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18.06.2026 , 20:56 Uhr
Das ist durchaus immer wieder Thema - in den Kommentaren hier in der TAZ unter anderem. Erbschaft wird oft als generell ungerecht dargestellt und laut überlegt, ob man diese abschaffen könnte oder einfach so weit besteuern, dass man sie ad absurdum führt. Die Parteispitze weiß natürlich, was sie rechtlich sagen und fordern darf.
Interessant ist allein, dass der Aufschrei nur kommt um DIE LINKE zu verteidigen, wenn man den Vorwurf einfach mal ungefiltert zurück übers Netz spielt. Der CDU den Vorwurf zu machen, sie hätte ein Problem mit dem Grundgesetz? Kein Problem. Aber dasselbe den Linken vorzuwerfen geht gar nicht! Allein das wollte ich mit dem Kommentar aufzeigen.
zum Beitrag17.06.2026 , 02:40 Uhr
In allererster Linie steht im Grundgesetz erstmal, dass das Eigentum und das Erbrecht gewährleistet werden. Da hat wohl eher die Linke ein Problem mit dem Grundrecht - so oft wie Erbschaft dort als Grund allen Übels stilisiert wird. Enteignungen hingegen sind nur eingeschränkt erlaubt, denn sie bedürfen einer sorgfältigen Interessenabwägung.
Einer Partei generell ein Problem mit dem Grundgesetz zu unterstellen, wenn es diese Interessenabwägung anders beurteilt als die Linke, ist Populismus und nicht zielführend.
zum Beitrag13.06.2026 , 04:01 Uhr
Es gibt z.B. in Bremen ein Pilotprojekt (BRISE), das die Familien von der Schwangerschaft bis zur Einschulung begleitet um frühkindliche Bildung zu fördern. Auf die Ergebnisse bin ich gespannt. Halte den Ansatz aber für richtig.
zum Beitrag13.06.2026 , 03:58 Uhr
War mir schon klar, was Sie meinen. Ihr Kommentar zeigt eigentlich nur, dass sie nicht verstanden haben, dass es nicht um Eltern mit Kohle, sondern um Eltern mit Engagement geht. Das kauft man sich nicht.
Immerhin geht Ihr Kommentar mit der TAZ konform, dass das Problem allein Menschen in verantwortungsvollen Berufen wie Ärztin und Richter sind, die entsprechend gut verdienen, anstatt mal über den eigenen linken Tellerrand zu schauen, ob man eventuell Probleme übersieht.
zum Beitrag13.06.2026 , 03:46 Uhr
Die Schubladen werden nicht einfach wahllos aufgemacht. Gehen Sie mal an verschiedene deutsche Grundschulen und sprechen mit den Lehrkräften. Schauen Die dort, wie groß die Bildungsunterschiede bereits bei der Einschulung sind, welchen Einfluss Medienkonsum bereits ab dem Kleinkindalter hat und warum dieser Bildungsrückstand während der Grundschulzeit nicht kompensiert werden kann, sondern größer wird, wenn die Eltern nicht mitziehen und die Kinder weiter grenzenlos Medien konsumieren anstatt zuhause das in der Schule Gelernte zu wiederholen. Mehr Bildungsgerechtigkeit durch längeres gemeinsames Lernen wird, ebenso wie Gesamtschulen, ja bereits versucht umzusetzen. Dass das bislang nicht flächendeckend geschieht als alleinige Ursache zu betrachten ohne genau hinzuschauen, wieso es überhaupt so extrem unterschiedliche Leistungsniveaus bei Grundschülern gibt und stattdessen bereits vor der Schule anzusetzen, halte ich für falsch. Die Verbesserung des Schulsystems muss einhergehen mit der Förderung von Eltern, ihre Kinder richtig zu unterstützen. Sonst werden die Unterschiede stets bleiben.
zum Beitrag11.06.2026 , 20:48 Uhr
Das kann ich gut verstehen angesichts all der Kinder, die vernachlässigt werden, Gewalt erleben und weniger interessant für ihre Eltern sind als das eigene Smartphone.
zum Beitrag11.06.2026 , 20:46 Uhr
Wer spricht denn von diesem Umkehrschluss? Der Kommentar, auf den ich geantwortet habe, sieht die Gründe allein im Geld. Ich zeige wesentliche andere Gründe auf. Und nein, es ist nicht nur frühkindliche Bildung. Kinder, denen die frühkindliche Förderung durch Eltern fehlte, haben in der Schule ja meistens noch dieselben Eltern. Wenn man sich wenig mit seinem Kind beschäftigt, wird eben auch das tägliche Üben eines Instruments zuhause nicht gefördert. Durchhalten und dran bleiben ist eben auch etwas, was man lernen muss und zwischendurch äußerer Unterstützung durch die Eltern bedarf. Kein Schulsystem, sei es noch so gut, kann die häuslichen Strukturen verändern. Es ist notwendig, dieses Problem zu adressieren anstatt immer auf diejenigen mit mehr Geld zu schimpfen.
zum Beitrag11.06.2026 , 20:35 Uhr
Danke! Ich bin es auch leid, mir gesellschaftlich vorwerfen zu lassen, dass ich meinem Kind vorlese (kostenlos für Kinder durch Stadtbibliothek), es vom Fernseher fernhalte (spart Strom und Geld), schulische Leistungen und das Interesse an Themen fördere (viele kostenlose oder -günstige Möglichkeiten, Angebote von Museen z.B.) und es kein Smartphone unter 14 Jahren bekommt (spart sogar Geld). Am besten, wir hören damit auf! Dann gibt es keine gesellschaftlichen Unterschiede mehr. Wie schön! Ob wir dann noch Chefärztinnen und Richter haben, ist abzuwarten. Aber wer braucht die schon?
zum Beitrag11.06.2026 , 11:59 Uhr
Die Weichen, auf welche Schule ein Kind wahrscheinlich kommt, werden deutlich vor der Einschulung gestellt. Die Untersuchungsergebnisse der kindlichen Entwicklung in den ersten Lebensjahre, einer Phase, in der grundlegende neuronale Verknüpfungen stattfinden, zeigt, dass gerade dort die Unterstützung und Förderung der Eltern benötigt wird. Ein besseres Schulsystem kann die Auswirkungen fehlender Beschäftigung mit den Kindern im Elternhaus versuchen ein wenig zu kompensieren, aber die eigentliche Ursache liegt nicht im Schulsystem.
zum Beitrag11.06.2026 , 11:52 Uhr
Ich denke doch, dass es mehr Gründe gibt als keinen SUV zu haben.
Es geht generell um die Frage, ob Eltern ihre Kinder fördern (und fordern). Das fängt bereits mit dem Medienkonsum von Kleinkindern an, geht übers Vorlesen und gemeinsame Spielen bis dahin, selber auf eine genaue Sprache zu achten, die man den Kindern vorlebt. Fällt diese Förderung im Elternhaus weg, sind die Bildungskarrieren bis in den Beruf statistisch gesehen häufig schon vorbestimmt. Ein Dreijähriger, dem so gut wie nie vorgelesen wurde und der seit 2 Jahren täglich Fernsehen konsumiert, kann auch durch Kindergarten und Schule kaum noch das Bildungsdefizit der ersten prägenden Jahre aufholen. Man kann probieren, da mit dem Bildungssystem gegenzusteuern, aber im Grunde muss man nicht an die Kinder ran, sondern an die Eltern. Insofern finde ich es immer befremdlich, wenn Worte wie „Bildungsbürgertum“ abwertend genutzt werden und den engagierten Eltern ihr Engagement auch noch vorgeworfen wird, durch das die Kinder dann bessere Chancen haben.
zum Beitrag05.06.2026 , 16:11 Uhr
Es ergibt keinen Sinn diejenigen, die mit dem Verkauf ihrer Arbeit und Zeit viel verdienen, eben dafür zu kritisieren. Die Kritiker ökonomischer Verhältnisse versuchen damit doch genau das, was sie beschreiben: den Unterschied zwischen den beiden Gruppen (muss Arbeit und Zeit verkaufen vs muss das nicht) zu verwischen und allein anhand des Einkommens zu unterscheiden. Soviel zur Selbstkritik.
zum Beitrag04.06.2026 , 07:36 Uhr
Die Kritiker ökonomischer Verhältnisse kritisieren allzu oft nicht aus Gerechtigkeitssinn nur die einigen Wenigen, die es verdient haben, sondern häufig eben auch die, die mehr verdienen, weil sie bei ihrer ehrlichen Arbeit viel Verantwortung tragen, viel Eigenverantwortung übernommen haben und übernehmen und 10 und mehr Jahren in ihre eigene Lehre und Ausbildung gesteckt haben. Weil sie aber nicht zur Selbstkritik, sondern nur zur Kritik anderer in der Lage sind, nennen sie es dann „Narrativ der Neiddebatte“.
zum Beitrag04.06.2026 , 06:44 Uhr
Ja, als Arzt oder Ingenieur z.B. bleibt man in der Regel auch im Ausland Besserverdiener. Nicht selten verdient man sogar mehr als in Deutschland oder bekommt zumindest mehr geboten, weil die Straßen und Brücken intakt sind, die Kinder gute Bildung bekommen und der Beruf mit Familie vereinbar ist. Nicht alle Besserverdiener sind in Deutschland solche, die leistungsloses Einkommen haben und Gesetzeslücken kennen. Es gibt durchaus auch Menschen, die mit ehrlicher Arbeit, viel Verantwortung und einem hohen Ausbildungsaufwand mehr verdienen als der Durchschnitt. Dass von linker Seite das Wort „Besserverdiener“ dann ähnlich wie das Wort „Gutmensch“ von rechts benutzt wird, ist nur ein weiterer Grund zu gehen.
zum Beitrag02.06.2026 , 18:55 Uhr
„Denn es sind (…) vor allem die Narrative überbordender Gewalt in den Städten, völligen Zerfalls, nicht enden wollender öffentlicher Geschlechtsumwandlungen, und gendern muss man wahrscheinlich auch noch, sonst wird man getötet, verklagt oder sogar angemeckert.“
Nein, das sind in der Regel nicht die Gründe in die Schweiz auszuwandern, sondern weil der Lebensstandard dort höher ist als hier. Von den vielen Steuern, die ich in Deutschland zahle, bekomme ich schlechte Infrastruktur, schlechte Bildung für meine Kinder, fehlenden Zivilschutz und keinerlei Zukunftsvisionen in der Politik. Ein Parteiwechsel ist in Deutschland auch kein Systemwechsel - dann erfolgt die Politikführung zum eigenen Machterhalt nur einfach für eine andere Partei, aber die Trägheit und Ideenlosigkeit in den Amtsstuben bleibt ebenso wie die überproportionale Einflussnahme einiger weniger Interessengruppen. Für die einen sind dies die Gründe auszuwandern, für die anderen die AfD zu wählen. Ich bedaure beides. Wer Bildungsmisere, soziale Ungleichheit, marode Infrastruktur und fehlende Zukunftsvisionen aber eals nebensächlich abtut, übersieht etwas. Vielleicht ist das ja auch einfach nur wieder Stimmungsmache.
zum Beitrag26.05.2026 , 19:37 Uhr
Wer definiert denn was mit der Religion etwas zu tun hat und was nicht? Mit der Interpretation, dass die 10 Gebote nichts mit dem Christentum zu tun hätten, stehen sie unter den Christen vermutlich recht alleine da. Selbst Jesus sagt in der Bergpredigt, er sei nicht gekommen um die alten Gesetze aufzulösen, sondern zu erfüllen. Und er auch differenziert deutlich zwischen denjenigen, die diesen Geboten gehorchen und glückselig werden und denjenigen, die nicht gehorchen und bestraft werden.
Im Prinzip ist es ja schön, wenn Sie die Bibel aufklärerisch und humanistisch interpretieren, aber diese Interpretation liegt dem Buch und dem christlichen Glauben mit ihm nicht zwangsläufig inne. Das, was sie “falsch machen” nennen, lässt sich ebenso sicher und absolut als recht verstandenes Christentum vertreten wie Sie sicher sind, dass Ihre Interpretation richtig ist.
Und genau das ist an Religionen zu kritisieren.
zum Beitrag26.05.2026 , 07:10 Uhr
Welche Sünde? Die Erbsünde, durch die die Menschen sich von Gott entfernt haben. Sie gilt im Christentum für alle Menschen. Nur durch absoluten Gehorsam ist es den Menschen in Aussicht gestellt diese unverschuldete Last abzulegen und die Liebe Gottes zurückzuerlangen. Humanitäres Handeln ist keine zwingende Folge christlichen Glaubens (Krankenpflege vs. Hexenverbrennung und Kreuzzüge). Im Christentum steht nicht der Mensch im Mittelpunkt, sondern ein HERR, ein Gott, ein eifersüchtiger Gott: Er sucht die Schuld der Väter an den Kindern heim, an der dritten und vierten Generation, bei denen, die ihn hassen; doch er erweist Tausenden seine Huld bei denen, die ihn lieben und seine Gebote bewahren.
zum Beitrag13.05.2026 , 21:37 Uhr
Druck ist erstmal nur die Wirkung einer Kraft. Dabei geht es bei weitem nicht nur um “potentielle” Wirkungen negativer Reaktionen, sondern um die Lebensrealität vieler Menschen (z.B. Frauen). Ihnen zu unterstellen, sie seien das Problem, weil sie nun einmal wählen würden, sich nicht der gesellschaftlichen Erwartung anzupassen und deshalb mit den erwartbaren Folgen zurechtkommen müssten während Sie diejenigen, die für eben diese Folgen verantwortlich sind, unkritisch ihre eigenen Ideale auf andere übertragen lassen wollen, überrascht mich als Argumentation im linken Politikspektrum. Von “unterwerfen müssen” habe ich auch nicht gesprochen. Natürlich kann man dagegen ankämpfen. Wir Frauen tun es tagtäglich. Daher mein fehlendes Verständnis dafür, dass man das, wogegen wir ankämpfen, nun an anderer Stelle implementieren will.
zum Beitrag13.05.2026 , 21:26 Uhr
Ich möchte auch nicht in einem „gesunden Mittelmaß” sexualisiert werden, sondern einfach gar nicht. Ich bin nun einmal nicht auf Partnersuche. Und nur weil andere es sind, gibt es ihnen doch kein Recht irgendetwas in Hinsicht auf meine Erscheinung zu fordern.
Problematisch an Ihrem Kollegen ist nicht das Äußere, sondern seine Einstellung, weil er Frauen nach Äußerlichkeiten beurteilt. Weder wird das von kürzeren Nasenhaaren besser noch ergäbe sich irgendein Recht darauf, das zu tun, aus einem eigenen besseren oder gepflegteren Aussehen.
zum Beitrag13.05.2026 , 07:13 Uhr
Einen gesellschaftlichen Zwang in der Öffentlichkeit sehen Sie nicht? In der Kita der Kinder meines Bruders galt er unter den Erzieherinnen fälschlicherweise als arbeitslos, weil er häufig Jogginghose beim Abholen trug. Zu diesem Kleidungsstück wird gesellschaftlich dann auch gerne Karl Lagerfeld bemüht. Mehr Urteil geht nicht! Männer in Socken und Sandalen, die gerade Urlaub machen, werden schräg angeguckt und verspottet. Als Frau alles doppelt so schlimm, wenn man sich erdreistet keinen BH zu tragen oder unrasierte Beine zu haben. Ein gewisser Dresscode wird nicht nur in Subkulturen, sondern in der Öffentlichkeit verlangt. Das sieht man ja an den zahlreichen Kommentaren hier und an dem Hauptartikel.
zum Beitrag12.05.2026 , 18:37 Uhr
Genau dann ist es doch aber Druck von außen. Wenn der Anzug einem im Büro Vorteile verschaffen kann (oder eben nicht), besteht ja der gesellschaftliche Druck sich „richtig“ zu kleiden. Als würde sich die Leistung dadurch verändern, die man bei der Arbeit bringt. Druck entsteht auch durch Beleidigungen, wenn man nicht dem Erscheinungsbild entspricht, das sich der gegenüber von einem wünscht. Da heißt es dann: „Wie sieht die denn aus?“ Es gibt Fettshaming, auch hier in den Kommentaren gibt es reichlich Häme zu lesen von „Modesünden“ und „No Gos“ - selbst bei Freizeitkleidung. Trauen Sie sich als Frau mal ohne BH oder mit unrasierten Beinen und Rock raus und sagen Sie mir dann, den Druck würde man sich nur innerlich machen.
zum Beitrag12.05.2026 , 14:11 Uhr
Es geht doch in dem Artikel nicht um Partnerschaften und Sexualität, sondern um das Erleben von wildfremden Menschen auf der Straße, bei der Arbeit,...
Frauen wurden so lange von der Gesellschaft gegängelt, dass sie schlank, fit, faltenlos, stets ausgeruht und attraktiv aussehen sollen, dass ganz viele dies in ungesunder Weise für sich angenommen haben. Rausgehen ohne Make-up? Für viele unmöglich. Den kurzen Rock lässt man im Schrank hängen, weil man keine Zeit mehr hat sich zu rasieren, auch wenn man ihn gerne tragen würde.
Mir ist völlig unklar, warum man, nachdem es bei den Frauen schief gegangen ist, nun auch die Männer unter denselben gesellschaftlichen Druck stellen will.
Als Frau kann ich dazu nur sagen, dass es mir geholfen hat in einem Umfeld zu arbeiten, in dem durch einheitliche geschlechtergleiche Kleidung die Leistung und Kompetenz mehr zählt als das Aussehen. Ich weigere mich nämlich mich außerhalb meiner Sexualität sexualisieren zu lassen. Und die Arbeit gehört ganz sicher dazu. Wo und wann ich bereit bin, körperbetont die Aufmerksamkeit von Männern zu erregen, sei doch bitte mir überlassen.
zum Beitrag12.05.2026 , 11:02 Uhr
„Der Mann wirkt erstaunlich gleichgültig gegenüber seiner Erscheinung. Er hat nie gelernt, sich selbst zu sehen.“
Das war auch nie vorgesehen. Natürliche Spiegel wie Wasseroberflächen geben allenfalls ein stark verzerrtes Abbild der Realität wieder. Moderne Spiegel, Fotos und Videos lassen uns etwas unnatürliches erleben, auf das wir uns dann zu extrem fokussieren. Dabei geht es vielen nicht mal um das „sich selbst sehen“, sondern um die Erscheinung, die Wirkung auf andere. Kleidung und Mode wird zur Demonstration von Macht, Geld, Wohlstand, usw genutzt. Gesellschaftliche Zwänge gängeln den Einzelnen, wie hier auch schön zu lesen, weil dieses oder jenes ein „No Go“ oder eine „Modesünde“ sein soll. Das Werten, Überbewerten und Reduzieren von und auf Äußerlichkeiten nimmt dabei den Blick weg von dem, worauf es wirklich ankommt: wer in der Kleidung steckt. Das ist eher kontraproduktiv, wenn jemand wirklich „sich selbst sehen“ will.
zum Beitrag12.05.2026 , 09:42 Uhr
Ich stimme zu. Und habe doch Verständnis, weil die Ursache vermutlich in den Erlebnissen der Mutter steckt, die selbst von männlicher Gewalt betroffen war.
zum Beitrag12.05.2026 , 09:05 Uhr
Eine Dame hier. Bei mir kommt der ehrliche Hoodieträger besser an als der anzugtragende Lackaffe.
zum Beitrag11.05.2026 , 23:57 Uhr
Erziehungsziel nach „Sicherheit und Unversehrtheit“ sollte doch eher Selbstvertrauen, Zufriedenheit, Glücklichsein und/oder Empathie sein. Dann stehen die Chancen gut, dass es im Ergebnis auch mit der Gewaltfreiheit gegenüber Frauen funktioniert. Dieses Ergebnis an erste Stelle zu erheben, deutet für mich eher auf eine Mutter hin, die bei der Erziehung des Kindes noch stark in der eigenen Thematik steckt. Kinder sind aber nicht dafür da um unsere Lücken zu füllen und unsere Narben zu heilen. Die Einsicht, dass ein Kind kein Prestigeobjekt ist, durch das man die eigene feministische Leistung vor allem noch als Alleinerziehende vorzeigen kann, scheint es ja gegeben zu haben. Manchmal bedarf es eben einer zweiten erziehenden Person und häufig ist es auch nützlich, wenn diese einen anderen Blickwinkel hat - z.B. aufgrund anderer Erfahrungen durch anderes Geschlecht.
Wir können nur hoffen, dass es uns gelingt, Zuversicht, Selbstvertrauen, Liebe und Empathie so tief in unseren Kinder zu verwurzeln, dass ihnen Medien, Trends und Influencer das nicht wieder austreiben können.
zum Beitrag11.05.2026 , 23:13 Uhr
Wenn Kleidung nicht funktional ist, sondern ein Bewusstsein der eigenen Erscheinung bedeuten soll, liegt das häufig daran, dass man in einer Art und Weiss „erscheinen“ will, die man eigentlich nicht zu bieten hat. Mode wird genutzt um sich selbst zu verkaufen, wenn die eigene Leistung/Kompetenz/Liebenswürdigkeit oder was auch immer allein nicht überzeugen kann. Man will schöner, reicher, selbstbewusster, stärker, sanfter, dicker oder dünner wirken als man eigentlich ist. Da bin ich raus. Kleidung soll meinen Körper vor Kälte und anderen Umwelteinflüssen schützen. Bei der Arbeit sollten Äußerlichkeiten unerheblich sein. Bin ich froh, dass wir bei der Arbeit alle einheitliche Kleidung tragen müssen! Sich täglich in irgendein „Kostüm“ zu zwingen ist doch eher etwas für Karnevalisten.
zum Beitrag05.05.2026 , 05:03 Uhr
Die Bevölkerung arbeitet gegen ihre eigenen Interessen. Einfache Denkmodelle, Sündenböcke und Stammtischparolen erfordern weniger Arbeit sich in Themen einzulesen als in dieser komplexen, globalisierten Welt eigentlich notwendig wäre um wirklich Ahnung zu haben. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden mehr und mehr in allen Lebensbereichen ignoriert oder sogar dagegen vorgegangen. Das fing an mit erneuerbaren Energien, geht über Impfungen (gerne auch im linken Spektrum) und „alternative Medizin“ bis hin zum Klima. Ganz schlimm wird es, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse als Lösung eine Änderung des Lebenswandels jedes Einzelnen sehen. Denn Lösungen sollen bitte ohne eigenen Verzicht (auf Fleisch, Autos, immer größeren Wohnraum, Bewegungsmangel und ständig steigendem Energiebedarf oder oder oder) erfolgen. Und trotzdem dürfen die Menschen das. So ist Demokratie nun einmal. Man darf sich damit auch das eigene Grab schaufeln.
zum Beitrag29.04.2026 , 22:50 Uhr
„Beispielsweise fangen 80% der Kinder aus Akademikerfamilien ein Studium an. Alle anderen müssen sich verdammt anstrengen, um nach oben zu kommen.“
Das verkennt allerdings, dass sich die Eltern und Kinder dieser Akademikerfamilien ebenfalls verdammt anstrengen. Das fängt bei Frühförderung an, geht über das abendliche Lesen und wenig bis keine Medienzeiten für (Klein)kinder bis zur Hausaufgabenbegleitung und viele viele Beispiele mehr aus dem Alltag. Bildung an sich und auch Bildung als Wert zu vermitteln ist anstrengend und verlangt Eltern und Kindern einiges ab. Diese Leistung sollte man denjenigen auch nicht nur deshalb absprechen, weil es dem Staat nicht gelingt Förderung dort effektiv hinzubringen, wo sie familiär nicht oder zu wenig erfolgt. Es entscheidet weniger der Geldbeutel als die Bildungsnähe über die akademische Zukunft der Kinder.
zum Beitrag25.04.2026 , 03:45 Uhr
Nicht zu vergessen: die böse Pharmaindustrie!
zum Beitrag20.04.2026 , 13:15 Uhr
Wo haben Sie die Zahlen denn her? Meinen Sie Reinertrag? Wieviel Steuern, Vorsorge und Betriebskosten gehen davon denn noch ab? Und sind die 6-stelligen Kredite für den Kassensitz und/oder die 2 Millionen Euro, die das MRT-Gerät kostet schon mit einberechnet? Plus Anschaffung eines Röntgengerätes und mindestens eines Ultraschallgerätes natürlich.
zum Beitrag20.04.2026 , 13:02 Uhr
Weil sie leider im Staatshaushalt kein Geld dafür (eingeplant) haben. Deshalb setzen sie nur um, was unsere Haushaltskassen belastet. Ob wir dafür Geld haben oder nicht, ist dabei irrelevant.
zum Beitrag20.04.2026 , 12:59 Uhr
“Wieso wird z.b. die private Krankenversicherung und die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht einfach abgeschafft?“
Weil das eben nicht einfach ist. Da gibt es sehr hohe verfassungsrechtliche Hürden.
Sinnvoll wäre es auch nur in Kombination mit der Abschaffung der privaten Krankenversicherung, da ohne Beitragsbemessungsgrenze das Abwandern freiwillig gesetzlich Versicherter in die private Krankenversicherung deutlich attraktiver würde. Auch eine solche Abschaffung der PKV ist ganz sicher nicht einfach.
zum Beitrag20.04.2026 , 04:29 Uhr
“Im EU-Vergleich ist Deutschland mit seinen Gesundheitsausgaben Spitze, nicht aber mit den Gesundheitsdaten. Unsere Lebenserwartung etwa ist leicht unterdurchschnittlich […] Das deutsche Gesundheitssystem ist besonders teuer, aber nicht besonders gut.”
Ich wundere mich immer über diesen schnelleren Rückschluss. Wie unterscheidet sich denn das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung in diesen Ländern? Wie sind Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten? Wie stark ist Rauchen verbreitet und welchen Stellenwert hat übermäßIger Alkoholgenuss in der Gesellschaft? Das alles muss man doch erstmal erörtern bevor man dem Gesundheitswesen den Stempel “ineffizient” aufdrückt. Eine Gesellschaft, die sich selbst weniger gut gesund hält, gesund zu halten, ist eben teurer und aufwendiger als eine Gesellschaft gesund zu halten, die selbst etwas mehr darauf achtet. Der Fassanstich zum Massenbesäufnis von Politikern ist dabei nicht Ursache, sondern Folge einer gesellschaftlichen Haltung. Wir verteidigen Bier, Schnaps, Eisbein und Autos im Übermaß als deutsche Traditionen und erwarten oftmals Genesung ohne große Eigenleistung.
zum Beitrag19.04.2026 , 07:12 Uhr
Diese Grundaussage wird auch von den meisten nicht kritisiert. Allerdings beschwert sich die Autorin zunächst darüber, dass Geisteswissenschaften abgewertet werden und Interessierten Angst mit „Brotlosigkeit“ gemacht werden würde. Nur um dann ebenso andere Studiengänge abzuwerten. Es geht um Sätze wie „Jeder Taschenrechner kann Mathe. Auf einen Master in Gender Studies kann man wirklich stolz sein.“ oder dass suggeriert wird, allein bei den Geisteswissenschaften könne man kritisch denken lernen. Das kritisiere ich. Natürlich kann man hinterher immer behaupten, eine Aussage wäre nur überspitzt und eigentlich gar nicht so gemeint. Das ist allerdings auch nur ein weit verbreitetes Mittel um mit allem möglichen durchzukommen. Gerne genutzt von Rechten.
zum Beitrag17.04.2026 , 20:34 Uhr
Von einer solchen Abgeltung findet sich allerdings nichts in den Verträgen zwischen Kassen und Ärzten - anders als bei den von Ihnen angeführten Beispielen, in denen das explizit vertraglich geregelt ist.
Von “alle” und “immer” habe ich nichts gesagt, es ist jedoch der Regelfall. Die Ärzte dürften aus purem Altruismus mehr Patienten und dann unentgeltlich behandeln. Aber wieso sollten sie das regel- und dauerhaft über die Maße tun? Eine Arztpraxis ist immer auch ein Wirtschaftsbetrieb mit Personalkosten, dem Risiko von Kosten durch Personalausfälle und meist mit 6-stelligen Krediten, die bedient werden müssen.
Verbessern kann man das System, aber nicht jeder Vorschlag ist auch ein guter.
zum Beitrag16.04.2026 , 23:01 Uhr
Teile Ihrer Antwort grenzen an Selbstverantwortung und könnten die Bevölkerung verunsichern!
zum Beitrag16.04.2026 , 22:58 Uhr
Wie schön muss es in der eigenen Blase sein, wenn Chemikerinnen nur Antifaltencreme herstellen, Bauingenieure gesellschaftlich auch nicht wichtiger als Influencer sind und man meint studierte Mathematiker mit Taschenrechnern ersetzen zu können. Und dann kommt auch noch die übliche Mär der bösen Pharmakonzerne. Vielleicht sollte man beim selbst propagierten kritischen Denken nicht vergessen auch die eigenen Überzeugungen ab und zu wieder auf den Prüfstand zu stellen. Ich verzichte im Zweifel lieber auf Theater und Kunstausstellung als auf Antibiotika und sichere Bauten, aber das bin vermutlich nur ich. Wobei es ja auch gereicht hätte, die Vorzüge des eigenen Studienganges anzupreisen anstatt dasselbe zu tun, was man bei anderen kritisiert: bestimmte Studiengänge abzuwerten.
zum Beitrag16.04.2026 , 20:57 Uhr
Es ist eine weit verbreitete Fehleinschätzung, dass Privatpatienten statt Kassenpatienten behandelt werden würden. Die Fachärzte schöpfen die vorgegebenen Grenzen ihres Kassensitzes meistens aus. Bedeutet: sie behandeln so viele Kassenpatienten pro Monat wie sie dürfen. Darüber hinaus geleistete Arbeit wird allerdings von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt. Würden Sie gerne ohne Entlohnung arbeiten? Stattdessen behandelt man dann eben Selbstzahler und Privatpatienten.
Wer mehr Facharzttermine für die Bevölkerung haben möchte, sollte von den Kassen fordern, dass diese mehr Kassensitze anbieten (von wegen “Bedarfsplanung”) und von der Politik fordern, dass wir mehr Ärzte ausbilden anstatt den hier noch praktizierenden Ärzten generell Gier zu unterstellen, weil diese nicht kostenlos Patienten behandeln wollen.
Bei Terminen rein nach Dringlichkeit fallen als erstes die präventiven Maßnahmen hinten runter, wodurch wir mehr Krankheiten erst in fortgeschrittenen Stadien entdecken, was umfangreichere und damit teurere Behandlungen bedeutet. Schon beißt sich die Katze in den Schwanz.
zum Beitrag09.04.2026 , 20:25 Uhr
Wofür bin ich ein Beispiel?
zum Beitrag09.04.2026 , 13:15 Uhr
Mündige Menschen dürfen unvernünftige Entscheidungen treffen!
Verbote greifen falls durch unvernünftiges Verhalten andere Rechtsgüter als nur die eigene Gesundheit gefährdet werden.
Im linken Bildungsbürgertum hat sich allerdings die Auffassung verbreitet, man selbst wisse besser welche Lebensweise richtig für alle anderen sei und dass man ihnen notfalls aufzwingen darf sich (nach den eigenen Maßstäben) „vernünftig“ zu verhalten. Woher kommt diese Bevormundung?
Ich bin ja für eine Zuckersteuer um die Mehrkosten der Erkrankungen, die durch Zuckerkonsum entstehen, zu kompensieren. Diese Überheblichkeit in der Diskussion gegenüber Menschen, die sich nicht gesund ernähren, braucht es allerdings dafür nicht.
zum Beitrag09.04.2026 , 12:59 Uhr
Die Gründe dürften in den höheren Preisen, der Aufklärung, den Werbeeinschränkungen und anderen Maßnahmen / Entwicklungen liegen.
zum Beitrag08.04.2026 , 22:16 Uhr
Als erstes besteuern wir die Nutzung von Social Media für Erwachsene. Die Langzeitwirkung der übermäßigen Nutzung der heute 18-99-Jährigen kann sich kaum einer ausmalen. Es ist extrem wirtschafts- und gesundheitschädigend. /s
zum Beitrag08.04.2026 , 22:03 Uhr
„Jeder hat ein Recht auf seine eigene Dummheit.“ Wer bewusst gesundheitsschädliches Verhalten wählt, darf das auch tun, solange man nur seine eigene Gesundheit damit aufs Spiel setzt. Die Risiken erhöhter Behandlungskosten für die Allgemeinheit z.B. durch Besteuerung von Zucker, Tabak und Alkohol zu kompensieren, ist da naheliegend. (Nur sollte diese Steuer dann auch in die Gesundheitsvorsorge fließen.)
Für diejenigen, die gesundheitlichsschädliches Verhalten nicht frei wählen, brauchen wir bessere Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten von Süchten, psychischen Erkrankungen, etc.
Besser wissen zu wollen mit welchem Verhalten andere Menschen eine für sich höhere Lebensqualität erreichen würden, klingt für mich nach belehrender Übergriffigkeit. Und wem es vor allem um die Kosten geht, fordert der auch eine Helmpflicht für Radfahrer sowie eine Abgabe beim Ausüben sehr unfall- und verletzungsträchtiger (Extrem-)Sportarten? Anders gesagt: Welches Risikoverhalten sanktionieren wir und an welchen Maßstäben machen wir das fest?
zum Beitrag07.04.2026 , 15:32 Uhr
Die Teilzeitquote ist gerade wegen der oben beschriebenen Arbeitsbedingungen so hoch. Wobei das auch eine Frage ist wie man es rechnet: Mit einer Teilzeitstelle von 80% arbeitet man als Assistenzärztin in der Klinik ca. 40 Stunden/Woche und damit eigentlich Vollzeit. Heißt nur nicht so, weil die meisten Ärztinnen und Ärzte in „Vollzeit“ eben eher 60 Stunden und mehr leisten jede Woche. Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit und da ist häufig am meisten zu tun, denn gerade dann kommen die Notfälle, die man mit wenig Personal im Dienst behandeln muss.
zum Beitrag07.04.2026 , 03:57 Uhr
Das mit dem unanständig reichen Radiologen hat sich in den letzten 10 Jahren auch schon abgemildert. Aber der Originalartikel differenziert ja nicht einmal zwischen den verschiedenen Ärztegruppen, sondern sieht sie pauschal als Bestverdiener:Innen, die unsolidarisch nichts vom Kuchen abgeben wollen. Welche Kosten den Einnahmen einer Praxis gegenüberstehen, welche Arbeitszeiten und -Bedingungen sowie Verantwortung hinter (Ober)arztgehältern in den Kliniken stehen, wie lange es dauert bis man überhaupt ein Gehalt und dann die entsprechenden Gehaltsstufen erreicht hat und welche unternehmerischen Risiken niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte tragen, wird geflissentlich nicht recherchiert. Sonst müsste man ja am Ende noch einen differenzierten statt polemischen Artikel schreiben.
zum Beitrag07.04.2026 , 03:49 Uhr
Meinen Sie, dass das eine kluge Rechnung ist? Wir bezahlen jeder Ärztin und jedem Arzt über 6-7 Jahre ein sehr teures Studium, damit sie nach unseren Standards ausgebildet sind und lassen sie dann einfach gehen, weil wir nicht wettbewerbsfähig sein wollen? Und das um Ärztinnen und Ärzte anzuwerben, die dann wiederum ihren Heimatländern fehlen, wo es noch schlechter ist als bei uns, deren Ausbildungsstandard wir jedes Mal nachprüfen müssen (Mehrarbeit) und die trotz aller Bemühungen häufig Sprachbarrieren haben (wenn man sprachlich nicht zwischen Infekt und Infarkt unterscheiden kann oder weiß, was der Patient meint, wenn „Winde abgehen“, sollte man in Deutschland noch nicht eigenverantwortlich medizinisch tätig sein).
zum Beitrag07.04.2026 , 03:34 Uhr
Menschen sind keine Autos. Ob eine Erkrankung selbstverschuldet eingetreten ist, kann man häufig schlecht bestimmen, da Erkrankungen meist multifaktoriell entstehen. Bestimmte genetische Dispositionen z.B. sind unverschuldet, weil geerbt und den Menschen häufig bis zum Eintritt der Erkrankung unbekannt. Sie wissen daher nicht, dass bei Ihnen ein riskantes Verhalten mit höherer Wahrscheinlichkeit zur Erkrankung führt. Die Beweisführung, dass in einem individuellen Fall das Rauchen und nicht etwa Umwelteinflüsse, unbekannte genetische Faktoren oder schlicht der Zufall wirklich als Hauptursache ausgemacht werden können, stelle ich mir auch schwierig und in den meisten Fällen nicht so eindeutig vor, dass sie juristisch Stand halten würde. Da ist es doch einfacher gesundheitsschädliches Verhalten durch hohe Besteuerung zu sanktionieren. Sollten wir auch bei einer zu hohen Bildschirmzeit machen.
zum Beitrag08.03.2026 , 06:07 Uhr
Danke, ja! Diesen Trend, dass niemand mehr für sein eigenes Leben verantwortlich ist und/oder sein will, kann ich nur bestätigen. Das lässt sich auch noch ergänzen um Bildung. Auch für die Bildung (und Erziehung) ihrer Kinder wollen viele Eltern nicht mehr verantwortlich sein und sehen dort allein Kitas und Schulen in der Verantwortung. Aus diesem Trend folgt, dass billige Ausreden nicht mehr von guten Gründen differenziert werden und dass stattdessen diejenigen angegangen werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen.
zum Beitrag17.02.2026 , 03:29 Uhr
Die beiden nicht Gebärenden übten durchaus Druck auf die Gebärende aus mit ihren vehementen Aussagen („Propaganda“, „Gleichberechtigung sonst nicht möglich“), die auch noch auf Desinformation beruhen (Propaganda, Vorteile des Stillens nach aktueller Studienlage nicht wissend oder anerkennend) während mindestens eine dabei nicht einmal wusste, was Premilch eigentlich ist. Die Gebärende hat nämlich durchaus ihren eigentlichen Wunsch zum Ausdruck gebracht, das Kind Vollzeit stillen zu wollen, dies aber aufgrund des Drucks der beiden anderen sein gelassen. Es war keine alleinige Entscheidung der Gebärenden, was selbstverständlich völlig ok ist, wenn sich diese aus eigener Überzeugung für oder gegen das (Vollzeit)stillen entscheidet. Da sind die beiden nicht besser als jeder Mann, der sich darin einmischen will, ob die Gebärende stillt oder nicht. Es werden hier eben nicht die Spezifika der gebärenden Mutter berücksichtigt. Sie darf das ausschließlich in ihrer Schicht tun, ihre Mitmütter berücksichtigen diese Spezifika nicht aus Eifersucht, Angst vor Ablehnung und basierend auf Falschinformationen. Dabei ist eine Bindung durch Körperkontakt auch für nicht Stillende sehr gut möglich.
zum Beitrag17.02.2026 , 03:14 Uhr
Aus dem Text natürlich. Eine andere Quelle haben wir ja nicht. „Beim ersten Premilchkauf hab ich erst verstanden, dass das ja Kuhmilch ist, Fischöl ist auch drin“ - hier bekennt eine der nicht gebärenden Mütter, dass sie bis nach der Geburt nicht einmal wusste, was Pre-Milch überhaupt ist. Trotzdem vertrat sie zuvor die Überzeugung, dass Stillen Propaganda ist. Das ist medizinisch absolut nicht haltbar. Auch die Vorteile des Stillens werden mit „weniger Allergien“ kleingeredet, muss man doch nach aktueller Studienlage davon ausgehen, dass Stillen das Risiko für den plötzlichen Kindstod reduziert. Die beiden nicht gebärenden Mütter wirken keinesfalls gut informiert zum Thema.
zum Beitrag16.02.2026 , 18:10 Uhr
Die Versuch der Negation biologischer Natürlichkeiten ist leider immer häufiger anzutreffen. Damit einhergehend wird oft auch eine klassische Mutterrolle als patriarchales Feindbild gebrandmarkt. Als gäbe es nicht auch die Möglichkeit, die Fähigkeit neues Leben zu gebären positiv zu besetzen und die unterschiedlich biologisch geförderte Entwicklung von Bindung zwischen Eltern und ihren Kinder anzuerkennen ohne unterdrückende patriarchale Strukturen damit zu befürworten. Selbst wenn frau bestätigt, sich aus freien Stücken trotz bester Ausbildung für Elternzeit und care Arbeit entschieden zu haben, wird ihr internalisierte Misogynie vorgeworfen und damit die Fähigkeit zur selbständigen Entscheidungsfindung abgesprochen. Die Ablehnung, die einer stillenden, in Teilzeit (oder schlimmer noch gar nicht) arbeitenden Mutter aus dieser Richtung entgegenkommt, hat für mich nichts mehr mit Feminismus zu tun.
zum Beitrag16.02.2026 , 09:56 Uhr
Wenn man 9 Monate Zeit hat und diese nicht einmal nutzt um sich mit Fakten zum Thema Stillen und Pre-Milch auseinanderzusetzen (obwohl dies als wichtiges Thema bewertet wird), dann spricht das weder für Bedachtsamkeit noch für Lernwillen. Das reiht sich doch eher ein in die Mehrzahl klassischer Elternpaare, die unreflektiert und ohne zu Hinterfragen ihre eigenen, häufig ebenso faktenfreien Überzeugungen aufs Kind übertragen wollen. Leider reiht es sich auch ein in das Motiv des nicht gebärenden Elternteils, das dem gebärenden Elternteil sagen will, was dieses mit seinem Körper zu tun und zu lassen hat.
zum Beitrag16.02.2026 , 09:25 Uhr
„Ich bin überzeugt, dass eine gleichberechtigte Elternschaft unmöglich ist, wenn eine Person voll stillt.“ Allen stillenden Müttern und ihren Partnern/Partnerinnen zu unterstellen, sie seien nicht gleichberechtige Eltern, ist schon ein starkes Stück. Warum sollte Arbeitsteilung nur gelingen, indem alle denselben Anteil derselben Arbeiten erledigen anstatt Aufgaben verschieden, aber gerecht zu verteilen? Schwangerschaft und Stillen wird von mindestens einer der Frauen als ein biologischer Prozess degradiert, den es nahezu zu überwinden gilt. Es fehlt komplett eine Wertschätzung für die Entbehrungen der Frau, die monatelang das Kind getragen und es unter Schmerzen geboren hat, für ihre körperlichen Veränderungen und hormonelle Beeinflussung. Der Widerwillen, sich mit Fakten rund ums Stillen zu beschäftigen, geht vermutlich mit einer ebensolchen Unwissenheit über Oxytocin, Progesteron, etc. einher. Einer Mutter durch sozialen Druck das Stillen auszureden um sich wie eine Kuh melken zu lassen - eine solche Degradierung der Frau als Gebärmaschine kenne ich sonst nur aus dem Patriarchat. „Gebärende“, die stillen, sind Propagandageblendete in einer nicht gleichberechtigten Elternschaft??
zum Beitrag20.01.2026 , 10:59 Uhr
Keine Sorge, das ist nur eine Übergangsphase! Sobald der Ärztemangel so groß ist, dass die Praxen allein mit Privatpatienten und Selbstzahlern voll werden, lohnt es sich für Niedergelassene gar nicht mehr überhaupt einen Kassensitz zu haben. Und voilà: Problem gelöst - alle bekommen dieselben Termine. Oder etwa nicht? Herzlich willkommen in der echten Zwei-Klassen-Medizin.
Eine Arztpraxis ist eben auch ein wirtschaftliches Unternehmen mit Angestellten und hohen Fixkosten. Wenn die Krankenkassen die Leistungssätze kürzen, zu wenig Sitze anbieten und diese dann auch noch budgetieren, sodass nach Erschöpfung der Kapazitäten Leistungen nicht mehr entlohnt werden, stellen sich die Ärzte selbstverständlich darauf ein. Die Alternativen bestehen darin, sich als Arzt entweder gar nicht erst niederzulassen (machen viele - man bekommt die Praxen heute kaum noch verkauft) oder eben überhaupt keine Kassenpatienten mehr zu behandeln und eine reine Privatpraxis aufzumachen, wie es jedem Arzt zusteht. Fazit: auch Kassenpatienten müssen sich für eine Praxis lohnen, sonst findet man irgendwann keinen Arzt mehr, der ausreichend schlecht rechnen kann um sie zu behandeln.
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