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Kulturpolitik der AfDGroße patriotische Kulturrevolution

Mit einer seit 1990 in Deutschland nicht erlebten Konsequenz will die AfD Sachsen-Anhalt die Kultur patriotisch gleichschalten. Wie wappnen sich die Akteure?

„Kultur ist in erster Linie das, was nationale Identität spendet“, ruft mit schneidender Stimme AfD-Chefideologe Hans-Thomas Tillschneider am 20. Mai im Magdeburger Landtag. Debattiert wird das neue Kulturfördergesetz, mit dem die demokratischen Fraktionen ähnlich wie mit der Parlamentsreform den drohenden Durchgriff der AfD auf alle Lebensbereiche nach der Landtagswahl am 6. September zumindest mildern wollen. „Kunst und Kultur sind niemandem untertan“, bekräftigt der auch für Kultur zuständige Staatskanzleichef Rainer Robra (CDU) bei der Gesetzesvorstellung.

Die AfD hat beispielgebend für die gesamte Bundesrepublik Sachsen-Anhalt zum Schlachtfeld für den Kampf um die kulturelle Hegemonie erklärt, ursprünglich ein marxistischer Begriff des Italieners Antonio Gramsci. Das von Tillschneider entworfene „Regierungsprogramm“ meint nichts anderes als die quasi totalitäre Dominanz einer faschistoiden Ideologie. Weil die Deutschen in „Schuldkult“ und „Regenbogenideologie“ gefangen seien, könnten sie auf nichts mehr stolz sein und bedürften einer Erlösung.

„Die AfD Sachsen-Anhalt wird diese Identitätsstörung durch eine neue, patriotische Kulturpolitik heilen“, lautet der Kernsatz der geplanten Kulturrevolution. Die „patriotische Wende auf allen Gebieten“ soll Bildung, Erziehung, Medien, Wissenschaft, Kirchen, Geschlechterverhältnis und Umgang mit nicht Biodeutschen einschließen.

Einer der „Umerziehungsbedürftigen“ ist der promovierte Historiker Christian Philipsen, Generaldirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Die übergeordnete Stiftung trägt 20 Baudenkmäler und Liegenschaften des Landes. Philipsen ist nicht einverstanden mit dem beschränkten Horizont kulturgeschichtlicher Auslassungen der AfD. Der von ihr gern als „erster großer Deutscher“ bemühte König und spätere Kaiser Otto I. zum Beispiel war Sachse und betrieb durch Eroberungen oder Diplomatie europäische Politik, nicht nationale. „Die Kulturstiftung bildet 1.200 Jahre mitteldeutscher Geschichte ab“, erklärt der Generaldirektor, es gebe kein Bauwerk ohne Brüche und Wunden. „Die Verkürzung mittelalterlicher Geschichte auf Deutschtümelei ist totaler Unsinn!“

Forderung nach „schönem Bauen“

Die Kulturstiftung stieß Mitte April eine von mittlerweile 67 Kulturinstitutionen in Sachsen-Anhalt unterschriebene Erklärung an. Gewarnt war man schon 2025, als die AfD eine Kampagne gegen das Bauhaus als „Irrweg der Moderne“ lostrat. Ein restauratives Geschmacksurteil, das sich jetzt ebenso in der Programmforderung nach „schönem Bauen“ äußert, sollte allgemeinverbindlich gelten.

Wie sich eine „Machtübernahme“ durch die AfD konkret auswirken würde, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Mit einem Jahresetat von rund 60 Millionen Euro übernimmt die Kulturstiftung bedeutende denkmalpflegerische Aufgaben für das Land. Darüber hinausgehende Finanzierungsvereinbarungen unter anderem mit dem Bund sollten sie vorläufig schützen. Schneller treffen kann es die Provenienzforschung in Museen und natürlich linke oder queere Vereine und Projekte, schätzt Generaldirektor Philipsen ein.

Insofern gleicht die Kulturerklärung einem Akt der Solidarität. „Ein Angriff auf Kunst, Kultur und Geschichte, ihre ideologische Instrumentalisierung treffe die Bürgerinnen und Bürger des Landes im Kern ihrer Identität“, heißt es darin unter Bezugnahme auf die wechselvollen Wurzeln und Bezüge des heutigen Bindestrich-Bundeslandes. Generaldirektor Philipsen spricht von einer „solidarischen Brandmauer gegen eine Kulturpolitik, die diese Vielfalt infrage stellt“.

Zu den Einrichtungen, deren Aushungern die AfD im „Regierungsprogramm“ konkret ankündigt, zählt die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg. Rein materiell betrachtet klingt die Absicht noch nicht existenzgefährdend, 73.500 Euro Landeszuschuss zu streichen. Mit ihnen finanziert die ansonsten vom Bundeskulturministerium geförderte Einrichtung ihre Miete in der ehemaligen Fabrikantenvilla mit etwa 30 Büros. Die anlasslose Forschung nach kolonialer und NS-Raubkunst stört die AfD, weil sie nur der „künstlichen Aufrechterhaltung eines Schuldgefühls“ diene.

Weniger Mittel für Aufarbeitung des Kolonialismus'

Das sei eingedenk der sechs Millionen ermordeter Juden „absurd“, kommentiert Vorständin Meike Hopp. Auch sie hat die Erklärung der Kulturschaffenden unterzeichnet, verfällt aber nicht in Panik, sondern versucht vorzusorgen. Dafür stehen die Vorzeichen nicht günstig. Denn Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die Mittel zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialmachtära gekürzt, und Sachsen-Anhalt wird sein Restitutionsgesetz in der zu Ende gehenden Legislatur nicht mehr verabschieden.

Professorin Hopp versucht, für den Worst Case durch Akquise anderer Geldgeber vorzusorgen und die eigene Satzung „wasserdicht“ zu gestalten. Mehr beunruhigt sie die „allgemeine Stimmungsmache“ oder der Gedanke, dass die AfD plötzlich als Regierungspartei im Stiftungsrat der 16 Bundesländer säße. Der Widerstand komme spät, aber nicht zu spät, sagt sie.

Das hört man fast wörtlich ebenso im Literaturhaus Magdeburg. Dauerattacken aus der AfD im Stadtrat ist man hier wegen missliebiger „undeutscher“ Lesungen gewohnt. Leiterin Sarah Thäger verweist auf das Kinderprogramm, das auch nicht bei klassischen Märchen stehenbleibe. Zu allem Überfluss wurde in diesem Haus 1890 auch noch der proletarische Dichter Erich Weinert geboren. Die Gedenkstätte mit dem nachgestellten Arbeitszimmer kann jederzeit besichtigt werden. Überall liegen die Flyer des Netzwerkes „Kultur ist Vielfalt und Heimat“ aus, das nach dem Aprilstatement der Kultur entstand.

Neben den Projektgeldern des Landes erhält das Magdeburger Literaturhaus 250.000 Euro jährlich von der Stadt. Zählt Erich Weinert nicht auch zur deutschen Kultur? „Wir werden auf keinen Fall ein von der AfD verlangtes patriotisches Bekenntnis abgeben oder unser Programm verändern“, stellt die Leiterin klar. Wenn der Geldhahn abgedreht werden sollte, „haben alle doch schon einen kleinen Plan B“, lächelt sie. Man schaue sich präventiv nach alternativen Förderungen etwa durch Stiftungen um. Der erstmals erreichte solidarische Zusammenschluss so vieler Kultureinrichtungen werde unabhängig vom Wahlausgang über den 6. September hinaus fortbestehen.

Zuversicht beim Radio Corax

Die hohe Ehre einer namentlichen Zielmarkierung durch die AfD genießt auch das in Halle ansässige freie Bürgerradio Corax. Es bietet laut AfD „alle Spielarten des linken Fanatismus“, strahlt im doppelten Sinn weit über Halle hinaus und wurde deshalb für den diesjährigen taz panterpreis nominiert. Selten trifft man ein so offensives und gutgelauntes designiertes Opfer der AfD-Kultur- und Medienpolitik wie Tagesredakteur Aljoscha Hartmann.

Erstens gebe es gar keinen rechtssicheren Weg, der Landesmedienanstalt einfach eine Streichung der Corax-Gelder anzuweisen. Die gibt es für Vermittlung von Medienkompetenz, Sendekosten und für etwa fünf Teilzeitstellen. Also auch für ein derzeit so erfolgreiches Live-Projekt wie „Platz der Republik“ mit Bürgern in verschiedenen Städten. Die Sendelizenz ist erst frisch erneuert worden und gilt für zehn Jahre.

Könnte die AfD zuschlagen, fielen 200.000 Euro und zwei Drittel der Räume weg. Aber der Verein hat 400 Mitglieder, und die Kampagne „959 Freunde gesucht“ wirbt unter Anspielung auf die UKW-Frequenz um weitere Förderer. Vor allem aber kann man sich mental auf die eigenen Wurzeln als Piratenradio besinnen. Und auf die immer noch spürbaren Reste ostdeutsch-widerständiger Tradition. „Egal, was kommt, wir werden weiter Radio machen“, verkündet Hartmann gelassen. Und prophezeit: „Ab dem Wahltag wird es so oder so dieses Radio umso mehr brauchen!“

Spott ist in den Szenen häufig zu hören über eine kulturferne, aber pathetisch-nationale „Alternative“, deren Bundesvorsitzender Malermeister Tino Chrupalla nicht ein einziges deutsches Gedicht kennt. Genugtuung ist spürbar über die kollektive Renitenz gegenüber der angesagten Gleichschaltung.

„Erklären Sie mir, was das eigentlich ist: deutsche Identität“, kontert die in Budapest geborene Intendantin des Stendaler Theaters der Altmark, Dorotty Szalma. „Wenn ein internationalistisches Theater nicht mehr erlaubt ist, dann weiß ich nicht, was Theater überhaupt noch machen soll.“ Sie weiß aber, dass ihr derzeitiger Fördervertrag als Landesbühne 2028 ausläuft und neu verhandelt werden muss. „Da steht sehr viel auf dem Spiel!“ Frieder Weigmann, Sprecher der Diakonie Mitteldeutschland, verbreitet Hoffnung: „Die AfD berauscht sich an ihrer Mobilisierungsfähigkeit, unterschätzt aber Gegenkräfte, die sich jetzt zusammentun.“

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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23 Kommentare

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  • Gero von Wanne

    Eine weitere "namentliche Zielmarkierung" ist der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk, der als erstes in seiner bisherigen Form abgeschafft werden soll. Hört man vom MDR was dazu? Weshalb macht er seine bevorstehende Abschaffung nicht ständig zum Thema? Weshalb macht die taz dies nicht zum Thema?

  • Axel Schäfer

    Wenn es da um Schönheit geht, was macht die AgD dann mit ihrem Personal die sind ja schon phänotypisch eine Zumutung.

  • Il_Leopardo

    Dass Malermeister Tino Chrupalla nicht ein einziges deutsches Gedicht kennt, bestürzt mich jetzt nicht besonders. Fragen wir mal einen ganz normalen Otto Normalverbraucher. Da wird auch nicht viel kommen.



    Gefährlich sind Leute wie AfD-Chefideologe Hans-Thomas Tillschneider, die den "Umsturz" ideologisch untermauern. Um die müssen wir uns kümmern. Der hat vermutlich noch nie etwas von "interkultureller Kompetenz" gehört.

  • Il_Leopardo

    Oh je, wenn diese Entwicklung so weitergeht, dann müssen wir uns demnächst wieder mit dem Begriff "entartete Kunst" auseinandersetzen.

  • Fairchild670

    Ganz ehrlich, wenn die AfD jetzt wirklich in Sachsen-Anhalt dermaßen durchregiert, wie hier prophezeit wird, wäre das doch das ultimative Armutszeugnis für alle anderen Parteien. Dann wollten die wohl einfach nicht doll genug...

    Ich für meinen Teil glaube an die zermürbende Trägheit des deutschen Staatsapparats. Soll die AfD sich ruhig mal die Zähne dran ausbeißen.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    "Der von ihr gern als „erster großer Deutscher“ bemühte König und spätere Kaiser Otto I. zum Beispiel war Sachse und betrieb durch Eroberungen oder Diplomatie europäische Politik, nicht nationale."

    Klar hat Otto I. keine nationale Politik gemacht. Die Nation war noch nicht erfunden. Er hat wie alle Feudalherrscher Politik im Interesse seiner Dynastie gemacht. Zwangsläufig in Europa. Mit dem, was wir heute unter europäischer Politik verstehen, hatte es aber auch nichts zu tun.

  • aujau

    Patriotische Kulturrevolution. Ist natürlich viel wichtiger als Armutsbekämpfung und Umweltschutz.



    Ach du armes Heimatland.

  • Captain Hornblower

    Ich hoffe das gibt nach der Wahl für einige nicht ein allzu großen Kater.



    Ich habe mal vor einiger Zeit gelesen das sich ca. 200 AfDler gezielt auf die Regierungsübernahme vorbereiten. Meine Befürchtung so bald die im Amr sind geht das rasend schnell



    das die anderen nicht mit kommen, ähnlich wie in den USA.



    Retten jetzt noch was zu retten ist.



    Wenn die AfD erstmal dran ist werden die sich nicht mehr aufhalten lassen. Ich befürchte der ein oder andere wird sich noch wundern.

    • Francesco

      @Captain Hornblower:

      Da ist man froh, dass die meisten wichtigen Themen in der Verantwortung des Bundes liegen.

  • Zhongli Quan

    Ist es unbedingt notwendig, bei der Gestalt TC das Wort "Malermeister" noch zusätzlich zu verwenden? Dass er den Namen Heine kennt, aber sonst nichts weiß, kennzeichnet den Deutschtümler doch zur Genüge als Nulpe. Bei der taz - sachlich und spitz, aber doch nicht unnötig diffamierend. Das mit dem Gedicht haben wir schon verstanden, was das für "Patrioten" heißt.

    • Šarru-kīnu

      @Zhongli Quan:

      Malermeister wird hier inzwischen gern als Beleidigung verwendet, da Proletarier bekanntermaßen dumm und ungebildet sein müssen (und dann auch noch aus dem Osten, Igitt ...).



      Das die AfD einen Anti-Akademische-Eliten-Wahlkampf führt und hier bei uns sogar auf allen Wahlplakaten die Berufe ihrer Kandidaten abdruckt, um sich von den akademischen Wichtigtuern und Tanztherapeuten der anderen Parteien abzugrenzen, geht anscheinend über unseren überlegenen Intellekt. Jedesmal wenn sie den Chrupalla irgendwo Malermeister nennen, geht dem richtig das Herz auf, weil sich dann hier die Einheimischen um ihn scharen als Einem von uns gegen die arroganten Wessis.



      Warum wir immer wieder in diese Falle tappen kann ich mir nur durch Arroganz erklären.

      • Axel Schäfer

        @Šarru-kīnu:

        Was ist mit dem restlichen Personal der AgD? Westler und/oder Arroganz etc. sind da ja wohl die Markenzeichen des restlichen Führungspersonals, was aber von den Wählern wohl ignoriert wird.

      • Francesco

        @Šarru-kīnu:

        Immerhin ist Björn Höcke Gymnasiallehrer. Und Alice Weidel ist auch Akademikerin.

      • Mondschaf26

        @Šarru-kīnu:

        „Malermeister" Steigerung: Postkarten Maler Meiser

      • Hugo

        @Šarru-kīnu:

        Dr. phil. Hans-Thomas Tillschneider (Wessi)



        Dr. jur. Alice Elisabeth Weidel (Wessi)



        Dr. jur. Erhardt Alexander Gauland (Wessi)



        Bac. oec. Ulrich Siegmund



        M.A. Björn Höcke (Wessi)



        So rein mengenmäßig hat Tino Chrupalla als ostdeutscher Fachschulabsolvent ein Problem@parteiinterne akademische "Elite".

      • spaltarsch

        @Šarru-kīnu:

        Sie tappen ja mit dem Tanztherapeuten in die gleiche Falle.

      • Encantado

        @Šarru-kīnu:

        "Warum wir immer wieder in diese Falle tappen kann ich mir nur durch Arroganz erklären."



        In doppelter Hinsicht sogar. Nicht nur dass es der AfD in die Hände spielen mag, ist es tatsächlich ein Elitengehabe, das der Grundlagen entbehrt.

  • Flix

    Die AfD bedient sich der gleichen Mechanismen wie ihre großen Vorbilder der NSDAP. Auch dort hatten viele nicht damit gerechnet, dass der gesellschaftliche Umbau derart rasant und radikal von statten gehen würde.



    Mittlerweile muss man nicht mehr warnend rufen: „Wehret den Anfängen,“ denn die gibt es mit freundlicher Unterstützung der Brüder und Schwestern im (Un-)Geiste der Union bereits. Heute muss der Ruf lauten: „Wehret der Vollendung“

    • spaltarsch

      @Flix:

      Die zweiten Vorbilder für eine gleichgeschaltete Kulturpolitik durften in der Sowjetunion, Putin-nazi-ruzzland und China bewundert werden. Ist auch alles Gift für die Wirtschaft nebenbei bemerkt. Den patriotisch gleichgeschalteten Krampf möchte halt kaum einer sehen...

  • amigo

    Was die AfD in Sachsen-Anhalt unter dem Deckmantel einer „patriotischen Kulturwende“ ankündigt, ist nichts weniger als die stufenweise Hinrichtung der Kunst- und Meinungsfreiheit. Wer Kulturförderung an völkische Bekenntnisse knüpfen will, wer das Erbe der Moderne diffamiert und eine ideologisch gesäuberte „Staatskunst“ erzwingen möchte, folgt Schritt für Schritt dem Drehbuch historischer Unrechtsregime.



    ​Geschichte wiederholt sich nicht eins zu eins, aber die Methoden gleichen sich erschreckend: Erst werden Fördergelder gestrichen und missliebige Künstler als „antideutsch“ gebrandmarkt. Dann fallen Archive, Museen und Bibliotheken dem ideologischen Säuberungswahn zum Opfer. Wer heute schweigt, wenn Gesinnungsprüfungen vorbereitet werden, darf sich morgen nicht wundern, wenn auf dem Marktplatz wieder Bücher brennen, die nicht in den völkischen Kanon passen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Freiheit des Geistes der Gesinnungsdiktatur von gestern weichen muss!

  • Encantado

    "„Die AfD berauscht sich an ihrer Mobilisierungsfähigkeit, unterschätzt aber Gegenkräfte, die sich jetzt zusammentun.“"



    Gesundbeten oder Realismus? Im letzteren Falle hieße das, die AfD wäre ja dann gar nicht so schlimm?



    Ich bleibe skeptisch...

    • Captain Hornblower

      @Encantado:

      Ich hatte mal irgendwo gelesen das sich ca. 200 AfDler gezielt auf die Regierungsübernahme vorbereiten. Man sollte das nicht unterschätzten wie schnell die auf einmal sein können . Ein Blick über den großen Teich könnte helfen.



      Meine einzige Hoffnung ist das die sich nach der Wahl wegen Kompetenzschwierigkeiten in die Wolle bekommen.



      Aber nur eine kleine Hoffnung.

      • Encantado

        @Captain Hornblower:

        "Meine einzige Hoffnung ist das die sich nach der Wahl wegen Kompetenzschwierigkeiten in die Wolle bekommen."



        Schlimm genug, dass unsere einzige Hoffnung mittlerweile in der Inkompetenz und Zerstrittenheit der Rechten liegt, zeigt ein Blick in die Historie, dass eine 'Nacht der langen Messer' (-> 'Röhm-Putsch', 1934) rein gar nichts bewirkt.