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Union und AfDDie Union ist unbelehrbar

Gareth Joswig

Kommentar von

Gareth Joswig

CDU-Chef Merz hatte mal versprochen, die AfD zu halbieren. Bislang erreicht er das Gegenteil. Als AfD light führt der Weg direkt in den Abgrund.

Läuft er mit seiner CDU in die Falle der AfD? Bundeskanzler Merz im Bundestag Foto: Christoph Soeder/dpa

F riedrich Merz war mal als CDU-Chef angetreten, um die AfD zu halbieren. Tatsächlich aber hat er sie verdoppelt. Die extrem Rechten haben in den vergangenen Wochen gleich zweimal ihren Rekord für ein westdeutsches Flächenland gebrochen. Sie reichen an eine bisher gläserne Decke von 20 Prozent im Westen, im Osten sind sie vielerorts stärkste Kraft und deutlich über der kritischen Schwelle der Sperrminorität. Die AfD bekommt immer mehr Mittel an die Hand, um die Demokratie weiter zu zersetzen. Das Konzept der Union dagegen lautet nach wie vor: CSU, rechte Politik, Kulturkampf, Kürzungen bei Projekten der Demokratieförderung.

Wenn man sich stärker mit Rechtsextremismus beschäftigt, fühlt man sich mit der CDU unter Merz, als würde man in den vergangenen Jahren einen Frontalzusammenstoß in Zeitlupe erleben. Sämtliche Studienergebnisse, sogar die der Union nahestehenden Konrad-Adenauer-Stiftung sagen: rechte Politik stärkt das Original. Aber was macht die CDU? Sie verhandelt mit den Taliban über Abschiebungen, greift die kritische Zivilgesellschaft an, weist Geflüchtete an den Grenzen rechtswidrig zurück, kooperiert im EU-Parlament mit der AfD und füttert einen Kulturkampfminister durch, der linke Buchläden mithilfe des Inlandsgeheimdienstes von der Preisträgerliste cancelt und Gendern verbietet.

Doch Deutschland braucht keinen antilinken Kulturkampf und keine restriktive Migrationswende – es braucht eine Wende der Christdemokraten in diesem Land. Denn die haben in den vergangenen vier Jahren mit einem regelrechten Konjunkturprogramm flächendeckend den Rechtsextremismus auf das höchste Niveau nach 1945 befördert. Merkt die CDU eigentlich noch was? Die Union könnte aus dem Wahlsieg in Rheinland-Pfalz am vergangenen Sonntag einiges lernen. Da hatte sich CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder wenig populistisch inszeniert – und schnitt damit deutlich besser ab als Merz in aktuellen Umfragen. Als Kanzler ist Merz unterdessen noch deutlich unbeliebter als die Ampelregierung es jemals war. Aber er scheint nicht zu merken, dass er das Geschäft der AfD betreibt. Schlimmer noch: Migration war in den Wahlkämpfen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht einmal das dominierende Thema, aber die AfD kratzt dennoch im Westen an den 20 Prozent. Und dann ist da noch CSU-Innenminister Alexander Dobrindt. Hat der die AfD schon wegregiert oder kommt da noch was?

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Die globalen Krisen, für die die Union nichts kann, sind zudem ein Brandbeschleuniger für den Rechtsextremismus: Ukrainekrieg, Energiepreise, die stockende Wirtschaft, jetzt auch noch der Irankrieg und die drohende Ölkrise. Und der globale Autoritarismus findet angesichts des schon seit den neunziger Jahren neoliberal deregulierten Kapitalismus beste Entfaltungsmöglichkeiten: So wachsen soziale Ungleichheit und soziale Desintegrationsprozesse stetig an. Hier müsste man politisch langfristig gegensteuern. Die kurzfristigen Weichenstellungen der Union aber führen einzig zu Spaltung und geradewegs in den Autoritarismus. Angesichts des Gesamtbilds der beiden Schwesterparteien gibt es für sie nichts zu feiern. Die Union hat mit ihrem bodenlosen Rechtskurs gegen Geflüchtete, Arme und EU-Recht bereits viel zerstört – und läuft geradewegs in die Falle der AfD. Genau das plant die AfD. Ihr erklärtes Ziel ist es, mit Kulturkampf einen Keil zwischen Union und die anderen demokratischen Parteien zu treiben und langfristig die CDU zu marginalisieren. Solange die Union AfD-Politik mit ein paar Abstrichen macht, also rechtswidrige Migrationspolitik und neoliberalen Sozialabbau, befeuert sie exakt das Geschäftsmodell der AfD.

Deutschland braucht keinen antilinken Kulturkampf und keine Migrationswende, sondern eine Wende der Christdemokraten

Wie oft soll das eigentlich noch gesagt werden? Irgendwann muss man also davon ausgehen, dass die Union das absichtlich tut und langfristig eben doch mit den extrem Rechten zusammenarbeiten will – so wie sie das in Brüssel schon mehrfach getan hat. Das aber wollen ihre Wäh­le­r:in­nen unter keinen Umständen, wie sich in den Nachwahlbefragungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigt: Über 87 Prozent der CDU-Wähler:innen wollen keine Zusammenarbeit mit der AfD. Beim jetzigen Versuchsaufbau kann die AfD sich trotz ihrer himmelschreienden Inkompetenz, dreister Vetternwirtschaft und offenkundigem Rechtsextremismus einfach zurücklehnen, solange ihr die Union immer wieder recht gibt und auf Minderheiten eintritt. Das muss aufhören.

Was es jetzt braucht, ist keine Migrationswende, sondern eine Kehrtwende in der Rechtsextremismuspolitik, eine Rückkehr der liberalen Christdemokraten in die viel zitierte und bitte auch wertebasierte „Mitte“ der Gesellschaft. Es braucht spürbare Investitionen in Infrastruktur, ein Konjunkturprogramm für erneuerbare Energien, an denen angesichts der Klima- und Ölkrise kein Weg vorbeiführt. Also echte Lösungsansätze für echte Probleme wie beispielsweise die Klimakrise. Kein Kulturkampf-Bullshit, kein Sozialabbau, keine angstgetriebene und auch keine faktenwidrige Migrationspolitik.

Tatsächlich tritt die Union derzeit auch noch der kritischen Zivilgesellschaft in der fragilen Lage vors Schienbein: Sie will das Förderprogramm „Demokratie leben“ zusammenstreichen. Die AfD kann ihr Glück kaum fassen und freut sich unterdessen schon auf die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im September. Engagierten Menschen, die sich dort gegen den Rechtsextremismus positionieren, schiebt die Union einen Stock in die Speichen. Auf kommunaler Ebene läuft die Zusammenarbeit mit der AfD stellenweise bereits reibungslos, auch hier gern mal beim Streichen von Geldern für vermeintlich linke Initiativen. Umso wichtiger bleibt, sich jetzt zusammenzuschließen und Netzwerke gegen den Autoritarismus zu bilden. Wenn Christdemokraten tatsächlich demokratiefördernd agieren wollen, müssen sie sich auch so verhalten. Derzeit sieht es allerdings so aus, als wenn sie daran kein Interesse haben.

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Gareth Joswig
Redakteur Inland
Arbeitet seit 2016 als Reporter und Redakteur bei der taz. Zunächst in den Lokalredaktionen von Bremen und Berlin, seit 2021 auch im Inland und Parlamentsbüro. Davor Geschichts- und Soziologiestudium. Themenschwerpunkte: extreme Rechte, AfD, soziale Bewegungen, Mietenpolitik, dies, das, verschiedene Dinge.
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93 Kommentare

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  • Der Autor scheint zu verkennen das die Union die Verschiebung nach rechts übt, um dann bald mit der afd zu regieren

  • Die CDU / CSU verhält sich grundfalsch und sie lügt und betrügt den Wähler.



    Die Migration in Deutschland ist nicht nur an das Aufenthaltsgesetz gebunden, sondern auch an das Grundgesetz und damit ist das Recht auf Asyl auch fester Teil. Wenn Ausländer nicht in einem anderen Staat als Hilfesuchend registriert wurden, können Sie ihren Asylantrag in Deutschland prüfen lassen.



    Die CDU/CSU tat so und tut so, als ob man an der Grenze einfach Nein sagt.



    Das stimmte nicht, es stimmte nie. Migration wird es weiterhin geben und es gibt einen rechtlichen Rahmen im Grundsgesetz.



    Die AfD will diesen Rahmen nicht mehr haben.



    Die AfD will aus der EU, aus dem EURO und aus den internationalen Abkommen aussteiegen.



    Die AfD will keine Ausländer aufnehmen, sie will grundsätzlich rückführen können. Es ist der AfD egal, ob in anderen Ländern Menschen verfolgt werden, warscheinlich will sie selber Menschen verfolgen und internieren. Warum soll sie Menschenrechte groß beachten.



    Deswegen: Die AfD muss verboten werden.



    Alles andere bringt nichts.

  • "Die globalen Krisen, für die die Union nichts kann, sind zudem ein Brandbeschleuniger für den Rechtsextremismus: Ukrainekrieg, Energiepreise, die stockende Wirtschaft, jetzt auch noch der Irankrieg und die drohende Ölkrise."

    Stimmt, unser Blackrock -Kanzler kann nichts dafür. Aber während Trump die Sanktionen für russisches Öl lockert, bleibt Merz treu an der US-amerikanischen Seite.

    Also, was bleibt den konservativen (?) Wählern, die sich um die wirtschaftliche Lage sorgen übrig?

    Die FDP ist tot, weil sie zu lange rot-grün gestützt hat.

    Frieden mit Russland auf Kosten der Ukraine wollen

    -die Linke. Kann man aber nicht wählen, wenn man eine gesunde Wirtschaft und Arbeitsplätze möchte.

    -BSW. Hätte Wagenknecht bei der Bundestagswahl die 5% geschafft, wäre das ein spannendes Projekt. So eher nicht.

    -Freie Wähler. Zu Regional.

    -AfD.

    Das erklärt ihre derzeitige Stärke. Mit einer realistischen Russlandpolitik, kann man die AfD halbieren.

  • "Merz war mal als CDU-Chef angetreten, um die AfD zu halbieren. Tatsächlich aber hat er sie verdoppelt."

    Herr Merz ist doch keine vier Jahre im Amt. Tatsächlich ist die AFD in den Unfragewerten seit Amtsantritt von Herrn Merz eher konstant geblieben.

    "kooperiert im EU-Parlament mit der AfD". Diese Aussage ist glatt gezogen, den eine Zusammenarbeit der CDU mit Politikern der AFD ist bisher nicht bekannt (die EVP ist nicht die CDU).

    "Sie will das Förderprogramm „Demokratie leben“ zusammenstreichen." Das ist halt auch dringend notwendig, den das Programm wurde unter der Vorgängerregierung fragwürdig konzipiert.

  • Es ist nicht die Union, die bei Wahlen an der 5% Hürde entlang schrammt oder sie nicht packt. Es sind regelmäßig die anderen demokratischen Parteien. Nun ist die AfD gar auch noch bei den Jungen und den Arbeitern die stärkste Partei. Erfolge bei Wahlen gegen die AfD hat nur noch die Union. Die Grünen können sich halten. SPD und Linkspartei sind in der Verantwortung "ihre" Wähler wieder von der AfD zurückzuholen.

  • Ich halte von Merz nicht viel, aber seit er CDU-Vorsitzender ist hat die CDU bei jeder Wahl zugelegt.



    Das, was die AfD im gleichen Zeitraum zugelegt hat, kann also nicht von der CDU kommen.

  • Entweder stimmt Diagnose 1, dass nämlich die Unionsgranden dumm und ignorant sind und sämtliche Studienergebnisse nicht verstehen, oder aber es trifft Diagnose 2 zu, dass sie hoffen, am Ende in Koalition mit den Blaunen weiterhin mit an den Tischen der Macht sitzen zu dürfen.



    Prognose in beiden Fällen: düster.

  • Was für eine Überraschung.

  • Jetzt, da man Merz besser kennt, ist eigentlich klar, was er mit seinem Versprechen. die FaD zu halbieren, in Wirklichkeit gemeint hat.

  • Dass Merz versprochen hat, die AfD zu halbieren, ist angesichts der Tatsache, dass die Union nicht mit absoluter Mehrheit regieren kann, ohnehin nicht ernst zu nehmen. Diese Erwartungshaltung zu schaffen, ist überdies töricht.

    Dass es schlecht ist, sich bestimmte Positionen der AfD anzuschauen, um herauszufinden, ob nicht dem allem ein grundlegendes Problem zugrunde liegen könnte, für welches die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land eine Lösung erwarten, ist demgegenüber nicht "AfD light", sondern nur pragmatisch und vermutlich auch zielführend.

    Ich verstehe natürlich den Beißreflex aus linker Sichtweise, dass man sich natürlich dagegen wehren möchte, auch nur einen Millimeter nach rechts zu gehen. Dazu gehört aber auch, sich ehrlich zu machen und der Tatsache ins Auge zu sehen, dass die Union in den Merkel-Jahren erheblich nach links gerückt ist. Und es ist nur folgerichtig, wenn es Menschen in Deutschland gibt, denen das "zu weit links" gewesen ist.

  • Dass Merz sein Versprechen nicht einlösen kann ist sicher richtig. Nur dass das an seiner "AfD-light"-Politik liegen soll, glaube ich nicht. Es waren ja gerade progressive Projekte (Flüchtlinge, Corona- und Ukrainesolidarität, grüne Klimapolitik) bzw. generell die Ampel, die die AfD-Werte nach oben schnellen ließen. Dass jetzt mehr davon die AfD kleinkriegen soll, ist doch sehr unwahrscheinlich.

    Ich interpretiere das eher so, dass Merz den (potentiellen) AfD-Wähler schlicht nicht rechts genug ist bzw. dessen konservative Versprechungen und Reformvorhaben nicht nachkommt.



    Und man muss ja auch von linker Seite so ehrlich sein dass, abseits des rein Verbalen, die Regierung Merz nur Nuancen rechts der Ampel steht. Ich sehe z.B. keine Abschiebeoffensive der CDU und die Staatsbürgerrechtsreform der Ampel will er auch nicht revidieren...

  • Das Narrativ, dass die CDU schuld am Erstarken der AfD sein soll, verstehe ich nicht. Mit der Linken und dem linken Flügel der SPD gibt es ja Alternativen, die genau die Politik machen, die sich der Autor für die CDU wünscht. Beide verlieren aber oder schaffen den Sprung in die Parlamente nicht.



    Wenn Arbeiter:Innen AfD wählen, scheint mir das zuerst ein Problem der Linkspartei zu sein, und nicht der CDU.

    • @Emmo:

      Ganz verkehrt ist m.E. auch das nicht. Aber wenn man Auf- und Abschwünge der Linken und Grünen mal außer Acht lässt, dann ist DIE säkulare Wählerwanderung wohl die von der SPD zur AfD. Und das ist vermutlich nicht einem Thema oder einem kurzlebigen Zeitgeist geschuldet, sondern einem tiefergehenden Verlust an Vertrauen und sozialem Zusammenhalt. Die Gesellschaft wird vielfach nicht mehr als eine "Gesellschaft der Ähnlichen" (nach Robert Castel) wahrgenommen, sondern als eine fragmentierte oder gespaltene Gesellschaft, in der Zusammenhalt nur noch innerhalb von Mikromilieus funktioniert. Eine Linke, die Identitätspolitik in den Vordergrund stellt, hat gewiss auch ihren Anteil daran. Aber im wesentlichen scheint mir das ein lang anhaltender sozialökonomischer Trend zu sein; man kann vielleicht bis zu den Beschreibungen von Robert Putnam, Richard Sennett und eben Robert Castel zurückgehen. U.a. @abdurchdiemitte hatte ja wohl in einem anderen Faden bereits darauf verwiesen, dass der Niedergang der Sozialdemokratie und der Aufstieg einer neuen Rechten ein Prozess ist, der sich in weiten Teilen Europas über Jahrzehnte hinweg vollzogen hat.

    • @Emmo:

      Die rechte Politik der CDU stärkt das Original, die AfD. Steht genau so im Artikel, selbst die Konrad-Adenauer-Stiftung sagt das. Wollen sie das möglicherweise nicht verstehen?

      Warum ist es "zuerst" ein Problem der Linkspartei, wenn "Arbeiter:Innen" die AfD wählen? Hä?

      Hand auf's Herz, wären Sie nicht in den Kommentarspalten der NZZ besser aufgehoben? Schaue ich mir Ihre sonstigen Kommentare hier an, scheint Ihre politische Ideologie doch eher dort beheimatet, als hier in der linksliberalen taz.

    • @Emmo:

      Viele in der Linkspartei haben dies auch erkannt. Ob sie sich durchsetzen können, hoffe ich mal.

      Die SPD scheint sich immer noch mit konservativer Politik hervortun zu wollen, was ja eigentlich Aufgabe der CDU/CSU wäre. Deswegen wird die SPD immer verzichtbarer. Und die CDU wird immer verzichtbarer mit ihrer AfD-Politik. Was bleibt für Konservative Wähler dann übrig? Eigentlich SPD wählen, aber das scheint viele abzuschrecken.

      Und was bleibt vielen linksgerichteten Wählern übrig? Eigentlich die Linke wählen, was aber wohl auch viele abschreckt, wegen der gegenseitigen Blockiererei innerhalb der Linken in den letzten Jahren. Wagenknecht & Co. sind zwar nun nicht mehr dabei, aber ob die progessiven Kräfte sich durchsetzen können?

      Bleiben noch die Grünen. Aber die haben die soziale Frage in der letzten Zeit arg vernachlässigt.

    • @Emmo:

      Die Linke steckt in einer Sackgasse. Sie kann sich nicht mehr selbstkritisch begutachten ohne sich zu zerfleischen. Allenfalls die SPD wird da noch wieder einen Ausweg finden.

    • @Emmo:

      "Das Narrativ, dass die CDU schuld am Erstarken der AfD sein soll, verstehe ich nicht."



      Wenn man sich die Themen von der AfD aufzwingen lässt und deren Themen hinterherläuft, statt wirklich eigene Akzente zu setzen, verliert man.



      "Mit der Linken und dem linken Flügel der SPD gibt es ja Alternativen..."



      Und auch diese ventilieren rechte Themen.

      Wer gewinnt? Das Original.

  • Leute, bei allem Respekt: Ich verstehe nicht, warum hier immer wieder so getan wird, als sei es die Union, die alles falsch macht, wenn es um die AfD geht. Dabei ist die Union die eine große demokratische Partei, die gerade bei allen Wahlen deutlich zulegt. Die FDP verschwindet, und die Parteien links der Mitte, insbesondere die SPD, werden schwächer. Der angebliche "große Moment" der Linken hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, die Grünen verlieren zwar nicht im gleichen Maße, aber wachsen auch nicht. Es ist die gesamte Gesellschaft, die gerade deutlich nach Rechts rückt, und das ist gruselig. Das wird man nicht aufhalten, indem man aus einer Position der Schwäche heraus wieder und wieder der siegestaumelnden CDU erzählt, wie sie alles falsch macht und der wahre Schuldige an der eigenen Schwäche sei, sondern, indem man sich an die eigene Nase fasst.

    • @Agarack:

      Die csdU fördert mit ihrem Rechtskurs den Erfolg der Faschisten, indem sie deren Duktus hoffähig macht und sie nachäfft. Es sind wissenschaftliche Erkenntnisse, dass genau solcher Kurs dem Original zuspielt und keineswegs der Kopie. Das zu leugnen zeigt entweder enorme Sturheit oder Gleichgültigkeit. Die anderen Parteien machen das in dieser ausgeprägten Form nicht. Die csdU ist selbst Schuld an diesem Debakel - wahrscheinlich will sie auch ihre Machtoptionen erweitern und steuert geradewegs auf eine Zusammenarbeit mit den Rechtsextremen hin.

      • @Perkele:

        "Es sind wissenschaftliche Erkenntnisse, dass genau solcher Kurs dem Original zuspielt und keineswegs der Kopie. Das zu leugnen zeigt entweder enorme Sturheit oder Gleichgültigkeit"



        Es ist merkwürdig, dass Sie mir mantraartig Sturheit oder Gleichgültigkeit vorwerfen, ohne zur Kenntnis zu nehmen, dass die aktuellen Wahlen den von Ihnen beschriebenen Trend nicht hergeben. Die CDU hat zwar, wie alle anderen Parteien auch, bei beiden Landtagswahlen Stimmen an die AfD verloren - aber sehr viel mehr Stimmen von den anderen Parteien dazugewonnen. Die Wählerwanderung lässt sich z.B. bei der ARD nachvollziehen. Wenn Ihre Aussage stimmen würde, dann würde die AfD primär zulasten der CDU stärker - die AfD wird aber primär zulasten der anderen Parteien (SPD, Grüne, Linke und FDP) stärker, während die CDU überall zulegt.

      • @Perkele:

        Meinen Sie? Oder wollen Sie damit einfach nur konstatieren, dass manche der Beweggründe der Menschen, AfD zu wählen, gar nicht existieren können, weil sie schließlich in Ihrer Welt nicht existieren dürfen?!

      • @Perkele:

        Es sind doch aber gerade die früheren SPD-Wähler, die



        offensichtlich massenweise AFD gewählt haben, dafür



        kann doch nicht die CDU verantwortlich sein.

      • @Perkele:

        Naja, in RLP haben zumindest doppelt so viele Menschen CDU gewählt wie AfD.



        Verloren haben alle anderen, die SPD massiv. Da die Wähler aber im Schwerpunkt von der SPD zur CDU und nicht zur AFD gewandert sind (ich schrieb "im Schwerpunkt") würde ich Agarack durchaus in seiner Position unterstützen.



        Die Entwicklung ist nicht gut, aber die letzte demokratische alternative zur AfD nun aufzufordern, auch weiter nach links zu rutschen und damit nahezu tödlicher stimmen abzugeben, ist doch Quark.

      • @Perkele:

        Dann legen Sie doch mal bitte anhand der Wahlergebnisse von SPD, Linke und Grünen (wenn man aus letzeren mal den Cem-Faktor rausrechnet), wie eine an DEREN Agenden angelehnte Unionspolitik die AfD schwächen würde. Und verzichten Sie bitte auf jede Spekulation, man könne den Wähler umerziehen, die Dinge so zu sehen wie diese Parteien. DER Traum sollte seit über 60 Jahren ausgeträumt sein.

      • @Perkele:

        Was genau äfft die CDU der AFD nach. Was genau ist der Rechtskurs?



        Geht es um die Versuche, illegale Migration einzudämmen? Sollte nicht jede Regierung dieses Ziel haben? (Sonst wäre es legale Migration)



        Was noch?

  • Die Linke, Grüne und der (starke) linke Flügel der SPD stehen doch genau für die Politik die im Beitrag von der CDU verlangt wird, Warum gewinnen dann diese Parteien keine Wahlen mit eben dieser Politik ? ( Özdemir hat in BWB nur mit einem Anti- Grünen Partei Wahlkampf gewonnen)

    • @Günter Witte:

      Weil es eben nicht die Politik ist, die die Mehrheit möchte. Ist schon doof, wenn Demokratie heißt, dass auch die anderen mehr sein können

  • Die AFD wächst doch nicht, weil die Union ihr Lied singt. Sie wächst, weil auch nach einem Jahr Schwarz-Rot noch nicht die dringend benötigten Reformen angestoßen sind, um die seit Jahren laufende Deindustrialisierung zu stoppen, die unser Land in ein Armehaus verwandeln wird.



    Vielleicht ist das in der Berliner Blase noch nicht angekommen. Aber unsere Einkommensgrundlage geht langsam aber sicher vor die Hunde. Das hat viele Ursachen, die Politik sollte jedenfalls endlich nicht mehr Teil des Problems sein, sondern dafür sorgen, dass es attraktiv ist, in Deutschland zu investieren statt anderswo.



    Und selbstverständlich ist es im Sinne der Bürger, wenn über Abschiebungen verhandelt wird. Das ist nicht mal rechts, sondern die Aufgabe einer Regierung.

    • @Jens Köster:

      Unsere Einkommensgrundlage geht langsam aber sicher vor die Hunde, weil jahrzehntelang auf der falschen Schiene gewirtschaftet wurde. Zu umweltfeindlich, zu überproduktiv, zu ungleicheitsbetont, zuviel Rohstofffresserei aus anderen Ländern. Die Folgen der Abhängigkeit vom Öl merken wir gerade, die Folgen der Klimakrise kommen noch. Usw.

    • @Jens Köster:

      "Die AFD wächst doch nicht, weil die Union ihr Lied singt."



      Doch.



      "Sie wächst, weil auch nach einem Jahr Schwarz-Rot noch nicht die dringend benötigten Reformen angestoßen sind..."



      Das spielt mit rein. Wenn für Probleme (auch) primär rechte Lösungen gewählt werden. Wenn man es versäumt, nach Lösungen zu suchen und stattdessen dem populistischen Quark oder den zahlenden Lobbys hinterherläuft.



      Da fällt es den Rechten nicht schwer, sich als Alternative zu präsentieren.

  • Laut den Wahlergebnissen hat die CDU 3,3% dazu gewonnen und SPD/Grüne haben zusammen 11,4% verloren. Die AfD hat zufällig 11,4% dazu gewonnen. Sieht jetzt für mich nicht so aus als wäre das einzige Problem die CDU.

  • Ach ja, die CDU ist an allem schuld. Schauen wir mal. Hat Merz die AFD halbiert? Nein. Hat er sie verdoppelt? Nein, das war die Ampel. Hilft eine restriktive Migrationspolitik der AFD? Vielleicht, sicher aber helfen ihr offene Grenzen. Hilft die Kürzung der Mittel für Demokratieförderung der AFD? Kaum; in 10 Jahren sind diese Mittel ähnlich aufgewachsen wie die AFD. Und wie ist eigentlich die Bilanz der Progressiven? Hat der Kulturkampf gegen rechts die AfD geschwächt? Hat linke Identitätspolitik die AfD geschwächt? Hat Gendern die AfD geschwächt? Und wollt Ihr wirklich mit noch mehr linker Politik Wähler zurückgewinnen, denen jetzt schon alles zu links ist? In Wirklichkeit wissen doch weder die einen noch die anderen, was den rechten Rand stärkt und wie man ihn wieder klein kriegt.

    • @Jochen Laun:

      Eine restriktive(re) Migrationspolitik nützt der AfD kein bißchen. Wenn andere das Problem differenziert angehen, zu welchem die AfD mit einfachen Bauernfängerparolen einfache Lösungen fordert und das Problem reduziert wird, reduziert das auch die AfD an der Urne.

    • @Jochen Laun:

      Beim Lesen Ihres Beitrages habe ich den Eindruck, daß "das Volk", wie Sie es sehen, eigentlich genau das will, von dem wir hofften, daß es 1945 verschwunden ist.

      Außerdem habe ich den Eindruck, daß unsere "C"Parteien beginnen, sich in diese Richtung zu entwickeln.

    • @Jochen Laun:

      "Nein, das war die Ampel. Hilft eine restriktive Migrationspolitik der AFD? Vielleicht, sicher aber helfen ihr offene Grenzen."



      Letzteres allerdings nur, wenn man diese zum einzigen Problem macht, statt sich der wirklichen Probleme anzunehmen und die Schwierigkeiten mit den offenen Grenzen nicht wirklich angeht.

  • "Konrad-Adenauer-Stiftung sagen: rechte Politik stärkt das Original."

    Ich empfehle, den verlinkten Artikel nachzulesen.

    Er kommt gar nicht zu dem Schluss, den Herr Joswig verspricht.

    Interessant ist er trotzdem.

  • Ich denke nicht, dass die CDU irgendetwas tut, weil die Afd existiert. Die CDU macht das was aus ihrem Inneren Bestreben hervorwächst, ganz aus sich selbst heraus und auf eigene Rechnung. Dass sie die Afd rechts überholen kann ist purer Zufall -- ergibt sich aus der kosmisch-innerlichen Dynamik.



    Genau gleich bei den Leuten, die sagen: so ein guter ökologischer Macher, der Boris Palmer - deshalb solle er Innenminister werden.



    Das sind gleichgerichtete Phänomene, unabhängig von einander. In vielen Ländern, z.B. in Rumänien, gibt es zwei rechtspopulistische oder -rechtsradikale Parteien.



    Im Linken Spektrum genauso: 10 Ansätze nebeneinander, klingen ähnlich, vereinigen sich aber nicht.

  • "Merz war mal als CDU-Chef angetreten, um die AfD zu halbieren."



    .



    Wenigstens hat jemand das Ziel.



    Von ähnlichen Zielen in anderen demokratischen Parteien ist ja nichts zu hören. Und es fehlen auch en paar Worte zum extremen Anstieg der AfD unter den Ampelparteien.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      "Wenigstens hat jemand das Ziel..."

      Mag vermutlich nicht jeder solch hohle Sprüche absondern. - Was von alldem, das Herr Merz bislang behauptet oder als Ziel gesetzt hat, ist denn auch nur annähernd eingetreten oder realisiert worden?

  • Es ist doch alles bekannt: Faschisten siegen, wenn den Leuten die Zuversicht und Existenzsicherheit abhanden kommt (danke Rot-Grüne Agenda 2010); sie siegen, wenn Konservative denken, dass sie immer die Mehrheit haben werden und die Faschisten immer nur Mehrheitsbeschaffer sein werden; Faschisten siegen, wenn nur noch ein Simulacrum von Politik (Kulturkampf) aufgeführt wird; sie siegen, wenn die Gesellschaft verroht und zersplittert; sie siegen, wenn die neoliberalen Verhältnisse das Leben so erschöpfend und frustrierend machen, dass Widerstand schwindet; Faschisten siegen, wenn Unternehmer*innen Profite wichtiger als demokratische Rechte sind; sie siegen, wenn die Leute sagen können: die Sozial- und Christdemokraten und Liberalen und Grünen stimmen im Grunde den Aussagen der extremen Rechten zu.

  • Sehr geehrter Herr Joswig,



    meine Hochachtung!



    Dieser Artikel spricht mir nicht nur aus der Seele, er ist einfach die zutreffenste Tatsachenbeschreibung, die ich seit langem gelesen habe.



    Es freut mich, dass sich noch Jemand mit dem echten Problem in diesem Land auseinandersetzt -



    Danke!

    • @Philippo1000:

      Dito!

    • @Philippo1000:

      Sie glauben also, dass die AfD so stark wird, weil die CDU die kopiert?



      Warum überhaupt konnte dann die Partei überhaupt entstehen? Ein Paradoxon würde ich mal sagen.

      • @Tom Farmer:

        Wenn die Frage allerdings lautet:" wie konnte die "afd" ihre Ergebnisse verdoppeln, obwohl Merz versprach, dieselben zu halbieren", geht es nicht um die Entstehungsgeschichte einer Partei.



        Herr Joswig zitiert mehrere Studien, die zu dem Schluss kommen, dass die Übernahme der rechtsextremen Ansichten dem "Original " nicht schadet. Im Gegenteil, es gewinnt Zuspruch, schließlich gibt die Union der "afd" in der Sache recht.

  • Sobald Merz weg ist wird die CDU, ob unter Spahn oder eines CSU "Spitzenpolitikers" mit der AfD zusammen regieren, darauf möchte ich wetten. Man wird der AfD einige ganz extreme Ziele abverhandeln, aber die Tendenz wird übel sein. Da werden sich dann auch viele der arbeitslosen AfD Wähler die Augen reiben, obwohl ich deren Wut verstehen kann, ist die heutige AfD ( anders als am Anfang unter Lucke ) so, als wenn man einen Brand nicht löscht sondern noch Brennspiritus reinkippt.

    • @Video2000:

      Diese Vorhersagen werden regelmäßig seit Jahren gemacht. Wer da schon alles Haus und Hof verwettet hat. Bei manchen Kommentare hat man den Eindruck, dass die Enttäuschung groß ist, dass es bisher nicht eingetroffen ist. Vielleicht, weil der Wetteinsatz zu hoch war

  • Der unaufhaltsame Aufstieg der Rechtsparteien dürfte eher der Weltlage geschuldet sein, als in nationaler Politik zu verorten.

    Sinnbildlich dafür stehen die letzten Wahlen in Europa. In Dänemark holten die Rechtspopulisten der Dansk Folkeparti, Danmarksdemokraterne und Radikale Venstre zusammen über 20% der Stimmen. In Norwegen erzielte alleine die Fremskrittspartiet im letzten Jahr über 20%. In beiden Ländern war Migration übrigens kein Thema im Wahlkampf.

    Macht man wie der Autor das Erstarken der Rechten lediglich an sozio-ökonomischen Faktoren oder der Migrationspolitik fest, dann dürfte es in den beiden skandinavischen Länder eigentlich keine Wahlerfolge von Rechtsparteien geben. Gleiches gilt auch für die Schweiz die bei der letzten Wahl eine starke Zunahme von rechten Kräften verzeichnete.

    Imaginäre Ängste und die damit verbundene Sehnsucht nach Autorität und Einschränkung der sozialen Freiheit, kann auch die CDU dann nicht bekämpfen wenn sie sich komplett auf links dreht oder wie in alten Zeiten in der bürgerlichen Mitte verortet.

    Deutschland wird das ereilen, was in anderen Ländern schon lange Realität ist. An den Rechten führt in absehbarer Zeit kein Weg mehr vorbei

    • @Sam Spade:

      Auch in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts gab es diesen Rechtsruck in vielen Ländern. Festzustellen ist, dass die deutsche Variante des Rechtsradikalismus und Faschismus die bei weitem mörderischste darstellte. Deshalb sollte uns die derzeitige Entwicklung in Deutschland besonders beunruhigen.

    • @Sam Spade:

      So ganz gerade läuft der sozioökonomische Vergleich zwischen Deutschland und Skandinavien, verbunden mit Wahlergebnissen, nicht. Im Kern tackern wir womöglich alle die Klammer im identischen Muster. In Skandinavien können jedoch weitere Motive gelten, die hier fremd sind, zumal, zumindest ich, die sozioökonomischen Grundlagen und Entwicklungen zwischen der Bundesrepublik und Skandinavien nicht vergleichen habe. Ferner kann sich schlicht auch Rechts von Rechts unterscheiden, sodass das skandinavische Rechts einer dämlichen CSU-Spitze mit Weißwurstspitze am Reverse entsprechen könnte. "Ausländer raus" sagen im Prinzip auch die Sozialdemokraten in Dänemark. Wirklich nazi-Rechte nach geschichtlichem Vorbild, die gerne wieder vor rund 80 Jahren leben möchten, wird's querbeet geben. Fakt bleibt die Aufkündigung der Gemeinwohlverpflichtung der Wirtschaft in den 70ern und 80ern.

    • @Sam Spade:

      Da ist viel dran an ihrer Analyse. Aber ich würde auch Änderungen in uns Menschen - in dem was wir wissen, was wir wollen, was uns aufregt, aber besonders was wir wissen und glauben (bzw. zu wissen glauben) - ganz nach vorne stellen. Ich sehe Orientierungslosigkeit und sehr viele Theorien zur Lage der Gesellschaft, der Welt usw. um den ganzen einen Sinn abzugewinnen, die hinten und vorne nicht passen. Das politische Wissen ist geschwunden aber nicht nur (auch!) weil die Menschen nicht mehr so offen und im politischen Kampf verortet waren wie früher sondern auch weil die Welt wirklich komplexer geworden ist. Das Problem ist, dass viele das aber praktisch so kompensieren, dass sie überheblich sich Wege in die epistemische Krise schlagen und dazu gerne einfache Erklärungen, die Anschluss finden, wählen; was logisch, aber destruktiv ist. Z.B. "Internationalismus ist schlecht", "Zuwanderung ist schlecht", "es gibt eine Verschwörung dieser oder jener Gruppe gegen uns" usw. Und das ist noch eien Binse die leider nur zu wahr ist: Die Dezentralisierung von Information aka soziale Medien und die völlige Zersprengung von Information und Faktum sidn Umstände, da man nicht reparieren kann.

  • Wer kurz nach der Wende die Augen offen hatte, konnte damals schon sehen, dass die CDU unter Kohl kein Interesse an Demokratie hatte. Wirtschaftsliberalität war das Nonplusultra. Im Osten kam hinzu, dass die Lebenswerke der ehemaligen DDR-Bevölkerung komplett negiert wurden. Im Westen haben sich nur wenige für den Osten interessiert, viele waren eher der Meinung, dass im Osten niemand Ahnung von Demokratie hatte. Da fällt mir immer wieder ein Spruch an einer Mauer in Zittau in den 90er Jahren ein: "Wir sind das Volk! - Wir sind ein Volk! ... Ich bin Volker." Das kann man durchaus als knappe Zusammenfassung ansehen, was aus der Wende geworden ist, mit allen Auswirkungen, die wir derzeit beobachten.

  • Das stimmt schon, die AfD kann sich über die Union von Merz und Söder ein Loch in den Bauch freuen. Beide mühen sich nach Kräften, AfD-Politik unter dem Unionslabel umzusetzen, werden scheitern und die AfD wird immer extremere Forderungen aufstellen und möglicherweise irgendwann die Chance zu Umsetzung bekommen.



    Bei Merz war schon immer der Machtwille deutlich ausgeprägter als das politische Konzept (Bierdeckel). Das gepaart mit einem rückständigen Weltbild, Rassismus, etwas Misogynie, elitärem Denken und maßloser Selbstüberschätzung sind keine Voraussetzungen, um als Parteivorsitzender und Bundeskanzler die AfD im Schach zu halten. Hinzu kommt, dass bei vielen Unionsmitgliedern die inhaltliche Nähe zur AfD zu groß ist, um eine klare Abgrenzung zu ermöglichen. Wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel, zu Mobilität oder Energieversorgung werden genauso ignoriert wie historische Erkenntnisse zum Aufstieg des Faschismus vor einhundert Jahren.



    In dieser Form ist die Union ein Steigbügelhalter des Faschismus, keinesfalls ein Gegner desselben.

    • @Flix:

      Offen gestanden denke ich, dass man eine gewisse Gewöhnung der eigenen Wähler und Mitglieder an die AfD abwartet, bzw. auf sie hinarbeitet. Da die SPD sich in dieser Regierung endgültig obsolet macht (wer sollte die noch wählen und warum?) werden sie dann auch bald "keine andere Wahl" mehr haben als "den Wählerwillen" umzusetzen. Für Merz, Spahn, Amthor & Co. heißt es dann endgültig: Feuer frei.

  • CDU-Chef Merz hatte mal versprochen, die AfD zu halbieren. Bislang erreicht er das Gegenteil. Als AfD light führt der Weg direkt in den Abgrund.



    ----



    "Die Bundesregierung werde Internetanbieter dazu verpflichten, IP-Adressen drei Monate lang zu speichern, um sie für die Verfolgung von Straftaten im Netz ... " ZON

    Alle, auf Vorrat, von jedem ...?

    "... Der Bundeskanzler versprach zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen weitere Maßnahmen. Als eine Hauptursache nannte Merz die Zuwanderung nach Deutschland...."



    ----



    Nicht schon wieder! Bei aller Solidarität mit Frauen & ihr wirklich WICHTIGES Schutzproblem, der Fritz "missbraucht" sie & Ihre berechtigten Bedürfnisse doch nur!



    "Vorratsdatenspeicherung" & "Stimmung" (hier stand erst Hetze, doch ein BuKa hetzt ja nicht) gegen Zuwanderer zu machen! :-(



    Fällt denn unseren "Rechts-Konservativer" AfD-light" nichts Besseres ein als diese Uralt-Themen wieder aufzukochen!



    Dazu fällt mir nur noch ein:



    "Vater, ...... warum hast Du Fritz & seinen Fanclub verlassen?" ungefähr aus dem Kopf zitiert!



    Ps. Warum sollte die Bürger die " schlechte Kopie" wählen, wenn das Original greifbar ist? So halbiert er nicht DIE, sondern seine eigene Partie! :-(

    • @Sikasuu:

      Wenn man sich die Wahlergebnisse der letzten Zeit anschaut, verliert ja nicht die CDU sondern SPD und Grüne die Wähler. Und die Wählerwanderungen sind ja auch kein Zeichen, das eine linke Politik die Wähler besonders anspricht.

    • @Sikasuu:

      @Sikassuu



      Genau Ihre Fragestellung zeigt wie viel Aufklärungsarbeit noch durch die Organisationen der Förderung zu mehr Demokratieverständnis notwendig sind. Damit Wähler endlich verstehen lernen, warum z. Z. nur die Linke, die Interessen der überwiegenden Arbeitnehmer vertritt.

  • Danke für diesen Artikel!!



    Der Sumpf des Neoliberalismus mit seinen sozial zerstörerischen Auswüchsen ist nicht mehr zu stoppen. Demokratie wird nur noch einseitig rechtsgerichtet praktiziert, Aufklärung über Missstände wird unterdrückt. Systemkritik wird einfach entsorgt. Eine AfD braucht es dafür gar nicht mehr, das bekommen sie Stück für Stück auch allein hin.

  • Mir ist die Meinung zu theoretisch: CDU streicht Mittel für Demokratieprojekte und will am Sozialen sparen und daher wählen viele AfD?



    Die AfD wächst seit über 10 Jahren konstant, nicht erst seit einem Jahr o.ä.!



    Das ist ein Phänomen welches viele Ursachen hat. Letztlich eine Demokratieenttäuschung: "Ich verhalte mich seit Jahren demokratisch, aber niemand nimmt meine Probleme ernst."



    Eine Vertrauenskrise die viele Mütter und Väter hat. Der Intellektuelle regt sich über verlorene CumEx Milliarden auf und einen Ex-Kanzler der sich an nix erinnern kann. Average Joe dass er steig3nde Beiträge hat aber beim Arzt zusätzlich bezahlen muss oder keinen KITA Platz bekommt, der ja gesetzlich garantiert ist. Der Angestellte oder Unternehmer der viel Steuern zahlt aber marode Infratsruktur hat. USW. Beliebige Verlängerung der Liste.



    Schön, wenn man seine Wut auf einen Punkt fokussieren kann und einen Schuldigen ( hier die CDU) findet.... die Wahrheit ist das nicht!

    • @Tom Farmer:

      Gut argumentiert. Aber passt zur relativen Hoffnungslosigkeit der Entwicklung. Mag wahr sein, aber da würde doch der vernünftige Gedanke sein: denke nur an dich, bring deine Pfrüude in Sicherheit und sonst dein Profil klein. Nur wenn wir so denken, was wird denn dann aus unserem Land? Das ist das Problem. Aber ich verstehe sie voll und ganz und empfinde ganz ähnlich. Traurig.

  • Das ist richtig, zudem richtig deprimierend, da eben seit Ewigkeiten offensichtlich.

    Kann man sich realistische Hoffnungen darauf machen, dass Merz ,& Co. ihren Kurs ändern? Dass Merz begreift was die Aufgaben eines Kanzlers sind, statt die Gesellschaft zu spalten und - wie es seine Lebensaufgabe zu sein scheint - noch mehr Geld nach oben zu schaufeln, ach dem vermeintlichen Unten zu treten, ohne Rücksicht auf Konsequenzen?

    Die Antwort auf diese Fragen ist so klar, wie eben auch deprimierend.

    Und die SPD? Muss man die noch ernsthaft diskutieren?

  • Der Autor hat sicher Recht, dass das, was die Union aktuell macht, AUCH nicht funktioniert. Nur fehlen urnenbewährte Alternativen. Der Union zu predigen, sie müsste jetzt als Reaktion auf die Wahlergebnisse in BaWü und RLP eine Politik machen, die mehr den Grünen und der Linken nacheifert, ist ein verständlicher Reflex für einen Linken. Aber leider lässt es auch befürchten, dass der Prediger diese Ergebnisse - AUSSER den Zuwächsen der AfD - nicht wirklich zur Kenntnis genommen hat. Denn auch für solche Politik gibt es Originale, und die lassen gerade in diesen Fanal-Wahlen im Unterschied zur Union mal so richtig übel Federn lassen (wenn sie nicht gerade einen übermächtigen, fernab seiner Parteilinie irrlichternden Lokalmatador vorschicken können).

    Ich bin jetzt mal böse und frage, ob diese Ergebnisse und auch das, was man so nach und nach über die Motivation der AfD-Wähler erfährt, nicht eher nahelegen, dass die Halbierung nicht gelingt, weil die Union stets zu Zugeständnissen nach links gezwungen ist und keine politische Linie halten kann. Nur soviel: Die Ansage, die NGO-Finanzierung auf den Prüfstand zu stellen, hat sicher zur Abwechslung mal NICHT der AfD Wähler zugeschoben.

    • @Normalo:

      Auch eine gute Sichtweise, aber dennoch lässt sie uns vor dem sich fett fressenden Elefanten stehen, und daneben kommt noch ein Tiger ins Spiel.

      Einig sind wir uns denke ich jedenfalls, dass Symbolpolitik und ideelles Handeln uns gar nichts mehr nützen, sondern nur mehr Schaden anrichten. Auch die Aktivierung des ÖRR zur Demokratieförderung verbraucht sich so zunehmend: Es ist wie wenn man die gleiche Schallplatte von Gerechtigkeit, Vielfalt, Demokratie usw. wiedert udn wieder abspielt. Das hält die Leute aber nicht bei der Stange und ermüdet sogar echte Demokraten, da muss politisch mehr als Verlautbarungen kommen! Und da reicht es auch nicht zu sagen: "Die anderen sind noch schlechter" oder "wählt das Kleinere Übel", das hat sich auch schon lange erledigt, damit gewinnt man nicht mehr. Denn eine Sache ist und bleibt unhintergehbar wahr: Der schlimmste Feind - unbezweifelt dass er so shclimm ist wie befürchtet - hat bisher eben noch nicht politisch regiert - die anderen, die ihn draußen halten wollen aber schon. Deswegen genügt es nicht mehr auf den Feind zu zeigen. Das hat sich völlig abgenutzt bei vielen Menschen. So wie das andere von dem ich schrieb: Politische Sonntagsreden!

      • @JK83:

        Nach wie vor repräsentiert die AfD ja nur etwa ein Viertel des Wahlvolkes (schlimm genug!). Man kann daraus schließen, dass Dreiviertel der deutschen Wähler gegen die AfD und deren völkisch-nationales Verständnis von Demokratie stehen und das Bekenntnis zur liberalen parlamentarischen Demokratie der etablierten Parteien teilen (die gute Nachricht!).



        Wenn man weiter davon ausgeht, dass die AfD mit 25% ihren Peak erreicht hat - auf Bundesebene, allerdings mit starken regionalen Unterschieden -, ist das sogar eine ausgesprochen gute Nachricht. Vorausgesetzt, die Brandmauer hält weiter.



        Und das wäre meine persönliche Empfehlung, auch an die CDU/CSU: liebe Christdemokraten und -soziale, übt euch weiter in kulturkämpferischen Verrenkungen, wenn es denn der Versicherung eurer konservativen Identität dient. Von mir aus leistet euch dafür auch einen Kulturstaatsminister wie Wolfram Weimer.



        Aber bitte weiter Finger weg von Koalitionen mit der AfD, im Bund und auch in den (ostdeutschen) Bundesländern.

  • Herr Dobrindt will einfach nicht kapieren, dass der harte Kurs in der Migrationspolitik der Partei keine Stimmen bringt.



    Das musste auch die dänische Premierministerin lernen: "Frederiksens knallharter Kurs in der Migrationspolitik, den sie weiter verschärfen will, zahlte sich nicht wie erhofft aus." (taz)



    Wem diese Fragen das wichtigste Anliegen ist, wählt "ultra-rechts".



    Die Politiker der CDU täten besser daran, sich nicht so viele Gedanken um das "Straßenbild" zu machen. Vielmehr sollten sie sich beispielsweise um eine bessere Gesundheitspolitik kümmern, statt solch grandiosen Ideen "herauszuhauen" , wie Einsparungen bei der Zahnversorgung oder der Familienversicherung. Auf diese Weise werden sie nur weitere Wähler verprellen.

    • @Il_Leopardo:

      Unsicher: Stimmenverluste müssen gar nicht mit der Frage zusammenhängen, vielleicht hätten z.B. die dänischen Sozialdemokraten ohne diese harte Migrationspolitik noch weniger Stimmen geholt. Das ist genauso plausibel! Sie wissen es schlicht nicht aber behaupten es einfach. Das reicht mir nicht, pardon.

      Und nochmal dazu: Die CDU hat sowohl in Bawü als auch in RLP gewonnen! Da kann man shcon insgesamt hinterfragen, ob de Grundthese des Beitrages - und ihre - überhaupt stimmt!

      Oder etwa nicht?

      • @JK83:

        Ich krame mal ein wenig in meinem Kopf und erinnere, dass die Hauptinteressen bei den CDU-Wählern doch Fragen der Wirtschaft, der Zukunft der Arbeitnehmer und der Gesundheits- und Familienpolitik sind. Meines Erachtens lassen sich die Alt-Parteien zu sehr von der AfD mit derem zentralen Thema "Migration" durch's Dorf treiben. Da ich selbst mich durch die Anwesenheit von sogenannten "Fremden" nicht in meiner Sicherheit gefährdet sehe, könnte ich mir vorstellen, dass es auch einem Teil der CDU-Wähler ähnlich ergeht und die "neue" Politik eines Herrn Dobrindt nicht teilen. Ob ich damit recht habe, werden wir nicht erfahren, denn Herr D. wird seine Politik nicht ändern. Es gibt jedoch in meinem sozialen Umfeld christlich-konservative, ältere Wähler, die sich wegen dieser Frage angewidert von "ihrer" Partei abwenden.

    • @Il_Leopardo:

      Jaja die CDU soll Linke Politik machen, weil man das selber gut finden würde, damit die CDU gewählt wird. Dabei würde die CDU von eher Linken nichtmal gewählt werden, wenn Sie Linke Politik machen würde. Spätestens seit Merkel kann man das auch nicht leugnen.

      Daher ist das was Sie machen ein vergiftetes Angebot machen mit Ideen die Sie gut finden, aber keine Wähler bringen, denn diese Themen sind ganz offensichtlich Themen die bei den Menschen nicht gewollt ist.

      Man gewinnt keine Wahlen mit Positionen, die bei anderen Parteien dafür sorgen, dass die Wähler verschwinden!

    • @Il_Leopardo:

      Zumindest, was die Wahlergebnisse angeht, stimmt das wohl kaum.



      Die Dansk Folkeparti (als rechtspopulistische Partei Dänemarks) stürzte ab von über 21 Prozent 2025 auf 2,6 Prozent in 2022. Und Mette Frederiksen von den dänischen Sozialdemokraten ist seit 2019 Ministerpräsidentin und wird es wohl auch noch ein paar Jahre bleiben.

      • @NN:

        Man kann nicht von 2,6 auf 21% abstürzen.

  • Weimers Kulturkampf ist kein Ausrutscher, das zeigt der Angriff von Karin Prien auf die Förderbedingungen von "Demokratie leben", u. a. auf die renomierte Bildungsstätte Anne Frank, die existentiell bedroht ist.



    Meron Mendel, Bildungsstätte Anne Frank sagt: "Institutionen in der Zivilgesellschaft werden nun danach sortiert, ob sie zu meiner Wählerschaft, zu meiner Klientel gehören oder nicht. Derzeit wird die ganze Zivilgesellschaft fälschlicherweise als "linksgrünversifft" dargestellt.



    Prien, einst Teil einer liberalen Regierung innerhalb der CDU in Schleswig-Holstein, gibt nun die Hardcorekulturkämpferin, die sich hinter angeblich nicht erreichten Zielerreichungsgraden wie beim Staubsaugerverkauf versteckt.



    Befeuert wird das Ganze von Schreiberlingen bei Springer, die auf die Sprengung der Brandmauer zur AFD hinschreiben, um endlich "CDU pur" durchzusetzen.



    Hier hilft nur, den Fehdehandschuh aufzunehmen. SPD, Grüne und die Linke müssen mit der Zivilgesellschaft den Angriff von Prien durch starke Proteste (u. a. auf der Straße) verhindern.

    Denn regiert erst einmal die AFD - und das ist in MVP nicht mehr allzu fern - wird wie in den USA autoritär durchregiert.

  • Also im Erzgebirgskreis hat die AfD erfolgreich bei der letzten Landtagswahl plakatiert: AfD - alle anderen sind grün

    Dort ist es kein Rechtsschwenk der CDU, die der AfD Stimmen verschafft, sondern weitverbreitete Ablehnung der Grünen und von allgemein allem, was als links wahrgenommen wird. Dass sich eine CDU hier von den Grünen maximal abgrenzt, ist der einzige Weg nicht auch in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

    • @Sebastian Heinz:

      Aus Wikipedia: "... Der Ausländeranteil lag mit Stand Dezember 2015 bei 2,2 %. Den Ergebnissen des Zensus 2011 zufolge haben 1,8 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund; bei den restlichen 98,2 % handelt es sich um Deutsche ohne Migrationshintergrund. ..." Also Biodeutsche unter sich, wenn man sich dann den letzten Prognos Zukunftsatlas ansieht pfeift diese von Rechten dominierte Gegend wohl eher auf dem letzten Loch. Nach den rechten Narrativen müsste dort doch alles nur so blühen.

      • @Axel Schäfer:

        Ich glaube nicht, dass Rechte so rational auf die Welt schauen.

  • Die Union regiert im Bund und ist demnächst wohl in ungefähr 12 von 16 Bundesländern mit in der Regierung. Die Machtmaschine CDU war lange nicht mehr derart mächtig.

    Das ständige Blinken nach Rechts hin zur AfD hält die linken Koalitionspartner noch zusätzlich in Schach.

    Eine schwache AfD würde die Position der CDU gegenüber allen anderen Parteien auch arg schwächen. Eine starke AfD hingegen führt dazu, dass ohne die Union nichts mehr geht.

    Aus Sicht der CDU dürfte eine starke AfD doch sehr nützlich sein…

    • @Nafets Rehcsif:

      Guter Punkt!

    • @Nafets Rehcsif:

      Die Brandmauer, die teilweise nur bei der CDU hochgehalten wird, sorgt dafür das Grüne und SPD überhaupt Machtoptionen haben, obwohl deren Politik nahezu abgewählt ist.

      Die CDU hat an der AfD hingegen kein Interesse, da die AfD die CDU dazu zwingt mit SPD und Grünen zusammenzuarbeiten und keinen in Ihren Augen echten Politikwechsel vollziehen können.

  • "Sämtliche Studienergebnisse, sogar die der Union nahestehenden Konrad-Adenauer-Stiftung sagen: rechte Politik stärkt das Original."

    Man muss aber sagen, dass die CDU ihre Ergebnisse ausgebaut hat, also sie davon Profitiert. Wie schlimm es im Bund aussehen würde ohne nach rechts zu driften weiß keiner. Zumindest die letzten drei Wahlen (Kommunalwahl, BW, RP) waren keine Katastrophe für die Schwarzen.

    Eventuell liegt es nicht an der CDU, dass die AFD so stark wird sondern dass sich z.B. Wähler die früher bei der SPD sich sahen von der Partei nicht mehr repräsentiert fühlen?

    "und langfristig eben doch mit den extrem Rechten zusammenarbeiten will"



    Ich glaube, die Union will auf Dauer sich nicht an Parteien binden, die sie mit in den Abgrund reißt, und sie sieht ja das der Linke Kurs wohl von vielen Menschen so nicht gewollt wird.

    Was kann man machen? Ich glaube nicht, dass man die Strategie die bisher gefahren wurde, zum Ziel führt, wir sehen wo die Grünen (die sich zumindest noch halten), FDP und die SPD sind... in der letzten BW-Wahl war die SPD bei 16,4%... selbst 1933 hatte sie noch 18,3%... die Menschen wollen die Politik nicht...

  • Die CDU/CSU bereitet sich auf die Machtteilung mit den blauen Faschisten 2029 vor. Es wird alles jetzt dafür getan, dass am Ende höchstens noch 2-3 Parteien übrig bleiben. Die Linke wird 2029 genauso gejagt und fertig gemacht, wie die Kommunisten in der Weimarer Zeit. Die SPD ist dann bereits verschwunden. Vielleicht werden die Grünen das selbe Schicksal wie die Linken ereilen. Und dann ist der Weg endlich frei für Rassismus, Sozialdarwinismus, Euthanasie, Verbot von Abtreibungen, Frauenwahlrecht wird eingezogen, etc etc

    Geschichte wiederholt sich nicht. Dass ich nicht lache. Vor knapp 100 Jahren hat die damalige CDU (damals Zentrumspartei) schon einmal die Macht den Faschisten übergeben. Mal davon abgesehen, dass in der CDU/CSU sich Faschisten bereits breit gemacht haben, wird es wieder nicht verhindert werden. Weil die Menschen selten lernfähig sind.



    Das Problem ist ja, dass es kaum noch Länder gibt, wo nicht Rassisten die politischen Debatten führen und die Demokraten immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden.



    Also was macht ein Mensch wie ich mit Behinderung....er hofft noch rechtzeitig raus zu kommen. Er bereitet sich auf jeden Fall jetzt schon vor.



    Gute Nacht, Schland!

    • @Isnunmalso:

      Ich kanns echt nicht mehr lesen. Wie oft wird der CDU eine Zusammenarbeit mit der AFD prognostiziert? Wie oft tritt das ein? Nie.



      Das hat was von "Mir gehen Argumente und Ideen aus, also bezichtige ich den Politischen Gegner der Zusammenarbeit mit der AfD"



      Passiert zwar nie, aber wenn mans nur ständig wiederholt, dann glaubt man es vermutlich auch selber.

      Das nervt mich echt zunehmend, das jeder der eine andere Meinung hat sofort eine AfD Zusammenarbeit attestiert wird.

  • In der Analyse was die CDU angeht, stimme ich dem Artikel zu, allerdings ist die CDU nicht allein das Problem. Die SPD ist genauso verantwortlich für dieses Elend, hat sie doch ihre Glaubwürdigkeit als Interessensvertretung und Partei der "kleinen Leute" verspielt. Die Wählerwanderung von der SPD zur AfD bspw. bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz spricht Bände. (Mal ganz abgesehen davon, dass sich die meisten,die jetzt aus Frust und Trotz AfD gewählt haben, sich selbst am heftigsten ins Knie schießen.) Es braucht nicht nur eine CDU,die sofort aufhört,der AfD inhaltlich nachzueifern sondern auch eine SPD, die sich wieder daran erinnert,wessen Interessen sie eigentlich vertritt und es auch glaubwürdig tut, um der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und zwar ohne nach unten zu treten.

    • @DC Fix:

      Tiefgründig hat taz-Redakteur Reinecke die SPD analysiert: demnach habe die SPD in der Bürgergelddebatte und auch bei der Migrationsdebatte eine Art Stockholmsyndrom entwickelt. Anstatt selbstbewusst neue Inhalte zu setzen, übernimmt sie wie die CDU die Triggerthemen der AFD.

      Man möchte aufschreien, wenn SPD-Chef Klingbeil immer wieder die Prosa der "fleißigen Bürger" anstimmt, um sich von denen ganz unten abzusetzen.



      Markus Lanz befeuert das Ganze in seinen Talkshows perfide, indem er auf den starken Rückgang der Arbeiter in der Wählerschaft der SPD hinweist, aber vollkommen unterschlägt, dass die SPD sich für diese stark einsetzt.

      Der Erfolg der AFD ist auf eine gewisse Weise paradox, beruht auf konsequenten Negativcampaining wie bei Trump, auf die CDU und SPD hereinfallen wie Lämmer auf einer Schlachtbank.

      • @Lindenberg:

        > Man möchte aufschreien, wenn SPD-Chef Klingbeil immer wieder die Prosa der "fleißigen Bürger" anstimmt, um sich von denen ganz unten abzusetzen.

        Ich glaube, das ist das Problem: Dass mancher immer noch aufschreien möchte. Denn darin steckt, dass man noch empfindlich ist für die Schläge, die man von dieser Partei erhält. Dass man noch Hoffnung in sie setzt. Tatsächlich sollte einem die Partei schon aus Selbstachtung nichts mehr wert sein.

        Streng genommen schon seit den Kriegskrediten. Aber man hat ja immer wieder gehofft. How silly.

      • @Lindenberg:

        "Markus Lanz befeuert das Ganze in seinen Talkshows perfide, indem er auf den starken Rückgang der Arbeiter in der Wählerschaft der SPD hinweist, aber vollkommen unterschlägt, dass die SPD sich für diese stark einsetzt."

        Und Sie behaupten ganz perfide, die SPD würde sich stark für die Atbeiter einsetzen und unterschlagen, dass die das ganz anders sehen, wie man am Rückgang der Wählerschaft erkennen kann. 😎🤔

    • @DC Fix:

      Jaja. SPD = Schuld-Partei Deutschlands... Das AfD-Dilemma zwingt die SPD in Koalitionen. Meist als Juniorpartner:in. Da ist es schwierig kraftvolle Oppositionsarbeit zu machen.



      Friedrich Merz wird sich nicht entblöden, weiterhin mit dem Spruch: „Mir ist es egal, wer mir zustimmt." Politik zu machen.



      Nur absolute Mehrheiten für die Union können die AfD verhindern und die SPD befreien. [/sarkasmus off]

    • @DC Fix:

      Über die Rolle der SPD und deren Misere wird ja dieser Tage auch vollkommen zu Recht lang und breit berichtet und diskutiert. Da kann man der Union durchaus auch mal einen eigenen Artikel widmen.

    • @DC Fix:

      Was es braucht und was wirklich passiert sind unterschiedliche Dinge.



      Der Zug rast bereits ins Verderben, wir wollen es bloß noch nicht wahrhaben. Volksparteien sind Dinosaurier. Und wir wissen ja, was mit denen passiert ist. Sie sind verschwunden!

      • @Isnunmalso:

        Nur so als Anschlussgedanken: Weil das Volk auch ausgestorben ist vielleicht?

        Anders: "Volk" ist unentbehrlich für eine Demokratie. Und ist zugleich das wüsteste Schreckgespenst der politischen Landschaft.

        Nochmal anders: Ohne (immer auch gefährliches) "Volk" aber haben wir auch keine Demokratie mehr.

        Nur Gedankenanstöße, die auf ihrer Sichtweise und meinem Eindruck beruhen, dass die Lebenswelten und das Verständnis für andere, deren Leistungen, Nöte und Wünsche mehr und mehr verloren gegangen sind, so dass sogar die früher selbstverständliche Identifikation als "Volk" (sagen wir zumindest in dem Sinne einer aufeinander bezogenen, zusammenarbeitenden (!) Schicksalsgemeinschaft) abgelehnt wird; Kehrseite, die sich beobachten lässt (nicht das erste Mal wie wir wissen): Die, die sich als dem "Volk" noch zugehörig sehen (oder es imaginieren) wollen es von "Volksfremden" "reinigen.

        Das ist in beiden Blickrichtungen nicht gut, gar nicht gut. Und das macht es auch so verfahren.

  • Kann vielleicht nicht sein, was nicht sein darf, das die CDU grüne Politik machen müsste, um sich von der AFD zu distanzieren? Aber dann müsste sie innovativ und offen werden. Das steckt im Wort "Konservare" nicht drin.

  • wie die philosophin eva von redecker unlängst festgestellt hat: "unser gegner verabschiedet sich von der realität." kein satz träfe zur beschreibung dieser autoritär enthemmten und menschenfeindlichen cdu/csu besser zu, deren charaktermasken – allen voran trad-wife-klöckner, der blackrock-kanzler, wurst-söder, pushback-dobrindt, gas-und-öl-reiche, cancel-culture-weimer, masken-spahn – im post-faktischen delirium den faschisten den weg frei schießen.

    • @Pflasterstrand:

      Man könnte jetzt alles, was so auf links an Personal herumgeistert, ähnlich "verschlagworten", wie Sie es mit Ihren "Gegnern" tun. Aber wem hilft denn diese Simplifizierung von komplexen Problemen (bzw. komplexen Charakteren)?



      Ihr Realitätsbegriff scheint mir ebenfalls recht vage. "Realität" ist jetzt das, was irgendwer dazu erklärt? Oder doch eher das, worauf alle Bezug nehmen können (müssen)?

    • @Pflasterstrand:

      Wenn die sich von der Realität verabschieden, tun es 50% der wählenden Deutschen auch. Ich überlasse ihnen die offensichtlichen Hinterfragungen und Schlussfolgerungen.

      • @JK83:

        einerseits: wenn Sie das führungspersonal der partei so einfach widerspruchsfrei in eins setzen könnten mit allen wähler*innen einer partei, dann hätten sie recht. aber das ist natürlich unsinn und wird vielleicht gsanz gut deutlich, wenn man sich anschaut, dass – wie im artikel oben erwähnt – 87% der cdu-wähler*innen in den nachbefragungen zu den landtagswahlen in bawü und reinland-pfalz angegeben haben, dass sie keine zusammenarbeit der partei mit der afd wünschen. man wählt dann halt aus anderen gründen die cdu. andererseits: ich will Ihnen gar nicht in gänze widersprechen: der rechtsnationalismus und faschismus werden immer getragen von einem gerüttelt maß an realitätsverweigerung bzw. verdrängungsleistung in der bevölkerung und das nimmt zu, wie sich etwa im traum von der ewigen verlängerung der fossilen lebensweise und den damit verbundenem zerstörerischen freiheitsbegriff zeigt oder in der obsessiven vorstellung, dass wirklich für alles, was so schiefläuft, die migration verantwortlich zu machen sei. insofern: ja, wir bewegen uns in zeiten der faschisierung, immer mehr menschen verlieren den glauben an eine bessere zukunft und verabschieden sich von der realität.