne auf lange Reihen angeblich moralisch untadeliger, 'gutbürgerlicher' Vorfahren verweisen. Dieses 'Moralinsau(b)ere' scheint mir die eigentliche Quelle für das diffuse Dringen auf ein 'sauberes Stadtbild' zu sein. Unmerklich vom Kleingeist zum Ungeist...
zum Beitrag18.10.2025 , 17:32 Uhr
Richtig, für die NS-Propaganda waren das alles 'sowjetische Untermenschen'. Das heißt aber nicht, dass die Leute nicht gewusst hätten, ob sie es nun mit Russ*innen oder Ukrainer*innen zu tun hatten. Die ukrainischen Zwangsarbeiter*innen, von denen meine Eltern nach dem Krieg erzählten, waren in den Dörfern ringsum einzelnen Bauernhöfen zugewiesen bzw. zugeteilt worden. Insofern wurden vielleicht einige von ihnen, nicht alle, etwas besser verköstigt - aber das war es dann auch. Denn eins ist klar, der 'Reichsnährstand' hat selbst in Kriegszeiten kaum Hunger gelitten, das Gros der Bevölkerung aber schon - und das ganz besonders nach Kriegsende. Meine Mutter hat sich als Erntehelferin eingebracht, musste aber trotzdem immer wieder - meinetwegen -"Bittgänge" um etwas Milch und Brot machen (woran ich mich noch ziemlich gut erinnern kann). Und vermutlich da erst musste sie quasi teilnahmsvoll an jene Ukrainerinnen denken...
zum Beitrag18.10.2025 , 15:07 Uhr
Der Phantomschmerz, manches "hätte es früher so nicht gegeben", hilft uns schon erst recht nicht weiter. Die Zeiten haben sich geändert. Der "lange Marsch durch die Institutionen" war einmal ein frommer Wunsch, durchaus hoffnungsfroh. Heute ist er leider obsolet geworden, denn es droht erneut die politische Katastrophe, mit der keine*r noch vor ein paar Jahren gerechnet hätte. (Im Übrigen vergleichen Sie bitte meinen anderen Beitrag zu den Drangsalierenden...).
zum Beitrag18.10.2025 , 13:11 Uhr
Mit Ihrem diffamierenden (um nicht zu sagen infamen) Pauschalurteil über "de[n] "Berufsstand der Lehrer" in "den deutschen Diktaturen" möchten Sie aus (politischen) "Vorlieben" und "Willkür" (der Mächtigen) nur zu gerne einen Fallstrick zwirbeln - freilich ohne zu bemerken, dass sich damit Ihre "Frage von oben" von selbst erledigt hat: Wenn die ach so schützenswerte AfD erst einmal diese "Macht", von der Sie hier raunen und reden, übernommen hätte, wär's nämlich sehr bald aus mit allen anderen politischen "Vorlieben" (übrigens auch mit den Ihrigen).
zum Beitrag18.10.2025 , 09:12 Uhr
"Parteien [die] an Wahlen teilnehmen, sind alle [...] Demokraten" - nonsense, denn dann müsste ja auch der (lediglich grammatikalisch 'richtiggestellte') Satz gelten: Parteien, die an Wahlen teilnehmen, sind alle (ihrem Wesen nach) demokratisch. 'Alternative für Demokratie' - schön wär's.
zum Beitrag18.10.2025 , 08:57 Uhr
Sie wurden in Sachsen "bei der antifaschistischen Basisarbeit [...] drangsaliert" - ich wurde es in Bayern als Angehöriger der GEW (als wäre ich ein verfassungsfeindlicher Kommunist...). In meinem Fall ist das freilich lange her. Ich würde trotzdem nie der Söder-Partei über den Weg trauen. Heute jedoch bleibt uns gar nichts anderes übrig, als uns mit allen Mitteln der Alternative für Demagogie entgegenzustellen - oder etwa nicht? (Das ist eine Suggestiv- und eine Überlebensfrage zugleich, klar doch).
zum Beitrag18.10.2025 , 08:33 Uhr
Da haben Sie, nach meiner Erfahrung) recht (oder Recht?). Denn
ich muss heute noch lächeln, wenn ich an eine 'Begebenheit' in meiner längst verflossenen Jugendzeit denke, als ich tatsächlich einmal ganz kurz bei einem
Kaninchenzüchterverein
als "Lokalzeitungspraktikant" in der Jahreshauptversammlung tätig war - um mir mit einem nach Zeilen (bei vorgegebenem Höchstumfang!) honorierten Bericht ein karges Zubrot als bedürftiger stud.phil. zu verdienen...
Gleichwohl war jene Art von 'Praktikum' in meinem Fall vergeblich - und mir auch eine Lehre! -, denn ich konnte und wollte am Ende lieber doch nicht Journalist werden.
zum Beitrag17.10.2025 , 17:56 Uhr
Durchaus nicht, denn erst so wird deutlich, weshalb es den 'ukrainischen Nationalismus', den Sie beklagen (mit seinem "Einfluss" und "[für Sie] immer obskurere[n] Maßnahmen" [?] überhaupt gibt.
zum Beitrag17.10.2025 , 16:53 Uhr
Vielen Dank für diese sinnvolle Klarstellung.
zum Beitrag17.10.2025 , 16:43 Uhr
Diese 10-15% sind wohl eher die mit 'höchstem Wohlstand'. Zum hohen W. (oder hohen C?) zählen nach meinem Eindruck heute schon mindestens 20%. Die wachsenden Heerscharen großer und größerer Erben und - mindestens im Fall von Einzelkindern - deren Hinterbliebenen sowie all der 'Verantwortungsträger' und derer, die gern von 'Sozialneid' sprechen, etc. etc.
Neulich habe ich mich schon wundern müssen, dass ein taz-Forist zu unserem Blackrocker die flotte Spitze äußerte (sinngemäß): na und, 12 Mio. Vermögen? (Und er meinte es erkennbar nicht ironisch.)
zum Beitrag17.10.2025 , 16:24 Uhr
BB wollte lieber -t-hart statt d-hold sein.
zum Beitrag17.10.2025 , 16:17 Uhr
"Inflation und steigende Preise" - was genau ist daran "schwierig"?
zum Beitrag17.10.2025 , 14:23 Uhr
Die meisten der von Ihnen angesprochenen Schulleiter möchten in einem Rechtsstaat leben und nicht in einem 'alternativen' 'rechts'-Staat. Das hat weißgott nichts mit "persönlichen politischen Vorlieben" oder gar "Willkür" zu tun. Verstehen Sie bitte.
zum Beitrag17.10.2025 , 14:14 Uhr
Soll das eine (versteckte) Drohung sein? Pädagogen sind in der Regel immer noch Beamte, also dem (Rechts-)Staat verpflichtet, ausdrücklich nicht dem 'rechts'-Staat.
zum Beitrag17.10.2025 , 14:10 Uhr
Sie gehen denen nicht nur peu à peu auf den Leim, sondern sie sind sichtlich schon in die Leimrute selbst gut ingegriert.
zum Beitrag17.10.2025 , 14:06 Uhr
Mit dem "Beispiel" des zweiten Weltkriegs für "die Geschichte vieler Länder wo [RECHTS-] extremistische Politik stattgefunden hat" meinen Sie offenbar den faschistischen Eroberungskrieg Hitlers.
Aber (Geschichts-)Unterricht darüber dürfte Ihrer Meinung nach nicht (mehr?) in Schulen stattfinden, deren Leiter sie vor [RECHTS-]extremistischen Einflüssen (vgl. @Andreas J) zu schützen versucht?
Was für ein leicht durchschaubares rechtslastiges Geschwätz ist das denn...
zum Beitrag16.10.2025 , 21:44 Uhr
Es gibt sie immer noch, diese tröstlichen Spruchweisheiten: Und die Wahrheit kommt doch irgendwann ans Licht... Gut zu wissen, denn mir ist seitens der Eltern nur die Rede in Erinnerung, dass es da im Krieg "starkknochige Frauen, großgewachsen, gut in der Arbeit" gegeben hat, Ukrainerinnen - was hätte ich mir da als Kind Schlimmes vorstellen können? 5 Mill. ukrainische Versklavte mitten unter uns, jetzt erst, beim Lesen dieser dem Schicksal abgetrotzten 'Postkarten' habe ich eine Chance zu begreifen, was ihnen angetan wurde. Danke für diesen echt aufrüttelnden Bericht.
zum Beitrag16.10.2025 , 21:04 Uhr
"Selbst in Kiew [...] zu großen Teilen Russisch." Phänomene dieser Art scheinen gar nicht so selten zu sein, spontan fällt mir das frankophone Brüssel mitten im flämischen Gebiet ein oder etwa Prag um1900 mit seinem relativ großen Anteil Deutschsprachiger. Es gibt sicher noch mehr solcher Beispiele. Sie stehen oft sogar für einen politisch-kulturellen 'Aufstieg': Brüssel im politischen Sinn und Prag im künstlerischen...
zum Beitrag16.10.2025 , 16:53 Uhr
"Durch den Krieg * gewinnnt dieser Nationalismus immer mehr an Einfluss." Bei * fehlt etwas ganz Wesentliches: [...] , mit dem Putin die ukrainische Nation von der Landkarte tilgen will, [...] So erst "stimmt" Ihr Text.
zum Beitrag16.10.2025 , 16:27 Uhr
Markige Worte, die aber auch nur in die 'wohlfeile' Sentenz münden: "Migration erfordert Integration - die aber ist kein Selbstläufer." Wer wüsste das nicht?
Und wenn Sie schon eingangs Herrn Merz pauschal rechtgeben, müssten Sie dann nicht diese Sentenz auf seine Aussage (rück-)beziehen?
Davon abgesehen, glaube ich, dass Sie sich nicht wirklich die Mühe gemacht haben, auf die Kritik (und zwar im ursprünglichen Wortsinn: analytisch und differenzierend...) des Kommentators einzugehen, dass nämlich der Begriff "Stadtbild", so wie Herr Merz ihn in der Raum stellt, viel zu viele Interpretationen zulässt. Es stimmt schon, wenn Herr Bax sagt: "Die 'Störung' des Stadtbilds liegt ganz im Auge des Betrachters." Und genau diese Unschärfe, Vagheit, Unverbindlichkeit der Merzschen Aussage ist fatal, politisch untauglich. Weil es Verwirrung stiftet und, wie es meistens bei den letzten 'Kanzlerworten' der Fall war, von der Partei der Kurzschließenden (bzw. der Alternative für Denkfaule) leicht missbräuchlich ausgelegt werden kann.
zum Beitrag16.10.2025 , 15:12 Uhr
Wenn ich sage: "Und nicht zu vergessen [...]", dann müsste eigentlich doch klar sein, dass es mir nicht darum geht, Ihre Aussage ändern zu wollen. Sie wird nur ergänzt und relativiert.
zum Beitrag16.10.2025 , 13:42 Uhr
Laut DWDS ist implizieren aus lat implicare, 'hineinwickeln' entstanden und wird im Dt. im Sinne von ' mit einschließen' ('mitbedeuten', 'mitdenken') verwendet. Was Sie hier (aus dem gegenteiligen Begriff von 'explizieren'!) alles heraus- oder hineinlesen wollen, entbehrt von daher jeder Grundlage.
zum Beitrag16.10.2025 , 13:24 Uhr
Wie Sie "die Ukraine" definieren (wollen), ist natürlich Ihre Sache. So wie ich @Suryo verstanden habe, definiert er/sie "die Ukraine" jedoch ganz anders - und das ist seine Sache, glaube ich.
zum Beitrag16.10.2025 , 13:17 Uhr
Darf einer wie ich, der zwar relativ viel Literatur, soweit möglich auch in der Originalsprache, "konsumiert", aber im Leben nie zur Frankfurter oder Leipziger Buchmesse fahren würde (ebensowenig zu Musikfestivals, Sportgroßereignissen usw.) - darf ich hier überhaupt mitreden? Ich glaube schon, und sei es nur, weil ich mich (erneut) in meiner 'Abwehrhaltung' bestätigt fühle: Kaum hat mich das (titelgebende) Zitat der Übersetzerin ("Auf keinen Fall die koloniale Geste des Überschreibens wiederholen") neugierig gemacht - so muss ich doch, etwas resignierend, feststellen, dass mir diese Begrifflichkeit auch nach dem Lesen des Interviews nichts (Genaues) sagt. Ist es ein Beispiel neudeutschen Fachjargons, der mir als Älterem oder 'Nichteingeweihtem' verschlossen bleibt? Ich gestehe, ich bin ratlos. Ratlos wie schon beim ersten taz-Artikel zur Messe, "Die Welt in Fetzen". Die dort versammelten Platitüden oder Rede(ns)arten von sich für berufen haltenden 'politischen Menschen' schrecken mich ab, jemals den Weg zu so einem 'Kulturereignis' zu suchen. Eine Lady von den Philippinen, die über die "Waffen der Literatur" schwafelt, ein mit Rilke-Versen bewaffneter Herr Weimer..? Nein, danke.
zum Beitrag16.10.2025 , 08:56 Uhr
Der letzte Satz könnte leicht variiert werden z.B. so: Ein kritischerer westlicher Umgang mit Trump/XI Jiping würde uns allen gut tun, aber vor allen Dingen würde die amerikanische/chinesische Bevölkerung davon profitieren. Derartige Denkschablonen sind in Freund-/Feind-Debatten immer schon gezielt eingesetzt worden, um Leichtgläubige zu 'überzeugen' - selbst wenn sie bei Lichte besehen eigentlich substanz - und haltlos sind.
zum Beitrag15.10.2025 , 14:17 Uhr
Da hat also der arme Junge "in seinem Leben nie wieder Deutsch gesprochen" - anders als "das gesamte Umfeld"? Und das im II. Weltkrieg? Kaum vorstellbar. Vermutlich sprach das Umfeld des Knaben einen der (deutschen) Dialekte (zwischen Sdrheinfränkisch und Hochalemannisch, um genau zu sein). Die 'Zweisprachigkeit' (Französisch vs. Elsässisch, nicht etwa Deutsch!) wird ja von unseren Freunden jenseits des Rheins auf merkwürdige Weise 'zelebriert', ablesbar an 'zweisprachigen' Ortsschildern wie "Ribeauvillé vs. Rápelswíer" oder so ähnlich (statt Rappoltsweiler). Französischen Linguisten zufolge ist das Elsässische nämlich immer schon eine genuine Sprache gewesen, weder ganz romanisch noch ganz germanisch, sondern auf keltischem Substrat gewachsen... Honni soit qui mal y pense.
zum Beitrag15.10.2025 , 08:31 Uhr
Und nicht zu vergessen: Den (russisch- sprachigen) Ukrainer*innen auf unseren Straßen stehen (von Haus auf) ukrainisch sprechende) Russ*innen gegenüber, die aber ihre Sprache nicht mehr frei und unbekümmert auf Russlands Straßen sprechen können...
zum Beitrag15.10.2025 , 08:16 Uhr
Mein "[Zum] Beispiel" hier ist, zugegeben, ziemlich dämlich. Deshalb frei nach dem 'Simplicissimus' (capo, der Bock - caprio, ich schieße einen Bock - caprivi, ich habe einen Bock geschossen, gemünzt auf einen Reichskanzler namens Caprivi): au - auwei - auweiowei! Mit der Bitte um Nachsehen.
zum Beitrag14.10.2025 , 17:00 Uhr
Wie in etlichen Kommentaren zu sehen ist, treibt der im 19.Jh. geprägte Begriff der Nationalsprachen (und -literaturen) sein Unwesen: quasi automatisch hat sich 'das Englische' alles Irische, 'das Französische' vieles Belgische und Schweizerische, das Deutsche alles Österreichische und nicht minder Schweizerisches einverleibt - und das Russische viel Ukrainisches! Diese gewaltige Sogwirkung versucht der russische Imperialismus derzeit mit allen verfügbaren medialen Mitteln zu verstärken. Zum Beispiel wird versucht, ukrainische Jugendliche, ob sie nun von Haus auf russisch sprechen oder nicht, für Sabotageakte anzuwerben. Natürlich wird die Ukraine in diesem Überlebenskampf nicht zurückstecken und es den Angreifern mit gleicher Münze zurückzahlen wollen (wie ja z.B. auch im 'Drohnenkrieg'...). Wir können es natürlich aus unserer 'Komfortzone' heraus verurteilen, dass die Ukraine versucht, dem 'Russischen' den Wind aus den Segeln zu nehmen, koste es (jetzt), was es wolle (und es nach dem Krieg revidieren?). Aber wir sollten das nicht vorschnell und vor allem nicht besserwisserisch tun.
zum Beitrag14.10.2025 , 08:44 Uhr
Mein Vorschlag: Lesen Sie doch bitte den Text von Herrn Dresbach von Anfang an noch einmal gründlich durch, um zu verstehen, wen er wohl mit "wir" gemeint hat. Danke.
zum Beitrag13.10.2025 , 16:41 Uhr
Auf dem rechten Auge blind- oder auf dem rechten Ohr taub? Vermutlich ist der Nazi-Tonsetzer Richard Trunk aus der kleinen "Kreisstadt im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs" nicht der letzte Fall seiner Art. Mich erinnert das an Vorgänge um das Erbe seines ungleich größeren Vorbilds gleichen Vornamens in der 'fränkischen Wagner-Stadt' - Bayreuth. Genauer um die Versuche, dem Schwiegersohn Richard Wagners, dem 1927 gestorbenen Rassetheoretiker Houston Stewart Chamberlain, erneut zu einem größeren Bekannheitsgrad zu verhelfen (nachdem die Chamberlain-Straße seit1989 in Bayreuth aus dem Verkehr gezogen worden ist:
Der Leiter des Bayreuther Richard-Wagner-Museums "empfindet das Entfernen von Straßennamen verantwortungslos." (Jüdische Allgemeine vom 24.07.25) Er, Sven Friedrich, hält "diese Tendenzen der Political Correctness für bedenklich." Das sei gefährlich, "weil man dadurch die Türen für eine Identitätszerstörung [!] öffnet und sich verwundbar macht."
Friedrich möchte genau dort, wo Chamberlain wohnte (dessen Bibliothek zeige, "was für einen Horizont dieser Mann hatte") ein Dokuzentrum über die "Transformation von Kunst in Politik" errichten... Noch Fragen?
zum Beitrag13.10.2025 , 16:08 Uhr
Auf dem rechten Auge blind - oder auf dem rechten Ohr taub? Vermutlich ist dieser Fall aus der kleinen "Kreisstadt im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs" nicht der letzte, der seiner Aufarbeitung harrt. Er erinnert mich in fataler Weise an die bis heute 'unbewältigte Vergangenheit' d
zum Beitrag13.10.2025 , 08:50 Uhr
Und wieder demonstrieren die offenbar 'Unversöhnlichen' "in einem Land, das sie systematisch ausblendet".
Mir dagegen gehen die 'Bilder' noch nach, die am Wochenende im 'ZDF heute' über den Bildschirm flimmerten, geradezu spielfilmartig eingeblendet, mit perfekter Synchronie von Sonnenuntergangslicht und hintergründigem Waffenlärm, und im richtigen Augenblick, passend zum wirkungsvoll 'Gesprochenen' (wonach die gerade Zurückkehrenden in den Trümmern nach letzten Habseligkeiten suchen...) die so 'zufällig-absichtsvolle' Inszenierung eines leicht zerknitterten, ansonsten aber intakten Kinderbilds mitten auf der plattgewalzten staubigen Piste, worüber die Kamera kurz schweift vor der Kulisse heillos zerbombter Gebäude...
Vielleicht haben Sie ja auch diese Bilder im ZDF gesehen.
zum Beitrag12.10.2025 , 10:20 Uhr
Gerade erst habe ich, ausgehend vom taz-Artikel 'Nuurdfresk as en spriak (Nordfriesisch ist eine Sprache)' ein wenig über die Bedeutung der Literatur von und über 'Randgruppen' für unsere Gesellschaft geschrieben - dabei konnte die Literatur der 'Migrant*innen' (oder, wie ich im literarischen Kontext sagen würde, 'Grenzgänger*innen' zwischen zwei Sprach-Welten), nur beiläufig erwähnt werden. Hier ist ein neues, vielversprechendes Opus vorgestellt worden (über eine 'Gruppe', deren Texte, so mein Eindruck, bei uns bisher kaum wahrzunehmen waren.) Wir können, so meine ich, gar nicht genug solcher Bücher lesen (wollen). Vielen Dank an die taz für genau diese Buchbesprechungen.
zum Beitrag11.10.2025 , 16:33 Uhr
Am Umgang mit 'Randgruppen' wie den Friesen und Sorben (respective den Slowenen in Österreich) lässt sich, wie an dem mit 'Migranten', ablesen, wie es um das Selbstverständnis oder gar das 'Gewissen' der Deutsch(sprachig)en bestellt ist - nicht allein den Juden und Sinti/Roma gegenüber.
'Ablesbar' in einem ganz anderen Sinn ist das vielfach in der - jetzt schon als 'historisch' einzuordnenden - Literatur von 'Grenzgängern' wie G. Grass (Die Blechtrommel), S. Lenz (Heimatmuseum) u. J. Bobrowski (Levins Mühle) im Blick auf Kaschuben und Balten. Vergleichbar Literarisches gibt es in Bezug auf Sorben und Friesen meines Wissens nicht (wenn man von 'Spurenelementen' bei Th. Storm, Der Schimmelreiter, absieht).
Im Blick auf die einzigartige Position Prags und des Tschechischen aber kann uns bewusst werden, welche Chance zu einer gelingenden Symbiose leider in der beiderseitigen Geschichte vertan wurde: "Praga caput regni" - heute noch an Prags altem Rathaus 'ablesbar', im 14. Jh. die Hauptstadt des Reichs, und Karl IV. war des Dt, des Tschech. und weiterer Sprachen mächtig... 'Nachlesbar' bei Leo Perutz (Nachts unter der Steinernen Brücke), einem Zeitgenossen von Rilke und Kafka...
zum Beitrag11.10.2025 , 10:12 Uhr
Verstehe ich Sie richtig, so ist Friesisch in Schleswig-Holstein eine "anerkannte Landessprache". Und welche Auswirkungen hat das für den Alltag in S-H? (Die gleichen wie für das Dänische? Das wäre ja enorm.)
zum Beitrag11.10.2025 , 10:05 Uhr
Trump als Friedensapostel wäre ein Unding - selbst für ein so willfähriges Komitee. Um den Egomanen gleichwohl halbwegs zu besänftigen, hat man/frau 'Maria von Venezuela' auf den Schild gehoben. Die Dame hat sich auch beeilt, dem Dealmaker zu huldigen, als wäre er der wahre Heilsbringer. Natürlich haben auch Figuren wie Argentiniens Milei entzückt reagiert. Das Ganze ist in meinen Augen eine alberne inszenierte Alibi-Veranstaltung.
zum Beitrag10.10.2025 , 16:46 Uhr
Dem schließe ich mich gerne an. Noch zu @lifopiw: In jeder Sprache gibt es genuin 'Unübersetzbares', z.B. die deutsche 'Gemütlichkeit'. Dem ist es auch zuzuschreiben, dass Wörter wie 'Zeitgeist' oder 'Lied' und manche mehr in anderen Sprachen Eingang gefunden haben.
zum Beitrag10.10.2025 , 08:37 Uhr
Ihr Beispiel mag vielleicht für ein paar Bewohner Schweizer Alpengegenden zutreffen, sonst aber kaum noch. Der Sprachenvielfalt 'Selbstzweck' vorzuwerfen, ist pure Ignoranz. Ich möchte mir eine Welt, die sich nur noch auf Englisch in allen möglichen nationalen Varianten anredet (und gezielt missversteht...) lieber nicht vorstellen.
zum Beitrag10.10.2025 , 08:28 Uhr
Pardon, wenn ich mich hier noch einmal einmische: Grundsätzlich entstammt das 'Hochdeutsche' dem geograf. 'höheren' süddeutschen Raum und 'Mitteldeutschland' - und wird gerne mit dem im 19.Jh. von Theodor Siebs geformten 'Bühnen(neu)hochdeutsch' (mit dem stimmhaften 's' [z]...) verwechselt. Es gab Ahd., Mhd. und Nhd. (Althochdt , usw.) - im Norden dagegen das Altsächs., aus dem sich das Niederdt. ('Plattdt.') entwickelt hat als von Haus auf eigene Sprache (!). Ahd.-Varianten: Fränkisch, Bairisch, Alemannisch. Luther hat das daraus entstandene Nhd. (angelehnt speziell an die 'Meißner [und Prager!] Kanzleisprache') mit seiner Bibelübersetzung ('dem Volk aufs Maul schauend') standardisiert. Zu @Jesus: Auch deutsche Juden haben sich um die 'Standardisierung' des Deutschen und später auch um dessen literarischen Ruf verdient gemacht (so z.B. Heinrich Heine).
zum Beitrag09.10.2025 , 19:13 Uhr
... und Gourmet-Tempel mit dem Namen "La petite France" in Straßburg, in Erfurt und in vielen anderen Orten. Genauso gut könnten Sie bei dem Namen 'Windsor' an das ehemalige 'House of Saxe-Coburg' denken (wollen)...
zum Beitrag09.10.2025 , 18:47 Uhr
Was für die Lausitzer gilt, galt ursprünglich grosso modo für alle östlich der Elbe-Saale-Böhmerwald-Linie, sodass sogar die Meinung vertreten wird, ein Drittel der Deutschen (um 1950) habe slawische Vorfahren (ablesbar etwa an 'Nietzsche', 'Fritsche' usw. - wie auch an meinem eigenen Familiennamen). Aber darum geht es (mir) hier definitiv überhaupt nicht. Ich wollte dem Ganzen vielmehr einen leicht ironischen Touch geben.
zum Beitrag09.10.2025 , 16:24 Uhr
Sie verwechseln 'gesellschaftskritisch' mit 'gesellschaftszerstörend/-spaltend'.
zum Beitrag09.10.2025 , 16:01 Uhr
Und genau deswegen habe ich am Schluss auf die allgemeinverbindliche Aussage abgezielt, die ich Ihnen hier gerne noch einmal wiederhole: Denn jeder Mensch ist immer schon zoon politicon. Der Begriff bzw. die Lehre stammt von Aristoteles und bedeutet, dass wir alle von Natur aus und insofern von klein auf politisch-soziale Wesen sind. Womit wir wohl beim Thema wären. (Die von mir eingesetzte Methode heißt übrigens in der Aufsatzlehre 'Vom Besonderen zum Allgemeinen'.)
zum Beitrag09.10.2025 , 15:38 Uhr
Und wieder sind - die Linken schuld. Denn wer immer noch nach links sich neigt, hat sein Gleichgewicht vergeigt. Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich nicht nach links hinkomm. Ansonsten: Die Allitteration in der Überschrift ist nicht linkslastig, gut so. (Frei nach: Wir Weimerer Wortwienerer..) Und manchmal wähne ich mich, fried- und freudlos vor mich hinwabernd, schon in der zweiten Weimarer Republik (die bekanntlich keiner wirklich wollte).
zum Beitrag09.10.2025 , 14:53 Uhr
Die "Rostbratwürsteln" sind ein norddeutsches Unding. In Söders heimischem Dialekt, oszillierend wie er selbst zwischen Ostfränkisch und Bairisch, heißen sie nämlich "Nembercher BrotWERSCHT".
zum Beitrag09.10.2025 , 14:12 Uhr
Sehr schön. Ich muss gestehen, diesen Goethe kannte ich noch nicht.
zum Beitrag09.10.2025 , 13:31 Uhr
Klitzekleine Fehlerberichtigung: Statt "idg." (indogermanisch) heißt es heute "ide." (indoeuropäisch). Sorry, ist trotzdem wichtig.
zum Beitrag09.10.2025 , 13:21 Uhr
Um weiteren (möglicherweise typisch deutschen) Missverständnissen (hinsichtlich 'Politik/politisch') hier in den Kommentarspalten vorzubeugen, möchte ich darauf hinweisen, dass 'zoon politicon' im Altgriechischen (bei Aristoteles) besagt, dass der Mensch von klein auf und von Natur aus - noch vor jeder denkbaren Indokrination! - ein politisch-soziales, nur in der Gemeinschaft überlebensfähiges Lebewesen ist. Unser Wort 'Politik' leitet sich von 'polis' Stadt(staat) ab (so wie 'Demo-kratie' von 'demos' Volk und 'kratein' herrschen).
zum Beitrag09.10.2025 , 12:45 Uhr
Wer der Devise "Warte nicht auf bessre Zeiten" (Wolf Biermann) folgt, wird dem Primat des Estnischen zustimmen, alle anderen hingegen, die eher dem "Prinzip Hoffnung" (Ernst Bloch) anhängen, der Bilingualität. Ich neige der zweiten Sektion zu, schon weil ich der Meinung bin, dass jede Mehrsprachigkeit in unserer Welt von Vorteil ist. Am Rande: Der Link zu "eine[r] der am schwierigsten zu erlernenden Sprachen der Welt" führt nicht hin zu dem, was er verspricht. Außerdem halte ich die These von den 'schwierigen Sprachen' (la vida no alcanza para aprenderse alemán - das Leben reicht nicht um Deutsch zu lernen) für ein ziemlich dämliches, von Chauvinisten und Perfektionisten in die Welt gesetztes Gerücht.
zum Beitrag09.10.2025 , 11:01 Uhr
"Irgendwann kamen die Deutschen, die damals Franken hießen, und zwangen den Friesen das Christentum auf." Abgesehen davon, dass es im FrühMA "die" Deutschen, so wie wir sie heute kennen, noch gar nicht gab, ist es doch schon seltsam, dass es heutzutage drei (!) Bundesländer mit 'Sachsen' gibt (denen unter Karl dem Großen das gleiche widerfuhr wie den Friesen), dazu leisten wir uns ein Saarland (weil es nach 45 französische Begehrlichkeiten weckte?), HH, HB, usw. - aber kein Franken (außer manchmal beim Wetter, Weinbau und was weiß ich noch). Und selbst der fränkische Weinbau ist ja in Teilen fremdbestimmt: Wenn ich ins (von Haus auf) fränkische Tal der Tauber fahre, werde ich von Beschilderungen der 'Badischen Weinstraße' irritiert. Und das alles, obwohl nicht nur unsere (Ober- und Nieder-)Bayern, die auch gerne von "Nordbayern" sprechen, ihre eigene Hymne haben ("Schirm dich Gott, du Land der Bayern,..."), sondern auch wir Franken: "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muss rosten...". Franken und Friesen - früher mal 'frank und frei'... ist lange vorbei.
zum Beitrag09.10.2025 , 09:23 Uhr
Stimmt. Aber Söders Tendenz, die Dinge zu verwursteln oder verwurschteln (wobei hier 'wurst' nach Meinung mancher Etymologen mit 'wirr' / 'worry' zusammenhängt), greift leider immer mehr WELTWEIT um sich.
zum Beitrag09.10.2025 , 09:12 Uhr
Der Streit um die Wurst ist mir, ehrlich gesagt, wurscht - aber ja, er wirft so etwas wie ein "worst light" auf die ganze vermeintliche Entscheidungskompetenz der EU. NB zu Wurst/wurscht/worst: Wurst/wurscht scheint sich von idg. ụert herzuleiten, wie Wurzel (drehen, rollen, vermengen?), vgl. engl. root oder russ. rod (Volga, Volga, mat' rodnaja...) etc. Gerne gebe ich zu, dass ich lange Zeit geglaubt habe, wenigstens das Wörtchen wurscht habe mit engl. bad-worse-worst zu tun, so wie frz. tant pis (mauvais-pire-pis) im Sinne von 'sei's drum, etc. Ansonsten kann, ja muss es einem wie mir wurscht-egal sein, was die heillos zerstrittene EU noch so alles beschließt.
zum Beitrag08.10.2025 , 22:40 Uhr
Der Begriff 'Linksextremismus' im Sinne der diffamierenden Begriffsbestimmung der 'Rechtsdrehenden' (wie ich sie meist nenne) existiert tatsächlich nur in deren Gehirnen, da gebe ich Ihnen recht. Allerdings sollten Sie z.B. an die 'linken' Extremisten der Bader-Meinhof-Gruppe denken. Oder an Robbespierre. Oder an den Kohlhaas in der Novelle von Kleist, jenen "gerechtesten und zugleich entsetzlichsten" Menschen. Und es gibt noch viele Beispiele mehr für diese Art von Extremismus, beileibe nicht nur in der Literatur.
zum Beitrag08.10.2025 , 22:01 Uhr
[...] auf der Suche nach der eigenen Identität). Es sollte genauer heißen: ... auf der verzweifelten/hochdramatischen Suche nach der eigenen Identität).
zum Beitrag08.10.2025 , 21:52 Uhr
Als Kind erlaubte mir mein Vater den Spaß mit einem Goldfisch im Glas. Spaß mit Pferden war noch nicht denkbar. Als ich schon in die Schule ging, pflegte er zu sagen: Politik verdirbt den Charakter. Später im Leben fragte ich mich immer öfter, was er, der doch im 1000jährigen Reich bei der Partei gewesen war, damit hatte sagen wollen - und ich wurde zwar kein Politiker, aber immerhin ein politisch (nach)denkender Mensch, gewissermaßen meinem Vater zum Trotz.
Es kann der Dümmste bei den Kindern "Politisches" doch nicht verhindern.
Mit Tieren haben sie oft Spaß. da reicht ein Goldfischlein im Glas.
Doch wenn die Eltern wenig sagen, dann stellen sich den Kindern Fragen...
Denn jeder Mensch ist immer schon zoon politicon.
zum Beitrag08.10.2025 , 16:42 Uhr
Was bei uns kaum bekannt ist: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der chilenischen Bevölkerung, aber auch anderer Länder in Lateinamerika, und soweit ich weiß, in geringerem Umfang auch von Spanien und Portugal, geht auf christliche, meist nicht unvermögende Palästinenser zurück. Sie sind dort seit dem ersten Krieg zwischen Israelis und Arabern eingewandert, längst bevor sich die Hamas konstituiert hat. Und in diesen Ländern ist die Empathie für die in Gaza leidende Bevölkerung tonangebend.
Dagegen sind mehrheitlich muslimische Palästinenser erst viel später zu uns gekommen. Sie oder ihre Eltern haben stets unter und mit den Feindbildern der Hamas gelebt. Vielleicht erklärt sich ja auch von daher ihr vielfach militanteres Auftreten 'pro Hamas' (auf der Suche nach der eigenen Identität).
zum Beitrag08.10.2025 , 08:47 Uhr
David Neuhaus ruft auf zu einer "Sprache, die nicht in das Loch [...] von Verachtung, Hass und Rache fällt" und er bezieht sich auf die palästinensischen Christen in Israel: "Die meisten möchten gleichberechtigte Staatsbürger in einem Staat sein, der ihren Beitrag zur Gesellschaft würdigt." Daniel Bax hingegen fordert, "die Komplexität des Konflikts an[zu]erkennen [und meint damit] die Vertreibung und Entrechtung der Palästinenserinnen und Palästinenser." Und er sagt leicht-fertig: "Statt zu fragen, wie es ihnen hierzulande geht, werden sie seit zwei Jahren mit Ermahnungen und Repressionen überzogen."
Tatsächlich waren aber ausgerechnet am 7. Oktober auf unseren Straßen wieder die (Hamas-)Hass- und Heldengesänge der durch uns so schmählich Unterdrückten zu hören.
zum Beitrag07.10.2025 , 22:17 Uhr
Danke für den Link zu diesem Zeugnis der Empathie (des israelischen Jesuiten David Neuhaus vom 14. Okt. 23) für die auf beiden Seiten Leidenden und Leidgeprüften - und das noch vor Netanjahus Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diesen 'doppelten Blick' für das Leid kann ich aber in Daniel Bax' Kommentar nicht wirklich erkennen. Auch nicht in dem Titel 'Das Leid der anderen': Der könnte zwar für "das Leid der (jeweils) anderen" stehen, er tut es aber nicht, sobald man den Text liest. In meinen Augen wird doch der Gedenktag des 7. Oktober auf fragwürdige Weise kritisiert und instrumentalisiert.
zum Beitrag07.10.2025 , 19:50 Uhr
"Wer angesichts dieser Komplexität einseitig Partei nimmt, macht es sich zu einfach." Richtig - aber dann sollte die Überschrift wohl lauten: Das Leid der einen - und der anderen.
zum Beitrag07.10.2025 , 10:53 Uhr
Der Ausspruch, dass die Revolution ihre Kinder frisst, wird einem französischen Revolutionär im Angesicht der Guillotine zugeschrieben (1793). Georg Büchner hat ihn seinem Revolutionshelden Danton in den Mund gelegt (1835). Wie viele wissen heute noch über die 'deutsche Revolution' (1919) Bescheid? Über die 'russische' (1917)? Und über die 'französische'? Von den Revolutionen und folgenden Konterrevolutionen weltweit ganz zu schweigen. Im Grunde haben wir keine Ahnung von dem, was da auf uns zukommt. (Und ich glaube nicht, dass wir uns vor der nächsten globalen Katastrophe werden "retten" können. Denn wir - wir in Europa und im europäisch kolonisierten Amerika - haben uns nach zwei 'europäischen' (!) ("Welt"-) Kriegen noch nicht einmal darauf verständigt, was wir eigentlich unter der 'Demo-kratie' verstehen wollen: eine parlamentarische, eine präsidiale, eine föderative... oder gar eine 'illiberale'? Europa hat sich dysfunktional aufgestellt und Konstitutionen gegeben, die sich jetzt als handlungsunfähig erweisen - aber keiner will es wirklich wahrhaben und selbstzerstörerische nationalistische Tendenzen sind überall auf dem Sprung zur Macht. Altmodisch gesagt: Gnade uns Gott!
zum Beitrag05.10.2025 , 12:54 Uhr
Was mir nach der Lektüre von rund 50 Leser*innen-Kommentaren zu denken gibt: Die "friedensbewegten" kommen kaum weniger aggressiv daher als die "abwehrbereiten". Polemik à la carte! Und so ist es dann nicht zu verwundern, dass 'ganz andere' daraus politisches Kapital schlagen können, so wie zuletzt etwa 'Volkes Freund Babiš' bei unseren tschechischen Nachbar*innen: 'Leute, aus welcher Richtung sollen die russischen Panzer denn kommen...?'
zum Beitrag03.10.2025 , 17:14 Uhr
Werde demnächst 82. Als ich vor ungefähr 55 Jahren das Referendariat hinter mir hatte, gab es den angestellten Lehrer noch gar nicht.
zum Beitrag02.10.2025 , 20:11 Uhr
Warum eigentlich glauben Sie das?
Hätte ich vorher geahnt, was als Lehrer so auf mich zukommt, wäre ich bestimmt von diesem "Lebensziel" abgerückt. Mein 'Ausweg' - nachdem ich wiederholt die Ehre gehabt hatte, vier Deutschklassen (und etwas Französisch und Spanisch) unterrichten zu dürfen: die Bewerbung für den Auslandsschuldienst (in Lateinamerika -Deutsch "nur" als Fremdsprache, was für eine Erleichterung...). Nach 40 Dienstjahren die unangenehme Überraschung: Weil die geschiedene Frau noch ein paar Jahre zu lang lebte (kein Scherz) behält der treusorgende Staat die 'Unterhaltszahlungen' für sich ein - 'lebenslänglich'. Ich war StD(ir) ungefähr 20 Jahre lang und bekomme, abzüglich 'Unterhalt' für Vater Staat, im Moment knapp 3.800 nto, wovon Miete (1.350) und private Krankenversicherung für mich und meine Frau (600) abgehen. Ach ja, vielen Dank auch für Ihren (aber-)witzigen Kommentar. Möchte ja gern darüber lachen...
zum Beitrag27.09.2025 , 09:49 Uhr
Die sexistische 'verbale Übergriffigkeit' (street harassment) meiner sogenannten Geschlechtsgenossen, um die es hier geht, äußert sich stets in Form des Monologs, vergleichbar dem unkontrollierten Kläffen herrenloser Straßenköter. Wir, die angeblich im Grunde zivilisierte Gesellschaft, schauen und hören dabei viel zu oft weg - schwankend zwischen den Extremen des Angewidertseins und der angestachelten Neugier. Das würde sich erst dann ändern, wenn
(1.) wir alle über so etwas wie einen (inneren) Codex verfügen würden, so dass solche verbale Übergriffigkeit bedingungslos der sozialen Ächtung preisgegeben wäre. Und das setzt natürlich eine entsprechende Erziehung (der potentiellen Machos...) voraus.
(2.) Eine dementsprechende Strafgesetzgebung ist unabweisbar, dringend erforderlich. Wenn die allseits überlasteten Strafverfolgungsorgane damit überfordert sind, sollte man vielleicht an andere Formen der Kontrolle denken. Hier wäre unsere (technische) Kreativität gefragt...
zum Beitrag26.09.2025 , 15:14 Uhr
Im Unterschied zu Ihnen bin ich vielleicht eher so etwas wie ein "Sprachempfindler", will sagen: 'Worte', sozusagen im luftleeren Raum oder völlig aseptisch gedacht, sind für sich so neutral und unsensibel wie etwa 'Zahlen'. Erst in der Verwendungspraxis - ganz besonders beim Sprechen, in einer spezifischen Situation - werden sie nolens volens bedeutungsvoll, "aufgeladen". Dieser Alltagsvorgang bedarf keines (Hinein-)Interpretierens, sondern des wechselseitigen Nachempfindens ('Dia-log'). Der vulgär gemeinte (!) 'Mono-log' ist jedoch von vornherein und absichtlich außerhalb dieser 'zivilen Regelhaftigkeit' unterwegs - im groben Fall eben sexistisch. Das Dilemma besteht genau darin, dass für das Erkennen solcher Grenzüberschreitung unser geschriebenes Recht (BGB) offenbar nicht gemacht ist - leider! Die Betroffenen, hier also Frauen, versuchen sich trotzdem zur Wehr zu setzen. Wer, wenn nicht die Rechtsprechung wäre dazu in der Lage...?
zum Beitrag25.09.2025 , 18:33 Uhr
Pardon, dass "[Was für eine] attraktive Rückenansicht!" aussagegleich mit "G.A.!" sei, zeigt mir bloß, wie weltfremd oder realitätsblind Rechtskundige doch unterwegs sein können. Aber vielleicht wäre es tatsächlich zuviel verlangt, von Strafverfolgenden auch noch Gespür für Konnotationen (Mitgemeintes) und Situationen und Sprachgestus usw. zu verlangen - wo auf der anderen Seite unsere Zivilisation immer größerem, ungebremstem (Dach-)Schaden ausgesetzt ist. Dass dem so ist, lässt sich - leider! - sogar aus diversen 'Beiträgen' hier in der taz entnehmen: Dem Machismo hagelt es sichtbar und stets heftiger ins nach oben offene Hirn (buchstäblich wie in eine nach oben offene Richterskala).
zum Beitrag25.09.2025 , 16:45 Uhr
Alles klar, vielen Dank auch.
zum Beitrag25.09.2025 , 15:05 Uhr
Es wird gerne gesagt, man habe die "NATO-Grenze [...] klammheimlich deutlich nach Osten" verschoben. Mich stört dabei, dass durch diese Art der Erzählung der falsche Eindruck billigend in Kauf genommen wird, den Balten, Polen und allen anderen sei in Nacht- und Nebelaktionen der NATO-Beitritt "klammheimlich" nahegelegt worden. Als wären die östlichen Nachbarn per definitionem fremdbestimmte Manövriermasse zwischen zwei Militärblöcken - ganz anders als die ehemalige DDR. Und en passant: 'Wasser predigen und 'Wein trinken' [oder saufen...] passt zwar gut zur "Doppelmoral", jedoch ziemlich schlecht zum Thema Grenzverschiebung - aber um so besser zu Putins 'Spezialop.' und seinen klammheimlichen Befürwortern...
zum Beitrag25.09.2025 , 08:15 Uhr
Gerne würde ich verstehen wollen, was Sie damit meinen: "ohne autoritäre Nachttopf-Gruppensitzung und UTP", usw. Denn Sie scheinen sich ja auf den beklagenswerten "allgemeine[n deutsch-deutschen] Verfall des Bildungsniveaus" zu beziehen. Was Sie mit Ihrem Dank an Saarland und Ruhrpott(-Bewohner*innen?) und den "zwei Billionen" sagen möchten, glaube ich zu ahnen bzw. zu verstehen, sicher bin ich mir aber auch da nicht. (Bin eben leider ein schon sehr in die Jahre gekommener Wessi.)
zum Beitrag24.09.2025 , 13:59 Uhr
Für mich ist das 'Deutsch-Deutsche' nach 45 ein "Trauerspiel" mit Lichtblicken (v.a. als die Mauer fiel).
Meine Eltern waren vor 45 schon von Thüringen nach Franken gezogen. Als Kinder waren wir mit der Mutter in den Sommerferien in der "Ostzone". Viele Pakete ("Geschenke - keine Handelsware"). Später fast nur einseitige Besuche von W nach O. Gleich nach 90 holte ich eine Cousine ab, um sie auf dem kürzesten Weg in "ihr" Frankreich zu fahren. Während wir Wessis aus der Familie tatsächlich den Osten zwischen Weimar und Rügen erkundeten, auch Prag und Budapest, und in der Hohen Tatra wanderten, waren unsere lieben Ossis in Österreich, Italien und sogar USA unterwegs - ohne jemals den Weg zu uns nach Franken zu finden. Später kam man noch zu Trauerfeiern hüben und drüben zusammen... Als ich mit meiner Cousine 2014 wieder mal telefonierte, sagte sie zur besetzten Krim bloß, die sei ja auch immer russisch gewesen. Und so sind unsere deutsch-deutschen Kontakte nach und nach eingeschlafen.
Ich behaupte bestimmt nicht, dass diese Erfahrungen verallgemeinerbar seien. Aber untypisch sind sie wohl auch nicht. Und noch eins: "Politik" war in meiner Familie nie ein relevantes Thema.
zum Beitrag23.09.2025 , 12:55 Uhr
Nach dem aktuellen Drohnen-Überflug der Airports in Kopenhagen und Oslo scheint die "Gelassenheit" der Nordeuropäer und deren "Bewusstsein, dass die Hausaufgaben gemacht wurden", doch einigermaßen erschüttert worden zu sein.
zum Beitrag23.09.2025 , 12:44 Uhr
Im Blick auf 'Begabung und Lernen' hat mir mein Gedächtnis einen Streich gespielt. Von [Horst E.] Richter stammt u.a. das Buch 'Umgang mit Angst' (1992), dagegen kommen in dem Reader 'Begabung und Lernen' (1972), herausgegeben vom Deutschen Bildungsrat, mehrere Experten zu Wort.
zum Beitrag23.09.2025 , 12:36 Uhr
Ziemlich verwirrend, das Ganze, in sich nicht frei von Widersprüchen ("historisches Konstrukt" - "den Deutschen nachgesagt" - "auf das Individuum ausgerichtet" - "auf das Kollektiv" [beziehbar] - " [in Deutschland] meist falsch interpretiert") - so dass ich mich frage, was es überhaupt bringt, diesen schillernden Angstbegriff weiterhin in halbwegs vernünftigen Diskussionen zu verwenden.
Ich verstehe auch nicht, worin genau Ihr "Einwand" gegen den Artikel von Tobias Schulze bestanden haben soll.
zum Beitrag23.09.2025 , 09:10 Uhr
Wenn im Baltikum der Zivilschutz "gut aufgestellt" wäre, bestünde "wenig Anlass, sich vor etwas zu fürchten, was noch gar nicht eingetreten ist." Wer sarkastisch veranlagt ist, könnte erwidern: Erst wenn 'etwas' [Befürchtetes] wirklich eingetreten ist, braucht man es nicht mehr zu befürchten. Aber abgesehen davon, die Balten haben 'geopolitisch' wohl auch mehr Anlass, 'etwas' zu befürchten und nicht auf trügerische "Gelassenheit" zu setzen wie die Finnen und anderen Skandinavier, egal wie (un-)ausgebaut ihr Zivilschutz auch sei: Putin möchte Esten, Letten und Litauer (und die russischen Minderheiten sowieso) 'heim ins Reich' holen. Und er hat zwischen Balten und Polen (an die er ja auch schon öfters "gedacht" hat...) seinen Stützpunkt Kaliningrad!
"Das Baltikum ist der wahre Vertreter der German Angst." 'Angst', ob German oder nicht, ist tatsächlich etwas anderes als 'Furcht/Befürchtung'. Das wissen offenbar auch die in Estland stationierten Briten, die Kanadier und andere in Lettland - und die Germans in Litauen. Mit 'Angst' wäre niemand geholfen, schon gar nicht mit 'German Angst' (die ja Ihren eigenen Angaben zufolge der amerikanischen Psychologie der 80er Jahre entstammt).
zum Beitrag22.09.2025 , 19:57 Uhr
"Die von der Autorin ins Feld geführte German Angst entstammt der US-Psychologie der 80 er Jahre und beschreibt das kognitive Erbe der Deutschen aus der Nachkriegszeit." Wenn ich Sie richtig verstehe, gehört also die ominöse 'German Angst' zum 'kognitiven Erbe' der deutschen 'post war generation'. Möglicherweise handelt es sich ja bei dem seltsamen 'kognitiven Erbe' um eine Übersetzung aus dem Amerikanischen - auf deutsch macht dieser Begriff keinen Sinn, zumal wir im Dt. vielmehr von 'kognitiven Fähigkeiten' (des Denkens, Analysierens, usw.) zu sprechen pflegen. Wie dem auch sei, seit dem Erscheinen von Richters 'Begabung und Lernen' lehnt die dt. (Lern-)Psychologie die Ansicht ab, 'Begabung' sei etwas einfach Vererbbares, und zwar aufgrund vieler Feldstudien. Erst recht nicht "die" Angst. Sie selbst relativieren ja in Ihren Ausführungen den Geltungsbereich dieses fragwürdigen Begriffs, der mich doch eher an Le Bons spekulative 'Psychologie der Massen' denken lässt...
zum Beitrag22.09.2025 , 15:07 Uhr
1. Als vor Jahren studierter Philologe (D/F/Span) glaube ich zu wissen, dass jeder so oder so 'geäußerte' Text stets in einem Kontext steht (und von daher keiner eigenen 'Kontextualisierung' (?) bedarf. Deshalb habe ich auf den 'Satz in seinem Zusammenhang' verwiesen. 2. "Das Gericht hat [gesagt] dass die Bezeichnung 'rechtspopulistisch ' von der Meinungsfreiheit gedeckt ist [und] die Freien Bauern seien rechtspopulistisch." Was mehr wäre dazu zu sagen? Meinem juristischen Laienverstand zufolge: mehr bedarf es auch nicht. (Und ich hatte natürlich nicht die Absicht, einen juristisch wasserdichten Beitrag abzuliefern. Das überlasse ich gerne Ihnen.)
zum Beitrag21.09.2025 , 14:47 Uhr
Das kann man vielleicht, wenn man diesen Satz aus seinem Zusammenhang reißt, in dem er tatsächlich steht: Das Etikett 'rechtspopulistisch' ist dem hier verhandelten Verein von einer Wissenschaftlerin - gerichtsfest -verpasst worden. (Bitte im Kommentar nachlesen. Dort werden auch noch weitere Anhaltspunkte für diese Einschätzung aufgeführt.)
zum Beitrag21.09.2025 , 14:26 Uhr
Was für eine krude (globale) Verschwörungstheorie! Dass sie aus dem 'Osten' kommt, ist an dem "Ami" ablesbar, der im 'Westen' eigentlich schon länger nicht mehr üblich ist (vielleicht wegen der Verwechselbarkeit mit dem französischen "ami"?) Aber selbst wenn ich darüber* hinwegsehen wollte, weil es um ein Erklärungsmodell für den "weltweiten Rechtsruck" zu gehen scheint - spätestens bei der "Götterdämmerung [?] und Rückbesinnung auf Eigensicherung vor Universalismus" frage ich mich doch, was Sie zu solchen 'Schlussfolgerungen' gebracht haben mag: keine politische Bewegung, sondern eine Rückbesinnung? Statt 'wir', und universalem 'miteinander' das blanke 'ich', 'ich', 'ich' der "Al Quaida, ISIS, Putin, China" - und nicht auch eines Trump? Das rücksichtslose Pokerspiel der Machtgierigen eine bloße (verantwortungsbewusste?) "Rückbesinnung auf Eigensicherung"? Mit solchen Verharmlosungen dürfen Sie sich weltweit des Beifalls der extremen Rechten, auch der AfD sicher sein.
* 'Demokraten' hätten (in Europa wie im urbanen Kalifornien...) die Schutzmacht USA, deren Schmarotzer sie sind, "regelmäßig beschimpft". Demnach hätte Trump also recht, sie und uns jetzt zu 'bestrafen'...
zum Beitrag20.09.2025 , 09:35 Uhr
Wussten Sie, dass parteinahe Stiftungen (K.-Adenauer-St., F.-Ebert-St., H.-Böll-St., usw.) sich ganz überwiegend aus Bundesmitteln finanzieren? Und was halten Sie von der Alimentierung der christlichen Kirchen durch den Staat? Der wesentliche Denkfehler Ihrer Argumentation besteht darin, dass Sie die 'Regierung' mit dem 'Staat' verwechseln bzw. gleichsetzen.
zum Beitrag19.09.2025 , 17:26 Uhr
Ein Schelm, wer Arges dabei denkt, wenn er den Blick aufs Ganze lenkt: Die De-mo-kra-tie zu bewahren kann unser Amt nicht länger sein, denn würden alle so verfahren - wo brächten sich noch Rechte ein?
zum Beitrag19.09.2025 , 17:03 Uhr
Erst wurde uns das Märchen von der Brandmauer erzählt, dann wurde die Allianz aller Demokraten beschworen, und jetzt wird versucht, alles vermeintlich "Linke" zu verteufeln. Und wieder ist die AfD der Taktgeber, indem sie bei den Rechtslastigen in USA vorstellig wird und sich dort beklagt, ihre Meinungsfreiheit werde unterdrückt.
Unsere 'Christdemokraten' haben daraufhin nichts Besseres zu tun, als der AfD den Rücken zu stärken, indem sie "Linksaktivisten" den Wind aus den Segeln nehmen. Und was lernen wir daraus? Offenbar wenig oder nichts, weil wir vor Trump und seinen deutschen Bewunderern so oder so zu Kreuze kriechen. Die Briten haben es uns gerade mit Glanz und Gloria vorgemacht. Wenn wir in Europa so weitermachen, sind unsere freiheitlich-demokratischen Tage gezählt.
zum Beitrag19.09.2025 , 13:47 Uhr
Am Anfang war die BT-Wahl - und gleich darauf "wahlweise" Merz+AfD oder Merz+SPD - schon vergessen? Dann das Wählen der AfD-Nummer in der (Anti-) Asylpolitik und die CDU-Abwahl des "linksextremen" Wahlvorschlags der SPD fürs BVG - auch schon vergessen? Und jetzt die Abwahl vermeintlich linker NGOs... Nicht zu vergessen: wahlweise pro Palästina (linksextrem) oder pro Netanjahus Israel (rechtsextrem)... Das (gewählte) Parlament scheint nicht mehr herauszukommen aus der ganzen links-rechts-Wählerei! Natürlich nicht. Denn die tatsächlichen Wahlentscheidungen sind ja für uns hier in der Bundesrepublik D immer schon gefallen, noch bevor das - zum Vergessen und Vergeben neigende -Wahlvolk etwas zu entscheiden hätte. Vielleicht hat das ja auch damit zu tun, dass 'richtig/rechts' uns innerlich, fast schon genetisch, viel näher stehen und glaubwürdiger sind als 'links/linkisch' - denn wir drehen wie ferngesteuert immer nach rechts und bleiben stehen, weil die von rechts Kommenden nun einmal die Vorfahrt haben. Das weiß doch jedes Kind - und das ist ja auch hier in manchen Posts zu sehen. In Spanien sind Linke 'progressistas', alle anderen öfters 'retrógrados' (Fort-/Rückschrittliche).
zum Beitrag18.09.2025 , 17:39 Uhr
Über den Aeltern stehst du. Die Jüngeren sehn deinen Bauch Und schweigen zu deinem Gebell. Warte nur, schnell Alterst du auch.
zum Beitrag16.09.2025 , 19:24 Uhr
Laut Wikipedia rangiert die SPD im Bundestag 2017 mit 76,8% Hochschulabsolventen noch hinter der AfD mit 79,7%. (Wobei die AfD mit 20,7% Doktoren und Professoren Spitzenreiter war.) Die anderen Parteien rangierten davor: Grüne und CDU/CSU jeweils um die 90% Akademiker. (Zu neueren Daten habe ich leider keinen Zugang.) Die (Industrie-)Arbeiterschaft scheint in NRW aktuell bei nur noch etwa 15% zu liegen.
zum Beitrag16.09.2025 , 17:37 Uhr
"Wir sollten uns eher auf Klimaanpassung konzentrieren. Der Klimawandel wird auf keinen Fall gestoppt werden können."
Wenn aber der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten ist, macht es keinen Sinn, dass wir uns (womöglich im nationalen emgen Rahmen...) anzupassen versuchen - weil wir den unaufhaltsamen, von uns nicht aufgehaltenen Wandel schlicht und einfach nicht überleben können. Capito?
zum Beitrag16.09.2025 , 17:13 Uhr
Wenn Ignoranz Schmerzen verursachen würde, müssten solche Mitmenschen ja in Wahrheit Tag und Nacht schreien - und da würden sie sich den Luxus gerne verkneifen, auch noch wegen leichtem Höcke-Bauchweh zu lamentieren. Sie sind und waren aber vielmehr immer schon waschechte schmerzfreie Ignoranten, Bewohner einer brave new world.
zum Beitrag16.09.2025 , 16:40 Uhr
Um im Bild zu bleiben: Er wird vor aller Augen seinen AfD-Schirm öffnen, den er sich schon lange zuvor - gratis - besorgt hat, z.B. in den social medias. So einfach geht das.
zum Beitrag16.09.2025 , 13:37 Uhr
Leider sehe ich nicht, warum Sie ausgerechnet mir das alles erzählen. Ich habe doch die SPD mit keiner Silbe erwähnt.
Für @Nachtsonne, etwas weiter unten (bitte nachlesen), zählt jetzt das akademische Spitzenpersonal der AfD (auf das ich angespielt habe) zu den Etablierten. ASB und GEW sind nicht mit der SPD verbandelt (wie Sie anscheinend glauben) und können so wenig wie Sie und ich für eine gerechtere Umverteilung tun. Glauben Sie etwa, die Wirtschaftswissenschaftlerin Weidel, die in der Schweiz lebt (und dort Steuern zahlt?) wird sich jemals Ihnen zuliebe um mehr Steuergerechtigkeit kümmern? Wie naiv muss/darf man eigentlich sein?
zum Beitrag16.09.2025 , 09:29 Uhr
Ihre Fakten und Infos ("seit Ewigkeiten") sind nicht dazu geeignet, das kapitalistische Grundprinzip (@Jelli) zu entkräften, schon gar nicht aus Ost-Perspektive.
zum Beitrag16.09.2025 , 08:41 Uhr
Weidel, Gauland und Lucke ("genau die angeführten Personen") sind also jetzt in NRW "etabliert", Lucke freilich nur als verirrter Geist. (Und Gauland? Und Weidel?)
Hätte ich den Akademiker Höcke mit angeführt, wäre sein (Un-)Geist jetzt sicher genauso etabliert. Oder ist er es nicht schon längst?
Und was "wird sich jetzt in NRW ändern"? Auf geistiger oder kommunaler Ebene? Nur soviel: Die völkischen Geister (also die "von unten"), die man rief, die wird man so leicht nicht mehr los.
zum Beitrag15.09.2025 , 22:55 Uhr
Weidel, Gauland und Lucke "waren bisher in NRW nicht [von unten?] etabliert" - da vermag ich sprachlich nicht wirklich zu folgen, und so tappe ich leider im Dunkeln. Allerdings klingt Ihr zweiter Satz in meinen Ohren fast schon bedrohlich. (Aber das ist womöglich einfach dem 'Dunkeln' geschuldet, in dem ja bekanntlich nicht gut 'munkeln' ist.)
zum Beitrag15.09.2025 , 15:06 Uhr
Den Arbeitersamariterbund (ASB) gibt es immer noch. Ich bin Beitragszahler -als pensionierter Lehrer...
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kümmert sich selbstlos um alles mögliche, z.B. im Bereich der Integration von Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist...
Der große Anteil von Akademikern in der AfD ist viel zu wenig bekannt. Sie sind so zahlreich, dass sie zur Verbreitung ihrer "Identitätsthemen" erst gar nicht die "Hochschulszene" brauchen...
zum Beitrag15.09.2025 , 12:55 Uhr
"In Deutschland erfolgt meiner Beobachtung nach die Etablierung von Parteien von unten." Das kann allerdings von der AfD, um die es Ihnen ja geht, so nicht gesagt werden. Bernd Lucke, der sie 2013 mitgegründet hat: Universitätsprofessor! Alexander Gauland: Jurist und Publizist! Alice Weidel: Wirtschaftswissenschaftlerin! usw.usw. Aber sie haben natürlich - als Kinder - alle einmal klein (sozusagen ganz unten) angefangen, da gebe ich Ihnen recht.
zum Beitrag15.09.2025 , 09:00 Uhr
"Das erzählen wir Ostdeutschen euch seit Jahren." "Das"? - Dass "biedere" Bürger jetzt AfD wählen...? "wir"? - Die sog. schweigende Mehrheit im Osten, die "das" ja immer schon wusste...? "euch [Linken?]" - wohl in erster Linie die nicht mehr zeitgemäße alte SPD: "Ideen" und "Werdegang" - seit 1945 oder schon seit 1919...? Oder sogar schon seit August Bebel? Mit solchen Pauschalisierungen kann in so einer Situation jede*r das Narrativ von den 'Abgehängten' leichtredend bedienen, nachplappern und sich groß tun: sozusagen original 'AfD light'. Jedenfalls ganz im Sinn der AfD. (Ich bin übrigens kein Mitglied irgendeiner "linken" Partei, habe und hatte aber sog. "Otto Normal [verbraucher]" in meiner östlichen Verwandtschaft.)
zum Beitrag13.09.2025 , 09:48 Uhr
Als friedlicher Bürger (ohne im Besitz einer Waffe zu sein, ohne irgendeinen Mord gutzuheißen!) kann ich nur sagen: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Aber selbst wenn Mr. Trump morgen den Friedensnobelpreis erhalten und Mr. Kirk seliggesprochen würde - das durch beide (und viele andere mehr) bewusst herbeigeführte Chaos würde sich dadurch vermutlich nicht mehr besänftigen lassen. Und das ist vermutlich der Sturm, von dem nur zu hoffen ist, dass er diese irre Welt nicht im Handstreich erledigen wird.
zum Beitrag10.09.2025 , 10:36 Uhr
In den Kommentaren und im Interview werden nicht "andere Menschen äußerlich beurteilt", vielmehr werden menschenverachtende faschistische Propaganda-'Bilder' und -Methoden verschiedener Herkunft und Couleur der Kritik unterzogen.
zum Beitrag10.09.2025 , 08:31 Uhr
Nun, ich habe mich an die von Dagmar Herzog genannten "menschlichen Werte" gehalten. Abgesehen davon, Sie sehen doch auch, was für ein leichtes Spiel Putin, Trump und Co. mit dem 'Recht' haben. Und was droht dem vielbeschworenen 'Rechtsstaat', sollte die AfD demnächst das Sagen haben? Wenn 'Recht' tatsächlich ein "menschlicher Wert" wäre, dürften wir 'Demokrat*innen' das 'Asylrecht' nicht derart mit Füßen treten...
zum Beitrag09.09.2025 , 16:31 Uhr
Nachdem ich weiter in den "Frost" des (österreichischen) "Nestbeschmutzers" Thomas Bernhard vorgedrungen bin, ist mir schon klargeworden, dass dem Autor vorgehalten werden könnte, er diskriminiere rücksichts-/empathie-los einige seiner Mitbürger*innen (als "schwachsinnig"). Von dieser Implikation möchte ich mich hier in aller Form distanzieren. Mir war der Text bloßer Stichwortgeber.
zum Beitrag09.09.2025 , 15:20 Uhr
Das haben Sie zutreffend auf den Punkt gebracht: die Angst vor Krankheit, Versehrtheit, [Alter], Tod. Genau das meinte übrigens das alte dt. Wort 'Übel' (engl. 'evil'). In Luthers Deutsch wurde sinnigerweise gebetet "Und erlöse uns von dem Übel" (bevor es durch die "üble" Mode des Modernisierens 'dem Bösen' zum Opfer fiel, so als genüge uns Heutigen das Schaudern vor Baudelaires Drogen, den 'Blumen des Bösen'...). Ob AfD und Konsorten weniger 'gut' und mehr 'böse' zu nennen seien, ist eine kindlich-alberne Art zu fragen, sie sind in Wahrheit (ein/von) ÜBEL. (Und mir wird übel, wenn ich bloß an sie denken muss.)
zum Beitrag09.09.2025 , 13:33 Uhr
Natürlich geht es hier vordergründig um die in sich inkohärente, sogar auffallend widersprüchliche - und trotzdem oder gerade deshalb so unwiderstehliche - Bildersprache der Faschisten, frei nach dem Motto 'Ich wähle die AfD, obwohl ich Höcke nicht ausstehen kann'... Aber hinter dem Farbenspektrum vom begehrenswert Schönen bis zum hassenswert Hässlichen stehen doch die Leitbilder einer autoritär-faschistischen Gesellschaft, und jenseits davon die Werte einer freiheitlich-demokratischen: "Mit Faschismus meine ich ein Regime oder eine Bewegung, die sich gegen menschliche Werte stellt wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Empathie und Solidarität. Ich würde sagen, wir leben in einem Moment, in dem in sehr vielen Gesellschaften Demokratie und Faschismus nebeneinander koexistieren." Die Frage ist nur: wie lange noch? Ich fürchte, wenn wir weiterhin auf 'Einigkeit und Recht und Freiheit' setzen oder zum Beispiel Vor- und Nachteile der Inklusion gegeneinander abwägen, werden wir so oder so untergehen. Wir müssen schon vorbehaltlos für Freiheit, Empathie und Solidarität eintreten, wenn wir als Demokrat*innen überleben wollen.
zum Beitrag08.09.2025 , 19:17 Uhr
Manchmal ist es schon zum Heulen: Statt um "heilende" handelt es sich hier ganz banal um "heulende" Hunde.
zum Beitrag08.09.2025 , 15:17 Uhr
Wie's im Leben so geht, les ich mich grad in Thomas Bernhards Roman "Frost" ein, und da stoße ich doch auf die folgende Stelle: "Tatsächlich erschreckt mich diese Gegend, noch mehr die Ortschaft, die von ganz kleinen, ausgewachsenen Menschen bevölkert ist, die man ruhig schwachsinnig nennen kann." Und wieder muss ich, etliche Zeilen später, an die "Wahrheit" denken: "Überall bellende, heilende Hunde. Ich kann mir vorstellen, daß auf die Dauer Menschen verrückt werden, die ununterbrochen Wahrnehmungen machen, wie ich sie bis jetzt auf dem Weg nach Weng herauf und in Weng gemacht habe [...]." Ich glaube, Weng könnte überall sein.
zum Beitrag07.09.2025 , 09:35 Uhr
Vielleicht interessant in diesem Zusammenhang die Meinung von Toralf Stand (in 'bpb' 2024, 'Angst um den eigenen Wohlstand'): "Sowohl die Dänische Volkspartei als auch die Fortschrittspartei in Norwegen profitieren davon, dass sie aus eher wirtschaftspopulistischen Steuersenkungsparteien hervorgegangen sind und nicht, wie die Schwedendemokraten, rechtsextreme Wurzeln haben." Die AfD wurde 2013 als eine wirtschaftsliberale Partei [weg mit dem Euro] gegründet...
zum Beitrag06.09.2025 , 14:16 Uhr
Sehr bekannt ist ja bei uns die lautstarke Absage Marine Le Pens an die Weidelschen Annäherungsversuche. Dazu der französische Politiloge Olivier Rochquan: "Was der RN macht, ist opportunistisch. Mit der Distanzierung von der AfD kann die Partei punkten."
zum Beitrag06.09.2025 , 13:56 Uhr
Entschuldigen Sie bitte, aber Ihre völkerkundlichen Details bewegen sich für mich (80+, beide Eltern aus Thüringen, selbst vor und nach der Wende oft dort gewesen, GEW-Polenrundreise organisiert kurz vor Solidarność, dann mit Leuten aus der französischen Partnerstadt nach Prag, usw.) auf dem Niveau eines Wessi-Kollegen, dem zu Gesamt-D bloß einfiel: Wozu soll ich mich mit "die Fischköpf" vereinigen? (Dessen Eltern waren, soweit ich mich erinnere, sogenannte 'Volksdeutsche' aus dem ungarischen Banat.) Dass Ihnen Tschechen, Polen und Ungarn näher stehen als Bundis, ehrt sie in meinen Augen - aber sind Sie sich auch sicher, dass das umgekehrt genauso gilt?
zum Beitrag05.09.2025 , 17:16 Uhr
Lieber Erik, Sie nehmen mir diese Anrede, hoffe ich, nicht krumm. Immerhin bin ich aufgrund der Herkunft meiner Eltern und deren Familien so etwas wie "ein in Franken geborener Thüringer". Als ich noch lange nicht Abiturient war, machte ich öfters im Sommer mit meiner Mutter die "große Reise", um bei den Verwandten in Schwarzburg die Ferien zu verbringen (solange das möglich war). Ich habe schon als Kind mitbekommen, wie Nicht-Linientreue bei Nacht und Nebel verhaftet wurden, auch ein Onkel von mir. Die DDR war eben ein sehr ordnungsliebender Staat. Später wurde ich (Sprachen)Lehrer und ließ mich für einige Jahre an Deutsche Schulen in Lateinamerika vermitteln. Dort reiste ich zum Beispiel von Ecuador ins Amazonasgebiet - und bekam mit, was Natur- und Umweltzerstörung bedeutet. Und dass es als normal gilt, wenn eine Indiomutter vor aller Augen im Hausmüll nach Eßbarem sucht (mit dem Kleinkind auf dem Rücken, versteht sich). Ich könnte deshalb nie einer Partei meine Stimme geben, der Menschenwürde und Klimaschutz, altmodisch gesagt, kein Herzensanliegen ist. Ohne mir deshalb einzubilden, ich könnte die Welt retten...
Grüße nach Thüringen!
zum Beitrag02.09.2025 , 09:00 Uhr
Meine Volksbank stellt ihr Sicherheitssystem um: viele papierene Erläuterungen und Hinweise... Ich schiebe alles noch eine Weile vor mir her - aber dann wird es für mich doch unausweichlich. Also, auf geht's, sage ich mir. Den Anweisungen für das neue sichere Online-Banking auf dem PC zu folgen, schaffe ich geradezu "links". Dann eine "neu" durchzuführende Überweisung: es hakt etwas, gelingt aber nach Hotline-Rücksprache im zweiten Anlauf! Da bringt die Post die neue Mastercard (die ich brauche, wenn ich hier auf dem Land Bargeld abheben möchte). Auch, gesondert, eine neue PIN. Aber da stelle ich besorgt fest, dass ich ja diese MC auf dem Handy in einer App aktivieren (?) muss. Wieder bringt mir die Post etwas: einen QR-Code bzw. Aktivierungscode... Und auf einmal läuft es nicht mehr rund. Irgendetwas mache ich wohl falsch. Doch habe ich Glück, dass mir die Hotline bei relativ kurzen Wartezeiten zweimal weniger gut, im dritten Anlauf aber kompetent hilft. Was der/mein Fehler war, könnte ich nicht mehr genau sagen - alles ziemlich undurchschaubar für einen wie mich ('80+'). Aber ich frage mich, wie wohl meine Altersgenoss*innen - "durch die Bank" (im doppelten Sinn!) - klarkommen.
zum Beitrag01.09.2025 , 17:14 Uhr
Wer und was und wo sind eigentlich "die"- internationalen und solidarischen - Linken? Selbst wenn ich nur meinen würde, es seien halt Leute, die sich Genoss*innen nennen, habe ich den süßsauren Tonfall Walter Ulbrichts im Ohr - und dahinter das Geröhre der Volksgenossen... Und wenn ich übern Zaun nach O und W schaue: Solidarnozscs in Polen oder La France insoumise [F. niemand untertan!] - ja nun, soll ich etwa wie Mélenchon glauben, "die" Deutschen hätten sich in mehr als tausend Jahren immer nur auf Frankreichs Kosten des Landraubs schuldig gemacht? Es geht mir mit "den" Linken ungefähr so wie mit "den" Christen: Als ich schon im Begriff war, mich ihnen anzuschließen, schaute ich etwas genauer hin - und wendete mich mit Schaudern ab. Und wenn ich jetzt diesen taz-Kommentar zum Ausschluss der israelischen Falken lese, ganz ehrlich - dann macht es mich wütend und traurig zugleich, dass ich einmal glaubte, ja fest glaubte, diese vom Menschen selbst so ge-schaffene (nicht er-schaffene!) miserable Welt könnte einst durch linke (und christliche) internationale Solidarität ["...auf zum letzten Gefecht!" natürlich metaphorisch verstanden!] irgendwie "gerettet" werden...
zum Beitrag29.08.2025 , 08:56 Uhr
Um in Ihrem Wegeplan(spiel) 'vom Ausgangspunkt-Abbiegestelle- Ziel' zu bleiben: Da wäre es eigentlich gar nicht nötig, bis zum Ausgangspunkt zurückzugehen, sondern bloß bis zur Abbiegestelle. Aber an dieser Weggabelung kommen wir wohl um so etwas wie eine zielbestimmte Neuorientierung nicht herum -unabhängig davon, wo wir einmal hergekommen sind.
zum Beitrag28.08.2025 , 17:02 Uhr
"Wahrscheinlich dachte er, er zahlt es jetzt allen heim, die ihn nie ernst genommen haben." Zum Beispiel Frau Klöckner...? Was hatte denn eigentlich Habeck mit ihr bzw. sie mit ihm während der drei verflossenen Ampel-Jahre zu tun (um es ihr also jetzt entsprechend "heimzuzahlen")? Das wäre ja nun ganz etwas Neues. Von daher fällt Ihr "megapeinlicher Abgang", so fürchte ich, auf Sie selbst und Ihren 'spekulativen Abgesang' zurück.
zum Beitrag28.08.2025 , 15:12 Uhr
Demnach besteht also eine Tendenz, sich immer mehr mit der vermeintlich von den Launen der Natur gewollten 'Schicksalhaftigkeit' irgendwie abzufinden - anstatt alles Menschenmögliche zu tun, den weiteren Klimawandel aufzuhalten. Dass (noch) etwa die Hälfte der Mitbürger*innen mehr Klimaschutz fordert, ist - innerhalb dieses 'framing' -wohl in Teilen so etwas wie ein letztes Aufbegehren gegen die ganze Unumkehrbarkeit, in Teilen aber auch das Produkt der Meinungsmache von Medien und Lobbyverbänden, wie Sie sagen. Es kann uns nur Angst und Bange werden...
zum Beitrag28.08.2025 , 13:05 Uhr
Sie sind Sorbe, richtig? Wären Sie denn lieber bei Polen? Abgesehen davon, würde es mich interessieren, weshalb Sie (und andere?) sich heute noch als "untertänigste Vasallen" vorkommen (oder 'klein machen'...?).
Ich frage das aber als jemand, dessen 'Herkunftsgeschichte', soweit überhaupt fassbar, in den einstigen Grenz- und Übergangsbereich an der (sächs.) Saale verweist - den Bereich zwischen Franken und Thüringern auf der einen sowie Sachsen und Slawen auf der anderen Seite ('Grenze': ein Wort slawischen Ursprungs...).
Und es heißt, ungefähr jede*r dritte Deutsche (abgesehen von Deutschen mit jüngerem 'Migrationshintergrund') habe slawische Vorfahren - aber ich glaube doch nicht, dass diese Herkunft unsere allbekannte Untertanenmentalität noch befördert hat, im Gegenteil.
zum Beitrag28.08.2025 , 08:53 Uhr
Aus der verlinkten Untersuchung kann also geschlossen werden, dass [immer?] "weniger Menschen Veränderungen des Klimas wahr[nehmen]", weil sie diese immer (?) weniger "auf menschlichen Einfluss" zurückführen und nicht einsehen [wollen], "dass der Klimawandel das Leben der Menschen wesentlich verändern wird."
Wenn dem so ist (woran wohl kaum zu zweifeln ist), dann nimmt also die Zahl derer ab, die den Klimawandel mit seinen Folgen als menschengemacht und insgesamt als existenzbedrohlich zu sehen vermögen bzw. willens (!) sind, ihn überhaupt wahrzunehmen... Dann gäbe es also immer mehr 'Leute' unter uns, die lieber den Kopf in den Sand stecken und glauben, es werde sie schon persönlich nicht so hart treffen wie andere (wo auch immer in der Welt), und da sei ja auch noch "der Staat", der einem in der Not helfen müsse, und...
Ja, 'Leute' - dann weiß ich jetzt aber, warum die Partei der "alternativen" Klimaleugner (und deren heimliche Mitläufer in den "traditionellen" Parteien) immer mehr Zulauf haben. Ganz zu schweigen von den Propagandamühlen, die ja auch auf neue Atommeiler statt auf Windräder setzen, auf Gaskraftwerke statt auf Wärmepumpen - auf die gesammelte Unvernunft eben.
zum Beitrag27.08.2025 , 16:45 Uhr
Wo sie herkommen, ist das eine, wo sie hinwollen, das andere. Beides gehört zusammen, finden Sie nicht?
zum Beitrag26.08.2025 , 19:10 Uhr
Als ich ins 'Jugendlichen-Alter' kam, dem Artikel zufolge mit 16 Jahren (?), war die Welt, auch die der Bücher, noch eine ganz andere. Das ist jetzt 65 Jahre her... Zu Hause (in unserer Kleinstadt) standen die Novellen von Theodor Storm neben "Ein Kampf um Rom" von Felix Dahn sowie "Grimms Märchen" und ein paar seltsame 'Mädchenbücher' (?) meiner Mutter einträchtig nebeneinander auf den Bord, dazu noch einiges aus der Nazi-Zeit. Das Angebot der Schulbibliothek in der Kreisstadt war überschaubar und sehr auf bestimmte Unterrichtsfächer zugeschnitten. Aber die kleine feine Pfarrbibliothek bot tatsächlich Hemingway, Dostojewski, Flaubert...! Und im s-w-Fernsehen wurden sehr oft klassische und moderne Theaterstücke gezeigt, von Goethes "Faust" über Kleist bis zu Borcherts "Draußen vor der Tür. Natürlich Shakespeare und Molière und. Gott weiß was noch. Und das alles war 'spannend' bis 'allgemeinbildend'. Auch die "Meuterei auf der Bounty" im Comic-Großformat... Und dazwischen teils üble Landser- und Arztromanhefte. Doch durch die Einnahme auch solcher 'Drogen' oder 'Schadstoffe' lernte(n) ich /wir die Spreu vom Weizen zu trennen und wurden, mit der Zeit, dagegen tatsächlich immun...
zum Beitrag26.08.2025 , 17:35 Uhr
Die These "Robert Habeck hat die Bundespolitik tatsächlich verlassen, seine Jünger müssen ohne ihn klarkommen" - das klingt unüberhörbar an die biblische Abendmahlsgeschichte an. So wie das vorweg positionierte R.H. "sagt zum Abschied laut adieu" an den Schlager "Sag zum Abschied leise servus" erinnert - und hintersinnig [à Dieu!] sogar an die gleiche 'Geschichte'. Natürlich zugeschnitten auf die Schlussfolgerung des Kommentators: "Es braucht nach Habeck eine neue Figur - oder es braucht die Grünen nicht mehr." Aber so ist die ganze Jesus-Metaphorik in meinen Augen maßlos überzogen und wird dem 'von uns Gegangenen' auch nicht gerecht. Er ist ja nun nicht in den (Grünen) Himmel oder in irgendwelche ewigen Jagdgründe - als (Un-)Toter? - entschwunden. Er will neue Räume betreten, so habe ich ihn verstanden, und Købnhavn ist da für ihn ja gewissermaßen "gleich nebenan". Naheliegend. (Auch Berkeley wäre nicht außerhalb der Welt, selbst wenn Trump dräut.) Jemand hat zum taz-Interview kommentiert: "Junge, komm bald wieder...". Für meinen Teil würde ich, wenn schon nostalgisch (und natürlich nur im übertragenen Sinn!) lieber singen und wollen: "Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise..."
zum Beitrag26.08.2025 , 11:24 Uhr
Nach der Lektüre von derzeit 184 Kommentaren schnell noch einen "aus meiner Ecke": Robert Habeck wurde stets als "Kinderbuchautor" tituliert - natürlich nicht im respektvollen Sinn, sondern um ihn als jemand zu verunglimpfen, der sich einer ganzen Nation als politischer Märchenerzähler anzudienen wagte. Sicher konnte er frei formulieren wie wenige und etwas in uns in Bewegung setzen, das vielleicht mit 'realitätsbezogener Utopie' zu umschreiben wäre. Dass ihm das am Ende nicht den nötigen Zuspruch eingebracht hat, ist kein Wunder - wenn man sich vor Augen hält, wie wenig Respekt hierzulande 'Intellektuelle, also Literaten und andere Geistesgrößen' zu ihren Lebzeiten genossen haben...!
zum Beitrag25.08.2025 , 17:48 Uhr
Gegen die Umbenennung der Straße (und der betroffenen U-Bahn-Station) kann eigentlich niemand sein, der sich für historisch informiert hält und über so etwas wie ein Gewissen verfügt. Wozu der preußisch-deutsche Kolonialismus schon um 1700 (nachlesbar z.B. in dem etwas weiter unten verlinkten Resümee von Christian Kopp) und auch später noch (vor/um 1900, speziell in Namibia) fähig war, kann uns heute und in der Zukunft nicht egal sein. So weit, so gut. Ob diese Einsicht und Einstellung über den Tag hinaus Bestand haben wird, ist zu hoffen, darf aber füglich bezweifelt werden - gerade, wenn man den Blick von Westafrika (A. W. Amo) nach SW-Afrika wendet. Oder wenn man/frau z.B. an jene Afghanen denkt, denen von der deutschen Regierung die Aufnahme mit ihren Angehörigen versprochen wurde...
zum Beitrag18.08.2025 , 08:32 Uhr
Verraten und verkauft. UA u.a.
zum Beitrag17.08.2025 , 17:31 Uhr
Ja, richtig. Aber deshalb lassen wir uns doch nicht von den Rechtsauslegern - Vorsicht: dieses Wort funktioniert auf zwei verschiedenen Ebenen - den Mund verbieten.
zum Beitrag17.08.2025 , 16:48 Uhr
Mein Eindruck ist eher: Die meisten unter uns, Linke wie Rechte, haben vielfältige Zukunftsängste. Ein wachsender Teil von ihnen geht jedoch gerade deswegen denen auf den Leim, die ihnen sagen, sie müssten bloß "vorwärts denken", dann würde alles (wieder!) gut. (Wie von selbst, selbstheilend.) Und unter denen wiederum gibt es immer mehr, die den rechtsextremen Rattenfängern Glauben schenken und sich einreden lassen, Klimawandel und Naturzerstörung seien im Grunde bloß Hirngespinste unverbesserlicher Nostalgiker, die rückwärts denken.
Die tragische Ironie liegt dabei darin, dass jene, die vorgeben, "NACH VORNE zu denken, in Wahrheit reaktionär unterwegs sind nach dem Motto "Make ... AGAIN'. Und alle ihre Mitläufer sind blind, taub und stumm wie die drei Affen.
zum Beitrag17.08.2025 , 14:43 Uhr
Er darf doch laut Verfassung der Ukraine gar keine Gebiete abtreten, oder?
zum Beitrag17.08.2025 , 14:39 Uhr
Habe mich googelnd nachträglich schlau gemacht: der Spruch stammt vom Reichskanzler Bernhard von Bülow 1903 in einer Reichstagsrede.
zum Beitrag17.08.2025 , 14:27 Uhr
"Die Vorschläge der taz Autoren sind ein guter Ansatz" - stimmt, das würde ich auch sagen. Darauf folgt aber sogleich eine Relativierung: "mehr aber auch nicht" - und dann eine Art Orakelspruch: "da irrationale Debatten sich nicht durch rationale Lösungen beenden lassen". Wieso beenden? Und wer führt denn hier überhaupt irrationale Debatten? Etwa die Autoren? Oder die Foristen? Oder wer sonst? (Und aus welchem Originalkontext stammt denn das Kontrastpaar 'irrationale Debatten' versus 'rationale Lösungen'?) Anders herum: Falls Sie der Meinung sein sollten, gute Ansätze (der Autoren) führen zu irrationale Debatten, dann sagen Sie es doch bitte gleich. Und dann wäre natürlich gut zu wissen, was Sie da anders machen würden. (Die von Ihnen angeführten Prozentwerte führen ja keinen Schritt weiter, sondern bloß zu der billigen Binsenweisheit, "das [sic] der Staat das Vertrauen seiner Bürger" zurückgewinnen müsse. Nur wie, hätten Sie da vielleicht irgendwelche Vorschläge?) In Wahrheit waren da die beiden taz-Autoren mit ihren sehr konkreten Vorschlägen schon sehr viel weiter.
zum Beitrag17.08.2025 , 12:33 Uhr
Zu Putins Redensart vom (ukrainischen) Brudervolk fällt mir nur noch jener blöde Spruch ein, den ich in meiner Jugend oft bei Verwandtenbesuchen in der DDR (als das noch möglich war...) zu hören bekam: "Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!"
zum Beitrag16.08.2025 , 20:55 Uhr
Die Frage war 'rhetorisch', und ihr Sinn: Wie kann ich vor dem Hintergrund der Wikipedia-Info denn glauben, was im UK angeblich jedes Kind über die German Angst weiß? Und Sie "erklären" mir, dass Sie nichts mit dem zu tun haben, was ich so glaube? Geht's noch?
Um mir das 'Praktische' an dem deutschen Wort "Handy" plausibel zu machen - wozu das, bitte? - fangen Sie mit der Binsenweisheit an: "Sprache war schon immer eine[m] Wandel unterzogen." (Es folgt weiteres Lexikonwissen. Zu welchem Zweck, bitte?) Ich hab's als kleines illustrierendes Beispiel für die 'German linguistic submissiveness' (die manchmal seltsame Blüten treibt...) herangezogen. Und was machen Sie daraus?
Hier möchte ich doch die Stopptaste drücken.
zum Beitrag16.08.2025 , 12:18 Uhr
Bitte einfach bei Wikipedia nachlesen, "dass die 'German Angst' kein einheitliches oder klar definiertes Phänomen ist, sondern ein Konstrukt" - mit anderen Worten eines der antideutschen Klischees oder Stereotypen, wie sie gerne in England gepflegt wurden und immer noch werden und wo natürlich "jedes Kind [es] weiß".
zum Beitrag16.08.2025 , 09:07 Uhr
Danke für die aufschlussreiche angelsächs. Einschätzung. Mein Blick in Wikipedia (bzw. in die KI-gesteuerte Google-Info) relativiert allerdings das von Ihnen Gesagte:
"Es ist wichtig zu betonen, dass die 'German Angst' kein einheitliches oder klar definiertes Phänomen ist, sondern ein Konstrukt, das auf historischen Erfahrungen, gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Interpretationen beruht."
Demnach ein vielschichtiges Klischee oder Stereotyp... Soll ich nun aber dem glauben, was im UK "jedes Kind weiß"?
A propos UK und britische Narrative über D: Schon 1960 kreierte die London Times die 'German (linguistic) submissiveness' (wegen der dt. "Sucht", möglichst viele angelsächs. Wörter und Begriffe 1:1 zu übernehmen. Inzwischen ist man in D sogar schon dazu übergegangen, eine Art nationales Englisch zu erfinden (Stichwort "Handy"...). Erklärungsversuche u.a. über den German Untertanengeist [wie z.B. in Heinrich, nicht Thomas M.s 'Der Untertan' nachlesbar]. Aber das wäre natürlich noch einmal eine ganz andere Hausnummer.
zum Beitrag15.08.2025 , 21:19 Uhr
Tut mir wirklich leid, wenn Sie sich über den 'humoristisch gemeinten Beitrag' irgendwie auf den Schlips getreten fühlen. Wenn überhaupt, dann wollte ich gewiss nicht gegen, sondern eher für das oft von Nordlichtern "untergebutterte" Franken eine Lanze brechen. Wenn Sie "eher oberfränkisch" sind, dann müssten Sie doch gut wissen, was der nickname Auweiowei bedeutet - ich bin nämlich selber Oberfranke aus der Bayreuther Gegend, hab' mal in Erlangen studiert und lebe jetzt in der Würzburger Gegend. Ach so, und weil ich schon ein etwas älteres Semester bin, habe ich gegoogelt und weiß jetzt überhaupt erst, was ein 'Content Creator' ist... So einer bin ich bestimmt nicht, zuviel der "Ehre"... Also, nichts für ungut.
zum Beitrag15.08.2025 , 19:12 Uhr
Anstatt mit dem inzwischen auch hier im Forum mehrfach aufgetauchten dümmlichen Spruch "Kann man glauben, muss man aber nicht" zu reagieren, möchte ich nur auf die Multivalenz/Fraglichkeit der 'German angst' hinweisen: Der Begriff, der inzwischen auch in D Konjunktur hat, war ja zunächst ein literarischer, etwa bei Thomas Wolfe oder Curzio Malaparte, und ist in seinem Bedeutungsspektrum ungefähr so unzuverlässig wie 'Romantik' oder 'Postmoderne' oder auch, außerliterarisch, wie 'German guilt'. Und wenig vertrauenswürdig erscheint (mir) in diesem Zusammenhang: "die Sicht der Deutschen". 'Die' gibt und gab es so wenig wie 'die' 'der' Briten oder 'der' Franzosen, dafür ist/sind sie viel zu volatil und nicht in Stein gemeißelt, glaube ich jedenfalls.
zum Beitrag15.08.2025 , 17:04 Uhr
"Mit einer Annäherung an die AfD hat ["eine härtere Asylpolitik"] überhaupt nichts zu tun." Entschuldigen Sie bitte, aber diese Ihre Meinungsäußerung relativieren Sie doch prompt im nächsten Satz, wenn Sie sagen: "Die Regierung Merz hat lediglich [!] ideologische Scheuklappen abgelegt [...]." Für mich (und bestimmt für viele andere auch) setzte dieses 'Scheuklappen-Ablegen' mit jener Abstimmung im Bundestag ein und setzt sich mit jeder Verschärfung der Grenzkontrollen ganz im Sinne der AfD fort. Aus diesem 'schwarzen Loch' hilft auch das beschwichtigende und zugleich verräterische Wörtchen "lediglich" nicht wirklich heraus. Um wegen der Scheuklappen im Bild zu bleiben: Das Zugpferd Merz hatte sich schon vor jener Abstimmung dieser Scheuklappen entledigt, tappte quasi sehenden Auges in die (AfD-) Falle - und verstrickt sich durch Dobrindts Asylpolitik immer mehr darin. Bedauerlicherweise.
zum Beitrag15.08.2025 , 16:18 Uhr
Auweiowei (= o-weh-o-weh!) in ganz eigener Sache, nämlich einer Fehlerberichtigung:
Im Zuge meines ständigen und (über-)eifrigen Hin- und Her-Scrollens ist es passiert, dass ich Sie - in Bezug auf Russia - fälschlicherweise bezichtigt habe, sich u.a. auf die "Stimme Karl Schlögels" berufen zu haben. In Wahrheit hat das @zartbitter getan. Ich bitte um Vergebung bzw. Nachsicht.
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