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ZDF lädt Danger Dan und Igor Levit aus Jetzt canceln sie schon die Staatstragenden

Leon Holly

Kommentar von

Leon Holly

Die Absage des ZDF an die Künstler ist falsch. Doch wo waren die beiden eigentlich, als die Palästinabewegung gecancelt wurde? Im Zweifel auf der anderen Seite.

E in falsches Statement, eine falsche Zeile, und Sender und Kulturinstitutionen canceln die Auftritte von Publizisten und Künstlerinnen. Dieses Muster ist in Deutschland mittlerweile bekannt. Jetzt traf es den Pianisten Igor Levit und den Sänger Danger Dan. In einer Folge der Anstalt sollten die beiden den Song „Keine Angst“ performen, der verschiedene Formen des Widerstands gegen die extreme Rechte behandelt. Doch weil der Song laut der ZDF-Führung als „Aufruf zu Gewalt“ verstanden werden kann, sagte der Sender den Auftritt ab.

Man kann jetzt darüber diskutieren, ob der Liedtext wirklich eindeutig zu Gewalt aufruft; ob Gewalt gegen Neonazis legitim sein kann; oder ob hier nicht vielleicht auch ein lyrisches Ich einen sich radikalisierenden linken Widerstand nachzeichnet, ohne jeden Aspekt davon gutzuheißen. Das ZDF aber hat sich dafür entschieden, das Lied nicht ohne eine „dokumentarisch-journalistische“ Einordnung spielen zu lassen – und eine neue Cancel-Debatte produziert.

Bekannt ist, dass man sich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk seit einiger Zeit darum sorgt, als zu links wahrgenommen zu werden. Bekannt ist, dass diese Angst in den höheren Etagen des ÖRR genährt wird von Bild- und Nius-Kampagnen, auf die dann auch gerne CDU und AfD aufspringen.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Bekannt ist schließlich auch das Muster im Statement des ZDF zur Absage: Weil der Song als Gewaltaufruf „verstanden werden“ kann, macht man die radikalstmögliche Deutung zum Maßstab für die eigene Absage, anstatt das Lied zu senden und dann die Öffentlichkeit über die Auslegung diskutieren zu lassen.

In Deutschland zielte diese Dynamik der Diffamierung und Ausladung in den letzten Jahren vor allem auf jene linke Szene ab, die sich solidarisch mit den Palästinensern versteht und die gegen die Einäscherung Gazas und gegen die israelischen Menschenrechtsverbrechen protestiert.

Und hier liegt die große Ironie: Denn die guten Antifaschisten Igor Levit und Danger Dan haben in diesem Konflikt nicht nur keine Solidarität mit den Ausgebombten gezeigt, sie haben sich rhetorisch teils gar auf die Seite der kriegsführenden Staaten gestellt. Und nicht mal eine abstrakte Verteidigung der Meinungsfreiheit war angesichts der Welle von Absagen und Demoverboten drin.

Alles Antisemiten

So veröffentlichte Danger Dan mit seiner „Antilopen Gang“ im April 2024 den Song „Oktober in Europa“, in dem die Band Greta Thunberg als Judenhasserin diffamiert. Für die toten Palästinenser ist in dem Lied keineswegs Israel verantwortlich, nein: „Zivilisten in Gaza sind Schutzschild der Hamas, Schutzschild der Nachfahr'n der Juden-Vergaser“.

In einem direkt nach der jüngsten Kontroverse erschienenen Spiegel-Interview äußert Danger Dan sich ebenfalls krude. Dort wird er gefragt zu dem Konflikt um das Jugendzentrum „La Casa“ in Berlin-Hellersdorf. Wie die taz berichtete, versuchten israelfreundliche Antideutsche dort politische Gegner zwangszuräumen und das Haus zu besetzen, woraufhin sich die andere Seite (ebenfalls gewaltsam) versuchte, die Besatzung zu beenden. Wohl mit Blick auf diese Gegenwehr spricht Danger Dan im Interview von „Antisemiten, die linke Projekte angreifen in ihrem Wahn“.

Auch Igor Levits Antifaschismus schlägt zwar bei Neonazis an, setzt aber aus, wenn es um die Feldzüge der teils faschistischen israelischen Regierung geht. Als jene Regierung gemeinsam mit den USA im Juni 2025 ihren Angriffskrieg gegen den Iran begann, forderte Levit, die Bundesregierung müsse jetzt „klar und eindeutig Position“ für Israel beziehen (ganz so, als hätte es jemals daran gemangelt). Auch zur Zerstörung Gazas hört man Kritik von Levit nur in den allerleisesten Tönen.

Zum Glück gab es andere, die sich gegen diese Kriege gestellt haben und stellen. In einer weiteren Ironie waren unter ihnen überproportional viele linke Jüdinnen und Juden, die natürlich ebenso erbarmungslos verprügelt und gecancelt wurden – weil es hier nicht um den Schutz jüdischer Menschen geht, sondern um die Wahrung und Herstellung eines politischen Konsenses, der gegen Linke durchgesetzt werden muss.

Was an der Palästinabewegung durchexerziert wurde, wird sich in den kommenden Jahren vermehrt auf das linksliberale Milieu ausweiten. Die harte Repression durch AfD und autoritärere bürgerliche Parteien wird im kulturellen Raum flankiert von ängstlicheren Institutionen, die Ärger und Budgetstreichungen vermeiden wollen.

Die Zeiten werden härter, auch für noch so staatstragende Linke. Wie singt Danger Dan in seinem neuen Lied? „Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später.“

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Leon Holly

Leon Holly

Schreibt über gesellschaftliche Konflikte und internationale Politik, mit besonderem Fokus auf die USA und die Levante. Von 2023 bis 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Davor Studium der Politikwissenschaft und Nordamerikastudien in Berlin und Paris.
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194 Kommentare

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  • "Robben totknüppeln gegen Rechts"

    Die Grenzüberschreitung zu normalisieren, ist eine Sache, die nach hinten losgehen kann. Wohl dem, der von sich behaupten kann, niemals in die Verlegenheit zu kommen, zum Ziel solcher Aktionen zu werden.

    Ich empfehle die Lektüre von Solschenizins "Archipel" Gulag. Und gebe ein Wort des Autoren mit: "Wer die Gewalt als seine Methode proklamiert, der muss die Lüge zu seinem Prinzip machen."

  • ... mir scheint, mit Herrn Holly und Herrn Bax kommentieren hier zwei taz-Leute diese Situation, die vermutlich ansonsten weniger ambitioniert zu 'cancel culture' schreiben, sehr wohl aber mit Blick auf den Gaza-Konflikt eine grundlegend andere Position als die hier gecancelten vertreten. Das ist so n bisschen wie über die Bande spielen und trotzdem ein Eigentor: Denn insbesondere Herr Bax hat in der Debatte stets absolut einseitig argumentiert ... Aber offensichtlich scheint es gerade wichtiger zu sein, dem israelsolidarischen Lager eins rein zu drücken, statt sich mir der Frage zu beschäftigen, die das Lied (egal was man stilistisch davon halten mag) aufwirft: Wie ist Antifaschismus in Zeiten des globalen Rechtsrucks zu organisieren und ja, wie weit darf (und muss?) er gehen. Im Zweifel stellt sich diese Frage alsbald nicht mehr; ganz einfach, weil es dann zu spät ist.

  • Danke für den Songtipp! Den Artikel verstehe ich aber nicht. Was hat denn jetzt Gaza mit dem Song zu tun? Es geht darum Nazis zu bekämpfen. Gaza ist scheinbar ein wichtiges Thema für den Autor. Allerdings nicht für die Musiker. (Ist ja auch kein Wunder. Egal wie die Einstellung der Linken in Deutschland ist, Netanjahu und Trump interessieren sich dafür nicht).

    Das Lied ist aber auch nichts für den ÖRR. "Faschos in der Polizei", Aufforderung zu Straftaten und einzig gegen eine zugelassene Partei gerichtet gesungen passt es zwar eigentlich in die ohnehin schon sehr linke "Anstalt", ist dann aber doch zu extrem.

    Ist Doxing eigentlich die Lösung? In Sachsen-Anhalt sollte das schon niemanden mehr Interessieren und wenn die Politik so weiter macht und gegen die Menschen arbeitet, setzt sich der Trend bundesweit fort.

  • Das Erschreckende ist doch, dass sich die Methoden gleichen.

  • Kommt mir das nur so vor oder sind hier auch schon mehrere eher



    Konservative unterwegs?



    Mir fällt auf das hier gewisse Dinge immer öfter runtergespielt werden und sich in die Rechte Richtung bewegen, kann allerdings auch nur Einbildung sein.

    • @Captain Hornblower:

      Stört Sie das? Es ist doch wichtig, dass alle anderen auch einmal eine abweichende Meinung zu lesen bekommen. Nur in der eigenen Blase zu verharren, diente nicht der Wahrheitsfindung und täte in der Folge der Demokratie nicht gut.

    • @Captain Hornblower:

      Konservative, auch durchaus rechts eingestellte, gehören schon lange zum "Forum", und ich finde das grundsätzlich gut so; ich weiß die Inspiration durch unterschiedliche Blickwinkel und Positionen zu schätzen.

      Was allerdings in den letzten Jahren mMn zugenommen hat, ist das stumpfe Getrolle von Typen aus dem Focus/Springer-Foren-Universum, die hier offensichtlich nicht den Austausch suchen, sondern einfach nur "Linkswoke" mit ihrem Facebook-Boomergesabbel provozieren wollen.

  • Die Ausladung ist nichts als vorauseilender Gehorsam.



    Über die 'andere Seite' kann mensch diskutieren

  • Blaun / Schnellroda lacht sich angesichts der liberalst-offenen Plattformen zum Abwerfen seines Selbstverharmlosungsrotzes doch immer noch hämisch ins Fäustchen.



    Ohne sich mit den politischen Überzeugungsstrategien der Rechten auseinandersetzen und vor Allem, daraus auch Konsequenzen für eine dem entgegenwirken wollende eigene Strategie zu ziehen (sofern man überhaupt eine für notwendig erachtet), macht man sich zum idiotisch-nützlichen Straßenbahnlenker, der an der Endhaltestelle angekommen in die Arbeitslosigkeit entlassen wird. Dann ist man wenigstens endlich berechtigt, guten Gewissens "Keine Angst" zu goutieren.

  • Toller (Werbe) Trick vom ZDF, so redet jeder über ein "Lied" das sonst niemanden Interessiert hätte.

  • Zum Text muss man nicht viel schreiben, den kann man selber nachlesen. In Kombination mit dem Motto "Wer nicht meiner Meinung ist, ist ein Neonazi" ist dieser Text definitiv nicht wert, von GEZ-Gebühren (denen sich niemand entziehen kann) subventioniert zu werden.

  • "Im Zweifel auf der anderen Seite" > das zeigt schon, wie der Autor ganz mainstream im schwarz/weiß - gut/böse Kosmos gefangen ist. Dass nicht jede/r Linke sich palästinasolidarisch heißt was? Dass nur Solidarität mit Palästina "gut" und "richtig" ist? Ja zum Glück gibt es linke Jüdinnen und Juden bzw. Israelis, die gegen die Regierung Netanjahu auf die Straße gehen. Genauso zum Glück, dass es linke Paläsinenser:innen gibt, die nicht ausblenden, wer für diesen Krieg verantwortlich ist. Nämlich die Hamas, menschenfeindliche Fundamentalisten, die (leider) vom eigenen Volk gewählt wurden.

    • @RosaProsa:

      👍👍 … … ... und besser kann‘s eigentlich nicht laufen: das lied kennt jetzt jeder und die öffis müssen sich von rechts nichts vorwerfen lassen. geniale masterstrategie 🏴‍☠️😉🏳️‍🌈

  • Zu der bisweilen sehr spitzfindigen Debatte, wo Faschismus beginnt und was man überhaupt so nennen darf, fällt mir ein Essay von Bertrand Russel ein, das 1933 in der Essaysammlung »Lob des Müßiggangs« erschien:



    »



    Viele der unangenehmen Merkmale unserer Zeit gab es schon bei den Griechen. Sie hatten den Faschismus, den Nationalismus, Militarismus und Kommunismus, Chefs und korrupte Politiker; sie kannten pöbelhafte Streitsucht und gewisse Religionsverfolgungen. Sie hatten gute Einzelpersönlichkeiten, aber die gibt es bei uns auch; und wie heute hatte ein beachtlicher Prozentsatz der besten Persönlichkeiten Verbannung, Kerkerhaft oder Tod zu erleiden. In einem Punkt allerdings war die griechische Zivilisation der unseren greifbar überlegen, nämlich in der Unfähigkeit der Polizei, die es weit mehr anständigen Menschen ermöglichte, zu entkommen.



    «



    Da freut man sich doch für die Griechen.

  • Sommerloch? Wer bitte ist „Danger Dan“, hab ich mal wieder was verpasst?

    • @derzwerg:

      Offensichtlich hast du einiges verpasst :D

  • Bei Linken gibt's auch mal Rückbesinnung, so wie's das Lied ausdrückt. In Zeiten der Zwillinge Occupy- und Echte-Demokratie-Jetzt-Bewegung war Gewaltfreiheit Programm, und irgendwie sollte trotzdem Revolution sein. Die weltweite Bewegung beklagte anfangs besonders "Greed", d.h. Gier im Kapitalismus, ging dann aber in diverse Richtungen, in Taiwan und Hongkong Richtung Demokratiebewegung, in Deutschland sehr speziell gegen Institutionen i.e. die Euro-Zentralbank, womöglich weil in social media Währungsreformideen wie "Schwundgeld" kursierten, ignorierend, dass normale Inflation unser Geld bereits zu Schwundgeld macht und Mario Draghi zwar verrückte und doch sinnvolle Währungspolitik tat. In USA waren letzte Aktionen von Occupy Nothilfe bei Hurrikan Sandy und die Hilfsaktion Occupy Debt. So endete die Bewegung da mit dem Ziel, dass einer dem anderen in Not helfe. In hiesigen Onlineforen meldeten sich ein paar Leute ab, die sagten, sie wüssten bereits Jahrzehnte wie man Revolution richtig macht, legten entsprechend für sich und ihre Freunde Gewaltlosigkeit ad acta. Und heute? Viele halten AfD-Herrschaft für im Kommen. Levits Reaktion: Widerstand - Besinnung auf alte Rezepte, als Lied!

  • Danke für diesen Text genau das habe ich mir auch gedacht!!

  • Vielleicht ist hier doch eher ein „wehret den Anfängern“, als das eingeforderte „wehret den Anfängen“ angebracht. Die Faktenlage scheint jedenfalls nicht unbedingt die maßgebliche Basis gewesen zu sein.

  • Dieser Kommentar ist ein hervorragendes Beispiel für Whataboutism.

    Danger Dan hat ein paar wirklich schöne Songs geschrieben. Aber schon der Hit "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" spielte unverhohlen mit Gewalt- und Mordphantasien. Bei "Keine Angst" sind die "schönen Grüße" an die Selbstjustiz-Fraktion der Antifa vollkommen daneben. Wie die Doxing-Aufrufe auch. Das will man alles nicht im ÖRR beklatscht haben. (Der Kommentar von Bax ist unwidersprechlich; warum darf dort nicht kommentiert werden??)

    • @superbarclay:

      Das Lied "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" wendet die Methoden der Rechten auf die Rechten an.

      Mein Neffe wohnt mit seiner chinesischstämmigen Frau in Halle und kann mit ihr dort nicht mehr in jedes Viertel gehen.

      Die schieren GrößenVerhältnisse der Gewaltgefahr beachten hilft enorm bei der Bewertung.

  • Antifa heißt Gegenangriff.



    Wie und Palästina-Massaker-Invasion ist kein Thema?



    Das ist widersprüchlich bei Bax und Holly.



    Staatstragend sind die Grünen auch.

  • Da ich etwas älter bin, hat mich das an Franz-Josef Degenhardt erinnert, der auch ein paar mal Ratschläge zur Feindbekämpfung erteilt hat.

    Wer mal vergleichen will:



    - Lehrstück der vier Partisanen (Ereignis am Mondfalterfluß)



    www.youtube.com/watch?v=2YB2rIaxX-0



    - Rat an einen jungen Sozialisten aus der reicheren Welt



    www.youtube.com/watch?v=-cVK63_WagI

  • Wenn man sich den Text der drei Strophen mal durchliest, kann man die Entscheidung des ZDF verstehen. Bax hat dazu hier einiges geschrieben.

    • @Querbeet:

      Ich fand es auch schade, dass man unter den Artikel von Herrn Bax nicht kommentieren konnte. Zum ersten Mal konnte ich ein Artikel von ihn zu 100% zustimmen.

      • @Müller Christian:

        Danke. Das ging mir genauso!

    • @Querbeet:

      Das ist bestimmt das einzige Mal bzw. der einzige Artikel, wo ich dem Autor Bax zustimmen kann!

      • @Eulennest:

        Mir ist es genauso ergangen. Mein erster (und vermutlich auch letzter) Bax-Moment

    • @Querbeet:

      So ist es.



      Und: Ich stimme Hr. Bax wirklich nur in den seltensten Fällen zu, aber in dieser Causa gebe ich ihm Recht.

      • @Vigoleis:

        Da kann ich mich nur anschließen.

  • Dankenswerterweise hat sich Herr Bax näher mit dem Songtext auseinandergesetzt (taz.de/Debatte-um-Liedtext/!6197164/) und aufgezeigt, dass es sich bei der Auslandung nicht einfach nur um ein "canceln" handelt.

    Im Übrigen finde ich es höchst fragwürdig, dass über die Legitimität der Gewaltanwendung gegen Personen wegen derer politischen Einstellung diskutiert werden kann. Schon allein die Überlegung hierzu ist vollkommen abwegig.

    • @DiMa:

      Wobei sich mir bei Herrn Bax zwangsläufig der Verdacht aufgedrängt, dass er nur darauf gewartet hat Danger Dan als Mitglied der Antilopengang angreifen zu können, da diese sich mit „Europa im Herbst“ gegen eine blinde Verklärung der Palästinenser und deren Unterstützer gewendet haben. Das kann jemand wie Bax nicht durchgehen lassen. Wäre es eine So g einer Band gewesen, die sich sonst klar antiisraelisch und propalästinensisch verortet, dann hätte er selbst beim gleichen Wortlaut des Textes lauthals von Zensur rumkrakelt.

    • @DiMa:

      Abwegig erscheint es nur, wenn man selbst unter Umständen lebt, die jeden Tag Ausgrenzung, Demütigung oder sogar körperliche Gewalt durch Nazis bedeuten können. Wenn man nicht darauf bauen kann, dass einem der Staat hilft. Wenn es keine Zivilgesellschaft gibt oder die zu schwach ist, sich gegen den Mob zu stellen. Das ist eine Realität, die man am Schreibtisch ignorieren kann, aber abwegig ist sie nicht.

      • @Wuerstel:

        Danke für deine Worte. Die Zustimmungen hier für die Ausladung sind bestimmt fast alles Westdeutsche aus der sicheren Dreizimmerwohnung. Die noch nie in einem ostdeutschen Dorf waren, wo linke, junge Menschen scheinbar immer häufiger Opfer von Rechten werden. Und wir lassen sie allein mit der tagtäglichen Bedrohung. Die TAZ berichtet regelmäßig davon.



        Wir mussten bereits Mitte der 80-er gegen Skinheads kämpfen, weil sie unsere türkischen Freunde angriffen. Das Nazi-Gen ist nie ganz aus der BRD verschwunden. Und die ehemalige DDR hatte gar nichts zu diesem Thema zu sagen. Und dann wundern wir uns, dass gerade die Ostdeutschen diese innere braune Unruhe an die nächsten Generationen weiter geben. Papa hat ja in den Neunzigern schon die "scheiss" Vietnamesen mit seinen Baseballschläger gejagt. Da geht noch mehr. Und jetzt gibt es auch noch eine Partei, die uns versteht. Kann nicht besser laufen für uns.



        Und im Westen kommen sie jetzt auch aus Ihren Löchern wieder hervor. Mir scheint es so, dass Deutschland nicht viel gelernt hat aus der schlimmsten Zeit unseres Daseins als sogenannte Nation.



        2 Monate noch, dann haben Sie es im ersten Bundesland geschafft. Wir haben ja nichts...

        • @Isnunmalso:

          Bitte Vorsicht. Die ranghöchsten Kader der AFD kommen fast ausschließlich aus dem Westen.

      • @Wuerstel:

        Solange sich diese "Zivilgesellschaft" an Recht und Gesetz hält ist daran nichts auszusetzen. Hier geht es ja gerade um die Überschreitung von Gesetzen "im Namen des Guten". Das geht halt zu weit.

        Und Gewalt ist niemals legitim.

        • @DiMa:

          Es gibt durchaus einen Punkt an dem Gewalt legitim wird und zwar sobald gewaltloser Widerstand nicht mehr funktioniert bzw nicht mehr ausübbar ist. Hätten die Briten damals noch ein entsprechendes Mindest gehabt, hätten sie Ghandi & Co einfach über den Haufen schießen können. Das selbe gilt für die SED (wie damals in China eindrücklich gezeigt wurde). Oder hättest du auch beim Widerstand gegen Hitler oder Stalun auf rein gewaltlosen Widerstand gepocht? In dem Lied geht es ja um einen sich aufbauenden Widerstand, bei dem Gewalt, dazu noch ausgesprochen indirekt, als allerletztes Mittel mehr oder weniger gutgeheißen wird. Das ist in meinen Augen bzw Ohren legitim. Ansonsten kann man davon ausgehen, dass die TAZ und ähnliche Medien von einem eventuellen Kanzler Höcke (Weidel wird in dem Moment in dem die AfD irgendwann mal tatsächlich in Regierungsverantwortung auf Bundesebene kommen könnte von ihm und seinen Proxys weggeputscht werden) wohl mit als erstes verboten werden wird. Die AfD mag nicht identisch mit der NSDAP sein, aber auch Hitler hat vor seiner Wahl einen "Legalitätseid" abgegeben, was daraus wurde wissen wir alle.

          • @Fantenlover3000:

            Nur sind wir halt noch lange nicht an einem Punkt des zivilen Notstandes. Man mag die Entwicklungen unschön finden, nur rechtfertigt das keine Gewalt. Wir haben weder Hitler noch Stalin.

            Ich persönlich verlasse ja nun mit meiner Familie Deutschland, nur hat diese Entscheidung nichts mit der AFD zu tun.

  • In das Gejammer um Canceln und Kunstfreiheit kann ich hier überhaupt nicht einstimmen. Kunst kann mit Provokation spielen, kann auch politisch sein, auch kontroverse Fragen in den Raum stellen. Das hier ist aber ein reiner Agit Prop Text, der ganz offen politische Gewalt und Selbstjustiz zumindest mal für legitim erklärt. "Staatstragend" ist daran überhaupt nichts, ganz im Gegenteil. Und wer so unterwegs ist, muss sich halt mal entscheiden ob er besonders radikal, edgy und "danger" sein will oder im Abendprogramm des ZDF auftreten möchte.

    • @Deep South:

      Dem stimme ich vollumfänglich zu.



      Wäre schön, wenn das für diese ulkige Rapperszene generell gälte. Was alles an Inhalten dort Kunstfreiheit genießt ist nicht mehr wirklich nachvollziehbar. Insbesondere angesichts des Dunstkreises, in dem sich ein großer Teil der vorbildlichen Protagonisten bewegt...

  • Wie erkenne ich einen Nazi? Oder ganz allgemein: Wie erkenne ich einen extremistischen gefährlichen Feind der Demokratie.



    An seiner Meinung? Faschisten, Stalinisten, Islamisten, sind alle der Meinung dass ihre Meinung die richtige einzig wahre ist. Die Welt, Deutschland, das Klima, die Natur, das Volk, die Kultur, die Arbeiterklasse gefährdet, die Mehrheit dumm und sie die letzten Vernünftigen, die einzige Rettung sind. Und sie sich deshalb nicht an die demokratischen Spielregeln halten müssen, können, dürfen.



    Meinungsfreiheit gilt für alle Meinungen auch wenn die Linke, die Rechte, die Kirche, Regierungspartei sie für falsch, gefährlich, satanisch oder staatsfeindlich halten. Wer sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält, ist ein Nazi. Auch wenn er für einen echten Nazi nicht intelligent genug wäre.



    Man erkennt Nazis, wenn man ihren Text spiegelt.

    • @OhneHastundHetze:

      Das mit der Toleranz ggü Intoleranz hat in der Weimarer Republik ja auch schon super funktioniert. Was soll man denn bitte machen, wenn die Demokratiefeinde kurz davor stehen unsere fdG zu zerstören? Mit einem selbstgebastelten Protestplakat daneben stehen, wenn die Generation Deutschland erstmal mit Fackelzügen ihre Machtergreifung und das Ende der BRD feiern? Jeder Widerstand hat die seiner Zeit angemessenen Mitteln, momentan ist Gewalt hier natürlich noch ein absolutes No-Go und ich hoffe inständig, dass es niemals soweit kommt, aber wenn die anderen Mittel einmal ausgeschöpft sein sollten, sollen wir dann einfach alle kapitulieren und uns freiwillig in die KZ's einweisen? Es ist einfach naiv zu glauben,unsere Demokratie stünde unerschütterlich in Granit gemeißelt. Erst mal muss jetzt das Ziel sein, genau wie in dem Lied gefordert, den Widerstand gegen den Faschismus von der Politik weg in die Zivilgesellschaft zu tragen, durch Demos, durch sonstige Veranstaltungen, durch generelle Sichtbarkeit und Aufklärung. Wenn das ausreicht um die NSAfD am regieren zu hindern wunderbar, aber wenn nicht müssen eben auch andere Mittel her (was auch nicht automatisch direkt Gewalt bedeutet).

    • @OhneHastundHetze:

      Das ist ja nun mehr als schwammig - ist nicht jeder letztlich der Ansicht, seine Meinung sei die einzig richtige? Sonst würde man diese Meinung ja gar nicht vertreten ...

      Dementsprechend bin ich natürlich auch der Ansicht, meine Meinung sei korrekt (hielte ich sie für falsch, wäre es ja nicht meine Meinung). Aber gerade meine politische Außenseitermeinung (nicht wenige betrachten mich als "Stalinisten") hat mich viel Toleranz gelehrt - man ist froh, wenn einem selbst diese gewährt wird, und gibt sie dann dankend zurück.

      Kurz und knapp: Alles ein bisschen simpel gestrickt, wie ich finde.

    • @OhneHastundHetze:

      Das verstehe ich nicht: "Man erkennt Nazis, wenn man ihren Text spiegelt"? Sie sind also dafür, dass der Song im ZDF gespielt wird.

    • @OhneHastundHetze:

      "Wer sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält, ist ein Nazi."

      Da outen Sie sich aber als Hufeisenfan.

      • @rero:

        Ach, die Hufeisen Nummer ist so ausgekaut wie selbstgerecht. Natürlich ist jemand, der "sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält", allein deshalb kein "Nazi." Und ums mal unangenehm zu erweitern, ein Nazi kann bei aller ekelhaften Ideologie und Menschenverachtung auch rechtschaffen und friedlich sein.



        Wer aber in einer demokratischen Gesellschaft brutale Gewalt gegen Menschen und Selbstjustiz für ein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung hält, der begibt sich auf den gleichen Irrweg wie alle anderen ideologischen Akteure, die das tun. Davon befreit einem auch kein noch so vorgeblich heheres Ziel.

  • Immerhin plant das ZDF eine aspekte Sondersendung für heute Abend, in der angeblich auch die Macher der Anstalt zu Wort kommen. Ob auch Danger Dan und Igor Levitt? Fände ich gut.

  • Auszug: "Man kann jetzt darüber diskutieren, ob der Liedtext wirklich eindeutig zu Gewalt aufruft; ob Gewalt gegen Neonazis legitim sein kann; "



    Da gibt es nichts zu diskutieren. Gewalt ist niemals legitim -egal gegen wen!

    • @Krumbeere:

      Das ist eine sehr schöne und sehr definitive Idee - allein, sie geht nicht auf. Zu Gewalt gehören nicht immer zwei dazu; es reicht schon eine Seite, die sie der anderen aufzwingt. Und dann, was wollen Sie dann machen? Sich nicht wehren und erst mal einen Stuhlkreis bilden? Es kommt da schon sehr auf die Zusammenhänge an ...

    • @Krumbeere:

      Ich stimme da Frau Pauli zu. Gewalt kann sehr wohl legitim sein. Gewalt darf niemals ohne nachvollziehbaren Grund eingesetzt werden und muss in ihrer Verhältnismäßigkeit und Form immer abgewogen werden, aber Gründe für legitime Gewalt gibt es leider viele. Deswegen beansprucht der Staat das Gewaltmonopol auch für sich und macht davon regelmässig Gebrauch. Leider hat sich der deutsche Staat in der Nutzung seines Gewaltmonopols schon viele Male als notorisch demokratiefeindlich erwiesen. Wenn Beamte in gewaltitätigen Nazi- Pogromen mitmischen, wenn sie private Daten an Faschisten weiterleiten, Munitionsdepots anlegen oder eine Killertruppe wie die NSU "laufen lassen". Was machen wir da jetzt?

    • @Krumbeere:

      Der Text ist da ziemlich unverblümt.

    • @Krumbeere:

      Das ist natürlich Quatsch. Die Ukraine wendet bspw Gewalt an gegen die Invasion Russlands.

      • @Dorothea Pauli:

        Kann es sein, dass es sich in dem von Ihnen erwähnten Fall um einen Krieg handelt, in dem die bösartigste Gewalt ohnehin allgegenwärtig ist?



        Und in dem anderen um einen möglichen Aufruf Gewalt im friedlichen Zivilleben anzuwenden - gern auch ohne vorher selbst angegriffen worden zu sein?

        • @Der olle Onn:

          Es geht hier genau darum, dass dieses "friedliche Zivilleben“ dort nur noch als ignorant behaupteter Idealfall existiert, wo man als Bürger nicht mehr ohne ständige potenzielle Angriffe durch Nazi-Hetzer und -Schläger das Haus verlassen kann, wo man für ihnen politisch unliebsame Meinung anonym bedroht wird, wo auch mal was in den Briefkasten gestopft, mal was angezündet wird, wo ohne den Begriff noch zu verwenden faktisch "National Befreite Zonen" reklamiert werden. Wenn der Staat den Alltag nicht mehr schützt, ist Selbstschutz die logische letzte Konsequenz. Das kann der Staat, also seine Vertreter, prima kontern. Er muss dafür allerdings den Erkenntniswillen aufbringen und den Elfenbeinturm verlassen.

          • @Volker Maerz:

            Heißt jetzt: Der gefahrvolle Dan besingt lediglich einige ihm selbst bekannte Orte, an denen Gewalt aus seiner persönlichen Sicht legitim ist?



            In großem Ausmaß kann ich solche "No-Go-Areas" nämlich (noch) nicht erkennen. Und ich lebe bereits mein ganzes Leben im deutschen Osten - konkret in Sachsen-Anhalt.



            Wobei ich selbstredend nicht ausschließen mag, dass es sie gibt...



            Erinnere mich einst zufällig in eine Diskussionsrunde geraten zu sein, in der ein Filmemacher der DDR anlässlich des Thomas Münzer-Film-Drehs den Zuhörern suggerierte, dass uns im Osten selbstverständlich die Gewalt der RAF doch sympathischer sein müsse als welche von Rechts. Hat mir zu denken gegeben damals...

        • @Der olle Onn:

          Danke, ich bin immer wieder erstaunt, was so manche/r Kommentator/in als vermeintliches Argument aus dem Hut zaubert. Wer so argumentiert zieht vielleicht auch ein Messer um einen Parkplatz zu verteidigen.

  • Das Lied hätte ich normalerweise unter netter Versuch, aber gescheitert abgelegt.



    Wenn Demokratie gestärkt werden soll, dann nicht mit den genannten Methoden, die jeder der lebendige Demokratie für gut heißt, ablehnt. Raus aus der Vereinzelung, aktive Teilnahme an den demokratischen Prozessen, da können wir was von den internationalen Rechtspopulisten lernen. Was 68 der Weg in die Institution war, das haben die Rechtspopulisten übernommen. Nun heißt es wieder aktiv werden und sich organisieren und den Weg in die Institutionen erneut aufnehmen.

  • Wie sagte mein alter Reli Lehrer noch?



    „Es passt nicht immer Alles zu Allem“.



    Diese Thematik mit dem Gaza Krieg zu vergleichen ist unangebracht.

  • Ich finde den Text von Danger Dan sehr gut,



    was soll die Aufregung?

    • @Tabea Huber:

      Genau! Mir hat die Antifa-Bedienungsanleitung auch sehr gut gefallen. Einiges davon kann ich als Anwalt auch umsetzen, z.B. Netzwerke ohne Handy bilden, Konzerte mitorganisieren. Graffiti sind allerdings momentan nicht ganz so meins, weil man meine Schrift nicht gut lesen kann.

      • @hedele:

        "Dosen um zu Sprühen" wie im Lied lösen anscheinend selbst bei taz-AutorInnen bürgerliche Reflexe wider Schmiererien aus. Echte Grafitti sind aber nicht dahingeschmierte zweifelhafte Mottos, sondern murale Kalligraphie. Jede altmodische "politische" Schmiererei hingegen ist sachbeschädigende Umweltverhässlichung, mit der kein einziger Anhänger gewonnen werden kann geschweige Aufklärung gegen Rechts. Da die Schöpfer des Liedes Künstler sind, hätten sie nicht einfach von Sprühen reden sollen, sondern Kunst gegen Rechts fordern müssen: Grafitti. Echte!

      • @hedele:

        Wenn Sie wirklich Anwalt sind, dann sollten Sie auf Graffitis vollkommen verzichten. Oder finden Sie Sachbeschädigung gut?

        • @Ohne_Mitte_geht_nix:

          Letzteres habe ich mich auch gerade gefragt. Möglicherweise Klienten aus der Szene? Vermutlich eher ein rhetorischer Schlenker...

        • @Ohne_Mitte_geht_nix:

          Wo steht in dem Beitrag, daß er fremder Leute Hauswände als Staffelei verwenden wollte, würde er über ansehnliche Fertigkeiten verfügen?

  • So bekommt das Lied die große Bühne, ist doch gut, das ist es was sich der Rechtspopulismus zunutze macht, diesmal macht es die andere Seite. Eigentlich perfekt so...

  • Jetzt mal eine rein theoretische Frage.



    Was machen wir eigentlich wenn die AfD bundesweit an



    die Macht kommt? Und gleichsam besorgte Bürger nun



    endlich ihre Gewaltfantasien ausleben von den sie in unzähligen



    Kommentaren reden?



    Wenn die Demokratie plötzlich abgeschafft und Willkür herrscht?



    Wie und wann darf sich eine Demokratie wehren bevor sie abgeschafft wird?

    • @Captain Hornblower:

      Zitat. "Wie und wann darf sich eine Demokratie wehren, bevor sie abgeschafft wird?"

      Gute Frage. Die hätte ich angesichts seiner Vorgaben gerne mal dem BVerfG gestellt - sofern ich der Überzeugung wäre, daß ein entsprechendes Urteil grundsätzlich etwas an der Situation ändern würde. Die Leute und ihre politischen Überzeugungen sind ja dann nicht plötzlich weg, die organisieren sich dann nur anderweitig (Beispiel: Freie Sachsen). Die inhaltliche Auseinandersetzung wurde ja von denen, die sie in den Parteizentralen propagierten, nie auch nur ansatzweise versucht. Stattdessen streicht man die Budgets derjenigen zusammen, die diese "Dienstleistung für den Staat" auf der Agenda haben.

    • @Captain Hornblower:

      ***Wie und wann darf sich eine Demokratie wehren bevor sie abgeschafft wird?***

      Wie ich meine 'linken Freunde' kenne, werden sie sich darüber erst wieder Gedanken machen, wenn das Kind ist in den Brunnen gefallen ist. Die Linken waren mit ihrer Toleranz und ihrer infantilen Nettigkeit gegenüber ihren Feinden ja schon immer sehr naiv, deshalb hatten die Rechten es ja auch stets so leicht ihnen schnell den Garaus zu machen. Das Paradoxon der Toleranz (siehe dazu Karl Popper "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde") besagt, das uneingeschränkte Toleranz unweigerlich zu ihrem eigenen Verschwinden führt. Wenn eine Gesellschaft tolerant gegenüber absolut jedem ist – auch gegenüber denkbaren Feinden der Toleranz – dann wird die Toleranz am Ende von den Intoleranten vernichtet.

      Und die Konservativen und Neoliberalen werden sich dem 'neuen Zeitgeist' dann sehr schnell anpassen oder sogar ins andere Lager überwechseln. Wenn ich mir anschaue wie TV-Springer-WELT immer mehr 'nach ganz rechts' abgleitet, dann hat das aber wohl schon begonnen.

      • @Ricky-13:

        Von welchen Linken reden Sie, wenn Sie von infantiler Nettigkeit und Toleranz sprechen???

        Wen blenden Sie dabei alles aus?

        • @rero:

          Natürlich mal wieder nichts über die Gefahr von rechts geschrieben, sondern nur wieder das übliche Bashing gegen Linke (rhetorisch allerdings sehr gut verpackt). 😂

          • @Ricky-13:

            Und welche Linken meinen sie nun?

          • @Ricky-13:

            Sie haben nunmal von der infantilen Nettigkeit und der Toleranz von Linken gesprochen.

            Finde ich spannend, weil infantile Nettigkeit nichts ist, was für mich typisch links oder aktuell linker Mainstream wäre.

            Hätten Sie von der infantilen Nettigkeit von Rechten gesprochen, hätte ich auch nachgefragt.

            Ich habe kein Bashing drin.

            Ich halte es allgemein für wichtig, sich mit den Schweinereien der Gruppe, wo man sich einsortiert, auseinanderzusetzen.

    • @Captain Hornblower:

      Das ist exakt das Dilemma das ich sehe, das durch die Diskussion um diesen Track deutlich wird. Man kann ja auch mal in die USA blicken, wo Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte etc. blanker Willkür gewichen sind. Hier bei uns bahnt sich ähnliches an.

      Und nun? Hoffen? Alle Wochen demonstrieren, während konkret und zielgerichtet auf die Abschaffung von Menschenrechten hingearbeitet wird?

      Was also tun gegen Menschen die selbst der Gewalt das Wort reden, denen mit Argumenten, mit einem Verweis auf Ethik usw. nicht Einhalt geboten werden kann?

      Die Frage ist historisch nicht neu, aber es ist erschütternd und beängstigend, dass wir sie im Jahr 2026 in einem der reichsten Länder der Welt, einer Demokratie, nicht mehr nur als abstraktes Gedankenspiel diskutieren.

      • @Warim Wilke:

        Eigentlich wissen wir doch aus zahllosen Erzählungen, Büchern und Filmen, was Widerstandsbewegung bedeutet und wie man sich im Untergrund organisiert und Verstecke für Freunde und Mandanten sucht. So lange ist es ja alles auch wieder nicht her. Allerdings hätte ich nie für möglich gehalten, dass das Problem meiner Großeltern mich je nochmal erreicht, und ich ernsthaft über so etwas nachdenken muss.

  • Guten Tag.

    Wenn jemand hilfreiche Hinweise gibt, sich mit anderen Menschen zu verbinden um ein positives Ziel für eine Gesellschaft zu verfolgen, dann finde ich das gut. Positive Ziele wären Gleichberechtigung, Chancengleichheit etc.



    Diese und mehr basieren auf Respekt gegenüber anderen Menschen.



    Wenn jemand sich aufgrund seiner politischen Haltung oder Weltanschauung zugesteht, anderen ihr Menschsein abzusprechen, ist dieser Mensch auf dem falschen Weg und dabei, positive Ziele aus dem Blick zu verlieren. Mich stört in dem Lied ein Begriff, der darauf hinweist: "Nazischweine". Menschen als Schweine zu bezeichnen hat große menschenverachtende Tradition. Wer soweit ist, hat sich selbst erhöht, dem Gegenüber Menschenrechte abzusprechen.



    Diese Einordnung von Menschen ist jedenfalls weit entfernt von Antifaschismus und einer wünschenswerten Gesellschaft.



    Das Lied heißt" Keine Angst"



    Es klingt aber, als hätte der Autor selbst Angst. Er bereitet sich und andere auf eine Art Bürgerkrieg vor. Damit geht er leider den faschistisch, völkischen auf den Leim, die das herbeischreien wollen.



    Verbindung zwischen Menschen schaffen: Ja.



    Menschen ihr Menschsein absprechen: Nein

    • @Christian Götz:

      Es ist nicht schwer: Wir alle müssen Menschen, aber niemand muss ein Nazi sein. Faschismus ist nach meinem Selbstverständnis als Demokrat ein Verbrechen, keine Meinung. Ich würde mir wünschen, dass man Nazis mit der Achtung ihrer "Meinungen" befrieden könnte. Die Geschichte zeigt, dass das ein frommer Wunsch bleiben wird. Die jüngste Geschichte, z.B. durch den autoritären Umbau in den USA zeigt, dass die Gegenseite keine Rücksicht auf ihre Meinung nehmen wird.

      • @Wuerstel:

        Das gilt aber auch für Linke Staaten: Gulag, Bautzen, Der große Sprung, Ceausescu, Albanien, Nordkorea, ....

  • Ein guter und berechtigter Kommentar, insbesondere die Kontextualisierung zu Palästina.



    Ich hatte mir das Lied auch angehört und dachte, im Grunde nicht neues als jenes Lied" das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt".



    Hat mich erinnert an einen Bericht hier in der TAZ über die Hinterlandgang, ähnliches Liedgut, wenn ich zum Beispiel an "Sport im Osten, Faschos boxen" denke.



    Wobei ich da noch den Ostzuschlag vergebe und nicht das Gefühl von Salonlinken bekomme wie beim gefährlichen Dan...



    Und trotzdem kann ich mir meine Sympathie für den Gefährlichen nicht ganz verkneifen, natürlich schon getrübt durch diese neuen Infos. Sprechen mir doch so songs wie "Lauf davon" schon aus der Seele.



    Es ist eben noch kein Messias vom Himmel gefallen.

  • Krude ist allenfalls dieser Kommentar. „Europa im Herbst“ war einer der wenige Lichtblicke in einer Zeit, als sich die Künstlerszene gerne vollkommen faktenblind mit einer die Hamas und deren terrorverherrlichenden Unterstützerszene solidarisiert hat. Und der Autor mag es nicht wahrhaben wollen, aber selbstverständlich hat die Hamas die Toten in Gaza zu verantworten und in ihrem erklärten Willen Israel UND die Juden auszulöschen sind sie ideologisch tatsächlicher ein würdiger Nachfahre der damaligen Judenvergaser. Teile der israelischen Regierung haben faschistische Züge? Ja, mag sein und das ist zu verurteilen. Aber die Führung der Palästinenser ist keine Antipode dazu, sondern komplett religiös verbrämt faschistisch.

    • @Fran Zose:

      Vielen Dank für den Kommentar.



      Ich bin ehrlich erschrocken, was da so in der taz mittlerweile publiziert werden kann.



      Und hier in den Kommentaren dann auch noch größtenteils unwidersprochen bleibt.



      Deshalb wirklich danke!

    • @Fran Zose:

      Es ist schon befremdlich, das ausgerechnet jene Stimmen, die zu Recht darauf hinweisen, man müsse zwischen dem Vorgehen der israelischen Regierung und der israelischen / jüdischen Bevölkerung differenzieren, auf der anderen Seite völlig unreflektiert die Palästinenser mit der Führung der Hamas in einen Topf werfen.

      • @T-Rom:

        Lesen hilft, sowohl mein Kommentar als auch der Liedtext spricht von der Hamad und nicht den Palästinensern, daher läuft Ihr Kommentar ins Leere. Wobei ich mich aber gut an die Bilder vom 7. Oktober erinnere, als nicht weniger Palästinenser den Terror bejubelt und die Verschleppten bespuckt und gedemütigt haben.

        • @Fran Zose:

          Kein Grund rechtfertigt den Tod von Zehntausenden Zivilisten – darunter ein großer Teil Kinder. Ebenso wenig die Tötung zahlreicher Journalisten und anderer Unbeteiligter.

          Hier geht es aber vor allem um die Meinungsfreiheit in Deutschland und darum, wie Kritik an der israelischen Regierung über lange Zeit behandelt wurde. Es war befremdlich, mit welcher Konsequenz die sogenannte bedingungslose Staatsräson zur moralischen Pflicht erklärt wurde. Eine offene Debatte wurde vielerorts erschwert oder delegitimiert – und genau das haben auch zahlreiche Stimmen aus dem europäischen Ausland kritisiert.

          Der Verweis auf andere Konflikte ist Whataboutism. Dass anderswo ebenfalls Verbrechen begangen werden, macht dieses Leid weder kleiner noch akzeptabler.

          Hinzu kommt, dass Deutschland Waffen und Ersatzteile in einen Krieg geliefert hat, den inzwischen viele renommierte Völkerrechtler und Menschenrechtsorganisationen als möglichen Genozid oder zumindest als ernsthaft genozidverdächtig einstufen. Gerade deshalb muss Kritik möglich sein, ohne dass sie reflexhaft diskreditiert wird.

          • @Stefan Schmitt:

            Wenn die sog palästinasolidarische Bewegung meint sie hätte in Deutschland ihre Meinung nicht sagen dürfen, dann ist das schlicht Blödsinn. Ich weiß nicht wo sie lieben, aber vor meiner Haustür gab es wöchentlich Demonstration und was dort teilweise gefordert oder hochgehalten wurde ist mit unappetitlich noch euphemistisch beschrieben. Es ist ein AfD-haftet Zug erst seine Meinung lauthals kundzutun (im Fall der sog. Palästinasolidarischen auch gerne in Kombination mit Gewalt und Zerstörung) und sich im Nachgang als Opfer einer Zensur zu gerieren, nur weil es Widerspruch gibt und der Staat sich die eigenen, radikalen Ansichten nicht zu eigen macht.

        • @Fran Zose:

          Ganz ehrlich? Wer nach all den gegenseitigen Gräueltaten, die da seit Jahren Millionen Menschen in Angst, Terror und Krieg stürzen noch irgendwelche relativierenden Aufrechnungen macht, hat gar nichts begriffen. Die Gaza Politik Israels unterscheided sich in ihrem religiösem Eifer, ihrer Verachtung der Menschen auf der anderen Seite der Grenze nur in technischer Hinsicht. Da sind genau die gleichen religiösen und "verbrämt faschistischen" Kräft am Werk. Da wird genauso selbstverständlich von Vertreibung und Vernichtung gesprochen.



          Es ist mir völlig egal, ob Hamas Terroristen zu Freiheitskämpfern verklärt oder die Brutalität der IDF als notwendig erachtet wird. Die gesamte linksradikale Szene hat bei der Bewertung dieses Konflikts komplett die Scheuklappen auf. So wies grad passt, damit man ja nicht über den prinzipiell zu hohen Tellerand des eigenen Lagers schauen muss. Denn in Wirklichkeit gehts gar nicht um die Menschen in Nahost, sondern um die Identitätskrise in den La Casas, den Conne Islands oder den Rote Floras dieses Landes.

        • @Fran Zose:

          Erinnern Sie sich auch an die Israelis, die die Bomben auf Gaza bejubelten?

  • Vielen Dank!

  • Falsch verstanden? Ein jüngeres Beispiel aus der älteren linken Liedermacher-Szene:



    Hannes Wader und Freunde "gekapert" (gecovert)...



    /



    "2003 sangen Hannes Wader, Konstantin Wecker und Reinhard Mey zusammen »Es ist an der Zeit« gegen den Irak-Krieg. Ein Affront, dass gerade diese Hymne 2005 von einem rechtradikalen Lautenschläger gecovert wurde. »Ein Stiefeltritt ins Gesicht: Neonazis singen meine Lieder«, kommentiert Wader in der Autobiografie »Trotz alledem«. Sein Lied klingt aus in der Hoffnung, dass künftige Kriege zu verhindern sind..."



    Quelle 2022 nd-altuell.de



    /



    Bei evangelisch.de



    "Mit Es ist an der Zeit schenkte Hannes Wader der westdeutschen Friedensbewegung ein weiteres hymnisches Mitsinglied. Er sang es mit dem Pathos eines linken Barden, ganz in der Tradition Pete Seegers. Tatsächlich stand Hannes Wader im Spektrum der Friedensbewegten ganz links; durch seine große Liebe zur echten, freiheitsliebenden deutschen Volksmusik war er jedoch auch in Kreisen beliebt, die mit Parteipolitik nicht viel am Hut hatten."



    Titel:



    "Songs des Friedens



    "Es ist an der Zeit" bewegt bis heute"

    • @Martin Rees:

      Ich kann keine Parallelen zwischen "Es ist an der Zeit" und "Keine Angst" erkennen, weder stilistisch (Versuch eines poetischen Textes versus sehr direkten, eher sachlichen Formulierungen) noch inhaltlich (pazifistische Einstellung versus Solidarität mit Schlägern).

      • @Oma:

        Dann vielleicht wohl Missverständnis bei missverstanden?



        "Bekannt ist schließlich auch das Muster im Statement des ZDF zur Absage: Weil der Song als Gewaltaufruf „verstanden werden“ kann, macht man die radikalstmögliche Deutung zum Maßstab für die eigene Absage, anstatt das Lied zu senden und dann die Öffentlichkeit über die Auslegung diskutieren zu lassen."



        Offensichtlich gibt es Texte, die sind trotz vermeintlicher Klarheit der Aussagen doch nicht so hundertprozentig eindeutig ohne den richtigen Kontext und Hintergrundkenntnisse.



        Die Pazifisten Wader, Wecker & Co waren im ÖRR auch nicht immer "gut gelitten".



        Polarisierende Stimmen des Pazifismus wie Reinhard Mey mit "Nein, meine Söhne geb' ich nicht" werden kaum im Remake gesendet.



        Mainstream für gefällige Oldies beim ZDF.

  • Ob Menschen, die sich faktisch Ben-Gwir solidarisch positionieren als Antifaschisten zu bezeichnen sind, darf aus guten Gründen bezweifelt werden.

  • Nein, man kann nicht darüber diskutieren ob Gewalt gegen Neonazis legitim sein kann. Das kann sie nie sein, wie bescheuert ist denn diese Aussage?

    • @FraMa:

      Natürlich kann sie das, z.B. wenn sie vom Staat ausgeht. Das tut sie allerdings nicht ansatzweise in angemessenen Umfang.

      • @Comerade Aardvark:

        Ok, was soll der Kommentar eigentlich aussagen?

        • @FraMa:

          In etwa: da "der Staat" nicht so gegen jene, die ihn autoritär umkrempeln wollen, vorgeht wir er eigentlich müsste, ist eine kategorische Verneinung der Idee antifaschistischer Gewalt mindestens naiv, meistens aber einer gewissen Scheu vor dem zu Ende Denken geschuldet.

      • @Comerade Aardvark:

        Dass Gewalt vom Staat ausgeht, macht sie noch nicht legitim.

  • Geiler Artikel. Danke, dass an die Doppelmoral und blinde Israel- Unterstützung der beiden erinnert wird.



    Das macht mir eine Einordnung dieses Themas viel einfacher!

  • Sorry, aber die selbsternannte Palästinasolidarität versucht seit über zehn Jahren jeden linken Raum zu übernehmen oder bei Scheitern dieser feindlichen Übernahme zu zerstören. Mit diesen autoritären Charaktermasken will ich nichts zu tun haben. Denn: Solidarität ist keine Einbahnstrasse.

  • Das lied und die Ausladung der beiden Künstler haben rein gar nichts mit Israel oder der Ablehnung der Hamas zu tun.



    Warum muss in so vielen Kommentaren bei der taz immer wieder dieses Thema aufgegriffen werden.



    Nicht das es nicht wichtig wäre, aber der Zusammenhang erschließt sich mir nicht.



    Die Vorgänge im linken Hauspeojekt bei denen sich „Linke“ und andere „Linke“ mit Gewalt bekämpfen haben mit dem Thema auch nichts zu tun.



    Zum Thema: das Lied ist nicht verboten, jedoch hat ein Songtext der zu Gewalt aufruft im öffentlich rechtlichen Fernsehen nichts zu suchen.



    PS: gewalt- und drogenverherlichende, misogyne Rapper könnten meiner Meinung nach auch gerne gecancelt werden.

    • @Jesus:

      Jesus, gerade Du müsstest doch wissen, dass ein Anprangern der Umstände mit klaren Worten noch lange kein Aufruf zur Gewalt sein muss, gern aber von Obrigkeiten als solcher gedeutet wird.

      "Keine Angst" ruft an KEINER Stelle zur Gewalt auf. Die Schlusszeile kokettiert mit Gewalt als Lösung, bleibt aber uneindeutig.

      Die Anstalt hätte genau das aufgreifen und diskutieren können, zB auch eine Absage an Gewalt erfragen können, usw. Das ist jetzt leider nicht mehr möglich, obwohl es bitter nötig wäre.

  • Perfektes Doppel-Marketing: Daniel Gefährlich biedert sich links und die Mainzelmännchen rechts an. Angst verkauft sich einfach überall gut!

    • @jan ü.:

      Sollte es nicht Gefahr-Daniel heißen? (Ich liebe Zangendeutsch)

  • Wo ist denn bitte der Skandal? Fernsehen schaut doch sowieso keiner mehr, und der Song ist durch die Aufregung doch erst richtig bekannt geworden. Also Ziel erreicht.

    Ceterum censeo: Israel begeht schwere Kriegsverbrechen.

  • Wer "Oktober in Europa" als "krude" abtut, hat außer Projektion nichts anzubieten. "Wir" gegen "Die" ist das Motto, von "Links", von Rechts ganz zu schweigen. Ein Autor der sich im Rahmen dieser kruden Logik bewegt, sollte sich ein anderes "Hobby" suchen. Ob dieser Herr Politikwissenschaftler die Charta der Hamas wohl gelesen hat? Feinde sind immer besonders leicht ausfindig gemacht. Und weil man sich am Bullshitbingo nicht beteiligt, wird einem sogleich unterstellt, dass man bei Menschen Unterschiede macht. Das ist perfide und unredlich! Zu einfach, zu kleinkarriert und nicht hilfreich!

    • @Nathan Orth:

      Die rechten der Netanyahu Regierung ähneln den Rechtsextremen auf der anderen Seite sehr. So verkündete Ben Gvir, oder war es Smotrich (?) im Wahlkampf, sie wollten ein trheokratisches Regime, ähnlich dem der Mullahs im Iran errichten, nur auf Jüdisch. Es geht also darum die beiden speigelbildlichen und ebenso mit den Rechtsextremen US Kräften sich spiegelnden patriarchalen Antidemokraten als das zu benennen. Denn als noch Demokratie und Internet funktionierten, in 2012 da zeigten die Bevölkerungen Irans und Israels der Welt online mit ihrer Kampagne " We love our neighbours" gegenseitig , dass die von den Herrswchenden gewollte Kriegsentfachung nichtin ihrem Namen ist. Es war sehr erfolgreich und dann hat Obama den Vertrag mit Iran über Nuklearbegrenzung und Aufsicht geschlossen, den Trump cancelte. Netanyahu hat seit Dekaden den US + Israel Krieg gegen Iran geplant. Dafür wurde die Demokratie beseitigt und da die Hamas ähnlich tickt, nach dem 7. Okt, der Misbrauch des Traumas der Israelis massiv betrieben, um imperiale Hegemonialmacht zu werden, was auch die Gegenseite will.Links wäre für die Menschenrechte aller gegen beide bzw. alle 3 fossilen Kriegstheokratien zu sein, !

    • @Nathan Orth:

      On point.

    • @Nathan Orth:

      Danke!

  • Schade dass man jetzt beginnt wie die AFD Zweideutigkeiten zu verbreiten und dann allen erzählt wie sehr man doch missverstanden wird.

    Wer Gewalt propagiert wird die Mitte und damit den Kampf gegen Rechts verlieren.

    Wer dich für ein Lied starkmacht dass verurteilte Straftäter als Beispiele nennt und andeutet wie man es doch lösen kann der hat mit schuld an der Niederlage.

    Ich bin mir zudem sicher die AFD schickt ihm einen Presentkorb mit Dankeswort denn die Feiern heute.

    Ich bin seit Erfurt eigentlich nurnoch fassungslos wie schnell man es geschafft hat sich so angreifbar zu machen.

    • @Thomas Fiedler:

      In dem Lied wird geschildert, wie sich lokale antifaschistische Strukturen organisieren können, in dem sie ein Konzert veranstalten. Dabei wird noch erwähnt, dass dabei auf die Repräsentant:innen der Exekutive möglicherweise kein Verlass sein könne, und die Organisator:innen sich deshalb auf gewaltsame Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern vorbereiten müssen.

      Eigentlich eine Tragödie, ganz sicher aber kein eindeutiger Aufruf zu Gewalt. Viel eher noch ein Hinweis auf das Selbstverteidigungsrecht.

      Die Nazis sind da deutlicher, die tarnen gezielt Mordattacken als Selbstverteidigung, die oben genannte Rechtslage perfide ausnutzend.

      Mir scheint es eher, als ob Sie einem Medienrummel auf den Leim gegangen sind.

      Ernst gemeinte Frage, haben Sie das Lied gehört? Und planen sie schon ein antifaschistisches Konzert in ihrer Stadt zu veranstalten?

  • Nein hier werden keine Staatstragenen gecancelt - allein die Zeile "liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk" ist schon disqualifizierend, weil es sich zumindest bei Maya und Lina um verurteilte Verbrecher handelt.



    Schwere Körperverletzung ist kein Vergehen, das ist ein Verbrechen.



    Verbrecher abzufeiern ist nicht staatstragend, es ist staatszersetzend.



    Wenn das ZDF das geduldet hätte, müsste im Umkehrschluss auch ein Song geduldet werden, der 'liebe Grüße an Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos' besingt - und da sind wir uns wir uns hoffentlich alle einig, dass das eine absolute Fehlinterpretation von 'künstlerischer Freiheit' wäre.



    Leitplanken müssen an beiden Flanken des Rechtsstaats klar verteidigt werden - Verbrecher abfeiern kann und darf im ÖRR niemals eine Plattform geboten werden.



    Richtige Entscheidung des ZDF.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Lina ist wegen guter Sozialprognose schon wieder draußen, Maja wurde nach einer fragwürdigen Auslieferung in einem ebenso fragwürdigen Schauprozess verurteilt. Das ist kein wirklicher Maßstab.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Sie setzen zwei vielfache Mörder mit Leuten gleich, die wegen schwerer Körperverletzung verurteilt wurden.



      Man muss die Liedzeile nicht gutheißen um zu bemerken, dass dieser Vergleich unsäglich ist.

      • @Klabauta:

        Nein. Sie vergleichen die schwere der Taten. Das ist etwas völlig anderes. Natürlich stehen die NSU'ler in der Schwere 100 Stufen über Maja und Lina. Die schwere der Tat bemisst den Strafrahmen.



        Es geht aber nicht um die schwere der Tat.



        Es geht darum, dass sowohl Uwe und Uwe als auch Maja und Lina verurteilte Verbrecher sind.



        Es geht darum, dass alle vier das Gewaltmonopol des Staates in die eigene Hand genommen haben, weil sie den Staats für disfunktional empfunden haben.



        Menschen abzufeiern, die das Gewaltmonopol in die eigene Hand nehmen, ist niemals staatstragend, sondern staatszersetzend.



        Es geht hier um kein Hufeisen, es geht hier um keine Verharmlosung, es geht um das grundlegende Prinzip.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Mumpitz. Das mögen Sie vielleicht persönlich so sehen, es entspricht aber zu 0% der Gesetzeslage.

          Denn selbstverständlich geht es um die Schwere der Tat, siehe §46 StGb. Ein demokratischer Staat kann Angriffe auf sein Gewaltmonopol nicht pauschal verurteilen, das wäre das Merkmal einer Diktatur. Alleine die Paragraphen 113, 114 und 123 StGb differenzieren hier bereits zwischen verschiedenen Amtsträger:innen.

          Beispiele für Fälle, in denen das Gewaltmonopol angegriffen wird:



          · Ein Polizeieinsatz wird friedlich vereitelt, niemand kommt zu Schaden.



          · Eine Person greift eine:n Polizeibeamt:in während einer Demonstration tätlich an, verletzt diese schwer.



          · Ein:e Richter:in wird politisch motiviert von einer Person körperlich schwer verletzt, um den Glauben in den Rechtsstaat nachhaltig zu erschüttern.

          Bsp. 1 könnte straffrei ausgehen, Bsp. 2/3 sicher nicht.

          Auch hier noch einmal: in dem Song geht es um den Aufbau lokaler antifaschistischer Strukturen, und dass man sich bei einem solchen Aufbau leider nur bedingt auf die Exekutivkräfte verlassen kann. Maximal ist darin ein Hinweis auf das Recht auf Selbstverteidigung zu erkennen, jedoch kein Aufruf zur Gewalt gegen Andersdenkende.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Kleine, aber nicht unwichtig Korrektur: Hr. Mundlos und Hr. Bönnisch ("Uwe&Uwe") wurden zwar für die Verbrechen des NSU verantwortlich gemacht, aber nicht verurteilt, da sie sich der Verantwortung vorher durch Suizid entzogen.

          • @Vigoleis:

            Sie haben recht, richtig müsste ich sagen, es sind vier Menschen, die nachweislich Verbrechen begangen haben, weil sie den Staat disfunktional empfunden haben.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Die Gleichsetzung mit dem staatlich geförderten NSU ist völlig indiskutabel. In Budapest durften Neonazis die Massenmörder der SS abfeiern, was schon außerhalb jedes demokratischen Diskurses ist und der NSU hat gezielt Menschen aufgrund ihres Migrationshintergrunds heimtückisch ermordet. Wer den Unterschied nicht erkennt, hat ein Intelligenzproblem. Das Hufeisen und damit die Verharmlosung der rechtsextremistischen Gewalt ist weit verbreitet und nimmt gegen antifaschistische Menschen und Aktionen hysterische Züge an. Ganz im Sinne der staatstragenden Mitte. Die Tatsache, dass Lina und Maya und viele andere von deutschen und ungarischen Gerichten verurteilt wurden, macht sie für mich nicht zu Verbrechern.

      • @Nakam:

        Klassische Opfer-Täter-Umkehr.



        Ein Verbrechen bleibt ein Verbrechen.

        • @Leo Onlin:

          „Lina und Maya“ sind wegen Straftaten verurteilt und deshalb Verbrecher. Linke Verbrecher zu Opfern (der Justiz) zu machen, ist eine Täter-Opfer-Umkehr.

          In diesem Vorgehen unterscheiden sich ganz Rechte und ganz Linke übrigens nicht. Wollen Sie wirklich mit Donald Trump und seinen Begnadigungen rechter Straftäter in einer Reihe stehen?

        • @Leo Onlin:

          Können Sie das noch einmal ausführlicher begründen? Welche Täter und Opfer habe ich denn vertauscht?



          Ein Verbrechen bleibt ein Verbrechen ist ein noch schwächeres Argument.

          • @Nakam:

            Was spricht denn gegen das Argument, dass ein Verbrechen ein Verbrechen bleibt. Oder sind linke Verbrechen besser als rechte?

    • @Astrid Sehnefeld:

      Anschließe mich.



      Das ZDF nimmt hier eine Art Hausrecht wahr. Der Sender lehnt für sich etwas ab (Verherrlichung von Gewalt durch Beifall für verurteilte Gewaltverbrecher), was auf Demos eventuell noch durch Meinungsfreiheit gedeckt ist.



      Das eigentlich Gefährliche an der Diskussion ist, dass hier von einigen Köpfen das Gewaltmonopol des Staates immer um einen kleinen Schritt mehr infrage gestellt wird. D.h.: Dass jemand die Durchsetzung vermeintlichen Rechts mit allen Mitteln in die eigenen Hände nehmen dürfte.

      • @Vigoleis:

        Seit der Wiedervereinigung hat der Staat sehr oft auf sein Gewaltmonopol verzichtet, wenn es um rechte Gewalt ging. Welche Alternative haben dann potentielle Opfer rechter Gewalt, wenn der Staat sie nicht schützt und sogar kriminalisiert, wenn man Gegenwehr organisiert?



        Ich kann mich leider noch sehr intensiv an die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 erinnern, da hatte der Staat kaum eingegriffen, aber sofort gehandelt als angereiste Autonome aus Hamburg die Nazis zwischenzeitlich vertrieben hatten.

        • @Nakam:

          Ohne hier auf alle einzelnen Punkte eingehen zu können, lese ich aus Ihren Ausführungen ein zumindestens zwiespältiges Verhältnis zu Gewaltsausübung. Vulgo: Wenn Sie meinen, Sie seien im Recht, schlagen Sie zu? Leider ist dies aus der jüngeren deutschen Geschichte ein bekanntes Denkmuster in linksdrehenden Köpfen (und nur über die geht es hier).



          "Organisierte Gegenwehr": Wer, bitte, will sich denn anmaßen, die moralischen und rechtlichen Handlungsanweisungen für diese Art von "Selbstermächtigung" verbindlich festzusetzen? Die sogenannten "Autonomen? "Da lachen ja die Hühner."

          • @Vigoleis:

            Interpretation und Kontexte herstellen scheinen nicht zu Ihren Stärken zu gehören. Alternativen zum Umgang mit rechtsextremer Gewalt, wenn- wie so oft -der Staat Betroffene nicht schützt, haben Sie auch nicht parat. Natürlich haben auch Autonome schon oft Menschen vor rechtsextremer Gewalt geschützt. Da Rechtsextreme generell gewaltaffin und von Vernichtungsphantasien geprägt sind, kann die selbstorganisierte Gegenwehr, nicht rein pazifistisch sein. Danger Dan ruft daher auch dazu auf vorbereitet zu sein. Ich wünschte mir auch es wäre anders, doch die Gefahren sind real und die hundertfachen Nazimorde seit 1990 sprechen doch eine eindeutige Sprache. Man braucht keinen "linksdrehenden Kopf", um das zu erkennen.

  • Das ist falsch und gefährlich! Wir müssen als Linke gegen solche Aufrufe zur Gewalt sein - der Song ist nicht in Ordnung. Gut dass sie ihn nicht zeigen. Wenn wir da mitmachen, werden wir genauso wie die Gegenseite. Gewalt geht nie! Igor hat sich verrannt.

  • Zur Frage der Verbindung von Antifaschismus und Pali-Soli möcht ich Deniz Yücel zitieren: „Ein Antifaschismus, der sich vor einer Auseinandersetzung mit dem Islamfaschismus scheut, ist keiner.“



    Denkt mal drüber nach..

  • "Doch weil der Song laut der ZDF-Führung als „Aufruf zu Gewalt“ verstanden werden kann, sagte der Sender den Auftritt ab." - Wie die Kollegin Coldewey richtig festgestellt hat, ist dieses "Lied" eine Anleitung (genau wie damals "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" - Böhmermann und correctiv grinsen von hinten) und damit liegt der Vorwurf durchaus nahe. Man stelle sich vor, Rechtsextreme dichten ein Lied wie man Ausländer (wahlweise Linke, Juden, you name it) niederknüppeln "könnte" ohne erwischt zu werden. Und dann stelle man sich vor, dass das ZDF das sendet.



    Beim Rest wird mir etwas bange

    • @Samvim:

      Nur enthält der Text weder eine Anleitung noch eine Aufforderung dazu Nazis niederzuknüppeln. Und der Hinweis darauf, dass man sich inzwischen eben einer doch druchaus realen Gefahr aussetzt wenn man sich öffentlich gegen Rechts engagiert und deshalb allen Grund hat darauf vorbereitet zu sein sich notfalls auch verteidigen zu können oder eben auch von vornherein klandestin zu agieren ist eben mittlerweile leider nötig. Der Mord an Walter Lübcke dürfte vielen noch in Erinnerung sein, aber all die täglichen Schikanen und Angriffe, die digitalen und analogen Drohungen, die vielen 'kleinen' Taten, Einschüchterungen und der Psychoterror mit denen all jene regelmäßig überzogen werden die sich den Faschos noch in den Weg stellen und die dabei leider allzu effektiv sind und längst zu Regionen rechtsextremer Hegemonie geführt haben, sind es allzu oft eben nicht.

    • @Samvim:

      Suchen wir den Unterschied:



      Die eine Seite propagiert und praktiziert rohe Gewalt, ordnet Menschen in Kategorien ein, die durchaus differenziert mit wohltemperierter Gewalt "beglückt" werden dürfen, bereitet eine gleichgeschaltete rassistische Gesellschaft vor...



      Die andere Seite wehrt sich - muss es erst lernen sich zu wehren - bevor es zu spät ist.

      Man stelle sich vor, Rechtsextreme sängen nur Lieder, statt Menschen umzubringen. Traumhaft.

      • @Nansen:

        Sorry, aber da gehe ich nicht mit. Lina und co hatten ebenfalls die Absicht Menschen schwer zu verletzen, wenn nicht sogar zu töten.



        Dieses Lied ist eine Anleitung, wie man anderen Menschen auflauern kann, meinen Sie nicht, dass das am Ende ebenfalls zu Gewalt führt?



        So wie Rechte viele Menschen in Kategorien einteilen, machen das Linke ebenfalls. Wer garantiert denn, dass nicht irgendwann alle CDU Wähler von der "Antifa" als Extremisten gebrandmarkt werden?

        • @Hennes:

          Erkennen Sie nicht den Unterschied, wenn man jemanden angreift, weil er ein gefährlicher Nazi (eigentlich eine Tautologie) ist oder wenn man jemandem einfach aufgrund seiner Hautfarbe oder sexuellen Orientierung ermordet? Die Unterstellung, dass Lina und Co sogar eine Tötungsabsicht hatten, ist eben nur eine Unterstellung des bürgerlichen Mainstreams, denn Antifaschisten haben den Grundkonsens eben nicht zu töten, wenn es zur Gewalt kommt. Wenn die militanten Antifas ihre Opfer hätten töten wollen, wäre das wahrscheinlich auch geschehen, ist es aber nicht. Wann wurde denn zuletzt ein Nazi durch Antifas getötet? Da müssen Sie schon tief in die 90er zurückgehen und werden feststellen, dass die Täter damals hart bestraft wurden und die antifaschistische Szene sich komplett davon distanzierte. Damals waren Morde durch Nazis fast schon an der Tagesordnung und wurden nur mit schwacher staatlichen Motivation verfolgt, so wie in Lübeck 1995. Der NSU konnte auch ein Jahrzehnt später noch mordend durch die Republik marodieren.

          • @Nakam:

            Naja, es wurde wohl auch ein Kanalarbeiter fälschlicherweise angegriffen. Ist das dann Pech? Und wer entscheidet dann, ob jemanden angegriffen werden darf und wer nicht? Sollte Gewalt nicht auf allen Seiten geächtet werden?



            Ich denke, dass niemand durch die sogenannte "Hammerbande" zu Tode kam, ist wohl Zufall. Wer andere Menschen mit einem Hammer schlägt, wird wohl auch eine mögliche Tötung einkalkulieren. Oder haben die Täter soviel Gefühl im Arm, um die Schläge so zu platzieren, dass das Opfer lediglich schwer verletzt wird?!

      • @Nansen:

        "...sängen nur Lieder, statt Menschen umzubringen. Traumhaft..."



        Ganz richtig, oft passt nun aber auch im Retrospektogramm:



        »Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte, achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen, achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten, achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter, achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal«



        Charles Reade

      • @Nansen:

        Korrektur:



        Die andere Seite „propagiert und praktiziert rohe Gewalt“, wie im Text und von Lina und Co., „ordnet Menschen in Kategorien ein“, nämlich Nicht-Nazi und Nazi, wobei Letztere „durchaus differenziert mit wohltemperierter Gewalt "beglückt" werden dürfen“.

      • @Nansen:

        Wenn ich auf die Straße gehe und Leute rauspicke und ernsthaft verletze, ist das kein Wehren, es ist eine Form des Terrorismus.

  • Im Deutschlandfunk (Corso) verweist der Jurist Steinbeis darauf, dass das Verhalten des ZDF höchst bedenklich sei.



    Aufrufen zur Gewalt sei z. B. bei Rappern Gang und Gebe und durch Kunstfreiheit gedeckt.



    Beizeichnend, dass der Steinbeis befragende Deutschlandfunk-Redakteur mehrmals darauf hinweist, dass der Song eine Aufforderung zu Gewalt impliziere. Der Jurist Steinbeis verweist darauf, dass dieses nicht klar abzulesen sei.

    Die "besorgten Fragen" des Deutschlandfunk-Redakteurs machen deutlich, wie stark im öffentliich-rechtlichen Rundfunk Denkmuster vorherrschen, die zivilen Widerstand, Antifaschismus im Vorhinein in ein schlechtes Licht rücken.



    Zu erklären nur durch eine Anpassung der Öffentlich-Rechtlichen an CDU und AFD , die eine "neutrale Berichterstattung" wollen, was aber aus demokratieschützender Hinsicht falsch ist.

    Gefährlich ist die rechte Wende im ÖRR auch, weil die Ärmsten der Armen, z. B. die angeblichen "Sozialschmarotzern", verunglimpft werden. Z. B. durch Sarah Tacke (ZDF) mit einen TV bekannten Bürgergeldimpfänger als Buhmann.



    Dazu passt, dass der Intendant des SWR vor zu kritischen Rundfunk warnt.

    • @Lindenberg:

      Ich halte fest:



      Es gibt zu diesem Punkt ob es sich um einen Gewaltaufruf handelt, sehr verschiedene Ansichten in der Presse, ich habe einige des überregionalen Prints gesichtet. Meiner Meinung nach trifft es die FAZ am besten wohingegen z.B. bei der "Zeit online" krampfhaft versucht wird alles zu bagatellisieren. Die FAZ also macht drei Punkte.

      1) In der letzten Strophe wird "ist eh klar was zu tun ist" syntaktisch unmittelbar mit "liebe Grüße an an "Maja T., Gucci" usw. verknüpft. Damit ist eh klar was mit "ist eh klar, was zu tun ist" gemeint ist!

      2) Die Musiker spiegeln das Mißtrauen bzw. die Vorwürfe gegen den ÖRR von der rechten Seite nun mit ihren nachgelagerten Vorwürfen.

      3) Im "Spiegel" redet sich Danger Dan raus in Bezug auf Punkt 1). D.h. er weicht dem Kernproblem seines Stückes aus. Mutig ist das nicht, aber verständlich. Denn natürlich möchte er auch weitere eine Karrere haben, auch im ÖRR.

      Letzter Punkt von mir: Böhmermann hat es vorgemacht, wie man immer an der Grenze oder kurz darüber operiert. Das hat ihm einen gewißen Ruf eingebracht und trotz ab und an jurist. oder Zensurproblemen ist er etbliert. Ob seinen Botschaften damit geholfen ist? Fragt sich auch hier!

    • @Lindenberg:

      Hört sich leider an wie ein Statement der AFD wenn Höcke mal wieder erklärt das das anders gemeint war.

      Ich kann das alles nichtmehr.

      Die Glaubwürdigkeit derjenigen die zu Recht jeden Satz der AFD bis ins kleinste zerlegen sitzen jetzt vor dem Bildschirm oder der Kammera und machen haarklein das selbe. Das ist kompletter Irrsinn.

      • @Thomas Fiedler:

        Hören sie sich mal das Interview mit dem Juristen (Verfassungsblog) Steinbeis im Deutschlandunk an, der genau herausarbeitet, warum ein Verbot durch das ZDF die Kunstfreiheit verletzt. Das einem einige Aussagen (mir auch nicht) des Rappers nicht schmecken, macht das Wesen der Kunst aus, die hier zu zivilen Widerstand und Unterstützung der Antifa aufruft. Es geht um Freiheit der Kunst auch der Rundfunkfreihet.

        www.deutschlandfun...er-gewalt-100.html

  • Hmmmm keine Ahnung, vielleicht ist es auch einfach nur konsequent, sich gegen Antisemitismus, Antizionismus, Rassismus und Faschismus einzusetzen? Darüber mal nachgedacht? Mit ihrer Ablehnung der so called Antideutschen verscherzt es sich die junge Antifa mit vielen stabilen Antifaschisten, die mehr gegen Nazis getan haben als alle "Israel ist das faschistischste Übel der Welt"-Rufer zusammen. Wer sich mit der Geschichte der Linken in Deutschland auseinandersetzt weiß, das wir schon viel weiter waren und aktuell einen Backlash erleben. Erstaunt zu tun, wenn (zugegebenermaßen popkulturell sehr erfolgreiche) Antifaschistischen gegen das Erstarken des Faschismus und zugleich den explodierenden Antisemitismus einsetzen, zeugt irgendwie von Unkenntnis.

    • @Axotono:

      Nö, Zionismus steht für Vorherrschaft einer Gruppe gegenüber anderen Gruppen und hat nichts mit universellen Menschenrechten für alle zu tun.



      Der Ersatznationalismus der Antideutschen, gerne werden T-Shirts mit Panzern und der Aufschrift "Merkava in your Face" getragen, widerspricht linken Grundsätzen.



      Danger Dan hat in einem Interview davon gesprochen auf Seiten der Polizei auf linke Demonstraten einschlagen zu wollen, wenn die gegen die EZB demonstrieren.

      • @Moritz Pierwoss:

        Falsch. Zionismus ist das Bedürfnis jüdischer oder als solche gelesenen Menschen sicher in Frieden und Freiheit leben zu können, nachdem es seit dem Mittelalter weder in den islamisch noch in den christlich geprägten Gesellschaften möglich war. Außerdem hat der Zionismus sehr viele Facetten und ist durch die globale Entwicklung, wie den weltweiten Rechtsruck, beeinflusst. Zu meinen linken Grundsätzen gehört, dass man nicht mit Islamisten, wie der Hamas oder Hisbollah, sympathisiert, genauso wenig wie mit der rechtsextremen israelischen Regierung. Islamisten lehnen universelle Menschenrechte generell ab und sind immer antisemitisch.

        • @Nakam:

          "Falsch. Zionismus ist das Bedürfnis jüdischer oder als solche gelesenen Menschen sicher in Frieden und Freiheit leben zu können, nachdem es seit dem Mittelalter weder in den islamisch noch in den christlich geprägten Gesellschaften möglich war."



          Und dafür unterdrückt man dann die Palästinenser?

          • @Francesco:

            Die Notwendigkeit eines Schutzraumes für jüdische Menschen stört Sie nicht?

            • @Nakam:

              Warum antworten sie nicht auf die Frage sondern betreiben Whataboutism?

            • @Nakam:

              Doch. Aber rechtfertigt das ein Landnahmeprojekt in Westasien?

            • @Nakam:

              Wenn sich das als Schutzraum gelesene Gebiet nicht seit 50 Jahren auf Kosten anderer Menschen vergrößern würde, hätten sicherlich viel weniger Leute ein Problem damit.

      • @Moritz Pierwoss:

        Noch geschmackloser und dümmer als "Merkava in your face" aus der Ecke: "Oops, I just stepped in some Shiite"

        Da habe sogar ich mich geschämt, dass ich kurz lachen musste, und ich bin weitgehend schamlos.

  • Vielleicht wurden wurden die beiden gar nicht wegen Ihrer konsequenten Haltung gegen Rechts gecancelt.

    Vielleicht wurden sie beide für dieses Exempel wegen ihrer Position zum Hamasüberfall ausgewählt? Dann würde ÖRR gleich zwei Fliegen …

  • Jahrelang galt das Dogma, nicht der Sender einer Nachricht bestimmt ob diese legitim ist oder Gefuehle verletzt, sondern der Empfaenger.



    Wie sich die Zeiten aendern koennen.

    Davon abgesehen sind ARD und ZDF nicht die freie Presse, sie sind Rundfunk. Und als Rundfunk muessen sie ausgewogen agieren, das ist die Bedingung fuer die Gebuehren, die jeder zahlen muss.

    Ich bin offen fuer Beispiele, die belegen, dass ARD und ZDF bei Kultur/Musik diese Ausgewogenheit verletzt, indem sie haeufig "Rechtsaussen-Bands" einladen, aber die "Linksaussenbands" nicht. Es duerfte eher umgekehrt sein.

    • @elektrozwerg:

      Guter Ansatz

    • @elektrozwerg:

      Das ZDF hat aber eben nicht ausgewogen reagiert, im Gegenteil. Es gab offenbar einen direkten Eingriff kurz vorher vom Intendanten selbst. Und das sind Tendenzen, die grundlegend dem ÖRR widersprechen, antidemokratisch und autoritär sind. Ich muss mich schon wundern, was Sie hier in der taz vertreten. Das Ganze hier schadet dem ÖRR im extremen Maß selbst und ist Wasser auf den Mühlen einer AfD und anderen Vertretern für Staatsfunk und absoluter Privatisierung.

  • Wenn die "Narren" (Böhmermann) der öffentlich-rechtlichen Sender durch den Intendanten zensiert werden, müssten eigentlich alle Alarmglocken leuten.



    Dem scheint nur bedingt so zu sein, denn die Redaktion der Anstalt warf dem ZDF lediglich Mutlosigkeit vor. Dabei wäre strukturelle Kritik am ZDF geboten. Keine Sendung der Anstalt in Zukunft mehr, die nicht live gesendet wird!



    Kein Abnahme des Sendekonzeptes durch die ZDF-Senderhierarchie wie im DDR-Staatsfunk!!!



    Georg Schramm war das Live-Konzept wichtig, um das Hineinregieren der Senderhierarchie zu verhindern. Auch beim Altmeister Hildebrand war live Grundvoraussetzung für Wahrheit, so dass sch der Bayrische Rundfunk sich ausblendete, als es politsch zu kritisch wurde.

    Wenn die Anstalt zu ihrem 100. Jubiläum nicht gewaltig auf den Putz haut, um das Verhalten des ZDF zu skandalisieren, wird die Gilde der Fernsehnarren in Zukunft wieder das sein, was sie seit Königszeiten schon immer: nützlich, um den Schein der Liberalität der Mächtigen zu wahren, bei Bedarf aber ganz schnell obsolet, wenn sich der Wind in der Senderhierachien wie im ZDF oder dem SWR nach rechts dreht. Die Bürgergeldiffamiererin Sarah Tacke (ZDF) lässt grüßen!

    • @Lindenberg:

      Wieso sollte Frau Tacke eine Bürgergelddiffamiererin sein? Weil Sie in ihrer Reportage aufgezeigt hat, was in diesem Bereich manchmal schief läuft und wie das Bürgergeld ausgenutzt werden kann?

      • @Ohne_Mitte_geht_nix:

        Vielleicht, weil es das typische Framing und Ablenken von wichtigen Themen seit Jahrzehnten ist und grundsätzlich volkswirtschaftlich vollkommen irrelevant ist? Sind Sie gerade von Welt.de gekommen?

        • @Akula:

          Im Gegensatz zu Ihnen lese ich auch noch andere Medien, nicht nur die TAZ. Was spricht denn nun genau dagegen, die Probleme, die beim Bürgergeld und denen, die es ausnutzen, zu benennen?

      • @Ohne_Mitte_geht_nix:

        Was ist nun an der mickrigen Summe pro Monat schlimm, wenn ein Bürgi den Staat ausnutzen will wie ein Blutegel? Das sind sowieso nur die wenigsten.

        Viel gravierender sind die Steuerhinterziehungen von Superreichen und von in Konzernen beschäftigten Menschen, die Prokura oder sonst eine hohe Macht haben.

        • @Troll Eulenspiegel:

          ÖRR sind sie.



          Es war aber nie Dogma, dass man strafrechtlich irrelevant alles sagen darf.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Der Unfug wird doch nicht wahrer wenn man ihn oft genug wiederholt.

          Der mit Abstand größte Steuerschaden kommt durch Schwarzarbeit und Umsatzsteuerbetrug zustande. Jedes Jahr gehen dem Fiskus dadurch größere Summen durch die Lappen als durch viele Jahre Cum ex.

          • @Ralf Inkle:

            Hr Eulenspiegel schreibt keinesfalls Unfug.



            Der Schaden durch Steuerhinterziehung bzw -Vermeidung ist definitiv größer als der durch Sozialbetrug.



            Nichts anderes schreibt er!

            Das das nicht der größte Schaden ist mag ja sein, aber er vergleicht nur die beiden und schreibt nichts vom "größten Schaden".

  • Es geht nicht darum DD, oder den Song, als sakrosankt hinzustellen, sondern um den grundsätzlichen Eindruck, dass der ÖRR den Rechtsschwenk mitmacht. Warum etwa ist ein AfD-Pöbler wie D. Nuhr (noch dazu im Dauereinsatz, bezahlt von Rundfunkgebühren) tragbar, aber ein Stück wie das von DD nicht?

    • @Warim Wilke:

      Nuhr zu beleidigen ist nicht angemessen.

      • @Dobro:

        Ich denke nicht, dass Nuhr als AfD nahe, sowie als Pöbler zu bezeichnen, unangemessen ist. Er diskreditiert vermeintliche Minderheiten, leistet Intoleranz Vorschub, verbiegt gerne Fakten um sie exakt dem AfD-Nius-Publikum mundgerecht präsentieren zu können. Wen sonst spricht das an? Und was ist sein "Humor", wenn nicht "pöbelig"?

        Ansonsten: ich höre durchaus, dass der DD-Song problematisch ist, keine Frage.

        (Wie ich oben schon schrieb: nicht sakrosankt).

        Allerdings sollte der Text ja, wie auch hier auf der taz-Seite zu lesen ist, diskutiert, nicht etwa kontextlos in den Raum gestellt werden.

        Aber gut, ich verstehe, dass man die Ausladung von DD begrüßen kann.

        • @Warim Wilke:

          Im Grunde sollte man bei dieser Einordnung vorsichtig sein und sich fragen, ob man damit nicht auch schon wieder cancelt wie mit dem Containern "AFD", ähnlich wie "Verschwörunsideologe" oder "Impfgegner".



          Medien wie die taz oder der Spiegel werfen ihm vor, dass seine Pointen oft auf Ressentiments basieren. Wenn er komplexe Themen wie Femizide, Einwanderung oder Klimaforschung stark vereinfacht und ins Lächerliche zieht, bedient er laut Kritikern genau die Mechanismen und Argumentationsmuster, die auch im Rechtspopulismus genutzt werden.



          Ihn als „rechten Pöbler“ abzustempeln, ist eine polemische Zuspitzung seiner Gegner. Treffender ist die Beschreibung als polarisierender Mainstream-Satiriker, der sich bewusst an den Reizthemen des progressiv-linken Lagers abarbeitet, sich dabei aber im bürgerlich-konservativen Spektrum bewegt. Nuhr selbst argumentiert, dass die schnelle Vergabe von Stempeln wie „rechts“ heute dazu genutzt wird, unliebsame, vom Mainstream abweichende Meinungen moralisch zu diffamieren.

          • @Stefan Schmitt:

            Nuhr ist definitiv kein polarisierender Mainstream Satiriker.



            Er ist rechts, was er auch selbst von sich sagt.



            Seine Spitzen richten sich auch stets gegen links, niemals gegen Rechts.



            Und jemand, der anderen auch immer Stempel aufdrückt, sollte leise jammern wenn ihm dasselbe passiert.

            • @Barnie:

              "definitiv ist er rechts, seine Spitzen immer gegen links, niemals gegen rechts, der immer anderen einen Stempel aufdrückt...."



              Warum so polarisierend und entschieden? Was ist überhaupt heute rechts, so wie es der neue Linkenchef sagt, dass die CDU faschistische Politik macht?



              Wir diskutieren hier das Canceln eines linken Liedermachers und bedienen uns im Grunde der selben Rhetorik gegen "Rechts".



              Nuhr betont, dass seine Haltung stark von der Philosophie Karl Poppers geprägt ist. Er plädiert für einen pragmatischen, wissenschaftlich fundierten Diskurs und hinterfragt Dogmen – sowohl von linker als auch von rechter Seite.



              Bei einem Auftritt in Essen bezeichnete er Höcke als „Bonsai-Hitler von der AfD“ und diverse andere Beispiele.



              Nuhr beklagt häufig eine asymmetrische Wahrnehmung seiner Kritik. Wer heute die politische Linke kritisiere, werde sofort in die rechte Ecke gestellt und als Nazi diffamiert. Umgekehrt werde man von Rechtsaußen als „Staatskomiker“ beschimpft, sobald man die AfD attackiert. Seine fundamentale Ablehnung von Antidemokraten – egal ob von rechts oder links – sieht er als Kernaufgabe seines kritisch-rationalen Kabaretts.

          • @Stefan Schmitt:

            Widerspruch wird ja von rechts gerne als "canceln" diffamiert. Da muss man ja nun wirklich nicht drauf eingehen. Dieses "die wollen mir verbieten zu sagen was ich will" ist als Taktik nun wirklich durchsichtig.

            Wenn man vor dieser Gegenargumentation zurückschreckt, dann wird man bald nix mehr kritisieren, denn das Gegreine wird nicht aufhören, bis jeder Widerspruch verstummt. Daher sollte Nuhrs plumpe und diffamierende "Satire" nicht legitimieren. Der Mann bedient sich der AfD Rhetorik und ihrer Lesarten. Warum sollte man ihn nicht entsprechend zuordnen?

            • @Warim Wilke:

              siehe weiter oben Antwort auf "Barnie"...

    • @Warim Wilke:

      Man kann von Nuhr halten was man will, aber als "Afd-Pöbler" erscheint er nur vom ganz linken Rand

    • @Warim Wilke:

      Der Gegenpoebler sitzt im ZDF und heisst Boehmermann. Und jener hat schon deutlich mehr Schaden angerichtet.

      • @elektrozwerg:

        Zudem kann DD sein "literarisches Liedgut" gerne auf Indymedia präsentieren. Dort finden sich ja gerne Unterstützer gewalttätiger Aktionen.

  • Schauen wir doch mal in Textpassagen von "Oktober in Europa":



    "Seit dem 07.10. will ich das Gespräch nicht mehr suchen



    Überraschung: Auch Greta hasst Juden



    Damals war'n ganz schnell die Täter verschwunden



    Heute sind die größten Antisemiten



    Alle Antirassisten, gegen Hass und für Frieden"

    Ruft Greta nicht zur Intifada auf? Und was Intifada ist, wissen wir.

    und weiter im Text:



    "Dann nimmt sie die Mesusa aus dem Türrahm'n



    Dafür steht hinter der Tür jetzt ein Schürhaken"

    Die Feindmarkierungen von jüdischen Menschen in Berlin durch Davidsterne und rote Dreiecke haben wir in Erinnerung. Und auch die fehlende Solidarität der Mehrheitsgesellschaft, die Teilnahme an den Soli-Veranstaltungen war sehr übersichtlich. Und der Schürhaken bzw. Baseballschläger hinter der Tür war schon häufiger Thema im Gespräch mit jüdischen Menschen.

    Zum Schluss noch die letzten Zeilen:



    "Ich wollt ja zur Antifa-Demo gegen Judenhass



    Aber gab keine in Berlin, gute Nacht"

    Noch bin ich Abonnent und Genosse der taz.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Bei mehr Solidarität mit den Palästinensern in der Mehrheitsgesellschaft würde auch die Solidarität mit den angefeindeten Juden leichter fallen.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Also mir gefällt der Text ausnehmend gut. Melancholisch stimmt mich nur, dass nicht nur das ZDF sondern auch taz-Auror*innen und viele andere linke Zusammenhänge textexegetisch da nicht so Recht mitgehen wollen. Tja. Bleibt nur wegducken und auf bessere Zeiten hoffen und bis dahin Tuvia Tenenbom lesen ("Skandal!")

      • @rosengrob:

        Andererseits hat der Recht, der weite einen sagt, was wäre wenn die Rechten das getextet hätten und das ZDF hätte das gesendet? Vielleicht ist die Aufregung auch etwas wohlfeil von uns Sofa- Kommunisten..

  • Mir wird schlecht bei dieser Art Zensur und vorauseilendem Gehorsam.



    Die agd ist noch nicht am Ruder und



    Künstler ausgeladen



    ÜBEL



    mehr als besorgt Willi



    taz.de/Keine-Angst...anger-Dan/!6197056



    Die 'andere Seite' kann man immer noch kontrovers betrachten ...

  • Greta Thunberg Judenhass vorzuwerfen, finde ich ziemlich legitim. Wie anders sollte man ihr Foto mit Palituch, Palästinafahne und Krake im Hitntergrund am 27. Oktober 2023, gerade 20 Tage nach dem Überfall und größten Massaker an jüdischen Menschen seit der Shoa sonst verstehen?



    Die ausbleibende Solidarität für Juden zu beklagen, war zu dem Zeitpunkt als die Antilopengang das Lied veröffentlicht hat, ebenfalls völlig legitim.



    Vielleicht ist es daher auch verständlich, wenn Danger Dan und Igor Levit bei all den Themen für die man sich als Linker zurzeit einsetzen kann, vielleicht nicht die Meinungsfreiheit der Palästina-Bewegung zur Priorität machen, sondern andere Schwerpunkte setzen, wo man weniger Gefahr läuft, Magenschläge aus den "eigenen Reihen" zu kassieren. Die Kritik des Autors geht für mich insofern ein wenig in Richtung Whataboutism. Er könnte sich nun genauso für die Kunstfreiheit der Gecancelten einsetzen, statt mit dem großen Zeigefinger um die Ecke zu kommen.

    • @Edgar:

      Der angebliche Krake ist ein Oktopus, ein Symbol der Autismus-Community.

    • @Edgar:

      Leider ja. Und „Zivilisten in Gaza sind Schutzschild der Hamas …“ stimmt leider auch. Sie ist zugespitzt, aber auch in Gänze leider treffend. Wen das verwundert, der*die sollte mal über Radio Zeesen nachlesen.

      Daher sagt, wer sich über die Aussage aufregt, damit einiges über sich selbst aus.

  • Wenn man Danger Dan und sein öffentliches Auftreten kennt, kann man sich kaum vorstellen, dass da ein lyrisches Ich spricht. Und wie anders als ein Aufruf zur Gewalt soll das Lied verstanden werden können? Er redet von juristischer Grauzone, vom Elefanten im Raum, von der Bereitschaft zur physischen Konfrontation und grüßt solidarisch Personen, die wegen offensiver Körperverletzung verurteilt sind. Völlig korrekt, dass das ZDF seinen Auftritt abgesagt hat und das Lied und den Vorfall noch einmal journalistisch bearbeiten möchte. Danger Dan redet daraufhin von Zensur. Armselig. Nur weil er sich "Antifaschist" nennt, meint er eine Deutungshoheit zu haben.

  • Dafür hat das ZDF die Rechtsabteilung, damit der Intendant nicht draufschauen muss.



    ----



    Wenn der "Justitiar" einen Beitrag absegnet ist der nicht nur "de jure", sondern auch "de facto" Sendefähig!

    Wenn dann der Intendant sich einmischt, den "cancelt", "riecht" das nicht nur nach Vermeidungs-Politik & wegducken!

    Denn die einzelnen Redaktionen im ÖRR sind nicht nur "pro forma" Unabhängig, sondern garantierten gerade deshalb, dass sie selbst, mit Unterstützung des Justiziars, die oft berufene "Ausgewogenheit", die von konservativer Seite so, mMn. ZU nicht erst seit HEUTE zu oft angezweifelt wird! :-(



    Ps. Ok, wer die ZDF-Geschichte & deren politischen Hintergrund kennt, für DEN ist das verständlich. Doch dieser "Eingriff" in die redaktionelle Freiheit & Unabhängigkeit der Redaktionen" erinnert mich an den BR & ist für einen ÖRR Sender mMn. NICHT akzeptierbar!

  • "Man kann jetzt darüber diskutieren, [...] ob Gewalt gegen Neonazis legitim sein kann"

    Nein, dass kann man eigentlich nicht diskutieren. Sie ist nicht legitim.

    "anstatt das Lied zu senden und dann die Öffentlichkeit über die Auslegung diskutieren zu lassen."

    Da ich das Lied nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen. Aber, wenn das ZDF zum Schluss kommt, dass man es so verstehen kann, ist es m.E. vom Tisch. Welchen Nutzen soll das haben? Wieso gibt es dann überhaupt eine Redaktion beim ZDF? Wir können doch alles senden und die Öffentlichkeit soll das schön selbst klären.

    Und zum Guten Schluss bleibt mir anzumerken, dass das dies die Geister sind, die man selbst rief.

    • @Strolch:

      Natürlich kann sie legitim sein, sie ist bisweilen sogar überlebensnotwendig, das weiß jeder, der die 90er und 00er im Osten miterlebt hat. Alles andere ist nur Gequatsche

      • @Axotono:

        Da müssen Sie schon weiter differenzieren.



        Im Rahmen der Notwehr oder Nothilfe ist legitim, Gewalt gegen Personen, die man für gefährlich hält, deren Einstellung einem zuwider ist usw. natürlich nicht.



        Da diese Form der Differenzierung scheinbar nicht mehr unumstritten ist, finde ich es wichtig, das noch einmal explizit zu erwähnen.

      • @Axotono:

        Danke. Würde das allerdings gar nicht so zeitlich und regional einschränken, aber ich weiß genau, was Sie meinen

  • Ich merke schon: ich werde alt und bin mit manchen Formulierungen überfordert. Was bitte sind denn " israelfreundliche Antideutsche"?

    • @Manfred MIlde-Büttcher:

      Aus Wikipedia:



      Antideutsche sind eine politische Bewegung in Deutschland und Österreich, die aus verschiedenen Teilen der Linken hervorgegangen ist. Sie lehnen einen speziell deutschen Nationalismus ab, der nach der deutschen Wiedervereinigung besonders stark geworden ist. Weitere anti-deutsche Positionen umfassen Solidarität mit Israel und Ablehnung von Antizionismus, Anti-Amerikanismus, Islamismus, bestimmten ("regressiven") Formen des Antikapitalismus und Anti-Imperialismus. Diese Bewegung hat innerhalb der linken politischen Szene Kontroversen ausgelöst und sorgt weiterhin für Kontroversen.

      • @Andreas Flaig:

        Oder auch etwas böser: wenn sich Axel Springer hätte Linke backen dürfen...

        • @Comerade Aardvark:

          😀