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Krise der DemokratieAfD-Wählen als Triebabfuhr

Kolumne
von Georg Seeßlen

Egal, was passiert, es spielt den Rechtsextremen in die Hände. Warum? Weil es nicht um die Sache geht, sondern um einen Bruch, der Macht verleiht.

E s sieht so aus, als könne die AfD derzeit machen, was sie will, es ändert nichts an ihren Zustimmungswerten. Man kann Nazi-Parolen wiedergeben, sich in Korruptionsfälle verwickeln, auf Parteitagen in die Wolle kriegen, man kann Schlägertrupps anheuern, sich gegenseitig Posten zuschieben, gegen Queerness hetzen, während man selbst in einer lesbischen Beziehung lebt, man kann so dreist lügen, dass es jedem Kind auffallen müsste.

Umgekehrt kann die Gegenseite machen, was sie will oder auch nicht will, selbst über ein Verbotsverfahren nachdenken. Am Ende steht immer der Satz: Das nutzt nur der AfD. Kommen die Rechten den Ganz-Rechten in Rhetorik und politischer Aktion entgegen, steigen die Zustimmungswerte der AfD, formulieren die Linken Widerstand, nutzt das der AfD.

Donald Trump hat einmal behauptet, er könne auf die Straße gehen und irgendjemanden erschießen, einfach so aus Spaß, und die Leute würden ihn trotzdem lieben. Marine Le Pen kann EU-Gelder veruntreuen und wird doch geliebt; Xavier Milei kann einen diplomatischen Eklat mit dem wichtigsten Handelspartner seines Landes auslösen. Im Umfeld von Giorgia Meloni häufen sich Korruptions- und andere Skandale. Ihre Mehrheit im Wahlvolk bleibt bestehen.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die Demokratie wird nicht mehr gebraucht

Warum können sich die Rechten alles erlauben, warum können sie dem demokratischen Staat und der liberalen Zivilgesellschaft alles, wirklich alles zumuten? Ganz einfach, weil sie selbst die Zumutung sind. Sie können jede Regel brechen, logisch, moralisch, juristisch, weil sie der Regelbruch sind. Sie können lügen, weil sie die Alternative zum Realismus sind.

Deswegen kann man einem AfD-Wähler oder einer AfD-Wählerin auch noch so schlüssig erklären, dass sie gegen ihre eigenen Interessen handeln, man muss sich nur die wirtschafts- und sozialpolitischen Programmpunkte „ihrer“ Partei ansehen oder das, was unter antidemokratischen, rechten Regierungen mit dem Lebensstandard der Mehrheit geschieht. Es wird nicht ankommen.

Georg Seeßlen

ist freier Autor und hat zahlreiche Bücher zum Thema Film veröffentlicht. Zuletzt erschien von ihm „Trump & Co.“ beim Bertz Verlag, Januar 2025.

Es mag einst demokratische Regierungen gegeben haben, die es sich zur Aufgabe machten, die ökonomische Organisation nach den Bedürfnissen ihrer Gesellschaft auszurichten. Eine Regierung à la Merz, Reiche & Co sieht ihre Aufgabe darin, die Gesellschaft nach den Bedürfnissen der Wirtschaftsbosse auszurichten. Das kann nicht gutgehen: Der Neoliberalismus braucht die Demokratie nicht mehr.

„Der Faschismus ist kein Betriebsunfall der Geschichte, sondern die logische Weiterentwicklung des liberalen Kapitalismus im Monopolstadium“, erkannte Max Horkheimer. Was erklärt, warum eine Fraktion der ökonomischen Elite so tatkräftig die rechtsextremen Parteien unterstützt, und was auch erklärt, woher das Geld kommt, das sie und ihre Entourage zur Verfügung haben.

Wider besseres Wissen

Aber es erklärt nicht, warum Onkel Ernst mit so grimmiger Entschlossenheit sein Kreuz bei den „gesichert Rechtsextremen“ macht, obwohl er doch eigentlich wissen müsste, dass es ihm nach einer Machtübernahme schlechter gehen wird, und obwohl er doch so lange die bürgerlichen Tugenden gepredigt hat, die Ehrlichkeit, die Verlässlichkeit, den Anstand, die gepflegten Umgangsformen, die persönliche Integrität. Nichts davon in der Partei, die er nun als die „seine“ ansieht.

Wer wird die Bettpfannen holen, wer wird die Darmspiegelung durchführen, wer wird ihm das Grab ausheben, wenn „seine“ Partei ihre eigene Terror-ICE zur „Remigration“ einsetzt? Wird Onkel Ernst etwa sich selber operieren, sich selber das Grab schaufeln?

Und was wird er tun, wenn ihm die Hitze zusetzt, die es nach den Ideen seiner Partei gar nicht gibt, weil der Klimawandel nur eine „grüne Spinnerei“ ist? Was wird Onkel Ernst tun, wenn Nazi-Banden Jagd auf sein nonbinäres Kind machen? Was hat er davon, wenn Theater, Kinos, Bibliotheken oder Museen schließen oder in nationale Propaganda-Institute umgewandelt werden, was, wenn die Universitäten, Schulen, Kitas keine Chancen für morgen mehr eröffnen?

Das Kreuz bei der AfD aber, das tut denen weh, das bringt sie aus der Ruhe


Das alles interessiert ihn nicht, den Onkel Ernst. Er fühlt sich beleidigt, gekränkt, missachtet, und er will es „denen“ heimzahlen. Er will, dass etwas kaputt gemacht wird, woran er nicht genügend Anteil bekommen hat. Dafür haben ihm ja die AfDler die Augen geöffnet, und dafür spürt er noch einmal so etwas wie Macht. Das Kreuz, das er irgendwo anders machen würde, das wäre mehr oder weniger egal. Es ginge doch nur immer so weiter. Das Kreuz bei der AfD aber, das tut „denen“ weh, das bringt sie aus der Ruhe. Nein, er ist kein „Protestwähler“, der Onkel Ernst, er will, dass „alles in Trümmer fällt“, wie es in einem Lied heißt, das er schon beinahe vergessen hatte.

Etwas hat sich befreit

Mit Onkel Ernst vernünftig reden zu wollen, ist vollkommen aussichtslos. Jedes Argument bestätigt ihn. Er trifft keine Wahlentscheidung mehr; vielmehr ist das Antidemokratische und Völkische Teil seiner Person geworden. Er wählt nicht die AfD, er ist die AfD, dazu muss er weder Mitglied noch Aktivist werden. Es ist jetzt in ihm drin, und er empfindet Genugtuung bei jeder Pöbelei, bei jeder Hassrede, bei jedem „Danebenbenehmen“ seiner Leute. Irgendetwas hat sich in Onkel Ernst befreit, lange genug hat er es zurückgehalten.

Als er noch die Sozialdemokraten gewählt hat, da meinte Onkel Ernst noch, er müsste seine Stimme „abgeben“ für die richtige Sache, für seine eigenen Interessen. Aber davon ist nichts geblieben. Jetzt fühlt er sich durch seine Stimme für die AfD mit anderen verbunden, mit dem Volk, zu dem er gehört. Die Hilflosigkeit, mit der die anderen auf ihre Macht reagieren, freut ihn ungemein. Er spürt sie, die Angst der anderen. Er hat einen Bruch vollzogen, wenn auch vorerst nur in der Wahlkabine, einen Bruch mit diesem Staat, mit dieser Gesellschaft, mit dieser Kultur, mit dieser Zivilisation.

Hinterher, da ist sich Onkel Ernst jetzt schon sicher, wird er von allem nichts gewusst haben. Er wird sagen, dass man ihn nicht genug gewarnt habe, dass die anderen schließlich auch, und überhaupt kann man ihm ja nichts nachweisen. Onkel Ernst hat sich einfach nur ein bisschen Triebabfuhr gegönnt. Dazu sind Wahlen doch da, oder?

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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295 Kommentare

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  • Marcelo

    Ich glaube für viele ist der Punkt erreicht, die anderen Parteien haben so wenig meine Politik gemacht, das es jetzt die AFD versuchen muss. Skandale hat jede Partei, das ist heute kein Nichtwahlgrund

  • Demokrat

    Leider wirklich wieder eine doch recht unglückliche Analyse .



    Es wird sich sehr einfach gemacht mit dem Onkel Ernst.

    Vielleicht dich mal Onkel Ernst mal Ernst nehmen und fragen.

    Die Darstellung als blöder Onkel ist aber so simple.



    Schade

  • Dreja

    Hervorragend und scharfsinnig. Ist man bei Georg Seeßlen ja eigentlich auch gewohnt. Ich kann mir Onkel Ernst gut vorstellen, einer Tante Emilie bin ich vor ein paar Jahren im Bereich Physiotherapie begegnet, die hat das genauso auch gesagt. Unsere Zusammenarbeit - ich die Patientin - währte nicht lange.



    Natürlich weiß auch Seeßlen keinen Ausweg aus der Misere. Aber ein bisschen Galgenhumor hat mir den Tag bei aller Tragik etwas versüßt.

  • Gerhard Krause

    Solange die Wahllokale nach ihrer Schließung am Wahltag am nächsten Wahltag wieder öffnen, kann die "Triebabfuhr" auch Parteien wählen, die nicht dem Affen für Deutschland entsprechen. Wer blaue Schlümpfe wählt ist nicht auf Revanche aus, sondern auf Zerstörung eines Zusammenlebens unter Achtung der Würde des Menschen aus. So klar voneinander zu trennen sind bei allen möglichen semisentimentalen Wortdeutungs- und Sachverhaltserklärungsbemühungen die beiden Lager; die eine Seite möchte, die andere nicht. Der individuelle Weg dorthin, die persönlichen Beweggründe, ja, sie sind bewegend, menschlich. Das Ergebnis des Entscheidungsprozesses ist jedoch eindeutig. Daher AfD-Verbot - jetzt!

    • Demokrat

      @Gerhard Krause:

      Das Ergebnis des Entscheidungsprozesses ist jedoch eindeutig. Daher AfD-Verbot - jetzt! ===>



      Also quasi Onkel Ernst nicht Ernst nehmen lassen.



      Auch Dumme haben Wahlrecht!



      Es kann schlecht argumentiert werden, dass die AFD demokratiefeindllich ist und dabei gleichzeitig dem Onkel Ernst ein Grundrecht zur aktiven Wahl verwehren .



      Komplett unlogisch.

      • Warim Wilke

        @Demokrat:

        Nicht alles was in einer Demokratie zur Wahl steht ist demokratisch. Freiheit endet da, wo sie die Freiheit anderer bedroht, Grundrechte abgeschafft werden. Deshalb ist Faschismus nie zu legitimieren. Kategorischer Imperativ und so ... wer sich Demokrat nennt, sollte das Wort Demokratie auch verstanden haben.

  • FtznFrtz

    Der Artikel trifft es ganz gut, dieses Destruktive, dieses Hasserfüllte, dieses gleichzeitig Verantwortungslose, das macht die AfD-Wähler so schwer greifbar, so schwer erreichbar.



    Wer den Laden brennen sehen will, dem kann man auch nicht mehr mit Argumenten kommen. Brennt der Laden dann wirklich mal, wenn die Faschisten an der Macht sind will es wieder keiner gewesen sein. Dann merkt Onkel Ernst, dass es eben nicht nur ein irres Spiel ist, sondern Wirklichkeit, vielleicht kann man wie in Ungarn oder Polen die Rechtsextremen durch Wahlen wieder loswerden, Vielleicht auch nicht.

    • Wanderin

      @FtznFrtz:

      Es ist nicht rational.

      Die Themen sind austauschbar.

      Ich erinnere, dass vor ca 15 Jahren Onkel Ernst seine wutschäumenden Anfälle zum Stichwort "Griechenland" hatte und den Austritt aus dem Euro- Raum wollte.

      Schnee von gestern.

      Das Thema Griechenland ist nahtlos ausgetauscht worden mit "Ukraine", Flüchtlinge usw.

      Geht man zurück in die Geschichte, findet sich die selbe Rhetorik vom "Parasiten", der sich am Volkspelz des aufrichtigen deutschen Michels labt, mit dem die Nazis Hass auf Juden und Minderheiten schürten.

      Die Erzählung bleibt, die Protagonisten werden ausgetauscht.

  • PartyChampignons

    Dazu muss man sagen: Lügen, sich in Korruptionsskandale verwickeln, Klientelpolitik und sich gegenseitig Posten zuschieben hat nicht die AFD erfunden, das konnten andere Parteien schon lange vor ihr......

  • Nick riviera

    Was mir in der gesamten Betrachtung fehlt, ist der Hinweis darauf, wie das Bild der Politiker der “etablierten Parteien” in den letzten 30 Jahren geprägt wurde und welche strukturellen Fehler man sich selbst eingestehen müsste: Es ist das Bild von unehrlichen Politikern, die Klientelpolitik betreiben und sich selbst und ihre Kreise bereichern. Von der Spendenaffäre über Cum-ex bis zur Maskenaffäre, mit Politikern aller Parteien, die nach der Zeit im Amt in der Wirtschaft unterkommen, für die sie Gesetze gemacht haben und dem massiven Einfluss einzelner lobbyistischer Interessenvertretungen - all das stützt das Bild der korrupten Politiker. Und nun erwartet man, während man selbst noch immer dieselben Parteien wählt, die all dies zu verantworten haben, dass sich AfD-Wähler dagegen auflehnen? Warum sollten sie? Politiker sind nun einmal so- parteiübergreifend, so die Wahrnehmung.



    Dazu kommt ein Verschwimmen politischer Positionen wie unter Schröder (rot-grüner Kriegseintritt, Harz IV, DRG-Einführung) und Merkel (Klima- und Migrationspolitik).



    Lange wurde es “Politikverdrossenheit” genannt, dieses Gefühl, dass es egal ist, wen man wählt. Erst dann wurde die AfD stark.

    • RMS

      @Nick riviera:

      Werter Nick riviera, hier stimme ich vollkommen zu. Die Entwicklung haben wir uns selbst zu zu schreiben.



      Auch ich finde es eine Frechheit nach 47 Beitragsjahren noch weiter geschröpft zu werden. Ich frage mich wieviele sich noch eine goldene Nase "verdienen", keine 45 Betragsjahre schaffen, oder schaffen müssen. Wäre besser Beamter geworden. Wir brauchen mehr z.B. FIFA Bosse, dann brauchts auch keine AFD mehr.

    • FtznFrtz

      @Nick riviera:

      Zu einfach, Demokratie ist alles andere als perfekt, Skandale gab es schon immer und wird es immer geben. Die Macht, die die Politik bietet ist immer auch eine Versuchung zur Korruption.



      Nachvollziehbar wäre der Niedergang mancher Parteien und der Aufstieg anderer, aber die Abschaffung oder Aushöhlung der Demokratie (nichts anderes will die AfD), was soll das bringen? Auf der rationalen Ebene bekommen sie dieses Phänomen nicht gepackt.

    • sociajizzm

      @Nick riviera:

      Bei Korruption und Vetternwirtschaft erreicht die AFD völlig neue Dimensionen.



      .



      Und die Partei ist extrem neoliberal.



      .



      Der einzige starke Kontrast zu den Altparteien ist der offene Rassismus und der Hass auf die Demokratie insgesamt.



      .



      Die Politikverdrossenheit ist ohne Frage ein zentraler Faktor. Diese Enttäuschung führt dann zu dem destruktiven Verhalten, welches die Autorin gerade beschreibt.

    • LinksRechtsMitte

      @Nick riviera:

      Ein Forist meinte, dass die Basis für das Problem das Bild der Politik der letzten Jahrzehnte darstellt (Lobbyarbeit, Cum-Ex und co.).



      Ja, ist es! Aber es ist eine toxische Kombination aus vielen Dingen.

      Generell hat der öffentliche Sektor (in dem ich arbeite) einfach keinen Respekt vor Steuergeldern. Die Politik hat sich daran gewöhnt scheinbar ohne große Kontrollinstanzen das Geld herauszuwerfen, weil die Steuergelder sprudelten ja.



      Und das schlimme ist: wir wissen heute, dass das Geld nicht in Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung und co. geflossen ist.

      Nächster Punkt:



      Man muss man rückblickend einfach eingestehen, dass die Migrationskrise ab 2015 nicht gut gemanagt wurde.



      Und das Gefühl was da Entstand war sehr gefährlich:



      "Ihr da oben" könnt schon die aktuellen Probleme nicht lösen, warum macht ihr uns neue?



      Dann kamen Ukraine und Corona on top. Bei Corona wurde den Leuten noch mal klarer wie "steinzeitlich" dieses Land agiert, weil Gesundheitsämter die Zahlen faxen müssen.

      On top kommen nun die Folgen des verschlafenen demografischen Wandels.



      Klar haben die Menschen Frust und trauen den Etablierten nicht mehr. Und leider ist der größte Profiteur davon die AfD.

  • Troll Eulenspiegel

    Letztens Ilko-Sascha Kowalczuk in einem Interview so, dass wir Deutschen uns in einer stabilen Demokratie befinden, die weltweit nur weniger als 5% aller Menschen überhaupt haben.

    Und dann wollen so viele Menschen tatsächlich eine Partei wählen, die die Demokratie abschaffen will. Das hat nichts mehr damit zu tun "abgehängt" zu sein, oder aus Protest zu wählen. Das hat damit zu tun, dass Menschen endlich wieder fremdenfeindlich leben wollen.

    • A.S.

      @Troll Eulenspiegel:

      Zwar sind wir christlich , aber Egoismus ist eben schöner.

    • Wanderin

      @Troll Eulenspiegel:

      Richtig. Man sieht es hier in den Kommentaren, die AfD- Wähler und - Versteher wollen eine Partei wählen, die Remigration im Programm hat, schreien aber laut und beleidigt, dass man sie auf gar keinen Fall rechtsextrem nennen darf.

    • Encantado

      @Troll Eulenspiegel:

      "Das hat damit zu tun, dass Menschen endlich wieder fremdenfeindlich leben wollen."



      Schön, wenn die Welt so einfach ist.



      Nur mal so als Gedanke: diese Menschen wollen nicht fremdenfeindlich leben, sondern gut. Und die Fremdenfeindlichkeit ist ihnen schlicht egal.



      Mal so als Anstoß.

  • Philippo1000

    Ja, es ist Ernst.



    Obwohl Ernst auch Kevin heißt,



    Oder Lisa.



    Wir leben in einer Welt, in der der amerikanische Präsident täglich öffentlich lügt.



    Das ist nur die Spitze des Eisbergs,



    Denn die Lüge, die Trixerei, ist zur neuen „guten Idee“ geworden.



    Bei Datingportalen wird gelogen, dass sich die Balken biegen und wenn ich nicht mehr schön genug bin, bringt Photoshop das in Ordnung.



    Statt nach Erkenntnis zu streben, ist Selbstoptinierung zur reinen Körperlichkeit verkommen.



    Ansonsten lässt man*frau halt „was machen“.



    Billiger und einfacher ist natürlich ein parallel Leben mit einem Avatar, der mittlerweile schon den menschlichen Partner ersetzen kann.



    Lebenslüge ist das neue Konzept.



    Was bedeutet da noch „die Lüge entlarven“?



    Es gibt täglich neue Lügen und einfache Lösungen, wie sie die politische Gruppierung Alternative Wahrheit für Dummis produziert.



    Warum sollte ICH an irgendwas Schuld sein?



    Virtuell finden sich doch leicht menschliche und unmenschliche, die meiner Meinung sind.



    Das Leben kann SOO einfach sein!

  • Meister Petz

    Und nun fassen wir uns alle an den Händen und versichern uns gegenseitig, wie schön es ist, nicht Onkel Ernst zu sein.

  • axiom

    Ein Trottel, der den Begriff "Protestwähler" erfunden hat.

    • Mondschaf26

      @axiom:

      Der Begriff ist schon richtig. Protestwählerinnen sind selten.

      • Hitchhiker

        @Mondschaf26:

        Also meinem Sie das bei den Menschen unter 30 zwischen 25 und 40 Prozent der AFD Wähler welche der weibliche Anteil sind, nicht aus Protest wählen sondern sich klar zur AFD Positionieren?

        In dem Fall wären mir Protestwähler doch lieber, bekommt man sie doch vielleicht wieder zu Parteien welche für Vielfalt stehen.

      • axiom

        @Mondschaf26:

        Was wollten Sie beitragen?

        • Mondschaf26

          @axiom:

          Gendern nicht notwendig. Frauen protestwählen nicht.

    • EffeJoSiebenZwo

      @axiom:

      Was kann denn der oder die dafür? Wenn der Begriff nicht erfunden worden wäre, würden die Wähler dann ihr Kreuz woanders machen? Erinnert mich bissel an shoot the messenger…

      • axiom

        @EffeJoSiebenZwo:

        Was wir denn durch den Begriff nahegelegt?



        Eine Warnschussideologie.

        • Mondschaf26

          @axiom:

          „Warnschuss" ist eine Technik/Taktik, keine Ideologie.

          • axiom

            @Mondschaf26:

            Nein, es ist durch diesen Begriff zu einer meinungs- und mehrheitsbildenden Ideologie geworden.



            Das geht dann soweit, daß sich einer wie Trump als Anti-Establishment verkaufen kann und Kriminelle als Gesetzeshüter.

        • rero

          @axiom:

          Ideologie würde ich dass nicht nennen, weil da meist keine Ideologie hintersteht.

          Aber "Warnschuss" und "Protest" treffen es als Metapher.

          Nur weil man kein Wort dafür hat, heißt es ja nicht, dass es das nicht gibt.

          Hat man einen Begriff dafür, lässt sich besser darüber reden.

  • GregTheCrack

    Es ist auch die fehlende Differenzierung der Aussensicht:

    Es interessiert einfach niemand mehr, was man über die AfD schreibt. Dieser Artikel gehört dazu: Abschalten und Rundablage..

    P.S.: Als Liberaler wundert mich die Einseitigkeit und die Hysterie sehr. Differenzierung statt Generalisierung und Stigmatisierung ist doch auch eine linke Forderung, oder?

    • Kaboom

      @GregTheCrack:

      Nach dem Spruch über Hysterie folgt der Spruch "das haben wir nicht gewusst". Historisch belegt

      • GregTheCrack

        @Kaboom:

        Sind das also alles Nazis?

        • Kaboom

          @GregTheCrack:

          Ist vollkommen irrelevant, ob das Nazis sind. Relevant ist, das die Nazis wählen. Genau wie damals bei der NSDAP.

        • Gerhard Krause

          @GregTheCrack:

          Ja, das ist möglich und muss zumindest mitgedacht werden. Allerdings muss es nicht so bleiben, es gibt auch für "Nazis" Aussteigerszenarien.

        • sociajizzm

          @GregTheCrack:

          Auch viele NSDAP Wähler:innen waren 1933 keine Nazis, zumindest nicht in der Selbstbeschreibung.



          .



          Das gute alte: "ich bin kein Nazi ABER"!



          .



          Es gibt einfach keinen objektiven Grund die AFD zu wählen, außer man ist rechtsradikal. Da gibt es nicht viel zu diskutieren.

    • Wanderin

      @GregTheCrack:

      Nennen Sie's gerne "Hysterie", aber wir werden uns kein weiteres Jahrzehnt leisten können, in dem die Klimakrise ignoriert wird.

      • Sybille Bergi

        @Wanderin:

        Gerta Thungberg hat 2018 gesagt, dass wenn wir in den nächsten 5 Jahren nicht aus den fossilen Energien aussteigen, die Menschheit ausgelöscht wird (laut top Wissenschaftler*innen). Demnach ist der Punkt eh schon lange erreicht.

      • Gerhard Krause

        @Wanderin:

        Top! 👍

      • test_name

        @Wanderin:

        >Nennen Sie's gerne "Hysterie".<



        .



        Hysterie. Es gibt Dinge, die kann man sich leisten - oder auch nicht. Bei der Klimakrise haben Sie und ich diese Entscheidung nicht. Auch wenn sich unser Leben verschlechtert - wir schaffen das.

  • Andreas Flaig

    Ich denke das eigentliche Problem steht noch bevor.



    Taktik, Kompromiss und gebrochenes Versprechen gehen fließend ineinander. Politische Kommunikation ist primär auf Machtgewinn ausgerichtet, weshalb Aussagen vor Wahlen oft strategischer Natur sind. Die berühmt berüchtigte Taktik vor der Wahl.



    Die Merz Koalition hat sich seit Anbeginn ihrer politischen Arbeit auf rechten bis schwer rechten Kurs begeben. Sie wurde dafür mehr als einmal kritisiert. Der ständige Wähler Zuwachs der AfD hat für Verwirrung gesorgt, da das angebliche Konzept die Partei zu halbieren (Merz) so nicht aufgegangen ist.



    Man muss nicht mal böses dabei denken, wenn die Taktik so gestrickt war, vorbereitet zu sein für eine mögliche Zusammenarbeit.



    Migrationspolitik, Sparmaßnahmen(nur von unten-niemals von oben) "Städtebilder" bis hin zur möglichen Schließung linker Buchläden. Alles von der AfD abgeknickt.



    Vorbereitet zu sein um mit ihr Koalitionen zu bilden? Nein nein nein niemals mit der AFD völlig ausgeschlossen.



    Es wäre nicht das erste Mal in der Politik



    ...man müsse manchmal „lügen“, wenn es ernst wird, um Panik an den Märkten zu verhindern.



    Jean-Claude Juncker (2011): Zur Griechenland-Krise.

    • Wanderin

      @Andreas Flaig:

      An anderer Stelle hat jemand die Merz Koalition als Beihelfer bezeichnet, die die Brandbeschleuniger bereitstellen.

      Ich sehe das auch so. In Bayern werden Millionen in eine neue Abschiebe- Infrastruktur investiert. Für wen?

      Ich habe den Eindruck, dass die Werkzeuge für die AfD Politik schon mal vorbereitet werden.

  • Forist Grump

    Gute Analyse. Ich frage mich allerdings, ob Wutwähler Onkel Ernst wirklich „wider besseres Wissen“ sein Kreuz bei der AfD macht. Ist eher eine unreflektierte Bauchentscheidung, um es „denen da oben“ mal richtig zu zeigen.

    • pablo

      @Forist Grump:

      Wer die deutsche Geschichte kennt weiß das Onkel Ernst ein Faschist ist da hat der Bauch nix mit zu tun.

      • rero

        @pablo:

        Wer die deutsche Geschichte kennt, geht mit dem Begriff " Faschist" vorsichtiger um.

        Wer die deutsche Geschichte kennt, sieht auch die Unterschiede zwischen AfD und NSDAP, zwischen 2026 und 1931.

        • sociajizzm

          @rero:

          Am besten sieht man die Unterschiede und zur gleichen Zeit auch die Gemeinsamkeiten. Diese finde ich persönlich beängstigend genug.



          .



          AFD Wähler von Heute wären die NSDAP Wähler von Damals gewesen.

  • Dietmar Rauter

    Es ist doch ganz einfach: Wer nichts mehr zu verlieren hat, dem helfen 'demokratisch gewählte' Politiker und Parteien nicht weiter: So zum Beispiel der 'junge' CDU-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, der die CO²-Abgabe abschaffen will, weil das Aotofahren den Reichen sonst zu teuer wird. Alle anderen dürfen schwitzen und werden allenfalls noch zum Löschen der vielen Brände benötigt. Vielleicht hat ihm jemand erzählt, dass es so viele 'WählerInnen' gibt, denen das Überleben sonst zu teuer wird. Gäbe es die Ärmeren nicht, hätte eine AfD keine Chance. Wenn wir den gesellschaftlichen Reichtum so verteilen, dass jede/r davon etwas hat und dann auch weiss, dass demokratische Rechte dabei ganz hilfreich sein könnten. Warten wir doch einmal ab, wenn erst die richtigen Klimakosten durchschlagen auf Abhängige und Mieter trotz Demokratie....

  • R.I.P.

    Die unten oft genannten "Bettpfannen"- und "wer putzt mir den Hintern ab"-Argumente stehen auch nicht für eine humanistischere Politik.



    Wenn vielleicht etwas hilft ist es eine Fundamentalopposition gegen Inhumanismus, der Vernützlichung von Menschen und steter Widerspruch gegen die Fakeargumente aus der AfD und ihrer Plagiatoren.



    Bei manchen Triebabfuhrwählern vielleicht auch professionelle Hilfe.

    • Milky

      @R.I.P.:

      "Die unten oft genannten "Bettpfannen"- und "wer putzt mir den Hintern ab"-Argumente stehen auch nicht für eine humanistischere Politik."



      Ja, sehe ich auch so. Vor allem ist auch der Bereich Pflege nicht alternativlos allein von Migration abhängig. Japan, ebenfalls stark alternd und schrumpfend als Bevölkerung, beantwortet das Problem nicht allein mit "mehr Migration", sondern auch mit Robotik usw. Diese Fixierung auf "Migration für Pflege" ist irgendwie ein schwaches Argument und es ist sehr entlarvend ist, dass die imaginierten Migranten nie die Gesellschaft voranbringen werden als führende Wissenschaftler, Autoren, Philosophen (da haben wir ebenfalls inzwischen Qualitätsmangel), sie werden von der linken Bildungsschicht immer weit unten verortet, buchstäblich bei der "Drecksarbeit".

      • V. Ohneland

        @Milky:

        "...sie werden von der linken Bildungsschicht immer weit unten verortet..."



        Bitte, was? Wo ziehen Sie das jetzt her? Im Artikel selbst ist alles dabei, Pfleger, Ärztin, Totengräber, aber hier dann geht's ausgerechnet gegen die "linke Bildungsschicht", ganz so als ob die Bestrebungen, Menschen für Arbeit nach Deutschland zu holen nicht quer durch's politische Spektrum gehen!



        Da ist viel Meinung dabei, und wenig Realität.

      • Hatespeech_is_not_an_opinion

        @Milky:

        Ich habe keine Ahnung, vom wem Sie gepflegt werden wollen, aber ich will keine spieltriebigen Roboter, die mit mir "Kommunikation" betreiben, damit ich die Pflegesituation "besser akzeptiere".



        Viele jungere Menschen, und dazu zähle ich Sie, können sich nicht vorstellen, krank zu werden geschweige denn pflegebedürfrig.



        Ihr Lösungsansatz geht auch an der gelebten Realität vollkommen vorbei. Mehr als 70% der Pflegebedürftigen werden zuhause gepflegt. Was ist dann die nächste Stufe? "Pflegeroboter" von Temu auf Kosten der Pflegekasse? Oder sollen wir eingeschränkten Menschen diese aus eigener Tasche bezahlen?

      • Stefan Wunder

        @Milky:

        Zum Thema "ausländische Fachkräfte" lief letzte Woche die" ARD-Story eingewandert, ausgebeutet" über vietnamesische Auszubildende, die für die Ausbildung um die 7000€ vorab zahlen und sofort mit Abschiebung bedroht werden, wenn sie den Mund aufmachen. Behandlung und Unterbringung aufs Übelste, keinerlei Ausbildung, keine Berufsschule, 40+ - Stundenwoche bei unter 6€ die Stunde.



        Und die werden sofort ohne jede Begleitung auf Pflegebedürftige losgelassen, meinen selber, man muss den Leuten manches doch auf Deutsch erklären - Sprachkurs haben sie zwar bezahlt, aber nicht erhalten.



        In einem anderen Fall steckt der IHK-Präsident von Düsseldorf mit seinen Hotels mit drin. Die Stelle, die Azubis an andere Ausbilder vermitteln soll, wenn gar nichts mehr geht.



        Anderen wurde mit ihrer Kündigung natürlich auch die vermittelte Unterkunft gekündigt. Nur 2 Wochen später stand die Polizei in der Wohnung und vertrieb die, ohne Räumungsbefehl - jeder weiß, wie lange das dauert, Mietnomaden loszuwerden.



        Aber manche Leute scheinen hier die richtigen Connections zu haben, und viele führen zur CDU.

        • R.I.P.

          @Stefan Wunder:

          "Anderen wurde mit ihrer Kündigung natürlich auch die vermittelte Unterkunft gekündigt. Nur 2 Wochen später stand die Polizei in der Wohnung und vertrieb die, ohne Räumungsbefehl - jeder weiß, wie lange das dauert, Mietnomaden loszuwerden. "

          Ist es für Stefan Wunder schlimm daß sie ihre Wohnung verloren oder ist es OK weil sie Mietnomaden waren?

          • Budzylein

            @R.I.P.:

            Die aus den Wohnungen Vertriebenen waren in der Schildung von Stefan Wunder doch gar keine Mietnomaden. Es handelt sich nur um einen Vergleich, der zeigt, dass die Arbeitsmigranten, die ohne Räumungstitel binnen 2 Wochen die Wohnung verloren, wesentlich schlechter behandelt wurden als Mietnomaden.

            • R.I.P.

              @Budzylein:

              Kann sein, es war ja doch ein wilder Ritt durch verschiedene Stories in dem Kommentar, muß aber nicht sein.

  • elektrozwerg

    Die Waehler der AFD sind mit der Politik der letzten Jahre unzufrieden. Also waehlen sie jemanden der an dieser Politik nicht beteiligt war.



    Die AFD ist nur deshalb eine Alternative fuer ihre Waehler, weil sie dank der Brandmauer nicht in die Verlegenheit kam zu zeigen, dass sie keine Loesungen hat.



    Vor der Ampel nach jahrelanger Regierungsabstinenz surften die Gruenen auf dieser Unantastbarkeitswelle. Dann wurden sie durch die Regierungsbeteiligung in der Ampel entzaubert und von einer 30%-Partei mit Kanzlerkanditat zu einer Partei, die bei der Haelfte stagniert.

    Durch die Brandmauer ist die AFD leider nicht nur immer staerker geworden, sie hat sich auch deutlich radikalisiert. Aus der konservativen Prof-Partei aus Euro-Kritikern ist eine Partei geworden, die zumindest in Teilen den tolerierbaren rechten Rand ueberschritten hat. Deshalb hat die wohl nicht mehr abzuwendene AFD-Regierung solch ein Gefaehrdungspotential.

    Demokratische Kraefte in der AFD staerken und in das politische System integrieren waere der sinnvollste Weg, aber dafuer koennte es 1. schon zu spaet sein und 2. muessten da einige ueber ihren Schatten springen. Nicht unmoeglich, aber unwahrscheinlich.

    • Abdurchdiemitte

      @elektrozwerg:

      Das Gerede, dass die AfD erst durch die von den anderen Parteien gegen sie errichtete Brandmauer in die Radikalisierung getrieben wurde - aber nein, die redlichen konservativen, euro-kritischen ‚Profs‘ können natürlich so gar nichts dafür (!) -, ist ein gefährliches Narrativ, das letztlich die Erzählung der AfD befeuert.



      Bei aller Kritik an den ‚Altparteien‘ - ja, über Politikverdrossenheit und Demokratiekrise reden wir schon seit Jahrzehnten und lange bevor die AfD existierte, OHNE dass sich in der Zwischenzeit irgendetwas zum Positiven verändert hat - , sollten wir damit aufhören, solche Narrative zu verbreiten.



      Vergessen wir nicht: die AfD ist nicht stark geworden wegen der Schwäche der Demokratie, sondern wegen der Halbwahrheiten und Lügen, die sie über sie erzählt.

    • Kaboom

      @elektrozwerg:

      So ungefähr alles an Ihrer Analyse ist schlicht falsch. Die Werte der Grünen gingen VOR Beginn der Regierungsbeteiligung zurück, es KANN also nicht die Qualität der Arbeit in der Regierung gewesen sein.



      Die AfD war NIE eine "konservative Professorenpartei", das war nur das Bild, das die AfD-Agitprop der Öffentlichkeit verkaufen wollte. Schon 2015 bestimmte Höckes "Flügel " den Kurs der Blaunen. Es gibt keine relevanten "demokratischen Kräfte " in der AfD.



      Und was die Motivation der Wähler der AfD angeht, es gibt dutzende Studien dazu. Die schlichte Wahrheit ist, die AfD sammelt heute fast das gesamte rechtsradikale Spektrum in D ein. Dazu kommen Wirrköpfe, Ahnungslose und Protestwähler. Letztere gibt es, sie machen aber nur einen Bruchteil der AfD-Wähler aus.

    • Sybille Bergi

      @elektrozwerg:

      Ganz meine Rede. Die Brandmauer wird so lange aufrecht erhalten, bis die AfD die absolute Mehrheit hat. Nichts würde der AfD stärker schaden, als Sie einfach mal ihre volle Unfähigkeit zeigen zu lassen.

      • Yes

        @Sybille Bergi:

        Die AfD hätte sicherlich auch in einer Regierung kein Problem damit, ihren Anhängern weiszumachen, welche Personengruppen und Institutionen (EU, Bundesrat, Gerichte, GG) an den neuen Missständen schuld sein sollen und dass sie diejenigen seien, die diese beheben können. Solange sie dafür nur einen anderen Schuldigen finden, können sie schon heute (vermeintliche) Fehlentwicklungen propagandistisch für sich ausschlachten, was ihr gerade bei leicht- und autoritätsgläubigen Menschen bereits ohne weiteres gelingt. Warum sollte das in einer Regierung anders sein? Dass dann sie die Regierung wären, würde ja nichts daran ändern, dass sie nicht „die anderen“ sind. Für negative Entwicklungen würde sich die Partei kaum selbst verantwortlich machen, sondern sie als Notwendigkeiten darstellen, Sündenböcke erfinden und positive Ereignisse von außen zudem für sich vereinnahmen. Ihre Wählerschaft wird ihnen all dies folgsam glauben, widersprechende Fakten stören sie auch heute nicht. Deswegen würde es die AfD eher nicht „entzaubern“ und diese daran vorläufig auch nicht scheitern.

    • Gunnar Roth

      @elektrozwerg:

      Mir ist neu dass die Grünen bei der Wahl 30% hatten. Es waren 14,7% 2021 nach der „Entzauberung“ 11,6% also gerade mal 3,1prozentpunkte verloren. Das können spd und fdp nur von träumen die ein vielfaches verloren haben.

    • Simon Rincewind

      @elektrozwerg:

      Und die FPÖ hat gezeigt das eine Regierungsbeteiligung auch nicht zur Entzauberung beiträgt, wat nu?

      • rero

        @Simon Rincewind:

        An die Demokratie glauben und Demokrat bleiben.

        In den Faschismus ist Österreich ja auch nicht abgerutscht.

    • Black & White

      @elektrozwerg:

      Sehr gut analysiert.



      Ich frage mich, warum die linken Parteien mit ihrer Strategie die AfD unbedingt noch stärker machen wollen.

    • Leo Onlin

      @elektrozwerg:

      Genau so ist es!

      Der Demokratie hat die Brandmauer am Ende mehr geschadet, als wenn die AfD mal an der einen oder anderen Stelle hätte mitentscheiden können. Dadurch dass immer alle Parteien in die Gegenposition zur AfD gehen, kann diese zu fast allen Fragen die eine Seite der Bevölkerung abholen. Das sind dann mal schnell 50% und mehr für die AfD, während sich die anderen Parteien verbliebenen (50 und weniger) Prozente teilen müssen.

      Spieltheorethisch ist das reichlich dämlich und geht aber auf Frau Merkel zurück, als die damals die Wahl in Thüringen von oben rückgängig machen wollte und ein Ausscheren aus der Brandmauer delegitimierte.

    • Okti

      @elektrozwerg:

      Wenn mensch mit der Politik der letzten Jahre zurecht unzufrieden ist, dann kann mensch auch eine der anderen 15+ sonstigen Parteien wählen anstatt die Stimme Nazis und Faschisten zu geben. Die Menschen, welche rechtsextreme Faschistenparteien wählen tun dies bewusst, da wird es auch keinen Moment der "Entzauberung durch eine Regierungsbeteiligung" geben.

      • Hitchhiker

        @Okti:

        Die Stimme einer der 15+Parteien zu geben,kann man machen oder es gleich sein lassen zu wählen. Weder interessiert es die Parteien ob Sie eine kleinpartei wählen oder überhaupt nicht wählen. Es ändert nämlich nichts daran über ihre Anzahl von Sitzen. Deswegen ist die AFD auch unter anderem sointeressant,weil die anderen Parteien das merken. Also gibt man ihr die Stimme.

        Können Sie sich dran erinnern,dass eine der etablierten Parteien mal aufgestanden ist und gesagt und gemacht hat,dass man 25 bis 30 Prozent der Nichtwähler wieder erreicht?

        Ich nicht.

      • Sybille Bergi

        @Okti:

        Reine Spekulation. Der Brexit hat sich z.B. als ziemlicher Reinfall erwiesen, und das sieht die Mehrheit der Briten mittlerweile auch so.



        Quelle:



        www.statista.com/s...xKFb9u4uaFPqVJmyxk

      • Nachtsonne

        @Okti:

        Welche dieser 15+ anderen Parteien soll der Wähler, der eine andere Migrationapolitik will, denn wählen? Machen Sie doch bitte einen Vorschlag.

        • Kaboom

          @Nachtsonne:

          Sie meinen also, abgesehen von der angestrebten bundesweiten "ausländerfreien Zone" gibt es keine andere Motivation, AfD zu wählen, und das, was die AfD-Wähler immer so gerne als Grund angeben, ist Fake? Da sind wir uns ja schon in einem Punkt einig.

        • Sybille Bergi

          @Nachtsonne:

          hab genau das gleiche gedacht. in Dänemark haben sich die Sozialdemokraten dem Thema angenommen, und damit die extreme Rechte verzwergt.

        • Weiterdenken3

          @Nachtsonne:

          vielleicht das BSW?

        • Sonderzeichen

          @Nachtsonne:

          Also läuft doch wieder alles auf diese eine Frage hinaus? Das soll also das große, alles entscheidende Problem in unserem Land sein, wegen dem man eine Partei wählt?



          Die Migrationspolitik ist doch nur ein Ventil und vorgeschoben! Ein Thema bei dem man unbekümmert draufhauen kann, es trifft ja niemanden von "unseren Leuten", und "die" sind ja eh alle Verbrecher. So in etwa?



          Das kenne ich schon zur Genüge von Familienfeiern.



          Auch einer der Gründe übrigens für den AfD-Erfolg: die erfolgreiche Propaganda und das schaffen eines gemeinsamen Feindbildes. Aber da ist die AfD ja auch nicht die erste Partei, die das erfolgreich anwendet...

  • Philipp Lobinger

    Die AFD ist nach Rietzschel denkfaul und arbeitsscheu. Das wäre prima. Das war vielleicht mal so, aber inzwischen haben Rechtsintellektuelle mit Bildungstiefgang wesentliche Diskursräume besetzt. Die Leugnung dessen ist fatal. Der Verweis dass rechts und intellektuell sich ausschließt ist üblich aber damit erkennt man nicht wie brandgefährlich die Neuen Rechten sind und wie erfolgreich diese die Frankfurter Schule für ihre Zwecke instrumentalisieren. Leider ist meines Erachtens oft auch bei den anderen etablierten Parteien nur sehr bedingt Denkfleißiges und Arbeitsfindendes gängig. Helfen Pauschalisierungen und Abqualifizierungen wirklich um die AFD wirksam bekämpfen zu können. Helfen schallplattenförmige Schmähreden und Vorwürfe wie alles Rassisten, alles Faschisten wirklich. Hilft es wirklich dass der Verfassungsschutz Ausrufe wie "Alles für Deutschland" unter Strafe stellt? Ist es dann nicht so dass dies dann als Abkürzung dient: Statt Alternative für Deutschland wird die Partei an Stammtischen als Partei: AFD (Alles für Deutschland) tituliert. Wir benötigen ernsthafte Konfrontationen. Ja: alle die AFD wählen, genau alle unterstützen eine komplett antidemokratische Partei.

    • Hatespeech_is_not_an_opinion

      @Philipp Lobinger:

      OMG, bitte Demokratie-Nachhilfe nehmen. Der Verfassungsschutz stellt gar nichts unter Strafe. Wir haben Gesetze. Diese gilt es zu beachten. Bestimmte Nazi-Parolen sind strafbewährt und der faschistische Geschichtslehrer provoziert gerne die Justiz. Jede Verurteilung ist für ihn eine Bestätigung seines kruden Weltbildes.



      In einer Hinsicht haben Sie recht. Die Vordenker gilt es mit aller Härte zu bekämpfen, sowohl intellektuell, wie juristisch. Diese verbreiten das gesellschaftliche Gift des Faschismus 2.0 mit all den demokratie- und menschenfeindlichen Positionen und die Überreichen finanzieren das Ganze, weil "weniger Steuern zahlen, besseres Leben für uns".

    • Wanderin

      @Philipp Lobinger:

      Wie instrumentalisieren AfD-ler die Argumente der Frankfurter Schule? Beispiele würden mich interessieren, ich habe es nicht mitbekommen.

      • Kaboom

        @Wanderin:

        Würde mich auch brennend interessieren.

    • Jürgen Matoni

      @Philipp Lobinger:

      Wunderbare Analyse. Doch die Folgerung ist völlig daneben.

    • Chris McZott

      @Philipp Lobinger:

      Das sehe (und erlebe) ich nicht so. Die AfD ist intellektuell ziemlich schlecht aufgestellt. Und verheddert sich ständig in inhaltliche Widersprüche und hat auch kein konsistentes politisches Programm.



      Sie ist auch nicht "geschickt" in der Öffentlichkeitsarbeit und im Dummenfang, wie man öfter liest.

      Es sind schlicht Lehrstellen im politischen Spektrum, die die AfD besetzt. Die anderen Parteien sehen einfach nicht ein, dass bestimmte Positionen des Bildungsbürgertums überhaupt nicht mehrheitsfähig sind.



      Man kann dabei noch von Glück sagen, dass das Afd-Personal extrem uncharismatisch ist. Bei einer echten rechten Führungsfigur hätten wir schon vielleicht andere Verhältnisse.

      • Encantado

        @Chris McZott:

        "Es sind schlicht Lehrstellen im politischen Spektrum"



        Ein wunderbarer Freudscher Verschreiber. Das ist es. Den 'normalen' Parteien müsste gelehrt werden, diese Leerstellen zu besetzen, statt auf ihren veralteten Bildern zu verharren.

        • Chris McZott

          @Encantado:

          Stimmt ;)

      • nihilist

        @Chris McZott:

        "Die anderen Parteien sehen einfach nicht ein, dass bestimmte Positionen des Bildungsbürgertums überhaupt nicht mehrheitsfähig sind."

        Welche Positionen wären denn das, die zwar nicht mehrheitsfähig sind, aber in allen Parteien außer der AfD Konsens?

        • rero

          @nihilist:

          Das ist relativ einfach festzustellen, wenn man sich ansieht, wofür die AfD sich öffentlichkeitswirksam ausspricht.

          Wo sie ihren Marker setzt.

          Nicht bei dem, was im Programm steht.

          Da ist es wie bei anderen Parteien: Die meisten Wähler interessiert es nicht.

        • Onglesensang

          @nihilist:

          Wahrscheinlich alles was mit Migration zu tun hat. So weit ich verstehe haben die meisten Afd-wähler keine Ahnung was im Programm steht bezüglich Wirtschaft, Steuer, Verteidigung, Bildung oder was auch immer, sie wissen nur dass die Afd gegen Migration is

          • Donni

            @Onglesensang:

            keine Ahnung was im Programm steht...

            Ist doch egal! Wie war das mit KEINE Schulden und dann wurden die "Sondervermögen" geschaffen.



            In der analogen Zeit sagte man, Papier ist geduldig oder"Grau is' alle Theorie – entscheidend is' auf'm Platz" (Alfred „Adi“ Preißler), und da sehen die etablierten Parteien momentan nicht gut aus.



            Nehmen Sie die Krankenversicherung oder Rente. Für Gaza demonstrieren die Linken aber Rentner oder GKV ist denen völlig egal. Da herrscht brüllendes Schweigen.

  • Rainer Meyer

    Interessant ist auch, dass das gewählte Bildmotiv sehr schön zu der Aussage passt, dass egal, was man tut, man immer was im Sinne der AFD tut. Denn dieses Foto könnte durchaus ein Werbefoto der AFD sein. Aber es ist wahrscheinlich kritisch gemeint. Und auch Kritik an der AFD mit Deutschlandfarben und blauen Fliegenklatschen ist Propaganda für die AFD. 🙃

    • Jürgen Matoni

      @Rainer Meyer:

      Uups: "Schwarz Rot Gold" ist jetzt extrem rechts?

      • GregTheCrack

        @Jürgen Matoni:

        Anscheined überlässt man den extremen Rechten dieses Monopol. Sowas kommt von sowas.

      • CarlaPhilippa

        @Jürgen Matoni:

        Hat er nicht gesagt. Wie kommen Sie auf diese Unterstellung?

  • My Sharona

    Es ist schon oft gesagt worden, aber selten so "Ernst"haft: "Disruption", alles Kaputtschlagen, als letzter Akt der derjenigen, deren Bedürfnisse über Jahrzehnte zu wenig in politische Maßnahmen übersetzt wurden, schlicht weil die neoliberal zugerichtete Gesellschaft dazu nicht fähig oder willens ist. Das Umsichschlagen, die Genugtuung, die Rache - darauf baut die neue Rechte ("I am your retribution", gell?) auf. Dafür braucht es nicht viel: Gefühlsbewirtschaftung. Irgendein Aufreger wird sich schon ergeben oder herbeikrakeelen lassen; die Mühe, Programme zu schreiben, wird sich die AfD wahrscheinlich - wie Trump schon bei seiner zweiten Kandidatur - nicht mehr lange machen.

    • nihilist

      @My Sharona:

      Man muss ja Programme schreiben, damit niemand behaupten kann, man hätte kein Programm.



      Was da drinsteht, ist aber auch bei den anderen Parteien eher Selbstvergewisserung und Motor für den innerparteilichen Diskurs als eine Leitschnur für eventuelles Regierungshandeln.

  • Wanderin

    Danke, ich kann dieses ewige ängstliche Zaudern beim Thema AfD Verbot nicht mehr lesen! Wir haben die Erfahrung aus der deutschen Geschichte, wir sehen live wie sich der Gaunerstaat unter Trump entfaltet. Warum wird immer noch nicht verstanden, mit wem wir es zu tun haben? "Was ist, wenn es scheitert.. aber .. aber" - Immer noch besser als das gehorsame Schlafwandeln in die ungebremste Kleptokratie, die mit der AfD kommen wird.

    "Hinterher, da ist sich Onkel Ernst jetzt schon sicher, wird er von allem nichts gewusst haben."

    Ich würde nicht der Illusion verfallen, dass es ein besseres "hinterher" geben wird. Die Geschichte wiederholt sich nur teilweise und sie wird von den Siegern geschrieben. Damals haben die Siegermächte den Deutschen zur Einsicht verholfen. Diesmal, und damit rechnen die Internationalen Rechten, soll kein moralisches Korrektiv übrig bleiben.

    Die Lage ist ernst!

    Bitte das "gratitude journal" beiseite legen und aufwachen.

    • rero

      @Wanderin:

      „Warum wird immer noch nicht verstanden, mit wem wir es zu tun haben?„

      Es wird verstanden.

      Es gibt nur unterschiedliche Meinungen dazu. Wie man am besten dagegen vorgeht.

      Es ist wenig hilfreich, Leuten mit einer anderen Position zu unterstellen, sie hätten es nur nicht richtig verstanden.

      „Immer noch besser als …“

      Genau das ist das, was fraglich ist.

      Wird das Verbot gerichtlich abgelehnt, ist die AfD eine zertifiziert demokratische Partei.

      Dann wird bestimmt nochmal 5 % mehr Wähler kriegen.

      Die trauen sich jetzt nicht, weil sie keine Partei außerhalb des demokratischen Spektrums wählen wollen.

      Das ist dann fatal.

      Sämtliche Rhetorik, die auf die Demokratiedefizite hinweisen, verlieren komplett ihre Glaubwürdigkeit.

      Ich denke, danach wird es auch keine Brandmauer mehr geben.

      Denn - eine Brandmauer gegen eine zertifiziert demokratische Partei?

      Deshalb wäre ein Scheitern des Verbotes der GAU.

      • Wanderin

        @rero:

        "Die trauen sich jetzt nicht, weil sie keine Partei außerhalb des demokratischen Spektrums wählen wollen."

        Das wissen Sie, weil Sie in die Köpfe der Wähler bei der geheimen Wahl schauen können?

        Wer AfD wählen will, wählt sie. Das Argument, dass man es sich momentan noch nicht "traut" allein, in der Wahlkabine, das Kreuz bei der AfD zu machen, halte ich für Gerede.

        • rero

          @Wanderin:

          Sorry, ich erlebe die Leute, die sagen, wegen dem, was bei der Migration und anderen Themen schiefläuft, müsste man eigentlich die AfD wählen.

          Sie tun es nicht, weil sie keine rechtsextreme Partei wählen wollen.

          Ich brauche da niemandem in die Köpfe zu schauen.

          Ich habe sogar jemanden in meinem privaten Umfeld, der Leute ganz offen anspricht, wenn sie bestimmte politische Änderungen wollen, müssten sie die AfF wählen.

          Die Reaktionen darauf sind spannend.

          „Wer AfD wählen will, wählt sie.“ ist aus meiner Sicht viel zu kurz gegriffen.

          Sie können diverse Studien googeln, die belegen, dass der Antwil von Rechtsextremisten und Demokratiefeinden unter den AfD-Wählern deutlich unter 50 % liegt.

          Entspricht voll dem, was ich erlebe.

          Manche werden von manchem, was und wie die AfD es anspricht, getriggert.

          Die wollen dafür aber keine undemokratische Partei wählen.

          Um die geht es.

          Die verliert man mit einem gescheiterten Verbot.

          Damit Sie noch richtig was zu knabbern haben: Der Typ in meinem persönlichen Umfeld, der die Leute anspricht, ist auch kein Rechtsextremist.

          • sociajizzm

            @rero:

            Wer eine Antimigrationspartei wählen will kann auch CDU wählen. Und aus welcher Partei stammt nochmal der Kanzler der im großen Stil abschieben wollte?



            .



            Wer zudem mit der eigenen wirtschaftlichen Lage unzufrieden ist, wäre eigentlich beim BSW besser aufgehoben. Da hat man beides. Migrationskritik + mehr Sozialpolitik.



            .



            Nur wem das alles nicht rechtsradikal genug ist muss die AFD wählen.



            .



            Die meisten NSDAP Wählerinnen waren in der Selbstbetrachtung auch "bürgerlich". Das ist also nichts neues.

  • Forist Grump

    Gute Analyse. Ich frage mich allerdings, ob Wutwähler Onkel Ernst wirklich „wider besseres Wissen“ bei der AfD sein Kreuz bei der AfD macht. Ist eher eine unreflektierte Bauchentscheidung, um es „denen da oben“ mal richtig zu zeigen.

    • Forist Grump

      @Forist Grump:

      Einmal „bei der AfD“ hätte auch gereicht.😉

  • taz.manien

    Das ist wieder das selbe Spiel mit dem Feuer wie einst, wie das ausging das kann man in Geschichtsbücher nachlesen. Auf zur nächsten Runde, um später wieder zu hören, man konnte das doch nicht wissen!

  • aujau

    Die zutreffende Beschreibung eines traurigen Zustands, lange latent, jetzt offenbar. Beileibe nicht nur im Osten. Man wird sich Widerstandsformen überlegen müssen.

  • Achsachbloß

    Solange die regierenden Parteien es nicht wagen, den Reichen einen höheren Beitrag zum Allgemeinwohl abzuverlangen und Bauern und Wirtschaft mit Subventionen und Steuervergünstigungen päppeln, sprich deren Gewinne aus Steuermitteln finanzieren, bleiben sie unglaubwürdig und können so viele Probleme lösen wie sie wollen.



    Gleichzeitig trampeln sie auf den Armen und den Arbeitern herum, schmeißen aber Milliarden für Rüstung aus dem Fenster und planen wieder Bunker. Das alles kann nur Unmut erzeugen.



    Dennoch würde ich niemals eine für mich klar rechtsextremistische Partei wählen.

    • Müller Christian

      @Achsachbloß:

      Ich glaube kaum einer wird AfD wählen, wegen der Punkte, die Sie genannt haben. Im Endeffekt geht es um den großen rosa Elefanten im Raum. Dieser besorgt der AfD vermutlich 70% - 80% ihrer Stimmen.

      • Achsachbloß

        @Müller Christian:

        Das Bild mit dem rosa Elefanten verstehe ich nicht, da es sich um ein reales Problem handelt, dass Sie vermutlich meinen und das ist die hohe Anzahl Geflüchteter und von Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen.



        Mal angenommen, Ihre Zahl von 70-80% würde stimmen, dann wären da immer noch 20-30%, die eventuell in Sachsen-Anhalt den entscheidenden Unterschied machen werden. Daher sollte man die nicht außer Acht lassen. Aber jetzt ist es fast schon zu spät, sie zurückzugewinnen.



        Auf jeden Fall ist es auch nicht hilfreich die AFD-Wählenden eindimensional zu betrachten.

        • sociajizzm

          @Achsachbloß:

          AFD wähler sind nun Mal eindimensional.

          Die meisten sind mit der eigenen wirtschaftlichen Lage unzufrieden und wählen dann eine Partei mit einem Programm, das diese objektiv verschlechtern würde.



          .



          Und dann gibt es noch sicher Menschen, welche die AFD gerade WEGEN ihrer neoliberalen Position wählen.

        • Chris McZott

          @Achsachbloß:

          Die restlichen 20-30% der AfD-Wähler sind aber u.a. :

          - die ehemaligen NPD-Wähler (Hardcore Nazis)



          - Putinfans (darunter viele Russlanddeutsche)



          - Gegner von gendersensibler und Minderheitenpolitik (Stichwort: "woke")



          - EU und Euro-Gegner, Libertäre



          - "Klimaskeptiker"



          - Coronaleugner, Impfgegner und andere Verschwörungstheoretiker und religiöse Spinner

          All diese Gruppen werden Sie nur mit einer klassisch linken Sozialpolitik nicht erreichen.

  • Chris McZott

    "Deswegen kann man einem AfD-Wähler oder einer AfD-Wählerin auch noch so schlüssig erklären, dass sie gegen ihre eigenen Interessen handeln, man muss sich nur die wirtschafts- und sozialpolitischen Programmpunkte „ihrer“ Partei ansehen oder das, was unter antidemokratischen, rechten Regierungen mit dem Lebensstandard der Mehrheit geschieht. Es wird nicht ankommen."

    Vielleicht weil die AfD-Wähler die Migrationsfrage viel höher gewichten als andere Themen? Daran ist doch nichts unlogisches...



    Außerdem sind diejenigen Migranten, deren Bilder und Geschichten rechte Narrative befeuern eben nicht diejenigen, "die Bettpfannen holen, "die Darmspiegelung durchführen" oder "das Grab ausheben".

    • sociajizzm

      @Chris McZott:

      Wenn man ein Thema aus ideologischen Gründen überhöht und sich von sachlichen Argumenten nicht beeinflussen lässt ist das unlogisch.



      .



      Und schauen Sie mal welchen Anteil Migration in der Altenpflege spielt.

    • Fairness85

      @Chris McZott:

      Heute sind aber wirklich viele " kritische und hinterfragende" taz Leser und Kommentarschreiber hier unterwegs, ist ja ganz ungewohnt.

  • Der olle Onn

    Bedauerlicherweise charakterisiert der Artikel eine erschreckend große Wählergruppe bestens...



    "...warum eine Fraktion der ökonomischen Elite so tatkräftig die rechtsextremen Parteien unterstützt, und was auch erklärt, woher das Geld kommt," - Das sei all jenen ins "Stammbuch" geschrieben, die immer noch glauben, dass in AfD-regierten Ländern zwangsläufig niemand mehr investieren werde...

  • Nachtsonne

    Ein Artikel von Menschen für Menschen welche die AFD nie wählen würden. Im Kern die übliche Begründung unter Vermeidung der Erkenntnis, dass linke Politik von der Mehrheit der Bevölkerung gegenwärtig nicht gewünscht wird. Nun gut, links der SPD ist das wohl auch nicht zu erwarten. Allerdings stellt sich damit die Frage, welche Mitverantwortung gerade die SPD am Erstarken der AFD trägt. Oder möchte irgendjemand behaupten ohne die Brandmauer Stünde die AFD bundesweit jetzt bei 40%? Ockhams Rasiermesser gilt manchmal auch in der Politik.

  • Michael Köhler

    Seeßlen meint zu Onkel Ernst: "Als er noch die Sozialdemokraten gewählt hat, da meinte Onkel Ernst noch, er müsste seine Stimme „abgeben“ für die richtige Sache, für seine eigenen Interessen."



    Leider ist Seeßlens Analyse lückenhaft, denn die Frage nach den AfD-Wahlerfolgen kann nur dann beantwortet werden, wenn die Politik der Regierungsparteien in Bezug auf gebrochene Wahl-versprechen und die Belanglosigkeit von Wahlprogrammen untersucht werden.



    AfD-Wähler moralisch zu verurteilen ist sehr bequem und ersetzt keineswegs eine Politik, die sich energisch um Kinderarmut, Altersarmut, Wohnungsnot und DB-Desaster kümmert.

    • Tiene Wiecherts

      @Michael Köhler:

      "... die sich energisch um Kinderarmut, Altersarmut, Wohnungsnot und DB-Desaster kümmert."



      Ich kenne einige AfD-Wähler, aber kein einziger von denen ist auch nur minimal von einem der genannten Probleme betroffen. Allen geht es materiell weit besser als dem Durchschnitt ihrer Mitmenschen!



      Es eint sie die Lust an der Zerstörung dieses 'Systems', das ihnen auch nur eine minimale Veränderungsbereitschaft abverlangt.



      Es soll schlicht alles so sein wie früher - oder wie früher bei ihren Eltern.

      • rero

        @Tiene Wiecherts:

        Sie meinen, die rund 40 % der AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt geht es materiell überdurchschnittlich gut?

        Und alle 40 % haben dort kein Problem mit Kinderarmut, Altersarmut und der Wohnungsnot?

        Ich persönlich erlebe ja AfD-Fans von ganz unten bis obere Mittelschicht.

        Ist aber bestimmt ein Blasenproblem bei mir.

        Ich lebe auch in einem Wahlbezirk, in dem bei der letzten Wahl die AfD die stärkste Partei war.

        Leute, die überdurchschnittlich verdienen, wohnen woanders.

        Sie werden bestimmt recht haben.

      • ToMuch

        @Tiene Wiecherts:

        Wie, die stehen materiell gut da? Soweit ich doch immer lese, ist das der „abgehängte, bildungsferne Osten“, der die AfD wählt. Also die armen dummen Ossis. So war es jahrelang zu lesen…

  • Truhe

    Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es den Vorschlag, eine rechtsextreme Partei in Deutschland zu verbieten. Dies wurde nicht getan, weil man sie lieber "inhaltlich stellen" wollte. Daraus folgte eine Zusammenarbeit der Deutschen Zentrums Partei mit ebendieser rechtsextremen Partei...das Resultat sollte allen bekannt sein!

    Ich muss es leider so deutlich sagen, aber wer heute dieselben Floskeln wie damals verwendet und eine PRÜFung aller vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Parteien auf Verfassungsmäßigkeit ablehnt beweist damit, dass er absolut gar nichts aus der deutschen Geschichte gelernt hat und riskiert, dass es wieder eine rechtsextremistischen Diktatur in Deutschland geben könnte!

    Liebe Politiker*innen (vor allem die der CDU/CSU) wollt Ihr das allen Ernstes ein zweites Mal riskieren?

    • Fairness85

      @Truhe:

      Es gilt wer Goebbels Tagebücher nicht gelesen hat .....ist nicht in der Lage die perfide, mörderische und selbstzerstörende Terrorgeschichte der 12 jährigen NSDAP Herrschaft auch nur annähernd einzuordnen.



      Lesen, Lesen auch wenn es 4000 Seiten sind .... für die Nachkommenden die alles nicht aus erster Hand kennen.... sein Machwerk ist mit Erläuterungen und fantastisch Kommentaren ergänzt.

      Wenn diese Bücher Allgemeingut wären....



      Würde nicht die AfD als NSDAP 2.0 durchgehen....



      Eine Alice Weidel...kalt, aalglatt, zynisch, arrogant ja aber kein Nazi



      Ein Tino Chrupalla einfach, streitbar eben Ostdeutsch und (unerklärlich) Putin Versteher alles nur kein Nazi

      Und der Ehrenvorsitzende Gauland ein über 40 Jahre gestandener ex CDUler....

      Und schräge Vogel...ja von denen gibt es in der AfD überdurchschnittlich viele...wird sich in Verantwortung aber noch abschleifen

    • Fairness85

      @Truhe:

      Touche.... Nachtsonne

    • Nachtsonne

      @Truhe:

      Die Wiederholung dieser bemerkenswert falschen Interpretation der Gechichtr macht es nicht besser. Oder glauben Sie ernsthaft der Bundestag wuerde einem Ermächtigungsgesetz zustimmen? Abgesehen davon hat die AFD keinen Generalplan Ost, will keinen Lebensraum erobern und auch nicht massenhaft Menschen und Andersdenkende vernichten. Es gibt Gründe warum ein Verbotsverfahren leider aussichtslos ist.

      • Encantado

        @Nachtsonne:

        "Es gibt Gründe warum ein Verbotsverfahren leider aussichtslos ist."



        Und der wichtigste ist zweifellos, dass man es vor lauter Angst nicht einmal versucht.

      • Przyjaciel wolnej prasy

        @Nachtsonne:

        Nur zur Erinnerung: Als die Nazis an die Macht kamen, gab es weder einen Generalplan Ost, noch die erklärte Absicht, massenhaft Menschen zu ermorden - das kam später, als es für ein Verbot längst zu spät war…

        • Donni

          @Przyjaciel wolnej prasy:

          Mein Kampf erschienen 18. Juli 1925.

        • Nachtsonne

          @Przyjaciel wolnej prasy:

          Jein, Lebensraum im Osten findet sich klar in "Mein Kampf". Der Generalplan Ost ist die logische Konsequenz. Die Vernichtung der Juden wird in der Tat nicht wortwörtlich angekündigt. Die Verachtung für die Weimarer Republik war unverhohlen und offensichtlich. Lediglich die SPD unterstütze die Demokratie. Auch das ist heute anders - CDU/CSU und FDP stehen zweifelsfrei auf dem Boden des GG. Was man der AFD alles zuschreibt grenzt an Hysterie. Und selbst wenn die Partei das GG aushebeln wollte, bieten sich dafür keine Möglichkeiten mehr.

        • nihilist

          @Przyjaciel wolnej prasy:

          Doch, so ziemlich alles bis zum Scheitern von Operation Barbarossa war schon in den 20ern Teil des Plans. Das konnte man alles nachlesen, wenn man denn wollte.

          Die AfD wird, sollte sie irgendwann den Kanzler stellen, so wenig das Vierte Reich errichten wie Meloni oder Geert Wilders ihre Länder wieder in die 1930er zurückversetzt haben. Sie werden großspurig tönen, herumstümpern, vielen Leuten das Leben schwerer machen, gewaltigen Schaden in Wirtschaft und Gesellschaft anrichten und dann krachend wieder abgewählt werden.

          • aujau

            @nihilist:

            In der AgD ist auch ein Björn Höcke. Der sagt, er muss nur eine Wahl gewinnen.



            Dies, sein Bild mit Hitlergruß und seine Verbindungen zu außerparlamentarischen Neonazis sind eine Ansage.

          • ToMuch

            @nihilist:

            Ich sehe die Niederlande und Italien nicht ins Mittelalter verfallen und lese/höre von dort auch keine dramatischen Gruselgeschichten. Auch Ungarn hat Orban überlebt und steht noch. Was all den Ländern wie auch vielen osteuropäischen Ländern allerdings gemein ist, dass sie deutlich weniger Probleme mit Anschlägen, Messerattacken etc. haben.

  • Sisone

    Ob Le Pen EU-Gelder für EU-Abgeordnete für eigene Mitarbeiter abgezwackt hat, juckt Onkel Ernst nicht. Auch nicht, ob irgendein Argentinier irgendeinen Brasilianer beleidigt. Wer ist Meloni? Diese Punkte sind so abgehoben, dass sich schon allein an der Tatsache, dass sie in dieser Kolumne auftauchen, zeigt, wie abgehoben und weit weg von Ernsts Lebensrealität manche Diskussionen geführt werden.







    Sein Weltbild:



    Bus kommt nicht, Bahnverbindung stillgelegt, Tochter findet keine Wohnung, Sohn keine Ausbildung, alles wird teurer, arbeiten bis 67, keine Arzttermine, gebrochene Wahlversprechen, Schwimmbäder zu, Genderpflicht, Infrastruktur marode, Belästigung im Schwimmbad, Anschläge auf Volksfesten...



    Wir sollen sparen und verschenken Milliarden an die Ukraine, Flüchtlinge, Fahrradwege in Peru. Die letzten Wohnungen gehen an Wirtschaftsflüchtlinge und Scheinasylanten, die auch bei nachgewiesener Kriminalität nicht wieder abgeschoben werden.







    Nur die Hälfte ist Blödsinn!







    Aber jeder (!) Punkt hat einen wahren Kern, der konsequent von der Politik ignoriert und geleugnet wird.







    Die Zwickmühle besteht darin, den wahren Kern human bekämpfen zu müssen, ohne die AfD zu bestätigen.

    • Donni

      @Sisone:

      Und hier der Link zu den Fahrradwegen, ich hoffe das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist Ihnen und anderen nicht zu Rechts. Habe ich in dem Zusammenhang auch schon gelesen.



      www.transparenzpor...?id=DE-1-202068302

    • CarlaPhilippa

      @Sisone:

      "Nur die Hälfte ist Blödsinn! Aber jeder (!) Punkt hat einen wahren Kern, der konsequent von der Politik ignoriert und geleugnet wird."



      Und genau DAS hier ist der Kern der rechten Propaganda, und ich glaube, dass Sie das sehr wohl wissen.

      • Sisone

        @CarlaPhilippa:

        "Der Kern der rechten Propaganda" ist die Vermischung real existierender Probleme (welche Gesellschaft hat keine?) mit erfundenen Ursachen (Sündenböcke) und nicht funktionierenden, vermeintlich einfachen Lösungen.







        Meine Onkel-Ernst-Aufzählung ist nicht mein, sondern sein Weltbild. Ich kann nachvollziehen, dass er die Dinge so sieht und trotzdem zu anderen Ergebnissen kommen.

        Vielleicht stört Sie die Formulierung, dass die Politik ignoriert und leugnet? Ja, mich beim zweiten Lesen auch selbst ein bisschen. Klingt im Nachgang tatsächlich so, als ob ich rechte Positionen unterstütze. Ist nicht der Fall!

        Nehmen wir die Unterstützung der Ukraine. Ich denke, wir sind einer Meinung, dass es absolut notwendig ist, die Ukraine wenigstens finanziell zu unterstützen. Der "wahre Kern" ist der, dass zeitgleich in Deutschland an allen Ecken und Enden Geld fehlt; zumindest wenn wir den gewohnten Standard wenigstens halten wollen. In der direkten Gegenüberstellung Krieg / geschlossene Schwimmbäder hat die Ukraine ein existentielles und wir ein Luxusproblem. Die Ukraine nicht unterstützen, wäre die Option der AFD. Vermögenssteuer wäre eine Alternative, die nicht genutzt wird, was der AFD nutzt.

    • Jürgen Matoni

      @Sisone:

      Absolute Zustimmung. Jedoch warum wollen Sie die AfD nicht "bestätigen"? Das haben Sie doch gerade getan.

      • Sisone

        @Jürgen Matoni:

        Nein, eben nicht!

        Ich kann aber bestätigen, dass die AFD das Weltbild von Onkel Ernst erst aktiv miterzeugt und dann für eigene Zwecke ausnutzt.







        Den Kern der Probleme zu ignorieren, macht die AFD stark. Es ist ja eine Tatsache, dass man ewig auf Facharzt-Termine warten muss und kaum ein Wohnung zu bekommen ist. Die AFD bietet aber keine echte Lösung an, sondern führt die Migranten als Sündenböcke ins Feld, obwohl die echten Ursachen für das eine mangelnder Wohnungsbau über Jahrzehnte und für das andere zu wenig Medizinstudienplätze sind. Auch an den anderen Problemen sind die Migranten nicht schuld, werden aber ständig damit verknüpft.

        "Ausländer raus" ist nicht die Lösung, sondern die Verschärfung des Problems der Arzttermine (fast 30% der Ärzte in Deutschland haben Migrationshintergrund!).







        Auch die Wirtschaftsleistung wäre ohne Migranten schlechter; also keine Lösung für das fehlende Geld bei der Infrastruktur oder gegen Schwimmbadschließungen.







        Nur weil die AFD unzulässig die Probleme mit falschen Ursachen und mit falschen Lösungen präsentiert, dürfen wir nicht die Probleme leugnen.







        Sag mir doch bitte einer, welches angesprochene Problem überhaupt nicht existiert.

        • Donni

          @Sisone:

          (fast 30% der Ärzte in Deutschland haben Migrationshintergrund!)

          So und davon ziehen Sie bitte alle mit europäischem Migrationshintergrund ab, die kann die AfD nicht ausweisen.

          de.wikipedia.org/w...Cgigkeitsgesetz/EU

          Wieviele bleiben jetzt von den 30% übrig?

          Lauf google sind aus Syrien rund 8.000 in D. beschäftigt. Das ist die größte Gruppe. Wenn ich jetzt nochmal je 8000 aus Ägypten und Irak dazuziehe komme ich auf 24.000 Ärzte.



          In Deutschland gibt es 446.000 aktive Ärzte d.h sie stellen 5-6% und keine 30%. Und selbst wenn ich die Quote verdoppele komme ich auf 10-12%, immer noch weit von den 30% entfernt.

          Ich stimme Ihnen ja zu, dass solches Handeln pure Dummheit ist, aber hören Sie doch bitte auf mit Zahlen zu operieren die absolut nicht plausibel sind und der Überprüfung mit google nicht eine 10tel Sekunde standhalten.

          • sociajizzm

            @Donni:

            Na dann googlen sie mal 10 Sekunden länger.

            Rund 34% der Ärzt:innen mit Migrationshintergrund sind aus EU Ländern. 66% aus nicht EU ländern.



            .



            Rund 18% der berufstätigen Ärzte und Ärztinnen sind außerhalb der EU geboren.



            .



            In der Altenpflege sind die Zahlen sogar noch höher mit rund 21%.

  • Andreas Flaig

    Danke Herr Georg Seeßlen!



    Sie haben das hervorragend beschrieben.







    Die, die es betrifft, wenn sie darin lesen sollten, werden, wie sie nun mal ticken, wie kleine trotzige Kinder, "jetzt erst recht" fühlen.

  • bmw_sepp

    Sehr guter Artikel. Wenn man versteht, wie der Mechanismus der Rechten funktioniert, erleichtert das vieles. AfD-Wähler wollen zerstören, das "Land brennen sehen", ihre Selbstwirksamkeit erleben. Wie ein Kind, das alles kaputt macht, um Aufmerksamkeit von Mutti zu bekommen.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Der Autor schreibt, dass die Gegenseite machen kann, was sie will. Am Ende profitiert immer die AfD.

    Das ist nicht richtig. Die etablierten Parteien könnten etwas machen, bei dem die AfD stark verliert.

    Sie könnten Milliardäre und Superreiche (> 100 Mio. $) für die nächsten Jahre um 50-100 Mrd. € höher besteuern und damit eine Politik machen, mit der 90% der Menschen zufrieden sind - statt 80% der Menschen unzufrieden wie bisher. Sie könnten z.B. die Stromsteuer für alle senken, die Renten nicht kürzen, das Gesundheitssystem nicht verschlechtern, die Sozialabgaben senken statt erhöhen etc. - kurz das Leben für viele wieder ein bißchen erträglicher machen und die Gesellschaft wieder ein bißchen gerechter machen.

    Der Autor hat recht, dass manche AfD-Wähler es nur noch "denen heimzahlen" wollen - denen, die sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten übel im Stich gelassen haben. Weil sie längst die Hoffnung aufgegeben haben, dass irgendeine der etablierten Parteien ihr Leben wirklich besser macht, wenn sie sie wählen. Vielleicht ist das nicht Sinn einer Wahl, aber wenn keine Wahl einer etablierten Partei das eigene Schicksal wirklich verbessert, ist das die logische Konsequenz.

    • Bussard

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Genau diese (durchaus sinnvolle) Politik wollen AFD-Wähler aber ja nicht! Die AFD steht für weniger Steuern, für weniger Sozialleistungen. Der durchschnittliche AFD-Wähler ist überzeugt davon, dass Linke IHN meinen, wenn sie höhere Steuern für Reiche fordern. Für den dutchschnittlichen AFD-Wähler ist klar: Kein Geld für Ausländer, kein Geld für Umwelzschutz, kein Geld für die Ukraine, stattdessen Kuschelkurs mit Putin für günstiges Gas, und dann geht es allen "echten Deutschen" besser. So schlicht ist das. Und wenn man damit den verhassten Grünen noch einen mitgeben kann und ein Genderverbot einführt, finden sie es noch besser.

      • EchteDemokratieWäreSoSchön

        @Bussard:

        Das ist immer das große Missverständnis: Man verwechselt das, was die AfD will mit dem, was die AfD-Wähler wollen.



        Aber die Wähler der AfD wollen z.B. deshalb weniger Migration, weil ihnen die AfD eingeredet hat, dass es ihnen dann besser geht. Aber eigentlich wollen die meisten AfD-Wähler vor allem, dass es ihnen besser geht.



        Deshalb wird es auch nichts helfen, die Migration zu verringern. Denn dadurch wird es kaum jemanden besser gehen, auch den AfD-Wählern.

        Deshalb ist auch verständlich, dass seit der Bundestagswahl die AfD von 20 auf 28 % gestiegen ist und CDU/SPD stark gefallen sind, obwohl die Migrationszahlen stark nach unten gegangen sind.

      • EchteDemokratieWäreSoSchön

        @Bussard:

        Ja, da haben Sie absolut recht. Die AfD wird diese (sinnvolle ) Politik nicht machen. Daher werden die AfD Wähler unter einer AfD-Regierung auch nicht zufriedener.

        Aber man muss sich vor dem Fehlschluss hüten (den die Regierung im Augenblick macht), dass man die Politik machen muss, die die AfD fordert, um die AfD-Wähler zufriedenzustellen. Insbesondere nützt es nichts, die Migration zu bekämpfen. Selbst wenn die Migration auf 0 sinken würde, würden die meisten AfD-Wähler immer noch die AfD wählen, da sie immer noch nicht zufrieden sind. Und solange sie nicht zufrieden sind, wählen sie nicht die etablierten Parteien, sondern die AfD.

        Darin unterscheiden sie sich fundamental von den Wählern der etablierten Parteien. Diese wählen ein Partei (wie CDU, SPD, Grüne etc.), weil sie mit der Politik dieser Partei am ehesten übereinstimmen.

        Die meisten AfD-Wähler haben ursprünglich die AfD gewählt, weil sie von den anderen Parteien nicht nur enttäuscht sind, sondern sich übel im Stich gelassen fühlen. Inzwischen sagen viele oft, dass sich auch mit dem Programm der AfD übereinstimmen, weil sie sich selbst nicht eingestehen wollen, dass sie das Programm der AfD gar nicht kennen.

      • nihilist

        @Bussard:

        Dann muss man sich wohl an die überdurchschnittlichen AfD-Wähler wenden. Deren Stimmen auf Dauer verloren zu geben, kann ja kaum die Lösung sein.

        Klar, bei einer rechten Splitterpartei kann man so argumentieren. Wir reden hier aber mittlerweile über mehr als 25% der Befragten. Wieso waren die bei den zurückliegenden Wahlen noch nicht so schlicht?

  • Il_Leopardo

    Onkel Ernst, der ja wohl stellvertretend für viele AfD-Wähler steht, folgt, so lese ich den Artikel, nur noch seinen "dunkelsten Gefühlen".



    Ich habe es schon oft geschrieben und wiederhole es noch einmal:



    Gegen die AfD mit Argumenten zu kämpfen, macht keinen Sinn. Man kann gegen Ressentiments, also Gefühle, nicht mit Vernunft kämpfen.



    Es gibt nur eine Lösung: Verbotsantrag gem. Artikel 21 Abs. 2 GG.

    • rero

      @Il_Leopardo:

      ‚Man kann gegen Ressentiments, also Gefühle, nicht mit Vernunft kämpfen.“

      Dann bekämpfen Sie doch die Gefühle mit Gefühlen.

      Ist ja nicht so, dass Linke es nicht könnten.

      Die linke Identitätspolitik hat bewiesen, dass sie es hervorragend verstehen.

      Scheint eher die Frage zu sein, welche Zielgruppe man bespielen möchte und welche nicht.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Il_Leopardo:

      Mit dem Verbotsantrag können Sie die AfD verbieten. Aber die AfD-Wähler werden trotzdem nicht wieder die etablierten Parteien wählen. Sondern eine andere, der AfD vermutlich sehr ähnliche Partei. Damit gewinnt man höchstens 1-2 Jahre, vielleicht sogar weniger.



      Wenn der Verbotsantrag überhaupt rechtzeitig vor der Bundestagswahl durchkommt.

    • Reinero66

      @Il_Leopardo:

      Ein Beispiel der Linken, das für den vorletzten Absatz genauso gilt:

      Gegen ein gefühltes Geschlecht Geschlecht mit Argumenten zu kämpfen, macht keinen Sinn. Man kann gegen Ressentiments, also Gefühle, nicht mit Vernunft kämpfen.

      Soviel zu Gefühlen, nur die Themen, die zur Zeit von Links bespielt werden haben keinerlei Relevanz für Ernst.



      Milliarden für EEG (gut für den Mittelstand, da eigene PV, die WP und das E-Auto fremd bezuschusst wurden) aber er hat Probleme seine Rechnungen zu bezahlen und sieht selbst nichts von den Zuschüssen, darf aber mit seinen Steuern und Abgaben obiges finanzieren.



      Wohnraum, er steht in Konkurrenz zur Gemeinde, die höhere Mieten zahlen kann wozu er nicht in der Lage ist, muss aber mit seinen Abgaben, die Gemeinde mitfinanzieren,...

      • nihilist

        @Reinero66:

        Klingt, als wäre Onkel Ernst ganz schön prekär aufgestellt und identifiziert sich vor allem selbst als Leistungsträger, "arbeitende Mitte" oder was auch immer für ein Begriff ihm das fragile Selbstbild intakt lässt.



        Das wäre ja fatal, wenn sich Onkel Ernst plötzlich auf der falschen Seite einer betriebsbedingten Restrukturierung wiederfände.

        • FriedrichHecker

          @nihilist:

          "Das wäre ja fatal, wenn sich Onkel Ernst plötzlich auf der falschen Seite einer betriebsbedingten Restrukturierung wiederfände."

          Ja, wäre es... denn auch dann müsste erst einmal mit dem Amt über die angemessene Höhe seine Altersversorgung verhandeln, während andere in seinen Augen "einfach so" staatliche Leistungen bekommen. Er würde sich also für seine Vorsorge "bestraft" fühlen und zurückgesetzt hinter die, die "in den Tag hinein leben und ihr Geld verjubeln."

          Diese Onkel Ernsts können Sie in den blauer werdenen "wirtschaftlich schwachen Siedlungen/Regionen" des Westens im Dutzend treffen...

  • Forist Grump

    Ich kann den Frust vieler AfD-Wähler verstehen, aber nicht deren Illusion, dass diese Partei irgendetwas besser machen würde. Doch wahrscheinlich geht es gar nicht darum, sondern nur darum, denen „da oben“ eins auszuwischen, aber ohne irgendwelche konkreten Alternativvorschläge. Ich diskutiere mittlerweile auch nicht mehr mit diesen Leuten, weil das einfach zwecklos ist. Außerdem habe ich auch keine Lust mehr, mir ständig anzuhören, wie manipuliert und indoktriniert ich durch die „Lügenpresse“ und „Mainstream-Medien“ sei.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Forist Grump:

      Sehe ich genauso wie Sie.

      Die einzige Möglichkeit, die AfD wieder kleiner zu machen, wäre eine Politik, so dass viele Menschen den Eindruck haben, dass es ihnen in dieser Gesellschaft gut geht und sie keine Angst vor der Zukunft mehr haben müssen.

      Dazu braucht man aber Geld, ca 50-100 Mrd. € pro Jahr. Die als Schulden aufzunehmen geht nicht, weil dadurch die Verschuldung so hoch wird und die Zinsen so hoch würden, dass der Staat zuammenbricht.

      Die einzige Möglichkeit, die 50-100 Mrd. € zu beschaffen, ist eine höhere Besteuerung der 5000 Milliardäre und Superreichen (>100 Mio. $) in Deutschland. Das aber würde die Wirtschaft nicht zusammenbrechen lassen, denn die haben alleine seit 2024 ihr Vermögen um über 400 Mrd. € erhöhen können.

  • Andreas Braun

    Da stimme ich mit überein ! Doch leider muss man viele der aktuellen Politiker*innen der Beihilfe schuldig sprechen. Was da verzapft und wie mit Menschen umgegangen wird, unglaublich.



    Ic bin ja immer noch der Meinung, dass auf den Wahlzettel auch die Rubrik "keine der vorgeschlagenen Parteien" fehlt, damit die Wähler nicht als uninteressiert diffamiert werden und man mal genau sieht, wieviele Wähler*innen sich nicht mehr vertreten fühlen.

    • Comerade Aardvark

      @Andreas Braun:

      Erinnert mich an Hochschulwahlen in GB damals. Da hat RON schon Mal gewonnen (Re-Open Nominations)...

    • Encantado

      @Andreas Braun:

      "Ich bin ja immer noch der Meinung, dass auf den Wahlzettel auch die Rubrik "keine der vorgeschlagenen Parteien" fehlt..."



      Würde vermutlich die absolute Mehrheit bekommen...

      • EchteDemokratieWäreSoSchön

        @Encantado:

        Eine kleine Änderung. Statt "Keine der vorgeschlagenen Parteien" sollte dort als Option stehen "Ausgelost aus normalen Bürgern".

        Jeder Bürger (der nicht Mitglied einer Partei ist), kann sich dort aufstellen lassen. Und aus den Personen, die sich haben aufstellen lassen, werden entsprechend der Anzahl der Stimmen für diese Option Abgeordnete ausgewählt. Damit nicht vor allem Beamte, Juristen und Parteisoldaten im Bundestag sind, sondern auch normale Bürger.

        • Encantado

          @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          "Personen, die sich haben aufstellen lassen...,... normale Bürger."



          Eine Annahme ohne echte Grundlage, oder? 'Normale Bürger' sind in der Regel in keiner Partei. Warum sollten die sich auf einmal politisch betätigen und aufstellen lassen?



          Man hätte dann also Leute, die auf ein politisches Amt hoffen, ohne sich der mühsamen Parteiarbeit oder Werben für die eigenen Positionen unterziehen zu müssen. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist?

          • EchteDemokratieWäreSoSchön

            @Encantado:

            Nein, das ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber es wäre eine kleine Verbesserung.



            Denn das Problem ist ja nicht nur die Parteiarbeit. Das Problem ist, dass in der Partei erst mal alle auf Parteilinie gebracht werden, bevor sie in den Bundestag kommen. Und die Parteilinie wird zum guten Teil von Lobbyisten bestimmt.

            Aber wenn sie noch weitere Verbesserungen haben möchten: In den letzten 30 Jahren wurde oft eine Politik gemacht, mit der große Teile der Bevölkerung extrem unzufrieden waren. In den letzten 5 Jahren sogar teilweise mehr als 80%. Das hat mit einer Demokratie nicht mehr viel zu tun. Denn eigentlich soll eine Politik für die Bevölkerung gemacht werden.



            Um das zu ändern, könnte man die Möglichkeit eines Volksentscheides einführen, mit der entweder ein einzelner Minister oder auch eine gesamte Regierung abberufen wird. Dann würden Politiker sehr viel mehr auf das achten, was die Bevölkerung möchte und nicht mehr eine Politik machen, mit der 80 % der Bevölkerung unzufrieden sind.

            • Donni

              @EchteDemokratieWäreSoSchön:

              Und die Parteilinie wird zum guten Teil von Lobbyisten bestimmt.

              Wer sind denn die Lobbyisten der Linken?

  • Otto Mohl

    Gedankenspiel direkte Demokratie/Volksabstimmung:

    Ich wette, es gäbe keine Mehrheit für "alle mit Migrationshintergrund remigrieren." Auch Onkel Ernst aus dem Text wäre nicht dafür.

    Es gäbe aber auch garantiert keine Mehrheit für "Open borders".

    Es gäbe eine für "alle kriminellen Ausländer abschieben, auch nach Afghanistan."

    Scholz und Merz haben großspurig mehr Abschiebung versprochen und nicht geliefert. Was macht das mit den Wähler:innen?

    Die "Politik-Elite" ist für höhere CO2-Preise + Russland-Sanktionen + Ukraine-Hilfe + Radwege in Peru. Was wäre mit den Projekten, wenn darüber das Volk direkt abstimmen dürfe? Gäbe es dafür Mehrheiten?

    Schuldenbremse? Nach guter Erklärung, könnte ich mir eine Mehrheit vorstellen. Aber wenn die CDU erst verspricht und dann bricht, schreckt das Wähler und auch Onkel Ernst ab.

    • Comerade Aardvark

      @Otto Mohl:

      Man muss ja auch verstehen. In Peru ist der schönste Radweg schon fertiggestellt, da schlägt man sich in Deutschland noch mit Eingaben vor der eigentlichen Planfeststellung herum, selbst für die mickrigste Radspur.

    • Klabauta

      @Otto Mohl:

      "Scholz und Merz haben großspurig mehr Abschiebung versprochen und nicht geliefert."

      Auch durch ständiges Wiederholen wird eine Lüge nicht wahr.



      www.bpb.de/themen/...en-in-deutschland/

      • rero

        @Klabauta:

        Dann müssen Sie die Zahlen der von Ihnen verlinkten Statistik noch in Beziehung setzten.

        2025 etwa gab es rund 232.000 vollziehbar ausreisepflichtige Person.

        Unmittelbar ausreisepflichtig waren rund 41.000 Person en.

        Von denen wurden knapp 23.000 real abgeschoben.

        Wenn mir eine verstärkte Umsetzung der Abschiebung wichtig wäre, hätte ich mich über Ihre Verlinkung kaputtgelacht.

        Immerhin wurde 2025 die 50-%-Marke geknackt.

        War davor nicht so.

        Wer eine verbesserte Abschiebung will, fühlt sich angesichts 232.000 vollziehbar Ausreisepflichtiger bei 23.000 vollzogenen Abschiebungen dich Merz und Scholz belogen.

        Selbst wenn man die 41.000 unmittelbar Ausreisepflichtigen nimmt, entspricht eine Quote von unter 60 % nun wirklich nicht den vollmundigen Ankündigungen von Scholz und Merz.

        • Klabauta

          @rero:

          Dem Eindruck, dass Merz und vor allem Dobrindt lügen, wenn sie behaupten, alle Ausreisepflichtigen abzuschieben, würde ich nicht einmal widersprechen. Tatsache ist, dass der größte Anteil der »unmittelbar ausreisepflichtigen« Personen mit einer Duldung hier leben. In vielen Fällen ist zudem die Abschiebung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht möglich – etwa weil schwerwiegende Abschiebehindernisse vorliegen (z.B. Krankheiten) oder weil sich Herkunftsstaaten weigern, ihre Staatsangehörigen zurückzunehmen.

          Es werden also, wie man nicht nur aus Ihrem Post schließen kann, Erwartungen geweckt, die schlicht nicht zu erfüllen sind, wenn man sich an die Gesetze hält. Das ist das Problem. Die derzeitige Regierung geht ja inzwischen dazu über, Gesetze und Menschenrechte einfach mal zu ignorieren, wenn sie stören. Unter Beifall der AfD und ihrer Anhänger.

      • Otto Mohl

        @Klabauta:

        Das ist doch keine Lüge. Es gibt weiterhin eine große Nettozuwanderung.

        • Klabauta

          @Otto Mohl:

          ..die wir auch brauchen.

          Rund 83,5 Millionen Menschen in Deutschland zum Jahresende 2025



          Zahl der Sterbefälle übersteigt Zahl der Geburten deutlich: Geburtendefizit im vierten Jahr in Folge größer als 300 000 Personen



          Nettozuwanderung sinkt 2025 gegenüber 2024 um mindestens 40 % und gleicht damit Geburtendefizit erstmals seit 2020 nicht aus

          Quelle: Destatis

          • rero

            @Klabauta:

            Wir müssen von der Wachstumsideologie wegkommen.

            Prognosen sagen voraus, dass in 50 Jahren nur noch ca. Länder weltweit einen Geburtenüberschuss haben werden.

            Dann wäre sowieso Schluss mit Nettozuwanderung.

            Weniger Einwohner ist gut für das Klima und den Umweltschutz.

            Degrowth halt.

            Dann kommt noch der Technologisierungsschub durch KI, durch den viele Arbeitskräfte freigesetzt werden.



            "Mehr Einwohner = per se gut" ist neoliberalistisches und rechtsextremes Denken.

            Die einen wollen mehr Arbeiter zum Ausbeuten, die anderen mehr Soldaten.

            Bald werden viele Länder den Weg Japans beschreiten (müssen).

            Man könnte ja auch vorbereitet sein.

      • Abdurchdiemitte

        @Klabauta:

        „Auch durch ständiges Wiederholen wird eine Lüge nicht wahr.“



        Aber sie wird geglaubt und schleicht sich in das Bewusstsein der Leute ein.



        Irgendwas wird schon hängenbleiben und man muss nicht lange warten, bis es den öffentlichen Diskurs dominiert. Die Methode AfD.



        Selbst hier in der taz: schauen Sie sich einmal an, wie sehr sich die Debatten in der Kommentarspalte in den letzten Jahren verändert haben, wenn es um Themen wie Migration, Islam oder Rechtsextremismus geht.

    • R.I.P.

      @Otto Mohl:

      "Scholz und Merz haben großspurig mehr Abschiebung versprochen und nicht geliefert."

      Und damit scheiter(te)n sie und nicht die AfD mit AFD-Politik.

    • Il_Leopardo

      @Otto Mohl:

      Oh Mann, bin ich froh, dass wir keine Volksabstimmungen haben. Wenn ich Ihre Gedanken richtig verstehe, hätten wir sonst noch mehr Umweltzerstörung, die Ukraine wäre längst in russischer Hand und Entwicklungshilfe gäbe es nicht mehr.

      • Wanderin

        @Il_Leopardo:

        Es geht nicht um Migration.

        Die Feindbilder wechseln, die ewige Unzufriedenheit bleibt, aber hinterher will sich keiner mehr erinnern!

        In den frühen 2010er Jahren bis 2015, dem Zeitraum, in dem die AfD gegründet wurde, war das Feindbild Nr.1, bei dem den Deutschen der Schaum vorm Mund stand, der "Pleite-Grieche". Mittlerweile längst vergessen und abgelöst vom "Flüchtling", der die Sündenbock-Rolle übernommen hat. Davor war es jahrelang das "Kopftuchmädchen".

        Die Unzufriedenheit und der Wunsch, andere dafür büssen zu lassen, ist die ewige Konstante. Die Hassbilder und Sündenböcke wechseln. Mal Juden, Gastarbeiter, der Hartz4- Bezieher, südeuropäische Euro- Staaten wie Griechenland, usw.

        Nachher will es wie immer keiner mehr wissen oder gewesen sein, es gibt längst neue Sündenböcke.

      • EchteDemokratieWäreSoSchön

        @Il_Leopardo:

        Glaube ich nicht. Weil die meisten Menschen eigentlich sowohl gegen Umweltzerstörung, für Hilfen für die Ukraine und Entwicklungshilfe sind. Die anderen sind nur sehr viel lauter.

        Ich glaube, wenn es Volksabstimmungen gäbe, würde es als erstes eine Abstimmung über eine höhere Besteuerung für Milliardäre und Superreiche (>100 Mio. $) geben, denn mehr als 80% der Bevölkerung sind dafür.



        Und mit 50 Mrd. € höherer Steuer würden sich viele Probleme lösen lassen, u.a. bessere Renten, besseres Gesundheitssystem, mehr Wohnungen, billigere Energie und Lebensmittel etc.

        Aber ich glaube, dazu braucht man gar keine Volksabstimmungen über Themen. Es würde reichen, wenn man per Volksabstimmung einzelne Politiker, z.B. Minister abwählen dürfte. Dann würde von ganz alleine eine Politik gemacht, mit der mehr als 50% der Bevölkerung zufrieden ist. Während im Augenblick teilweise mehr als 80% unzufrieden sind.

        • Budzylein

          @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Für die Besteuerung einer Gruppe, der die große Mehrheit nicht angehört, eine Mehrheit zu bekommen, erscheint nicht unrealistisch. Aber es gibt auch andere Minderheiten, bei denen eine Mehrheit glauben mag, dass sie auf deren Kosten ihre Lage verbessern kann. Onkel Ernst und seine Freunde würden die 50 Milliarden Euro z. B. wahrscheinlich lieber durch "Remigration" bei der Versorgung derjenigen Migranten einsparen, die keine Bettpfannen für Deutsche holen, sondern von Transferleistungen leben; dadurch würden dann auch Wohnungen frei.

          • EchteDemokratieWäreSoSchön

            @Budzylein:

            Erstens wird das nicht klappen. Hat diese Regierung ja versucht. Ist weniger als 1 Milliarde bei rausgesprungen. Selbst die AfD wird da maximal ein paar Milliarden bei rausschlagen können. Zumal dann auch die verschwinden, auf die die deutsche Wirtschaft extrem angewiesen ist. Und das wird dann eine Menge Milliarden kosten.

            Zweitens hat das auch was mit Gerechtigkeit zu tun. Wenn das Vermögen einer kleinen Gruppe von Menschen (5000) seit 2024 um 400 Mrd. $ wächst, aber alle anderen inkl. des Staats kaum über die Runden kommen, hat das mit Gerechtigkeit nichts mehr zu tun.



            Gerecht wäre, wenn jeder in Deutschland entsprechend seines Anteils an Arbeit, das er oder sie geleistet hat, an dem Gesamtgewinn beteiligt wird. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall. Die Regelegungen sind inzwischen so ausgearbeitet, dass der weit überwiegende Teil der Gewinne bei diesen 5000 landen, während die normalen Steuerzahler die Verluste tragen (z.B. der Finanzkrise 2008 oder von Corona).

  • Hartmut Wolff

    Ein wunderschöner und klarer Artikel. Danke

  • Lowandorder

    That’s true • Seeßlen - still going strong.

    Na Mahlzeit

  • Flaga

    Eine harte, aber durchaus passende Kolumne. Dass der Neoliberalismus die Demokratie nicht mehr braucht, ist eine schlüssige Erklärung für das was gerade passiert. Und genau hier könnten wir ansetzen und eine andere, gerechte, nachhaltigere Wirtschaft zur Grundlage machen.

    • FuggerinEssen

      @Flaga:

      Ich hoffe sie kaufen ihre Lebensmittel bei einem Tante Emma Laden und bezahlen dafür einen saftigen Aufpreis zu Aldi. Gleiches bei nachhaltig hergestellten Klamotten, oder ist es doch eher Fast Fassion von Zara. Ist das Smartphone von Fairphone etc.?

      Es gibt die Lösungen. Sie werden nur nicht nachgefragt. Den die Mehrheit möchte Aldi, Primark und Apple. Die Ärmsten der Armen stören nur beim Konsum.

  • Frank Dobbert

    Den gleichen Frust gibt es auch auf der linken Seite, daher auch der kurze Höhenflug des BSW. Im Augenblick profitiert hier die Linke davon, auch weil die parlamentarische Demokratie nicht nur im Osten nicht mehr funktioniert.



    Das Hauptproblem sind die Parteien prinzipiell, sie hängen an ihrer Macht, anstatt sich um die Wähler zu kümmern, dies wäre ja sonst auch böser Populismus.



    Und einfach nur seine Stimme abgeben, reicht dem Wähler nicht mehr, da viel zu oft seine Meinung und seine Wünsche übergangen werden.



    Man sieht es an den Umfragen, sei es Waffenlieferungen an die Ukraine oder die Rentenreform, die Mehrheit zumindest im Osten sieht vieles anders, wie es von den Regierenden beschlossen wird.



    Und dieses Vorbeiregieren macht wütend und stärkt die Ränder, egal ob links oder rechts.



    Es gibt nur eine Lösung, mehr direkte Demokratie und damit mehr Macht für die Wähler und dies auf allen Ebenen, die Mittel sprich das Internet wären dafür längst vorhanden.

    • Nachtsonne

      @Frank Dobbert:

      Mehr direkte Demokratie würde die Brandmauer aushebeln. Aktuell nicht gewünscht.

  • SGouldo

    Wieder so eine steile These, die einfach nichts mit der Realität des Normalbürgers zu tun hat. Aus einem sehr überzeugenden Beitrag von Martin Schröder in der Zeit:



    "Die Ablehnung von Zuwanderung erklärt die Wahl der AfD fast zehnmal stärker als ökonomische Not oder auch nur die Angst davor. Wer also wegen der Zuwanderung nach Deutschland besorgt ist, hat eine etwa zehnfach erhöhte Chance, die AfD gut zu finden, unabhängig davon, wie zufrieden, reich, gebildet oder zuversichtlich diese Person ist."



    Ein weiterer Artikel in der Welt:



    "Ausländeranteil in Brandenburg in zehn Jahren verdreifacht".



    Die Menschen erkennen ihr Land nicht wieder. Merz hat es sehr ungeschickt als "Stadtbild" bezeichnet.



    So lange diese Realität nicht anerkannt und ständig über andere Gründe lamentiert wird, sehe ich das Potential der AfD bei früher oder später über 50 %.

    • V. Ohneland

      @SGouldo:

      "Die Menschen erkennen ihr Land nicht wieder" - weil der Ausländeranteil von 2% auf 7% gestiegen ist? Echt jetzt? Trockene Äcker, versiegende Flüsse, Hitzewellen, sterbende Bäume, alles egal, aber in meiner Straße wohnen jetzt zwei Ausländer mehr als vor fünf Jahren, Probleeeeem!



      Ich erkenne "mein Land" auch nicht wieder: Die Autos sind Überwachungskisten aus Plastik, Karstadt ist pleite, die Drecksroller überall und die WM ist auch nicht mehr wie sie mal war. Auf die Idee, die reine Anwesenheit von Menschen als ein Problem zu sehen würde ich jedoch im Traum nicht kommen, schon gar nicht bei 7% (!!!).



      Bei diesen Winzanteilen der ach-so-schlimmen Ausländer kann es sich in den betreffenden Bundesländern ja wohl kaum um ein reales Problem handeln. Es ist alles nur Hetze, Hetze, Hetze, das alte, widerliche Lied.

    • Bussard

      @SGouldo:

      Ja, das ist durchaus so, aber Fakt ist auch, dass es Migration seit Jahrtausenden gibt. Das wird immer so bleiben. Was es nicht gibt, ist ein Rechtsanspruch darauf, dass sich NICHTS ändert. Zugegeben, ich hadere auch manchmal mit den Veränderungen der letzten zwanzig Jahre, aber ich kann nicht wie ein kindlicher Trotzkopf darauf reagieren, mich sinnbildlich auf den Boden werfen und schreien oder alles aus Trotz einreißen. Als Erwachsener sollte man reifer und reflektierter damit umgehen.

    • My Sharona

      @SGouldo:

      Aber das Thema Migration wird doch ganz deutlich angesprochen im Meinungsbeitrag: "Wer wird die Bettpfannen holen, wer wird die Darmspiegelung durchführen, wer wird ihm das Grab ausheben, wenn „seine“ Partei ihre eigene Terror-ICE zur „Remigration“ einsetzt?" Die Leute erkennen Ihr Land nicht mehr? Mag sein. Als Ossi erkenne ich mein Land auch nicht mehr. Die Frage ist doch, warum Menschen auf den schlichten Vorgang der Veränderung nicht aktiv und engagiert reagieren, sondern alles abfackeln wollen, wenn's "denen da oben" nur das angebliche Grinsen aus dem Gesicht wischt. Und da trägt die These vom Neoliberalismus, der leben, wohnen, Gesundheit, Mobilität so gestaltet, dass es den Menschen die Kraft fürs Engagement und die Kraft für Toleranz aus den Knochen zieht, ziemlich weit. Und wenn dann durch alte (Bild) und neue (un)soziale Medien befeuerte Hetze Hass geschürt wird, hat man AfD-Wähler*innen.

    • Der olle Onn

      @SGouldo:

      "Die Menschen erkennen ihr Land nicht wieder."



      Das mag schon sein. Auch ich bin in meiner Sachsen-Anhalt- Provinzstadt jahrzehntelang an ein anderes "Stadtbild" gewöhnt gewesen. Dennoch bleibt mir nichts Anderes übrig als mich mit der Realität abzufinden. Und die besagt nun einmal, dass sich die deutsche Bevölkerung auf keinen Fall in ausreichendem Maße reproduzieren wird um dauerhaft auch nur die dringendsten Bedürfnisse einer rasant alternden Gesellschaft abdecken zu können. Da können sich die AfDler drehn und wenden wie immer sie wollen. Und das werden wir Wähler wohl bald bemerken müssen...

    • taz.manien

      @SGouldo:

      Das ist eine ernst gemeinte Frage, das hat mit unserer Realität zu tun, ich weiß nicht wie alt Sie sind, aber von wem wollen Sie sich denn später in einen Pflegeheim den Hintern putzen lassen. Viele haben immer noch keine Ahnung in welchen Schwierigkeiten uns diese Parolen bringen. Ich würde mir wünschen das an einem Tag alle Menschen mit Migrationshintergrund im gesamten Gesundheitswesen streiken, ich denke vielen würde dann erst wirklich



      ein Licht aufgehen!

    • Klabauta

      @SGouldo:

      ""Ausländeranteil in Brandenburg in zehn Jahren verdreifacht"."

      ...und liegt jetzt bei sagenhaften 7,6%. In meinem Bundesland liegt er bei knapp 22%, in meiner kleinen Großstadt sogar noch weit höher, und stellen Sie sich vor - ich erkenne mein Land und meine Stadt immer noch wieder und die Welt ist auch nicht untergegangen!

    • HRMe

      @SGouldo:

      Die "Realität des Normalbürgers" ist doch eine Fiktion: Weder gibt es den "Normalbürger" noch die eine Realität. Real ist aber der Erfolg der Erzählung, dass an allem die Zuwanderung schuld sei. Für diesen Erfolg arbeitet man ja von der AfD über die (auch von Ihnen zitierte) Springerpresse bis zur CDU schon recht lange. Es ist ein prächtig funktionierendes herrschaftssicherndes Narrativ, mit dem man von allen anderen Problemen ganz einfach ablenken kann.

    • Astrid Sehnefeld

      @SGouldo:

      Zustimmung.



      Das ist für Urbane oder Westdeutsche kaum nachvollziehbar.



      Ein Beispiel:



      Ausländeranteil Erfurt



      1990: unter 1%



      2000: 2,9%



      2010: 3,2%



      2020: 9,3%



      2026: 12,9%



      Allein seit der Krise 2015 eine Verdreifachung. Das ist ein kultureller Schock. Vor allem da wir nur slawische Ausländer, also Weiße, aus der DDR kannten die alle wie wir russisch konnten. Menschen aus Kuba und Madagaskar waren absolute Minderheiten und lebten oft völlig parallel.



      Und plötzlich kommen Menschen anderer Hautfarben zu uns, mit Kopftüchern und komisch klingenden Sprachen.



      Es ist eine Frage des Blickwinkels: ein linkes Auge sagt 'wie können die Ossis nur alle AfD wählen, wo bei denen die wenigsten Ausländer leben' - und ein Ossi Augen sagt 'Hilfe wir werden überrannt'.



      Vielleicht hilft das begreifen zu können, warum die AfD hier so gut verfängt.



      Die AfD greift Ängste auf. Die anderen Parteien nehmen das nicht ernst. Statt Aufklärung wird der Ossi zum unbelehrbaren Rassisten abgestempelt.



      Und dann wundert man sich über Trotzwähler...



      Linke reden ständig von Integration, die Integration der DDR wurde aber einfach übergangen. Assimiliert, werden sich schon anpassen...



      Ergebnis: Parallelgesellschaft Ost

      • Klabauta

        @Astrid Sehnefeld:

        "Während die Bevölkerung im Westen Deutschlands zwischen 1990 und 2024 um 10 % auf 67,5 Millionen gewachsen ist, nahm sie im gleichen Zeitraum im Osten um 16 % auf 12,4 Millionen ab."

        Quelle: www.destatis.de/DE...lung-ost-west.html

        Und nu denkense ma nach...

        Natürlich kann man auch mehr oder weniger glücklich im eigenen Sumpf ausharren. Oder man beschließt, sich der Welt zu öffnen.

        • Astrid Sehnefeld

          @Klabauta:

          Gegangen wurde wegen Arbeitslosigkeit. Die Wenigsten gingen wegen "große weite Welt sehen wollen."



          Und sehr viele die gegangen sind, kommen mittlerweile wieder zurück.



          Die erste Generation ist fertig mit dem Arbeitsleben und geht in Rente.



          Andere kommen mit Partner und Kind zurück, da es hier noch Grund und Boden oder Bestandsimmobilien zum günstigen Preis gibt.



          Auch Schul- und Kitaplätze sind kein Mangel.



          Entlang der A4 in Thüringen Gera - Jena - Weimar - Erfurt - Gotha - Eisenach wächst die Bevölkerung.



          Die richtig abgelegenen Gegenden veröden, aber da wo Autobahn und Arbeit ist boomt es.



          Der Osten ist nicht nur Niedergang. Die Erzählung stimmt so nicht.

          • Klabauta

            @Astrid Sehnefeld:

            Aber dann ist ja alles gut und ich verstehe nicht, warum die Leute so unzufrieden sind.



            Mit sich der Welt öffnen meinte ich übrigens nicht, wegzugehen , sondern im Gegenteil die Welt hereinzulassen, sich offen auch gegenüber dem Fremden zu zeigen.

            • Astrid Sehnefeld

              @Klabauta:

              "Aber dann ist ja alles gut und ich verstehe nicht, warum die Leute so unzufrieden sind."



              So einfach ist es nicht. Die Enttäuschung sitzt tief. In der DDR hatte jeder Arbeit. Dann versprach Kohl ein Land wo Milch und Honig fließt. Tatsächlich wurde der Osten abgewickelt, fast jeder wurde früher oder später arbeitslos. Viele über Jahre.



              In jedem Dorf machte die LPG zu. Die Jungen flohen vor Perspektivlosigkeit.



              Zurück blieben die nicht gehen konnten und wollten, weil sie die Eltern pflegen mussten, weil sie der Heimat verbunden waren, weil die Qualifikation fehlte.



              Investoren kamen, kauften halbe Städte auf, verspekulierten sich, zurück blieben tote vernagelte Innenstädte.



              Es dauerte 20 Jahre bis es langsam sichtbar aufwärts ging.



              Heute 35 Jahre später sind die Innenstädte fertig, aber auf dem Land ist noch viel Ruine.



              Ja, eigentlich müsste alles gut langsam sein. Aber diese 20 Jahre können viele nicht vergessen.



              Verraten, vergessen, verlassen vom Westen - und die Kinder hat der Westen auch noch 'genommen'.



              Das sind die Gefühle die viele nicht überwinden können. Ich weiß nicht ob sie das nachvollziehen können.



              Das ist keine Entschuldigung. Ich will nur die Sicht darstellen.

    • Lowandorder

      @SGouldo:

      Much all wessen.



      &



      Schön & Was schlagens vor in ehra zeit-getunten Realität eines Normalbürgers?🧐🤣

    • Montagsdepression

      @SGouldo:

      "Die Menschen erkennen ihr Land nicht wieder. Merz hat es sehr ungeschickt als "Stadtbild" bezeichnet."

      Sie müssen hier differenzieren, dass das ausschließlich ein Problem der Ü60 Fraktion ist und genau diese Fraktion die AfD wählt. Fragen sie mal jüngere Generationen, die damit absolut kein Problem haben, dass wir uns in einer globalisierten Welt alle durchmischen. Das gehört meiner Ansicht auch dazu, dass wir uns alle auf der Welt besser kennen lernen und vertraut werden. Nationalstaaten sind hoffentlich in Zukunft ein Konzept von gestern. Man kann es nur hoffen.

      • Der olle Onn

        @Montagsdepression:

        Jetzt krieg ich aber Mittwochsdepressionen!



        Weil: Siehe unten bei Reinero66... Den meisten Ü65ern, die ich kenne, käme nie in den Sinn einen Gedanken an die Wahl der AfD zu verschwenden. Und ich lebe in der tiefsten Sachsen-Anhalt-Provinz...

      • Reinero66

        @Montagsdepression:

        Bei den letzten Bundestagswahlen war die AfD bei den unter 25jährigen die stärkste Partei.

    • Il_Leopardo

      @SGouldo:

      120 Nationen in Frankfurt am Main. Das ist meine Welt. Und ich liebe diese Stadt.

      • Maira567

        @Il_Leopardo:

        Viele verschiedene Nationen in meinem Stadtviertel (weiter nördlich). Es gibt kulturelle Unterschiede, und manchmal ärgere ich mich: z.B. über Verständigungsschwierigkeiten, über andere Vorstellungen der Abfallentsorgung; manches freut mich auch: z.B. die höheren Ansprüche an die Frische von Obst und Gemüse. Dank des Engagements der Stadt gibt es wenig Probleme im Mit- bzw. Nebeneinander. Und wenn man mit Leuten spricht, stellt man fest, dass die Wünsche und Bedürfnisse über die Kulturen hinweg ähnlich sind; wir sind alle Menschen.

        • Il_Leopardo

          @Maira567:

          Meine Lieblingskassiererin im Supermarkt stammt aus der Türkei, mein Physiotherapeut aus Kroatien, mein Friseur aus der Türkei, die beiden netten Krankenschwestern bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt kamen aus Südost-Asien, sehr nette Personen.



          Das ist die Realität, in der ich lebe - gerne lebe. Dass es hin und wieder zu Verständigungsproblemen kommt, ist doch normal - kann auch zwischen Deutschen vorkommen.

    • CarlaPhilippa

      @SGouldo:

      "Ausländeranteil in Brandenburg in zehn Jahren verdreifacht"



      Also, mal angenommen, "Die Welt" sei eine seriöse Quelle - von wieviel % auf wieviel % hat er sich denn verdreifacht? Und reicht das denn dann wirklich aus, Brandenburg nicht mehr wieder zu erkennen? Aber das sind ja jetzt wieder genau die Dinge, die Onkel Ernst & Co. ja nicht interessieren, ja?

      • Il_Leopardo

        @CarlaPhilippa:

        Der Ausländeranteil lag in Hessen bei 14,3%, in Brandenburg dagegen bei nur 4,5%.

        So, und jetzt müssen sich die AfD-ler gut festhalten:



        Gefällt mir

        Gefällt nicht



        Der Ausländeranteil in Frankfurt am Main beträgt 32 Prozent. Wenn man die Deutschen mit Migrationshintergrund hinzuzählt, liegt der Anteil bei 57,7 Prozent.

        Und ich betone es hier nochmal: Das Zusammenleben ist hier weitgehend friedlich. Dass man hier in einer Straßenbahn Dutzenden von Nationen begegnet ist eine Bereicherung - keine Last.

        • Budzylein

          @Il_Leopardo:

          Dass man in der Straßenbahn Fahrgästen aus anderen Nationen begegnet, ist selbstverständlich keine Last. Aber wenn Sie gegenüber diesen Fahrgästen äußern, dass Sie deren Anwesenheit in der Straßenbahn als Bereicherung ansehen, werden Sie wahrscheinlich auf Befremden oder zumindest Erstaunen stoßen. Die fahren nämlich - genau wie Sie oder ich - mit der Straßenbahn, weil sie von A nach B kommen wollen und nicht, weil sie von Deutschen angeguckt und dieselben mit ihrem Anblick "bereichern" wollen. Die Straßenbahn ist doch kein Zoo.

          • Il_Leopardo

            @Budzylein:

            Man kann natürlich in allem etwas "Böses" sehen. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass ich mich nicht fremd fühle - nur weil ich nicht mehr allein unter Deutschen lebe.

      • Bommel

        @CarlaPhilippa:

        Es ist ein interessanter Aspekt. Ich denke schon, dass sich viele im Osten überrumpelt fühlen durch die starke Zunahme der Zuwanderer. In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das im Westen auch nict viel anders. Auch dort haben viele Menschen nicht nur Begeisterung ob der Zuwanderer gezeigt. Und das, obwohl dort die Steigerung geringer war als heute im Osten und die Menschen - die im Zuge des Wirtschaftswunders nach Westdeutschland geholt wurden - haben Arbeit gehabt. Heute wird ein Großteil der Zuwanderer tagsüber eher in Stadtparks oder vor Einkaufszentren gesehen. Auch das ist ein Unterschied

  • Astrid Sehnefeld

    Eine Kolumne als Triebabfuhr. Dazu sind Kolumnen doch da, oder?



    Auszusprechen was die anderen alles falsch machen und das sie von A bis Z auf dem Holzweg sind, mag die eigene Seele - und vielleicht auch die der geneigten Leserschaft - befrieden, allein was ändert es an der Situation?



    Welchen Lösungsweg zeigt es auf?



    Dem Fatslismus im Artikel folgend sind bereits alle Messen gesungen. AfD Wähler lassen sich nicht mehr zurückgewinnen, es gibt keine politische Lösung mehr.



    Und nun?



    Was ist die Quintessenz?



    Die Kommunikationspsychologie lehrt: Du-Botschaften sind bequem (was die anderen alles falsch machen) - ich-Botschaften sind besser.



    Oder sollen wir den ganzen Laden jetzt einfach zusperren?



    Macht ja alles eh kein Sinn mehr, oder?

    • aujau

      @Astrid Sehnefeld:

      Es gibt genug Bemühungen, Lösungswege aufzuzeigen. Zuletzt auf der Kundgebung gegen die AgD in Marzahn vorgetragen. Will bloß kein AgD-Wähler hören.

    • Klabauta

      @Astrid Sehnefeld:

      "Und nun?"

      Wie wäre es mit einer Überprüfung durch das Verfassungsgericht? Wäre doch mal ein Anfang.

      • Astrid Sehnefeld

        @Klabauta:

        Und das löst was?



        Mit dem BSW steht die nächste russlandaffine Partei doch schon parat...🤷



        Die AfD müsste also nicht mal neu gegründet werden.



        Zur Erinnerung: die AfD war zu Beginn nicht rechtsradikal.



        Sie wurde gekapert. Lucke verlor 2015 den Machtkampf gegen Petri.



        Petri steuerte hart nach rechts, bezeichnete aber Hoecke als Belastung.



        Zack wurde auch sie weggeputscht.



        Wer glaubt durch ein AfD Verbot irgendetwas zu lösen oder zu verhindern, dem sage ich, damit gewinnt man bestenfalls zwei drei Jahre.



        Die Wut und die Enttäuschung sind da - und sie schwelen Ost wie West. Der Osten ist dem Westen nur ein paar Jahre voraus - früher die AfD im Westen irgendwo bei 3% und im Osten bei 20%.



        Heute holt sie im Westen (Bayern, BaWü) 20% und im Osten 40%...



        Nur politische Lösungen oder Entzauberung durch Partizipation können diesen Zug auf den Abgrund aufhalten.

        • Klabauta

          @Astrid Sehnefeld:

          "Zur Erinnerung: die AfD war zu Beginn nicht rechtsradikal."

          Alexander "Vogelschiss" Gauland gehörte zu den Gründungsmitgliedern, ebenso wie Björn Höcke, 2013 Gründungsmitglied der AfD Thüringen, der dort schon 2014 Spitzenkandidat wurde.



          Und es fehlte ganz offensichtlich der Wille, sich von diesen Leuten zu distanzieren und sie aus der Partei zu entfernen. Hinterher von einem Putsch zu sprechen - kann man machen, wirkt aber unglaubwürdig.

          • Astrid Sehnefeld

            @Klabauta:

            Ich weiß nicht wie alt Sie sind, aber Gauland war ein anerkannter Politiker, jahrzehntelang.



            Zur Gründung der AfD definitiv konservativ, nicht rechtsradikal.



            Selbst die taz nannte ihn einen "Glücksfall für die Partei: ein kluger Konservativer, noch dazu diskursfähig – eine in Deutschland nicht allzu häufige Kombination."



            taz.de/Alexander-G...-die-AfD/!5042954/



            Auch ein Hoecke war bei Gründung kein Faschist. Mittlerweile ist er es ohne Zweifel. Hoecke hat sich maximal radikslisiert.



            Auch Gauland driftete umso älter gen rechts, dennoch würde ich ihn nicht als rechtsradikal einordnen.



            Die Vogelschiss-Aussage war absoluter Käse von ihm. Eine eindeutige Distanzierung wäre Pflicht.



            Ich finde es aber dennoch falsch ihn einzig darauf zu begrenzen.



            Gauland vertritt bezüglich Migration eine Position wie Helmut Schmidt sie bis zuletzt vertrat. Vergleichen sie mal Gaulands Aussagen über Migration aus dem arabischen Raum mit denen von Helmut Schmidt bei Beckmann oder Maischberger.

    • Il_Leopardo

      @Astrid Sehnefeld:

      Worte oder besser: Ideen können schon die Welt verändern oder?



      "Am Anfang war das Wort. "

      Sollte Ihnen irgendwie vertraut vorkommen.

      • Astrid Sehnefeld

        @Il_Leopardo:

        Als ungetaufte ehemalige Sowjetzonen-Bewohnerin nur aus Funk und TV 😉

        • Il_Leopardo

          @Astrid Sehnefeld:

          Mal sehen, ob ich Sie dennoch überzeugen kann:



          Worte und Gedanken haben die Macht, Veränderungen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene anzuregen und unsere Gefühle, Gedanken und Handlungen zu beeinflussen.

  • sociajizzm

    AFD Wähler:innen sind überdurchschnittlich unzufrieden mit der eignen wirtschaftlichen Situation und mit der Ungleichheit im Land. Man ist gegen Migration, überdurchschnittlich russlandfreundlich, Nato und EU skeptisch.



    .



    Rein rational wäre somit BSW die ideale Partei für diese Wähler:innengruppe.



    .



    Aber AFD Wähler:innen sind zur gleichen Zeit gegen alle wirksamen Maßnahmen, welche die Vermögensungleichheit verringern könnte. Man glaubt das eine Abschaffung der Erbschaftssteuer, Steuersenkungen, Abschaffung Mindestlohn, Bürokratieabbau helfen würden.



    .



    Schuld an allem ist die Migration. Ein zentraler Sündenbock, der an allem Übel im Land schuld ist, das gab es in Deutschland schon einmal. Und genau aus dem Grund sind die Vergleiche mit der NSDAP bei allen gravierenden Unterschieden leider so treffend.



    .



    Die Partei wird nicht für ihre Lösungskonzepte gewählt, sondern für ihre antidemokratischen Tendenzen und ihren Hass. "Die AFD ist eine Gefahr für unsere Demokratie" ist daher leider Wahlwerbung für deren Fans. Auch hier wieder eine Parallele zu dunklen Zeiten.

  • Tiene Wiecherts

    Und wieder ein Artikel, der nichts verändert und nur der Selbstvergewisserung der linken Bubble dient.



    Er ist aber Teil des Problems: Wir hier, Ihr da. Wir sind die allwissende Elite, Ihr seid die dumpfdeutschen Deppen. Aber in dieser 'Elite' verfolgt niemand mehr Werte, kämpft niemand mehr für Interessen. Es geht nur noch darum, dass es uns materiell allerbestens geht und wir uns im Glanz unserer intellektuellen Erhabenheit einig sonnen können.



    Beispiel gefällig? Als Friedays for Future ein Kind der Offizierskaste des Kapitals, also der sich als Elite vorstehende Teil des Kapitals, an der Spitze zuließ, war das Schicksal dieser Millionen-Bewegung besiegelt. Heute gibt es sie nicht mehr.



    Die Spaltung in Elite und Volk ist der totsichere Weg in den faschistischen Untergang.

    • nihilist

      @Tiene Wiecherts:

      Luisa Neubauer wird nun aus eigener Kraft zu Talkshows eingeladen. FFF hat seine Mission erfüllt.

      • FriedrichHecker

        @nihilist:

        Selbstvergewisserung vor laufender Kamera ist ein Konzept mit maximaler politischer Wirkungslosigkeit, aber wer's mag...

    • Il_Leopardo

      @Tiene Wiecherts:

      ... und eine faschistische Elite hat es also nie gegeben?

  • Friderike Graebert

    dem ganzen Text kann man kaum noch etwas hinzufügen.

    Nur: hilflos zuzugucken bringt nix.

    Was wir brauchen sind positive Bilder, die sich Onkel Ernst und Tante Rita festsetzen und ihnen eine eigene Perspektive wiedergeben.

    Die abgehalftete SPD hat da ausgedient.



    Und im Merzen wird der Bauer auch keine Rösslein mehr anspannen...

  • Sam Spade

    Die "Ökonomiesierung der Gesellschaft" beruht aber auf Gegenseitigkeit. Geld ist in Deutschland ein großes Thema und in jeder Gesprächsrunde anzutreffen. Ich hatte oftmals den Eindruck, das in Deutschland die Lebensqualität ausschließlich nach Geld und Status bemessen wird.

    Als Norweger war mir das Gebaren hierzulande in dieser Hinsicht fremd. Denn wer seine Denkweise ausschließlich monetär ausrichtet, bewertet natürlich auch Politik rein unter diesen Gesichtspunkten, da sind dann Enttäuschungen vorprogrammiert.

    Es verwundert mich daher auch nicht, das die Mehrheit der Deutschen keiner Partei die Lösung der Probleme im Lande zutraut, nach der neusten Umfrage trauen selbst nur 14% der AfD Wähler es dieser Partei zu Deutschland voranzubringen.

    Deutschland lebt schon lange von seiner Substanz und es ist von außen traurig mit anzusehen, wie es sich Jahr für Jahr immer weiter selbstzerlegt. Wenn sich in großen Teilen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in naher Zukunft nichts grundsätzliches bewegt, könnte es in ferner Zukunft ein böses Erwachen für die Bevölkerung geben.

    • Wanderin

      @Sam Spade:

      Den Eindruck haben nicht nur Sie: Laut einer Studie der Michigan State University weist Deutschland weltweit das höchste Maß an Narzissmus auf. www.sciencefocus.c...rld-study-suggests

      Mein Eindruck ist, dass in einer narzisstisch geprägten Gesellschaft, die sehr statusbedacht und materialistisch sowie seelisch, emotional und kulturell verarmt ist, Neid- und Missgunstdebatten bestimmend werden. Diese Debatten kreisen nicht mal um materielle Güter, sondern immaterielle und vermutete Vorteile.

      Dadurch entsteht das Paradox, dass das Leben sehr belastend und wenig zufriedenstellend ist trotz des Wohlstands, der Sicherheit (im Vergleich zu anderen Ländern) und des allgemein sehr hohen Lebensstandards.

      Das Missgunst-Thema kann man sehr gut an den Kommentaren von AfD Wählern sehen, die einer anderen Gruppe etwas nicht gönnen - seien es "Grossstädter", "Vereine, die Kulturförderung erhalten", "Entwicklungshilfe, die in andere Länder fliesst, nicht an uns", etc.

      Echte Probleme sehen anders aus aber ich leugne absolut nicht, dass es Leidensdruck gibt, der durch die Kultur bedingt ist.

    • Klabauta

      @Sam Spade:

      Ich sehe da eine gerade Linie von Helmut Kohls "geistig-moralischer Wende" über Gerhard Schröders Agenda 2010 zur derzeitigen Regierung.

      Die Bürger*innen wurden über Jahrzehnte mit der neoliberalen Lehre vom Markt, der alles richtet und der Trickle-down-Ökonomie berieselt, bis sie das so weit verinnerlicht hatten, dass sie gegen ihre eigenen Interessen handeln.

      Das Ergebnis der jahrzehntelangen Politik der Austerität und der Privatisierungen sehen wir jetzt, symbolisch stehen dafür der desolate Zustand der Deutschen Bahn und die maroden Brücken.

      "Jeder für sich und Gott gegen alle" - Der Titel des Films von Werner Herzog aus dem Jahr 1974 fällt mir immer ein, wenn ich darauf schaue, was aus unserer Gesellschaft geworden ist. Ein trauriger Haufen narzisstisch gekränkter Individuen.

      • Sam Spade

        @Klabauta:

        Treffend beschrieben, dem ist wenig hinzuzufügen.

        Meine persönliche Erfahrung hatte ich als meine Töchter in Deutschland einige Jahre zur Schule gegangen sind.

        Schon die Lehrpläne kann man als Vorbereitung auf das Berufsleben auslegen. Vermittlung von Ethik oder sozialer Kompetenz weitgehend Fehlanzeige.

        Exemplarisch viele Studiengänge an deutschen Hochschulen. Wissen komprimiert um in kürzester Zeit seinen Bachelor zu absolvieren und der Wirtschaft zur Verfügung zu stehen. Hat mit akademischer Bildung im klassischen Sinn nicht mehr viel gemein.

    • Lowandorder

      @Sam Spade:

      “…du siehst hier ja echt kein altes Auto!“



      Sagte ich unlängst in Stavanger zu meinem Ruderkumpel & StatOil-man erster Stunde.



      Wem es bereits zuvor gelungen war rosa Hühnchen unter Wasser zu züchten - sollte den Ball etwas flach halten - wa! 🫵🙀



      Es war in Schland in pekuniär abgesicherten auch mal verpönt über 💵 zu reden.



      “Glaube Liebe Hoffnung - und das 💵 ist das wichtigste von den dreien!“



      Wußte hingegen der Ruhrpott schon immer •



      Schnöseliger Grundton - mit Verlaub hätt ich bei ehna gar nicht vermutet. Newahr



      Nö. Normal nicht - back to sender

      • Sam Spade

        @Lowandorder:

        Es geht nicht um den sichtbaren Status sondern um die Mentalität dahinter.

        Schon für meinen Großvater als Fischer galt, sind die Netze voll ist das Tagwerk vollbracht. Sehr zum Entsetzen seines schwedischen Steuermanns, der nicht nachvollziehen konnte die üppigen Schwärme im Meer davon ziehen zu lassen. Für meinen Großvater war es aber wichtiger pünktlich zum Essen bei seiner Familie zu sein. Auch mit dieser Einstellung hat er es zu erheblichen Wohlstand gebracht.

        Das war jetzt zur Veranschauung gedacht. Diese Mentalität ist auch heute noch abseits der Zentren vielerorts anzutreffen.

        Das hier die Boote groß und modern und die Autos neu sind hat damit nichts zu tun. Mitnahmeeffekt, weil man es sich leisten kann, aber nicht der Lebensinhalt.

        Norweger pflegen auch den Kontrast. Es ist das Land der Ferienhäuser und die meisten sind schlicht. Ölofen, Brunnen, Dieselgenerator, wenig Komfort aber mitten in der Natur.

        Konnte ich bisher noch keinen Deutschen für begeistern, denn etwas Luxus braucht es schon.

        Es ist keine 20 Jahre her, da haben die fleißigen Schweden noch Witze über unsere Einstellung gemacht. Heute lacht keiner mehr, sondern immer mehr zieht es zum Arbeiten hierher.

        • Lowandorder

          @Sam Spade:

          Hey man - daß aber "der Stein das Bewußtsein bestimmt“ 🧐🤣



          Ist ehna scheint’s nicht so recht geläufig - hm?!



          Schweden dissen ist ja das eine -



          Die Haltung des Großvaters muß sich einer auch leisten können! Woll



          zB bei meinen bäuerlichen Altvorderen konnte ich das auf den Höfen ausgeprägt beobachten.



          Beim betuchten Bildungsbildungs Bürgertum mütterlicherseits - vice versa.



          Schritt wech vunne Wand - klärt allerhand! Newahr



          Normal Schonn

          • Sam Spade

            @Lowandorder:

            "Hey man - daß aber "der Stein das Bewußtsein bestimmt“

            Jetzt haben sie wahrscheinlich unbeabsichtigt den Unterschied im Denken der deutschen und norwegischen Kultur sehr präzise beschrieben.

            Der klassische Satz des Materialismus in dem das Sein das Bewusstsein bestimmt formte die Denkweise in den Industrienationen Europas ab Mitte des 18 Jahrhunderts. Ausgangspunkt war Großbritannien.

            Den Gegenpart davon finden sie bei Hegel. Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Norwegen war nie Industrienation, daher hat die materielle Realität nie so tiefe Spuren hinterlassen wie in anderen Länder oder gar grossen Einfluss auf unser Denken oder unsere Mentalität gehabt.

            Noch zu Zeiten seiner Gründung war Norwegen ein armes Land und dennoch gab es keine Auswanderungswelle wie in Schweden, man lebte mit dem was man hatte und war zufrieden. Heute sind wir eines der wohlhabendsten Länder der Welt und dennoch lebt der Großteil relativ bodenständig und ist nicht dem Größenwahn verfallen.

            Anderer Denk- und Lebensansatz, eher vergleichbar mit asiatischen Ländern. Wir bezeichnen dieses Lebensgefühl hier als "kos", das geht noch etwas weiter über das bekanntere dänische "hygge" hinaus.

  • fcr

    Das angebliche Horkheimer-Zitat stammt mit ziemlicher Sicherheit nicht von Horkheimer. Die Formulierung vom Kapitalismus im "Monopolstadium" klingt eher nach Lenin'scher bzw. Komintern-Terminologie (Stichwort Dimitrov-These).

  • Randbemerker

    Saubere Analyse, der liebermannsche Fress- und Brechreiz, den sie auslöst bestätigt mir ihre Richtigkeit.

    Und NEIN, nicht jeder Kommentar muss eine Lösung anbieten, manchmal muss man sich einfach nur aufregen dürfen.

  • Frauke Z

    Ich bin mir sicher, es gibt etwas, was der AfD nicht nützt.



    Nämlich: Probleme zu lösen.



    Könnte das mal jemand ausprobieren?



    Den Artikel könnte weitergehen: Wie schlecht muss eigentlich die aktuelle Politik aus Sicht von Onkel Ernst - und der steht für rund 10 Millionen mit wohl sehr diversen Vornamentypen - sein, dass er nur Kontra und Trotz wählt?



    Denn die Sache hat mehrere Haken. Zum einen müssten es Probleme der Wähler sein, nicht Probleme aus Sicht der politischen Klasse. Da fehlt es schon oft am Verständnis und Einfühlungsvermögen.



    Und dann sollte man ja auch zumindest die Möglichkeit sehen, überhaupt etwas bewirken zu können. Das scheinen viele Politiker nicht mehr zu glauben; und vielleicht haben sie damit auch teilweise Recht: Wie oft verhindern Urteile, wie oft internationale Verträge oder "Sachzwänge", was die Mehrheit wählt? Solche Situationen produzieren unbegrenzt Wählerfrust, mit den bekannten Folgen. Geschäftiger Aktionismus, um davon abzulenken, funktioniert heute viel schlechter als vor zehn oder zwanzig Jahren - der Trick ist überreizt.



    Die Lösung heißt: Probleme der Wähler lösen wollen und können. Das "Die anderen dürft ihr sowieso nicht wählen" zieht nicht mehr

    • Klabauta

      @Frauke Z:

      "Die Lösung heißt: Probleme der Wähler lösen wollen und können. "

      Das Problem mit dem Problem: Die AfD hat auf alles nur eine schlichte Antwort: Migration ist das Problem, und wenn das durch Remigration beseitigt ist, lösen sich alle anderen Probleme in Luft auf.

      Das Problem mit diesem vermeintlich wichtigsten Problem ist, dass es - willkürlich, aber nicht zufällig gesetzt - den Blick ablenkt von allem, was wirklich wichtig, ja sogar existenziell ist. Denn dafür hat die AfD keine einzige Lösung vorzuweisen.

      Und die Parteien der sogenannten Mitte spielen das Spiel mit und rennen der AfD hinterher, die sie am Ende der Bahn mit einem fröhlichen "Ick bün all hier!" begrüßt.

    • oricello

      @Frauke Z:

      "Wir gratulieren, wir gratulieren, alle Systeme funktionieren, so effizient das Drumherum und nur der Mensch kommt darin um."

      Politik scheint zum Selbstzweck geworden zu sein. Wenn sie an den Problemen der unterpreviligiertesten ausgerichtet wäre, nach Stadt- und Landproblematiken differenziert agierte, dann würden sich alle "Baustellen" und Handlungsbedarfe auffächern. Bezahlbarer Wohnraum, Gesundheitsversorgung u. Pflegewesen, Klimaschutz, Bildungswesen und Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr nachhaltige Landwirtschaft etc. Die müssen wir angehen mit Hilfe der Wissenschaft, Wirtschaft, nachhaltiger Ökologie. Auch die mit den allerwenigsten Ressourcen dürfen nicht auf dem heißen Asphalt oder in der Dachwohnung verglühen. Wirtschaft, Wissenschaft, Märkte müssen allen zugute kommen und am Überleben aller orientiert sein. In welcher Welt wollen wir leben? Sind die Verteilungskämpfe schon unumkehrbar oder können wir als Gesellschhaft das Ruder noch rum reißen? Habe die Befürchtung, dass es im Prinzip vielen egal ist, solange eine Eigentumswohnung, 2 Autos,sicheres doppeltes Einkommen, private KV, Kinder auf Privatschule, Häuschen im Grünen, Geld in ETFs vorhanden. Oder irre ich?

    • Tina Schale

      @Frauke Z:

      Klingt ja easy! Also dann los! Engagieren Sie sich! Sie haben sicher Lösungen, die auch andere überzeugen und Mehrheiten finden. Fangen Sie an - viel ZHeit bleibt nicht mehr.

    • Klabauta

      @Frauke Z:

      Tatsache ist, dass Onkel Ernst und Tante Erna nicht wirklich daran interessiert zu sein scheinen, ob ihre Probleme gelöst werden. Das sieht man am alles überdeckenden Thema Migration. So haben sich "Dank" der restriktiven Politik sowohl Deutschlands als auch der EU die Zuwanderungszahlen von 2024 bis 2025 halbiert, und auch in diesem Jahr ist die Zahl der Erstanträge um weitere 50% gesunken. Interessiert aber weder Onkel Ernst noch Tante Erna. Sie glauben lieber weiterhin, es gebe eine außer Kontrolle geratene Migration nach Deutschland.

      Es begann schon einmal mit schleichender Entrechtung einer Minderheit (z.B. der Möglichkeit der Ausbürgerung, die gerade wieder diskutiert wird) und endete mit der sogenannten "Endlösung".

    • Zhongli Quan

      @Frauke Z:

      Ja, genau, bessere Politik, das sagen vernünftige Leute ja schon länger. Die Schwarzen und die Roten, im Verbund mit welchem Koalitionspartner auch immer, sollen vernünftige Politik machen, die Probleme löst. Stattdessen katzbalgen sie sich untereinander und flüchten sich in ein Parteiverbot (und dafür gibt es gute und schlechte Gründe). Genau das aber löst null Probleme, weil der enttäuschte Onkel Ernst noch kratzbürstiger wird, weil ein Verbot der Blaunen seine Probleme (echte und imaginäre) nicht löst.



      Neulich gab es bei uns in der Stadt einen Stand, die Unterschriften für ein AfD-Verbot gesammelt haben. Und geworben haben sie dafür mit FDJ-Liedern. Nee, so wird das nichts. Hört auf mit Ideologie und kommt in die Gänge.

    • Troll Eulenspiegel

      @Frauke Z:

      Probleme können gelöst werden. Es gibt Strategien dazu. Der Wähler sagt aber: Wer soll das alles bezahlen????



      Solange es diese Kritik gibt, wird sich nichts tun. Status Quo. Alles bleibt so, wie es ist.

      • mumba

        @Troll Eulenspiegel:

        Deutschland ist immer dann ein reiches Land, wenn es darum geht, im Ausland zu protzen, z.B. mit einer vollkommen unfähigen und nutzlosen Entwicklungshilfe oder Mill. für zweifelhafte "Klimaprojekte". Geht es um , Unwort, deutsche Bürger, die weder Politiker, Beamte oder MA einer NGO sind, sind die Kasse plötzlich leer.

  • ttronics

    Vielleicht ist die Sache auch so, dass die anderen Parteien jetzt ihre Chancen hatten und nun ist der Wähler neugierig: Kann die Afd ihre Versprechungen halten? Oder wenigstens ein paar. Geht die CDU doch mit ihnen zusammen, wie auch immer, wo es schon viele Übereinstimmungen gibt?

    Vielleicht denken manche, dass man das ja alles auch bei der nächsten Wahl anders entscheiden kann???

    Das kann dann aber auch ganz anders ausgehen.

  • (Ver-) Zweifelnder

    Das ist jetzt aber schon ein bißchen arg dünn, oder?

    Dezent provokativ:

    War es nicht ein gewisser Bakunin, der meinte, dass die Lust an der Zerstörung zugleich eine schaffende Lust sei?

    Gab es da nicht vor langer langer Zeit den legendären Slogan "Macht kaputt was Euch kaputt macht"?

    Und kann Onkel Ernst (warum, warum eigentlich nie Tante Erna?) nicht mit Fug und Recht behaupten, dass die Regierungen der letzten Jahrzehnte ihn kaputt gemacht haben?

    Jetzt betrachten sie doch einmal die Auswahl der diesjährigen Wahl in Berlin:

    - CDU, egal ob Wegner, Evers oder sonstewen? (Aber immerhin halten die noch die sogenannte Brandmauer [wahnsinnig blöder Begriff, wer es nicht glaubt, erkundige sich über die Definition einer Brandmauer] zu den Afdern.)

    - Oder eine selbsternannte Linke, die mehr oder weniger offen Antisemitismus nicht nur duldet?

    - Oder eine SPD, oder Grüne? Auf Grund der Zeichenbeschränkung: Beide schließen eine Koalition mit den Antisemiten nicht aus.

    Mit Verlaub, das kann einen schon verdammt kaputt machen (aber keineswegs rechtfertigen die Afder zu wählen).

    • nihilist

      @(Ver-) Zweifelnder:

      Ja gut, wenn man ohne weitere Umstände verwirft, was keine Brandmauer zur Linken aufstellt, bleibt per Design nicht viel übrig.



      Dass den AfD-Wählern Antisemitismus besonders wichtig ist (außer wenn man "importiert" davor hängt), ist auch eine These ins Blaue hinein.

  • Kanarios

    Großartiger Artikel! Danke!!!!

  • juergen petersen

    Gute soziologische/ psychologische Analyse, danke.



    Diese Trotzkind Haltung ist nur mit intelekt und Vertrauens/ Liebeszuwendung aufzuweichen.



    Und von Beidem hat der Buerger zu wenig.



    Ich moechte auch meine Bierdose in Protest aus dem Fenster werfen wenn ich beim schnellfahren gestopt werde

    • Klabauta

      @juergen petersen:

      "Diese Trotzkind Haltung ist nur mit intelekt und Vertrauens/ Liebeszuwendung aufzuweichen."

      Da fällt mir doch sofort Tucholsky ein:

      "Ihr müßt sie lieb und nett behandeln,



      erschreckt sie nicht – sie sind so zart!



      Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln,



      getreulich ihrer Eigenart!



      Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:



      Küßt die Fascisten, wo ihr sie trefft!"

  • Jalella

    Ich finde, ein AfD-Verbot ist als Notbremse notwendig. So kann man Zeit gewinnen. Aber ich denke auch, der einzige Weg gegen sie wäre eine Politik für die Menschen. Und alle Parteien außer der Linken haben inzwischen nachhaltig in der Regierung bewiesen, dass sie das nicht tun. cdU/csU/sPD, fDP, Grüne waren alle in den letzten 40 Jahren an der Macht und haben sich als Hohepriester des Neoliberalismus bewiesen. Ob denen noch einer glaubt, dass sie eine andere Politik machen würden? Wenn die Grünen alleinregierend an die Macht kämen, könnte ich mir das entfernt vorstellen. Sicher wäre ich nicht. Die Linke als Alleinregierung wäre die einzige Hoffnung. Aber:



    www.zeit.de/politi...-neuwahl-wahltrend

    • Exilberliner

      @Jalella:

      Als ehemaliger Westberliner, kurz vor Mauerbau geboren, kann ich nicht glauben wie jemand die SED-Nachfolgepartei als einzigen Hoffnungsträger sieht. Und RGR hatten wir in Berlin doch schon, da ist nichts passiert, was jetzt von Der Linken versprochen wird. Und ja, die anderen Parteien zerfleischen sich lieber in unwichtigen Querelen als Ihrer Aufgabe der Wähler nachzukommen. Und AfD, naja, no Way.

    • Der olle Onn

      @Jalella:

      "Ich finde, ein AfD-Verbot ist als Notbremse notwendig."



      Eigentlich würde ich mich Ihnen da sehr gern anschließen. Aber dann stelle ich mir immer die Frage wie lange es dauern würde bis eine noch radikalere Gruppierung aus den nur für kurze Zeit versprengten Resten entstehen würde, mit noch wütenderem Wählerpotential. Ich fürchte: Das ist kein echter dauerhafter Ausweg.



      Davon abgesehen: Für Sachsen-Anhalt käme das bereits zu spät, für andere Landstriche vielleicht auch.

      • Wanderin

        @Der olle Onn:

        Warum machen Sie sich da jetzt schon in die Hose?! Dann wird man ein neues Verfahren starten. Und noch eins. Das wird die erstmal beschäftigen. Mit allen Mitteln der Bürokratie sollte man die terrorisieren, bis immer mehr Zeit und Ressourcen abschmelzen, um immer wieder von vorn anzufangen.

        • Der olle Onn

          @Wanderin:

          Sollte das jetzt lustig rüberkommen?



          - Ein neues Verfahren und noch eins...



          Da lachen beim deutschen Verfahrenstempo doch die Hühner! Seit mehreren Jahren wird über ein Verbot GESCHWAFELT - anstatt echte Anstrengungen zu unternehmen - wenn denn jemand wirklich wollte. Und Sie glauben ernsthaft in Germanien seien gleich mehrere nacheinander durchsetzbar, möglichst noch vor dem Gewinn der ersten Wahlen? - Bssss... Dann wandern Sie aber mit einem defekten Kompass.

    • Sisone

      @Jalella:

      "...Wenn die Grünen alleinregierend an die Macht kämen, könnte ich mir das entfernt vorstellen. Sicher wäre ich nicht. Die Linke als Alleinregierung wäre die einzige Hoffnung...."

      GRÜNE und LINKE haben den Punkt gemeinsam, dass sie niemals alleine regieren werden. Nicht gemeinsam haben die den Punkt der Koalitionsfähigkeit auf Bundesebene.







      Während sich die GRÜNEN bewusst sind, dass Sie in einer Koalition für jeden Fahrradweg auch irgendwo nachgeben müssen, tragen die LINKEN ihre Kompromisslosigkeit vor sich her (gab in der taz dazu ein schönes Interview mit Schwerdtner) und werfen den GRÜNEN vor, ihre "Ideale zu verraten", obwohl Kompromissfähigkeit unverzichtbar ist.







      Die LINKEN, die dann trotzdem regierungsbeteiligt waren auf Länderebene, haben auch nichts gerissen; im Gegenteil oft das Gegenteil ihrer eigenen Position mitgetragen, (bestes Beispiel immer noch die Privatisierung (!) von 66.000 Sozialbauwohnungen in Berlin).











      Die LINKE als Alleinregierung mit Umsetzung ihrer Kernpunkte?







      -Nato-Austritt?



      -Enteignung von Großkonzernen, Energieversorgern, Banken und großen Wohnungsgesellschaften?



      -Ukraine fallen lassen?



      -Ausgaben ohne Gegenfinanzierung?







      Nein, danke!

  • GaGaZar

    Onkel Ernst könnte ich sein. Über 20 Jahre links und oder die SPD gewählt. Seit etwas mehr als einem Jahr denke ich darrüber nach bei den nächsten Wahlen ( September Berlin, die nächste Bundestagswahl) die AFD zu wählen.



    Ich würde damit klar gegen meine meisten Interessen wählen.



    Vorallem finanziell und dem Gerechtigkeitsprinzip einer Gesellschaft wie ich sie mir wünschen würde.



    Prozentual ausgedrückt, etwa 80% gegen meine eigenen Interessen.



    Die restlichen 20%, die für mich für die AFD sprechen, die überwiegen Tag für Tag mehr.



    Inhaltlich glaube ich, Artikel wie diesen zu verstehen.



    Aber erreichen, tut man mich damit nicht mehr.

    • Wanderin

      @GaGaZar:

      Zeit, nach Schwaben zu ziehen, wenn Sie das Stadtbild in Berlin so stört?

    • Xanyd

      @GaGaZar:

      Warum sind für sie die 20% so wichtig, dass sie so stark gegen ihre Interessen wählen? Letztlich bin ich auch unzufrieden mit der Regierung, aber so gegen meine Interessen zu wählen kämen mir nicht in den Sinn.

      • GaGaZar

        @Xanyd:

        Ich bin Atheist, in Ostberlin geboren und dort aufgewachsen. Wohnsitz immer Ostberlin.



        Meine Familie, Freunde, Bekannte, alles Atheisten.



        Zumindest habe ich den Eindruck, dass dem so ist.



        Religion ist für mich Vergangenheit, Mittelalter.



        Kirchen sind für mich Freiluftmuseen.



        Ich wohne in Berlin Lichtenberg, und in den letzten 5 Jahren wandelt sich das Stadtbild hier immer extremer.



        Ich bin einfach nicht gewillt, in einer rückwärtsgewandten, zunehmend reliögseren Gemeinschaft zu leben.



        Ich bin scheinbar in 25 Jahren politischem Denkens, dem Irrglauben aufgesessen, dass linke Politik auch immer starke Religions kritische Politik ist.



        Deswegen werde ich mich von dieser Politik, zumindest für die nächsten Jahre, wohl abwenden.



        Mein persönlicher Wunsch wäre, eine Sozialdemokratische Partei nach dem Vorbild Dänemarks. Aber davon ist die deutsche SPD, gefühlt, Lichtjahre von entfernt.



        ps: Danke, dass SIe gefragt haben.

  • Karl Heinz

    Warum sollte es ausgerechnet der AfD gelingen, ihr Parteiprogramm ohne Mehrheiten durchsetzen? Bisher ist das selbst den Regierungsparteien nie gelungen.

    • aujau

      @Karl Heinz:

      Sie sind der Tröster des Tages.

  • Stavros

    Die ökonomische Basis des ganzen Spektakels ist klar. Und erstaunlicherweise hatten die marxistischen Philosophen der 68er (und frühere) immer Recht:

    Ab einem bestimmten Punkt der Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaftsweise wird sich das Kapital der Faschisten bedienen.

    Dort sind wir gerade.

    Die interessante Frage: Was kommt diesmal danach? Sollten wir noch dankbar sein, dass es zumindest verschiedene Kapitalistenfraktionen gibt?

    Wählende zu psychoanalysieren, finde ich immer etwas müßig. Zunächst mal ist die Boomer-Generation bisher erstaunlich immun gegen die faschistische Versuchung.

    Wie alt ist Onkel Ernst?

    Es ist wahrscheinlich interessanter zu fragen, warum früher mehr nach Programmen und Interessen gewählt wurde und heute immer weniger.

    Social Media?

    Oder vielleicht einfach die Wahrnehmung von politischen Vertretern als, nunja, ineffektiven Interessen-Vertretern?

    Das würde die weitere Frage aufwerfen, warum das politische System so erodiert ist, das politische Prozesse nicht mehr bei den Wählern ankommen.

    • *Sabine*

      @Stavros:

      "Es ist wahrscheinlich interessanter zu fragen, warum früher mehr nach Programmen und Interessen gewählt wurde und heute immer weniger."

      Eine Erklärung könnte sein, dass die Programme nicht (mehr?) aussagekräftig sind (und Interessen oftmals ignoriert werden).

      Beispiel: Agenda 2010 war meiner Einschätzung nach eher CDU/CSU-Politik, 2015 "Grenzen nicht schließen" eher SPD-Grüne-Linke-Politik. Als Wählerin finde ich das nicht nur verwirrend, es beschädigt für mich auch die Glaubwürdigkeit der gewählten Parteien. Weshalb Parteien auf diese Weise Politik machen bzw. weshalb sie davon ausgehen, dadurch Wählerstimmen zu gewinnen/zu behalten, weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch einfach nur Gleichgültigkeit den Wählern gegenüber, die einen, fürs Erste, an die Macht gebracht haben.

      • Stavros

        @*Sabine*:

        Sehe ich ganz genauso wie Sie. Eine Partei muss zuallererst die Interessen ihrer Wählerinnen und Wähler vertreten. Für die Verwässerung des Programms gibt es Koalitionen, Sachzwänge - die normalen demokratischen Aushandlungsprozesse eben.

        Seit vielen Jahren erleben wir eine (Selbst-)Entmachtung der Parlamente.

        Warum rotgrün die Hartz-Gesetze gemacht hat (die sogar einige wenige positive Veränderungen enthielten), die das Sicherheitsgefühl vor allem der SPD-Klientel so sehr gestört haben, ist bis heute ein Rätsel.

        Ähnlich verhält es sich mit Merkels Migrationspolitik für die Unions-Klientel, da haben Sie Recht.

        Man kann abgesehen von den Schuldenbergen für die Aufrüstung Friedrich Merz vielleicht sogar dankbar sein, dass er wirklich die versprochene wirtschaftsliberale Politik macht :-).

        • nihilist

          @Stavros:

          "Warum rotgrün die Hartz-Gesetze gemacht hat (die sogar einige wenige positive Veränderungen enthielten), die das Sicherheitsgefühl vor allem der SPD-Klientel so sehr gestört haben, ist bis heute ein Rätsel."

          Aus so einer Art staatspolitischer Vertantwortung heraus. Vor den Hartz-Gesetzen war ja die Arbeitslosenversicherung noch so ziemlich aufgestellt wie in der alten BRD - das funktioniert natürlich nicht, wenn ein Land von 20 Millionen in die Sozialsysteme einwandert, von denen niemand je eingezahlt hat.

          Die Union von damals war fest in der Kultur des Aussitzens verankert und hätte niemals auch nur im Ansatz etwas umgestaltet.

          • *Sabine*

            @nihilist:

            "Vor den Hartz-Gesetzen war ja die Arbeitslosenversicherung noch so ziemlich aufgestellt wie in der alten BRD - das funktioniert natürlich nicht, wenn ein Land von 20 Millionen in die Sozialsysteme einwandert, von denen niemand je eingezahlt hat."

            Schwieriger Punkt, finde ich. Je nach Definition der amtlichen Statistiken "lag die Zahl der offiziell erfassten Berufstätigen im Jahresverlauf bei etwa 8,5 bis 9,7 Millionen Menschen". Wegen der "paar" Leute wurde ein, meiner Meinung nach, gutes Arbeitslosensystem abgeschafft, obwohl diese Menschen ja auch etwas mitgebracht haben. Land, Sachwerte, Fabriken, Museumswerte usw..



            So ganz erschließt es sich mir nicht, ob das wirklich notwendig war, in Anbetracht dessen, dass wir dafür eine rot-grüne Regierung "geopfert" haben, die noch viel Positives in diesem Land und für die hier lebenden Menschen mit und ohne Migrationshintergrund hätte bewirken können.

          • Stavros

            @nihilist:

            Die Hartz-Gesetze wurden nach meiner Einschätzung nicht aufgrund der vielbeschworenen "Einwanderung in die Sozialsysteme" eingeführt.

            Die großen Migrationsbewegungen (Syrien, Ukraine, Afghanistan) fanden ja gerade erst nach der Einführung statt. Dass es um 20 Mio. Menschen gegangen wäre, erscheint auch sehr hochgegriffen.

            Aus meiner Sicht hatten die Arbeitsmarktreformen (es gab ja auch andere Bestandteile) zwei Hauptzielrichtungen:

            1. Menschen, die bisher in der Sozialhilfe steckten, wieder für den Arbeitsmarkt und die Vermittlung zu aktivieren (Stichworte Jobcenter + Kunden). Darüber kann man geteilter Meinung sein, ich persönlich halte es (wenn richtig umgesetzt) für positiv, möglichst vielen Erwerbsfähigen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

            2. Unausgesprochen sollte Druck auf die Erwerbsbevölkerung ausgeübt werden (Stichworte Stigmatisierung + Schonvermögen). Dies ist aus meiner Sicht auch das Hauptziel der heutigen Grundsicherungsreform der Merz-Regierung.

            Damit wurde aber den SPD-Wählern einer der Hauptgründe genommen, ihre Partei zu wählen: das Gefühl, im Zweifelsfall sozial abgesichert zu sein.

  • Hans Dampf

    Eigentlich ein guter Bericht, sieht man von dieser ziemlich dreisten Behauptung ab.



    "Eine Regierung à la Merz, Reiche & Co sieht ihre Aufgabe darin, die Gesellschaft nach den Bedürfnissen der Wirtschaftsbosse auszurichten. "



    Ich bin weder CDU noch AfD Wähler, empfinde diese Aussage jedoch trotzdem als dreist falsch. Dann müsste sie es der SPD auch vorwerfen, denn die winkt ja all die Gesetze mit ab.

    • Ricky-13

      @Hans Dampf:

      *Ich bin weder CDU noch AfD Wähler, ...*

      Das erzählen in der taz viele Leute mit einer rechtkonservativen Einstellung. Ich frage mich dann immer, was die wohl wählen. 😉

      • Hans Dampf

        @Ricky-13:

        Menschen in die rechte Ecke zu schieben, nur weil sie nicht links wählen, scheint typisch für manche zu sein.

        • Ricky-13

          @Hans Dampf:

          Sie wollen uns jetzt also sagen, dass Sie kein Linkswähler sind und auch CDU und AfD nicht wählen. Dann bleibt ja nur noch die FDP oder die 'Die Grünen' übrig (denn 'Die Grünen' sind ja auch kaum noch links). Wie ein Grüner kommen Sie mir aber nicht vor. 😂

          Was Sie wählen geht mich ja auch gar nichts an, aber Ihre rechtskonservativen Kommentare erzählen ja schon einiges darüber, wo Ihre politische "Ecke" zu finden ist.

          • Hans Dampf

            @Ricky-13:

            Und wieder versuchen sie mich einfach in eine Schublade zu stecken. Kleiner Tipp: Ich war mal Betriebsratsvorsitzender. So, welche Schublade passt jetzt?

            • Ricky-13

              @Hans Dampf:

              *... in eine Schublade zu stecken.*

              Da haben Sie recht, das war nicht in Ordnung von mir.

              • Hans Dampf

                @Ricky-13:

                Ich nehme ihre Entschuldigung dankend an. Ja, in jungen Jahren war ich eher links/grün, bin später eher konservativer geworden. Vielleicht bin ich einfach zu "altmodisch" für die neuen politischen Wellen. Aber ich akzeptiere, dass die Mehrheit den Kurs bestimmt. Ich denke manchmal Wirtschaftsfreundlich, denn eine gut laufende Wirtschaft bedeutet auch Arbeitsplätze. Aber Wachstum nur auf Kosten der AN lehne ich strikt ab. Insgesamt wünsche ich mir einen sozial gerechten liberalen Staat, der sich nicht in alles einmischt, aber klare Grenzen in jede Richtung aufzeigt. Ich wüsste selbst nicht, wo ich mich einordnen soll, denn die Parteien bilden mein Denken zwischen "Leistung muss sich lohnen" und "es ist genug Geld für ein würdiges Leben ALLER da" nicht ab.

                • Ricky-13

                  @Hans Dampf:

                  *Insgesamt wünsche ich mir einen sozial gerechten liberalen Staat ...*

                  Das wünsche ich mir auch (und so ähnlich ist es ja auch in Art. 20 GG verankert), aber davon können wir uns wohl verabschieden. Ich weiß nicht mehr, was in diesem Staat momentan "abgeht", mache mir aber große Sorgen, dass es mit der AfD demnächst richtig schlimm wird.

                  Momentan sehe ich auch schon überall Gespenster und halte jeden konservativen Kommentar für das Werk eines "verkappten AfD-Sympathisanten". Da muss ich mich wohl mal etwas mäßigen und nicht gleich jeden verdächtigen, der konservativer denkt als ich.

    • Der olle Onn

      @Hans Dampf:

      "Dann müsste sie es der SPD auch vorwerfen, denn die winkt ja all die Gesetze mit ab."



      Ohne mich dieser Einschätzung vollends anschließen zu wollen: Viele Menschen werfen das auch der SPD inzwischen vor. Liest man schließlich oft genug in den Kommentaren.

    • Lowandorder

      @Hans Dampf:

      Schonn: Falls sich der Dampf bei ehna mal irgendwann verzieht - I hope - werdens feststellen: bei graduellen Unterschieden - doch doch - wie richtig se liegen! Wollnichwoll

    • Schmetterling

      @Hans Dampf:

      Also ich bin weder CDU noch AfD noch SPD-Wähler, aber ich empfinde die Aussage als vollkommen korrekt. Und ja, die SPD gehört mit zum Club der Wirtschaftsfreunde.

      • Kohlrabi

        @Schmetterling:

        Eine Schwachstelle der Linken ist m.E., dass sie oft Wirtschaftsinteressen mit Kapitalinteressen gleichsetzt. Ähnlich wie die Neoliberalen es machen. Nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Es gibt aber viele kleine Gewerbetreibende und einfache Angestellte in der Privatwirtschaft, deren höchsteigene Interessen durchaus wirtschaftsfreundlich sind. Dabei den Interessen der Großeigentümer und des Finanzdienstadels aber weitgehend entgegengesetzt. Früher war die SPD deren politische Heimat. Die Linke hat es nicht verstanden, diese Leute zu gewinnen, und sie hat es lange Zeit auch gar nicht versucht (außer mit der Mietenfrage, aber die zieht nur in den Ballungszentren). - Das ist m.E. ein Teil des Problems, auch in Bezug auf die AfD.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Kohlrabi:

          "...dass sie oft Wirtschaftsinteressen mit Kapitalinteressen gleichsetzt."

          Na ja. Im Kapitalismus kann man das auch nicht wirklich trennen. Wenn jemand 1000€ in ein kleines Unternehmen steckt, ist das auch Kapital. es muss nicht immer um große Summen gehen.

      • Stavros

        @Schmetterling:

        Ich auch.

  • Claude Nuage

    Es ist zu spät. Wenn man Leuten, die sich Sorgen machen, über Jahrzehnte in wachsender Lautstärke immer nur zur Anwort gibt:



    1. Ihr habt keine Sorgen.



    2. Ihr seid dumm, weil ihr euch welche macht.



    3. Ihr seid amoralisch, weil ihr euch Sorgen macht,



    dann ist die Antwort noch sehr verhalten. Die Lautstärke wird übrigens nur noch übertönt über durch das Mittelschichtsgeblöke von "Achtsamkeit" und Empathie.



    Irgendwann haben die Leute die Schnauze so voll vom "System" (eine Nazivokabel, die nur zu gern vom anderen Rand des Hufeisens nachgebetet wird), dass sie den wählen, der verspricht "das System kaputtzuschlagen". Glaubt mir, die AfD würde das kaputtkriegen. Dass es dann alles viel schlechter wird, besonders für die, die jetzt schon Sorgen haben, steht auf einem anderen Blatt. Vor den Merkel-Jahren wäre man mit dieser Argumentation vielleicht auch noch durchgedrungen. Aber jetzt hört der akademisierten Mittelschicht außerhalb der Blase niemand mehr beim Gendern zu. Auch wenn ihr es nicht mitgekriegt habt, da läuft ein Klassenkampf, der richtige, nicht der in eurem Salon, und mit echten Proletariern. Enjoy!

  • Petzi Worpelt

    Ich verstehe den Erklärungsversuch und er ist auch in sich schlüssig. Leider dennoch falsch.



    Gehen sie mal raus und fragen einfach die Leute, warum sie AFD wählen. Ohne die vorher zu beschimpfen.



    Die Antwort ist oft: Aus Notwehr. So heißt es "Die andern Parteien sind wechselseitig dran und machen das Gegenteil von dem was sie versprechen und ebenso das Gegenteil von dem, was die Leute erwarten. Schlimmer kann es nicht mehr werden. Lieber ein bisschen Queerfeindlichkeit als die vielen Messerdelikte jeden Tag. Lieber mehr Kindergeld und dafür weniger Leistungen für Asylbewerber. Lieber weniger Geld für die Ukraine und dafür neue Schulen." Usw usw..

    Und dann ist die Diskussion schnell an dem Punkt, wo man selbst ins Stocken kommt. Für das Geld, was wir der Ukraine jährlich schenken, könnten wir jede Schule im Land neu bauen. Jedes Jahr. Was antwortet man denn dann?

    Es hilft gegen die AFD nur eine Politik, die wieder das einlöst, was die Leute erwarten: Jedes Jahr etwas mehr Wohlstand, mehr Sicherheit und die Gewissheit, dass es den eigenen Kindern und Enkeln besser gehen wird als einem selbst.

    Keine Partei verspricht dasbaucu nur ansatzweise, außer die AFD.

    • My Sharona

      @Petzi Worpelt:

      "Schlimmer kann es nicht mehr werden". Das den Leuten eingeredet zu haben, ist die spektakuläre Leistung von ganz Rechts. Ich denke übrigens, viele hier im Forum kommen bei Ihren talking points nicht ins Stocken.



      Und: "Jedes Jahr etwas mehr Wohlstand, mehr Sicherheit und die Gewissheit, dass es den eigenen Kindern und Enkeln besser gehen wird als einem selbst." - Rezepte dafür liegen auf dem Tisch, aber Ernst und Konsorten wollen auch das nicht. Sie wollen, dass alles wieder besser wird, ohne dass sich etwas verändert, ohne dass sie sich engagieren müssen, ohne die Multikrise (Ökologie, Demographie, wirtschaftlicher Aufstieg des globalen Südens, KI & Technofaschismus) wahrnehmen zu müssen.

    • Wanderin

      @Petzi Worpelt:

      Die AfD wird eine Kleptokratie nach US-Vorbild errichten. Wer denkt, dass die AfD eine gütige Robin Hood Partei ist, die den bösen Asylbewerbern nimmt und den guten Biodeutschen gibt, der wird ein hellblaues Wunder erleben.

      Dazu braucht man keine Glaskugel- ein Blick in die USA reicht. Das sind wortwörtlich ! die selben Maga- Wahlkampfversprechen, die man von dort importiert und hier in der Mikrowelle aufwärmt.

    • RonSlater

      @Petzi Worpelt:

      Hier wir ja wieder viel Blödsinn geschrieben.



      Nur um eines dieser unsinnigen Argumente zu entkräften:



      DE hat 2025 etwa 25 Mrd. an die Ukraine bezahlt



      In DE gibt es etwa 33.000 Schulen



      Das sind pro Schule dann 75.750 €, wie soll man davon eine neue Schule bauen?

      • Comerade Aardvark

        @RonSlater:

        Vielen Dank, genau das wollte ich auch anmerken zu dem Kommentar direkt aus St. Petersburg. Hinzufügen könnte ich noch: die 33t sind die Schulstandorte, Gebäude sind es noch mehr.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @RonSlater:

        Davon könnte man aber die Toiletten reparieren...

        • Petzi Worpelt

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Immerhin! Aber danke für die Zahlen RonSlater. Schultoiletten - immerhin...



          Nichtsdestotrotz bleibt bei den Leuten bei verschiedenen großen Ausgaben das Gefühl: Dieses oder jenes Geld wäre bei Angelegenheiten, die meiner Lebenswelt näher sind, besser angelegt.



          Und das Gefühl entsteht dadurch, dass sie eben Wohlstandszugewinn vermissen und stattdessen eher Einbußen in Kauf nehmen müssen. Da spielt es vermutlich keine Rolle, ob es jetzt neue Schulen geben würde.



          Was eventuell hilft: Die Zahlen einordnen und offen kommunizieren. Ihre 25 Milliarden sind knapp 300€ pro Einwohner Deutschlands. Da ist die Frage an den Wähler also eigentlich: Ist es dir das Wert? Oder hättest du die 300€ lieber selbst, um deine steigenden Krankenkassenbeiträge zu kompensieren?



          Diese Frage traut sich aber niemand zu stellen und deshalb wird hier auch nicht drüber geredet. Sondern jeder ist ein Nazi, der die Unterstützung der Ukraine in Frage stellt.

  • sollndas

    "AfD-Wählen als Triebabfuhr"



    Wenn man Menschen erstmal erklärt, sie handelten aus Triebabfuhr, dann wird es die Sache sicher ungemein erleichtern, sie davon zu überzeugen, "dass sie gegen ihre eigenen Interessen handeln".

  • Abdurchdiemitte

    Ja, den Onkel Ernst - den ‚ewigen‘ Onkel Ernst, möchte ich meinen, der Heinrich Manns ‚Untertan‘ und auch Adolf Eichmann so sehr nahe kommt - eigentlich müsste ihn jede/r kennen, im Kreis seiner/ihrer Arbeitskollegen, im Bekannten- und Freundeskreis, ja, sogar in der eigenen Verwandtschaft. Bei 28% Wählerzustimmung wäre alles andere kaum denkbar oder schlicht gelogen. Oder man lebt ziemlich extrem in seiner eigenen, linken Blase.



    Da wundert‘s, dass wir hier immer noch über die Motive von AfD-Wählenden diskutieren. Wir kennen sie doch. Geht es uns manchmal nicht genauso wie dem Onkel Ernst, nur dass wir nicht unseren politischen Trieben - darf man auch sagen: unseren niederen Instinkten? - folgen, sondern versuchen, rational zu bleiben in einer zunehmend irrationalen Welt?



    Danke, Georg Seeßlen, für die aufklärenden Worte.

    • aujau

      @Abdurchdiemitte:

      Vor diesen Onkel Ernsts bin ich vor 44 Jahren nach Berlin abgehauen. Leider findet man so Manches in der linken Bubble wieder. Aber hier gibt es wenigstens einen Ansatz von Ausweg.

  • Il_Leopardo

    Der Todestrieb (Thanatos) ist nach Freud der innere Drang zu Zerstörung, Aggression und Rückkehr ins Unbelebte, der dem Lebenstrieb (Eros) gegenübersteht.

  • Otto Mohl

    Die CDU bricht alle Wahlkampfversprechen. Die SPD ist von der Arbeiter- zur Nichtarbeiter-Partei geworden. Grün können sich viele nicht leisten und wer mindestens ein kleines Häuschen hat, vererben möchte oder erben könnte, darf nicht die Linke wählen, weil Jan van Aken dich dann schon für überreich hält.

    Wenn die demokratischen Parteien so handeln, bleibt nicht mehr viel übrig. Hoffen wir auf Kubicki!

    • Encantado

      @Otto Mohl:

      "Wenn die demokratischen Parteien so handeln, bleibt nicht mehr viel übrig."



      Genau da liegt der Knackpunkt: der eine wählt dann AfD, der andere nicht. Aber in Bezug 'keinen von denen' (d. h. den 'Etablierten') sind sie sich einig. Und je länger man keinen der 'Etablierten' wählen will, desto mehr fallen zur AfD. Eigentlich simpel.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Otto Mohl:

      Echt? Auf einen Typ hoffen, für den der Mensch erst gilt, wenn er mindestens ein 8-stelliges Vermögen hat?

    • Der olle Onn

      @Otto Mohl:

      "Hoffen wir auf Kubicki!"



      Au ja! Da wird sich Onkel Ernst ganz sicher freuen...

  • hierbamala

    Und genau das ist es, was mir solche Angst macht. Ich will nicht, dass Onkel Ernst und Cousine Petra mit ihrer unerwachsenen Weidelschen Fußaufstampferei und ihrem gebrüllten blanken Hass bei gleichzeitigem Ohrenzuhalten hier - mir, uns - alles kaputttreten. Und ich merke, wie aus meiner gefühlten Ohnmacht ihrer nicht mehr eingehegten, von jeder Reflektion und Empathie unbefleckten Emotion gegenüber eine dieser gar nicht unähnliche, verzweifelte Wut wächst. Ich will nicht so sein wie sie und ich will mich den Strippenziehern, Nutznießern, Brandstiftern nicht ergeben.

    • My Sharona

      @hierbamala:

      Genau: Brüllen und sich gleichzeitig die Ohren zuhalten, vielleicht mal die Faust vorschießen lassen - und sich beschweren, dass niemand mit ihnen spricht.

  • Bussard

    Schöner Text, beschreibt die Sachlage ganz gut. Die AFD-Wähler wissen, was sie tun, aber sie wollen "denen" mal so richtig einen einschenken.

  • Flix

    Die Zerstörung der Demokratie durch die Dummheit der Wähler scheint nicht nur in den USA zu funktionieren. Das AfD-Verbot ist dringender geboten denn je, dabei spielt es keine Rolle, was aus deren Wählern wird, wer Nazis wählt, hat keine Repräsentanz im Parlament verdient.

    • ToMuch

      @Flix:

      „Nazi“ war für mich immer verbunden mit Antisemitismus. Da wird es dann schwierig…

      • nihilist

        @ToMuch:

        Geht so. Wenn man ein bisschen genauer hinschaut, findet man auch unter AfDlern problemlos Finanzjudentum-Geschwurbel. So ganz lassen kann dann die Neue Rechte doch nicht von den alten Opfermythen, auch wenn das natürlich aus taktischen Gründen pfuibäh ist und möglichst in geschlossenen Chatgruppen beliben sollte.