piwik no script img

Debatte um Spritpreise Deutschland mietet sich arm

Eva Fischer

Kommentar von

Eva Fischer

Bei hohen Spritpreisen wird die Politik sofort aktiv. Doch bei den hohen Mieten wäre ein entschiedenes Vorgehen viel, viel wichtiger.

D ie deutsche Politik ist in Aufruhr. Wegen der hohen Spritpreise. Ex­per­t:in­nen befürchten, dass der Preis für einen Liter Sprit auf über 3 Euro klettern könnte. Forderungen nach einem Spritpreisdeckel wurden längst laut. Am Dienstagmorgen titelte der Spiegel „Deutschland tankt sich arm“. Am Dienstagmittag stellte Bundeskanzler Friedrich Merz bereits Entlastungen in Aussicht, und sogar CSU-Chef Markus Söder ist bereit, über eine Übergewinnsteuer nachzudenken.

Über diesen eiligen Tatendrang lässt sich staunen. Oder auch den Kopf schütteln.

Denn Deutschland mietet sich wesentlich ärmer, als es sich arm tankt. Die hohen Mieten sind hierzulande der zentrale Treiber für den realen Wohlstandsverlust, der seit Jahrzehnten vonstattengeht, und für eine stetig wachsende Vermögensungleichheit.

Laut einer Berechnung des Ifo-Instituts aus dem vergangenen Jahr sind seit 2013 die Neuvertragsmieten in den Großstädten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf um 75 Prozent gestiegen – also dort, wo die Mieten schon damals hoch waren. In den untersuchten Städten müssen einkommensschwächere Haushalte oder Singles inzwischen fast die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

Hohe Mieten und Immobilienpreise sind aber längst kein Problem mehr nur der Großstädte, sondern auch der ländlichen Gebiete. Eine Analyse des Bundesbauministeriums bezogen auf Niedersachsen zeigt, dass auch im ländlichen Raum die Angebotsmieten seit 2021 über 10 Prozent angezogen haben. Bezahlbare Mieten sind also bei Weitem keine Klientelpolitik für Großstädter.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Deutschland hat EU-weit die höchste Mietquote

Zumal sich eine gesamtgesellschaftliche Katastrophe anbahnt. Denn Deutschland ist ein Mieterland, Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte der Deutschen muss Miete zahlen, die Wohneigentumsquote ist mit 43,5 Prozent auf einem historischen Tiefstand, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Pestel-Instituts zeigte. Deutschland, die größte Volkswirtschaft der EU, ist damit der Mitgliedstaat mit der höchsten Mietquote. Bei den 25- bis 45-Jährigen wohnen fast 75 Prozent zur Miete.

Eine hohe Mietquote treibt die Mietpreise zusätzlich nach oben. Gleich aus mehreren Gründen: Wer hohe Mieten zahlen muss, ist eher gewillt, zu kaufen, die Nachfrage für Kaufimmobilien steigt und damit die Preise, ergo sinkt die Möglichkeit für viele, sich etwas zu kaufen, sie bleiben also gezwungen, hohe Mieten zu zahlen. Zugleich können für Immobilien, mit denen hohe Mieten eingenommen werden können, höhere Kaufpreise verlangt werden. Und wer dann einen hohen Kaufpreis für eine Wohnung zahlt, die er vermieten will, verlangt wiederum hohe Mieten, damit es sich rentiert.

All das erhöht also die Mieten. Was Menschen wiederum erschwert oder verunmöglicht, selbst Eigenkapital für einen Immobilienkauf anzusparen oder etwas fürs Alter zurückzulegen. Nur: Das Rentenniveau hierzulande reicht nicht für hohe Mietzahlungen im Alter. Schon heute ist Altersarmut ein großes Problem, bei zukünftigen Generationen wird sie jedoch ins Unermessliche steigen, wenn die Politik das Mietenproblem nicht in den Griff bekommt.

Auch hohe Mieten sind schlecht für die Wirtschaft

Klar, hohe Benzinpreise sind schlecht für die Wirtschaft und treiben die Preise für alles nach oben. Hohe Mieten aber ebenso. Sie gehen mit hohen Gewerbemieten einher, die auf die Preise umgelegt werden. Sie machen Unternehmensgründungen risikoreicher. Der Arbeitsmarkt erlahmt, weil Menschen nicht mehr umziehen können. Und sie haben weniger Geld zur Verfügung, andere Geschäftsfelder können also weniger einnehmen. Der kürzlich veröffentlichte Report des Mieterbundes zeigte, dass viele Mie­te­r:in­nen mittlerweile sogar an Essenziellem, wie gesunde Lebensmittel oder Gesundheitskosten, sparen müssen – eine desaströse Entwicklung.

Warum dann also keinen, analog zum Tankrabatt, bundesweiten Mietpreisdeckel? Warum keine Steuererleichterungen oder Hilfszahlungen für Neupreis-Mietende? Keine Übergewinnsteuer für Vermieter:innen, die mehr kassieren, als die Mietpreisbremse hergeben würde?

Mit dem Blick auf die Debatte um die hohen Benzinpreise zeigt sich: Die Politik könnte einiges tun, wenn sie denn nur wollte.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Eva Fischer

Eva Fischer Themenchefin

Jahrgang 1989; seit Anfang 2025 bei der taz, derzeit als Themenchefin, Nachrichtenchefin und CvD bei taz.de. Vorherige Stationen: u.a. EU- und Nato-Korrespondentin in Brüssel beim Handelsblatt, Redakteurin für Internationale Politik beim Tagesspiegel, Redakteurin bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wirtschaftspsychologie-Studium mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie und dem Nebenfach Politikwissenschaft, Besuch der Holtzbrinck-Journalistenschule, gelernte Medienkauffrau Digital und Print beim Spiegel-Verlag. Und auch ausgebildete Yogalehrerin.
Mehr zum Thema

136 Kommentare

 / 
  • economista

    Ein Grund für die steigende Mietquote mögen überteuerte Kaufpreise für Immobilien sein. Oder aber die Preisregulation am Mietenmarkt. In Berlin beispielsweise entspricht der Kaufpreisverlust einer vermieteten Wohnung mit Bindung an den Mietspiegel etwa 20 Jahren Mieteinkünften. Wenn ich also als Vermieter eine Wohnung leer stehen habe, bin ich gut beraten, sie schleunigst an einen Selbstnutzer zu verkaufen, denn mir bleiben nur 3 Monate, bis mich das Wohnamt wegen verbotenen Leerstands sanktioniert, oder aber ich die Wohnung zu den sehr ungünstigen Konditionen des Mietspiegels neu vermieten muss. Anders gesehen ist es finanziell gesehen klüger, eine Wohnung zum Mietspiegel zu mieten und sein Geld vielleicht an der Börse anzulegen, als eine überteuerte zu kaufen.

  • Lindenberg

    Explodierende Mieten gibt es auch in der Gerwerbevermietung



    In Hamburg.



    Hausarztpraxen stehen hier unter einem massiven wirtschaftlichen Druck. Das Problem sind stark steigende Betriebskosten (Mieten und Personal) bei gleichzeitig gedeckelten Honoraren durch das Gesundheitssystem.



    Junge Ärzte finden keine bezahlbaren Praxisräume im Innenstadtbereich.



    Kleine Praxen werden durch Medizinische Versorgungszentren verdrängt, die besser zahlen können, weil sie den Patienten zusätzliche teure Behandlungen verkaufen, owbwohl diese nicht unbedingt nötig sind.



    Der völlig aus dem Ruder gelaufen Gewerbemarkt (u. a. durch Luxussanierungen, spekulativen Leerstand, fehlende Decklung der Mieten) führt dazu, dass medizinische Behandlung vollkommen durchökonomisiert wird, der gute alte Hausarzt mit genügend Zeitpassé ist und eine Reichen-Klassenmedizin die Folge ist.



    Billigbauten (Hamburger Modell, gepriesen vom Bundesbausministerium, sollen mehr erschwingliche Mieten ermöglichen, dabei ist dieses Modell nichts anders als die vollkommene Aufgabe von anständigen Wohnungsbau.

    Klassensystem für Reiche in der Medizin und im Wohnungsbau als Folge eines neoliberalen Wohnungs- und Gewerbemarktes.

  • Westlahn

    Durch den über Jahre aufgelaufenen Wohnungsmangel von deutlich mehr als 1 Mill Wohneinheiten, durch das Bauen an den Bedürfnissen der Menschen vorbei (deutlich zuwenig Wohnungen für Familien), wird die Nachfrage über Jahre hoch bleiben. Damit haben Anbieter wenig Anreiz günstige Mieten anzubieten, wenn auf jede Anzeige, 30 - 50 Leute vor der Tür stehen.



    Es bräuchte eine über Jahre konsistent durchgehaltene Anstrengung zahlreiche Wohnungen zu bauen und deutlich unter der Obergrenze des Mietspiegels auf den Markt zu bringen. Das widerspricht sehr deutlich den Handlungsmaximen in der Politik der "Volksparteien". Da herrscht immer noch die Marktreligion .



    Nur zur Sicherheit: die AfD ist da zwar laut, aber intellektuell noch ein Jahrhundert weiter zurück.

  • Woodbine

    Nochmal zum Punkt "niedrige Eigenheimquote": Deutschland hat die höchste Bevölkerungszahl der EU-Mitgliedsstaaten:



    www.destatis.de/Eu.../Bevoelkerung.html



    und belegt Platz 5 (Platz 1 ist die Insel Malta!) bei der Bevölkerungsdichte pro vorhandener Fläche in der EU:



    de.statista.com/st...n-laendern-der-eu/



    Wo sollten all die Eigenheime stehen? Zumal "Eigenheim" in den Ländern mit hoher Eigenheimquote meist bescheidener und kleiner aussieht, als man es in Deutschland gewohnt ist. Wir ersticken hierzulande an viel zu hohem Flächenverbrauch.



    www.umweltbundesam...gs-verkehrsflaeche



    Es sollte vor allem also nicht weiter so viel Wohnraum verfallen, - quasi verschwendet werden. Und wo gebaut werden muss, sollte man bevorzugt Flächen nutzen, die bereits be- b. z. w. verbaut waren.

  • dtx

    Ist die Debatte um die Spritpreise wirklich sinnfrei, wenn die Verkehrswende ernst gemeint sein soll und regional der überwiegende Teil der Öffies mit Diesel betrieben wird? Wobei der Großteil der Busse, die Triebwagen der Nebenbahnen und auch die LKWs der Speditionen, auch wenn es niemand glauben mag, zu eben diesen Preisen betankt werden müssen.

    Nun ist es eine Binse, daß das mit etwas Verzug auf die Preise für alles andere durchschlagen wird, mithin am Ende der Kette auch auf die Mieten, die Mineralölkonzerne also überall die Lunte an die Inflationsraten legen und ganze Länder in den Würgegriff nehmen. Nicht etwa, um ihre aktellen Beschaffungskosten zu decken, anderenfalls sie ja nicht ausweislich ihrer Publikationen die Gewinne vervielfacht haben würden und Reiche anscheinend dabei zusehen wollte, ... Die wohl ziemlich lange brauchte, um zu verstehen, daß ihr Ressort nicht ausschließlich für das Wohl der Fossil-Energiewirtschaft zuständig wäre ...

    Daß die Mieten schon vorher durch die Decke gingen, ist eine andere Baustelle. Das kommt natürlich dazu.

  • Machiavelli

    Will man die Mieten senken muss man mehr bauen, Baukosten sind hoch, sie sind aber auch hoch weil es zu wenig Handwerker gibt. Gerade für die Handwerker hat man die Rente mit 63 eingeführt. Klassische SPD zielkonflikt Politik.

    • Westlahn

      @Machiavelli:

      Aber der Ansatz für die etablierten großen Player, die großen Wohnungs(bau?)konzerne und -vermieter durch "Investitionsanreize" eine größere Bautätigkeit für Wohnungen zu erreichen ist (1) seit Jahrzehnten ausgetestet und offensichtlich gescheitert: sie bauen nicht in Menge und Ausstattung und Standort das, was der Markt nacht allen Analysen braucht. (2) Ebendiese Gesellschaften haben kein Interesse an einer Entspannung des Wohnungsmarktes, denn jede Entspannung senkt die Möglichkeiten, die Mieten im Bestand zu erhöhen, in der Folge die Bewertungen von Wohnungen aufgrund ihrer Ertragsfähigkeit in der Bilanz. (3) Rendite versprechen kleine Wohnungen für Singles mit möglichst häufigem Mieterwechsel. Benötigt werden Wohnungen für kleine und größere Familien - die ergeben aber niedrigere Renditen wenn die Miete als "bezahlbar" angesetzt wird.



      Lösen kann man das Problem nur durch massiven Wohnungsbau, orientiert am Bedarf, durch andere Akteure, die nicht primär Rendite orientiert sind - allen voran die Kommunen, denn die profitieren zusätzlich durch Einsparungen beim Wohngeld, das unter dem Strich nur die Renditen von Vermietern aus Steuermitteln finanziert

  • Nansen

    Es gibt ca 1 Mio Sozialwohnungen in D. WBS-berechtigte Haushalte gibt es laut Schätzung des Mietervereins ca. 11,5 Mio.



    2025 wurden ca 28000 Sizialwohnungen gebaut, während ca 55000 aus der Mietpreisbindung fielen, also ab sofort teuer vermietet werden können. Das geht Jahr für Jahr so weiter.



    Der Bund zahlt Immobilienunternehmen (nur rund 1/3 davon sind Genossenschaften oder kommunale Unternehmen) jährlich für sozialen Wohnungsbau >3,5Mrd € - mit Länder-Kofinanzierung sind es ca 4,5Mrd €.

    Wohngeld wurde 2024 fast 5 Mrd. € gezahlt.



    Kosten für Unterkunft/Heizung im Bürgergeld 2024: 17 Mrd. €. Wie viel an Heizkosten muss man da abziehen? Ich schätze mal 3 Mrd.



    Von diesen ca 19Mrd Wohn- und Bürgergeld gehen wahrscheinlich ebenfalls max 1/3 an Genossenschaften und kommunale Unternehmen. Bleiben 13Mrd für die Immos.

    Der Staat verteilt also jedes Jahr mindestens 16Mrd € (Tendenz steigend) Steuergeld an bedürftige Immobilienunternehmen, während der Bestand an Sozialwohnungen sich beständig verringert und sowieso zu gering ist.



    Für wen ist das ein gutes Geschäft?

  • Alex_der_Wunderer

    Deutschland ist ebend schon lange Zeit international ein Traumland für Spekulanten mit Immobilien.



    Könnte an den freundlichen Gesetzen diesbezüglich liegen, also eventuell, vielleicht...

    • Tom Tailor

      @Alex_der_Wunderer:

      Welche "freundliche Gesetze" gibt es denn, die Immobilien-Spekulanten zu ihrem Handeln treiben?

  • DanubisA

    Einen weiteren Tankrabbat darf es nicht geben. Der Erste verpuffte größtenteils, weil die Ölkonzerne die Entlastung nur zu einem Teil an den Verbraucher weitergegeben haben. Milliarden die dem Staat entgingen, bereicherten die Privatwirtschaft.

  • Pfennig

    Vielleicht liegt es ja an der hohen Abgabenlast, daß sich die Leute kein Eigentum leisten können? In den 60ern war das noch anders, da konnte sich auch ein sparsamer Einverdiener-Haushalt ein eigenes Häuschen leisten. Oder die heutige Gesellschaft legt mehr Wert auf Konsum und ist weniger zu Verzicht bereit, wenn es darum geht Eigentum zu erwerben. Dann sind auch die Ansprüche gestiegen, an Wohnfläche, an die Ausstattung, etc., d.h. die Leute leisten sich deutlich größere und komfortablere Wohnungen.



    Zur These "Deutschland mietet sich arm": Im Gegensatz zu den Spritkosten bleiben die Mieterlöse weitestgehend im Inland. 60 - 65 % des Wohnungsbestands gehört Privatleuten oder Eigentümergemeinschaften, die Einkommen aus Vermietung hier versteuern und die mit Mieteinnahmen z.B. ihre Einkünfte im Alter aufbessern. Nur ca. 10 - 15 % des Wohnungsbestands gehört den großen Konzernen (ca. 10 % gehört der öffentlichen Hand, ca. 10 % Wohnungsgenossenschaften).

    • Westlahn

      @Pfennig:

      Aber diese 10-15% liegen in den besonders kritischen Wohnungsmärkten der Metropolen und sind der Teil des Wohnungsmarktes, der tatsächlich immer wieder auf "den Markt" kommt, dass heißt neu vermietet werden. DESHALB sind die Mietforderungen dieser Konzerne so dominant und deshalb ist ihr Einfluß auf einen etaigen Mietspiegel so bedeutend. Stellenweise können diese Konzerne mit ihren Mietforderungen den Mietspiegel nach oben treiben - und schaffen sich damit die Möglichkeiten für Mieterhöhungen im langfristig vermieteten Bestand.

    • dtx

      @Pfennig:

      Zitat: "Vielleicht liegt es ja an der hohen Abgabenlast, daß sich die Leute kein Eigentum leisten können?"

      Nö, weil die Preiserwartungen der Verkäufer auf dem Land zwar auch angezogen, aber nur zu realisieren sind, indem man an Großstädter verkauft, die aus ihrer Anschauung andere Wertvorstellungen haben als die Leute am Ort.

    • portolkyz

      @Pfennig:

      Diese Häuschen bauerei hat auch was zur heutigen Misere beigetragen. Da steht alles mögliche an Häuschen jetzt leer, lässt sich schwer nutzen. Wäre das Geld besser in gute Mietwohnungen geflossen könnte man heute flexibler umziehen. Aber es stehen um alle Orte die efh Siedlungen rum und werden sogar noch mehr.

      • Dracus242

        @portolkyz:

        Das Problem besteht doch eher darin das Deutschland sein politisch selbstgestecktes Ziel von 400k neugebauten Wohnungen jährlich, seit den 90er Jahren regelmässig reisst. Inzwischen schafft man es kaum noch die Hälfte neu zu errichten. 2025 waren es nur noch 206600 Wohnungen von 400000. Da ist es doch klar das bei wachsender Bevölkerung und schrumpfenden Wohnraum die Miete durch die Decke gehen.

  • Auweiowei

    Wie ist es eigentlich zu verstehen, dass im Laufe der Zeit die Anzahl derer, die in eigenen Wänden leben, sich prozentual derart verringern kann? (Denn vor ein paar Jahren war der Prozentsatz noch etwas größer.) Wohnungsbesitz wird ja wohl normalerweise vererbt. Oder sehen sich zahlreiche Eigentümer veranlasst, ihre Hütte mangels Erben oder weil es ihnen einfach Spaß macht, sie vor ihrem Ableben an irgendwelche "Treuhänder" zu verhökern, die dann aber- vor allem in den großen Städten -einfach den Leerstand verwalten, weil ihnen die Rendite immer noch nicht groß genug ist?



    Vielleicht kann mir das jemand mal kurz erklären.

    • Westlahn

      @Auweiowei:

      Die Antwort ist vielseitig: eine Variante ist: die Kinder -so es sie gibt...- leben woanders. Die Älteren werden pflegebedürftig und die Pflegekosten fressen die Ersparnisse des ganzen Lebens auf. Viele wollen sicher stellen, dass die Kinder nicht daran in finanzielle Probleme kommen. Denn es stimmt eben nicht, dass im Falle hoher Pflegekosten das Eigenheim sankrosankt ist. Deshalb werden Kredite auf das Haus aufgenommen, wo das noch möglich ist. Am Ende lehnen die Erben deswegen das Erbe ab.



      Ein andere Variante ist der Leerstand nach dem Erbfall, weil sich die Erben über die Verwendung oder Aufteilung zerstreiten.

    • dtx

      @Auweiowei:

      Nicht jede Immobilie ist bei fortschreitendem Alter und zunehmenden Gebrechen auch noch nutzbar. Wer zwar selbst investiert, aber den Gesundheitszustand jenseits seiner Siebziger nicht mitbedachte, weil das ja noch lange hin war, oder im Miteigentum wohnt, wo es kaum Aufzüge auf dem Land gibt, hat jetzt ein Problem. Und wenn eine Stadt von zehntausend Einwohnern überaltert, die alle, anstatt diese Unzulänglichkeiten anzugehen, ins Heim wollen, das allenfalls sechzig Plätze hat und zudem - frei nach Spahn sowie der AgD ("mehr Mut zu Klinikschließungen", "Remigration") - aus mehreren, ganz unterschiedlichen Gründen nicht mehr lange betrieben werden kann sowie darf ...

      Reicht das als Erklärung, oder müssen wir da noch ins Detail gehen (da kommt man aber mit 1.200 Zeichen nicht weit)?

    • Walterismus

      @Auweiowei:

      Zum einen Erbschaftssteuer, weil die Freigrenze derart niedrig ist, dass regelmäßig das Einfamilienhaus bereits die Freigrenze knackt.



      Zum anderen Erbengemeinschaften, weil das Erben aufgeteilt wird muss das Haus verkauft werden um alle Erben auszubezahlen.

    • Machiavelli

      @Auweiowei:

      Die Erben wohnen woanders und vermieten die Wohnung/das Haus dann. Habe selbst in mehreren solchen Häusern und Wohnungen zur miete gelebt. Der andere Fall ist das sich Häuser in Strukturschwachen Gegenden befinden und die erben weder dort leben können noch es vermietet oder verkauft kriegen.

    • Sole Mio

      @Auweiowei:

      Es ist beispielsweise in München, oder anderen Großstädten so, dass wenn eine Immobilie beispielsweise an 2 Kindern vererbt wird, oft keines diese behalten kann, da die finanziellen Mittel nicht ausreichen um das andere Kind auszuzahlen.



      Hab das schon immer wieder mitbekommen, gerade bei Häusern echt ein Thema

  • FtznFrtz

    Dass Vermieter und Mieter nicht auf Augenhöhe sind zeigt das umfangreiche (Wohnraum-)Mietrecht. Die eigenen vier Wände sind kein Gut wie jedes andere, dass bedenkenlos durch den Markt geregelt werden kann, der wirtschaftliche Schutz des Mieters muss den rechtlichen ergänzen. Es müssen strikte Grenzen für den Markt her, gleichzeitig muss der Staat auch selbst stärker aktiv werden, selbst bauen, aber auch selbst unterhalten und vermieten. Das Beispiel WIen zeigt, dass eine vernünftige Wohnungspolitik zu erträglichen Mieten auch in Metropolen führt. Gerne soll privat gebaut und vermietet werden, allerdings schnöselige Investmentfutzis, die sich von studentischen Mietern Ihre Cocktailparties finanzieren lassen sind eine Pervertierung der Marktwirtschaft, die unterbunden werden muss.

  • Dr. McSchreck

    Die Mietpreisregelungen heißen Wohngeld und Mietendeckel und Mietspiegel.

    Dass es sie nicht gäbe, stimmt also nicht. Beim Wohngeld und auch der Miete bei SGB II Leistungen kann man im übrigen fragen, ob sie nicht dazu beitragen, dass die Mieten steigen, weil Vermieter mehr Geld bekommen als viele Mieter bezahlen könnten. Der Staat übernimmt die Differenz.

    • Westlahn

      @Dr. McSchreck:

      Nicht der Staat. Die Allgemeinheit - denn die zahlt die Steuern, aus denen das Wohngeld finanziert wird. Rechnet man das republikweit zusammen, ist es eine gigantische Umverteilung von unten nach "oben". Denn die Immobilieneigentümer die vermieten und ganz besonders Eigentümer/Anteilseigner renditegetriebener Vermietungsgesellschaften gehören in aller Regeln nicht zum "unten".



      Und die etablierte Politik traut sich da nicht ran - sie hat Angst vor der Medienmacht der InteressenvertreterInnen, die wollen dass das so bleibt.

  • Sam Spade

    Statt Enteignung oder staatlicher Subventionierung wäre es sinnvoller die Ursachen zu bekämpfen.

    Eine davon liegt in der geringen Eigenheimquote, die mit zu den niedrigsten in der EU zählt. Der Grund dafür dürfte unter anderem sein, dass Deutschland seit Jahrzehnten zu den Spitzenreitern in der EU gehört was die gesamten Baukosten anbelangt. Ein Hauptgrund hierfür sind die staatlichen Abgaben, die fast ein Drittel der gesamten Baukosten ausmachen. Hinzu gesellen sich noch hohe Verwaltungskosten. In vielen europäischen Ländern wie Dänemark, Niederlande oder Belgien sind die reinen Baukosten ähnlich hoch, die Gesamtkosten aber um bis zu 20% niedriger als in Deutschland.

    Eine höhere Eigenheimquote entlastet auch den Mietmarkt, der in Deutschland im EU Vergleich nur geringfügig über den Durchschnitt (26/21%) in Bezug auf die Einkommensbelastung liegt. Anders sieht es bei der Wohnkostenüberlastung aus, ein Resultat des niedrigen Niveaus der unteren Lohngruppen und der geringen Quote beim sozialen Wohnungsbau (DE 3/EU 7,7%). Hier liegt Deutschland mit 11,5% deutlich über dem Durchschnitt.

    Quellen Statistisches Bundesamt, Eurostat, CBRE Deutschland, KfW Research

  • Marcelo

    Sprit gegen Miete ist für mich nichts anderes als Landbewohner gegen Großstadt. Ich finde man sollte nicht das eine mit dem anderen aufwiegeln, das würde nur zu mehr Probleme führen

  • Lindenberg

    Höhere Spritpreise, Inflation, Spekulatiion mit Land und Immobilien, was viel zu hohe Mieten zur Folge hat. Gleichzeitig verteuern sich günstigere Lebensmittel bei den Eigenmarken der Lebensmittelketten (z. B. Edeka) überproportional. Preiskampf auf diesem Niveau ist nichts anderes als eine Simulation für den Verbraucher, der nach Strich und Faden ausgenommen wird.

    Otto Normalverbraucher zerstört kleine Läden, weil er massiv über das Internet eingekauft. Marktbeschicker, Einzelhandelsgeschäfte geben Reihenweise auf, weil es sich nicht mehr lohnt, den Kunden das Geld fehlt. Folge Öde in den Innenstädten, wo das renommierte über 100 Jahre alte Fachgeschäft weichen muss, weil der Vermieter das Nonplusultra bei seiner Miete mit einer Kette (z. B. New Yorker) herausholen will. Folge: Kaufzurückhaltung, Schwächung der Volkswirtschaft, Zerstörung des sozialen Miteinanders.



    SPD und CDU haben nichts getan, um diesen Teufelskreis auch nur ansatzweise zu durchbrechen. Die AFD reüssiert auch aufgrund dieses Frustes.

    • Westlahn

      @Lindenberg:

      Online-Einkaufen ist sicher ein Faktor - aber die "kleinen Läden" starben aus, weil die großen Läden den Einzelhandel an wenige Standorte konzentriert haben, die "bequem" mit dem Auto erreichbar sind. Unter den Annahme das "alle" ein Auto zur Verfügung haben, wurden so die Transportkosten der Einkäufe für die letzten Kilometer bis in die Wohnung an die KäuferInnen ausgelagert wurden.

  • Woodbine

    Heftiger als Mieten steigen inzwischen die Nebenkosten, allen voran die Heizkosten. Etliche Bestandshäuser sind bereits Sanierungsfälle, - wenn man die im Winter nicht ausreichend heizt, gibt es solchen Häusern den Rest. Wir wohnen inzwischen das zweite Jahr allein in einem Dreifamilienhaus, heizen und lüften es quasi allein über unsere Wohnung. Keine neue Vermietung unten und oben. Keine Beseitigung von offensichtlichen Mängeln, es sei denn, ein Notfall tritt ein. Leider bei uns kein Einzelfall. Sollten Vermieter nicht einen Teil der eingenommenen Miete wieder ins Haus investieren? Wenn immer mehr Bestandswohnungen schlicht den vermietbaren Zustand verlieren, wird sich der Druck noch weiter erhöhen. Die Lösung ausschließlich im Wohnungsneubau zu suchen, erscheint mir wenig klug. Zudem wir die freien Flächen anderweitig brauchen werden.

    • Encantado

      @Woodbine:

      "Sollten Vermieter nicht einen Teil der eingenommenen Miete wieder ins Haus investieren?"



      Sollte eigentlich in ihrem eigenen Interesse liegen, ein Zwang dazu besteht im Grunde aber nicht.



      Es fragt sich, was der Vermieter langfristig mit dem Vermietungsobjekt vor hat. Vermieten offenbar irgendwie nicht so.

    • YeahYeah

      @Woodbine:

      Dafür muss die Miete allerdings ausreichen, um eine Investition finanziert zu bekommen.

      • Westlahn

        @YeahYeah:

        Mieten gelten jetzt nicht als zu niedrig für etwaige Finanzierung von Erhaltungs- oder Verbesserungsinvestitionen.



        In Mehrfamilienhäusern - nicht die der großen Gesellschaften - sind solche Investitionen wie Solaranlagen, Verbesserung von Isolierungen, Erneuerung zu effizienteren Heizungen - von der Art, auf die sich alle Eigentümerparteien einigen müssen (Handwerkerkosten und -verfügbarkeit hin oder her) . Wenn da auch nur einem die dafür nötigen Finanzmittel (Anteil ohne Fremdfinanzierung) fehlen - dann finden diese Investitionen nicht statt. Und kreditfinanzierte Investitionen scheitern dann oft daran, dass Banken älteren Eigentümern schlicht keine Kredite mehr gewähren - auch nicht gegen Absicherung durch eine Immobilie.

    • ToMuch

      @Woodbine:

      Der Handwerker ist mittlerweile dermaßen kostspielig (ich weiß es sicher, ich bin mit einem verheiratet) und die Materialien so im Preis gestiegen, dass im Prinzip die Hälfte der Miete für Sanierungen drauf gehen würde.

      Wenn man dann allerdings selbst als Eigentümer diese Mietwohnung noch abzahlen muss, macht man minus.

      • Westlahn

        @ToMuch:

        Jein. Die Finanzierungsrechnung hat meist nur den Zeitraum der "Abzahlung" einer kreditfinanzierten Investition im Blick. Für diesen Zeitraum kann Ihr Argument zutreffen.



        Aber dieser Zeitraum ist oft nach durchaus überschaubarer Dauer vorbei - und die Miete, die ja auch zur Finanzierung durch eine Erhöhung beiträgt, bleibt dann dauerhaft erhöht. Diese Einkünfte werden aber oft für die Entscheidung nicht beachtet.

  • Ritchie

    Ein Mietpreisdeckel? Wie wäre es mit einem Deckel der Handwerkerlöhne, einen Deckel für immer weitere Vorschriften und Auflagen welche das Wohnen verteuern und einen Deckel für den Anstieg der Nebenkosten welche die öffentliche Hand zu verantworten hat ?

    • ToMuch

      @Ritchie:

      Einen Deckel für Handwerkerlöhne??? Echt? Nachdem fast jeder aktuell in Rente gehende Fliesenleger oder Maurer noch aufstocken muss?

  • Ringsle

    "Wer hohe Mieten zahlen muss, ist eher gewillt, zu kaufen, die Nachfrage für Kaufimmobilien steigt und damit die Preise, ergo sinkt die Möglichkeit für viele, sich etwas zu kaufen, sie bleiben also gezwungen, hohe Mieten zu zahlen. Zugleich können für Immobilien, mit denen hohe Mieten eingenommen werden können, höhere Kaufpreise verlangt werden. Und wer dann einen hohen Kaufpreis für eine Wohnung zahlt, die er vermieten will, verlangt wiederum hohe Mieten, damit es sich rentiert"

    Das ist m.E. falsch.



    Der Preis wird immer über die Nachfrage gesteuert.



    Würde deutlich mehr gekauft bzw. gebaut werden, könnte die Nachfrage am Mietenmarkt sinken und die Preise sinken. Ausnahme Übernachfrage...



    Nur weil teuer gekauft wurde, kann nicht automatisch teuer vermietet werden, es hängt an der Nachfrage.

    Die Idee, privat bewohntes Wohneigentum zu schaffen ist schon sinnvoll..und tatsächlich auch der einzige Weg, den Geldtransfer von Mieter zu Vermieter zu reduzieren.

    Die Mietkultur selbst ist hier der Grund für die Umverteilung von unten nach oben. De facto muss man sich mieten erstmal leisten können...Oder wir brauchen halt einen genossenschaftlichen Mietwohnungsmarkt!

    • Westlahn

      @Ringsle:

      Der Preis wird nicht nur über die Nachfrage gesteuert. Es ist ja durchaus möglich - auch unter den geltenden Vorschriften - preiswerter zu bauen. Aber daran haben die etablierten Großvermieter kein Interesse. Baugenossenschaften zeigen ja, dass es gehen kann.



      Wenn nicht mit dem Ziel hoher Rendite, sondern günstiger Kosten gebaut wird, dann kommen Objekte auf den Markt, die zumindest etwas bezahlbarer sind.



      Wirkung auf das allgemeine Preisniveau für Kauf und Miete bekommt das allerdings nur, wenn auch die Menge so produzierter Wohnungen groß genug ist. Dafür braucht es andere Akteure als die etablierten Player - die haben kein Interesse an einer Entspannung am Markt.

    • llorenzo

      @Ringsle:

      Interessant, dass sie die schiere Unmöglichkeit für viele Menschen mit mittleren Einkommen jemals eine Wohnung zu erwerben mit Mietkultur umschreiben. Mit nun fast 60 Jahren bin ich bei den Ausgaben des täglichen Lebens, Mieten und der Aufbringung meiner Kinder jedenfalls weit davon entfernt.

    • Encantado

      @Ringsle:

      "Nur weil teuer gekauft wurde, kann nicht automatisch teuer vermietet werden, es hängt an der Nachfrage."



      Na ja, Preis bildet sich über Angebot und Nachfrage, insofern ist diese einseitige Sicht nicht korrekt.



      Je teurer es ist, eine Wohnung auf dem Markt anbieten zu können, desto eher neigt der Vermieter dazu, mit dem Preis nicht runtergehen zu wollen. Das macht die Angebotskurve unflexibel, die geforderten Mieten bleiben auf hohem Niveau; können diese nicht erzielt werden, wird eher verkauft als vermietet. Zusammen mit der hohen Nachfrage ergibt sich ein hoher Mietspiegel.

  • YeahYeah

    Ein Problem, das hier selten angesprochen wird, ist die langjährige Phase der Negativzinsen. Jede Versicherung muss für ihre Versicherten die Leistungen erwirtschaften, die im Vertrag vorgesehen sind. Nachdem seit den Erfahrungen der DotCom-Blase Aktienquoten runtergefahren wurden, muss der Ertrag anders erwirtschaftet werden. Staatsanleihen mit negativen Zinsen waren da nicht hilfreich. Also wurde in Immobilien investiert, da Mieteinnahmen einen sicheren Cashflow garantieren. Folge: Immobilienpreise und Mieten sind gestiegen. Übrigens wird sowas nicht nur von der „Gier“, sondern auch von den staatlichen Aufsichtsbehörden erzwungen.

    • Machiavelli

      @YeahYeah:

      Die Masse der Vermieter sind aber Privatleute die mit der Miete ihre Rente aufbessern, was auch oft notwendig ist, gerade bei selbstständigen. Und wenn ich mir hier die Kommentare zu den Artikeln bezüglich aktienrente durchlesen frage ich mich schon was die leute machen sollen?

  • K.F.

    Was würde ein Mietendeckel an der Dysbalance zwischen Angebot und Nachfrage ändern? Nichts, das Problem würde sich vielmehr noch verschärfen. Wer wäre noch bereit, neue Wohnungen zu bauen? In bestehende Wohnung zu investieren?



    Planwirtschaftliche Instrumente haben seit jeher dazu geführt, dass der Wohlstand für alle sinkt. Das sollten wir doch eigentlich inzwischen gelernt haben.



    P.S.: Wer sich jetzt überlegt, wegen der Wohnungsnot in Berlin die Linke zu wählen, sollte vorher mal googeln, welche Regierung Anfang der 2000er die staatlichen Wohnungen Berlins verkauft hat.



    Viva la libertad carajo!

  • ttronics

    Ein großer Unterschied ist auch, dass wir beim Tanken die Preise ständig auf der großen Anzeige sehen und immerhin gefühlt jedes Mal die Wahl haben, ob und wo wir noch tanken. Das Angebot an Tankstellen und Sprit scheint auch immer im Überfluss da zu sein.



    Dass wir eigentlich schon jetzt viel zu viel Miete bezahlen lässt sich etwas besser verdrängen, jedenfalls solange der Kontostand nicht immer gleich ins Minus rutscht, auch wenn das meistens mehr ist als die Tankquittung.

    Die Quittung gibt es vielleicht wieder bei den Wahlen in Berlin für die Parteien, die jetzt auch nichts zu Wege gebracht haben in der so dringenden Beschaffung von bezahlbaren Wohnraum, ich bin gespannt.

  • PeterArt

    Bitte mal nicht vergessen, dass auch die Ansprüche anscheinend deutlich gestiegen sind. Von 1990 bis 2024 ist die rechnerische Wohnfläche pro Einwohner von 34,8 auf 49,2 m² gestiegen – also um rund 41 %. (Statistisches Bundesamt). Wenn das Wohnen teurer wird, muss man eben auch seine Ansprüche etwas herunterschrauben. Wir Boomer musst unser Kinderzimmer auch mit Geschwistern teilen.

  • PeterArt

    Die Analyse ist gut, es werden aber die falschen Schlüsse gezogen. Die richtige Konsequenz aus der richtigen Analyse wäre mehr und billigeres Bauen, nicht Umverteilung, staatliche Subventionierung oder Abwürgen von Bauvorhaben durch Mietendeckel.

  • Donald Duck

    Das Problem der hohen Mieten besteht hauptsächlich In Ballungsräumen. Hier sind es auch die Gemeinden, die mit Wohngeld und Wohngeldzuschüssen Mieten über dem Mietenspiegel zahlen und so die Durchschnittsmieten immer weiter in die Höhe treiben.



    In Ballungsräumen dürfen Zuziehende einfach kein Wohngeld mehr erhalten.



    In Großstädten gibt es - im Gegensatz zu früher - sehr viele Singlewohnungen. Die durchschnittliche Wohnfläche je Person Ist erheblich gewachsen. Das ist wahrscheinlich der wesentlicheste Grund, warum es überhaupt zu Wohnungsnot kommt.



    Gemeinden mit begrenztem Wohnraum müssen knappe Wohnflächen auch knapp zuteilen. Bei Einwohnern, die mehrere Jahre hintereinander Wohngeld beziehen, muß geprüft werden, ob nicht auch kleinere Wohnflächen möglich sind. Auch in einer WG.

  • Ricky-13

    taz: *Warum dann also keinen, analog zum Tankrabatt, bundesweiten Mietpreisdeckel?*

    Wenn der vorherige Mieter bereits eine sehr hohe Miete bezahlt hat, darf der Vermieter diese hohe Miete beim Nachmieter gesetzlich weiterverlangen (sogenannter Bestandsschutz der Vormiete). Die Mietpreisbremse greift hier also ins Leere. Bei einer Mietpreisbremse darf der Vermieter dann aber wenigstens die hohe Miete nicht noch mehr erhöhen.

    Im Grunde brauchen wir aber endlich mal Politiker, die Politik für die kleinen Bürger machen und nicht für Immobilienhaie und andere skrupellose Leute, die sich im Raubtierkapitalismus 'dumm und dusselig' verdienen.

  • Otto Mohl

    Der Baupreisindex steigt, also müssen auch die Mieten steigen.

    Wer das Gegenteil fordert, verlangt ein Leben von der Substanz, eine Verwahrlosung der Immobilien, spät-DDR-Zustände...

  • oricello

    Meine Miete in Berlin wird alle 3 Jahre um 15% erhöht, ohne dass irgendeine Wertsteigerung oder Werterhaltung in der Wohnung stattfindet. Meine spätere Rente liegt unter dem Grundsicherungsniveau und die derzeitige Grundsicherungshöhe läge jetzt schon unter meiner derzeitigen Miete.

    Und ja, ich vermute auch, dass die meisten politischen Entscheider:innen eher ein Problem mit den Spritpreisen haben und nicht zur Miete wohnen und es daher nicht die Leute sind, die helfen, dass dieser geldgierige Wucher mit einem Grundbedürfnis endet.

    Ich brauche unbedingt einen Mietendeckel. Eure Autos sind mir Wurscht.



    Mit dem Eintritt ins Rentenalter bleibt mir als Mieter:in sonst nur noch der Sprung aus dem Fenster.

    • ToMuch

      @oricello:

      Ich werde das nie verstehen: Mindestens seit 20 Jahren bekomme ich meinen jährlichen Rentenbescheid und mindestens ebenso lange weiß ich, dass ich was zur Seite legen muss. Zusätzlich zum Hauptjob, in dem man sich ja auch fortbilden und finanziell aufsteigen darf, habe ich einen Minijob, dessen kompletter Erlös in meine Alterssicherung läuft. Und arbeite trotzdem nur 48 Stunden, sprich grad einmal zwei volle Tage in der Woche.

      Und mit den Autos/Fahrzeugen generell, die Ihnen wurscht sind, werden auch ihre Lebensmittel transportiert… So egal kann es also nicht sein.

  • MarxhatteRecht

    Die Frage die diesen Artikel noch fehlt ist doch: Wer profitiert von der Situation? Es ist das internationale Finanzkapital, das die Menschen im Prinzip weltweit immer weiter ausmelken darf. Damit muss endlich Schluss sein, von Berlin muss ein Signal an die Welt gehen dass sich die Menschen nicht alles Gefallen lassen. Wenn die Gier zu groß wird, wird enteignet.

    • R.I.P.

      @MarxhatteRecht:

      Ob gerade diese Regierung ein solches Signal senden wird ist zumindest zweifelhaft.

    • ToMuch

      @MarxhatteRecht:

      Und dann wird gegen Geld enteignet und dann nochmal für Geld groß saniert und dann ist alles Geld flöten und keine einzige neue Wohnung entstanden.

  • Weiterdenken3

    "dass auch im ländlichen Raum die Angebotsmieten seit 2021 über 10 Prozent angezogen haben", ist ja nun nicht so viel, wenn man die Inflation und die seitdem gestiegenen Baupreise dagegen setzt.

    Es gibta aber z.B. in Westsachsen und auch in anderen Regionen genügend freie Wohnungen und auch noch moderate Mieten. Das Problem ist also schon hauptsächlich auf die Ballungsräume beschränkt. Es sollten dann doch Anreize geschaffen werden, dass nicht unbedingt alle dorthin wollen/müssen. Z.B. Studiengänge an Hochschulen in der Provinz verlagern. Industrie und Gewerbeansiedlungen dort fördern, wo Wohnraum grünstig ist.

    Migration begrenzen würde sicher auch helfen, den Druck rauszunehmen.

    Zweitwohnungen stärker besteuern, aus Spekulationsgründen leer stehende Geäude besteuern, Ferienwohnungen ggü. Mietwohnungen schlechter stellen (besteuern). Daraus gewonnene MIttel nutzen um selbst genutztes Wohneigentum zu fördern.

  • Chris McZott

    Es gibt aber gravierende Unterschiede, politisch wie psychologisch:

    Benzinpreise treffen "alle" gleichermaßen direkt im Geldbeutel. Sie sind zudem volatil und erzeugen Ängeste weiterer Anstiege. Psychologisch ist es ja so, dass Menschen vor allem auf (mögliche)Veränderungen reagieren, nicht auf ein (hohes) bestehendes Niveau von Belastungen.



    Außerdem wären von Gewinnkappungen nur "böse" Konzerne betroffen.

    Hohe Mietpreise betreffen dagegen "nur" Neuvermietungen und somit weniger die alten Deutschen in ihren seit 20 Jahren angemieteten Wohnungen. Zudem sind viele Deutsche auch selbst Vermieter (oder eben Eigenheimbesitzer). Das wird im jungen von vielen Zuzügen geprägten Berlin gerne vergessen.

  • the real günni

    es is wahr, gesellschaftlich laufen wir ins offene messer. natürlich sind sich unsere spezies von der CDU dessen null bewusst.



    zudem gibt es beim verkehr viele eine alternative, ÖPNV, fahrgemeinschaften, radfahren. das gibt es beim wohnen nicht.

    • RagnarDannesjkoeld

      @the real günni:

      Doch. Nennt sich WG. Steht für Wohngemeinschaft.

      • the real günni

        @RagnarDannesjkoeld:

        auch für familien?

  • Morrad Mo

    Beim Sprit kann der Staat ja auch leicht was machen, weil er durch seine Steuern hauptverantwortlich für den Preis an der Zapfsäule ist.

    Welche Steuern soll der Staat den Senken, damit die Miete günstiger wird?

    • Günter Witte

      @Morrad Mo:

      Da die Mietnebenkosten wie Heizen (CO2 Steuer), Gasnetzentgelte, Grundsteuer, Versicherungen, Mindestlohn, in den letzten Jahren viel stärker gestiegen sind als die Kaltmiete hätte der Staat die Möglichkeit hier die Mieter zu entlasten.

      • Westlahn

        @Günter Witte:

        Dabei gehen Sie davon aus, dass Einsparungen in den genannten Bereichen an die Mieter weiter gegeben werden. Das wird nicht passieren.

    • Perkele

      @Morrad Mo:

      Das ist falsch. Sehr wohl könnte der Staat etwas gegen den Mitwucher unternehmen: ein wirksames Gesetz und dessen strikte Überprüfung nebst spübaren Strafen ist zielführend. Und die Senkung der Spritpreise durch Senkung der Steuern ist die unintelligenteste "Lösung" überhaupt. Wir haben doch alle gesehen, dass die Mineralölwirtschaft diese Ermäßigung ganz oder teilweise einstreicht, indem sie Preise weiter manipuliert. Zudem sahnen auch die KfZ-Halter ab, die 18l Sprit auf 100km verbrennen und sich das locker leisten können. Der Twingo-Fahrer aber kann sich seine 5 l auf100km eben nicht leisten - warum sollte der Pfeffersack eine Ermäßigung für seinen Protz und enormen klimaschädlichen Spritverbrauch bekommen??? Das ist immens teuer und absolut nicht nötig, das lässt sich mit gezielten Zahlungen an die die's wirklich brauchen sehr viel gerechter lösen.

    • Andreas J

      @Morrad Mo:

      Der Staat sind wir. Warum sollten wir auf Steuergelder verzichten um Profite zu schützen?

    • Sole Mio

      @Morrad Mo:

      Das Bauen generell muss billiger werden. Aktuell ist es kaum möglich so zu bauen, dass am Ende eine verträgliche Miete herauskommt. Darum tut es keiner.

    • Troll Eulenspiegel

      @Morrad Mo:

      Keine Steuern, sondern die Profitgier von Miethaien eindämmen. Am besten über staatliche Regulierungen sowie die Miete in Abhängigkeit des Lohnes festlegen, Renovierungen und Modernisierungen werden durch Reichen- und Transaktionssteuern erhoben, damit auch Reiche dazu beitragen können, dass arme Menschen (aus der Sicht der Reichen sind das Parasiten und Zecken) würdevoll leben können.

      Das Wiener Modell anwenden.

      Neoliberalismus abschaffen.

      • Sole Mio

        @Troll Eulenspiegel:

        Sorry, aber das sind teilweise unrealistische Aussagen.

        1.)Die Miete an den Verdienst anpassen?



        Wer vermietet dann noch an Geringverdiener?



        2.) Reiche sollen pauschal die Renovierungen von fremdem Eigentum bezahlen?



        3.) Wiener Modell find ich gut. Nur bekommen wir dies ohne Gesetzesreformen nicht gebacken

    • Thomas Böttcher

      @Morrad Mo:

      Das ist Lötzinn.



      Der Staat kann einen ECHTEN Mietendeckel beschließen, genau wie er einen Spritpreisdeckel beschließen kann.



      Aber wollen.....

      • Sole Mio

        @Thomas Böttcher:

        Und wie soll der aussehen oder funktionieren?

        Dafür benötigt es auch einen Baupreisdeckel! Oder meinen Sie das irgendein Investor baut, wenn er nichts verdienen kann? Das müsste dann der Staat erledigen, aber das kann dieser sich nicht mehr leisten

        • Westlahn

          @Sole Mio:

          "Investoren" a la vonovia werden nicht bauen. Da haben Sie recht. Aber Baugenossenschaften, die explizit mit Ziel kostengünstiger Mieten bauen, kommen durchaus auf deutlich niedrigere Kosten als die Baukonzerne.



          Aber dazu benötigen sie Grundstücke. Um die sie mit den Groß"investitoren" konkurrieren müssen, die ihre Finanzmittel durchaus auch zum "Wegkaufen" möglicher Grundstücke verwenden, auf denen dann unter fadenscheinigen Begründungen eben nicht gebaut wird. Ob eine Kommune willens ist, mögliche Grundstücke anzukaufen, hängt von lokalen Netzwerken und Prioritäten ab. Gelegentlich werden auch größere Industriebrachen eben nicht angekauft. Man zahlt dann lieber Wohngeld für hohe Mieten bei den großen Vermietern.

  • Tom Farmer

    "Eine Analyse des Bundesbauministeriums bezogen auf Niedersachsen zeigt, dass auch im ländlichen Raum die Angebotsmieten seit 2021 über 10 Prozent angezogen haben. Bezahlbare Mieten sind also bei Weitem keine Klientelpolitik für Großstädter."



    Also eine Mietsteigerung von jährlich ca. 2%, die also unter der Inflationsrate liegt , ist jetzt ein Problem!?



    Leute Leute.....

    • Anders Heister

      @Tom Farmer:

      Ihre Aussage ist etwas schwierig, weil die Steigerung der Mieten ja zur Inflation dazugehört. Wir haben seit 2021 im Schnitt eine Inflation von 4% pro Jahr. Wenn die Mieten im selben Zeitraum um 2% pro Jahr gestiegen sind, dann bewirken Mieten - etwas vereinfacht betrachtet - die Hälfte der Inflation. Dabei machen sie nur ein Viertel bis ein Fünftel des fiktiven Warenkorbs aus.

      Das könnte man schon als Problem sehen...

      • Westlahn

        @Anders Heister:

        Wenn die Miete um 2% steigt, ist das ja nicht die ganze Geschichte. Denn auch die Nebenkosten steigen - und das um deutlich mehr als 2%. Das meiste an Kosten über die Vermieter klagen, sind unter dem Strich Kosten, die an die Mieter durchgereicht werden.

      • Tom Farmer

        @Anders Heister:

        Mathematisch unzutreffend. Die nur 2% im Beispiel oben wirken inflationsdämpfend. Ohne diesen Anteil wäre die Inflation noch höher.



        Also kann man das Argument knicken. Nur darum geht's, nicht das auch 2% eine Steigerung sind.

    • taz.manien

      @Tom Farmer:

      Sorry, ich sollte bei der Argumentation auch die Zahlen seit 2021 angeben, die Mietpreise für Wohnungen in München sind in den letzten 5 Jahren um insgesamt rund 15 % gestiegen. Ich denke nicht das die Gehälter in der selben Zeit um 15% Inflationsbereinigt gestiegen sind.

    • taz.manien

      @Tom Farmer:

      Typisch immer das herauspicken was einen gefällt und die eigene komische Sichtweise bestätigt, das wichtige aber weg lassen.

      In München liegen die durchschnittlichen Mietpreise für Wohnungen im Jahr 2026 bei rund 25,03 € pro Quadratmeter, während sie vor zehn Jahren noch deutlich niedriger lagen und die Mieten in deutschen Großstädten im Schnitt um über 50 Prozent gestiegen sind.

      50% Prozent Mietsteigerung in zehn Jahren sind eine ganz andere Hausnummer als10% oder!

      • Deep South

        @taz.manien:

        Was hat denn bitte der "ländliche Raum in Niedersachsen" mit den Mieten in München zu tun? Jeder weiß, dass in Berlin und München die Mieten explodieren und dass das für die Menschen ein Problem ist. Aber die Autorin begründet ihre Position eben nicht mit diesem absolut nachvollziehbaren Argument, sondern wählt eines, dass ihre These nicht untermauern kann.

    • Sole Mio

      @Tom Farmer:

      Wohne selbst in einer Stadt mit 27.000 Einwohnen

      Wenn man Glück hat bekommt man noch etwas um die 12€ /m2



      Neubauten zwischen 15-17€/m2

      Neubau zum Kauf €5.000-€6.000m2

      Nur mal ganz grob:



      Da braucht es 29-30 Jahre um die Kaufkosten mit der Miete wieder reinzuholen.



      Ohne Kreditzinsen, Renovierungen, Nebenkosten, jedoch auch ohne Mieterhöhung und Kapitalverzinsung.

      Wenn man 5.000€ in diesem Zeitraum mit 3% anlegt bekommt man etwa 11.300€ zurück

    • Andreas J

      @Tom Farmer:

      Wenn die Einkommen, besonders die der Gering- und Normalverdiener nicht hinterher kommen, ist das für die Betroffenen sehr wohl ein Problem. Es werden ja nicht nur die Mieten teurer.

    • ttronics

      @Tom Farmer:

      ja, ja 2 % wären ja noch schön habe ich auch erst gedacht, aber für einen inzwischen durchschnittlichen Menschen ohne Tarifvertrag und ggf. ohne Inflationsanpassung ist das bei Miete schon gleich ein Problem - kann ich noch umziehen für einen neuen Job oder muss ich pendeln, weil der alte Mietvertrag auch noch billiger ist. Ja, und im Alter täte es dann die kleinere Wohnung, aber die kostet dann auch schon unverhältnismässig mehr. Und das sind nur die Kaltmieten, mit Nebenkosten haut das nochmal ordentlich rein.

      Ohne dass jetzt aber ein Deckel sowas noch deckeln würde wahrscheinlich.

    • Deep South

      @Tom Farmer:

      Das Problem, das ich bei solchen Vergleichen sehe, ist dass wirklich immer jemand um die Ecke kommt und sagt, mein Problem ist aber viel größer als deins.



      Natürlich sind Mieten -vor allem aus Sicht vieler Großstädter- das größte Problem. Abseits der Metropolen, dort wo die Menschen aufs Auto angewiesen, für Pendler und Unternehmen, ist ein explodierender Spritpreis aber mindestens genauso problematisch.



      Das sind beides zum Teil exitsenzgefährdende Probleme, mit unterschiedlichen Ursachen und Lösungswegen, die die Politik angehen muss. Beide Anliegen da staatlich einzugreifen sind berechtigt. Und deshalb find ichs nur noch nervig, dass ständig legitime Interessen gegeneinander aufgewogen und ausgespielt werden.

      • Tom Farmer

        @Deep South:

        Nein, es geht eben auch um die Qualität von Argumenten wenn man andere überzeugen will.



        Und so zu tun, dass Mietsteigerungen ein flächendeckendes Problem seien mit so einem Beispiel? Das ist nicht legitim und da wird auch nix gegeneinander ausgespielt. Da muss dann eben mehr Schmackes ins Argument. Und beleidigt sein hilft erst recht nix.

        • Deep South

          @Tom Farmer:

          Falls das falsch rübergekommen ist, ich wollte das eher als Kritik am Artikel wissen. Ich seh das sehr ähnlich wie du. Das Problem der hohen Mieten ist eben keines in der Fläche, sondern eines in bestimmten Ballungsräumen. Aus dieser Perspektive argumentiert die Autorin und spielt sie gegen das Problem der extremen Spritpreisentwicklung aus, die Millionen Menschen trifft. Die Argumentation mit den 10% in Niedersachen halte ich für ebenfalls für sehr dünn.



          Aus meiner Sicht kann man hier bestens herauslesen, wie weit die Lebensrealitäten Anderer mittlerweile weg sind und warum Stadt und Land immer weiter auseinanderdriften. "Viel, viel wichtiger" sind eben meist die eigenen Probleme.

  • Leon Kaz

    Danke für den Beitrag. Als Betroffener kann ich dem nur zustimmen.

    Gewerbemieten werden nur am Rande erwähnt. Dort gelten nur wenige Einschränkungen und Gewerbemieten können scheinbar beliebig erhöht werden. Das führt in Städten regelmäßig dazu, dass kleinere Gewerbe verschwinden. Leerstand führt auch nicht zu sinkenden Gewerbemieten, was die These vom Bauen als alleiniger Lösung in Frage stellt.

    • test_name

      @Leon Kaz:

      >Leerstand führt auch nicht zu sinkenden Gewerbemieten<

      Steile These. Bevor ich als Vermieter etwas Leerstehen lasse, gehe ich mit der Miete runter. Wenn es sein muss auch unter die eigenen Kosten. Gewerberaum leer stehen zu lassen ist für Vermieter extrem teuer weil die Nebenkosten weiterlaufen.

  • Frauke Z

    Richtig ist: Wohnen ist wichtiger als Fahren.



    Der offensichtliche große Unterschied:



    Benzin und Diesel verkaufen letztendlich nur eine Handvoll große Konzerne, die schon allein schon aus kartellrechtlichen Gründen stark reguliert werden müssen.



    Vermieter hingegen sind sehr viele, von ein paar ganz großen Firmen über ein Heer von mittelgroßen bis hin zu privaten Einzelvermietern. Daher wiegen die Interessen der Vermieter ungleich schwerer als die der Ölkonzerne - sowohl rechtlich als auch politisch.

    • Machiavelli

      @Frauke Z:

      Am Treibstoff hängt unsere Existenz, sie verhungern schneller als das sie im Winter erfrieren.

    • ToMuch

      @Frauke Z:

      Fahren ist wichtiger als mieten, denn: Auch unsere Lebensmittel werden gefahren.

  • Jalella

    Meine Rede seit Jahren. Der Umfang der Umverteilung von unten nach oben scheint nur immer noch nicht allen klar zu sein. Die viel zu hohen Mieten sind nicht nur schlicht ungerecht. Sie senken die Kaufkraft der BürgerInnen massiv. Kein Posten der Haushaltskosten ist auch nur ansatzweise so hoch wie die Miete, auch bei Gutverdienern. Diese Kaufkraft fehlt der Binnenwirtschaft, was in unserer Nachfragekrise die Wirtschaft empfindlich bremst.



    Selbst soziale Kosten könnten gesenkt werden mit vernünftigen Mieten, denn die Menschen, die auf Wohngeld angewiesen sind, bekommen es ja nie: es landet direkt auf den Konten der Immobilienmafia.



    Zu nicht unerheblichen Teilen mästen wir damit nicht nur die undemokratisch absurd Reichen in unserem Land, sondern auch das Ausland verdient sich dumm und dämlich - fast so dämlich wie die Menschen sind, die Parteien gewählt haben, die an der Mietengesetzgebung Schuld sind. Denn dass dieser eklatante Versstoß gegen Artikel 15 GG so besteht, ist das Verdienst von cd/cs/sPD/fDP. Die Grünen haben meines Wissen auch nie etwas dagegen zu unternehmen versucht. Sie sitzen mehrheitlich in ihren gemütlichen kleinen (mietfinanzierten?) Einfamilienhäuschen?!

    • Zippism

      @Jalella:

      „Immobilienmafia“, „Umverteilung von unten nach oben“ und dann noch der angebliche Verstoß gegen Artikel 15 GG – da ist die sozialistische Weltanschauung ja schon fast komplett ausformuliert.

      Hohe Mieten sind zweifellos ein Problem. Aber wer daraus eine Verschwörung der „absurd Reichen“ konstruiert, macht es sich bemerkenswert einfach. Mieten entstehen nicht nur durch die Gier irgendwelcher Vermieter, sondern auch durch knappes Bauland, hohe Baukosten, staatliche Auflagen, fehlenden Neubau und eine enorme Nachfrage. Selbst der taz-Artikel nennt genau diese wirtschaftlichen Zusammenhänge.

      Und Artikel 15 GG ist nun wirklich kein verfassungsrechtlicher Zauberspruch, mit dem man jede missliebige Eigentumsordnung hinwegfegen kann. Dort steht lediglich, dass Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel zum Zwecke der Vergesellschaftung in Gemeineigentum oder andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden können – wohlgemerkt durch Gesetz und gegen Entschädigung.

    • Axel Schäfer

      @Jalella:

      Das ist ja schon mal in der Anstalt thematisiert worden, dort ist ja der Regelkreis erläutert worden und das man Wohngeld und andere Zuschüsse besser in sozialen Wohnungsbau investiert.



      Außerdem Eigentumsquote mit Förderungen wie früher erhöhen, statt Neubau auch Renovierung/Umbau besser fördern, gerade bei vielen alten 2-Fam.Häusern auf dem Land oder in Speckgürteln, dann unter der Voraussetzung, das die zweite Wohnung mit Sozialbindung zu vermieten ist. Da gibt es sicher genug Experten, die dazu beitragen können.

  • So,so

    Haus oder Wohnung kaufen (!) können fast nur noch Erbende oder Reiche.



    Für andere sind die Löhne zu gering, da Sozialabgaben zu hoch/ Kredite & Handwerker zu teuer.



    Das liegt an der schlechten Einnahmesituation der Staatsebenen. Folge: Sozialabbau/ kollabierende Sozialsysteme.



    Lösung: Reiche und Multinationale Konzerne müssen mindestens (!) genauso viel Steuern und Abgaben zahlen wie Abhängig Beschäftigte.



    Eine Zumutung?



    Ja, es ist eine Zumutung, dass abh. Beschäftigte fast allein den Staat finanzieren (direkt UND indirekt über Mwst./Spritsteuern/ Stromsteuern!)



    Aber das heisse Eisen Steuergerechtigkeit fasst unser lieber Finanzminister nicht an und die €DU blockiert dies.



    anicht einmal die UN tax convention wird aktiv unterstützt von der merz Regierung (taxjustice.net/pre...to-gain-billions/), obwohl dies viel höhere Einnahmen generieren würde (auch für reiche Länder).



    Niemand berichtet darüber, obwohl die Verhandlungen (und Aufweichungsversuche durch die OECD!) genau jetzt laufen.



    Tagesschau anyone, Spiegel, "bild"(= "Vorkämpfer der Armen")??



    Nein, zu komplex..das versteht ja keiner.

    • uwe

      @So,so:

      Zitat: Das liegt an der schlechten Einnahmesituation der Staatsebenen.

      Ist das so bei aktuell ca. 53% Staatsquote?

    • Petzi Worpelt

      @So,so:

      "Haus oder Wohnung kaufen (!) können fast nur noch Erbende oder Reiche."

      Ne, kann jeder. Aber halt nicht im SBahn-Ring von Berlin. In Speckgürtel kleiner Städte und erst Recht auf dem Land (30min Pendeln) aber schon. Es ist eine Frage des Wollens.

  • hsqmyp

    "Bei hohen Spritpreisen wird die Politik sofort aktiv. "

    Ich finde diese Aussage ist nicht korrekt.



    Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hat die Koalition bisher sehr wenig getan, um die Belastung der Verbraucher durch hohe Energiepreise zu dämpfen.



    Es geht hier am Ende ja nicht nur um Benzin & Diesel, sondern demnächst auch um (Erd)Gas und Heizöl.



    Die Bundesregierung ist hier, wie in fast allen Politikfeldern, mehr oder weniger untätig.



    Man kündigt bestenfalls Initiativen auf europäischer Ebene an, weil man weiß, das dies auf dieser Ebene nicht durchsetzbar sein wird.

    Die einfachste Lösung wäre, ab einer festgelegten Preisobergrenze die Mineralöl- und Mehrwertsteuer zu kappen.

    Die hohen Energiekosten gegen die ebenfalls extrem überhöhten Mieten auszuspielen ist auch nicht sehr sinnvoll.



    Tatsächlich muß es, wie auch in den meisten anderen EU-Ländern, einen funktionierenden Mietpreisdeckel geben.



    Auch leistet sich unsere Regierung Abwarten, Nichtstun, Schönreden.



    Solange, bis dann die ersten Bundesligänder im achso demokratischen Westen an die AfD fallen.

  • aujau

    Das Auto ist nun einmal Deutschlands heilige Kuh.

  • Huber Ursula

    Ein super Artikel!



    Das grundlegende Lebensbedürfnis Nice Wohnen müsste mit aller Kraft , Ideen und Einsatz der Politikfür die Bürger ermöglicht werden! Natürlich ist es ein komplexes, langwieriges Unterfangen den desaströsen Wohnungsnot Stand zu lösen aber es gebe viele Maßnahmen, die einfach umgesetzt werden können bei einem deutlichen und energischen Willen Politik! Aber die Wohnsituation, so krass wie sie sein mag, betrifft eben doch meist den ärmeren Teil der Bevölkerung und da fehlt die Lobby.



    Beim Autos sieht es natürlich anders aus in Deutschland! Das Auto hat eine Riesenlobby in der rückwärtsgewandten Politik. Ohne Rücksicht auf Zukunft werd das Auto, dessen Hersteller und deren Aktionäre immer noch hofiert!



    Die Unterstützung der momentanen Benzinpreise ist aus meiner Sicht nicht nötig. Ich denke jeder Autofahrer kann sich auch einschränken. In meinem Umfeld werden so viele Fahrten mit dem Auto erledigt, die nicht sein müssten. Und die Unterstützung des Benzins hat ja bisher den Ölkonzernen viel Geld in die Tasche gespült!



    Das ist eine verantwortungslose kurzfristige Politik, die aber hoffentlich bei vielen in der Bevölkerung nicht mehr so ankommt.

    • Ulrich Schoppe

      @Huber Ursula:

      Was sind denn das für unnötige Fahrten?



      Und warum werden die ihrer Ansicht nach gemacht?

    • Duplozug

      @Huber Ursula:

      Nur weil das bei ihnen so ist, sprechen sie nicht für die Mehrheit. Wer auf dem Land wohnt. Kinder zur Kita, in die Schule, zum Kinderarzt, zu den Aktivitäten fahren muss sieht das anders. Wenn einkaufsmöglichkeiten 10-15km entfernt sind. Wenn man zur Arbeit pendeln muss. Dann wirken sich die Kosten für den Sprit direkt negativ auf dass Haushaltsgeld aus.

  • Lindenberg

    Alles richtig. Hinzugefügt sei am Beispiel des rot-grün regierten Hamburg: selbst bei der städtischen Saga - mit dem größten Wohungsbestand bundesweit - sind die Mieten kaum bezahlbar, weil der Mietspiegel kontinuierlich stieg.

    Auch weil SPD-Politik keinen Schritt unternahm, den Mietspiegel gesetzlich zu fixieren oder etwas zu senken, indem z. B. Hunderte Millionen Euro Saga-Gewinn zur Senkung der Saga-Mieten genutzt worden wäre.



    SPD-Bundesbauministerin Geywitz versagte, weil sie Umgehung der Miethöhe durch möblierte Vermietung nicht stoppte, Spekulation mit ausländischen Kapital steuerlich fördert.

    Zwar werden neue Sozialwohungen gebaut, doch viel zu wenig, weil fast ebenso viele aus der Sozialbindung fliegen.



    Folge einer völlig verfehlten SPD-CDU-Wohnungspolitik, die sich mittlerweile bis ins kleinste Dorf bemerkbar macht.

    Einzig ein finanzieller Kraftakt wie bei der Bundeswehr, also eine Wohungsbauwende mit dem staatlichen bundesweiten Bau von massenhaft Sozialwohungen, bzw. bezahlbaren Wohnungen, würde Abhilfe schaffen.



    Stattdessen streicht die Bundesregierung Wohngeld, was Bürger zum Umzug in eiine kleinere zwingt. Kosten: Leicht einige Tausend Euro.

    • whereischesgmt

      @Lindenberg:

      Aber Bürger, die sich z.B. eine große Innenstadtwohnung nicht leisten können, sollten doch gezwungen werden, sich zu verkleinern - Wohngeld muss schon im Verhältnis stehen. Gibt genug Fälle, wo Wohnraum blockiert wird, weil Menschen in staatlich subventionierten und viel zu großen Wohnungen leben, wenn z.B. Kinder ausgezogen sind. Oft finden sie keine, bestimmt - aber auch oft ist das Bequemlichkeit und mangelnde Weitsicht. Das man hier bei der suche entsprechend Unterstützen müsste, ist eine andere Geschichte.



      Geförderte Genossenschaftsmodelle, wie es z.B. in Wien verbreitet sind sollten verbreiteter sein.

      • Lindenberg

        @whereischesgmt:

        Eine kleinere Wohnung ist aufgrund lanjährigem Mietvertrag kaum günstiger. Ziehen sie um, kommen die Kosten für den Umzug und eine Totalrenovierung meist hinzu. Da kommen wie gesagt locker einige Tausend Euro zusammen, wenn nicht schwarz gearbeitet wird.



        Eklatant ist die Miete bei einer Neuvermietung mit der eines langjährigen Mieters zu vergleichen. Ein Riesenunterschied. Deshalb machte die Saga in den letzten Jahren zum Teil mehrere Hundert Millionen Euro Gewinn. Und das nennt sich Vermieter mit sozialen Anspruch.

  • Strolch

    Das liegt auch daran, dass die Menschen nicht rechnen können, beziehungsweise man ein falsches Gefühl für die Bedeutung von Preiserhöhung hat. Bei 6l auf 100 km und eine Fahrleistung von 10.000 km. Im Jahr entspricht eine Preiserhöhung von 0,40 € 240 €. Das sind 20 €. Im Monat erhöht sich die Miete von 800 um 3 %, sind das 288 Euro. Psychologisch sieht es aber nicht so schlimm aus, wenn sich 800 auf 824 erhöht, wie wenn sich der Spritpreis von 1,90 € auf 2,30 € erhöht.

    • Zippism

      @Strolch:

      Das ist eine klassische Milchmädchenrechnung: Man nimmt beim Sprit ausschließlich die eigene Tankrechnung und tut anschließend so, als wäre damit die gesamte Belastung durch höhere Spritpreise erfasst. Ist sie natürlich nicht.

      Steigt Diesel und Benzin um 40 Cent, verteuert das nicht nur die 10.000 Kilometer des eigenen Autos. Transport, Lieferverkehr, Handwerk, Landwirtschaft und zahlreiche Dienstleistungen werden ebenfalls teurer. Diese Mehrkosten landen am Ende in den Preisen von Lebensmitteln, Paketen, Handwerkerrechnungen und anderen Waren und Dienstleistungen.

      Die 240 Euro sind also lediglich der direkt sichtbare Effekt für den eigenen Tank. Der indirekte Effekt steckt anschließend in einer ganzen Reihe anderer Preise. Genau deshalb ist der Vergleich „24 Euro höhere Miete gegen 20 Euro mehr Sprit im Monat“ ziemlich aussagearm.

  • Perkele

    Diese Situation ist kaum überraschend. Während von niedrigen Spritpreisen auch Gutbetuchte bis Superreiche profitieren, ist das bei Mieten das genaue Gegenteil. Die wenigsten der Bessergestellten wohnen zur Miete und wenn, dann macht denen der Mietpreis nichts aus. Eher profitieren diese Leute von hohen Mieten - schließlich sind viele selbst Vermieter. Die derzeitige Regierung wird das niemals wirklich ändern wollen. Niemals.

    • Petzi Worpelt

      @Perkele:

      Jeder Vermögensberater sagt: Kauf dir NIE NIE Eigentum, sondern wohne immer zur Miete. Jeder, der genug Geld hat um zu einem Vermögensberater zu rennen, befolgt diesen Satz. Es ist immer rentabler sein Geld arbeiten zu lassen, als im Eigentum zu wohnen.

      • ToMuch

        @Petzi Worpelt:

        Dachte ich auch. Bis die Eigenbedarfskündigung kam… 2 Jahre nach einer neuen Mietwohnung geschaut, nix gekriegt mit drei Kindern und Hund.



        Dann hab ich aber Ruck zuck gekauft. Jetzt liegt zwar weniger auf der Bank, aber ich kann nachts wieder schlafen.

  • Šarru-kīnu

    Ein 10% Anstieg seit 2021 irgendwo in Niedersachsen, also noch unter der Inflationsrate, ist der Beweis, dass das hier nicht nur Schaufensterpolitik für den inneren S-Bahnring ist? Selten so gelacht. Warum macht die Politik nicht einfach was gegen die hohen Nebenkosten? Darauf haben sie doch im Gegensatz zu den Kaltmieten direkten Zugriff.

    • Comerade Aardvark

      @Šarru-kīnu:

      Energiesteuern, Netzentgelte, weitere "Umlagen" senken? Och, nööö...

  • Duplozug

    Der Befund ist schon richtig. Die Schlussfolgerungen sind allerdings hanebüchen.



    Wenn man hier politisch wollen würde, dass mehr Menschen in ihrem Eigenheim leben. Dann müsste man dafür politisch sorgen. Und eine Mietpreis Bremse, Enteignen oder mehr Wohngeld bringt nicht einen einzigen Mieter dazu in eigenes Wohneigentum zu bringen.



    Es müsste massive Bauprogramme und Kredit Erleichterungen für junge Familien ohne Erbe geben. Z.b. für die erste selbstgenutzte Immobilie zahlt die Familie keine Grundsteuer. Oder ein Kredit von Staat den die Bank als Eigenkapital werten kann. Ausweisung von mehr Bauland extra für junge Familien. Usw. Mehr Eigenheimbewohner, weniger Konkurrenz für mietende.

    Aber die Lösungen die hier im Text genannt werden, führen nur dazu, dass noch mehr zementiert wird mietende in ewiger Abhängigkeit zu subventionieren.

    • Oleg Fedotov

      @Duplozug:

      Hier bin ich fast in allem bei Ihnen, außer in der Ausweisung von Bauland. Es wurde, und wird immer noch, zu viel Fläche versiegelt.



      Plädiere daher für eine Einschränkung der Freizügigkeit. Denn neue Baugebiete bedeuten ja auch mehr Straßen, Versorgungseinrichtungen, größere Klärwerke etc. Wenn eine bestimmte grenze erreicht ist, muß eine Gemeinde die Möglichkeit haben, den Zuzug zu stoppen. Oder nur noch so viel Zuzug wie es auch Wegzug gibt. Denn es kann ja nicht sein, das eine ausufernde Großstadt wie Frankfurt jetzt schon den umliegenden Gemeinden das Trinkwasser entzieht. denn die Menschen in der Stadt haben nicht mehr Rechte auf dieses kostbare Gut wie die Menschen in einem 20 Kilometer entfernten Dorf.

  • Carsten S.

    Wir erleben eine Verlagerung der Einkünfte von Arbeitseinkommen zu Kapitalerträgen - jedenfalls für die, die letztere erzielen.



    Leider ist es Deutschland so, dass Arbeitseinkommen zu hoch belastet werden und tendenziell auch zu niedrig sind.



    Indem man die Erträge einer Anlageform beschränkt, lenkt man das Kapital in andere Anlageformen - es gibt weniger Geld für den Bau.



    Kann man machen. Aber bitte nachher nicht jammern, wenn das vorhersehbare Ergebnis eintritt und der Bau vollends abgewürgt wird.

    Gesamtgesellschaftlich gibt es aus meiner Sicht folgende Ansätze:



    - mehr Leute in Lohn und Brot bringen



    - Berücksichtigung von Kapitalerträgen bei der Krankenversicherung - aber Achtung, viele betroffene liegen bereits oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (!)



    - Entlastung der Arbeitseinkommen

    • uwe

      @Carsten S.:

      Tipp: Kapitalerträge z.B. Dividenden aus Aktien werden mit ca. 45% Steuern belastet, ab dem ersten Euro.

      Spass: Sozialversicherung auf Kapitalerträge? Bekomme ich dann Arbeitslosengeld, wenn meine Euro arbeitslos auf dem Giro rumlungern?

      • Carsten S.

        @uwe:

        Rente auf Kapitalerträge genauso wenig.



        Aber Krankenversicherung könnte ich durchaus nachvollziehen.

        Meines Wissens kann man Kapitalerträge bei der Steuererklärung angeben und versteuert sie dann wie ganz gewöhnliches Einkommen.

  • Dr. M.

    Wie hoch ist denn die Wohneigentumsquote unter Politikern? Wie viele Politiker sind selbst Vermieter? Das wäre doch vielleicht mal eine erhellende Statistik zu dem Thema.

  • Hartmut Wolff

    Immer das selbe: natürlich sind die Mieten zu hoch.



    Das ist nicht Schuld der Mieten sondern der Vermieter!



    Mieten sind direkte Transferleistungen an die Besitzenden.



    Wer daran etwas ändern will bekommt es mit der Besitzerlobby zu tun. Die sind besser organisiert als die besitzlosen Mieter.



    Und auch durch die Politiker:innen geschützt.

    • Oleg Fedotov

      @Hartmut Wolff:

      Wenn ich unsere (leerstehende) Wohnung in Köln wieder vermieten würde, wäre ich auch einer der ach so bösen Vermieter. Und wenn ich die Miete dann unter dem ortsüblichen Niveau ansetze, bekomme ich zusätzlich zu potentiellem Ärger mit den Mietern auch noch Probleme mit dem Finanzamt. Das muß man sich nicht freiwillig antun.

      • ToMuch

        @Oleg Fedotov:

        Und dann die Gefahr, wenn der Mieter nicht mehr zahlt. Oder die Bude zumüllt und man keinerlei Handhabe hat, außer zuzusehen.

  • Leo Onlin

    Linke hat richtig erkannt, dass die Wohnraum eine Frage des Eigentums ist.



    Allerdings ist eine Vergesellschaftung eben nicht die Lösung.



    Die Eigentumsquote an Wohnraum ist in Deutschland viel zu niedrig im Vergleich zu anderen Staaten, hier wäre anzusetzen. Es muss wieder die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Menschen Wohneigentum erwerben können. Dafür braucht es Förderung, wie das frühere Baukindergeld und so weiter.

    Eine Vergesellschaftung hält die Menschen trotzdem in der Miete und macht sie damit abhängig.

  • behr Behr

    In den Metropolen sind hohe Mieten ein Thema, aufgrund des gut ausgebauten öffentl. Nahverkehrs der Benzinpreis nicht. Auf dem Land und in den kleineren Städten gibt es billigen Wohnraum ausreichend, aber der Benzinpreis ist aufgrund der weiten Strecken zu Arbeitsplatz und Infrastruktur, die nur mit dem Auto zu erreichen sind. Die TAZ sieht nur das erste Problem.



    relevant.

  • Sonnenhaus

    Mietpreisrabatt statt Spritpreisrabatt ! Der Staat verdient an der Miete mit, durch die Grundsteuer und Grunderwerbssteuer.

    • Encantado

      @Sonnenhaus:

      "Der Staat verdient an der Miete mit, durch die Grundsteuer und Grunderwerbssteuer."



      Die Grundsteuer steigt nicht, wenn die Miete steigt. Sie ist nicht Teil derselben, sondern gehört zu den durchgereichten Nebenkosten.



      Und inwiefern eine Steuer, die beim Kauf einer Immobilie anfällt, zum Verdienen an der Miete beiträgt, müssten Sie mir erklären.

      • FriedrichHecker

        @Encantado:

        "Die Grundsteuer steigt nicht, wenn die Miete steigt."

        In dieser Pauschalität ist das falsch. Je nach Grundsteuermodell kann der Grundsteuermessbetrag im Nachgang zur Miete ebenfalls steigen - Stichwort: Ertragsmodell - und zu einem geänderten Grundsteuerbescheid führen. Ähnlich, falls die Ertragslage zu einer Steigerung des Bodenrichtwerts führt...

        Es gibt nur noch nirgendwo eine Praxis, in welchem Turnus die entsprechenden Prüfungen durchgeführt werden...

  • MK

    Jedes Problem hat seine Lösung. Die Spritpreise resultieren aus einer temporären geopolitischen Krise - hier kann man temporäre Lösungen einsetzen wie eine vorübergehende Steuersenkung.



    Die Mieten sind ein strukturelles Problem, resultierend aus einem Mangel an Wohntaum auch weil der Neubau durch exzessive Anforderungen und Bürokratie fast komplett zum Erliegen gekommen ist. Ein Problem, dass die Bürokratie (mit-) verursacht hat, löst man nicht mit noch mehr Bürokratie wie einen Mietendeckel. Bürokratie ums wohnen ist derart komplex, dass sie nicht mehr beherrschbar ist.



    Bürokratie ist zwar das einzige, was die Politik kann, aber Bürokratie erfidnet, baut und produziert nichts.



    Das Problem wird sich nur lösen, indem die Politik ein neues arbeiten lernt: sinnvoll gestalten, und vor allem die ganze Bürokratie, die für sich vielleicht sinnvoll sein mag, aber in Summe dieses Land zerstört muss weg. Beim Thema Bauen ist der Anfang.

    • Lieblich

      @MK:

      Und bis der Neubau in Gang kommt, kann der Mietpreisdeckel wirken. Die überhohen Mieteinnahmen werden ja nur selten zum Neubau genutzt.

      • MK

        @Lieblich:

        Die Frage ist doch: warum werden die Mieteinnahmen nicht für den. Neubau genutzt? Richtig: weil es keine wirtschaftlich sinnvolle Investition ist. Damit wären wir wieder bei meinem Ausgangspost.



        Natürlich könnte man eine Re-Investitionspflicht einführen. Und wenn dann falsch investiert wird noch mehr Bürokratie, damit richtig investiert wird. Und so generiert die Fehlsteuerung von Bürokratie immer neue Bürokratie.

    • Jalella

      @MK:

      Die Spritpreise resultieren aus ausgelebter Geldgier der Erdölkonzerne, bei der alle mitmachen. Preise steigen nicht, sie werden erhöht.

      • Zippism

        @Jalella:

        „Die Preise werden erhöht“ – klingt schön simpel, erklärt aber wenig. Gerade beim Spritpreis in Deutschland besteht ein erheblicher Teil des Endpreises aus staatlich festgelegten Steuern und Abgaben. Bei Benzin fallen insbesondere Energiesteuer und Mehrwertsteuer an; bei Diesel ebenfalls. Dazu kommen Rohölpreis, Raffinerie- und Vertriebskosten sowie Margen.

        Wer also jede Preissteigerung pauschal zur „Geldgier der Erdölkonzerne“ erklärt, sollte vielleicht zunächst unterscheiden, welcher Teil des Preises überhaupt von den Konzernen bestimmt wird und welcher direkt beim Staat landet. Den Staat zum Mitverdiener zu machen und anschließend ausschließlich die Ölkonzerne zum Sündenbock zu erklären, ist jedenfalls eine bemerkenswert praktische Verkürzung.

    • Hannah Remark

      @MK:

      Die Mietenkrise ist kein reines Bürokratieproblem, sondern strukturell bedingt: Finanzialisierung: Wohnraum wird global als spekulatives Anlageobjekt für Fonds genutzt, um maximale Renditen statt bezahlbaren Wohnraum zu erzielen. Bodenspekulation: Explodierende Preise für Bauland und das bewusste Brachliegenlassen von Grundstücken durch Investoren treiben die Kosten massiv nach oben. Staatlicher Rückzug: Die großflächige Privatisierung öffentlicher Wohnbestände seit den 1990ern und das Wegfallen von Sozialbindungen haben den Markt dereguliert. Demografie: Der anhaltende Zuzug in urbane Zentren bei gleichzeitigem Boom von Single-Haushalten verschärft die Nachfrage physisch. Das Gegenbeispiel USA: In den USA ist der Wohnungsmarkt extrem liberalisiert und bürokratische Hürden für Vermieter sind minimal. Dennoch erleben die USA eine historische Krise des bezahlbaren Wohnraums (Affordable Housing Crisis). Wall-Street-Fonds kaufen systematisch Wohnraum auf, treiben Mieten ohne wirksamen Mieterschutz um 20–30 % jährlich nach oben und verursachen durch schwachen Kündigungsschutz massive Obdachlosigkeit – selbst unter Vollzeitbeschäftigten. Weniger Bürokratie allein senkt also keine Preise.

    • Montagsdepression

      @MK:

      An der Bürokratie zum Bau liegt es mit Sicherheit nicht, das mag ein Faktor sein, aber kein großer. Denn rein faktisch wird ja gebaut, aber eben genau die falschen Produkte: Mikroappartments, Luxuslofts oder Bürotürme. Es gibt kaum ein Investor der sozial verträgliche Mehrfamilienhäuser hinstellt, weil sie wirtschaftlich nicht attraktiv sind. Hier sind allein die landeseigenen Wohnungsunternehmen tätig und teils die Genossenschaften.

      Genau diese falschen Strukturen, die in die Städte gebaut werden, führen dann dazu, dass sich der Mietspiegel stark nach oben bewegt und damit auch die Miete für alle. Privatisierung von Wohnraum tut dann sein übriges dazu.

      • MK

        @Montagsdepression:

        Die Frage ist doch, warum sozial verträgliche Mehrfamilienhäuser nicht wirtschaftlich gebaut werden können? Weil bauen zu teuer ist, auch wegen überbordender Vorschriften, Normen und Bürokratie.



        Man muss sich nur mal anschauen, warum eine Wärmepumpe in Deutschland viel teurer ist als in England.

    • Astrid Sehnefeld

      @MK:

      Sehr schön erklärt, genau das 👍

    • Okti

      @MK:

      In der BRD waren vielerorts staatliche Wohngesellschaften für den Bau von Mietwohnungen und die Vermietung zuständig. Und gebaut, vor allem soziale Wohnungen, würde damals viel. Dann, ab ca. 1980, wurde diese Aufgabe Schritt für Schritt an den privaten Sektor weitergegeben. Nach dem Fall der Mauer baute dieser zunehmend Eigentumswohnungen oder Bürogebäude, welche jahrelang leer standen aus Steuergründen. Und jetzt klagen alle, wie Sie auch, über zu wenig Bau von Wohnungen.



      Sie haben natürlich Recht. Die Neoliberalisierung des Wohnsektors war ein Fehler. Der Staat sollte diesen wieder komplett in die Hand nehmen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis.



      Das wollen die Lobbyaffen in der Union oder SPD aber natürlich nicht, da es arg die Gewinne der reichen Familien, welche sich eine goldene Nase mit Immobilien verdienen, beschneiden würde. 🤷

    • Carsten S.

      @MK:

      Ja, die Bürokratie ist Deutschlands Wachstumsbranche Nummer 1.



      Damit bekommt man auf Dauer keine gesunde Volkswirtschaft.

      • behr Behr

        @Carsten S.:

        Hier mal ein Beispiel aus Hamburg:



        Es gibt eine Heckenverordnung. Die Umweltbehörde



        Schritt ein, weil ein Nachbar seine Hecke zur Strasse



        30 cm zu hoch pflanzen wollte und gab die Anzahl von



        Pflanzen für die 5m lange Hecke vor, die aufgrund der



        Pflanzenart vom Gartenbaubetrieb aber gar nicht umgesetzt werden konnte. Mit Sicherheit



        mehr als 1 Beamter in diesen - höchst brisanten-Vorgang



        eingeschaltet und vor Ort zur Feststellung der Umsetzung.