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08.06.2026 , 14:01 Uhr
Der Niqab ist in D legal. Mich würde interessieren, ob die Kommentar-und soziale Mediensucht gerade unter den Alten zu zu diesem enthemmten Verhalten führt, die Lebensentwürfe von jüngeren Frauen zwanghaft kommentieren zu müssen, vermeintlich anonym, im Vorbeigehen, auf der Strasse. Wer Mädchen im Vorbeigehen eine Beleidigung eindrückt, und möglicherweise damit kalkuliert hat, dass die das schön stumm unter ihrem Niqab schlucken, handelt nicht feministisch.
Interessanterweise habe ich gerade auch das Problem, "öffentlich kommentiert zu werden", von einer älteren Frau in der Gegend. Im Artikel wird erwähnt, dass sowohl die rothaarige alte Frau als auch ihre Freundin die Angewohnheit haben, Passanten zu belästigen. Eigentlich ein eher männliches Dominanzgebahren, mit dem man signalisiert, wem die Strasse gehört. Und nein, mit einem Mann, der einem sexualisierte Beleidigungen hinterherruft, würde ich auch keine von der Autorin vorgeschlagene symbolische Stuhlkreisrunde eingehen, denn die Uebergriffigkeit und Herabsetzung ist ja der ZWECK des Verhaltens. Weder ich noch die Mädchen sind es irgendwem schuldig, unsere Existenz im öffentlichen Raum rechtfertigen zu müssen.
zum Beitrag27.05.2026 , 12:17 Uhr
Mit der schleichenden Ausbreitung von Selbsthilfe- Inhalten in der Schule und der Medienlandschaft finden wir uns an dem Punkt wieder, den Michel Foucault und Nicolas Rose mit “Healthism” und “Entrepreneur of the Self” bereits in den 70ern treffend vorausgesagt haben: Glück als neoliberales Selbstverwaltungs- Projekt, das jeder einzelne verantwortungsbewusst erzeugen kann, indem er Routinen befolgt und sich über Ernährung informiert.
Auch die AfD verspricht ihrer jugendlichen Klientel Orientierung: Mach Sport, engagiere dich in unserer Gemeinschaft, komm zu unseren Freizeit- und Teamsport-Angeboten. Disziplin, Ordnung und Routinen als Lebensrezept.
Ich habe nun wirklich nichts gegen Bewegung und gesunde Ernährung. Aber hier werden Bedienungsanleitungen fürs Leben ausgehändigt, die vermeintlich für Klarheit sorgen (“Befolge die Regeln und du musst die Zukunft nicht fürchten.”) und das Vakuum der politischen Ideenlosigkeit angesichts der Klimakrise stopfen sollen.
Dass die Lebensqualität und Freiräume für Kinder stark abgenommen haben, hat zudem viele und sehr konkrete Gründe, die Jugend-Soziologe Aladin El-Mafaalani identifiziert hat und die hingehend bekannt sind.
zum Beitrag