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Erneuerbare-Energien-Gesetz Dunkle Zeiten für den Solarausbau

Hannes Koch

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Hannes Koch

Am Mittwoch will das Kabinett die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschließen. Das könnte den Ausbau der Sonnenenergie weiter verlangsamen.

D ie Energiepolitik der schwarz-roten Koalition ist wie eine Leiter, der einige Sprossen fehlen. Trotzdem komme man nach oben, behauptet die Regierung. Das könnte sich als Trugschluss erweisen.

An diesem Mittwoch werden mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und dem Netzanschlusspaket, die im Bundeskabinett beschlossen werden sollen, wieder zwei Sprossen angesägt. Die Gesetze, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verantwortet, verschlechtern die Bedingungen für private Hausbesitzer:innen, die Solaranlagen installieren wollen.

So soll für kleine Dachkraftwerke die feste Vergütung abgeschafft werden, die Investitionen bisher attraktiv machte. Vermutlich verlangsamt das den Ausbau der Sonnenenergie. Dass große Ökokraftwerke künftig weniger Entschädigung erhalten, wenn sie ihren Strom nicht verkaufen können, könnte einen ähnlichen Effekt haben.

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Auch das neue Heizungsgesetz von Anfang Juli wirkt in diese Richtung. Neue fossile Öl- und Gasheizungen werden wieder erlaubt, die Zuschüsse für klimaneutrale Alternativen dagegen verringert. Und zusätzliche Gaskraftwerke sollen für Versorgungssicherheit beim Strom sorgen, wobei keine Rede mehr davon ist, wenigstens einige von ihnen zügig auf grünen Wasserstoff umzustellen.

Zu verantworten haben das vor allem CDU und CSU. Für den Staat, die Bür­ge­r:in­nen und Unternehmen sollen dadurch die Kosten sinken, die der beschlossene Abschied von der fossilen und der Umstieg auf klimaneutrale Energie verursacht. Diese Absicht ist zwar grundsätzlich nicht falsch, aber es gäbe bessere Mittel, etwa die Senkung der Stromsteuer auch für Privathaushalte – was SPD-Finanzminister Lars Klingbeil jedoch zu teuer ist.

Jede einzelne Verschlechterung mag für sich genommen nicht gefährlich erscheinen. In der Kombination tragen sie aber dazu bei, dass weiterhin zu große Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids ausgestoßen werden. Kommt man auf einer solchen Leiter nach oben – in die Etage der Klimaneutralität, die 2045 erreicht sein soll? Das wird zunehmend fraglich, auch wenn die Koalition das Ziel offiziell aufrechterhält.

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Hannes Koch

Hannes Koch Freier Autor

Geboren 1961, ist selbstständiger Wirtschaftskorrespondent in Berlin. Er schreibt über nationale und internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik. 2020 veröffentlichte er zusammen mit KollegInnen das illustrierte Lexikon „101 x Wirtschaft. Alles was wichtig ist“. 2007 erschien sein Buch „Soziale Kapitalisten“, das sich mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschäftigt. Bis 2007 arbeitete Hannes Koch unter anderem als Parlamentskorrespondent bei der taz.
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5 Kommentare

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  • Die feste Vergütung war vor 20 Jahren richtig, heute führt sie dazu dass der Solarstrom unabhängig vom Bedarf ins Netz verkauft wird. Das wurde im letzen Jahr auch noch durch die taz kritisiert als es darin gibt, dass Kleinhäusler morgens ihre Batteriespeicher vollladen und spätestens ab Mittags den Strom ins Netz schieben, wo er nicht gebraucht wird. Jetzt könnte man natürlich schreiben: ja, hier setzt die EEG Reform an, denn damit wird nur noch benötigter Strom entsprechend der Marktpreise vergütet. Aber nein, es kommt von Reiche, da muss man grundsätzlich und undifferenziert dagegen sein. Die neue Vergütung fördert Anlagen in Ost-West-Ausrichtung, die zu teuren Randzeiten Strom liefert und sie fördert es, den Batteriespeicher zu befüllen, wenn Strom im Überfluss da ist. Durch die zusätzliche Vergütung über Marktpreis, kamen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf sinnvolle Änderungen dazu.

  • Es gabe noch nie in der Bundesrepublik eine Regierung, die so krass von der Lobby einzelner Wirtschaftsteile gesteuert war. In autoritären Regimen mag das nicht weiter verwundern, doch bei uns?? Diese Politik erhält dem gesamten Volk die Abhängigkeit von anderen Staaten, es erhöht die greifbare Gefahr eines Preisanstiegs für Energie, dem weder die Industrie noch die privaten Haushalte ausweichen können. Andere Länder arbeiten mit aller Kraft darauf hin, sich unabhängig zu machen und -ja- auch den dringenst notwendigen Massnahmen zur Klimarettung zu entsprechen. Die werden uns dadurch sehr schnell sehr wesentlich weit voraus sein - zum Schaden unserer Bürger*innen und - der Wirtschaft. Eine tolle Regierung haben wir da ...

  • „Dunkle Zeiten“? Eher das Ende einer Subventionslogik, die so tat, als seien Netze, Speicher und Systemkosten nebensächlich.

  • Gähn, man muss sich doch nur mal das Agorameter anschauen um zu sehen wo die Probleme mit der Solarenergie liegen



    www.agora-energiew.../29.07.2026/hourly

    Gestern um 12:



    Solar 57.2 MWh/h (73% des Verbrauchs)



    Konventionell 11,6



    Wind 5,9



    Andere Erneuerbare 6,0

    Um 21:00



    Solar 0,04 (0% des Verbrauchs)



    Wind 4,9



    Andere Erneuerbare 6,8



    Konventionell 29,8



    Import 8,2

    Ein weiterer Ausbau der Solarenergie ohne Speicher macht keinen Sinn mehr weil die Versorgungssicherheit gewährleistet werden muss. Und Speicher in den erforderlichen Größen sind schlicht unrealistisch oder genauer unmöglich. Und was passiert wenn die Sonne mal nicht so doll scheint? Dannn müssen Gaskraftwerke ran und importierter Atomstrom. Das alles müsste mal gründlich durchdacht werden, dazu kommen notwendige technische Entwicklungen. Subventioniertes Wunschdenken hilft hier überhaupt nicht weiter.

  • Wenn Solarenergie wirtschaftlich so günstig ist, wie auch hier immer wieder konstatiert wird, dann ist eine staatliche Förderung nicht nur überflüssig, sondern schädlich.