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Linksfraktion streitet über ihre DiätenVöllig entfremdet von der Arbeiterklasse

Marie Frank

Kommentar von

Marie Frank

Einige Linken-Abgeordnete verweigern eine Begrenzung ihrer Diäten. Dabei ist diese dringend notwendig, um glaubwürdig zu sein.

E in Gehalt von 2.850 Euro netto plus 350 Euro pro zu pflegendem Angehörigen oder Kind – viele Ar­beit­neh­me­r:in­nen in Deutschland würden sich darüber freuen. Für einige Linken-Abgeordnete scheint das allerdings eine Zumutung zu sein: Kurz vor dem Parteitag im Juni mehrt sich der Widerstand gegen einen Antrag des Parteivorstands, die Diäten der Linken-Abgeordneten in Höhe des Durchschnittslohns deutscher Ar­beit­neh­me­r:in­nen zu deckeln und den Rest zu spenden.

Prominentester Gegner ist Bodo Ramelow. Der scheint trotz seiner vergangenen Einnahmen als Ministerpräsident Thüringens in Höhe von monatlich rund 16.000 Euro auf die derzeit 11.833 Euro Abgeordnetendiät angewiesen zu sein: Per Eilantrag hat er die Schiedskommission der Partei aufgefordert, den Antrag umgehend aufzuheben. Sein Kollege Michael Moses Arndt, der das Vorhaben per Gutachten stoppen will, wähnt sich mit dem Durchschnittslohn schon am Existenzminimum – das liegt derzeit bei rund 1.000 Euro.

Diese abgehobenen Reaktionen zeigen, wie wichtig und richtig eine Deckelung der Abgeordnetengehälter wäre. Die steigen in der Regel Jahr um Jahr automatisch an – zum 1. Juli um knapp 500 Euro auf 12.330 Euro plus steuerfreie Aufwandspauschale von rund 5.500 Euro –, Einkünfte aus Nebentätigkeiten nicht mitgerechnet. Während die arbeitende Klasse wochenlange Tarifkämpfe führen muss, um läppische 2,5 Prozent Lohnerhöhung durchzusetzen, die die Preissteigerungen nicht ansatzweise ausgleichen.

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Für die Linkspartei geht es hier um ihre Glaubwürdigkeit: Will sie die arbeitende Klasse vertreten, sollte sie auch ihre Realität kennen. Wer sich jedoch in einer Limousine kutschieren lässt, statt Öffis zu fahren, in einer Villa wohnt statt zur Miete und dazu noch privat versichert ist, kann die Sorgen und Nöte der großen Mehrheit der Bevölkerung schwer nachempfinden.

Das zeigen auch die Argumente der Deckelungs-Gegner:innen: Das Gehalt von Abgeordneten müsse der Bedeutung des Amtes und der anstrengenden Arbeit gerecht werden, heißt es. Das trifft allerdings auch auf Krankenpfleger:innen, Reinigungskräfte oder Bus­fah­re­r:in­nen zu. Wer glaubt, besser als sie zu sein, hat in der Linken nichts verloren.

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Marie Frank

Marie Frank Redakteurin

Redakteurin bei der taz mit Schwerpunkt soziale Bewegungen, Migration, Klassenkampf und soziale Gerechtigkeit. Hat politische Theorie studiert, ist aber mehr an der Praxis interessiert.
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173 Kommentare

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  • Niemand sollte mehr verdienen als der Durchschnitt. Jeder Mensch ist gleich viel wert.

    • @Querbeet:

      Und niemand sollte nachts arbeiten müssen. Alle Menschen haben das gleiche Recht auf Nachtruhe. 😇

    • @Querbeet:

      Menschen sind gleich viel wert, unabhängig vom Geldbeutel. Okay, hat aber wenig mit dem Verdienst zu tun.

      Mich würde interessieren was Queerbeet dazu meint:

      Jedoch sollten wir nicht die, die Verantwortung und Risiken tragen, bereit sind sich mehr und länger einzubringen nicht benachteiligen.

      Warum soll jemand, derjenige, der sich durch Fleiß und Engagement auszeichnen und etwas erreichen will, nicht die Früchte davon tragen?

      Mir ging es ähnlich, hatte in jungen Jahren über 3-4Jahre mehrere Jobs und wöchentlich mindestens 60-70h gearbeitet um eine kleine Wohnung anzahlen zu können. Danach dann im Außendienst von morgens bis spät in den Abend gearbeitet, wo viele meiner Freunde schon lange zu Hause waren und Freizeit hatten.

      Das war der einzige Weg um es zu schaffen!

  • Was ein Grundschuldirektor verdient, das sollte man den Parlamentariern ruhig gerne belassen. Das macht sie nicht zum Feind der Armen.

  • Die Gehälter, der von uns legitimierten Parlamentarier, parteiübergreifend einfach gestaffelt nach erbrachten Leistungen, vergüten. Wir könnten auch gerne noch Prämien, bei besonders hervorzuhebenen, außergewöhnlichen erbrachten Leistungen ausloben, vielleicht bekommen dann Parlamentarier / Politiker einen kleinen Anreiz, auch etwas zeitnah für die Bevölkerung auf den Weg zu bringen, also positiv auf den Weg zu bringen - von positiv.



    Und nicht Schwerpunktmäßig nach den Interessen von Industrie-, Wirtschafts- & Kapitalstrukturen zu agieren....

    • @Alex_der_Wunderer:

      Wie waere es, der Einfachheit halber, die Verguetung erst einmal an die Wahlbeteiligung zu koppeln?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Prima Idee:

      - wer entscheidet ob Prämie oder nicht?



      - wie hoch ist die Prämie?



      - kann gehen die Entscheidung Einspruch erhoben werden?



      - nach welchen Kriterien wird die Höhe des Bonus festgelegt?



      - wie wird die Leistung der Opposition bemessen?

      Und Last but noz least? Wer tut sich nen 50/60/70 Stunden job an, wenn einem ein sich wundernder Mensch die Bezüge auf die eines Bürgerhilfe Empfängers kürzt? Da geht jeder halbwegs qualifizierte in die Wirtschaft.... Und der Bürger kann sich nur noch mehr wundern...

      • @Biker-Ffm:

        @Biker-Ffm



        Och Nö jetze, Opposition - Sie sehen unser Parlament mit seinen 630 Darstellern nicht in der Gesamtheit, als Gemeinschaft sozusagen ? Sollten Sie aber tunlichst !



        Die Gesamtheit der Darsteller des Bundestag 2025, hat sich zum Bespiel in ihrem ersten Gemeinschaftsprojekt, im zweiten Wahlgang einen Bundeskanzler gewählt.



        Nun gilt es, für diese Gemeinschaft der 630 legitimierten Parlamentarier, die Top Ten der akuten Regierungsaufgaben abzuarbeiten.



        Ob wir als Bevölkerung, in der Bewertung über die geleistete Arbeit der 630 Parlamentarier, mit den Vertretern der Industrie-, Wirtschafts-& Kapitalstrukturen die sich sicherlich auch an der Beurteilung der abgelieferten Arbeit ihrer Parlamentarier beteiligen werden, übereinstimmen bleibt abzuwarten...

  • Mein Gott, hier wird mal wieder auf Die Linke eingedroschen wegen einer eher symbolischen politischen Marginalie, die bestimmt nicht über das Wohl und Wehe unserer Demokratie entscheidet.



    Fakt ist, dass es gute Gründe für BEIDE in der Linkspartei vertretenen Standpunkte gibt. Wünschenswert wäre doch, wenn diese Positionen auch in den anderen Bundestagsfraktionen offen diskutiert würden - aber Fehlanzeige!. Wie so oft trägt Die Linke hier nur einen politischen Stellvertreterkonflikt aus, der eigentlich gesamtgesellschaftlich diskutiert werden müsste.



    Alle anderen Parteien stehen dabei nämlich feixend-hämisch nichtstuend am Rande und versuchen höchstens noch, politisches Kapital aus dem innerlinken Meinungsstreit zu schlagen - derweil die Demokratie, so wie wir sie kannten, vollständig den Bach runter geht.

    • @Abdurchdiemitte:

      Wo trägt die Linke denn da bitte einen Stellvertreterkonflikt aus?

      Die Abgeordneten kriegen ihr Diäten für ihre Tätigkeit.



      Nun verlangt die Linkspartei von ihren Leuten, sie sollen den Löwenanteil davon bitteschön der Partei spenden.

      Sie verbrämt das Ganze dazu moralisch.

      Was sollen wir da gesamtgeselkschaftlich diskutieren?

      Wer findet, dass die Diäten zu hoch sind -und davon gibt es viele -, soll demonstrieren gehen.

      Aber aus den Diäten über sozialen Druck Parteispenden zu machen, ist mun nichts, wo ich die anderen Parteien in der Pflicht sehe, das zu diskutieren.

      Wenn die Linke ehrlich wäre, würde sie für geringere Diäten eintreten.

      Das Geld will sie aber schon haben.

      Allerdings für die Partei.

  • Herrlich.

  • Am Thema vorbei. Abgeordnete haben ihre Diäten wohl verdient, sie stehen regelmässig im Kreuzfeuer, arbeiten meist rund um die Uhr und sind vom stets wechselnden Wählervotum betroffen. Gelingt was, wird es ihnen selten gutgeschrieben, dafür kriegen sie regelmäsdig Prügel für allws, was nich läuft, egal, ob es in ihrer Machr steht. Ich möchte nicht tauschen, eine ebenfalls hart arbeitende Krankenschwester wohl auch nicht, die sich ja selber um ein Mandat bemühen könnte....

    • @Sebastian Kreibig:

      "eine ebenfalls hart arbeitende Krankenschwester wohl auch nicht, die sich ja selber um ein Mandat bemühen könnte...."

      Politik zieht oft Menschen an, die früh Zugang zu Bildung, Diskussionen, Netzwerken und Sicherheit hatten.



      Sie können ja mal die Berufe der Eltern unserer Spitzenpolitiker recherchieren. Die allermeisten Akademiker/Besserverdiener.

      Ich glaube eine Krankenschwester hat nach 41 Stunden Schicht-Wochenenddienst und noch Haushalt wenig Zeit für Wahlkampf und wenig Energie für große Reden. Fair, dass Abgeordnete das 3-fache (+ unendlich viele Vergünstigungen/Zulagen) verdienen ist es jedenfalls nicht.



      Zudem frage ich mich, wer der Gesellschaft einen Mehrwert leistet. Ein Politiker, der den ganzen Tag reden schwingt, und unser erwirtschaftetes Geld verpulvert (was natürlich nicht auf alle zutrifft), oder ein Straßenbauer, Lokführer oder eben die Pflegekraft, die wirklich arbeit leisten von der jeder von uns profitiert.

      • @Pawel_ko:

        "eine Krankenschwester hat nach 41 Stunden Schicht-Wochenenddienst und noch Haushalt wenig Zeit für Wahlkampf"

        Deswegen hat sie ja einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit - wie jeder andere Parlamentskandidat...

      • @Pawel_ko:

        Wofür die Krankenschwester immer herhalten muss.



        Ist das überhaupt die korrekte Berufsbezeichnung? Und warum gibt es keine Krankenbrüder?

      • @Pawel_ko:

        @Pawel_ko

        Berufe der Eltern unserer Spitzenpolitiker....also da recherchieren Sie aber bitte nochmal ordentlich nach...



        Merkels Vater - Pastor



        Gerhard Schröder - auch aus einfachsten familiären Verhältnissen



        Sigmar Gabriel ebenso



        Boris Pistorius auch recht schlichtes Elternhaus



        Der Söder, aus einer Maurerfamilie,, ok gut in die Baumüller-Gruppe GmbH & Co KG eingeheiratet



        Dann der Karl-Theodor zu Guttenberg, vermögende Familie aber kein Spitzenpolitiker vom Intellekt her.



        Also in unserem Bundestag haben wir schon ne' ganz schön bunte Tüte von Gestalten....

  • Noch bizarrer als die Diätenkdiskussion ist die Vorstellung es gebe ein "Arbeiterklasse".

    • @FraMa:

      Der Begriff ist tatsächlich schwierig zu fassen dieser Tage.



      Eigentlich muss man von "Unterschicht" sprechen, weil "echte Arbeiter" ja oft gar nicht so schlecht dastehen, finanziell und auch im Bezug auf Bildung und Teilhabe. Genau genommen geht es mittlerweile um Hilfsarbeiter, Minijobber, Aushilfskräfte, aber genauso um schlecht bezahlte Angestellte die oft ja sogar studiert haben. Man sieh sich nur mal den sozialen Bereich an.

      • @Sonderzeichen:

        Wer von der Arbeiterklasse spricht, meint nicht unbedingt schlecht bezahlte akademischen Angestellte.

  • Die linken sind recht lange schon nicht mehr wirklich "links", in dem Sinne das der "Kern" von Links soziale Sicherheit,Verteilungsfrage i und Friedenspoltik wäre.

    In diesem Bereich "liefert" die Linke aber bestenfalls etwas "linke Folklore" wie Vorschläge "große Wohnungsgesellschaften enteignen" und ergleichen, aber nichts Umsetsbares mit Substanz.

    Der Begriff "Livestyle-Linke" beschreibt es gut, eine Linke die den linken (oder pseudo-linken) "Lifestyle" zelebriert und anpreist also "verganes Essen", "Gender-Sternchen", "freie Wahl des rechtlichen Geschlechts" und ein bische Gerde davon das Unternehmen böse sind usw.

    Währen all Jene die "wirkliche" Linke Poltik erwarten enttäuscht werden.

    Wirkliche Friedenspolitik, die z.B. im Fall der Ukraine-Kriegs mit harter Selbstkritik an der auch Deutschen NATO-Poltik der letzten 20 Jahren beginnen müsste ...



    --> Fehlanzeige.

    Realistische auf Wohlstands-Verteilung ausgerichtete Vorschläge zu Wirtschaftspolitik ...



    --> Fehlanszeige.

    Realitische Vorschschläge zur "echten" Reformen der Sozialsysteme im Interesse der Bürger die unbürokratische Hilfe sicheren aber auch wirtschaftlich darstellbar sind ...



    --> Fehlanzeige.

    • @Jörg Heinrich:

      Danke, besser hätte man das Problem und die Quelle allen politischen Übels im Westen nicht beschreiben können.

  • Es ist gut, diese Frage zu diskutieren. Eine Begrenzung macht für die Glaubwürdigkeit Sinn, andere engt sie ein.



    Ich glaube, dass die Begrenzung schon sehr deutlich ist und für einige nicht recht umsetzbar. Das klingt zwar merkwürdig, aber die Abgeordneten führen auch ein anderes Leben als Durchschnittsarbeitnehmer. Insofern wären €3500 schon deutlich realistischer...



    Aber darüber muss die Partei entscheiden. Bei vielen anderen Parteien spielen die hohen Diäten und Einkünfte eine sehr negative Rolle, viele Abgeordnete kleben an ihren Ämtern und stehen im Weg. Insofern finde ich die Idee sehr gut. Aber die praktische Umsetzung muss besser austariert werden ...

  • Wer durchschnittlich bezahlt, bekommt auch nur Durchschnitt.



    Durchschnittliches Arbeitsqualitaet, durchschnittliche Arbeitsmoral und eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 34 Stunden.



    Alles andere waere ja kapitalistische Ausbeutung...

    • @elektrozwerg:

      Das heißt also, mit ihrer Logik, dass Krankenpfleger:innen, Reinigungskräfte oder Bus­fah­re­r:in­nen nur durchschnittlich arbeiten? Wie unfassbar realitätsfern.

    • @elektrozwerg:

      Dann müssten bei dem bezahlten Gehalt ja sämtliche Abgeordnete und auch die Bundesregierung absolute Spitzenkräfte sein.

  • Wenn schon dann sollte das vermeintlich „überhöhte“ Gehalt dem Staat und Steuerzahler zurück gegeben werden. Es für die Partei abzuschöpfen hat irgendwie einen faden Beigeschmack.

    • @Leo Onlin:

      Danke

      Mich wunderte, dass das niemandem auffällt.

  • Seit nunmehr Jahrzehnten gibt es eine neue "reine Lehre", in der die Arbeiterklasse nur die historische Klasse ist, das sogenannte "Prekariat" von Experten wie Guy Standing aber längst als "die gefährliche Klasse" unserer Tage ausgedeutet ist, und selbst diese Idee ist schon in die Jahre gekommen - gerade noch brauchbar heute. Ob die Linke mit der Arbeiterklasse fremdelt ist also fast schon egal. Die Linke fokussiert insgesamt zuwenig ihre mögliche Klientel, die von SPD und Linken an andere Parteien teilweise verlorene Arbeiterschaft ist kaum noch zurück zu holen, während die aktuelle Klientel, das Prekariat, zuwenig erkannt wird als Verbündete für moderne linke Parteien, und die Verhältnisse sich so rasch ändern, dass womöglich bereits jetzt neue Klientel neben dem Prekariat Bedeutung gewinnt für linke Gerechtigkeitspolitik. Augen offen halten und nicht jammern über "Entfremdung"! Den Menschen helfen die Hilfe brauchen.

  • Das mag idealistisch eine tolle Idee sein. Aber ehrlich gesagt öffnet das Korruption Tür und Tor.



    Wenn man glaubt alle Menschen sind gut und altruistisch und immer den Gemeinwohl verpflichtet... Ja. Dann kann man das so sehen.



    Aber ein Abgeordneter der dann locker von "Kleingeld" geködert werden kann. Ist in meinen Augen auch keiner Lösung.

    Und ehrlich gesagt, allein diese Deckelung sagt überhaupt nichts aus über die "realitätsnähe" zur Arbeiterklasse. Die meisten Abgeordneten sind Juristen. Es ändert nichts daran wenn diese so tun als wären sie die Arbeiterklasse.

  • Glaubwürdigkeit hin oder her, wer würde sich so einen Job denn für ein Reinigungskraftdurchschnittsgehalt noch antun, mit 60-70h Woche, ständiger Pendelei zwischen Berlin und Wahlkreis, permanenten Terminen an Abenden und Wochenende, wo man bei jeder Lappalie von der Presse beobachtet und seziert wird und obendrein noch immer mehr Hass und Hetze des Online- und Offline-Mobs abbekommt. Was bei all diesen Debatten über die angeblich so gierigen Politiker ständig vergessen wird, ist doch, dass, wer wirklich vor Allem Geld verdienen will, nicht in die Politik, sondern in die Wirtschaft geht. Schon wer es nur bis ins mittlere Management schafft verdient in aller Regel besser als die durchschnittliche Abgeordneten-Diät und das ganz ohne sich alle vier Jahre neu bewerben zu müssen.



    Vielleicht sollte man also die Diäten doch eher um Faktor 10, 20 oder 100 steigern, damit die fähigsten Köpfe nicht länger für Vorstandsetagen und Lobbyverbänden arbeiten, sondern für die Bürger.

  • Objektiv: Wieviel Spendengeld pro Jahr kommt zusammen? Was bewirkt das DE weit?



    Ed ergo: Es geht allein um moralische Deutungshoheiten. Spricht eher dagegen dass die Linke weniger Interesse an ernsthaften Änderungen hat sonder Interesse an einer geneigten Show.

    • @Tom Farmer:

      Wie kann man sich denn so eine seltsame Logik zusammen reimen?

      Das klingt so als hätten Sie "weniger Interesse an ernsthaften Änderungen hat sonder Interesse an einer geneigten Show."

      • @Philipp H.:

        Warum seltsame Logik?







        Wenn die 64 Linken-Abgeordnete alle 2000 Euro spenden, kommen monatlich rund 130T Euro zusammen, was eine Stange Geld ist, aber letztlich im BIP nicht einmal als Zehntel-Promille auftauchen und deutschlandweit absolut nichts ändern würde. Selbst in Relation zu den Gesamtaufwendungen für den Bundestag, was an die 10 Millionen monatlich geht, ist das ein irrelevanter Betrag.

  • Niemand weiß, was z.B. die Altersversorgung der Abgeordneten monatlich kosten würde, wenn man die gleiche Versorgung z.B. bei einer Versicherung einkaufen müsste. Der Abgeordnete Merz versteht die Aufregung über versicherungsfremde Leistungen nicht, weil er selbst nicht pflicht- sondern privatversichert ist.

    Wenn ein Arbeiter als Abgeordneter - egal welcher Partei - in den Bundestag gewählt wird, ist er kein Arbeiter mehr sondern privilegierter Abgeordneter. Das hat natürlich Folgen.

    Etwas mehr Wählernähe würde dem Bundestag gut tun.

    • @test_name:

      "Niemand weiß, was z.B. die Altersversorgung der Abgeordneten monatlich kosten würde, wenn man die gleiche Versorgung z.B. bei einer Versicherung einkaufen müsste."

      Niemand würde ich jetzt nicht sagen 😉

      Zumindest die entsprechenden Versicherungsgesellschaften dürften das wissen, zumal dieses Modell für die Landtagsabgeordneten in Baden-Württemberg eingeführt wurde. Da wurde den Abgeordneten ein Altersvorsorgebetrag in Höhe des maximalen GRV-Beitrags ausgezahlt und: viel Glück...

      Neun Jahre später folgte die Rolle rückwärts, weil zu exakt diesen Konditionen immer noch keine Verträge von der Versicherungswirtschaft angeboten wurden. Jetzt läuft das über ein "berufsständisches" Versorgungswerk der Landtage von NRW, B-W und Brandenburg. Und auch dessen aktuelle Beiträge (irgendetwas über 3000€ / Monat) müssten sich in Erfahrung bringen lassen...

  • Ist doch völlig egal was linke Abgeordnete verdienen, die Arbeiterklasse wird die Linkspartei sowiso nicht wählen

    • @Blöde Putin:

      Das ist wahr.



      Interessanterweise sprechen die (extremen) Rechten die Arbeiter irgendwie besser an als die Linken.



      Vermutlich weil sie einfache Parolen wählen statt komplizierter und politisch korrekter Erklärungen...

      • @Sonderzeichen:

        Nein, weil sie geschickt an Angst- und Selbsterhaltungsmechanismen andocken.

      • @Sonderzeichen:

        Noch mal nachgedacht, und es geht natürlich tiefer:



        - die Arbeiterschaft geht zu McDonalds, kauft ihre Klamotten bei kik, fährt Auto weil ÖPNV unzuverlässig oder nicht verfügbar und wenig Familienfreundlich, fliegt (wenn überhaupt) dann in den Pauschalurlaub weil man sich nichts anderes leisten kann bzw. man sich um sowas keine Gedanken macht nach einer 48h-Wochen.

        - die Linken Parteimitglieder achten darauf möglichst viel Hanfkleidung zu tragen, kaufen nur beim Biobauern vor Ort, Spenden die Hälfte ihres Gehalts an ein Tierheim und backen vegane Cupcakes.

        Arbeiterpartei ist wo?

      • @Sonderzeichen:

        Das liest sich irgendwie überheblich und abwertend gegenüber der "Arbeiterklasse". Vielleicht ist das eher mit ein Grund?

        • @Michel76:

          Ja, das stimmt. Das war sehr Oberflächlich und letztlich auch falsch. Entschuldigung dafür.

  • "...Für die Linkspartei geht es hier um ihre Glaubwürdigkeit: Will sie die arbeitende Klasse vertreten, sollte sie auch ihre Realität kennen..."







    Hat irgendwann jemals jemand von der "klassischen" Arbeiterpartei SPD erwartet, dass ihre Abgeordneten für den Lohn eines Bauhelfers ihrem Beruf nachgehen?







    Ich bin absolut kein Fan der Politiker der Linken, habe aber Respekt vor denen, die tatsächlich freiwillig auf etliche Tausende Euro verzichten für eine aus ihrer Sicht guten Sache. Bei der Freiwilligkeit sollte es aber bleiben. Und die enttäuschten Linken-Wähler mit gutem Gehalt (soll´s ja auch geben) können gerne selbst Verzicht üben, bevor sie es von anderen erwarten.

    • @Sisone:

      Die Sache mit der Freiwilligkeit ist ja immer: morgen sind die Freiwilligen weg, und alles ist wieder beim alten.



      Freiwilliger Verzicht hilft nicht dabei ein System zu ändern, es hilft schlechtestenfalls sogar dabei Veränderungen zu verzögern - denn weniger Interessierte können sich dadurch den freiwillig eingesparten Teil einverleiben während die Freiwilligen eben weniger bekommen.



      Nettogewinn für die Gesellschaft = 0



      Umgekehrt würde ich mir zweimal überlegen in die Linkspartei einzusteigen wenn ich auch in der SPD, bei den Grünen, bei einer anderen Partei ähnliche Politik betreiben und mehr verdienen kann.

      • @Sonderzeichen:

        "...Freiwilliger Verzicht hilft nicht dabei ein System zu ändern..."







        Denken Sie, es ändert irgendetwas, wenn man die Linken Abgeordneten zum Gehaltsverzicht zwingt?

      • @Sonderzeichen:

        Ich würde wenn dann eher folgendes machen:



        einen Teil des Gehalts für soziale Zwecke spenden.



        Das würde wenigstens Wirkung erzielen statt dem eigentlich kritisierten Zustand Stabilität zu verleihen. Wobei ich wie auch viele andere denke: das Gehalt von Politikern ist nicht das große Problem der Politik und auch nicht der Gesellschaft. Schlechte Entscheidungen und wenig Weitsicht sind das Problem. Und das äußert sich auch in genau solchen Aktionen wie dieser hier. Aktionismus ist das. Weil echte Ideen fehlen.

    • @Sisone:

      Tschuldigung, ich habe da gerade ein paar Anfragen reinbekommen. Sie stellen also Baumhelfer für 2850€ netto ein?

      Und, muss man über den Zombie SPD überhaupt noch ein Wort verlieren?

      • @Wirrwicht:

        Sie wissen sehr wohl, dass das ein überspitztes Beispiel sein soll, wenn auch erfahrene Bauhelfer in bestimmten Bereichen mit Steuerklasse 3 schon mal mit bis zu 2400 Euro nach Hause gehen. Sei´s drum.







        Und was die SPD betrifft: Auch wenn die SPD auf dem absteigenden Ast sitzt, steht Sie bei den Sonntagsfragen immer noch vor den Linken, nennt sich immer noch Arbeiterpartei und niemand von denen hat auch im entferntesten vor, auf Gehalt zu verzichten. Jetzt wird die Linke angegriffen, weil einige freiwillig, aber eben nicht alle, auf Gehalt verzichten, während andere Parteien das nicht tun und in Ruhe gelassen werden. Ist doch schizophren.

  • Augen auf bei der Berufswahl! ICH bin Lehrer, nicht verbeamtet. Aber schon im Studium wusste ich worauf ich mich einlasse, was ich später mal ungefähr verdienen werde etc. Wenn ich Journalist werde, dann vermutlich nicht wegen dem großen Geld, wenn ich Jura und Finanzrecht studiere, hingegen vielleicht schon. ALL DAS suche ich mir selber aus, und nur weil unsere Reinigungskraft in der Schule knapp die Hälfte MEINES Gehalts hat, werde ich jetzt nicht anfangen und mich selbst auf 2500€ deckeln, damit ich mich moralisch dem Rest des Kollegiums überlegen fühlen kann (um nichts anderes geht es bei diesem Antrag nämlich). Wie hier auch schon einige Vorredner gesagt haben: gerne selber antreten und sich wählen lassen. Dann kann ja jeder von sich aus sein Gehalt begrenzen. Und warum man an Glaubwürdigkeit gewinnt, nur weil man sein Gehalt spendet, verstehe ich ohnehin nicht. Ach übrigens: Wie wäre das dann mit Gysi? Müsste der in der Zukunft all seine Einnahmen (Bücher, Talkshowauftritte usw) ebenfalls deckeln und den Rest spenden? Denn ich denke man ist sich einig, dass er ohne seine Mandate innerhalb der Linkspartei vollkommen irrelevant wäre...

    • @MarsiFuckinMoto:

      Erst mal Respekt für einen sinnvollen und nicht immer leichten Beruf.



      Gemeinsame Ebene: Allgemeine Regeln sind wohl auch hier besser als private Tugend.



      Gysi hätte auch nur als Top-Anwalt arbeiten können - ist aber gar nicht so relevant.

      Bitte: Dass sich Leute aussuchten, dass sie schlechtbezahlte Reinigungskraft werden wollten, erzählen Sie Ihren Schülers aber hoffentlich nicht. Nicht jede/r kann Lehrkraft sein, um nur einen Punkt zu nennen. Macht- und Chancenfrage.



      Für neoliberale Märchen sind sie (und Sie) wahrscheinlich schon zu alt. ;)

    • @MarsiFuckinMoto:

      "Augen auf bei der Berufswahl! ICH bin Lehrer, nicht verbeamtet. Aber schon im Studium..."

      Und da wäre wir beim springenden Punkt.

      1. Haben nicht alle die gleichen Chancen zu studieren

      Wenn mindestens ein Elternteil einen akademischen Abschluss hat studieren



      ca. 56 % der Kinder (bzw. späteren Erwachsenen) bzw. haben selbst einen Hochschulabschluss.

      Wenn die Eltern nur gering qualifiziert sind (kein Berufsabschluss/keine Hochschulreife) nur etwa 12 % schaffen ein Studium.

      "gerne selber antreten und sich wählen lassen."

      Hier geht's weiter: ca. 80–90 % der Abgeordneten haben einen Hochschulabschluss.

      Also lässt sich leicht sagen wenn man Eltern hat die einen notfalls finanziell auffangen oder einem ein wie auch immer geartetes Studium finanzieren.

      Ausserdem nutzen auch die werten Herr Politiker Straßen die von Arbeitern gebaut wurden, fahren Autos die von Arbeitern zusammen geschraubt wurden, und lassen sich später von Pflegekräften versorgen.

      Sich an die Lebensrealität dieser Menschen zu orientieren statt ihnen weltfremde Ratschläge zum Thema sparen zu geben wäre ein Zeichen des Respekts, und keine moralische überhöhung.

      • @Pawel_ko:

        Spenden SIE denn Ihr Einkommen an Menschen innerhalb Ihrer Firma, sollten diese weniger verdienen? Kürzen Sie sich selber Ihr Gehalt und geben den Rest irgendwelchen Hilfsorganisationen? Falls nicht, fehlt Ihnen (meiner Meinung nach) die Legitimation über das Verhalten anderer Menschen in diesem Fall zu urteilen. Ich nehme an, dass die Linkspartei sich hier auf die Kommunisten in Österreich bezieht, die tatsächlich (auch per Wahlversprechen) einen Großteil ihres Gehalts spenden. Wie gesagt: Für mich macht das niemanden glaubwürdiger. Und nochmal, wie ist das dann mit Menschen wie Gregor Gysi: Dieser verdient mit seinen Büchern und zahllosen Auftritten wahrscheinlich mehr als durch seine Abgeordnetendiäten. Muss er das dann auch auf 2500€ deckeln und den Rest abgeben? Wird er dadurch ein „aufrechter Linker“ und ist bis dahin unglaubwürdig? Über eine Antwort Ihrerseits würde ich mich freuen.

        • @MarsiFuckinMoto:

          Guter Punkt, und natürlich mache ich das nicht. Ich bin aber bei weitem nicht mit so einer Diät gesegnet wie die Herrn Abgeordneten.

          Und Gegenfrage. Ist der Job der Abgeordneten schwieriger/gefährlicher/ anstrengender als der von Bauarbeitern oder Pflegekräften, dass er 3-Mal mehr verdient + Vergünstigungen?

          Ich habe mich auf Ihren Punkt bezogen, dass ja jeder alles machen kann. Wollten Sie kein Immobilienmillionär werden? Oder stimmen Sie mir zu, dass es leichter ist wenn z.B. die Eltern schon Millionäre sind und Sie ein Unternehmen/ das Business lernen/ erben können. Gleiches gilt für Akademiker was die Statistik zeigt (und was nunmal realistisch die Voraussetzung inzwischen ist Politiker zu werden)

          • @Pawel_ko:

            Meine Eltern sind keine klassischen Akademiker, falls Sie das meinen, ich habe BAFÖG bezogen und neben dem Studium gearbeitet. Selbstverständlich hat nicht jeder die gleichen Chancen im Leben, aber das spielt auch keine Rolle. Wenn Sie hier mit DIESEM Argument einen Punkt machen wollen, müssten nur DIE linken Abgeordneten spenden, deren Eltern selbst Akademiker waren, so scheint man Ihrer Meinung nach ja leichter Politiker im Bundestag werden zu können. Sie nutzen auch die Straßen der „Arbeiterklasse“. Selbst wenn Sie nur 100€ mehr, als die im Artikel angesprochenen 2500€ verdienen, müssten Sie diese Ihrer Logik nach spenden (das wäre dann, wie nannten Sie es: „Ein Zeichen von Respekt“). Machen Sie aber nicht. Und bis Sie das nicht machen, ist Ihre Argumentation das Verwechseln von Moral mit billiger Empörung (nur meine Meinung).

            • @MarsiFuckinMoto:

              Sie verkennen meinen Punkt.

              Mir geht es nicht um die DIE Linken. Sondern generell um Politiker und das Beamtentum.

              Wie Sie sicher wissen geht es nicht nur um die Diät/Besoldung sondern auch im die vielen vielen Vergünstigungen.

              Aber schön, wenn Sie es fair finden dass ein Lehrer der Beamter ist Vorteile erhält ( +300.000 bis +500.000) bis zur Rente und doppelt so viel Pension. Ich kenne Lehrer die dies nicht teilen. Und so ähnlich verhält es sich mit Politikern.

              Also noch mal auf meine Frage zurück zu kommen. Für Sie ist es moralisch vollkommen in Ordnung, dass Politker das dreifache einer Pflegekraft bekommen? In Ihren Augen ist die Arbeit also das dreifache wehrt (die Vergünstigungen nicht eingerechnet).

    • @MarsiFuckinMoto:

      👍💯

  • Das Gehalt hat wenig bis nichts mit der Trennung der Realitäten zu tun.



    Diese Trennung findet oft schon in der Schulzeit statt.



    Heidi Reichinnek dürfte im Studium eine ganz andere Realität als ein einfacher Arbeiter gehabt haben. Und das ändert sich später auch meistens nicht, egal wieviel man verdient.

  • Echt jetzt!



    Das der sinnfreie Vorschlag von den Linken kommt, geschenkt!



    Das die überwiegende Mehrheit hier in den Kommentaren dafür ist, erschreckt mich.



    Von mir aus kann ein Bu-Tag-Abgeordneter 20k€ bekommen, dafür erwarte ich auch herausragende Leistungen und Einsatz.

    Aber, bei den Linken ist man mit dem Bundesdurchschnitt zufrieden, na ja dann .......

    Ach ja nur zur Feststellung, wenn alle das gleiche bekämen, dann kann ja auch der Gärtner den Blinddarm entfernen.



    Damit spart man sich auch das aufwendige Studium

    • @AuchNeMeinung:

      Die "herausragenden" Leistungen bestehen bei vielen aber eher darin, sich von Lobbyisten einwickeln zu lassen und das eigene Schäfchen für später ins Trockene zu bringen und schlimmstenfalls sich schon während der Abgeordnetentätigkeit dank Gesetzeslücken zu bereichern oder finanziellen politischen Schaden anzurichten.



      Wenn da mehrheitlich herausragendes geleistet worden wäre, wären Gesellschaft und Staat nicht im derzeitigen Zustand.

    • @AuchNeMeinung:

      Wie viele Mediziner laufen da draußen rum, welche man nicht zu nahe an Patienten lassen sollte? In kaum einem anderen Feld kann man straf - und folgenlos so viel Schaden anrichten.

    • @AuchNeMeinung:

      Das ist unlogisch. Sie vergleichen hier Berufe, für die man eine mehr oder weniger lange und kostende oder vergütete Ausbildung macht, mit einem Bundestagsmandat. Für das benötigt man allerdings keine bestimmte Ausbildung, in die man investiert und es ist auch kein Beruf, auf den man von Anfang an hinarbeitet.



      Man wird als Vertreter:in der Bevölkerung gewählt und erhält dafür eine Aufwandsentschädigung. Über 12000 Euro und jedes Jahr eine automatische Erhöhung, während die Löhne der Vertretenen und die Sozialleistungen nicht angepasst werden und all das ein mühsamer Kampf ist, weil angeblich kein Geld da (weshalb Steuern und Beiträge natürlich auch immer steigen müssen, während die Abgeordneten alles mögliche nicht versteuern müssen...) - das ist tatsächlich völlig abgehoben und schwer vermittelbar.

  • Anstatt die Diäten zu begrenzen sollte man lieber verbieten, dass Politiker Nebeneinkünfte haben dürfen.

  • Das ist wirklich nicht nötig für mich als Arbeiter. Gute Politik ist nötig und nicht irgendwelche symbolpolitischen Maßnahmen.

    Da die Linkspartei schon wieder außenpolitisch verstrahlt abgebogen ist, wird das der Grund sein, warum ich sie nicht wähle.

    Vielleicht einfach mal innenpolitisch auf die dringendsten Themen wie Miete, Wohlstandsverteilung usw konzentrieren, dann wird das auch was mit der Wahl

  • „Bedeutung des Amtes und die anstrengende Arbeit müssen fair eingeordnet werden“, heißt es oft.



    Ich lese auch häufig Kommentare über die „harte Arbeit“ von Abgeordneten. Sicher ist politische Arbeit nicht einfach – Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu tragen ist belastend.



    Trotzdem habe ich den Eindruck, dass viele politische Entscheidungen weit von der Lebensrealität vieler Arbeiter entfernt sind. Ich empfehle jedem, einmal selbst auf einer Baustelle zu arbeiten: Bei 35 °C heißen Teer zu verlegen, im Rohbau Material ohne Fahrstuhl zu schleppen oder wochenlang auf Montage zu sein – oft mit echter Unfallgefahr. Ähnlich belastend ist Arbeit in der Produktion am Schmelzofen oder in Schichtsystemen.



    Der Lohn liegt dort oft bei ca. 2.900–3.100 € brutto im Monat, Pflegekräfte verdienen im Schnitt etwa 3.200 € brutto trotz Schicht- und Wochenendarbeit.



    Die Frage ist: Steht politische Arbeit in einem angemessenen Verhältnis zur körperlich belastenden und systemrelevanten Arbeit dieser Berufe – oder ist die gesellschaftliche Wertschätzung unausgewogen?

    • @Pawel_ko:

      Die Löhne von Pflegefachkräften im TVöD sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Der Personalmangel sollte es auch hergeben,dass es realistisch ist als Fachkraft nach TVÖD bezahlt zu werden.Mit Schicht und Wochenende sind da nach ca.5 Jahren durchaus 3000 bis 3200 netto inkl Zulagen notwendig.In unserer Gesellschaft ist es nun mal so,dassArbeit,die einen höheren intellektuellen Anspruch hat besser bezahlt wird. Für das Teeren einer Straße, pflegen von kranken, erziehen von Kindern muss auch nicht das Abitur gemacht werden und noch 5 Jahre im Studium gebüffelt werden .

    • @Pawel_ko:

      Komplett richtig, dass die Entlohnung vieler Berufe in keinem Verhältnis zu Anstrengung, Risiko und Systemrelevanz steht. Dafür muss man nicht mal millionenschwere Vorstandvergütungen heranziehen.



      Die Löhne auf Baustellen sind allerdings keine politischen Entscheidungen, die in der Pflege allenfalls mittelbar.

  • Mir persönlich wäre wichtiger als der Verzicht auf einen Teil der Diäten, dass alle Politiker in den gesetzlichen Krankenkassen versichert sind und Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung bezahlen müssen. Ich erhoffe mir davon eine fairere und kenntnisreichere Gesetzgebung gegenüber den gesetzlich Versicherten. Dass sich die Politiker zusätzlich privat absichern ist zu erwarten, aber sie hätten doch einen besseren und tieferen Einblick in die Materie. Und, vielleicht würden sie das Ungleichgewicht dann doch als auch persönlich Betroffene deutlicher wahrnehmen, sprich, sie würden stärker "fühlen", dass dieses System nicht "gerecht" ist. Im besten Fall würden Politiker sich dann für mehr Gerechtigkeit einsetzen.

    • @*Sabine*:

      Das geht doch auf keinen Fall in Deutschland da bekommt der Beamtenbund Schnappatmung, denn in Österreich fing es auch so an, das die Parlamentarier beschlossen auch in die GKV und GRV zu zahlen. Danach ging das O Wunder auch für die Beamten.



      ... und man hat dort noch kein verarmten und bettelnden Beamten gesehen und die Verwaltung ist auch nicht zusammen gebrochen.



      Aber Vorsicht, vielleicht geht es dann weiter wie in der Schweiz und wo es tatsächlich eine Vermögensteuer gibt.

  • Ich finde den Vorstoss sehr mutig und bin mir sicher, das würde der Partei viel Sympathiepunkte in der Bevölkerung einbringen und der linken Politik wieder ein bisschen Glaubwürdigkeit zurückbringen.



    Und wer weiss, vielleicht ziehen andere sogar nach?



    Ich kann da nur Positives für die Partei und die gesamte Politik sehen, Daumen hoch dafür.

    Das Einkommen zzgl. Spesenentschädigungen etc. wäre noch immer fürstlich und mehr als ausreichend. Es gibt viele Berufsgruppen die arbeiten ebenso hart und haben bei weitem nicht so viel zur Verfügung.

  • Die Neiddebatte ist im vollen Gange. Ein Abgeordneter arbeitet sicher 50+, teilweise auch deutlich mehr Stunden. Jede Stunde über der 40igsten in der Woche tut weh. Und wenn das so attraktiv ist: Einfach bei der nächsten Wahl aufstellen lassen.

    • @Strolch:

      Das Argument der "Neiddebatte" zeigt einzig und allein, dass keine anderen Argumente verfügbar sind. Es ist keine Neiddebatte, wenn man die Selbstbedienungsmenatlität vieler Politiker*innen kritisiert - es ist dringend notwendig, vor allem vor dem Hintergrund, dass gerade diese Leute allenthalben davon schwadronieren, dass gespart werden müsse.

      • @Perkele:

        Zwischen sparen und EUR 2.850,00 für einen Job mit sehr viel Verantwortung und üblen Arbeitszeiten, ist ein Unterschied. Wenn die Linke gesagt hätte, bei den Erhöhungen setzen sie aus und spenden alles: Das hätte ich gut gefunden. Und ein Argument habe ich Ihnen genannt. Wenn der Job so attraktiv ist, dass Sie ihn sogar für 2.850 machen würden: bei der nächsten Wahl aufstellen lassen und alles versuchen, ihn zu bekommen.

  • Ob es klug von der Linken war, diese Diskussion öffentlich auszutragen? Sicher gibt es Argumente pro und contra Diätendeckelung. Was aber gerade geschieht (auch hier im Forum) war erwartbar. Für die Einen sind die Befürworter*innen einer Deckelung päpstlicher als der Papst, für die Anderen sind Jene, die eine Deckelung ablehnen, nur Bewahrer*innen eigener Pfründe.



    Eine Diskussion, die so oder so nur einmal mehr den Populist*innen nützt.

    • @Klabauta:

      Der mit Abstand beste Kommentar, der das ganze genau auf den Punkt bringt.

  • Ich hielte eine Begrenzung der Diäten für sinnvoll, die 2850 € aber für zu gering.



    Letztlich geht es ja um eine symbolische Aktion und ich kann mich noch daran erinnern, wie sehr mich in den 80er Jahren eine entsprechende Regelung in der Bundestagsfraktion der Grünen mich in meiner Wahlentscheidung für diese Partei (damals) bestätigt hat. Die Abgeordneten damals zahlten einen Teil ihrer Diäten in einen Topf, aus dem außerparlamentarische Initiativen gefördert wurden.Das fand ich toll damals ... und fänd ich toll heute.

  • Warum es immer schwarzweiß sein muss.



    Ein "Gehalt von 2.850 Euro netto" finde ich schon wenig. Ich verdiene etwas mehr und kann nicht behaupten, dass ich im Geld schwimme und die Sorgen, zB der Putzfrau in unserem Büro, nicht nachvollziehen kann.



    Aber "zum 1. Juli um knapp 500 Euro auf 12.330 Euro plus steuerfreie Aufwandspauschale von rund 5.500 Euro" finde ich schon etwas abgehoben, zumal da Dienstfahrzeug und Spesen ja noch drauf kommen.



    Also ein geldsorgenfreies Leben ist auch in einer teuren Stadt mit weniger zu führen.



    Wo sind die guten (alten?) Kompromisse geblieben?

    ...das die LINKE immer wieder unnötige Aufreger produtziert scheint schon fast im Pateiprogramm zu stehen.

    • @MYGM:

      Btr. Zitat:

      "Warum es immer schwarzweiß sein muss.

      Ein "Gehalt von 2.850 Euro netto" finde ich schon wenig. "

      Das ist in Deutschland sogar ein gutes leicht überdurchschnittliches Gehalt.

      Der Netto-Median-Gehalt in Deutschland bei Vollzeitstellen liegt bei rund 2600,- Euro mit Steuerklasse 1.

      Ich erinnere "MEDIAN"



      --> Die Hälfte der deutschen Vollzeitangestellten hat WENIGER als 2600,- Netto.

      Das sind bei Steuerklasse 1 ca 48-Tausend Euro Arbeitnehmre Brutto und fast 60-tausend Arbeitgeber-Brutto.

      Die Abgabenquote für "Normalverdiener" liegt bei fast 50% des Abreitgeber-Nettos.



      --> Warend zeitgleich Deutschland ein Steuervermeidungsland für Reiche ist und nicht-Lohn-abhänige Einkommen großteils nicht mit Sozialbeiträgen belastet wird.

      Mal drüber nachdenken was wirklich "linke" Themen wären in der deutschen Politik.

    • @MYGM:

      Ich kann Ihnen da nur zu 100% beipflichten, vernünftige Kompromisse scheint es nicht mehr zu geben. Mir geht es ähnlich wie Ihnen. Ich weiß, dass ich mit einem Gehalt das ungefähr den 2850 € entspricht schon ein wenig priviligiert bin, aber da die meisten Abgeordneten weit mehr Stunden arbeiten als ich, gönne ich ihnen auch mehr. aber die 12330 + Zulagen finde ich auch abgehoben, warum gibt es keinen Mittelweg...

  • Es interesssiert mich ehrlich gesagt kein Stück, ob die paar Abgeordneten der Linken ihre Diäten begrenzen, ob sie 1000 Euro mehr oder weniger verdienen. Das mag symbolisch Einigen das Gewissen beruhigen, hilft dem Mindestlöhner aber kein Stück. Genau genommen ist dieser Streit da das emeplarische Abbild der Linken. Man beschäftigt sich in erster Linie mit sich selbst.



    Und wenn man wissen will, wie weit die Linke von der Arbeiterklasse weg ist, muss man sich nur anschauen, welche Themen den innerparteilichen Diskurs und das Bild nach außen bestimmen. Ganz viel Nahostkonflikt, Ukraine Krieg, NATO, Identitätspolitik, Bundeswehr und natürlich die üblichen Querelen zwischen einzelnen Strömungen. Ein bisserl Putin Verstehen hier, ein bisserl "Antizionismus" da und gegen die Bundeswehr sowieso.



    Das ist das Bild, warum sie keine Glaubwürdigkeit als Partei der Arbeiterklasse hat und nicht die paar Euro mehr oder weniger, die da im Bundestag verdient werden.

    • @Deep South:

      Abgesehen davon, dass ich @esgibtnureinengott zustimme, was die Wahrnehmung der Linkspartei betrifft, stellt sich doch die Frage, inwieweit man allgemein noch von Arbeiterparteien sprechen kann. Ist es etwa die AfD, die (mit einigem Erfolg) großspurig für sich reklamiert, die neue Arbeiterpartei zu sein? Ist es das inzwischen wieder in der Versenkung verschwindende BSW mit seiner Synthese aus sozialen und rechten las-and-Order-Themen?



      Die SPD ist schon lange keine Arbeiterpartei mehr und die Union war es nie (ohne den wenigen aufrechten CDA‘lern auf die Füße treten zu wollen). Daran gemessen ist die Linkspartei - programmatisch gesehen - tatsächlich eine Arbeiterpartei, wenn auch nicht die Stärkste der Parteien, wie es in der Internationale so schön heißt.



      Aber kann man von einer Arbeiterklasse überhaupt noch sprechen, in soziologischem Sinne? In letzter Zeit scheint das ja wieder en vogue zu sein, nachdem die Arbeiterklasse zuvor schon von der Bildfläche verschwunden bzw. es verpönt war, überhaupt noch von sozialen Klassen zu reden.

      • @Abdurchdiemitte:

        Ich stimme völlig zu, dass es "die Arbeiterklasse" schon lange nicht mehr gibt,, auch wenn das wort immer wieder rausgeholt wird. Unter den Wählern macht die Gruppe der klassischen Arbeiter gerade noch etwas mehr als 10" aus. Gemeint ist hier sicher eher sowas wie Arbeitnehmerpartei oder zumindest für Diejenigen, die durchschnittliche und unterdurchschnittliche Löhne/Gehälter beziehen. Und da zeigen die Zahlen eine deutliche Wanderung nach rechts. Wo die Linke früher noch viele Protestwähler unter den "Malochern" abgreifen konnte, oder weil sie sich vorrangig für soziale Themen der einheimigen Bevölkerung engagiert hat, gewinnt sie heute kaum noch einen Blumentopf. Vor allem im Osten ist das frappierend.



        Ich spreche den Linken auch nicht ab, dass sie diese Themen noch haben. Aber es kommt bei den Menschen nicht mehr an und natürlich hat das was mit inneren Querelen und falsch oder zumindest anders gesetzter Themenschwerpunkte zu tun.



        Und entscheidend ist nicht, was ich anbiete. Sondern, ob mir vertraut wird, dass ich auch liefern kann. Und an dem Punkt hat die Partei offensichtlich Defizite.

    • @Deep South:

      In meiner Welt befasst die Linke sich viel mit sozialen Themen: Mindestlohn, Mieten, Unterstützung von Gewerkschaften, Finger in die Wunden legen, wenn es um Arbeitsverhältnisse von Pflegekräften o.ä. geht.



      Dazu reden sie sehr viel über das verkleinern der Schere zwischen Arm und Reich durch Einführung von Vermögens- und Erbschaftssteuer, niedrigere Einkommensteuer für Geringverdiener und höhere für sehr hohe Einkommen, Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel etc.

      • @esgibtnureinengott:

        Natürlich formuliert Die Linke seit Jahren Forderungen zu Mindestlohn, Mieten, Steuern und Umverteilung – das bestreitet kaum jemand. Entscheidend ist aber nicht, was im Programm steht, sondern was den politischen Schwerpunkt, den innerparteilichen Diskurs und die öffentliche Wahrnehmung prägt.

        Genau hier liegt der Bruch zur Arbeiterklasse: Die sozialen Kernthemen tauchen zwar regelmäßig in Anträgen und Pressemitteilungen auf, dominieren aber weder die innerparteilichen Auseinandersetzungen noch die mediale Außenwirkung. Stattdessen werden enorme Energien auf außenpolitische Symboldebatten, ideologische Grabenkämpfe und moralische Positionsfragen verwendet, die für viele abhängig Beschäftigte schlicht keine Priorität haben.

        Hinzu kommt: Viele der genannten Forderungen bleiben abstrakt und folgen einem stark akademisch-moralischen Duktus. Wer im Schichtdienst arbeitet, steigende Preise spürt und wenig Zeit für politische Theorie hat, fühlt sich davon oft nicht konkret angesprochen. Wenn soziale Politik nicht verständlich, konfliktfähig und alltagsnah vermittelt wird, verpufft sie – unabhängig davon, wie richtig sie inhaltlich sein mag.

        • @Zippism:

          Dafür, was die öffentliche Wahrnehmung prägt, sind vor allem die Medien verantwortlich. Und das, worüber sich alle in der Partei einig sind, prägt natürlich nichr den innerparteilichen Diskurs.

          • @Francesco:

            Ja na klar, die Medien. Sind die auch dafür verantwortlich, wenn sich die Partei ständig öffentlich über den Nahostkonflikt zerstreitet? Wenn Parteimitglieder austreten, weil es Jugend- und Landesverbänden so wichtig ist, sich "antizionistisch" zu labeln und Debatten über Israel ganze Parteitage dominieren? Wenn van Aken zur besten Sendezeit "Blauhelme für die Ukraine" fordert, obwohl jeder weiß, dass das mit Russland im Sicherheitheitsrat gar nicht möglich ist? Wenn die Linksjugend kurz nach dem russischen Überfall auf die twittert "Der Hauptfeind steht immer noch im eigenen Land!“? Oder die Gleichsstellungbeauftragte MV selbst Videos von sich postet, wo sie Landesfahnen herunterrreißt?



            Das macht man nicht, weil man sich als soziale Kraft der Arbeiterschaft profilieren möchte und man serviert "den Medien" die Aufregerthemen höchst persönlich.



            Ich hatte durchaus Hoffnung, dass das nach dem Wagenknecht Austritt besser wird. Aber scheinbar gehts nicht ohne.

          • @Francesco:

            Die Medien sind ein Faktor, aber keine ausreichende Erklärung. Parteien setzen selbst Themen, wählen Schwerpunkte, provozieren Debatten und bestimmen über Pressearbeit und Personaldebatten maßgeblich mit, was sichtbar wird. Wenn bestimmte Inhalte dauerhaft dominieren, liegt das also nicht nur an externer Verzerrung, sondern auch an eigener Prioritätensetzung und Kommunikationsstrategie.

            Auch der Hinweis auf innerparteilichen Konsens greift zu kurz. Entscheidend ist nicht, was formal unstrittig ist, sondern welche Themen faktisch Energie, Aufmerksamkeit und politische Profilbildung binden. Eine Partei kann soziale Forderungen im Programm haben und trotzdem in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem über andere Konfliktfelder definiert werden.

            Genau darum geht es: Nicht um einzelne Beschlüsse oder Programmpunkte, sondern um Gewichtung und Profil. Und daran zeigt sich, ob soziale Politik tatsächlich der Mittelpunkt des politischen Selbstverständnisses ist oder eher ein Teil unter vielen.

      • @esgibtnureinengott:

        Ich hab ja auch nicht von deiner Welt gesprochen oder von dem, was Linken Wähler so denken. Sondern über das, womit die Partei Schlagzeilen macht. Und klar redet man auch über Reichensteuer, Mietendeckel, etc. Aber Parteiaustritte wg. Streiterein zu Nahost, Landesverbände, die sich "antizionistisch" nennen, gegen Waffenlieferungen an die Ukraine, Demos gegen eine vermeintliche Wehrpflicht, Genderdebatten, Bürgergeld und andere Themen, vornehmlich außenpolitisch bestimmen das Bild. Die Partei hat unter Geringverdienern nahezu keine Anhänger mehr. Das kommt halt nicht von ungefähr.

        • @Deep South:

          Naja das was sich Skandalisieren lässt ist nach außen leider immer interessanter, und die politischen Gegner werfen da auch viel mit Dreck. Bsp. Spahn und Reichinek bei Maischberger, wo er der Linken vorwirft Mitglieder in der Fraktion zu haben, die die Hamas gut finden. Als Reichinek nach Namen fragt, kann er keine nennen. Die Moderatorin hätte das einfach so stehen gelassen ohne zu hinterfragen.

          Und der Fokus von den derzeitigen linken Spitzen liegt ganz klar auf den sozialen Inhalten. Was man auch in der gleichen Sendung sieht. Der Einstieg von Maischberger ist irgendetwas oberflächliches über das Aussehen von Heidi und sie versucht sofort von dem Thema wegzukommen, weil es nix mit ihrer Politik zu tun hat.



          Was der Zuschauer jetzt davon mitnimmt ist dann seine Sache.

  • Anstatt sich jetzt über so etwas "aufzuregen", sollte man sich lieber mal mit den Nebeneinkünften der Politiker (Spitzenreiter ist die CDU) beschäftigen. Die Nebentätigkeiten der Bundestagsabgeordneten sind vielfältig und reichen sogar bis zu gut bezahlten Mandaten in der Wirtschaft. In der laufenden Periode wurden insgesamt schon über 51 Millionen Euro an Nebeneinkünften gemeldet.

    Art. 48 Abs. 3 des Grundgesetzes: "Die Abgeordneten haben Anspruch auf eine angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung."

    Nun ja, von den 11.833 Euro (12.330 Euro ab 1. Juli 2026) können viele unserer "Volksvertreter" wohl nicht leben, deshalb müssen Politiker sich ja auch noch nebenher etwas dazu verdienen.

    Wenn man sich Art. 48 Abs. 3 GG mal genau anschaut, dann steht da etwas von "Unabhängigkeit sichernde Entschädigung". Ich will jetzt lieber nicht darüber nachdenken, ob Politiker wirklich noch unabhängig sein können, wenn sie Aufsichtsratsposten etc. neben ihren Politiktätigkeiten inne haben.

    In einer linken Zeitung sollte man sich lieber damit beschäftigen und nicht den Konservativen hier "Futter" geben, damit die sich über 'Die Linke' mal wieder künstlich aufregen können.

    • @Ricky-13:

      Dieses ewige „Nestbeschmutzer!“-Gerede ist genau das Problem. Kritik an der eigenen Partei ist kein Verrat, sondern eine demokratische Pflicht. Wer jede interne Debatte sofort als „Munition für den politischen Gegner“ diffamiert, betreibt nichts anderes als Lagerdenken und Selbstimmunisierung.

      Gerade eine linke Partei, die Transparenz, Machtkritik und Unabhängigkeit predigt, muss es aushalten, an ihren eigenen Maßstäben gemessen zu werden. Alles andere ist Heuchelei. Wer fordert, dass Nebeneinkünfte – vor allem bei Parteien wie der CDU – streng begrenzt oder verboten werden, kann nicht gleichzeitig so tun, als sei jede Diskussion über eigene Diäten oder Privilegien „unnötig“ oder „schädlich“.

      Art. 48 Abs. 3 des Grundgesetz spricht ausdrücklich von einer die Unabhängigkeit sichernden Entschädigung. Genau deshalb ist die Frage nach Diäten und Zusatzverdiensten zentral – und kein Nebenkriegsschauplatz. Wer hier abwiegelt, relativiert den eigenen Anspruch auf politische Moral.

      Und noch eines: Nicht die Kritik schadet einer Partei, sondern das reflexhafte Niederbrüllen von Kritikern.

      • @Zippism:

        *... das reflexhafte Niederbrüllen von Kritikern.*

        So könnte man Ihren Kommentar durchaus lesen und interpretieren.

    • @Ricky-13:

      Anders herum wird ein Schuh daraus. Abgeordnete, die neben ihrem Mandat eine Anwaltskanzlei oder einen Bauernhof betreiben, wahren ihre Unabhängigkeit - die Nebentätigkeit sichert ihre Existenz außerhalb der Politik. Sie sind mir bei weitem lieber als Abgeordnete, die von ihrem Mandat wirtschaftlich abhängig sind und vom Leben außerhalb der Politik wenig Ahnung haben.

    • @Ricky-13:

      Genau das. Politiker*in sollte wegen mir ihre volle Diät bekommen, aber nur wenn sie dafür keinerlei Nebeneinkünfte mehr haben dürfen.



      Das die taz über die Unstimmigkeiten innerhalb einer Partei berichtet mag hier nicht hilfreich sein, aber immerhin ehrlich und in Anbetracht ähnlicher Artikel über andere Parteien folgerichtig.

    • @Ricky-13:

      Ja, ja immer diese Unionsabgeordneten. Oskar Lafontaine war zeitweise Bundestagsabgeordneter im Bundestag und saarländischen Landtag, hat gleichtig zwei Abgeordnetengehälter bezogen. Er selbst nennt sich Arbeiterführer . ("Arbeiterführer müssen nicht arm sein") Für Vorträge Zb. hat er 20000 € erhalten. Seine Frau Sarah Wagenknecht soll auch schon Milionärin sein. Er ist genauso wie Zb. Herr Gysi Multimilionär. Auch der hat Nebeneinkünfte Zb. durch Bücher schreiben

      • @Martin Sauer:

        Das muss alles aufhören, egal in welcher Partei der/die Volksvertreter:in ist. Und da mache ich bei die 'Die Linke' natürlich auch keine Ausnahme. Wie ich weiter unten schon geschrieben habe: 'Wer neben seiner gut bezahlten Volksvertretung noch komplexe Aufsichtsratsmandate oder Anwaltskanzleien führt, vernachlässigt zwangsläufig seine parlamentarischen Pflichten.'

        Nebeneinkünfte (egal welcher Art) darf es für Politiker nicht geben, sonst ergibt der Artikel 48 Absatz 3 des Grundgesetzes nämlich keinen Sinn: "Die Abgeordneten haben Anspruch auf eine angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung."

        Das Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2007 stellte zwar klar, dass Nebeneinkünfte die Unabhängigkeit eines Volksvertreters gefährden können, dennoch sind sie rechtlich erlaubt, da das Mandat in Deutschland als ein „Mandat auf Zeit“ konzipiert ist und Abgeordnete nach ihrem Ausscheiden in ihren Beruf zurückkehren können müssen. Das ist zwar sehr nett vom Bundesverfassungsgericht, aber das macht natürlich auch Tor und Tür offen für Aufsichtsratsmandate in der Wirtschaft - die ja im Grunde Lobbyarbeit ist und dem Abgeordnetengesetz § 44a AbgG widerspricht.

      • @Martin Sauer:

        @ Martin Sauer



        Sie vermuten tatsächlich in einem Land ohne humanistische Linke Wähler zu leben - Echt jetze - kaum zu verstehen.

    • @Ricky-13:

      Oder mensch könnte sich einfach mit beidem beschäftigen? Dass die Union bis ins Mark korrupt ist, ist nix neues und seit Jahrzehnten bekannt. Getan wird dagegen nix. Stattdessen wählen die Leute munter diese Truppe weiter. Das entkräftet allerdings nicht den Vorwurf an Die Linke.

    • @Ricky-13:

      Die Entfremdung von der Arbeiterklasse ist für eine linke Partei wie für eine linke Zeitung ein massives Problem.

      Wegen der Glaubwürdigkeit.

      Das soll eine linke Zeitung lieber weglassen, damit Konservative kein Futter bekommen?

      Dann wäre die taz das Parteiblatt der Linkspartei ohne journalistischen Anspruch.

      Ich würde sie nicht mehr lesen.

      Parteiblätter interessieren mich nicht.

      • @rero:

        @rero



        Was vermuten Sie eigentlich, wieviel % der Arbeiter aus den Opelwerken, BMW Werken & VW Werken, wohl irrtümlicher Weise, jahrzehntelang ihre Stimmen bei den Unionsparteien abgegeben haben ?

        • @Alex_der_Wunderer:

          Erleuchten Sie mich! ;-)

          • @rero:

            @ rero



            Europawahl 2024 - z. B. Dortmund - CDU vorne wech...

            • @Alex_der_Wunderer:

              Wundert mich so gar nicht.

              Ich bin in der Arbeiterschicht groß geworden.

              Als auch die SPD noch Volkspartei war.

              Damals haben viele Arbeiter CDU gewählt.

              Die Idee, Arbeiter müssten unbedingt linke Parteien wählen, ist wohl eher Wunschdenken der akademisch gebildeten oberen Mittelschlicht.

              • @rero:

                @rero



                Nun, wozu der Wünsch von Ihnen nach Erleuchtung ? Dann wissen Sie doch wie Arbeiter oftmals auch ticken können - sollte jetzt bitte nicht in irgendeiner Form abwertend interpretiert werden. Ich kenne die Argumentation zu genüge, warum Bürger, durch jahrzehntelanger Indoktrination & Meinungsmache, die CDU als " ihre " Partei angesehen haben und auch viele ihrer Hoffnungen in diese Partei vergeblich verschenkt haben.



                Nur gemeinsam werden wir als Bevölkerung, die nötige Stärke aufbringen können, uns gegen gewachsene, der Demokratie nicht förderliche Strukturen zu wehren und zum Wohle aller Bürger zu durchbrechen. Der Gemeinschaftsinn für ein humanistisches Deutschland kann nur von der Bevölkerung ausgehen, nicht von Vertretern der Industrie-,Wirtschafts-& Kapitalstrukturen.



                Ob es uns Bürgern vielleicht gelingen wird, ein Deutschland zum Wohle für die gesamte Bevölkerung ? Ohne angelernte, induzierte, gewollte Neidgedanken - um die Bevölkerung zu beherrschen ?



                Ohne immer die " Anderen " im Vorteil zu wähnen und sich selbst als benachteiligt zu empfinden, ob wir es schaffen, uns so zu indizieren und so verträglicher sozialisieren zu können.



                No Rechts / No Extremisten ❗️

      • @rero:

        In der Herzkammer der Arbeiterpartei SPD NRW wollen nur noch 14 % die Partei wählen. Vor 2 Wahlperioden waren es noch 39 %.

        In Sachsen Anhalt will die SPD das die "medizinische Versorgung für *transpersonen und *nonbinäre verbessert wird". Nein ich habe nichts dagegen, besser aber man fordert das für alle Sachsen Anhaltiner die medizinische Versorgung verbessert wird. Vor allen Dingen für die Landbevölkerung. Schliessungen von Arztpraxen, Krankenhäusern,Apotheken und Rettungswachen betrifft alle.

        Und so ähnlich agiert auch die Die Linke

        • @Martin Sauer:

          Anders als die Autorin es wahrnimmt, habe ich überhaupt nicht mehr den Eindruck, dass die Linke die arbeitende Klasse vertreten will.

          Die haben sie aufgegeben.

          "Wer hat uns verraten? Die Linke."



          Reimt sich halt nur nicht.

          Die Linke will sich andere Wählergruppen erschließen.

      • @rero:

        1.) Ich sprach hier lediglich ein klassisches Spannungsfeld der Demokratie an. Kein Politiker soll auf Spenden oder Nebenjobs angewiesen sein (so steht es jedenfalls in Art. 48 Abs. 3 GG) um sein Mandat auszuüben. Der Artikel 48 GG geht also davon aus, dass Abgeordnete 'Vertreter des ganzen Volkes' sind und dann auch für das ganze Volk täglich ihre Arbeit machen; und nicht noch nebenbei gut bezahlte Jobs in der Wirtschaft inne haben sollen. Wer neben seiner gut bezahlten Volksvertretung noch komplexe Aufsichtsratsmandate oder Anwaltskanzleien führt, vernachlässigt nämlich zwangsläufig seine parlamentarischen Pflichten.

        2.) Ich habe auch nicht von "lieber weglassen", sondern von "lieber beschäftigen" geschrieben. Wir beide hatten ja schon einige politische Meinungsverschiedenheiten hier in der taz ausgetragen, also sollten Sie wissen, dass ich solche 'Veränderung meiner Worte' sofort bemerke.

        3.) Ich habe auch nichts dagegen, wenn die in der taz schreibenden Konservativen und Neoliberalen sich zur Springer-WELT begeben, denn die WELT ist ja mit ihrer inhaltlichen Nähe zur CDU/CSU ohnehin schon lange das "Parteiblatt" der Union.

        • @Ricky-13:

          Zu 2.)



          Wenn ich mich mit etwas "lieber beschäftige", heißt das nicht im Umkehrschluss, dass ich etwas dafür außer Acht lasse oder in der Betrachtung weglasse?

          Ich sehe nicht die Veränderung, nur einen mir logisch anmutenden Umkehrschluss.

          Zu 3.)



          Da haben wir wohl wirklich eine Sichtweise.

          Ich finde es ja voll langweilig, wenn in einer Zeitung nur Journalisten aus einem sehr engen Spektrum schreiben.

          Blasen sind nicht mein Ding.

          Deshalb schätze ich ja auch das Plaudern z. B. mit Ihnen.



          (Ist übrigens nicht ironisch gemeint. )

        • @Ricky-13:

          Konservative und Liberale schreiben in der taz? Huch!😉

          • @Abdurchdiemitte:

            @Abdurchdiemitte



            Konservative & Liberale sollen die Taz lesen um etwas für's Leben zu lernen, was unserer Bildungssystem oftmals leider vernachlässigt hat.

  • Soso, mal wieder ne Verzichtsdebatte, mit der sich die fortschrittlichen Kräfte selbst zerfleischen.

    Wegen mir können die Abgeordneten gerne viel verdienen, so lange sie sich darum kümmern, dass Gehälter und Sozialleistungen stimmen. Und zwar bei allen, Arbeiter:innen, Erwerbslose, Rentner:innen, Migrant:innen

    • @derzwerg:

      Die Verzichtsdebatte zieht sich bis in den taz-Verlag, dessen politilogischer Autor Knapp eine Schuldenpolitik a la Kettensägenlindner propagiert: taz.de/Die-sieben-...ierung/!vn6177812/

      Recht hat er nur damit, dass die zweckgebundenen Sondervermögen auch bitte nur für ihren Zweck ausgegeben werden sollten. Allerdings klingt sein Beitrag darüber hinaus sehr nach "schwarzer Null", ein parteienübergreifendes Projekt, das weder glaubwürdig funktioniert hat noch noch besteht: Die Sondervermögenspolitik von Olaf Scholz, der selber mal "Schwarze Null"-Finanzminister war, war hart begründet, etwa mit "Bundeswehr steht blank da". Die neuen Wehr-Sparmethoden aus Ukraine und Iran (billige Drohnen statt teurer Marschflugkörper) waren da noch nicht bekannt.

      Bei den Diäten klingt das mit dem Abgeordnetengehaltsverzicht der Linken prozentual zu hoch angesetzt. Abgeordnete reisen gern hin und her zwischen Hauptstadt und Wahlkreis. Das bringt genuin hohe Kosten mit sich. 5000 Netto sollten also MINDESTENS übrig bleiben statt verkrampfter 2.850 Euro pro Linkenabgeordnetennase. Selbst ideologisch ist so arger Sozialneid gegen noch so linke Abgeordnete nicht begründbar.

  • Entschuldigung, aber: So ein Quark. Die Arbeit als Bundestagsabgeordnete*r ist, wenn man sie richtig ausführt, arbeitsintensiver, umfangreicher und geistig anstrengender als der Durchschnittsberuf und sollte auch höher vergütet werden. Die Geschichte hat gezeigt, dass eine zu schlechte Bezahlung von Abgeordneten letztendlich eine Einladung zur Korruption ist, weil diese dann nicht ausreichend Geld zurücklegen können, um für den Fall vorzusorgen, dass sie plötzlich ihr Mandat verlieren, was mit jeder Wahl passieren kann. Nicht in jedem Beruf kann man sofort danach wieder starten, und wenn man dann keine Rücklagen hat, verarmt man plötzlich. Das kann doch nicht das Ziel sein.

    Wer ein konkretes historisches Beispiel will, sollte sich die sog. "Gilded Age" in den Vereinigten Staaten ansehen, in der Abgeordnete auf Bundesstaatenebene gar nicht (!) bezahlt wurden und Korruption so normal war, dass man als Idiot galt, wenn man sich nicht bestechen ließ.

    • @Agarack:

      Nu ja, fakt ist doch, das Politiker*innen jetzt korrupt sein können (und zu großteilen sind) und das nichtmal strafbar ist. Nennt sich halt Nebeneinkünfte vermittelt durch eine Lobby. Dagegen eine Handhabe zu haben wäre also eventuell sogar hilfreich im Kampf gegen Korruption. Der Korruption nicht die Tür öffnen bringt halt relativ wenig, wenn das Scheunentor am Hintereingang offen steht.

      • @Murdock Schlegel:

        Das ist doch kein sinnvolles Argument gegen meine Bedenken. Mit der gleichen Logik könnte ich mich dagegen aussprechen, Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung zu reduzieren, solange noch andere Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung offenbleiben.

    • @Agarack:

      Generalisiert kann nicht von einer Einladung zur Korruption gesprochen werden. Die meisten Abgeordneten wollen nicht korrupt sein. Aber das was zu vermeiden wäre bleibt für viele dann unvermeidlich: Der Nebenjob! Ich bin Gegner von Abgeordnetennebenjobs. Die Leute sind gewählt, um sich über das Wohl des Landes und seiner Bevölkerung Gedanken zu machen, und zwar sinnvolle. Das ist mühsame Arbeit in Ausschüssen. Die sollte keinE AbgeordneteR schwänzen müssen wegen eines oder gar mehrerer Nebenjobs!

      • @Uwe Kulick:

        Ich meine gar nicht unbedingt nur klassische Korruption im Sinne von direkter Bestechung, denn auch die Abhängigkeit von Nebenjobs kann ja, je nach Beruf, durchaus zu Interessenkonflikten führen. Wenn ich z.B. für eine große Firma arbeite, deren wirtschaftliche Lage maßgeblich von der aktuellen Politik abhängt (was praktisch immer der Fall ist), dann bin ich ja auch beeinflussbar, selbst wenn ich es nicht sein möchte. Auch die anwaltliche Vertretung einer Firma kann diesbezüglich schon problematisch sein.

        Insofern haben Sie völlig Recht.

      • @Uwe Kulick:

        Absolut. Jeder, der da nebenbei noch eine Anwaltskanzlei ernsthaft führt oder einen Großbauernhof leitet, hat nicht ausreichend Zeit sich um seinen staatlich bezahlten Job als "Volksvertreter" zu kümmern.

  • Über den Mechanismus der Abgeordnetendiäten kann man sicher streiten aber "2.850 Euro netto plus 350 Euro" ist in etwa die Besoldung eines 30 jährigen Sachbearbeiters im öffentlichen Dienst oder das, was ein Akademiker mit 25 in Deutschland mindestens an Einstiegsgehalt erwarten kann.

    Die Abgeordneten sollen damit im Zweifel weniger bekommen als ihre eigenen Büroangestellten obwohl sie deutlich mehr Verantwortung tragen und wahrscheinlich auch deutlich mehr arbeiten?

    Wie will man erwarten, studierte und "im Leben stehende" Menschen damit finanziell unabhängig zu machen?

  • Wie immer ist es bei der Die Linke: Moral predigen funktioniert hervorragend – solange sie nur für andere gilt. Von Unternehmen, Vermietern und „den Reichen“ wird permanent Verzicht, Bescheidenheit und Solidarität eingefordert. Doch sobald es um die eigenen Diäten geht, wird plötzlich ganz realpolitisch argumentiert: Verantwortung, Lebensstandard, Attraktivität des Mandats.

    Dass viele Abgeordnete bereits jetzt mehr verdienen als die große Mehrheit der Menschen, für die sie angeblich Politik machen, scheint dabei kein Problem zu sein. Im Gegenteil: Kürzungen werden als Zumutung dargestellt, während man gleichzeitig anderen erklärt, sie müssten halt „den Gürtel enger schnallen“.

    Diese Debatte zeigt weniger soziale Sensibilität als vielmehr eine bequeme Selbstbedienungsmentalität. Wer ständig mit erhobenem Zeigefinger auf andere zeigt, sollte wenigstens den Mut haben, die eigenen Maßstäbe auch selbst anzulegen. Andernfalls bleibt von all den großen Worten über Gerechtigkeit nur eines übrig: heiße Luft – gut bezahlt, versteht sich.

    • @Zippism:

      "Von Unternehmen, Vermietern und „den Reichen“ wird permanent Verzicht, Bescheidenheit und Solidarität eingefordert."

      Das stimmt so nicht. Die Linke will keine Almosen von den Reichen, sondern ordentliche Steuergesetzgebung, das hat mit Verzicht und Bescheidenheit etc. nichts zu tun.

      • @derzwerg:

        Hä ich bin ein großer Befürworter einer Umverteilung und hohen Steuern für die Reiche, also was stellen sie sich unter einer Reichensteuer genau vor? Die Reichen müssten dann ganz sicherlich auf vieles doch Verzichten???

      • @derzwerg:

        Doch, genau darum geht es sehr wohl. Wenn man höhere Steuern, Abgaben oder Regulierungen fordert, bedeutet das faktisch immer auch Verzicht – nämlich weniger verfügbares Einkommen, geringere Renditen oder eingeschränkte Handlungsspielräume. Das kann man politisch für richtig halten, sollte es dann aber auch ehrlich benennen.

        Entscheidend ist der Doppelstandard: Während von anderen „gesellschaftliche Verantwortung“ eingefordert wird, gilt diese plötzlich nicht mehr, wenn es um die eigenen Bezüge geht. Dann heißt es auf einmal, Kürzungen seien unzumutbar oder gefährdeten die Attraktivität des Mandats.

        Genau diese Argumentationslogik wird Unternehmen, Vermietern oder Gutverdienenden sonst regelmäßig abgesprochen. Wer solche Maßstäbe anlegt, sollte sie auch auf sich selbst anwenden – alles andere wirkt unglaubwürdig, unabhängig davon, ob man es Steuerpolitik oder Verzicht nennt.

        • @Zippism:

          Mir ist die moralisierende Argumentationslogik schon klar. Nur der darf ein halbes Prozentchen Vermögenssteuer einfordern, der sich selbst jeden Cent über dem Mindestlohn vom Mund wegspart, sonst ist es wahlweise Heuchelei oder Doppelmoral.

          Die oberen Zehntausend lachen sich derweil tot (und werden nicht einmal erbschaftsbesteuert).

          • @derzwerg:

            Mir geht es nicht darum, wer „darf“ welche Steuer fordern. Natürlich kann jede Partei Vermögens- oder Erbschaftssteuern politisch vertreten, unabhängig vom persönlichen Einkommen der Abgeordneten.

            Der Punkt ist ein anderer: In der politischen Kommunikation werden bei anderen Gruppen sehr strenge moralische Maßstäbe angelegt („Verzicht“, „Solidarität“, „gesellschaftliche Verantwortung“).

            Wenn diese Maßstäbe dann bei den eigenen Bezügen plötzlich nicht mehr gelten, entsteht zumindest ein Spannungsverhältnis, das man nicht einfach mit dem Hinweis auf Steuerpolitik auflösen kann.

            Genau darüber kann man sachlich streiten – ohne daraus eine Klassenfrage oder eine Frage von „wer lacht über wen“ zu machen.

            • @Zippism:

              Sehe ich nicht so. Es geht bei einer Vermögenssteuer nicht um moralische Maßstäbe. Genausowenig wie es bei der Mehrwertsteuer um moralische Maßstäbe geht. Der „Verzicht“ durch Besteuerung ist keiner, denn Verzicht ist freiwillig, und Steuern zahlt man nicht freiwillig.







              Insofern entsteht auch kein Spannungsverhältnis. Dass Linksparteiabgeordnete ihr Einkommen freiwillig abgeben „sollen“, ist der Widerspruch.







              Die Linkspartei kann mit solchen Aktionen nur verlieren. Wie man sieht, schert immer einer aus und dann reden die Leute über Nebensächliches. Zum anderen, und darauf können wir uns sicher einigen: Die Linke wurde nicht gewählt, damit der Bundestag Gehälter bei ein paar Abgeordneten spart, sondern damit mehr Geld in den Taschen aller landet statt in den Taschen weniger.







              (Dass sich die mediale Aufmerksamkeit gerne auf Nebensächliches richtet, geschenkt, aber man muss nicht über jedes Stöckchen springen.)

  • >12.330 Euro plus steuerfreie Aufwandspauschale von rund 5.500 Euro<

    Da fehlt noch was. Die Abgeordneten bekommen anscheinend noch Geld für mehrere Mitarbeiter. Das wird anscheinend nicht kontrolliert. Afd-Abgeordnete nutzen das aus, um Freunde und Bekannte schein-zu-beschäftigen. Andere Abgeordnete nicht?

    Das ist dann eine erhebliche weitere Zuwendung als Gegenleistung für das Abgeordneten-Mandat.

  • Druck auf Abweichler, die wagen, nicht alles mitzumachen, was sich da irgendwelche Leute ausgedacht haben, das hat in gewissen Parteien und ihren Vorgängerparteien Tradition.

    • @Katharina Reichenhall:

      Ist auch andernorts üblich nicht alles mitzumachen, was sich irgendwelche Leute ausdenken und muss nicht per se falsch sein...



      Denke schon, dass Abgeordnete, die, wenn sie ihren Job ernst nehmen, erheblich aufwendiger und länger arbeiten als Durchschnittsbürger auch Anspruch auf eine höhere Entlohnung haben sollten als solche. Wie hoch die dann real ausfallen "muss" sollte freilich in einem sinnvollen Kontext stehen... Und nicht zwingend öffentlich ausgehandelt werden.

    • @Katharina Reichenhall:

      Das hat in allen Parteien Tradition.

  • Ich habe doch Zweifel daran, daß das Einkommen der Abgeordnete der Hauptfaktor ist, der Linke und Arbeiter voneinander trennt.

    • @Klaus Franz:

      Ich halte das auch bestenfalls (!) für ein Symptom und nicht für die Ursache.



      Aber die Menschen können sich natürlich wunderbar das Maul über dieses Sommerlochthema zerreißen. Was natürlich alle freut, die nicht möchten dass DieLinke mal irgendwann ernstgenommen wird.

  • Einfach die Diät an den Mindestlohn (oder das soziale Existenzminimum) mit einem bestimmten Faktor binden.



    Und insgesamt mal wieder zu einer egalitäreren Gemeinschaft zurückfinden, das ist gesünder.

  • Ich lese ganz zu Beginn:



    "Ein Gehalt von 2.850 Euro netto plus 350 Euro pro zu pflegendem Angehörigen oder Kind – viele Ar­beit­neh­me­r:in­nen in Deutschland würden sich darüber freuen."



    Ganz ehrlich: Wenn ich auf meine Lohnsteuerbescheinigung von 2025 schaue, wäre ich wohl nicht einmal mit dem Dreifachen zufrieden.



    Sorry, aber ein(e) Abgeordnete(r), die/der auf 4 Jahre gewählt ist und danach nicht genau weiß, wie es weitergeht (den Linken winken da nicht durchweg gut bezahlte Jobs in der freien Wirtschaft), kann durchaus das erhalten, was auf einem vergleichsweise anspruchsvollen Posten in der freien Wirtschaft bezahlt wird - und das ist mehr als das Doppelte von 2850€.



    Die Diäten ermöglichen den Abgeordneten auch (was oft nötig ist), sich einen Berliner Zweitwohnsitz zu leisten.



    Man kann ja von den Abgeordneten halten, was man will, aber die Arbeitsbelastung ist erheblich und eine entsprechende Entlohnung sollte auch helfen, nicht nach anderen finanziell vergüteten Aktivitäten schielen zu müssen, wie wir es z. B. von Abgeordneten der CDU/CSU kennen.

    • @Aurego:

      Wer Geld für die primäre Belohnung hält, mag seine Bezüge hier andeuten und, bis das Totenhemd keine Taschen hat, froh auf Erden wandeln. Einfach hierzu mal auf zugängliche Statistiken schauen, ist mein einziger Hinweis.



      Bei Politik erwarte ich Menschen, die da anders denken, denen ein anständiges Salär reicht und die sich über Einfluss und Macht und Wirksamkeit freuen. Geldfixierte MdBs - besser nicht (gälte auch für persönliche Eitelkeit und Neurosen und ...)!



      Wer mit 2850,- nicht auskäme, macht wohl etwas falsch.

      Aber dass MdB ein Knochenjob ist, incl. Wochenenden, zwei Wohnorte etc., mit entsprechenden Risiken für Gesundheit und Familienleben, das natürlich auch. Schelte über Politikers also gezielt auf die wenigen Korruptniki und Familienklüngler darunter.

      • @Janix:

        Geld IST die primäre Belohnung. Das ist seit ungefähr 3.000 Jahren so.

    • @Aurego:

      "Die Diäten ermöglichen den Abgeordneten auch (was oft nötig ist), sich einen Berliner Zweitwohnsitz zu leisten."



      Jeder Abgeordnete erhält pauschal eine steuerfreue 'Aufwandsentschädigung' von 5.500 €, für die er keinerlei Rechenschaft ablegen muss. Die kann er ins Casino tragen, in Bier und Schnaps umsetzen oder sich eine Wohnung mieten, was selbst in Berlin zu dem Preis möglich sein sollte. Diese Aufwandsentschädigung ist so üppig, dass sich viele Abgeordnete die Wohnungssuche für die paar Wochen in Berlin lieber sparen und stattdessen in teuren Hotels wohnen und dann immer noch jeden Monat von ihrer Aufwandsentschädigung locker ein paar tausend € übrig haben.



      Übrigens: Reisekosten müssen sie auch nicht aufwenden; dafür bekommen sie eine Bahncard 100 in der 1. Klasse geschenkt!



      Welcher normale Arbeitnehmer erhält neben seinem Lohn noch derart üppige Zulagen?

      • @Tiene Wiecherts:

        Wir reden hier nicht von "normalen Arbeitnehmern". Das muss wohl gelegentlich klargestellt werden.



        In der freien Wirtschaft gibt es Leute, die die Entlohnung der Abgeordneten als finanziellen Abstieg betrachten würden.

      • @Tiene Wiecherts:

        Das privatwirtschaftliche Äquivalent zum Abgeordneten ist das Mitglied eines Aufsichtsrats und nicht der normale Arbeiter.

        Abgesehen davon werden Sie bei hochspezialisierten und entsprechend gefragten Arbeitnehmern ähnliche Zulagen finden.

  • Die SPD (da gab es im Westen die Linken noch nicht) ist früher mal mit der Forderung angetreten, auch Arbeiterkindern die Chance auf den Aufstieg zu ermöglichen. Ja, lang, lang ist es her, Das schreibt ein Arbeiterkind, der es geschafft hat, sich in die 42%-Einkommensteuerklasse plus Soli hochzuarbeiten, auch dank Studenten-Bafög (zurückzahlbar, aber damals zinslos und damit finanzierbar).



    Wie sich die Zeiten ändern: Die Linke will jetzt ihren Abgeordneten den finanziellen Aufstieg zu verbieten :-)



    Im Übrigen: wenn alle nur maximal den Durchschnittsverdienst des letzten Jahres verdienen, dann sinkt dieser Durchschnittsverdienst im nächsten Jahr (das zu erkennen, dazu sollte auch Schulmathematik reichen).

    • @Offebacher:

      Ehrlich gesagt: Genau das ist meiner Meinung nach der Fehler: Das Aufstiegsversprechen. Denn aufsteigen kann immer nur ein kleiner Anteil. Die andern werden dann von der SPD nicht mehr vertreten? Das Ziel für eine Arbeiterpartei wäre doch, dass es auch der Malocher zu Wohlstand bringen kann. Und nicht nur das Arbeiterkind, das studiert hat.

  • Statt der Deckelung der Diäten sollte die Linke-Fraktion mal darüber nachdenken, ob sie einen Audi A8 im Wert von 100.000 € braucht.

    Und außerdem noch, ob es irgendetwas besser macht, wenn hervorgehoben wird, der Wagen gehöre ja gar nicht der Spitzenfrau selbst, sondern sei ja nur ein Leasing-Fahrzeug der Fraktion.

    Da fehlt es selbst der Diätendeckelung am Glaubwürdigkeit.

    • @rero:

      Da der Wagen geleast wurde, vermutlich zu sehr günstigen (sehr günstigen) Konditionen kostet er auch keine 100.000 €.

      Diese Hetze gegen die einzige Partei, die sich glaubwürdig für die 'kleinen Leute" einsetzt, ist entlarvend.

      Rechte haben mit einem gemieteten Auto offensichtlich mehr Probleme, als mit drin kriminellen Handlungen der AFD-Fraktion oder dem großflächigen Sozialabbau der Regierungskoalition.

  • Deckelungs-Gegner:innen: sofort zurück treten!!!

    • @A.W. :

      Deckelungsbefürworter_innen auch.

      Eine linke Partei braucht keine Heuchler.

      • @rero:

        In der CDU/CSU findet man solche "Heuchler" natürlich nicht, denn da deckelt keiner seine Abgeordnetenentschädigung.

        Von Jens Spahn - der den Steuerzahlern Milliarden Euro kosten wird (Maskendeals) - würde man sich eine Deckelung seines "Gehalts" zwar wünschen (damit er wenigstens etwas von dem vielen Geld zurückzahlt), aber der "werte Herr" bekommt als Fraktionsvorsitzender der Union sogar das Doppelte ausgezahlt.

        Während die CDU/CSU Geldbeträge nicht so gerne detailliert veröffentlicht - wie etwa die Grünen und 'Die Linke' - liegt das "übliche Niveau" für Unions-Fraktionsvorsitzende allerdings bei einer 'Zulage' von rund 12.000 Euro zusätzlich pro Monat. Insgesamt beläuft sich das Brutto-Monatseinkommen (ohne Pauschalen und Nebeneinkünfte) von Jens Spahn auf ca. 24.000 Euro. Spahn erzielt zusätzlich auch regelmäßig Einkünfte aus Nebentätigkeiten, beispielsweise durch Vorträge oder Buchveröffentlichungen. Details zu seinen aktuellen Nebenverdiensten werden auf Abgeordnetenwatch veröffentlicht.

        Und wer würde dem netten Herrn Spahn diese 24.000 Euro (plus Nebeneinkünfte) im Monat missgönnen? 😉

        Lasst uns also lieber weiterhin auf 'Die Linke' einprügeln, denn das macht mehr Spaß.

        • @Ricky-13:

          Das ist ja genau der Punkt: die Linke sollte sich lieber mit Politik beschäftigen als sich in einem symbolischen Akt der Selbstaufopferung die Diäten zu kürzen oder sie zu spenden.



          Das würde der Partei deutlich mehr nützen, und auch der Gesellschaft.

        • @Ricky-13:

          Mit dem Kindergartenargument "Aber XY hat auch..." kommt man hier nicht weit. Hat die Linke einen eigenen moralischen Anspruch oder soll es ihr reichen genauso gut/schlecht wie die anderen Parteien zu sein?

        • @Ricky-13:

          "In der CDU/CSU findet man solche "Heuchler" natürlich nicht, denn da deckelt keiner seine ..."

          Genau. Macchiavellistisches Theater nervt mich nämlich zusätzlich an.

          Und ich sage noch was viel Schlimmeres:



          Wenn eine brauchbare Politik bei rauskommen würde, könnten CDUler und Linke ihre Diäten von mir aus gerne behalten.

          (Zu Merz und Spahn schreibe ich nichts, weil ich beide persönlich nicht mag.)

  • Ich weis ja nicht, wieviel Stunden so ein Abgeordneter arbeitet - aber sicher mehr als 39 Wochenstunden. 2850 € scheinen mir da doch zu wenig zu sein. Vielleicht sollte man es den Abgeordneten überlassen, wieviel sie spenden wollen und nur Empfehlungen aussprechen. Es gehört sicher mehr dazu, die Arbeiter und ihre Situation zu verstehen als bloß deren Gehalt zu teilen.

  • Generell finde ich eine Begrenzung sehr sinnvoll. Diese muss aber auch die Lebensumstände der Abgeordneten berücksichtigen. Wenn z.B. eine Abgeordnete aktuell einen Hauskredit abbezahlen muss, den sie mit ihrem normalen Gehalt z.B. als Lehrerin oder Ingenieurin gut bedienen könnte, könnte sie mit dem Durchschnittseinkommen und den hohen Lebenshaltungskosten in der Berlin schon Probleme bekommen. Falls für solche Fälle keine Lösungen vorgesehen sind finde ich auch die Kritik daran berechtigt.

    • @Henne Solo:

      Niemand "muss" einen Hauskredit abzahlen, oder? Dass mensch die Spesen abziehen kann (ein abschließbares Zimmer in Radentfernung des Reichstags), halte ich aber für eine sinnvolle Einschränkung, ob das jetzt schon berücksichtigt ist oder nicht.

  • Die Frage ist doch, auf welcher Grundlage die Partei in die Rechte der Angeordneten eingreifen wollen würde. Die Diäten fließen den Abgeordneten zu; die Parteien haben damit nicht zu tun. Eine Partei kann dann allenfalls auf Freiwilligkeit setzen. Eine Partei, die in so einer Frage auf Zwang setzt, wäre mir zuwider.

    Anders verhält es sich natürlich mit den Bezügen der von der Partei angestellten Personen.

    • @DiMa:

      Die KPD früher hatte undatierte unterzeichnete Rücktrittserklärungen in der Schublade für solche Fälle. Dahin nicht zurück!



      Zu konstatieren ist gleichwohl, dass die eher linkeren Parteien eben auch nicht die Daueralimentierung durch Fossil-Konzerne, Gesamtmetall & Co. genießen, sondern deren teure PR-Kampagnen sogar abwehren müssen.

      • @Janix:

        "Die KPD früher hatte undatierte unterzeichnete Rücktrittserklärungen in der Schublade für solche Fälle. "



        Die wären heute sicher unwirksam.

  • Millionen Arbeiter und Rentner müssen jetzt so langsam aufstehen und für ihre hart erkämpften Rechte und bessere Renten auf die Straße gehen. Ansonsten haben wir bald nur noch Knechte und Armutsrentner. Staatsdiener, wie Politiker, Beamte und Pensionäre werden natürlich weiter mit üppigen Gehältern und fetten Pensionen versorgt. Die LINKE ist teilweise auch sehr gierig.

    • @KLaus Hartmann:

      Die Linke ist wohl trotzdem die noch am wenigsten gierige partei im bundestag

    • @KLaus Hartmann:

      Mögen Sie das auch belegen? Amigo-Affären kennt man ja sonst vor allem von Union, AfD und FDP…

  • Entschuldigung, das ist total surreal - und einfach Quatsch. Das große Problem mit der LINKEN ist, dass sie sich keineswegs für ein gutes Leben für alle einsetzt.



    Sondern eben nur wieder für die sog. "arbeitende Bevölkerung" - was sich nur auf Erwerbsarbeit bezieht, dabei ist die unbezahlte Arbeit vom Volumen (Stundenzahl) und von der gesellschaftlichen und ökonomischen Relevanz eigentlich an erster Stelle.

    Insofern is die Deckelung der Diäten ein rein gesinnungsethischer, man könnte auch sagen "kosmetischer" oder "Show-Biz"-Ansatz. Leute, macht einfach mal Euren Job, dann hat auch niemand ein Problem damit, wenn Ihr dafür gut bezahlt werdet!

    • @Eric Manneschmidt:

      Kritisieren Sie, dass sich die Linke nicht für ein besseres Leben reicher Rentiers einsetzt oder dass sie sich vermeintlich nicht für nicht erwerbstätige Carearbeiterinnen einsetzt?

  • Sind zwei Abgeordnete von 64 im Bundestag jetzt schon "einige"?



    Das klingt doch eher wie eine vollkommen zu vernachlässigende Minderheit.

  • Danke für den Betrag. Wenn es ums Verteilen von Geld anderer geht, sind die Linken immer mit dabei (auch Ramelow) . Aber wenn es darum geht, selbst einen Beitrag zu leisten, unterscheiden sie sich doch kaum von CDU, SPD, AfD und Grünen.

    Wären alle Abgeordneten gesetzlich krankenversichert, und würden nur gesetzliche Rentenansprüche erwerben, und nicht die relativ gesehen gigantische Altersvorsorge von Abgeordneten, würden wir sicher nicht mehr über Einschnitte bei der Rente und der Kranken- und Pflegeversicherung reden. Der Satz, das wäre nicht finanzierbar, würde im Parlament kaum noch zu hören sein.

    Und danke für ihre beiden letzten Sätze. Dass Abgeordnete vergessen, für wen sie arbeiten, und keinen Respekt für die Leistung derjenigen zeigen, die sie mit ihren Steuern finanzieren, ist genau so unerträglich, wie Richter, die höhere Beamtenbezahlung fordern, und von ihrem eigenen Urteil erheblich mehr profitieren als der Polizist, der deren Gesetze verteidigen muss.

    Wenn die Linke hier einknickt, ist sie es nicht Wert, gewählt zu werden und sollten sich allenfalls noch Partei der schein-linken Gier nennen.

    • @Torben2018:

      Ob 600 Leute gesetzlich versichert sind oder nicht, ist für die Finanzierung ein Rundungsfehler. Das wäre eher Symbolpolitik (die nicht immer falsch oder unnütz sein muss).

      • @nihilist:

        Torb.. mag mich korrigieren, doch ich las da eher den Punkt, dass dann bitte endlich die Dysfunktionalitäten im System auch 1:1 bei Entscheidungsträgern ankommen.

        Was solche Abstrusitäten wieder Sondersysteme bei Altersversorgung, Krankenversicherung, ... derzeit noch blocken. Wir brauchen andere Mehrheiten nicht nur im Wahlvolk, sondern auch in den Parlamenten.

    • @Torben2018:

      Wenn es ums Verteilen von generalisierten Urteilen zu anderen geht, ist dann gerade wer mit dabei?



      Nun ja, wer ohne Sünde ist ... und ich mag etwa eine allgemeine eine Krankenkasse auch aus Ihrem Grunde durchaus.

  • Da muss man ja dem Bodo mal ne böse Mail schreiben. Ich als Linke Wählerin finde es inakzeptabel wenn meine Abgeordneten so viel bekommen. Ich würde so gern bei rechten Wählern drauf verweisen dass meine Abgeordneten sich nicht berreichern. Wenn das alle machen täten wäre das einfach nen mega credibility Zeichen.



    Selbst wenn sie Teile der Bezüge dann für Parteiwerbung/Arbeit aufwenden täten anstatt direkt zu spenden wäre es einfach stark.



    Der Bodo soll sich schämen.

    • @Jasmin Reeh:

      Mandatsträgerabgaben gibt es doch schon in fast jeder Partei.

  • Immer wieder schön, von anderen etwas zu fordern, von dem man selbst nicht betroffen ist. Warum nicht für alle den Durchschnittslohn? Egal ob Politiker, Arzt, Anwalt, Fußballprofi, Krankenpfleger oder Taxifahrer. Das hätte doch was

    • @Ahnungsloser:

      Hier wird allerdings von der Linken-Fraktion etwas gefordert, von dem sie selbst und alle anderen nicht betroffen wären.

    • @Ahnungsloser:

      Dann würde der Durchschnittslohn aber stark fallen, eine Abwärtsspirale.

      • @ZTUC:

        Wenn alle den Durchschnittslohn bekommen, wie soll der denn dann fallen? 😂

        • @Wurstfinger Joe:

          Wie soll der denn auch ermittelt werden. Weder jeder Durchschnittslohn verdient, kann der auch bei 1 Euro liegen. Nicht so toll..



          Zum anderen musst du irgendwie erhöhte Verantwortung und Risiko finanziell abbilden.



          Ein Arzt oder Chirurg der ständigem Druck ausgesetzt ist keinen Fehler zu machen, weil es Menschenleben kosten kann und dementsprechend auch psychisch belastet wird, kann doch nicht wie ein Rezeptionist bezahlt werden zb.

          • @Walterismus:

            "Zum anderen musst du irgendwie erhöhte Verantwortung und Risiko finanziell abbilden."



            Finanzielles Risiko schon. Aber Verantwortung? Warum? Solange man für Fehlentscheidungen nicht persönlich zur Rechenschaft gezogen wird, sehe ich dafür keinen zwingenden Grund.

            PS: Ein Fehler eines Kraftfahrzeugmechanikers oder eines Busfahrers kann genauso Menschenleben kosten.

          • @Walterismus:

            Wie soll der Durchschnittslohn plötzlich einen Euro betragen, wenn er doch bei über 2800 liegt? Der Durchschnitt ist halt dann das, was jeder real bekommt, rein mathematisch betrachtet. Deshalb ist rein mathematisch betrachtet sowohl die Aussage, daß der Durchschnitt sinken würde, wie auch, er wäre nicht mehr feststellbar, einfach lächerlich.



            Und seit einem Vorfall in Leipzig sollten wir doch wissen, daß Rezeptionisten eigentlich brutal gefährlich leben und auch mehr Gehalt verdienen. 😁

  • Das ist absolut richtig. Nur - es gilt auch für alle !!!! anderen Parteien gleichermaßen...