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31.07.2026 , 19:29 Uhr
Das ist nicht falsch, aber einseitig. Islamismus ist die Reaktion darauf, dass westlicher und russischer Imperialismus langfristig erfolgreicher waren als islamischer Imperialismus. In der frühen bis mittleren Neuzeit waren die drei Imperialismen durchaus noch ebenbürtig und die Türkei und der Iran ebenso imperialistische Macht wie Spanien, die Briten und Portugal. Nur ist die Macht des islamischen Imperialismus mit dem Aufstieg Russlands auf das Abstellgleis geraten.
Islamismus ist letztlich eine Antwortmöglichkeit auf die Ursache: Zu wenig Islam, zu viel religiöse Toleranz.
Genauso wie der arabische, türkische und iranische Nationalismus darauf eine Antwort geben: Zu großer Fokus auf Religion zulasten arabischer/türkischer/iranischer Kultur.
Letztlich war der westliche Kolonialismus in der "islamischen Welt" nur durch russische Schützenhilfe und den oben genannten Zwist erfolgreich.
Wobei Kolonialismus dort wahrscheinlich der falsche Begriff ist, weil dies eben Einseitigkeit des Beherrschungswunsches voraussetzt.
zum Beitrag31.07.2026 , 10:45 Uhr
Welche These konkret?
Dass sich unterdrückte Leute einfach radikalisieren? Das sollte für Leser einer linken Tageszeitung Allgemeinbildung sein.
Dass die Hisbollah Anti-Sunnitisch eingestellt ist? Das sollte durch die lange Gewaltgeschichte im Libanon und Syrien hinreichend belegt sein.
Dass die Familie selbst nicht nur Sympathien für Sunniten hatte, wie in mehreren Tageszeitungen berichtet wurde, sondern selbst sunnitisch ist? Nein, deswegen "vermutlich". Mutmaßungen sind per Definition etwas wofür man keine Belege hat.
zum Beitrag30.07.2026 , 21:14 Uhr
Das stimmt halt nicht: Verschiedene Akteure des III. Wegs haben den 7. Oktober als "Gegenangriff" bezeichnet und genauso wie Linke als Wiederstand und nachahmenswert geframt. In guter Tradition zum klassischen rechten Antisemitismus/Nationalsozialismus.
zum Beitrag30.07.2026 , 16:58 Uhr
Man muss durch die Zeichenbegrenzung manchmal verkürzt schreiben. Da ist das ein ein oder andere Missverständnis vorprogrammiert. Von daher: da nicht für.
zum Beitrag30.07.2026 , 16:11 Uhr
Natürlich hat der Libanon damit zu tun. Das die Familie schiitisch sein soll, beruht wohl auf einer Aussage des Vaters, der sich wohl noch öfter im Libanon aufhält und auch ein Teil der Verwandschaft wohnt da wohl im Einflussgebiet der Hisbollah mit "Sympathien für Sunniten".
Vermutlich handelt es sich um Sunniten, die im Einflussgebiet der Hisbollah leben. Dort hängt man es besser nicht an die große Glocke, dass man Sunnit ist. Aus dem selben Grund, aus dem man im Einflussgebiet des IS besser nicht zugibt, das man Schiit ist.
Und wer als Sunnit mit der Hisbollah in Berührung kommr bzw. unter dieser leidet, radikalisiert sich eher früher als später.
zum Beitrag30.07.2026 , 05:55 Uhr
Das ist in Deutschland nicht nur den Linken vorbehalten, sondern auch schon immer den Rechten. Der gemeinsame Nenner ist halt Antisemitismus. Das war schon in den 30ern so als ein Ernst Niekisch mit Mussolini eng war und Hitler eher wegen seiner russlandfeindlichen Haltung beklagt hat, der Rest war ja gut. Letzterer hat dann praktisch die gesamten Führungskräfte der palästinensischen Nationalbewegung während des Krieges in Berlin versammelt. Der ein oder andere Nationalsozialist hat umgekehrt nach dem Krieg in arabischen Ländern Asyl gefunden. Von den zahlreichen SS-Soldaten, die dann im Palästinakrieg gekämpft haben ganz zu schweigen. Und ein Möllemann hat da ja als Liberaler auch seinen Senf zu abgegeben.
Wunder oh wunder: Viele Deutsche sind halt Antisemiten.
Und der Antisemit in seinem Wahn vergisst halt schnell alles andere, wenn er nur loslegen darf. Da ists dann auch egal wer bei der Hatz neben ihm steht.
zum Beitrag29.07.2026 , 19:23 Uhr
Das bezog sich auf palästinensisch-arabischen Nationalismus im Allgemeinen, nicht auf die Hamas im Speziellen. Dass die Hamas die Vernichtung zugewanderter wie seit Jahrhunderten dort lebender Juden, Drusen, Beduinen, Christen usw. will: geschenkt. Wohlgemerkt Vernichtung, Vertreibung würde nicht reichen. Explizit auch in Hamas Dokumenten so formuliert.
zum Beitrag28.07.2026 , 19:59 Uhr
Man könnte schon mehr Mitleid mit den Palästinensern haben. Wie den Beduinen, die von der Hamas beschossen, ermordet und entführt wurden, weil sie auf der falschen Seite der Grenze wohnen. Und von Teilen der jüdischen Mehrheitsgesellschaft oft genug wie Dreck behandelt werden.
Oder man hat wie die Autorin halt vor allem Mitleid mit Ethno-Nationalisten und deren erfolglosen Bewegungen.
Aber dann kann man auch Mitleid mit Smotrich haben. Der ist schließlich selbst in der Definition der PLO auch Palästinenser.
Reisende soll man nicht aufhalten.
zum Beitrag28.07.2026 , 17:03 Uhr
Im Kern verstehe ich, was Sie sagen wollen. Aber da wird dann doch einiges durcheinander geworfen. Vielleicht ein Teil des Problems: Viele Fehlvorstellungen über Islamismen.
Die Hamas verbindet republikanisch-sunnitischen Islamismus mit palästinensischem Nationalismus. Also die Vorstellung, dass Fellachen (im Sinne von traditionell sesshafte Araber) einen Nationalstaat haben sollten, in dem Drusen, Juden, Tscherkessen, Beduinen usw. -gelinde gesagt- nicht staatstragend seien sollen. Die Hamas erweitert diese Liste noch um Christen, Schiiten, Queere.
Im Iran ist dagegen der republikanisch-schiitische Islamismus mit Rahbar als zentraler Figur Staatsideologie. Die Ideologie der Hamas oder überhaupt ein palästinensischer Nationalstaat ist damit völlig unvereinbar. Und sobald Israel die schwächere der beiden Staatsideologie wäre, würde die iranische Führungsschicht die Palästinenser (für Iran: nützliches Kanonenfutter) de facto schneller fallen lassen als eine heiße Kartoffel (wie auch schon im 1. Golfkrieg).
Der IS ist kalifatistisch-sunnitischer Islamismus. Auch für diesen ist Nationalstaatlichkeit nicht minder Feind wie der Zionismus oder die iranische Staatsideologe.
zum Beitrag26.07.2026 , 20:37 Uhr
Das wissen wir doch schon: Junge Männer werden in patriachalen Denkmustern groß und scheitern dann grandios in mehr oder minder liberalen Gesellschaften, weil, trotz aller Fehler die diese Gesellschaften haben (insbesondere, dass dort auch hochfunktionale patriachale Gewaltäter in Machtpositionen kommen), dort ihr Verhalten sie aus der breiten Mittel- und Oberschicht exkludiert/zu Versagern macht. Und damit können sie nicht umgehen bzw. nur mit Gewalt.
Die eigene zufällige Herkunft entscheidet dann nurnoch darüber ob man islamistischer oder rechtsradikaler Gewaltäter wird. Oder halt "Idealist".
Unsere Behörden "versagen" im Umgang mit solchen Gewaltätern aus zwei Gründen: Personalmangel in Bildung und Sicherheit und dass es eben (noch) liberale Gesellschaften sind, die (noch) nicht mit permanenter Überwachung und präemptiver und disproportionaler Gewalt auf (potentielle) Gewalttäter reagieren.
zum Beitrag26.07.2026 , 20:19 Uhr
Es kann einem einfach nur unendlich leid tun.
zum Beitrag23.07.2026 , 18:00 Uhr
Ich habe überhaupt keinen Vergleich gezogen. Beides ist nicht verhleichbar.
Gesucht wird Nethanyahu als Kriegsverbrecher von einer internationalen Organisation, der sein Staat nicht beigetreten ist. Wenn das in Zeiten der Vereinten Nationen geht, dann kann die Souveränität von Staaten ohne deren Zustimmung eingeschränkt werden. Und das hat weitreichende Konsequenzen auf prinzipieller Ebene und Auswirkungen auf ganz andere Dinge, die sonst nichts miteinander zu tun haben. Übrigens auch auf die Souveränität Palästinas und die Inhaftierung und Aburteilung von Palästinensern.
Der Vergleich wäre Milosevic, der von einem durch die Vereinten Nationen geschaffenen Tribunal angeklagt wurde. Sein Staat war Mitglied eben jener Organisation.
zum Beitrag22.07.2026 , 20:06 Uhr
Heiße Luft, wie so viel von Mamdanis Politik. Am Ende ist er eben nur Trumps Spiegelbild.
Die viel interessantere Frage internationalen Rechts ist, ob sich Staaten vertraglich darauf einigen können, die Souveränität anderer Staaten zu verletzen. Denn das ist was die Festnahme eines Staatsoberhaupts durch IStGH-Vertragsstaaten bedeuten würde. Deswegen will hier auch niemand einen Präzidensfall schaffen.
Sollte die Antwort "Ja" lauten, wären auch Verträge wie der Hitler-Stalin-Pakt zur Aufteilung Polens nicht prinzipiell Unrecht.
zum Beitrag08.07.2026 , 07:05 Uhr
Zustimmung, auch wenn ich es ja nicht als paradox sehen würde.
Genau das was passiert ist, ist genau das, was von rechter Seite gewünscht ist. Die Leute aus der Pressekonferenz von Widersetzen und der Rest linker Apologeten sind für die AfD-Lobbyisten maximal nützlich.
zum Beitrag08.07.2026 , 07:00 Uhr
Das ist im Kern dieselbe Argumentation, die häufig bei Polizeigewalt zur Anwendung kommt. Kein Presseausweis, die haben sich provokant hingestellt usw.
zum Beitrag07.07.2026 , 18:05 Uhr
So sollte es eigentlich links selbstverständlich sein. Aber anscheinend halten manche Leute Hufschmied für einen Beruf mit Zukunft...
zum Beitrag22.06.2026 , 14:45 Uhr
Wäre nicht nur ein Offenbarungseid, es ist ein Offenbarungseid, was die Linke als Partei liefert.
Ich wäre für sehr viel mehr Verstaatlichung von Wirtschaftszweigen der Daseinsfürsorge, liberalere Abtreibungsgesetzgebung, stärkerer Schutz von Frauen von sexueller Gewalt, solidarischerer Sozialleistungen, offenere Grenzen. Ich glaube, dass nicht die Zuwanderung das Problem ist, sondern die Probleme entstehen, weil Zuwanderer ausgegrenzt werden. Usw...
Mittlerweile wähle ich CDU. Trotz allem Filz und Deutschtümelei.
zum Beitrag22.06.2026 , 07:31 Uhr
Er ist halt sehr von der imperialistischen Linken geprägt. Faschist ist wer Cola trinkt oder als Beduine die Hamas bekämpft, weil sie einem die Schulbildung verweigern.
Dass Teile der CDU mittlerweile universalistischer sind als Teile der Linken, macht den Vergleich umso absurder.
zum Beitrag09.06.2026 , 06:44 Uhr
"Und wie alle mit Verlust daraus hervorgehen."
Eben doch nicht alle, gewonnen hat mal wieder der "alte weiße Mann". Der wohnt nämlich gar nicht erst in diesem Umfeld.
zum Beitrag06.06.2026 , 18:45 Uhr
Interessant wie die eigene Brille färbt.
Unterscheidet sich die deutsche Politik bezüglich Nahost wesentlich von der österreichischen? Die sind schließlich gewählt worden. Mal davon abgesehen: Wenn man die Entwicklung im "Globalen Süden" sich anschaut, dann haben sich einige Länder in den letzten Jahr(zehnt)en von der traditionellen Palästinasoldiarität verabachiedet und Israel einige Partner gewonnen. Das dürfte also Wunschdenken sein.
Wenn man sich Stimmen insbesondere aus Afrika anhört, dann scheint es eher Überheblichkeit und Kolonialherrenmentalität aus der deutschen Linken (im Sinne von ab SPD) gewesen zu sein. Auch hier würde der Vergleich zu Österreich dies zeigen: die tatsächliche Außenpolitik unterscheidet sich kaum wie erwähnt kaum, die Österreicher machen diese nur mit weniger Moralpredikten.
zum Beitrag28.05.2026 , 11:19 Uhr
Da liegt der Hase im Pfeffer. Merz ist wirtschaftlich völlig ahnungslos und war wohl schon zu Blackrock-Zeiten der Frontmanm, der halt unterschrieben hat.
zum Beitrag28.05.2026 , 05:09 Uhr
Das trifft es. Und selbst nicht merken, welche argumentativen Grundstrukturen das eigene Handeln legitimieren sollen.
"Warum sind die denn nicht besser ausgebildet" ist auch nicht anders als "Warum war der Rock nicht länger".
Man übt halt einfach gerne Gewalt aus und sucht dafür eine Begründung.
zum Beitrag17.05.2026 , 12:57 Uhr
An sich ist da gut.
Schade nur, dass die palästinensische Zivilbevölkerung mal wieder damit in Verbindung gebracht wird. Benutzt von antisemitischen linken Europäern, an deren Wesen die Welt genesen soll, die aber letztlich mehr Schaden für die Palästinenser anrichten als alles andere.
zum Beitrag17.05.2026 , 10:32 Uhr
Das Leid der Palästinenser besteht kausal eigentlich schon seit 250 Jahren. Nur wird die vollständige Geschichte sehr selten erzählt.
zum Beitrag16.05.2026 , 21:55 Uhr
Ja, sehr viel Skepsis. Wie man an meinem ersten Kommentar sieht, habe ich dem Autor das erst abgekauft, dass Olmert das gesagt hätte.
Das Geschmäckle ist dann schon Geschmack. Da fragt man sich schon, ob die palästinensischen Quellen das überhaupt so gesagt haben, oder ob da nicht wie bei der Aussage von Herr Olmert verfahren wurde.
zum Beitrag16.05.2026 , 19:18 Uhr
Kurz und bündig: Wohl ja.
zum Beitrag16.05.2026 , 17:56 Uhr
Gerade gelesen, dass sich Olmert zu dem Artikel gemeldet hat und unterstrichen hat, dass er sich beim benutzten Zitat nicht darauf bezogen hat und dass es in dem Interview mit ihm mit keinem Wort um das ging, was im NYT-Artikel beschrieben wurde. Das ist dann journalistisch nichtmal mehr fragwürdig...
zum Beitrag16.05.2026 , 07:12 Uhr
Sicherlich gibt es auch sexuelle Gewalt gegen palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen. Das sehe ich wie Olmert.
Sicherlich wird auch von offzieller Seite versucht Recherche zu behindern. Siehe den Fall der Militäranwältin. Im Gegensatz zu Herr Potter kann ich verstehen, dass man das als Meinungsbeitrag veröffentlicht. Eben um sich rechtlich abzusichern.
Was ich nicht verstehe, dass man als NYT-Journalist mit gewissen Ressourcen so wenig Aufwand treibt (oder ihn vielleicht ergebnislos getrieben hat), dass man keine Quelle findet, dir nicht Hamas nah ist und deshalb bestenfalls zweifelhaft ist. Whistleblower gabs in der israelischen Geschichte schließlich genug, von Vanunu bis Tomer-Jeruschalmi.
Dass der Autor es für völlig unrealistisch hält, dass (einzelne, nicht alle) Palästinenser mit Verbindungen zur Hamas sowas aus propagandistischen Zwecken erfinden könnten, macht den Autor entweder naiv oder selbst zweifelhaft.
Zusammen mit dem Veröffentlichungzeitpunkt hat das dann n mal wieder n kräftiges Geschmäckle.
zum Beitrag12.05.2026 , 20:25 Uhr
Wenn da nur nicht der gegenseitige Hass sämtlicher Volksgruppen gegeneinander wäre. Der gute Mensch, der im Artikel zitiert wird, hat das ja schon zusammengefasst "Libanon den Libanesen und Palästina den Palästinensern". Aka "Palästinenser, macht was ihr wollt. Nur nicht in meinem Land."
Also gleich nachdem Putin und Selensky 'n guten Männerabend zusammen hatten und Trump sein gesamtes Vermögen an NOW gespendet hat. Das dürfte ähnlich schwer oder unmöglich sein.
zum Beitrag12.05.2026 , 19:46 Uhr
"Israel schuf der Hisbollah das Feld."
Klar, und die schiitischen Vorläufermilizen der Hisbollah, die schon Raubzüge gegen jüdische Orte in der Region getan haben, als das alles noch das osmanische Reich war, die haben natürlich nichts damit zu tun. Und dass sich schiitische Milizen mit den Palästinensern bekriegt haben auch nicht. Und dass Schiiten und Palästinenser sowie Christen sich gegenseitig massakriert haben auch nicht. Und der syrische Bürgerkrieg auch nicht. Und von der iranischen Revolution ist das ganze auch vollständig unabhängig. Etc. pp.
Alle haben sich ja lieb.
Niemand gibt sich da irgendwas. Dass die Führung all dieser Gruppen sich durch nichts von Bibi, Ben Gvir und dem homophoben Faschisten unterscheidet, das will man halt in bestimmten Kreisen nicht sehen...
zum Beitrag12.05.2026 , 17:47 Uhr
Wie sie schon sagen, nicht als freiwillige Entscheidung. Ihre Kollegen haben sich dem ja offensichtlich sobald wie möglich entledigt.
Und auch im Arbeitskontext ist das ja nurnoch sehr bedingt der Fall. Während des Studiums habe ich für einen Versanddienstleister im Büro gearbeitet. Da hatte nichteinmal der Niederlassungsleiter einen Anzug an. Mittlerweile arbeite ich in der Gebäudetechnik und bin daher in vielen Kontexten unterwegs. Bei einem unserer Kunden ist eine amerikanische Großkanzelei in Frankfurt in der Innenstadt angesiedelt, bei einem anderen ein bekanntes Geldinstitut am selben Ort (nur Backoffice). Einen vollständigen Anzug mit Krawatte habe ich da noch nie gesehen, nichteinmal bei den Partneranwälten. Die tragen dann ab und an mal ein Sakko, bei sehr seltenen Kundenterminen. Die meisten Anwälte kommen in Chino und Hemd mit Pulli oder ähnlichem und das war's.
Und wenn ein Lehrer im Anzug käme, da wär heutzutage was los. Da würden sich die Schüler das Maul zerreißen.
Und über die 3/4-Cargo-Hose hat sich der Kollege sicherlich auch nicht den Kopf zerbrochen.
zum Beitrag12.05.2026 , 06:35 Uhr
Der Autor kreist ja irgendwie um den Anzug als "letzte ästhetische Aussage" und geißelt Kleidung die der Arbeit etc. entlehnt ist. Dabei entstammt das klassische Sakko ja durchaus dem Bauernkittel. Also Arbeitskleidung. Im Laufe der Zeit nur mit immer feineren Stoffen getragen und so nicht mehr als Arbeitskleidung tauglich. Wie eben Jeans mit Löchern.
Davon abgesehen sollte der klassische Anzug genau das machen und war gerade deswegen Zeichen des Liberalismus: den Körper verstecken und keine Standeszugehörigkeit zeigen. Dann wurde historisch mehr und mehr aus Standesdünkel daraus eine Wissenschaft für sich gemacht, wie der Anzug zu sitzen hatte, welche Stoffe zu tragen sind etc. Der Anzug wird also vor allem deswegen nicht mehr getragen, weil er nicht mehr als Zeichen des Liberalismus (v.a. im sozialliberalen Sinn) taugt. Der Hoodie schon viel eher.
Militäruniformen waren auch grade im Adel (aber vor allem im Kaiserreich dann nicht nur) schon vor den Zeiten des bürgerlichen Anzugs verbreitet. Also auch da blendet der Autor historischen Kontext aus, oder kennt ihr nicht.
Hoodie - nicht anziehen - Treyvon Martin... Zum Bourgoisen kommt da dann noch 'n anderes Geschmäckle...
zum Beitrag09.05.2026 , 17:21 Uhr
Exzellente Zusammenfassung der ganzen Problemlage vieler bis (fast) aller Männer, die sich durch Zeit und Raum zieht, insbesondere in den letzten beiden Sätzen von Aurel Mertz.
zum Beitrag05.05.2026 , 06:36 Uhr
Ich würde ihnen in ihrer Wertung widersprechen: Der Antisemitismus in Europa ist heute genauso virulent wie damals. Es gibt höchstens saisonale Schwankungen.
Klar Urheber in Damaskus war der französische Konsul. Aber es fiel eben auf fruchtbaren Boden. Deswegen kann man es auch (aber in keiner Interpretation ausschließlich) dem entstehenden arabischen Nationalismus zuschlagen, auch wenn diese Interpretation nicht zwingend ist.
Der Antisemitismus im Nahen Osten ist zu großen Teilen ein europäischer Import, der, gemeinsam mit dem Nationalismus, durch den europäischen Kolonialismus vor über 200 Jahren dorthin gebracht wurde.
Noch um den ersten Weltkrieg waren die meisten Juden einem linken arabischen Nationalismus zugeneigt und fanden Zionismus nicht so das gelbe vom Ei. Das hat sich geändert als rechte arabische Nationalisten um die Zeit die Integration von Juden in die arabische Nation verhindert haben, weil sie eben Antisemiten waren. Es gibt eine ideologische und personelle Kontinuität bis zu Abbas und Sinwar heute.
Der antisemitische palästinensische Nationalismus im obigen Kontext war zuerst da. Dann kam Israel als Folge von alledem.
zum Beitrag05.05.2026 , 06:17 Uhr
Genau hier liegt das Problem. Persönlich bin ich mir ziemlich sicher, dass in diesem Krieg von israelischer Seite zahlreiche Verbrechen begangen wurden. Aber einen hinreichend akkuraten Überblick habe ich nicht, weil Frau Albanese aufgrund ihres "Gesamtwerks" für mich völlig unglaubwürdig ist. Dass ich daher ihre Berichte in Zweifel ziehe: Genau deswegen halte ich Sie für eine Fehlbesetzung.
zum Beitrag04.05.2026 , 19:00 Uhr
Sie haben Recht, ihr Mandat ist schon tendenziös angelegt. Aber das ist ein Strohmann. Zu ihrem Mandat gehört es ebensowenig über die Menschenrechtssituation in Afghanistan unter den Taliban zu reden. Dass sie das trotzdem tut und nicht auch über die ihrem Mandat mindestens geographisch näherliegenden Menschenrechtsverletzungen der Hamas usw., führt eben zu der Frage warum sie im einen Fall spricht und im anderen nicht. Und das warum scheint selbst Antonio Guterres (selbst wohl kein Israelfreund) zu vermuten, jedenfalls "gefällt ihm nicht alles, was sie sagt".
zum Beitrag04.05.2026 , 17:36 Uhr
Kann man sich selbst für Konfliktabschnitte oder Jahre ausrechnen, wo alle relevanten Zahlen bekannt sind. Das höchste Verhältnis ist tatsächlich im Jahr 2007 (Stichwort Fatah-Hamas-Konflikt) zu finden: 373 Palästinenser von israelischer Seite getötet, 161 Palästinenser von Palästinensern.
Ergibt abgerundet 30%.
Unter 10% kommt man, wenn ich mich recht erinnere, nie.
reliefweb.int/repo...s-drop-2007-report
web.archive.org/we.../news/54-2007.html
zum Beitrag03.05.2026 , 20:17 Uhr
Kann ich so unterschreiben.
Was ich spannend finde ist, wie unterschlagen wird, wie alt der palästinensische Terror gegen Juden ist. Selbst wenn man frühere Vorfälle (Safed, Damaskus) als nicht spezifisch palästinensisch/arabisch-nationalistisch klassifiziert, so hat der moderne palästinensische Terror mit Mohammed Tahir al-Husayni seinen Vater. Und der hat Terror spezifisch gegen jüdische Migranten aus dem osmanischen Reich gefordert, d.h. staatsinterne Migranten. Muslime aus dem Jemen waren willkommen, Juden nicht. 50 Jahre vor der israelischen Staatsgründung und bevor es überhaupt jüdische Masseneinwanderung gab.
zum Beitrag03.05.2026 , 19:44 Uhr
Mehr noch, sie schlägt die Verbrechen der Hamas noch Israel zu. Wenn sie von den 22.000 Kindern spricht, die Israel getötet haben soll, dann bezieht sie sich das offensichtlich auf das Gaza MoH, das ca. 22.600 Kinder als getötet meldet. Dass aber in allen bisherigen Konflikten palästinensische Milizen für 10-25% der palästinensischen Kriegstoten verantwortöich sind, wird verschwiegen. Für den Gazakrieg heißt das schlicht, dass man davon ausgehen kann, dass Israel für unter 20.000 der toten Kinder verantwortlich ist, während mehrere Tausend auf das Konto von Hamas und PIJ gehen dürften. Macht es keinen Deut weniger schrecklich. Macht Frau A. aber zur Propagandistin von verantwortlichen für solche Gräueltaten und damit moralisch bankrott.
Dass die Hamas dann auch noch Kindersoldaten zwangsrekrutiert und dann für viele weitere Fälle zumindest Mitschuld trägt - geschenkt.
zum Beitrag02.03.2026 , 17:09 Uhr
Es geht wohl um folgenden Text:
www.rosalux.de/fil...itischer_Islam.pdf
Ich würde das nicht als "Kooperation" lesen, sondern eher als Versuch die Machtposition der Linken zu stärken in dem man Islamisten "bekehrt". Siehe auch mein Kommentar unten, der genau dies thematisiert.
zum Beitrag28.02.2026 , 13:20 Uhr
Das ist eine ganz alte Leier. Man versucht Menschen mit in der Gesamtbetrachtung kleinen Gemeinsamkeiten (in diesem Fall wohl der Antikapitalismus der Linken und Islamisten, auch wenn dieser völlig anderer Natur ist) zu benutzen, um selbst Einfluss zu erlangen und hofft dann diese überzeugen zu können, obwohl man sie eigentlich nicht versteht. Das ist ein gefährliches Spiel: Am Ende steht immer die Möglichkeit das Spiel zu verlieren und selbst gekapert zu werden. Und was dabei rauskommen kann, sollte spätestens bekannt sein, seit dem dies den Konservativen in der Weimarer Republik passiert ist. In welche Richtung das Pendel ausschlägt hätte Linken eigentlich mit den Folgen der Islamischen Revolution klar sein müssen und die Reißleine gezogen werden. Bei der WCAR 2001 hat man gesehen, dass genuin linke Thesen kein Gehör mehr gefunden haben und die Übernahme der Linken durch Islamisten unumkehrbar fortgeschritten war. Wie der Autor treffend feststellt hat, hätten die Urheber der linken Theorien sich dem verwahrt. Der Begriff Islamogauchisme ist daher auch schon gar nicht mehr zutreffend. Bei diesem Personenkreis handelt es sich um Islamisten. Sie wissen es nur noch nicht.
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