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07.05.2026 , 14:56 Uhr
Der moralische Appell ans individuelle Konsumverhalten greift zu kurz. Spieltheoretisch ist längst bekannt, dass Menschen nur begrenzt bereit sind, auf persönlichen Nutzen zu verzichten, wenn die eigentlichen Kosten ihres Handelns kollektiv und zeitlich verzögert getragen werden. Genau deshalb funktioniert moralische Beschämung selten dauerhaft.
Entscheidend wäre doch die Frage, warum die Deutsche Bahn Bahnfahren bis heute nicht attraktiv macht. Ich habe gerade für eine spontane Reise von Berlin nach Köln geschaut: Bahnfahrt für zwei Personen trotz Deutschlandticket rund 340 Euro, Flug hin und zurück etwa 170 Euro und das nicht einmal mit einer Billigairline. Solange diese Diskrepanz existiert, bleibt der Ruf nach freiwilligem Verzicht realitätsfern.
Die Lösung liegt nicht in moralischer Aufladung oder symbolischer Distinktion, sondern in funktionierender Infrastruktur: pünktliche Züge, faire Preise, garantierte Sitzplätze und ein Leistungsniveau, bei dem Menschen freiwillig sagen: Bahnfahren lohnt sich.
zum Beitrag07.05.2026 , 14:49 Uhr
Demokratie: Sie reagiert auf gesellschaftliche Gegenbewegungen, die auch durch die Art entstanden sind, wie queere Politik in den vergangenen Jahren geführt wurde. Genau darin liegt für mich das eigentliche Problem. Die starke moralische Aufladung, die permanente identitätspolitische Zuspitzung und ein erheblicher Mitteleinsatz haben in Teilen der Bevölkerung massive Aversionen erzeugt und rechten Kräften ein ideales Polarisierungsfeld geliefert. Hinzu kommen Szeneakteure, die längst weniger an gesellschaftlicher Verständigung interessiert scheinen als am eigenen Erhaltungswillen und deshalb immer lauter marodieren.
Wir müssen nur in die USA schauen, wohin eine solche Dynamik führt: in eine binäre Gesellschaftsordnung aus Zugehörigkeit oder Feindschaft, in kulturelle Dauererregung und politische Radikalisierung an den Rändern. Wenn wir als Linke daraus nichts lernen, werden wir selbst zum Schadpotenzial für die Anliegen, die wir eigentlich verteidigen wollten.
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