Zehntausende ohne Strom und Wärme: Den Schaden haben die Linken
Anschläge wie die auf das Stromnetz in Berlin werden niemanden vom Klimaschutz überzeugen, im Gegenteil. Sie sind eine Steilvorlage für die Rechten.
W enn wirklich „Linksextremisten“ hinter dem Anschlag auf die Stromversorgung in Teilen Berlins stecken sollten, haben sie ihrem eigenen Anliegen geschadet. Solche Aktionen befeuern nur Ablehnung und Diskreditierung der Linken.
Wegen des Anschlags sind wahrscheinlich bis Donnerstag zehntausende Berliner mitten im Winter ohne Strom und Heizung. Man muss schon sehr verblendet sein, um anzunehmen, dass das den Klimaschutz voranbringt. Im Gegenteil: Solche Aktionen tragen dazu bei, dass zahlreiche Menschen sich durch den Kampf gegen die Erderwärmung bedroht fühlen. Viele werden eben nicht differenzieren zwischen friedlichen Aktivisten und zerstörungswütigen Heißspornen. Am Montag musste die Linkspartei schon Kritik zurückweisen, sie habe sich bisher kaum zu dem Anschlag geäußert.
Solche Aktionen sind auch eine Steilvorlage für Rechte, die Angst vor Linksextremismus schüren, um von der viel größeren Gefahr durch Rechtsextremismus abzulenken. Und: Selbst wer Gewalt gegen Sachen gutheißt, muss einräumen, dass Angriffe auf die Infrastruktur zu große Kollateralschäden haben. Dem Bekennerschreiben zufolge wollte die „Vulkangruppe“ nur ein Gaskraftwerk, nicht private Haushalte vom Netz nehmen. Es kam bekanntlich ganz anders.
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Und es waren nicht nur Wohlhabende betroffen. Arme mussten in Turnhallen schlafen, die Reichen könnten sich sogar eine Suite im Hotel Adlon leisten. Ökonomisch Benachteiligte leiden unter dem S-Bahn-Ausfall infolge des Blackouts, Wohlhabende können weiter mit ihren großen Autos fahren.
Auch frühere Anschläge hatten viele getroffen, die Linksextremisten wohl als „Unschuldige“ sehen würden: Der Brand von Hochspannungsleitungen in der Nähe des Tesla-Werks in Brandenburg im März 2024 ließ ebenso in tausenden Privathaushalten den Strom ausfallen. Unter dem Angriff auf eine Kabelleitung am Berliner S-Bahnhof Ostkreuz im Mai 2011 litten unzählige Menschen ohne Auto.
All das ist derart offensichtlich, dass sich die Frage stellt: Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?
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