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Reaktionen auf US-Angriff in VenezuelaEuropas Offenbarungseid

Pascal Beucker

Kommentar von

Pascal Beucker

Wie Merz und die EU auf Trumps Staatsterrorismus reagieren, ist erbärmlich. Ein völkerrechtswidriger Überfall ist ein völkerrechtswidriger Überfall.

Drei Staatsterroristen auf einem Bild: in der Mitte US-Kleptokrat Donald Trump, links Marco Rubio, rechts Pete Hagseth Foto: REUTERS/Jonathan Ernst/File Photo

D as Völkerrecht gilt nur dann, wenn es die Falschen brechen. Das ist die bittere Botschaft der Erklärungen von Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Keir Starmer, Ursula von der Leyen, Kaja Kallas und anderer führender Po­li­ti­ke­r:in­nen in Deutschland und Europa auf den Überfall Venezuelas durch die USA. Die Reaktionen auf Trumps Staatsterrorismus sind ein Offenbarungseid. Und sie diskreditieren überdies fatalerweise die Unterstützung der Ukraine.

Deutschland und die EU demonstrieren ein instrumentelles Verhältnis zum Völkerrecht: Andere Länder zu überfallen, ist halt schon okay, wenn wir mit dem imperialistischen Aggressor verbündet sind und die Regierung des überfallenen Landes doof finden. Deswegen ist Trump gut und Putin böse, der bekanntlich am 24. Februar 2022 das Gleiche mit Wolodymyr Selenskyj anstellen wollte, wie es jetzt Trump mit Nicolás Maduro angestellt hat, aber sich dabei nicht ganz so geschickt angestellt hat.

Alles andere als „komplex“

Nicht minder erbärmlich ist es, wenn Bundeskanzler Merz schwadroniert, die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei „komplex“. Nein, das ist sie nicht. Die UN-Charta ist da völlig eindeutig. Ein völkerrechtswidriger Überfall bleibt ein völkerrechtswidriger Überfall. Wer die Renaissance der militärischen Hinterhofpolitik der USA in Südamerika einfach klaglos akzeptiert, der verliert die Legitimation, die aggressive Hinterhofpolitik Russlands gegenüber den anderen aus der Sowjetunion entstandenen Staaten zu kritisieren. Mit seinen Doppelstandards erscheint Merz als die eine Seite jener Medaille, deren andere Sahra Wagenknecht und Tino Chrupalla zieren.

In seiner Pressekonferenz am Samstag hat Trump angekündigt, einen solchen Überfall überall auf der Welt wiederholen zu können – und dazu auch bereit zu sein. Wer sich den Auftritt von Trumps Stellvertreter James David „JD“ Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einem Jahr in Erinnerung ruft, kann das auch als Warnung für die noch nicht rechtsautoritär regierten Staaten in Europa verstehen.

Der Oberbefehlshaber der Nato ist übrigens ein US-General, der allein auf die Befehle Trumps hört. Dass über den Einsatz der in der Bundesrepublik stationierten Atombomben ebenfalls ausschließlich der autokratische Kleptokrat in Mar-a-Lago entscheiden kann, ist ebenso wenig beruhigend. Und dann sollen in diesem Jahr auch noch US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationiert werden.

Wenn Merz in seiner Silvesterrede von der „Erneuerung der Fundamente unserer Freiheit, unserer Sicherheit und unseres Wohlstandes für die nächsten Jahre und vielleicht Jahrzehnte“ fabuliert, sollte er sich dem widersetzen – anstatt weiter den Lakaien eines kriegerischen Despoten zu spielen. Deutschland und die EU müssen sich aus der Umklammerung der USA lösen.

Wie auch Macron oder Starmer hat Merz dieses Format leider nicht. Um das liberaldemokratische europäische Freiheitsversprechen ist es nicht gut bestellt.

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Pascal Beucker
Inlandsredakteur
Jahrgang 1966. Arbeitet seit 2014 als Redakteur im Inlandsressort und gehört dem Parlamentsbüro der taz an. Zuvor fünfzehn Jahre taz-Korrespondent in Nordrhein-Westfalen. Seit 2018 im Vorstand der taz-Genossenschaft. Sein neues Buch "Pazifismus - ein Irrweg?" ist Mitte vergangenen Jahres im Kohlhammer Verlag erschienen.
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161 Kommentare

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  • Das Ganze ist keine 48 Stunden her und die Interimspräsidentin ist von „Maduro bleibt Präsident und muss freigelassen werden“ angelangt hei: bei „Wir bieten den USA Verhandlungen über eine Zusammenarbeit an“. Das sieht mir doch sehr danach aus, dass Maduros eigene Leute eine Palastrevolution angezettelt und ihn geliefert haben. Das erklärt auch besser als die angebliche Genialität des US-Militärs, warum alles so glatt gelaufen ist.



    Das Völkerrecht scheint mir nicht die passende Kategorie zu sein, um das zu be- oder verurteilen.

  • Meine Reaktion (und nicht das erste Mal), krass… krass was passiert und was die Tür aufmacht zu dem was möglich ist/wird. Kolumbien, Kuba werden angezählt, bedroht. Wahnsinn. Wahnsinn = Trump +.



    Grönland, Nato…. Echt, mir ist es zuviel. Wenn ich dann noch nur kurz auf Merz sehe und mir ganz andere Politiker:innen wünsche…. Auf jeden Fall ist es Realität und die Weltlage wird deutlich instabilisiert. Und es gibt viel zuwenig guten Zusammenschluss. Zusammenschluss der "Guten". Und vielleicht haben die recht, die sagen dass es erstmal richtig krass abgehen muss, ehe sich gute Kräfte zeigen und wirken. Es macht mir Angst.

  • Methode Schulhof:



    Schleimer um sich versammeln und die Schwachen verkloppen.

  • Ich verstehe zwar, dass man sich diese Gelegenheit, sich über Deutschland zu empören, nicht entgehen lassen möchte. Aber ich frage mich schon, wie eine taz-konforme Reaktion konkret ausgesehen hätte, und was die Konsequenzen wären. Realistisch gesehen sitzt Trump an den längeren Hebeln. Daher kann ich ebenso nachvollziehen, dass man den Ball außenpolitisch lieber flach hält. In einer offenen (politischen) Konfrontation mit den USA gibt es insbesondere unter Trump wenig zu gewinnen und viel zu verlieren.

    So traurig es ist, Moral in der Außenpolitik muss man nicht nur wollen, sondern sich auch leisten können. Und Letzteres können wir gerade nicht.

  • Danke für die klare Beschreibung bzw. Bewertung der Situation.

    Mir fehlt momentan die Fantasie, welche realistischen Schlüsse wir daraus ziehen könnten.

  • Da können die Antiimps ja happy sein, dass sie wieder was haben, wogegen sie marschieren können: Solidarität mit Maduro! ROFL. Gegen dessen Freund Putin hat man ja den imperialistischen Allerwertesten nicht hoch bekommen.

  • Was sie vergessen: 25% beträgt der Anteil großer US Investoren an den DAX 40 Unternehmen . 16+% der Direktinvestitionen in die deutsche Wirtschaft kommen aus den USA. Jeder kennt die starke Abhängigkeit der deutsche Aktienindizes von der inneramerikanisch geprägten Gemütslage der US-Märkte.



    BlackRock, Vanguard, State Street u.a. , Großinvestoren die deutsche Unternehmen, können da leicht zum langen Arm Trump'scher MAGA-Politik werden .

  • Warum wohl legen sich die europäischen Regierungschefs nicht mit den Amerikanern an? Weil es keine gute Idee ist, an dem Ast zu sägen auf dem man sitzt. Das ist nicht erbärmlich, sondern pragmatisch. Davon abgesehen, finde ich den Vergleich mit der Ukraine problematisch. Die Amerikaner haben es nicht auf Zivilisten abgesehen, sie bombardieren auch keine Krankenhäuser. Und auch wenn der Zweck nicht die Mittel heiligt: In Venezuela hat es nicht den Falschen getroffen. Die Opfer von Maduro werden sagen, dass ihnen das Völkerrecht nicht geholfen hat, Trump aber schon.

    • @Jochen Laun:

      Der Kommentar verkennt mehrere Punkte. Erstens ist „Pragmatismus“ kein Freibrief für Rechtsbruch: Wenn europäische Regierungen aus Abhängigkeit völkerrechtswidriges Handeln tolerieren, untergraben sie genau die Ordnung, von der sie selbst profitieren. Zweitens ist der Ukraine-Vergleich nicht deshalb problematisch, weil die USA „keine Krankenhäuser bombardieren“, sondern weil auch wirtschaftlicher und politischer Zwang zivile Bevölkerung trifft – Sanktionen und Interventionen haben in Venezuela nachweislich massive soziale Schäden verursacht. Drittens ist das Argument „es hat nicht den Falschen getroffen“ gefährlich: Wer bestimmt das, und mit welchem Recht? Völkerrecht existiert gerade, um Machtpolitik und Selbstjustiz zu begrenzen. Dass Maduro Verbrechen begeht, legitimiert keine Intervention nach Gutdünken. Opfern hilft kein Starkes-Mann-Narrativ, sondern verlässlicher Schutz durch Recht, Diplomatie und internationale Verfahren.

  • Der Jurist Merz hielt es durchs Elternhaus vielleicht nicht nötig, Recht tiefer zu lernen, und zog auch Reden und Blackrocken dem Verantwortungübernehmen und Einarbeiten vor.



    Gerade keine gute Konstellation, wo Europa nun mal zuerst auf Deutschland schauen würde. Schade, dass Christian Lindner die Koalition davor erst sabotierte, dann platzen ließ. Scholz kann zwar nicht so Reden schwingen, aber jetzt wäre er mir lieber als der Fahrschüler.

  • Leute,



    Da geht's ums Öl. Das wird garantiert verbrannt unter CO2-Freisetzung.



    Wir deindustrialisieren hier gerade, um unsere CO2-Bilanz aufzuhübschen und kaufen Industriegüter, die irgendwie hergestellt wurden, jedenfalls, so lange wie wir sie uns noch leisten können.



    Ob wir jetzt noch wegen Maduro dicke Backen machen oder nicht, hat doch keinerlei Effekt.

  • Eine starke Meinung ist schon gut.



    Sie sich auch leisten zu können ist noch besser.



    Was hat Europa denn Trump entgegenzusetzen?



    Daran bemisst sich der Handlungsspielraum. An nichts sonst. Ist eilig und nennt sich Realpolitik.



    Wir wäre es wohler, wenn ein Kerneuropa auch Nuklearwaffen hätte und wir weder von der Orange im Weissen Haus noch von Putin oder dem delirierenden Dima Medwedjew erpressbar wären.

  • Naja. Maduro hat das reichste Land Südamerikas mit dem Sozialismus in den Ruin getrieben. Ein Drittel der Bevölkerung ist geflohen. Trotzdem ist ihm eine Wiederwahl nach demokratischen Maßstäben nicht gelungen, weswegen seine Regierung weltweit nicht anerkannt wurde, auch von D und Europa nicht. Der Haftbefehl als Narco-Terrorist stammt aus 2020 und nicht von Trump, sondern vom obersten Gerichtshof (und wurde auch unter Biden nicht bezweifelt). Ob seine Festnahme wirklich gegen das Völkerrecht verstößt darf tatsächlich bezweifelt werden (und wenn, dann gilt es wohl, dieses Völkerrecht einer Prüfung zu unterziehen). Fakt ist: Jammern tun nur die anderen Diktaturen dieser Welt. Sollte jedem zu denken geben, der diese Einstellung teilt.

    • @Samvim:

      In dem "reichsten Land Südamerikas" waren vor Chavez vor allem ein Dutzend Familien reich (woher glauben Sie kam die Unterstützung für seine "bolivarische Revolution"?) und zu der gegenwärtigen Misere haben amerikanische Sanktionen nicht wenig beigetragen. Aber davon abgesehen: es gibt schlichtweg keine Rechtfertigung dafür, in ein anderes Land einzufallen, etliche Menschen zu ermorden und den amtierenden Präsidenten zu entführen - und falls Sie glauben, es wäre erstrebenswert, das Völkerrecht durch Selbstermächtigung (die im Falle Trumps nicht einmal mehr moralisch verpackt ist) zu ersetzen: bedenken Sie, dass das andere auch so argumentieren könnten...

  • Auch eine Form von Staatsraison

  • Nachdem Merz sich freundschaftlich mit dem Massenmörder und Kriegsverbrecher Netanjahu getroffen hat, war hier auch nicht mehr zu erwarten. Das Völkerrecht ist im egal. Außer, es ist gerade nützlich.

  • Naja!



    Kommandoaktion mit Entführung eines Diktators = Flächenkrieg plus Bombardierung der Zivilbevölkerung eines angeblichen Nazistaates.



    Würde mir eine Differenzierung wünschen. Dass das illegal war, da brauchen wir nicht diskutieren, aber über diesen Vergleich schon!

    • @Tom Farmer:

      Man geht übrigens mitllerweile von über 80 Toten bei der Aktion aus aber es traf ja die Richtigen von daher halb so wild oder?

    • @Tom Farmer:

      👍

    • @Tom Farmer:

      Putin hat seine "Spezialoperation" scheinbar auch erst als größere Polizeiaktion geplant. Das daraus ein großer Krieg wurde, war nicht sein unbedingt sein Plan.



      Fakt ist, dass solche Dinge komplett gegen Völkerrecht verstoßen und der Ruf nach "Differenzierung" hat schnell den Anstrich der Verharmlosung.

  • Was soll ollle Merz schon machen?



    Politik kann er nicht wirklich. Das hat ihm schon Angela Merkel bewiesen.



    Seinem Naturell entspräche ohnehin eher, jedem anderen außer einem US-Präsidenten mit markigen Worten das Völkerrecht zu vorzudozieren.



    Und schlussendlich fährt jedes Staatsoberhaupt eh am besten, wenn es den orangenen, sexistischen Narzissten mit sehr starken autoritären Zügen im Weißen über den grünen Klee als hochintelligenten, liebreizenden Friedensbringer lobt.



    Tolle Freunde haben wir.



    In diesem Chaos funktioniert ja nicht einmal mehr die Lebenslüge: Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

  • Ich geh' demnächst Lebensmittel von konservativen Transatlantikern klauen und verteile sie unter den Armen.



    Bin gespannt, wie komplex die das finden.

  • Ein Verstoß gegen die völkerrechtlichen Normen stellt das Vorgehen auf jeden Fall dar.

    Die Rechtswidrigkeit ist aber lediglich aus kontinentaleuropäischer Sicht und unter Berücksichtigung des Rechtssystems des Civil Law gegeben.

    Das angelsächsische Rechtssystem stellt jedoch das nationale Statute Law im Konfliktfall grundsätzlich über das Völkerrecht. Das dualistische Rechtssystem der USA behandelt das Völkerrecht als Teil des Common Law und erkennt nur das an was ausdrücklich oder stillschweigend in die amerikanischen Rechtsüberzeugungen integrierbar ist. Im Idealfall werden die Gesetze zwar in der Praxis völkerrechtskonform ausgelegt, zwingend ist dieses jedoch nicht.

    Das jetzige Vorgehen Trumps stellt insofern auch nur eine Blaupause der Intervention in Panama 1989 dar. Auch gegen den Diktator Antonio Noriega lag damals ein US Haftbefehl vor. Das US Strafrecht rechtfertigt einen derartigen Zugriff auch abseits des US Territoriums.

    Aus US Sicht ist das rechtlich kaum zu beanstanden und die Regeln des angelsächsischen Rechtssystems haben nunmal auch im modernen Völkerrecht Bestand.

    Politisch kann man durchaus beanstanden, das dieses nicht der feinen englischen Art entspricht

    • @Sam Spade:

      "Das US Strafrecht rechtfertigt einen derartigen Zugriff auch abseits des US Territoriums"



      Freilich ist genau das ist hier fraglich, weil der Vollstreckung des Strafbefehls durch das Miltär/per Militärintervention erfolgte.



      Nicht ohne Grund versucht die US-Administration die Festsetzung Maduros, als eine Art legitimen polizeilichen Zugriff darzustellen.



      So einfach ist die Angelegenheit also nicht.

  • Wo es keine Instanz gibt, die das Recht durchsetzen kann und will, beschränkt es sich auf schöne Worte. Das ist nichts Neues und alles andere bloße Augenwischerei für das naive Publikum.

  • "Ein völkerrechtswidriger Überfall ist ein völkerrechtswidriger Überfall."

    Gibt es völkerrechtskonforme Überfälle?

  • Alles was Europa, und auch Deutschland, in Bezug auf Trump bisher an Haltung gezeigt haben ist erbärmlich. Gotts erbärmlich. So werden die Nationalstaaten von Europa früher oder später dem russischen Machtanspruch anheim fallen. Ich bin alt, was geht's mich an. Die im Osten haben einen Vorteil. Viele können russisch. Das sollten die im Westen nun allmählich auch lernen.

    • @shitstormcowboy:

      "Alles was Europa ... in Bezug auf Trump bisher an Haltung gezeigt haben ist erbärmlich. (...) So werden die Nationalstaaten von Europa früher oder später dem russischen Machtanspruch anheim fallen."



      Äh, den Zusammenhang versteh ich jetzt nicht...

    • @shitstormcowboy:

      Sehr treffend. Und dazu kommt: "die im Osten" werden sich dagegen wehren. Bei uns finden nicht wenige schon diesen Gedanken "bellizistisch".

  • Sehr guter Kommentar zur Unglaubwürdigkeit der EU zum Völkerrecht. Eine starke antiimpetialistische Solibewegung auf den Strassen ist dringend von Nöten.

    • @Rinaldo:

      "Eine starke antiimpetialistische Solibewegung auf den Strassen ist dringend von Nöten."



      Da wird sich Trump bestimmt mächtig beeindruckt von zeigen.

    • @Rinaldo:

      Und bringt genau was?

  • Sehr richtig. Und dass sich solch elendige Speichelleckerei und Arschkriecherei nicht auszahlt, können sich europäische Regierungschefs am Beispiel von Frau Machado anschauen, die ihren Friedensnobelpreis Trump gewidmet hat. Und nun ...

  • na Ja, 2011 hat der Friedensnobelpreisträger Obama in Syrien nicht eingegriffen um die mutigen Menschen des arabischen Frühlings zu schützen. Barack Obama hat davor zurückgeschrecktweil die öffentliche Meinung gegen ihn gewesen wäre. Heute -nach tausenden von Opfern in Aleppo (russische Bomben) und in den Verliessen von Baschar-al-Assad wünschen sich viele, Obama hätte gehandelt. Ein Gedanke um Schwarz-Weiß Meinungen zu überdenken.

    • @Newjoerg:

      Naja, der Vergleich hinkt dann doch etwas. So sehr ich das Regime Maduro verabscheue, ist die Situation in Venezuela doch meilenwert entfernt von diesem massenhaften Abschlachten durch IS, Assad und Russland in Syrien.

    • @Newjoerg:

      Völkerrecht ist keine s/w Meinung. Und niemand kann sagen, ob die Leichenberge in Syrien nicht noch größer geworden wären, wenn Obama dort auch noch massiv Menschen getötet hätte.

  • Damit die EU auf der Weltbühne ausreichend Gewicht hat, um den USA und China die Stirn bieten zu können, bräuchte die EU eine gemeinsame schlagkräftige Armee (die nicht nur verteidigen kann) inklusive strategischer Atomwaffen und eine einheitliche Außenpolitik. Solange das nicht vorhanden ist, dürfen sich die europäischen Kleinmächte aussuchen, wessen Untertan sie sein wollen. Unterm Strich müssen wir uns entscheiden: wollen wir "aufmucken" können, dann müssen wir massiv aufrüsten. Ansonsten bleiben wir Anhängsel. Solange wir keine eigenständige Außenpolitik machen können, sind die USA ein deutlich angenehmerer Hegemon als China.

    • @Luftfahrer:

      "Solange wir keine eigenständige Außenpolitik machen können, sind die USA ein deutlich angenehmerer Hegemon als China."



      Grundsätzlich richtig, ich setze allerdings hinzu: noch.

    • @Luftfahrer:

      "Solange wir keine eigenständige Außenpolitik machen können, sind die USA ein deutlich angenehmerer Hegemon als China."

      Mal sehen, was die Zukunft noch so bringt...

  • Ist vielleicht ein informeller Deal zwischen den USA und Russland; hat jeder seinen Hinterhof.

    Wie es militärisch in der Ukraine weitergeht, das scheint erwartbar. Zu Venezuela wird man es sehen, hat Trump im Rahmen von MAGA doch eigentlich zugesagt, die weltweiten militärischen Aktivitäten zu reduzieren.

  • Trump ist nicht grundlos (z.B. auf Demonstrationen) als *Riesenbaby* dargestellt worden. Denn in der Tat, dieser Mann befindet sich moralisch gesehen auf der Stufe eines Kleinkindes: so "testet" er permanent Grenzen..und wenn klare Reaktionen ausbleiben geht er immer weiter.



    Der EU (ausgezeichnet mit dem Friedensnobelpreis) kommt daher ganz klar die Rolle der (erwachsenen) *moralischen Instanz* zu, die konsequent an die *Einhaltung Internationalen Rechts* erinnert..ohne wenn und aber.



    Daß es mit Maduro sicher den "richtigen" trifft, darf nicht davon ablenken, daß hier, ohne glasklare Abgrenzung ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen würde. Diese Vorgänge dürfen auf keinen Fall vermischt werden.



    Denn es geht um nicht weniger als die *Regelbasierte Internationale Ordnung*, und mithin DEM entscheidenden Grundpfeiler, der den Frieden sichert und das *Recht des Stärkeren* als das brandmarkt was es ist, nämlich der Rohstoff aus dem (immer größere) Konflikte erwachsen.

    ..gerade in diesen Zeiten braucht es (richtig verstandene.!) Moral, mehr Mut und Unterscheidungsvermögen vor allem aber: mehr Rückgrat..

  • Ohne das Risiko einer tatsächlichen Umsetzung ist es leicht die inhaltlich richtige Durchsetzung des Völkerrechts zu fordern. Wären wir tatsächlich bereit mit den Konsequenzen zu leben? Oder halten wir es lieber weiterhin frei nach Brecht "... erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral..."



    Europa hat es sich in den letzten Jahrzehnten bequem gemacht im Fahrwasser des globalen Hegemons, solange dieser nicht all zu offensichtlich, oder gegen die europäischen Interessen gerichtet, gegen das Völkerrecht und / oder gegen das proklamierte Wertesystem der liberalen Demokratien verstoßen hat. Machen wir uns doch nichts vor, eine tatsächlich werteorientierte europäische Politik hat es nie gegeben. Der Kit der aktuellen "Europäischen Einigkeit" im Ukrainekonflikt ist doch nur der kollektive Angst vor einer möglichen persönlichen Betroffenheit durch mögliche Folgeschritte Putins geschuldet. Schon bei einer angemessenen Reaktion auf die Konflikte im Nahen Osten ist von "Europäischer Einigkeit" und "völkerrechstbasiertem Handeln" nichts mehr zu spüren. Egozentrik regiert die Welt!

    • @eine Stimme:

      Der Hegemon will aber auch sicher nicht auf seine europaeischen Stuetzpunkte und Vasallen verzichten. Eine gesamt europaeische Armee waeren fuer den Hegemon auch nicht akzeptapel. Die These vom “bequem-machen” ist ein sales pitch aber keine seriöse Analyse.

  • Venezuela ist ein Testballon wie die Krim vor gut 10 Jahren. Wenn das Vorgehen Trumps hingenommen wird ist Grönland als nächstes dran. Er hat es ja schon seit längerem angekündigt.

    • @Josef 123:

      Was schlagen Sie vor?



      Soll Frankreich in europäischer Solidarität mit Dänemark dort Truppen und Waffen stationieren?



      Die Bundeswehr Inuit im Partisanenkrieg ausbilden?



      Ja, es ist Staatsterrorismus und eine Riesensauerei.



      Aber unser Handlungsspielraum ist begrenzt, um es mal vorsichtig auszudrücken.



      Eine europäische Armee, idealerweise mit eigenen strategischen Nuklearwaffen, war ja lange nicht durchsetzbar.

  • Das internationale Recht ist mehr oder weniger vorbei. Ab jetzt geht es nur noch um Macht und Stärke. Dänemark ist klein, dann wollen die USA Grönland haben. Wenn Maduro eine Politik gegen die USA macht, bzw. sein Land mit einer eigenen Agenda regiert, dann wird er überfallen und entführt. Diese neue Welt ist wirklich gefährlich, weil alte Regeln nicht mehr gelten und die neuen Regeln auf Gewalt und Krieg basieren. Merz passt sich erstmal ein und er sorgt dafür, dass die Welt damit unsicherer wird, weil das internationale Recht auch durch Deutschland geschwächt wird.

  • Sehr geehrter Herr Beuckert,



    mit Völkerrechtswidrig haben sie ohne Zweifel recht. Aber "erbärmlich" ?! Entscheiden ist so viel schwieriger als Kommentieren. Ach ja: "Deutschland und die EU müssen sich aus der Umklammerung der USA lösen", okay, nennen Sie bitte einmal mindestens ein, zwei konkrete und realistische Maßnahmen wie das, sagen wir mittelfristig innerhalb von 3 bis 5 Jahren, gehen soll. Oder fällt ihnen dazu vielleicht dann auch erbärmlich wenig ein?

    • @Swen:

      Zum Beispiel keine F35 kaufen. Europäische Flugzeuge kaufen und verbessern. Wenn die EU-Länder sich nicht länger zum Kauf der von den USA kontrollierten F35 zwingen lassen, dann hat das weltweite Folgen.

  • Nicht nur die Reaktion von Merz ist erbärmlich. Auch die Reaktionen der überwiegenden bürgerlichen Presse sind es.

    • @K.M.:

      Und eine Empörung der bürgerlichen bringt jetzt genau was?

  • Ein Wort aus Merz Stellungnahme ist nicht ganz falsch: komplex.



    Es ist unstrittig, dass trump ohne Zustimmung des Senats eine juristisch nicht belegte "Verhaftung" eines Präsidenten durchführte und nebenbei, ohne Kriegserklärung, ein souveränes Land angegriffen hat.



    Klar ist aber auch, dass Maduro die letzte Wahl verloren hat und seitdem ohne Legitimation regiert.



    Dass es der Bevölkerung schlecht geht, obwohl das Land reich an Bodenschätzen ist, ist ein weiteres Dilemma.



    Das Dilemma der NATO Partner besteht darin, dass trump bisher nur durch Kniefälle dazu bewegt wurde, uns wirtschaftlich nicht noch mehr zu schaden.



    Speichelleckerei empfinde ich schon als widerlich.



    Allerdings: was genau machen wir, wenn trump als nächstes Grönland besetzt? Dem einen NATO Partner beistehen um den anderen NATO Partner zu bekämpfen?



    Was unerwähnt blieb: Selensky hat trumps Vorgehen begrüßt.



    Nachvollziehbar, dass er sich ähnliches für Putin wünschen würde.



    Angesichts der Tatsache, dass der Ukraine gerade vorgeworfen wurde, Putins Residenz angegriffen zu haben, wäre verbale Zurückhaltung wohl geschickter gewesen, wenn man dies dementierten möchte.



    Es ist... kompliziert...

    • @Philippo1000:

      "Es ist unstrittig, dass trump ohne Zustimmung des Senats eine juristisch nicht belegte "Verhaftung" eines Präsidenten durchführte und nebenbei, ohne Kriegserklärung, ein souveränes Land angegriffen hat."

      Und genau deshalb ist die Situation absolut nicht komplex.

  • "Deswegen ist Trump gut und Putin böse, der bekanntlich am 24. Februar 2022 das Gleiche mit Wolodymyr Selenskyj anstellen wollte, ..."



    Was für eine bizarre Gleichsetzung! Selenskyi ist ein demokratisch gewählter Präsident, hatte die Stichwahl klar gewonnen, seine Partei verfügte über die absolute Mehrheit. Hingegen war Maduro abgewählt u. hielt sich nur mit Wahlfälschung im Amt. Putin ging es auch nicht darum, Selenskyi vor eine Gericht stellen zu lassen (weshalb auch?), sondern er wollte ihn schlicht liquidieren lassen u. er will - bis heute - die Ukraine erobern. Und wenn man schon das "liberaldemokratische europäische Freiheitsversprechen" erwähnt, wäre ja durchaus ein kleiner Hinweis auf die Millionen Venezolaner angebracht, die der Diktatur u. der wirtschaftlichen Misere ihres Heimatlandes entflohen und für die die Verletzung des Völkerrechts (wie auch für die Millionen Maduro-Gegener im Land) offensichtlich das kleinere Problem ist. Aber dies ist eben auch eine spezifische Doppelmoral: Massivste Menschenrechtsverletzungen in (insbes. "linken") Diktaturen nimmt man achselzuckend zur Kenntnis, um sich bei Völkerrechtsverletzungen (seitens der USA) um so mehr in Rage zu reden.

    • @Schalamow:

      "...um sich bei Völkerrechtsverletzungen (seitens der USA) um so mehr in Rage zu reden."



      Der Grund dafür liegt wohl auf der Hand. Im Gegensatz zu den erwähnten Diktaturen sind die USA kein Schurkenstaat. Um so schlimmer, wenn sie sich dennoch so verhalten.



      Bei einem Freund regt man sich über asoziales Verhalten eben mehr auf als bei jemandem, bei dem man mit nichts anderem rechnet.



      Wenn Sie daraus ableiten, dass das Verhalten von Dikaturen egal ist, liegen Sie falsch.

    • @Schalamow:

      Die wirtschaftliche Misere kann ja schwerlich der Maduro-Regierung angelastet werden, da von den USA durch gnadenlose Wirtschaftssanktionen herbeigeführt wurde.

    • @Schalamow:

      Lesen Sie doch bitte mal diesen: taz.de/US-Angriff-...enezuela/!6142689/



      Artikel. Dort wird gut erklärt, warum es für die rechtliche Bewertung von solchen Kidnappingaktionen völlig unerheblich ist, wie jemand Präsident wurde.

  • Mal ehrlich: was sollen Deutschland und die EU denn tun, als die US-amerikanische Rückkehr zur Monroe-Doktrin zu schlucken (gerade Frankreich mit seinen geopolitischen Interessen in Westafrika sollte hierzu besser schweigen)?



    Solange Europa in die transatlantischen Verflechtungen der NATO eingebunden ist, in der die USA nun mal die herausragende Rolle spielen und weiter spielen werden, können wir nur die Fäuste in den Hosentaschen ballen.



    Ob man sich wie Merz gegenüber Trump offensichtlich in bedingungsloser Arschkriecherei übt, wie Starmer erst mal die Sachlage bezüglich der Vorgänge in Venezuela klären will oder wie Macron außenpolitisch sowieso nur die Backen aufbläst, läuft dabei aufs Gleiche hinaus.

  • Die Spezialoperationen gehen weiter, die USA üben in Venezuela schon mal für Grönland, Kanada wird noch länger selbständig sein, dann sind die Truth Social-Verweigerer in der EU dran. Hoffentlich benimmt sich Putin daneben, dann vielleicht.......

  • Kann gar nicht sein, wir sind doch 'Die Guten'.

  • Es ist erschütternd, das gerade Deutschland, das zwei Weltkriege zu verantworten hat, sich aus seiner historischen Verantwortung für die Einhaltung des Völkerrechts und dem angeblichen ewigen Versprechen des "Nie wieder" zurückgezogen hat.



    Und dies gilt leider nicht nur für den Bundeskanzler und seine moralisch wenig integere Partei.

    Es ist trotzdem wichtig, das solche Artikel die Menschen im Lande stärken, die das geltenden Völkerrecht respektieren und erhalten wollen.



    Die wissen, das NUR dieses Recht uns vor Krieg und Zerstörung schützt.



    Und vielleicht vor dem letzten großen Krieg.

    Die Pazifisten in Deutschland haben bereits den Kampf gegen die Bellizisten verloren und befinden sich, wie immer schon in Krisenzeiten, in der Minderheit.

    Wir sollten trotzdem um jeden Zentimeter liberalen Humanismus' kämpfen, der uns gerade genommen werden soll.

    • @hsqmyp:

      "Die Pazifisten in Deutschland haben bereits den Kampf gegen die Bellizisten verloren und befinden sich, wie immer schon in Krisenzeiten, in der Minderheit."



      Die sogenannten Pazifisten haben mit der Verunglimpfung aller die nicht ihrer Meinung sind als Bellizisten selber dafür gesorgt, dass sie eine Minderheit sind. Und völlig zu Recht.

  • Für Alle, die versuchen, etwas Gutes in Trumps Gangsteraktion zu dichten, sein noch mal auf einen wichtigen Absatz von Herrn Beucker verwiesen:

    "In seiner Pressekonferenz am Samstag hat Trump angekündigt, einen solchen Überfall überall auf der Welt wiederholen zu können – und dazu auch bereit zu sein. Wer sich den Auftritt von Trumps Stellvertreter James David „JD“ Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einem Jahr in Erinnerung ruft, kann das auch als Warnung für die noch nicht rechtsautoritär regierten Staaten in Europa verstehen."

    Er hat verstanden, worin die größte Gefahr besteht. Die Aktion kann also nur gutheißen, wer sich eine AfD Regierung wünscht.

  • "Nicht minder erbärmlich ist es, wenn Bundeskanzler Merz schwadroniert, die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei „komplex“..."



    Unterkomplex f. einen Juristen u. Staatenlenker einer Bundesrepublik m. dieser Geschichte v. Teilung und Wiedervereinigung.



    Er ist Kanzler aller Deutschen, auch derjenigen, die ihr nicht gewählt haben.



    Zumindest leistet Merz der Skepsis Vorschub, die auch spätestens seit 2011/14 wissenschaftliche Analyse zum Ziel haben



    Damals:



    "Indessen stellt sich auch hier bei den genutzten Items die Frage, ob sie wirklich trennscharf “Amerikafeindschaft” und “Amerikakritik” unterscheiden können. Angesichts der inhaltlichen Schnittmengen einschlägiger Diskurse ist dies aber in der Tat nicht einfach möglich.



    Interessant wäre es noch gewesen, die Besonderheiten des “Antiamerikanismus” sowohl von “links” wie von “rechts” in der vergleichenden Betrachtung ihrer Anteile zu untersuchen. Keine ausführlichere Rolle spielt leider der Gesichtspunkt der Person des US-Präsidenten: Gab es nicht eine starke Mäßigung des Antiamerikanismus nach dem Ende der Ära Bush und dem Beginn der Ära Obama? Müssten von daher nicht auch die Bedeutung mancher Daten relativiert werden?"



    hpd.de

  • Korrekt. Vasallenstaaten. Nothing else •



    &



    “Der Oberbefehlshaber der Nato ist übrigens ein US-General, der allein auf die Befehle Trumps hört.“

    Ja. Da hat Willy einst doch arg gestaunt und es in seinen Memoiren festgehalten!



    Frisch als Kanhler gewählt - wollte Willy tatkräftig zu regieren anfangen! Woll



    Nix da! Bedeutete ihm die Administration:



    “Erst mal Männchen machen beim. -



    Oberbefehlshaber 🇺🇸 Europa!“



    Mal schaun was fürn Vogel das ist! Newahr



    So geschah es •



    Normal

    • @Lowandorder:

      Dem Ernst der Lage sein 🧥



      Freu ich mich naturellement



      Ganz besonders /



      Wenn ich einen Vorschlag ?



      Gemacht haben soll -



      Was dann hier sojet Wellen schlägt! Woll

      unterm—



      So so - kann ich doch mal postum



      Helmut „hamse gedient“ Schnauze Schmidt



      Zustimmen “Kosovo-Bombardierung“ war völkerrechtswidrig •



      (& btw - wir zu dritt - haben den Lügen “Hufeisenplan“/Scharping & der Regierungspropaganda GazPromGerd/Fischer geglaubt!;((

    • @Lowandorder:

      CDU-Politiker Roderich Kiesewetter verurteilte das US-Vorgehen hingegen als „Putsch“.

      Aus der SPD-Bundestagsfraktion sind genauso zu Recht kritische Stimmen zum US-Kidnapping und Überfall zu hören. Deren außenpolitischer Sprecher, Ahmetovic, kritisierte (Reuters) einen Völkerrechtsbruch: „Wenn militärische Gewalt ohne UN-Mandat eingesetzt, Regime-Change offen ⁠betrieben und das Völkerrecht zur Verhandlungsmasse degradiert wird, dann ersetzt das ‌Recht des Stärkeren zunehmend die Stärke des Rechts.“

      Nach Vasallenstaat Bundesrepublik sieht das allerdings nicht aus.

      Zur absoluten Souveränität eines Staates und einer Völkergemeinschaft gehören wirtschaftliche und eine abschreckende militärische Macht.

      Das Völkerrecht ist mindestens seit 2014 kaputt -- das mimimi 12 Jahre später erscheint nicht nur zu spät -- sondern wirkt irgenwie belanglos weil die Klarheit fehlt und vor allem die Ahnungslosigkeit vorherrscht wie dem Völkerrecht wieder zu seinem Recht verholfen werden kann.

      Ihr Vorschlag ist von Interesse - aber bitte berücksichtigen sie das Russland Krieg führt - hybrid auch gegen alle Staaten der EU und das China und die USA die Bundesrepublik massiv unter Druck setzen.

      • @zartbitter:

        Sie haben Recht, dass in Europa zumindest andere Akzente gesetzt werden als in Russland oder den USA.

        Nur unser Bundeskanzler hat alles noch nicht verstanden und möchte klassischer Transatlantiker sein oder feiert sogar die "Drecksarbeit" Israels.

        Das Völkerrecht stand schon immer unter Druck durch die Macht der Waffen der Mächtigen, man denke nur an Vietnam oder die russische Invasion in Afghanistan. Es gab eine kurze "Sternstunde" des Völkerrechts nach dem "Ende" des Kalten Krieges im Zweiten Golfkrieg, als Saddam Husseins illegale Annexion Kuwaits durch die Weltgemeinschaft beendet wurde.

        Schon der Nato-Angriff auf das damalige Jugoslawien 1999 verstieß eindeutig gegen das Völkerrecht. Deswegen kritisierte z.B. auch Helmut Schmidt den Kosovokrieg als völkerrechtswidrig.

        Kurz: Ich stimme Ihnen voll zu, dass die Mächtigen immer das Völkerrecht zu ihren Gunsten "auslegen". Das geht viel weiter zurück als 2014. Neu ist, dass sich Donald Trump heute gar nicht groß mit rechtlichen Begründungen aufhält, sondern einfach Interessen durchsetzt.

      • @zartbitter:

        Kiesewetter ist als Bundestagsabgeordneter kein Regierungsmitglied und in keine Kabinettsdisziplin eingebunden.



        Daher kann er sich auch freier äussern.

  • An alle hier Jubelnden: endlich wendet sich das Blatt zu einer freieren Welt.



    Vermutlich wird infolge des Überfalls auch Kuba fallen (wäre nicht schade, oder?).



    Trump hat auch Grönland im Visier!



    Das ist kein runter gewirtschafteter, sozialistisch geführter Staat, sondern gehört zu Dänemark, zur EU.



    Ich bin echt gespannt, bis es auch der letzte Politiker in Europa gespannt hat, dass die jetzige US-Administration aus einem Haufen widerlicher, gewissenloser Banditen besteht.



    Herr Merz ... Sie sind gemeint.

  • Die EU hat Maduro nach der gefälschten Wahl 2024 nicht als Präsidenten anerkannt (wie übrigens Brasilien und viele andere Lateinamerikanische Staaten auch nicht). Da fällt es etwas schwierig, jetzt Krokodilstränen zu vergießen. Selenski hingegen ist gewählt worden, das macht halt den entscheidenden Unterschied.

    • @HugoHabicht:

      Ihnen ist nicht bekannt, dass ein Staat nicht einfach Bürger eines anderen Staates entführen darf?

    • @HugoHabicht:

      "Die EU hat Maduro nach der gefälschten Wahl 2024 nicht als Präsidenten anerkannt ... Selenski hingegen ist gewählt worden, das macht halt den entscheidenden Unterschied."



      Dieser Unterschied zerfällt allerdings zu nichts bei militärischer Gewalt zur Durchsetzung eigener Interessen, finden Sie nicht?

  • Bei der Attacke gegen das Land mit den größten Ölreserven der Welt, "wie ihn die Menschen seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben (so spektakulär)", ging es natürlich um irgendetwas anderes als die ganzen Ressourcen.

    Festzuhalten bleibt: Die USA tun es Russland nach und bringen ihren "Hinterhof" auf Linie. Das Zeitalter (relativer) Vernunft ist lange vorüber, nur die Europäer haben es noch nicht verstanden.

  • Danke!

  • Bin gespannt, wie die Merz'sche und europäische Sprachregelung sein wird, wenn Trump Grönland besetzt. Werden Merz, von der Leyen etc. ihre "tiefe Besorgnis" zum Ausdruck bringen, Trump um "Zurückhaltung" bitten? Oder bedauernd feststellen, dass das Ganze eben "sehr komplex" sei und man sich deswegen mit einer Bewertung erstmal zurückhalte?

    • @Klabauta:

      Was sollen sie denn sonst machen?

      Ab 5:45 zurückschießen? Das wäre dann doch etwas zu konsequent und angesichts der deutschen Geschichte auch noch eine unpassende Formulierung...

      • @FriedrichHecker:

        "angesichts der deutschen Geschichte auch noch eine unpassende Formulierung."



        Man fragt sich glatt, warum Sie sie dann benutzen.

  • Man kann den Angriff auf Venezuela definitiv verurteilen, aber er ist nicht mit dem Ukrainekrieg vergleichbar. Putin wird wegen Letzterem unter anderem Völkermord vorgeworfen, solche Vorwürfe existieren bezüglich des Angriffs auf Venezuela nicht.

    • @Marcus Frank:

      Als ob Völkermord irgendwelche Berührungsängste auslöst, oder habe ich verpasst das man Netanyahu nicht mehr besucht?

  • Ein verurteilter Straftäter, der als US- Präsident agiert, lässt völkerrechtswidrig ein souveränes Land überfallen und dessen Präsidenten entführen.



    Trump ist der letzte, der auch nur ein My



    (μ) das Recht dazu hat, über andere Präsidenten und deren Verfehlungen zu urteilen.



    Nicolas Maduro ist ein unter fadenscheinigen Wahlen bestätigter Präsident, der vor keinem Verbrechen gegenüber seiner eigenen Bevölkerung zurückschreckt: willkürliche Verhaftungen, Gefängnis, Folter bis hin zu Mord. Vorwürfe, dass er wohl



    Verbindungen zu Drogenkartellen unterhält, wurden nie ausgeräumt.



    Aber dies alles berechtigt keinen anderen Präsidenten dieser Welt, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen.



    Aber Trump mag ein Straftäter sein, sein Instinkt liess ihn auch diesmal nicht im Stich und er wählte den für ihn richtigen Zeitpunkt für diese Aktion. Richtiger Zeitpunkt deshalb, weil es sich kein EU-Regierungschef aktuell durch eine etwaige Kritik über dieses Vorgehen mit ihm verderben will - was ja auch zutraf. Sie sind auf das Wohlwollen Trumps bezüglich der Unterstützung der Ukraine angewiesen.



    Man muss davon ausgehen, dass dies in naher Zukunft auch so bleibt

  • Dieser Präsident darf auf keinen Fall wiedergewählt werden. Seine Rede war voller biden-artiger Hänger - senil bis zum Umfallen - da ist eine klare Abwahl fällig, wenn er nochmal kandidiert.

    Außerdem vermengte er das Tagesthema mit Fakenews über den totalen Erfolg seiner Militäreinsätze im Inneren. Maduro absetzen war längst überfällig, aber leider auch ein Ablenkungsmanöver von Schattenseiten der Trumppolitik, abgesehen von seinem Bekenntnis, dass er damit auch die Schattenseiten des George-W-Bush-Regimes gnadenlos fortsetzt: In der Außen- bzw. Interventionspolitik geht es so regressiv-republikanisch regierten USA stets vollkommen unverhohlen gnadenlos nicht um Freiheit von Saddam oder von Maduro, sondern um billigen Sprit an amerikanischen Tankstellen.

    Aber das, was ihn unwählbar macht ist seine Ankündigung in der ersten Amtszeit: "Wir haben Atomwaffen, dann sollten wir sie auch einsetzen." Wer schon seine Armee so schamlos im Inneren einsetzt und dann gleich nochmal zu einer Intervention gegen einen unliebsamen Autokraten Südamerikas, würde durch eine zweite Wiederwahl so größenwahnsinnig, dass er in der dritten Amtszeit auch jenes Versprechen aus seiner ersten verwirklicht!!!

    • @Uwe Kulick:

      "Dieser Präsident darf auf keinen Fall wiedergewählt werden."

      Warum sollte er auch? Er hat Vance doch längst als designierten Nachfolger benannt. Und gegen Vance ist Trump ein netter, vernünftiger Kerl.

  • Die große, rühmliche Ausnahme ist Pedro Sánchez. Vielleicht, weil wie die Portuguiesen mehr als nur eine Ahnung von Lateinamerika hat.

    • @Gerhard Dilger:

      👍



      (ganz im Gegensatz zu seinem in VOX verliebten Kontrahenten)

  • Was soll man zu unseren "Spitzen"politikern noch sagen? Der normal denkende Mensch, welcher auch eine Medaile umdrehen kann, schüttelt nur den Kopf.



    Das es Trump nicht interessiert was andere denken ist nicht neu. Leider ducken international fast alle ab, was sicher sehr "förderlich" für die demokratische Idee ist.



    Ein Papst hat mal die Welt zwischen Portugal und Spanien aufgeteilt. Putin und Trump kommen ohne ihn aus.

    • @Conrad:

      Aber nicht ohne Xi Jinping



      b. diepresse.com



      "China: US-Vorgehen in Venezuela verstößt gegen Völkerrecht



      Chinas Regierung fordert die USA dazu auf, Maduro und seine Frau umgehend freizulassen. In chinesischen sozialen Netzwerken wird der US-Angriff auf Venezuela als Vorlage dafür gesehen, wie die Volksrepublik mit Taiwan umgehen soll."



      "Herzlichen Glückwunsch" dem POTUS, diesen erneuten Verrat an der westlichen Wertegemeinschaft begangen zu haben.



      Für einen potentiellen Friedensnobelpreisträger ist despotisches Machtgehabe schachmatt.



      Zumindest ist hier eine klare Kante gezogen worden.



      Weiter b. diepresse.com



      "„Insgeheim gehe ich davon aus, dass Peking gegenüber Washington betonen wird, dass es die gleichen Ausnahmeregelungen vom Völkerrecht für Großmächte erwartet, wie sie die USA für sich selbst in Anspruch nehmen“, fügte er hinzu und verwies dabei auf Chinas Operationen im Südchinesischen Meer, wo es territoriale Streitigkeiten mit Verbündeten der USA und anderen Nachbarn in der Region gibt." Zitiert wird:



      "Ryan Hass, ehemaliger US-Diplomat und Senior Fellow an der Brookings Institution"



      Ganz schlechter Start in 2025, Mr. President, ein Eintrag ins Geschichtsbuch der Bellizisten!

      • @Martin Rees:

        Und ganz herzlichen Dank an die Europäer (auch die linken), die es verpennt haben, sich Trumps erster Wahl von den Brüdern und Schwestern jenseits des Atlantiks freizuschwimmen.



        Der momentane Handlungsspielraum ist leider sehr überschaubar.

  • Merz spielt nicht den "Lakaien eines kriegerischen Despoten". Er ist es. Und das ist Ergebnis einer jahrzehntelangen Untätigkeit der Europäer und Deutschen.



    Im Moment haben wir halt nur die Wahl, wessen "Lakai" wir sein wollen. Und da scheinen die USA immer noch die bessere Wahl, zumal Stand heute noch die Möglichkeit besteht, dass Trump auch wieder verschwindet, d.h. abgewählt wird.



    Spannend wird es rund um die Midterms im November.

    Wir werden uns also an solche wachsweichen Rumeiereien gewöhnen müssen -- und uns damit trösten, dass die politische Konkurrenz nicht glaubwürdiger ist; Russland hat Amerikas Aktionen in Venezuela verurteilt. Es gebe keine Rechtfertigung dafür. Da lachen ja die Hühner ...

    • @Libuzzi:

      Genau so isses.

    • @Libuzzi:

      Sie haben den Optimismus, dass Trump und die Leute hinter im November faire und freie Wahlen zulassen wird.

      Daran glaube ich nicht.

  • Der Vorstellung, die EU sei handlungsunfähig gegenüber den Angriffen der USA auf Venezuela, greift zu kurz. Mit dem EU-Mercosur-Abkommen steht eine Form der Reaktion bevor: Indem die EU Handelsbeziehungen und wirtschaftlichen Einfluss in Südamerika stärkt, wird zumindest die Vormachtstellung der USA in der Region infrage gestellt. Ob die EU den Mut aufbringt, das Abkommen tatsächlich noch in diesem Frühjahr zu verabschieden, bleibt abzuwarten.

    • @Yoriko N.:

      Guter Witz. Sollte das (aus der Zeit gefallene) Abkommen Trump irgendwie behindern, werden einfach ein paar Politiker gekidnappt und schon läuft es für ihn wieder...

  • Hat Herr Peucker die letzten Jahre auch so leidenschaftliche Reden über die Ausstattung der Bundeswehr und die Entwicklung eines europäischen Verteidigungssystems geführt?



    Falls nein: Er möge schweigen.

    • @Wiesel24:

      1. heißt der Autor des Kommentars Beucker und 2. nimmt das von Ihnen konstatierte Fehlen solcher Reden (unabhängig davon ob Sie recht haben oder nicht) dem Kommentar nichts von seiner Richtigkeit.

    • @Wiesel24:

      Recht so, schließlich sind Sprechverbote und Delegitimation anderer Meinungen wesentliches Qualitätsmerkmal einer gepflegten Debattenkultur und demokratischer Gesinnung.

    • @Wiesel24:

      Danke, wollte ich auch gerade sagen. Wer den Mund an dieser Stelle voll nimmt, sollte, was die Verteidigungsfähigkeit Europas angeht, nicht schweigen.

    • @Wiesel24:

      Wie bitte? Meines Wissens hat weder die EU und auch nicht D einen andern Staat mit Waffengewalt überfallen und auch keine Morde oder Kidnapping an Menschen begangen wie es in der Karibik durch die USA geschieht. Was soll Deine sehr unpassende Frage? Pascal Peucker lieggt völlig richtig mit seiner Einlassung.

  • Seit Trumps Angriff auf Venezuela geistern mir ständig 2 Begriffe durch den Kopf:



    Schurkenstaaten und Achse des Bösen



    Putin, USA, Israel, Jemen, und wer noch?

    • @Oppa:

      Myanmar nicht vergessen

  • Ich kann dem Kommentator nur zustimmen.



    Es ist peinlich und beschämend wie unsere führenden europäischen Politiker nicht imstande sind die Entführung Maduros und den kriegerischen Akt gegenüber Venezuela als das zu verurteilen was es ist.



    Alle kuschen vor Trump und haben Angst die Wahrheit zu sagen.



    Die USA greifen ein souveränes Land an und entführen deren Präsidenten, nur um sich deren weltgrößten Ölreserven zu sichern.



    Hoffentlich fällt es Trump innenpolitisch noch auf die Füße.



    Bei Europa muss man sich nicht wundern, dass es nicht mehr ernst genommen wird.



    Vielleicht sollte Deutschland sich tatsächlich hochrüsten bis zum geht nicht mehr, um wieder mitsprechen zu können.

    • @DocSnyder:

      "Vielleicht sollte Deutschland sich tatsächlich hochrüsten bis zum geht nicht mehr, um wieder mitsprechen zu können."

      Damit dann Deutschland Venezuela überfällt?



      Nein. Der Ring muss vernichtet werden.

    • @DocSnyder:

      Mit Ihrem letzten Satz sprechen Sie in der Tat ein zentrales Problem an: Wir werden schlicht nicht ernst genommen weil wir international ein Fliegengewicht sind. Noch dazu in der Bezirksliga oder wie das auch immer beim Boxen heisst.



      Frage: Wer ist daran Schuld? Antwort: Die Regierungen der letzten 20 Jahre, also CDUCSU, SPD, Grüne und FDP. Haben die irgendwas aufgearbeitet oder sich geändert? nein, natürlich nicht. Wadephul hat genauswenig wie Baerbock oder deren Vorgänger begriffen dass ein Land, ein(e) AussenministerIn ohne einsatzfähige Armee schlicht nicht für voll angesehen wird. Ums vorsichtig auszudrücken. "Wertebasierte", "feministische" Aussenpolitik? haha, da lacht die Koralle.. Wir sind in der Wirklichkeit angekommen, aber viele Leute wollen das anscheinend nicht wahrhaben und stecken lieber den Kopf in den Sand und träumen weiter. Bis ihnen jemand in den Hintern tritt, aber auch soweit wollen dder können die nicht denken.

    • @DocSnyder:

      Woher nehmen Sie den Optimismus, das ein hochgerüstetes Deutschland sich dann plötzlich vorbehaltlos an das Völkerrecht halten würde?

  • Das Völkerrecht ist sein Papier nicht wert, solange es keine verlässlichen Sanktionsmöglichkeiten gegen den gibt, der es bricht.



    Die EU müsste sich zuerst selbst stärken, indem sie an ihrem einigen Zusammenhalt arbeitet. Sind auch nur schöne Worte.



    Wer sieht einen machbaren Weg aus der Ohnmacht?

  • Vielleicht sollte der/die Auslandsredakteur/in hierzu die Kommentare schreiben. Rumzetern ohne jede Folge ließe die Europäer noch macht- und kraftloser erscheinen, als sie es ohnehin sind. Solange Putins Krieg andauert, ist Europa auf die Unterstützung der USA angewiesen, was leider die Spielräume extrem verengt.

    • @Michael Andreas:

      Einfach zu sagen, was es ist, nämlich völkerrechtswidrig, ist kein Gezeter.



      Es nicht zu sagen und noch zuzufügen, "Maduro habe sein Land ins Unglück gestürzt", bedeutet: War okay für mich.



      Das geht gar nicht! Von jemandem, der so denkt, möchte ich nicht regiert werden.



      Da ist es auch völlig egal, dass sich Trump sowieso nicht um die Meinungen anderer schert.

  • Zitat ""Die Welt der Diplomatie, der internationalen Abkommen, der UN, der rechtlichen Sicherheiten ... alles, was nach WW2 Schritt für Schritt aufgebaut wurde, ist in die Luft geflogen", schreibt die spanische Zeitung La Vanguardia. Die neue internationale Ordnung werde vom Recht des Stärkeren bestimmt. ""

    Russland ist in die Ukraine einmarschiert, und Hamas mit der Unterstützung des Iran haben Gaza verwüstet -- und Hizbollah den Libanon ---und Putin bomt die Ukraine in die Steinzeit nachdem er in Syrien nur Trümmer übrig gelassen hat und derzeit



    in Moskau den Schlächter al Assad Schutz bietet.

    "" ----Wer die Renaissance der militärischen Hinterhofpolitik der USA in Südamerika einfach klaglos akzeptiert .....



    ===



    was Merz nicht getan hat - er hat Stellung bezogen zum Unrechtsregime Maduros - wie fast alle europäischen Staaten - und hat die Kritik am eindeutigen Bruch des Völkerrechtes durch Trump verschoben.

    Das Völkerrecht ist mindestens seit 2014 kaputt -- jetzt geht es für Europa darum nicht zwischen China, Russland und den USA zerrieben zu werden.

    Solange Europa die Fähigkeit fehlt sich alleine verteidigen zu können werden wir diese Merzstatements häufiger erleben.

  • Das große Problem besteht für mich in dem veränderten Interesse an diesem Imperialismus/Kolonialismus. Es geht um Bodenschätze, es geht darum, dass der riesige Bedarf gedeckt wird, den man für die ganze IT braucht. Deshalb wird es nicht besser, sondern schlimmer.

  • Ich hätte mir zwar deutlichere Worte aus Europa gewünscht. Letztendlich können wir aber nicht viel machen. Neben den Bodenschätzen, die eine Rolle spielen, ist den USA der Einfluss von China und Russland in Venezuela einfach über die Jahre zu groß geworden. Großmächte akzeptieren es nie, wenn fremde Mächte zu viel Einfluss in deren "Hinterhöfen" gewinnen (siehe z.B. auch Krieg in der Ukraine). Leider war es schon immer so, dass Völkerrecht für Großmächte nur bedingt gilt.

  • Trump ist ein faschistischer Baumafioso an der Supermacht. So weit so schlecht. Jedoch traut er sich bis zur Untauglichkeit ausgeleierte Vorgehensweisen zu entsorgen. Und ist es nicht besser zu versuchen Staatsführungen zu beseitigen oder zu übernehmen, statt wie sonst den Gegener von unten her durch Tötung machtloser Soldaten und Zivilisten zu besiegen?



    Da das Resultat zählt, sollte D und EU sich solcher Mittel nicht verschließen.



    Die US- Militärstrategen um Trump scheinen im Rahmen ihrer chauvinistischen Denkweise lernfähig, denn das ist ein Versuch katastrophale Ergebnisse klassischer Invasionen wie im Irak und Afghanistan zu vermeiden, die hunderttausende Einheimische umbrachten und vielen US-Soldaten Leben und Gesundheit kosteten und da exorbitant teuer, keine positive Kosten-Nutzen Bilanz aufwiesen.



    Ein Enthauptungsschlag verbunden mit dem Versuch die herrschende Korruptokratie in die Venezuelaölverwertungspläne einzubeziehen macht da im Machiavellistisch-Clausewitscher Rationalismus Sinn.



    Unabhängig davon war der Angriff natürlich völkerrechtswidrig, aber um Maduro ist es nicht Schade, der sein Land in Diktatur und Elend verwandelte, aus dem Millionen flohen.

    • @Euromeyer:

      Sie wünschen sich also allen Ernstes eine Welt in der faschistische narzisstische und rassistische superreiche Kriminelle wie Trump und Neranjahu bestimmen, um wen es schade ist und um wen nicht, anstatt das dem Völkerrecht zu überlassen?!?

      Trump als gerechter Herrscher über die ganze Welt, ganz nach seinem Geschmack!



      Na, dann hoffen wir einfach mal, dass China, arabische o. afrikanische Liga nicht auf gleiche Ideen gegen uns kommen!

      Genau wegen dieser Denke, nämlich um die Verhinderung des Rechtes des Stärkeren, einigte sich die Welt aufs Völkerrecht, die mittelalterliche internationale Anarchie ablöste.

      Aber gut, anscheinend ist es Ihnen ein größeres Anliegen, auch vorherige völkerrechtswidrig Angriffskriege der USA gestaltet ganz nach eigenen geostrategischen Interessen, zu legitimieren -wobei die USA und die gesamte westliche Welt, natürlich immer die Guten sind, das muss der Rest der Welt schon kapieren-!

      Bin schon ganz gespannt auf Ihren Kommentar, wenn Trump als Nächstes dann Grönland annektiert.

      Aber Leute, wie Sie glauben sowieso, dass US-Amerika, anderen Ländern lediglich aus lauter Altruismus, Frieden und Demokratie bringt und deswegen tut, was es tun muss!

    • @Euromeyer:

      Oh, D und EU sollen sich den Mitteln, gewaltsam und ohne juristische Legitimation Staatsführungen zu beseitigen/übernehmen, nicht verschließen! Maduro ist wie ca. 70% aller Regierungen dieser Welt ethisch sicherlich nicht der Integerste, nichtsdestoweniger entspricht dieser Denkansatz obszönstem Faustrecht. Wollen wir schlussendlich wirklich ein auf Lügen aufgebautes politisches Raubmordsystem ( "Ölverwertungspläne" ) global im Konsens einführen?



      Bitte lesen sie mal Machiavelli und Clausewitz wirklich, dann wird Ihnen vielleicht auch mal der zeitliche Kontext dieser Schriften klar.



      Nichts für ungut.....

  • Ein interessanter Offenbarungseid, auch ganz generell für die TAZ, wenn oben in dem Reiter für die Tagesthemen zu Venezuela und den USA Konflikt steht, zu Nahostkonflikt steht und nur in der Ukraine anscheinend Krieg herrscht.

    Terminologie, liebe TAZ, Terminologie! Auch die beinhaltet nämlich die Offenbarung der Doppelmoral und dem journalistischen willen, Leser -Meinungen zu bilden, statt den Fakten gerecht werden, zur informieren. Ich wünsche mir auch von der TAZ, hier Reflektionen zur Verantwortung über Wortwahl.



    Während bezüglich der Ukraine niemals etwas anderes in Berichten darüber zu lesen oder zu hören ist, als der immer vollmundige Begriff „russische Angriffskrieg auf die Ukraine“ geframet wird, egal, wie lang der Satz ist, heißt jetzt aber der US amerikanische Angriffskrieg in Venezuela, „Konflikt“, genauso wie auch der mutmaßliche Völkermord und de, faktisch gesicherten, ethnischen Säuberungen, ebenfalls nur ein Konflikt…

    Übrigens, im chinesischen Nachrichten-Fernsehen wird der russische Angriffskrieg auf die Ukraine Russisch-Ukrainischer Konflikt genannt.



    Na, an welche Terminologie erinnert uns dieser in diesem Rahmen ganz offensichtliche Propagandastyle?

    • @Edda:

      Fand toll, dass im ARD von einer "Spezialoperation" in Venezuela die Rede war. Da war doch was gewesen..

    • @Edda:

      Blödsinn, da sind Sie bez. TAZ an der falschen Adresse.

  • Ich unterschreibe jeden Buchstaben dieses taz-Kommentars!

    Merz steht BlackRock näher als der Bundesrepublik ...

  • Die Äußerung von Merz war sehr ausweichend. Er hätte sich besser positionieren können.

    Aber was wäre eigentlich jenseits der Sprachregelung eine reale Handlungsoption? Was sollte, was könnte Deutschland konkret tun, was die EU? Sematische Optimierung ist ja noch kein echter Ausweg aus dem Dilemma zwischen Abhängigkeiten und Selbstbehauptungswillen.

    Und wir im Privaten: Wie viele von uns tun etwas jenseits der Stilkritik? Wer hat die amerikanischen Plattformen verlassen?

    • @Joseph Kuhn:

      Muss man das vorher wissen, um sich verbal gegen Unrecht zu positionieren? Ich denke nicht. Im Gegenteil, erst mal muss man gedanklich wissen, was man will.



      Oder denken Sie, dass Merz nur den richtigen Moment abwartet, um seine wahre Meinung offenzulegen?



      Es ist für mich vollständiges Versagen als Bundeskanzler, dass er das Geschehen nicht als das benennt, was es ist, nämlich ein völkerrechtlicher Überfall.

      • @Dreja:

        "Es ist für mich vollständiges Versagen als Bundeskanzler, dass er das Geschehen nicht als das benennt, was es ist, nämlich ein völkerrechtlicher Überfall."

        Das ist schlicht und ergreifend Realpolitik...



        Soll er es denn als "völkerrechtlichen Überfall" bezeichnen und dann erst zur Tagesordnung übergehen?

        Handlungsoptionen gegenüber den USA jenseits der Symbolpolitik hat doch keine einzige europäische Regierung...

  • Ein völkerrechtswidriger Überfall?



    Der Kommentar gesteht dem Maduro-Regime also eine völkerrechtliche Legitimation zu???



    Völkerrechtswidrig war Maduros Regime. Wenn es gegen den Iran geht wird applaudiert, wenn es gegen Maduro geht nicht?



    So funktioniert das nicht. Regime ist Regime. Hätte nicht Trump sondern noch Biden einen solchen Schritt ergriffen, wäre das Echo hier ganz anders ausgefallen.



    Die USA haben uns gestern ein enormen Gefallen getan. Sie haben:



    1. Ein Unrechtsregime entfernt



    2. China bei seiner geopolitischen Machtergreifung empfindlich zurückgeworfen



    3. Russland einen enormen Schlag verpasst - Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt. Wenn diese nun wieder dem Markt zugeführt werden können, dürfte der Barrelpreis Richtung 50 Dollar sinken. Dann ist russisches Schattenöl endgültig nicht mehr profitabel - schon jetzt geht es nur noch für 37 Dollar über die Theke - und die Weltwirtschaft kann endlich wieder durchstarten.



    4. Künstliche Knappheit wird kein Problem mehr darstellen - gerade für Deutschland,dass den Umbau bisher verschlafen hat, ist das extrem gut, verschafft uns wertvolle Zeit in Form von günstiger Energie und Benzin auf absehbare Zeit

    • @Saskia Brehn:

      "In seiner Pressekonferenz am Samstag hat Trump angekündigt, einen solchen Überfall überall auf der Welt wiederholen zu können – und dazu auch bereit zu sein. Wer sich den Auftritt von Trumps Stellvertreter James David „JD“ Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einem Jahr in Erinnerung ruft, kann das auch als Warnung für die noch nicht rechtsautoritär regierten Staaten in Europa verstehen."

      Nicht beschweren wenn als nächstes Grönland dran ist.

    • @Saskia Brehn:

      "Völkerrechtswidrig war Maduros Regime."



      Wie ein Machthaber in einem Land an die Macht kommt oder sich dort hält, hat mit Völkerrecht exakt überhaupt nichts zu tun.



      "Ein Unrechtsregime entfernt"



      Unrecht wird durch Unrecht nicht zu Recht. Ein gewalttätiger Überfall bleibt ein gewalttätiger Überfall. Inwiefern die Rechtfertigung von willkürlicher Gewalt (denn nichts anderes war das) in die internationale Politik ein Gefallen ist, müssten Sie erläutern.



      "China bei seiner geopolitischen Machtergreifung empfindlich zurückgeworfen"



      Falsch. China hat eine Rechtfertigung erhalten, mit Taiwan ebenso umzugehen wie die USA mit Venezuela.



      "Russland einen enormen Schlag verpasst - Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt."



      ...die mit etwa einem Prozent auf dem Weltmarkt zu Buche schlagen. Da reden Sie sich die Realitäten schön.

    • @Saskia Brehn:

      Sie vereinfachen hier das komplexe Weltgeschehen.



      Da das Völkerrecht vor allem auf die Souveränität eines Staates achtet, darf diese nicht einfach so außer Kraft gesetzt werden, als wäre der Staat ein Saloon im Wilden Westen, in dem der fähigste Revolverheld seinen Gegner tötet. Diese Gesetze dienen der nationalen Sicherheit und müssen beachtet werden. Dass Sie dies nicht so sehen, deutet auf eine voreingenommene Argumentation hin, die das Recht auf die Unverletzlichkeit der Souveränität eines jeden Staates missachtet.

      Was den Nutzen betrifft, den die USA aus dem Diebstahl venezolanischen Öls ziehen, ist Ihre Ansicht unethisch und rein wirtschaftlich motiviert und zeugt zudem von mangelnder Unparteilichkeit und ideologischer Ausrichtung. Das ist dasselbe, als würde man denken, dass ein Diebstahl legitimer sei, weil andere von diesem Diebstahl profitieren würden.

    • @Saskia Brehn:

      Quatsch. Es haben doch bloß die gleichen Nasen applaudiert, als der Iran völkerrechtswidrig bombardiert wurden (Drecksarbeit), die jetzt auchs Maul nicht aufbekommen. Aber klar wurde Venezuela auch durch die Causa Iran und durchs Wegsehen und Nichthandeln in Gaza vorbereitet.

    • @Saskia Brehn:

      a) Unrechtsregime zu entfernen ist geboten, doch mit zivilisierten Mitteln, auf Basis des Völkerrechts und nicht nach eigenen Gutdünken, der Macht des Stärkeren.



      b) die USA ermuntert China, ähnlich mit Taiwan zu verfahren



      c) Die großen Ölreserven (die dem venezolanischen Volk gehören) für das eigene Konto zu stehlen und zu nutzen - ohne Rücksicht auf Recht oder gar Klima...



      d) ... und damit wird auch Deutschland davon abgehalten (bei der derzeitigen Regierung ganz gewiss) sich um klimaneutrale Energie zu bemühen. Eine rücksichtslose und unverantwortliche Entwicklung.

    • @Saskia Brehn:

      Ich applaudiere nicht, wenn die USA den Iran bombadiert. Weil der Kontext wichtig ist. Die Bombardierungen finden statt, weil Trump muslimfeindlich ist, Terrorismus, das Atomprogramm und die Feindschaft mit Israel als Vorwand genutzt wird.

      Wenn Europa den Iran bombadiert, dann um eine echte Demokratie einzuführen. Wenn Israel den Iran bombadiert, dann um Judenfeindlichkeit zu eliminieren. Aber wenn Amerika den Iran bombadieren will, dann ist eine Grenze überschritten.

      Und zu den Punkten 3 und 4.... ohje.... Da muss man ja froh sein, dass Venezuela die Ölkonzerne eigenmächtig enteignet hat. Vielleicht aufgrund des massiven CO2-Ausstoßes der ersten Welt sollten wir kein Rohöl aus diesem Land mehr fördern.

    • @Saskia Brehn:

      Günstige fossile Energie und Benzin verringern den notwendigen Anpassungsdruck.



      Am Ende führt das nur zu einer weiteren Verzögerung.



      .



      Russland hat die Ukraine angegriffen, weil es um den Verlust der Einflussphäre fürchtete und weil es die Bodenschätze des Landes für sich sichern möchte. Die USA haben Venezuela angegriffen, um die Bodenschätze zu sichern und die Einflussphäre auszuweiten. Beides ist völkerrechtswidrig.



      .



      Wäre Maduro ein Despot, der den USA gegenüber gut gesinnt ist, wäre er nicht gestürzt worden.

      Auch der Angriff gegen den Irak war ein Völkerrechtsbruch und ist entsprechend kritisiert worden.

      Würden die USA das Regime im Iran stürzen und anschließend versuchen, die Politik und Ölreserven des Landes zu kontrollieren, würde es auch dafür Kritik geben.

    • @Saskia Brehn:

      Geht man nach dem Democracy Index gelten weltweit gerade mal 25 Staaten in denen rund 6% der Weltbevölkerung leben uneingeschränkt als Demokratien. Das Völkerrecht hat dementsprechend nur dann eine Chance wenn es auch gegenüber politischen Systemen gilt die man völlig zu Recht als Regime bezeichnen kann. Rückt man von diesem Prinzip ab gilt das Recht des Stärkeren und in dieser Disziplin sind die Regime oft besser aufgestellt als die Demokratien.



      Trump hat uns keinen Gefallen sondern einen Bärendienst erwiesen und einen argumentativen Präzedenzfall geschaffen auf das sich andere Mächte mit imperialen Gelüsten nur allzu gern berufen werden. Im Kontext der wieder anlaufenden nuklearen Rüstungsspirale ist diese Logik von Hinterhöfen und Einflusssphären eine extrem gefährliche Entwicklung.

    • @Saskia Brehn:

      "Die USA haben uns gestern ein enormen Gefallen getan."

      Diese Begeisterung für Trumps Irrsinn macht fast sprachlos.

      Alle Punkte, die Sie aufführen, sind reine Spekulation. Trump hat lediglich das Staatsoberhaupt kidnappen lassen. Wie es mit Venezuela und seinem Öl weiter geht, steht in den Sternen.

      Und völlig außer Acht lassen Sie, was im Kommentar angesprochen wird. Trump möchte auch in Europa ihm passende Regierungen einsetzen. Und er leckt gerade Blut. Eine extreme Gefahr für unsere Demokratie...

    • @Saskia Brehn:

      Echt geiler Kommentar.



      Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung.



      Weil es mir so gefällt.



      Ein großer, gewissenloser Schurke überfällt einen Kleineren.



      Man oh man ...

    • @Saskia Brehn:

      "Wenn diese nun wieder dem Markt zugeführt werden können, dürfte der Barrelpreis Richtung 50 Dollar sinken."

      Ach ... und daran sind die USA interessiert?



      Die USA haben 2024 ca. 10 Millionen Barrel pro Tag exportiert (!), der dritthöchste Wert hinter Saudi Arabien und Russland.

      Mit dem von Ihnen geschilderten Vorgehen würden die USA sich selber schädigen.

    • @Saskia Brehn:

      „Ein Unrechtsregime entfernt"... Wissen Sie, wie es in Venezuela weitergehen wird?



      --



      Ja, das Öl. Die legale Droge der Weltwirtschft. Bier ist eigentlich auch zu teuer. [/ironie off]

    • @Saskia Brehn:

      ad 1: Oder ersetzen es durch ein anderes noch zu errichtendes Unrechtsregime/Marionettenregierung von Trumps Gnaden



      ad 2: Im Gegenteil. Trump hat durch diese eklatante Völkerrechtsverletzung Xi den Freibrief geliefert, sich Taiwan einzuverleiben.



      ad 3: s. ad 2.



      ad 4: Wie schön! Dann können wir ja weiterhin ungestört die Erde zerstören.

  • Absolut richtiger Kommentar. Merz Reaktion ist erbärmlich. Ein Bundeskanzler hat die Aufgabe, für die Verfassung und das darin verankerte Völkerrecht einzutreten und als dessen Botschafter zu fungieren. Merz tut das Gegenteil. Er ist des Amtes nicht würdig.

    Man könnte meinen, nur aus geopolitischer Feigheit würde er sich DIESER US-Regierung so anschleimen. Aber Merz als Transatlantiker tut das aus Überzeugung. Die Weltordnung, an die er glaubt, ist vom US-Imperialismus geprägt, nicht vom Völkerrecht. Grauenhaft!

  • "und die Regierung des überfallenen Landes doof finden."

    So kann man eine blutige Diktatur natürlich auch verharmlosen.



    Die durch das famose Völkerrecht geschützt ist. Natürlich nur höchst theoretisch.

    Michael Wolffsohn sagte: "Das Völkerrecht ist sehr effizient bei der internationalen Bekämpfung der Blattlaus."

    Ein Papiertiger eben, der gern zur Verteidigung blutrünstiger Diktaturen ins Feld geführt wird. Und, selbstredend, gegen Israel.

    Könnte es nicht vielleicht sein, dass in diesem Fall, in dem die Falschen das Richtige taten, eine Chance liegen könnte? Dass Venezuela sich in Richtung einer Demokratie entwickeln könnte?

    Wäre doch gut, oder?

    Und: Bla, bla, bla, es geht ums Öl. Schon klar.

    • @Jim Hawkins:

      Na klar, hat in Afghanistan im Irak und in Lybien auch prima geklappt....

    • @Jim Hawkins:

      Ja es geht ums Öl, das wurde wiederholt offen von den USA so kommuniziert.

      Zitat Trump vom Sa:

      “We’re going to have our very large United States oil companies, the biggest anywhere in the world, go in, spend billions of dollars, fix the badly broken infrastructure and start making money for the country,”

      Klingt erst mal so, als würden Venezuela von den Einnahmen profitieren.

      Aber er sagte auch:



      “They stole our oil,” he added. “They took it over like it was nothing.”

      Und:



      “We’ll be selling large amounts of oil to other countries,”

      "WE" und nicht "THEY".



      Dazu noch die Ankündigung, die Kontrolle im Land zu übernehmen, und die klare Absage an die Opposition.

      Ein Regimewechsel zu einer Demokratie durch militärische Intervention von außen ist geschichtlich meist gescheitert.

    • @Jim Hawkins:

      Also hat Putin doch Recht? Völkerecht ist egal?

    • @Jim Hawkins:

      "Die USA wollen die Kontrolle über die riesigen Ölreserven Venezuelas übernehmen, so erklärte es US-Präsident Donald Trump am Samstag." (ZDF)

      Verstaatlichung von Ölquellen, da haben die USA noch nie Spaß verstanden. Man erinnere sich an den Sturz Mossadeghs 1953. Die Folgen sind bekannt.

    • @Jim Hawkins:

      "Michael Wolffsohn sagte: "Das Völkerrecht ist sehr effizient bei der internationalen Bekämpfung der Blattlaus.""

      Was nur zeigt, wes Geistes Kind Herr Wolffsohn ist.

    • @Jim Hawkins:

      " Bla, bla, bla, es geht ums Öl. Schon klar."



      Die legale Droge der Weltwirtschaft.

  • Unter Maduro sind fast 8 Millionen Venezulaner aus dem Land geflüchtet. Das spielt Völkerrechtlich keine Rolle. Trotzdem ist es zu Einseitig diesen Sachverhalt nicht zu berücksichtigen.

  • Ein erfrischender und leider seltener Kommentar in der taz.



    Diesen Staatsterrorismus als solchen zu bennen und die Heuchelei der im Windschatten der USA auf mehr Profit hoffenden europäischen Staatsmänner und -frauen zu brandmarken, ist wichtig.



    Denn sehr schnell können auch europäische Länder zur Zielscheibe der us-amerikanischen Oligarchen in ihrer unermesslichen Profitgier werden. Militärisch sind wir hier in Mitteleuropa von den USA mit einer viel größeren Präsenz als vor der Küste Venezuelas bedroht.

  • Wagt es Europa, sich aufzulehnen wird Trump ganz gemütlich fragen: "Ihr seid doch für die Demokratie, oder?"

    Das ist eigentlich eine gute Frage, um Demokratiefreunde extremistischer zu erziehen, doch so kann man Europa auch an der kurzen Leine halten. Bloß nicht hinterfragen, und bloß keine Gedanken daran verschwenden, dass eine Demokratie in Venezuela auch unter Trump eine Farce sein wird. Sonst wird es im schlimmsten Fall ein Angriff auf Europa geben.

  • Mittlerweile ist der politische Westen für seine Doppelmoral und Doppelzüngigkeit weltweit bekannt. Fragen Sie mal im globalen Süden nach.

    • @1 West-Berliner:

      Gähn.

      Als ob der globale Süden nicht genauso heuchelt. Der arabische Raum zB ist in seiner Heuchelei mindestens so zynisch wie die USA. Wissen Sie, was die UAE im Sudan machen?

    • @1 West-Berliner:

      Im globalen Süden ist das schon lange bekannt. Es ist nur inzwischen so offensichtlich, dass selbst im Westen niemand mehr ernsthaft was anderes glauben kann.

  • Vorab: Ich halte Donald Trump für einen kompletten Vollidioten und halte praktisch jeden anderen Amerikaner für geeigneter als US-Präsident als ihn!

    Dessen ungeachtet bin ich bezgl. Venezuela und Maduro aber 150%ig auf der Seite von Trump! Das Völkerrecht hat sich für Venezuela und Maduro in dem Moment erledigt, als er die letzte Präsidentschaftswahl dort gefälscht hat! Seitdem herrscht Jammern und Händeringen bei demokratischen Staatschefs im Ausland, aber niemand tut etwas gegen die Menschenrechtsverletzungen und die Verarmung im potenziell reichsten Land der westlichen Hemisphäre!

    Jetzt endlich geschieht etwas und es kann damit für Venezuela nur besser werden! Alleine die Tatsache, dass jetzt Putin, Xi und weitere Autokräften protestieren zeigt., dass Trump hier alles richtig gemacht hat!

    Make Venezuela Great Again. Venceremos!

    • @Gustav Gans:

      Mit der Argumentation verschaffen Sie Trump / Vanze die Legitimation, die Regierung von ca 20% aller Länder auszutauschen. Ach so, genau: vielleicht dann ja in DE, wenn Höcke und Co nach der nächsten, hoffentlich verlorenen BT-Wahl rumheulen werden, dass sie eigentlich gewonnen hätten....

    • @Gustav Gans:

      "Das Völkerrecht hat sich für Venezuela und Maduro in dem Moment erledigt..."

      Völkerecht erledigt sich nicht! Und Verbrechen kann man nicht mit Verbrechen bekämpfen.

      Warum verteidigt man jemanden, der massiv am Aufbau einer Autokratie arbeitet? Und das auch noch mit dem Hinweis auf Autokraten...

  • Wer wundert sich denn noch ernsthaft über das Einknicken bzw. die Zustimmung von Liberalen/Konservativen ggü. rechtsautoritärem Staatsterror (Drecksarbeit)? Als ob wir nicht im Würgegriff dieses verfaulten noch US-Imperiums feststecken würden

  • Guter Artikel. Ich habe WAPO und NYT angeschaut, linde Kritik , ob verfassungswidrig und legal, hauptsächlich die Frage, ist Besatzung machbar. Dass US Politiker übervorsichtig sind, das kann man noch taktisch nachvollziehen, aber dass die grossen US-amerikanischen Zeitungen auf Katzenpfoten schleichen, das ist für mich das Beunruhigendste.

  • 10%ige Zustimmung. Der Kommentar bringt es genau auf den Punkt.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Natürlich 100%ige Zustimmung 🙄

  • Was hätte es gebracht wenn Merz empört den völkerrechtlichen Angriff benannt hätte? Richtig, gar nichts. Auch jetzt wird keine Verurteilung erfolgen, die USA hat ein Vetorecht im UN-Sicherheitsrat. Trump ist vielleicht größenwahnsinnig - aber der Aufschrei in Südamerika ist doch eher verhalten. Im Grunde unterstützen die Demokratien dort das Einschreiten der USA.

    • @FraMa:

      "Was hätte es gebracht wenn Merz empört den völkerrechtlichen Angriff benannt hätte?"

      Glaubwürdigkeit?

  • In der Tat: erbärmlich und peinlich. Fehlt nur noch, dass mal wieder jemand das Wort „Zeitenwende“ in den Mund nimmt.

  • 1981-1983 war ich bei der Bubndeswehr im Sanitätsdienst und oberstes Ziel war die Landesverteidigung. Unweit von unserem Standort gabs die NATO Raketenbasis Pydna, damals sehr beunruhigend, da es quasi vor der Haustür war.

    Eigentlich hatte ich gehofft, daß diese Zeit nicht mehr zurückkommt, aber wirklich geglaubt habe ich nicht daran. Schon gar nicht mehr, seit Putin an der Macht ist.

    Und jetzt wird wieder kräftig aufgerüstet - na Mahlzeit!



    Ich habe nur die Hoffnung, daß auch wieder moderate und halbwegs empathische Führungskräfte in RUS und USA an die Macht kommen.

    • @Juhmandra:

      1967 bezog die U.S. Army unter dem Namen B-Battery das Pydnagelände und stationierte Nike-Hercules-Raketen. Diese waren als Luftabwehrraketen konzipiert.

      Als Sie Ihren Dienst 1981 in der Bundeswehr begannen wurde Pydna geschlossen.

    • @Juhmandra:

      Da haben Sie wohl recht, denn Ihre Hoffnung ist nach den Statements der erwähnten europäischen Politker die letzte Hoffnung die uns bleibt. Die Einhaltung und Verteidigung des Völkerrechts ist und bleibt eine Grundlage für die Sicherung von Freiheitsrechten. Es zu verteidigen eine notwendig intelligente Mindestgrundlage im Mindset voraussetzt. Dieses Mindset bietet derzeit keiner der regierenden Staatenführer in Europa. Es bleibt zu hoffen, dass bis zu den nächsten Wahlen genug Wahnsinn vollbracht wird, um den Wählern die Augen zu öffnen und die Hand zum richtigen Kreuz zu führen, in der Hoffnung, das es dann auch eine Alternative mit entsprechendem Mindset zu wählen gibt. Andernfalls ist es für die ältere Generation zu spät für eine Umkehr. Das wird dann wieder länger dauern, bis die Menschen begreifen werden, was politisch vernünftig ist.

  • Danke für den Kommentar. Genau so ist es.