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Polizei schießt auf Schüler in München Aussage gegen Aussage

Mohamed Amjahid

Kommentar von

Mohamed Amjahid

Ein 14-Jähriger wird wegen einer Spielzeugwaffe angeschossen. Gut, dass Betroffene der Darstellung der Polizei nun leichter in sozialen Medien widersprechen können.

D ie alte Form der Polizeikommunikation funktioniert nicht mehr: Ein Fall von Polizeigewalt spielt sich ab, jemand wird von Be­am­t*in­nen angeschossen oder misshandelt, die Polizei gibt daraufhin Informationen – manchmal auch bewusst erfundene Details – und Rechtfertigungen heraus, viele Medien übernehmen diese unkritisch und dann fragt niemand mehr nach. Diese Symbiose zwischen Polizeibehörden und zu unkritischen Redaktionen geht im Zeitalter der demokratisierten Kommunikation in den sozialen Medien nicht mehr auf. Das zeigt auch ein aktueller Fall aus München.

Am Dienstagabend wurde ein Jugendlicher im Münchner Stadtteil Schwabing von Po­li­zis­t*in­nen angeschossen und schwer verletzt. Was mittlerweile bekannt ist: Der 14-Jährige trug eine Softair-Waffe bei sich, also ein Spielzeug. Das sei laut mehreren Berichten auch in einem Überwachungsvideo deutlich zu sehen. An­woh­ne­r*in­nen alarmierten daraufhin die Polizei. Ab hier gehen die Darstellungen der Behörden und der Familie des Opfers auseinander.

Laute Gegendarstellung

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die Polizei sagt: Der Junge, den sie zunächst viel älter, ja sogar volljährig eingeschätzt hätten, habe eine Handbewegung gemacht, als hätte er durchgeladen und sich daraufhin in Richtung der Be­am­t*in­nen mit erhobener Waffe umgedreht. Dann seien die Schüsse von Seiten der Polizei gefallen. Genau diese Darstellung gaben viele lokale und überregionale Medien als Tatsachenbehauptung an ein breites Publikum weiter.

Kurze Zeit später meldete sich allerdings die Familie des Jungen zu Wort: Die Mutter berichtete, dass ihr Sohn seine Arme erhoben hätte, darauf hingewiesen habe, dass es sich um eine Attrappe handle. „Es ist ein Spielzeug“, soll er gesagt und daraufhin „Bitte nicht schießen!“ gerufen haben. Ihr Sohn sei dennoch angeschossen, gefesselt und auf dem Boden fixiert worden. Erst Sa­ni­tä­te­r*in­nen hätten den schwer verletzten und traumatisierten Jungen befreit. Die Familie beklagt auch, dass sie von der Polizei nicht benachrichtigt worden sei.

Die Frage, woher überhaupt das Waffen-Spielzeug kommt, schneidet ein viel größeres Thema an: Online machen Use­r*in­nen darauf aufmerksam, wie einfach es ist, im Billigwarenhaus Kik für einen Euro eine Spielzeugwaffe aus einer Grabbelkiste zu fischen und an der Kasse zu kaufen. Die Botschaft: Jedes Kind, das einen Euro zur Verfügung hat, kann so ein Plastikspielzeug erwerben und damit auf die Straße gehen. Dabei bleibt es fraglich, ob Waffenattrappen überhaupt als Spielzeug vertickt werden sollten.

Bei einer Pressekonferenz zum Fall zeigte ein Polizeisprecher Bilder der Softair-Waffe und einer echten Beretta 92. Tatsächlich sind die beiden leicht zu verwechseln. Trotzdem wirkt das Vorgehen der Polizei wie ein verzweifelter Versuch, den Einsatz samt Schüssen zu rechtfertigen. Vielleicht sogar Frust darüber, dass die Deutungshoheit der Polizei längst bröckelt und immer mehr Menschen die Darstellungen der Behörden zumindest anzweifeln und die Betroffenen immer mehr Raum bekommen, ihre Sicht der Dinge mitzuteilen. Denn Fakt ist, dass hier ein Kind angeschossen wurde. Und genau das sollte nicht passieren.

Selbstorganisierter Aktivismus gegen Polizeimeldungen

Stand jetzt steht Aussage gegen Aussage. Darüber haben mittlerweile auch große Medien berichtet. Die Süddeutsche Zeitung zitiert aus einer Pressemitteilung der Familie, der Bayerische Rundfunk hat die Mutter interviewt. Allein das ist eine erstaunliche Entwicklung. Vor wenigen Jahren wäre die zweite Perspektive, also die des minderjährigen Opfers und seiner Angehörigen, ganz und gar untergegangen.

Es ist vor allem der selbstorganisierte Aktivismus, der sich gegen die Darstellung der Polizei stemmt. In diesem Fall sind es kurdische Aktivist*innen, die politisch organisiert dafür sorgen, dass die Perspektive der Polizei zumindest nicht allein im öffentlichen Raum rezipiert wird.

Was jetzt mehr als nur angebracht wäre, aber weder in Bayern noch irgendwo in Deutschland existiert: eine unabhängige Aufklärung des Vorfalls durch eine unabhängige Behörde, bei der alle Seiten gehört werden. Aber auch in diesem Münchner Fall ermittelt einmal mehr die Polizei gegen sich selbst.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mohamed Amjahid

Mohamed Amjahid

Mohamed Amjahid ist freier Journalist und Buchautor. Seine Bücher "Der weiße Fleck. Eine Anleitung zu antirassistischem Denken", "Let's Talk About Sex, Habibi" und "Alles nur Einzelfälle? Das System hinter der Polizeigewalt" sind bei Piper erschienen.
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102 Kommentare

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  • Tyre Extinguisher

    Wenn diese Spielzeugwaffen für jedes Kind legal zu kaufen sind, muss die Polizei zuerst damit rechnen, dass es sich um eine Spielzeugwaffe handelt und nicht um eine echte. Die Wahrscheinlichkeiten sprechen klar dafür. Ich schätze die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit auf 1000 zu 1, dass eine Waffe in Kinderhand ein Spielzeug ist. Schießt die Polizei einfach drauf los, trifft sie unter dieser Annahme zu 99,9 % ein unschuldiges Kind.

  • Strolch

    Wen man den Artikel liest, kann man die Tragik nicht erkennen. Nein, es geht nur um Schuld. Das Forum springt drauf an, wenn auch anders als der Autor wollte. Sie sieht die "Schuld" bei demjenigen, der mit der "Waffe" rumfuchtelte, dem Jungen.

    Ich sehe die Tragik. Da kauft man für ein paar Euro eine Waffe, ist als 14 jähriger stolz drauf und wir angeschossen. Natürlich kann man sagen, selbst Schuld und schön blöd, wenn man damit im Einkaufszentrum rumfuchtelt. Aber der gute war 14.

    Und auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Auch der Polizist dürfte wach liegen und sich überlegen, hätte ich es erkennen müssen/können, dass es eine Spielzeugwaffe war? Auch wenn hier immer so getan wird: Polizisten schießen in Deutschland äußerst selten und es dürfte für die meisten traumatisierend sein, wenn sie einen Menschen anschießen, ob sie im Recht waren oder nicht, dürfte dabei nicht so relevant sein.

  • Franz Hofer

    Hier etwas mehr Information:



    www.br.de/nachrich...ekannt-ist,VSv2tIv

  • JMarius

    Die Mutter sagt, er habe nicht geschossen und ein paar Zeilen später wird sich darüber beklagt, dass die Familie über den Vorfall nicht informiert wurde? Offenbar war die Mutter nicht mit dabei, sondern geht wahrscheinlich einfach nur von dem Besten aus, so wie faste jede Mutter. Warum wird das nicht eingeordnet?



    Auch für Polizisten kann so ein Vorfall traumatisch sein und jeder Schusswaffengebrauch ist mit einem unfassbaren bürokratischen Aufwand bis hin zur möglichen Freistellung oder gar Anklage im Nachgang verbunden. Ich zweifle stark an, dass Beamte das mal eben so aus Fun machen, auch nicht, wenn das Kind Ausländer ist.



    Vielleicht sollten sowohl Kinder, als auch Erwachsene in Zukunft einfach nicht mit Pistolenattrappen in der Öffentlichkeit herumfuchteln, dann hätten wir solch ein Problem erst gar nicht. Aber na klar, die Polizei ist pauschal der böse Feind.

  • Charlie Foxtrot

    Und wieder mal ein schönes Beispiel dafür, dass bei der TAZ oft die Kommentare schlauer sind als der Artikel - das gibt es sonst im gesamten Internet nicht. Weiter so!

    • Franz Hofer

      @Charlie Foxtrot:

      An diesem Kommentar ist allenfalls schlau, dass durch bestimmte Formulierungen beim Leser ein gewünschter Eindruck erweckt werden soll.



      - "Die Mutter berichtete" Richtig ist, dass die Mutter nur erzählte, was ihr der Sohn erzählte.



      - "also ein Spielzeug. Das sei ... auf einem Überwachungsvideo deutlich erkennbar". Richtig ist, dass die Waffe erkennbar ist, nicht aber dass es ein Spielzeug ist.

      • Charlie Foxtrot

        @Franz Hofer:

        Entschuldigung, ich habe mich ungenau ausgedrückt:



        Die Leserkommentare sind schlauer, als der Originalartikel!

  • Mendou

    „ In diesem Fall sind es kurdische Aktivist*innen, die politisch organisiert dafür sorgen,“ Um rauszufindenden wo da jetzt auf einmal Kurden herkommen, muss man erstmal andere Zeitungen lesen. Bitte mehr Journalismus und weniger Aktivismus!

  • Ramaz

    Muss man nicht einfach die BodyCams aller beteiligter Beamten anschauen und abhören? Welche Fragen bleiben da noch offen?



    Oh Polizei hat Cam abgeschaltet, oder erst garnicht dabei.



    Dann muss sich die Behörde nicht wundern, dass man ihnen nicht glaubt. Ein Beamter müsste bei Dienstantritt bis Ende die Cam laufen lassen. Es gäbe kaum noch Platz für Geschichten und Deutungen.



    Umdrehen mit Waffe im Anschlag -> Notwehr



    Hände Hoch und rufen Spielzeug -> Mordversuch

    • Franz Hofer

      @Ramaz:

      Laut SZ waren Zivilbeamte als erste am Einsatzort.

    • DiMa

      @Ramaz:

      In anderen Zeitungsberichten wird angegeben, dass es sich um Zivilpolizisten gehandelt hat; seit wann tragen Zivilpolizisten BodyCams?

    • Volker Racho

      @Ramaz:

      Wie häufiger bei solchen Vorfällen ist nach meinem Wissen der aktuelle Sachstand so das die Polizei BodyCams gar nicht durchgehend und anlasslos laufen haben darf. Und wenn's dann kritisch wird vergisst order "vergisst" man das natürlich schnell.

      Ich bin sehr dafür das die Dinger verpflichtend und durchgehend laufen. Am besten verschlüsselt und nur auf richterliche Anordnung einsehbar. Wenn diese Grundlagen geschaffen sind und die Aufnahmen dann doch mal mysteriös verschwinden sollte es eine Beweislastumkehr geben, so dass die Beamten dann ihr ordnungsgemäßes Handeln nachweisen müssen. Dann ist es nämlich im Interesse Aller das Alles sauber dokumentiert wird.

  • Thomas O´Connolly

    In Zeiten von 3D‑gedruckten Ghost-Guns im quietschgrünen Wasserpistolen-Look ist hier ohnehin ein komplettes Umdenken angesagt.



    Man kann de facto nicht mehr zwischen Attrappe, Spielzeug und Mordwerkzeug unterscheiden.

    Das Waffengesetz muss verschärft werden und die Polizei braucht flächendeckende Bodycams.

    • DiMa

      @Thomas O´Connolly:

      Wieso muss das Waffengesetz geändert werden, wenn das Tragen von Waffenattrappen bereits verboten ist? Und wieso sollten Zivilpolizisten Bodycams tragen müssen?

  • whereischesgmt

    Ich finde diese Passage schwierig...



    "Kurze Zeit später meldete sich allerdings die Familie des Jungen zu Wort:..." Hier wird komplett der Teil aus der Pressemitteilung weggelassen, warum es egtl. zu dieser Situation kam: "Der erst 14-jährige AÖ, der am gestrigen Dienstag mit seiner Freundin unterwegs war, führte lediglich eine Spielzeugwaffe mit sich, um sich mit Freunden einen Spaß zu erlauben".



    1) Welche Art Spaß soll das bitte sein? Fremder Menschen traumatisieren? Und 2) - Wieso wird der betroffene Jugendliche in anderen Artikeln (auch hier bei taz) wie ein Kleinkind, das mit Puppen oder Wasserpistolen spielt dargestellt? Entschuldigung, aber wir reden hier von einem 14-jährigen und keinem 6-jährigen. Klar passt zum Narrativ vom bösen Polizisten, der aus rassistischen Gedanken unüberlegt schnell gehandelt hat, besser, dass der Jugendliche bisschen zurückgeblieben und kindlich ist, aber das gibt die Pressemitteilung so nicht her.

    Dieser Vorfall ist unabhängig irgendeiner Herkunft oder auch der "Verantwortung" des Jugendlichen maximal tragisch. Aber diese Pressemitteilung ist trotzdem mindestens Widersprüchlich...

    • Sole Mio

      @whereischesgmt:

      Es ist schon alles sehr verwirrend was da aus dem Umfeld des jungen Mannes kommt. Ob man ihm damit einen Gefallen tut? Ich fürchte nein

  • Deep South

    Ich hab noch nie verstanden, warum einer -mutmaßlich- einseitigen, untreflektierten Darstellung, eine ebensolche entgegenstellen muss und was das mit der Wahrheitsfindung zu tun haben soll. Man kann die Aussagen der Polizei ja kritisch hinterfragen, aber wenn man sie grundsätzlich anzweifelt, dann muss man schon mehr auf den Tisch legen, als irgendwelche unbelegten Behauptungen.



    Und hier macht es sich der Autor doch viel zu einfach und nutzt die subjektiven Aussagen der natürlich emtional angefassten Mutter, um den Beamten Polizeigewalt vorzuwerfen. Und er stimmt zwar selbst zu, dass die Softairpistole mit einer echten Waffe leicht zu verwechseln sei, aber nennt die gleiche Argumentation der Polizei einen "verzweifelten Versuch". Wenn das die gesamte Substanz ist, auf der der Artikel aufbaut, dann empfinde ich ihn als schlicht tendenziös.

    • whereischesgmt

      @Deep South:

      Bei der Mutter hat man ja irgendwo Verständnis, die Schuld nicht beim eigenen Sohn zu suchen. Aber was bewegt hier den Autor zu "überinterpretieren" und Kontext wegzulassen. So unvollständige und subjektive Darstellungen, helfen der Sache nicht. Es ist beides nicht zielführend und einfach auch ekelhaft - die Menschen, die die Arbeit der Polizei "loben" oder abfeiern, das jemand angeschossen wurde, als auch die, welche ohne Beweise von Polizeigewalt wissen wollen. Der 14-jährige ist anscheinend stabil und überlebt - Glück gehabt, es war keine echte Gefahrenlage, aber es gab eine wahrscheinlich Notwehrsituation, die Staatsanwaltschaft wird schon ihr Arbeit machen - in hoffentlich alle Richtungen. Aber dem Autor war es wichtiger davon zu Berichten, dass man Spielzeugpistolen für 1€ an Wühltischen bekommt. War das den genauso eine, das sagt er nämlich nicht - und warum soll das überhaupt Relevant sein?

  • Zippism

    Die Mutter war gar nicht dabei. Ihr Wissen über den entscheidenden Moment stammt von ihrem 14-jährigen Sohn. Daraus dann eine vermeintliche Gegendarstellung zur Polizei zu basteln, ist schon journalistisch recht bequem.

    Und dann die Empörung über die „verzweifelte Rechtfertigung“ der Polizei: Die Beamten standen offenbar einem 14-Jährigen gegenüber, der eine täuschend echt aussehende Beretta-Attrappe in der Hand hielt und sich damit in ihre Richtung bewegte. Genau für solche Situationen ist die Polizei da: Sie soll nicht erst nach dem Schuss feststellen, ob eine Waffe echt war.

    Vielleicht sollte man die Reihenfolge einfach mal umdrehen: Nicht „Warum hat die Polizei auf ein Kind mit Spielzeug geschossen?“, sondern „Warum läuft ein 14-Jähriger mit einer täuschend echten Pistole durch die Gegend und richtet sie in Richtung von Polizisten?“

    Aber das wäre natürlich weniger bequem. Dann müsste man ja zugeben, dass die Polizei möglicherweise nicht aus Lust an der Eskalation geschossen hat, sondern weil sie innerhalb von Sekunden eine lebensgefährliche Situation einschätzen musste.

  • Desdur Nahe

    Wozu Mutmaßungen und Hörensagen? Man muss sich nur das Bild im Artikel ansehen: Wer der hier Lesenden wäre in der Lage, aus Metern Entfernung in einer dynamischen Situation zu erkennen, welche Waffe tödlich ist, und welche nur "Aua" macht?



    In einer Zeit, wo Jugendliche über soziale Medien als Auftragskiller angeworben werden, gilt für diese wie für Erwachsene auch:



    Solange die Person die Waffe in der Hand hält, kann sie dich töten und deine Kinder zu Waisen machen. Selbstschutz an erster Stelle. Und ein Schuss ins Bein ist in dieser Situation eine Leistung, die die Besonnenheit der Beamten (-Innen?) zeigt.

    • Desdur Nahe

      @Desdur Nahe:

      Das mit dem Schuss ins Bein bitte gedanklich aus meinem Kommentar streichen, es war ein Schuss in den Oberkörper.

  • GCG

    Passanten fühlten sich bedroht, flüchteten vor dem Jungen und riefen die Polizei. Aus meiner Sicht absolut verständlich. Ich persönlich kann eine Anscheinwaffe nicht von einer echten unterscheiden. Lt. § 42a Waffengesetz (WaffG) ist es zudem verboten, Anscheinwaffen zu führen. In einem anderen Bericht hieß es, die Mutter sagte auch, dass ihr Sohn die Waffe nur zum Spass gekauft hat. Was kann man mit einer Waffe spassiges anstellen? Passanten das Fürchten lehren?

    • Schleicher

      @GCG:

      Jedes Kind spielt mit Spielzeugwaffen. Wo leben Sie?

  • DenkeDran

    Kommentar entfernt. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette.

    Die Moderation

  • Land of plenty

    Die Schilderungen klingen nach einer aufgeregt nervösen Polizei mit einer Portion Irrationales.



    Der Schuss richtete sich gegen den großen kulturell anderen Mann. Die Pistolen sehen verschieden aus.



    Ich finde es gut, dass Mohamed Amjahid diese obigen Punkte anspricht.



    Ja, wir brauchen endlich eine unabhängige Behörde, die gegen Polizeigewalt ermitteln kann, dazu autorisiert ist!

    • Sole Mio

      @Land of plenty:

      Noch mehr brauchen wir Eltern, die ihren Kindern beibringen nicht mit einer täuschend echt aussehenden Waffe offen durch die Stadt zu laufen!

      Wenn die Polizei hier falsch gehandelt hat, muss dies verfolgt werden!

      Aber bitte keine pauschalen Vorverurteilungen! Damit ist man nicht besser als jene, die Menschen aus anderen Gründen ebenfalls pauschal irgendwelcher Dinge oder Handlungsweisen beschuldigen. So kommen wir nicht weiter!

    • R.I.P.

      @Land of plenty:

      "Der Schuss richtete sich gegen den großen kulturell anderen Mann."

      Unter Profis sind Ferndiagnosen verpönt.

      Natürlich haben Sie mit der unabhängigen Behörde, welche gegen staatliche Gewalt ermittel kann, recht.

    • Volker Racho

      @Land of plenty:

      "Die Pistolen sehen verschieden aus."

      Bitte einmal bei Google in der Bildsuche "beretta 92 variants" eingeben. Gerade eine so weit verbreite Waffe gibt es in unzähligen Varianten, Farben und mit etlichen Anbauteilen. Wie andere Kommentierende schon schrieben, schon aus wenigen Metern Entfernung ist so eine Anscheinwaffe von einer echten nicht mehr zu unterscheiden.

    • MK

      @Land of plenty:

      Natürlich ist der Polizist nervös. Da fuchtelt jemand mit etwas rum, was wie eine scharfe Pistole aussieht. Es ist nur verständlich dass ein Polizist in Angst um sein Leben nervös wird.



      Wer etwas gegen Polizeigewalt tun will, muss das Problem an der Wurzel anpacken: es wird nicht mit Pistolenatrappen auf offener Straße rumgefuchtelt und wer in den Club geht, lässt Pfefferspray und Messer zu Hause.

    • Nachtsonne

      @Land of plenty:

      Sie erwarten wahrscheinlich auch bei einem Banküberfall, dass die Bankangestellten die Anscheinswaffe von einer echten Waffe unterscheiden können um dann heldenhaft den Bankräuber zu überwältigen.

    • Chris McZott

      @Land of plenty:

      "Die Pistolen sehen verschieden aus."

      Ich bitte Sie, es geht doch nicht darum, welche konkrete Waffe die Softair-Waffe nachahmt.



      Hätten Sie ohne den erläuternden Text erkennen können, welche die echte Waffe ist? Ich hätte falsch getippt. Von der realen Situation fange ich garnicht erst an. Um genau solche Situationen zu vermeiden, sind Softair-Waffen auf offener Straße verboten.

      Sie unterstellen einen Zusammenhang zum "großen kulturell anderen Mann" - Ich unterstelle was anderes: Jugendliche die mit Softair-Waffen rumprollen, gehören nach meiner Erfahrung zu einem sehr problematischen Klientel...in meiner ostdeutschen Heimatstadt haben das vor allem Nazis, Hools oder Kriminelle gemacht.

    • Astrid Sehnefeld

      @Land of plenty:

      Aus dem Erstartikel der taz dazu: "Software- oder Anscheinswaffen sehen echten Waffen täuschend ähnlich. Das ist auch die Absicht der Hersteller. (...) ES IST ABER VERBOTEN, SIE IN DER ÖFFENTLICHKEIT ZU ZEIGEN ODER ZU TRAGEN. (...) Geworben wird damit, dass die echte Pistole weltweit im Einsatz ist bei Militär, Polizei und Spezialeinheiten. „Ein ‚Must have‘ für jeden Sammler und Waffenliebhaber“, schreibt ein Händler.



      Immer wieder wird verlangt, den Zugang zu diesen Anscheinswaffen strenger zu regeln und sie etwa nicht mehr an Minderjährige zu verkaufen oder sie auch ganz zu verbieten. In München verlangen die Stadtratsfraktionen Grüne/Rosa Liste sowie die SPD, dass die Stadt aktiv wird. Sie solle sich bei Bund, Freistaat Bayern und dem Städtetag für eine Verschärfung einsetzen."



      Grüne und SPD sind klar fürs Verbot. Das Tragen und Zeigen ist klar verboten.



      Aber der Fehler liegt bei der Polizei, natürlich.



      Wenn Raser zu schnell fahren liegt der Fehler auch bei der Beschilderung und nicht beim Raser, oder was?



      Linke Demonstranten gehen auf die Straße und skandieren "dieser Staat tötet" für einen der mit einer Attrappen-Schusswaffen in der Öffentlichkeit hantiert...



      Verkehrte Welt.

    • Puky

      @Land of plenty:

      Kaum vorstellbar, aber es gibt noch andere Pistolen als die Beretta 92, die ebenfalls tödliche Munition verschiessen. Es ist völlig egal, welcher Pistole sie ähnlich war. Tatsache war, dass sie einer echten Schusswaffe täuschend ähnlich ist. Der Schuss richtete sich in erster Linie gegen eine Person mit einer augenscheinlich tödlichen Waffe.

  • R.I.P.

    Leider ein schwacher Artikel.

    In einem Absatz schildert die Mutter den Tathergang und an Ende des Absatzes beschwert sich die Familie nicht benachrichtigt worden zu sein.

    Und plötzlich sind auch die achsosozialen Medien ganz super.

    • Hitchhiker

      @R.I.P.:

      Das ist kein schwacher artikel. Es ist ein Kommentar der sich nahezu unterschiedslos einfindet in die Welt wie der Autor sie wahrnimmt.



      Dem muss man nicht zustimmen, aber im Sinne des Autors ist er stimmig.

    • whereischesgmt

      @R.I.P.:

      In der originalen Pressemitteilung steht übrigens zwischen den hier im Beitrag erwähnten Passagen: "Der erst 14-jährige AÖ, der am gestrigen Dienstag mit seiner Freundin unterwegs war, führte lediglich eine Spielzeugwaffe mit sich, um sich mit Freunden einen Spaß zu erlauben". Passt das nicht in das gewünschte Narrativ vom harmlosen Kleinkind, das mit Wasserpistolen oder Puppen spielt?`

  • Wayko

    Wirklich?

    "Das sei laut mehreren Berichten auch in einem Überwachungsvideo deutlich zu sehen. "

    Wir wissen doch alle wie gut Überwachungsvideos sind (Nicht so gut wie in Filmen immer behauptet) und sehen auch oben im Bild wie die Waffe aussieht...

    Oder ist es mehr wie "Besitzer schaut auf das Video und behauptet das."?, denn das die Polizei behauptet glaube ich nicht.

    Des Weiteren "Tatsächlich sind die beiden leicht zu verwechseln."



    Ok... und auf dem Video klar zu erkennen...

    Aber unabhängig davon: In den zwei verlinkten Artikeln habe ich nichts gelesen... dass es auf dem Video sofort sichtbar wäre... was ist den die Primärquelle dieser aussage?

    Man kann von der Polizei halten was man möchte, aber all den Hate gegen die Polizei auf bedenkliche Hinweise und die Aussage der Mutter, die nur widergibt was der Sohn ihr erzählt hat (+ dass sie seine Mutter ist.) aufzubauen...

    • Axel Berger

      @Wayko:

      Klar zu erkennen ist laut Text, daß der Junge eine scheinbare Schußwaffe trug. Deshalb wurde die Polizei überhaupt erst gerufen. Und wer hier über Erkennbarkeit und Unterscheidbarkeit schwadronierte denke bitte an die Entfernung und die Kürze der Zeit, die bei einem wirklich bewaffneten Gegenüber zur Verfügung steht.

  • *Sabine*

    "Was jetzt mehr als nur angebracht wäre, aber weder in Bayern noch irgendwo in Deutschland existiert: eine unabhängige Aufklärung des Vorfalls durch eine unabhängige Behörde, bei der alle Seiten gehört werden."

    Vielleicht verstehe ich es falsch, aber ich gehe davon aus, dass der Verein, der die Familie vertritt und unterstützt zusammen mit der Familie Anzeige wegen "Polizeigewalt" o.ä. erstatten wird. Dann, dachte ich, kommt der Fall vor Gericht und wird detailliert geprüft und untersucht. Es scheint ja relativ viele Zeugen vor Ort zu geben. Beispielsweise die Menschen, die - tatsächlich oder angeblich - aus Angst vor dem Waffenträger geflohen sind.

    Wir werden vermutlich in den nächsten Tagen noch mehr erfahren. Dass die Mutter ihrem Sohn glaubt und ihn verteidigt, ist verständlich und naheliegend. Aber, nicht nur Polizisten sagen manchmal die Unwahrheit, auch junge Leute. ;-)

    • T-Rom

      @*Sabine*:

      Leider ist dem nicht so.



      Eine Anzeige führt keineswegs automatisch zu einem Gerichtsverfahren.



      Zunächst einmal wird aufgrund der Anzeige ermittelt. Das übernimmt - die Polizei. Hier kann man jetzt diskutieren inwieweit diese unabhängig ist oder überhaupt sein kann.



      Danach kann die Staatsanwaltschaft aufgrund der Ermittlungsergebnisse entscheiden, ob und wie sie eine Anklage vor Gericht bringt. Inwieweit diese als weisungsgebundene Institution unabhängig ist kann ebenfalls kritisch beleuchtet werden.

    • Land of plenty

      @*Sabine*:

      Die Staatsanwaltschaft ist meistens auf die Zuarbeit der Polizei angewiesen. Wenn gegen die Polizei ermittelt wird, wird es schwierig.

  • berlinerer

    "Denn Fakt ist, dass hier ein Kind angeschossen wurde. Und genau das sollte nicht passieren."



    Genau so ein Fakt ist, dass dieses Kind mit einer echt aussehenden Spielzeugpistole im öffentlichen Raum unterwegs war.



    Merkwürdigerweise werden hier im Artikel nur die Informationen der Polizei infrage gestellt, nicht jedoch die der Mutter. Da frage ich mich doch als erstes, war die Mutter dabei, ist sie also eine Augenzeugin, wieso wird das dann nicht im Artikel klar so benannt?

  • Lowandorder

    🤖 Öffentliches Verbot („Führen“): Softairs sehen echten Schusswaffen oft täuschend ähnlich. Daher dürfen sie in der Öffentlichkeit (auf Straßen, Plätzen oder im Wald) nicht mitgeführt werden. Das gilt für alle Modelle, unabhängig von der Joule-Zahl. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten mit hohen Geldstrafen.

    • Sam Spade

      @Lowandorder:

      Schon richtig, aber ich behaupte einmal, von einer Familie aus dem Ausland, die sich erst seit kurzer Zeit in Deutschland aufhält und Sprachdefizite hat kann nicht erwartet werden, das sie sich mit den deutschen Waffengesetzen und Bestimmungen auskennt.

      Und auch die freie Verfügbarkeit an Kiosken, Tankstellen oder beim Discounter signalisiert einem 14 jährigen nicht gerade das er sie nicht in der Öffentlichkeit tragen darf.

      Das ist ein Versäumnis der zuständigen Behörden und tragisch für den Jungen.

      Auch hier in Norwegen fallen Softairs unter das Waffengesetz. Daher ist hier die Abgabe erst ab 18 und der Erwerb nur in offiziellen Waffengeschäften zulässig. Ergibt meiner Meinung nach auch einen gewissen Sinn.

      Aber gut, im Land der Kioske und Spätis in denen jeder 12 jährige neben Zigaretten und Alkohol auch problemlos Messer und Macheten* kaufen kann, läuft das eher nach dem Motto ab, "laufen lassen solange es gut geht und falls was passiert, dann können wir immer noch nachbessern". Natürlich erst nach der Diskussion in der Breite. Prävention leider oftmals Fehlanzeige.

      *Eigenerfahrung. Betone ich einmal: Verkäufer war deutscher. Die Reaktion auf meinen Einwand spare ich aus.

    • Linke Socke

      @Lowandorder:

      Richtig! Selbst wenn diese täuschend echte Waffe eine Wasserpistole wäre, dürfte man sie ohne spezielle Genehmigung in der Öffentlichkeit nur in einem geeigneten Behälter transportieren.



      Solche Dinger gelten als Anscheinswaffen, und gerade WEIL man derartige Vorfälle verhindern möchte, gibt es diese Regelungen.

  • Ahnungsloser

    Selten ein so einseitigen Kommentar in der TAZ gelesen. Es wird hoffentlich (neutrale) zeugen geben, die die Sache aufklären können. Die Polizei an die Wand zu nageln aufgrund der Aussage des Jungen gegenüber seiner Mutter, ist mehr als unglücklich.



    Geht man davon aus, dass der Junge es anders erzählen würde, wissend, dass er dadurch noch mehr Probleme bekommt?

    • Schmetterling

      @Ahnungsloser:

      Gehen Sie davon aus, dass die Polizei die Wahrheit sagen würde in dem Wissen, dass sie sich damit selbst belasten?

      • ToMuch

        @Schmetterling:

        Was sollte denn für die Polizei belastend gewesen sein?

        So ein Teenie-Kasper mit einer echt aussehenden Waffe macht einen auf dicke Hose und erschreckt Passanten und danach sind die Polizisten die Bösen???

        Sorry, aber wir hatten hier grad erst nen Amoklauf von einem 16jährige am Welfen-Gymnasium, der hatte sich eine Waffe dabei.

  • Nachtsonne

    Softair-Waffen (unabhängig von der Geschossernergie) sind nach Waffengesetz sogenannte Anscheinswaffen und dürfen in der Öffentlichkeit nicht geführt werden. Es reicht ein geschlossener Behälter, zur Not ein Karton für den Transport. Diese Regelung macht Sinn, weil man aufgrund der Nichtunterscheidbarkeit von realen Waffen Situationen wie in dem Artikel geschildert verhindern will. Softairspieler, die ich persönlich kenne, halten sich peinlich genau daran, zumal die Waffen auch noch getarnt sind. Hier sollte man prüfen, woher die Anscheinswaffe stammt und ob hier die Vertriebswege akzeptabel sind. Auch den Eltern würde ich die Frage stellen, wieso ihr Sohn mit einer Anscheinswaffe herumlaufen darf. Man muss nicht das Waffengesetz kennen um sich denken zu können, dass Anscheinswaffen bei Mitbürgern reale Ängste auslösen. Mehr Differenzierung hätte dem Artikel sicher gut getan.

    • Lowandorder

      @Nachtsonne:

      Sorry - seh das erst jetzt …anschließe mich



      ps das hätte der Autor auch eruieren können ja müssen - suboptimal •

  • MarsiFuckinMoto

    1.) Die „Aussagen“ der Mutter sind doch lediglich „Hörensagen“ von ihrem Sohn, denn laut Artikel waren die Eltern überhaupt nicht vor Ort. 2.) Wenn es ausschließlich die Aussagen des Sohnes und die der Polizei gibt, warum greift der Artikel dann nicht die Beobachtungen umstehender Passanten auf? Die wird es doch wohl geben. Oder Aussagen der Rettungskräfte, die sich entsprechend um den Jungen gekümmert haben. DIE könnten ja bestätigen, dass der Junge „traumatisiert“ und ohne Behandlung blieb, bis diese eintrafen.

    Dies alles hier ist nichts anderes als „Aussage gegen Aussage“ und relativ wertlos, eine echte Recherche wäre hier meines Erachtens deutlich sinnvoller gewesen, als das Verbreiten irgendwelcher nichtbewiesener Aussagen, egal von welcher Seite sie kommen.

    • Lieselotte Schellong

      @MarsiFuckinMoto:

      Es soll ja eine Freundin ihn begleitet haben. Wo ist ihre Aussage ? Vielleicht hat sie das der Familie berichtet ?

  • travellingpete

    In waffenaffineren Ländern sind Waffenimitate eindeutig gekennzeichnet, zum Beispiel durch eine Signalfarbe am Mündungsbereich. Sieht halt nicht cool Gangsta-Style aus, sondern nach Spielzeug. Dem Artikel entnehme ich, dass das Einschüchtern von Passanten, die dann die Polizei riefen, durchaus in Kauf genommen wurde.



    Im Artikel steht nicht, dass die Waffe abgelegt wurde. Selbst mit erhobenen Händen muss man da skeptisch bleiben. Auch der Hinweis, es sei ein Spielzeug, kann ein Trick sein. Alles, was in dem Moment zählt, ist, dass die Waffe weit genug weg ist vom Zugriff des Verdächtigen. Hier fehlen entweder entscheidende Details im Artikel oder das Fehlverhalten der Polizisten.

  • Emmo

    Was ist der Subtext dieses Kommentars? Dass Polizist:Innen denn Jungen absichtlich angeschossen haben, weil er anders aussah?



    Selbst wenn die Aussage des Jungen stimmt: war sie verständlich? welche Armbewegungen machte er genau?



    Reichlich wenig Infos um die Polizei zu bashen.

  • Thomas Zwarkat

    Also Softair Pistolen, sind auf keinen Fall SPIELZEUG wie uns dieser Artikel erklären will- allein schon die Wortwahl „SPielzeug“ soll uns schon in eine Richtung lenken. Softair Waffen die zw. 0,5 -07 joule ihre Geschosse abfeuern sind erst ab 18 Jahre erlaubt. Und sind auch nicht im Kik erhältlich! Also was soll derVergleich? Wenn Sie wie dieses Modell täuschend echt aussehen, die Anwohner hatten also soviel Angst, dass sie den Notruf betätigt haben! die Polizei kommt, der junge Mann fuchtelt mit seiner Waffe rum statt die Hände zu heben und waffe fallen zu lassen. Was soll die Polizei machen? Und. Ist die Idee dass ein Attentäter wild in der Gegend rumschiessen wird so absurd? Im Schnitt gibt es in Europa 1 Attentat im Monat! Der Täter hat überlebt, die Polizei hat ihn unschädlich gemacht, Undine Mutter soll sich mal Fragen warum Ihr Sohn in der Stadt mit einer Waffe herumlaufen darf…..

    • Lieselotte Schellong

      @Thomas Zwarkat:

      Bei KIK gibt es online eine Pistole soft air zu kaufen, für 2,99 €. Jetzt steht Ausverkauft...diese Pistole gab es auch auf so einem Wühltisch bei KIK.

  • Todde Koch

    Ich stimme zu, daß unabhängig ermittelt werden sollte bei Vorfällen mit Schusswaffeneinsatz, aber die Darstellung in diesem Artikel ist sehr fragwürdig. Die Mutter war bei dem Vorfall nicht zugegen. Es wird aber so geschrieben, als ob sie es wäre bzw. ihre Aussage zu den Geschehnisse wird als Tasache dargestellt. Ich möchte die Polizei nicht in Schutz nehmen. Sie macht bewiesenermaßen große Fehler, vielleicht sogar in diesem Fall, aber die Sachlage ist derzeit absolut unklar, aber der Author dieses Artikels zieht schon voreilige Schlüsse. Sorry TAZ, aber von euch erwarte ich mehr Gründlichkeit.

    • migra

      @Todde Koch:

      Jeder, der die TAZ liest, weiß doch, wie man hier zur Polizei steht. Die Polizei ist der Feind der Linken. Ich sage: "Danke, Polizei!" Wer eine Waffe und sei es nur ein "Spielzeug" nach Aufforderung nicht fallen lässt, der muss wohl damit rechnen unschädlich gemacht zu werden. Was wohl los wäre, wenn es eine echte Waffe gewesen wäre und der Jugednliche wild um sich geschossen hätte. Frage an die Polizeikritiker, oder -hasser: Was hätte die Polizei machen sollen?

    • Anna Bell

      @Todde Koch:

      Naja, ich würde sagen, dass der Artikel lediglich klar sagt, dass es noch eine „Nicht-Polizei-Sicht“ gibt, die inzwischen auch wahr genommen wird. Und das ist wichtig und gut, wenn ich an die einseitigen Polizeidarstellungen zu verschiedensten Demos, an die Erschießung in Dortmund, Oury Jalloh etc. denke

      • PeWi

        @Anna Bell:

        Nein, nach meinem Eindruck sagt der Autor nicht "lediglich", dass es noch eine Nicht-Polizei-Sicht gibt und dass es gut ist, wenn die frühzeitig wahrgenommen wird.

        Sondern er ergreift ziemlich eindeutig Partei für diese Nicht-Polizei-Sicht, der er eine prinzipiell größere Glaubwürdigkeit zubilligt, obwohl, wie schon erwähnt, ja die Mutter des Opfers auch nur berichtet, was ihr ihr Sohn erzählt hat.

        Für eine Beurteilung des Sachverhalts und auch für Anti-Polizei-Demos ist es meiner Meinung nach noch zu früh.

        Daher ist an der Bewertung von @Todde Koch, dass hier "bewährte" Vorbehalte und Stereotypen bedient werden, schon etwas dran, finde ich.

      • gerdos

        @Anna Bell:

        Ich erinnere auch an das 12-jährige Mädchen, das mit einem Küchenmesser bewaffnet von der Bochumer Polizei angeschossen wurde.

  • Flocke

    Keiner der Erziehungsberechtigten hat dem Kind offensichtlich gesagt, dass Softairwafffen „Anscheinswaffen“ sind, und damit nicht öffentlich getragen werden dürfen. Es gibt strenge Regeln im Waffengesetz, die genau diese Situationen verhindern sollen. Waffenbesitz bedeutet eben Verantwortung, das Mindeste dazu ist Lesen und Informieren.

  • Jim Beam

    "Die Mutter berichtete [...]"

    "Die Familie beklagt auch, dass sie von der Polizei nicht benachrichtigt worden sei."

    Wenn die Mutter dabei war, hätte es keine Benachrichtigung gebraucht.



    Wie kann die Mutter etwas berichten wenn sie selbst nicht dabei war? Wenn sie einfach nur die Darstellung des 14-Jährigen wiedergegeben hat, hätte man das besser so formulieren sollen. Und wieso wurden keine Bodycams benutzt?

  • Agarack

    Ich wäre zunächst vorsichtig damit, so zu tun, als sei die Darstellung der Polizei automatisch falsch und die Darstellung der Familie des mutmaßlichen Opfers automatisch richtig. Was mir nämlich in diesem Kommentar fehlt: Die Mutter war bei dem Vorfall nicht dabei (die Info ist im anderen Artikel zu dem Thema zu finden). Es handelt sich also um die Wiedergabe der Sicht ihres Sohnes, der ihr diese im Krankenhaus mitgeteilt hat. Wer letztlich Recht hat, wird sich - leider - wahrscheinlich nicht klären lassen - es sei denn, es gibt Zeugen, die bisher noch nicht zu Wort gekommen sind oder die Medien vermeiden. Wer allerdings angesichts dieses Vorfalles schon wieder eine Demo wegen rassistischer Polizeigewalt anmeldet, bevor die Ermittlungen überhaupt richtig angefangen haben, den verstehe ich nicht. Es ist noch völlig unklar, was letztendlich genau passiert ist.

  • Astrid Sehnefeld

    "Was jetzt mehr als nur angebracht wäre, aber weder in Bayern noch irgendwo in Deutschland existiert: eine unabhängige Aufklärung des Vorfalls durch eine unabhängige Behörde"



    Vor allem angebracht wäre es, dass das Jugendamt hier mal ordentlich das Elternhaus abklopft, wie ein 14-jähriger auf die Idee kommt, dass es angebracht sei, mit einer Waffenattrappe auf die Straße zu gehen.



    /



    "Trotzdem wirkt das Vorgehen der Polizei wie ein verzweifelter Versuch, den Einsatz samt Schüssen zu rechtfertigen"



    Eigensicherung geht immer vor.



    Wer mit Waffen auf die Straße geht und diese offen trägt, hat aus meiner Sicht grundsätzlich KEINE Berechtigung dazu.



    Wir sind hier in Deutschland, nicht irgendwo im Kriegsgebiet.



    Null Toleranz gegenüber Waffen generell - vor allem in Händen von Jugendlichen.



    Ein komplettes Messerverbot wäre angebracht. Mit empfindlichen Arreststrafen bei Zuwiderhandlung.



    Jäger müssen Waffen und Munition in verschiedenen Koffern in Autos mitführen, aber bei Kids mit Knarren soll die Polizei erst nachfragen ob die echt sind oder nicht und im Zweifelsfall ihr Leben riskieren?



    Für eine A7 im Einstiegsamt?



    Ganz klares Nein.

    • Axel Berger

      @Astrid Sehnefeld:

      Ich bin als Grundschulkind in der Karnevalszeit mit Waffenattrappen rumgelaufen. Ich wollte das gar nicht, aber meine Mutter bestand darauf, es gehöre dazu und ich solle sein wie andere Kinder. An der Stelle hat sich tatsächlich etwas gewandelt. Wer heute in der Öffentlichkeit Kinder mit Waffennachahmungen zeigt, meint es ernst.

    • Cornelia Gliem

      @Astrid Sehnefeld:

      Bitte: nahezu jedes Kind wollte mal mit einer Waffe rumfuchteln, gerade wenn es als Spielzeug gekauft werden kann (ja, ja, softair waffen sehen sehr echt aus und können sogar verletzen, aber sie sind nicht "echt").



      Und genau, wir sind kein kriegsgebiet und haben kaum echte Waffen in der Gesellschaft, daher ist die Wahrscheinlichkeit dass die "Waffe" in den Händen von Kindern und Jugendlichen nicht echt ist, viel größer.



      Klar, die Polizei muss in Zweifelsfall erst mal von echter Gefahr ausgehen und zwar um die Menschen zu schützen (= die hier häufig geäußerte Eigensicherung ist nicht so relevant wie viele hier zu glauben scheinen, schließlich könnte sie sich was das betrifft einfach zurückziehen).

      Sollte der junge tatsächlich gerufen haben, dass es ein Spielzeug ist, ist das ganze schon bedenklich.

      Auf jeden Fall benötigen wir in Deutschland eine unabhängige Behörde für so etwas.

      • Deep South

        @Cornelia Gliem:

        "wir sind kein kriegsgebiet und haben kaum echte Waffen in der Gesellschaft"

        Ist das eine Behauptung aus dem Bauch heraus oder worauf begründet sich so ein Satz?

        In Deutschland gibt es über 5 Mio legale Waffen in Privatbesitz.

        "www.bva.bund.de/DE...ken_Bund_node.html"

        47000 registrierte Schusswaffen gelten laut Spiegel als vermisst.

        "www.spiegel.de/pol...-ba1b-557ba52062d5"

        Laut verschiedenen Schätzungen gibt es zu dem rund 20 Mio illegale Waffen im Land.

        Soviel zum Thema "kaum echte Waffen im Land".

      • DiMa

        @Cornelia Gliem:

        "Einfach mal zurück ziehen" ist schwierig, wenn der Jugendliche tatsächlich in die Richtung der Polizisten gezielt haben sollte.

        "Sollte der junge tatsächlich gerufen haben, dass es ein Spielzeug ist, ist das ganze schon bedenklich." Bisher fehlt es an einer Erklärung, in welcher Sprache und wie gut verständlich das gesagt worden sein soll. Die Mutter gibt Interviews nur in nichtdeutscher Sprache. Die Familie lebt nach Presseangaben erst seit 2023 in Deutschland.

        Am Ende gilt es, erst mal alle Ermittlungen abzuwarten.

      • migra

        @Cornelia Gliem:

        "Sollte der junge tatsächlich gerufen haben, dass es ein Spielzeug ist, ist das ganze schon bedenklich."



        Er hätte sie mal lieber fallen lassen sollen. Warum sollte die Polizei das einfach so glauben? Einfach nach dem Motto: "Vertrau mir Bro!"

  • Franz Hofer

    Zwei Richtigstellungen:

    "Die Mutter berichtete": Die Mutter war nicht dabei, sie hat nur erzählt, was ihr Sohn ihr erzählt hat.

    "also ein Spielzeug. Das sei ... auch in einem Überwachungsvideo deutlich zu sehen.": Auf den Videos ist eine Waffe erkennbar, aber nicht, dass es sich um ein Spielzeuug handelt.

  • Xanyd

    Ein gutes Beispiel dafür, wie der Staat das Vertrauen der Bürger verspielt, auch Polizisten sind Menschen und können Fehler begehen, das darf aber nicht verschleiert werden.

    • *Sabine*

      @Xanyd:

      "... wie der Staat das Vertrauen der Bürger verspielt, ..."

      Hier bin ich ganz anderer Meinung. Mein Vertrauen würde der Staat verspielen, wenn Menschen mit Waffen durch belebte Gegenden laufen können und die Polizeibeamten würden erst einmal davon ausgehen, dass es eine Spielzeugwaffe ist.

    • Vigoleis

      @Xanyd:

      Was wird verschleiert? Der Fall ist klar geschildert worden. Von beiden Seiten.



      Dass die Mutter ihren Sohn verteidigt, ist normal. Auch das "Kurdische Aktivisten" den Vorfall nutzen, um gegen staatliche Autoritäten zu mobilisieren, gehört zum normalen "Protestgeschäft".



      Gegen jeden Polizisten, der im Dienst mit seiner Schußwaffe verletzt oder tötet, ermittelt eine unabhängige Staatsanwaltschaft.

    • Torben2018

      @Xanyd:

      Bisher ist nicht sicher, was passiert ist. Es steht Aussage gegen Aussage. Die Unschuldsvermutung gilt ja nicht nur für den Jugendlichen, sondern auch für den Polizisten, oder etwa nicht?

      • Xanyd

        @Torben2018:

        Natürlich gilt die Unschuldsvermutung auch für den Polizisten, mein Beitrag war auch nicht spezifisch auf diesen Vorfall gemünzt. Was mir fehlt ist eine unabhängige Stelle, die in solchen Vorfällen ermittelt, damit nicht Polizisten gegen Kollegen ermitteln. Nicht, weil ich generell Vertuschung unterstelle, sondern weil dann die Sachverhalte transparenter werden.

        • rero

          @Xanyd:

          Sie schrieben: "Ein gutes Beispiel dafür, ..."

          Wenn das sich nicht spezifisch auf diesen Vorfall bezieht, welche Formulierung sollte es dann?

      • Cornelia Gliem

        @Torben2018:

        Ja, aber die Polizei sind die Erwachsenen, die mit echten Waffen, die mit ausbildung genau für das und sie sind nicht die, die gerade jetzt schwer verletzt im Krankenhaus liegen.

        • Sole Mio

          @Cornelia Gliem:

          Und die Polizei soll ab welchem Abstand die Echtheit einer Waffe überprüfen können?

        • rero

          @Cornelia Gliem:

          Was ändert das?

          Unschuldsvermutung nur für Leute im Krankenhaus?

          Oder nur für Jugendliche?



          So ein Konzept gibt es in unserem Rechtssystem nicht.

    • DiMa

      @Xanyd:

      Ob die Polizisten einen Fehler gemacht haben oder nicht wird sich erst am Ende der Ermittlungen ergeben.

    • Sybille Bergi

      @Xanyd:

      So wie ich es verstehe, steht momentan Aussage gegen Aussage. Warten wir ab, ob sich objektive Beweise finden lassen.

      • rero

        @Sybille Bergi:

        Der Es lohnt sich, den verlinkten Artikel vom BR zu lesen.

        Danach steht es nicht Aussage gegen Aussage.

        Es gibt wohl ein Video, dass den Jugendlichen zeigt, wie er so tut, als würde er die Waffe durchladen.

        Es gibt eine Zeugin, die sich in den Waschsalon flüchtete.

        Warum Herr Amjahid das weglässt, ist mir unverständlich.

    • gyakusou

      @Xanyd:

      Es ist überhaupt nicht klar, dass Fehler gemacht wurden. Und was wird verschleiert?

    • Franz Hofer

      @Xanyd:

      Wo sehen Sie eine Verschleierung ?

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Klar. Es ist gut, dass auch die Sicht der Mutter in die Medien gelangt. Mir ist nur nicht klar, warum sie glaubwürdiger, als die Polizei sein soll. Gibt es keine halbwegs neutralen Zeugen?

    "...Bilder der Softair-Waffe und einer echten Beretta 92. Tatsächlich sind die beiden leicht zu verwechseln."

    Also ein Problem ist einer solchen Situation. Warum gibt es so was zu kaufen?

    • Sole Mio

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Alle müssen gehört werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, war die Mutter nicht selbst vor Ort sondern hat sich auf das berufen, was ihr Sohn ihr hinterher erzählt hatte

    • Anna Bell

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      „ Warum gibt es so was zu kaufen?“, Ja, frag ich mich auch.

  • Otto Mohl

    Zum Glück lebt der Junge, der mit einer Waffe durch die Stadt gelaufen ist, noch!

    Es bleiben gerade wegen der reflexartigen Rufe nach Polizeigewalt auch wieder offene Fragen: wo war die Mutter als ihr Sohn mit der Anscheinswaffe durch die Stadt lief? Warum hat sie ihn gehört aber nicht aufgehalten?

  • Franz Hofer

    "Der 14-Jährige trug eine Softair-Waffe bei sich, also ein Spielzeug. Das sei laut mehreren Berichten auch in einem Überwachungsvideo deutlich zu sehen."



    War auf den Überwachungsvideos deutlich zu sehen, dass es sich um ein Spielzeug handelte ? Das würde mich wundern.

  • Lenchen

    Es ist geschehen, was niemals hätte geschehen sollen. Und wir müssen uns darauf und darausfolgend zwei naheliegende Fragen stellen. Beide Fragen müssen zu Antworten und Konsequenzen führen, keine einfachen Antworten, keine schnellen Konsequenzen, sondern eine tiefe Analyse und eine umfassende Antwort. Begleitet von denjenigen Konsequenzen, die wirklich geeignet sind Einhalt zu gebieten. Einhalt, damit eine Widerholung ausbleibt. Ein Kind wird von Sicherheitskräften angeschossen. Dies Unfassbare fällt nicht einfach vom Himmel. Es hat eine Vorgeschichte. Es gibt im 'Vorher' Gewinner und Verlierer, Profiteure und Ausgebeutete, Wissende und Nichtsahnende, Berechnende und Naive. Diese zu finden, deren Tun zu beleuchten und zu benennen, das ist der Schlüssel. Im 'Vorher' liegt der Schlüssel, das so schmerzhafte 'Hinterher' zu vermeiden. Die Fragen sind: Wie kann es sein, dass auf ein Kind geschossen wird? Wie kann es sein, dass ein Kind eine Waffe offen zeigt?

  • rero

    „Trotzdem wirkt das Vorgehen der Polizei wie ein verzweifelter Versuch, den Einsatz samt Schüssen zu rechtfertigen.“

    Und warum wirkt das so?

    Da fehlt irgendwie die Erklärung für den Eindruck des Autors.

    Warum hält der Autor es dagegen für unwahrscheinlich, dass der Junge seiner Mutter einen Bären aufgebunden hat?

    Da steht im Artikel ja nun gar nichts zu.

  • axiom

    Nun, wer ist hier anzuprangern?

    Der Hersteller der genau mit solchen beabsichtigten "Verwechslungen" sein Geld verdient.

    • Sole Mio

      @axiom:

      Der Hersteller, der Staat /die EU der diese täuschend echte Nachbildungen zulässt.

      Wenn sich herausstellen sollte, dass der Junge wirklich gerufen hat, dass es nur ein Spielzeug ist, dann ist die Polizei anzuprangern und soweit möglich eine Widergutmachung zu leisten!

      Wenn sich herausstellt, dass der Junge nicht so gehandelt hat wie er behauptet sind die Eltern und auch er selbst anzuprangern und für den entstandenen Schaden haftbar zu machen.

      Jedenfalls müssen die Eltern sich überhaupt Gedanken machen, wie es sein kann, dass der Junge Mann mit so einer Replik offen durch die Stadt läuft!

  • Maja Kero

    2. Spielzeug vs. Waffe



    Herr Amjahid gibt selber zu, dass die Softair und eine Beretta leicht zu verwechseln sind. Man könnte anmerken, dass dies noch lange keine Rechtfertigung für das Handeln des Polizisten darstellt, jedoch gleichzeitig anerkennen, dass ein Polizist in dieser Situation massivem Stress und Druck ausgesetzt ist, da potentiell ein Mensch vor ihm steht der ihm oder anderen lebensbedrohlich schaden könnte.



    Wie dies aufzulösen ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber was Herr Amjahid macht: Er verlässt den Raum der sachlichen Debatte und sagt ohne jeden weiteren Beleg, ohne Zitat, ohne irgendein Argument, dass das Handeln der Polizei so wirkt, as wäre es ein „verzweifelter Versuch den Einsatz samt Schüssen zu rechtfertigen“. Diese billige Polemik lässt den Leser auf der Suche nach Klarheit hilflos zurück und bestätigt, dass es Herrn Amjahid hier nicht um Wahrheitsfindung, sondern um das plumpe Bestätigen der eigenen Sichtweise auf die Polizei und ihre Arbeit geht.

    Wir müssen nicht vorbehaltslos der Polizei glauben. Es braucht gute und kritische Recherche zu Aktionen der Polizei. Dieser Artikel ist aber weder das eine noch das Andere.

  • Maja Kero

    Vorneweg: Ich möchte auch gerne eine bessere Polizei in Deutschland. Eine die bei Missbrauch besser zur Rechenschaft gezogen werden kann und die das ihrem Selbstverständnis nach auch selbst möchte.

    Da gibt es viel Arbeit zu tun… (Externe Behördenstelle für Ermittlung / Beschwerden, Veränderung des Korpsgeists in der Polizei etc.)

    Herr Amjahid‘s Artikel wird uns diesem Ziel aber ( wie viele seiner Beiträgen) aber in keinster Weise näher bringen.

    Denn Herr Amjahid vermag es ( wie so oft ) Kontexte und Information selektiv auszuwählen, so dass das von ihm gewünschte Bild der Polizei bzw. ihrer Handlungen und Motivationen entsteht:

    1. Polizei vs. Mutter:

    Die Mutter war während des Vorfalls nicht anwesend.



    Sie gibt die Meinung ihres Sohns wieder. Das ist auch in Ordnung, wird in Herrn Amjahid‘s Artikel aber nirgendwo erwähnt. So könnte man den Eindruck gewinnen, es spricht eine 3. Person die beim Vorfall dabei war.



    Dies sagt nichts über den Wahrheitsgehalt der Darstellung des Sohns aus!



    Jedoch verändert es, meiner Meinung nach, den Kontext stark, ob es die Gegenüberstellung des angeschossenen Jugendlichen vs. Polizei, oder aber einer vermeintlichen 3. Person ist.

  • Petzi Worpelt

    Aus 5 Meter Entfernung kann niemand mehr erkennen, ob eine Pistole echt ist oder nicht. Auf Bildern in den sozialen Medien hat der 14 Jährige einen Bart und sieht sehr viel älter aus..

    Der Artikel suggeriert, dass die Polizei gern mal absichtlich auf Kinder schießt. Das halte ich für sehr sehr unwahrscheinlich...

    Man muss was ganz anderes thematisieren. Nämlich warum Eltern ihre Kids nicht erziehen, dass sie nicht mit Waffen in der Öffentlichkeit rumfuchteln. Hätte er auf dem Spielplatz oder im Wäldchen mit seinen Kumpels Cowboy und Indianer gespielt, wäre alles gut gewesen und keiner hatte sich gewundert... Aber so?

    Tragische Sache..

  • Sole Mio

    Das die Mutter ihren Jungen verteidigt ist absolut zu verstehen.

    Hoffen wir dass ein Video gefunden wird, das den kompletten Hergang zeigt und es genügend Zeugenaussagen geben wird, die ein klares Bild zeigen.

    Soweit ich es verfolgen konnte, war die Mutter nicht selbst dabei sondern stützt sich auf das was ihr Sohn ihr gesagt habe. Auch bemerkenswert das es verschiedene Versionen zum Verhalten des Jungen gibt. Von er habe die Waffe in der Hand hoch gehalten und den Polizsten zugerufen dass es keine echte Waffe sei bis zu er habe die Waffe weggeworfen und sei danach trotzdem angeschossen worden.

    Mehrere Aussagen von Passanten gehen dahin, dass sie sich bedroht fühlten.

    Wenn er die Waffe weggelegt hat und danach angeschossen wurde ist das unverantwortlich und muss hart bestraft werden.

    Wenn er sich wirklich mit der Softairpistole in der Hand zu den Polizisten umgedreht hat, kann ich absolut verstehen, dass diese einen Schuss abgeben.

    Natürlich ist eines auch festzuhalten: Mit einer solchen Softairwaffe offen durch die Stadt zu laufen ist, auch mit 14 Jahren, nicht zu tolerieren!

  • Hans Dampf

    "Trotzdem wirkt das Vorgehen der Polizei wie ein verzweifelter Versuch, den Einsatz samt Schüssen zu rechtfertigen."



    Muss ein Polizist immer erst warten bis er eine Kugel im Buch hat, damit er weiß, dass es eine echte Waffe ist? Wer eine Waffe auf einen Polizisten richtet, bringt sich immer in Lebensgefahr, unabhängig von Alter und Echtheit der Waffe.



    Polizisten sind übrigens auch Menschen, haben auch Familie, haben auch Ängste angeschossen zu werden und das gute Recht dies zu verhindern.

  • Monika Dietrich

    Das ist kein Journalismus, sondern eine Sammlung von Vorurteilen.



    Die betroffene kurdische Familie hat sich direkt an die Presse gewandt, die deren Darstellung auch so veröffentlicht hat. Sowohl der ÖRR durch den BR, wie auch die Süddeutsche Zeitung haben die beiden gegensätzlichen Darstellungen neutral wiedergegeben.

    Dazu benötigte es keines Beitrags von kurdischen Aktivisten, konkreter des Kurdischen Zentrum München und der Informationsstelle Antikurdischer Rassismus (IAKR).

    Die Veröffentlichung hat auch ohne deren Intervention stattgefunden. Es gibt keine generelle einseitige Darstellung durch die Presse, die nur die Sicht der Polizeibehörden wiedergeben würde. Anders als in diesem Artikel, der die Polizisten vorverurteilt.

    Es wäre aufgrund der Verletzung des Jugendlichen doch angemessen, auf die Auswertung der Zeugenaussagen und des Videomaterials zu warten. Vorverurteilungen, weder der Polizei noch des Jugendlichen, sind in der aktuellen Situation sicher nicht hilfreich.

  • DiMa

    Bei dem Bericht über Polizeimeldungen wird in der Regel darauf hingewiesen, dass es sich um eine Polizeimeldung handelt, daher ist das Wort " unkritisch" fehl am Platz, den der Leser kann dies einordnen.

    Problematisch ist, dass der Artikel die Bezeichnung "Betroffener" verwendet. Wenn sich am Ende die Darstellung der Polizei als richtig erweisen sollte, ist der Polizist, der sich zur Schussabgabe gezwungen sah, der "Betroffene".

    Angesichts der dünnen Faktenlage wird hier vorschnell der Versuch unternommen, den Vorfall als Polizeigewalt einzuordnen.

    Selbst in zitierten BR-Bericht wird über verängstigte Bürger und Videos berichtet. Das Geschehen wird sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit aufklären lassen.

  • MarsiFuckinMoto

    Woher weiß denn die Mutter was passiert ist? Ein paar Sätze weiter heißt es, die Eltern wurden nicht benachrichtigt, dementsprechend waren sie wohl kaum vor Ort. Interessanter als die Darstellung der Polizei (die ist ja öffentlich zugänglich) und deren Gegendarstellung des Jungen (nichts anderes ist die Aussage der Mutter nämlich, eine Übernahme der Aussage ihres Sohnes, und genau SO sollte sie auch gekennzeichnet sein) wären doch mal die Aussagen der Rettungskräfte, umstehender Passanten etc. Gibt es die denn nicht? Genau HIER würde ich mir doch dann eine echte Recherche wünschen, anstatt bloßes Hörensagen zu verbreiten.