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Schwarz-rote Koalition Es führt wohl kein Weg dran vorbei – Friedrich Merz muss weg

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

Die politische Sommerpause neigt sich dem Ende zu und die Spitzen beider Regierungsparteien wackeln. Nur noch ein Wunder könnte die Koalition retten.

E r ist wieder da. Fast. Wenn sich die schwarz-rote Bundesregierung in der kommenden Woche zur Klausur auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg trifft, wird auch der Kanzler aus seiner urlaubsähnlichen Zwischenwelt wieder an die Öffentlichkeit treten. Zwei Tage lang sprechen er und seine Mi­nis­te­r:in­nen über deutsche Wettbewerbsfähigkeit und nationale Sicherheit, lassen sich die Lage von Gästen wie Siemens-Chef Roland Busch erklären und die neueste Abfangdrohne von Tytan Technologies vorführen.

Um ein Thema wird es, zumindest offiziell, nicht gehen: um die Landtagswahlen in Ostdeutschland im September. Dabei werden die Ergebnisse auch über die Schicksale von Friedrich Merz und den SPD-Chef:innen Bärbel Bas und Lars Klingbeil entscheiden. Alle drei sind öffentlich angeschlagen und leiden in ihren Parteien unter massivem Autoritätsverlust. Werden die Wahlen zum Fiasko für CDU und SPD, steht nicht nur die politische Zukunft des Spitzenpersonals auf dem Spiel, sondern auch der Fortbestand der Koalition.

Sicher, die internationale Lage mit Kriegen in der Ukraine und in Iran würde jeder Regierung zu schaffen machen, und Deutschlands Wirtschaft schwächelt nicht erst seit dem Amtsantritt von Merz und Co, sondern seit Jahren. Aber dass diese Regierung derzeit noch unbeliebter ist als die wahrlich nicht gefeierte Ampel, hat sie eindeutig auch sich selbst und ihrer Führung zu verdanken.

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Merz hat sich durch maßlose Selbstüberschätzung und fehlende Empathie in eine Situation manövriert, in dem auch intern die Frage lauter wird, ob er nicht der falsche Mann im Kanzleramt ist. Kürzlich geriet seine als Neustart gedachte Kabinettsumbildung zur Karambolage, bei der er die eigenen Leute vor den Kopf stieß.

Die SPD-Ultras fühlen sich verarscht

In der SPD gibt es schon länger Zweifel, ob die Personalunion aus Parteivorsitz und Ministerämtern hilfreich ist, trägt sie doch erkennbar nicht dazu bei, dass die SPD eigene Positionen durchsetzt und der neoliberalen Riege um Merz in den Arm fällt.

Statt die Gesellschaft sozial gerechter zu machen und Digitalkonzerne und Hochvermögende endlich in die Pflicht zu nehmen, senkt man gemeinsam mit der Union Steuern für Unternehmen, kürzt Sozialleistungen, erhöht Abgaben und schleift den Kündigungsschutz. Kein Wunder, dass sich selbst SPD-Ultras verarscht fühlen.

Die Koalition mit CDU und CSU war wahrlich kein Herzenswunsch der Genoss:innen, vielmehr haben sie pflichtbewusst und im Glauben zugestimmt, nur so ließe sich die extreme Rechte in Schach halten und die politische Mitte stärken. Doch diese Mitte erodiert in Umfragen immer weiter, und so mancher fragt sich mittlerweile, warum man dann dabei bleiben sollte. Fest steht: Der schwelende Unmut über Klingbeil und Bas wird sich nach dem 20. September Bahn brechen; wer oder was danach kommt, ist derzeit aber unklar.

Kein Durchbruch

Was diese Regierung retten könnte, wäre ein Wirtschaftswunder. Doch auch danach sieht es zurzeit nicht aus. Die Wirtschaft stagniert, die Unternehmen halten sich trotz Steuernachlässen nach wie vor zurück mit Investitionen oder schließen Standorte ganz. Auch die vielen Hundert Milliarden Euro, die der Staat in Infrastruktur und Rüstung pumpt, finanziert durch Schulden, führen bisher nicht zum erhofften Durchbruch.

Und unter der gestiegenen Inflation, bedingt vor allem durch die Teuerung bei Kraftstoffen und die Gier der Raffinerien, ächzen vor allem Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen. Immerhin im Bereich Wohnungsbau verzeichnet die Regierung Fortschritte. Aber das allein reicht nicht aus.

Statt Steuersenkungen an Unternehmen nach dem Prinzip Gießkanne auszureichen, müsste die Koalition den Umbau der fossil getriebenen zur klimaneutralen Wirtschaft vorantreiben. Aber das Wirtschaftsministerium leitet eine Frau, die erneuerbare Energien ausbremst und auf die Technologien von gestern setzt. Merz sollte Katherina Reiche auswechseln. Doch damit würde er nicht nur gegen die Mehrheitsmeinung der Basis, sondern auch gegen seine Überzeugungen handeln.

Es führt wohl kein Weg daran vorbei: Merz muss weg – aber anders, als die Nöle­r:in­nen und Het­ze­r:in­nen von rechts denken. Deutschland braucht eine Regierung, die den sozialökologischen Umbau vorantreibt, die nach vorn schaut.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Anna Lehmann

Anna Lehmann Leiterin Parlamentsbüro

Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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124 Kommentare

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  • Christoph Strebel

    Das Problem sind heilige Kühe wie umfangreich ausgelegter Datenschutz. Die Menschenwürde wird so ausgelegt, dass jeder ein Recht auf analoge Kommunikation mit der Verwaltung hat. Föderalismus und Eigenständigkeit der Gemeinden wird so ausgelegt, dass bei der Digitalisierung jeder sei eigenes Süppchen kochen darf. Dadurch bekommen wir keine Bürokratie 4.0, wo jeder Vorgang schnell geht.



    Angst wurde seit langem zur Staatsdoktrin bei der technischen Sicherheit. Dagegen helfen die penible Einhaltung vieler Normen, viele Beauftragte, umfangreiche Berichte und Dokumentationen.

  • Chris McZott

    Ja Merz macht eine noch schlimmere Figur als befürchtet.

    Aber im Hinblick auf die Eindämmung der AfD offenbart sich ein grundsätzlicheres Problem: in einer "großen" Koalition zweier Parteien, die sich eigentlich antagonistisch gegenüberstehen sollten, kann keine der beiden Seiten ihre Wähler befrieden. Und das führt zu allgemeinem Verdruss.

    Man kann versuchen die AfD mit linken (Soziales) oder mit rechten Ideen (Migration, Sicherheit) zu schlagen. Beides wird derzeit nicht versucht.

    Die Entzauberung von Merz ist dabei besonders schwerwiegend. Während auf der linken Seite noch andere Optionen bestehen, gibt rechts von ihm bis zur AfD nur Leerstellen.

  • FtznFrtz

    Leider hat Schwarz-Rot in der Spitze komplett auf die Falschen gesetzt. Merz ist offensichtlich mit dem Amt heillos überfordert, großspurige Ankündigungen enden eigentlich nur als Papiertiger. Vielleicht weniger dicke Lippe, mehr Resultate?



    Aber selbst Personalien kann er nicht, die Farce um den Verkehrminister war ein Lehrstück in handwerklichem Versagen.



    So geht mal den Leuten nur noch auf den Zeiger, selbst der schrumpfenden Zahl der Anhänger.



    Dazu der weichgesichtige Machtsammler Klingbeil, dessen SPD jede soziale Sauerei der Union mitmacht, aber ansonsten durch nahezu absurde Einfallslosigkeit glänzt, wo ist ein Konzept der SPD zu Wirtschaft? Zu Steuern? Zur Sozialpolitik? Zum Klima uswusf.?



    Selbstbewusst eigene Konzepte offensiv vertreten, faire Kompromisse mit der Union aushandeln. Gleichzeitig aber den eigenen Anspruch immer wieder klar machen. So kann man das auch machen. Wofür stehen CDU und SPD? Wofür steht die Koalition? Nach wie vor bleibt das alles weiter offen, es profitieren die Nazis, leider.

  • Land of plenty

    -wer oder was danach kommt, ist derzeit aber unklar.



    mh.



    ja, den sozialökologischen Umbau vorantreiben!



    Es gibt sogar bereits klimaneutrale Zementherstellung und Baustoffe.



    Ich finde Personalfragen eigentlich völlig uninteressant gegenüber der Perspektive der Gegenmacht sozialer Bewegungen. Diese sollten auch in Deutschland entstehen und sich mit den Bewegungen in anderen Regionen verbinden:



    gegen Zwangsräumungen, Armut und Repression.



    Widerstand kann eine Frau Saskia Esken nicht organisieren. auch NGOs nicht.



    Nicht in Nationen denken, sondern in Klassen und Lebenslagen, von unten.

  • Andreas_2020

    Ich glaube, dass die Kreise innerhalb der CDU/CSU, die Merz stützen, ihn nicht stürzen werden.



    Dabei müssten diese Leute eigentlich merken, dass Merz eine Wende zu Wachstum und Perspektive nicht schafft.



    Tatsächlich, sehe ich eher Lars Klingbeil als baldigen Politikrentner. Er dürfte die Fassungslosigkeit und Überforderung der noch verbliebenen SPD-Basis nicht überleben.



    Bei der SPD sitzt diese Regierung wirklich schlecht. Kaum ein Normalo-SPDler versteht, was seine Partei da macht.



    Diese Rückmeldung hat Merz aus der CDU nicht, zwar fängt da auch eine Absetzbewegung an, aber die Messer werden jetzt nicht scharf gemacht.



    Das könnte sich nach den Wahlen ändern. Wenn klar wird, dass Merz die AfD nicht stellt, sondern aufpäpelt.



    Dann könnte die CDU merken, dass sie einen anderen Mann / Frau und ein anderes Konzept braucht. Dann ziehen die Diskurse um Frührentner, Sozialmitnehmer, Faulheit der Arbeitnehmer, junge Migranten nicht mehr.



    Für mich ist es immer noch schockierend, wie wenig Merz eigentlich auf der Höhe der Zeit ist, wie wenig kreativ und informiert er ist, wie er stur an seiner Agenda hängt, die nicht funktioniert, nichts bewirkt. Merz wirk immer ratlos und überfordert.

  • Janix

    Die SPD liefert die fleißigen Handwerker der Macht und immer noch mehr Ideen als die Union, die aus neoliberalem Vokabelheften der 1990er spickt.



    Merz ist durch, war er vorher schon. Schwarz-rot müsste die Finanzgrundlagen eines handlungsfähigen Staats wiederherstellen. Dass gewisse Bonzen nicht nur erben und abnagen, sondern investieren und die Ärmel aufkrempeln. Auch auf Umwelt & Klima ist offensichtlich eine Antwort fällig. Und warum soll die nicht von Schwarz-Rot kommen können. Es gibt genügend Themen.



    Polizisten vom Paradieren an Schengengrenzen wieder in die Streife. Und und und.

  • Hans Dampf

    Schlechtreden nutzt nur der AfD



    Wenn wir immer alles schlechtreden was die Regierungen machen, egal ob jetzt CDU/SPD oder zuvor SPD/Grüne/FDP, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn ob der schlechten Stimmung die AfD in ihrer Funktion als Rattenfänger immer mehr Wähler bekommt.



    Anbetracht einer Welt, in der Trump allen schweren wirtschaftlichen Schaden zufügt und durch Russlands Krieg die Energiekosten explodiert sind, kann mein kein Schlaraffenland erwarten. Und nun erzähle mir jemand, die Linke könnte mit ihren Enteignungsphantasien das Land wieder auf die Spur bringen - lächerlich.

    • Andreas_2020

      @Hans Dampf:

      Da haben sie recht, aber Merz muss liefern, er muss Ideen für Wachstum, Sicherheit und Zusammenhalt liefern. Das macht er aber nicht, stattdessen gab es Diskurse übers Stadtbild, faule Arbeitslose, rentenfreudige Arbeitnehmer, die keinen Bock mehr haben, Merz hat Panik und Angst verbreitet, Optimismus geht wirklich anders. Er ist der Kanzler - er muss abliefern. Da liegt ein Problem. Die CDU hat bei Scholz auch nicht Zusammenhalt und Kooperation angeboten, sondern über illegale Migration die Regierung eisenhart bekämpft und diese letztlich ja auch zu Fall gebracht.

  • metalhead86

    Aber würde die CDU die Weisheit haben, Wüst, Günther Roettgen… mit entsprechender Rückendeckung aufzustellen?

    Und in der SPD scheitert Pistorius an den Phantasiewelten die Mützenich und Stegner aufziehen.

  • nutzer

    " Die Wirtschaft stagniert, die Unternehmen halten sich trotz Steuernachlässen nach wie vor zurück " aha, vielleicht sollte die Allgemeinheit einmal diese Binsenweisheit einmal zur Kenntnis nehmen, Steuersenkungen schaffen keine Investitionen. Punkt.



    Nur die Aussicht auf Gewinne erzeugt Investitionen, nichts anderes. Und was braucht man für Gewinne? Nachfrage.



    Solange sich dieses Land selbst in einem wirtschaftspolitischen Wolkenkuckucksheim befindet, wird nichts, aber auch nichts an dieser wirtschaftlichen Misere etwas ändern können.



    Auch die nächste Regierung wird daran nichts ändern können....

    • oricello

      @nutzer:

      Naja, der Kapitalismus hat einfach fertich...

    • Andreas_2020

      @nutzer:

      Theoretisch könnte die nächste Regierung eine ganze Menge ändern. Aber die Regierungen agieren immer im Status Quo und der sorgt für Schieflage und eine Unterfinanzierung des Staates und für eine extreme Exportabhängigkeit. Es ginge anders.

    • Machiavelli

      @nutzer:

      Die Binnennachfrage ist für die deutsche Industrie nicht relevant. Der durchschnittliche deutsche kauft keine Maschine oder dergleichen. Deutschland hat ein Probem mit Exporten. Was die deutschen konsumieren außer Essen wird großteils importiert.

      • Janix

        @Machiavelli:

        Das ähnelt dem verkürzten Blick der Exportunternehmenlobbyisten. Der hat uns zur ungesunden Bevorteilung der Exportunternehmen und dem ebenso schrägen notorischen Exportüberschuss verleitet (Bei allem spontanen Stolz zumindest auf den Maschinenbau empfiehlt sich ein Blick ins GG und aufs Gleichgewicht als Forderung).

        Die Binnennachfrage ist da viel zu lang künstlich in der Garotte, und sei es die nach Infrastruktur- und Investitions-Gütern.

  • Gustav Gantz

    Stimmt, Dobrindt sollte übernehmen.

    • Janix

      @Gustav Gantz:

      Der das Grenztheater aufführt? Die Mauttragödie spielen ließ?



      Das war Sarkasmus, oder?



      Selbst Laschet wäre besser. Günther ist noch da.

      • Zippism

        @Janix:

        Wenn Dobrindt als Innenminister tatsächlich den von der Union angekündigten Kurs bei Grenzkontrollen umsetzt, ist das offenbar schon „Theater“. Vielleicht sollte man einfach akzeptieren, dass eine Regierung nicht automatisch schlecht wird, nur weil sie Politik macht, die einem selbst nicht gefällt.

  • Abdurchdiemitte

    Also, ich möcht’ schon bitten: wo in der SPD sind denn noch Ultras zu finden? Wäre schön, wenn es sie - also Politiker, die noch dezidiert sozialdemokratische Positionen vertreten - noch gäbe. Leute wie Mützenich oder Stegner werden parteiintern konsequent weg gemobbt und sind ja selbst hier in der taz ordentlich ‚vergattert‘ worden, wenn sie noch für sozialdemokratische Werte eingetreten sind. Das zum einen.



    Zum anderen: mich nervt es so langsam, wenn mit solchen Überschriften - bei aller berechtigten und notwendigen Kritik an unserem Kanzler - an das eklige „Merkel-muss-Weg!“-Geplärre von Pegida, Verschwörungsschwurblern, AfD & Co. angeknüpft werden soll.



    Gerade von linken Medien sollte doch eine differenziertere, inhaltliche Kritik erwartet werden.

    • Janix

      @Abdurchdiemitte:

      Die Arbeitsgruppe Sozialdemokraten in der SPD, mit Georg Schramm gesprochen.



      Wobei ich das nie daran festhalten würde, besonders nett zu Putin zu sein, sondern an konsequent Sozialem, auch gegen die Springerpresse & PR-Mäuler.

      • Abdurchdiemitte

        @Janix:

        AG Sozialdemokraten in der SPD - der ist gut!



        Aber bitte tun Sie mir den Gefallen, nicht auch noch das Gerücht von der Putin-Nähe der SPD zu verbreiten. Die Sozis hatten es mit dem ‚Wandel durch Handel‘ auch nicht intensiver als die CDU. Letztere tun nur so, als hätten sie in dieser Hinsicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und schon immer gewusst, wohin der Dampfer mit Putin fährt.



        Und so einige CDU-Granden (v.a. in Ostdeutschland, s. Sachsens MP Kretschmer) tun sich mit der Abgrenzung immer noch schwer. Naja, die wollen sich vielleicht die Option mit den Putin-Sprechpuppen von der AfD offenhalten. Dann aber über den russlandfreundlichen Kurs der SPD abzulästern, halte ich für absolut heuchlerisch (und durchsichtig).



        Am wenigsten müssen sich da möglicherweise die Grünen was vorwerfen lassen - die haben die Kurve noch rechtzeitig vor dem Ukrainekrieg gekriegt.

  • Black & White

    Ein Personalwechsel könnte eine Befreiung für die Regierung sein. Wüst oder Dobrindt wären eine echte Alternative, die CDU/CSU müsste sich nur zwischen einem eher linken oder rechten Kurs entscheiden.

    Bei der SPD wäre es analog eine Erlösung, wenn Klingbeil und Bas wieder als einfache Abgeordnete unterwegs wären. Pistorius könnte ich mir gut als Kandidat vorstellen.

    Die Regierungsparteien sollten ihre Entscheidung nicht zulange aufschieben. Wie wärs mit dem 1. Oktober, quasi direkt nach den drei Landtagswahlen?

  • Walter Bald

    Für Friedrich Merz waren als Kanzler bei der Wahl 30%, aber über 50% der Abgeordneten, mit ein wenig Druck beim zweiten Versuch.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    Der Satz "Wir wissen, was richtig und gut für unser Land ist." ist ebenfalls ein Beweis für fehlende menschliche Qualitäten.

    Ob Wüst, Günther, Pistorius etc. in der Lage wären, mit den übermenschlich fordernden Krisen fertig zu werden, wage ich zu bezweifeln, aber sie scheinen im Umgang konzilianter zu sein - zumindest habe ich sie bislang so wahrgenommen.

    • Sam Spade

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      "Übermenschlich fordernden Krisen"

      ?

      Meinen sie damit die DAX Konzerne die Rekordgewinne einfahren? Oder börsennotierte Unternehmen die im MDax und SDax Bilanzen aufweisen, wie es sie noch nie gegeben hat?

      Die deutsche Wirtschaft boomt, nur nicht am Standort Deutschland. Das dieses Auswirkungen auf Arbeitnehmer/Binnenkonjunktur hat ist ein normaler Vorgang bei Umstrukturierungen. Und dennoch bleibt die Arbeitslosenquote relativ konstant.

      Probleme haben die Unternehmen, welche am alten Geschäftsmodell festgehalten haben und auf billige Energie und den Absatzmarkt China gesetzt haben.

      Und die anderen Krisen? Vom Krieg in der Ukraine und dem Iran Konflikt ist Deutschland nur indirekt betroffen.

      Die Wohnungsnot in den Großstädten ist ein hausgemachtes Problem und zudem Ländersache, gleiches gilt für städtische Infrastrukturmaßnahmen.

      Blieben beim Bund noch die Baustelle Bahn, Bundeswehr oder AfD. Da hatten die Vorgängerregierungen von Brandt bis Kohl schwereres zu meistern.

      Die einzigen wirklichen Herausforderungen dürften doch eher der Klimawandel und die Sozialsysteme darstellen. Da braucht es Reformen.

      Stimmung ist ein Gefühl und sagt nichts über die realen Zustände aus!

      • Zippism

        @Sam Spade:

        „Stimmung ist ein Gefühl und sagt nichts über die realen Zustände aus“ – ein erstaunlich passender Schlusssatz für einen Kommentar, der vorher selbst aus ein paar Wirtschaftskennzahlen eine komplette Zustandsanalyse Deutschlands zusammenbastelt.

        Rekordgewinne einzelner DAX-Konzerne bedeuten nun einmal nicht, dass es der deutschen Wirtschaft insgesamt gut geht. Und dass Unternehmen im MDAX oder SDAX gute Bilanzen vorlegen, ist auch kein Beweis dafür, dass Standortprobleme, Investitionsschwäche, Bürokratie, Energiepreise oder die schwache Binnenkonjunktur plötzlich verschwunden wären.

        Auch „die Arbeitslosenquote bleibt relativ konstant“ ist als Krisendiagnose ziemlich dünn. Eine stagnierende Arbeitslosenquote widerlegt weder strukturelle Probleme noch die Belastungen durch Demografie, Fachkräftemangel und die Finanzierung der Sozialsysteme.

        Und aus „der Ukrainekrieg betrifft uns nur indirekt“ folgt ebenfalls nicht, dass er für eine Bundesregierung keine erhebliche Herausforderung darstellt.

      • Sabine Hofmann-Stadtländer

        @Sam Spade:

        Lieber Sam Spade, ich meinte damit z. B. den Umgang mit den USA und Russland, aber durchaus auch den UA-Krieg, von dem D mehr betroffen ist als Sie vermuten.

  • KLaus Hartmann

    Das Problem liegt viel tiefer. Die meisten Politiker fühlen sich heute nicht mehr dem Volk verpflichtet, sondern kümmern sich um ihren persönlichen Erfolg in der Politik und bilden Netzwerke, die ihnen bei einem Abgang aus der Politik einen Neuanfang, meistens im staatsnahen Bereich oder Lobbyverbänden ermöglichen. Nur so ist das Handeln der Groko überhaupt noch zu verstehen. Und die Bürger und Wähler nehmen es einfach hin. Hauptsache ich komm klar, die Probleme anderer Menschen und Gruppen interessieren michgar nicht. Kriegen wir Bürger nur die Politiker, die wir auch verdienen? Unsere Ego-Gesellschaft kommt irgendwann an ihre Grenzen und es trifft immer die Schwächsten. Ganz schlechte Entwicklung.

    • rero

      @KLaus Hartmann:

      Wo kümmert sich den Merz gerade um seinen persönlichen Erfolg?

      Ich bin bestimmt alles andere als ein Merzfan.

      Aber dass er sich bemüht und durchaus dem Volk verpflichtet fühlt, kann ich ihm nicht absprechen.

      Dass er darin gut wäre, behaupte ich nicht.

      Ihre Sichtweise hilft mir dagegen kein Stück weiter, um Schwarz-Rot zu verstehen.

  • Sole Mio

    Mal wieder das Ergebnis von im Wahlkampf versprochen und nicht eingehalten, bzw. nicht einhalten können, da 2 Parteien eine Koalition des vermeintlich kleinsten Übels eingegangen sind.

    Das geht bei uns bereits seit Jahrzehnten so und wird sich wohl so bald auch nicht ändern.



    Eher wird es noch schlimmer, weil es dann auf Koalitionen aus drei oder vier Parteien hinauslaufen wird.

    Helfen würde eine Politik, die den Wähler wieder von der AFD zurück zu dem Parteien bringt, bei denen sie sich einmal wiedergefunden fühlten, die für ihre Ansichten einstanden.

    • GaGaZar

      @Sole Mio:

      Wie sollen Parteien in einer dreier oder vielleicht sogar vierer Koalition denn ihre Politik durchsetzen?



      Derartige Koalitionen erzwingen Situationen in denen jede Partei auch mal komplet gegen ihren und ihrer Wählerwillen Positionen stimmen muss, um die Koalition am Leben zu halten. Ich glaube, irgendwann zermürben die Kompromisse selbst viele loyale Wähler einer jeden Partei.



      Vondaher ist es leicht gesagt, eine Partei soll mehr auf ihre Wähler hören und dessen Wünsche umsetzen. Darrüber hinaus hat es Herr Merz dieses Mal auch mit den Wahlkampflügen auf die Spitze getrieben. Von wir dürfen uns nicht mehr verschulden, zu, lass uns mal 500 Milliarden Schulden machen.



      Wie will man da Vertrauen zurück gewinnen?



      Da bräuchte es ein Wirtschaftswunder. Obwohl ihn selbst das bei einer nächsten Wahl, wohl nicht mehr retten würde.

      • Sole Mio

        @GaGaZar:

        „Wie sollen Parteien in einer dreier oder vielleicht sogar vierer Koalition denn ihre Politik durchsetzen?“



        —> eben dies habe ich ja gemeint mit dann wird es noch schlimmer und noch mehr Menschen wenden sich ab

        Es ist so, dass die einzigen die richtig Boden gut machen, leider die blauen Rechten sind!



        Und die anderen müssen nun endlich mal kapieren weshalb und sich entscheiden ob sie ihrer Ideologie folgen oder den Bedürfnissen der Wählerinnen und Wähler in den Vordergrund stellen.



        Es muss auch Schluss damit sein, jede nicht linke Denkweise gleich relativ nach rechts zu schieben oder gar als nationalsozialistisch zu bezeichnen. Davon haben viele die Nase voll!

        Und ein Wirtschaftswunder ohne die Wirtschaft abzuholen wird es nicht geben.

  • Magic Theo

    Der Artikel erinnert mich an einen Spiegel-Titel aus dem März 1989 mit der Überschrift 'Kohl soll weg - aber wie?'. Es gab eine Revolte innerhalb der CDU, danach wurde Lothar Späth abgestraft und Kohl blieb noch weitere 9 Jahre Kanzler. Mal sehen, wie es dieses mal mit der Union weitergeht.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Magic Theo:

      Kohl hat damals die Wende in der DDR gerettet. Was soll Merz retten?

      • Der olle Onn

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Kohl hat was?



        Der "schwerste Trittbrettfahrer seit es Schokolade gibt" hat die "Wende" für seine Wiederwahl instrumentiert, den "Mantel der Geschichte" flattern lassen und mit seiner Wiedervereinigungseile (vorgeblich des engen Zeitfensters wegen) die Saat gelegt, für das, was uns in den nächsten Jahren bevorsteht...

      • Machiavelli

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Möglicherweise der dritte Weltkrieg.

  • Andreas Flaig

    Eine Regierung die nur für die Geldsäcke arbeitet und ein Kanzler der dieses Amt nicht würdig ist.

    • Abdurchdiemitte

      @Andreas Flaig:

      Das Argument könnte auch von der AfD kommen. Ich bitte um fundierte, sachlich begründete Kapitalismus-Kritik.



      Denn: wäre es nicht Merz, wäre es ein anderer.

      • Andreas Flaig

        @Abdurchdiemitte:

        "bitte bitte fundierte, sachlich begründete Kapitalismus-Kritik."

        Die Fortführung des Kapitalismus- Neoliberalismus. Die aktuelle Regierung und auch schon die Vorangegangenen sind seit den 80zigern auf diesen Zug aufgesprungen. Seitdem wird alles, was einen intelligent ausgeglichenen Staat ausmacht, vernichtet. Man muss sich die katastrophalen Auswirkungen auf der Zunge vergehen lassen: Infrastruktur, Gesundheitswesen, Schulen, Bildung, einfach alles, was der Staat zum Überleben braucht. Mit welchem Konzept dahinter, wurde alles vor die Wand gefahren? Ich finde keine Antwort. Die Hauptprobleme des Neoliberalismus lassen sich auf wenige systemische Schwachstellen reduzieren: extreme Vermögensungleichheit, die Ausbeutung ökologischer Grenzen durch den Zwang zu unendlichem Wachstum, eine starke Konzentration von Marktmacht sowie die oftmals Sklaven ähnliche Entlohnung. Die Bürger, die arbeitender Mehrheit, wird komplett hinters Licht geführt, sprich verarscht. Obendrauf stehen jetzt auch noch die Faschisten auf der Überholspur. (Andreas Flaig 2026 in der taz Zeitung)



        Ich bin es manchmal leid mich ständig zu wiederholen.

      • rero

        @Abdurchdiemitte:

        Stimmt.

    • Georg Sonntag

      @Andreas Flaig:

      Ähm Vorsicht , Ihr Kanzler des Herzens kümmert sich nun auch um die Vermehrung der Kohle von Geldsäcken.



      www.zdfheute.de/po...ol-kritik-100.html

      • Andreas Flaig

        @Georg Sonntag:

        Soll er doch.



        Jetzt spielt er das Scheiss Spiel eben selbst.



        Vielleicht streckt er auch noch den Stinkefinger. Passt schon.



        Mein Herzenskanzler war er dennoch nie. Der muss erst noch erfunden werden.

    • Tom Farmer

      @Andreas Flaig:

      Ihren zweiten Teilsatz kann ich nicht beurteilen, aber Ihre erste Teilaussage kann ja kaum falscher sein. Wo hat denn CDU und SPD in den letzten Monaten für 'Geldsäcke' gearbeitet? Wegen Aktienrente oder Wochen- statt Tages-max-Stunden? Staatsquote immer noch über 50% sag ich nur..... Spritpreisbremse beschlossen usw.

      • Andreas Flaig

        @Tom Farmer:

        "Wo hat denn CDU und SPD in den letzten Monaten für 'Geldsäcke' gearbeitet?"

        Infrastruktur- und Rüstungspakete: Die Beschlüsse über große Sondervermögen zur Stärkung der Wirtschaft und Verteidigung werden von Kritikern als Entgegenkommen an die Industrie und Rüstungskonzerne gewertet.



        Wirtschafts- und Wachstumsbooster: Geplante Investitionsanreize und Entlastungen für Unternehmen sollen die Konjunktur ankurbeln, rufen jedoch den Vorwurf hervor, primär Kapitalgesellschaften zu nützen.



        Arbeitsmarkt und Soziales: Diskussionen um flexiblere Arbeitszeiten oder die Finanzierbarkeit von Rentenstrukturen sorgen im parteipolitischen Diskurs regelmäßig für den Vorwurf sozialer Schieflage.

        • Zippism

          @Andreas Flaig:

          „Eine Regierung, die nur für die Geldsäcke arbeitet“ – schön, wenn man Politik mit drei Schlagworten erklären kann. Dann braucht man sich auch nicht mehr mit der lästigen Frage zu beschäftigen, welche konkreten Maßnahmen denn gemeint sind.

          Infrastrukturinvestitionen sind plötzlich „für die Geldsäcke“, weil Unternehmen davon ebenfalls profitieren könnten. Investitionen in die Bundeswehr sind „für die Rüstungskonzerne“, als wäre eine verteidigungsfähige Bundesrepublik ein Geschäftsmodell der Industrie und kein öffentliches Interesse. Und Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft sind selbstverständlich auch nur ein Geschenk an die Reichen – denn dass funktionierende Unternehmen Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen, würde das schöne Feindbild unnötig kompliziert machen.

          Besonders hübsch ist dann der Hinweis auf die „Kapitalgesellschaften“. Offenbar ist schon die Tatsache, dass Unternehmen in einer Marktwirtschaft existieren und nicht ausnahmslos von der Regierung enteignet werden, ein Beweis für Klientelpolitik.

          Das ist keine Kapitalismuskritik, sondern politischer Stammtisch mit etwas Klassenkampfvokabular darübergestreut.

        • Tom Farmer

          @Andreas Flaig:

          Na dann.... habe mir so was ja schon gedacht.



          Sie sagen: Alle Maßnahmen die einer Wirtschaft helfen, helfen nicht den Arbeitenden sondern den Geldsäcken. Und die Steuereinnahmen die wir für Soziales benötigen kommen nicht von Unternehmen und den Arbeitenden sondern fallen vom Himmel.



          Ich denke, Sie sollten mal die Fakten checken: "Steuereinnahmen Deutschland woher" sowie "Staatsquote". Und dann nochmal von vorne.

  • Arafna

    Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.

    • Sole Mio

      @Arafna:

      Ich sehe nur derzeit niemanden der wirklich eine Lösung hat

    • Privatkundig

      @Arafna:

      Die meisten arbeitenden Wähler können im alltäglichen Hamsterrad sich v.a. auf eine verlässliche Berichterstattung durch die Presse stützen.



      Mir fällt aber auf, dass diese zu einseitig lobbygesteuerte Diskurse unkritisch aufnimmt.



      Dies ist mir in der Endphase der Ampel-Regierung aufgefallen, was einer hysterischen Hetzjagd auch von Seiten der Medien glich und m.E. Mitschuld ist am Zerbrechen der vorherigen Regierung. Wenn ich mir heute z.B. die Welt- Berichterstattung und deren Fernsehsender oder die RP anschaue, dann fällt auf, dass diese gezielt Falschinformationen z.B. von NIUS oder Lobbyisten getarnt als "Experten" (Lars Feld) öffentlich übernimmt, und diese Themen als gesetzt dann wieder mit sich selber pseudo-journalistisch diskutieren, mit denjenigen die diese ja selber falsch übernommen haben. Dies offenbar um den Diskurs zu manipulieren, um mit Falschaussagen zu beeinflussen und um mittels ihres Rahmens als Journalismus/ Expertentum getarnt ihre Themen zu setzen.



      Es wäre der Journalismus kritisch zu hinterfragen und beim öR. nachzusteuern, denn es ist schwierig, wenn im Fernsehen dieselben Lobbyisten gehäuft z.B. bei Lanz eingeladen werden, wen wundert das Wahlegebnis

      • So,so

        @Privatkundig:

        Danke für Ihre richtige Analyse. Und es sind nicht nur bild/welt etc., sondern auch die Oligopolzeitungen und gleichgeschalteten Käseblättchen im ganzen Land. Die "grosse Linie" ist überall gleich: fehlende Staatseinnahmen sind "gegeben" und können nur durch Sparen ersetzt werden, anstatt Steuern gerecht einzutreiben.



        "Bürokratieabbau" und noch mehr Steuergeschenke für Firmen gilt als notwenig und gesetzt.



        Kurz Neoliberalismus als neuer Katechismus.



        Das schlimmste: Abwürgen der einzigen positiven Utopie (=Energiewende) der Ampel. Weil man (nach der Heizhammerpropagandakampagne gegen Habeck) die Bürger gegen rationales Handeln aufgestachelt hat, dass man sie jetzt wieder "abholen, einsammeln und mitnehmen" muss, was aber nur begrenzt klappt, da ja ALLE jetzt "Grüne, Klimakleber und Habeck Jünger" hassen wie die Pest.

        • Zippism

          @So,so:

          „Neoliberalismus als neuer Katechismus“ – und schon ist das politische Bullshit-Bingo komplett. Besonders hübsch ist die Vorstellung, Deutschland müsse nur endlich „gerecht Steuern eintreiben“, dann wären die finanziellen Probleme offenbar gelöst.

          Kleine unangenehme Realität: Deutschland ist kein Niedrigsteuerland. Die Abgabenbelastung auf Arbeit ist bereits enorm hoch. Und irgendwann muss man vielleicht auch darüber reden, dass nicht jede weitere Finanzierungslücke automatisch durch noch höhere Steuern geschlossen werden kann – sondern dass die Sozialabgaben und die Ausgabenstrukturen dringend reformiert werden müssen.

          Aber „Sozialstaat effizienter und langfristig finanzierbar machen“ klingt natürlich weniger romantisch als „die Reichen müssen endlich zahlen“.

          Und die Energiewende als „einzige positive Utopie“ zu verklären, ist ebenfalls bemerkenswert. Eine Politik, bei der man steigende Energiepreise, überbordende Regulierung und massive Akzeptanzprobleme produziert und anschließend behauptet, die Bevölkerung müsse nur noch besser „abgeholt“ werden, hat zumindest einen Vorteil: Wenn die Realität nicht zur Utopie passt, ist selbstverständlich die Bevölkerung schuld.

  • Leo Onlin

    Egal wie man die politische Haltung von Merz beurteilt. Der Mann hat sich bereits vor und mit seinem Amtsantritt völlig unglaubwürdig gemacht. Wer sich zur Wahl vehement für die Schuldenbremse ausspricht und quasi mit dem Amtseid dieses Versprechen bricht, hat alles Vertrauen sofort verspielt, egal ob es richtig war oder nicht.

    Dieser Mann ist sowas von machtgeil und dabei total von Gestern, dass man hoffen muss, dass sich die CDU seiner entledigt.

    Der erste Auftritt nach seinem Urlaub treibt vermutlich die letzten konservativen Wähler zur AfD. Waldbrände allein dem Klimawandel zuzuschreiben ist für einen CDU-Politiker eine Dummheit, die sich rächt. Vermutlich kündigt sich ein ähnlicher Niedergang wie bei Joe Biden an, anders ist solche Instinktlosigkeit nicht zu erklären.

    • Volker Maerz

      @Leo Onlin:

      Klar , er hätte selbstverständlich dazu sagen müssen, dass zum Klima noch Dummheit und kriminelle Energie eine Rolle spielen. Weiß ja echt keiner. Man darf aber den CDU-Wähler nicht unterschätzen, der dann aus Rache dafür, dass Merz den Dummen nicht auf die Sprünge geholfen hat, Rechtsradikale wählt.

    • Abdurchdiemitte

      @Leo Onlin:

      Machtgeile und (ewig) gestrige Politiker gibt es allenthalben. Ist es nicht Merz, ist es Scholz, ist es Merkel. Dieses Lamento nützt nur der AfD.



      Ich vermisse eine sachliche, analytische Kritik von Kapitalismus und Neoliberalismus. Das nämlich fürchten die Mächtigen wie der Teufel das Weihwasser.

    • Sonderzeichen

      @Leo Onlin:

      Ich bin immer noch überzeugt davon, dass die Ampel vor allem deswegen zustande gekommen ist, weil keiner den Merz als Kanzler wollte.



      Dass er es nun doch geschafft hat, obwohl er Jahrzente lang nicht ans Steuer durfte und alle ihn gemieden haben spricht Bände über unseren Politikbetrieb und die Mutlosigkeit, ich möchte fast sagen Feigheit unserer Gesellschaft.

    • Maira567

      @Leo Onlin:

      Wie hätten Sie's denn gern? Würde es Ihnen besser ins Konzept passen, wenn Herr Merz den Klimawandel leugnen würde?

    • Privatkundig

      @Leo Onlin:

      Mit seinem Auftritt in Hürtgenwald hat Merz wieder mal bewiesen, dass er das Thema das im Raume stand nicht begriffen hat. Die Bevölkerung musste nicht durch ihn belehrt werden, was Klimawandel ist.



      Die Frage bzw. Erwartung welche Maßnahmen er ergreift mit diesen Katastrophen umzugehen, Bevölkerungsschutz, Ausstattung /Unterstützung Feuerwehren/ Zivilschutz, Hitzepläne, Städtekühlung, Regenrückhalt, Moorvernässung, Waldschutz, Anbau bestimmter Baumarten, Brandschutz Nadelbaumplantagen etc. hat er nicht beantwortet. Sehr selbstgefällig.



      Dass er dann alle, die dort Kritik geübt haben indirekt als Leistungsverweigerer und Schreier verunglimpft, obwohl dort auch Bauern mit ihren Fahrzeugen teilnahmen, die massiv geholfen haben, kam ihm nicht in den Sinn.

  • Agarack

    Angenommen, die Autorin habe mit allem Recht.

    Wen schlägt sie als neuen Kanzler oder neue Kanzlerin vor, und welche Parteien bilden die Regierung? Ich wäre angesichts der aktuellen bundesweiten Umfragen für eine Antwort dankbar, die zumindest grob der mutmaßlichen Sitzverteilung entspräche, bevor jetzt jemand mit "RRG, die kommen bestimmt, die haben zusammen 35%!!!!" kommt.

  • Tom Farmer

    Politik: Ein ungutes Geschäft für ungute Menschen.



    Leider stimmt der Spruch zunehmend auch für große Teile unserer politischen Kommentatoren. Einzelne Lichtgestalten wie Frau Hayali u.ä. mal außen vor.

  • Marcelo

    Verliert Merz verlieren alle auf der andere Seite der AFD. Den dann gewinnt definitiv die AFD. Linke, Grüne und SPD werden nicht mal zusammen eine Chance haben

    • Maira567

      @Marcelo:

      Das sehe ich auch so - wie man auf gut Englisch sagt: "Obacht, was man sich wünscht". Ich finde es tatsächlich verantwortungslos, in Zeiten wie diesen eine Regierungskrise herbeischreiben/forcieren zu wollen.

  • Privatkundig

    Es hätte eine Kanzlerkandidatalternative gegeben: Herr Pistorius. Hätte die SPD ihn aufgestellt, dann wäre m.E. die Wahl sehr anders ausgefallen. Was dringend notwendig ist, ist jemand der das Misstrauen in das politische System beseitigt, also eine integre, ehrliche und vertrauenswürdige Person, die die Gesellschaft verbindet, statt unnötig und willkürlich ohne Ziel und Weitblick zu spalten, wie es die Unionsspitzen tut! Hier ist Merz die komplett falsche Besetzung. Mit seinen willkürlich, durch seine persönlichen Feindbilder, ausschließlich intrinsisch motivierten, mit seinem ziellosen Spaß an schmerzhaften Maßnahmen, die ausschließlich die arbeitenden ärmere und eigentumslose Bevölkerung betrifft, und er auch nicht wahrhaben möchte, dass die Gesellschaft sich geändert hat und alten Rezepte nicht mehr funktionieren (wenn sie überhaupt jemals funktioniert haben), befeuert er das Misstertrauen (Schattenbank Black-Rock).



    Er hat kein Wertesystem mit dem zukunftsorientierte Reformen möglich sind, im Gegenteil ihm fehlt offenbar das Analysieren und Denken in komplexen Systemen, daher fehlt ihm die Einschätzung über die langfristigen Folgen. Spass am Schmerz anderer ersetzt keine Reform

  • Yoriko N.

    Ist eine realistische und zukunftsorientierte Politik wirklich zu viel verlangt? Dass sie mit dieser Regierung nicht möglich ist, hat sie hinlänglich bewiesen.

  • Günter Witte

    Merz weg, was dann ?? Es gibt einfach nicht die EINE Politik mit der ALLE in Deutschland zufrieden sind, somit kann es auch keinen Regierungschef/Regierung geben die heute noch (große) Mehrheiten hinter sich bindet. Wenn die Halbwertszeiten der Regierungen immer mehr abnehmen haben wir bald gar keine Politik mehr sondern nur noch Wahlkampf Dauerschleife. Oder reden wir bewusst alles immer so schlecht bis wirklich die an der Regierung sind die man unbedingt verhindern müsste ??

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Günter Witte:

      ALLE wäre tatsächlich zu viel verlangt. Aber 14% Zustimmung ist arg wenig. Zum Vergleich. Selbst Trump liegt bei doppelt so viel.

      • Günter Witte

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Nur halte ich Beliebtheitswerte und Wahlumfragen für mit das größte Übel unserer Zeit. Es ist doch ein tägliches Wettrennen in den Medien wer die schlechtesten Zahlen für die Regierung hat und wer die höchsten für die AfD. Ob oder was eine Regierung heute macht ist nicht mehr entscheidend, Hauptsache ich finde eine Person/Gruppe die da dagegen ist und schon ist alles pauschal schlecht. Die schlechte Arbeit in Deutschland machen nicht nur die Politiker sondern auch die Medien !!

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Günter Witte:

          Sie können die Umfragen für ein Übel halten. Sind sie in gewisser Weise auch. Aber sie zeigen, dass Merz für seine chaotische "Arbeit" kaum Zustimmung findet. Einen Kanzler, der sein Mundwerk nicht im Griff hat, der der Bevölkerung praktisch Faulheit vorwirft und es nicht mal schafft, eine Regierungsumbildung in der eigenen Partei abzustimmen, brauchen wir nicht . Vor allem, wenn man bedenkt, wer an die Tür des Kanzleramtes klopft.

  • Eckhard Hanseat52

    ."Deutschland braucht eine Regierung, die den sozialökologischen Umbau vorantreibt, die nach vorn schaut." Die hätte aber nur so 40% der Wähler hinter sich. das Geld für ihr Programm würde sowieso fehlen, denn CDU und AFD würden die Steuerbelastungen für Vermögende oder radikale Subventionskürzungen wie etwa beim Dienstwagenprivileg nicht unterstützen. Weitere Verschuldung? Selbst die USA müssen schon 5% Zinsen für langfristige Anleihen bieten. Vertrackte Lage.

  • Kabelbrand Höllenfeuer

    Die Wirtschaft wird auch weiterhin nicht nennenswert wachsen, weil seit zig Jahren vom Bestand gezehrt wird und zuwenig in Innovation investiert wurde. Merz und seine Buddies sind jetzt das letzte Aufgebot, um den Status Quo noch irgendwie zu verlängern - weil gleichzeitig aber der Lebensstandard und die Sicherheiten der Bürger sinken, wird das aber nicht mehr lange funktionieren, zumal in Sachen Mieträuberei, überzogenen Preisteigerungen bei Lebensmitteln oder auch dem kaputten Bildungssystem absolut nichts kommuniziert und unternommen wird.



    Mit dem Abgang der alten Nomenklatura wird allerdings auch kein einziges Problem gelöst, weil das ganze politische und ökonomische System darauf ausgerichtet ist, Opportunisten, Narzissten und Inkompetenzler zu protegieren.



    Momentan bündelt sich der Vertrauensverlust absurderweise bei der AFD, deren Opportunisten, Narzissten und Inkompetenzler sich erfolgreich als eine "Anti-Elite" gerieren und die mit den inhaltsleeren Sprachblasen der Altparteien so nicht zu schlagen sein werden.

    • Privatkundig

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      Ich stimme Ihnen voll und ganz zu, aber bzgl. der Bekämpfung des Aufstiegs der AfD ist diese nur inhaltlich zu entlarven, in dem man diesen Sprechblasen mal faktisch auf den Grund geht, mit den Handlungen abgleicht und die Praktikabilität hinterfragt. Stattdessen hat man sich zu oft auf zu emotional ausgrenzende Schmier- und Scheindebatten herab begeben.



      Ich habe mich seit Pegida gefragt, warum man sich nicht inhaltlich mit den Gründen beschäftigt hat, da diese so offensichtlich in einer mangelhaften Sozialpolitik begründet war und warum man ausschließlich auf Ausgrenzung anstatt Entlarvung gesetzt hat.



      Anscheinend war das bequemer, und weil man es zu Groko-Zeiten konnte, aber auch, weil man eben bestmöglichst nicht selber bei diesen Themen angreifbar sein sollte.

    • Axel Schäfer

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      So schlimm können die Krisen allerdings nicht sein, denn sie führen ja trotz allem Gejammer "der Wirtschaft", dazu das die Vermögen unserer Superreichen eher exponentiell wachsen, wenn sich das nur linear entwickelt werden uns ja Szenarien in Richtung Armageddon vorgestellt.



      Es ist die stetige Umverteilung nach oben die alles lähmt.

      • Sonderzeichen

        @Axel Schäfer:

        Ja richtig.



        Deswegen wäre linke Politik, ein gesundes Begrenzen des Kapitalismus, eine Reform des Erbschaftsrechts so wichtig.



        (Extrem) Rechte Akteure schaffen es aber, der Bevölkerung das exakte Gegenteil schmackhaft zu machen: unbegrenzter Kapitalismus, weg mit der Erbschaftssteuer - (extrem) rechte Politik.



        Wir müssen unsere gute Ware intelligenter vermarkten. Denn dass bei der extremen Rechten alles gammelt und stinkt das ist unstrittig wenn man mal genau hinsieht und Zusammenhänge versteht. Wir haben besseren Lösungen. Das müssen wir vermitteln.

  • Otto Mohl

    Sozialökologischer Umbau aka Transformation haben wir jetzt schon sehr lange und wirkt absolut nicht, sondern macht den Wähler:innen massiv Angst. Besser erklären ist da die Strategie, aber die zieht bei 30 % + x * immer mehr nicht.

  • Altbayer

    Nö! Lasst ihn die vollen 4 Jahre durchziehen! So ersparen wir uns dann hinterher so "aufregende Charaktere" wie Amthor, Linnemann & Reiche gleich mit. Nach dem die großen Konzerne schon wie NEUE Reformen fordern, kann es doch nur besser werden, wenn unser aller Macher "anpackt". ( Ein Stückweit Sarkasmus ) - warum ich dies so sehe ? So sehr wie viele Konservative den fast schon totalen Niedergang der SPD gefeiert haben, das Volk WOLLE EINFACH konservative Politik, so sehr finde ich es geil, wenn mit dieser Ausbeuterklientel dann endlich FEIERABEND gemacht wird!

    • Privatkundig

      @Altbayer:

      Ich bin nicht der Meinung, dass das Volk rechte Politik fordert, hinter der ehemaligen Vorgängerpartei der AfD, Pegida, stecken v.a. eher linke sozialpolitische Kritik und Missstände, die von der damaligen Groko nicht berücksichtigt wurde. Dies hat sich die AfD geschickt zunutze gemacht, in dem sie sich als "Protestpartei" generieren konnte, aber seit der Flüchtlingskrise zunehmend rechtsradikal unterlaufen wurde. Leider sind die Wähler dieser Partei da noch nicht mitgekommen das zu bemerken. Anscheinend ist die Wut mittlerweile zu groß geworden.

  • Dietmar Rauter

    Das Dilemma ist doch: Insbesondere eigentlich Mit dem Verstand ausgestattete Mitmenschen hätten schon lange diesem Treiben der 'Volksparteien' den Garaus machen müssen. Wer -bitte- soll es denn jetzt angesichts dieser Personalflaute denn richten können ? Wo selbst ein Habeck nach kurzer Zeit wieder das Weite gesucht hat. Demokratie lebt von aufgeklärten WählerInnen, die stetd an Entscheidungen beteiligt sein MÜSSEN (!) und das auch mit in die Wiege gelegt haben sollten. Da haben die denkenden, insbesondere gut ausgebildeten 'Wissenschaftler' in ihren Tempeln den Kontakt zur Realität verloren und die 'Politik' Aufsteigern und Möchtegernen überlassen und in ihrem Fortschrittswahn vergessen, auf welchem Planet wir uns befinden statt alles zu tun, um nachhaltig und für alle auskömmlich überleben zu können, so dass Kohei Saito in seinem neuen Buch die Lage so beschreibt: 'Überleben in den Ruinen des Fortschritts'. Wann fängt ein nachhaltiges Denken an und wie werden wir die in dieser Wirtschafts- 'Demokratie' leider hochgekommene Brut wieder los? Wer traut sich und meldet sich bei den WählerInnen ?

  • GaGaZar

    2029 nächste Bundestagswahl. Minderheitsheitsregierung CDU, CSU, SPD und die Grünen, toleriert von den Linken.



    Es braucht politische Wunder.



    Schade das es keinen Transfermarkt für Politiker gibt.



    Ich würde die heimischen SPD Politiker verkaufen und mit den dänischen Sozialdemokraten hier eine neue Mannschaft ins Rennen schicken.

    • Offebacher

      @GaGaZar:

      Die dänischen Sozialdemokraten machen im Punkt Migration reinste AfD-Politik, und das ungestört von der dänischen Verfassung. Die kennt nämlich weder Gleichheit von Mann und Frau, Asyl, Einwanderung, Umweltschutz etc... sondern regelt v.a. das Verhältnis zwischen König, Folketing, der Staatskirche und den Bürgern. Als Beispiel ein typischer Artikel:



      § 80. Bei Volksaufläufen darf die bewaffnete Macht, wenn sie nicht angegriffen wird, erst einschreiten, nachdem die Menge dreimal im Namen von König und Gesetz vergebens zum Auseinandergehen aufgefordert worden ist.



      Das ist auch kein Wunder, schließlich stammt die Verfassung von 1915, mit kleineren Anpassungen 1920 und 1953 :-)



      Hier der Link, wer die Verfassung selbst mal durchlesen will: www.verfassungen.eu/dk/

    • Privatkundig

      @GaGaZar:

      Wichtig wäre v.a. Schnittmengen zu bilden und dennoch die Parteienprofile schärfen und dies ehrlich zu kommunizieren, dann würde auch das funktionieren können.



      Aber dazu ist zu viel Narzissmus in den Führungsrigen vorhanden, das scheint das Hauptproblem zu sein.

  • ttronics

    Ja, schon richtig eigentlich. Ich sehe jetzt aber den Nachfolger für Merz noch nicht so recht - Günther oder Wüst vielleicht? Die könnten es aus Unionssicht vielleicht besser, aber wer will das sinkende Schiff schon übernehmen? Vielleicht hat hier jemand einen besseren Vorschlag. Sicher wäre eine Kanzlerin, die geschickter moderieren und präsentieren kann erste Wahl. Vielleicht kann jemand einen Namen ins Forum werfen.

    Ansonsten kann diese Regierung auch nicht direkt in Neuwahlen gehen sondern muss umsetzen und beweisen, dass ihre Reformen Probleme lösen und nicht neue schaffen und das definitiv bis spätestens zur nächsten Bundestagswahl.

    Mit oder ohne Merz kann man nur irgendwie und entgegen der Tatsachen hoffen, dass das zum Teil gelingt.

    • So,so

      @ttronics:

      Nachdem die von bild etc. aufgehetzte Meute Habeck weggejagt hat, stehen wir da ohne grosse Talente.



      Ich sehe NIEMANDEN der als Kanzlerin das Land für seine Einwohner führen könnte (und wollte!).



      Daher soll merz und seine truppe (inkl. spd Anhängseln) mal schön weitermachen und zeigen wie es nicht geht.

  • behr Behr

    Hätte sich die Ampel-Regierung an die notwendigen Reformen bei



    Rente und Krankenkosten gewagt, wäre sie schon vorher auseinandergebrochen.

  • Petzi Worpelt

    "Aber das Wirtschaftsministerium leitet eine Frau, die erneuerbare Energien ausbremst und auf die Technologien von gestern setzt. "

    Das ist Framing. Faktisch ist: Reiche hat weder die CO2-Steuer noch Ladesäulen abgeschafft oder NordSüdLink gestoppt, noch Kohle oder Gas subventioniert oder sonst was.

    Sie hat einzig nur eh umstrittene Subventionen auf Solar gesenkt und ermöglicht, dass nicht mehr jedes Baudenkmal eine Wärmepumpe nutzen muss. Außerhalb der linken Blase nennt man das längst überfälligen Realismus.



    Ansonsten läuft doch alles wie bisher.. Panik dann für die AFD-Klimapolitik aufheben 😉

    • Privatkundig

      @Petzi Worpelt:

      Wenn dem so wäre, so hätte sie die vielen guten Ansätze und Gesetze, die die Ampel unter Hochdruck in Masse geliefert hat, weiterentwickeln oder Nachsteuern können. Das tat sie nicht, zum Entsetzen der Industrie, die v.a. Verlässlichkeit bei ihren Investitionen benötigt, sondern die CDU/ CSU hat wieder mal das Ruder vollkommen sinnfrei herumgerissen, anstatt auf dem bereits Geleisteten aufzubauen und macht gezielt wieder die Industrie der Erneuerbaren kaputt.



      Dies macht die CDU/CSU zum x-fach wiederholten Mal:



      -2010 gezieltes kaputt machen der führenden deutschen Solarindustrie, Setzen auf Atomkraft;



      -2012 Atomkraftausstieg mit hohem Schadensersatz, Setzen auf Gas;



      -2022 Krieg/Gaslieferstopp durch Putun, notwendiges Setzen wieder auf Solar und Regenerative, u.a. wg. Klimawandel und den Kosten die dadurch entstehen;



      -2025 CDU/CSU-Regierungsführung wieder Setzen auf Gas trotz Abhängigkeiten tührt zu Unbezahlbarkeit und Schmelzen der Gasvorräte

      • So,so

        @Privatkundig:

        100%

  • Okti

    Schade, dass die Wähler:innen anscheinend eine andere Auffassung darüber was Deutschland braucht haben.

    So wie in den USA braucht es auch hier mehr Linkspopulist:innen, um jegliche Form von sozioökologischen Umbau überhaupt in der Bevölkerung mehrheitsfähig zu machen. Neoliberale Parteien wie die Grünen oder Parteien mit Altlasten wie Die Linke scheinen zumindest nicht als Alternative wahrgenommen zu werden.

  • Flix

    Ja, Merz muss weg, er hätte nie in das Amt gewählt werden dürfen, denn es gab in den vergangenen Jahren mehr als genügend Warnsignale.



    Was sich die Union geritten hat, ein derartig großmäuliges, überhebliches Ekelpaket erst zum Vorsitzenden und dann zum Kanzler zu machen, werden wir wohl nie erfahren.



    Wer Reformen, seien sie in der geplanten oder einer anderen Form nötig oder auch nicht umzusetzen möchte, dem wird dies nicht dadurch gelingen, dass er jedwede betroffene Gruppe erstmal sinnfrei beleidigt und auf berechtigte Kritik gar nicht oder mit Starrsinn reagiert.



    Merz ist derart aus der Zeit gefallen, dass er mit jedem weiteren Tag im Amt dem Land weiteren Schaden zufügt.

    • Lowandorder

      @Flix:

      …anschließe mich cum grano salis

      kurz - eine Lusche

  • test_name

    >Deutschland braucht eine Regierung, die den sozialökologischen Umbau vorantreibt, die nach vorn schaut.<







    Hört sich nach rot/rot/grün an. Es gibt sie noch, die Gläubigen an eine bessere Welt. Unsere Gesellschaft hat viele Probleme. Zuwanderung löst sie alle. Geld spielt dabei keine Rolle denn die Reichen zahlen alles.







    Merz muss bleiben. Merz ist zwar völlig unfähig - aber alle Alternativen sind noch schrecklicher.







    Eigentlich brauchen wir gar keine Regierung.

    • Lowandorder

      @test_name:

      Tja - insbesondere ton End -



      Lakmustest 👎

  • Claude Nuage

    Wir wählen so lange, bis es eine linke Mehrheit gibt? Sollte diese Groko platzen, wird das passieren, was schon bei der Ampel passiert ist: Die Wähler bestrafen die Partei, die das Boot zum Kippen gebracht hat. Danach reicht es vermutlich nur noch für Alle gegen die AfD, das ist wie Groko, nur noch wesentlich schlimmer. Sicher ist Friedrich Merz eine unglückliche Personalie. Da ist aber weit und breit niemand, von dem man erwarten kann, dass er es besser macht. Der Riss in der Groko bildet den Riss in der Gesellschaft ab - repräsentative Demokratie. Solange sich die Mehrheitsverhältnisse nicht ändern, ändert sich auch die Politik nicht.

    • oricello

      @Claude Nuage:

      Pistorius!

      • Arafna

        @oricello:

        Jep, an den dachte ich auch gerade.



        Allerdings wird er wenn, dann wohl nur eine Koalition aus CDU/SPD/Grüne und Linkspartei anführen, das schlechteste Wahlergebnis wird die SPD haben, doch ist der Typ nun mal der beliebteste Politiker hierzulande. Ob das reicht?

        • Der olle Onn

          @Arafna:

          Und warum ist er der beliebteste Politiker? Weil er so lustig und urgemütlich aussieht?



          Mal abgesehen davon, dass er der "Beliebteste" unter vielen furchtbar Bewerteten ist, sind seine Punktzahlen (bei einer Bewertung von Plus 5 bis Minus 5) ja auch nicht sooo überragend.



          Und was macht er eigentlich wirklich? Er gibt eine Menge Geld aus, taucht mal hier und mal da in Tarnfleck auf. - Aber was bewirkt das real? Jedenfalls muß er sich nicht auf all den Feldern bewähren, die momentan alltäglich besonders im Kreuzfeuer der Meinungen liegen. Kann sein, dass er damit ein wenig außerhalb der Schußlinie steht. Als unser aller großer Beschützer im Hintergrund...

  • economista

    Wer hätte was gegen Wirtschaftswachstum in einer sozialen und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft? Selbst die viel gescholtenen Merz und Reiche wären mit dieser Dreierkombi zufrieden, wenn es mit ihr nicht so viele Schwierigkeiten gäbe. Ohne Produktivitätssteigerungen werden beispielsweise bessere Sozialleistungen zu höheren Steuern und Abgaben führen, die schlecht für die Wirtschaft sind. Oder wenn Energie teuer bleibt, kann man nicht gleichzeitig Unternehmenssteuern erhöhen und Investoren anlocken. Keine neue Regierung wird es allen recht machen können.

    • Privatkundig

      @economista:

      Wenn die Regierung überhaupt keine langfristig tragbaren Rezepte gegen die durch Lobby-Macht ausufernden Kosten hat bei:



      -Energie



      -Gesundheit



      -Pharmazie



      -Spekulation Immobilie



      -Spekulation Lebensmittel



      -Spekulation Infrastruktur Daseinsvorsorge



      -Monopolbildung Handel Lebensmittel



      -Monopolbildung Spekulation Landwirtschaft, Grund und Boden



      -Monopolbildung Immobilienbau Grundstück



      -Spekulation öPNV Mobilität

      etc. durchweg auffallend viele neoliberale Themen für einen Spekulationslobbyisten Merz!

      • So,so

        @Privatkundig:

        Ja, wir leben NICHT in einer Marktwirtschaft, sondern in einer verlotterten Oligopol, und Lobbywirtschaft.



        Das Kartellamt ist ein Witz . Und das ist gewollt.

    • Privatkundig

      @economista:

      Ich stimme Ihnen soweit zu, nur geht es momentan mit Nichten und bessere Sozialleistungen, sondern um das ziellose und willkürliche rasieren des Sozialstaates, auf Basis der persönlichen Feindbilder des Herrn Merz und seiner Gefolgsleute. Und wenn Kritik unter anderem durch die Helfer und die Betroffenen, aufkommt, wie bei seinem Besuch in Hürtgenwald, dann verunglimpft er diese wieder in dem er sie quasi als die Nichtarbeitenden vorverurteilt.



      Und das vollkommen unnötig und ziellos!

  • Philippo1000

    Ja!



    und… nein.



    Merz bleibt Möchtegernkanzler.



    Scholz wurde immer mangende Kommunikationsfähigkeit vorgeworfen, dabei hat er den Laden im Inneren zusammen gehalten und die Anderen in der Außenwirkung auch mal glänzen lassen.



    Das nennt sich Understatement und ist ein wenig aus der Mode, genau so wie Respekt, Demokratie, Feminismus, Gastfreundschaft .



    Fragt sich allerdings, ob man*frau jede Mode mitmachen muss.



    Merz ist eher der Typ große Klappe, Nix dahinter, von daher sehr trendy,



    Komisch, dass er der unbeliebteste Kanzler ist.



    Merkel und Scholz haben Krisen gemeistert, Merz macht Probleme in Heimarbeit.



    Die Lösung ist allerdings keine Ablösung von Merz.



    Das gilt auch für die SPD.



    Das Festhalten an der Koalition ist notwendig, da die „afd“ eher stärker als schwächer wird.



    Eine rechnerisch linke Alternative ist derzeit nicht in Sicht.



    Bewegen muss sich die Union.



    Die sieht, wie beim Gas Frau Reiche:“ keinen Handlungsbedarf“.



    Wer keinen Handlungsbedarf sieht, sollte sich ein anderes Aufgabenfeld suchen.



    Es hilft, Einzelne auszutauschen, und zwar nicht nur den Hausmeister (Verkehr).



    Merz muss einsehen, dass schlechte „afd“ Kopie nicht weiter hilft um die Demokratie zu retten.

  • Querbeet

    Und dann?

  • shitstormcowboy

    Ja, seh ich genauso. Nur, wie und mit wem? Noch nie war die Personalfrage so gravierend wie jetzt. Aber man schaue sich das Personal der Parteien nur mal an. Katastrophe. Einzig bei den Grünen stößt man noch auf Kompetenz. CDU/CSU haben nichts mehr zu bieten, die SPD wenig, die Linke - naja, BSW oh Gott und die AFD - allesamt Vollpfosten, die Deutschland in einen braunen Abgrund reißen wollen. Und - all dieses Personal entstammt einer Bevölkerung, die unreflektiert, habgierig, egoistisch, in Teilen völlig verschwurbelt oder einfach blöd ist. Also haben wir genau die Politiker, die wir verdienen. So wird das nichts.

    • Privatkundig

      @shitstormcowboy:

      Die SPD hätte Pistorius aufstellen können, der noch am vertrauenswürdigsten und integrierten wirkt. Dies benötigt Deutschland schon seit langem, das hat sich bei der Personalien Schulz und Scholz gezeigt, hier hatten die gemäßigten und Integrität ausstrahlenden Kandidaten immense unvorhergesehene Zustimmung bei den Wahlen.



      Warum sollte das in dem politischen Berlin nicht längst verstanden worden sein? Sie scheinen es zu ignorieren. Zudem ist ein Merz mit seinen subversiven Machenschaften, mit denen er sich regelrecht, an die Macht gelogen hat, und nun diese Linie fortsetzt, genau die falsche Personalie. Seine Verunglimpfungen von kritischen Bürgern, nur weil sie sich für eine faktisch funktionierende und glaubwürdige Demokratie einsetzen, um die AfD zu verhindern, seiner Unfähigkeit mit Kritik umzugehen und seiner Unfähigkeit zu zielführenden, nachhaltigen Reformen, einer Politik, mit der er gerade in dieser kritischen Zeit dem Land und dem System schadet. Auch jegliche Priorisierung auf das Dringlichste und Wesentliche fehlt. Was haben denn die grenzwertig ziellosen Reformen bei Kranken und Armen bislang verbessert? Nichts, die Kosten werden in die Zukunft verlagert/verteuert.

      • So,so

        @Privatkundig:

        merz fehlen Anstand und moralisch- ethische Grundwerte.



        Das bildet sich in seinem Wollen und Handeln ab.

  • Krumbeere

    "Es führt wohl kein Weg dran vorbei – Friedrich Merz muss weg".



    Und wer solls dann richten?



    Mit solchen Parolen lotsen sie die Wählerschaft direkt in die Arme der Afd. Und hinterher heißt es dann wieder "das habe ich nicht gewollt". Also bitte Vorsicht mit solchen Parolen.

    • Privatkundig

      @Krumbeere:

      Nur weil eine Entscheidung einmal getroffen wurde, ist es nicht sinnvoll fatalistisch daran festzuhalten, und jegliche Sinnhaftigkeit und Gefahren zu verdrängen, die gerade jetzt (letzter Schuss der Demokratie) durch die Unfähigkeit von Merz sinnvolle, effiziente, vorausschauende produktive Reformen zu liefern, entsteht.



      Im Gegenteil, Merz verzettelt sich in seinem Hass und seinen Vorurteilen seines antiquierten Welt- und Feindbildes im Klein-Klein, anstatt die großen Linien erkennen zu können. Stattdessen arbeitet er subversiv in Hinterzimmern an der Abschaffung demokratischer Mittel (BürgerInformationsGesetz), ein Gesetz was gerade in diesen Zeiten des überbordenden Lobbyismus und Demokratiemisstrauen wichtig ist. Dringend wäre jetzt ein Nachsteuern notwendig, wenn unsinnige Reformen nichts bewirken, eher nachteilig wirken, und langfristig humane Ressourcen und die Demokratie belasten.



      Pistorius wäre die richtige Personalie, s. letzte Wahlen.



      Durch eine derartig sinnlose Politik des Herrn Merz und dem faktischen Zwang, der SPD in dieser Groko bleiben zu müssen, wird der SPD immenser Schaden in ihrem Markenkern und ihrer Glaubwürdigkeit entstehen, wovon sie sich nicht erholt.

  • Klabauta

    Auch wenn ich die Meinung der Autorin teile, mag ich die Überschrift nicht. "Merz muss weg" - warum die Wortwahl des Mobs aufgreifen?



    Finde ich keine gute Idee.

  • T-Rom

    Mal davon abgesehen, dass Merz in der Tat einige Kompetenzdefizite für seine Aufgabe hat (und die CDU das selber offenbar auch so sieht - schielsslich hat sie ihn ja erst im dritten Anlauf zum Vorsitzenden gewählt):



    Vielleicht liegt es ja nicht nur an den Personen, dass es an vielen Stellen nicht voran geht. Scholz musste weg, da angeblich ungeeignet. Dann kan Merz, in vielerlei Hinsicht das Gegenteil von Scholz - angeblich auch ungeeignet. Mehr als 50% der MInister sind der öffentlichen Meinung nach ebenfalls Fehlbesetzungen, wie schon in der vorigen Regierung.



    Vielleicht sollten wir auch ein Paar strukturelle Dinge ändern, so dass es polititsch (mit welchem Personal denn auch) mehr vorangeht.

  • Joachim Petrick

    Schlafwandler Riege Berlin wiederholt Tragik europäischer Schlafwandler vor 1914 als Farce. Damals täuschten sie sich über Eigendynamik weg, dass die seit 1910 geplant durch Paul Warburg, J. P. Morgan 1913 gegründete Federal Reserve (FED) mit 14 Regional Dependancen Agenda verfolgt, England, Frankreich, Russland Aufrüstung auf $ Basis am US Kongress vorbei mit Krediten zu supporten, den anfallenden Geldmengenüberhang renditeorientiert im Ausland zu investieren, ohne die US Wirtschaft zu inflationieren. Das war die Geburt des J. P. Morgan/Warburg FED global aufgestellten Kreditkarussells, das über Nixon Schock 1971, Petrodollar Deal 1974 alle Ölkontrakte in Petrodollar zu fakturieren., der 2024 endete, bis heute wirkt. Damals wie heute reagieren die Schlafwandler mit derselben Panik, wegbrechendes Kreditvolumen in eigener Währung fakturierten Handels durch Kriegsertüchtigung Kreditvolumen zu kompensieren ohne damals wie heute mit Merkel gedeutet, die Folgen vom Ende her zu bedenken, den militärischen Schlamassel an immer mehr Endlos Kriegsschauplätzen, der die Weltfinanzarchitektur in tektonische Beben versetzt, Da hilft auch kein "Merz muss weg" außer das Wunder neuen 68er Mais

  • Warim Wilke

    Natürlich ist Merz weder kompetent, noch arbeitet er zukunftsorientiert. Ich werde ihm keine Träne hinterher weinen. Nur, das Personal austauschen ändert am Grundproblem nichts. Das Grundproblem ist, dass ein Verteilungskampf von oben nach unten geführt wird, der mit neuen Köpfen nicht aufhören wird, denn mit Wachstum für alle ist (wegen nie endenden Wachstumszwang in einer endlichen Welt die gerade deutlich sagt: Schluss) einfach Ende. Für das Problem hat keiner eine Lösung, daher werden Chaos und Raubbau an der Solidargemeinschaft schlimmer. Und die Hälfte der Bevölkerung (die gut 50% die AfD und Union wählen) hätten für sich und vor allen Dingen für alle Anderen gerne noch mehr Prügel und Druck, da ist mit Fakten eh kein Stast mehr zu machen. Ob dieser Mist jetzt mit Merz, oder ohne ihn in die Katastrophe führt ist letztlich wurschtegal.

    • Privatkundig

      @Warim Wilke:

      Gerade jetzt müsste über wichtige Grundsätze entschieden werden, nämlich dass der Neoliberalismus gegen die Wand gefahren ist und wir gerade die Folgen und Kosten davon tragen müssen. Hier hatte die Ampelregierung gute Ansätze.



      Zu diskutieren wäre zudem, wie unsere Demokratie bzgl. ihren Grundsätzen verbessert werden kann, z.B. bzgl. der Stärkung der demokratischen Mittel, wie effektive Möglichkeit aber auch Pflicht zur Mitwirkung, Überprüfung und Schärfung von demokratischen Werkzeugen, wie Bürgerinformationsgesetz, Demonstrationsfreiheit ohne unbegründete Strafverfolgung, Wirkmacht von Petitionen und Beschwerdeausschüssen und Kontrollgremien.



      Hier liegt einiges im Argen, was die unterschwellige und faktische Aushebelung dieser demokratisch eingerichteten Werkzeuge zur Mitbestimmung und v.a. Kontrolle betrifft. So können Bürgerrechte ins Leere laufen gelassen werden, ohne dass die Bürger sich effektiv und faktisch dagegen wehren können. Wenn sie sich wehren, werden sie persönlich verunglimpft und in eine politische Außenseiterecke zu den extremen Parteien gedrängt. Dies sind erforschte Mechanismen. Die Bürger sind nicht dumm, sie merken das, und dies war Grund für Pegida/AfD.

  • Ricky-13

    taz: *Es führt wohl kein Weg dran vorbei – Friedrich Merz muss weg*

    Nicht nur Friedrich Merz, auch Katherina-"Gas-Kathi"-Reiche und Carsten Linnemann müssen schleunigst wieder weg.

    Friedrich Merz hätte niemals Kanzler werden dürfen, denn er spaltet die Gesellschaft immer mehr, treibt die Armen mit seiner unsozialen Politik in die Fänge einer rechten Partei und gefährdet damit den sozialen Frieden in diesem Land. Dass Merz kein Staatsmann ist, das sieht und merkt man immer deutlicher.

    Und mit Friedrich Merz - der die klimaschädliche Industrie und damit die Gewinne der Großaktionäre wieder nach ganz oben bringen möchte - wird es auch niemals Klimaschutz geben.

    Ich habe mit der CDU nichts am Hut, aber ein Kanzler Daniel Günther wäre mir jetzt tausendmal lieber als dieser ehemalige BlackRock-Lobbyist. Während Friedrich Merz für ein klar konservatives und wirtschaftsneoliberales Profil steht, würde Daniel Günther als Kanzler einen betont moderaten, pragmatischen und auch modernisierenden Kurs der Mitte fahren.

    Merz ist ein "Fossil" aus dem letzten Jahrhundert. Wir brauchen aber im 21. Jahrhundert moderne Politiker, die im 'Jetzt' und nicht im 'Gestern' der 1950'er Jahre leben.

    • Agarack

      @Ricky-13:

      Das ist wenigstens mal ein konkreter Vorschlag. Ganz ehrlich: Kanzler Günther fände ich auch besser.

  • Martin Rees

    "Merz hat sich durch maßlose Selbstüberschätzung und fehlende Empathie in eine Situation manövriert, in der auch intern die Frage lauter wird..."



    Wusste er eigentlich etwas von Klempnerei und allen anderen Details, die sich hinter seinen Pauschalaussagen zur Ampel verbargen?



    Dass die Koalition jetzt wohl ein Problem mit der "Kontinenz" bekommen könnte, wäre aus Kenntnissen von Klempnerei und Spenglerei vielleicht im Vorfeld schon zu adressieren für die Rücklagenbildung zur Reparatur.



    Von Wirtschaft soll er ja was verstehen, sagt man in seiner Partei.



    Wenn die erste Belastungsprobe zur Dichtigkeit für die Regierung kommt, wird vielleicht ein heißer Herbst folgen.



    Der Wahlausgang bei den Landtagswahlen wird ein Menetekel sein, dafür bedarf es keiner Kassandra oder eines Teiresias.

    • Privatkundig

      @Martin Rees:

      Ich bin nicht der Meinung, dass er viel von Wirtschaft versteht, dann würde er die systemischen Stellschrauben und deren Auswirkungen verstehen und absehen können. Dies ist offensichtlich nicht der Fall, er doktort an unwirksamen Gesetzen herum, ohne deren systemische Folgen zu erkennen, die nach hinten heraus sogar noch teurer, unsinniger und auch politisch gefährlich werden und der Zweck sogar ins Gegenteil verkehrt wird, nur aus persönlichen Ressentiments heraus. Meines Erachtens könnte es auch ein Zeichen sein, dass er bereits zu alt für diese Funktion ist, da sogar erforscht ist, dass gerade im Alter sich Symptome von Charakterzügen schwerer verbergen lassen und die Emotionalität weniger reguliert werden kann.



      Ich halte auch nichts davon wenn gesagt wird, er könne sich jetzt harte Reformen Leisten, da er sowieso nicht nochmal gewählt werden kann, wichtig ist doch, dass diese Reformen zielführend an den richtigen systemischen Stellschrauben durchgeführt werden. Danach sieht es nicht aus. Sie werden sich an den ihren Folgen messen lassen müssen, aber dann ist es für unser Land gar nicht mehr aufzufangen. Und ein Herr Merz segelt selbstzufrieden und reich in den Sonnenuntergang.

  • Stavros

    Wer sich einmal ernsthaft mit AfD-Wählenden unterhält, erfährt folgendes:

    Sie haben Angst vor Wohlstandsverlust.



    Sie sorgen sich um innere Sicherheit, Verwahrlosung, Kriminalität.



    Sie finden es unfair, dass sie seit 16 durchgängig gearbeitet haben und nach Abschaffung der Rente mit 63 nach 51 Jahren harter körperlicher Arbeit in Rente gehen sollen - mit eh sehr geringen Bezügen oder sogar empfindlichen Einbußen.



    Sie finden, wo sie arbeiten, keine bezahlbare Wohnung mehr und, wo sie leben, keine funktionierende Infrastruktur, keine Zugverbindungen, Ärzte, Ausbildungsplätze für die Kinder. Zudem sind die gestiegenen Benzinpreise dort ein großes Problem.

    Die AfD erklärt ihnen die Ursachen für ihre Probleme: Geldzahlungen ans Ausland, Russlandsanktionen, faule ausländische Grundsicherungsempfänger, Migration allgemein. Das Übliche eben.

    Das große Geheimnis der politischen Lage und der zunehmenden Paralyse der Parlamente ist gar nicht so groß: Solange Union und SPD sich nicht dazu aufraffen, diese Probleme zu lösen (wie sie es früher selbstverständlich getan haben), wird es immer instabiler werden.

    • Privatkundig

      @Stavros:

      Und ein Herr Merz mit seiner CDU, ein Herr Söder tun einfach nichts mehr dagegen, von wegen Leistungsträger, wozu sich Merz ja zählt, was er liefert ist maximal unzureichend und wenn, dann überwiegend unsinnig und Zeit- und Ressourcenverschwendung und Verschlimmerung.

    • Kohlrabi

      @Stavros:

      Das ist m.E. eine sehr gute Beschreibung. Nur dass die Lösungsmöglichkeiten für die zentristischen Parteien bei anhaltendem Nullwachstum dahinschwinden. Als parteiunabhängiger Linker könnte ich jetzt nicht im Brustton der Überzeugung sagen: Dies und jenes müsste getan werden, und dann kehren wieder Zukunftsvertrauen und Sicherheit ein.

      M.E. gäbe es zwei Auswege. Der erste wäre eine jakobinische, sozialrevolutionäre Disruption. Also ein ernsthafter politischer Angriff auf die Besitzstände der Großeigentümer und des Finanzdienstadels. Das wäre vielleicht 2008 ff. möglich gewesen, jetzt wohl nicht mehr.

      Der zweite Ausweg wäre die Rückkehr zu einem zumindest bescheidenen und anhaltenden Wirtschaftswachstum von 2-3%, welches Verteilungsspielräume eröffnet. Ich glaube aber nicht daran, dass selbst die beste Wirtschaftspolitik das aus eigener Kraft erreichen kann. Nur Beten und Hoffen auf den Weltmarkt ist möglich.

      Der größte zu beeinflussende Faktor ist derzeit m.E. tatsächlich das Außenverhältnis. Konfrontative Machtpolitik und Kriegsertüchtigung gehören verhindert, um überhaupt irgendwelche Spielräume zu haben und nicht geradewegs in die (innere und äußere) Merde zu marschieren.

      • Stavros

        @Kohlrabi:

        Ich stimme Ihnen bei beidem voll zu.

        Allerdings habe ich leise wachsende Hoffnungspflänzchen, dass irgendwann sogar eine bescheidene Vermögensumverteilung mehrheitsfähig wird.

        Und zwar erstens, weil, wie Sie sagen, der jakobinische Druck im Kessel immer weiter steigen wird.

        Zweitens - das ist eigentlich der wichtigere Grund -, weil es sogar für die Besitzenden existenzgefährdend wird, wenn sie ihr Kapital nicht mehr reinvestieren können, weil schlicht die Nachfrage fehlt (was das ewige Paradox des Kapitalismus ist).

        Da werden sie dann wohl eine bescheidene Abschöpfung akzeptieren, 0,5-1 Prozent, um das System insgesamt wieder zu stabilisieren.

        Oder nicht, und Ihre zweite Annahme trifft ganz sicher eher früher als später ein.

        • Marcelo

          @Stavros:

          Das wird nie passieren! Geld ist den Menschen zu wichtig. Umverteilung wird ein Schimpfwort werden

      • Privatkundig

        @Kohlrabi:

        Deutschland hat sich in eine rüstungs- und finanztechnische Abhängigkeit bzgl. der Unterstützung und von den Entscheidungen der Ukraine gemacht.



        Mir fehlt die deutsche Perspektive bei diesen Entscheidungsfindungen, denn unsere Politiker sind in erster Linie für das Wohl Deutschlands gewählt und v.a. die Vertretung deutscher Interessen.



        Momentan scheint dies an die Ukraine out gesourced worden zu sein.



        Ungut bei zunehmenden hybriden Kriegsangriffen im eigenen Land. V a. wenn es keinen Schutz für die eigene Bevölkerung und die eigene Infrastruktur gibt.



        Schlecht für ein Land das sich nicht selber verteidigen kann, v.a. wenn es Wehr- und Kriegsentscheidungen an andere Länder auslagert.

  • S.R.

    Was sind SPD-Ultras?

  • Astrid Sehnefeld

    SPD und Union sind politische Gegner seit ihrem bestehen.



    Das klassische Rechts und Links im Land.



    Irgendwann wurden sie bräsig - oder die Erfolgsgeschichte BRD ist einfach zu Ende erzählt, noch kein Land dominierte dauerhaft, jeder Staat schwankt historisch immer wieder zwischen Revolution und Blütezeit.



    Egal was dazu führte - jedenfalls sind jetzt SPD und Union gezwungen Koalitionen zu führen.



    Das framen sie als 'Mitte'. Man bezeichnet sich selbst nicht mehr als links oder rechts.



    Das war anfangs ein geschickter Schachzug. So wurde der eigenen Klientel, dass man mit dem politischen Gegner zusammenarbeiten kann, obwohl man ja eigentlich gegensätzliche Positionen vertritt.



    Die Realität aber bewies über die Jahre, dass bei GroKo's nicht das beste von SPD und Union zu Tage tritt, sondern Wischiwaschi Politik, Kompromisse die für beide Lager faul schmecken.



    So lange SPD und Union zusammenarbeiten, werden ihre Zustimmungswerte sinken, da so keiner von ihnen seine politische ur-DNA umsetzen kann.



    Gleichzeitig reicht es immer seltener für rotgrün oder schwarzgrün.



    Ein Teufelskreis.



    Die Ränder wachsen unaufhörlich, rechts freilich mehr als links.



    Bald sind wir flächendeckend unregrierbar.

    • Privatkundig

      @Astrid Sehnefeld:

      Grund ist, dass Demokratien systemisch nicht so und v.a. nicht über eine so lange Zeit auf Großen Koalitionen angelegt sind. Wichtig ist, dass es starke Oppositionen gibt und die Parteien ihr Profil schärfen. Ohne diese besteht die Gefahr, dass Kritiker oder die verbliebenen kleinen zersplitterten demokratischen Oppositionsparteien mundtot und an den politischen Rand gedrängt werden, mit denen man dann nicht mehr sprechen möchte (CDU-Die Linke). Dabei sieht der Wählerwille bei einer zersplitterten Parteienlandschaft das Gegenteil vor, dass sich die Politik inhaltlich umsomehr mit diesen Themen und deren Gründen beschäftigen müsste, um Schnittmengen zu finden und diese Wählerschaft politisch einzubinden und um demokratiefeindliche oder -zersetzende Parteien inhaltlich erkenntlich zu machen und umstürzlerische systemgefärdende Parteien inhaltlich zu entlarven.



      Diese Einbindung von oppositionellen Parteien in den politischen Diskurs ist seit Merkelszeiten nicht mehr passiert.



      Die Ampel (erste Dreiparteienkoalition) hat es versucht, aber mit der neoliberalen Lobbypartei der Lindner-FDP in ihrer Verkennung ihrer Funktion (Opposition in der Regierung?) war das erste gar nicht machbar.

    • Klabauta

      @Astrid Sehnefeld:

      Die erste schwarz-rote Koalition gab es bereits 1966 unter Kiesinger. Es folgten drei weitere unter Merkel.



      CDU oder SPD als klassisch rechts bzw. links zu beschreiben, verkennt die Realitäten. Die CDU prägte schon 1949 den Begriff "soziale Marktwirtschaft", die SPD verabschiedete sich spätestens mit dem Godesberger Programm 1959 von ihren sozialistischen Wurzeln.