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Verzwergung der SPDTrugschluss „hart arbeitende Mitte“

Stefan Reinecke

Kommentar von

Stefan Reinecke

Die SPD-Spitze glaubt, dass ihr Bürgergeld schuld an den Wahlpleiten ist. Dabei dürfte der Niedergang eher am unsicheren Selbstbild liegen.

Die SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil am Montag nach der Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz Foto: Christian Mang/reuters

D ie SPD-Spitze und der rechte Seeheimer Kreis haben den Schuldigen für die Wahlniederlagen der Partei dingfest gemacht: Es war das Bürgergeld. Denn seit diesem Sündenfall glaube das Wahlvolk, die SPD interessiere sich nur für das „untere Fünftel“ und andere Nischenthemen. Diese Analyse ist aus zwei Gründen verblüffend: Seit Monaten beteuern die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas fast täglich, Politik für „die hart arbeitende Mitte“ zu machen, kurzum für die normalen Leute, und nicht für Transferempfänger. Diese Botschaft stößt aber bei der als „arbeitende Mitte“ ziemlich diffus beschriebenen Zielgruppe auf taube Ohren. Offenbar fühlen sich WählerInnen in einer extrem individualisierten Gesellschaft als Vertreter des Durchschnitts nicht angesprochen, geschweige denn wertgeschätzt.

Ein gravierender Fehler ist die Kopplung von Wahlniederlage und Bürgergeld. Die SPD hat in der Ampelregierung den Kampf darum gegen die Übermacht von Union, AfD und rechten Medien verloren. Deren Propaganda lautete, dass die SPD mit dem Bürgergeld dafür sorge, dass die harte arbeitende Krankenschwester Arbeitslose finanziere, die es sich auf der faulen Haut gut gehen lassen und außerdem oft keine Deutschen seien.

Gegen diese Kampagne war kein Kraut gewachsen. Die Sozialdemokratie war meist stark, wenn sie Interessen von Unterprivilegierten und Mittelschicht verband. Daran war kaum zu denken.

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Dass man Kämpfe verliert, kommt vor. Haarsträubend aber ist, wenn eine Partei nach einer Niederlage die Agitation ihrer Gegner übernimmt – eine Art politisches Stockholmsyndrom. Genau das tut die SPD-Spitze mit den Beteuerungen, nur noch für die arbeitende Mitte da zu sein und nicht mehr für Bürgergeldempfänger. Die Union reißt derzeit vieles ein, wofür die Scholz-Regierung stand. Linken NGOs wird das Geld gestrichen, die Wärmewende wird rückabgewickelt. Die SPD beobachtet diese Abwicklung teils ratlos – und beteiligt sich auch noch daran. Sich Asche auf das Haupt zu schütten, wirkt nicht souverän, sondern verunsichert. Wer wählt eine Partei mit einem unsicheren Selbstbild?

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Stefan Reinecke
Korrespondent Parlamentsbüro
Stefan Reinecke arbeitet im Parlamentsbüro der taz mit den Schwerpunkten SPD und Linkspartei.
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230 Kommentare

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  • " Die SPD " denkt das Bürgergeld sei Schuld..."



    So falsch liegt die SPD da gar nicht mit ihrer Vermutung.



    Da die Arbeitslosenversicherung von den Beitragszahlern finanziert wird und Arbeitslose von ihrer Versicherung Leistungen beziehen, die ja während der Berufstätigkeit Beiträge an die Arbeitslosenverscherung leisteten. Die Arbeitslosenversicherung aber quasi in der Regierungszeit Gerhard Schröders in ihrer Leistungsverpflichtung im Versicherungsfall entlastet wurden, indem die Versicherungsleistungen nur noch befristet geleistet werden müssen und die soziale Absicherung der Arbeitslosen, auch den Kommunen auferlegt wurden, die somit nicht nur Sozialhilfeempfänger finanzieren müssen, sondern seit Einführung von Harz IV auch noch die ausgesteuerten Arbeitslosen. Diese unrechtmässigen umgeschichteten Belastungen auf die Schultern der Kommunen, nun sich sehr wohl bei der ganzen Bevölkerung bemerkbar machen, die Kommunen ungerechtfertigter Weise finanziell enorm belastet werden. Hier muss die SPD Sorge dafür tragen und die CDU überzeugen diese völlig falsche Finanzierung zu reformieren. Reformieren wird ja gerade z. Z. ganz groß geschrieben, bei unseren demokratischen Regierenden.

  • Ich kann nur noch emotional - wenn auch rational begründbar - reagieren: Wenn ich die beiden Gestalten sehe, wird mir übel.



    Ich bin seit längerem kein Freund der Linkspartei mehr, doch Jan von Aken überzeugt mich zumindest dadurch, dass er sich nur 2850 Euro auszahlen lässt und auf viele Privilegien verzichtet. Der promovierte, mehrsprachige Biologe würde sicher in der freien Wirtschaft deutlich mehr verdienen. Von der SPD habe ich aber sowas von die Nase voll: "Frauen in der Teilzeitfalle", "mehr arbeiten", "späterer Renteneinstieg" - mal überlegt, wie Mutti mit zwei Kindern das in dieser Gesellschaft machen soll? Bildungssystem implodiert - wenn der Nachwuchs es noch bis zum Dividieren schaffen soll, braucht Mama z.B. auch Zeit dafür. Wer mit den Öffentlichen auf dem Land zur Bahn fährt, darf sich freuen - sie kommt, sie kommt nicht, sie kommt, sie kommt nicht ... dabei blickt man auf das zerfallende Bahnhofsgebäude - wie wär's denn mal mit der Investition von Steuergeldern in die Infrastruktur und nicht in bescheuerte Prestigeobjekte? Nur so eine Idee ... Und natürlich wird die Einkommenssteuer für Arbeitende nicht gesenkt - zu kompliziert - und letztlich: Warum auch?

  • habe vorhin im DLF den Bericht über das Krisentreffen der SPD gehört: "SPD will „treibende Kraft“ für Veränderungen sein"



    Die erste Aussage der SPD-Führung war dann, dass die Kraftstoffpreise verringert werden sollen.

    Ein echtes Armutszeugnis. Klar, ist irgendwie wichtig, aber wenn es um eine strukturelle Krise geht dann sollte man doch über Grundlagen reden, nicht darüber ob der Liter Benzin jetzt 1,80 oder 2,05 kostet. Wenn den SPD Granden wirklich nicht mehr zu der Krise einfällt, dann sehe ich echt schwarz für die Partei. Die erkennen nicht mal die Schieflage, und meinen dass mit ein bisschen Kosmetik alles gerettet werden kann. na gut, macht halt weiter.

    • @Gerald Müller:

      SPD…….



      Da war doch mal was mit einem Helmut Schmidt

      Kann wohl nur ein Zufall sein, dass sich da irgendwo in meinem Hinterstübchen Assoziationen verstecken 🤔

      Oder?

  • Die SPD muss sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, die Vertretung der Arbeitnehmer & ihre Rechte. Gerade auch in diesen Zeiten, der Rationalisierung von vielen Arbeitsplätzen in der Industrie. Hier jahrzehntelange Beschäftigte, sehenden Auges in eine Zukunft mit einem Bezug von befristeten Arbeitslosengeld und anschließend sollen die Bürger ihr Vermögen aufbrauchen, bis sie in die Grundsicherung fallen geht nicht. Hier muss das Arbeitslosengeld II wieder eingeführt werden. Diese Sozialabsicherung,für Arbeitnehmer, für die schließlich auch Sozialabgaben während der Berufstätigkeit von den Arbeitnehmern geleistet wurden, dürfen nicht einfach weiterhin den Arbeitnehmern vorenthalten werden.



    Die SPD sollte sich nicht weiter an der Spaltung der Gesellschaft beteiligen, sonder wieder ein " Wir - Gefühl " unter der Bevölkerung fördern. Solidarität gab es zu Willy Brandts Zeiten auch zwischen Beschäftigten aus der Industrie und Beschäftigten in den Verwaltungen - aus den mittleren Dienstlaufbahnen, sowie Beamten aus dem mittleren Dienst, wie viele der Lehrer aus dem Schuldienst es sind.



    Der dauernde Sozialabbau - eher ein Raubbau an der breiten Masse muss ein Ende haben ❗️

    • @Alex_der_Wunderer:

      Sie wissen schon, was das Arbeitslosengeld II ist?

      • @Nisse:

        @Nisse



        Arbeitslosengeld I & Arbeitslosengeld II richten sich in der Berechnung an dem letztem Einkommen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Alg2 ist Hartz4, da wird dann das Vermögen berücksichtigt ;).

          • @Hugo:

            @Hugo



            Nehmen Sie bitte meinen Beitrag vom 28.03. - 12.56 h zur Kenntnis.



            Arbeitslosengeld wird von der Arbeitslosenversicherung geleistet.



            Harz IV wird von Steuergeldern finanziert und belastet unsere Kommunen.

  • Wenn man sich das Foto oben anschaut, dann sieht es so aus, als ob Willy Brandt sagen will: "Ich habe mit dieser SPD nichts zu tun, denn meine SPD war noch sozial".

  • Eine brillante Analyse, der ich vollumfänglich zustimmen kann.

    Kernsatz ist für mich dieser:

    "Die Sozialdemokratie war meist stark, wenn sie Interessen von Unterprivilegierten und Mittelschicht verband."

    Die SPD ist die Partei der sozialen Sicherheit, regiert aber eine Gesellschaft, in der alle, die keine wohlhabenden Eltern haben, sich Sorgen um essenzielle Themen machen müssen:

    Wohnung, Gesundheit, Renten, Bildung der Kinder.

    Die SPD sorgt schon lange nicht mehr dafür, dass sozialer Aufstieg für Alle möglich ist.

    Sie sorgt auch nicht dafür, dass sich Alle sozial abgesichert fühlen.

    Wer soll sie dann noch wählen?

    Die CDU interessiert das nicht, aber auch das ist eine Degeneration: Die klassische Christdemokratie hat sich sehr wohl um die Absicherung der sogenannten "einfachen Leute" geschert. Und die Konservativen unter ihnen wählten in ihren Reihenhäuschen die Union zu 45% +x.

    Soziale Sicherheit bedeutet, dass sich niemand existenzielle Sorgen über das normale menschliche Maß hinaus machen muss. Dass niemand Angst vor der Zukunft hat.

    Heute folgen Union und SPD lieber den Angstmachern der AfD nach rechts.

    • @Stavros:

      "Sie sorgt auch nicht dafür, dass sich Alle sozial abgesichert fühlen."

      Die SPD war mal die Partei, die eng verbandelt war mit der Industriearbeiterschaft im Bereich Kohle, Stahl, Auto u.ä., mit Branchen also die aktuell auf dem absteigenden Ast sind in Deutschland aus diversen internationalen und auch klimapolitischen Gründen. Gleichzeitig kann die Spd nicht aufzeigen wie die Transformation in zukünftige Branchen aussieht.

      Dabei folgen Union und SPD eben nicht "den Angstmachern der AfD nach rechts", die mit alten Rezepten den Status Quo beschwört, den Klimawandel negiert und im merkantilem Wahn die wirtschaftlichen Grenzen dicht machen will.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        Die SPD geht einen Schritt vor, einen zurück, die Union ...



        In jedem Fall stimme ich Ihnen zu, dass beide zur Zeit keine positiven Ideen haben, wo sie das Land hinentwickeln wollen.



        Sie bewegen sich aber auch in Sprache, "Management" der Migration und Fossilität auf die AfD zu.



        Und für viele ist jene Partei einfach attraktiv, weil sie ein echtes ZURÜCK anzubieten scheint.

        • @Stavros:

          "Management" ist nun absolut kein AfD Begriff

          • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

            Stimmt.

    • @Stavros:

      Ja, das sehe ich genauso! Die Wähler:innen der AfD kommen ja auch überproportional von der SPD. Diese hat einfach keine Antwort für die "einfachen Leute" - die AfD auch nicht, aber sie tun so und die Leute wollen es glauben. Die SPD tut noch nicht mal mehr so. Es ist erbärmlich, aber leider auch gefährlich.

  • Die Phrase "hart arbeitende Wasauchimmer" ist weder zivilisatorisch ein anzustrebendes Ziel noch evolutionär ein rausgemendelter "niche skill".

  • „ Seit Monaten beteuern die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas fast täglich, Politik für „die hart arbeitende Mitte“ zu machen, kurzum für die normalen Leute, und nicht für Transferempfänger. Diese Botschaft stößt aber bei der als „arbeitende Mitte“ ziemlich diffus beschriebenen Zielgruppe auf taube Ohren.“ —> Das ist auch wenig überraschend, denn die Zielgruppe bemerkt ja mittlerweile, dass es sich dabei um Lippenbekenntnisse und nicht um echte Einsicht handelt.

    Gerade der Fokus von Frau Bas liegt auf denen die nicht arbeiten und nicht bei den Arbeitern. Und dann ist die Rechnung ganz einfach: Wer Politik nur für Nischen, Ränder und Orchideen macht, wird auch nur noch von den Angehörigen dieser Gruppen gewählt.

    • @Kriebs:

      Das ist (leider) die Wahrheit!

  • Trugschluss „hart arbeitende Mitte“

    Eben! die faulenzen auch nur in Teilzeit! 🤪

  • Nicht das Bürgergeld o.ä. hat der SPD das Genick gebrochen, sondern einfach eine Änderung der Programmatik, in der sich nun keiner mehr wiederfindet – bzw., diejenigen, die das tun, wählen lieber das Original, nämlich die Grünen.

    Früher war die SPD eine Kämpferin für soziale Sicherheit, Arbeitnehmerrechte und Wohlstand – davon abgesehen aber stockkonservativ. Irgendwann vor vll 20 Jahren hat sie sich von diesen Kernkompetenzen abgewendet und sich klassisch grünen Themen zugewandt: Klimaschutz und Kampf gegen das Auto, LGBT, Diversität, Rechte von Migranten, teilweise sogar offene Grenzen.

    Das sind Inhalte, mit denen originäre Sozialdemokraten nicht viel anfangen können. Sie sind hip und wirken modern, deswegen will die SPD Teil dieser neuen Links-Definition sein, nicht angestaubt erscheinen – aber diese Richtungsentscheidung war der Sargnagel. Sie hätten sie selbst bleiben sollen, authentisch, ehrlich – dann hätte es auch kein BSW gegeben, denn die alte SPD war linkskonservativ.

    • @Debaser:

      " Irgendwann vor vll 20 Jahren hat sie sich von diesen Kernkompetenzen abgewendet und sich klassisch grünen Themen zugewandt: Klimaschutz und Kampf gegen das Auto, LGBT, Diversität, Rechte von Migranten, teilweise sogar offene Grenzen."

      Gibts außerhalb der konservativen und rechten Blase irgendwelche real existierenden Hinweise, dass Ihre These einen Bezug zur realen Welt hat?

      • @Kaboom:

        Ich bin in keiner Blase, sonst würde ich nicht die taz lesen. Und wenn Sie der Meinung sind, daß meine kurze Analyse nicht richtig ist, dann widerlegen Sie sie doch bitte mit Argumenten und nicht nur mit Schlagworten. Wenn das, was Sie schreiben, stichhaltig ist, habe ich kein Problem damit, Ihnen partiell oder ganz zuzustimmen, denn ich bin fern jeder Dogmatik.

        Ich würde mir das sogar wünschen, daß man richtig miteinander diskutiert und nicht nur seine "Haltung" zum Ausdruck bringen will. Ich hab das absichtlich total wertfrei formuliert - und ich bin wirklich der Meinung, daß das die Hauptursache für die "Verzwergung" ist.

        • @Debaser:

          Die SPD hat genug Gelegenheiten gehabt, ihre Fürsorge fürs arbeitende Volk in Politik umzusetzen. Dafür hätten die halt ned "nur" an die schwindende arbeitende Bourgeoisie mit Betriebsrat und Gewerkschaft denken müssen, sondern auch an die Leute, die sich von dem Punkt aus aus systemischen oder persönlichen Gründen gen "Lumpenproletariat" lebenslaufen.

        • @Debaser:

          Lieber Kaboom, ich kenne Sie nicht, aber evtl sind Sie zu jung, um die Inhalte der linken Weltsicht von vor 20-50 Jahren zu kennen.

          Vll lesen Sie mal das Wahlprogramm der SPD von 1982, da werden Sie viel über Arbeitnehmerrechte, betriebliche Mitbestimmung und soziale Sicherheit finden, andererseits auch konservative Inhalte wie Hinwendung zur autogerechten Stadt, Ablehnung von unkontrollierter Zuwanderung (Helmut Schmidt war erklärter Gegner dessen, was man damals als "Multikulti" bezeichnete) usw.

          Was man damals aber nicht fand, waren Inhalte wie die, die ich in meinem Ausgangsbeitrag genannt habe. All das kam erst mit den Grünen. Nach und nach beförderten sie eine Entwicklung, in der sich die linken Inhalte zu wandeln begannen - weg vom Konservativen (nein, konservativ und links widersprechen sich eben nicht!), weg von den Arbeitnehmerrechten, hin zu den o.g. Zielen, die die Grünen erfolgreich in das Bewußtsein der Linken implantierten. Später kamen dann noch Inhalte wie Klimaschutz usw. dazu, die die Grünen forcierten. Die SPD versuchte, sich auch da anzuhängen, wurde aber immer fremder für ihre Anhänger.

  • Die ehemals soziale Partei ist nicht mehr "Sozial".

    Und das begann 2005 mit der Einführung des katastrophalen Hartz Gesetze.

    Ein sehr großer Niedriglohnsektor und Lohnsenkungen die zu Lasten der einfachen Arbeiter gingen war die Folge.

    Die arbeitende Mitte war nicht blöd und hat der SPD in Scharen den Rücken gekehrt.

    Und gegen die katastrophale Mietpreisentwicklung, die Verringerung der Mittel für den sozialen Wohnungsbau hat die SPD nie etwas getan. Und sie war sehr viel und sehr lange in Regierungsverantwortung.

    Die Mär vom hart arbeitenden Arbeiter, der SPD wählt, paßt gut in die 60er, 70er und 80er Jahre.

    Doch sorry, wir haben das Jahr 2026. Es gibt enorme Umbrüche durch KI in allen Arbeitsbereichen (Erwerbsarbeitsfreiheiten), die Reichen werden immer reicher, es gibt keine Vermögenssteuer mehr und wir sind kurz vor einer Hyperinflation/dem Zusammenbruch des perversen Schuldgeldsystems.

    Was soll das mit dieser Fokussierung auf die "hart" arbeitende Mitte im Jahre 2026?

    Das ist Blödsinn und extrem rückwärtsgewandt, liebe alte Tante, ehemals soziale Partei.

    Wer sollte 2026 noch hart arbeiten wollen/können und die SPD wählen?

  • Das Problem ist doch auch hier in erster Linie mal das (~50%) "Volk" an sich, welches sich bereitwillig zum Opfer und Verfechter des *Rechten Gedankengutes* macht.

    Gebetsmühlenartig wird vom Präkariat die Parolen der Rechten, der Millionäre und Milliardäre wiederholt. Die armen Reichen werden von denen verteidigt, die von ihnen ausgebeutet werden. Das hat schon eher was von einem Stockholmsyndrom.

    Anstatt sich mit den hohen Mieten, den hohen Lebenshaltungskosten - allgemein mit seiner eigenen Lebenssituation zu beschäftigen, diese durch einen linkeren Kurs ggf. abzumildern, steigt die Zustimmung der "Abrissbirne für Deutschland" durch genau diese Menschen, die nicht ihr eigenes Elend bekämpfen wollen, sondern es lieber noch erweitern, indem sie die Verursacher und deren Vertreter unterstützen.

    Was eine sPD da machen soll - da hätte ich auch keine Idee - aber der jetzige Weg führt am Ende nur unter die 5% Hürde.

    Ich gehe nicht davon aus, dass die Vernunft siegen kann - dafür ist unsere heutige Welt nicht mehr gemacht, willens oder in der Lage.

    • @Zuuuuul:

      Eben genau! das ist das beachtliche Phänomen. "gegen ihre eigenen Interessen".



      Übrigens ist das Wort Stockholmsyndrom widerlegt. de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom



      Oder, nicht politisch-sachkundig, sondern von der Sozialpsychologie her gedacht:



      Es gibt eine wachsende Anzahl von Menschen, die über die Zerstörung der Regeln des Zusammenlebens triumphieren. Rechtstendenzen international als eine Befreiungsbewegung von der Unterdrückung durch die Zivilisation. Endlich regellose Barbarei ausleben, sich mit Faustrecht und Gewalt selbst verwirklichen.



      Siehe dazu: Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, 2025: Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus. Suhrkamp mit empirischer Untersuchung.



      Regelerosion und Bedeutungsperversion.



      Wie Trump verhält sich das rechte Merz-Regime genauso: es hält sich nicht an die Genfer Konvention und EU-Regeln. Das Asylrecht wird geschliffen, genauso wie Afd-Hochburgen neue Verhältnisse etablieren: Grundbesitzer-Herrscher und ihre ängstlichen Untertanen.



      Drohungen nehmen im Alltag überhand.

    • @Zuuuuul:

      Die SPD hat sich in schlimmeren gesellschaftlichen Umständen als antifaschistische Partei behauptet - siehe die Zeit ab 1933. Und verglichen mit dieser Zeit - schrecken sie vor dem Gedanken der gesellschaftlichen Gestaltung zurück?



      Seltsam ...........

  • Die SPD hat mit Willy Brand, Helmut Schmidt lange ein festes Weltbild angeboten, dass aus Wertschätzung für Arbeitnehmer, sozialer Absicherung, einer angemessenen Rente und Investitionen in Bildung und Soziales bestand.



    Durch Gerd Schröder ist dieses Weltbild zerlegt worden, es gab eine Rentenreform (Riester), die ein niedrigeres Rentenniveau vorsieht und umsetzt, dann eine Reform der Arbeitslosenhilfe, die zu Harz-IV geführt hat.



    Und dann gab es Entlastungen für Unternehmer und Unternehmen. Die Reformpolitik von Gerd Schröder wurde dann von Angela Merkel und Olaf Scholz zum großen Teil beibehalten.



    Die SPD-Basis ist bei diesen Reformen nicht unbedingt mitgenommen worden. Ich glaube, dass viele Sozialdemokraten diese Art von Verbesserungen nicht gut finden, deswegen ist der Sozialdemokrat von 2026 vollkommen anders als der von 1972 oder 1974. Die Willy-SPD war sehr selbstbewusst, die SPD 2026 ist eine angeschlagene Gruppe, die viel Gutes will, aber verwirrt ist, was sie eigentlich sind, worum es ihnen wirklich geht.



    Und dann muss ich leider sagen, das Personalangebot ist ziemlich schwach, SPD-Kandidaten verlieren oft auch deswegen, weil sie wenig attraktiv / kompetent sind.

  • In der langen Geschichte der SPD gibt es zwei Ereignisse, auf die sie mit Recht stolz sein kann:

    Geschlossen gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt zu haben und

    Brands Kniefall in Warschau.

    Immerhin ... .

    • @Jürgen aus Nürnberg:

      "Immerhin - politisches Alzheimer hinsichtlich der Leistungen der Spd hilft mit Sicherheit nicht weiter---""



      ==



      Die Spd war schon in den 70iger Jahren modern --also vor einem halben Jahrhundert --



      =



      --- „Wandel durch Annäherung“ -- Verträge mit der Sowjetunion, Polen und der DDR (Grundlagenverträge),



      =



      ---„Mehr Demokratie wagen“ - Leitmotto der Innenpolitik, um den Bürgerstaat zu modernisieren. Dazu gehörten die Senkung des Wahlalters auf 18 Jahre und die Erweiterung der Mitbestimmung von Betriebs- und Personalräten.



      =



      ---Bildung wurde in den Mittelpunkt gestellt, soziale Rechte wurden gestärkt. Die Strafrechtsreform förderte das Bild des mündigen Bürgers.



      =



      ---Spd Wahlprogramm 1972 -- verband Entspannungspolitik mit Umwelt- und Lebensqualitätspolitik. Es wurde erkannt, dass mehr Konsum nicht automatisch mehr Glück bedeutet.



      =



      Spd Programm 1971 -- Erhaltung der Umwelt als Existenzfrage --- Vorsorge und Kooperation wurde im Umweltprogramm verankert.



      ==

      • @zartbitter:

        Ihre Aufzählung hört aber 1971/1972 auf. Danach war nicht mehr viel.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Exakt!

  • Ohne jetzt die Vorschläge von Klingbeil im Detail zu kennen, aber die Richtung scheint zu stimmen. Ziel muss es jetzt sein die Sozialabgaben merklich zu drücken, damit die Leute mehr im Portmonaie haben und die Lohnnebenkosten sinken, weil sonst ist Essig mit Industrie in Deutschland. Dazu muss man an die Mitversicherung ran, muss die Leistungen kürzen und die Kosten der KV für Grundsicherungsempfänger vollständig über Steuern finanzieren. Man wird auch nicht um eine Maximalrente rumkommen um auch da die Kosten zu drücken. Und letzlich wird man endlich die Migranten, die kein Bleiberecht haben und von Grundsicherung leben konsequent abschieben müssen.

    • @McMercy:

      Die Weisheit quillt quasi aus Ihnen heraus.



      Nicht die Sanktionen des verrückten Königs sind schuld, nicht der Angriffskrieg des Irren im Kreml mit den bekannten Auswirkungen auf die Energiepreise, nicht die dümmlichen Entscheidungen der Vorstände deutscher Autokonzerne.



      Nein, es sind die Sozialabgaben.



      Mir fällts wie Schuppen aus den Haaren.

    • @McMercy:

      Eine Maximalrente gibt es bereits. Dafür muss man 45 Jahre lang die Beitragsbemessungsgrenze erreichen. Dafür bekommt man 3.590€ Rente.



      Wenn man also sein leben lang, was wohl nicht realistisch ist die Beitragsermessungsgrenze erreicht bekommt man als Rentner ca 300€/Monat mehr als die durchschnittliche Pension eines Beamten.

      Da liegt m.E. ein Problem! Diese Pensionen und Ruhegelder gehören gedeckelt. Und das in dem Bereich der maximal erzielbaren Rente.

    • @McMercy:

      Sorry, aber das ist doch Blödsinn! Bei den Sozialabgaben wird sich auch nach einer Verschärfung und Umbenennung nicht viel ändern. Das liegt ganz einfach daran, dass bei den Beziehern von Bürgergeld oder Grundsicherung fast nichts zu holen ist. Die Lohnnebenkosten sind im Prinzip auch kein Problem. Das eigentliche Problem sind zu niedrige Einkommen. Es gibt bereits jetzt eine Maximalrente! Es gibt ebenso ein Limit für die Sozialabgaben. Wer mehr verdient als die Beitragsbemessungsgrenze, weiß das.



      Die meisten Migranten stammen aus Kriegsgebieten, in die man nicht einfach so abschieben kann, zumal jede Abschiebung ziemlich viel Geld kostet. Viel klüger wäre es, die Migranten sofort selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu lassen, statt ihnen die Arbeitserlaubnis monatelang zu verwehren, nur weil man Angst hat, sie würde Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen.



      Wenn man übrigens für höhere Einnahmen sorgen will, sollte man Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit eindämmen. Dort ist ungefähr 10x so viel zu holen wie durch Einsparungen beim Bürgergeld.

      • @Aurego:

        Damit bin ich sehr einverstanden.



        Und über die sehr kostenintensiven der vielen Krankenkassen nachdenken.



        An Armen Gesundheit Erziehung und Bildung zu sparen halte ich für das schädlichste einer Gesellschaft. Nur, die Politiker sind schon lange tot wenn die kommenden Generationen mit dieser Politik leben müssen.

      • @Aurego:

        Mehr:



        Duech Steuerdiebstahl entstehen 200 mal höhere Verluste als durch Sozialhilfebetrug.



        Das Nichteintreiben von Steuern hat System und durch hyperkomplexe Gesetzgebung mit Ausnahmedschungel werden oft nur die "einfachen" Steuererklärungen überprüft (und zwar bis zum letzten Bong!)- die komplexen (vom Fachanwalt erstellt und durch "Toolboxen" zur Steuervermeidung ermöglicht!) werden durchgewunken..



        Kapiert ja beim FA eh keiner.



        Das ist mMn. eindeutig Klassenjustiz!

        • @So,so:

          Absolut richtig!

          In Hamburg hat man der Warburg Bank, die mit CumEx ziemliche viele krumme Geschäfte gemacht und viel Geld verdient hat, 43 Mio. Steuern erlassen, weil die meinte, die Steuerzahlung würde die Bank sonst in Schwierigkeiten bringen.



          Wie oft hat das Finanzamt bei Privatpersonen mal auf die Steuerzahlung verzichtet, weil es die sonst in Schwierigkeiten gebracht hätte.

        • @So,so:

          Was für ein Unfug! der große Steuerschaden kommt eben nicht durch ausgeklügelte Steuergestaltungen, sondern durch die Vielzahl der kleinen und nicht ganz so kleinen Steuerhinterziehungen.

          • @Ralf Inkle:

            Was für ein Unfug! Der große Steuerschaden kommt durch die großen Seueroptimierer und sogar Steuerhinterzieher. Alleine durch CumCum wurden in Deutschland ein Steuerschaden von 28 Mrd. € angerichtet, von dem vermutlich kaum etwas zurückgeholt wird, da das wohl Ende des Jahres verjährt. Und ansonsten wird geschätzt, dass europaweit zwischen 130 und 270 Mrd. € Steuern durch Umsatzsteuerbetreug, Steuervermeidung, Steueroptimierung, Steuerhinterziehung verloren gehen. Dagegen sind die paar Millionen, die auf irgendwelche Totalverweigerer beim Bürgergeld zurückgehen, weniger als die sprichwörtlichen Peanuts. Und große Konzerne schleusen ca. 2000 Mrd. € an der Besteuerung normaler Länder vorbei und "versteuern" sie entweder gar nicht oder in sTeueroasen.

  • Die Wärmewende kann nicht zurückentwickelt werden. Wärmepumpen snd, obwohl in Deutschland doppelt so teuer incl. Einbau wie n Großbritannien, immer noch die günstigste Lösung im Vergleich zu fossilen Lösungen. Fördergelder sollten in die energetische Sanierung von Gebäuden fließen.

  • Seit Schröder obsolet!

  • Auch wenn eine Partei nur 5% bekommt, kann sie trotzdem ein Paradigma setzen:



    „hart arbeitende Mitte“ passt prima in Lanz-Talkshows als Paradigma der autoritären Anpassung, oder Volksgemeinschaft derer, die Abweichler und Langsame und weniger Leistende hassen.

    • @Land of plenty:

      Ich wüsste eh mal gerne, was an arbeiten, sogar "hart arbeiten" so toll sein soll.



      .



      Zum einen ist die Arbeitswelt der gesellschaftliche Bereich, in dem Demokratie quasi ein Fremdwort ist bzw. auf dem Niveau eines Ständewahlrechts (Aktionärsversammlung) steckengeblieben

      Alle außer den Shareholdern haben Befehle zu befolgen (m.E. noch sehr die Frage, ob das wirklich besser ist, als sich zu Hause immerhin darüber streiten zu können, wer was tut) Klar, patriarchale Strukturen, Abhängigkeiten. Weg damit! - und dann die Hälfte der Bevölkerung keine Lohnsklav*innen, wenn wan's gerecht aufteilt?



      .



      Womit wir beim 'anderen' wären: 'mehr arbeiten' soll ja offenbar zu mehr Wirtschaftswachstum führen, also genau der Ideologie, die sozusagen totsicher die Lebensgrundlagen auf diesem Planeten ruiniert.



      .



      "Grünes Wachstum" entpuppt sich immer mehr als Illusion - unter der 'letzten Regierung, die noch wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel hätte ergreifen können' (Baerbock) hat die Rüstungsindustrie einen irren Aufschwung erlebt. Die Tesla-Profite sollen die Menschheit zum Mars bringen - das sind doch neurotische Größenfantasien, ist Realitätsverweigerung, die in Richtung Massenpsychose geht!

      • @ke1ner:

        Ja, allerdings: in den Firmen, auf Arbeit ist noch keine Demokratie angekommen. Erste Ideen dazu wurden von einem SPD-Programm formuliert: 1924.



        Nun lange Zeit war das Betriebsverfassungsgesetz mit Betriebsräten in Dt. im internationalen Vergleich ein Fortschritt.



        Ach der Musk und seine Mars-Reise. Soll er doch dort bleiben. Das ist wie seine Tochter sagt: alles nur Promotion. Mir fiel eben bei der Phrase „hart arbeitende Mitte“ die Kombination auf aus politischer und ökonomischer Anpassung angesichts der aktuellen Angriffe auf Linke und Erwerbslose und Asylsuchende.

  • Ganz ehrlich: Das ist eigentlich wie vor der französischen Revolution, was wir erleben; natürlich in anderen Umständen und auf anderem Niveau. Aber da ging es einfach nicht mehr weiter und die Gegensätze der Klassen, Schichten usw. waren untragbar geworden. Und heute ist es ebenso verfahren. Und die Rettung kommt nicht aus dem Bundestag, schauen sie sich alleine die Veränderung dessen Zusammensetzung über die Zeit an. Und dazu die Vermögensverteilung. Und dazu die internationalen Zwänge. Und dazu den vertrauensverlust. Und noch wichtiger: Die Orientierungslosigkeit.

    ich wage zu behaupten: Hier udn anderswo sind viele kluge Leute mit interessanten Ansichten, aberd avon ist nichts mehr konsistent, schon bei der Problemanalyse geht es in alle Richtungen. Bei der Frage der Lösungen dann eh und die Umsetzbarkeit von Dingen wie Vermögens- Erbschaftssteuer, Demographie und Reparatur des Wohnungsmarktes in unserem System - nur eine Aspekt neben vielen mehr: Koalitionsdemokratie - ist völliges im Wunschdenken.

  • In seiner heutigen „Blut-, Schweiß- und Tränenrede“ bei der neoliberalen Bertelsmann Stiftung (ausgerechnet) plädierte Klingbeil für mehr Zeitarbeit, vergaß aber zu erwähnen, dass es die Zeitarbeit war und ist, die das einstige Gerechtigkeitsmodell Arbeiter, Arbeitnehmer, Gewerkschaften gleich soziale Marktwirtschaft vollkommen aus der Angel hob: denn im gleichen Unternehmen (z, B. Asklepios Krankenhäuser) gibt es eine Zweiklassengesellschaft mit Subunternehmen und Zeitarbeit.



    Auch Medienunternehmen, z. B. im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, schaffen Galeeren von Subunternehmen, in denen freie Kameraleute und Cutter arbeiten, die dann z. B. im Heute Journal schaffen müssen.



    Will heißen: Die SPD unter Klingbeil hat keine Ahnung wie desolat und ungeschützt Millionen von Arbeitnehmer und Arbeiter heute arbeiten müssen.



    Verdi, die IG Metall oder die GEW haben vollkommen verlernt, auf diejenigen zu schauen, die nicht durch eine Gewerkschaft geschützt sind, weil kein Betriebsrat besteht. Der Niedergang der Gewerkschaften, der allgemeinen Solidarität und der SPD bedingen sich, hatte den Anstieg der AFD zur Folge.



    Der größte Niedriglohnsektor in der EU die BRD, so lobte sich Schröder.

    • @Lindenberg:

      "Verdi, die IG Metall oder die GEW haben vollkommen verlernt, auf diejenigen zu schauen, die nicht durch eine Gewerkschaft geschützt sind, weil kein Betriebsrat besteht."

      Andersherum wird ein Schuh draus:



      Weil immer weniger Menschen bereit sind, Gewerkschaften beizutreten, gibt es immer weniger tarifgebundene Unternehmen. Das ist objektiv messbar nachteilig für Arbeitnehmer.

      • @Kaboom:

        Zur Tarifbindung von Unternehmen braucht es mehr als nur die Gewerkschaftsmitgliedschaft der Arbeitnehmer.



        Im Übrigen gehören die nicht tarifgebundenen Zeitarbeitsfirmen und kleinen Zulieferer in etlichen Fällen zum "Geschäftsmodell" der Gewerkschaften. Etliche verlorene öffentliche Ausschreibungen gegen Newcomer aus insbesondere den östlichen EU-Mitgliedsstaaten haben beispielsweise bei der IG Metall dafür gesorgt, dass dort dieses Notventil das Mittel der Wahl gegen Auswirkungen auf die Stammbelegschaft der großen Unternehmen ist...

        • @FriedrichHecker:

          "Zur Tarifbindung von Unternehmen braucht es mehr als nur die Gewerkschaftsmitgliedschaft der Arbeitnehmer."

          Natürlich. Aber wenn es erst mal einen Betriebsrat gibt, der sich die Unterstützung der jeweiligen Gewerkschaft holen kann, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Arbeitgeber es für sinnvoll hält, dem Arbeitgeberverband beizutreten. Ein Betriebsrat ist in jedem Fall der erste Schritt.

          • @Kaboom:

            Und wenn - nur mal ein einzelnes Beispiel aus der Vergangenheit- dem Chef ein Ignacio Lopez sagt, dass er den Liefervertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen wird und es einen neuen Vertrag nur geben wird, wenn die Preise erheblich sinken, macht der Betriebsrat genau was? Erst recht, wenn auch die IG Metall (die sich für ihren tollen Tarifabschluss mit VW gefeiert hat) ins Stottern kommt und das SPD-geführte Land Niedersachsen in erster Linie an hohen VW-Gewinnen interessiert ist, weil die Dividende schon im Haushalt verplant ist.

    • @Lindenberg:

      "Verdi, die IG Metall oder die GEW haben vollkommen verlernt..."



      So sieht`s aus. Bin in den 90ern, als der Eiserne Besen durch den Osten Deutschlands streifte, 25% und mehr Arbeitslose hinterließ und vielerorts vorerst das Gegenteil blühender Landschaften schuf, als Betriebsrat aus der Gewerkschaft ausgetreten, weil ich dort niemanden ausmachen konnte, der all die Aussortierten noch als zu vertretende Klientel verstand. - Die arbeiteten ja halt nicht mehr...

    • @Lindenberg:

      》Der größte Niedriglohnsektor in der EU die BRD, so lobte sich Schröder.《



      .



      Und die Zeit analysierte bereits 2005:



      .



      》Das größte Geschenk aller Zeiten



      .



      Die Bundesregierung feierte ihre Unternehmensteuerreform – bis die Konzerne aufhörten, Steuern zu bezahlen《



      .



      Hier www.zeit.de/2005/37/Steuern (2005) geht's weiter. (lohnt sich, das nochmal nachzulesen...)

    • @Lindenberg:

      …anschließe mich

      Bertelsmann Stöpsel-Liz - GasPromGerd



      Da fehlt nur noch PuffreisenPeterHartz:



      Dann ist das Schreckenszenario ausreichend beschrieben - Gellewelle&Wollnich -

      “Aus ander Leutz Leder - ist gut Riemen schneiden!“ wußte schon das Mittelalter“ •

      • @Lowandorder:

        Unvergessen und hochaktuell die Reingungskraft Susanne Neumann (SPD), die mit Gabriel auf der "Wertekonferenz Gerechtigkeit" über die Lebensrealität von Geringverdienern sprach und Leiharbeit und Befristungen im Job kritisierte.



        Neumann erwischte Gabriel kalt, als sie ihn fragte: "warum bleibt ihr denn bei den Schwatten?

        Neumann

        "Die SPD sinkt ja immer weiter ab....weil wir an den Folgen von Schöder leiden...die kleinen Arbeiter müssen mehr vertreten werden...."

        Gabriel, der vor den Kameras immer die Nähe zum Arbeitermileu suchte, ist heute der Boss der Bosse, nämlich Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank.

        www.youtube.com/wa...0Susanne%20Neumann

        • @Lindenberg:

          Danke. Die Nummer hatte ich bis dato nicht drauf.

          Als der exRockbeauftragte - kack frech - sich für ÖPP stark machte!



          Das war das Entree



          Obwohl Obwohl



          🤖Der Bundesrechnungshof hat in mehreren Berichten festgestellt, dass ÖPP-Projekte bei Autobahnen fast immer teurer sind als wenn der Staat sie klassisch selbst baut

          Soll reichen - Klassenverräter

          • @Lowandorder:

            Däh&Zisch - Mailtütenfrisch wirft ein

            “ "Klassenverräter" ohne Klasse. Ohne "L"







            Glückauf!“

            Solche Sorte Knaben



            Wie Läuse&Flöhe - beides haben!

      • @Lowandorder:

        Vielleicht solltet ihr mal versuchen, in Deutschland jemanden zu entlassen… Dann werdet ihr sehen, warum das Zeitarbeitssegment so gross ist.

        • @YeahYeah:

          “Machs noch einmal Sam!“

          Sinse zu jung?!

          “Es kann doch nicht sein!



          (Mr. Bierdeckel später Merz-Kanzler)



          Daß man leichter aus einer Ehe …ff)



          Un die verblödeten BaWü-Grünen -👍!

          Die machten aber einen Fehler - holten einen LAG-Vorsitzenden



          (Freund Kollege Weggefährten;)



          Der zum Entsetzen coram publico haarklein darlegte - daß das blühender Unsinn sei.



          Und als blamierter Fritze Kuhn der Ahnungslose ein‘n jammerte “…ja aber die gefühlten Hemmisse?!!



          Beschied ihn Freund Klaus:



          “…für Gefühltes sei er nicht zuständig!“



          &



          Ums plastisch zu machen:



          Gericht => Vergleich =>



          Drei oder vier Monatsgehälter & ab dafür.

          So geht das •

          Reminszenz - als ich mal beim VG Arnsberg die Schnauze voll hatte.



          Hospitierte ich bei einer ArbG Kollegin & staunte über obiges aber nicht schlecht & dachte am Ende des Tages “Nee - son wandelnder Vergleichsautomat?



          Nö. not my cup of tea“ •

          kurz - Merz issen unbedarfter Holzkopp der das Wasser nicht halten kann - wie schon in der Schule - mit nix auf Tasche!



          Leider. Aber das wußten wir ja schon



          Normal



          ( un nich nachplappern - besser is das!) & always at your service

        • @YeahYeah:

          Schade daß meine Antwort im Ablagern schon Moos angesetzt hat!



          Verrate schon so viel - ehr



          Merz-Fritze-Duplikat - ist kompletter Quatsch •

        • @YeahYeah:

          Mecker Mecker - hier fehlen gleich zwei meiner Antworten! Woll



          Räumt den netti⛓️⛓️🗄️ mal auf - wa



          Dank im Voraus

          • @Lowandorder:

            Da ham die Modderatistas wohl wg Fritze Kuhn auf doppelten Welpenschutz umgestellt! Gell



            Dem Bourgeois geht das KüSchG geht die Demontage des bitter erkämpften Kündigungsschutzes am Arsch vorbei •

            Na Mahlzeit - alles im selbsternannten "Linken Portal“ 😂

  • HAM - hart arbeitende Mitte. Was für ein schöner Begriff, den die SPD da erfunden hat.

    • @test_name:

      Regelrecht übel wird einem, wenn Klingbeil paternalistisch immer wieder in seinen Reden die "fleißigen Arbeitnehmer" erwähnt, als wüssten diese nicht selbst, wie hart sie arbeiten müssen.



      Klingbeil: In einem Puppenspiel würde sich der böse Wolf Schröder hinter der Maske von Klingbeil verbergen.

  • Schuld an der Misere der SPD ist Hartz IV, nicht das Bürgergeld. Das Bürgergeld hat gar keine Chance bekommen. Nach der Umstellung aufs Bürgergeld warteten viele Arbeitslose monatelang auf den ersten Gesprächstermin.



    Beim "Bürgergeld" sind eher die Medien für Falschinformationen verantwortlich, denn durch die Umstellung hat sich für viele Arbeitslose die Situation noch verschlechtert, monatelang ist kein Ansprechpartner im Jobcenter erreichbar gewesen.



    Graduelle Verbesserungen gab es, weniger Sanktionen, mitnichten aber - von Ausnahmen wie sinnvolle Weiterbildung - wirkliche Hilfe.



    Es war eigentlich nur ein Hartz IV plus, nicht mehr, selbst dies ist der SPD noch zuviel. Sie wird bald flächendeckend nicht mehr die 5 Prozenthürde überwinden.

    • @Video2000:

      Sie haben das wohl falsch verstanden. Schild war auch nicht Hartz4, sondern (so hört man es wiederholt im ÖRR) der Umstand, dass es eben auch an der Kommunikation lag.



      Die Leute verstehen einfach nicht, was die SPD ihnen Gutes will.

      • @DerLurch:

        "Schuld war auch nicht Hartz4, sondern ... Kommunikation...



        Die Leute verstehen einfach nicht, was die SPD ihnen Gutes will."



        Damit ist der eigentliche Schuldige mal wieder ausgemacht: der dumme Wähler, und die Partei muss sich gar nicht ändern. Ist doch fein.



        Und wieder ein paar Prozent weniger.

  • Die SPD hat in RLP rund 128.000 Wähler verloren.



    Davon 90% nach rechts, zu CDU und AFD.



    Die Forderung, die SPD solle "linker" werden, um Wähler zurück zu gewinnen, ist absurd.

    • @Stechfliege:

      Die SPD muss Antworten finden auf gefühlte Bedrohungen der Arbeitsplätze durch den globalen Wandel der Wirtschaft. Die Wirtschaftliche Kompetenz dafür wird Linken weniger zugetraut. Nicht "linker" werden ist das Problem sondern überzeugend links zu sein. Und das ist nicht die einfache Welt des Populusmus.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        "Nicht "linker" werden ist das Problem sondern überzeugend links zu sein."

        Das ist mal ein richtig guter Satz. - Zustimmung!



        Wer meint vor Wahlen erklären zu müssen, dass es mit seiner Partei in der Regierung keine erhöhte Mehrwertsteuer geben wird, nach der Wahl aber gleich drei Prozent draufschlägt (der Koalitionspartner hatte vorher - glaube ich - nur 1 Prozent zum Ziel) der überzeugt halt nicht wirklich...



        Ich weiß: lange her... Ist bei mir aber mächtig hängen geblieben.

    • @Stechfliege:

      Ach, das wird geflissentlich ignoriert. Umverteilung jetzt!

    • @Stechfliege:

      Das Denken in links und rechts führt in die Irre.



      Die SPD verliert Wähler an CDU und AfD, weil ihre Wähler sich von ihr im Stich gelassen fühlen, vor allem von der Bundes-SPD. Zum einen im Stich gelassen fühlen, weil sie den Eindruck haben, dass die SPD mehr für Bürgergeld-Empfänger macht oder Migranten oder zumindest nicht genug gegen Migranten, zum anderen im Stich gelassen fühlen, weil ihr Leben immer schwieriger wird, die Wohnung teurer, Essen, Energie teurer, die Rente immer niedriger etc.

      Etwas gegen Migranten zu tun, gilt als rechts. Für niedriger Mieten, höhere Löhne oder Renten zu sorgen, eher als links. Muss die SPD also nach links oder nach rechts? Weder noch bzw. sowohl als auch.

      Sie muss sich vor allem wieder für die Menschen einsetzen, die hart arbeiten und trotzdem kaum zurechtkommen, die aus irgendeinem, nicht selbst verschuldeten Grund die Solidarität der Gesellschaft brauchen und die darauf angewiesen sind, dass eine vernünftige Politik gemacht, die ihnen Hoffnung für die Zukunft gibt. Das geht und ist gar nicht schwierig.



      Hier ist diese Vision im Detail beschrieben: demokratieingefahr...ratie-und-die-spd/

    • @Stechfliege:

      Das eigentliche Wesen der Sozialdemokratie



      Sollte immer links von der bürgerlichen Mitte sein.



      Das Problem ist , dass die SPD seit 1913



      nicht mehr links ist .

      • @Worgt Michael:

        Ich halte die Politik Willy Brandts (in ihrer Zeit) durchaus für links. Aber eben moderat links. Es braucht IMO keine SPD in der Tradition der USPD, aber eine SPD in der Tradition Willy Brandts wäre ... HolladieWaldFee

      • @Worgt Michael:

        "1913" (

        So gesehen gibt es in Deutschland eigentlich gar keine Linke mehr. Revolutionen will auch die Linkspartei nicht mehr. Und selbst in der autonomen Linken werden sie kaum noch jemanden finden der für eine Revolution trommelt.

  • 》... eine Art politisches Stockholmsyndrom. [...] Die Union reißt derzeit vieles ein, wofür die Scholz-Regierung stand. [...] Die SPD beobachtet diese Abwicklung teils ratlos – und beteiligt sich auch noch daran《



    .



    Und hat sich darüber hinaus noch ihre eigene Version von "Lifestyle-Teilzeit" ausgedacht: 》„Wir werden als Gesellschaft insgesamt mehr arbeiten müssen“ (Klingbeil, rnd.de).



    .



    Um das zu erreichen, will er das Ehegattensplitting abschaffen und: 》Klingbeil plädierte auch dafür, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen. „Beide Reformen zusammen könnten Fehlanreize am Arbeitsmarkt beseitigen“, sagte er《



    .



    Also mind. 200 € zusätzlich (Pauschalbetrag) von Geringverdiener*innen ('endlich mal was arbeiten!') zur Sanierung des Gesundheitssystems.



    .



    Wenn Merz das mitmacht, hat die AfD wirklich beste Chancen auf eine absolute Mehrheit, könnte mit "traditionelle Werte" + "Anwältin der kleinen Leute" punkten.



    .



    Und selbst wenn sich die Union diesem Ansinnen Klingbeils verweigert, dürfte die SPD noch mehr Stimmen an rechts verlieren, die 5% Hürde ein echtes Thema für sie werden.

  • Wer als Politiker / Parlamentarier der SPD nicht begreift, warum viele Arbeitnehmer sich nicht ohne Konsequenzen von der antusozialen Politik der SPD abwenden, wird auch nicht wieder in der Lage sein Politik für Arbeitnehmer zu bieten und umzusetzen.



    Den Arbeitnehmern die Sozialabsicherung, sprich das Arbeitslosengeld zwei quasi Ersatzlos zu streichen, bei gleichbleibenden Sozialversicherungsbeiträgrn in die Arbeitslosenversicherung, der hat die Arbeitnehmer schlichtweg betrogen & bestohlen. Ein Jahr Arbeitslodengeld und dann soll der SPD Wähler gefälligst sein Vermögen , Hab & Gut aufbrauchen um dann, nach oftmal über 25 / 30 Jahren Berufstätigkeit auf ein Taschengeld / Grundsicherung gesetzt zu werden, ist an Frechheit nicht mehr zu toppen, liebe SPD. Wer wählt denn seine eigenen Diebe ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Mein lieber Wunderer, ich interpretiere die Abwanderung der Wähler nach rechts nicht unbedingt mit dem Ruf nach mehr Sozialstaat.

      • @DerLurch:

        Viele scheinen zu glauben, von den geforderten Maßnahmen nicht selbst betroffen zu sein, da nur "die Anderen" (Faule und Ausländer) ihnen auf der Tasche lägen und verhindern, dass ihnen bei unverschuldeter Not geholfen werde. Diese Sichtweise übersieht, dass schon die ungeliebte biodeutsche Nachbarsfamilie das für sich genauso sieht und einem selbst die Hilfe missgönnt, auf die man berechtigten Anspruch zu haben glaubt.



        Ein solch unsolidarisches Gesellschaftsklima nutzt nur den "Starken", zu denen sich auch Ausgebeutete zählen sollen. "Rechte" Narrative machen sie dazu bereit, weil sie Sündenböcke und Geborgenheit in einer konformistischen "Volksgemeinschaft" anbieten, in der alles sanktioniert wird, was die "heile Welt" bedroht, für deren Stütze man sich hält.



        AfD Wähler*innen, sofern nicht rechtsextrem eingestellt, wollen, dass es ihnen besser geht, egal wie die dazu führende Politik sich nennt. Der Streit geht darum, was hilft und Sie meinen, dass "linke" Ansätze es nicht wären. Wählerinnen ist aber nicht zementiert und kann sich ändern, wenn etwas funktioniert. Anders als Sie glaube ich nicht, dass "rechte" Ansätze weiterhelfen.

        • @Joba:

          Es muss Wählerwille ist aber nicht zementiert....... heißen. Sorry

      • @DerLurch:

        "...die Abwanderung der Wähler nach rechts..."



        Es ist nicht einfach eine Abwanderung nach rechts. Es ist eine Abwanderung von den etablierten Politikerfiguren und -phrasen weg. Und da gibt es nicht sehr viel mögliche Ausweichrouten.

  • Komische Sicht, die der Autor hier vertritt. Die SPD hat nun wirklich alles getan, um irgendwie von HartzIV wegzukommen und dabei komplett das Gespür für ihre Stammklientel verloren. Das Trauma der Agenda hat sie schlicht nicht mehr klar denken lassen, denn anstatt sich die Agenda auf die Fahne zu schreiben als sie begann Früchte zu tragen, hat man, nachdem man die Prügel eingesteckt hat, die Lorbeeren der CDU überlassen und versucht mit allen Mitteln rückgängig zu machen, was man erfolgreich auf den Weg gebracht hat. Gradliniegkeit sieht anders aus und beim Wähler musste zwangsläufig der Eindruck entstehen, es ginge der SPD in erster Linie um Transferbezieher. Ohne Änderungen im Steuersystem sind das oftmal genau die arbeitende Mitte. Statt Aufstiegsversprechen eher Abstiegsängste. Letztere können andere besser bespielen. Ein kurzer Blick in Statistik zeigt übrigens, dass der Ausländeranteil unter den Bürgeldbeziehern bei knap 48% liegt, während der Ausländeranteil bei der Bevölkerung bei knapp 15% liegt. Das kann der Autor schlechterdings als Propaganda abtun.

    • @Fran Zose:

      Stimme absolut zu.

  • War die Soziologie nicht schon einmal so weit, die industrielle Arbeiterklasse im Kontext der allgemeinen gesellschaftlichen (ökonomisch, sozial, kulturell) Millieuveränderungen im Nachkriegsdeutschland für ausgestorben zu erklären? Und somit zugleich eine Erklärung für den Niedergang der SPD zu finden, die (neben der KPD) vor 1933 im wesentlichen von jener damals noch intakten Arbeiterklasse getragen wurde?



    Und jetzt soll diese Arbeiterklasse in der postindustriellen Dienstleistungs-Gesellschaft urplötzlich wieder von den Toten auferstanden sein, um ausgerechnet den Aufstieg der AfD zu begründen? Indem in den Leitmedien auf und ab salbadert wird, die etablierten Parteien - insbesondere die SPD - würden nicht mehr die Sprache dieser Arbeiter sprechen, hätten sich von deren Bedürfnissen immer weiter entfernt. Wohingegen es der AfD gelänge, genau daran anzuknüpfen und so ihre Erfolge zu generieren.



    So die Erzählung. Ich bin jedoch skeptisch, ob sie überhaupt stimmt.



    Vielleicht gibt es noch so etwas wie eine Arbeiterklasse, dann aber ohne Klassenbewusstsein.

    • @Abdurchdiemitte:

      „Vielleicht gibt es noch so etwas wie eine Arbeiterklasse, dann aber ohne Klassenbewusstsein."



      Ja. In den längst vergangenen Zeiten, die Sie erwähnen, organisierten SPD, Gewerkschaften und Betriebsräte z.B. Leihbüchereien zur Bildung und Unterhaltung der genannten Klasse. Heute haben die alle Smartphone und SM. (For becoming plemplem.)

      • @Mondschaf26:

        Ja, leider. Da kriegt man als Linker wohl keinen Fuß mehr in die Tür, was die Förderung des Klassenbewusstseins betrifft. Stattdessen starren alle nur noch wie gebannt aufs Smartphone, ohne überhaupt mal aufzublicken. Hat dann eben Realitätsverlust zur Folge.

    • @Abdurchdiemitte:

      "Vielleicht gibt es noch so etwas wie eine Arbeiterklasse, dann aber ohne Klassenbewusstsein."

      Bingo. Wer hat auch behauptet, dass Alles, was man von außen irgendwie "klassifizieren" kann, zwangsläufig intern so ein (einer bestimmten Ideologie folgendes) Kohärenz-Bewusstsein entfaltet? Warum soll nicht der Arbeiter von heute sich primär um SEINE Penunzen, SEIN Häuschen, SEINE Rente und SEINE Ruhe sorgen und in anderen Arbeitern allenfalls Leute sehen, die zufällig die gleichen Sorgen haben? Klassenbewusstsein kam vielleicht mal natürlich, als diese Klassen noch nix zu verlieren hatten und keine Rechte außer denen, die ihnen ihre schiere Masse verleihen konnte. Für die Arbeiterschaft in Deutschland sind diese Zeiten vorbei (und wir sollten inständig hoffen, dass die Entwicklung unserer Industrie nicht so düster verläuft, dass sie nochmal wiederkommen).

      • @Normalo:

        Ja, nur offensichtlich kommen genau diese Zeiten zurück, nur diesmal beschworen von rechts (der AfD), die die vermeintlichen Tugenden der Arbeiterschaft - Fleiß, Leistungsbereitschaft, auch Ehrlichkeit Patriotismus, Heimatliebe und all sowas - beschwört und deren Werte dem „linksgrünversifften“ Feindbild entgegengesetzt. Daran gebunden ist natürlich auch ein gewisser Anti-Intellektualismus und eine starke Abneigung des Liberalen, Parlamentarischen.



        Nichts Neues unter der Sonne also, was da von rechter Seite kommt. Nur erlebt es in Gestalt der AfD derzeit eine beängstigende Renaissance und es ist nicht absehbar, wohin das Ganze noch führen wird.



        Der Punkt meines Ausgangsposts war jedoch (vielleicht nicht klar genug formuliert), dass die AfD mit der „Arbeiterklasse“ ein ursprünglich links konnotiertes Subjekt neu erfunden hat, auf welches sie ihren gesamten ideologischen Schrott und all ihre Ressentiments gegen die „Anderen“ projizieren kann. Und die derart als „Arbeiter“ Markierten folgen auch noch willig dieser Fremdbeschreibung (qua Wahlverhalten).

    • @Abdurchdiemitte:

      Die Arbeiterklasse, ob mit oder ohne Bewusstsein, hat keine Festanstellung in der Industrie für 4000 Euro netto, Betriebsrente und Dienstwagen, sondern fährt zum Mindestlohn Getränke und Pakete aus oder schiebt Nachtschicht auf Station.

      • @nihilist:

        Bei der Bezeichnung der von Ihnen genannten Gruppe würde ich den Begriff Prekariat anbieten. Der Begriff Proletariat war einst den klassenbewussten Arbeitern vorbehalten - und die meint die AfD ja wohl nicht, wenn sie von den „einfachen“ (normalen) Menschen spricht, die sie zu ihrer Zielgruppe auserkoren hat.



        Nur sind es die Prekären, die auf der Schleimspur der AfD kriechen?

    • @Abdurchdiemitte:

      Ich würde auch nur noch eingeschränkt von einer Arbeiterklasse sprechen. Und dann in jedem Fall ohne Klassenbewusstsein. Ich würde eher von der Menge der abhängig Beschäftigten sprechen, darunter eben Arbeiter, Angestellte, eben alle, die für einen monatlichen Lohn arbeiten. Und die haben kein Klassenbewusstsein. Oft grenzen sie sich sogar streng gegeneinander ab, weil Angestellte, erst recht Manager sich nicht als Arbeiter verstehen (die sich schmutzig machen). Und wenn die SPD sich auf die Arbeiter konzentriert, ist sie in der Tat verloren. Sie muss natürlich für alle abhängig Beschäftigten attraktiv sein. Ist natürlich auch ein kulturelles Problem, sich dann als Arbeiterpartei zu bezeichnen, wenn man auch für Angestellte da sein will, sogar für angestellte Manager. Vielleicht sollte man auch besser von (Einkommens-)Schicht sprechen statt Klasse. "Arbeitende Mitte" finde ich nicht so gut. Weil das hört sich nach den 20-30% in der Mitte an. So als würden man all die, die nicht so viel verdienen, ausgrenzen. Auch dass man jetzt für die, die 3.000-4.000€ verdienen, mehr machen will, ist falsch. Was ist mit denen, die 1.000-2.000 verdienen? Es muss um alle mit weniger als 10.000 ge

    • @Abdurchdiemitte:

      ""Die Soziologie ist immer noch so weit,....""



      =



      nur hat sie leider keine Antwort darauf warum Arbeiter gegen Ihre Interessen wählen. Das die SPD in großem Umfang Wählerstimmen an die agd abgibt ist nicht mehr bestreitbar.....""(das bei Landtagswahlen zusätzlich regionale Aspekte eine große Rolle spielen entkräftet die Wählerwanderung nach rechtsextrem nicht)



      =



      Klingbeil (SPD) will die schwere Wirtschaftskrise imit einem ganzen Bündel aus teils schmerzhaften Reformen überwinden. So soll die Bevölkerung insgesamt mehr arbeiten, indem die Frühverrentung erschwert, Teilzeitanreize wie das Ehegattensplitting für neu geschlossene Ehen gestrichen und Migranten schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Zudem fordert er eine radikale Streichung von Berichtspflichten für Unternehmen sowie eine aufkommensneutrale Steuerreform, die Gering- und Durchschnittsverdiener entlastet, Bezieher von Spitzengehältern hingegen sollen zur Kasse gebeten werden.



      Quelle: Süddeutsche

      • @zartbitter:

        Mein Ausgangskommentar knüpfte an die Beobachtung an, dass das Subjekt Arbeiterklasse nach 1945 zunehmend von der Bildfläche der auch von der soziologischen Forschung ausgemachten Millieus verschwunden ist.



        Dass es so etwas wie eine Arbeiterschaft als ökonomische Kategorie auch in der Bundesrepublik auch weiter gegeben hat und gibt, ist unstrittig, aber nicht mit einem (sozialen) Klassenbewusstsein. Das wurde den Arbeitern in 12 Jahren Nazi-Herrschaft gründlich ausgetrieben und kam auch nie wieder. Die Nachkriegs-SPD hoffte vielleicht noch darauf, was sich durch Wahlerfolge der Adenauer-CDU dann aber zerschlagen hatte. „Der Arbeiter“ ging in der Wirtschaftswunder-BRD direkt in der bürgerlichen Mitte auf.



        Und jetzt feiert die normale, patriotische und tugendhafte (im Sinne der AfD) „Arbeiterschaft“ (nicht Arbeiterklasse!) wieder fröhliche Urständ.



        Das ist es, was mich irritiert und ich denke, es hat viel mit den Narrativen zu tun, die von der AfD in die Welt gesetzt werden.



        (Vielleicht liege ich mit meiner Analyse aber auch komplett daneben.)

      • @zartbitter:

        Die Soziologie hat keine Antwort darauf, warum Arbeiter gegen ihre Interessen wählen? Echt nicht.

        Dabei ist die Antwort gar nicht so schwer. Wer so viel Wut im Bauch hat über die Politik einer Partei, die man vielleicht jahrzehntelang gewählt hat, guckt nicht erst ins Parteiprogramm der anderen Parteien, sondern wählt die Partei, die am kräftigsten auf die Partei schimpft, auf die man selbst auch wütend ist. Nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund.,

  • SÜNDENFALL und Bürgergeld - oder Übermacht von Union, agd und rechten Medien?



    ==



    Na was denn nun - - Übermacht oder taube Ohren?



    =



    In BaWü gewann die agd stark hinzu, insbesonders durch Wählerstimmen von CDU, SPD und vor allem durch ehemalige Nichtwähler - und in RPF verdoppelte die agd ihr Ergebnis dto.- vor allem durch Stimmen ehemaliger Nichtwähler - aber die SPD verlor die Wahl besonders durch Stimmabgabe an die CDU (80.000) und an die agd. (35.000)



    =



    Hinzu kommt nach einer Untersuchung von Infratest Dimap, dass eine Mehrheit der Deutschen eher der agd als der SPD zutraut, Probleme in der Wirtschaftspolitik zu lösen aber auch in anderen Bereichen wie Finanzen oder soziale Gerechtigkeit hat die agd entscheidend zugelegt.



    =



    Die entscheidende Frage stellt sich Reinecke nicht: Die Abwahl des Sozialen hat bereits in Thüringen begonnen als die Linke 2024 - 17,9% ihrer Stimmen(!!!) verlor und Bodo Ramelow sein Ministerpräsidentenamt abgeben misste.



    =



    Das agd Programm ist GEGEN den ärmeren Teil der Bevölkerung gerichtet. Aber warum wählt der ärmere Teil trotzdem die agd? Das ist das Problem der SPD - und das der Linken. Hat sie nur noch nicht begriffen.

    • @zartbitter:

      Pardon: Es leidet nicht die obere Hälfte der Bevölkerung besonders unter den Streichungen und Kürzungen, muss es heißen.

    • @zartbitter:

      Bleiben wir doch mal beiM Thema. das ist die SPD. Und dann legen sie und doch mal dar, inwiefern die SPD Politik für die ärmere Hälfte der Bevölkerung macht.

      Was machen die mit den Bürgergeldempfängern?



      Was machen die für die Leute in der PLattformökonomie?



      Was machen die für die unteren Angestellten?



      Wer leidet, wenn "alle" mehr arbeiten sollen, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern und das Ehegattensplitting abgeschafft werden? Es ist nicht die untere Hälfte der Bevölkerung. Oder?

  • Es ist doch eigentlich ganz einfach:

    Ein Wahlergebnis spiegelt wider, was die jeweiligen Parteien in der Zeit davor erst versprochen haben zu tun und was diese dann schlussendlich aus ihren Versprechen gemacht haben. Dazu fließt noch ihre politischen Ansichten zu aktuellen Problemen und anstehenden Herausforderungen ein.

    Und wenn sich das Wahlvolk darin nicht finden kann, kommt so etwas wie die AFD daher, die viel versprechen, aber (nicht falsch verstehen) DANK der Brandmauer nichts davon einlösen muss.

    Die Parteien sollten das endlich mal kapieren und berücksichtigen.



    Sagt was ihr machen wollt, wofür ihr steht und macht das dann auch!



    Verlässlichkeit schafft Vertrauen.



    Und wer das nicht macht, schafft sich ab!

    • @Sole Mio:

      Ja so einfach könnte es sein. Aber ist ihnen schon einmal aufgefallen, dass immer mindestens 2 Parteien eine Regierung bilden die in vielen Punkten konträre Versprechungen machen?

      Wie soll dort gezaubert werden? So wie sie es herleiten würde es auf Systemkritik an der konsensualen Demokratie hinauslaufen. Ich glaube nicht, dass das ihre Absicht ist, oder?

      Aber was schlagen sie denn dann vor, wenn es nunmal eine konsensuale Demokratie ist, in der die Beteiligten schmerzhafte Wahlversprechen untergrabende Kompromisse wieder und wieder machen müssen?

      • @JK83:

        Ich hätte auch nichts gegen eine Minderheitsregierung.



        Dazu wie in der Schweiz Volksbefragungen.

        Jemanden der an der Spitze der Regierung steht, zu dem steht was er/sie einbringt und das komplette Parlament darüber abstimmen lässt

        Dann wüssten die Wähler wer für was steht und wer nicht.



        Auch die AgD müsste dann Flagge zeigen und könnte sich nicht mehr feige weg ducken. Die Brandmauer hatte bisher ja auch nicht geholfen denen beizukommen.

        Ich weiß es ist schwierig und die rechten hier mitstimmen zu lassen widerstrebt mir auch, 😞 aber so wie es die letzen Jahre war und auch aktuellen Wahlergebnisse und auch die Umfragen für die anstehenden Wahlen sind, hat dies Vorgehensweise nicht geholfen. Es ist eher schlimmer geworden.

        Mein Lichtblick:



        Wenn diese Partei irgendwann einmal Verantwortung übernehmen muss, dann wird sie sich entlarven.

        • @Sole Mio:

          "Wenn diese Partei irgendwann einmal Verantwortung übernehmen muss, dann wird sie sich entlarven."

          Sie entlarven sich auch heute schon am laufenden Band....



          nur das dies von den unterstützenden Menschen nicht "bemerkt" werden WILL, nicht die Art von medialer Aufmerksamkeit (Grüße an Springer und Nius) erhält und am Ende eh nur wieder als links-grün versiffte Hetze gegen die arme AgD ausgelegt wird.

          Dazu noch die Unionsparteien die sich regelmäßig auf die Seite der Faschisten schlagen, um anschließend zu beteuern, das man mit denen ja nichts zu tun haben will.... ja klar doch - noch ist Spahn ja auch nicht Kanzler.

          Wenn es der Wähler nicht begreifen WILL, dann werden am Ende alle die Lernresistenz ausbaden.... anscheinend ist eben genau diese Lernresistenz in den letzten 40 Jahren erheblich angewachsen - es ließ auch alles vergessen was wir von 1950 bis heute im Geschichtsunterricht gelernt haben sollten.

          Wenn die erstmal an der Macht sind, war's das.... ... das begreift der Deutsche aber, wie üblich, erst mal wieder nach der Machtergreifung.

          • @Zuuuuul:

            Dann machen Sie doch bitte gerne einen praktikablen, substanziellen Gegenvorschlag!

            Nur mit klagen und jammern kommen wir nicht weiter!

  • Die SPD verliert bei jeder Wahl Wähler vor allem an die CDU und die AFD. Warum ist das so? Ist den Exwählern die SPD zu links? Auf der anderen Seite finden viele die SPD zu rechts und schimpfen über die Seeheimer. Bei solch einer Ausgangslage ist es gar nicht so einfach, an der Wahlurne Erfolg zu haben.

    • @Manfred Rother:

      Links und rechts sind historische Begriffe, die in unserer aktuellen Parteienlandschaft viel Bedeutung verloren haben. Wir haben eine übergroße Mehrheit im Parlament, die reichenfreundlich sind, die die Menschen in Millionäre und kaum behaarte zweibeinige Wesen ohne entsprechenden Kontostand einteilen. Letztere brauchen die Parteien einmal pro Legislaturperiode.

      Entsprechend sieht es aus. Vermögenssteuer ist seit den 1990ern von allen Regierungen liegengelassen worden. Muss ja nicht sein... Das Erbschafts- un Schenkungssteuerrecht ist für Leute ab 26 Millionen € Vermögen eine halbfreiwillige Sache geworden. Döpfner kann eine Milliarde steuerfrei geschenkt bekommen, aber Omas Häuschen in München führt auf jeden Fall zu einer Steuerrechnung!



      Von der vom Staat geschenkten Döpfner-Steuer hätten viele "Totalverweigerer" jahrelang versorgt werden können. Nur unten in der Einkommenspyramide, da muss was gemacht werden, von kalter Progression über seltsame Vorschläge zur Umverteilung innerhalb des Rentensystems bis zu Angst schüren vor dem Abstieg in die Arbeitslosigkeit / Bürgergeld.



      Darum hat die AgD Erfolg. Angst lähmt das Hirn. Bitte kein Geschwafel von "hart arbeitende Mitte" mehr!

    • @Manfred Rother:

      Man muss vor allem aufhören, in den Kategorien links und rechts zu denken. Sie sehen ja selbst, dass das nicht weiterführt.



      Man muss sich daran orientieren: Für WEN will man Politik machen? Und für die muss man dann auch Politik machen. Meiner Meinung sollte die SPD eindeutig sagen: Wir möchten für alle Politik machen, die z.B. weniger als 8.000€ pro Monat verdienen. Und das dann durchziehen. Im Augenblick macht die SPD häufig Politik für Manager, die Millionen im Jahr verdien oder Unternehmen, die Milliarden verdienen. Und weil man die Stromsteuer für die senkt, hat man kein Geld, um die Stromsteuer für Privatpersonen zu senken. Und so gibt es noch 1000 Punkte, die sich alle addieren. Und ab und zu macht die SPD mal Politik für diese oder jede andere Gruppe, mal für Bürgergeld-Empfänger, mal für Mindestlohn-Empfänger. Dann für Migranten. Da ist dann jede Gruppe enttäuscht und fühlt sich im Stich gelassen.



      Die SPD braucht wieder ein schlüssiges Konzept, an das alle gleichzeitig glauben können, oder zumindest 50-70% der Bevölkerung. Hier ist so ein Konzept: demokratieingefahr...ratie-und-die-spd/

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        @EchteDemokratieWäreSoSchön



        Ihr verlinktes Konzept bringt es sehr gut auf den Punkt. Vielleicht, eventuell liest ja auch mal ein Parlamentarier, kompetente Analysen zur Verbesserung von sozialer Politik, damit wieder etwas mehr Entspannung bei der Bevölkerung aufkommen kann. Wäre echt nötig.

    • @Manfred Rother:

      Das Problem ist, dass die Arbeiterklasse und das Urbane Linke Millieu halt völlig unterschiedliche Realitäten haben.

      Wie sollen sich ein Möbelpacker und ein identitätsbewusster Hipper Linke bitte verständigen? Die Linken Parteien versuchen Personengruppen unter einen Hut zu bringen, die schlicht nicht zusammenpassen.

      • @Walterismus:

        Das ist sicher ein Problem. Sieht man ja alleine am Gendern oder der Wokeness. Was für den einen Lebensinhalt ist, nervt den anderen nur.



        Aber die SPD könnte damit anfangen, dafür zu sorgen, dass sowohl der Möbelpacker als auch der hippe Linke eine bezahlbare Wohnung finden, sich das Essen leisten können und beide vernünftig im Gesundheitssystem versorgt werden und irgendwann auch eine Rente bekommen, von der sie leben können. Schon das kriegt die SPD heute nicht hin. Dabei wäre es gar nicht so schwierig: Siehe hier: demokratieingefahr...ratie-und-die-spd/

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Oh sie sind - mit Verlaub - ahnungslos. Das was sie als nicht so schwer hinstellen ist mit das Schwerste überhaupt in einem System in dem Besitz und dessen Gebrauch so ziemlich die rechtlich sakrosanteste Sache überhaupt ist und in dem die eher Vermögenden starke politische und gesellschaftliche und sogar mediale Kräfte - die logisch auch noch besser mit Ressourcen ausgestattet sind - aufbieten kann.

          Also bitte, ganz ehrlich: Das kann nicht ihr Ernst sein. Womit nicht gesagt ist, dass die SPD in der Beziehung eine große Hilfe ist, denn das ist sie wirklich nicht.

          • @JK83:

            Nein, ganz so ahnungslos, wie Sie glauben, bin ich nicht. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Vermögenden enorme politische und gesellschaftliche und mediale Kräfte besitzen und seit 40 Jahren neoliberale Propaganda den Menschen eingebläut hat, dass das Vermögen der reichsten eine heilige Kuh ist, die niemals geschlachtet werden darf, weil dann die Welt untergeht.

            Aber "100 Milliarden aus Bürgergeld-Empfängern und Migranten" rauspressen, ist einfach unmöglich. Und im Vergleich zu "unmöglich", ist das obige nicht so schwer.



            Und je öfter man das den Politikern vor die Nase hält, desto eher spielen sie mit dem Gedanken, dann doch diese Lösung zu wählen. Denn im Augenblick kommt der Augenblick immer näher, wo die SPD aus der Regierung fliegt und die AfD schwächer als die CDU wird. Und bevor das passiert, denken die Politiker vielleicht doch noch darüber nach, mal eine heilige Kuh zu schlachten.



            Daher werde ich einfach überall darauf hinweisen, dass das Schlachten dieser heiligen Kuh Deutschland (und die Partei) retten könnte. Und würde Ihnen das auch empfehlen. Denn Politiker tun oft das, was sie am häufigsten zu hören kriegen. Leider sind die Reichsten viel näher an ihrem Ohr

  • Genau das ist das Problem:



    Die SPD meint alles sei so einfach und monokausal.



    Ist es aber nicht.

  • "Seit Monaten beteuern die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas fast täglich, Politik für „die hart arbeitende Mitte“ zu machen, kurzum für die normalen Leute, und nicht für Transferempfänger."



    Die SPD Spitzen eher in edlem Tuch in Lodenmänteln gewandet als in Arbeitnehmer Blaumann in Bund, Land, Regierung sitzen im SPD Willy Brandt Haus downstairs im Fahrstuhl und feiern jedes weitere Abwärts bei Wahlniederlage SPD Kladderadatsch in Bund, Ländern, Kommunen als Zuwachs an Höhenluft auf der SPD Karriereleiter und Beleg ihre persönlichen Leidensfähigkeits Resilienz bereit noch tiefer im Fahrstuhl unter die Wasserkante zu sinken



    Dabei fehlt in der SPD Spitze allerorten sonders in Berlin der Atem für Kenntnis, dass 860 000 Lohnaufstocker zugunsten privater, kirchlicher, kommunaler Arbeitnehmer auch im SPD Willy Brandt Haus? 1,2 Millionen Privathaushalte in Deutschland auf Wohngeld angewiesen sind,1,029.000 Menschen in Deutschland wohnungslos. 56 000 obdachlos sind, beide Gruppen absehbar ohne zustellbare Adresse keine Wahlunterlagen erhalten deshalb oder aufgrund Alltags-, Überschuldungsstress nicht wählen können. Dabei erweist SPD Hoffnung Bärbel Bas als Totalausfall

  • Das AfD-Dilemma zwingt die SPD in Koalitionen. Meist als Juniorpartner:in. Da ist es schwierig kraftvolle Oppositionsarbeit zu machen.



    Willy Brandt und Gerhard Schröder siegten gegen eine abgewirtschaftete Union. Olaf Scholz gewann gegen einen favorisierten Unions-Kandidaten, der sich selbst besiegt hatte...

    • @Mondschaf26:

      Und dazu kommt natürlich, dass die SPD auch keinerlei Anstalten macht, sich überhaupt einmal vom regieren zu trennen. Wenn man wie mal so zurückblicken. Selbst Herr Kühnert behält nach dem Debakel weiterhin alle drei Posten die er hat zeitgleich bei und verweist zudem darauf, dass personelle Konsequenzen dem Land in dieser weltpolitischen Lage einfach nicht zumutbar wären.

      Toll, wie selbstlos das ist. Und Frau Bas erzählt direkt nach der Wahl, dass es eben mal wieder daran scheiterte, den Leuten die tollen Ideen zu vermitteln. Also die Partei macht alles richtig, die Wählenden sind nur leider zu unwissend

  • taz: *Die SPD-Spitze glaubt, dass ihr Bürgergeld schuld an den Wahlpleiten ist.*

    Die SPD wird immer mehr ein Fall für die "Psychiater-Therapie-Couch". Aber mit etwas 'nachdenken' kann die SPD sich den Psychiater sparen. Wer hat denn damals die Axt an dem "S" in SPD angelegt und damit der SPD ihren Markenkern genommen?

    Gerhard Schröder (SPD) sagte 2005 in Davos (Weltwirtschaftsforum): "Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt."

    Mit diesem Satz von Gerhard Schröder fing alles Unsoziale in der SPD an. Dann wurde auch noch ein Überwachungsapparat (Jobcenter) für Arbeitslose geschaffen, während die Schröder-SPD gleichzeitig den Spitzensteuersatz für die Reichen von 53% (noch unter dem CDU-"Sozialisten" Helmut Kohl war der nämlich bei 53%) auf 42% gesenkt und die Veräußerungsgewinne von Kapitalgesellschaften auch noch steuerfrei gestellt hat.

    Die 'soziale Brandt-SPD' ist schon lange tot und wird auch nicht mehr auferstehen. Die heutige Klingbeil-SPD ist nur noch der "Steigbügelhalter für BlackRock-Merz".

    Wer noch sozial denken kann, der wählt nicht mehr die SPD, sondern 'Die Linke'.

    • @Ricky-13:

      "Wer noch sozial denken kann, der wählt nicht mehr die SPD, sondern 'Die Linke'."



      Und wer darüberhinaus noch außenpolitisch denken kann, wählt die Linke eben nicht, weshalb diese bei Nicht-Regierungsbeteiligung rumdümpelt.



      Was leider beides nicht die Erfolge des rechten Randes erklärt.

      • @Encantado:

        Der Erfolg der AfD hat mehrere Gründe. Zum einen die unsoziale Politik der SPD seit Gerhard Schröder, wie ich ja oben schon geschrieben hatte. Zum anderen die zunehmende Verdummung und Verrohung der Jugend durch die 'sozialen Medien'. Immer mehr junge Leute mit dem IQ einer Eintagsfliege wählen die AfD, weil sie diese rechte Partei anscheinend "sehr cool" finden. Es sind aber nicht nur junge Leute mit dem IQ einer Eintagsfliege die AfD wählen, denn auch viele alte Leute wählen die AfD, weil sie sich ein "Zurück in die gute alte Zeit" erhoffen, die es aber aus mehreren Gründen nicht für sie geben wird - und mit den rechten Rattenfängern schon überhaupt nicht. Und dann kommt jetzt auch noch die unsoziale CDU-Merz-Politik hinzu, die viele Bürger auch in die Arme der AfD treibt.

        Das ist alles sehr gefährlich, aber der einfältige Deutsche schimpft lieber weiterhin auf 'Die Grünen' und 'Die Linke', anstatt endlich mal sein Hirn einzuschalten.

      • @Encantado:

        Doch. Tut es. Wer der Meinung ist, Deutschland müsse sich verteidigen dürfen und deshalb auch in der NATO sein, hat eben oft ein Problem mit der Linken. Und wer dann die SPD nicht mehr wählen will, landet schnell bei der AfD, weil die ja behauptet, sie wolle was für die Arbeiter tun.

        Und die meisten gucken dann eben nicht ins Parteiprogramm, aus dem sie erkennen könnten, dass die AfD noch schlechter für sie wäre als die SPD.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          "Wer der Meinung ist, Deutschland müsse sich verteidigen dürfen und deshalb auch in der NATO sein, ... landet schnell bei der AfD..."



          Die AfD, die Russland hofiert und der NATO entgegenarbeitet? Das verlangt schon einiges an Gedankenakrobatik.

  • Eine SPD, die das Rentensystem nicht versteht und darauf abziehlt 45 Beitragsjahre zum Maßstab zu machen und damit für gut ausgebildete die Rente noch mehr kappen will und das als Gerechtigkeit framed verliert auch diese Zielgruppe.

    Eine Partei, die sich nicht benüht, die versicherungsfremden Leistungen des Sozialsystems durch höhere Steuern am oberen Ende auszigleochen sondern denjenigen, die das System benötigen, durch Streichungen höhere Lasten aufbürdet, haben wir schon: CxU. Da braucht es keine SPD, die das gleiche propagiert.

    Es gibt viele Möglichkeiten andere Botschaften zu verbreiten. Die sozialen Medien sind hker eine enorme Chance. Und selbst wenn Bild und Co. rummaulen, alles ist besser als ein blases Abbild der CxU sein zu wollen und git abgesichert in den Untergang zu schreiten, wo voele Menschen auf eine funktionierende SPD angewiesen sind.

  • Eine SPD, die seit Hartz-IV, Schuldenbremse, ... im wesentlichen CxU-light abgibt, ist schlichtweg überflüssig am politischen Markt. Wir braicjen nicht noch eone neoliberale Partei



    Es ist einfach viel zu wenig, das immer üblere geringere Übel als Aisrede zu nutzen.

    Wir brauchen seit 25 Jahren eine sozialdemokratische Partei, die die Errungenschaften von 100 Jahren zuvor offensiv verteidigt und ausbaut. Eine, die versteht, dass für 2/3 der Bevölkerung materielle und soziale Sicherheit Kernthemen sind. Eine Partei, die den Top3% auf den Sack geht.

    Eine SPD, die nicht in der Lage ist zu vestehen, dass es absolut kontraproduktiv ist, unten die Steuern zu senken, damit auch die oben maßgeblich profitieren zu lassen und das ganze über die Erhöhung der MWST, zu finanzieren, was für die Zielgruppe höhere Kosten als Nutzrn erzeugt, kann ich nur als dämlich bezeichnen.

    • @J_CGN:

      Die SPD hat - genau so wenig wie Sie - verstanden, dass es bei den Steuern fast kein "unten" und "oben" mehr gibt.



      Trotz eines als 'ausufernd' beklagten Mindestlohnsektors, der logischerweise den Durchschnittslohn senkt, wird der Spitzensteuersatz beim ungefähr anderthalbfachen Durchschnittslohn fällig (der Faktor lag hierzulande schon einmal über 18). Damit ist der klassische SPD-Wähler massiv von der Steuerprogression betroffen oder sogar als Facharbeiter kurz vor dem Spitzensteuersatz. Mit unreflektierten Diskussionen über Steuererhöhungen gewinnt man bei denen keinen Blumentopf, geschweige denn Wählerstimmen...

  • Die SPD braucht vor allem eine eigene neue, zeitgemäße und visionäre Agenda. Wo sind die praxisfähigen Entwürfe für 2040? Dieses ganze kleinkarierte Kommunikationschaos gesellschaftlich irrelevant gewordener Flügelfunktionäre begeistert doch keine Unterstützer*innen mehr für den sozialdemokratischen Wahlkreuzzug. Denn wer noch nicht völlig in seiner jeweiligen sozialen Bildungsblase blubbert, ahnt, dass kaum was so bleiben kann und wird, wie es ist. Da wird sich auch die Sozialdemokratie ganz neu sortieren und definieren müssen, bestenfalls wieder als verlässliche visionäre Kraft mit pragmatischem Politikstil. So hat sie jedenfalls seit ihren Gründungstagen in diesem Land mehr bewegt, als alle anderen gesellschaftlichen Gruppen.

    • @vieldenker:

      So ähnlich habe ich es auch in der Süddeutschen gelesen.



      Aber was konkret soll die SPD tun?

      Für mich ist sie seit Schröder auf dem falschen Weg, wie schon hier zu lesen ist, hat diese Partei das "S" abgeschafft.



      Sie muss endlich wieder Politik für die Menschen machen, welche nichts davon haben, dass der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent ist, und das ist eindeutig die Mehrheit.



      Wenn man dazu die Koalition mit der Union platzen lassen muss, wäre das wirklich so schlimm? Vielleicht warten da drauf viele der enttäuschten ehemaligen SPD-Wähler?

      • @celcon52:

        "Sie muss endlich wieder Politik für die Menschen machen, welche nichts davon haben, dass der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent ist, und das ist eindeutig die Mehrheit."

        Politik für Transferleistungsempfänger und Mindestlöhner ist eher das Problem als die Lösung...



        Alle anderen Einkommenssteuerzahler sind unmittelbar (ab dem anderthalbfachen Durchschnittslohn) oder mittelbar (über die Steuerprogression) vom Spitzensteuersatz betroffen.

        Und für diejenigen, die ihr Geld arbeiten lassen, gibt es dank EU-Kapiealfreizügigkeit genügend legale(!) Möglichkeiten, sich von deutschen Steuersätzen unabhängig zu machen. Man sollte sich nicht davon blenden lassen, dass die weniger legalen Möglichkeiten oft noch lukrativer sind - für Beteiligte wie Steuerberater und Notare oft noch mehr als für den Steuerpflichtigen...

        "Vielleicht warten da drauf viele der enttäuschten ehemaligen SPD-Wähler?"



        Die warten vermutlich eher auf etwas linkkonservatives; möglichst ohne außenpolitische Geisterfahrten à la Wagenknecht und ohne chauvinistische Anflüge à la Mélenchon.

      • @celcon52:

        Genau. Vor allem die enttäuschten Ex-Wähler, die heute CDU und AfD wählen.

      • @celcon52:

        Die ewige Reflexion auf Schröder ist mir zu „billig“. Bei aller berechtigter Kritik an der Umsetzung war die damalige Analyse des Istzustands ja nicht falsch. Und genau wie bei Schröder galt es ja auch unter Schmidt oder Brandt nicht nur zwischen richtig oder falsch zu unterscheiden, sondern gleichzeitig eine Vision zu formulieren und zu vertreten. Das war auch schon zu Weimarer Zeiten, oder unter Schuhmacher so. In der SPD konnte der Vorstand noch nie einfach „weiter so“ als Stärke verkaufen. Der „Markenkern der Partei“ ist schon sehr lange der visionäre soziale Pragmatismus, die konkrete Arbeit für das als erreichbar definierte Ziel. Also nicht jammern, dass alles sich verändert (hat), sondern erklären, wie es jetzt ist - und wie man auch in Zukunft das Beste für möglichst viele Menschen daraus machen kann. Das ist nicht einfach, war es aber auch noch nie.

  • Die "Willy-Wahl" 1972 hatte mit 91% die höchste Wahlbeteiligung in der "alten BRD " und mit 45,8% das höchste Ergebnis für die SPD je. Das war nach dem Warschauer Kniefall von 1971.



    Wem das zweithöchste Amt im Staat nicht gut genug war, wer seinem Nachfolger im Land bei absehbar knappem Ausgang nicht beisteht bekommt solche Ergebnisse.

    • @Hans - Friedrich Bär:

      Ich verstehe Ihre Anspielung nicht. Wem war das zweithöchste Amt im Staat nicht genug: Und wer ist seinem Nachfolger im Amt nicht beigestanden?

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        1)



        Das zweithöchste Amt im Staat ist das des/r Bundestagspräsidenten/in. Wer so priviliegiert war, wahrt die Würde dieses Amtes und drängt sich in der nächsten Legislatur nicht um "rangniedere" Ämter und deren verdiente Inhaber ins Abseits. Weil es zur Würde der/s Ranghöheren gehört "Rangniedere" nicht weiter zu erniedrigen, besonders weil es ja um eine soziale Partei und den sozialen Umgang in dieser Partei geht. Wenn diese Partei dies durch eine Wahl zur Vorsitzenden absegnet, wird das vom Wähler als Parteinormal verstanden: -



        Der Staat wird von vielen nicht gering geschätzt, deswegen kommt der achtlose Umgang von Personen und Parteien mit höchsten Ämtern besonders schlecht an.



        2)Wenn ich aufgrund meiner sonnigen Persönlichkeit bei der letzten Wahl einige "Beliebtheits"prozente bekommen habe, versuche ich meinem Nachfolger im Wahlkampf etwas davon abzugeben, indem ich häufig mit ihm auftrete, ihn empfehle, auf jedem Wahlplakat mit ihm erscheine .... solange bis jede/r Wähler/in der/ie mich früher gewählt hat, weil ich ihm/r sympathisch war meinen Nachfolger mit mir gleichsetzt.

        Egal wer die Namen waren, ist es prinzipiell so. Der zeitliche Zusammenhang sagt wen ich meine.

  • "Wir müssen mehr abschieben" ist in dieser Form natürlich falsch. Denn nicht die Zahl der Abschiebungen ist die Messgröße, dahinter stehen ja immerhin auch Menschen und Schicksale.

    "Wir müssen konsequenter und die Richtigen abschieben!" wäre schon eher der Ansatz.

    Der große Zulauf zu den braunen Menschenfängern an den Urnen liegt vor allem in einem mangelnden subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung begründet und in der Illusion, dass mit Blick auf das Ausländerrecht nicht konsequent gegenüber denjenigen, die hier vor allem durch Kriminalität auffallen, agiert wird.

    Integration kommt, vor allem hinsichtlich des Rechtssystems unseres Landes, auch an einem gewissen Maß an Assimilierung nicht vorbei.

    Seine kulturelle Identität muss wirklich niemand abgeben, der hier zu Gast ist, oder sich hier eine eigene wirtschaftliche Existenz aufbauen will. Aber er darf sich eben auch nicht als über den hiesigen Gesetzen stehend wähnen.

    • @Metallkopf:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar, er spricht mir aus der Seele. Ergänzen möchte ich, dass bei vielen Menschen das Gefühl entstanden ist, dass über viele Probleme nicht mehr geredet wird. Insbesondere im Zusammenhang mit der Zuwanderung. Mir erzählte neulich ein ehemaliges SPD-Mitglied, dass das Singen inzwischen in Verruf geratener Songs in einem Club in Brandenburg bei seinen ehemaligen Genossen in Form von Pressemeldungen mehr Empörung auslöst, als das Entdecken von Zuwanderern mit zum Teil 15 verschiedenen Identitäten (und damit auch 15 mal Bürgergeld).

  • Ich verstehe die hier vorgeschlagene Strategie nicht so ganz.



    Die SPD müsste einfach nur das Wahlprogramm der Linken übernehmen und alles wird gut?



    Gibt es dann plötzlich mehr als 10% antisemiten und und Studenten die diese Politik wählen?

    • @Notizen Nt:

      Bestimmt.lol

    • @Notizen Nt:

      Ich denke, niemand, der sich noch im Umfeld der SPD bewegt, ob Mitglied oder nicht, oder sich ihr irgendwie verbunden fühlt, stellt sich unter einer sozialdemokratischen Linkswende vor, dass man die Programmatik der Linken einfach übernimmt bzw.. genau so wird wie die Linkspartei. Das zu glauben, wäre wohl auch ein bisschen naiv - oder schlicht böswillig, um der SPD-Linken etwas unterzujubeln, was sie nie war.



      Schon aus historischer Perspektive haben beide Parteien derart unterschiedliche Wurzeln, dass sie sich wie Feuer und Wasser unterscheiden (z.B. hätte Antisemitismus in der SPD niemals irgendeinen Platz).



      Es geht um die Rückbesinnung auf eine soziale Politik, die die gesamte Bevölkerung adressiert, nicht bloß eine Teilgruppe oder ein bestimmtes Klientel. Und es geht um ein Zusammendenken von Sozialem, Ökonomie und Ökologie. Das war früher mal die Stärke der SPD und es wäre ein Alleinstellungsmerkmal.



      Und dahin müsste sie zurück, um sich im Parteienspektrum nicht selbst überflüssig zu machen.



      Einige SPD-Genoss*innen schauen (in ihrer Verzweiflung) nach Dänemark. Ich bin nur skeptisch, ob sich die Verhältnisse einfach so übertragen lassen.

      • @Abdurchdiemitte:

        Die SPD hatte auch mal eine Brandmauer gegen die PDS ( niemals mit Kommunisten ), hat dann aber doch mit diesen ab 2002 in Berlin regiert.

    • @Notizen Nt:

      Sie haben keine Ressentiments?

      Natürloch nicht das Wahlprogramm der Linke, aber ein sozialeres Prpgramm für "die Motte". Eines, dss den Top3% an den Säckel geht, statt der "arbeitenden Mitte".

  • Jeder Ruf aus dem neoliberalen Kreis in "Seeheim" in Richtung der Freunde in der CDUCSUFDP, zu fördern und zu fordern, sich um das Land zu kümmern, Aufbruchstimmung zu erzeugen (und oder zu missbrauchen), führt ständig dazu, dass es dem Eigentümeradel oben besser geht und den Leuten Unten schlechter. .. Lars, mach mit dem Papst eine Herren-Boutique auf.

  • Tja - Wer seinen Erich Kästner nicht kennt! Woll

    „Was auch immer geschieht: Nie dürft Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken!“

    Na Mahlzeit



    ( Vorneweg mal Münte Sundern/Westfälisch Sibirien “…wer nicht arbeitet - soll auch nicht essen • ;((

    • @Lowandorder:

      Sundern ist das westfälische Sibirien ?? Ich kenne Sundern aus meiner Jugend gut. So kalt war es dort gar nicht. Nur regnerisch. ;-)



      Stammt dieser Spruch "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" wirklich von Müntefering?

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Die taz sagt, ja, er habe das mal gesagt, taz.de/Wer-nicht-a...trolliert/!434214/

        Prof. Roland Rosenow hat in einem Vortrag in 12/2025 darglegt, dass das Sankionsregime des SGB II härter als die Sanktionen im BSHG und (angeglich) auch härter als die Reichsgrundsätze zum Fürsorgwesen 1925 sei.



        www.kh-freiburg.de...rm-vortrag-rosenow



        So geht Fortschritt.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Müntefering hat wohl zitiert. Ursprung: eine „Heilige" Schrift. (wimre)

  • "dass die SPD mit dem Bürgergeld dafür sorge, dass die hart arbeitende Krankenschwester Arbeitslose finanziere, die es sich auf der faulen Haut gut gehen lassen und außerdem oft keine Deutschen seien."

    Jetzt mal nüchtern demoskopisch betrachtet:



    Wenn 50% der Bürgergeldempfänger keine Deutschen sind und daher gar nicht wählen dürfen und die anderen 50% nur unterproportional wählen gehen und dann auch eher der AfD zuneigen, ist es wirklich im Sinne der SPD diese Klientel, und sei es auch nur "gefühlt", in den Mittelpunkt zu stellen?

    • @Chris McZott:

      Nüchtern demoskopisch betrachtet sollten alle Parteien um die Rentner wetteifern und alle anderen ausquetschen, bis es kracht. Diese Strategie wird die SPD sicher retten.

    • @Chris McZott:

      Sie schwer brauner Dauerbrenner - wa!

      Wissens - was “krude“ bedeutet? Nich - wa!



      Hörens was 🤖 ehna auf die Treppe legt:



      “Krude bedeutet roh, grob, unausgegoren oder ungeschliffen. Es beschreibt Dinge, Pläne oder Aussagen, die nicht ausgearbeitet, primitiv oder unfein sind, wie z.B. „krude Theorien“ oder „krude Umgangsformen“. Der Begriff stammt vom lateinischen crudus für „roh“.“



      Synonyme für krude:



      Unausgegoren, unausgereift, roh



      Grob, derb, ungeschliffen, unfein, vulgär



      Primitiv, einfach, unkultiviert



      Abwegig, konfus, wirr



      Rüde, ruppig, rücksichtslos.“

      …anschließe mich

      • @Lowandorder:

        Das sind genau die Adjektive die ihre Kommentare gut beschrieben...

    • @Chris McZott:

      Wo stellt doe SPD diese Menschen in den Mittelpunkt?



      Das propagandistische Geschrei darüber ist schlicht faktenfremde Desinformation von CxU und AfD.

      • @J_CGN:

        "Das propagandistische Geschrei darüber ist schlicht faktenfremde Desinformation von CxU und AfD."

        Zitat aus dem Artikel: "Die SPD-Spitze und der rechte Seeheimer Kreis haben den Schuldigen für die Wahlniederlagen der Partei dingfest gemacht: Es war das Bürgergeld."



        Sind das die Leute von der "CxU und AfD", die Sie meinen?

        Mag ja sein dass Sie recht haben. Daher schreibe ich ja auch vom "gefühlten" Mittelpunkt. Aber es gibt ja offenbar diese Auffassung sogar in der SPD selbst. Und diese Diskussion wird ja auch spiegelbildlich z.B. hier im Forum betrieben (Sozialhilfeempfänger zu wenig im Mittelpunkt). Es ist also nicht nur ein Phantom.

        Übrigens ist die Abkehr von der eigentlichen Arbeiterschaft ja keine exotische Theorie für die Verluste der Sozialdemokratie...Nicht wenige erklären die Wahlsiege Trumps genau damit..

  • Ist schon lustig, die Herden in der Politik. Die AfD treibt die CDU vor sich her und bestimmt deren Politik und die CDU treibt nun die SPD vor sich her und bestimmt deren Politik.

    Gut, dass alle erwachsen sind und nur das Beste für uns Burger wollen!

    • @Edda:

      Bitte Ironie kennzeichnen. Sonst nimmt das noch jemand ernst ;-)

      Aber sie weisen da auf ein ernstes Problem hin. In unserem Grundgesetz gibt es nichts, was die Parteien dazu anhält oder auch nur davon abhält, eine Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung zu machen. Dadurch waren in der letzten Ampel schon 70-80% der Bevölkerung mit der Politik unzufrieden und jetzt auch schon wieder 75%.



      Eine kleine Ergänzung im Grundgesetz würde dies ändern:



      innn.it/diedemokratiemussbesserwerden

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Was würde dadurch besser, vor allem aus linker Perspektive?

  • Sagte Kevin Kuhnert nicht kürzlich im Interview, er wähle keine Partei aus Artenschutzgründen? In Frankreich führt ein neuer politischer Wille sofort zur Gründung einer neuen Partei, mit der Masche kam Macron an die Macht; hätte er nicht geschafft, wenn er versucht hätte, eine bestehende Partei umzugestalten.

  • Es ist bei weitem nicht nur die Abkehr vom Bürgergeld, die die SPD unwählbar macht. Von der Forderung nach einer Bürgerversicherung, der Wiedereinführung der Vermögenssteuer, einer Erbschaftssteuerreform usw. ist nichts mehr zu hören. Stattdessen Abkehr vom Klimaschutz, mehr Straßenbau, Verschwendung des Sondervermögens, Rückbau des Sozialstaats, nicht unbedingt unbedingt unter Führung, aber unter willfähriger Beteiligung der SPD.



    Ruft man sich das Titelbild des Spiegels mit Scholz und dem in vielerlei Hinsicht falschen Satz „Wir müssen mehr abschieben“ und Politik seiner Innenministerin Nancy von Storch, äh Faeser in Erinnerung, stellt sich mir schon die Frage, wofür die SPD überhaupt steht. Wenn ich AfD-Politik möchte, wähle ich AfD, nicht SPD.



    Hinzukommt mit Klingbeil ein Vorsitzender, mit der Aura eines pensionierten Finanzbeamten, der sich bisher vor allem durch die Umsetzung seiner eigenen Karriereplanung ausgezeichnet hat.



    Tucholsky hat die SPD einst als „Partei des kleineren Übels“ bezeichnet, selbst diese Funktion füllt sie nicht mehr aus.

    • @Flix:

      'Aura eines pensionierten Finanzbeamten..', klasse! 😂😂 Nichts gegen Finanzbeamte; Teilnehmer dieser "Branche" hatten sich gegen CumEx gestemmt, oder es gewagt größere Unternehmen zu prüfen.

      • @Gerhard Krause:

        Wo haben sich Finanzbeamte gegen CumEx gestemmt? In Hamburg hat eine Finanzbeamtin der Warburg-Bank sogar 43 Millionen Steuern erlassen, die sie wegen CumEx Einnahmen hätten zahlen müssen, weil die Bank sagte, sie hätten Probleme, die Steuer zu bezahlen

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Nicht so viel Handelsblatt pp lesen .. Mir ist geläufig, dass eine Finanzbeamtin einen dieser Geldflüsse verfolgt und als rechtswidrig befunden hatte. Vom Vorgesetzten verworfen.

  • Die SPD hat v.a. keinen Bock, sich mit der Realität zu befassen (die anderen auch nur sehr eingeschränkt):



    - Der größere Teil der Arbeit in Deutschland (in Stunden, siehe Statistisches Bundesamt) ist komplett unbezahlt. Notwendige Arbeit, die v.a. von Frauen gemacht wird und unserer Obrigkeit völlig gleich ist.



    - Unser sozio-ökonomisches System ist hochgradig dysfunktional (auch das "Bürgergeld" hat wenig Verbesserung gebracht): Viele kommen kaum über die Runden (jedenfalls nicht ohne ihre Gesundheit zu ruinieren), einigen wird's im Schlafe gegeben. Alle haben Angst, dass es mal sie erwischen kann. Leistung fürs Gemeinwesen lohnt sich nur sehr eingeschränkt, Spaltung und die Fähigkeit durch die kafkaeske Bürokratie zu navigieren schon.



    - Da unsere "Eliten" den Bürger*innen nicht (mehr) vertrauen (und umgekehrt), müsste man an genau der Stelle ansetzen. Es gibt eigentlich keinen echten Mangel, noch ist sogar der Planet bewohnbar. Umschalten von Angst zu Vertrauen.



    Der Thüringer Theologe und Demokratie-Aktivist Ralf-Uwe Beck hat's verstanden: www.ekmd.de/glaube...rundeinkommen.html

  • Nö. Die langjährigen Versuche der SPD in den Gewässern von Linkspartei und Grünen zu fischen ist gescheitert (weil da ja schon Linkspartei und Grüne sind). Die besten Wahlergebnisse in den letzten 50 Jahren hatte man mit Schmidt und Schröder. Auch ein Blick nach Dänemark gibt einen kleinen Hinweis. 2021 gewann die SPD, weil sie trotz erheblicher Bauchschmerzen einen Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten machte (der dann leider nicht Olaf Scholz lieferte) und keinen aus der linken Riege. Die Schlussfolgerungen der SPD sind schon richtig, spannend wird zu sehen, ob sie auch konsequent umgesetzt werden. Merke: Nur wer Politik für die Mehrheit macht bekommt auch eine Mehrheit

    • @Samvim:

      Linkspartei und Grüne sind da nicht einfach. Beide sind entstanden, weil die SPD Teile des Spektrums links der Mitte nicht ausreichend abgebildet hat, um deren Klientel zu überzeugen.

      Und wenn niemand Politik für die Mehrheit macht, bekommt trotzdem irgendwer eine Mehrheit. So ist das in der repräsentativen Demokratie.

  • Die Probleme der SPD haben doch schon viel früher angefangen.



    Als sie den Kanzler stellten und die Agenda 2010 verabschiedet hatten, sind sie danach hart aufgeschlagen. Dann haben sie versucht, die Agenda wieder zurückzudrehen und sich zu distanzieren. Nun wollen sie die Agenda 2030 wieder mittragen, die diesmal die CDU initiiert. Der Kreis wiederholt sich.

    Die SPD findet kein eigenes Bild. In die Verhandlungen für den Koalitionsvertrag schickt sie den linkeren Anteil der Partei. Die Posten bekommt dann der Wirtschaftsflügel. Das kann man schwer verkaufen.



    Sie könnte wenigstens durch Beobachtung lernen. Die CDU übernimmt die Themen der AfD und erntet keine höhere Zustimmung. Die Leute bleiben bei dem Original. Nun möchte die SPD die Themen der CDU übernehmen. Das wird genauso wenig funktionieren.

    Vor 30 Jahren stand die SPD für mich für einen moderat linken Ansatz. Noch viel Wirtschaft drin, aber mit einer Tendenz, sich für Geringverdiener, Mittelschicht UND Sozialhilfeempfänger einzusetzen.

    Die Themen schließen sich nicht aus, liebe SPD. Es sei denn, man möchte nicht an das Geld wirklich reicher Menschen, die immer reicher werden.

    • @KlausT15:

      Der letzte Satz zeigt das Problem.



      Dann muss man aber such mal in Koalitionsverhsndlungen hart bleiben.



      BTW: Die CxU würde soch bei einer offenen Zusammenarbeit ,it der AfD suizidieren.

    • @KlausT15:

      "Vor 30 Jahren stand die SPD für mich für einen moderat linken Ansatz."



      Stimmt, und ich möchte behaupten, dass ein großer Teil ihrer Noch-Wähler ebendiesem Bild anhängen.



      Wer ist eigentlich inzwischen in dieser Lücke? Die Grünen?

  • "Im Rahmen der geplanten Steuerreform drängt der Finanzminister darauf, auf das bisherige Splittingmodell künftig zu verzichten. [...]. Demnach will Klingbeil mehr Anreize für Ehepartner schaffen, eine Arbeit aufzunehmen oder mehr zu arbeiten."

    So wird es ganz sicher was mit dem Einsatz für die "arbeitende Mitte". Steuerlast erhöhen, damit mehr gearbeitet wird/werden muss.

    • @Querbeet:

      Und wo sind die ganzen Stellen, die hier zu besetzen sind?



      Das sagt Klingbeil nicht.

      Wohin mit dem Nachwuchs in der Zeit der Abwesenheit ?



      Wer versorgt die Brut in der Zeit? Kitaplätze? Ganztagsschulen? Schulverpflegung? flexible Arbeitszeiten (?)

      Arbeit und Familie klappe schon vor Kohl nicht.

      Vielleicht sollte mal jemand in der Regierung mit der Arbeitsministerin sprechen...



      Es gibt schlichtweg nicht ausreichend Stellen, die besetzt werden können / sollen.



      Ach ja... ich vergas... Bärbel.... ja .... klar .....

      Eine offene Stelle bedeutet ja nicht, dass man davon auch leben kann..... Leben ... das ist auch nur so ne linke Vorstellung... wie kann man nur... einfach mal an den Ameisen orientieren... die rackern auch nur und jammern nicht..... habt Euch nicht so ...

      Am Besten macht man drei 8 Stunden Jobs, damit man das Geld nach oben schaufelt und sich wenigstends noch was zu essen und anziehen kaufen kann...



      Da spart man dann auch gleich das Geld für Wohnung und Nebenkosten - man ist ja eh nur auf Arbeit...



      aber pssst...



      nicht, dass der Arbeitgeber dann noch Unterbringungskosten vom Lohn einbehält und anteilig die Heizkosten umlegt...



      kommt aber bestimmt auch noch....

    • @Querbeet:

      "Demnach will Klingbeil mehr Anreize für Ehepartner schaffen, eine Arbeit aufzunehmen oder mehr zu arbeiten."



      Und man fragt sich, inwiefern er sich damit von Merz 'Die Deutschen arbeiten zuwenig' abgrenzen zu können glaubt.

  • Briliante Analyse!

  • Vielleicht liegt es auch an der medialen Präsentation mit mangelndem Charisma, wenig Emotion und eher staatstragenden Worten ohne Polarisierung, dass mit der SPD wenig Gefühle verbunden werden.



    Vertrauen und Verlässlichkeit sind essenziell.



    b. fr.de



    "Matthias Quent: „Die Zivilgesellschaft kann sich auf die Politik nicht mehr verlassen“



    Weiter äußert Quent dort:



    "Aber bei Wahlentscheidungen spielen Emotionen eine große Rolle, auch Rachegelüste. Das Gefühl, doch irgendwie selbstwirksam zu sein, weil man mit der eigenen Stimme „linke Eliten“ eingrenzen kann. Dabei gilt: Haben rechte Kräfte erst mal die Macht, führt das immer zu Entrechtung und mehr Ohnmacht aller."



    Quent:



    "Was die AfD sehr erfolgreich macht, ist ihre „Kümmerer-Politik“. Sie ist bürgernah und nah dran an den Menschen vor Ort, das merkt man in Ostdeutschland besonders stark. Diese Basisarbeit muss man ihr streitig machen. Die Linke macht Ähnliches, etwa mit Mietpreis- und Sozialberatungen, und war damit etwa in Städten wie Leipzig sehr erfolgreich. In New York hat der demokratische Bürgermeister Mamdani auf diese Weise Trump-Wähler zurückgewonnen. Früher war das auch für die SPD selbstverständlich, in allen Vereinen..."

  • Der Artikel stellte immerhin noch eine Frage.



    Es ist nämlich beachtlich, wie viele "Expert*Innen" derzeit das Ergebnis erklären, obwohl diese vor der Wahl ein Kopf an Kopf Rennen voraus gesagt haben.



    Ein Teil der Erklärung ist, dass Rheinland Pfalz ein recht kleines Bundesland ist. Bei 4 Mio. Einwohnern und noch weniger Wahlberechtigten sind schon 40.000 Wähler, die zu einer anderen Partei wandern, viel.



    Leider ist die Erkenntnis aus den beiden letzten Landtagswahlen, dass die "afd" gewonnen hat.



    Ging es bei den absoluten "WahlsiegerInnen" um wenige Prozentpunkte, verdoppelten die Rechten ihre Ergebnisse.



    Und das, Gott sei's geklagt, im Westen.



    Die Grünen und die Linke konnte nicht profitieren, Häme von dieser Seite ist unangebracht. Tatsache ist, dass die Wählerschaft sich komplett von linken Ideen abwendet.



    Wer Bürgergeld bezieht ist leider auch ein potenzieller "afd" Wähler.



    Was macht also die "afd" richtig?



    Konzepte, Lösungen sind es nicht.



    Die Argumentation "Der Andere ist schuld", ist eigentlich kein Konzept. Dennoch geht es auf.



    Die Fehlersuche von links ist genauso falsch .



    Was können "wir" besser machen? Da steht Kommunikation an erster Stelle, auch auf tiktok...

  • Die SPD hat schon längst den Draht zur Wählerschaft verloren, und macht mittlerweile fast nur noch Politik für das obere Fünftel. Es ist gut, dass die Partei langsam verschwindet, da wir keine weitere Rechtspartei brauchen.

  • Danke. Man kann sich wirklich nur wundern, vor allem über eine SPD-Spitze, die das übernimmt. Dass sie der CDU alles rechtmachen, ist das Problem. Denen sollte man klarmachen, wenn es nur nach ihrer Pfeife geht, dann eben keine Koalition. Es ist wie mit Trump, es wird weiter so getan, als hätte man es mit klassischen Politikern zu tun, die gar was bewegen wollen nicht nur im Interesse von ein paar stakeholdern. Da nicken dann auch die Grünen Sondervermögen ab und wundern sich dann, wenn was ganz anderes gemacht wird. Dabei muss man wie der Iran deutlich machen, wir wissen, wie wir unsere Interessen durchsetzen, deal with it.

  • Offensichtlich wählen Teile dieser mehr oder weniger arbeitenden Mitte jetzt die AfD, weil die so rassistisch ist, wie dieser Teil der mehr oder weniger arbeitenden Mitte,vielleicht schon immer war. Vielleicht ist die interessantere Frage, warum die früher überhaupt die SPD gewählt haben? Vielleicht, weil die attraktive aktuelle "Alternative", einfach andere für alles Verantwortlich zu machen, früher nicht so breit im Parteienspektrum aufgestellt war.

    • @drusus:

      "Offensichtlich wählen Teile dieser mehr oder weniger arbeitenden Mitte jetzt die AfD, weil die so rassistisch ist..."



      Wie wäre es schlicht mit der Annahme, dass der genannte Rassismus den Leuten eben _nicht_ wichtig ist? Dass den Wählern das eigene Hemd schlicht wichtiger ist?



      Die Unterstellung, dass der Wähler eben per se rassistisch ist, hilft vielleicht der eigenen moralischen Wertüberzeugung, aber sonst nicht.

      • @Encantado:

        Wie kann man eine offen rassistische Partei wählen, wenn einem Rassismus nicht irgendwie wichtig ist, auch wenn er natürlich nicht Rassismus heisst, sondern Re-Migration.



        Wer die sogenannte Alternative wählt wählt klar keine Partei, die sich am konstruktiven Dialog der sogenannten Mitte beteiligen will, sondern Schuldzuweisung, Pöbelei und Zerstörung. Wo bleibt da das eigene Hemd unbefleckt?

        • @drusus:

          "Wie kann man eine offen rassistische Partei wählen, wenn einem Rassismus nicht irgendwie wichtig ist"



          Simpel. Wenn einem Rassismus nicht wichtig ist, ist er auch kein Ausschlusskriterium. Daraus zu schließen, dass dieser Person Rassismus wichtig ist, ist inkonsistente Logik.



          "Wo bleibt da das eigene Hemd unbefleckt?"



          Im Ignorieren unbequemer Fakten ist der Homo sapiens ganz groß.

          • @Encantado:

            Wir drehen uns im Kreis, ihre Argumente sind für mich so wenig schlüssig wie meine für Sie.

            Was ich aber meinte, der Rassismus mag den Leuten, wie Sie anmerken "nicht wichtig sein" aber ich behaupte, weil er für die Wähler der faulen Alternative ganz normal ist. Er fällt nicht auf, weil er normales Grundrauschen ist.

            Diese Feststellung hat mit meinen moralischen Ansprüchen eher nichts zu tun.

  • Ich behaupte: wer SPD wählt, weiß nicht, was er bekommt. Es gibt einen wortgewaltigen linken Flügel, der Gesine Schwan wegen einer Deadname- Nennung aus der Partei mobben wollte, zu politisch korrekt ist für Clan- oder Islamismus- Kritik, andererseits den Seeheiner Kreis oder Boris Pistorius

    • @Christoph Strebel:

      Daa ist ein guter Punkt.

  • Nach der Landtagswahl in BW meinten in Nachwahlbefragungen 59% der Leute, die SPD würde sich mehr um Bürgergeldempfänger kümmern als um Leute, die hart arbeiten und wenig Geld verdienen. 57% meinten, die SPD tue zu wenig für die "arbeitende Mitte". Quelle: www.tagesschau.de/.../umfrage-spd.shtml

    Nur, um das klarzustellen: Das Bürgergeld war eine gute und richtige Idee, und ich bin gegen seine Verschärfung. Aber der Eindruck, den die SPD hier wahrnimmt, ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern Ausdruck einer realen Stimmung. Aus dieser gäbe es zwei Auswege: Entweder, man stellt sich hin und sagt: "Das Bürgergeld ist gut, und es war eine richtige Sache" - was aber nicht geht, wenn man es gleichzeitig abräumt, was für die Union aber nicht verhandelbar ist. Deshalb bleibt so recht für die SPD nur noch Option 2 - sich so laut und so schnell wie möglich davon zu distanzieren. Ob das fruchtet, wird sich zeigen, eine richtig sinnvolle Alternative sehe ich nicht.

  • Der Niedergang der SPD hatte doch schon vor Jahrzehnten begonnen, sogar noch unter dem Parteivorsitz Willy Brandts. Zwar schleichend, aber es war nicht so, dass das nicht schon registriert und diskutiert wurde (z.B. der Machtverlust in Frankfurt/Main, z.B. die sinkende Attraktivität für Jungwähler). Damit fing es an.



    Dass die SPD unter Schröder dann noch mal so etwas wie einen vorübergehenden Boom erlebte (im Schlepptau übrigens von Blairs New Labour in GB), ist Gegenstand vieler Analysen und Debatten. Danach ging es dann nur noch steil bergab, wer kann sich noch an den hohen Verschleiß an Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten sowie v.a. an deren Namen erinnern?



    Dass die Scholz-SPD sich 2021 noch einmal knapp vor die Union setzen konnte, liegt nur daran, dass auch der Status von CDU und CSU als Volksparteien langsam, aber sicher bröckelt. Die Ampelkoalition unter Scholz hat nicht einmal eine ganze Legislaturperiode gehalten.



    Und jetzt greift der Niedergang sichtbar auch auf die ehemaligen SPD-Hochburgen und die Länderebene über. Auf kommunaler Ebene kann die SPD vereinzelt (wie z.B. in Schweinfurt) durchaus noch Erfolge feiern. Da sollten die Genossen mal genauer hinschauen.

    • @Abdurchdiemitte:

      Scholz hat die Wahl nur deshalb gewonnen, weil er in aller Ruhe zugeschaut hat, wie Söder Laschet abgesägt und Baerbock sich selbst ins Knie geschossen hat. Selbst hat er im Wahlkampf nicht viel gemacht und genauso hat er dann als Kanzler weiter seelenruhig zugeschaut, wie sich seine Koalitionspartner aneinander aufgerieben haben.

    • @Abdurchdiemitte:

      "Die Ampelkoalition unter Scholz hat nicht einmal eine ganze Legislaturperiode gehalten."

      Das hatte man freilich zuallererst aber Christian Lindner und seiner Bande zu verdanken. Ich glaube, die FDP in diese Regierung zu integrieren, war ein Fehler, der uns zu erheblichen Teilen die heutige Situation eingebrockt hat.



      Besser nicht regieren als mit denen regieren, wäre angesagt gewesen.



      Klar natürlich auch: Die Richtlinienkompetenz des Kanzlers war eher ausbaufähig...

      • @Der olle Onn:

        Für den Niedergang der SPD ist allerdings kaum die FDP verantwortlich zu machen.



        Genau genommen kann man das auch nicht auf Schröder und sein Einschwenken auf einen neoliberalen Kurs schieben (so wie das einige Foristen hier in entsprechenden Diskussionen immer wieder behaupten), denn es begann schon viel früher mit dem Abstieg.



        Soziologische Ansätze (demografische Entwicklungen in Deutschland, das Verschwinden traditioneller Millieus etc.) können viel besser als Verweise auf Programmatik und Personal erklären, warum die SPD politisch scheitern muss(te).



        Auch Klingbeil - was man auch immer von ihm halten mag (und ich persönlich halte nicht sehr viel von ihm) - kann nichts für diesen Abwärtstrend. Er verstärkt ihn höchstens. Selbst Godfather an der Parteispitze könnte nicht verhindern, dass die SPD eines Tages komplett obsolet wird.

  • "die SPD interessiere sich nur für das „untere Fünftel“ und andere Nischenthemen."

    Der Wähler ist halt leider nicht so vergesslich wie gewünscht. Daran ändern auch 2 Monate der Beteuerungen im Wahlkampf nichts.

    Am Ende geht's doch um die Geldbörse. Die SPD möchte den Armen weiter spendieren, den Arbeitern aber immer neue Belastungen zumuten. Wieso sollten die sie dann wählen? Es gibt dazu wahrlich null Gründe...

    Dazu kommen dann noch die gesellschaftspolitischen Themen.. Die Linkspartei gibts, dazu noch die Grünen. Das reicht.

    Die Mehrheit im Land will schön wohnen, Urlaub machen, nicht zu hart arbeiten, ist in festen hetero-Beziehungen und hätte gern Kinder, die behütet und sicher aufwachsen. Versprich genau das und nichts anderes und werd gewählt SPD..

    • @Petzi Worpelt:

      Wär so schön einfach. Nur ist der Gesellschaftsvertrag und die Grundlage für die Umsetzung der einfachen Ziele, die sie nennen, aus der Reichweite der SPD oder überhaupt einer Partei geraten.

      Was ist mit den Mieten? Wie soll das so einfach wieder ins Lot kommen?



      Was ist mit der Abhängigkeit vom internationalen Standrtwettbewerb?



      usw.

      Da hilft Versprechen alleine doch gerade nicht! Das ist überhaupt nicht klar, wie das wieder gut läuft in unserem Besitz-System mit der äquivalenten Macht- Reichtums- Öffentlichkeits-verteilung und der Ausprägung des bestehenden Rechtssystems, unseren internationalen Verstrickungen, unserer geopoitischen Lage, bei unserer Demographie usw.

      In diesem Zusammenhang nur der deutlichste ihrer Widersprüche: Nicht zu hart arbeiten aber schön wohnen und Urlaub machen. Das ist angesichts der Zustände und Probleme im Land fast grotesk. Das klappt nicht durch Versprechen udn auch nicht einfach so! Der Verteilungskampf geht mittlerweile real schon nicht mehr in einem pro Kopf wirtschaftlich wachsenden System von statten wo theoretisch jeder überhaupt etwas gewinnen KÖNNTE.

      Ihr Ansatz klingt schnell attraktiv, ist aber eine Utopie!

  • Die SPD schneidet so ab, wie sie abschneidet, weil sie inzwischen nichts weiter als ein Erfüllungsgehilfe für schwarz und blau ist.

  • Wenn die Arbeiter mehrheitlich AfD wählen, dann weil eine SPD nicht ihre Interessen nicht mehr vertritt.

    Da kann man jetzt auf der AfD rumhauen, Bürgergeld fordern usw.



    Es hilft nix.

    Sie wählen keine SPD mehr.

  • Spannend finde ich den Satz, dass "linken NGOs das Geld gestrichen" wird. Als hätten der Staat die Pflicht oder als wäre es auch nur normal, dass in Zeiten, wo vieles nicht mehr finanzierbar ist, "linke NGOs" oder überhaupt "NGOs" Steuergelder bekommen müssen. Wofür steht der Begriff noch mal und betonen diese NGOs nicht immer, sie wären die "Zivilgesellschaft" und stünden für die "Demokratie".

    • @Dr. McSchreck:

      Weiß ja - jus - nicht so ehrs! Woll



      Aberse mache - wie so oft -



      Den 2. Schritt vor dem 1.! Newahr



      Und dann gilt der allgemeine Gleichheitssatz!



      always at your service - immer gern 🥳



      Normal

      • @Lowandorder:

        Ich möchte ihnen nicht zu nahe treten: das ist juristischer BS. Woll!

  • Warum sollte man eine spd wählen, die selbst dann massiv einknickte als sie den Bundeskanzler "stellte" (v.a. vor lindners Epressungen).



    Auf Plakaten "Steuerschlupflöcher stopfen"- an der Regierung: Nix.



    Ohne Rückgrat und langfristige Visionen= keine Wählerstimmen.



    zu müde um alles aufzuschreiben.

    • @So,so:

      Langfristige Visionen oder ein glaubwürdiges Narrativ von einer besseren Zukunft hat doch gerade keine Partei zu bieten.

      Bestenfalls noch die AfD für ihre Zielgruppe. (Muss man halt mögen.)

      Das wäre also kein markanter Punkt, der den Absturz der SPD begründen würde.

      • @rero:

        meines wissens nach hat die afd ihren wähler*innen weder eine "langfristige vision" noch ein "glaubwürdiges narrativ" zu bieten, schon gar nicht für eine "bessere zukunft". und zwar unabhängig davon, ob man mag oder nicht mag, was die partei so erzählt. könnten Sie also mal ausführen, was sie damit gemeint haben?

        • @Pflasterstrand:

          "meines wissens nach hat die afd ihren wähler*innen weder eine "langfristige vision" noch ein "glaubwürdiges narrativ" zu bieten, schon gar nicht für eine "bessere zukunft"."



          Das liegt an Ihrer Wahrnehmung. Für ihre Anhänger bietet die AfD tatsächlich ebendas. Muss man halt dran glauben.

          • @Encantado:

            wenn man nicht selbst das spiel der demagogen zu spielen beabsichtigt, sondern es einem um aufklärung und kritik getan ist, dann offenbart sich das ganze weder in erster noch in letzter instanz als eine wahrnehmungsfrage, sondern als eine frage der theoretischen und empirischen durchdringung sowie der rationalen und evidenzbasierten analyse der demagogen und ihrer angebote. das objektivierbar falsche an den leeren versprechen der afd wird nicht weniger falsch oder gar wahr, nur weil ihre wählern daran glauben. die versprechen bleiben leer und sind nicht einlösbar. das heißt natürlich nicht, dass all das keinen effekt auf die wirklichkeit hat, ganz im gegenteil. die konsequenz der bereitschaft, den "falschen propheten" (leo löwenthal) zu folgen, ist zunächst verrohung und entmenschlichung, dann enthemmung und irgendwann nackte bis totalitäre gewalt. die "bessere zukunft" entpuppt sich als institutionalisierter und damit auf dauer gestellter terror, weil die faschisten immer neue bedrohungen konstruieren müssen, um den glauben an ihre botschaft am leben halten zu können. am ende gibt es unzählige tote – auch unter den afd-wählern.

            • @Pflasterstrand:

              "am ende gibt es unzählige tote – auch unter den afd-wählern."



              Das sehen die Gläubigen anders bzw. wollen es nicht sehen. Und dagegen können Sie nicht einmal anargumentieren. Denn gegen Glauben hilft keine rationale Argumentation.



              Sie müssen dem Glauben seine Grundlage entziehen, in diesem Fall die Unsicherheiten und Ängste vor dem Abstieg. Das gelingt nicht durch sorgfältige Argumente - über dieses Stadium sind die Leute längst hinaus. Worte ohne Verbesserungen kennen sie seit Jahrzehnten.

    • @So,so:

      Ja, das Gefühl von Müdigkeit (und Sprachlosigkeit) stellt sich leicht ein, wenn man an den derzeitigen Zustand der SPD denkt. Ich kann und will dagegen nicht mehr aufbegehren, dazu bin ich der Partei zu lange entfremdet.



      Gibt es unter den immerhin noch über 300.000 SPD-Genoss*innen denn niemanden, der aus diesem Gefängnis der Koalition mit der Merz-CDU entfliehen möchte und sich gegen das eigene Parteiestablishment stellt? Es ist doch eine Schande, dass ausgerechnet ein Markus Söder sich offenbar mehr Sorgen um die Zukunft der SPD macht als die eigene Parteispitze um Bas und Klingbeil.



      Die SPD wird aus dieser Regierung ausgepresst wie eine Zitrone hervorgehen. Zuweilen vermisse ich SPD-Politiker vom Schlage des vor kurzem verstorbenen Marco Bülow.

      • @Abdurchdiemitte:

        Die SPD hat fertig. Bezeichnend: Bei der Umfrage zur Stellungnahme zur Reform des Bürgergeldes hat nicht mal jedes 100te Mitglied abgestimmt.

        Aus eigener Erfahrung weiß ich von ländlichen Kreisen, wo die Mitglieder überwiegend im höheren Rentenalter sind.

        Die SPD war schon lange vor allem ein Karrierevehikel, nicht das Schlechteste, aber auch das neigt sich nun dem Ende zu.

        Die SPD war Jahrzehntelang die Ausgleichspartei, auch in der Industrie vernetzt via Betriebsräten und Aufsichtsräten, durchaus auch Partner der Bosse und auf Ausgleich orientiert. Aber diese Welt ist seit den späteren 70ern gestorben und die SPD ist den Weg in den Neoliberalismus mitgeritten. in der Zeit, als der Neoliberalismus als Medizin zur Heilung der Wunden des Neoliberalismus galt (Blair udn Schröder), da haben auch viele Wähler - aus Verzweiflung und Ratlosigkeit - nochmal dort ihre Stimme gelassen. Ich gebe aber zu: Das korporative Wirtschafts- udn Gesellschaftsmodell der Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg war auch nicht mehr haltbar. Es war nur eine soziale - und mit Verzögerung politische - Katastrophe, dies durch den Neoliberalismus ablösen zu lassen.

        Und heute ist es so: KEINER weiß mehr Bescheid.

    • @So,so:

      Knickt die SPD ein oder hat sie nicht bei ihren Handlungen die gleiche Klientel im Sinn wie CDU und FDP?

      Wer hat Still und heimlich die EU Mindestlohnrichtlinie nach Brüssel geschickt? Wer hat behauptet durch die Entlastungen hätten alle mehr,dabei traf das nur auf die besservienenden zu? Wer hat es ermöglicht dass jemand eine Milliarde als steuerfreie Schenkung bekommen konnte?

      Alles die SPD.

      Wobei ich unterscheiden möchte zwischen der Basis und der Führung.der Basis Kauf ich es ab,dass sie die Menschen in der Gesamtheit im Blick hat.

      Leider scheint die Basis auch nicht viel anders als die Mehrheit der Wähler zu sein. Wer sich gut ausdrückt wird gewählt und Worte sind gewichtiger als taten. Das trifft gefühlt auch auf die Medien zu.

      Aber gut meine Sichtweise kann auch totaler Mumpitz sein.

  • " Die Sozialdemokratie war meist stark, wenn sie Interessen von Unterprivilegierten und Mittelschicht verband."



    Ich denke, dass das nicht den Fakten entspricht. Weder Schmidt noch Schröder und selbst Scholz haben Unterprivilegierte im Fokus gehabt. Weder im Wahlkampf noch in der Regierung. Es scheint eher das Gegenteil richtig: Als Schröder Kumpel der Bosse war, da wurde die SPD gewählt, weil eine gute Wirtschaft steigende Löhne versprach.

    • @Tom Farmer:

      Richtig.

    • @Tom Farmer:

      Völlige Zustimmung. Vermutlich hat Gerhard Schröder sogar den Sozialstaat gerettet - hat meine 16jährige Tochter jedenfalls aus dem Politikunterricht so mitgenommen.

      • @Zuversicht:

        Und auch @hans Dampf , bar dieser Offensichtlichkeit kann ich immer nicht verstehen, dass der linke Teil der SPD oder auch JUSO Chef Türmer so renitent darauf bestehen, dass weitere Umverteilungen Wählerstimmen bringen.



        Ich behaupte mittlerweile: Das Wort Umverteilung wirkt mittlerweile allergisch auf 90% der Bevölkerung..... da ein angebliches Rezept für allesund total ausgelutschter Begriff.

        • @Tom Farmer:

          Das Wort Umverteilung wirkt vielleicht allergisch auf viele, weil viele dann gleich Angst haben, dass ihnen etwas weggnommen werden soll.



          Aber das Wort Gerechtigkeit wirkt nicht allergisch auf viele. Und eine höhere Besteuerung für Milliardäre und Superreiche (mehr als 100 Mill. € Vermögen) hat ebenfalls eine große Unterstützung in der Bevölkerung.

          • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

            Die Ernsthaftigkeit beim Wort Gerechtigkeit wird man keiner SPD abnehmen, die den Facharbeiter zum Spitzensteuersatz-Zahler gemacht hat, ohne es einzusehen oder zu bemerken und in der Protagonisten bei der Diskussion über Vermögens- oder Erbschaftssteuer den Handwerksmeister mit zwei Angestellten mit Großaktionären à la Klatten gleichstellen wollen - vermutlich ebenfalls nichtvollständig mit Absicht. Aber das macht es nicht besser...

            • @FriedrichHecker:

              Da haben Sie Ihnen absolut recht. Zur Gerechtigkeit würde es gehören, die Menschen, die heute z.B. als Facharbeiter oder Krankenschwester oder Verkäuferin arbeiten finanziell viel besser zu stellen als heute.



              Dass Personen wie Klatten oder Buffet in den USA teilweise sogar weniger Steuern zahlen wie ein Facharbeiter (oder wie seine Sekretärin, wie Buffet selbst sagte) ist eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.



              Deshalb sollte man die SPD, auffordern, diese Ungerechtigkeit zu beenden. Und sich endlich möglichst viel des Geldes zurückzuholen, dass durch die ganzen Rettungspakete im Zuge der Finanzkrise auf den Konten der Milliardäre und Superreichen gelandet ist, ohne dass die dazu irgendeine eigene Leistung erbracht hätten. Und damit die Personen zu entlasten, die Deutschland wirklich am Laufen halten.

          • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

            Schon wenn das Geld dann in niedrigere Steuern für die Mittelschicht investiert wird. In günstige Energieversorgung dann bringt das Wählerstimmen. Wenn es in bürgergeld,ngo Förderung und Entwicklungshilfe fließt bringt es der AfD noch mehr Stimmen.

            • @Machiavelli:

              Ja, das sehe ich genauso. Wenn man Milliardäre und Superreiche (mehr als 100 Mill. €) besteuert und das Geld für die Mittelschicht investiert, dann wird man damit die Zufriedenheit in der Bevölkerung steigern und der AfD Stimmen wegnehmen.

          • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

            "Das Wort Umverteilung wirkt vielleicht allergisch auf viele, weil viele dann gleich Angst haben, dass ihnen etwas weggenommen werden soll."



            Eine solche Sorge ist ja nun auch nicht von der Hand zu weisen. Wem wird denn in der Regel genommen? Dem oberen Drittel? Eher nicht...

            • @Encantado:

              Das sehe ich auch so. Bisher hieß Steuererhöhungen immer eher für die Mittelschicht. Und jetzt denken die wohl schon wieder über Mehrwertsteuererhöhungen nach.



              Deshalb fände ich es gut, wenn es Steuerhöhungen explizit nur für Milliardäre und Superreiche (mehr als 100 Mill. €) gäbe. Dann kann jeder, der nicht über 100 Mill. € verfügt, sicher sein, dass es ihn oder sie nicht betrifft.

          • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

            Die Frage ist nicht ob, sondern für exakt 'was' und das 'wie'.



            Und da hört man nix, aber bei jedem Problem: Mehr Geld und alles wird gut. Nervig.

            • @Tom Farmer:

              Umgekehrt wird ein Schuh draus. Meistens heißt es bei der Forderung nach höheren Steuern nur noch "Auf keinen Fall", ohne dass danach gefragt wird, wozu denn. Insofern schön, dass sie fragen.



              Im Augenblick sind ja z.B. höhere Verteidigungsausgaben fällig, wegen Putin und/oder Trump. Ich wüsste nicht, dass das Geld dafür schon da ist. Nur dass die Schuldenbremse gelockert wurde, um Schulden zu erlauben. Aber Schulden dafür zu machen, fände ich total falsch. Im Gegenteil sollte es ja auch Milliardären und Superreichen etwas mehr Geld wert sein, dass diese Demokratie, die ihnen den Reichtum ermöglich hat, verteidigt wird.



              Dann hängt Deutschland ziemlich hinten dran, was KI angeht. Die USA investieren Hunderte von Milliarden, China investiert hunderte von Milliarden. Und ich glaube, die EU hat geplant, ca. 30 Milliarden zu investieren. Da wird Europa und Deutschland abgehängt.



              Und dann zeigt der Irankrieg, dass es besser wäre, schneller von Öl wegzukommen. Da wäre es gut, wenn der Staat jedem, der eine Wärmepumpe haben will, es sich nicht leisten kann, eine finanziert und dafür 80% der bisherigen Heizkosten als Abzahlung nimmt , etc. etc., so dass sich das auf Dauer für jeden auszah

  • Dass das Bürgergeld schuld an den Wahlpleiten sei, ist offenkundiger Unsinn. Denn dieses wurde ja kurz zuvor in seiner ursprünglichen Form abgeschafft und durch eine Regelung ersetzt, welche die Grenze der Verfassungsmäßigkeit hart austestet. Weiter rechts hätte hier auch eine schwarz-blaue Regierung kaum noch segeln können. Jenes Narrativ dient nur dazu, die SPD sturmreif zu schießen, damit diese sich auch weiterem Sozialabbau nicht verweigert (etwa im Bereich Gesundheit). Der ginge dann aber sehr wohl zu Lasten der "hart arbeitenden Mitte". Die Bürgergelddebatte war nur der Dosenöffner, um dann später auch die noch größeren Übel aus Pandoras Büchse lassen zu können.

    • @Kohlrabi:

      "Denn dieses wurde ja kurz zuvor in seiner ursprünglichen Form abgeschafft und durch eine Regelung ersetzt, welche die Grenze der Verfassungsmäßigkeit hart austestet. Weiter rechts hätte hier auch eine schwarz-blaue Regierung kaum noch segeln können. "

      Na, jetzt lassen wir die Kirche mal im Dorf. Die neue Grundsicherung ist in etwa die alte Grundsicherung von vor dem Bürgergeld und wahrlich kein rechtsextremes Konstrukt.

    • @Kohlrabi:

      Diese Einschätzung halte ich für richtig.

  • Das Problem der SPD war und ist ein anderes.



    Es ist richtig, dass Bärbel Bas vor den Kameras sagte, dass man nun eine Politik für die arbeitende Mitte machen wolle und dazu habe man ja auch schon die Regeln für Bürgergeld-Empfänger und Migranten verschärft und werde das auch weiter tun.



    Das Problem dabei ist, dass Bärbel Bas und die SPD offensichtlich nicht begriffen haben, dass nur weil die CDU und einige aus der arbeitenden Mitte sich darüber beklagen, dass man zuviel an Bürgergeld-Empfänger und Migranten gebe, diese nicht dadurch wieder SPD wählen, dass man Bürgergled-Empfängern und Migranten Gelder kürzt. Sondern erst dann, wenn man der arbeitenden Mitte mehr gibt. Und der arbeitenden Mitte hat die SPD in der Tat in den letzten Jahren zu wenig gegeben. Sondern eher der Wirtschaft, den Unternehmen und Unternehmern und sonstigen Personen, die sowieso schon viel haben. Z.B. die Stromsteuer wurde zwar für große Konzerne gekürzt, für Privatpersonen war dann aber kein Geld mehr da.



    Die SPD braucht eine Vision aus deinem Guss, mit der sie 50-70% überzeugen könnte. Hier wäre eine solche Vision: demokratieingefahr...ratie-und-die-spd/

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Eine Vision hat man - oder man hat sie nicht. Die spd hat sie nicht.

      Die spd-Funktionäre stammen überwiegend nicht aus der "hart arbeitenden Mitte". Dass sie die Interessen dieser "hart arbeitenden Mitte" vertreten wollen, nimmt man ihnen einfach nicht ab.

      • @test_name:

        Genau das ist das Problem. Man nimmt es ihnen nicht ab. Weil es auch einfach nicht so ist. Sonst hätten sie z.B. die Stromsteuer für die Arbeiter und Privatpersonen gesenkt.

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Danke für den interessanten Link. Schön, dass sich da noch jemand Gedanken zur Rettung der SPD macht. Ich persönlich habe das schon vor längerer Zeit aufgegeben.



      Klar ist aber auch, dass es eine linke Regierungsperspektive ohne bzw. mit einer derart geschwächten SPD niemals geben wird (die Grünen glaubten ja, die SPD beerben zu können, merken jetzt aber, dass ihre Bäume auch nicht in den Himmel wachsen).



      Aber wissen Sie was? Die Ursachen für den Niedergang der SPD sind vielschichtig und sie liegen weit zurück. Selbst mit besserem Personal und Programmatik stünden die Sozialdemokraten heute auch nur mit 15% da.

      • @Abdurchdiemitte:

        Ursachen für solche schwerwiegende Dinge wie den Niedergang einer Partei wie die SPD sind immer vielschichtig. Aber meinen Sie nicht, dass ein der wichtigsten Ursache darin liegt, dass die SPD unter Schröder den Unternehmern und Wohlhabenden unter Schröder mehr gegeben hat in der Hoffnung, dass dadurch es auch den Arbeitern und abhängig Beschäftigten wieder viel besser geht. Aber dass es im Endeffekt nur den Wohlhabendsten unglaublich viel gebracht (deren Vermögen ist seitdem explodiert), aber die unteren 30-70% haben davon nur wenig gehabt.



        Eine Programmatik, die besagen würde, dass alle von den Wohlstandsgewinnen gleichermaßen profitieren müssen (nicht vor allem die reichsten 1-10%), würde der SPD meiner Meinung nach erheblich mehr Stimmen bringen als 15%.



        Natürlich war das nicht nur Schröder, sondern auch Blair mit New Labour etc. Das war damals Mode, weil es die neoliberale Propaganda allen eingebläut hat, dass Deregulation allen hilft. Aber im Endeffekt hat es vor allem den reichsten geholfen und die anderen mussten die Zeche bezahlen durch immer mehr Staatsverschuldung und dadurch immer schlechtere Bildung, Gesundheitsversorgung , Infrastruktur etc.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          War es wirklich Schröder mit seiner neoliberalen Agendapolitik, der die SPD kaputt gemacht hat? Die einen sagen dies, die anderen sagen das. Selbst unter SPD-Genoss*innen ist das umstritten. Vielen von denen wäre ein programmatischer Linksrutsch doch der reinste Horror. Mehrere Versuche der Parteilinken und der Jusos, einen Linksschwenk zu erzwingen (z.B. die NoGroko-Kampagne, z.B. der im Wahlkampf allzu schnell entgleiste Schulz-Zug, z.B. aktuell das Mitgliederbegehren zum Bürgergeld), sind krachend gescheitert.



          Ich sage nicht, dass ich persönlich Schröders Hartz IV-Reformen für richtig gehalten habe. Aber die SPD-Basis für ein linkes Pedant zur rechten Parteiführung zu halten, sozusagen für einen schlafenden Riesen, der nur geweckt werden müsse, um die SPD wieder auf den richtigen Kurs zu bringen, halte ich für eine eklatante Fehleinschätzung.



          Von der SPD-Basis ist in dieser Frage nicht viel mehr zu erwarten wie von Bas oder Klingbeil. Und Pistorius sowie andere Parteigranden haben sich nach der RLP-Wahl doch sehr beeilt, diesen Selbstaufgabe-Kurs der SPD-Vorsitzenden in der Merz-Koalition unisono den Rücken zu stärken.

          • @Abdurchdiemitte:

            Ich glaube, die Begriffe links und rechts führen in die Irre. Es ist nicht so dass die SPD Wähler oder gar SPD-Basis alle viel linker sind als die Führung. Sie sind teilweiser sogar rechter, wenn es z.B. um Migranten, Sicherheit und Ordnung geht. Aber was Unterstützung für arbeitende Menschen geht, Besteuerung von Milliardären etc. sind sie linker. Es geht nicht um links und rechts. Es geht darum: Für WEN macht man Politik. Und die SPD macht eben Politik vor allem für die Wirtschaft nach dem Motto der CDU aus den 80ern: "Sozial ist, was Arbeit schafft."



            Dass es unter SPD-Genossen umstritten ist, ob Schröders Agendapolitik dafür verantwortlich ist, ist klar. Die haben ja schließlich zum großen Teil mitgemacht. Es ist klar, warum der Schulz-Zug entgleist : Mit dem Spruch "Zeit für Gerechtigkeit" hatte er schnell 30% Wähler hinter sich. Aber dann hat Hannelore Kraft ihm verboten, weiter auf Gerechtigkeit zu bestehen. Und da haben die Menschen gemerkt. Der ist nicht durchsetzungsfähig und glaubwürdig. Und dann waren sie wieder weg. Dass die Linken-Aktion NoGroKo der Jusos nicht funktioniert hat, ist auch klar, denn wie gesagt, Es geht den SPD-Mitgliedern nicht ums links sein s.o.

            • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

              Kein Widerspruch. Möglicherweise liegen die Millieus von SPD- und CDU-Anhängern heutzutage gar nicht mehr so weit auseinander. Beide sind mit dem politischen System, so wie es ist, soweit zufrieden und verstehen sich als das, was gemeinhin als bürgerliche Mitte bezeichnet wird. (Die Symphatisanten der Grünen rechne ich dabei mal mit ein.)



              Im Umkehrschluss würde das aber bedeuten, dass sich AfD- und Linken-Wähler in Ihrer Unzufriedenheit mit diesem System viel näher stehen, als ihnen vermutlich selbst lieb sein dürfte.



              Oh, merke gerade, dass ich mit meiner Argumentation der Hufeisen-Theorie gerade näher bin als mir selbst lieb ist.😉

              • @Abdurchdiemitte:

                Was die SPD- und CDU-Mitglieder betrifft, so kann das gut sein, dass die nicht mehr so weit auseinanderliegen. Meines Wissens hat die SPD seit 2005 ungefähr die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Das werden wohl die sein, die mit den GroKos nicht einverstanden waren. Und die übrigen finden die CDU wohl ganz ok. Mit dem Begriff bürgerliche Mitte habe ich so mein Problem. Das, was CDU und SPD als Mitte bezeichnen, ist die Mitte zwischen ihren beiden Parteien. Das hat mit der gesellschaftlichen Mitte aber nicht mehr viel zu tun. Der Begriff bürgerliche Mitte soll wohl, dass alles, was nicht CDU und SPD wählt als Halbverrückte bis Halbextreme zu gelten hat.



                Auch wenn die Wähler beider Parteien sehr unzufrieden mit den etablierten Parteien sind, hat das nichts mit der Hufeisentheorie zu tun. Die würde besagen, dass wenn die Linke an die Macht kommen, es eine genau große Gefahr für Demokratie und Rechtsstaat wäre wie wenn die AfD an die Macht käme. Das glaube ich nicht. Die Linke ist keine Gefahr für Demokratie und Rechtsstaat, sondern nur ein Risiko für die Konten der Reichsten. Bei der AfD ist es umgekehrt.

                • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

                  Was die Einschätzung von Linken und AfD angeht, bin ich mit Ihnen ja voll auf Linie. Grundsätzlich sehe auch ich Die Linke als eine Partei, die sich innerhalb des Verfassungsbogens befindet, die AfD ist es definitiv nicht. N.m.M. in erster Linie deshalb, weil sie ein völkisches Verständnis von Staatsvolk und Verfassung vertritt, das mit dem GG nicht vereinbar ist (weshalb ich auch nicht nachvollziehen kann, dass es auf politischer Ebene mit dem Verbotsverfahren nicht weitergeht).



                  Insofern stimmt im Vergleich AfD - Linkspartei auch die Prämisse der Hufeisentheorie nicht. Das Bild der Hufeisentheorie von unserem politischen System, nach dem sich die extremen Enden wieder angleichen, ist und bleibt ein schiefes, selbst wenn man einräumt, dass sich Links- und Rechtsextremisten in ihrer Ablehnung der liberalen parlamentarischen Demokratie ähneln (Die Linke ist dabei aber in keiner Weise als linksextremistisch einzustufen).



                  Ich sehe in der Hufeisentheorie ohnehin v.a. ein ideologisch motiviertes Kampfinstrument gegen die gesellschaftliche Linke (auch um SPD und Grüne weiter nach rechts zu schieben), sozialwissenschaftlich hat sie dagegen wenig Substanz.