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Neue Studie von ÖkonomenDie Vergesellschaftung ist finanzierbar

Berlin kann die Entschädigung für die Vergesellschaftung von Immobilienbeständen ohne Belastung für den Landeshaushalt stemmen. Das sagt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Es ist ein Papier, das vor möglichen Sondierungsgesprächen für ein Linksbündnis in Berlin wie gerufen kommt für die Linkspartei – und die SPD unter Druck setzen dürfte. „Die Überführung von großen Wohnungsbeständen ins Gemeineigentum“ lautet der Titel der Studie, die am Freitag vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht wurde. Und sie ist Rückenwind für die Be­für­wor­te­r:in­nen der Vergesellschaftung privater Immobilienbestände.

Die Ökonomen Sebastian Dullien, Patrick Kaczmarczyk, Tom Krebs und Achim Truger kommen darin zu dem Schluss: „Eine Vergesellschaftung steigert dauerhaft den Bestand an Wohnungen mit Mietpreisbindung und leistet so einen wichtigen Beitrag, das Leben in Berlin für untere und mittlere Einkommen bezahlbar zu machen.“ Sie „könnte schnell zusätzliche wohnungspolitische Spielräume eröffnen“, so die Autoren – „etwa bei Mieten, Sanierungen, Quartiersentwicklung und sozialer Durchmischung“. Der notwendige Neubau von Sozialwohnungen allein werde dagegen „das Bezahlbarkeitsproblem in Berlin nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums lösen können“.

Die Autoren haben sich dabei insbesondere der Frage der Finanzierung des Vorhabens gewidmet. Sie gehen von einer Entschädigungszahlung an die Immobilienkonzerne in Höhe von 13,5 Milliarden Euro aus, die auf einer Berechnung der Bezahlbarkeit der Mieten basiert. Daraus leiten sie ab: „Die Überführung der Wohnungsbestände in Gemeineigentum ist ohne Landeszuschüsse wirtschaftlich und fiskalisch tragfähig.“

Berlin kann die Entschädigung über die volle Höhe direkt zum Zeitpunkt der Vergesellschaftung leisten

Die Ökonomen um IMK-Leiter Dullien gehen sogar davon aus, dass das Land die Entschädigung über die volle Höhe direkt zum Zeitpunkt der Vergesellschaftung leisten kann. Das bislang diskutierte Finanzierungskonzept der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ (DWE) hat dagegen eine Rückzahlung über 100-jährige Schuldverschreibungen ins Spiel gebracht.

Plädoyer für eine Übernahme durch Landesunternehmen

Die Studie hat dabei drei verschiedene Modelle der Vergesellschaftung untersucht: Die Übernahme der Wohnungsbestände durch eine neu zu gründende Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), wie es DWE vorschlägt, die Übernahme durch die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) oder durch eine neue AöR, die die Wohnungsbaugesellschaften integriert.

Im Ergebnis votieren die Ökonomen für die zweite Variante: Demnach seien die Wohnungsbaugesellschaften durch ihre Erfahrung der Verwaltung von derzeit etwa 400.000 Wohnungen am besten geeignet, um rechtliche, finanzielle und organisatorische Risiken einer Vergesellschaftung zu minimieren. Eine AöR dagegen ginge mit einem erheblichen Aufwand ihres Aufbaus einher; zudem drohe, dass ihre Verschuldung „dem Staatssektor zugerechnet“ und damit „das Maastricht-Defizit Deutschlands erhöhen“ würde.

Die Finanzierung bei einer Übernahme durch die Landeseigenen würde dabei über zusätzliches, vom Land bereitgestelltes Eigenkapital und eine Fremdfinanzierung der Wohnungsunternehmen erfolgen. Die Autoren rechnen mit einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent bei der Übernahme. Dafür müsste das Land den Unternehmen etwa 4 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Diese würden aus einer Kreditaufnahme finanziert werden, die aufgrund des erhaltenen Gegenwerts in Form der Beteiligung nicht unter die Regeln der Schuldenbremse fielen, also den Landeshaushalt nicht belasten.

Die verbleibenden 9,5 Milliarden Euro müssten die LWU über Fremdkapital finanzieren. Die Zins- und Tilgungskosten wären dann aus den jährlichen Mieteinnahmen zu refinanzieren. Der Spielraum dafür wäre laut der Berechnung der Ökonomen vorhanden: Demnach könnte die öffentliche Hand „trotz dauerhafter Mietpreisbindung mit den vergesellschafteten Wohnungen einen jährlichen Reinertrag von 543 Millionen Euro erzielen“. Dem gegenüber stünden Zins und Tilgung in Höhe von 345 Millionen Euro.

Als größtes Risiko einer Vergesellschaftung benennt die Studie die „organisatorischen und administrativen Herausforderungen“, also den Verwaltungsaufwand, der durch die Übernahme von mehr als 200.000 Wohnungen entsteht. Dies könnte zulasten der Neubautätigkeiten gehen, die derweil als zweiter Bestandteil für eine Lösung der Mietenkrise dringend erforderlich bleibe.

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111 Kommentare

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  • Filou

    Bei Gutachten bin ich immer sehr vorsichtig, vor allem wenn nur eine einzige Institution dieses erstellt.



    Ich frage mich grundsätzlich wer ist der Auftraggeber und wer bezahlt das Gutachten. Denn auch hier gilt: Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singen.

  • Günter Witte

    Jeder der eine größere Investition vorhat fragt zuvor was das kostet, holt sich Angebote ein. Warum lässt man hier nicht, höchst Richterlich, feststellen was es wirklich kostet ? Das hätte man schon leicht in den 5 Jahren seit dem Volksbegehren machen können, eigentlich müssen. Oder herrscht die Angst, oder sogar die Gewissheit vor, das hier Zahlen kommen die der Todesstoß für dieses Unterfangen wären ?

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Viele stoßen sich ja an den angesetzten 13 Mrd. Rückkaufswert. Wegen des deutlich höheren Marktwertes.

    Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass die betroffenen Konzerne die Wohnungen damals auch weit unter Marktwert erworben haben. Die Beträge gehen ins Lächerliche.

    Es kommt also darauf an, ob die Gerichte die 13 Mrd., die immer noch einen Gewinn darstellen würden, akzeptieren oder ob sie im Sinne der Konzerne einen Marktwert, den die Konzerne selbst mit in die Höhe getrieben haben, ansetzen. Die juristischen Meinungen gehen da auseinander.

  • maria2

    Wir im Rheinland haben viel Erfahrung mit Enteignung. Große Energiekonzerne haben hier nicht nur Haus- und Wohnungsbesitzer enteignet, sondern außerdem gewachsene Strukturen für Menschen so wie Flora und Fauna für unabsehbare Zeit vernichtet. Das funktionierte doch immer recht reibungslos, ging es doch um das Wohl und die Gewinnerwartung der großen Energieenergiekonzerne, selbst als der Kohleausstieg schon beschlossen war.



    Aber Vergesellschaftung? Das erscheint ja, glaubt man den Kommentatoren unten, fast schon anstössig - zudem noch mit diesem Gutachten von der Hans- Böckler - Stiftung, die offensichtlich für "Gefälligkeitsgutachten" bekannt zu sein scheinen.



    Eigenartig.

    • (Ver-) Zweifelnder

      @maria2:

      Ja, es ist ein Gefälligkeitsgutachten.

      Ein seriöses Gutachten hätte zumindest auf das Prozessrisiko hingewiesen.

      Nur ein kleiner Hinweis:

      Was, wenn die letzte Gerichtsinstanz folgendes entscheidet:

      1) Die Vergesellschaftung ist rechtens.

      2) Die angesetzte Entschädigungssumme ist zu niedrig und wird auf 28 Milliarden festgesetzt.

      Dann kann Berlin nämlich nicht einfach sagen "Ok, ist uns zu teuer, dann lassen wir das", sondern muß die festgesetzte Entschädigung bezahlen.

      Was ist dann mit der Finanzierung, wie sieht es dann mit der Haushaltslage der Stadt aus?

      Ein Gutachten, dass nicht parteiisch ist, muß sämtliche Unwägbarkeiten und deren möglichen Folgen berücksichtigen.

      Bitte, gerne!

    • Nachtsonne

      @maria2:

      Vielleicht sollten Sie die großzügigen Entschädigungen bei der Enteignung erwähnen. Viele sind aus Bruchbuden in neue Häuser gewechselt.

    • Vigoleis

      @maria2:

      Auch wenn die Menschen im Rheinland allen anderen das gern so vermitteln, leben sie nicht allein von Luft und Liebe. Und den jahrzehntelangen Wohlstand "an Rhein und Ruhr" hat man, um es auf den Punkt zu bringen, auch der Vernutzung der Umwelt zu verdanken.



      Das bis heute kaum zur Befriedigung aller lösbare "Strukturwandelproblem" in der Region kam doch erst auf, als "der Himmel über dem Ruhrgebiet wieder blau" war und man "im Rhein wieder baden" konnte.



      Dieses ewige "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"...

    • rero

      @maria2:

      Der Unterschied ist halt, dass die vergesellschafteten Wohnungen möglichst wenig Gewinn erwirtschaften sollen.

      Anstößig ist da nichts, aber die Frage ist, ob es funktioniert.

      Wir in Berlin haben viel Erfahrung mit extrem schlechten Regierungen.

      Das Stöckchen hängt schon sehr niedrig und wird trotzdem immer wieder unterlaufen.

      Mir wäre lieber, Ferat Kocak würde Tennis spielen.

      Die Hanns-Böckler-Stiftung ist gewerkschaftsnah.

      Natürlich weiß sie, dass mit Gutachten Politik gemacht wird.

      Andererseits sagt sie auch deutlich, was problembehaftet sein wird.

      Und Berlin nun mal Berlin ist, weiß man, dass es dort nicht laufen wird.

      Ich weiß nicht, was daran eigenartig sein soll.

  • Earth & Fire

    Vergesellschaftung ist für einen Staat IMMER finanzierbar, ohne Kreditaufnahme und Zinsen, und auch die Höhe der Entschädigung spielt keine Rolle. Denn Staatsausgaben sind immer eine Gelderzeugung auf Knopfdruck und eingehende Steuerzahlungen eine Geldvernichtung.

    Ein neu gegründeter Staat muss ja seine neue Währung auch erst einmal durch Geldschöpfung unter die Leute bringen, bevor er Steuern in dieser Währung einnehmen kann:

    www.oekologiepolit...geld-ist-es-nicht/

    youtu.be/1RptgTQeM6w

    Mehr Geld im Umlauf löst in aller Regel auch keine Inflation aus. Die alte Quantitätstheorie der Monetaristen ignoriert völlig, dass es in einer Volkswirtschaft immer auch eine Sparquote und Produktivitätssteigerungen gibt.

    Ja, hätten wir Vollbeschäftigung, würde eine weitere Erhöhung der Geldmenge auch das Preisniveau langsam erhöhen, weil es dann auf breiter Front an Arbeitskräften und damit an Ressourcen mangeln würde. Davon sind wir aber Lichtjahre entfernt und werden es wohl noch lange sein.

    youtu.be/fE0Khi_vO80

    • (Ver-) Zweifelnder

      @Earth & Fire :

      Sie haben das fiskalpolitische Pertuum Mobile gefunden.

      Nobelpreis, subito!

      Komisch nur, dass das noch nie ein Staat gemacht

    • Querbeet

      @Earth & Fire :

      Sagen Sie das dem Genossen Klingbeil. Dann hat er ja eigentlich gar kein Finanzproblem. Drucker an und ab dafür!

    • Machiavelli

      @Earth & Fire :

      Außer sie schlagen vor aus dem Euro auszusteigen sind solche Maßnahmen nicht national umsetzbar und eine Theorie die in der Praxis noch nie erprobt wurde im welt größten Wirtschaftsraum auf gut glück auszuprobieren bei der volatilen Westlage ist unverantwortlich.

    • Josef 123

      @Earth & Fire :

      Berlin ist nicht der Staat, auch wenn sich die Stadt von anderen Bundesländern aushalten lässt, weil sie nicht mal in der Lage ist, den normalen Haushalt zu erwirtschaften.

      Und Kommunen können sich sehr wohl überschulden, gab es bei uns reihum. Die müssen dann den Kauf jedes Bleistifts beantragen, begründen und sich von der Aufsichtsbehörde genehmigen lassen. Da ist das Stadtoberhaupt dann nur noch der Grüßkasper.

  • behr Behr

    Kein deutsches Gericht würde einen Wertansatz für die Wohnungen, die vergesellschaftet werden sollen, bestätigen, der unter dem Wertansatz in der Bilanz ist und damit zur Überschuldung des Unternehmens bzw. faktischen Enteignung der Gesellschafter und zu Kreditausfällen bei den Krediitgebern/Banken führt.



    Insofern ist der Wertansatz im Gutachten realitätsfern.

    • Machiavelli

      @behr Behr:

      Dazu kommen Folgeschäden die muss der Staat auch ersetzen.

  • Treppenwitz

    Uff.. Das eine Vergesellschaftung dann bezahlbar ist, wenn man den Wert der Entschädigung unter der Voraussetzung der er Finanzierung einer Entschädigung berechnet ist logisch. Dann zu sagen, dass die Vergesellschaftung finanzierbar wäre, ist etwas in die eigene Tasche gelogen. M.E.n. ist die Vergesellschaftung nur eine teure, zu teure Symbolpolitik der Linken, die nicht geeignet ist, die zugrundeliegenden Probleme zu lösen.

  • Querbeet

    13.5 Mrd : 200.000 = 67.500€ pro Wohnung im Schnitt. Mehr muss man zu der Studie nicht sagen.

  • Ricky-13

    taz: *Berlin kann die Entschädigung für die Vergesellschaftung von Immobilienbeständen ohne Belastung für den Landeshaushalt stemmen. Das sagt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.*

    Nur die Springerpresse - also das Sprachrohr der Überreichen - schäumt mal wieder vor Wut, dass 'Die Linke' in Berlin jetzt Politik für das einfache Volk machen möchte. Was ist in diesem Land eigentlich los, dass Immobilienhaie sich eine goldene Nase verdienen können, während die Zahl der Obdachlosen immer mehr ansteigt?

    • Thomas Zwarkat

      @Ricky-13:

      ob sich Immobilienhaie eine goldene Nase verdienen ist in Berlin völlig unabhängig von der Obdachlosenzahl ! denn Selbst wenn die Vergesellschaftung oder Enteignung kommt, sind ja alle Wohnungen derzeit bewohnt! Also wird die Vergesellschaftung keinen einzigen Obdachlosen von der Strasse holen. Da die Anzahl Wohnungen nicht steigen wird. Die Vergesellschaftung bedeutet nur dass die heutigen Mieter in Zukunft weniger für Ihre Wohnung bezahlen müssen! Dafür muss der Steuerzahler dann ggfs 13-40 MRD finanzieren. Wenn man die Obdachlosen von der Strasse holen wollte, müsste man einfach die 13 Mrd in Neubau investieren. Die Enteignung schafft keinen zusätzlichen Wohnraum! Das ist Fakt. Wahrscheinlich wird Sie aber dazu führen das in Berlin immer weniger investiert wird! Folglich immer weniger Wohnungen gebaut werden, der Zustrom ungebremst ist und somit die restlichen Mieten ansteigen werden......

  • Horst Sörens

    Wenn dieses Unternehmen nun enteignet wird und der Immobilienbestand Durch die Stadt geführt wird, gibt es dann mehr Wohnungen? Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass in Berlin das hauptsächliche Problem einen Mangel an Wohnungen ist.

  • Land of plenty

    ich finde es schlimm, die Immobilienfirmen überhaupt zu bezahlen. So viel schlechter Service bei Vonovia. Die ganzen Entmietungen, Zwangsräumungen. Die ganze Geschichte der Verdrängung. Das reicht endlich!

    • Querbeet

      @Land of plenty:

      Viel Spaß, wenn der Vermieter Berlin heisst.

  • Land of plenty

    Was bedeutet der Satz "Wohnen ist keine Ware" für die praktische Umsetzung in politische Praxis?

  • rero

    "Als größtes Risiko einer Vergesellschaftung benennt die Studie die „organisatorischen und administrativen Herausforderungen“, ..."

    Wenn das von vorneherein die größte Herausforderung ist, dann bitte die Enteignung sofort absagen.

    Hier wird das dann nie was.

  • Bürger L.

    Da habe ich den Kreis der taz-Leserschaft offenbar völlig falsch eingeschätzt.

    Nach lesen der Kommentare scheint ein großer Teil aus Fachanwält*innen für Verwaltungsrecht und vereidigte Sachverständige für die Bewertung bewohnter Immobilien zu bestehen.

    Ich las auch, dass es wohl fragwürdig sei, Volksentscheide in kurzer Zeit so lange zu wiederholen, bis einem das Ergebnis passt.



    Ich halte es durchaus für angemessen, wenn nach fünf Jahren der Nichtumsetzung, erneut eine demokratische Legitimation eingeholt wird, wenn sich die an der neuen Regierung beteiligten dazu verpflichten, die mehrheitlich gestellte Forderung der Bevölkerung diesmal zeitnah umzusetzen.

    • Müller Christian

      @Bürger L.:

      Sie müssen zwei Dinge unterscheiden. Das Ziel: genügend bezahlbaren Wohnraum für alle. Und die Maßnahme, um das Ziel zu erreichen. Bei. Ziel sind sich alle einig, nur die Maßnahme Enteignung finden viel nicht sinnvoll. Ist halt wie ein Fettbrand mit Wasser löschen zu wollen.

    • Ricky-13

      @Bürger L.:

      ***Nach lesen der Kommentare scheint ein großer Teil aus Fachanwält*innen für Verwaltungsrecht und vereidigte Sachverständige für die Bewertung bewohnter Immobilien zu bestehen.***

      Nicht nur das, denn viele Leser haben anscheinend auch noch die "Springer-WELT-Universität" besucht und dort die Studiengänge 'Konservatismus' und 'Neoliberalismus' erfolgreich abgeschlossen.

      Diese beiden Ideologien wurden ja bekanntlich von Margaret Thatcher (in Großbritannien) und Ronald Reagan (in den USA) zusammengeführt, um die Reichen reicher und die Armen noch ärmer zu machen.

      "Die politische und wirtschaftliche Zusammenführung dieser Ideologien fand Ende der 1970er Jahre auf programmatischer Ebene statt und wurde in den 1980er Jahren zur dominierenden Regierungspraxis." [Deutschlandfunk – 28.12.2021]

      Wie heißt noch mal dieser CDU-Politiker, der ein Buch mit dem Titel 'Mehr Kapitalismus wagen' geschrieben hat?

    • Land of plenty

      @Bürger L.:

      jep. Passt.

  • Wunderwelt

    Beim lesen der Kommentare, könnte man zu der Annahme gelangen, daß sich so einige von ihren Banken sog. "Immobilienfonds" als besonders sichere Geldanlage haben aufschwatzen lassen.







    An all diejenigen..bitte machen Sie sich klar: -> ihre Renditen sind nichts anderes als die Aufschläge auf die Mieten, die sich immer weniger Menschen leisten können..und die das Land immer mehr abwürgen.







    Denn natürlich ist (auch) eine Enteignung als Ultima Ratio möglich..wie nicht nur diese Studie belegt.







    Dem entgegen stehen halt die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne, ihrer Anteilseigner und privater Vermieter.







    Es geht bei den Planspielen um eine Enteignung also nicht nur um Mieter und Konzerne, sondern um ein Gesamtgesellschaftliches Problem, bei dem eine Gruppe der Gesellschaft eine andere immer mehr *ausblutet*.







    Egal wie sich der Prozess gestaltet..ob nun per Enteignung oder auf anderem Wege: am Ende muß mehr Gerechtigkeit dabei heraus kommen, Renditen müssen deutlich reduziert werden, Konzerne in die Pflicht genommen..und alle Profiteure des momentanen Systems sich ihrer Verantwortung bewußt werden.







    Denn *Eigentum verpflichtet* (und zwar alle)..

  • Vigoleis

    Das Ganze liest sich wie ein Taschenspielertrick. Wie durch Zauberei löst sich die notwendige Entschädigungssumme in ein Nichts auf.



    Der entscheidende Satz im Text ist wohl der letzte: Ohne massiven Neubau lässt sich die Wohungskrise nicht lösen. Es sei denn, man setzt parallel zur Enteignung "besserverdienende" Mieter auf die Straße.

  • Josef 123

    "Die Autoren rechnen mit einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent bei der Übernahme. Dafür müsste das Land den Unternehmen etwa 4 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Diese würden aus einer Kreditaufnahme finanziert werden, (...)":

    Einen Kredit als Eigenkapital zu deklarieren erscheint mir etwas seltsam. Damit wäre meine Bank wahrscheinlich nicht einverstanden.

  • Machiavelli

    Kompromiss zur Güte die Parteien, ihre Vorstände, Mitarbeiter und Mitglieder haften mit ihrem Privat und Parteien Besitz und Vermögen falls die Kosten dann doch höher werden. Wenn alles gut geht ist alles gut wenn nicht wird dem Rest Deutschlands so ein Blödsinn erspart da die Akteuere wegen Insolvenz nicht mehr handlungsfähig sind.

  • behr Behr

    Wäre die Entschädigungsannahme von 13,5 Mrd.€ annähernd realistisch, müsste Venovia noch heute zum Insolvenzgericht gehen und Insolvenz wegen Überschuldung anmelden und einige Kreditgeber gleich mit. Interessant und auch nicht ganz unwichtig wäre der Zinssatz, mit dem die Finanzierbarkeit durchgerechnet wurde, da dieser in den letzenMonaten signifikant angestiegen ist.

    • Francesco

      @behr Behr:

      Insolvent ist man nicht, weil man keine Sicherheiten für die Schulden hat, sondern wenn man die Schulden nicht bedienen kann.

  • uwe

    Eine Vergesellschaftung soll lt. Text dazu beitragen:

    "das Leben in Berlin für untere und mittlere Einkommen bezahlbar zu machen."

    Aktuell sind die Wohnungen bewohnt.



    Via freiwilliger Auszüge werden pro Jahr wohl eher sehr wenige frei, da auch aktuell schon recht günstig. Raten wir mal 2%?

    Demnach müsste Mietern gekündigt werden wg. zu hoher Einkommen. Ab welchem Einkommen?

    Mit welcher mietrechlich machbaren Begründung?

    Und das betrifft wieviele Wohnungen?

    • Hatespeech_is_not_an_opinion

      @uwe:

      Polemik pur. Bitte mal Mietrecht ab § 535, BGB nachlesen. Kündigungsgrund "hohes Einkommen" ist dort nicht aufgeführt.



      Lassen Sie sich mal von einer ehemaligen Immobilienverwalterin sagen, dass wenn man einen Bestand von 1000 Wohnungen verwaltet, wie es in meinem Portfolio war, die Fluktuation bei ca. 10% - 15% liegt, in manchen Objekten sogar bis zu 30%. Die Gründe dafür sind vielfältig, angefangen von beruflichen Veränderungen/Umzügen, Änderung Lebensumstände bis zum Tod ist alles dabei.

    • Francesco

      @uwe:

      Ihre Logik erschließt sich mir nicht. Dass die Miete für niedrige und mittlere Einkommen bezahlbar ist, impliziert nicht, dass Mieter mit höherem Einkommen da nicht wohnen dürfen.

      • Machiavelli

        @Francesco:

        Dann entsteht aber kein günstiger mietraum für geringe Einkommen. Weil niedriger als vonovia wird das auf Jahrzehnte auch nicht.

  • Jürgen Meyer

    Ich befürworte die Vergesellschaftung. Ich hab nämlich schon Popcorn und Sekt bereitgestellt für die erste Pressekonferenz, auf der nach der erfolgten Vergesellschaftung auf Nachfrage bekanntgegeben wird, dass die Haushaltslage leider keine großflächige Senkung der Mieten der vergesellschafteten Wohnungen hergibt.

    • Walterismus

      @Jürgen Meyer:

      Ich würde sogar von Mieterhöhungen ausgehen, weil einfach die Verwaltung und Instandhaltung völlig falsch eingeschätzt wird neben den Finanzierungskosten. Das würde ein Eigentor werden, wo nach 10 Jahren wieder von Privatisierung gesprochen werden würde.

      Aber es wird ohnehin nicht zu Vergesellschaftungen und Enteignungen kommen, selbst wenn ein Gesetzt beschlossen und die Gerichte es für Rechtmäßig erachten.



      Die Konzerne werden ihre Unternehmensstruktur so umbauen, dass eine Enteignung nicht in Betracht kommt.



      In aller Regel sind diese bereits jetzt schon aus steuerlichen Gründen so strukturiert.

      Unternehmen und ihre Berater sind in 99% der Fälle immer schlauer als der Staat und haben Wege etwas zu umgehen. Das kann der Staat auch schlicht nicht bekämpfen aus diversen Gründen...

    • rero

      @Jürgen Meyer:

      Dass Mieten gesenkt werden, erwartet nicht mal die Initiative vom Volksentscheid.

      Das Popcorn lohnt sich bestimmt dafür, wenn die Linke-Wähler darüber ihren Unmut äußern, weil sie den Volksentscheid nicht richtig verstanden haben.

      Funfact:



      Ich wohne in einer Wohnung einer öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft in Berlin.

      Wir haben gerade eine Mieterhöhung erhalten.

      Als Rot-Grün-Rot damals ein Verbot von Mieterhöhungen ankündigte, gab es auch schnell vorher eine



      Mieterhöhung.

    • Golzi

      @Jürgen Meyer:

      Als Volkswirtin bin ich natürlich gegen das Vorhaben, gleichwohl finde ich es spannend, wie das umgesetzt werden soll.

      • Comerade Aardvark

        @Golzi:

        Warum sind Sie als Vwlerin dagegen? Ich bin auch einer von der Sorte und bin voll dafür, gerade weil es bei der Umsetzung so spannend werden könnte. Allerdings erwarte ich, dass nur Jurist_innen auf ihre Kosten kommen werden bei dem Thema.

  • Müller Christian

    Macht mal. Es hilft zwar keinen, der in Berlin eine neue Wohnung sucht, ist extrem teuer, mit enormen Tisiken verbunden und selbst bei einen Top Preis muss Berlin die Kosten aus anderen Töpfen (für Soziales, Bildung, Infrastruktur, Sicherheit) rausnehmen.

    Zukünftig werden dann noch Investoren einen großen Bogen um Berlin machen.

    Ich versteh die Kosten - Nutzen Rechnung einfach nicht. Den Menschen, die dringend eine Wohnung brauchen hilft man überhaupt nicht, Berlin Verschuldet sich noch mehr, aber man hat es Immobilien Konzerne gegeben. Ganz toll.

    • spaltarsch

      @Müller Christian:

      "Zukünftig werden dann noch Investoren einen großen Bogen um Berlin machen."

      Das wäre vielleicht die beste aller Wendungen. Ich glaube allerdings nicht daran. Einzelne Investitionen bleiben ja trotzdem hochprofitabel, solange man nicht auf einen Schlag einen großen Teil ded Berliner Wohnungsmarktes an sich reißt, gibt es nichts zu befürchten.

      Solche Arten der Spekulation würden allerdings auch niemandem außer den Investoren nutzen.

      • Müller Christian

        @spaltarsch:

        Hochprofitabel? Vielleicht im Luxusbereich. Selbst das Bauen von normalen Mietshäusern ist aufgrund rechtlicher Vorgaben und Vorschriften, Material und Personalkosten so teuer, dass nur teuer vermietet werden kann, um etwas zu verdienen. Die von mir beschriebenen Probleme sind übrigens auch der Grund, warum der Staat nicht so schnell und effektiv bauen kann wie er will. Wie gesagt, man kann den Wohnungsgesellschaften schon enteignen, nur wird der Preis sehr hoch sein und es werden immer weniger neue Wohnungen gebaut. Wäre für mich ein klassischer Pyrrhusieg, den Preis werden die Menschen zahlen, die eine Wohnung suchen.

    • makei1200

      @Müller Christian:

      "Berlin Verschuldet sich noch mehr, aber man hat es Immobilien Konzerne gegeben. Ganz toll."



      Die landeseigenen Wohnungsunternehmen haben nach dem Ankauf der Wohnungen auf der Passiva Seite Schulden (vielleicht durch die Emmision von Anleihen, für die sie Zinsen zahlen), aber auf der Aktiva Seite Sachvermögen in Form von Immobilien für die sie Mieteneinkünfte erhalten. Somit ist die Bilanz ausgeglichen. Die Sachvermögen entsprechen der Verschuldung.

      Ich bin keine Fachperson, aber nehmen wir mal an die zukünftigen Zinszahlungen sind geringer als die Dividende, die die jetzigen Eigentümer erhalten. Dann könnten die Mieten gesenkt werden und das doch wohl der Sinn der ganzen Aktion.

      • Machiavelli

        @makei1200:

        Die Schulden müssen ja auch bezahlt werden d.h. die nächsten 30 Jahre senkt da keiner mieten dann kommen die modernisierungskosten dazu und die effiziente Berliner Verwaltung und die Mieter werden sich die Augen reiben was sie an Miete zahlen müssen.

      • Müller Christian

        @makei1200:

        Sachvermögen schön und gut, nur ist dies halt kein Liquidät die für Bildung, Soziales, Infrastruktur und Sicherheit ausgegeben werden kann. Ganz ehrlich, wenn Berlin ein Milliarden Kredit bekommt, dann sollte dies, wenn schon für Wohnungsbau genutzt werden anstatt bestehende und bereits vermietete Wohnungen zu kaufen. Übrigens sind die Mietpreise bei z.B. Vonovia gar nicht so hoch und auf keinen Fall Wucher Mieten.

  • Berliner99

    Es wird immer nur die Seite der Finanzierung betrachtet. Selbst wenn man es hinbekommt, dass der Haushalt durch Tricks und geringe Entschädigungszahlungen nicht besonders belastet wird: Woher soll das Geld für weiteren Neubau kommen? Privat wird es dann logischerweise keine weiteren Neubaufinanzierungen mehr geben. Das Geld müsste also komplett durch in irgendeiner Form landeseigene Unternehmen gezahlt werden. Wie soll das funktionieren?

    Vielversprechender im Vergleich zu einer Enteignung wäre, die Höhe der Gewinne zu begrenzen, die aus Wohnraum gezogen werden dürfen. Und zwar nicht prozentual sondern als langsam über die Jahre steigender Festwert pro Quadratmeter, festgelegt für Neubau und Altbau. Dann müsste alles darüber hinaus in neue Wohnungen investiert werden, wobei dies natürlich gleichmäßig über alle Wohnungen verteilt werden müsste, abgestuft durch WBS Wohnungen. So gibt es keinerlei Anreiz, die Mieten unnötig zu erhöhen, außer um neue Wohnungen zu bauen. Denn nur so käme man dann an mehr Quadratmeter und damit mehr Gewinn. Das würde einerseits die Mieten senken, ohne den Haushalt nicht belasten, andererseits aber auch Planungssicherheit für die Unternehmen und Neubau.

  • Aurego

    Klar wäre das finanzierbar! Das Land Berlin könnte z. B. Anleihen begeben, um Entschädigungen zu finanzieren. Aktuell rentieren Anleihen des Bundeslandes Berlin mit ca. 3,8%. Diese Rendite könnte aus den Mieteinnahmen gezahlt werden. Das wäre ein durchaus praktikabler Ansatz.

    • Strolch

      @Aurego:

      Stimmt. Und wenn das Geld für die Zinsen fehlt: einfach die Anleiheninhaber enteignen. Wenn Berlin das macht, dürfte der Zinsatz schnell bei 8-10% liegen, da das ganze kein tragfähiges Geschäft ist.

    • Golzi

      @Aurego:

      Und wer bekommt die Zinsen? Richtig: die Investoren der Anleihen. Staatsanleihen sind auch sicherer. Bei Immobilien weiß man ja nie, ob sich das Investment lohnt 😉

  • uwe

    Die Studie gibt es hier:



    www.imk-boeckler.d...sync_id=HBS-009501

  • (Ver-) Zweifelnder

    Dieses ganze Gefälligkeitsgutachten-Gedöns, egal von welcher Seite, ist nur noch langweilig und, mit Verlaub, Geld- bzw. Arbeitszeitverschwendung.

    Es bleiben nur zwei Varianten und die Entscheidung ist eine politische: Entweder Berlin versucht es gar nicht, oder der Plan wird umgesetzt. Das BverfG wird dann urteilen. Vor Gericht und auf hoher See... Das galt bei den Römern und es gilt heute noch.

    Wenn ich mich richtig erinnere, hielt die Hans Böckler Stiftung übrigens auch den Mietendeckel für machbar. Das Ergebnis ist bekannt.

  • Meriem Aboud

    Was ich null verstehe: VONOVIA etc halten sich doch a die Mietpreisbremse - wenn nicht, soll man sie verklagen. Wo ist der Gewinn durch die Vergesellschaftung? Für die 13mrd EURO könnten 100.000 neue Sozialwohnungen gebaut werden a 60m2 und 2200 Euro je m2.

    • Hatespeech_is_not_an_opinion

      @Meriem Aboud:

      Die Mietpreisbremse erfordert die Klage individuell jeweils einzelner Mieter. Man muss also seinen Vermieter, nach Möglichkeit kurz nach dem man eingezogen ist, verklagen.



      Das machen die wenigsten. Wer will schon ein Mietvertragsverhältnis, gerade bei einer angespannten Marktlage, mit einer Klage gegen den Vermieter beginnen?



      DAS ist illusorisch.



      100. 000 Wohnungen alleine in Berlin wären nur über einen sehr langen Zeitraum umzusetzen. Das löst das Problem der ständig steigenden Mieten nicht absehbar in den nächsten 3-5 Jahren.

    • (Ver-) Zweifelnder

      @Meriem Aboud:

      Neubaukosten von 2200 Euro je qm?

      In Berlin?

      Dann muß es da irgendwo noch ein zweites Berlin geben, denn 2200 € reichen noch nicht einmal, wenn man den Baugrund für umme kriegt.

  • Thomas Zwarkat

    finde den Denkfehler:



    1. die Studie geht davon aus, dass quasi alle Wohnungen gleichzeitig rübergehen, das wird aber nicht der Fall sein, weil es unzählige einzelne Gerichtsverfahren geben wird. Denn eigentlich muss für jedes Gebäude separat das Enteignungsverfahren angestossen werde, da ja teilweise unterschiedliche Wohnbaugesellschaften und der Enteignungsprozess im GG immer auf einen Einzelfall abzielt. Damit wird es unterschiedliche Laufzeiten geben,



    2. Die Gerichte werden wahrscheinlich auf verschiedenen Distanzen unterschiedliche Enteigungssummen festsetzen. die 13,5 Mrd könnten dann schnell mal 20 oder 30 werden! und wie sieht dann die Kostenbelastung für das Land Berlin aus?

    • Ruhrpott-ler

      @Thomas Zwarkat:

      Der Enteignungsprozess den du beschreibst, bezieht sich auf Art.14, nicht Art.15.

  • Torben2018

    Warum nicht einfach das Geld in Neubau investieren? Die Übernahme ist extrem riskant, und schaftt KEINEN neuen Wohnraum, sondern nur höheren Verwaltungsaufwand. In einer Stadt, die hinreichend bewiesen hat, dass sie genau das nicht kann.

  • Torben2018

    Die Studie ist naiv, und geht davon aus, dass sich der Kaufpreis beim vorgeschlagenen Modell lediglich am Ertrag der Wohnungen orientiert und den Preis von Grund und Gebäude vernachlässigt. Das wird gerichtlich keinen Bestand haben. Sie geht auch vom Ertrag heute aus, und vernachlässigt die alleine durch Inflation erwartbaren Steigerungen. Zudem geht sie von einer Eigenkapitalquote von 30 % aus, die letztlich über den Länderfinanzausgleich finanziert würden. Die Geberländer könnten das ihrer Bevölkerung nicht vermitteln. Die Studie wurde mit Zinsannahmen gemacht, die heute schon überfällig sind, und hat einem viel zu niedrigen Sanierungsbedarf angenommen. Und sie spielt bei der vorgeschlagenen Variante 2 mit hohem Risiko, dass die Kosten eben doch (realistischerweise) als Staatskosten angesehen werden müssen.



    Das ist ein Gefälligkeitsgutachten, bei dem Berlin alle Risiken vernachlässigen würden. Wenn die Finanzierung doch erheblich teurer wird, müsste Berlin an anderer Stelle massiv sparen, vermutlich dann im Forschungshaushalt, bei Museen, Nahverkehr und Familienförderung. Ist aber der Linken egal, müsste dann ja eine Nachfolgeregierung erklären.

  • Ulli Gnauck

    In Berlin gibt es laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 1,25 Millionen Single- Haushalte, in dieser Summe dürften etliche Paare mit getrennten Wohnungen enhalten sein.



    Ein Zusammenzug würde den Wohnungsmarkt schon etwas harmonisieren.

    • rero

      @Ulli Gnauck:

      Dann wollen Sie die Paare zum Zusammenziehen zwingen?

      Haben wir schon eine Diktatur?

      Wenn nicht, dürfte es dafür keine Rechtsgrundlage geben.

  • Bürger L.

    Ich würde dafür plädieren, dass der schon 5 Jahre zurückliegende Volksentscheid, bei dem 57,6 % der Berliner*innen für und 39,8% gegen eine Vergesellschaftung bzw. Enteignung gestimmt haben, unter Berücksichtigung aller aktuellen Rahmenbedingungen wiederholt wird.



    Das würde allen drei möglichen Koalitionären Zeit verschaffen und die Verhandlungen erleichtern.



    Vorausgesetzt die drei vereinbaren, das Ergebnis - wie immer es ausfallen mag - dann wirklich zeitnah umzusetzen, könnte eine eventuelle Vergesellschaftung auf einer stabileren Grundlage erfolgen

    • Karla Columna

      @Bürger L.:

      Wenn dieser Volksentscheid wiederholt wird, dann wird als Nächstes der Volksentscheid über das Tempelhofer Feld wiederholt. Beide Entscheide würden diesmal vermutlich anders ausfallen. Beim Tempelhofer Feld wird den Leuten weißgemacht, man könne dort billig bauen. Bei der Vergesellschaftung wird ignoriert, dass sich - unabhängig von der ökonomischen Fragwürdigkeit - jahrelange juristische Auseinandersetzungen ergeben werden, die eher lähmend wirken dürfen. Fragwürdig ist auch, ob es Sinn macht, Volksentscheide so oft zu wiederholen, bis das Ergebnis der eigenen Agenda passt.

      • Machiavelli

        @Karla Columna:

        Baut man Hochhäuser mit grün drumherum kann man genügend Wohnungen bauen den wohnungsmarkt auf Jahre zu entspannen außerdem kann man die Berliner daran gewöhnen das die Zukunft hier statt von skylines geprägt wird wie new York, Berlin Tokyo etc.

  • ImNetz

    Kein Wunder, dass man zu dem Schluss kommt, dass die Finanzierung der Vergesellschaftung bezahlbar ist, wenn die Grundlage der Berechnung ist, dass die Entschädigungszahlung in Höhe von 13,5 Milliarden Euro durch die Bezahlbarkeit der Mieten limitiert wurde? Der Marktwert beträgt rund 40 Milliarden, da wird das Land Berlin vor Gericht gut argumentieren müssen, dass es nicht einfach billig an Wohnungen kommen will.

  • Mustardmaster

    Und demnächst kommt dann eine "Studie" von der Konrad-Adenauer-Stiftung, die genauso plausibel darlegt , warum die "Enteignung" nicht wie gedacht finanziert werden kann. Vier Fachleute, fünf Meinungen!



    Die ganzen Rechenspielchen und Haushaltstopfverschiebungen ändern nichts an der Tatsache das man Geld nur einmal ausgeben kann, kein dringend benötigter neuer Wohnraum geschaffen wird und die Mieten auf dem Gesamtmarkt auch erst Jahre später sinken würden, wenn überhaupt.

  • test_name

    Kann es funktionieren? Keiner weiß es. Anzeige Immo-Scout:

    Neuköllner Mehrfamilienhaus nahe Sonnenallee! **Hohe Rendite**

    3.590.000 €1.705 m²65 Zi.

    Rund 2000€/m2. Wenn man sich das Geld dafür bei der Bank leihen muss: 6%Annuität => 10€/m² Miete, nur für die Finanzierung. Das kann funktionieren wenn man es wirtschaftlich verwaltet und Nichtbezahler schnell los wird. Mit Verwaltung durch Berliner Beamte - eher nicht.







    Man müsste ja nicht gleich 200.000WEs enteignen. 20.000WEs wären doch auch eine Hausnummer. Erfahrung damit sammeln und diese Erfahrungen auswerten. Wenn es sich finanziell wirklich tragen sollte könnte man aufgrund der guten Erfahrungen mit viel besseren Argumenten an den Rest rangehen.







    Wenn es ein Zuschuss-Geschäft wird sollte man es lassen.

    • Aurego

      @test_name:

      Der von Ihnen genannte Preis aus Immoscout ist natürlich ein Angebotspreis, der beim Verkauf großer Bestände einen deutlichen Abschlag erfahren würde.



      Ebenso zahlt das Land Berlin auf eigene Anleihen z. Zt. nur 3,8% Zinsen und könnte, da es keine Privatperson ist, eine Annuität von unter 5% erreichen.

      • test_name

        @Aurego:

        "Verkauf großer Bestände" - richtig, da gibt es Rabatt wenn der Verkäufer verkaufen will und zum regulären Preis keinen Käufer findet.







        Bei der Vergesellschaftung werden die Betroffenen aber kaum Rabatt auf den regulären Preis einräumen wollen.

  • Machiavelli

    Nimmt man hingegen eine realistische entschädigungssumme an: Verkehrswert+Folgeschäden sind die Zinsen deutlich höher und auch die Tilgung kostet, plus Verwaltung, notwendige Modernisierungen (da kommen in den nächsten Jahrzehnten riesige summen dann auf berlin zu) werden die Wohnungen dann zu einem sehr erschwinglichen Preis von 20€+/m² vermietet.

    • Aurego

      @Machiavelli:

      Verwaltung und Modernisierung wird auch in privaten WEGs aktuell über Instandhaltungsrücklagen und Verwaltergebühren finanziert. Die Nettomietrendite dürfte bei großen Wohnungsbeständen mit ca. 4%-5% anzusetzen sein. Auf eigene Anleihen zahlt das Bundesland Berlin aktuell ca. 3,8%. Die bei Privatkäufen üblichen Kaufnebenkosten entfallen weitgehend.

      • Machiavelli

        @Aurego:

        Weil Berlin ja so effizient in der Verwaltung ist....

  • Michael Andreas

    Nennt das doch beim echten Namen. Vergesellschaftung klingt vielleicht herzerwärmend, tatsächlich wäre es nur ein schnöder Zwangsverkauf an das Land Berlin.

    • Aurego

      @Michael Andreas:

      So what! Ich hoffe, dass, falls es dazu kommt, die betroffenen Untrrnehmen größere Bestände auf dem freien Markt anbieten. Dann haben wir vielleicht auch etwas davon (wenn wir gerade Wohnungen kaufen wollen).

  • Dirk Osygus

    Ob eine Vergesellschaftung fianzierbar ist oder nicht, wird kein Ökonom und auch keine Landesregierung festlegen, sondern alleine das Bundesverfassungsgericht.



    Die Richter werden in den nächsten Jahren schön beschäftigt sein, denn jede Partei wird klagen. Seien es die jetzigen Wohnungseigentümer oder die Bundesregierung oder eine von der Linkspartei angeführte Regierung in Berlin.

    • Aurego

      @Dirk Osygus:

      Gerichte äußern sich i. d. R. nur zur Frage, ob etwas gesetzeskonform, nicht, ob es finanzierbar ist.

    • (Ver-) Zweifelnder

      @Dirk Osygus:

      Über die Finanzierbarkeit wird kein Gericht befinden, sondern einzig über die Rechtmäßigkeit einer Vergesellschaftung und gegebenenfalls über die Höhe der Entschädigungszahlungen.

      Die Finanzierung derselben interessiert das Gericht in keiner Weise.

    • Machiavelli

      @Dirk Osygus:

      Vermutlich sogar EU Gerichte.

  • Wortspur

    Naja, wenn man weiß, wem die Stiftung nahe steht.

  • MK

    13,5 Milliarden € macht bei 200.000 Wohnungen gerade mal 67.500 € pro Wohnung. Die Deutsche Wohnen wird die Entschädigung höchstrichterlich überprüfen lassen. Was macht Berlin wenn das Gericht weiterhin extrem niedrige 200.000 pro Wohnung festsetzt. Dann darf Berlin 26,5 Mrd. € nachschießen bzw. die Tilgung kostet dann linear hochgerechnet 1,02 Mrd. € pro Jahr bei Mieterträgen von 0,54 Mrd. € pro Jahr.



    Ein derartig finanzielles Risiko, für eine überschaubare Anzahl an Wohnungen, halte ich unverantwortlich gegenüber der Berliner Bevölkerung.



    Wenn man es wirklich durchziehen will, sollte man die erst mal in einem überschaubaren Rahmen gerichtlich klären lassen. Jemand, der noch nie auf einem Berg war, versucht, den Mount Everest zu bezwingen. Absolute Irrsinn. Man sollte erst mal einen kleineren Immobilienbestand Vergesellschaften.

    • Aurego

      @MK:

      Vonovia selbst bewertet seinen Berliner Wohnungsbestand angeblich mit 23,24 Mrd. Euro.

    • whereischesgmt

      @MK:

      Absolut richtig - man kann ja klein anfangen und mind. zur Kostenmiete vermieten! Dann hat man mehr oder weniger bewiesen, dass das belastbar ist - die Zahlen in dem Bericht sind es nicht.

    • Machiavelli

      @MK:

      Werden halt die Mieten verdoppelt, außer natürlich für genossen.

      • MK

        @Machiavelli:

        Und wenn man das nicht möchte: aus den Mieten kann man pro Wohnung 106.000 € finanzieren.



        Der Arbeitsauftrag an die Politik und die Berliner Wohnungsgesellschaften ist es, die Baukosten für neue Wohnungen derartig zu senken, dass dieses Preisniveau womöglich ist.

  • Frauke Z

    Immerhin wird überhaupt einmal über die Finanzierung der Entschädigungen geschrieben.



    Die kurzfristige Wirkung soll also sein: Berlin macht 10 Milliarden neue Schulden, um sie an Immobilienkonzerne auszuzahlen. (Wir erleben übrigens Schuldzinsen auf einem Niveau wie seit 20 Jahren nicht mehr.)



    Bei einem so großen Unterfangen sollte man intensiv über die Risiken nachdenken. Natürlich wird es viele Klagen geben, und die Prozesse werden sich hinziehen. Aus 13,5 Mrd. Entschädigungen können leicht 30 oder 50 werden, zumal Immobilienpreise ja auch steigen. Darüber werden Gerichte entscheiden - mit offenem Ausgang.



    Eine andere offensichtliche Klagerichtung ist die Frage, welche Wohnungen nach welchen Kriterien enteignet werden. Hier kann es schnell z.B. zu Gleichbehandlungsthemen kommen, die bei einem schwerwiegenden Grundrechtseingriff wie Enteignung sehr präzise untersucht werden.



    ... und wenn sich keines dieser Risiken materialisieren sollte, sagt das noch nichts darüber, ob es wirklich eine gute Idee ist.

    • behr Behr

      @Frauke Z:

      Die Ökonomen können sich natürlich alles „schön“ rechnen, dabei haben sie hier mit einem extrem niedrigen Ausgangswert / Entschädigung kalkuliert, dazu wurde der Zinssatz, natürlich auch wichtig, im Artikel nicht genannt.



      Wäre der Ausgangswert realistisch, wären die Konzerne pleite.

  • Tze Lu-

    Wieso belastet das Eigenkapital nicht den Landeshaushalt, auch wenn als Beteiligung nicht die Schuldenbremse belastet wird, müssen diese 4,5 Mrd wohl irgendwo herkommen. Die Zinsen werden dann aus der Beteiligung der Wohnungsbaugesellschaften finanziert und nicht aus dem Landeshaushalt?

    Gerechnet wir die Verzinsung der 9,5 Mrd der Wohnungsbaugesellschaften mit ca 3,6 % inkl. Tilgung. Sicher das die jetzt schon hochverschuldeten Wohnungsbaugesellschaften diesen Zinssatz bekommen?

    Wie kommt die Stiftung eigentlich auf einen Reinertrag (also nach Steuern, Gehältern, Instandhaltung etc) von 543 Mio?

    Immerhin plant die Studie nicht mit der AöR, wie die in 18 Monaten entstehen soll (Berlin!!!) erschließt sich mir nicht.

    Eigentlich gerade nicht wichtig, die Entscheidung fällt ja nicht mehr in dieser Legislaturperiode.

    • Frauke Z

      @Tze Lu-:

      "Wieso belastet das Eigenkapital nicht den Landeshaushalt"

      Die Gesellschaften bekommen die enteigneten Wohnungen als Sacheinlage. Das könnte eine private Firma im Prinzip genauso machen. Dieser Punkt scheint einigermaßen realistisch zu sein, wenn man von den Details absieht (Welche Eigenkapitalanforderungen bestehen? Wie geht man vor, wenn sich die Enteignungsverfahren hinziehen?).

  • Andi S

    OMG, die Hoffnung auf 13,5 Mrd. EUR Entschädigung ist ja schon beängstigend.

    Ich würde mal eher die Summe verdoppeln und damit wäre man immer noch deutlich unter dem Verkehrswert.

    Und wenn es dann mal geschafft ist, wird kein institutioneller Investor mehr bauen.

    Ein Fiebertraum des urbanen Sozialismuses…

    • Aurego

      @Andi S:

      Dann erzählen Sie bitte mal etwas über den Verkehrswert dieser Immobilien! Würde mich brennend interessieren. Vonovia selbst spricht von 23,24 Milliarden Euro. Das Land Berlin könnte es über eigene Anleihen finanzieren und die Rendite mit den Mieteinnahmen bezahlen. Aktuell zahlt Berlin 3,8% auf seine Anleihen.

  • Šarru-kīnu

    Gibt ja nun durchaus auch Berechnungen die eher so vom doppelten bis dreifachen bei der Entschädigung ausgehen. Verkehrswert der Wohnungen sind derzeit etwa 36 Milliarden €. Ob hier wirklich zu 1/3 des Marktwerts enteignet werden kann, wird sicher eine hitzige Diskussion unter Verfassungsrechtlern ergeben. Entscheiden wird das sowieso am Ende ein Gericht nach jahrelangen Prozessen. Bis dahin passiert gar nichts und nicht eine Miete wird auch nur um einen € sinken. Vielleicht rechnen wir zur Sicherheit auch mal ein worst case scenario durch just in case?

    • Strolch

      @Šarru-kīnu:

      Nix hitzig. Die werden sich schnell einig sein, dass der Verkehrswert anzusetzen ist. Über den Zuschlag zum Verkehrswert wird dann diskutiert werden.

  • Landus

    Ich verstehe nicht, warum man nicht einfach eine wirkliche Enteignung durchführt. Ohne diesen Entschädigungsquatsch.

    • Machiavelli

      @Landus:

      Weil das Grundgesetz das nicht erlaubt und das die deutsche Wirtschaft ruinieren würde und dann würden die Menschen in Berlin zwar günstig wohnen aber ohne Gehalt und Sozialhilfe würden sie sich die Miete trotzdem nicht leisten können.

    • (Ver-) Zweifelnder

      @Landus:

      Weil dazu das Grundgesetz über Bord geworfen werden müsste.

      Lesetipp: GG Art. 14

    • Mopsfidel

      @Landus:

      Wie ist das zu verstehen?



      Klingt stark nach Enteignung "mit Fäusten" - ohne jeglichen rechtlichen Rahmen. Wir leben in einem Rechtsstaat und dessen Gesetze stehen über allem.

  • Bolzkopf

    Natürlich ist Vergesellschaftung finanzierbar.



    Und noch nie konnte man so deutlich sehen dass gewisse schwarze Parteien sich mit Zähnen und Klauen dagegen stellen - zu unser aller Schaden.

    Und es gibt noch einen wichtigen Punkt:



    An vielen der im Fadenkreuz stehenden Wohnungsbaugesellschaften sind US-Finanzinvestoren beteiligt.



    Und wenn die auf Onkel Donalds Schoß etwas rumrutschen ... oOo ...

    • FriedrichHecker

      @Bolzkopf:

      An vielen der im Fadenkreuz stehenden Gesellschaften sind nicht nur amerikanische Finanzinvestoren beteiligt, sondern auch europäische Rentenversicherungen (beispielsweise aus den Niederlanden oder Skandinavien). Wenn denen plötzlich Geld fehlt, braucht es keinen Onkel Donald für schlechte Laune in Berlin...

    • Leo Onlin

      @Bolzkopf:

      Wer heute enteignet bzw. zu einem Preis unter Wert Immobilien übernimmt, der streicht morgen auch Rentenansprüche oder übernimmt Bankvermögen oder erhebt Zwangsabgaben für jeden Grundbesitz. Nur wer wirklich mittellos ist, hat vielleicht kurzzeitig was davon. Alle anderen haben mehr zu verlieren als sie an billiger Miete gewinnen könnten.

      Irgendwie hat sich Berlin noch nicht von den ultra-niedrigen Mieten der 2010er Jahre entwöhnt.

  • Gast100100

    Was passiert mit der eingetragenen Grundschuld? Ist der in der Studie ausgerechnete Verkehrswert identisch mit den Daten der Finanzbehörden - in Ballungszentrenten dürften die Bewertungen der Finanzämter durch die Grundsteuerreform erheblich gestiegen sein? Wie hoch sind die Kosten für die Sanierungen, wenn Deutschland gemäß UN-Auftritt in dieser Woche bis 2045 klimaneutral sein soll?

    • Aurego

      @Gast100100:

      Die Grundschulden werden gelöscht wie bei jedem normalen Immobilienkauf. Das ist nicht das Problem.



      In Berlin hat sich - wenigstens an meinen Grundsteuerzahlungen - kaum etwas geändert und wie die Finanzämter die Immobilien bewerten, ist bei einer Übernahme durch das Bundesland Berlin - ob durch Vergesellschaftung oder normalen Kauf - vollkommen egal. Berlin würde die Steuern ja an sich selbst zahlen.



      Die Sanierungen müssten irgendwie bezahlt werden, aber durch die Wohnungen werden ja auch Einnahmen generiert, die wahrscheinlich nicht vollständig zur Finanzierung verwendet werden müssen.

  • Il_Leopardo

    Bin gespannt, ob sich Mehrheiten für eine Vergesellschaftung oder gar Enteignung überhaupt finden werden. Ich denke eher nein. Letzten Endes würde eine positive Entscheidung Tür und Tor für die Vergesellschaftung noch ganz anderer Wirtschaftszweige führen, die in unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnung niemand will (schlechte Erfahrungen in bestimmten anderen Ländern!!!).

    • uwe

      @Il_Leopardo:

      "(schlechte Erfahrungen in bestimmten anderen Ländern!!!)."

      Wieso in bestimmten anderen?



      Schon vergessen?



      In diesem unserem eigenen, östlicher Landesteil, vor 1989.

  • Herma Huhn

    Muss denn die Enteignung an einem Stück passieren? Würde es nicht reichen, das Vorkaufsrecht so zu nutzen, dass die Spekulation mit Immobilien keinen Sinn mehr ergibt und auch Firmenübernahmen nur noch möglich sind, wenn die Immobilienbestände daraus gelöst werden? Dann könnte Berlin die Wohnungen nach und nach kaufen ohne das Schreckgespenst Enteignung wahr werden zu lassen. Und die übermäßigen Mieterhöhungen nach jedem Verkauf würden automatisch wegfallen.



    Aber vermutlich gibt es da irgendeine Angel im Kleingedruckten, die genau das verhindert.

    • Aurego

      @Herma Huhn:

      Das über eine Regelung mit Vorkaufsrecht bewerkstelligen zu wollen, würde zu teuer und zu lange dauern.

    • Strolch

      @Herma Huhn:

      Weil das viel zu teuer wäre. Die in dem Gutachten angegebe Entschädigung ist weit unter Verkehrswert.

    • Machiavelli

      @Herma Huhn:

      Die Wähler wollen halt jetzt günstig wohnen, Folgeschäden der eigenen Entscheidung interessieren nicht. FDP Attitüde für Arme.

    • Bolzkopf

      @Herma Huhn:

      Ich denke mal die "Angel" steht nicht im Kleingedruckten sondern wurde von den Lobbiisten passgenau in den Gesetzestexten und -kommentaren versteckt.

      Denn eins ist klar: In Deutschland weiß niemand (besonders nicht das Volk) wer hier die Gesetze macht.



      Bekannt ist nur, wer über die Gesetze abstimmt und sie verabschiedet.



      Wer den Inhalt ausgebrütet hat weiß niemand.