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Leihmutterschaft und der Fall Spahn Die Frau als Brutkasten

Silke Mertins

Kommentar von

Silke Mertins

Eine Leihmutterschaft degradiert eine Frau zur Gebärmutter auf zwei Beinen. Ähnlich wie beim Organhandel beuten Reiche die Unterprivilegierten aus.

W ir leben im Zeitalter der Regenbogenfamilien. Ein Spitzenpolitiker wie Jens Spahn muss sein Schwulsein nicht mehr verstecken, sondern kann ganz selbstverständlich zum Standesamt marschieren. Verheiratete lesbische Paare haben die Möglichkeit, mithilfe einer Samenspende legal Eltern zu werden. Pflegekinder, Stiefkindadoptionen und Adoptionen im Ausland sind möglich, um als nicht-heterosexuelles Paar eine Familie zu gründen. Wäre es da nicht folgerichtig, auch die Leihmutterschaft zu erlauben?

Nein, die kommerzielle Leihmutterschaft ist keine akzeptable Alternative für schwule oder andere Paare, ein leibliches Kind in die Welt zu setzen, sondern Ausdruck einer besonders krassen Ausbeutung des weiblichen Körpers. Bei einer Leihmutterschaft wird die Frau zum Brutkasten der Reichen herabgewürdigt. Privilegierte Menschen wie Jens Spahn und sein Mann „mieten“ sich für 100.000 bis 200.000 Euro eine Gebärmutter, um eben ein „eigenes“ Kind zu bekommen, eines, das ihre Gene weiterträgt.

Die Leihmütter sind meistens Frauen aus prekären Verhältnissen, die für sich keine andere Möglichkeit sehen, sich eine Zukunft aufzubauen. Wohlhabende Menschen „mieten“ sie neun Monate lang, in denen ihr Bauch nicht mehr ihr gehört. Im Fall von schwulen Männern kommt zudem fast immer noch eine Eizellenspende hinzu – auch das ist übrigens in Deutschland verboten.

Eine Gebärmutter auf zwei Beinen

Eine Leihmutterschaft stellt deshalb auf „moderne“ Weise dar, was patriarchale Strukturen schon immer für die Rolle der Frauen vorsahen: Eine Gebärmutter auf zwei Beinen, die die Fortpflanzung sicherstellt. Sie steht moralisch auf einer Ebene mit Organhandel. Sich eine neue Niere zu kaufen ist ethisch nicht vertretbar. Möchte dagegen ein Angehöriger oder ein anderer nahestehender Mensch eine seiner Nieren spenden, ist nichts dagegen einzuwenden.

Dieser Ansatz könnte auch für einen Kinderwunsch wie den von Spahn eine Möglichkeit sein: Gemeinsam ein Kind zu zeugen, etwa mit einer Single-Frau mit Kinderwunsch, einem befreundeten lesbischen Paar oder mit jemandem aus der Familie. All das ist besser als die eigenen Privilegien zu nutzen, um weniger Privilegierte zu missbrauchen.

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Silke Mertins

Silke Mertins Redakteurin Meinung

Kommentatorin & Kolumnistin, Themen: Grüne, Ampel, Feminismus, Energiewende, Außenpolitik
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60 Kommentare

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  • ... und ergänzend zu meinem vorigen Kommentar: Vielleicht sollte man einfach mal mit der Leihmutter im aktuellen Fall sprechen. wie sieht sie ihre Schwangerschaft? Warum und wieso hat sie das mit Herrn Spahn und seinem Partner durchgezogen? // Wer weiß ggf. war das ja eine gänzlich selbstbestimmte Entscheidung? So selbstbestimmt es halt sein kann, denn innerhalb von mitbestimmenden Faktoren treffen wir alle unsere Entscheidungen. Die Leihmutter aber ohne Kenntnis des konkreten Falls als Ausgebeutete und Opfer zu betrachten, dass halte ich für Viktimisierung

  • Wo soll man anfangen wo enden. Frauen nieder schichten verrichten schon lange, die Arbeit höherer. Die Leihmutterschaft findet sich schon in der Bibel. Unerwähnt bleibt dort was die niedere Magd Bilha, davon hielt dem Willen ihrer Herrin Rahel folgend Jakob einen Sohn zu gebähren.

    Eventuell wäre es einfacher, die Option der frühen Adoption anstelle, einer Abtreibung stärker zu fördern. Dann ist jedoch das Kindeswohl und nicht die Selbstbestimmung der Mutter im Vordergrund. Die gesundheitlichen Risiken der Mutterschaft in einem Land wie Deutschland sind heute jedenfalls niedriger und die psychischen Folgen der Abtreibung ebenso wenig zu negieren und keineswegs alls rein sozial konstruiert anzusehen.

  • Vielen Dank, dass du dieses wichtige Thema angesprochen hast. Es ist beeindruckend – und zugleich erschreckend –, wie leicht die Würde von Frauen zur Verhandlungsmasse wird. Die patriarchale Gesellschaft, in der wir alle leben, überlebt genau dadurch, dass sie Frauen entmenschlicht und uns auf einen Körper reduziert, der den Wünschen von Männern zur Verfügung stehen soll. In dieser Gesellschaft müssen der Mensch in diesem Körper, ihre Wünsche, ihre Talente und ihre Würde ausgelöscht werden. Alle Frauen wissen, was eine Schwangerschaft bedeutet: wie sie unseren Körper verändert, wie sie unsere Gefühle beeinflusst. Und wir alle wissen, dass eine Frau ihren eigenen Körper nur dann verkauft, wenn ihr keine andere Alternative mehr bleibt. Eine Frau in einem solchen Ausmaß der Verletzlichkeit auszubeuten und dann zu hören, wie leichtfertig Menschen sagen: „Sie hat es getan, weil sie es wollte“, zeigt, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, bevor wir echte Geschlechtergerechtigkeit erreichen.

  • Ich halte es für unreflektiert antifeministisch von Gebärmutter auf zwei Beinen zu sprechen, wenn sich eine Frau dazu entschieden hat für Dritte ein Kind auszutragen. Ist in anderen europäischen Ländern zB erlaubt, wenn kein Geld fließt. Zumindest die Variante finde ich vollkommen akzeptabel. Mein Bauch gehört mir, ist ja nicht nur ein Recht auf Abtreibung sondern auch ein Recht eine Schwangerschaft einzugehen // Ob ein eventueller Geldfluss das ändert, daran zweifel ich allerdings auch. Ist eine ganz ähnliche Debatte zur Prostitution. Entweder man überlällt es der (dem) Einzelnen mit seinem Körper tun und lassen zu können was man will, auch sexuelle und Gebärdienstleiungen oder man meint das aus moralischen Gründen einschränken zu dürfen. zu meinen Leihmutterschaft und Prostitiution sei eo ipso Ausbeutung und damit nicht mehr zu unterscheidunen zw. Vergewaltigung und Prostitution und quasi selbstbestimmer Leihmutterschaft und Gebärzwang nivelliert den betroffenen weiblichen Menschen völlig als Subjekt, weil dessen Einwilligung und Selbstaussage anscheinend überhaupt nicht zählt ...

  • Mich würde interessieren - was passiert eigentlich, wenn das 'gekaufte' Kind nicht gesund , also nicht 'perfekt' im Sinne der 'Kunden' ist. Wer trägt das Risiko? Wird dann die Leihmutter zur 'richtigen' Mutter und haftet für die Folgen ? Und was ist, wenn sich der 'Mangel' erst später herausstellt ? Gibt es ein 'Rückgaberecht' ?



    Und das Kind? Was macht das eigentlich mit dem Kind? Wenn sich ein schwules Paar für diesen Weg entscheidet, ist ja auch noch eine Eizellenspende nötig. Das Kind wird also seine wahren Wurzeln nie erfahren. Gibt es da psychologische Untersuchungen dazu?

    Wahrscheinlich wird das alles vertraglich geregelt, aber ich hoffe mit dieser Frageliste unterstreichen zu können, wie absurd diese Idee einer geliehenen Mutterschaft eigentlich für alle Beteiligten sein sollte.

  • Wir müssen endlich aufhören, über Leihmutterschaft zu sprechen, als ginge es um niedliche Babys für arme kinderlose Paare, deren Kinderwunsch wir aus Mitgefühl erfüllen sollten. Es geht nicht um mildtätiges Handeln. Worüber wir sprechen sollten, ist die Kommodifizierung des weiblichen Körpers in einer Welt, in der Frauenkörper Brutkästen und Babys Handelsware sind, und deren Produktions- und Lieferketten rund um den Globus führen. Das Produkt, das wirtschaftlich nutzbar gemacht wird, ist die weibliche Reproduktionsfähigkeit.

    Leihmutterschaft ist kein gelebtes Mitgefühl, sondern ein ausbeuterischer Markt, der unsere Gesellschaft verändert. Wenn wir uns jetzt nicht entscheiden, wird es der Markt in seinem Sinne richten. Wenn wir uns dagegen entscheiden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Widerstand auszuweiten.

    Weitere Informationen



    frauenheldinnen.de...-leihmutterschaft/

  • Mindestens ebenso problematisch - wenn nicht sogar noch problematischer - ist dass dem Kind verwehrt wird mit seiner leiblichen Mutter aufzuwachsen. Man weiss ja, dass das insbesondere in Säuglings- und Kleinkindalter sehr wichtig ist.

  • taz: *Die Leihmütter sind meistens Frauen aus prekären Verhältnissen, die für sich keine andere Möglichkeit sehen, sich eine Zukunft aufzubauen.*

    Und da haben wir sie wieder, die 'erdrückende Armut' in dieser Welt, die arme Frauen sogar schon ihren Uterus für 9 Monate an reiche Menschen "vermieten" lässt. Reiche Menschen nutzen solche arme Frauen als Brutofen aus, geben ihnen max. 250.000 US-Dollar und dann wird das fertige "Produkt" am Ende mitgenommen und die Frau - wahrscheinlich noch mit einem seelischen Schaden - wieder in die Freiheit entlassen, wie immer diese "Freiheit" dann auch aussehen mag. So ist er aber nun einmal, der brutale Kapitalismus, der dafür sorgt, dass reiche Menschen sich (fast) alles kaufen können und die Armen systematisch ausgebeutet werden.

    Wir haben uns ja schon an solche Ungerechtigkeiten in der Welt gewöhnt, aber dass ein "christlicher" Unionspolitiker jetzt so etwas macht und nicht ein einziges Mal darüber nachdenkt, was er und sein Partner da anstellen, und wie es so einer Frau wohl geht, wenn sie ihr Baby (ja, es ist ihr Baby) an zwei fremde Menschen abgeben muss, dann ist das alles mehr als erbärmlich - selbst für diesen CDU-"Volksvertreter".

  • Und weshalb sollte uns dieser ethische Ansatz in der Realität weiter bringen?

    Wenn nicht eine hinreichende Anzahl an Frauen in Deutschland findet, die aus altruistischen Gründen bereit sind, ein Kind für andere auszutragen, bleibt es weiter beim Gebährtourismus.

  • Ich mag Spahn nicht, aber genausowenig mag ich diese Diskussion.

    Ja, eine Leihmutterschaft ist körperlich und psychisch belastend. Aber das gilt für annähernd sämtliche Erwerbsarbeit.

    Samenspende ist erlaubt, Abtreibung ist annähernd erlaubt, Eizellenspende und Embryonenspende sind verboten. Dass diese Umstände Kohärenz haben, ist mir nicht ersichtlich.

    Eine herkömliche Adoption ist keine Alternative. Dafür ist Jens zu alt und wahrscheinlich beruflich auch zu eingespannt (wenn er denn Fraktionsvorsitzender geblieben wäre).

    Das Lesbenpaar oder die Single-Frau, die mit dem Power-Couple ein Kind gezeugt hätte, muss erstmal gefunden werden. Denn es ist ja nicht nur die Zeugin. Es muss dann ja eine elterliche Kompromissbildung in allen Fragen erzielt werden, die nicht in eine Liebesbeziehung eingebettet ist. Und dass neben der aufzehrenden Arbeit im politischen Berlin. Zwischen dem konservativen Jens, seinem bärbeißigen Ehemann und dem Lesbenpaar. Horror pur!

    Der große Koch Ottolenghi hat auch Leihmütter in Anspruch genommen und dies etwas humorig beschrieben.

  • Wie war das, my body, my choice?



    Wenn das die freiwillige Entscheidung des Menschen mit weiblichen Reproduktionsorganen ist, warum nicht?



    Und es gibt durchaus Menschen die schwanger sein toll finden.

    Ja, dass sich nur wenige diesen Weg leisten können ist ungerecht.



    Aber in Deutschland gibt es keine andere Möglichkeit ein leibliches Kind zu bekommen wenn keine, oder nur eine nicht funktionierende, Gebärmutter vorhanden ist.

    Und alle „dann adoptiert doch“ Menschen hier, ganz so einfach ist das nicht.



    Und nicht alle die ein eigenes Kind wollen sind bereit die doch eher großen Unsicherheiten die bei einer Adoption im Spiel sind zu ignorieren.

  • Entscheidend ist die Interpretation der Leihmutterschaft als "Ausdruck" einer besonders krassen Ausbeutung [...].

    Leihmutterschaft ist nicht das primäre Problem sondern lediglich ein Symptom eines ungerechten und zerstörerischen Systems.

  • Die Ethik des Beitrags überzeugt mich nicht. Er setzt Entgelt, soziale Ungleichheit und Ausbeutung gleich. Wirtschaftliche Motive machen eine Entscheidung aber nicht automatisch unfrei – sonst wären weite Teile der Erwerbsarbeit ethisch unzulässig. Entscheidend ist, ob eine Frau informiert, ohne unzulässigen Druck und zu fairen Bedingungen einwilligt.



    Auch die Gleichsetzung mit Organhandel greift zu kurz: Bei der Leihmutterschaft wird kein Körperteil dauerhaft veräußert, sondern eine zeitlich begrenzte, risikoreiche körperliche Leistung übernommen. Deshalb braucht es strenge Regeln: unabhängige Beratung, medizinische Entscheidungshoheit der Schwangeren, angemessene Vergütung, Kranken- und Erwerbsausfallversicherung, Absicherung von Langzeitfolgen und eine Begrenzung solcher Schwangerschaften.



    Ein Verbot kann zum Schutz vor Selbstausbeutung gerechtfertigt sein. Dann müsste aber gezeigt werden, dass Ausbeutung und Fremdbestimmung durch Regulierung nicht beherrschbar sind. Diesen Nachweis führt der Beitrag nicht. Die Bezeichnung der Frau als „Brutkasten“ ist selbst entwürdigend: Sie schützt ihre Autonomie nicht, sondern spricht sie ihr ab.

    • @Peter Rabe:

      Der Zwang zur Erwerbsarbeit ("Wer nicht arbeitet, soll nicht essen") IST ethisch unzulässig.



      Insofern ist Ihr Einwand valide.

      Wir haben genau das gleiche Problem bei der Diskussion über Prostitution: Wie "frei" oder "unfrei" ist die in einer Welt, in der Du kein Existenzrecht an sich hast - wenn Du nicht entweder reich geboren oder ggf. ganz offziell für krank oder behindert erkärt wurdest?

    • @Peter Rabe:

      Danke für Ihren Beitrag - den ich zwar inhaltlich nicht ganz teile, der aber die andere Seite aufzeigt. Versuchen wir es mit einem anderen Punkt:

      Bei "normaler" Erwerbsarbeit kann die Agentur für Arbeit verlangen, dass man einen Termin bei einem potentiellen Arbeitgeber wahrnimmt. Bei einem Maurer (schwere körperliche Arbeit) wird sich wohl kaum Widerstand regen, wenn man von einem Arbeitslosen verlangt, dort vorzusprechen. Wenn es so "normal" wäre, könnte man doch auch von einer Frau verlangen, eine Leihmutterschaft zu übernehmen. Ich bin mir sicher, dass Sie hier durchaus sehen, dass dies nicht möglich sein soll. Aus welchem Grund regt sich aber in diesem Fall ein Störgefühl? Es ist eben nicht nur bloße Arbeit.

    • @Peter Rabe:

      Das ist mehr als "nur" Organhandel, es ist getrost als Sklaverei zu bezeichnen. Anders kann man das Verkaufen eines Kindes wohl kaum bezeichnen.

      • @Perkele:

        „Sklaverei“ ist hier der falsche Begriff: Sie setzt eigentumsähnliche Herrschaft über einen Menschen voraus. Auch wird nicht zwingend ein Kind „verkauft“. Vergütet werden können vielmehr Zeit, körperliche Belastung, Gesundheitsrisiken und Erwerbsausfall.



        Ethisch unvertretbar wird Leihmutterschaft, wenn die Zahlung von der Übergabe eines gesunden Kindes abhängt oder die Schwangere ihre Entscheidungsfreiheit über Lebensführung, medizinische Eingriffe, Schwangerschaftsabbruch oder Geburt verliert. Dann werden Frau und Kind tatsächlich zu Objekten eines wirtschaftlichen Geschäfts.



        Entscheidend ist daher nicht, ob Geld fließt, sondern wofür und unter welchen Bedingungen. Eine vertretbare Regelung müsste die Vergütung vom Erfolg entkoppeln, die körperliche Selbstbestimmung uneingeschränkt sichern sowie unabhängige Beratung und vollständige gesundheitliche Absicherung gewährleisten. Wer dennoch jede Form als Sklaverei bezeichnet, müsste erklären, weshalb selbst die freie, informierte und widerrufliche Entscheidung der Frau unbeachtlich sein soll.

        • @Peter Rabe:

          Das ist eine rein pragmatische Beurteilung des Begriffs, die jede Empathie für das Kind als auch die Mutter vermissen lässt. Spitzfindigkeiten in der Formulierung können dieses ungeheuerliche Vorgehen nicht entschuldigen oder auch nur erklären. Ich bleibe dabei, solche Praktiken als Sklaverei zu beschreiben.

        • @Peter Rabe:

          Es kam durchaus in Südafrika vor, dass, wenn das Baby behindert war, es einfach nicht „abgeholt“ wurde… Also sehr wohl wird darauf Wert gelegt, dass es für soviel Geld gefälligst gesund zu sein hat.

          Interessant das Männer das hier so okay finden…

    • @Peter Rabe:

      Wenn man so wenig hat, dass man ständig am Existanzminimum ist, dann ist soziale Ungleichheit Ausbeutung. Denn das Individuum hat keine Chance mehr zu überleben wenn es nicht selbst seinen Körper noch verkauft. Ich würde mal versuchen, mich in jemanden zu versetzen, der am 15. des Monats nicht mehr weiß, wo er was zu beißen herbekommen soll.



      Und es ist kein Wunder, dass das ausgerechnet in den USA ("the land of the free and the brav", welch Hohn!) erlaubt ist. Denn dort ist der Lebensstandard der Armen teilweise unter dem von Menschen in echten Armutsregionen.

      • @Jalella:

        "enn das Individuum hat keine Chance mehr zu überleben wenn es nicht selbst seinen Körper noch verkauft."

        Das wage ich zu bezweifeln. Oder verhungern Männer in gleicher Situation etwa? Denen steht diese Möglichkeit schließlich schon aus biologischen Gründen nicht offen.

      • @Jalella:

        @jalella



        Sie haben schon recht, nur hat das praktisch nichts mit Leihmutterschaft zu tun.



        Menschen die Angst davor haben müssen zu verhungern oder obdachlos zu werden oder von ähnlich schweren sozialen Gefahren bedroht sind, kann man natürlich zu allem möglichen erpressen (Prostitution fällt mir da sofort ein).

        Genau deshalb will ich in einer Gesellschaft leben, die ein vernünftiges Sozialsystem hat, damit diese Sorte von Erpressbarkeit möglichst nicht existiert.

        Leihmutterschaft ist hier nur eines der vielen Dinge zu denen man erpresst werden kann; und damit sehe ich in diesem Zusammenhang nichts besonderes.

      • @Jalella:

        Existenznot kann Freiwilligkeit erheblich beeinträchtigen. Daraus folgt aber nicht, dass soziale Ungleichheit stets Ausbeutung bedeutet. Sonst wäre jede körperlich belastende Arbeit, die aus finanzieller Not angenommen wird, notwendig ausbeuterisch. Entscheidend sind vielmehr Handlungsspielraum, Vergütung, Risiken und Schutzbedingungen.



        Gerade deshalb darf Leihmutterschaft kein kurzfristiger Ausweg aus akuter Not sein. Erforderlich wären eine unabhängige Prüfung der Freiwilligkeit, Beratung ohne Beteiligung der Vermittler, eine angemessene und nicht erfolgsabhängige Vergütung sowie vollständige medizinische und soziale Absicherung. Die Schwangere müsste jederzeit allein über ihren Körper entscheiden.



        Auch der pauschale Verweis auf die USA trägt nicht. Soziale Not kann dort Abhängigkeiten erzeugen, beweist aber nicht, dass jede Leihmutter aus Existenznot handelt. Wer armen Frauen unterschiedslos jede autonome Entscheidung abspricht, schützt sie nicht nur, sondern entmündigt sie zugleich. Aufgabe des Rechts ist es, konkrete Zwangslagen auszuschließen und Ausbeutung zu verhindern – nicht wirtschaftliche Motive generell mit Unfreiheit gleichzusetzen.

      • @Jalella:

        Land of the free waren die USA noch nie so wirklich. Aber die Doppelmoral ist dort passend für Herrn Spahn.

  • Völlig richtig.

    Kommerzielle Leimutterschaft ist ist der Ausdruck eines Turbokapitalismus, der alles zur Ware macht. Eben auch Frauen und Kinder.

  • Ich sehe es ähnlich. Wer einen Kinderwunsch hat und nicht selber Kinder bekommen kann (aus was für Gründen auch immer) kann adoptieren.

    • @Pawel_ko:

      Kleine Einschränkung: nach Hörensagen gibt es wohl deutlich mehr Interessentens als zur Adoption freigegebene Kinder.







      (Kinderwunsch, so dringend der sich anfühlen mag, kann dabei nie heißen, das Kind für sein Glück zu (ge)brauchen.)

  • Adoption gibt es. Ohne Kind es aushalten ist durchaus eine Option. (Wer sich genetisch als Mann unbedingt glaubt fortpflanzen zu müssen, hätte auch noch die Samenspende).

    Ein zukünftiges Kind als Mittel zum Wohlergehen der Eltern zu sehen und nicht als Menschen, das ist nie eine gute Idee. Wie weit Leihmutterschaft da auch noch in die Richtung Mittel zum Zweck geht, kommt wohl auf die Umstände an.

    Spahn musste sowieso aus anderen Gründen längst gehen. Der Mann eines Lobbyisten in irgendwie einflussreicher Position? Der Masken-Megalomane? Der Teilzeit-Rechtsaußenschmuser?



    Schade, dass die CDU weiterhin ein Personalproblem hat: entweder reißt sie woanders eine Lücke oder muss gar einen erfolgarmen Niederrheiner vorschieben.



    Thorsten Frei ist im Kanzleramt ohnehin keine glückliche Figur, er wäre wohl das kleinste Übel.

  • Da gibt es ja wohl auch in den Ländern in denen das zulässig ist starke Defizite hinsichtlich der Frauenrechte.

  • Genau das! Ich empfinde das Prinzip der Leihmutterschaft als krass ausbeuterisch. Keine einzige reiche Frau würde auf die Idee kommen, für wildfremde Menschen mit all den Risiken gratis ein Kind auszutragen.



    Die Leihmütter unterschreiben Verträge, die teils bis Detail ihren Alltag regeln. Arztbesuche werden ihr vorgeschrieben. Es ist eigentlich schon fast eine Sklaverei.

    • @TaAl:

      Da unterstellen Sie den Frauen jetzt aber eine Entscheidungsunfähigkeit, die ebenso diskriminierend ist, wie die Ausbeutung, die in dem Fall durchaus möglich ist.



      In den USA gibt es Regelungen, die Ausbeutung verhindern sollen. Ob diese ausreichen oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.



      Aber die Regeln dort gehen davon aus, dass eine Frau durchaus in der Lage ist, eine solche Entscheidung aus eigenem Willen zu treffen.



      Und zu den Gründen sich als Leihmutter zu melden, gibt es wohl gerade in den USA recht viele fundamental christliche Vorstellungen, die das in die Welt setzen von Kindern weit über den eigenen Kinderwunsch hinaus als erstrebenswert ansehen. Keine Vorstellung, die ich nachvollziehen könnte, Ausbeutung ist das an der Stelle aber definitiv nicht.



      Es soll Frauen geben, die tatsächlich gerne schwanger sind. Und es soll vor allem auch Frauen geben, die in der Lage sind, sich vorher zu überlegen, ob sie einer Vertragsbedingung zustimmen möchten.

      • @Herma Huhn:

        Und diese Frauen, die gerne schwanger sind, geben dann auch das Kind, das sie monatelang im Bauch hatten, gerne ab gegen einen fürstlichen Obulus? Mein Gott, wie naiv kann man sein.

      • @Herma Huhn:

        Ich möchte kurz darauf hinweisen, dass exakt dieselben Argumente, die Sie zur Verteidigung der Leihmütterschaft anbringen, ebenfalls zur Wiedereinführung der vertraglich vereinbarten Schuldknechtschaft (in den USA als "indentured servitude" bekannt) ohne Veränderung anwendbar wären. Schließlich konnte man einen solchen Vertrag auch aus eigenem Willen abschließen, manche haben die Arbeit gerne gemacht, auch wenn das schwer nachvollziehbar ist - und alle konnten sich ja vorher überlegen, ob sie einen solchen Vertrag unterschreiben. Auch hierfür wurden teilweise religiöse Begründungen herangezogen. Praktisch führte diese Regelung jedoch zur Ausnutzung von Menschen in Not, die mangels jeder Perspektive in ihren Heimatländern in die USA flohen, aber nicht die Mittel für die Reise hatten. Diese wurden dann gerne für gefährliche Arbeit eingesetzt und kamen vielfach zu Tode - letzteres ist auch im Falle einer Schwangerschaft ein nicht auszuschließendes Risiko.

        Denken Sie mal darüber nach.

  • Ich finde es immer wieder spannend, wenn sich Frauen zwar für die Selbstbestimmung von Frauen einsetzen, aber natürlich nur solange, als diese in die eigenen Vorstellungen passt. Wehe, eine Frau entscheidet sich anders! Dann ist sie entweder keine richtige Frau, oder unterdrückt, manipuliert, oder es fehlt ihr an Bewusstsein oder sonstwas.

    Ich bin nicht naiv. Manches geschieht unter Zwang, und das natürlich geht gar nicht. Aber wenn wir alle Entscheidungen ablehnen, die «Frauen aus prekären Verhältnissen, die für sich keine andere Möglichkeit sehen, sich eine Zukunft aufzubauen» fällen, dann müssen wir auch Putzfrauen, Servierpersonal, Verkäuferinnen im Supermarkt etc. pp. sofort verbieten. Denn für die wenigsten dieser Frauen ist das der Traumjob, sie führen ihn nur aus, weil sie irgendwie Geld verdienen müssen – also quasi Zwangsarbeit. Das gilt natürlich auch für Männer.

    Ja, wir müssen sicherstellen, dass es freiwillig ist, und krumme Touren streng verfolgen. Aber nein, wir müssen es nicht verbieten. Und dass sich Reiche Dinge leisten können, von denen Arme allenfalls Träumen können (z.B. eine Putzfrau), finde auch ich ungerecht, aber die Welt ist nun halt mal so.

    • @K.M.:

      Seltsame Idee „Putzen“ und „Kind austragen“ gleich zu setzen.

    • @K.M.:

      Ohne Ihren Gedanken im Kern abzuweisen, zum letzten Satz: Ungleiche Verteilung von Vermögen, Einkommen, Chancen ist kein Naturgesetz, sondern bis zu einem gewissen Grad auch im jetzigen System gut heilbar. Wie manche Gesellschaften, auch unsere früher, zeigen.

      • @Janix:

        @Janix



        Ich gebe ihnen im Kern schon recht.

        Nur: So zu tun als ob das Gegenteil gerechter wäre, nämlich jeder bekommt exakt das gleiche, egal was er leistet halte ich auch nicht für besser.

        Deshalb: Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass Menschen und in diesem Fall Frauen unterschiedlich genug sind, dass eine Frau sagt: Ich mache lieber eine Leihmutterschaft in der ich medizinisch bestens versorgt werde, als dass ich 3 Jahre lang als Putzfrau arbeite.

        Menschen sind in ihrem Charakter eben sehr unterschiedlich; und Selbstbestimmung heißt eben genau, dass man den Menschen selbst diese Art von Entscheidung überlässt.

        Nur Erpressung muss da verhindert werden: Wenn die Wahl ist: Verhungern oder Leihmutterschaft, dann ist das eben keine Wahl.

        Nur lässt sich hier das Wort "Leihmutterschaft" durch alles mögliche ersetzen; und dabei kann man das auch leicht verdrehen, z.B.



        so:



        Wenn die Wahl ist: Verhungern oder Arbeiten, dann ist das eben keine Wahl.

        Und so schließt sich der Kreis.

  • Wo wir schon bei den Techbros sind (Spahn zähle ich jetzt auch mal dazu, gehört ja immerhin zur Werkstatt Peter Thiel): die sind ja ganz große Genetikfans, da ist die Eizellspende keine Spende von irgendwoher, die kommt aus dem Katalog und ist auf IQ, Haarfarbe, Erbkrankheiten und anderen lebensbornierten Schnickschnack hin optimiert

  • Endlich sagt es mal eine! In sämtlichen deutschen Zeitungen habe ich die letzten drei Tage diesen Artikel vermisst. Es geht nicht um die Kinder, nicht um “ wir sind eine völlig normale Familie”, sondern um die Ausbeutung von prekär lebenden Frauen.



    Der Vergleich zur Prostitution ist der Beste. Allerdings kann man Leihmutterschaft unterbinden, Prostitution nicht. Und während der Prostitution gehört der Körper kurz, wenn auch häufig jemand anderen und nicht 9 Monate am Stück. Ideel das Gleiche, quantitativ nicht.

    • @Mtyp:

      Ich bin mir nicht sicher, ob das alle Frauen unterschreiben würden. Die eine mag über eine Leihmutterschaft nachdenken und die Prostitution für sich selbst ablehnen. Und bei einer anderen Frau ist es umgekehrt. Und vermutlich lehnen die meisten für sich selbst beides ab.

  • Sechs Frauen, und dann kam Elisabeth die I. Mit Leihmüttern wäre es für Henry 8. einfacher gelaufen. Wäre vermutlich ein "ehelicher" Sohn bei rumgekommen. Yeah.



    Hagars Vergewaltigung war mit guten Wünschen bedacht, Ismael aber nur 2., das Original hat dann noch gebärt. Feudale, patriarchalische Verhältnisse beuten Unterleibe aus. Persönliche Träume , Wünsche oder sogenanntes Privatleben räumen für Finanzstarke alle Bedenken beiseite.

  • Und endlich kann sich das Patriarchat so ausleben, wie es schon immer sein sollte: Ein schwules Ehepaar kauft sich ein Kind. Frauen werden endlich nicht mehr benötigt, und Peter Thiel und Konsorten arbeiten an der künstlichen Gebärmutter.

    • @Cededa Trpimirović:

      Die schwulen haben sich mühevoll emanzipiert von der "schrillen Minderheit" zu möglichen Familienpapas.

      Vor ca. 12 Jahren im Zuge der Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetzes war es noch in der "Mitte" der Gesellschaft vielfach vertretene Meinung, dass man schwulen Männern keine Kinder anvertrauen kann. Das ist jetzt offenbar anders.

      Und jetzt ist es "Patriarchat", wenn ein ein schwules Paar ein Kind per Leihmutterschaft austragen lässt.

  • Wieso man seine Gene weitergeben möchte, um glücklich zu sein, habe ich noch nie verstanden. Es warten eine Menge Babys oder Kleinkinder darauf, Eltern zu finden - sprich: adoptiert zu werden.

    • @Il_Leopardo:

      Das ist, zumindest in Deutschland und auch in Westeuropa allgemein, falsch. Es gibt sehr viel weniger Babys, die zur Adoption freigegeben wurden, als willige Adoptiveltern. Und fremde, ältere Kinder werden kaum noch adoptiert, zu schwierig, sie als eigene Kinder zu empfinden. Deswegen kommt es auch zu Adoptionen aus Drittländern, bei denen sie aber dann wieder die gleichen Probleme haben: wie stellen sie fest, dass die Eltern (oder die allein dastehende Mutter) das Kind freiwillig zur Adoption freigegeben hat oder es "gekauft" wurde?

    • @Il_Leopardo:

      Wenn Sie in Deutschland zuerst auf "natürlichem Wege" versuchen ein Kind zu bekommen, sich dann medizinisch beraten lassen und auch die künstlichen Befruchtungen nicht fruchten, werden Sie meist an dem Moment, an dem Sie entscheiden, es doch mit Adoption zu versuchen, zu hören bekommen, dass Sie jetzt aber zu alt sind, um noch zu adoptieren. Wie wäre es mit Pflegekindern, bei denen Sie auch nach zehn Jahren noch Angst haben müssen, dass die leiblichen Eltern diese wieder zurückverlangen?

    • @Il_Leopardo:

      Es geht nicht um abstrakte "Gene". Und es geht auch nicht maßgeblich darum, ob Sie es verstehen. Jeder soll sich sein Leben für sich einrichten.

      Meine Schwester ist jung gestorben. Ich finde es sehr anrührend, Züge meiner Schwester und mir selber nun in meinen Kindern zu sehen.

      Es geht vermutlich auch darum, dass man in mittlerern Lebensjahren kein drittes Elternteil oder viertes Elternteil im Leben seines Kindes haben möchte, mit dem man Kompromisse schließen muss. Ich jedenfalls finde die "eheliche Kompromissbildung" schon schwierig. Wenn ich dann noch Leute im "Elternteam" hätte, mit denen mich einzig der Kinderwunsch verbindet, wäre das eine Vervielfachung der möglichen Konflikte.

    • @Il_Leopardo:

      Hast du das mal versucht, mit dem adoptieren? Ist nicht ganz so einfach.

  • Warum eigentlich wird der Buchstabe "C" in staatstragenden Parteien wie eine Monstranz vor sich hergetragen?

  • "meistens Frauen aus prekären Verhältnissen, die für sich keine andere Möglichkeit sehen, sich eine Zukunft aufzubauen."



    Trifft diese "Ausbeutung durch Vermögende" nicht auch auf Prostituierte und Menschen mit Mindestlohn zu.



    Aber ja, ich bin gegen jede kommerzielle Leihmutterschaft.

  • Das ist eine völlig legitime Meinung, aber konsequenterweise müsste man dann auch ein Sexkaufverbot unterstützen, nicht? Und diese Forderung scheint mir unter den meisten Linken aktuell eher unbeliebt zu sein.

    • @Claudio M.:

      Tatsächlich ist die Linke für eine Entkriminalisierung der Protitution:

      www.dielinkebt.de/...icht/prostitution/

      Aber da geht es um selbstbestimmte Prostitution. Natürlich ist sie gegen Menschenhandel und Zwang, auch wirtschaftlichen.



      Die Menschen wirtschaftlich zur Prostitution zu zwingen und diese dann auch noch zu kriminalisieren ist ja wohl auch das Allerletzte, oder? Das ist dann schon cdU/csU-Politik und so weit nach unten wollen wir im Niveau ja wohl nicht sinken.

    • @Claudio M.:

      Eine Leihmutterschaft mit Sexkauf zu vergleichen ist wohl etwas weit hergeholt.



      Laut Paulo Coelho geht es beim Sex um "Elf Minuten", Schwangerschaften dauern meines Wissens deutlich länger.

      • @celcon52:

        Für den einzelnen "Kunden" sind es vielleicht im Schnitt "nur" elf Minuten. Aber wie oft man als Prostituierte diese elf Minuten pro Tag durchleben muss, wie lange der Ekel darüber andauert... Da kommen schon Fragen auf, die es zu diskutieren lohnt.

        Sicherlich wird es auch vereinzelt Prostituierte, wie auch Leihmütter geben, bei denen kein Problem vorliegt. Aber denen stehen vermutlich Legionen gegenüber, bei denen das leider doch der Fall ist.

        Und ein klassisches Problem der Leihmutterschaft ist die aufgrund neunmonatiger Schwangerschaft kaum abzusprechende Bindung der Mutter an das Kind, die dann irgendwann jäh durchbrochen wird, wenn das Kind dann den "Bestellern" übergeben wird.

        Ich sehe Leihmutterschaft gegenüber Prostitution jedoch nicht als rundheraus unvergleichbar, aber gleichwohl weitaus problematischer an.

    • @Claudio M.:

      Geschlechtsverkehr und Schwangerschaft haben verschiedene physische Risiken. Dammriss, Prolaps, Inkontinenz, Diabetes. Bei Kaiserschnitt Infektionen, Verwachsungen, Embolie. Ihre Gleichsetzung ist doch etwas weit hergeholt.

    • @Claudio M.:

      Wem genau machen Sie nun zum Vorwurf, nicht konsequent zu sein?

    • @Claudio M.:

      Ein erheblicher Unterschied besteht darin, dass Sex Work, genau wie Drogenhandel, sich durch Verbote kaum bis gar nicht unterbunden werden kann. Statt dessen gibt man selbst die wenigen (und in Deutschland definitiv unzureichenden) staatlichen.Kontroll- und Schutzmechanismen völlig aus der Hand. Es existiert kein Land auf der Erde ohne Sex Work, auf Leihmutterschaft trifft das nicht zu. Außerdem können prinzipiell auch Männer Sex Work anbieten, das findet momentan zwar vor allem im homosexuellen Kontext statt, das ist aber primär gesellschaftlich bedingt. So wirklich passt der Vergleich also nicht.

    • @Claudio M.:

      Ich würde einen Unterschied darin sehen, dass eine Schwangerschaft deutlich lebensgefährlicher ist und länger dauert als - sagen wir mal - eine Stunde gekauften Sex.

  • Im Kapitalismus wird alles zur Ware und an alles wird ein Preisschild geklebt; auch an das menschliche Leben selbst.



    Für Kapitalisten hat kein fremdes Leben einen Wert an sich, nur deren Ausbeutbarkeit ist für sie von Interesse. Zu allererst natürlich zur Produktion von Mehrwert/Profit; aber gerne auch als menschliche Verfügungsmasse, die z.B. im Krieg nach Belieben verheizt werden kann.



    All das scheint auch im Umgang mit einer 'Gebärmutter auf zwei Beinen' auf; aber so genau will das fast niemand wissen, erst recht nicht die Christlichsozialen mit ihren Krokodilstränen.

  • Im Verlauf der Evolution hat sich das Prinzip "männlich-weiblich" entwickelt und diese Kombi dazu befähigt, Nachwuchs zu zeugen.



    Gleichgeschlechtliche Paare könne dies eben nicht.

    Dafür aber gibt es das Prinzip "Adoption".

    Daher schließe ich mich dem obigen Text uneingeschränkt an.



    "Gebärmutter auf 2 Beinen" nur weil wir das Geld dazu haben, ist absolutes No Go!