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03.10.2026 , 10:07 Uhr
Dieser Kommentar macht das, was die taz gerne macht. Eine gute Zusammenfassung liefern, um am Ende "irgendwie" sagen zu können: links ist die Lösung!
Die Wahl in Berlin und der Erfolg der Linken dort ist spiegelverkehrt zur AFD auch nur eine Protestwahl. Mit dem Versprechen Mieten zu senken und beim Thema Wohnen bedient man dasselbe Muster wie beim Thema Migration der AFD. Es wird eine unterkomplexe (!) Lösung präsentiert und darauf springen die unzufriedenen Wähler an.
"Deine Miete ist teuer? Wir nehmen das denen weg, die das so teuer machen und wir machen das dann billiger." Darauf die Wähler so: "Klingt logisch!"
Und jetzt bin ich mal gemein: ich glaube die allermeisten Wähler sind gefühlsgesteurt und lesen sich nicht im Detail in Themen ein. Die Realität wird sein, dass das eben "nicht mal so eben" gelingen und wieder zu Enttäuschungen führen wird.
Die AFD ist nicht Die Linke, das will ich nicht sagen. Nur das Muster in Berlin ist schlicht dasselbe wie in Sachsen Anhalt: die Altparteien haben die Wähler enttäuscht, also rennen sie zu den Rändern. Mehr nicht. Daraus irgendwie einen hoffnungsvollen Bezug zum Tag der Deutschen Einheit zu produzieren ist schon wild.
zum Beitrag28.09.2026 , 21:11 Uhr
"Und falls sie die AfD als eine „eher konservative“ Partei betrachten, halte ich das für extrem verharmlosend."
Um Gottes Willen, nein.
"Umso beunruhigender, dass eine Mehrheit der Bevölkerung sogar noch „Lust“ auf eine solche Politik hat. Da können wir Deutsche und auch gleich widerstandslos an Putin ausliefern. Finden Sie nicht?"
Ja, das ist beunruhigend. Daher würde ich mir wünschen, dass die CDU diese Wähler wieder erreichen würde. Das ist Wunschdenken, ich weiß. Aber der Schritt nach links wie von der Autorin angedeutet wäre eben auch nicht das richtige. Da gibt es mit Linke, Grünen und links von der Mitte (theoretisch) die SPD genug Parteien für politisch derartig verortete Menschen.
zum Beitrag28.09.2026 , 14:47 Uhr
Ich lebe in Bremen und habe heute ein Interview im Weser Kurier gelesen mit der Spitzenkandidatin und es geht natürlich um Wohnungen und dass das Leben generell besser wird.
Die Linke ist seit 2019 mit bei uns im Senat, zusammen mit Grünen und der SPD. Ähm... Wir haben aber immer noch die höchste Kinderarmut, sind statistisch gesehen die kriminellste Stadt Deutschlands, hohe Arbeitslosigkeit, letzter Platz Bildungsmonitor und hohe Schulabbrecherquote.
Warum soll es dann nächstes Jahr besser werden, wenn die Linke ein paar mehr Prozentpunkte in Bremen bekommt? Ist ja nun nicht so, dass die Koalitionspartner besonders konservativ wären. Warum hat es also bis jetzt nicht geklappt?
Die Ironie: auch wenn die Erfolgsbilanz miserabel ist, werden diese drei Parteien immer wieder gewählt. Es ist wirklich irritierend, als ob die Menschen unter einem Zauber liegen. Ich sag ja noch nicht mal, dass die CDU es besser gemacht hätte, aber dass der jahrzehntelange Misserfolg sich nicht in den Wahlergebnissen spiegelt, zeigt mir, dass Ideologie manchmal über Realpolitik steht.
zum Beitrag28.09.2026 , 13:56 Uhr
"Wenn Sie, die CDU und mögliche zukünftige AfD-Wähler trotzdem "CDU pur" wollen, dann ist das schlicht undemokratisch."
Das war nie meine Aussage. Wie kommen Sie darauf, dass ich "CDU pur" will? Generell schließen Sie aus Beobachtungen meinerseits eine politische Haltung. Ich habe lediglich die angedeutete Schlussfolgerung der Autorin im Artikel in Frage gestellt, dass die CDU weiter nach links auf die anderen Parteien zubewegen müsste. Dass das nicht stimmt und die CDU gebraucht wird, damit es eine Projektionsfläche für konservatives Gedankengut gibt, was eben nicht in der AfD endet, die CDU aber damit scheitert: das ist meine einzige Theorie zu dem Thema.
Und daraus konstruieren Sie bei mir undemokratische Gedankengänge. Da möchte ich Ihnen den Spiegel vorhalten, denn auch wenn ich die AFD nicht ausstehen kann: dass der Wählerwillen zu zwei Dritteln laut Umfragen konservativ rechts ist (CDU + AFD zusammen genommen) ist unbestreitbar und gegen diesen Umstand wird sich mit Händen und Füßen gewehrt, was ich aus moralischer Sicht verstehen kann. Aber dieser Wählerwillen wird nun mal ignoriert und das ist per Definition tatsächlich undemokratisch.
zum Beitrag28.09.2026 , 00:17 Uhr
"Konservative Fakten reichen nicht für's konservative Gefühl? Das würde dann schon eine demokratiefeindliche Einstellung entlarven."
Das sind doch alles Feigenblattentwicklungen, die wirklich nur fürs "Gefühl" gemacht wurden, aber doch bei weitem nicht der große Wurf waren. Dobrindts Kontrollen der Grenzen z.B. ist unnötige Symbolpolitik, um ein Gefühl von Kontrolle vorzugaukeln.
Wenn parallel aber die Wirtschaft weiterhin dümpelt, Pisa uns wieder mal zeigt wie dumm wir mittlerweile sind, die Zahl der Abschiebungen sogar im Jahresvergleich zurück gehen sowie die dringend notwendige Rettung unserer Sozialsysteme Stand jetzt gegen die Wand gefahren wird - dann ist es DAS was ich meinte mit der Hoffnung der Wählerschaft, dass konservative Politik das geraderücken könnte. DAS Versprechen ist nicht eingelöst worden. Da bringen auch diese verzweifelten, konservativ angehauchten Aktionen nichts. Es geht mir darum, dass der Wählerwille in Deutschland aktuell glaubt, mit der "starken Hand" Probleme zu lösen. Da ist eine im Artikel angedeutete Annäherung der CDU an die linke Mitte eine ultimative Einladung für viele CDU Wählende leider endgültig ihr Kreuz bei der AfD zu machen.
zum Beitrag27.09.2026 , 17:14 Uhr
Was Sie da aufgezählt haben ist zu wenig, um bei der Bevölkerung das Gefühl auszulösen, was man sich von einer konservativen Politik erhofft hat. Es ist ja jetzt nicht so, dass die Zahl der Abschiebungen gestiegen sei. Und grob gesagt: man würde sich eine strenge Hand wie die der Sozialdemokraten in Dänemark wünschen. Von daher bleib ich dabei: weiter nach links zerstört die CDU und so weit rechts gehen wie es nötig wäre, um Wähler zurück zu gewinnen traut sie sich nicht, was ich durchaus verstehen kann.
zum Beitrag27.09.2026 , 11:34 Uhr
Analyse richtig, aber was ist das genaue Fazit? Ich denke die taz "muss" fast schon als linkes Medium augenscheinlich eine Annäherung der CDU an linke Parteien als Lösung suggerieren. Und so richtig wird das ja auch nicht im Kommentar gefordert, da glaube ich die Autorin tief in ihr sein weiß (und wie schon andere Kommentatoren hier erwähnt haben): der "Job" der CDU ist, konservativ zu sein. Die CDU MUSS die Stimmen von den AFD Wählern zurück bekommen. Jede Annäherung nach links und selbst wenn es die linke Mitte ist, wird die CDU weiter zerreißen. Berlin und generell die eher links orientieren Stadtstaaten sind NICHT das ganze Land!
Merz fällt eher gerade auf die Füße, dass eben genau das, was mit etwas Vertrauensvorschuss bei der letzten Bundestagswahl bei ihm bestellt wurde, nämlich ein konservativer Kurs, nicht geliefert wurde und im Gegenteil die Wählerschaft als Krankmacher und Co. bezeichnet wird.
Es ist NICHT, weil die CDU nicht auf die linke Mitte zugeht. Denn machen wir uns nichts vor: der größte Teil der Wählerschaft hat aktuell Lust auf eine eher konservative, starke Führung, die Ordnung und Struktur verspricht.
zum Beitrag27.09.2026 , 11:18 Uhr
Sie haben wunderbar die Problematik auf den Punkt gebracht. Die CDU ist nicht "gemacht" dafür weiter nach links zu gehen. Allerdings hat sie ihren konservativen Kompass viel zu lange liegen gelassen, dass andere, extremere Kräfte sich darauf stürzen konnten. Deren Forderungen kann die CDU aber nicht in vollem Umfang nachgeben, weil vieles davon nicht nur nicht konservativ, sondern rechts bis rechtsextrem ist. Die CDU kann quasi nur noch verlieren, außer es beginnt bald ein wahnsinniges Wirtschaftswachstum oder ähnliches, was Wohlstand für alle bringt und die Gemüter beruhigt. Was sehr unwahrscheinlich ist.
zum Beitrag22.09.2026 , 17:53 Uhr
Inwiefern ist es abwegig? Moralisch ist links mir lieber als rechts, in jedem Fall. Aber dass hier die emotionalen Knöpfe gedrückt wurden genauso wie bei den unzufrieden Menschen, die AFD wählen ist offensichtlich.
Und sorry: so einfach wird das alles nicht mit der Vergesellschaftung. Sobald das Projekt in Bewegung kommt, wird sicher das Verfassungsgericht angerufen werden, was dann erst mal Jahre dauern wird. Und "einfach mal mehr bauen" ist auch nicht, da Berlin pleite ist.
zum Beitrag22.09.2026 , 09:44 Uhr
Das ist wirklich Doppelmoral at its best.
Ich will auf gar keinen Fall eine AFD Regierung. Aber hier zu schreiben, dass die Linke als Wahlgewinnerin mit etwa 26 Prozent der Stimmen klar den Takt angeben soll und die anderen gefälligst zu gehorchen haben, während die AFD in SA fast 43 Prozent bekommen hat und da es eben nicht selbstverständlich ist, dass dieser eindeutige Wählerwillen umgesetzt werden soll... Das geht nicht. Da sträubt sich was in mir.
zum Beitrag22.09.2026 , 09:35 Uhr
Wie manche Mitforisten hier schon geschrieben haben: es ist der Mix aus Nähe zu echten, radikalen Antisemiten, aber auch die Sympathie der Clans. Mein Herz ist Realo-Links. Und der Realo in mir schüttelt nur den Kopf bei dieser Naivität, den Teile der Linken da an den Tag legen. Lieber redet man darüber, dass man Clans nicht mehr Clans nennen soll. Meine Güte! Da ist mehr als ein Geschmäckle dabei, ansonsten ist man auf dem linken Auge blind.
Abgesehen davon: Der Wandel hin zur Linken in Berlin hat dieselben Muster wie bei der AFD im Rest Deutschlands. Es ist hauptsächlich der Frust mit den Altparteien und Alif ist wie Siegmund in SA das strahlende Aushängeschild der Partei, was Menschen nun mal anspricht. Aber im Hintergrund läuft dann doch zu viel ab, was aufrechte Demokraten eigentlich nicht tolerieren sollten.
zum Beitrag09.09.2026 , 15:52 Uhr
Das ist doch wenn wir uns ehrlich machen das Problem aller anderen Probleme auch: dringende, grundsätzliche und moderne (das können wir Deutschen besonders schlecht) Reformen braucht das Bildungssystem genauso wie die Sozialversicherungssysteme, Infrastruktur und die ganzen anderen Dinge, die auf der Liste stehen und in tausenden (vielleicht mittlerweile Millionen?) Kommentaren immer erwähnt werden.
Ich glaub nicht mehr dran. Wir sind im Gesamten einfach zu behäbig und reformfaul. Wir können wohl nicht fassen, dass das Modell Deutschland, dass die letzten Jahrzehnte funktioniert und uns Wohlstand gebracht hat nicht mehr für diese moderne Zeit zu funktionieren scheint.
Wir sind zu verkrustet, zu kompliziert und gleichzeitig wollen wir die höchsten Standards erfüllen. Ich meine: ich finde Inklusion super, aber wenn wie jüngst in einer Doku gesehen in einer Schule ein Kind mit Autismus den Unterricht stört, weil nicht genug Geld da ist die 1zu1 Betreuung die gesamte Woche über zu finanzieren, gleichzeitig aber auch die Toiletten der Schule öfters mal nicht funktionieren, kann ich nur feststellen, dass es eine ziemliche Diskrepanz gibt zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
zum Beitrag07.09.2026 , 08:23 Uhr
Das ist ein Zeichen. Deutschland wird sich weiter verändern in den nächsten Jahren. Es wird ungemütlich werden.
Zu viel ist liegen gelassen worden und selbst wenn die aktuelle Bundesregierung nicht so desolat agieren würde, hätte sie fast nur verlieren können angesichts der massiven Herausforderungen unserer Zeit.
Klar, die Alternativen bieten einfache Antworten heißt es immer. Das ist aber egal. Mittlerweile ist der Vertrauensverlust in die etablierten Parteien zu groß. Ich vergleiche das immer mit einer Beziehung. Stellt euch vor ihr wurdet von Freunden (Altparteien) mehrfach enttäuscht und angelogen. Ihr wollt dann irgendwann nichts mehr von denen wissen. Und da kommt ein neuer daher (AfD), der deinen Frust und deine Wut teilt. Dann kommen deine alte Freunde und sagen, dass dein neuer Freund nicht gut ist. Automatisch -und das ist menschlich- denkt man "ausgerechnet IHR wollt mir sagen, mit wem ich befreundet sein darf?". Und je mehr Druck deine alten Freunde aufbauen, desto mehr treibt man sie in die Arme des neuen "Freundes".
Dieses Gefühl vieler Leute wird aber nicht verstanden. Lieber den Leuten erzählen, dass sie zu viel krank machen, nicht wahr Friedrich?
zum Beitrag11.08.2026 , 17:55 Uhr
Ich befürchte das eine begünstigt das andere.
Das offensichtliche Versagen der etablierten Parteien in Sachen Vermögensungleichheit sowie fehlende Investionen in Infrastruktur und der restliche "Kram" ist ja bekannt. Die dadurch entstandenen wirtschaftlichen Folgen werden seit einigen Jahren von der AFD als Transporter genutzt für die Ideologien.
Das bereits erwähnte tatsächliche Versagen der etablierten Parteien wird vermischt mit "Ausländer sind schuld", "Radwege in Peru" und "Grüne sind auch schuld, Atomkraft yay und Klimawandel gibt es nicht" bla bla.
Der wirtschaftliche Aspekt IST also bereits Teil der pöbelnden Ideologie geworden und ich sehe nur durch ein krasses Wirtschaftswunder da überhaupt eine Möglichkeit diese Leute wieder zurück zu holen.
zum Beitrag10.08.2026 , 16:41 Uhr
Schöne Idee welche an der Wirklichkeit zerschellt.
Die Autorin kämpft sichtlich mit sich, das Wunschdenken kollidiert immer wieder mit der Wirklichkeit. So wird weiterhin relativiert und ignoriert, dass in religiös geprägten arabischen Communities Queerfeindlichkeit einfach dazugehört, siehe den bereits in einem anderen Kommentar geposteten Schwulissimo Beitrag. Und selbst wenn es keine Feindseligkeit ist, ist es zumindest eine gewisse Form von Unverständnis dieser bunten und manchmal selbst für Queere wie mich überfordernden Community.
Es ist der Wunsch der Autorin, dass "einfach mal alle" sich gegen "die da oben" vereinen, denn - das scheint das Selbstverständnis einiger Linker zu sein - es müssen ja süß Prinzip alle unterdrückten Minderheiten zusammenhalten.
Schöner Gedanke. Naiv, aber ein schöner Gedanke.
zum Beitrag06.08.2026 , 10:57 Uhr
Ein Forist meinte, dass die Basis für das Problem das Bild der Politik der letzten Jahrzehnte darstellt (Lobbyarbeit, Cum-Ex und co.). Ja, ist es! Aber es ist eine toxische Kombination aus vielen Dingen.
Generell hat der öffentliche Sektor (in dem ich arbeite) einfach keinen Respekt vor Steuergeldern. Die Politik hat sich daran gewöhnt scheinbar ohne große Kontrollinstanzen das Geld herauszuwerfen, weil die Steuergelder sprudelten ja. Und das schlimme ist: wir wissen heute, dass das Geld nicht in Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung und co. geflossen ist.
Nächster Punkt: Man muss man rückblickend einfach eingestehen, dass die Migrationskrise ab 2015 nicht gut gemanagt wurde. Und das Gefühl was da Entstand war sehr gefährlich: "Ihr da oben" könnt schon die aktuellen Probleme nicht lösen, warum macht ihr uns neue? Dann kamen Ukraine und Corona on top. Bei Corona wurde den Leuten noch mal klarer wie "steinzeitlich" dieses Land agiert, weil Gesundheitsämter die Zahlen faxen müssen.
On top kommen nun die Folgen des verschlafenen demografischen Wandels. Klar haben die Menschen Frust und trauen den Etablierten nicht mehr. Und leider ist der größte Profiteur davon die AfD.
zum Beitrag31.07.2026 , 20:28 Uhr
Ich stimme Ihnen im Kern ja zu. Dieses WIR ist wichtig.
Ich glaube nur nicht mehr daran. Zumindest nicht in der nahen Zukunft. Zu viele Scherben sind zerschlagen. Nicht nur durch für die von mir im ersten Post genannten progressiven linken Strömungen (die Rechten sowieso), sondern auch und insbesondere durch die Politik, ohne darauf genauer einzugehen. Das Versagen der Politik ist ja reichlich bekannt.
Und wenn ich im Bezug auf das WIR zum Schluss noch mal auf die linken Strömungen einschlagen "darf". Nur zu häufig habe ich von linker Seite vernommen, dass man nicht an Deutschland im Sinne der Grenzen glaubt, dass man Deutschland sogar ablehnt, regelrecht scheiße findet. "Deutschland verrecke" heißt es da ja unter anderem. Ja, ein "gesundes" WIR bräuchten wir. Aber so?
zum Beitrag31.07.2026 , 17:58 Uhr
Das ist gerade der Kern meiner Aussage, den Sie wohl überlesen haben: dieses ominöse gesellschaftliche "wir" in Deutschland existiert nicht.
Auf den Spruch mit dem Loch gehe ich jetzt mal nicht ein.
zum Beitrag31.07.2026 , 10:01 Uhr
Verzeihen Sie mir lieber Autor, dass ich zynisch werde, aber ... Jetzt auf einmal?
Seit Jahren haben verschiedene laute links-progressive Bubbles es sich durch im Kern moralisch gute, aber in der Durchführung dilettantisch und im Ton von oben herab geführte Debatten mit einem Teil der Zivilgesellschaft versaut. Also mit den im Text genannten Leuten im Schützenverein, Feuerwehr, usw. . Diese Bubbles haben, vermutlich weil sie in der falschen Annahme waren sie würden die Mehrheit repräsentieren und damit den Diskurs bestimmen können, aktiv zur Entfremdung und Spaltung beigetragen. Spätestens beim Gendern wollte ich nur laut aufschreien. Ja, ich verstehe was man damit bezwecken wollte, aber es war im Kern eine blöde Idee. Immerhin hat die Linke durch Reichinnek und Dank Friedrich Merz mit seiner blöden Idee der Abstimmung mit der AFD die Kurve gekriegt und den Weg in die Realpolitik zurück gefunden.
Burgfrieden hat es jemand hier genannt. Das wird nicht passieren. Längst hat man die Leute entweder in die Arme der AFD gerieben oder diese sind verbittert ausgestiegen. So wie ich, der sich mal als "eher mittig links" bezeichnet hat. Lang ist es her... .
zum Beitrag28.07.2026 , 21:26 Uhr
Es ist nicht dasselbe und Sie wissen ganz genau, dass wenn man in der Vergangenheit von der Brandmauer und Rechten gesprochen hat immer nur die (reale) Gefahr durch die AFD gemeint hat. Jetzt den xten Kommentar zu lesen, der irgendwie versucht rückwirkend so tut als ob Islamismus immer mit gemeint war ist einfach nur heuchlerisch.
zum Beitrag28.07.2026 , 10:28 Uhr
Ich bin weder Optimist noch Pessimist. Ich bezeichne mich selbst als Realist. Daher stimme ich dem Titel zu: das war kein Versagen des Multikulturalismus. Meine "Analyse" ist aber eventuell noch härter: der Anschlag war ein natürlicher Nebeneffekt davon.
Was ich mit Nebeneffekt meine, als Beispiel: Eine Gesellschaft die immer weniger Kinder bekommen hat und nun Geflüchtete hauptsächlich in den Jobs arbeiten lassen möchte, für die sich viele Bio Deutsche zu schade sind, muss in Kauf nehmen, dass gleichzeitig einige durch das Raster fallen durch entweder psychische Folgen der Fluchterfahrung, kultureller Unterschiede, Religiosität, Sprachbarriere usw.. In harter Sprache ausgedrückt: wenn du selbst nicht deine Eltern pflegen willst und deine Kinder dir zu schade sind für Pakete ausliefern, wirst du mit den negativen Folgen des Multikulturalismus leben müssen. Und ja, ich weiß dass der Täter Deutscher war. Macht es keinen deut besser.
Damit bin ich weder bei linker (Multikulturalismus ist super!) und rechter (Multikulturalismus ist unser Untergang!) Rhetorik. Beides finde ich nämlich falsch und naiv. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
zum Beitrag31.12.2025 , 11:06 Uhr
Dass auch deutsche Männer Täter sind, widerlegt nicht, dass kulturelle Prägung ein Faktor ist. Das eine ist kein Gegenargument gegen das andere. Wer bei dieser Frage reflexhaft ablenkt, vermeidet Analyse – und nennt das dann Humanismus.
zum Beitrag31.12.2025 , 10:55 Uhr
Man kann und darf nicht ernsthaft behaupten, dass „Kultur“ Menschen zu Straftaten zwingt. Aber zu sagen, Kultur spiele generell keine Rolle, ist eine Überkorrektur. Normen zu Geschlechterrollen, Sexualität und sozialer Sanktionierung entstehen nicht im luftleeren Raum. Westliche Gesellschaften haben diese Normen über Jahrzehnte – 68er, Feminismus, Rechtsdurchsetzung – aktiv verändert. Andere Gesellschaften haben diese Entwicklung so nicht durchlaufen. Das anzusprechen ist keine Pauschalverurteilung, sondern eine notwendige Voraussetzung für Prävention und Integration. Wer kulturelle Unterschiede vollständig ausblendet, ersetzt Analyse durch Naivität.
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