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Wahlkampf in Sachsen-AnhaltDie Sturheit der CDU gefährdet die Demokratie

Kommentar von

Gunnar Hinck

Die CDU sagt unverdrossen: Linke und AfD sind gleich schlimm. Dieses Beharren auf alter Folklore könnte sich im Herbst bitter rächen.

I n Sachsen-Anhalt steht im September die Demokratie auf dem Spiel. Sollte die AfD die weitaus stärkste Fraktion werden – auch seriöse Umfrageinstitute sehen sie derzeit bei um die 40 Prozent –und sollten FDP und Grüne nicht in den Landtag kommen, dürfte es schwer werden für die demokratischen Parteien, eine Regierung zu bilden.

Die sachsen-anhaltische SPD, die sich in den Umfragen bedenklich nahe an der Fünfprozenthürde bewegt, scheint den Schuss nicht gehört zu haben und geht mit dem sagenhaft biederen Slogan „Erfahrung statt Experimente“ ins Rennen – das klingt mehr nach Konrad Adenauer als nach Sozialdemokratie. Befremdlich ist, dass damit eine starke AfD als „Experiment“ verniedlicht wird. Befremdlich ist auch das Mantra des CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze, das er am Wochenende wiederholte: Mit ihm werde es keine AfD-Minister – wichtig und gut, dass er das noch einmal sagte –, aber eben auch keine MinisterInnen der Linkspartei geben.

Schon klar, es gilt der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit der Linken. Doch das sture Festhalten an der antikommunistischen Hufeisentheorie – links- und rechtsaußen seien gleich schlimm – macht die Lage mit Blick auf die AfD noch gefährlicher. Schulze könnte ja alternativ den Unvereinbarkeitsbeschluss infrage stellen, was zu seiner eigentlichen Haltung der maximalen Abgrenzung von „Berlin“ gut passen würde.

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So aber verengt die CDU ohne Not Spielräume, die nach der Wahl dringend nötig sein werden. Natürlich spricht Schulze bewusst von „Ministern“ und meint damit eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei. Eine Kooperation nach dem Modell Thüringens und besonders Sachsens schließt er nicht aus: Dort existiert ein „Konsultationsverfahren“, mit dem sich die CDU-SPD-Minderheitsregierung von Fall zu Fall Mehrheiten sucht – auch mit der Linkspartei.

Warnendes Beispiel Italien

Doch liegen die Nachteile einer solchen Minderheitsregierung auf der Hand, wie auch eine kürzliche Analyse des „Verfassungsblogs“ zeigt: Das Ziel in Sachsen, „sachorientiert“ zusammenzuarbeiten, entpolitisiert die parlamentarische Arbeit, fördert ein technokratisches Verständnis von Politik – und baut einen bedenklichen Scheingegensatz zwischen „guter“ Sachpolitik und einer irgendwie schmutzigen Parteipolitik.

In Italien ist die Technokratenregierung Mario Draghis einst krachend gescheitert – danach wurde Giorgia Meloni erst richtig stark. Die CDU sollte ihren Unvereinbarkeitsbeschluss, der nur noch reine Folklore ist, dringend beerdigen. Eine Koalition der Demokraten ist handlungsfähiger und klarer als komplizierte Minderheitskonstruktionen.

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Gunnar Hinck

ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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180 Kommentare

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  • Ich frage mich ernsthaft, wie man allen Ernstes der Meinung sein kann, eine Koalition zwischen Union und Linke könne eine gute Idee sein. Wie einfach möchte man es der AfD noch machen, die "einzige Oppositionspartei" zu sein, wenn sich alle anderen Parteien zusammentun, die sich auf die einzige Gemeinsamkeit, gegen die AfD zu sein, einigen können.



    Ob eine weitere Polarisierung, die Union als Wegbereiter von Faschisten oder die Linke als eigentlich im Kern immer noch eine stalinistische Mauerschützenpartei zu bezeichnen, hilfreich ist, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.

    • @Katharina Reichenhall:

      Wir haben hier inzwischen 164 Kommentare zu diesem Thema. Ich weiß ja nicht, aber beim Überfliegen aller Kommentare kann ich nicht feststellen, dass es irgendjemand hier für eine ausgesprochen GUTE Idee hält, wenn CDU und Linke miteinander koalieren.



      Zu meinen Juso-Zeiten - lang, lang ist’s her - hat es auch niemand von meinen Genoss*innen große Koalitionen für eine gute Idee gehalten (bei der CDU übrigens auch niemand), inzwischen hat man sich daran fast gewöhnt.



      Zwei Argumente stehen hierbei im Vordergrund: erstens muss es grundsätzlich möglich sein, dass demokratische Parteien untereinander koalieren - eigentlich eine Binse.



      Zweitens gibt es das (problematische) Argument der staatspolitischen Verantwortung. Die SPD sah sich ja schon mehrmals in ihrer Geschichte ‚gezwungen‘, nach dieser Argumentation zu handeln und in unliebsame Koalitionen einzutreten bzw. entsprechende Entscheidungen zu treffen.



      Staatspolitische Verantwortung kann m.E. aber nur ultimatia ratio sein, wenn sich Staat und Demokratie in einer schweren Krise befinden.



      So, und jetzt kann sich jeder selbst die Frage beantworten, ob nun von der AfD oder der Linken eine größere Gefahr für die Demokratie ausgeht.

      • @Abdurchdiemitte:

        Es geht ja nicht immer um Koalitionen. Aber man hämmert den Bürgern dieses Landes seit 80 Jahren ein, links ist schlimmer als rechts. (Schließlich hatte man hervorragende Pöstchen für die schlimmsten Naziverbrecher und Berufsverbote für „linke“Postzusteller u.ä. )



        Was Wunder, die Geldeliten gilt es zu hofieren (ebenso wie das eigene Privatflugzeug zu sichern).

  • Die Rechten waren schon einmal die Steigbügelhalter der Ultrarechten, Faschisten und Völkischen und am Ende stand der NS Staat in dem die Rechten, zu ihrer Überraschung, genau gar nix mehr zu sagen hatten. Vielleicht wiederholt sich Geschichte ja doch?

    • @HerrS:

      Kann man sicher nicht ausschließen. Aber das muss agitprop-mäßig vorbereitet werden. Und natürlich müssen vorher Günther und Wüst und ein paar andere irgendwie verschwinden. Und da gibts ein großes Problem: Die Landtagswahlen in NRW und SH im Frühjahr 2027.



      Aus Sicht des rechten Flügels der CDU wären überzeugende Wahlsiege für ihre Pläne ein Desaster.

  • Wenn die AfD tatsächlich 40% und mehr in Sachsen-Anhalt bekommt, könnte es sein das es zwar AfD-Minister, aber keinen Ministerpräsidenten Schulze mehr gibt. Die CDU wäre nur noch der Juniorpartner.

  • Ich empfinde es geradezu als Gruselig, eine Teil der Leser*innenkommentare hier zu lesen.

    Mir scheint, dass mehr Erzreaktionäre als früher die TAZ-Kommentarspalten als neues Sprachrohr nutzen.

    Man mag "die Linke" mögen oder nicht - man kann sie in Teilen ihrer politischen Ausrichtung oder bezüglich einzelner Standpunkte und Aussagen kritisieren oder auch nicht.

    Die Partei in ihrer jetzigen Verfassung und Ausrichtung als "SED-Mauerschützen-Nachfolgepartei" zu bezeichnen und ihr mangelnde Distanzierung vom DDR-Regime und Antisemitismus vorzuwerfen, hat nichts mit der Bereitschaft zu kritischer Auseinandersetzung zu tun sondern ist einfach nur der Versuch zu diskriminieren.

    Mir scheint, dass TEILE der CDU/CSU bezüglich der Werte und Grundausrichtung näher bei der AFD sind als bei anderen demokratischen Parteien. Was das bedeutet und welche Folgen das haben könnte, kann man ja auch gerne offen Diskutieren.

    Der Versuch, die Linkspartei pauschal abzuwerten und zu diskriminieren um möglicherweise rechtskonservativen Verbindungen den Weg zu ebenen ist unaufrichtig und m.E. auch demokratieschädigend.

    • @Bürger L.:

      "Der Versuch, die Linkspartei pauschal abzuwerten und zu diskriminieren "

      Es werden nur Platitüden aus den 90ern nachgeplappert. Da muss man sich nichts dabei denken. Aber wenn ich mal spekulieren darf: Rentner, die das Outfit von Riesenhuber damals klasse fanden. 😎

    • @Bürger L.:

      *Mir scheint, dass mehr Erzreaktionäre als früher die TAZ-Kommentarspalten als neues Sprachrohr nutzen.*

      Sagen Sie das bloß nicht zu laut, denn ich bekomme regelmäßig 'einen auf den Deckel' wenn ich das hier anspreche.

      Konservative wollen ja auch immer noch nicht einsehen, dass die unsoziale Merz-Politik viele Bürger in die Arme der AfD treibt. Friedrich Merz wollte ja ursprünglich die AfD halbieren, hat sie aber jetzt schon verdoppelt. Und wenn Friedrich Merz mit seinen fremdenfeindlichen Sprüchen so weitermacht, dann werden viele Bürger - mit einem Rechtsdrall - so begeistert davon sein, dass sie gleich das Original AfD wählen, anstatt den unsympathischen Sauerländer, der die kleinen Bürger ohnehin nur als Malocher ansieht.

      Momentan erzählt Merz ja überall, dass die Bürger gefälligst mal mehr arbeiten sollen, denn schließlich darf der Wohlstand der Reichen nicht durch den Müßiggang der kleinen Bürger in Gefahr geraten. Und was macht der Bürger? Er nickt nur brav dazu und schimpft dann wieder auf 'Die Linke'.

      • @Ricky-13:

        BTW 2021 AfD 10,3 %



        BTW 2024 AfD 20,8 %

        Wer hat die AfD verdoppelt? Merz, oder die Ampel?

    • @Bürger L.:

      Warum empfinden Sie es als gruselig, auch hier Meinungen zu lesen, die der Ihren nicht entsprechen? Ist es nicht Aufgabe von Demokraten, miteinander im Gespräch zu bleiben, auch wenn man grundsätzlich unterschiedliche politische Ansichten vertritt? Das demokratische Spektrum ist ziemlich breit und, mit Verlaub, das ist auch gut so.

      • @Katharina Reichenhall:

        Ja, da muss ich Ihnen zustimmen, auch wenn ich meistens nicht Ihrer Meinung bin.😉



        Ich frage mich ohnehin, ob die größten Gefahren für die Demokratie nicht von der Unfähigkeit herrühren, miteinander im Gespräch zu bleiben und konträre Meinungen auszuhalten.



        Bis vor kurzem war ich noch ein entschiedener Befürworter eines AfD-Verbotsverfahrens. Aber wenn es uns nicht gelingt, die AfD inhaltlich zu stellen, werden wir auch nicht die Faktoren beseitigen, die solche rechtsextremistischen Parteien sowie die dahinterstehende Intoleranz und den Hass immer aufs neue stark machen.

    • @Bürger L.:

      Naja, es ist nicht weniger gruselig und demokratieschädigend die CDU ständig als fast Nazi-Partei und deren Politiker als Faschisten zu diffamieren. Vielleicht sollte man aufhören die eigene Weltanschauung als die einzige absolut richtige anzusehen.

    • @Bürger L.:

      "...zu bezeichnen und ihr mangelnde Distanzierung vom DDR-Regime und Antisemitismus vorzuwerfen, hat nichts mit der Bereitschaft zu kritischer Auseinandersetzung zu tun sondern ist einfach nur der Versuch zu diskriminieren."

      Na ja, die Linke könnte das doch aus der Welt schaffen. Wenn die Abgeordneten es nicht mal hinbekommen, sich vom DDR-Regime mit Worten zu distanzieren, wird das doch einen Grund haben oder nicht?

      Wir haben schon zu Ampelzeiten eine konservative Mehrheit im Parlament, wenn man die AfD nicht der linken Seite zuschlagen will. Die Politik ist aber links ausgerichtet. Wenn die CDU die Linke akzeptiert, gibt sie der AFD nochmal 2-3 Prozentpunkte.

      • @Strolch:

        Die Linke führt die innerparteiliche Debatte mit ihrer Jugendorganisation solid immerhin und grenzt sich eindeutig von antisemitischen Tendenzen in ihren eigenen Reihen ab. taz.de/Linkspartei...Konflikt/!6188694/



        M.E. hätte das schon viel früher geschehen müssen, denn das Problem ist nicht erst seit gestern bekannt.



        Aber ich sage auch (und hab’s schon in früheren Kommentaren gesagt): ich vermisse eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung hierzulande bzw. kritisiere die Art und Weise, wie über Antisemitismus und das deutsche Verhältnis zu Israel gesprochen wird. Das hat Methode und wird durch die Auffassung, Solidarität mit Israel sei Staatsräson, noch gefördert. Die Bevölkerung muss sich dann nämlich NICHT mehr damit auseinandersetzen, nach dem Motti: Affe tot, Klappe zu.



        Antisemitismus ist dann lediglich ein randständiges Problem für Die Linke oder Muslime.



        Angesichts des in Israel inzwischen politisch dominierenden revisionistischen Zionismus hat die AfD natürlich kein Problem mit Antisemitismus und Israelkritik, ähneln sich doch die Ideologien der deutschen und israelischen Rechten. Bei der AfD hat der Antiislamismus den Antisemitismus längst abgelöst.

      • @Strolch:

        Welche Politik ist gerade links ausgerichtet? Das habe ich nicht verstanden.



        Die AfD gewinnt übrigens besonders viel Zustimmung immer dann, wenn die Einpeitscher der CDSU wieder gegen Migration und Umweltpolitik hetzen.



        Und mal ganz im Ernst: Bürger L. hat schon ganz recht mit seiner Bemerkung über die Erzreaktionären hier. Denen "entgeht" ja sogar, dass die krude und oft inakzeptable Haltung einiger Linker gegenüber der DDR ideologischer Kindergarten ist im Vergleich zu dem, was die gewalttätigen und Gewehr-bei-Fuß stehenden Rechtsextremisten von AfD und Konsorten ganz offen und ununterbrochen auch vor Ihren Augen planen. Und die CDU-Mitglieder, mit denen ich rede, kotzen einfach nur noch, weil sie mitansehen müssen, wie Merz, Dobrindt, Spahn, Reiche usw. mithilfe ihrer Macht die Vorarbeiten der Diktatur erledigen. Sie sind nur deshalb weiter ihn der Partei, weil sie irgendwie versuchen wollen, wenigstens ein bisschen dagegen anzuargumentieren. Die "konservative" (dumpf rechte) Politik und Rhetorik machen schlicht schon mal die schmutzige Vorarbeit für die richtigen Kriminellen. (Gottseidank wird man das alles weder gewollt noch geahnt haben werden.)

  • Die AfD muss verboten werden. Es ist eben so, dass in einer parlamentarischen Demokratie die stärkste Partei vom Präsidenten des Parlaments festgestellt wird und dann den Auftrag hat, die Regierung zu bilden, nun sind 40 Prozent nicht 51 Prozent. Sprich die AfD hat laut der letzten Umfragen diesen Auftrag nicht, sollte sie aber aus irgendeinem Grund tatsächlich 51 Prozent erhalten, dann wäre sie direkt in der Regierung.



    Und SPD und CDU haben nicht umsonst eine ziemliche Schwäche in diesem Bundesland gezeigt.



    Viele Wähler werden einfach das Kreuz machen, weil es geht. Selten konnte man die herrschende Klasse so in Angst und Schrecken versetzen, wie bei dieser Wahl.



    Nur sind das Gefühle, das ist ja nicht eine Regierung oder Regierungspolitik.



    Der Denkzettel mag angebracht sein oder nicht, er wird aber mit extremen Nebenwirkungen daher kommen.



    Die CDU wird sich zur Linkspartei anders aufstellen müssen.



    Aber die CDU ist extrem langsam. Auch mit den Grünen in Westdeutschland hat das eher 20 Jahre gedauert, bis da ein Verständnis entstand. Die Langsamkeit hier könnte aber eben zur AfD führen ...

    • @Andreas_2020:

      Und wenn eine 40% Partei verboten wird, dann wählen diese Wähler was? Die SPD? Die Grünen? Die CDU?

      Nein, sie radikalisieren sich noch mehr ("Ihr habt uns die Wahl gestohlen!"), wählen beim nächstem Mal die Neugründung der AfD unter anderem Namen. Und diese würde kommen. Ist das die Lösung?

      Ich wäre eher für eine Entzauberung der AfD durch Diletantismus in Regierungsverantwortung in einem kleinen und letztlich unbedeutenden Bundesland mit 2 bis 3 Mio Einwohnern. Die werden schon nicht gleich Frankreich oder Polen den Krieg erklären.

    • @Andreas_2020:

      Wieso sollten denn 51% notwendig sein? Alle Parteien welche in Sachsen-Anhalt voraussichtlich unter 5% bleiben herausgerechnet reichen doch schon ca. 43-44% für eine Alleinregierung.

      • @Saile:

        Das sind im Landtag aber immer noch 51 Prozent ... Wie die Mehrheit zustande kommt, ist für die Mehrheitsregel im Landtag nicht mehr wichtig. Demokratietheoretisch ist es bedenkllich, dass am Ende 42 oder 44 Prozent der abgegebenen Stimmen reichen, um eine Mehrheit zu generieren. Trump hat 77,3 Mio. Stimmen von theoretisch 244 Mio. erhalten, das war da die Mehrheit. Auch schwierig, aber das ist eben die Mehrheitsregel.

    • @Andreas_2020:

      Der Zeitpunkt ist vorbei. Sie können doch nicht eine Partei verbieten, die bei 40% steht und dieses Verbot dann als Demokratie bezeichnen. Das klingt eher nach Diktatur.

      • @Otto Mohl:

        Sie erklären aber noch, was Verfassungsfeindlichkeit mit Umfrageergebnissen zu tun hat, nicht?

      • @Otto Mohl:

        Natürlich kann man eine Partei verbieten, auch wenn sie bei 40 % steht. Die Hürden für ein Parteienverbot sind allerdings glücklicherweise sehr hoch. Umfrage- oder Wahlergebnisse sollten dabei jedoch keine Rolle spielen.

      • @Otto Mohl:

        Das §21 GG setzt auch ein Verbot von Parteien voraus, die radikal die gesetzliche Ordnung abschaffen wollen. Genau das ist bei der AfD der Fall, dazu hat die Partei noch ausreichend Stimmen, Geldgeber und Mitglieder, dass dies eine reale Gefahr ist. Und der Zeitpunkt kommt erst, der war noch nicht. Natürlich sagen Teile der AfD schon selbstbewusst, ihr müsst uns ja nur ein Mal wählen ... Ist aber falsch. Die Partei kann verboten werden.

  • Die Linke hat derzeit als einzig relevantes Thema ihren antisemitismus. Und mit der Partei soll die cdu zusammenarbeiten? Erwarten wir das das auch nur ein Wähler der cdu gut findet?

    • @Notizen Nt:

      Nee, offensichtlich ist es für sie persönlich das einzige Thema, wenn es um die Linke geht. Gesellschaftlich relevante Themen hat die Linke ohne Ende. Deutschlands verkrampfte Staatsräson zum Thema Israel und Antisemitismus, wird international zunehmend Kritisch gesehen.

    • @Notizen Nt:

      Diesen pauschalen Zuschreibungen möchte ich entschieden widersprechen.



      Lesen Sie hier die Ausführungen zu den Erklärungen des Landesverbands Niedersachsen zum Beschluss politischer Positionen zu Israel und Zionismus:



      www.dielinke-nds.d...ken-niedersachsen/



      Dort steht:



      "Wir stellen daher klar:



      Der Beschluss des Parteitags bezieht sich auf konkrete politische Entwicklungen und deren Bewertung, wie sie im beschlossenen Text ausgeführt sind. Eine pauschale Ablehnung eines abstrakt definierten Zionismus wurde nicht beschlossen.



      Für uns ist entscheidend, dass Kritik an Regierungspolitik nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt wird.



      Wir kritisieren die israelische Regierung und ihre aktuelle Politik aber nicht Jüdinnen und Juden in Deutschland - die haben nichts damit zu tun, sondern müssen geschützt werden. Wo Kritik an der Politik oder Ideologie der israelischen Regierung herangezogen wird, um Angriffe auf jüdisches Leben zu rechtfertigen, verurteilen wir dies aufs schärfste.



      Uns ist bewusst, dass der Begriff des Zionismus unterschiedlich verstanden wird..."

    • @Notizen Nt:

      Guten Tag, Notizen Nt

      Die Linke hat unter vielen anderen folgende relevante Themen:

      Weniger Ungerechtigkeit durch...



      .... angemessene Besteuerung von Vermögen und Erbschaften



      .... Löhne und Entgelte, von denen Menschen, die Vollzeit arbeiten, leben können ohne von staatlicher Unterstützung abhängig zu sein



      .... Einschränkung von Boden- und Immobilienspekulation, damit Wohnen nicht Luxus wird



      .... Gleichbehandlung von Menschen verschiedenen Geschlechts bei Arbeitsverträgen und Bezahlung



      .... Sozial und ökologisch zukunftsfähiges Deutschland und Europa



      .... Bewahrung des Rechts auf Asyl und Achtung der Menschenrechte auch bei deutschen Behörden



      .... Mehr Beteiligung der Bürger dieses Staates an politischen Entscheidungen auf Grundlage umfassender Information

      Nehmen Sie bitte davon Notiz

      • @Christian Götz:

        Schöne Themen. Meist aber sind die Position der Linken hierzu längst nicht mehrheitsfähig, wie Wahlen belegen.

  • Was die Demokratie wirklich gefährdet sind, unglaubwürdige, handlungsunfähige und zerstrittene Koalitionen. Mal im Ernst. Kann eine Regierung mit Beteiligung von Linkspartei und CDU wirklich dafür sorgen, dass die Wähler wieder mehr Vertrauen in demokratische Parteien bekommen? Ist sie willens und in der Lage, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und die tiefen parteipolitischen Gräben für eine pragmatische Arbeit zu überwinden? Oder isses nur ein aus der Not gedrungenes Zwangsbündniss, dass rummurkst und nach kurzer Zeit an seinen ideologischen Widersprüchlichkeiten scheitert?



    Ich gehe jede Wette ein, dass beide Parteien Wähler verlieren, wenn sie so ein unsinniges Bündniss ankündigen und das so eine Koalition auch noch die letzten Konservativen ins blaue Lager treibt.



    Solche Ideen sind einfach nur kurzsichtig und von einer fast schon manischen Angst vor der AfD getrieben. Da sollte man sich besser gegenseitig tolerieren und konstruktiv Oppositionsarbeit machen. Und die Kurzlebigkeit einer italiensichen Regierungen (Durchschnittshaltbarkeit 14 Monate!) als Beispiel ins Feld zu führen, kann ja wohl nicht wirklich ernst gemeint sein.

    • @Deep South:

      Ahja, was die Demokratie gefährdet ist also genau das, was sie ausmacht: Kompromisse zu finden zwischen verschiedenen Positionen.



      Übrigens: Die AfD ist nicht konservativ. Die AfD will Deutschland raus aus der EU haben und für diese Abschaffung des Deutschlands wie wir es seit Jahrzehnten kennen (!) Belohnungen aus dem Ausland einstreichen.



      Das ist im Grunde die größte Lüge dieser Partei.

      • @V. Ohneland:

        Wir sprechen hier nicht im politiktheoretischen Seminar, sondern von der Praxis.

        Und in der Praxis gibt es Themen, bei denen man ein Kompromiss so realistisch ist, wie "ein bisschen schwanger" zu werden. Wenn man dann auch noch (wie in der Praxis des öfteren zu sehen) bei anderen Themen eine klare Entscheidung scheut, damit keine Seite offensichtlich verliert, bestehen zu viele "Kompromisse" einfach aus der Weigerung, eine Entscheidung zu treffen.

        Und eine Demokratie, die zu wesentlichen Entscheidungen nicht in der Lage scheint, gefährdet - ganz praktisch - sich selbst...

      • @V. Ohneland:

        Ich habean keiner Stelle geschrieben, dass Kompromisse falsch sind. Nur müssen diese Kompromisse auch stattfinden. Wie groß sind denn die Schnittmengen beider Parteien? Wo sind die denn zu Kompromissen fähig? Bei Migration, Sicherheit, Klima, Sozialstaat, Miete kann man nicht weiter auseinderliegen. Die Linke müsste als kleine Kraft Sachen abnicken, die ihr das Genick brechen würde. Das ist zum Scheitern verurteilt und es ist auch nicht glaubwürdig, Gegenteiliges zu behaupten.



        Da habe ich lieber eine vernünftige Opposition, die kompromissfähig und konstruktiv ist, aber trotzdem ihre ureigenen Ideale nicht über Board werfen muss.



        Und natürlich ist die AfD konservativ. Die wollen zurück ins Vorgestern, zur D-Mark, zum Deutschsein ohne Migration. Die "letzten Jahrzehnte" sind für die eine Fehlentwicklung. Das ist radikaler Konservatismus in Reinform. Es spielt gar keine Rolle, wie sie ihre Gegner bezeichnen. Es kommt drauf an, Politik ehrlich und glaubwürdig zu machen. Das ist der einzige Schlüssel, um die wieder schrumpfen zu lassen.

    • @Deep South:

      Danke für ihren Kommentar - auf den Punkt gebracht. Wenn die AFD dazu ihre kompromisslose Russlandfreundlichkeit neutraler gestalten würde, dann wäre das Überwinden der Brandmauer im Westen für viele Konservative keine Frage mehr.

      • @Nachtsonne:

        Konservative im Westen finden also den Austritt aus der EU, der NATO, oder die Aufgabe der Westbindung für kein Problem? Da lach ich doch drüber!

  • taz: *Die CDU sagt unverdrossen: Linke und AfD sind gleich schlimm.*

    Die CDU/CSU stellt 'Die Linke' - seitdem Friedrich Merz Kanzler ist - als ihren größten Feind hin und nähert sich gleichzeitig "Schritt für Schritt" immer mehr der AfD. Das ist schon alles sehr merkwürdig.

    • @Ricky-13:

      Von "Feind" zu sprechen ist allgemein für Demokraten unwürdig. Da braucht man schwächere, höflichere Vokabeln. Egal ob "Feindliche Partei " oder "Transfeind"

    • @Ricky-13:

      "Die CDU/CSU stellt 'Die Linke' - seitdem Friedrich Merz Kanzler ist - als ihren größten Feind hin..."



      Das ist so reißerisch formuliert und die Fakten verdrehend, dass ich mich fast schon für das Beispiel bedanken muss. Echte "Feindschaft" sehe ich eher auf Seiten der Linken. Für die Union ist natürlich die Linke inhaltlich ein nahezu spiegelbildlicher Gegenentwurf, mit dem sie die wenigsten sachpolitischen Positionen teilt. Aber das macht keine Feindschaft sondern eben politische Unvereinbarkeit.



      "Feindschaft" ist deshalb keine Vokabel, die in dem Zusammenhang in der Union fällt. Auch die Grünen als "Hauptgegner" zu bezeichnen, war keine Äußerung von Feindschaft, in dem Fall nicht mal von politischer Inkompatibilität. Vielmehr erkannte die Einordnung an, dass die Grünen seinerzeit am ehesten das Potenzial hatten, der CDU die politische Mitte streitig zu machen.



      Die Einstellung zur AfD ist da ein ganz anderer Schnack. Die ist aus Unionssicht Feind der Demokratie, nicht bloß Konkurrent. Dass etliche ihrer Sachpositionen (halt extreme) Varianten dessen sind, was die Union OHNE koalitionäre Hemmschuhe gern machen würde (und seit Merz auch wieder offener anstrebt), ändert daran nichts.

      • @Normalo:

        *Das ist so reißerisch formuliert und die Fakten verdrehend, dass ich mich fast schon für das Beispiel bedanken muss.*

        Gern geschehen. Ich bin immer bereit Ihnen und auch allen anderen 'konservativen taz-Kommentatoren' genügend "Futter" zu liefern, damit ihr Konservativen hier in der taz – anscheinend schreibt ihr lieber in der linken taz als in der Springer-WELT – weiterhin eure "politischen Weisheiten" verbreiten könnt.

        *... was die Union OHNE koalitionäre Hemmschuhe gern machen würde ...*

        Macht die Union das nicht schon? Union und AfD fordern strengere Grenzkontrollen und konsequentere Abschiebungen sowie die Auslagerung von Asylverfahren in Staaten außerhalb der EU. Union und AfD kritisieren die aktuellen Klimaschutzauflagen als wirtschaftsschädlich und fordern die Entlastung von Unternehmen, denn das klimaschädliche Monopolyspiel soll ungebremst weitergehen. Beide Parteien betonen das Leistungsprinzip und kritisieren eine aus ihrer Sicht zu starke Ausweitung von Sozialleistungen. Auf gut deutsch: Mehr Geld für die Reichen und weniger Geld für den Armen.

        Und so weiter und so fort.

        Zwischen der Merz-Union und der AfD passt doch jetzt schon kein Blatt Papier mehr. 😒

        • @Ricky-13:

          Was soll schon wieder dieses öde "Eindringlinge hier bei uns im linken Forum"-Geätze? Schauen Sie doch mal auf Ihre ku-Nummer und dann auf meine, und fragen Sie sich ehrlich, ob Sie das wirklich ewig weiterspielen wollen. Ich find's jedenfalls (schon seit gut 20 Jahren) immer wieder erfrischend, mich mit Leuten auszutauschen, die eben NICHT Alles so sehen wie ich vor dem Gespräch schon. Und auf dem taz-Forum findet man - Chapeau - mehr Leute, die in der Lage sind, mit Gegenmeinungen sachlich umzugehen. Gerade mit Rechtsaußen-Postern kann man in der Tat schwer diskutieren.



          Was den Rest Ihres Postings betrifft, scheren Sie leider dann doch SEHR wenig tiefgehend, Alles über einen Kamm. Nochmal: JA, die AfD hat mehr Schnittmengen mit der CDU als die Linke. Und sowieso ist "reinrassige" Unionspolitik eben nicht Linke-kompatibel ("unvereinbar" - wir erinnern uns). Aber nur weil sie beide nicht einverstanden sind mit der linklen Sicht auf die Dinge, macht das die AfD und die Union noch lange nicht deckungsgleich. Die Einen wollen Demokratie und Menschenrechte achten aber Migration kontrollieren, Klimapolitik einbremsen, Sozialstaat verschlanken, die Andern wollen all das nur abschaffen.

          • @Normalo:

            Seit wann ist dies ein "Linken-Forum"?



            Gibt's bei der Registrieung eine Gesinnungsprüfung?

          • @Normalo:

            *... und fragen Sie sich ehrlich, ob Sie das wirklich ewig weiterspielen wollen.*

            Wir spielen dieses Spiel doch schon seit Jahren, wo ich der Linksgrüne bin der "reißerisch formuliert" und Sie der nette Konservativneoliberale, der "im Stil von Thomas Mann" hier seine Weisheiten schreibt – jedenfalls möchten Sie wohl so wahrgenommen werden. 😉

            *Was den Rest Ihres Postings betrifft, scheren Sie leider dann doch SEHR wenig tiefgehend ...*

            Ich finde schon, dass der "Rest" meines Kommentars sehr tiefgehend ist, nur müsste man sich damit dann natürlich etwas TIEFER befassen. Mal davon abgesehen, ist es aber nicht meine Aufgabe hier journalistische Arbeit zu verrichten, das überlasse ich lieber den echten Journalisten.

            *Gerade mit Rechtsaußen-Postern kann man in der Tat schwer diskutieren.*

            Da gebe ich Ihnen vollkommen recht, aber zum Glück haben solche 'rechtslastigen Intelligenzbestien' noch nicht den Weg in die taz gefunden, denn dann würde ich hier wirklich die Notbremse ziehen und aussteigen.

          • @Normalo:

            „... macht AfD und Union nicht deckungsgleich“



            Genau das ist die Art von Rhetorik, die nicht der Verständigung, sondern dem Kampf um des Kämpfens willen dient - und das Lesen von Beiträgen wie Ihrem so aufreizend-langweilig macht. Zwischen Merz-Union und AfD passe kein Blatt Papier, sagte Ricky-13. Sie stülpen ihm eine deutlich andere Aussage über, und hauen dann drauf. Das hat nichts mit Austausch zu tun.



            Und dass Ihnen zur Unionspolitik kein passenderes Wort als ausgerechnet „reinrassig“ einfällt, - zeugt das von Ihrem Tiefgang, den sie bei Ricky-13 so ausdrücklich vermissen?

            • @Selbstauslöser:

              Erstens wüsste ich gern mal wo - bei verständiger Wertung des Sprachgebrauchs - zwischen "passt kein Blatt zwischen" und "deckungsgleich" der fundamentale Unterschied liegt.



              Zweitens wäre interessant, warum ein Hinweis auf Differenzen zwischen vom Vorredner gleichgesetzten Akteuren "Kampf um des Kämpfens willen" sein soll.



              Und drittens wäre mir lieb, wenn Sie den semantischen Unterschied zwischen einem deutlich gekennzeichnet metaphorisch gemeinten "reinrassig" und z. B. einem wörtlich gedachten "rein rasschisch" zu schätzen wüssten.



              Anderen Rabulismus vorzuwerfen, schließt leider nicht aus, selbst solchen zu betreiben.

      • @Normalo:

        Danke für Ihren Versuch, die Begriffe Feindschaft, Unvereinbarkeit und Konkurrenz im politischen Feld ein bisschen ordnen zu wollen. Denn dass hier differenziert werden muss - gerade im Verhältnis der CDU zur AfD einerseits und zur Linkspartei anderseits - ist hinreichend deutlich geworden.



        Ihr Kommentar zeigt aber auch die offensichtlichen Schwierigkeiten dieser Unterscheidungen. Wäre Die Linke heute eine klar stalinistische Partei, wäre der CDU-Strategie der Äquidistanz gegenüber beiden politischen Extremen zuzustimmen. Nun ist hier im Forum schon mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es sich bei der Linkspartei programmatisch längst um eine (links)sozialdemokratische Partei handelt, d.h. sie hat lediglich Positionen besetzt, die zuvor von der SPD geräumt wurden. Eine Einschätzung, der ich mich im Großen und Ganzen anschließen kann.



        Hinsichtlich der Einschätzung der AfD als ausgewiesen verfassungs- und demokratiefeindliche Partei besteht dagegen Einigkeit, selbst bis in die CDU hinein. Man sollte die CDU jedoch nochmals daran erinnern, spätestens nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. In Beschlüsse gemeißelte Unvereinbarkeiten mi der Linken machen da keinen Sinn.

        • @Abdurchdiemitte:

          Die Unvereinbarkeitsbeschlüsse wird die CDU im Augenblick nicht lockern.

          Dazu zündelt die Linkspartei gerade zuviel mit Antisemitismus.

          Die CDU mit ihrem Schwerpunkt Innere Sicherheit will aber von jeher den jüdischen Gemeinden und der bürgerlichen Mitte vermitteln: "Wir schützen jüdisches Leben."

          Das dürfte schwerer wiegen als der vorgebliche Antikapitalismus, den die Linke bei einer Regierungsbeteiligung über Bord werfen wird.

      • @Normalo:

        "Auch die Grünen als "Hauptgegner" zu bezeichnen, war keine Äußerung von Feindschaft, in dem Fall nicht mal von politischer Inkompatibilität. "

        Aus Sicht des Kanzlers und des rechten Parteiflügels der CDU jedenfalls weniger kompatibel jedenfalls als die AfD. Und das bestätigt Merz ja aktuell mit seiner Politik.

        • @Kaboom:

          Nicht wirklich. Die AfD mag mehr inhaltiche Überlappungen mit der Union haben, aber die Differenzen wiegen umgekehrt dramatisch viel schwerer, denn die CDU will sicherlich nicht die Demokratie aus dem Weg schaffen oder Art. 1 Abs. 1 GG quasi auf Biodeutsche beschränken, ist aber weit überwiegend davon überzeugt, dass die AfD das will.



          Dass es aus linker Sicht einfach ist, diesen hauchzarten Unterschied zu übersehen (Achtung, Sarkasmus), liegt auf der Hand und wahrscheinlich daran, dass es eben im Moment wahnsinnig schick ist, jede gegnerische politische Position auch gleich maximal zu diabolisieren. (Auf weitere Spitzen verzichte ich mal, um nicht mit Steinen aus dem Glashaus zu schmeißen...).



          Und ja, es gibt genug Unterschiede zwischen den Grünen und der Union, um innerhalb der Spektren beider Parteien Leute zu finden, die eine Zusammenarbeit für komplett unmöglich halten. Und dann gibt es da Schleswig-Holstein, NRW, BaWü und zuvor ausgerechnet Hessen und Sachsen (zum Thema "rechter Parteiflügel") und davor noch Hamburg. Auch in dieser Frage wäre es vielleicht dem "großen Ganzen" dienlicher, Hörner und Pferdefuß etwas weniger krampfhaft an die CDU dranzufabulieren.

          • @Normalo:

            "Die AfD mag mehr inhaltiche Überlappungen mit der Union haben, aber die Differenzen wiegen umgekehrt dramatisch viel schwerer, "

            Und wieder mal fragt man sich, warum der Kanzler (und diverse dutzend weitere Unionsgrößen) - wenn das so ist - nicht die AfD, sondern die Grünen als Hauptgegner bezeichnet.



            Und sind wir mal ehrlich: Solange die Union durch das Erstarken der Neubraunen keine Verluste zu verzeichnen hatte, waren die Bemühungen, das Wachstum der Alternative für Putin zu stoppen, - gelinde gesagt - überschaubar. Erst seit die Neubraunen zu Lasten der CDU gewinnen, entdeckt man im Adenauer-Haus plötzlich eine Abneigung.

            " Auch in dieser Frage wäre es vielleicht dem "großen Ganzen" dienlicher, Hörner und Pferdefuß etwas weniger krampfhaft an die CDU dranzufabulieren."

            Ich sag mal so: Man hat, seit Merz Vorsitzender ist gesehen, wie die Union heute real zu den Grünen steht.



            Und meine Einschätzung ist: Es hat sich in den letzten 40 Jahren nichts geändert. Gar nichts. Die gemeinsam mit der konservativen Schmuddelpresse geführte Diffamierungskampagne gegen die Grünen ist sehr viel aussagekräftiger als alle Sonntagsreden.

            • @Kaboom:

              Sie machen da weiter, wo Sie angefangen haben: Hörner und Pferdefüße suchen. Fakt ist, dass die CDU durchaus mit den Grünen arbeitet. Im Bund war sie nach der letzten Wahl keine tragende Option. Wäre sie es gewesen, hätte Merz auch darüber nachdenken müssen, ob die (von ihm sicherlich deutlicher als von anderen CDUlern empfundenen) Differenzen nicht überbrückbar wären. Aber ganz ehrlich: Mit der AfD im Nacken und einem Söder im Boot, bei dem das Wort "Koalitionfrieden" Logorrhoe verursacht, würde ich mir ganz unideologisch auch dreimal überlegen, ob ich so eine Zusammenarbeit anstreben würde. Das Risiko, dass dabei etwas herauskommt, das noch mehr "Mainstream-Frustrierte" sich zu den Rechten verirren ließe, wäre einfach immens.



              Und das mit dem "Hauptgegner" scheint ja tief zu sitzen. Aber wenn man es durch die Brille sieht, dass der AfD am ehesten beizukommen ist, indem man bessere (Unions-)Politik macht - nicht bloß predigt -, als sie rechten Krawall zu bieten hat, dann ist es nur logisch: Um solche Politik zu machen, braucht man Mehrheiten diesseits der AfD, und um die konkurrierte die Union zu dem Zeitpunkt vor allem mit den Grünen. Nochmal: "Gegner" heißt nicht "Feind".

  • In den Leserkommentaren sehe ich überwiegend Abgrenzungsforderungen und Betonung der Identität der eigenen politischen Gruppe.



    Das war aber genau die Absicht von Gunnar Hinck im Blick auf die nächsten ostdeutschen Landtagswahlen den Ernst der Lage zu verstehen und deshalb zu fordern:



    Unvereinbarkeitsbeschlüsse aufzuheben.



    Gab es da nicht Bodo Ramelow?



    Diese Zuordnung: Links heute so wie PDS früher.



    Nein!



    Sie haben sich gewandelt.



    Aus Governance-Sicht ist eine richtige Koalition stabiler als eine Minderheiten-Themenweise-Tolerierung.



    Aber wichtiger: gesellschaftlicher Zusammenhalt!



    Es gibt ja Klassenspaltungen immer.



    Aber wichtig ist das wir uns bemühen den Common Sense mächtiger zu machen als die Politsekten wie die Völkischen.



    Wenn Höcke und co. das Banner tragen "Der Osten steht zusammen", dann ist das nur Bedeutungsperversion. Es meint nur sich selbst: die völkische Abgrenzungsbewegung gegen alles Fremde. Das ist irrational!



    Genauso die "Ostdeutsche Allgemeine".



    Den Spuk wieder in die Dose einpacken!

  • Dass die Afd in einem Bundesland mal zeigen kann, was sie wirklich drauf hat, kann die Demokratie auch stärken: War es das, was die Wähler wollten. Aber die CDU könnte falsch liegen mit welchen Abgrenzungen auch immer, aber klar, die Altparteien sollten eigentlich durchdachte Strategien fahren...???

    • @ttronics:

      Jo. Eine Alleinregierung der Neubraunen in einem möglichst kleinen Bundesland, wo diese Gestalten möglichst wenig Schaden anrichten können, wär wohl der kleinste anzunehmende Unfall.



      Gut, die Leute, die diese politischen Geisterfahrer nicht gewählt haben, werden die Rechnung zahlen. Aber irgendwas ist ja immer



      Und natürlich die Kinder, weil z.B. das Abitur aus Sachsen-Anhalt bei Einhaltung des bildungspolitischen Irrsinns in anderen Bundesländern nicht mehr anerkannt werden wird.

    • @ttronics:

      Eine große Mehrheit der Leute in Deutschland WILL keine AfD in der Regierung. Und diese Menschen treffen alle ständig Entscheidungen: Was sie kaufen, wo sie arbeiten, wo sie wohnen, wo sie Urlaub machen etc.



      Was passiert wohl mit einem Bundesland, das von der AfD regiert würde?



      Bevor die AfD da zeigen könnte "was sie wirklich draufhat" (... ?) hätte dieses Bundesland noch ganz andere Probleme.



      Aber vielleicht kann man ja eine Art Mini-Retro-DDR gründen und wieder beim Schirmherr Putin unterkriechen.

    • @ttronics:

      "Dass die Afd in einem Bundesland mal zeigen kann, was sie wirklich drauf hat, kann die Demokratie auch stärken"



      Ja klar, immer wieder die Verharmlosung der Extremisten durch 'Entzauberung', 'zeigen was sie wirklich drauf haben'...



      Ist das noch Gesundbeten, Prinzip Hoffnung oder schlichte Geschichtsvergessenheit?



      In den USA kann man sehr gut sehen, wie das mit der Entzauberung funktioniert. Welchen Preis sind Sie bereit zu zahlen?

      • @Encantado:

        Naja, sie können das Problem auch per Verbot einer 40% Partei lösen. Das klappt bestimmt.

        Da werden die AfD Wähler reumütig zu den demokratischen Parteien zurückkehren, wenn ihnen ein Gericht erklärt, die AfD sei verfassungswidrig.

      • @Encantado:

        "In den USA kann man sehr gut sehen, wie das mit der Entzauberung funktioniert. Welchen Preis sind Sie bereit zu zahlen?"

        Die Möglichkeiten des verrückten Königs sind andere als die eines MP in SA.



        Im Übrigen bin ich schon mächtig gespannt auf die versprochenen Abschiebeflüge. Nicht zuletzt nach Italien. Die ja beispielsweise 2024 bei über 12000 Gesuchen genau 3 Asylbewerber zurückgenommen haben. Das könnte witzig werden.

        • @Kaboom:

          "Die Möglichkeiten des verrückten Königs sind andere als die eines MP in SA. "



          Und SA ist etwas anderes als USA.



          Und weiter?

  • Die Linke sollte wenig Interesse daran haben, verantwortlich an einer Unionsregierung mitzuwirken, sofern sich die AfD auch qua Tolerierung verhindern lässt. Das überhaupt zu debattieren wäre auch für beide Wahlkämpfe ein weiterer Mühlstein um den Hals.



    Insofern vielleicht kein ganz blöder Move, auch wenn es erstmal so erscheint.

  • Solange sich die Linke nicht klar vom DDR Regime und deren Partei abgegrenzt und dieses verurteilt hat ist der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU völlig in Ordnung. Mit der AfD darf es natürlich auch keine Zusammenarbeit seitens der CDU geben.

    • @Filou:

      Ernsthaft jetzt? Das kann man echt nur fordern wenn man keine Ahnung hat. Wie wär's mit etwas Recherche bevor man einfach mal was raushaut?

    • @Filou:

      Meine Güte - Neu in diesem Land?



      Ja, schaun Sie mal eins tiefer: Wie Kaboom unten schreibt war sich die West-CDU nach der Wende nicht zu schade jeden Ost-CDUler - der das SED-Regime bis dahin ja nach außen hin stets mitgetragen hat - herzlich in die offenen Arme zu schließen...

    • @Filou:

      Die Linke, damals noch PDS, hat sich schon Anfang der 90er vom DDR-Regime "abgegrenzt und es verurteilt".



      Anders übrigens als FDP und CDU, die beide je 2 Blockparteien "assimiliert" haben.

  • Die Überlegungen im Artikel gelten nur so lange, wie die AfD keine Alleinregierung stellen kann. Dass dies kommt, will ich nicht völlig ausschließen.

  • Man kann es sich leicht machen und von der CDU verlangen, das sie sich soweit verbiegt, das sie mit den Linken klar kommt. Das ist schön einfach und man hat dann auch gleich den Schuldigen! Die CDU.



    Dabei wird vergessen, das 1/3 der AfD Wähler von der SPD stammen. Und die sollte man zurückholen. Um diese Stimmen kämpfen.



    Es heilst ja auch Wahlkampf und nicht Wahlverbiegen!

  • " nur noch reine Folklore"



    Für einen waschechten Konservativen wie mich ist die SED- und Mauerschützen-Nachfolgepartei ein No-Go. Ihr ungeklärtes Verhältnis zur DDR und ihrem eigenen Antisemitismus kommt noch hinzu. Deshalb "Unvereinbarkeit". It is as simple as that.

    • @GregTheCrack:

      Die Meisten dieser SED- und DDR-Fans (Wagenknecht und co.) sind doch mittlerweile gar nicht mehr in der Linkspartei, sondern beim BSW gelandet. Und mit dem ist die CDU in Thüringen sogar eine Koalition eingegangen. Wo ist da bitte der Unvereinbarkeitsbeschluss?! Hier wird so dermaßen mit zweierlei Maß gemessen, es ist zum schreien.

    • @GregTheCrack:

      Ja, aber die Linke kann man doch bei der SED jetzt mal abmelden?

      • @ttronics:

        Ach nee, die Schlussstrichdebatte. Hier funktioniert es also.

    • @GregTheCrack:

      Genau so ist es, aber leider wird die SED-Geschichte der Linken ja viel zu oft relativiert.

      • @Dirk Osygus:

        Durch das lesen der nachfolgenden Kommentare, hat sich Ihrer ja zum glück erledigt.

  • Ich bevorzuge eine Minderheitsregierung, die sich ganz pragmatisch für die anstehenden Probleme Mehrheiten sucht.

    CDU und Die Linke in einer Regierung würden meiner Meinung nach dazu führen, dass sich Wähler beider Parteien umorientieren. Für mich grenzt das schon fast an Wahlbetrug und wäre eine absurde Kombination.

    • @*Sabine*:

      Wie "minder" darf denn eine Regierung sein? So bei unter 30%? - Das ist ja lächerlich. Glauben Sie, dass das der AfD Block einsehen mag?

    • @*Sabine*:

      I"ch bevorzuge eine Minderheitsregierung, die sich ganz pragmatisch für die anstehenden Probleme Mehrheiten sucht"



      Das klingt schön - in der Realität geht bei aktuellen Umfragen nichts mehr ohne Die Linke oder die AfD.



      Eine Union die sich einmal Die Linke und beim nächsten Mal die AfD zur Mehrheit holen würde, würde zerfleischt werden.



      Außerdem warum sollte die AfD mit knapp 40% eine 'Regierung' anerkennen, die gerade mal die Hälfte der Stimmen erreicht...🤷



      Eine Minderheitsregierung sehe ich nicht funktionieren

  • Dieses ständige "die Demokratie ist in Gefahr" und das ständige "die Demokratie wird abgeschafft"... Wer soll denn das glauben? Wo soll das ziehen?



    Orban, dem ständig nachgesagt wurde, eine Diktatur zu errichten, wurde anständig abgewählt.



    Trump ist absehbarer Zeit Geschichte und auch nach ihm wird es die amerikanische Demokratie noch geben.



    Und jetzt soll im wenig relevanten Bundesland Sachsen -Anhalt die Demokratie abgeschafft werden?



    Wie soll das funktionieren?

    • @Otto Mohl:

      "Trump ist absehbarer Zeit Geschichte und auch nach ihm wird es die amerikanische Demokratie noch geben."



      In welcher Form auch immer.



      Dass diese - darüber hinaus ebenso wie die internationalen Beziehungen oder wirtschaftliche Entwicklung - bereits massiven Schaden genommen hat, wollen Sie nicht ernsthaft leugnen, oder?

    • @Otto Mohl:

      Alles nur Dauerwahlkampf: Nicht die Demokratie droht demnächst abgeschafft zu werden, sondern lediglich und erstmal "unsere Demokratie", womit relative Mehrheitsbildung nach Ausschluss der AfD gemeint.

      Im Übrigen ist erstaunlich, wie genau manche Politiker und Medien wissen, was die AfD denn an der Macht so tun wird. Dabei wissen wir doch mittlerweile von keiner Partei mehr, was diese nach einem Wahlsieg machen wird, oft ist es das Gegenteil vom Wahlprogramm

      • @Leo Onlin:

        Wenn Sie "unsere Demokratie" als Demokratie ohne Machtoption für die Antidemokraten definieren, dann denke ich, haben Sie den Nagel auf dem Kopf getroffen, wie sich die Mehrheit des demokratischen Souveräns das vorstellt. Gratulation.



        Demokratisch wäre jetzt, das zu akzeptieren und nicht daran rumdeutleln zu wollen, dass das ja garnicht wirklich demokratisch sei. Wenn Parteien groß in ihre Programme scheiben "Nicht mit den Rechten!", dann dürfen sie ihre Stimmen auch als Mandat für deren Ausschluss aus den Entscheidungsprozessen verstehen.



        Nehmen Sie sich doch ein Beispiel an vielen Erz-Linken! Die haben mittlerweile immerhin eingesehen, dass ihre Heilsbotschaft einfach bei den meisten ihrer Mitmenschen nicht anschlussfähig ist und sich deshalb weise in eine eigens geschaffene Kaderpartei nebst übermächtiger Lichtgestalt-Anführerin getrollt, wo sie wenigstens in ihrer Blase der autoritären Richtigfinderei fröhnen können. ;-)



        Zum Thema "Nach derWahl: Die AfD nimmt den Mund mächtig voll und schimpft dabei wüst auf Andere, die ihre Versprechen nicht halten. Trump demonstriert, wie man als Populist Wahlversprechen einlöst: Einfach dumm und stur genug sein. DAS kriegen die auch hin...

      • @Leo Onlin:

        "was die AfD denn an der Macht so tun wird. "



        Man kann sich anhand der Beteiligten und geäußerten Absichten durchaus ein gewisses Bild machen, ja. Dazu die Beispiele ähnlicher Parteien weltweit... doch das kann man.



        Wenn man es denn sehen oder wahrhaben will.

      • @Leo Onlin:

        ""unsere Demokratie", "

        Dieser, seit einiger Zeit vom rechten Rand immer wieder kolportierte Begriff zeigt, dass man am rechten Rand - im besten Fall - keine Ahnung von Demokratie hat.



        Eine Regierungsbildung erfolgt, nachdem man sich eine Mehrheit im Parlament gesucht hat. Und selbstverständlich sind sich da Demokraten näher als Rechtsextremisten.



        Es ist also vollkommen lächerlich, über einen "Ausschluss der AfD" zu fabulieren.

        "Im Übrigen ist erstaunlich, wie genau manche Politiker und Medien wissen, was die AfD denn an der Macht so tun wird. "

        Jeder, der fähig und willens ist, zu lesen, kann sich das, was Höcke in seinem Buch geschrieben hat, zu Gemüte führen. Oder das, was in den geleakten AfD-Chats stand. Oder das, was Frohnmaier diesbezüglich gesagt hat.



        Aber sind wir ehrlich: Das wird der durchschnittliche AfD-Anhänger nicht tun.

        • @Kaboom:

          1.) "Unsere Demokratie" oder "die Demokratie" wird nun gerade im linken Lager beschworen. Das dies die Rechte aufgreift, ist nicht verwunderlich.



          2.) Der absolute Ausschluss der AfD von der politischen Teilhabe ist doch das Programm (namens "Brandmauer") der selbsternannten "demokratischen" Parteien. Vermutlich sind alle, die das nicht unterstützen, Antidemokraten, oder war es umgekehrt?



          3.) Parteiinterne Chats verbreiten sehr häufig Unsinn. Ich möchte lieber nicht wissen, was so in Reihen der Linken, Grünen oder der CDU intern ventiliert wird. Das Problem bei der AfD ist doch, dass wir überhaupt nicht wissen, wie sich diese Partei im Falle einer Mitregierung verhalten wird.



          4.) Wer oder was sind durchschnittliche AfD-Anhänger und warum müssen die unbedingt Höcke gelesen haben?

    • @Otto Mohl:

      Richtig. Sachsen-Anhalt ist eigentlich das perfekte Labor für den AfD Härtetest. Kaum Industrie, wenig Bevölkerung, breiter Zuspruch.



      Wenn sie da alles in den Sand setzen, wie es von links seit Jahren vorhergesagt wird, ist nicht viel kaputt und die hohen Werte werden sich erledigen, siehe Piraten oder BSW - und wenn es wider medialem Erwarten gut läuft (oder zumindest nicht schlechter als unter CDSUSPDGRÜNLINKE), dann weiß man woran man ist.



      Das Investitionen fern bleiben wenn die AfD ans Ruder kommt, was gern gepredigt wird, wurde just heute spannenderweise in Frage gestellt - im Handelsblatt resümierte Merz' Investitionsbeauftragter Martin Blessing:



      "Deutlich sensibler als auf die hohen Umfragewerte der AfD reagieren sie (=Investoren) auf Debatten über Eingriffe in Eigentumsrechte, etwa Enteignungsforderungen im Wohnungsmarkt.“



      Hört hört

      • @Astrid Sehnefeld:

        Also wenn man heutzutage immernoch glaubt das eine schlechte Regierung dazu führt, das eine authoritäre Partei gleich an Macht verliert, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Die AfD hat doch schon in Bürgermeister und Landsratämtern klar versagt, das interessiert doch auch keine Sau. Da ändert auch eine Landesregierung nichts. Wenn was schiefgeht sind sowieso immer die anderen Schuld.



        Und ich frage mich echt was dein Interesse ist, wenn du denkst es ist wichtig was irgendwelche Investoren jetzt behaupten sie würden in Zukunft tun. Erstmal lügen die immer wie gedruckt, das ist weithin bekannt und nachweisbar, zweitens machen Investoren das Leben der Menschen auch nicht besser. Man muss doch echt die Augen vor der Welt verschließen wenn man etwas anderes glaubt bei dieser Weltlage.



        Es ist in Studien übrigens klar nachgewiesen das "die Märkte" erst positiv auf konservative und rechte Wahlsiege reagieren und negativ auf linke, aber das sich mittel und langfristig die Wirtschaft dann ganz anders entwickelt.



        Solche zynischen Kommentare, die Leben von Menschen als Experiment zu benutzen ob rechte Parteien funktionieren, geben mir den Eindruck das den Leuten an Demokratie nichts liegt.

  • Die Union hat ihren Unvereinbarkeitsbeschluss zur damaligen Nachfolgepartei der SED, PDS gemacht, übrigens wie damals auch die SPD. Die Politische Grundhaltung der jetzigen Linken Partei ist noch die selbe wie damals der PDS, + des unkontrollierten Antizionismus in weiten Teilen der Partei. Mit einer solche Partei darf es keine Zusammenarbeit geben !!

    • @Günter Witte:

      Das ist einfach nur gelogen und erfunden. Warum nicht gleich noch behaupten die CDU sei die gleiche wie nach dem 2. Weltkrieg und voller Altnazis.

      • @Rahl:

        Lassen Sie beim letzten Wort die Vorsilbe "alt" weg und sie werden entsprechende Wortmeldungen in Leserkommentaren hier bei der taz finden...

  • Die AFD macht zwar nicht das, was sie verspricht, aber das was man von der AFD erwartet.



    RECHTS-NATIONALE- Politik

    Die CDU macht das, was sie verspricht und was man von der CDU erwartet.



    KONSERVATIVE- MITTE - RECHTS- Politik.

    Die SPD macht nur noch in Ansätzen das was sie verspricht und kaum noch das was man traditionell von ihr erwartet.



    SOZIAL- DEMOKRATISCHE- Politik

    Die Grünen haben zum Teil vergessen was sie mal versprochen haben und was einige immernoch von ihnen vergeblich erwarten.



    LINKS -LIBERALE- ÖKOLOGISCH orientierte - Politik

    Die Linke macht das, was sie verspricht und was man von der Linken erwartet.



    LINKS - SOZIAL- DEMOKRATISCHE - Politik

    M.E. geht die Tendenz in Richtung Minderheitsregierungen.



    Der Anpassungsdruck in notdürftig zusammengeschußterten Koalitionen verändert die ursprünglichen Profile der Parteien bis zur Unkenntlichkeit.

    Machterhalt auch um den Preis der Selbstaufgabe rächt sich am Beispiel der SPD zu sehen ist.

    Nur eine klare Haltung statt ausschließlich taktischer Überlegungen sorgt für Erkennbarkeit und zahlt sich längerfristig aus. Die Linke macht momentan vor, wie es gehen könnte.

  • Die CDU ist im Wesentlichen eine Partei der Zugezogenen und gemeinsam sich Letzteren Anbiedernden. Wie sollen diese Parteispezies denn merken, wie es den Menschen so geht, sie sind ja nicht zum Gärtnern der blühenden Landschaften angetreten, sondern suchten einen Job, fast missionarisch? Und das, nachdem die aktiven Frauen und Männer sich woanders engagiert haben, ihre neue Freiheit ausnutzend. Die neuen Freiheitsprediger hatten für den Wahlkampf den meisten Verbliebenen auch nicht mehr viel zu bieten, gerade in Zeiten, wo Investoren die Wertschöpfung immer schwerer fällt und Sozialleistungen, die ja nur Abfindungen darstellen , die gerade einmal das Nötigste abdecken, dann auch noch gekürzt werden. Und dann sollen diejenigen, die Opfer der so hochgespriesenen 'Wiedervereinigung' sind, dann auch noch dankbar sein? Wer ehrlich ist, muss feststellen, dass im maroden DDR-Staat -wenn auch von oben angeordnet und auf niedrigem Niveau- mehr getan wurde für Älterwerdende und in der Nachbarschaft. Fernsehen, das sich von 'oben' vor Allem den Konsumenten eines Wohlstands anbiedert, macht nicht glücklich.

  • Warum sollten sich Wähler und Parteien links von der Mitte (SPD, Grüne, Linke) denn um die Fehler der CDU sorgen? Sie sollten dankbar sein und die Gelegenheit nutzen, dass die CDU mit den Nazi-Verbrüderungsfotos so dumme Fehler macht. Das könnte die Grünen und die SPD deutlich über die 5% heben. Wenn die linken Parteien in SA zumindest auf 30% kommen anstatt aktuell auf 23%, wird die AFD auch mit dem BSW nicht regieren können, falls die über die 5% kommen, und die CDU wird sich als zweitstärkste Kraft nicht mit der AfD einlassen wollen, wenn sie weiter existieren möchte. Es wird keinen Last-Minute-Umschwung zur CDU geben, weil sie zu weit von der AfD entfernt ist, als dass es ein Zweikampf wäre (und sie zu nah an der AfD dran ist). Demokratische Wähler der Mitte haben somit nur drei realistische Optionen und die CDU gehört nicht dazu.

  • Ich kann mich nicht erinnern, dass Die Linke an irgendeiner Stelle dafür plädiert hätte, die Demokratie abzuschaffen - etwas das man aus der rechten Schmuddelecke jeden Tag hört: "ein starker Mann" wird protegiert....

  • In anderen Ländern sind Minderheitsregierungen üblich funktionieren. Warum sucht der Autor nur ein Beispiel heraus, wo es nicht funktioniert hat?

  • Die Lernfähigkeit der Konservativen ist seit Brüning in Deutschland kaum spürbar. Die Linke ist ja keine DKP in neuem Mantel, sie ist das was die SPD sein sollte, eine immer noch recht brave, sozialdemokratische Partei.



    Das Zentrum stimmte damals dem Ermächtigungsgesetz der Nazis zu. Dass das in der Katastrophe (nebenbei auch in ihrer eigenen Zerstörung) endete ficht die Konservativen bis heute offenbar kaum an. Winkt die Macht hat man kaum Hemmungen, leider.



    Wie wäre es statt symbolischer Brandmauerdebatten mit einer wirklich eigenen konservativen, von den Nazis abgegrenzten Politik? Das man mit der AfD erst nach Rausschmiss des völkischen Flügels reden kann versteht sich dann ja wohl von selbst.

    • @FtznFrtz:

      Die CDU hat aber keine Mehrheit um eine wirklich konservative Politik zu machen, obwohl das die Mehrheit will. Da aber viele der CDU nicht trauen, wählen sie AFD. Und Merz, der viel versprochen hat und dann - bevor er an der Macht ist - ein riesiges Schuldenpaket auf den Weg bringt, hat sicher nicht das Vertrauen gestärkt - völlig losgelöst davon, ob dieser Schritt sinnvoll oder nicht war.

    • @FtznFrtz:

      Wie sähe denn Ihrer Meinung nach eine "wirklich eigene konservative" Politik aus?



      Glauben Sie, die könnte das Thema Migration nochmal so wie Merkel anpacken (oder noch grüner)? Oder meinen Sie, man könnte grundsätzlich Merz-Politik machen, nur halt immer genau da anhalten, wo es Schnittmengen mit der AfD gibt (und damit ihr die Regie über die eigene Politik übertragen)? Was wäre das denn für eine inkohärente Laviererei?



      Das Problem ist doch, dass konservative Politik gar nicht mehr geht, solange man keine breite Mehrheit dafür hat, denn es mangelt an Koalitionskandidaten: Links der Union stehen lauter Parteien, die stante pede von der Medien- und Netz-Meute unbarmherzig durch Dorf gehetzt werden, sobald irgendwer von ihnen den "Bösen" (wobei da eben Union und AfD schneller in einen Topf geworfen werden, als man überhaupt Ähnlichkeiten identifizieren könnte) mal ein Schrittchen entgegenkommt. Und rechts steht die AfD und braucht gar nicht kompromissbereit zu sein, um immer stärker zu werden. "Wirklich konservativ" kriegt da eigentlich Sahra Wagenknecht am besten hin, aber die muss ja außer ihrem Führungsanspruch auch nichts durchsetzen, und ihre Partei IST schon kaputt... ;-)

      • @Normalo:

        Ja, die bösen Medien wieder, die mit der linken Agenda, schon klar.



        Natürlich könnte die Union eine zuwanderungskritische Politik formulieren, die aber nicht das Grundrecht auf Asyl noch weiter in Frage stellt.



        Und Merkel war grün? Da lachen ja die Hühner, Merkel hat bis auf 2015 eine knallharte, ignorante Abschottungspolitik betrieben. Eher kippen die Grünen in den Merkelismus als umgekehrt.

        • @FtznFrtz:

          Es war auch nicht Merkels Migrationspolitik VOR 2015, die die AfD als Anti-Migrationspartei auf den Plan rief, sondern das, was dann geschah. Und da agierte sie aus rechtskonservativer Sicht so grün, wie z. B. Toni Hofreiters heutige sicherheitspolitische Standpunkte aus Sicht linker Grüner (zu denen er sich ja selbst mal zählen durfte) tiefschwarz anmuten.



          Beide diese "Wandlungen" mag man für von der Vernunft und den Werten unseres Landes geboten halten. Aber sie haben halt beide den Effekt, erhebliche Teile des jeweiligen eigenen Lagers vor den Kopf zu stoßen.

        • @FtznFrtz:

          Es sind nicht einmal nur linke Medien. Die Springerpresse ist doch mindestens so puristisch, wenn das für sie bedeutet, den Linken eine Inkonsequenz nachweisen zu können. Umgekehrt sind ja auch die linken Medien regelmäßig erstaunlich beflissen, Merz vorzuhalten, was an seiner Politik die CDU-Wähler verrät. Es ist einfach generell gerade sehr verbreitet "öffentliche Meinung" mit extrem kurzer Zündschnur zu zelebrieren.



          Und zum Inhalt überlegen Sie mal bitte, was Ihre Forderung "das Grundrecht auf Asyl nicht noch weiter auszuhöhlen" an Bewegungsbereitschaft signalisiert. Die ist nämlich eher negativ. Und da wären wir dann auch schon bei dem Problem, das ich angesprochen habe: Die Union mag vielleicht sogar ein Konzept haben, wie man Migrationspolitik mehrheitstauglich anschärfen könnte, OHNE gleich der AfD nach der Pfeife zu tanzen. Aber da nunmal das humanitäre Migrationsrecht das wesentliche Einfallstor für Einwanderung ist, wird das nicht gehen, ohne genau da anzusetzen und mehr Kontrolle einzuführen - was natürlich nicht im Sinne des ungekürzten Anspruchs auf Asyl (mit seinen prozessualen Absicherungen) sein kann. Und da stehen dann Sie und rufen: "Ja, aber doch nicht SO!!"

    • @FtznFrtz:

      Mit einer historistischen Argumentation gelangt man schnell auf sumpfiges Terrain.

      Zu dem von Ihnen angesprochenen Thema lohnt es sich, vorher Götz Aly gelesen zu haben.

      In seinem Buch zitiert er Hitler, der am 19.09.1941 bemerkte: "Der gefährlichste Gegner", "der auch wirklich eine Reihe von Männern von Format hervorgebracht habe, sei ohne Zweifel das Zentrum gewesen."

      Deshalb weist Aly darauf hin:



      "Im Rückblick bezeichnete Hitler nicht etwa Sozialdemokraten, Liberale und Kommunisten als diejenigen, die ihm 1932/1933 die meisten Schwierigkeiten bereitet hätten, sondern die katholische Zentrumspartei."

      Und wer, wenn nicht Hitler selbst, sollte am besten wissen, wer der härteste Gegner für die Nazis war?

      Ich sage Ihnen gleich, das Buch werden Sie nicht mögen.

      Aly belegt durch Zeitzeugen und Fallstudien nicht ganz unplausibel, dass Kommunisten uns Sozialdemokraten scharenweise zu den Nazis überliefen.

      Ficht die heute auch nicht an.

      • @rero:

        Natürlich sind viele (aus Angst?) umgekippt, als Sozi oder Kommunist lief man schnell Gefahr, auf der Straße totgeschlagen zu werden. Und wenn Sie Hllter als (glaubwürdigen?) Zeitzeugen für die Heldentaten des Zentrum anführen wäre schon eine gewisse Unterfütterung vonnöten. Meines Wissens nach hat das Zentrum dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt, weiß nicht ob das so heldenhaft war.

        • @FtznFrtz:

          Die Quelle zu dieser Bemerkung sind die sogenannten Koeppenberichte.

          Werner Koeppen berichtete im Herbst 1941an Alfred Rosenberg ls dessen Referent aus dem Führerhauptquartier.

          Koeppen notierte für Rosenberg auch Tischgespräche und ähnliches.

      • @rero:

        Die Kommunisten und Sozialdemokraten, die nicht überliefen, sind ja auch im Exil oder im KZ gelandet.

      • @rero:

        Interessante Argumentation. Hitler als Zeuge. Weil Hitler ja immer nur die Wahrheit gesagt hat. Außerhalb dieses Universums ist es allerdings ein Fakt, dass das Zentrum Hitler aktiv am die Macht gehievt hat. Mit Papen (Zentrum!) als Vizekanzler. Und das stammt nicht aus irgendwelchen dubiosen Quellen, sondern ist durch tausende Dokumente belegt.

        Nach dem Krieg gab es immer wieder Historiker, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die "bürgerlichen" von ihrer Schuld an Hitler reinzuwaschen. Man muss ihre Versuche aber nicht heiligen.

        PS: Das nach Hitlers Machtantritt Menschen aus allen politischen Lagern scharenweise zur NSDAP strömten, um auf den fahrenden Zug aufzuspringen, ist nicht neu, sondern längst bekannt. Im Volksmund hießen sie "Märzgefallene".

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Gestatten Sie mir noch einen Nebenaspekt:

          Hitler musste nicht an die Macht "gehievt" werden.

          Er hatte die Zustimmung breiter Teile der Bevölkerung, auch bereits vor seiner Ernennung.

          Durch eine effektive Politik erreichte er danach aber nochmal echte Mehrheiten.

          Deshalb kamen manche Historiker zu dem Schluss, dass 3. Reich sei keine Diktatur gewesen, in der ein Diktator sein Volk niederdrücken muss.

          Sondern eine illiberale Demokratie, in der der demos überwiegend hinter der Regierung steht.

          "AH ist schuld.", "Die Nazis sind schuld.", " Die Bürgerlichen sind schuld." - Sie haben recht, das hat so etwas wunderbar Entlastendes

          Wenn eine große Mehrheit im "Volk" schuld ist und es Leute wie Sie und ich waren, die den Nazis zujubelten und das Regime mitrugen, ist das deutlich erschreckender.

          Dann haben wir vielleicht nur Glück, in einer anderen Zeit aufgewachsen zu sein.

          Herzlich willkommen in der "Gnade der späten Geburt ".

          • @rero:

            "Deshalb kamen manche Historiker zu dem Schluss, dass 3. Reich sei keine Diktatur gewesen, in der ein Diktator sein Volk niederdrücken muss."

            Aha. Welche Historiker konkret kamen denn auf diese spannende Idee?

          • @rero:

            "Hitler musste nicht an die Macht "gehievt" werden."

            Doch. Musste er. Die NSDAP erreichte bei der letzten freien Reichtagswahl gerade mal 33,1% der Stimmen. Und sie hatte sogar gegenüber der vorhergehenden Wahl 4,2% verloren. Sie brauchte Partner, weil sie weit von der Mehrheit entfernt war. Und es war die Entscheidung der "konservativen" Parteien, Hitler zum Kanzler zu machen. Nicht die des Volkes. Das ist reine Mathematik.

            "Deshalb kamen manche Historiker zu dem Schluss, dass 3. Reich sei keine Diktatur gewesen, in der ein Diktator sein Volk niederdrücken muss."

            Interessante These. Dann sind KZ und Gestapo also keine Unterdrückungsinstrumente? Tatsache ist, dass jeder eingesperrt wurde, der gegen Hitler auftrat. Viele wurden auch ermordet. Wenn das keine Diktatur ist. Was dann?

            Die Mehrheit jubelte übrigens erst, als die Diktatur schon installiert war und das Propagandaministerium ein Informationsmonopol hatte. Um so mehr muss man diejenigen würdigen, die der Propaganda nicht erlagen und Widerstand leisteten. Das sind die Vorbilder. Hoffen wir, dass wir nicht bald auf die Probe gestellt werden...

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              "33,1% der Stimmen"

              Eben. Danach kam die SPD mit 20,4 %.

              Eine eindeutige Mehrheit für die NSDAP.

              Bei der Wahl im Juni 1932 waren es sogar 37,3 %.

              Auch das ist eine Mehrheit.

              Zweitplaziert war wieder die SPD mit rund 16 (!) % weniger.

              In beiden Wahlen hatte die NSDAP so viel Zustimmung wie keine andere Partei. Mit Abstand.

              An den Nazis kam eigentlich niemand mehr vorbei.

              Dabei hatte man wahrscheinlich noch Glück, dass die Weimarer Republik kein Mehrheitswahlrecht hatte.

              Wer hier zu dem Schluss, eigentlich wäre alles gut gewesen, hätten "die konservativen Parteien" nicht Hitler zum Kanzler gemacht, lässt weg, dass die Regierungen davor quasi handlungsunfähig waren.

              Darum wurde ja wieder und wieder gewählt.

              Die NSDAP sammelte dann, als sie regierte, große Zustimmung über ihre sozialen Maßnahmen ein:



              Kindergeld, Mietendeckel, Wohnungsräumungen nur ohne anschließende Wohnungslosigkeit, Rentenerhöhung, Aufstiegschancen, innere Einheit, ...

              Auch der Antisemitismus sorgte für Zustimmung bei Gruppen, die eigentlich die NSDAP kritisch sahen.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Warum sollte Hitler 1941, wo er fest im Sattel saß, jemanden unnötig belügen?

          Aber das ist nicht der Punkt.

          Ich würde den Historismus wirklich weglassen, auch wenn es Ihnen schwerfällt.

          Argumentativ steht man einfach glaubwürdiger da.

          Die heutige CDU ist einfach nicht die Zentrumspartei, die AfD nicht die NSDAP und das deutsche Volk von damals nicht das deutsche Volk von heute.

          Da hilft es nicht, sich in einem Geschichtsorakel zu versenken

          • @rero:

            1. Ich denke, Sie haben das Hitler-Zitat falsch verstanden. Widerstand kam deutlich mehr von KPD und SPD (vom Zentrum genau null). Argumentativ (!) - also propagandistisch - war das Zentrum jedoch für ihne der unangenehmere Gegner.

            2. "Die heutige CDU ist einfach nicht die Zentrumspartei, die AfD nicht die NSDAP und das deutsche Volk von damals nicht das deutsche Volk von heute."



            Das ist richtig und daher glaube ich, dass Sie den Begriff Historismus (den Sie WDKN vorwerfen) nicht verstehen und sein Gegenteil meinen. Denn Sie selbst argumentieren hier bei Punkt 2 (eher) historistisch.

            • @MontNimba:

              Zu 1.:



              Sorry, ich muss da nicht viel richtig oder falsch verstehen.

              FtznFrtz beschreibt das Zentrum quasi als willfährige Helfer ohne Lernfähigkeit.

              Das Zitat lässt daran Zweifel aufkommen.

              Ganz so einfach ist es vielleicht nicht.

              Mehr habe ich nicht geschrieben.

              Zu 2.:

              Duden: "Überbewertung des Geschichtlichen"

              Eine von drei Definitionen.

              Die Stilrichtung als Definitionsmöglichkeit ist hier offensichtlich unerheblich.

              Eine "Geschichtsbetrachtung" machen wir auch nicht, weil wir ja über die CDU von heute reden.

              Jetzt sagen Sie mir bitte, was ich an "Überbewertung des Geschichtlichen" falsch verstanden habe.

              Ich lerne immer gerne dazu.

          • @rero:

            Das Hitler seine Umgebung im langen Vorträgen über alle möglichen Themen "unterhielt", ist bekannt. Ein Teil wurde aufgeschrieben. Inhaltlich ist das Geschwafel für die Geschichtsschreibung ungefähr so wertvoll, wie die Ergüsse Trumps auf seinem sozial Media Kanal. Ich halte mich lieber an den knallharten Fakt, dass das Zentrum zusammen mit Hitler eine Regierung bildetet und dann mit der Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz die Diktatur mit eingeführt hat.

            Es ist eben glaubwürdiger, sich auf Fakten zu stützen.

            Mir ist übrigens nicht ganz klar, warum es "Historismus" sein soll, wenn man auf einen Beitrag historischen Inhalts mit historischen Fakten antwortet.

            Das die heutige CDU die Zentrumspartei ist, wurde nicht behauptet. Die Zentrumspartei ist nur eine der Wurzeln. Allerdings redet der rechte Flügel der Union schon wieder ähnlich, wie das Zentrum damals. Und ich fürchte, dass die Partei nach rechts wegkippen könnte, wenn sich die Mitglieder nicht entschieden dagegenstemmen. Aber das ist nur meine Befürchtung.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              Mir sind ausschließlich knallharte Fakten wichtig.

              Ich lese nichts, was nicht Quellen überprüfbar benennt.

              FtznFrtz zog nun mal den Bogen von der Zentrumspartei zur heutigen CDU.

              Hätte er das nicht getan, würden wir doch jetzt gar nicht darüber reden.

              Mein Problem ist, dass ich Ihren Optimismus nicht teile.

              Ich befürchte, dass viel mehr nach "rechts wegkippt".

              Weil man gar nicht merkt, wie man sich dem Illiberalen zuneigt.

              Nazis sind ja immer nur die anderen.

              Sind aber nur meine Befürchtungen.

              Ich hoffe, ich habe nicht recht.

              • @rero:

                "Ich lese nichts, was nicht Quellen überprüfbar benennt."

                Aber Hitlers Geschwafel als Quelle? Damit fängt das Wegkippen schon an.

                "Nazis sind ja immer nur die anderen."

                Ja. So klingt es.

          • @rero:

            „Da hilft es nicht, sich in einem Geschichtsorakel zu versenken.“



            Es geht hier aber nicht um irgendwelche Geschichtsorakel, sondern um historische Referenzen, um die Gegenwart deuten zu können. Ganz ohne die kommen Sie nämlich auch nicht aus, um gegenwärtige politische Geschehnisse - ob national oder international - überhaupt verstehen und einordnen zu können.



            Wir können dann immer noch darüber diskutieren, ob der geschichtliche Bezug auf die jeweilige Situation überhaupt zutrifft. Das ist ja nicht verboten.



            Aber selbstverständlich hat die geschichtswissenschaftliche Einordnung neben den sozial- und politikwissenschaftlichen ihren Platz, um z.B. den Faschismusbegriff für die heutige Zeit zu analysieren. Möglicherweise kommt man dann zu dem Schluss, dass Faschismus überhaupt nicht für das passt, was heute beispielsweise in den USA, Russland oder andernorts vor sich geht, sondern der Begriff Autoritarismus angemessener wäre. Aber darüber möchte ich wenigstens diskutieren können.



            Kein Interesse an solchen Debatten hat hierzulande hingegen nur die AfD, denn die möchte - aus nachvollziehbaren Gründen - vertuschen, wo denn die historischen Wurzeln ihrer Ideologie liegen.

            • @Abdurchdiemitte:

              Diskutieren kann man nach meiner Meinung über fast alles.

              Zumindest auf privater Ebene, wie wir es gerade tun.

              Brauchen Sie wirklich Politiker der Zentrumspartei, um das Verhalten heutiger CDU-Politiker verstehen und einordnen zu können?

              Oder führt mich der Historismus auf eine völlig falsche Spur?

              Um einen Bogen von rund 100 Jahren ziehen zu können, braucht man eine vernüftige Begründung, warum das passen soll.

              Fehlt die, vergalloppiert man sich.

              Darf man. Definitiv.

              Nur muss man damit rechnen, dass irgendwann einr kommt und darauf hinweist, dass das nicht haltbar ist.

              Gestatten Sie mir noch eine Gegenmeinung?

              Ich sehe nicht, wo die AfD hier irgendetwas vertuscht.

              "Alice für Deutschland " war ja keine Geheimlosung.

              Ein Bernd Höcke spielt damit ganz offen und leidenschaftlich.

              Bereits seine optische Selbstinszenierung wirkt auf mich wie eine klare Bezugnahme auf "historische Wurzeln".

              • @rero:

                Wenn auch mit einiger Verspätung möchte ich Ihnen trotzdem noch antworten.



                Eigentlich kann die CDU stolz sein auf ihre Zentrums-Wurzeln (Sozialkatholizismus, Ahlener Programm), jedenfalls eher als auf ihre DNVP-Wurzeln. Die sind es nämlich, die hochproblematisch am politischen Konservatismus sind. Sie wurden nach 1945 zwar erfolgreich in die CDU absorbiert, haben mit dem liberalen und offenen Charakter unserer Demokratie aber immer gefremdelt (die Weimarer Verfassung hat das nationalkonservative Lager sogar offen bekämpft).



                Das Ergebnis sieht man jetzt, da das radikalisierte Bürgertum sich von der CDU ab- und der AfD zuwendet. Das Erschreckende dabei: je offener sich die AfD zu ihren NSDAP-Wurzeln bekennt, desto mehr Zulauf bekommt sie.



                Demgegenüber beruhigt es mich dann wieder, dass Sie diese Entwicklung offenbar ebenfalls beunruhigt und Sie in der AfD keine ‚normale‘ Partei wie jede andere (der im Bundestag vertretenen Parteien) sehen.



                Whatever, ob nun katholischer oder preußisch-protestantischer Konservatismus, beide gemeinsam haben den bürgerlichen Sündenfall begangen, der der Weimarer Demokratie den finalen Todesstoß versetzte: dem Ermächtigungsgesetz Hitlers zuzustimmen.

  • Ich bin nicht recht sicher, ob Frau Meloni (Bild) als gutes Schlechtes Beispiel dienen kann, auch wenn es durchaus richtig ist sie zu kritisieren.

    Ob richtig oder falsch ist es eher so, daß Frau Meloni eher wahrgenommen wird als Beispiel dafür, daß man sehr viel Lärm und Wind um sie gemacht hat, ihr aber eine für italienische Verhältnisse eine recht stabile Regierung gelungen ist, während die Prophezeiungen, die den Eindruck erweckten, es käme quasi ein weiblicher Mussolini, kaum einen Niederschlag in der Realität gefunden haben - Übertreibung verdeutlicht, aber verschenkt auch Vertrauen.



    Zwangsläufig findet dann der Vergleich mit AfD statt und so dient Meloni eher als Anker für die Relativierung etwa einer Frau Weidel.



    Nebenbei ist es natürlich für die "deutsche Seele" (was man auch darunter verstehen mag) ein Vergleich mit "italienischen Verhältnissen" (dito) eher keine allzu gute Wahlwerbung.

    • @Klaus Franz:

      Frau Meloni hat es - ebenso wie Frau Le Pen - abgelehnt, dass die Abgeordneten ihrer Partei mit den AfD-Abgeordneten in einer Fraktion im EP sitzen. Entsprechend ist sie vermutlich aus AfD-Sicht "linksgrünversifft" ...

      • @Kaboom:

        Zur DNA französischer Rechter gehört der Kampf gegen Nazideutschland.

        Die AfD spielt zu deutlich mit Nazibezügen, als dass Le Pen drüber hinwegsehen könnte.

        Sie würde damit ihre Wähler aufbringen.

        Politisch müsste die Schnittmenge sehr groß sein.

      • @Kaboom:

        Meloni ist wie Le Pen vor allem taktisch unterwegs.



        Fällt die Brandmauer, sind die morgen best friends.



        Die FPÖ oder Orban sind/waren nicht gemäßigter unterwegs, dennoch haben/hatten Meloni und Le Pen kein Problem mit denen.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Das wird zwar von der AfD immer wieder verbreitet, ist aber schlicht falsch. Die Relativierung der Verbrechen von SA, SS und anderen Nazi-Organisationen durch AfD-Funktionäre hat in Italien und Frankreich ziemlichen Wind verursacht.



          Und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Postfaschisten halten die AfD für zu weit rechts.

          • @Kaboom:

            Meloni, Le Pen etc halten die AfD nicht für zu rechts, sondern für zu "deutsch". Was beide mit der Geschichte begründen, wobei Meloni noch gekonnt jenen Zeitabschnitt ignoriert, in dem der Duce und der Führer auf der gleichen Seite standen...

            • @FriedrichHecker:

              Und jetzt mal zurück in die reale Welt: Es gibt zwischen der AfD und den meisten Rechtspopulisten in Europa diverse Positionen, die schlicht nicht vereinbar sind. Sei es im Kontext Russland, EU, Westbingung, NATO, etc. pp. Und natürlich SA, SS und so weiter.

              • @Kaboom:

                Sie werden bei genauem Hinsehen feststellen, dass bei den genannten Themen die Positionen diverser Rechtspopulisten und Linkspopulisten klarer gegeneinander abgegrenzt als widerspruchsfrei sind, aber trotzdem nicht unbedingt weit auseinanderliegen. Die "Westbindung" ist da ein schönes Beispiel. Was heißt das denn? Zusammenarbeit mit MAGA und Geld von Elon Musk nehmen? Oder sich nicht mehr zu "Sklaven Amerikas" machen zu lassen? Es gibt in der AfD Leute, die so tun, als ob sie das beides unter eine Hut bekommen... Auch beim RN hat man nichts gegen die Nato, solange dort weder die Amerikaner noch die Deutschen zuviel zu sagen haben - im Gegensatz zu Frankreich. Wenn man das so platt formuliert, stimmt in Frankreich auch LFI zu. Und wenn man "Deutschland" und "Frankreich" vertauscht, könnte auch ein großer Teil der AfD mit der Aussage leben...

      • @Kaboom:

        'Entsprechend ist sie vermutlich aus AfD-Sicht "linksgrünversifft"'



        Das mag so sein oder auch nicht, problematisch erscheint, daß zuvor erzählte Szenarien bei weitem nicht so eingetroffen sind, wie sie ursprünglich verbreitet wurden.



        Es ist ein bisschen so (Vergleiche humpeln natürlich), wie ständig "Wölfe!" rufen und dann hört es keiner mehr, wenn sie wirklich kommen.

        • @Klaus Franz:

          Man sollte bei Rechtsextremisten immer genau zuhören, wenn sie reden, und genau lesen, was sie schreiben.



          Die "millionenfachen Abschiebungen", mit denen die AfD-Funktionäre seit einiger Zeit hausieren gehen, ebenso wie das, was Höcke in seinem Buch zum Besten gegeben hat. Oder auch die geleakten Chatprotokolle der AfD-Funktionäre. Oder auch die Ankündigungen von Frohnmaier im Falle der Machtergreifung.

          "Es ist ein bisschen so (Vergleiche humpeln natürlich), wie ständig "Wölfe!" rufen und dann hört es keiner mehr, wenn sie wirklich kommen."

          Es ist IMO davon auszugehen, dass die Ostdeutschen im Herbst das Experiment wiederholen wollen, das vor 100 Jahren mächtig schiefging. Solange sich das auf Dunkeldeutschland beschränkt, solls mir egal sein.



          Aber ich werde einigermaßen belustigt zusehen, wie AfD-Funktionäre versuchen werden, ausländische Investitionen zu generieren.

  • Wie soll denn ein linke bsw SPD grün FDP CDU Bündnis funktionieren??



    Hauptsache Machterhalt und das volk frustrieren?

    • @Todesfister:

      Das Volk, was soll das eigentlich, "Volk", das bin ich nämlich auch und ich bin nicht frustriert, ist frustriert, wenn es diese Untertanensoße von den blauen Schlümpfen nicht bekommt?!

    • @Todesfister:

      Macht erlangen und erhalten ist in einer Demokratie unseren Zuschnitts erstmal kein Übel, solange man auch glaubhaft machen kann, daß man einem vernünftigen Plan verfolgt.



      Es fällt allerdings momentan m.E. allen Parteien ausgesprochen schwer, das glaubhaft zu machen.

      • @Klaus Franz:

        Für mich siehts nur noch nach Unterdrückung der Opposition und Machterhalt aus

    • @Todesfister:

      Auf jeden Fall kann jedem, der behauptet, den etablierten Parteien gehe es nur um Machterhalt, nichts Besseres passieren als ein Bündnis von CDU bis Linke.

    • @Todesfister:

      Da krümmt sich die Brandmauer anders herum: Sie geht nicht mehr um die AFD herum, sondern um die restlichen Parteien. Die igeln sich in ihrer Wagenburg ein, und Frau Weidel kann genüsslich von außen zusehen, wie sie sich dort gegenseitig aufreiben.



      So wird das nichts.

  • Man darf bei der CDU nicht vergessen, dass sie auch Heimat von deren ist, die einen Fall der Republik nach Links schlimmer finden, als einen nach Rechts, sich aber noch zu demokratischen Strukturen bekennen, und man darf also sozial Hinten rangierender Bürger wenigstens auch noch, selbstverständlich erfolglos, klagen. Allerdings erfordern unterschiedliche Zeiten auch unterschiedliche Maßnahmen, und so sollte der sog. Unvereinbarkeitsbeschluss hinsichtlich der Linken fallen oder neu gefasst werden. So könnte man auch wieder für die Kompromisslösung als Weg demokratischer Kräfte werben.

    • @Gerhard Krause:

      "Man darf bei der CDU nicht vergessen, dass sie auch Heimat von deren ist, die einen Fall der Republik nach Links schlimmer finden, als einen nach Rechts"



      Da treffen sie den Nagel auf den Kopf und die meisten hier unterschätzen maßlos, wie viele Wähler so denken

      • @Astrid Sehnefeld:

        Richtig. Und auffällig ist, dass sogar jüngere deutlich konservative SPD-Positionen von Rechts verächtlich als "Links" geframet werden.

        • @Gerhard Krause:

          Die Union wird vom rechten Rand ebenfalls als links geframt. Kann man jeden Tag u. a. in der "Welt" nachlesen.

  • Die inhaltliche Schnittmenge zwischen CDU und AfD ist viel größer als mit der SPD, den Grünen oder gar der Linken.



    Der Demokratie wird ein Bärendienst erwiesen, wenn dies ignoriert wird.

    Man kann doch nicht über 40% der Wähler so ignorieren!



    Diese Partei mit der NSDAP gleichzusetzen verharmlost den Holocaust, das schlimmste Menschheitsverbrechen der Erde so vehement, das ist nicht mehr nachvollziehbar.

    Demokratie wäre, den Wählerwillen zu akzeptieren und nicht ihn zu sabotieren, weil man ihn für falsch hält. Auch wenn er falsch wäre- das sind Mittel autokratischer Regime. Das Recht heiligt eben nicht die Mittel. Zumindest nicht, wenn man sich auf die Demokratie beruft.

    Die Linke wird vermutlich in Berlin demnächst regieren. Wirtschaftlich und demokratisch aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung der Bürger. Aber genau das ist Demokratie.

    Die Wahl der Bürger muss unbedingt akzeptiert werden, denn sonst erodiert das System nicht wegen der AfD, sondern wegen der übrigen Parteien.

    • @MakeEconomyGreatAgain:

      Ich bin überzeugt, dass Sie das von Ihnen Geschriebene tatsächlich ernsthaft so sehen und gut meinen. Allerdings fallen bei Ihnen Wertung und Zuordnung auseinander. Demokratie ist nicht allein, dass man die einen Idioten im Wege einer Wahl durch andere Idioten ersetzen kann, wenn die Mehrheit das wünscht bzw entsprechend wählt. Zur Demokratie gehört gleichfalls, was wir als Mehrheit anderen Menschen, also Eltern, Schwestern, Brüdern, Freunden, Bekannten, Unbekannten, Kolleginnen und Kollegen, Fremden usw, sprich den anderen Wählerinnen und Wählern, abverlangen können. Wahl ist Ausübung von Demokratie. Das "Abverlangen können" ist das Erleben von Demokratie. Beides gehört untrennbar zusammen. Dies vermittelt nachlesbar die Ewigkeitsgarantie des Grundgesetzes. Daher ist es nicht nur möglich, sondern auch erforderlich, dass man sich zur Not gegen 99,9% Wählerwillen stellt, wenn er sich gegen diese Ewigkeitsgarantie richtet. Denn das von Ihnen beklagte Ignorieren von 40% ist nicht das Problem von Demokratie, sondern das Erz konservative bis rechtsradikale Gedankengut dieser 40%, soweit es der Achtung der Menschenwürde usw entgegensteht.

      • @Gerhard Krause:

        Ja. Es ist leider kompliziert...

      • @Gerhard Krause:

        Ich erinnere mit gemischten Gefühlen daran, aber die Ewigkeitsgarantie steht ultimativ unter dem Vorbehalt der Verabschiedung einer neuen Verfassung. Für die würden 50% plus eine Stimme der Wähler reichen.



        So furchterregend es auch erscheinen mag: Am Ende funktioniert Demokratie nur, wenn JEDE Vorschrift letztlich von der Mehrheit des Volkes geändert werden kann. Komplett feste Regeln geben Jenen zu viel Macht, die sie aufstellen und die das letzte Wort bei ihrer Anwendung und Auslegung haben.



        Ein Blick nach Westen sollte ausreichen: Trump wird verschwinden, und auch die Mehrheiten im Kongress sind vergänglich. Aber was er an Leuten (auf Lebenszeit) in den Supreme Court gesetzt hat, könnt das Land komplett verändern, ohne dass die dortige Verfassung ein echtes Gegenmittel hätte - außer dass sie KEINE Ewigkeitsgarantien enthält.



        Bei uns könnte eine neue Verfassung zum Beispiel Differenzierung bei der Menschenwürde von Embryonen ermöglichen, aber eben auch andere Aufweichungen des Konzepts enthalten, die eher der AfD vorschweben würden.



        Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber Demokratie heißt eben NICHT, dass irgendwer außer dem Volk das letzte Wort darüber hat, was was von beiden ist.

        • @Normalo:

          Es spricht staats- und verfassungsrechtlich nichts dagegen, den jetzigen Schutz von Würde bzw Leben auf ewig zu zementieren und jeglicher Änderung (-smöglichkeit) zu enthalten. Es ist völlig demokratisch, dass dies niemals "demokratisch" zur Debatte steht. Manchmal wundere ich mich, wo Sie studiert haben. Aber sicherlich verstehe ich Sie miss

        • @Normalo:

          "Ich erinnere mit gemischten Gefühlen daran, aber die Ewigkeitsgarantie steht ultimativ unter dem Vorbehalt der Verabschiedung einer neuen Verfassung. Für die würden 50% plus eine Stimme der Wähler reichen."

          Das ist so nicht korrekt. Ob eine neue Verfassung wählen kann ist im Grunde genommen strittig. An sich müsste man bei Null anfangen und was interessieren einen dann eigentlich noch Wählerstimmen, wenn man unsere demokratische Grundordnung erstmal auflöst.

          So oder so, ich wäre nicht der einzige der dann vom Widerstandrecht gebrauch machen würde. Ein Ende unserer Verfassung kann nur über Leichenberge erreicht werden, das halte ich für unstrittig.

    • @MakeEconomyGreatAgain:

      "Die inhaltliche Schnittmenge .."

      Aber nicht die entscheidende Schnittmenge, z.B. Verfassungstreue.

      "Man kann doch nicht über 40% der Wähler so ignorieren!"

      Erstmal müssen 40 % der Wähler die AfD gewählt haben. Zum zweiten muss man beachten, dass "über 40%" gerade einmal 1,2 % der Wahlberechtigten in Deutschland darstellen.

      • @Yulietta:

        Naja aber eben 40% derjenigen die bei der Landtagswahl wählen. Es hat einen Grund warum nur die Einwohner des Bundeslands in dem Bundesland wählen, weil Sie selber über IHRE Politik abstimmen.



        Wenn Sachsen Anhalt so wählt, dann ist das so, dann ist es nicht unser Recht deren Wählerwillen einzukassieren, weil der Rest von Deutschland was anderes will.

    • @MakeEconomyGreatAgain:

      "Das Recht heiligt eben nicht die Mittel. Zumindest nicht, wenn man sich auf die Demokratie beruft."



      Deutschland ist eben nucht nur eine Demokratie, sondern auch ein Rechtsstaat. Grundrechteschutz geht im Zweifelsfall vor Mehrheitsbeschluss.

      • @Francesco:

        Nur ist eben nicht alles ein Grundrecht, was der ein oder andere für sich als Grundrecht definiert, sondern das was das Grundgesetz als Grundrecht ansieht.

    • @MakeEconomyGreatAgain:

      Schöne Sichtweise, leider machen Sie hierbei nur einen Fehler: Sie halten die AfD für eine demokratische Partei.

      Und genauso, wie Intoleranz nicht toleriert werden kann, kann es nicht sein, dass eine antidemokratische Partei in einer Demokratie existieren kann.



      Dafür wurde unsere Demokratie nach '45 ein bisschen wehrhafter gestaltet und hat die Möglichkeit entsprechende Parteien zu verbieten.



      Nur leider, wird diese Möglichkeit nicht in Anspruch genommen. Und je mehr wir darüber diskutieren und je öfter die AfD auf solche Weise verharmlost wird, desto dreister werden sie, weil sich bekanntlich die Grenze des Sagbaren verschiebt.

      Der Gleichsatz zur NSDAP hinkt ja lediglich, weil die noch gar nicht die Möglichkeit hatten etwas entsprechendes durchzuführen, jedoch genug anzeichen zeigen, dass Sie es gerne würden und das ebengenannte schlimmste Menschheitsverbrechen obendrein leugnen.

      Wer unbedingt AFD Inhalte will und aber wirklich Demokrat ist, der kann ja dann einfach die CDU wählen. Nimmt sich, wie Sie ebenfalls bereits sagten, ja nicht viel.

      Zu erwarten, dass nur aufgrund der Wahlergebnisse eine demokratische Partei mit einer antidemokratischen arbeitet, ist aber widersinnig.

      • @gottlos_fuer_vielfalt:

        👍🏼👍🏼👍🏼

      • @gottlos_fuer_vielfalt:

        Die AfD mit der NSDAP gleichzusetzen halte ich für einen politischen und historischen Kategorienfehler.

        Die NSDAP war eine revolutionäre Massenbewegung in einer instabilen Republik. Sie verfügte über paramilitärische Strukturen, bekämpfte die parlamentarische Ordnung offen und errichtete nach der Machtübernahme eine totalitäre Diktatur, die in Weltkrieg und industriellem Massenmord mündete.

        Die heutige AfD ist eine rechtsnationale Protest- und Oppositionspartei innerhalb eines stabilen demokratischen Systems. Man kann ihr Autoritarismus, Populismus oder völkische Tendenzen vorwerfen. Daraus folgt jedoch keine Gleichsetzung mit der NSDAP.

        Der Vergleich überzeugt auch politisch nicht. Wer Millionen Wähler implizit in die Nähe von 1933 rückt, muss weder deren Motive verstehen noch die Ursachen ihres Wahlverhaltens analysieren. Aus politischer Analyse wird moralische Abgrenzung.

        Zudem entwertet die permanente NSDAP-Analogie die historische Singularität des Nationalsozialismus selbst. Wenn jede rechte Partei zur Vorstufe Hitlers erklärt wird, verliert der Vergleich seine analytische Schärfe und seine gesellschaftliche Überzeugungskraft.

        • @Luisa mit a:

          "Der Vergleich überzeugt auch politisch nicht. Wer Millionen Wähler implizit in die Nähe von 1933 rückt, muss weder deren Motive verstehen noch die Ursachen ihres Wahlverhaltens analysieren. Aus politischer Analyse wird moralische Abgrenzung."

          Wer Faschisten wählt, wählt Faschisten. Die Motivation ist völlig irrelevant. Genauso wie heute vermutlich nicht alle Wähler der AfD Faschisten sind, waren vermutlich nicht alle Wähler der NSDAP Faschisten. Nur ist das vollkommen irrelevant, wie das Ergebnis des Wirkens der Partei zeigt.

        • @Luisa mit a:

          Auch die NSDAP würde von vielen eher bürgerlichen enttäuschten Wählern gewählt.



          .



          Da sehe ich eher eine Parallele, als einen Unterschied.



          .



          Und wer mit der heute weit verbreiteten Geschichtskenntnissen und freiem Zugang zu Informationen die AFD wählt gehört stigmatisiert.



          .



          "Nie wieder" bedeutet auch den Ausschluss von "so ähnlich" oder "tendierend". Besser nicht riskieren.

        • @Luisa mit a:

          Also wer unsere derzeitige politische Situation als stabil bezeichnen möchte schaut aber auch nicht aus dem Fenster. Ich verstehe irgendwie schon worauf Sie abzielen. Aber irgendwie wird mein Punkt hier ein wenig ad absurdum geführt. Schließlich behaupte ich nicht, dass jede rechte Partei automatisch eine Vorstufe Hitlers sei. Sonst müsste ich das mit der immer weiter rechtsgewandten CDU auch machen.



          Aber wir reden hier von der AfD: einer offen antidemokratischen, völkischen, menschenverachtenden Partei. Wie steht das hier überhaupt zur Diskussion?



          Vonwegen "historischer Singularität des Nationalsozialismus" - klar gebe ich Ihnen Recht, aber damit das auch so bleibt, möchte ich persönlich nicht riskieren die selben Fehler mit einer neuen Partei zu machen.



          Und ja vielleicht habe ich mit dem Wähler-Argument Leute stigmatisiert, aber wer heute noch sehenden Auges die AfD wählt, der kann wirklich nicht mehr nur aus (berechtigtem!) Protest wählen.



          Mir wäre es doch auch lieber, wenn politische Akteure die wirklichen(!) Probleme des Landes lösen würden und damit die Bevölkerung wieder beruhigt.



          Stattdessen bedient man sich derselben Parolen und beleidigt die Wähler von "dort oben".

    • @MakeEconomyGreatAgain:

      Die anhaltende neoliberale Entwicklung, die sie offenbar favorisieren, hat uns schließlich schon richtig goldene Zeiten beschert, Faschisten gepusht, frappierende Vermögensungleichheiten begünstigt und ist drauf und dran, die Umwelt komplett gegen die Wand zu fahren. Putzig, dass es immer noch Leute gibt, die dieses destruktive System durch totale Indoktrination verteidigen

    • @MakeEconomyGreatAgain:

      "Die inhaltliche Schnittmenge zwischen CDU und AfD ist viel größer als mit der SPD, den Grünen oder gar der Linken."

      Ach echt? Nennen Sie mal ein paar Beispiele abseits des Schnappatmungsthemas der Blaunen.

      "Die Wahl der Bürger muss unbedingt akzeptiert werden, denn sonst erodiert das System nicht wegen der AfD, sondern wegen der übrigen Parteien."

      Die "Wahl der Bürger" hat immer wieder eines bewiesen: Eine immense Mehrheit der Wähler will keine Faschisten in der Regierung.

      • @Kaboom:

        Eine noch deutlichere Mehrheit will aber auch keine Grüne, SPD, Linke in der Regierung. Die AFD ist momentan stärkste Kraft

        • @AmArschderHeide:

          Demokraten können, das war immer so, miteinander koalieren. Das wissen die Wähler. Wohin hingegen Zusammenarbeit mit Faschisten führt, kann man im Geschichtsbuch nachlesen.



          Dass Wähler und Sympathisanten der Neubraunen dies nicht wahr haben wollen, ist verständlich.

  • Ich bin ehemals Linker (Anfang bis Mitte, vielleicht Ende 20er) und finde inzwischen Linke, AFD, BSW und FDP unwählbar und SPD, CDU und Grüne zähneknirschend wählbar. Hätte am liebsten eine Mischung von allen dreien und kann mangels Entscheidung nie wählen. Von allen fünf Zeitungen, schüttele ich bei Welt und TAZ den Kopf häufiger als bei FAZ, Zeit und Spiegel.



    Rechte und Linke würden das Land auf verschiedene Weisen zerstören.



    Ich halte jedoch rechte zu 55 % als gefährlicher als Linke bei 45 %.



    Und habe in der Gegenwart von Rechten mehr Angst (selbst wenn ich den Mund nicht aufmache) als in der von Linken. In dieser Hinsicht mache ich also doch noch einen kleinen Unterschied.



    Und in meinem kleinen Freundeskreis ist auch ein Linker, der zum Glück nicht mit mir über Politik redet. Alle anderen Freunde sind unpolitisch, wählen nicht, lesen keine Zeitungen, sind von der Welt und Gesellschaft abgewandte Soziophober, Einzelgänger und Misanthropen (so wie ich inzwischen).

    • @Eulennest:

      Sie wissen aber schon, dass der eine oder andere politische Mensch gebraucht wird, um den Karren noch irgendwie aus dem Dreck zu ziehen? Mit Mülltrennung alleine kriegen wir die CO2-Kurve nicht runter

  • Klingt als sollten Linke es gut finden Politik mit der CDU zu machen?



    Die Linke sollte einen Unvereinbarkeitsbeschluss für die CDU machen! Nie wieder CDU!



    Zum Feind überzulaufen, nur weil es einen noch größeren Feind gibt ist doch keine Option..

    • @Petzi Worpelt:

      "Feind" - Mit dieser antidemokratischen Einstellung sind Sie Teil des AfD-Problems...

  • Italien als warnendes Beispiel und die CDU verengt ohne Not Spielräume, soso - wie wäre es mal Flexibilität von der Linken zu fordern?



    Wie soll die Union gemeinsame Sache mit Leuten machen, die Privateigentum zwangsenteignen wollen?🤷🤷🤷



    Wenn Linke nicht nur Alarmismus betreiben wollen, sondern ernsthaft um die Demokratie fürchten, dann sollten sie der Union ein realistisches Szenario für eine Abschaffung des Unvereinbarkeitsbeschlusses bieten.



    Demokratie basiert nämlich auf ständiger Dialog- und Verhandlungsbereitschaft um KOMPROMISSE zu erzielen. Das sehe ich links null. Da bläst man stur das Lied der Barrikaden.



    Merz als Nazi oder Eier lecken. Bravo. Das ist Dialogbereitschaft🙄



    Nein. Das ist Klientelpolitik. Damit konnte man Grünen und SPD ein paar Prozent vom Rand abjagen, damit holst du dir billigen Applaus aus der eigenen Bubble, aber damit steht du entfernter denn je vom Diskurs.



    Das die Union dann lieber zur AfD als zur Linken schaut, kann wirklich keinen wundern, wenn man nur mal zehn Sekunden nüchtern nachdenkt.



    Wer Weidel verhindern will, muss Merz, Söder, Wüst tolerieren, ganz einfach.



    Wer auf die Barrikaden will, kein Problem, viel Spaß weiterhin in der Opposition.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Kennen Sie das Ahlener Programm der CDU?

    • @Astrid Sehnefeld:

      "Wie soll die Union gemeinsame Sache mit Leuten machen, die Privateigentum zwangsenteignen wollen?"

      Im Grundgesetz steht, dass man das darf. Also wo ist das Problem?

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Und weil das da steht, ist es kein Problem? Die CDU hat genau die gegensätzliche Position. Natürlich ist das ein Problem. CDU und Linkspartei gehören nicht zusammen.

        • @Walterismus:

          " CDU und Linkspartei gehören nicht zusammen."

          Da ist zwar was dran, aber das Grundgesetz sollte kein Problem sein. Auch nicht für die CDU.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            In allererster Linie steht im Grundgesetz erstmal, dass das Eigentum und das Erbrecht gewährleistet werden. Da hat wohl eher die Linke ein Problem mit dem Grundrecht - so oft wie Erbschaft dort als Grund allen Übels stilisiert wird.



            Enteignungen hingegen sind nur eingeschränkt erlaubt, denn sie bedürfen einer sorgfältigen Interessenabwägung.

            Einer Partei generell ein Problem mit dem Grundgesetz zu unterstellen, wenn es diese Interessenabwägung anders beurteilt als die Linke, ist Populismus und nicht zielführend.

            • @Nick riviera:

              Na ja. Die Linke will ja das Erbrecht nicht abschaffen und auch nicht alles privatisieren. Allerdings wird das gern von "konservativen" Populisten unterstellt.

              Genau genommen bewegen sich sowohl Linke, als auch die CDU auf dem Boden des Grundgesetzes. Das gegenseitig anzuerkennen, wäre ein Fortschritt. Und wenn man dann noch die Möglichkeiten, die das Grundgesetz bietet, ausschöpft...

            • @Nick riviera:

              Erbschaft wird von der Linken nicht als Grund allen Übel stilisiert, das ist glatt gelogen.



              Es wird von Erbschaftssteuer geredet und es geht um Unternehmen und große Vermögen, nicht einfaches Privateigentum.

              Dieses ewig altgestrige Gelaber über die Partei DIE LINKE, ist doch der Kern des Problems um das es hier geht. Es wird nicht darüber geredet was die aktuellen Wähler und Mitglieder dieser Partei wollen, sondern was irgendwelche SED Heinis vor 50 Jahren wollten.







              Das ist lächerlich und diskurszerstörend. Genau so wird es keine Einigungen geben und der AfD wird der Weg bereitet.

              • @Rahl:

                Das ist durchaus immer wieder Thema - in den Kommentaren hier in der TAZ unter anderem. Erbschaft wird oft als generell ungerecht dargestellt und laut überlegt, ob man diese abschaffen könnte oder einfach so weit besteuern, dass man sie ad absurdum führt. Die Parteispitze weiß natürlich, was sie rechtlich sagen und fordern darf.

                Interessant ist allein, dass der Aufschrei nur kommt um DIE LINKE zu verteidigen, wenn man den Vorwurf einfach mal ungefiltert zurück übers Netz spielt. Der CDU den Vorwurf zu machen, sie hätte ein Problem mit dem Grundgesetz? Kein Problem. Aber dasselbe den Linken vorzuwerfen geht gar nicht!



                Allein das wollte ich mit dem Kommentar aufzeigen.

  • Was soll eine (enge) Zusammenarbeit von CDU und Linke bringen? Die haben fast nichts gemeinsam und bei fast allen Themen unterschiedliche Positionen.

    Sich zusammenzuschließen, nur um die AfD zu verhindern, wird zu noch mehr Frust bei allen Beteiligten führen: Wählern, Anhängern der Parteien usw.

    Mag sein, dass die Parteien im Herbst zusammenarbeiten werden müssen. Aber damit wird man die Situation mittel- und langfristig nur noch schlimmer machen und die AfD wird weiter wachsen. Ohne selbst etwas tun zu müssen.

  • Was solls



    Die Linker sagen ja auch die CDU und die AfD seien gleich schlimm. Das ist wohl immer so, wenn man vom anderen Ufer aus betrachtet.

  • Seit 80 Jahren unbelehrbar. Mit der Einsetzung der schlimmsten Nazis in gehobene Positionen nach dem Krieg und gleichzeitiger „Verteufelung“ linker Personen (u.a. Berufsverbote in einfachsten Stellungen) begann es und war dann nie anders.



    So schaufelt sich die Demokratie ihr Grab. Mein Lebensende nähert sich, junge Menschen zieht die Bremse! Mir gefällt z.B. auch nicht alles, was die Linke von sich gibt. Aber mit mehr sozialem Denken und Handeln der Regierung (und weniger Kotau vor dem Geldadel) wäre die Linke gut in die Verantwortung zu integrieren.

  • schwarz/rot ist praktisch handlungsunfähig. Wie soll das erst bei schwarz/rot/rot oder schwarz/rot/rot/grün werden?

    Mal ne Regierung, die nicht nur alternativlos handelt sondern wirklich regiert wäre nach Merkel/Scholz/Merz vielleicht gar nicht so schlecht.

    • @test_name:

      Meine Sie damit etwa die AfD in Alleinregierung??



      Ich frag nur, denn die wäre am nächsten dran, Ihren Wunsch zu erfüllen. Dem Rest fehlen schlicht die Stimmen: Wo es am ehesten genug Schnittmenge für so ein "Regieren statt Lavieren"-Bündnis gäbe (SPD und Grüne, CDU und FDP oder AfD und BSW), kommt absehbar jeweils nur einer von zwei Wunschpartnern überhaupt in den Landtag - geschweige denn, dass es dort (bei den Gemäßigten) für eine Mehrheit reichte, die natürlich für ein ungetrübtes Sein-Ding-Machen auch essentiell wäre. Alle realistisch denkbaren Koalitionen hingegen müssten von unglücklichen Bettnachbarn geschlossen werden: Schwarz und Rot sind, wie gerade in Berlin wieder zu beobachten, zu sehr damit beschäftigt, die Mitte jeweils für sich zu reklamieren, und AfD und Linke könnten nur einbezogen werden, wenn vorher unüberbrückbare Differenzen irgendwie doch überbrückt würden.



      Natürlich würde auch eine AfD-Regierung nicht wirklich aus den Pötten kommen sondern allenfalls interne Strukturen des Landes einreißen können. Eine Landesregierung kann nunmal Bundesfragen auch nicht allein lösen, und da liegt der Schwerpunkt der AfD-Agenda.

  • Nach der steilen These kann die CDU ja dann auch mit der AfD zusammenarbeiten.

  • "Die CDU sagt unverdrossen: Linke und AfD sind gleich schlimm."

    DAS sagt die CDU eben nicht. Sie hat nur die Koalitionsmöglichkeit mit beiden Parteien ausgeschlossen. Ich halte eine Minderheitsregierung für die pragmatischste Möglichkeit für die CDU.

    Grundsätzlich halte ich eine begrenzte Zusammenarbeit mit eher radikalen Parteien wie die AfD oder die Linke für möglich, aber auch für schwierig.

  • Konservativ bedeutet in letzter Konsequenz halt auch Sturheit, Dickkopf und Starrsinn.



    Aber es bedeutet von allen Dingen: Ruckwärtsgewandheit

  • Der Autor hat m.M. nach das Problem der CDU nicht richtig verstanden. Schulze würde natürlich mit der Linken koalieren, alles für die Macht, typisch CDU . Aber, wenn er das vor der Wahl sagt dann gehen ihm mindestens 50% der WählerInnen von der Fahne. Und wohin? Dreimal dürfen Sie raten. Ausserdem könnte er eine Spaltung der Partei riskieren. Er wird genau wie Merz alles Mögliche versprechen und nach der Wahl alle Versprechungen (ausser der Brandmauer) vergessen. Das schiebt den Tag X auf den nächsten Wahltermin hinaus, so die Rechnung. Birgt aber auch das Risiko der Spaltung nach den Wahlen. Mit anderen Worten, das ist allles nicht so einfach wie der Artikel impliziert. Den Unvereínbarkeitsbeschluss mit der Linken infrage zu stellen kann eine schwer zu kontrolllierende Dynamik lostreten. Zumal die inhaltlichen Schnittmengen von CDU und Linken wesentlich kleiner sind als die von CDU und AfD. Aber, wenn ich mir den Sven Schulze so anschaue dann kann er nicht anders als das Ganze irgendwie zu versieben, ich bin gespannt wie...

    • @Gerald Müller:

      Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

      Ein altes Problem der Demokratie.

  • Eher geht die CDU mit der AfD zusammen.