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Elif Eralp Mehr Distanz als Angst geht nicht

Erik Peter

Kommentar von

Erik Peter

Wieder einmal muss die angebliche Nähe der Linkspartei zu Antisemiten und Islamisten als Warnung vor einem Linksbündnis in Berlin herhalten. Warum eigentlich?

D ie Aufregung kennt keine Grenzen. Die Berliner Linken-Fraktionschefin Elif Eralp hat in einer versehentlich an den Spiegel versendeten und von diesem veröffentlichten Notiz ihre „Angst“ vor Leuten wie dem Palästina-Aktivisten Ibrahim Ibrahim offenbart. Also vor Menschen, die, zumindest ideologisch, islamistische und terroristische Strukturen wie die Hamas unterstützen. Na und, möchte man sagen.

Eralps Angst um sich und ihre Familie – und sei es nur vor verbalen Attacken – ist nachvollziehbar: Als Frau mit einer Einwanderungsgeschichte aus einem muslimischen Land, die sich deutlich für das Existenzrecht Israels und gegen Antisemitismus positioniert, ist sie keine Verbündete dieser Strukturen – im Gegenteil. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Eralp keine Nähe zu Terrorunterstützern hat, da ist er. Mehr Distanz als Angst geht nicht.

In der rechten Kampagnenlogik, die eine Regierung unter Führung der Linken verhindern will, spielt das keine Rolle. Da sollte Eralp bislang nicht Regierende Bürgermeisterin werden, weil Ibrahim Ibrahim auf der Wahlparty der Linken Neukölln war.

Nun soll sie es nicht werden, weil sie Angst vor ihm hat. Die Interpretation, dass Eralp als Regierende Bürgermeisterin in ihrem Handeln – und damit dem des Senats – erpressbar wäre durch gewaltaffine Milieus, wie es jetzt behauptet wird, ist durch nichts gedeckt. Auf die Stärkung der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Antisemitismus haben sich Linke, Grüne und SPD in ihren Sondierungen längst geeinigt. Doch den Geg­ne­r:in­nen einer linken Politik ist schon seit dem Wahlabend kein Argument zu plump und jedes Mittel recht.

Keine neue Nachrichtenlage

Eine neue Nachrichtenlage gibt es mit der Spiegel-Geschichte nicht. Es ist lange bekannt, dass Teile der Linken keine Angst vor Ibrahim Ibrahim haben und ihn sogar zu Veranstaltungen einladen, weil sie nicht fähig sind, einen Trennstrich zwischen gebotener Solidarität mit Palästina und der Legitimation von Terror zu ziehen. Für die Linkspartei bleibt das ein Problem, dem sie sich stellen muss, dringender denn je.

In ihrer ersten Reaktion auf die Veröffentlichung hat Eralp angekündigt, sich von niemandem einschüchtern zu lassen. Sie sollte das jetzt auch in der Partei und Fraktion beweisen und sich dafür starkmachen, die Neuköllner Abgeordnete Vanessa Emde aus der Fraktion auszuschließen.

Wer mehr Solidarität mit Ibrahim Ibrahim aufbringen kann als mit Elif Eralp, hat in der Partei und ihrer Fraktion nichts mehr zu suchen.

Erik Peter

Erik Peter Politik | Berlin

Leiter der Berlin-Redaktion und Redakteur für parlamentarische und außerparlamentarische Politik in Berlin, für Krawall und Remmidemmi. Schreibt über soziale Bewegungen, Innenpolitik, Stadtentwicklung und alles, was sonst polarisiert. War zu hören im Podcast "Lokalrunde".
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118 Kommentare

  • Yes

    Praktisch alle Politiker, Diplomaten und anderen exponierten Personen pflegen Ratschläge der Sicherheitsbehörden zu reflektieren und zu befolgen. Sie erhalten konkrete Verhaltensanweisungen für bestimmte gefahrengeneigte Situationen, über die sie aus Sicherheitsgründen vorwiegend nur intern kommunizieren. Diese Kommunikation ist hier versehentlich an den Spiegel gelangt, der sie „für seine Leser“ offenbart und mit sensationellen Schlussfolgerungen versehen („eingeordnet“) hat. Schwammige Begriffe wurden dabei munter vermengt. Aus Eralps ersichtlicher Vorsicht wurde auf Anhieb (verständliche) Furcht, aus dieser ohne weiteres eine diffuse Angst, daraus Verzweiflung und Einschüchterung und schlußendlich etwas zwischen Regierungsunfähigkeit und Clan- oder Terrorherrschaft. Das ist das Geraune und Gesage, das der Spiegel in seiner Gerüchteküche nährt und zugleich den Diskurs verschiebt: Während man andere Lokalpolitiker, die Übergriffe fürchten, noch aufs Bedauernswerteste bemitleidet, ihr persönliches Einzelschicksal bestöhnt und ausführlich illustriert, gar eine Demokratiegefährdung von außen analysiert, glaubt man hier gleich, dass im Innersten bald ein „Clan“ kraft Panik mitregiere.

    • Auweiowei

      @Yes:

      Diese Klarstellung war überfällig. Vielen Dank.

  • Land of plenty

    Ich habe auch Angst vor der Mafia, den Erpressern.



    Die treten in Gruppen auf und ich bin allein, habe keine Zeugen.



    Ja, das muss sich ändern.



    die Sicherheit der armen Leute ist nie ein Thema der reichen Rechten gewesen.

  • Stavros

    Als ich meine Stimmen für Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung in Berlin abgegeben habe, war mir klar, dass es keine Knessetwahl war.

    Da bereits US-Präsidenten sich die Zähne an Bibi Netanjahu, der schlicht tut, was er will, ausgebissen haben, gehe ich davon aus, dass den meisten Berlinerinnen und Berlinern klar war: Meine Stimme wird wenig am Nahostkonflikt ändern.

    Ich wünsche mir eine pragmatische Linke, die das Leben der Menschen in dieser Stadt verbessert.

    Seid doch mal eine Minute weder "Anti-dies" noch "Pro-das", sondern Menschen. Menschen müssen ihre Grenzen kennen.

    Israelis und Palästinenser verbindet zuerst Schmerz, Leid und Trauer: Gebt jüdischen und palästinensischen Berlinern Räume, sich kennenzulernen.

    Sozialistischer Humanismus bedeutet, die Gleichheit aller Menschen anzustreben. Er sucht das Verbindende, nicht das Trennende.

    Vor allem versucht er, dort eine bessere, menschlichere Zukunft zu bauen, wo er kann.

  • vieldenker

    Guter Artikel. Letztlich wird nicht nur die Berliner Linke sich entscheiden müssen, sondern die Gesamtpartei: Extremisten oder ernsthaft Politik gestalten.

  • Abdurchdiemitte

    Ich habe ja heute morgen auch den Standpunkt von Daniel Bax hier zu dieser Affäre gelesen. taz.de/Widerstand-...n-Berlin/!6226260/



    Spontan war ich geneigt, ihm zuzustimmen: lasst es bleiben! Berlin (und die Welt) sind noch nicht reif für eine bessere, gerechtere Politik.Und: wird sie es je sein?



    Manche (auch Linke) bezweifeln ohnehin, dass es diese ‚bessere Welt‘ überhaupt geben kann. Das kann man so sehen, jedoch sollte man dann auch dazu sagen, dass dann keine Zeit bleibt, die notwendigen (von der Wissenschaft den Politikern vorgerechneten) ökologischen Weichenstellungen vorzunehmen. Auch sozialpolitisch beginnt uns jetzt schon der Laden um die Ohren zu fliegen (sichtbar v.a. in Frankreich und Italien).



    Da wäre RGR in Berlin doch eine Möglichkeit, wenigstens im ‚Kleinen‘, wenigstens in einer Stadt - und der Ehrlichkeit wegen: wenigstens um der HOFFNUNG auf politischen Wandel willens - die notwendigen politischen Veränderungen anzustoßen.



    Aber am Ende hat Bax mit seinem Rat doch recht, NUR: in einer dystopischen Welt brauchen wir dann auch nicht über Erpressbarkeit in der Politik, Antisemitismus oder OK reden.

  • tbarn

    Der Behauptung, "sich von niemandem einschüchtern zu lassen", steht doch der (übrigens nicht bestrittene) realweltliche Gegenbeweis entgegen? Wie kann man das so wegdiskutieren können? Selbstzensur bzw. Rücknahme einer relevanten politischen Handlung (Positionierung gegen Terror -> die Passage sollte ganz gestrichen werden). Das wirft ein Licht auf die zukünftige Regierungsführung, eigene Befangenheit und Glaubwürdigkeit in der Selbstdarstellung (wie belastbar ist das Vertrauen, dass die Person aufrichtig kommuniziert und ihre Ankündigungen durchsetzt). "Mehr Distanz als Angst geht nicht"? Es gibt auch das Phänomen der Schockstarre im Angesicht von Gefahr. Es ist im Sinne der Allgemeinheit nicht zu hoffen, dass die Politik, die unter anderem die SIcherheitsbehörden und Polizei organisiert, in eine solche verfällt. Gerade das scheint sich aber gerade anzubahnen, deshalb der Aufschrei auch in liberalen Medien.

  • Sybille Bergi

    Das Problem ist doch nicht, dass Eralp irgendwie im Verdacht steht mit Terroristen zu symphatisieren. Das Problem ist, dass Sie offensichtlich Angst vor Teilen ihrer eigenen Partei und deren Umgang hat. Und wie soll jemand, der nichtmal seine eigene Partei unter Kontrolle hat eine ganze Stadt regieren?



    Die AfD hat genau das gleiche Problem mit dem Höcke-Flügel. Einerseits braucht man Sie, um Extremisten an die Wahlurnen zu holen, andererseits fürchtet man sich vor ihnen.

    • Alex_der_Wunderer

      @Sybille Bergi:

      @ Sybille Berg



      Ihrer Aussage nach, die AfD betreffend, leben ja ne' ganze Menge Terroristen in Sachsen-Anhalt.



      Abgesehen davon, ob Sie damit nun recht haben sollten, verbietet es sich von selbst eine rechtsextremistische unser Grundgesetz nicht achtende AfD, in einem Atemzug mit der humanistischen Linken zu benennen und da auch nur irgendwelche herbeiphantasierten Parallelen ziehen zu wollen, die so nicht existieren.



      Gut, wenn unsere hoffnungsvollen Jugendlichen heute für, unter anderem bessere Bildungschancen auf die Straßen gehen, wenn ich mir ihren Beitrag und ihre Absonderungen so durch den Kopf gehen lasse,



      Da die Parlamentarier ihre Aufgaben nicht angehen und somit ihrenJob, für den sie aber von den Bürgern beauftragt und durch Wahlen legitimiert wurden und bezahlt werden., zwingen sie ja unsere Jugend auf die Straßen, für die Anliegen der Jugend, die Politiker Aufzufordern die desolaten Zustände an den Schulen endlich anzugehen. - Für die Schüler, - für unsere Gesellschaft und für Deutschland

      • Ricky-13

        @Alex_der_Wunderer:

        *... eine rechtsextremistische unser Grundgesetz nicht achtende AfD, in einem Atemzug mit der humanistischen Linken zu benennen und da auch nur irgendwelche herbeiphantasierten Parallelen ziehen zu wollen ...*

        Der Trick wird doch schon seit einiger Zeit im konservativen Lager angewendet. Dieser pauschale Vergleich dient als strategisches Instrument, um linke Politik zu diskreditieren.

  • Pico

    Menschen, die bedroht werden, weil sie öffentlich ihre Meinung sagen, sollen mundtot gemacht werden. Was anderes betreibt der Spiegel hier nicht.

  • Auweiowei

    Lang, lang ist's her, dass ich mal den 'Spiegel' gelesen habe, noch länger ist es her, dass ich mal ein Jahr in Berlin (West) studiert habe, und die Linken zu wählen ist mir eigentlich noch nie in den Sinn gekommen -



    aber dass hier alles versucht wird, eine nicht genehme RGR-Koalition unmöglich zu machen, bevor sie das Licht der Welt erblickt, liegt auf der Hand und ist an den rhetorischen Steigerungsübungen gut ablesbar.



    Meine 'Meinung' dazu: Wollen wir uns wirklich für dumm verkaufen lassen?

  • Insieme

    Danke - wunderbar auf den Punkt gebracht!

  • Thomas Zwarkat

    Also das muss man erst mal verstehen, die angehende Bürgermeisterin der Stadt Berlin, hat Angst vor Clan Kriminalität und antisemitische Tendenzen in Ihrer Partei und in Berlin! Sie kann nichts dazu wem Hamas Vertreter oder Clan Mitglieder bei Ihrer Wahlparty auftauchen! Alles schön und gut , verständlich... Aber warum will dann genau diese Partei in Ihrem Wahlprogramm für das auch Elif Eralp wirbt, den Geheimdienst abschaffen und die Polizei in Berlin deutlich reduzieren. Das kann doch keiner verstehen. Ausser die Clans haben die Linke schon so unterwandert , dass Sie so mehr Freiraum für ihre Clan Geschäfte bekommen.

  • Pia Mansfeld

    Der Kommentar geht am eigentlichen Problem vorbei oder will es schönreden. Die Vermutung, dass ihre Politik von dieser Angst beeinflusst wird ist nicht nur naheliegend, sondern eine logische Schlussfolgerung.

  • Chris McZott

    Die konkrete Gefahr der islamistischen Unterwanderung mag hier vielleicht übertrieben sein.

    Das eigentliche Problem ist ein fundamental weltanschauliches. Die Hamas und ihre Verbündeten sind keine militanten Linken, sondern knallharte Faschisten, die im Denken und Handeln mindestens(!) so weit rechts stehen wie die AfD. Ihre Agenda ist durch und durch völkisch/religiös-nationalistisch.

    Solange (bestimmte) Linke faschistische Ideen garnicht identifizieren können oder gar glauben, dass Faschismus eine Eigenschaft von "Weißen" sei, sind diese keine glaubwürdigen Antifaschisten oder Antirassisten.

  • Perkele

    Dieser gesamte Komplex ist nichts weiter als eine erneute Kampagne gegen die Linke, widerlich obendreiun. Daran beteiligt sich leider auch "Der Spiegel", offensichtlich zur Umsatzsteigerung - ähnlich wie die BILD.



    Eralp ist ehrlich, wenn sie sich zu der berechtigten Angst bekennt. Haben andere Politiker*innen keine Angst vor Anschlägen? Oder verschweigen sie das nur um nicht als "schwach" zu gelten? Was ist das für eine Weltanschauung??

  • Josef 123

    Der SPIEGEL hat sich das Motto "Sagen, was ist" auf die Fahnen geschrieben. Insofern ist die Veröffentlichung folgerichtig.

  • Encantado

    "Wieder einmal muss die angebliche Nähe der Linkspartei zu Antisemiten und Islamisten als Warnung vor einem Linksbündnis in Berlin herhalten. Warum eigentlich?"



    Weil es keine 'angebliche' Nähe ist, sondern in weiten Teilen der Partei 'Die Linke' offenbar ein direkter Schulterschluss. Das ändert sich auch nicht, wenn andere Teile der Partei diesen Schulterschluss nicht teilen.

  • ASD

    Ich wünsche Elif Eralp alles erdenklich Gute, damit sie diese Schmutzkampagne gegen sie und die Vorwürfe gegen sie gut übersteht. Ich freue mich auf eine linke Regierung Koalition, Berlin! Alles andere wäre heuchlerisch.

  • Normalo

    Angst ist leider NICHT gleichbedeutend mit Distanz. Sie kann abhängig und gefügig machen. Da muss man nur z. B. intelligente republikanische Krongressabgeordnete (die es ohne Zweifel gibt) fragen, warum sie ihrem Präsidenten wie die Lemminge in jede noch so hirnrissige Eskapade folgen, zwangsrekrutierte russische Soldaten, warum sie für Putin Ukrainer töten und - noch häufiger - selbst in den Tod gehen, oder Ehefrauen von gewaltbereiten "Ehrenmännern", was sie noch brav und gehorsam an deren Seite hält.

    Angst und Schrecken ("Terror") sind uralte Herrschaftsmittel, und totalitäre selbsternannte "Gotteskrieger" und ihre Anhänger, wie auch Verbrechersyndikate leben diese Form von Herrschaft. Distanz kann man zu diesen Mechanismen nur aufbauen, indem man sich von seiner Angst davor nicht einschränken lässt und genau NICHT tut, was ihre Quelle gerne hätte (z. B. nicht öffentlich erwähnt zu werden). Dass Frau Erap ihre eigenen Worte aus dem Interview streichen ließ und auch den Grund dafür lieber intern gehalten hätte, ist also Alles, aber sicher kein Zeichen von effektiver Distanzierung.

  • Okay

    SPIEGEL-Interview:



    Die Skandalisierung von Elif Eralp hat unter anderem auch damit zu tun, dass sie eine türkische Herkunft hat.



    Derzeit gibt es einige Veranstaltungen zum 65. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei. Im Kern wird dabei meistens gesäuselt – ganz auf der Linie einer „Steinmeier-Gedenkrede“.



    Wenn Kritik geübt wird, dann schön, demütig und vorsichtig, keineswegs laut und deutlich. Dabei werden Menschen seit 65 Jahren zum Teil wie Scheiße behandelt. Es geht nicht nur um eine rechtspopulistische Kultur, sondern auch um etablierte Gesellschaftsschichten und Medien, die zu den demokratischen gezählt werden.



    Mit den Angriffen auf Elif Eralp erleben wir im Prinzip einen Spiegel der Gesellschaft: In der Politik ebenso wie in den Medien. Sie zeigen, wie tief populistisch und reaktionär die Einstellungen gegenüber Deutschen mit Migrationshintergrund reichen. Futter liefert derzeit natürlich mehr als genug der Konflikt im Nahen Osten.

  • Jens Köster

    Es ist bemerkenswert, mit welcher Vehemenz der Autor des Artikels die Augen vor der Realität verschließt.



    Die Linke hat eindeutig ein sehr ähnliches Problem, wie die AFD vor 10 Jahren. Sie hat die superextremen Feinde der Demokratie reingelassen, und jetzt sind sie fest drin. Man hat mit Judenhass Wahlkampf gemacht (Wahlintifada) , denn das hat Stimmen bei den zahlreichen Hamas Fans in Berlin gebracht, und jetzt wird man die Geister nicht mehr los, die man gerufen hat.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich eine solche Kampagne gegen Links mal live erleben werde. Was die sogenannten bürgerlichen und ihre Medien zur Zeit gegen die Linkspartei abziehen, ist unglaublich. Wir reden von einer Partei, die seit Jahren ins System integriert ist und teilweise mitregiert. Sie hat sogar schon einen Ministerpräsidenten gestellt. Und in einem anderen Bundesland laufen die Koalitionsgespräche reibungslos. Das einzige "Verbrechen" von Frau Erlap ist, dass sie ein paar Konzerne gegen satte Entschädigungen enteignen will.

    Nebenher läuft auch noch eine zweite Kampagne. Gegen Proteste von Schülern. Die haben zu friedlichen Protesten für eine Politik, die ihnen eine Zukunft gibt, aufgerufen. Die verantwortlichen Politiker und die bürgerlichen Medien tun aber so, als hätten sie zum bewaffneten Kampf aufgerufen.

  • Klaus Franz

    "Mehr Distanz als Angst geht nicht."

    Das Wort Distanz hat kann man ja auch so ganz im eigentlichen Wortsinn geometrisch auffassen und deshalb ist auch mehr Distanz des Herrn Ibrahim zur Deutschen Politik möglich. Der Erdumfang beträgt gut 40.000 km, also wäre eine Distanz von ungefähr 20.000 km durchaus machbar.



    Frau Eralps Angst ist verständlich - absolut!

  • Jalella

    DIe Linke knickt immer mehr vor der rechten Hetze ein. Menschlich verständlich unter dem Druck. Aber da sie die letzte halbwegs linke Kraft in Deutschland darstellt, ist es existentiell schlimm. Denn wenn die Linke auch in Berlin sich nicht durchsetzen kann gegen den kapitalistischen braunen Schlamm, dann sieht es mehr als schlecht aus für Deutschland.



    Selbst die Situation in der Weimarer Republik war besser. Da gab es die KPD und die SPD, die sich freilich gegenseitig leider bekämpften mit bekanntem Ausgang.



    Die SPD der Weimarer Zeit war weit linker als die Linke heute. Die sPD von heute weniger links als Adenauer nach dem Krieg.



    In was für beschissenen Zeiten leben wir eigentlich?

  • Meister Petz

    Ich glaube nicht, dass irgendjemand Eralp vorwirft, dass sie Angst hat. Mein Kritikpunkt ist der, dass ihre Partei gleichzeitig seit dem Wahlabend die "Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen"-Nummer abgezogen hat. Und weiter abgezogen hätte, wenn man nur in der Lage wäre, ein Outlook ordnungsgemäß zu bedienen.

  • Alex_der_Wunderer

    Elif Eralp hat ein gutes & durchaus für jeden Mitmenschen verständliches Statement abgegeben, da sehe ich viel mehr Mut drinnen - als Angst.



    Die demokratische Linke, so wie wir sie kennen und zu schätzen wissen, lebt von ihrer Lebendigkeit und der offenen, Produktiven Diskussionskultur, gerade dafür steht unsere Linke in Deutschland, darin ist doch auch der explizite, wertige Unterschied zu einigen anderen Parteien zu erkennen.



    Also alles richtig gemacht liebe Elif Eralp.

  • Westlahn

    Die Anwürfe von CDU und SPD gegen Elif Eralp sind unsäglich. Und so offensichtlich widersinnig. Das Verhalten des Spiegel, Eralps Befürchtungen zu veröffentlichen hat mit Journalismus nichts mehr zu tun: es geht dem ehemaligen (!) Nachrichtenmagazin nur noch um klicks.



    Wer, bitte schön, wäre denn besser motiviert, die Einflüsse von gewaltbereiten Clans zu bekämpfen, als jemand, die die Angst vor diesen Kriminellen am eigenen Leib erlebt hat ?



    Erpressbar ? Womit denn? Die Situation von Eralp ist ja nun bekannt - erpressbar sind nur all jene, von denen man nicht weiß, ob sie einen Konflikt mit einem Clanführer haben und bedroht werden.



    Es ist so peinlich offensichtlich, worum es der gesamten CDU



    und den Nicht-Berlinern in der SPD geht: eine Regierung mit der Linken zu torpedieren. Es ist die nackte Angst, eine solche Regierung könnte Probleme halbwegs erfolgreich angehen, die beide Ex-Volksparteien nicht bekämpfen konnten. Oder nicht bekämpfen wollen.

    • uwe

      @Westlahn:

      Zitat: "Erpressbar? Womit denn? "

      Exakt damit, weswegen sie Angst hat die Namen zu nennen.

      Ein Regierungschef, der für die Bekämpfung krimineller Strukturen verantwortlich ist und Angst hat, diese auch nur zu benennen. Da können wir uns gut vorstellen, was für ein Mafiastaat das werden wird.

      No go.

  • Tazilo

    Wenn das kein Problem ist, was denn bitte sonst? Es geht nicht darum, ob Eralp selbst Distanz zu diesen Kriminellen wahrt - Teile ihrer Partei tun es aber nicht - im Gegenteil. Und vor allem: wenn sie jetzt schon Angst hat, Namen zu nennen; wie entschlossen wird sie dann als Regierende ernsthaft gegen diese Strukturen vorgehen, die zumindest mit Rändern ihrer Partei verwoben sind? Eben!

  • *Sabine*

    Ich hoffe, Frau Eralp trifft, spätestens jetzt, wo sie vermutlich spätestens erkannt hat, für wen und mit wem sie ihren Wahlsieg errungen hat, für sich und ihre Familie die richtige Entscheidung.

    Nicht nur Geld und Sex korrumpieren, auch Angst. Wir werden sehen, ob und wie es für Die Linke in Berlin weitergeht. Ich hoffe auf Neuwahlen.

    • Alex_der_Wunderer

      @*Sabine*:

      @ Sabine



      Warum , hoffen Sie Putin oder Trump stellen sich bei Neuwahlen als Kandidaten auf ?



      😁

  • Deep South

    Sorry, aber den Schwenk kann man sich kaum ausdenken. Dass Frau Eralp Angst vor Personen aus dem Hamas nahen Spektrum haben muss, liegt nicht an irgendwelchen Kampganen, sondern daran, dass Teile der Berliner Linke eine gewisse Nähe zu diesem Spektrum haben. Kocak hat mit Ibrahim Arm in Arm Fotos auf der Wahlparty gemacht.

  • Achsachbloß

    Allein der Spiegel hat sich zu verantworten und zu erklären.



    Dieses Medium, das sich immer mehr dem Stil der BILD annähert, bringt Menschen in Gefahr, ohne das irgendein Vorteil mit dieser veröffentlichten angeblichen „Information“ verbunden ist.



    Verantwortungsloser geht Journalismus kaum, sich damit auch noch zu brüsten ist das Letzte.

  • Oculus aquilae

    Eralp will sich nicht einschüchtern lassen, sagte sie.

    Da passt was nicht…

    Denn Eralp hat schon kommuniziert, dass sie eingeschüchtert ist.

    Helmut Schmidt sagte einst: wir dürfen uns von Terroristen nicht erpressen lassen.



    Das sollte auch heute für Politiker gelten.

  • StefanMaria

    Richtig. Es gibt keine Fakten, keine Zahlen nur Stimmungsmache. Es ist gut, wenn eine Partei da ist, die sich doch klar positioniert hat und durch ein paar Mitglieder, die extreme Positionen vertreten, die brennenden Problkeme durch mehr Nähe anpacken kann. Hoffentlich gelingt Elip das und Grüne und SPD haben den Mut, den Weg mitzugehen.



    Das wäre das, was bisher fehlt, Glaubwürdigkeit der Politik, und könnte wieder mehr Vertrauen in den Staat schaffen.

  • uwe

    Distanz ja. Aber auch Erpressbarkeit.

  • konsul-weyer

    man könnte zu Recht monieren, dass die eigentlich hehren Ziele der Linken (Bürgerwillen umsetzen und so) gerade etwas untergehen. Aber eine Erpressbarkeit von Politikern einfach so wegzuleugnen, sollte jedem Demokratiewächter sauer aufstoßen

  • Desdur Nahe

    "Mehr Distanz als Angst geht nicht"



    Das ist korrekt, ich nehme Frau Eralp ihre Angst auch ab. Nur reicht Distanz nicht, wenn man demnächst evtl. ein Amt inne hat, bei dem aktives Handeln gefordert ist. Da reicht Schweigen und keine Namen nennen nicht.



    Und wenn schon ein Interview reicht, damit Frau Eralp Angst um sich und ihre Familie hat, wie soll sie dann indirekt Razzien, Fahndungen und Vermögenseinzüge verantworten können/wollen?



    Clan-Kriminalität ist organisierte Kriminalität, und wie weit diese schon in "normale" Lebensbereiche eingesickert ist, wird vermutlich noch immer unterschätzt.



    Andere Stadt: Staatsanwalt Yashar G., Abteilung für schwere Drogenkriminalität, hat als „Maulwurf“ für eine international agierende Kokainbande gearbeitet.



    Natürlich nehmen die Kriminellen Einfluss auf Menschen in Politik, Behörden und Wirtschaft. Alles andere wäre naiv zu glauben.

  • DC Fix

    Die Linke braucht keine rechte Kampagnen um sich selbst zu zerlegen. Die LINKE in Berlin hat so viel mit sich und ihren parteiinternen Gruppierungen, die kaum vereinbare Ziele verfolgen, zu tun, dass mir jede Phantasie fehlt, wie die überhaupt im Falle des Zustandekommens einer Koalition das politische Tagesgeschäft hinbekommen wollen. Die servieren sich durch ihr eigenes politisches und strategisches Unvermögen selbst jedem politischen Gegner auf dem Silbertablett . Dafür brauchen die auch keine SPIEGEL-Leaks. Und nein, dass Elif Eralp Angst vor Akteuren aus der militanten Pro-Pali- Szene haben muss, ist furchtbar, aber doch nicht wirklich überraschend. Nur hat die LINKE es diesen Leuten auch sehr leicht gemacht, sich im eigenen Partei-Umfeld häuslich einzurichten. Das nennt man wohl den "Die Geister,die ich rief"-Effekt. Auf Einsicht, dass da was ganz gewaltig aus dem Ruder läuft, wird aus dem militanten Pro-Pali-Marx21- Lager kaum zu rechnen sein. Wenn die LINKE jetzt nicht sofort und konsequent feucht durchwischt, hat sie sich als wählbare Partei für viele, die sie diesmal aus Hoffnung auf politische Veränderungen gewählt haben, bis auf weiteres erledigt.

    • Beate Homann

      @DC Fix:

      Eine absolut zutreffende Einschätzung;!

    • Joba

      @DC Fix:

      Sie bringen es für mich ohne Schaum vor dem Mund auf den Punkt.👍

    • *Sabine*

      @DC Fix:

      Vielleicht stimmt auch einfach das, was ein anderer Kommentator kürzlich unter einem Artikel vermerkt hat: Es ist leichter eine Partei zu unterwandern, als eine neue Partei zu gründen.

      Lt. KI "zog Die Linke vor allem in der Hauptstadt eine Welle von pro-palästinensischen Wählerinnen und Wählern, arabischen Migranten und jungen Aktivisten an. Dies trug im September 2026 maßgeblich zu ihrem Erdrutschsieg im Berliner Abgeordnetenhaus bei, ... "

      Meiner Meinung nach sollte Die Linke in Berlin ehrlich und offen zu dem stehen, was sie ist und was sie will. Frau Eralp passt für mich nicht mehr in diese Partei und ich hoffe darauf, dass sie sich um ihrer selbst und ihrer Familie willen eine andere politische Heimat sucht.

  • Jochen Laun

    Dass der Spiegel Teil einer "rechten Kampagnenlogik" sein soll, halte ich nicht für glaubwürdig. Auch die vielen kritischen Stimmen aus SPD und Grünen wird man kaum dem rechten Lager zuordnen können. Wenn die Kritik also nicht nur von einer Seite, sondern von vielen Seiten kommt, sollte man sie ernst nehmen, anstatt reflexhaft von einer Kampagne zu sprechen. Im konkreten Fall hat der Spiegel eine schwierige Abwägung getroffen. Im Ergebnis finde ich die Veröffentlichung gerechtfertigt. Wenn die angehende Regierungschefin eines Landes Angst vor einer Person hat, die von Teilen ihrer eigenen Basis abgefeiert wird, gehört das an die Öffentlichkeit.

    • Pflasterstrand

      @Jochen Laun:

      "Seit Langem gilt es in der Hauptstadt als offenes Geheimnis, dass die Sicherheitsbehörden die Lage hier nur noch mit Mühe in den Griff bekommen," raunt der spiegel u.a. verschwörerisch und meint damit nicht die verwüstungen des spekulativen immobilienmarkts. in sprache und ausrichtung unterscheidet sich das texterzeugnis kein jota von springer- oder nius-hetze. sechs personen haben daran mitgewirkt und man fragt sich, wer von ihnen während der textproduktion damit beschäftigt war, glühbirnen auszuwechseln. ausser einer wüsten aneinanderreihung von behauptungen und buzz-words aus der moral-panik-kiste der neuen und alten rechten, findet sich nicht eine neue erkenntnis und schon gar keine einigermaßen aufgeklärte und ambitionierte reflektion über den gegenstand. wäre eine ki beauftragt worden, einen mittelstufen-schüleraufsatz über elif eralp und berlin zu schreiben, in dem so viele negative klischees wie möglich aneinander gereiht werden müssen – das ergebnis wäre ähnlich gewesen. es ist kleinbürgerlicher revenge-porn in textform aus einem käseblatt, dem die deutungshoheit über die herrschenden verhältnisse inzwischen auch nach links wegerodiert. misogyn, rassistisch, beschämend.

    • Corinna Seiler

      @Jochen Laun:

      Auch der Spiegel braucht Abonnenten und Auflage, benutzt Aufregerthemen. Ist denn der Spiegel "links"?

      • Deep South

        @Corinna Seiler:

        Ist denn jeder, der nicht links ist gleich rechts? Die Süddeutsche, die Zeit? Selbst die Frankfurter Rundschau hat mehrfach deutlich Kritik am Umgang der Partei mit Antisemitismus geäußert. Alle rechts? Alle Teil einer rechten Kampagne? Ist die Welt wirklich so einfach?

        Man kann dem Spiegel sicher vorwerfen, mit der Veröffentlichung gegen Standards verstoßen zu haben und Frau Eralp damit zu gefährden. Dass ändert aber nichts daran, dass die Kritik, dass eine mögliche Bürgermeisterin Angst vor Hamas nahen Leuten haben muss, zu denen Teile ihrer eigenen Partei eine Nähe haben, einen schwerwiegenden Punkt hat. Das kann man doch nicht einfach nach rechts schieben.

    • Jalella

      @Jochen Laun:

      Doch, kann man. sPD und Grüne hetzen fleissig mit, um mehr Macht in Koalitionsverhandlungen zu haben. Und die Scheiße wirkt leider auch, Alle machen mit, niemand interessiert sich inhaltlich fü rdie haltlosen Vorwürfe auch gegen Frau Emde. Es wird über sie geredet, aber nicht mit ihr. Eine Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Aussagen findet nicht statt.



      Wir verlieren gerade Deutschland und Presse und Politik haben nichts besseres zu tun als die letzte vernünftige Partei zu steinigen.



      Ich möchte nicht wissen, wie laut das Gelächter der AfD ist bei diesem ganzen rechten Kasperletheater.



      Mal sehen, was die HetzjournalistInnen aus allen Lagern sich so denken, wenn sie in wenigen Jahren die Ernte einfahren für diese Kampagne.

    • Westlahn

      @Jochen Laun:

      "Wenn die angehende Regierungschefin eines Landes Angst vor einer Person hat, die von Teilen ihrer eigenen Basis abgefeiert wird, gehört das an die Öffentlichkeit..."



      Oooops. Gelten diese Regeln auch für die SPD, CDU, AfD, Grüne? Oder wurde die Regeln gerade für die Linke erfunden, weil man irgend eine Regeln dieser Art mit dem Duktus der Selbstverständlichkeit etablieren will...?

    • DerLurch

      @Jochen Laun:

      Je nach Gegenüber ist eine abweichende Meinung alleine schon "rechts"

    • Janix

      @Jochen Laun:

      Sie übernehmen da die Einordnung (um das Wort Framing fortzulassen), die gewissen Leuten passt und dem Spiegel die meiste Aufmerksamkeit beschert.

      Eine andere wäre: Die Kripo sagt, keine Namen nennen. Das macht Fr. Eralp dann auch. Das ist doch der Traum für die ordnungsliebenden Berliner. Außer, da soll jemand runtergeschrieben werden.

  • Herma Huhn

    Die Linke kann es wirklich niemandem recht machen.



    Schauen wir uns diese Debatte mal ganz neutral von außen an:



    Es gibt eine Situation, die von Eralp als beängstigend bezeichnet wird.



    Mögliche Reaktionen darauf:



    1. Die Situation ist gar nicht so schlimm und Eralp übertreibt.



    2. Eralps Angst ist berechtigt und die Politik muss dringend handeln

    Was ihre politischen Gegner daraus machen:



    Die Situation ist wirklich so schlimm, dass man Angst haben muss und genau deswegen hat Eralp zu viel Angst.

    Hören die Leute sich eigentlich selbst zu?

    In dieser Lage ist mir jeder Politiker suspekt, der behauptet,keine Angst zu haben. Derjenige hat entweder die Lage nicht erkannt oder beschlossen nicht dagegen vorzugehen.

    • Ganz Anders

      @Herma Huhn:

      wer sich, wie Eralp, nicht traut, den Namen von jemandem zu öffentlich zu nennen, der ihm - wie berechtigt auch immer - Angst macht: wie will der oder die "dagegen vorgehen"?? Wie glaubwürdig ist da die Behauptung, sich gegen rechtsfreie Gewalt in Berlin, wo auch immer, einzusetzen? Wie denn? Durch Schweigen?

      • Yes

        @Ganz Anders:

        Eralp schweigt doch nicht, wenn sie Interviews gibt. Dass sie den Namen darin auf Empfehlung der Sicherheitsbehörden nicht öffentlich nennen wollte, heißt nicht, dass sie ihn - weder aus Angst noch aus Unterwerfung - generell nicht nennen möchte. Ihre Befürchtungen sind abwegig und zeichnen ein Bild, das verkehrt ist. Wir sind hier weder bei Macbeth noch wird sie seinen Namen nicht genannt haben wollen, um dessen Heiligkeit nicht zu entweihen.

        • Ganz Anders

          @Yes:

          der Bezug auf die Sicherheitsbehörden kann noch so oft wiederholt werden, er ist sachlich falsch. Die Behörden warnten vor dem Nennen von Namen von "OK"=organisierter Kriminalität. Ibrahim Ibrahim ist aber politischer Aktivist, kein Gangster. Und über diesen Namen wollte Eralp schweigen, darüber sollte im Interview überhaupt nicht geredet worden sein - das kann man nicht rhetorisch verdrehen. Sie wollte nicht nur ihre Antwort, sondern schon die Frage danach redigieren. Das nenne ich: für die Position zu feige. Wäre die Rede von einem aggressiven AfD-Aktivisten, wäre die Interviewpartnerin aussichtsreiche Kandidatin der CDU, die den Namen des AfD-Aktivisten herausredigieren wollte - wie würden Sie reagieren? Mit wohlwollendem Verständnis?

          • Yes

            @Ganz Anders:

            Warum sollte man dafür dann kein Verständnis mehr haben? Auch wenn ich die Abgrenzung zwischen organisierter Kriminalität und Terrororganisation in diesem Zusammenhang etwas kleinkariert und sachfremd finde, bezog sich die Warnung - je nachdem, was man liest - wohl auf sämtliche Personen mit mutmaßlichen Verbindungen zu einer der beiden Gruppen. Immerhin zeigt Frau Eralp, dass sie Empfehlungen von Sicherheitsbehörden ernst nimmt und die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen grundsätzlich anerkennt, was ja auch dem Mythos entgegensteht, dass sie die innere Sicherheit eindampfen wolle.

      • Westlahn

        @Ganz Anders:

        Zum einen hat Eralp ja wenigstens die Traute, ihre Angst auszusprechen.



        Können Sie denn ganz sicher sein, dass nicht Politiker von CDU, SPD, Grünen, vielleicht sogar der AfD noch viel mehr Angst als Eralp haben und sich nicht einmal trauen, zu sagen dass sie vor Clan-Kriminellen Angst haben: diese Leute wären wirklich erpressbar. Eralp eigentlich nicht mehr.

        • Ganz Anders

          @Westlahn:

          Wieder die gleiche sachlich falsche rhetorische Figur: Aus dem politischen Aktivisten Ibrahim Ibrahim wird in diesem Beitrag ein Clankrimineller, der er nicht ist - vor deren Namensnennung hatte das LKA gewarnt. Frau Eralp kneift aber vor dem Aussprechen des Namens eines politischen Widerlings. Und die Angst hat sie natürlich nicht öffentlich ausgesprochen, sondern in ihre Anmerkungen zum Interviewtext hineingeschrieben. Also -scheinbar muss man die Realität völlig verdrehen um für Eralp zu argumentieren. Kann man ja machen - aber der Wahrheitsfindung dient man damit nicht, nur dem Festhalten an eigenen Stereotypen. Lustigerweise gehört dazu wohl auch die vielleicht doch eher unbewußt hineingerutschte Gleichsetzung Palestinensischer Aktivist=Clankrimineller. Das ist ja eigentlich schon (sicher ungewollt) tief rassistisch....

      • Herma Huhn

        @Ganz Anders:

        Wieso sieht niemand den Unterschied zwischen: einen Namen in der Presse nennen und: gegen eine Person juristisch oder politisch aktiv werden.



        Je nachdem, wie der Stand der Ermittlungen gerade ist, kann die öffentliche Nennung eines Namens die Verurteilung sogar torpedieren.



        So wie jetzt gerade die Nennung des Namens die politische Anstrengung gegen die Person zu torpedieren scheint.



        Wenn die Stellen, die mit der Sicherheit der Politiker offiziell betraut sind, ausdrücklich von der öffentlichen Nennung des Namens abraten, hat das seine Gründe. Das dieser Name intern unbekannt ist, lässt sich aus den Notizen nicht entnehmen.

        • Ganz Anders

          @Herma Huhn:

          "Wieso sieht niemand den Unterschied zwischen: einen Namen in der Presse nennen und: gegen eine Person juristisch oder politisch aktiv werden" - Also aus diesem Absatz schließe ich, dass sie es irgendwie ok finden, dann lieber nicht gegen jemanden aktiv zu werden?? Es ging in dem Interview übrigens nicht um die Preisgabe von Ermittlungsständen welcher Art auch immer, das ist doch Unsinn. Und abgeraten haben Behörden zuvor von Nennung von Leuten aus der organisierten Kriminalität. Ibrahim Ibrahim ist aber eine sehr aggressiv auftretende politisch aktive Person, das ist schon etwas Anderes. Das so zu verwurschteln zeugt nicht gerade von gutem Differenzierungsvermögen von Frau E. - und es spricht, wie gesagt, gegen die Fähigkeit, sich gegen solche Leute durchzusetzen - eben eher für eine gewisse Feigheit...

        • Josef 123

          @Herma Huhn:

          "Je nachdem, wie der Stand der Ermittlungen gerade ist, kann die öffentliche Nennung eines Namens die Verurteilung sogar torpedieren."

          Mit Verlaub, darum geht es hier nicht.

      • StefanMaria

        @Ganz Anders:

        Besonnenheit und Nachdenken, aber nicht durch sich ins Zielfeuer von Kriminellen bringen

      • felis faber

        @Ganz Anders:

        Das scheinen einige Kommentatoren hier nicht zu verstehen:

        1) Das LKA hat Frau Eralp gewarnt, keine Namen zu nennen, da sie sonst sich und ihre Familie gefährdet.

        2) Frau Eralp hält sich an diesen Rat, und will im Interview keine Namen nennen.

        3) Der SPIEGEL setzt sich über den Rat des LKA hinweg, und bringt Frau Eralp in Gefahr.

        4) Daß Frau Eralp den Rat des LKA beherzigt, wird ihr in der öffentlichen Diskussion (auch hier im Forum) als Feigheit zum Vorwurf gemacht.

        • behr Behr

          @felis faber:

          Da fehlt noch was:



          5) Sie hat Angst vor bestimmten Personen, die aber in ihrer Partei offensichtlich viele Freunde und Unterstützer haben.

        • Ganz Anders

          @felis faber:

          An Punkt 1) falsch angesetzt - denn gewarnt wurde vor "OK" =organisierter Kriminalität, Herr Ibrahim Ibrahim ist aber politisch aggressiv. M.E ist sein Aggressionspotential (durchaus tätlich, vgl. div. Videos) etwa so ausgeprägt wie das diverser AfD-"Haudegen" (vgl. div. Videos..). Und würden Sie da auch sagen, dass man deren Namen lieber nicht in der Öffentlichkeit nennen sollte? Die drohen ja auch extrem - soll man dann einfach als PolitikerIn gegenüber Gewaltwillkür von rechts wie "links" den Mund halten? Da bin ich eben anderer Meinung. Darum ging es im Kern in meinem Kommentar. Und ja, das finde ich - für eine herausragende Position in der Politik - zu feige.

        • Westlahn

          @felis faber:

          Hier ist die Lage endlich mal korrekt und klar ausformuliert.

        • Axotono

          @felis faber:

          Danke. So ist es. Es wird wie so oft an den Fakten vorbei argumentiert. Es geht nicht darum, dass Elif Eralp scheut, den Hamasakteuren die Stirn zu bieten. Sondern darum, dass ihr zum Schutz ihrer Familie vom LKA dringend ans Herz gelegt wurde, keine Namen zu nennen. Soll sie nun mit den Sicherheitsbehörden kooperieren oder nicht, da sollten sich die konservativen Beobachter mal entscheiden. Aber darum geht es nicht oder? Wahrscheinlich könnte Elif Eralp persönlich 100 HamasIslamisten in ein Abschiebeflugzeug setzen und die Springerpresse würde ihr vorwerfen, es seien nicht genug

        • Janix

          @felis faber:

          Werter Katzenhandwerker, ich freue mich, dass manche den Artikel auch gelesen wie verstanden haben.



          Das lässt für die weitere Diskussion hoffen. : )

  • Bürger L.

    Die Kampagne gegen eine mögliche linke Koalition und Elif Eralp ist wirklich ein Tiefpunkt im Umgang zwischen demokratischen Parteien.



    Ich bin jetzt 75 Jahre alt und kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals eine derart verlogene Diskussion erlebt habe.

    Dass die CDU schon immer die Angst vorm Untergang Deutschands geschürt hat, wenn die "Kommunisten" auf roten Socken das Kapitalistische System unterwandern, ist "normal".

    Dass jetzt aber auch einzelne Bundes SPDler*innen, Grüne, der Zentralrat der Juden und konservative Medien in trauter Eintracht vor der Linken warnen, ist erschreckend. Die Vorwände, die dafür herhalten müssen sind austauschbar.

    Mal ist es die Furcht vor Antisemitismus, oder "Clan-Kriminalität", dann wird Panik verbreitet, weil die Linke enteignen will, oder der Umstand dass Elif Eralp sich zum Thema Angst um ihre Familie äußert soll sie angeblich für den Bürgermeisterin Job disqualifizieren.

    Spricht eigentlich noch einer dieser Politiker*innen oder Journalist*innen mit gleichem Enthusiasmus über das Erstarken der Rechtsnationalen, nicht nur in Sachsen Anhalt?



    Mir wird wirklich Angst und Bange - jedoch nicht wegen einer linken Regierungskoalition.

    • test_name

      @Bürger L.:

      Leute wie Remmo und Ibrahim sind hier unerwünscht - anscheinend auch bei Eralp. Die Linke will Berlin zur offenen Stadt für solche Leute machen. Das ist das eigentliche Problem.

    • Jalella

      @Bürger L.:

      Kann ich mich nur anschließen. Und die AfD lacht sich ins Fäustchen weil über sie, die wahren Rassisten und Antisemiten, niemand mehr redet. Die Rechten haben es endgültig geschafft, die Linke in eine Ecke zu stellen, in die die AfD gehört und genaugenommen auch cdU/csU. Da findet man nämlich erheblich mehr auch Antisemitismus als man je in der Linken herbeireden können wird.



      Es ist wirklich zum Kotzen.

    • Comerade Aardvark

      @Bürger L.:

      Leute, die bei diesen Eugentoren am laufenden Band immer noch die ganz große rechte Weltverschwörung gegen die Berliner Linke wittern, sind irgendwie drollig.

  • Astrid Sehnefeld

    "Wieder einmal muss die angebliche Nähe der Linkspartei zu Antisemiten und Islamisten als Warnung vor einem Linksbündnis in Berlin herhalten. Warum eigentlich?"



    Weil Teile der Linken in Berlin offen mit Islamisten kokettieren. Frau Emde ist da nur die Spitze des Eisbergs.



    Deshalb.



    Weil die Bedrohung in Teilen von innen kommt und nicht nur von außen.

    • Westlahn

      @Astrid Sehnefeld:

      Frau Eralp soll "kokettieren" mit Leuten, vor denen sie offenbar Angst hat ?



      Logik geht anders...

    • economista

      @Astrid Sehnefeld:

      Islamisten klingt wie wenige aus den Reihen muslimischer Mitbürger, die radikalisiert sind und deswegen Israel ablehnen. Tatsächlich jedoch sieht eher eine Mehrheit von ihnen Israel bzw. die Politik Netanyahus kritisch, und ein signifikanter Teil der linken Wählerschaft hat Migrationshintergrund. Die Linke steht nun vor dem unlösbaren Problem, den Wählerwillen abzubilden, ohne antisemitisch zu agieren.

      Die Alternative einer Palestinenserpartei wäre aber noch schlimmer.

  • Elite123

    Das Problem ist doch nicht ihre Angst, sondern dass sie keinerlei Kontrolle über ihre eigenen Fraktionsmitglieder hat, die mit diesen Personen anbandeln.

    • Westlahn

      @Elite123:

      Lösen wir's mathematisch:



      Nehmen wir an, Frau Eralp müsste tatsächlich "Kontrolle" über (alle?) FraktionsmitgliederInnen haben. Was eigentlich der Unabhängigkeit jede(s,r) Abgeordneten widerspricht, aber sei's drum.



      Gleiche Regeln für alle...



      Dann müssen auch alle anderen Parteiführungen "Kontrolle" über ihre Abgeordneten haben....



      Bei der Linken fehlt es also an Kontrolle über EINE -in Zahlen 1!- Abgeordnete.



      Bei der CDU fehlt die Kontrolle über VIER -in Zahlen: 4! - Abgeordnete.



      Dann wäre die CDU vier mal so gefährlich wie die Linke.



      q.e.d.

    • DC Fix

      @Elite123:

      Auf den Punkt. Nur darum geht's. Die Frage muss erlaubt sein,wie eine in um Macht und Einflussnahme konkurrierende politisch zweifelhafte Splittergrüppchen zerfranste Partei ohne parteiinterne Disziplin eine Dreier-Koalition in politisch schwierigen Zeiten führen will. Neben der Verhandlung parteiinterner politischer Identitätsfragen gibt's auch noch sowas lästiges wie Tagespolitik. Ich weiß nicht, ob die LINKE dafür überhaupt noch Kapazitäten frei hat.

      • Encantado

        @DC Fix:

        "Ich weiß nicht, ob die LINKE dafür überhaupt noch Kapazitäten frei hat."



        Oder wie verlässlich Zusagen und Aussagen einer Partei sein können, die sich selber nicht im Griff hat.

      • behr Behr

        @DC Fix:

        Und das mit einer Fülle von Wahlversprechen, die juristisch und finanziell kaum zu halten seien werden und die hohen Erwartungen ihrer Wähler höchstwahrscheinlich enttäuschen und ihre Wähler frustrieren wird.

    • *Sabine*

      @Elite123:

      "Das Problem ist doch nicht ihre Angst, ..."

      Ich stimme Ihnen meistens zu, in diesem Punkt jedoch nicht. Auch wenn Frau Eralp mein Mitgefühl hat und ich ihr diese Situation nicht gewünscht habe, frage ich mich, wie sie ihren Job machen will, wenn sie Angst vor "solchen Menschen/diesem Milieu" hat, das ja auch in ihre eigene Partei hineinreicht. Wem kann sie vertrauen? Nach dem Wahlsieg von Die Linke habe ich mir in erster Linie Sorgen um jüdische und/oder israelische Menschen in Berlin gemacht. Jetzt umfasst meine Sorge auch Menschen wie Frau Eralp und ihre Familie. Die Angst, Frau Eralp hat den Begriff Angst ja konkret benutzt, ist wohl kaum unberechtigt, sonst hätten Frau Eralp und ihr Mann keine Angst.

      Ich wünschte, Frau Eralp würde die Partei wechseln und in die, beispielsweise, SPD oder Die Grünen eintreten.

  • Hans Dampf

    RGR in Berlin kann nicht funktionieren



    Wie soll diese RGR-Koalition jemals funktionieren, wenn nicht nur bei den Parteien untereinander, sondern auch innerhalb der Linke jetzt schon Konflikte und Misstrauen an der Tagesordnung sind.



    Wie weit sind wir ge-/verkommen, wenn Politiker(innen) sich vor Clanchefs fürchten müssen, statt dass Clans sich vor der Politik fürchten müssen.



    Das was jetzt geschehen müsste, nämlich der ganzen Clanmacht die Stirn zu zeigen, kann gar nicht unter RGR geschehen, ging schon mit der CDU kläglich daneben. Berlin läuft ins Chaos fürchte ich, aber des Wählers Stimme akzeptiere trotzdem Zähneknirschend.

    • Westlahn

      @Hans Dampf:

      Jetzt versteh ich endlich, warum Washington und nicht New York die Hauptstadt der USA ist: Wenn's zuviele kriminelle Clans mit Verbindungen in die Politik gibt, kann das mit Hauptstadt nicht funktionieren...



      gilt das eigentlich auch für .... Landeshauptstädte... ? München zum Beispiel ?

    • economista

      @Hans Dampf:

      Ganz so negativ sehe ich es nicht. Die Politik muss die Stadt in ihrer Vielfalt repräsentieren und damit auch Clanstrukturen integrieren. Nicht, dass ich die Macht der Clans begrüßen würde. Aber es gibt sie als Folge der Politik der letzten Jahrzehnte, die wir nicht rückgängig machen können oder wollen.

  • felis faber

    „Das LKA hat damals gesagt, sie empfehlen, nie konkrete Namen zu nennen. .... Ich kann mich und meine Familie für den SPIEGEL nicht in Gefahr bringen.“



    Der SPIEGEL liest das - und veröffentlicht konkrete Namen!



    Es scheint dem SPIEGEL egal zu sein, ob er Frau Eralp dadurch in Gefahr bringt.

    • Eichhörnchen99

      @felis faber:

      Genau das! Zumal: über Ermittlungen und Konkrete Namen schweigen sich Politiker:innen generell aus. Es ist in der Regel die Presse, die hier den investigativen Anspruch verfolgt Personen und Beziehungen öffentlich zu machen, die längst Teil von Ermittlungen von Polizei und Verfassungsschutz sind. Politiker:innen haben nicht den Auftrag Namen und Strukturen zu nennen, sondern sicherzustellen, dass die staatlichen Behörden gut arbeiten. Es wird wirklich alles um Eralp und die Linke aufgeblasen. Da durften CDU und SPD Politiker:innen mit ganz anderen Skandalen noch unbehelligt weitermachen. Es ist so offensichtlich, dass sich hier Teile der sogenannten (selbsternannten) Mitte als Sittenpolizei aufspielt.

    • la suegra

      @felis faber:

      echt so

    • *Sabine*

      @felis faber:

      Was ich mich frage, ist, ob sie nicht "einfach" hätte schreiben können, "auf Empfehlung des LKA keine Nennung von Namen in der Öffentlichkeit" oder "kein Kommentar". Ihre Angst scheint aber so groß zu sein, dass sie diese, wenn auch nur intern gedacht, artikulieren musste. Sie scheint ja auch mit ihrem Mann über dieses Thema gesprochen zu haben.

      Ich überlege mir, wie es weitergehen wird, wenn sie als Bürgermeisterin irgendwo öffentlich eine Rede hält und Herr Ibrahim Ibrahim plus dessen Unterstützer m/w/d, die um ihre Angst wissen, im Publikum sitzen.

      Als Volljuristin wird sie meiner Einschätzung nach mit Vonovia-Rechtsanwälten umgehen können, mit Herrn Ibrahim Ibrahim und dessen Unterstützern, auch in der eigenen Partei, vermutlich eher nicht. Was meiner Meinung nach ein Kompliment ist.

  • Walterismus

    „ Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Eralp keine Nähe zu Terrorunterstützern hat, da ist er. Mehr Distanz als Angst geht nicht.“

    Ne Eralp vertritt eine Partei/Landesverband an der Spitze die mit Clan und Terrorunterstützern paktiert und muss mit diesen zusammenarbeiten, Politik machen, Mehrheiten beschaffen und deren Politik vertreten.

    Sorry aber das ist keine Rechte Kampagne, das Ei hat sich die Linke selbst reingelegt, damit haben die Rechten nichts zu tun.

    Dabei nehme ich Eralp das sogar ab, nur ändert das nichts daran, dass das Problem in der Berliner Linken herrscht und sie diesem vorsteht.



    Wenn Eralp das ernst meint, dann müsste sie ähnlich wie Lederer aus der Partei austreten…

    • Janix

      @Walterismus:

      Die Meinung über "die Partei" wird durchs Dorf getrieben, als gäbe es nichts anderes.



      Es würden mich gerade die belastbaren Fakten für eine solche pauschale Aussage mehr interessieren, als dass es ständig von interessierter Seite und anderen eben wiederholt wird.

  • Janix

    Die Schlagzeile hätte auch sein können, dass Eralp sich von der Kripo beraten lässt und deshalb wie von denen empfohlen keine Namen nennen will.



    Es geht manchen um ein Irgendwie-Ressentiment-"Unterfüttern", scheint mir, oder dass die abgehalfterte Berlin-CDU unbedingt an der Macht gehalten werden sollte - was ist da eigentlich gekungelt oder versteckt worden, dass jetzt alle Register kommen, um die CDU drin zu halten?

    • Sabine Hofmann-Stadtländer

      @Janix:

      Zu Deinem 1. Absatz: Zustimmung!

      Zu Deinem 2. Absatz möchte ich ergänzen, dass die fragliche(n) Person(en) nicht erst seit dem Wahlgeschehen in Berlin ist (sind). Und von der möglichen künftigen R2G-Regierung wird jetzt verlangt, mit OK und Hamas aufzuräumen - was noch nicht einmal die CDU und SPD-Vorgänger*innen geschafft haben?

  • Philippo1000

    Genau!



    Die Angriffe auf demokratische Personen, die gewählt wurden, lehne ich ab.



    Persönliche Angriffe auf Politiker*Innen finde ich unsäglich.



    Die CDU macht in diesem Zusammenhang wieder deutlich, dass es Ihr gar nicht um Inhalte, sondern nur um Machterhalt geht.



    Die potentiellen Koalitionäre hingegen gehen das Problem offensiv an.



    Dazu gehört natürlich auch eine Stärkung von Polizei und Verfassungsschutz.



    Ist es nicht interessant, dass diese weise Vorraussicht der SPD den Verhandler*Innen nun den Rücken stärkt?!



    In vorangegangenen Kommentaren wurde dies von linker Seite noch kritisiert.



    Gegen Terrorismus und deren Unterstützer sollte es allerdings eine klare, ablehnende Haltung geben.



    Wer dies hierzulande nicht (an)erkennt, ist allerdings nicht regierungsfähig.



    Elif Eralp ist erkennbar an ihrer Aufgabe gewachsen und ich sehe eine linke Koalition auch der Lage gewachsen.



    Bitte Machen!

  • Cann

    Ich finde das Verhalten einiger Akteure innerhalb der Berliner Linkspartei äußerst fragwürdig. Einerseits kann ich Eralp durchaus nachvollziehen. Andererseits frage ich mich: Ist das wirklich die Botschaft, die man von einer möglichen zukünftigen Regierungschefin hören möchte? Wie in diesem Artikel beschrieben wird, gibt es offenbar Akteure innerhalb ihrer eigenen Partei, die diese Menschen eben nicht als angsteinflößend wahrnehmen. Das passt für mich nicht zusammen.

    Warum fühlen sich Hamas-Unterstützer und kriminelle Akteure im Umfeld der Linken offenbar so wohl? Warum stehen sie mit Politikern in Kontakt, besuchen Wahlparties und lassen sich dort gemeinsam fotografieren? Von der Partei hört man dazu nur Beschwichtigendes . Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob ich bei der nächsten Wahl erneut der Linken meine Stimme geben werde. Ich hätte mir von der Partei ein deutlich verantwortungsbewussteres und staatstragenderes Auftreten gewünscht.

  • Willi Müller alias Jupp Schmitz

    Angst ist menschlich, und Elif Eralp braucht jede Unterstützung, diese zu überwinden.



    Dann kann daraus Stärke werden und eine stabile Mehrheit resultieren.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    Ich möchte nicht in der Haut der Person stecken, die versehentlich die Version mit den internen Anmerkungen an den SPIEGEL geschickt hat. Auf der anderen Seite wäre es vielleicht besser gewesen, an der fraglichen Stelle "unter 3" zu sprechen. Ich will Elif Eralp an der Stelle aber keinen Vorwurf machen, denn sie ist seit der Wahl einem enormen Druck ausgesetzt, unter dem es zu Fehlern kommen kann.

    Was ich aber viel schlimmer finde: Mit der Öffentlichmachung des Vorgangs ist Elif Eralp nun in eine besondere Gefahr geraten. Das sollte man sich gerade als Presseorgan vorher überlegen, bevor man solche Ereignisse nach außen trägt. Und nein: mein Statement richtet sich nicht gegen die Pressefreiheit!

    • Pia Mansfeld

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Ah, lieber diese Beeinflussung totschweigen und Berlin und allen Menschen dort einer Gefahr aussetzen?

    • N. Ietsche

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Wo ich mir nicht so sicher bin: Dass das versehentlich passiert ist. Es würde mich nicht wundern, wenn Frau Eralp und ihr unmittelbares Umfeld beim Gegenlesen so sehr darüber erschrocken sind, wie weit es eigentlich gekommen ist, dass man die Flucht nach vorne angetreten ist.

    • Lowandorder

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      …anschließe mich •

      • Westlahn

        @Lowandorder:

        Es entstehen ständig neue Koalitionen:



        Ich bin mit



        Sabine Hofmann-Stadtländer und



        Lowandorder



        einer Meinung !!!



        Das muss ich erstmal verarbeiten =8-))

  • Wolfgang Keuner

    Eine Stimme der Vernunft im medialen Hetze-Kessel! Danke, dass hier noch jemand kühlen Kopf und wache Augen hat.

  • Klabauta

    Elif Eralp ist nicht zu beneiden. Erinnert sich noch jemand an Andrea Ypsilanti?



    Eine linke Haltung gilt in der deutschen politischen Mitte als Schwerstverbrechen und wird gnadenlos geahndet.



    Und wenn einem dann noch die eigenen Leute in den Rücken fallen...

    • Nathan von Stauffen

      @Klabauta:

      >

      In der Tat, soweit sind wir schon - obwohl, diese Situation gilt ja über Teutschland hinaus. Alles was links der 'Mitte' ist stört die Urständ die der global agierende Kapitalismus seit den 90ziger Jahren feiert. Das Fest will man sich doch nicht vermiesen lassen. Profite teilen? Igiit, bloß nicht. Aber wer würde das machen ausser Menschen links einer Mitte (die die konservativen definieren)? Es wird Zeit, dass sich wieder um die besten Kompromisse gestritten wird! Die Politik der Mitte der Konservativen Partei der letzten knapp 40 Jahre war keine, sie hat die Gesellschaft gespaltet, von unten nach oben verteilt. Es muss jede Chance genutzt werden. das zu ändern. Für eine gerechtere Welt.

    • Jalella

      @Klabauta:

      Und man sollte nicht vergessen, dass das, was hier als "links radikal" bezeichnet wird, schlicht Gegenstand des Grundgesetzes ist.



      Auf dem Boden desselben stehen aber die meisten Parteien nicht mehr. Eigentlich sehe ich nur noch die Linke und in Teilen die Grünen als demokratisch vertretbare Parteien. Wie die anderen sich im Moment verhalten, ist ein rechter Hexenkessel, in dem der Rest unserer Demokratie zermahlen wird.

  • Strolch

    „Mehr Distanz als Angst geht nicht.“

    Mag sein, die Nachricht ist aber erschreckend. Die Linke hat doch angeblich keine Nähe zu Terrorunzerstüzzern. Warum also Angst? Weil diese Teile der Partei fest in der Hand haben und Erlap offensichtlich nicht mal innerhalb der Partei Unterstützung gegen diese Personen hat. Der Bericht zeigt, dass die Vermutungen über Terrornähe und Antisemitismus in der Berliner Linke bittere Realität sind. Und war es nicht diese Partei, die Polizei und Verfassungsschutz zurückbauen wollte? Obwohl sich die Vorsitzende dieser Parei vor der organisierten Kriminalität fürchtet, die in ihrer Partei ein und ausgeht?! Und dem Autor fällt nur „Na und“ dazu ein?

    • la suegra

      @Strolch:

      Wäre dumm, keine Angst vor OK zu haben, zumal wenn es einen Anlass oder eine Bedrohungslage gab. Wichtig ist, sich von der Angst nicht politisch leiten zu lassen. Macht sie aber auch nicht!!! Sie hielt sich lediglich an die Empfehlungen des LKA. Sehr vernünftiges Verhalten.



      .



      Kann mir keiner erzählen, dass andere Politiker:innen keine Angst vor OK haben, und wenn dann weil sie korrupt sind. Gegen OK kommt man nur an, wenn man zusammenhält, und sich denen nicht gegenseitig zum Fraß vorwirft. Aber D. ist ja extrem schlecht darin, OK zu bekämpfen, und wenn dann wird es mit Rassismus vermischt, unterschätzt oder verharmlost.

  • gyakusou

    Selbstverständlich hat es Nachrichtenwert, dass die Linken-Fraktionschefin Angst hat vor Personen, die sich im Umfeld ihrer Partei bewegen und mit denen Teile der Linken sympathisieren, mit denen gemeinsam demonstriert wird usw.

    Immer wieder wird versucht, derartige problematische Verbindungen kleinzureden, sie werden als Panikmache rechter Medien und Politiker geframed. Alles sei bloß legitime Israel-Kritik und Palästina-Solidarität.

    Und jetzt muss man feststellen, dass Elif Eralp Angst selbst Angst hat vor diesen Personengruppen, diesen "Leuten mit Kontakten zur Hamas" (Zitat).

    Eine kompromisslose Aufarbeitung und strikte Abgrenzung von allen Parteimitgliedern, die sich diesem Umfeld zurechnen lassen, wäre der notwendige Schritt.

    • fritzdecat

      @gyakusou:

      Sehe ich auch so.

  • bvbfan

    Der Kommentar geht meiner Meinung nach an der Sache vorbei. Eralp hat Angst vor bestimmten Leuten und Milieus in ihrer Partei. Das nimmt man ihr gerne ab, sie will nichts mit Terrorunterstützern zu tun haben. Leider verschwinden diese Leute dadurch nicht. Die Bürgermeisterkandidatin mag vernünftige Meinungen zu diesen Themen haben (wieso ist Gaza eigentlich ein Thema für die Berliner Landespolitik?), die Radikalen sind und bleiben in der Partei und werden versuchen, Eralp wo immer es geht unter Druck zu setzen

    • Westlahn

      @bvbfan:

      (wieso ist Gaza eigentlich ein Thema für die Berliner Landespolitik?)



      Guuuuute Frage: Antwort 1: Es gibt keinen sachlichen Grund. Außenpolitik muss zwar in Berlin gemacht werden, ist aber ausschließliche Bundesaufgabe....Aber vielleicht meint das Wort ja auch das Aufgeben des Bundes in der Außenpolitik...



      Antwort 2: Weil CDU und Bundes-SPD irgend etwas , irgend ein medial gut taugliches Thema brauchen um eine RGR Regierung in Berlin durch mediales Dauerfeuer zu torpedieren. Fluten der Medien, damit niemand auf die Idee kommt, über die echten, tatsächlichen Probleme und denkbaren Lösungen zu schreiben, posten, podcasten...



      flooding the zone....

  • Chaos-NRW

    Sie hätte jetzt die Chance gehabt, in einem vorbereiteten Statement konkret auf Ibrahim Ibrahim einzugehen. Sie hat es nicht getan, sondern stattdessen nur Allgemeinplätze von sich gegeben. Selbst als sie konkret auf diese Person angesprochen wurde, hat sie es nicht geschafft das auch konkret zu adressieren. Damit zeigt sie, dass sie eben nicht in der Lage ist, das Problem anzugehen. Sie traut sich ja noch nicht einmal, es konkret zu benennen.

    "Er, dessen Name nicht genannt werden darf" kannte man aus Harry Potter, nicht von realen Politikern.

    • test_name

      @Chaos-NRW:

      "Er, dessen Name nicht genannt werden darf"

      bester Kommentar zum Vorgang

    • Westlahn

      @Chaos-NRW:

      Sie traut sich auf Anraten des Landeskriminalamtes nicht, einen Namen zu sagen. Das Problem (!) hat sie sehr wohl benannt. Weit mehr und weit deutlicher jedenfalls, als die die sich jetzt sehr öffentlichkeitswirksam und reichweitenstark aufregen.

  • EffeJoSiebenZwo

    Um die Eingangsfrage 'warum eigentlich?' so knapp wie möglich zu beantworten: weil die Kampagnen-Vögel (Namen siehe anderer Artikel zur Sache) einfach nicht nicht aufgegeben haben.

    • Pia Mansfeld

      @EffeJoSiebenZwo:

      Es sind Tatsachen über die berichtet werden und das ist keine Kampagne. Oder würden Sie es lieber verschwiegen haben und dann die Gefahr einer solchen Einflussnahme auf die Politik einfach hinnehmen? Na, vielen Dank auch.

      • EffeJoSiebenZwo

        @Pia Mansfeld:

        .Es sind Tatsachen über die berichtet werden und das ist keine Kampagne.'

        Ja sich, klar. Ist Ihnen vielleicht mal der Gedanke gekommen, dass es - obwohl es sich um Tatsachen handelt - vielleicht trotzdem gleichzeitig um eine Kampagne handelt könnte? Es geht ja gerade darum, wie Dinge im den Medien dargestellt und aufgebauscht werden. Ambiguität (Tatsache + Kampagne) muss man natürlich erkennen und aushalten können.

    • EffeJoSiebenZwo

      @EffeJoSiebenZwo:

      ... noch nicht...