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Brandmauer-DiskussionWer spaltet wen?​

Stefan Reinecke

Kommentar von

Stefan Reinecke

Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsident Albig will, dass die SPD die Brandmauer zur AfD einreißt. Damit macht er alles nur noch schlimmer.

Ins rechte Horn geblasen: Torsten Albig (SPD) Foto: Georg Wendt/dpa

D ie SPD soll die Brandmauer zur AfD einreißen. Das fordert Torsten Albig, der mal Ministerpräsident in Kiel war. Albigs Intervention bringt das Kunststück fertig, den Finger in eine schwärende Wunde zu legen und alles noch schlimmer zu machen.

Es stimmt schon: Die Sozialdemokratie neigt dazu, die AfD mit Symbolpolitik zu bekämpfen. Sie fordert auf Parteitagen ein AfD-Verbot, das nie kommen wird, und beschwört die Tradition des Antifaschismus. Die solide befestigte Abgrenzung nach rechts hat etwas Wärmendes und ist eine der wenigen verbliebenen verlässlichen Sinnressourcen der SPD. Wenn man schon nicht genau weiß, wofür die SPD in der Merz-Regierung steht, dann dank AfD immerhin wogegen. Ein Blick auf Wahlergebnisse und Umfragen zeigt, dass selbstreferenzielle Antifa-Rhetorik und moralische Selbsterhöhung eher stumpfe Waffen gegen die AfD sind.

Albig ist nicht der Erste, der der SPD rät, sich die dänischen Sozialdemokraten zum Vorbild zu nehmen und auf Migrationsskepsis zu setzen. Ob das der Königsweg ist, darf man bezweifeln. Denn die AfD ist weit rechtsradikaler als die dänische Dansk Folkeparti. Zudem muss man sich konkret vor Augen führen, was eine vergleichbare Annäherung der SPD an die AfD bedeuten würde.

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SPD sollte nicht Albigs Sandkastenspielen folgen

Es geht nicht um einen taktischen Move, sondern um die strategische Übernahme xenophober Haltungen. In Dänemark haben Sozialdemokraten und Rechtspopulisten in der Opposition gemeinsame Sache gemacht und die konservativ-bürgerliche Regierung vor 2019 zu einer noch härteren Migrationspolitik, weniger Integration, mehr Abschiebungen, getrieben.

Es ist nicht einfach, sich das als Erfolgsmodell für die SPD vorzustellen. Eine Seifenblase ist auch die Idee, dass die Mitteparteien mit einer punktuellen Zusammenarbeit die AfD in einen konservativen und einen rechtsextremen Flügel spalten können – und sich das Problem damit erledigt. Falls die SPD Albigs Sandkastenspielen folgt, wäre das Gegenteil der Fall: die Spaltung der SPD, deren linksliberaler Flügel die Flucht ergreifen würde.

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Stefan Reinecke
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Stefan Reinecke arbeitet im Parlamentsbüro der taz mit den Schwerpunkten SPD und Linkspartei.
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135 Kommentare

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  • „Albig ist nicht der Erste, der der SPD rät, sich die dänischen Sozialdemokraten zum Vorbild zu nehmen und auf Migrationsskepsis zu setzen. Ob das der Königsweg ist, darf man bezweifeln.“

    Ob das der Königs Weg ist, weiß ich auch nicht. Ich bezweifle allerdings, dass die meisten SPD Wähler, die aktuelle Migrationspolitik ihrer Partei gut finden. Eine Abkehr davon würde ihr vermutlich mehr Wähler bringen. Es gibt Gründe, warum die Wähler von der SPD weg gewandert sind.

    • @Strolch:

      Was ist denn die aktuelle Migrationspolitik der SPD?

    • @Strolch:

      "Ich bezweifle allerdings, dass die meisten SPD Wähler, die aktuelle Migrationspolitik ihrer Partei gut finden. Eine Abkehr davon würde ihr vermutlich mehr Wähler bringen."



      Eine Abkehr von diesem Dauer-AfD-Thema, bei dem man nur verlieren kann, hin zu den wirklich drängenden Problemen wie Wohnungsmangel, Altersarmut und dergleichen würde vermutlich noch mehr Wähler bringen. Jedenfalls, wenn man hierfür Lösungen und nicht nur Sprüche anzubieten hat.

      • @Encantado:

        Allein die Lösung dieser viel brennenderen Probleme würde einmal mehr auf sich warten lassen. Denn das sind dicke Bretter, und die Urne wartet nicht gern.

        Es ist ja auch nicht so, als stünde das Alles erst seit gestern auf dem Tableau. Nur sind halt die Lösungen, die der SPD und ein paar anderen Parteien dafür vorschweben, nicht hinreichend goutiert, geschweige denn als DIE Lösung der Probleme anerkannt, die eine restriktivere Einwanderungspolitik zur Makulatur machen würden.

        Frei nach dem großen Sportphilosophen Lukas von Bergheim (genannt "Poldi"): "So ist Demokratie - manchmal regiert die Mehrheit...". Im Moment ist SPD in der blöden Situation, genau das verhindern zu müssen, um ihre eigene Politik machen zu können.

  • Albig ist ein Politrentner, jetzt har er aber eines bewiesen: Selbst ohne Mandat, ohne Macht, ohne (echten) Einfluss kann er seiner Partei schaden und das nicht zu knapp.



    Die AfD ist eine Anti-Arbeitnehmerpartei. Diese Partei ist nicht nur gegen Migranten und woke Linke, die Partei bietet dem Kapital und der herrschenden Klasse ein Ausbeutungsparadies an.



    Das beruht aber auf illegalen und inakzeptablen Ideen von der Menschheit.



    Dass ausgerechnet die SPD sich mit der Normalität dieser extremen 'Ideen' aussöhnen kann, ist gelinde gesagt absurder Scheiß. Die SPD würde sich direkt selbst verleumnden.



    Und mit Thilo Sarrazin und seiner NPD-artigen Lesefibel 'Deutschland schafft sich ab', hatte sie dieses Erlebnis schon. Sarrazin hat der SPD immens geschadet und Alltagsrassismus erzeugt.



    Dass nun ein Politik-Rentner wieder eine Rechtsauslage bringt, ist schon extrem merkwürdig. AfD-Wähler müssen das als Bestätigung dieser Ideen (Nationalismus, Völkischer Rassismus, Neoliberalismus) auffassen.



    Natürlich ist diese Aussage von der Meinungsfreiheit gedeckt, aber die SPD sollte den Albig mal auf einen Kaffee einladen und durch die Mangel ziehen.

  • Die unkontrollierte Migration seit 2015 hat Deutschland in Teilen massiv geschadet, und ordentlich Wohlstand gekostet. Das wichtige Wort hier ist allerdings unkontrolliert. Wir brauchen MEHR kontrollierte Migration und schnelle Rückführung von denen, die der Gesellschaft schaden und gerichtlich festgestellt kein Recht auf Asyl haben. Die meisten Menschen wollen nur eine besser eingestellte Migrationspolitik, keine Nazikacke. Und da kann die SPD einhaken.

    • @Sybille Bergi:

      Das liegt in der Natur von Grundrechten, dass der Staat ihre Wahrnehmung nicht kontrollieren kann.

    • @Sybille Bergi:

      ""Bauchgefühle sind grottenschlechte Berater ""



      =



      Fluchtmigration verursacht zunächst hohe Staatsausgaben für Unterbringung, Verwaltung und Integration.



      Die anfänglichen Kosten für den Steuerzahler sind unbestritten. Studien, wie die der Stiftung Marktwirtschaft, beziffern die fiskalischen Belastungen durch Asylmigration auf Milliardenbeträge.



      =



      Ein wesentlicher Faktor für die langfristige Wohlstandsentwicklung ist die Erwerbsbeteiligung. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren vorangeschritten. Mittlerweile sind schätzungsweise etwa 64% der Geflüchteten aus dem Jahr 2015 erwerbstätig.



      =



      Demgegenüber steht der Fachkräftemangel. Ökonomen betonen, dass Zuwanderung den demografischen Wandel abfedern und somit langfristig zur Sicherung des Wohlstands beiträgt wenn die Integration gelingt und die Menschen in den Arbeitsmarkt einmünden.Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet detaillierte Daten und Analysen zu den fluchtbezogenen Staatsausgaben.



      =



      Die Beschäftigungsquote bei geflüchteten Männern liegt bei 76 % und ist damit sogar leicht höher als im Durchschnitt der männlichen Gesamtbevölkerung. Rund drei Viertel dieser Beschäftigten arbeiten in Vollzeit.

    • @Sybille Bergi:

      Die Migration seit 2015 hat Deutschland viele sehr produktive Arbeitskräfte gebracht, die wir sonst gar nicht bekommen hätten. Und diese Menschen konnten in Syrien nicht mehr leben, in der Türkei haben sie keine Chancen erhalten.



      Und wir haben bereits eine sehr kontrollierte Migration, fragen sie mal bei Krankenhäusern, Hotels, Schlachthöfen, Logistikstandorten an, wer da arbeitet. Es gibt Führungskräfte, die die Hälfte des Jahres im Ausland Arbeitskräfte anwerben - vollkommen legal. Und ein Glück, dass die das tun, dass die Möglichkeiten dafür vorhanden sind. Und unkontrolliert ist vielleicht ein wenig neben den Tatsachen: Es war Helmut Kohl von der CDU, der keine Grenzen mehr haben wollte, der die europäische Integration haben wollte, davon profitieren eben auch Migranten, die von Malaga schnell bis Hamburg oder Aarhus kommen, weil die Europäer das so haben wollen. Es sind nicht die Migranten, die die Grenzen abgeschafft haben.

      • @Andreas_2020:

        Die Gegenargumente arbeiten fast alle mit demselben Kurzschluss: Wer negative Folgen unkontrollierter Migration anspricht, behauptet angeblich, Migration insgesamt sei schlecht oder für sämtliche gesellschaftlichen Probleme verantwortlich. Genau das hat @Sybille Bergi aber gar nicht geschrieben.

        Natürlich hätte Deutschland auch ohne 2015 Probleme bei Wohnraum, Infrastruktur oder Demografie. Daraus folgt aber nicht, dass zusätzliche ungesteuerte Zuwanderung diese Engpässe nicht weiter verschärfen kann. Mehr Nachfrage erhöht Druck, wenn Kapazitäten nicht schnell genug wachsen.

        Ebenso können beide Aussagen gleichzeitig stimmen: Deutschland braucht qualifizierte Arbeitsmigration und Teile der Migration seit 2015 haben wirtschaftlich funktioniert. Trotzdem bleibt die Integrationsbilanz gerade bei Fluchtmigration gemischt. Erwerbsquoten allein lösen das Problem nicht, wenn viele Beschäftigungen im Niedriglohnbereich stattfinden und kommunale Folgekosten hoch bleiben.

        Genau diese Ambivalenz wurde jahrelang moralisch überdeckt. Dadurch wurde aus einem pragmatischen Politikfeld ein kultureller Glaubenskrieg. Das ist doch unnötig.

        • @Luisa mit a:

          "Wer negative Folgen unkontrollierter Migration anspricht, behauptet angeblich, Migration insgesamt sei schlecht oder für sämtliche gesellschaftlichen Probleme verantwortlich."

          Eine Vernebelungstaktik die zum Erfolg der AFD beigetragen hat wie keine andere.

    • @Sybille Bergi:

      Was für ein Unsinn! Meinen Sie wirklich, ohne die Migration seit 2015 gäbe es mehr Wohnungen und Kitaplätze, wäre die Rente sicherer, würde das Gesundheitssystem 1a funktionieren, die Reallöhne wären gestiegen und die über allem dräuende Klimakrise fände auch nicht statt?

      • @Klabauta:

        Das hat niemand behauptet.

      • @Klabauta:

        nein, aber deutlich weniger Menschen, die sich um diese bewerben.

  • Wie soll das denn praktisch aussehen? Wenn die AfD, wie in Sachsen-Anhalt geplant, alle Migrationskinder in Sonderschulen stecken will und deshalb fast alle mobilen ausländischen Eltern, wie Logistiker, Fahrer, Sanitäter, Pfleger, Putzkräfte, Gastronomen, Ärzte, Künstler das Bundesland verlassen, will ihnen dann die SPD auf Pressekonferenzen hinterherlaufen, das wäre alles doch nicht so böse gemeint, es stehe halt leider nur so im Koalitionsvertrag? Die spinnen doch.

    • @hedele:

      Die AfD wird Sachsen-Anhalt restlos ruinieren, es wird da niemand mehr hinziehen, niemand mehr wohnen, es wird schwer sein, die Lehrer zu finden, die eine Schules des Alltagsrassismus überhaupt umsetzen wollen. Noch habe ich einen gewissen Optimismus, dass die Bevölkerung dort versteht, dass sie sich selbst erhängen, wenn sie die AfD wählen.

    • @hedele:

      ""Verwirrung im Höchstem Stadium? ""



      =



      Die agd stellt nicht nur politische Positionen infrage, sondern die zentralen Werte, auf denen unsere Gesellschaft nach 1945 aufgebaut wurde: die Würde des Menschen, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Freiheit der Meinung, die Offenheit gegenüber Vielfalt und die europäische Integration. Diese Werte sind die Essenz der Erfolgsgeschichte unseres Landes – und sie sind nicht selbstverständlich.



      =



      Demokratie braucht Menschen, die sie verteidigen und reformieren - zu dieser Gruppe gehören die Sozialdemokraten - die haben bereits einmal Rechtsradikalismus, Rassismus und Faschismus erlitten und haben danach die Bundesrepublik politisch aufgebaut.

  • Wie viele weitere Wahlerfolge bis man merkt dass die Brandmauer der AFD nicht schadet?

    • @Todesfister:

      Diese SPD schafft sich ab und dies mit nahezu allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichen!

      Mann rennt von Wahlschlappe zu Wahlschlappe. Entfernt sich immer weiter von der Mitte und den Wählern.



      Wenn die Wähler von der SPD nach Rechts zur AFD hin wandern, dann sollte man sich vielleicht wieder mehr zur Mitte orientieren.

      Anders gesagt: „wenn einem immer mehr Geisterfahrer entgegen kommen, sollte man sich vielleicht einmal über seine eigene Fahrtrichtung Gedanken machen.“

      Oder mit erhobenen Haupt in Begleitung der Realitätsverweigerung untergehen

      • @Sole Mio:

        Und um noch eins draufzusetzen spricht die Co-Vorsitzende und Arbeitsministerin von "einheitsgrau oder gar einheitsbraun". Mir ist völlig schleierhaft, wie man auf die Idee kommt, Ausführungen dieser Art könnten auch nur ansatzweise eine gute Idee sein.

        • @Katharina Reichenhall:

          Oje 🫤



          Hab ich nicht mitbekommen.



          Wundert mich jedoch überhaupt nicht.

  • Albig-Stuss vom Feinsten. Wir wissen m. E. sehr genau, dass es nicht um Migration geht, sondern um Wetteifern (mit den dümmsten Untertanenvorstellungen). Dazu braucht es klare Aussagen und klare Taten, die sich gegen die Themen der Konservativen richtet.

  • Die ganze Entscheidungsgewichtigkeit ist doch völlig unausgeglichen und undemokratisch ausjustiert, wenn 1 % der Reichen Einfluss auf die politischen Entscheidungen der Regierenden nehmen, oder sogar direkte Vorgaben durch ihre explizite Sach - Experise, die den Politikern oftmals fehlen, machen und 99 % der Bevölkerung kann wählen was sie will, und es findet keine, oder nur ganz minimale Berücksichtigung statt.

  • Die hysterischen Reaktionen der SPD zeigen vor allem eines: Todesängste. Zurecht, wenn man die Entwicklung der Wahlergebnisse und -Umfragen in die Zukunft projeziert.

    • @mumba:

      Also als Todesangst würde ich das nun wirklich nicht wahrnehmen. Ja, die SPD sackt ab, seit 2003 gehen die Wahlergebnis eigentlich nur nach unten. Aber eine Welt ohne SPD bedeutet, eine Welt die rechts-konservativ-neoliberal sein wird. Die LInken und die Grünen werden die SPD nicht ersetzen oder das links-demokratische Spektrum auf 50 Prozent kriegen. Insofern brauche ich / brauchen wir immer noch die SPD, so wenig attraktiv wie diese Partei auch sein mag. Es wäre schon gut, wenn die bessere Ideen und vor allem besseres Personal entwickeln würden. Notwendig ist die SPD aber eben doch

      • @Andreas_2020:

        Meine Rede. Allerdings fürchte ich, dass die Zeit ist für die SPD wirklich abgelaufen ist. Das hat m.E. nichts mit dem Personal zu tun, das nicht schlechter und nicht besser als bei den anderen Parteien ist.



        Programmatik? Hm, da scheiden sich hier im Forum ja die Geister. Die einen sehen in einer DänemarkIsierung‘ den Heilsweg für die SPD, andere meinen, sie solle sich inhaltlich der Linkspartei annähern. Dabei ist es schon ein Anzeichen von Schwäche, wenn der starke Mann oder die starke Frau außerhalb der eigenen Reihen gesucht werden, ob in Spanien (Sánchez) oder in Dänemark.



        Die warnenden Stimmen, dass es mit der SPD abwärts gehen könnte, sind im Grunde doch schon seit über 40 Jahren (Dahrendorf 1982). Die Kernthese lautet, mit dem Verschwinden des Proletariats bzw. der weitgehenden Verwirklichung eines sozialdemokratisch geprägten Wohlfahrtsstaates habe sich auch die SPD selbst überflüssig gemacht.

    • @mumba:

      "Die hysterischen Reaktionen der SPD zeigen vor allem eines: Todesängste."



      Jeder Demokrat sollte bei einem Erstarken der rechten Kräfte bis hin zur stärksten Partei Ängste entwickeln. Völlig unhysterisch.

    • @mumba:

      Und trotzdem fehlt es an Einsicht

  • Die hysterischen Reaktionen der SPD zeigt vor allem eines: Todesängste. Zurecht, wenn man die Entwicklung der Wahlergebnisse und - Umfragen in die Zukunft projeziert.

    • @mumba:

      Wenn man die Ergebnisse schon 2009 "in die Zukunft projeziert [sic]" hätte, wäre die SPD heute bei sagenhaften -21,8%.

  • "Eine Seifenblase ist auch die Idee, dass die Mitteparteien mit einer punktuellen Zusammenarbeit die AfD in einen konservativen und einen rechtsextremen Flügel spalten können"



    Das hätte vielleicht funktioniert, wenn man von Anfang an die AfD politisch eingebunden hätte, dann wäre das vielleicht möglich gewesen und wir hätten eine SPD und AfD von der Ausrichtung her wie in Dänemark.



    Die deutschen Parteien gingen aber bekanntlich den Weg der Brandmauer, was eine Einbahnstrasse ist.



    Von dieser Ächtung gibt es keinen Weg zurück und so sind nun verdammt dazu, dass Ruder irgendwie wieder rumzureißen.



    Leider fehlt es ALLEN demokratischen Parteien gerade an einer Galionsfigur, einem Weltpolitiker von Format wie Schmidt, Kohl oder Merkel, ja sogar Schröder - unabhängig von deren politischer Ausrichtung waren das einfach Leuchttürme.



    Der Mangel an Kompetenz und die anhaltende Dauer dieses Mangels ist das größte Pfund der AfD.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Die AfD aktiviert das Herz der Menschen, die suchen nicht den Verstand, deren Ideen sind alle emotional, man will die guten Deutschen von den bösen Ausländern, die faulen Arbeitslosen von der guten Bevölkerung trennen, einbürgern tut man niemanden, wer weiss was und wer da kommt. Es ist für demokratische Parteien schwer, gegen so viel Wut und Verheißung stringend vorzugehen. Eigentlich ist es auch nicht erlaubt, politische Inhalte in Hass, Verheissung und Sehnsucht zu verpacken. Aber bisher läuft ja das Verbot nicht, solange wird die AfD eben ihre rechtsextremen Ideen als Gefühl verkaufen. Mit 'Kompeten' alleine kriegt man die AfD nicht klein - Leider.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ihre Glaskugel hätte ich auch gern. Letztlich ist es eher müßig darüber zu spekulieren ob eine Einbindung der seinerzeit noch eher marginalen Lucke-AfD, die ja aber auch schon für radikal anti-europäische Positionen stand, die mit jenen der demokratischen Mitte auch damals schon reichlich unvereinbar waren, zu irgendeiner Einhegung hätte führen können.



      Was man aber sicher sagen kann, ist, dass die immer krassere Radikalisierung der AfD vor Allem Resultat innerparteilicher Dynamiken war und ist. Man muss endlich mal damit aufhören die Schuld daran, dass die Rechten immer radikaler werden und immer mehr Zuspruch erhalten je radikaler sie werden den Demokraten anzulasten, und damit dann eben auch jene die diese Wahl tatsächlich konkret treffen aus der Verantwortung zu entlassen und als Opfer äußerer Umstände zu entschuldigen. Niemand ist durch schlechtes scharz-rotes Regierungshandwerk oder sonst irgendwas gezwungen rechtsextrem zu werden und zu wählen und wer es dennoch tut trägt auch die Verantwortung dafür.

      • @Ingo Bernable:

        Ich halte es für analytisch zu bequem, die Dynamik allein als „Radikalisierung von innen“ zu beschreiben. Natürlich trägt die AfD Verantwortung für ihre eigene ideologische Entwicklung. Aber politische Systeme produzieren Resonanzräume nicht unabhängig von sich selbst.

        Gerade kommunikativ wiederholen die Parteien der Mitte seit Jahren Muster, die schon in den USA gegenüber Trump sichtbar scheiterten: moralische Abgrenzung ersetzt Problembearbeitung, Wähler werden pädagogisiert statt repräsentiert, Kritik wird psychologisiert statt politisch beantwortet. Der frustrierte Bürger erscheint dann nicht als rational reagierender Akteur mit Interessen, sondern als „Abgehängter“, „Verführter“ oder latent autoritär Disponierter. Genau diese narrative Rahmung erzeugt Reaktanz.

        Hinzu kommt ein massives Agenda-Setting-Problem. Themen wie Migration, Wohnraum, Infrastruktur, Energiepreise oder Sicherheitsgefühl wurden oft entweder technokratisch verwaltet oder moralisch übercodiert. Wer Kontrollverlust benannte, galt schnell als verdächtig. Dadurch entstand bei vielen weniger der Eindruck politischer Führung als kommunikativ organisierter Wirklichkeitsvermeidung.

        • @Luisa mit a:

          Das Problem, was Sie schildern, ist nicht nur das, sondern es geht um einen illegalen emotionalen Politikstil. Wenn Parteien jetzt alle Prozesse nach dem Strafgesetzbuch in den Mittelpunkt stellen würden, dann würde es nur noch um innere Sicherheit gehen, wenn man jetzt jeden Prozess um Pfusch am Bau, dubiose Genehmigungen emotional auffüllen würde, wäre das Ergebnis das Gleiche. Auch die Migration ist eigentlich als Thema für die allgm. Bevölkerung nicht wirklich geeignet. Wenn ein homosexueller aus Sierra Leone hier einen Asylantrag stellt und denn begründet und unterfüttert, wird dieser Menschen rechten und rechtsextremen hier immer noch als unerwünschter Ausländer erscheinen.



          Weil die eben gar nicht mehr rechtsstaatlich sein wollen. Das ist deren Kick: Einfach über die rechtliche Ordnung und die entsprechenden Gebote gehen.



          Wenn eine ausländische Familie eine Leistung der Jugendhilfe erhält, sind das genetisch minderwertige Leute, kriegt eine deutsche Familie so eine Hilfe, ist es gute Jugend- und Sozialpolitik.



          Mit solchen Ideen kann es rational nie wirklich gut gehen, weil die mit illegalen Ideen hantieren und spielen. Langfristig kann nur ein Verbot den Spuk beenden.

      • @Ingo Bernable:

        Da bin ich nicht bei Ihnen.



        Die Demokraten tragen sicher keine Schuld an der fortwährenden Radikalisierung der AfD - die kommt von innen heraus.



        Die überblähte Bürokratie, die mittlerweile beinahe Unfähigkeit Reformen zu verabschieden und fortwährend handwerklich katastrophal schlechte Gesetze - vom Scheuer'schen Mautdesaster über Jahrzehnte verfehlte Migrations- und Integrationspolitik bis hin zu Katharina Reiche im hier und jetzt, all das verantworten sehr wohl alle demokratischen Parteien die daran mitgewirkt haben.



        Den Karren vor die Wand gefahren haben schon bzw leider Union, SPD, FDP und Grüne - das waren und sind die Regierenden.



        Die AfD ist die hämische Abrissbirne, nicht aber der Architekt der Misere.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Die agd fordert die Auflösung der Bundesagentur für Arbeit, tritt für die Abschaffung des aktuellen Rundfunkbeitrags ein. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll in seinem Umfang drastisch reduziert und auf wenige Bereiche beschränkt werden, Austritt aus der EU was zur Folge hat, das Millionen Ihre Jobs verlieren und die jetzigen sozialen Kürzungen ein laues Lüftchen sind gegen das was folgt. In Sachsen Anhalt wird die agd das gesamte Gesundheitssystem gegen die Wand fahren ... und .. und ..und .................



      =



      Warum sollten Parteien so bekloppt sein mit der Alternative gegen Deutschland auch noch zu koalieren? Es reicht doch wenn die Wähler nach der Machtergreifung ihre soziale Sicherheit und Jobs verlieren ..............................................

      • @zartbitter:

        Definitiv. Mit der heutigen AfD würde jegliche Koalition im Desaster enden.

  • Das sehe ich ziemlich genauso:



    Sowohl für die SPD als auch für die Union würde eine echte Zusammenarbeit mit der AfD zu einer existenzbedrohenden Krise führen.



    Es gibt eine lange Liste von Dingen, die leicht zu beginnen und schwer zu beenden sind, auch wenn das Ende überfällig ist:



    Das Rauchen, Kriege, Jongliertricks, Lockdowns, Liebesaffären, Triller, schlechte Erzählungen - und eben auch die sogenannte "Brandmauer".

    • @Frauke Z:

      An welche der Programmpunkte der AfD könnte denn die SPD irgendwie andocken, ohne sich in krassen Widerspruch zu ihrem eigenen Programm zu setzten? Abschaffung der Krankenversicherung für ALG II-Bezieher, Entzug der Staatsbürgerschaft, Entzug fast aller legalen Aufenthaltstitel, Sonderschulen für Migrationskinder, 25%-Kopfsteuer, aberwitzige Aufblähung der gesetzlichen Rentenversicherung mit dem Ziel ihrer Zerstörung, Abschaffung des Arbeitszeitgesetzes, Eingrenzung der Gewerkschaften, Abschaffung der Arbeitsagentur, des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der parteiunabhängigen Kulturförderung? Wo sehen Sie die Gemeinsamkeiten, die offen auszuleben eine Brandmauer gerade verhindert?

    • @Frauke Z:

      Respekt für diese überaus einfallsreiche Liste! Bei aller Ernsthaftigkeit angesichts des Themas habe ich innerlich vergnügt gekichert. Vielen Dank, so soll es sein!

  • Der Mann hat sich Gedanken gemacht, und natürlich wird jetzt auf ihn eingeschlagen. Die AfD kann aber ganz beruhigt sein. Die maßgeblichen Politiker der sogenannten demokratischen Parteien werden sich keine Gedanken machen und weiterhin stur an der Brandmauer festhalten, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Diese "Politik" ist ja auch so erfolgreich, leider aber nur für die AfD.

    • @Hans Hermann Kindervater:

      Also "freie Bahn für Zusammenarbeit mit AFD"?

      Ich weiß ja, es muss alles erst noch schlechter werden, bevor es besser wird, aber wer befreit uns dann dieses Mal von den Schlächtern, die uns einige dauermeckernde Kälber auf den Hals gewählt haben? Die USA scheiden dieses Mal aus, dort haben es die Wähler gerade selber kapital verbockt, und es ist nicht sicher, dass sich die dort angerichteten Schäden noch einmal wieder reparieren lassen.

  • Die SPD bekennt sich als GESAMTPARTEI ausdrücklich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik. Als eine der tragenden Säulen des parlamentarischen Systems ist das erklärte Ziel der Partei die Verteidigung der Demokratie, des Grundgesetzes und des Rechtsstaates gegen extremistische Bestrebungen



    =



    Auf Bundesparteitagen hat sich die Parteispitze dafür positioniert, die Demokratie offensiv zu verteidigen.



    =



    Rechtsextremismus ist die größte Gefahr -- vergiftet unser Zusammenleben und richtet seinen rassistischen Hass gegen Minderheiten.



    =



    Die agd macht daraus gezielt Politik.



    Mit ihren rechtsextremen Positionen, Angriffen auf das Grundgesetz und der Verachtung für demokratische Institutionen stellt sie die offene Gesellschaft und das demokratische System infrage.



    =



    Diejenigen die die Brandmauer ablehnen sprechen sich für eine Rückkehr zum Faschismus & nNationalsozialismus aus - und der schräge Vogel Albig, der seine SPD Mitgliedschaft geistig & moralisch bereits seit langem abgegeben hat treibt momentan als Cheflobbyist für den Tabakkonzern Philip Morris in Deitschland sein Unwesen.



    =



    Seit wann bestimmt ein vereinsamter Cheflobyist die Politik der SPD?

  • Die Seeheimer-Kreis-Politik schadet der SPD. Je schneller sie das erkennt, desto besser für sie. Jede andere Strategie, insbesondere grundlos mehr gesellschaftliche Ressentiments gegen Migranten zu schüren, hilft den Blaunen.



    Das lernt die Union unter Linnemann, Spahn und Konsorten jetzt hart, nicht dass es diese Betonköpfe wirklich beeindruckt.



    Ein Blick in die Geschichtsbücher würde helfen.

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      Der Zuwachs der AFD rührt nicht daher, dass in Deutschland plötzlich rechte Ansichten vom Himmel fallen, sondern sind ein Resultat aus der Frustration von immer mehr Wählerinnen und Wählern, die auf der Politik der letzten 10-15 Jahre beruht!

      Das will man nicht einsehen, denn was nicht sein darf, soll nicht sein!

      Man flüchtet sich ohne Einsicht in Floskeln wie jene, das man gute Politik macht, dies die Wähler aber nicht sehen, diese nicht gut verkauft wurde, usw. usw. Holt sich von Wahl zu Wahl die nächste Watschn ab und so geht es dahin!

      Dann versucht man es nach außen hin mit Einsicht, „wir haben verstanden“, „nun müssen wir liefern“….. und rennt wieder gegen eine Wand, weil den Worten keine Taten folgen!

      Und wenn man zu oft gegen eine Wand läuft hat man irgendwann einen Dachschaden…soweit, so befürchte ich, sind wir mittlerweile gekommen!

  • Die Brandmauer ist ein undemokratisches Konstrukt. Die Mehr Zeit der Wähler möchte eine sagen wir es mal so "konservativere" Politik. Deshalb gaben Sie Ihre Stimmen der CDU/CSU und leider auch der AFD. Was passiert durch die Brandmauer? Sie bekommen eine noch linkere Regierung als vorher mit der Ampel. Die SPD kurz vor der Bedeutunglosigkeit versucht immer mehr von Ihrem liken Gedankengut durchzusetzen, den einzigen Satz den ein Spd der kennen müssen : "Umverteilung und Fachkräftemangel" ... was wird die Folge sein, die Mehrheit der Bevölkerung bekommt nicht Ihre gewünschte konservative Politik sondern eine von der SPD diktierte Umververteilung. Was wird die Folge sein, viele sagen sich zukünftig eine Stimme für die CDU ist eine Verschwendung! und werden die AFD wählen und die absolute Mehrheit zu erreichen. Somit stützt die Brandmauer ganz sicher die AFD. Klar sehen das die SPD,Linken oder die Grünen nicht so, sie haben ja die Brandmauer erfunden, denn ohne Brandmauer gäbe es für diese Parteien mehrere Legislaturperioden keine Möglichkeiten mehr mitzuregieren. Die Brandmauer stärkt aber nur die AFD!

    • @Thomas Zwarkat:

      LOL, die UfD hat mit konservativer Politik etwa so viel zu tun, wie Fische mit Fahrradfahren. Untergang für Deutschland will aus NATO, EU und Euro raus und näher an Russlands irrsinnige Diktatur. Politische Inkompetenz auf einem bisher völlig unbekannten Level.

    • @Thomas Zwarkat:

      "Die Brandmauer ist ein undemokratisches Konstrukt."



      Passt zum beabsichtigten Zweck. Schließlich soll sie eine antidemokratische Regierung verhindern.

    • @Thomas Zwarkat:

      @Thomas Zwarkat



      Sie vermuten konservative Wähler, also Wähler, die Werte bewahren wollen, wählen die Unionsparteien oder die AfD ? Allesamt Parteien, eingeschlossen der unsäglichen FDP, die gerade mit Volldampf unseren Staat zerlegen & den Rest von unserem Land vor die Wand fahren wollen ?



      Hat also wirklich absolut NIX mit konservativen Werten zu tun.

    • @Thomas Zwarkat:

      Wo wird in Deutschland durch SPD umverteilt? Die große Umverteilung läuft über Dividenden, und steuerfreie Erschaften etc? Die AfD ist auch nicht im traditionellen Sinne irgendwie konservativ. Es handelt sich um eine politische Kraft, die mit dem politischen Entwicklungen seit der Wende komplett brechen will. Die ÖDP können wir konservativ nennen, die CSU auch. Aber nicht die AfD! Und die Leute wählen sie auch nicht nur aus konservativen Impulsen, sondern sehr oft aus einer extremen Ablehnung des Status-quo.

    • @Thomas Zwarkat:

      "...und werden die AFD wählen und die absolute Mehrheit zu erreichen."



      Wer AfD wählt, hat keine 'konservativen Wertvorstellungen', es sei denn Sie rechnen vordemokratische Grundhaltungen dazu.

    • @Thomas Zwarkat:

      > Die Mehr Zeit der Wähler möchte eine sagen wir es mal so "konservativere" Politik.

      Wenn ich konstatiere, dass mit Ihrem Terminus 'Mehr Zeit' eigentlich 'Mehrheit' gemeint ist stellt sich mir die Frage, seit wann 30 oder auch 40% eine Mehrheit ist...🤔

      • @Grenzgänger:

        Wie hatten auch über fast 20 Jahre ehr stabile linke Mehrheiten, die nie politisch relevant wurden, weil die SPD sich über all die Jahre nicht von der Linken tolerieren lassen wollte. Nach Ihrer Theorie müsste das Deutschland massiv geschadet haben.

      • @Grenzgänger:

        Momentan 28% AFD, 22% CDU plus 3-4% FDP. Sollte ne Mehrheit sein, oder? Grüne, Linke und SPD dagegen zusammen nur 37%.

        • @AmArschderHeide:

          Wenn auch etwas verspätet (ich lese manche Kommentare nicht immer zeitnah), möchte ich Ihnen mitteilen, dass Ihre Rechnung nicht ganz aufgeht:



          1. gehe ich davon aus, dass ein Großteil dieser 28% AfD-Wähler schlicht rechtsextremistische, sprich verfassungsfeindliche, antidemokratische Positionen vertritt. Aber keine konservativen Werte. Sonst würden sich diese Wähler ja nicht von der AfD angesprochen fühlen.



          2. gehe ich zugunsten der 22% CDU-Wähler davon aus, dass sie sehr gut wissen, warum sie NICHT AfD wählen. Konservativ ist also nicht gleich rechtsextremistisch, eigentlich eine Binse.



          Insofern ist es nicht korrekt, dass Sie diese beiden unterschiedlichen Wählerspektren einfach unter konservativ’ subsumieren. (Nebenbei: ich denke, dass die inhaltlichen Schnittstellen zwischen AfD und FDP immer noch größer sind als die zwischen AfD und Union. Insofern passt auch ein Kubicki gut ins Bild.)



          Vielleicht haben Sie aber einfach nur Schwierigkeiten damit, dass 28% der Wähler tatsächlich massive Probleme mit unserem demokratischen, d.h. pluralistischen Staat haben und sich stattdessen eine ethnonationalistische Gesellschaft wünschen. Und die kann man durchaus auch Nazis nennen.

    • @Thomas Zwarkat:

      Einspruch. Die Brandmauer ist als solche richtig, niemand bei Verstand arbeitet mit der AfD zusammen, es handelt sich nicht um eine "sagen wir mal konservative" Partei, sondern um eine RECHTSEXTREME.



      Mit Extremisten gibt es am Ende keine Kompromisse, oder will man etwa eine ein bißchen menschenfeindliche Politik? Darüber hinaus ist es für jede Partei auf Dauer suizidal, mit Rechtsextremen oder -populisten zusammenzuarbeiten, die Beispiele in Europa sind mannigfaltig.



      Aber: natürlich wird die Brandmauerpolitik einerseits konterkariert dadurch, dass man von Unionsseite (vor allem in der Migrationspolitik) nahezu 1:1 auf AfD-Politik einschwenkt und in manchen Äußerungen von den Nazis kaum zu unterscheiden ist. Darunter leidet natürlich die eigene Glaubwürdigkeit massiv. Warum Brandmauer, wenn man ja scheinbar das Gleiche will?



      Andererseits zahlt derzeit jeder Frust, den die Regierungskoalition ja leider durch eigene Unfähigkeit produziert aufs Konto der Blau-Braunen ein. Es geht nicht um "normale" Unzufriedenheit mit einer Regierung, sondern es hat sich ein höchst destruktiver Spaltpilz eingeschlichen, der das jetzige System insgesamt in Frage stellt.

    • @Thomas Zwarkat:

      Was ist jetzt an Umverteilung schlecht? Diejenigen, die am lautesten nach der AgD schreien, würden unfreiwillig am meisten davon profitieren. Die "stille" Mehrheit hat längst verstanden, dass es mit dem neoliberalen Theater von Steuersenkungen für Reiche nicht funktioniert und der gesellschaftliche Zusammenhalt auf dem Spiel steht, wenn gerade mal 10% der Gesellschaft mehr als 50% des Vermögens besitzen.



      Zudem halte ich die Behauptung, dass eine Mehrheit eine "konservative" Politik will, für ein Springer-Märchen.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Die Umfragen sind doch eindeutig. Ca 54% für AFD, CDU und FDP. Nur ca. 37% für Grüne Linke und SPD.

        • @AmArschderHeide:

          Es wird nicht wahrer wenn man es wiederholt...



          AfterDay ist nicht konservativ... Sondern zerstörerisch. Und Lindner war auch schon nicht besser...

        • @AmArschderHeide:

          Und was nochmal haben CDU und FDP mit dem Untergang für Deutschland zu tun? Genau. Gar nichts. Die ersten beiden Parteien sind Demokraten. letztere Rechtsextremisten und Faschisten.

    • @Thomas Zwarkat:

      Sie sagen, dass die aktuelle Bundesregierungen eine noch linkere Regierung wäre als die Ampel. Wer genau soll sie ernst nehmen?

  • "Falls die SPD Albigs Sandkastenspielen folgt, wäre das Gegenteil der Fall: die Spaltung der SPD, deren linksliberaler Flügel die Flucht ergreifen würde."

    Das wäre doch gut so für die SPD.



    Denn die linksliberalen bis linksradikalen Wähler, die dieser Flügel gerne repräsentieren würde, sind doch schon längst bei Grünen und Linken.

    • @Don Geraldo:

      Is scho richtig, wenn die CxU sich vom Christentum distanciert kann sich die SPD auch von der Sozialdemokratie verabschieden.

  • SPD schleift die Brandmauer, würde mich nicht wundern. Machtgeil bleibt machtgeil ! Nach der Wende hatten sowohl die SPD wie die Union einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die SED Nachfolgerpartei(en), die Union hält sich bis heute daran, die SPD hat es für Regierungsposten relativ schnell geopfert. So könnte es jetzt wieder laufen.

    • @Günter Witte:

      Die "Unvereinbaren" von der CDU haben im Gegenteil nix Eiligeres zu tun gehabt als die Rucksack-Genossen von der Ost-CDU mit weit offenen Armen zu empfangen...



      Obacht: Das waren tatsächlich keine Widerstandskämpfer, die Mauerschützen entwaffnet haben!!! Sondern oft genug welche, die abgenickt haben, was in Berlin von der SED beschlossen wurde.

    • @Günter Witte:

      "Nach der Wende hatten sowohl die SPD wie die Union einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die SED Nachfolgerpartei(en), die Union hält sich bis heute daran..."



      Ja, so hat jede Partei ihre offenen Flanken. Die eine links, die andere rechts.



      Kleine semantische Anmerkung: wenn die WASG eine SED-Nachfolgepartei ist/war, dann ist die AfD eine Nachfolgepartei der NSDAP.

      • @Encantado:

        Sie verwechseln die WASG mit der PDS.

        • @Andreas J:

          "Sie verwechseln die WASG mit der PDS."



          Nein. Beide sind letztendlich in der Linken aufgegangen. Und um die geht es ja schließlich.

    • @Günter Witte:

      Was genau sind denn die heutigen SED-Positionen der SED-Nachfolgepartei die einen solchen Unvereinbarkeitsbeschluss notwendig macht? Wollen die immer noch zurück zu StaSi und Todesstreifen?

  • In "Männer die die Welt verbrennen" von Christian Stöcker (sehr lesenswert) wird beschrieben dass es die gleichen Agenturen sind welche seit Jahrzehnten für die Tabak-Industrie und für die Fossil-Energie-Industrie gearbeitet haben.

    Mich wundert es daher gar nicht, dass ein Tabak-Lobbyist mit einer Partei zusammenarbeiten möchte die Windkraftwerke abreißen will.

  • Die Parteien sollten sich schon sehr genau überlegen mit wem sie zusammenarbeiten, die AfD ist sicher nicht dabei.



    Nur wenn es halt um die eigenen Interessen geht wird das schwierig, auch bei den Grünen, die auch schon mit der AfD abgestimmt haben, da war nix mit Brandmauer

    • @Filou:

      Das Parteiensystem ist in die Hose gegangen. Andere Systeme wären wohl auch nur noch durch das Ego für den Augenblick gesteuert. Ich befürchte, es ist mittlerweile egal, auf welche Weise man möglichst schnell alles von unten nach oben schaufelt.

  • Wohl im Auftrag von Karin Prien [ CDU ], Bildungsministerin für Familie, Kinder, Jugendliche und Senioren, unterwegs - oder was geht da ab ❓️Frau Prien möchte ja wohl auch mit ihrerem Engagement, bezüglich der konsequenten Streichung der Fördergelder, die wichtig für unseren Erhalt & der Förderung unserer Demokratie erforderlich sind, der AfD in die Hände spielen.



    Aber nicht mit mit uns humanistischen Demokraten - ihr Parlamentarier ❗️

  • Wie wärs mit nem kleinen Parteiausschlussverfahren. Nur Mut, SPD!

    Albig kann dann ja die Wertsozen gründen als kleine Splitterpartei ganz für sich alleine. Dann kann er ein Koalition mit Lucke anstreben :-P

  • Alte Erkenntnis- anne Küste:



    Jau. Wen Gott will strafen - den schickt er nach



    Heiligenhafen!“ un hei dor born.



    de.wikipedia.org/wiki/Torsten_Albig



    Was eine Achterbahn 🎢 - MP & im Abgang -



    Lobbyist für Schmöckzeugs - das paßt schonn.



    Und ein Bärendienst für die SPD - paßt - Oh je •

  • Die SPD hat bei der letzten Bundestagswahl 800.000 Wähler an die Afd verlohren, ist doch klar das man die zurückholen will.

    • @Bernd Simon:

      Da kann man einfach abwarten, bis die Neubraunen im Osten regieren.

      • @Kaboom:

        Ob das klappt? Bis zu ihrer Abwahl kann AgD aber viel Schaden anrichten, den muss dann auch wieder jemand unpopulär aufarbeiten.

        • @aujau:

          Die Affinität für Braune breitet sich im Osten immer weiter aus. Ob man das mag oder nicht. Und ich sags mal so: Das verhält sich genau so, wie in den USA. Wenn eine Mehrheit der Bürger in diesem oder jenem Bundesland im Osten von Faschisten regiert werden will, dann haben sie es absolut verdient, zu bekommen, was sie wollen.



          Keiner dieser Leute kann jedenfalls ein 2. Mal sagen, dass sie von nichts gewusst hätten.

          • @Kaboom:

            Ich schreib's ungern: Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass auf manchen grafischen Darstellungen der Prozentzahlen der Westen deutlich schneller aufschließt als der Weiteranstieg im Osten wächst? Vielleicht ist wenigstens hier eine Sättigungsgrenze nahe. Dass die im Westen Deutschlands bereits erreicht ist, sehe ich indes nicht.



            Ich glaube auch nicht an Ihre "Affinität für Braune". Für mich ist das eher ein erschreckender Mangel an Verstand. Vielleicht, weil ich näher dran bin an der Misere und daher die Zusammenhänge besser erkennen kann. - Was es im Ergebnis freilich nicht besser macht...

            • @Der olle Onn:

              Ich schreib's ungern: Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass auf manchen grafischen Darstellungen der Prozentzahlen der Westen deutlich schneller aufschließt als der Weiteranstieg im Osten wächst?

              Ehm ... im Osten reden wir über Werte von 40 % bis zur absoluten Mehrheit und darüber hinaus. Solche Werte existieren nicht im Westen.

              Ich glaube auch nicht an Ihre "Affinität für Braune". Für mich ist das eher ein erschreckender Mangel an Verstand.

              Wo ist der Unterschied?

              • @Kaboom:

                Nun: Ich nehme an, dass echte "Affinität für Braune" einen Glauben an eine "braune" Sache benötigen würde, der somit in diesem Falle einen höchst extremistischen Hintergrund hätte. Dem ist aber nicht so. Ich lebe mitten unter "solchen Leuten", denen es tatsächlich wichtiger ist "denen da oben" zu zeigen, was sie von ihnen halten. Offenbar inzwischen koste es was es wolle. Und jegliche Warnung wird ignoriert. Jemand nannte es letztens an anderer Stelle Wagenburgmentalität. Was den Sachverhalt sehr gut beschrieb. - Nein, das ist nicht vernünftig. Und eine solche Haltung macht einen Höcke erst möglich. Mein Argument seit Jahren.



                Was nun die 40% betrifft, die es im Westen nicht hat: Warten Sie es ab - die gab es vor zwei, drei Jahren hier auch noch nicht. Genauso wenig wie es damals die Zahlen aus Ba-Wü gab...

          • @Kaboom:

            Wohl wahr. Allerdings gibt das Hoffnungszeichen, dass AgD in einigen Kommunalwahlen verloren hat.

    • @Bernd Simon:

      Das Konzept AfD-Wähler mit AfD-Light-Programmatik zurückzuholen funktioniert ja bei der Union auch schon ganz hervorragend. Soweit man hört wurde die AfD damit unlängst halbiert. Höchste Zeit also für die SPD dieses höchst erfolgreiche Konzept zu kopieren.

      Aber ernsthaft, selbst wenn das irgendeine Aussicht auf Erfolg hätte, würde sich immer noch die Frage stellen ob man damitnicht mehr Wähler zur Abwanderung nach links bewegen würde als man von rechts zurückholen könnte.

      • @Ingo Bernable:

        Die andere und sehr notwendige Frage ist doch, was wäre mit der CDU passiert wenn sie NIICHT die "AfD-light Programmatik" wie Sie das nennen übernommen hätte. Hätte die CDU dann Wähler gewonnen oder etwa noch mehr Wähler verloren? Ich schätze eher das Letztere.

        • @Gerald Müller:

          "... CDU passiert wenn sie NIICHT die "AfD-light Programmatik" wie Sie das nennen übernommen hätte... Hätte die CDU dann Wähler gewonnen oder etwa noch mehr Wähler verloren?"



          Da die Frage eher lautet, ob die AfD mehr oder weniger Wähler hat, ist das sogar relativ irrelevant. Denn genau das ist das Problem: wer immer nur auf die eigenen Pfründe und Stimmanteile schielt, verliert die Gesamtauseinandersetzung.

        • @Gerald Müller:

          Mit Schätzungen und Bauchgefühl lässt sich natürlich vieles argumentieren. Der Blick in andere europäische Länder mit starken Rechts-Radikalen zeigt aber recht klar, dass diese Versuche der Annäherung durch moderat Konservative für diese selten gut ausgeht. Sarkozys UMP (heute LR) etwa ist mittlerweile pulverisiert, während Magyar in Ungarn mit konservativer Agenada und klarer Abgrenzung die Wahl gegen Orban gewinnen konnte.

        • @Gerald Müller:

          "was wäre mit der CDU passiert wenn sie NIICHT die "AfD-light Programmatik" wie Sie das nennen übernommen hätte"

          Man kann das sehr schön an den Werten der AfD sehen, bevor Merz Vorsitzender der CDU wurde. Man kann das des Weiteren sehr schön an den Umfrageergebnissen von Wüst in NRW und Günther in SH sehen.



          Oder anders gesagt: Die nackten Zahlen belegen, dass der Kurs von Merz, Spahn und Linnemann direkt verantwortlich ist für die ständig sinkenden Umfrageergebnisse der CDU.

        • @Gerald Müller:

          @Gerald Müller



          Es ist doch seit langem offensichtlich, die Parlamentarier spielen hier, parteiübergreifend mit ums Bevölkerung / Wähler taktisch " good guy - bad gay " .. Lassen Sie sich nur nicht täuschen ! Wählen Sie immer die Partei der Sie am nächsten stehen - nur auf keinen Fall die AfD oder die Unionsparteien. Bei der SPD momentan auf deren Entwicklung achten....

          • @Alex_der_Wunderer:

            "good guy - bad gay" -- sehr schön! Danke für den herrlichen "Typpfehler". Ob Jens Spahn sich darin wiederfindet?

            • @Selbstauslöser:

              Selbstauslöser ergänz hier mal



              Zylinder.🎩



              &



              illustration



              Ehre dem Fotografen

              Denn er kann nichts dafür!



              projekt-gutenberg....re-dem-fotografen/



              Er arrangiert die Neuverlobten, und wohlgelungen wäre die Gruppe, hätte nicht das männliche Objekt der Kunst die rechte untere Extremität eigenmächtig nach vorne geschoben.



              (ok ok Selbstauslöser wenig später 🤣 egal;))

    • @Bernd Simon:

      "Die SPD hat bei der letzten Bundestagswahl 800.000 Wähler an die Afd verlohren, ist doch klar das man die zurückholen will."



      Ob ein Aufgehen mit und/oder in der AfD dabei hilfreich sein könnte, ist allerdings fraglich. Warum sollten AfD-Wähler (zurück) zur SPD wechseln, wenn die eh nur AfD-Politik macht?

      • @Encantado:

        Weil die SPD - anders als die AfD - keine neoliberale Wirtschaftspolitik vertritt.

        Irgendetwas muss die SPD ja ändern.

        Von " Aufgehen" hat Albig dabei nicht gesprochen.

        Linke Wirtschaftspolitik mit restriktiver Migrationspolitik ist nur halt ein Konzept, mit dem das BSW gerade gescheitert ist.

        • @rero:

          "Weil die SPD - anders als die AfD - keine neoliberale Wirtschaftspolitik vertritt."



          Die Wirtschaftspolitik der AfD ist m. E. nicht deren Hauptproblem...



          "Von " Aufgehen" hat Albig dabei nicht gesprochen."



          Nee. Aber das wird die Konsequenz sein, je mehr man sich nach rechts ankuschelt.

        • @rero:

          Linke Wirtschaftspolitik mit restriktiver Migrationspolitik funktionierte für die Sozialdemokraten in Dänemark aber ziemlich gut. Ich meine das nicht wertend und mir ist bewusst, dass Mette Frederiksen ihr Regierungsmandat nach den gescheiterten Verhandlungen abgegeben hat, trotzdem bleibt ein nicht zu leugnender politischer Erfolg der letzten Jahre mit diesem Kurs. Das manche SPD´ler in Deutschland dem nachfolgen wollen, bevor sie vollends in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, kann ich nachvollziehen (ich muss den Bumms zum Glück nicht beschließen). Und das BSW ist nun wirklich nicht an der Kombination Migration/Wirtschaftspolitik gescheitert, sondern zuallererst und vor allem an sich selbst.

          • @MarsiFuckinMoto:

            "Linke Wirtschaftspolitik mit restriktiver Migrationspolitik funktionierte für die Sozialdemokraten in Dänemark aber ziemlich gut. "

            In der realen Welt fahren die Rechtspopulisten in DK, die sich putzigerweise Sozialdemokraten nennen, die schlechtesten Wahlergebnisse seit Jahrzehnten ein.

            • @Kaboom:

              Mit 21,8 % stärkste Partei bei der Wahl 2026 geworden. Von solchen Ergebnissen können deutsche Sozialdemokraten nur noch träumen.

              • @Zippism:

                Bevor die Rechtspopulisten die Sozialdemokraten in Dänemark übernahmen, waren Wahlergebnisse über 25 % Standard für die ehemaligen Sozialdemokraten. Die Ergebnisse 2026 sind das schlechteste Abschneiden seit über 50 Jahren. DAS ist die reale "Erfolgsgeschichte" der rechtspopulistischen Ausrichtung dort.

                • @Kaboom:

                  Zwei Punkte werden hier vermischt.



                  Erstens: „schlechtestes Ergebnis seit 50 Jahren“ ist historisch korrekt, sagt aber nichts darüber aus, ob die Strategie aktuell funktioniert. Fakt ist: Socialdemokratiet wurde stärkste Kraft und stellt die Regierung – genau daran wird politische Strategie gemessen.

                  Zweitens: Der Vergleich mit früheren 25-plus-Ergebnissen ignoriert komplett den strukturellen Wandel der Parteiensysteme. In fragmentierten Mehrparteiensystemen sind solche Ergebnisse heute die Ausnahme. Unter diesen Bedingungen stärkste Partei zu bleiben, ist kein Scheitern, sondern ein Erfolg.

                  Wer das als „Niedergang“ verkauft, muss erklären, warum Parteien wie die SPD mit deutlich niedrigeren Ergebnissen weder stärkste Kraft noch regierungsprägend sind.

            • @Kaboom:

              Um mal kurz bei den Fakten zu bleiben: Das stärkste Ergebnis der dänischen Sozialdemokraten lag 2022 bei 27,5%, ansonsten bewegte man sich stets zwischen 26,3% und nun aktuell 22,0% (aktuelle Wahl). Die SPD hingegen lag im gleichen Zeitraum noch bei 34,2% (2005) und hat bei der letzten BTW 16,4% erreicht, bei der letzten Sonntagsumfrage erreichen die Genossen noch 12-13% (je nach Umfrageinstitut). Sie haben zwar recht mit den „schlechtesten Wahlergebnissen“, allerdings handelt es sich um einen Abstieg von maximal 5 auf nun aktuell 22 Prozent, davon träumt die SPD gerade...

              • @MarsiFuckinMoto:

                LOL, Unsinn. Die besten Ergebnisse waren 1977 (unter Jörgenssen) und 1971 (unter Kraag) mit jeweils über 37 %.



                Und der Abstieg seit Übernahme durch die Rechtspopulisten von 27 % auf 21 % sind Verluste zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Wähler der Partei. DAS ist das direkte Ergebnis der Arbeit der Rechtspopulisten.

      • @Encantado:

        Eine Frage ist „warum sind die 800.000 den krassen Schritt nach ganz rechts gegangen und dabei noch die politisch näher an ihnen stehende CDU „übersprungen“?

        So ein Verhalten hat einen Grund, doch den will die SPD nicht sehen. Im Gegenteil geht diese eher einen weiteren Schritt nach links und wird wieder mehr Anhänger verlieren.

        • @Sole Mio:

          "Frage ist „warum sind die 800.000 den krassen Schritt nach ganz rechts gegangen und dabei noch die politisch näher an ihnen stehende CDU „übersprungen“?"



          Ich fürchte, das ist nicht mehr rationale Politikwahl, sondern Ausdruck kompletter Enttäuschung über die Politik der Vergangenheit. Es besteht keine Hoffnung mehr, dass die Demokratie als solche es richten könnte. Zumindest im Osten scheint diese Einstellung stark verbreitet zu sein.



          Und dann wählt man keine Demokraten mehr, selbst wenn sie rechter stehen als die ursprüngliche 'Heimatpartei'.

          • @Encantado:

            Und es ist entsetzlich dass das komplett ignoriert wird!



            Komplette Verantwortungslosigkeit

        • @Sole Mio:

          Rechts der Mitte wird es gerade ziemlich eng, weil alle meinen, das wäre die Rettung. Gesellt sich da auch noch die SPD hinzu, wird sie die erste sein, die über die Klinge springt, und das mit Recht. Wozu braucht es eine rechte SPD?

          • @Klabauta:

            So wie sie jetzt ist, braucht sie keiner mehr.



            Das würde sicherlich auch Helmut Schmidt bejahen

        • @Sole Mio:

          "Im Gegenteil geht diese eher einen weiteren Schritt nach links und wird wieder mehr Anhänger verlieren."



          Das ist - leider - kein SPD-Patent. Die CDU geht denselben Weg.

          • @Encantado:

            Leider! Im Parkur in dem sie über die Stöckchen der SPD springt.

          • @Encantado:

            Wie bitte? Die CDSU geht gerade nach links? Habe ich da was nicht mitgekriegt?

            • @Klabauta:

              Sorry, falsch gelesen. Ich hatte gehofft, dass es niemand merkt ;-)



              Beide gehen aus Furcht vor den Rechten weiter nach rechts, schon eine ganze Weile. Eigentlich ziemlich dämlich, wenn man's bedenkt.

        • @Sole Mio:

          "Im Gegenteil geht diese eher einen weiteren Schritt nach links und wird wieder mehr Anhänger verlieren."

          Welcher "weitere" Schritt? Die SPD ist in den letzten 30 Jahren massiv nach RECHTS gerückt.

          • @Kaboom:

            Das Gegenteil ist der Fall. Noch unter Schröder und erst recht unter Schmidt war die SPD linkskonservativ (und die Union rechtskonservativ).

            Sie trat ein für soziale Gerechtigkeit, betriebliche Mitbestimmung und Gleichberechtigung, aber auch für autogerechte Städte und restriktive Einwanderungspolitik ein.

            Irgendwann wollte sie "moderner" werden, stieß die konservativen Elemente ab und wandte sich mehr grünen Themen zu: Klimaschutz, Diversität, Gendern, offene Grenzen. Die mittlerweile erstarkten Grünen hatten inzwischen erreicht, daß diese Themen Teil des linken Wertekanons waren. Die SPD hatte ihr linkskonservatives Alleinstellungsmerkmal also aufgegeben zugunsten eines geschärften linken Kurses - dabei aber außer Acht gelassen, daß Wähler (genau wie auf der rechten Seite) lieber das Original wählen: Die Klima- und Genderbewegten die Grünen, diejenigen, denen soziale Sicherheit wichtig ist, die Linkspartei.

            • @Debaser:

              In wechem Sinn ist die autogerechte Stadt konservativ?

            • @Debaser:

              Definiere: konservativ.

              Wenn konservativ bedeutet zu hoffen, dass alles so bleibt wie es ist, beziehungsweise war ("autogerechte Städte"), führt es in eine Sackgasse, deren Ende zu sehen zu Viele sich leider weigern.



              Für die SPD und auch die restlichen bürgerlichen Parteien sollte es darum gehen, eine positive Zukunftsvision zu entwickeln, anstatt sich an den Untergangsszenarien und dem rückwärtsgerichteten Kulturpessimismus der AfD zu orientieren.

            • @Debaser:

              Um es noch deutlicher zu illustrieren:

              Hier wird oft die Unterscheidung "links/rechts" mit derjenigen "konservativ/progressiv" verwechselt bzw. gleichgesetzt: Viele Kommentatoren halten "konservativ" und "rechts" für Synonyme.

              Es sind aber zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe, so wie Kaugummikauen und das Lösen von Mathematikaufgaben.

              Man kann problemlos links und konservativ sein - so wie die SPD bis in die 80er, bzw. frühen 90er (oder das BSW, das das Vakuum nach der Häutung der SPD erkannt hat, aber an sich selbst und der heutigen Zeit gescheitert ist - oft wird es als rechts bezeichnet, es ist aber ganz und gar nicht rechts, sondern konservativ).

              • @Debaser:

                Und ist eine restriktive Migrationspolitik nun rechts oder konservativ?

          • @Kaboom:

            @Kaboom



            Die demokratischen, humanistischen - noch selbstständig denkenden Wähler - gehen den einzigen, noch richtigen und wichtigen Schritt in die richtige Richtung - noch weiter links, zur noch wählbaren Partei " Die Linke " , um dieses Land nicht vollständig , von Egomanen der Unionsparteien, gegen die Wand, fahren zu lassen ❗️

            • @Alex_der_Wunderer:

              Ich hab das - aus gefühlter Notwehr - auch schon getan, aber offen gesagt werde ich das - Stand heute - sicher nicht nochmal tun. Die Spinnereien sowohl der Antideutschen mit ihrer geradezu sektenhaften Affinität für Israel, als auch die Spinnereien der "propalästinensischen" Aktivisten mit ihrer Solidarität mit den Hamas-Terroristen schließen das für mich jedenfalls aktuell absolut aus. Ich finde es schlicht lächerlich, sich in diesem Konflikt auf eine der Seiten zu stellen.

              • @Kaboom:

                Vielleicht sollte man als Wähler die Prioritäten besagter Parteien, Israel und Palästina betreffend, denn doch einmal zurückstellen, wenn es nahe liegt im eigenen Lande etwas zu bewegen. Eigentlich schon: Etwas bewegen zu müssen. Schließlich sind zumindest die Linken ja nicht sämtlich Leute mit Sprengstoffgürteln...

                • @Der olle Onn:

                  Das ist definitiv ein ziemlich gutes Argument. Im Moment allerdings macht mir das o.g. schlicht zu viel Hals. Mein Notausgang ist in solchen Fällen die PARTEI. Und außerdem ist das sowieso die einzige ernstzunehmende und seriöse Partei, die zur Wahl steht.

            • @Alex_der_Wunderer:

              Klar: Alle klugen, humanistischen und selbstständig denkenden Menschen wählen natürlich exakt dieselbe Partei. Wer das nicht tut, ist wahlweise Egomane oder demokratisch fehlprogrammiert. Praktisch – so spart man sich Argumente, Debatten und den lästigen Pluralismus.



              Ironisch nur, dass genau diese Haltung das ist, was Demokratie tatsächlich gegen die Wand fährt.

          • @Kaboom:

            Wirtschaftspolitisch vielleicht, gesellschaftspolitisch sicher nicht.

            • @Suchender:

              Die SPD stand immer in der 1. Reihe, wenn es darum ging, die Gesellschaft weiterzuentwickeln. Vor Willy Brandt konnte z. B. eine Frau in diesem Land ohne Zustimmung ihres Ehemannes weder arbeiten gehen noch ein Konto eröffnen.



              Das mag man in gewissen Kreisen bis heute bedauern, gehört aber seit dem Eintreten für das Wahlrecht von Frauen zum Kern der SPD. Was in gewissen Kreisen vermutlich ebenfalls bis heute bedauert wird.

              • @Kaboom:

                Würde die SPD heute die Politik von Brandt und auch Schmidt vereinigen, wäre sie nicht existenziell bedroht, sondern weit vorne mit dabei und würde nicht die AFD mit Wählerschaft versorgen!

                Wenn es so weitergeht passt die SPD bald in einen Karton von DPD!

              • @Kaboom:

                Richtig und diese Veränderungen wurden immer von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen das gilt für die heutigen gesellschaftpolitischen Entscheidungen sicher nicht und sind ein Grund für den man muß fast schon sagen Niedergang der SPD.



                Die gewissen Kreise von denen Sie reden halte ich eher für blasse Kringel. Daß die Zurücknahme dieser Errungenschaften bei der AfD oder ihren Wählern und Wählerinnen irgendeiner Rolle spielt halte ich für reines Wunschdenken des politischen Gegners.

                • @Suchender:

                  "diese Veränderungen wurden immer von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen"

                  Das ist leider schlicht falsch. Konservative und Kirche waren gegen das Frauenwahlrecht, bei den Änderungen des Familienrechts unter Brandt stimmte die Union geschlossen dagegen. Die Schwatten waren nämlich noch nie zukunftsfähig.



                  Und was nun die Rechte von LGBTQI+ angeht: Die AfD ist SELBSTVERSTÄNDLICH gegen viele Dinge in diesem Kontext, die gleiche Rechte für diese Community gewähren Das kann jeder in ein paar Sekunden ergoogeln. Und was nun deren Wähler angeht, reicht es, sich ein paar Interviews anzusehen, um den Hass dieser .... Leute ... zu bemerken. Oder auch die berüchtigten geleakten Chats zu lesen.

  • Mit einigem "guten Willen" könnte man den Albig-Beitrag auch als Gegenposition im Sinne des sogenannten diskursrelevanten "Advocatus Diaboli" einordnen, aber eigentlich ist er wieder eine günstige Steilvorlage für die AfD, im Sinne von "Öl ins Feuer gießen", so meine Meinung.



    Appeasement ist keine gute Idee, zumindest nicht bei dieser Gemengelage.



    Historische Belege dafür liegen auch vor.



    Unsicherheit im Umgang mit Radikalen erhöht deren Agilität und verstärkt die eigene Fragilität.

    • @Martin Rees:

      》Unsicherheit im Umgang mit Radikalen erhöht deren Agilität und verstärkt die eigene Fragilität《



      .



      Der Umgang muss aber immer noch rechtsstaatlich und darf nicht selbst die Demokratie beschädigen: unverzeihlich, dass bisher kein Verbotsantrag in Karlsruhe gestellt worden ist.



      .



      Als Provisorium akzeptabel, wird nun die Brandmauer als Dauerlösung eine effektive Wahlhilfe für die AfD.



      .



      Frauke Brosius-Gersdorf hat im Interview mit Lanz die verfassungsrechtliche Fragwürdigkeit dieses Umgangs mit der AfD herausgearbeitet taz.de/AfD-gewinnt...bb_message_5176917 (link und Transcript der Passage)



      .



      Hinzu kommt, dass die demokratischen Parteien der Versuchung erliegen, mit Hinweis auf die Brandmauer legitime, wichtige politische Diskussionen zu ersticken



      .



      Wenn etwa die Grünen ihr früheres - grundsätzliches - "keine Waffen in Kriegsgebiete" von Beginn an nicht auf die Ukraine angewendet sehen wollen oder die Linke "palästinasolidarisch" auf Israel bezogenen Antisemitismus in Kauf nimmt, wird "antifaschistische" Kritik an der AfD für z.T. früher eigene Positionen unglaubwürdig.



      .



      Erst recht, wenn in der Flüchtlingspolitik schon längst die AfD die Agenda besti

  • Ein verzweifelter SPD-Mann . Wir suchen noch immer nach dem Heide-Mörder. Ja, Albig hat einen netten Job gefunden, dafür rackert sich die SPD-Garde ja auch für einen lohnenswerten 'Anschluß' ab. Mal sehen, wo Klingbeil landet, allerdings viel mehr als ein Ministergehalt wird er wohl nicht erreichen, der Marktwert der SPD-Garden ist inzwischen ziemlich gesunken (aber auch schon seit Gazprom-Gerd). Das gilt für Spahn, Söder und Frei ebenso, Amthor hatte es ja schon früher auf einem direkteren Weg probiert.... Alles wirklich verdienstvolle -vorwiegend- MÄNNER ! Ausnahme, aber unglaubwürdig: MRS. Reiche....

  • Was wären denn nach Albigs Vorstellung konkrete politische Vorhaben die die SPD gemeinsam mit der AfD umsetzen könnte für die sich innerhalb des demokratischen Spektrums keine Mehrheit organisieren lässt? Auch jenseits von der Migrationspolitik sind die Positionen der AfD irgendwo zwischen Neoliberalismus auf Steroiden und Sozialdarwinismus doch so ziemlich das komplette Gegenteil sozial-demokratischer Wohlfahrtsstaatlichkeit.

  • Albig sollte sich ein Beispiel an seinem Nachfolger nehmen. Daniel Günther hat klar erkannt, was passieren wird, wenn eine demokratische Partei mit den Faschisten zusammenarbeiten würde und tritt stattdessen für ein AfD-Verbot ein.



    Bei der SPD in der gegenwärtigen Verfassung spielt es aber sowieso keine Rolle, ob sie verdientermaßen geeint oder getrennt an der Fünfprozenthürde scheitert, ist doch völlig egal.

    • @Flix:

      Anschließe mich.



      Man legt doch auch in seiner eigenen Wohnung kein Feuer, um zu testen, ob der Rauchmelder funtioniert.

      • @Klaus Waldhans:

        Naja - wenn die Wohnung so richtig runtergewirtschaftet ist, hofft man vielleicht noch auf eine Rettung durch eine Versicherung, obwohl ich die in der derzeitigen Situation auch nicht sehe.

      • @Klaus Waldhans:

        Das stimmt. Abig testet doch ob überhaupt ein Rauchmelder vorhanden ist. Hab ich etwas gehört? Oder war da nix?