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Drohende AfD-MehrheitDas Kreuz mit dem Kreuz

Die Initiativen Taktisch Wählen und Campact werben in Sachsen-Anhalt für Grüne und SPD, nur so ließe sich eine AfD-Mehrheit verhindern.

David Muschenich

Aus Halle (Saale)

David Muschenich

Luise Band und Ole Horn gehen noch einmal auf die Haustür zu. Für die Kamera der Nachrichtenagentur wiederholen sie, was sie an diesem Samstag im August schon dutzendfach in Halle getan haben – klingeln, warten, über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sprechen. Anders als üblich werben sie aber nicht für eine konkrete Partei. Band und Horn machen Wahlkampf für eine Strategie.

Taktisch Wählen, so heißt die Initiative. Wenn An­woh­ne­r:in­nen öffnen, dann erklären sie ihre Idee ganz einfach: Je mehr Parteien es über die Fünfprozenthürde und ins Parlament schaffen, desto schwerer wird es für die AfD zu regieren.

Aktuell liegt die Partei in Umfragen zur Wahl in Sachsen-Anhalt mit mehr als 40 Prozent vorne. Währenddessen sind SPD, Bündnis 90/Die Grünen, BSW und FDP alle nahe an 5 Prozent. Sollten sie darunter landen, wären die Stimmen für sie quasi verschwendet. In diesem Fall könnte die AfD mit ihren aktuellen Werten schon allein regieren.

Horn und Band wollen das verhindern, mit Stimmen für die Grünen und die SPD. Nur mit denen sei eine demokratische Regierung gesichert. Beim BSW sei nicht klar, ob es gegen die AfD stehe. Die FDP sei in den letzten Umfragen zu weit abgeschlagen gewesen.

CDU profitierte beim letzten Mal

Die beiden werben ehrenamtlich wie Dutzende weitere Ak­ti­vis­t:in­nen an diesem Tag in Halle. Warum? „Weil ich nicht möchte, dass die AfD regiert“, sagt Band in die Kamera. Es sei ein gutes Gefühl, sich persönlich dagegen einzubringen „und nicht einfach nur zuzuschauen“.

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Mit dieser Idee ist Taktisch Wählen nicht allein. Auch der Kampagnenverein Campact ruft zur strategischen Wahl von Grünen und SPD auf – mit den gleichen Argumenten. Die CDU sei hingegen eine schlechte Wahl. Sie liegt zwar in Umfragen auf Platz zwei, aber trotzdem 20 Prozentpunkte zurück. Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt sei nicht entscheidend, welche Partei die meisten Stimmen bekomme, heißt es von Campact.

Tatsächlich ist die Situation anders als zum Beispiel vor fünf Jahren. Damals hatte die CDU in Umfragen 27 Prozent und die AfD 26 Prozent. Um zu verhindern, dass die AfD die größte Fraktion im Landtag würde, erklärte der damals amtierende Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff, man müsse ihn wählen. Er sei der Garant gegen die extreme Rechte. Das war erfolgreich, seine Partei bekam am Wahltag 10 Prozentpunkte mehr als in der letzten Umfrage.

Woher kamen die zusätzlichen Stimmen? Befragungen nach der Wahl damals zeigten, dass Tausende Stimmen von der Linken und der SPD zur CDU wanderten. In den Tagen danach etablierte sich die Erzählung, Mitte-links-Wähler:innen hätten Haseloff gewählt, um einen AfD-Sieg zu verhindern. Sie hätten sozusagen taktisch gewählt.

Dem Politikwissenschaftler Janek Treiber zufolge gibt es allerdings kaum aktuelle Studien, die taktische Wäh­le­r:in­nen in der Praxis untersuchen. Es gebe Hinweise, dass die Abneigung gegen eine Partei zur taktischen Wahl motivieren könne. Ähnlich sei es mit der Sorge davor, die eigene Stimme zu verschwenden, falls die gewählte Partei doch nicht ins Parlament komme.

Die Initiative Taktisch Wählen empfiehlt nicht nur SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Für jeden Wahlkreis gibt sie eine Empfehlung ab, wer die höchsten Chancen habe, das örtliche Direktmandat gegen die AfD zu sichern. In vielen Fällen spricht sich Taktisch Wählen für die CDU aus und in drei Wahlkreisen für die Linkspartei.

Kritik an Taktisch Wählen

Einer der empfohlenen linken Kandidaten ist Jannik Balint. Ein paar Kilometer nördlich von Halle klingelt er an diesem Samstag im August ebenfalls an Haustüren. Am Nachmittag öffnet ihm dann eine junge Frau und sagt, sie kenne seinen Namen schon von Taktisch Wählen. Balint könnte sich an dieser Stelle freuen, tut er aber nicht.

„Das Problem dieser Kampagne ist, dass sie Politik nicht nachhaltig verändert.“ Der Linke-Politiker klingt verärgert. Es gehe Taktisch Wählen nicht darum, AfD-Wähler:innen in den demokratischen Bereich zurückzuholen. „Wir müssen in der aktuellen Situation mit den Leuten ins Gespräch kommen, Antworten finden und etwas verändern in der Politik.“ Die Frau in der Tür nickt und erzählt, dass sie eigentlich bei den Grünen sei. Trotzdem wolle sie mal über ihre Wahlentscheidung nachdenken.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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47 Kommentare

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  • Altbayer

    Nehmen wir nur einmal an - ich wähle nicht CSU! - erst wollten die Grünen, FDP, Linke, Graue Panther, Bayernpartei, die ÖDP, und die Freien Wähler verhindern, dass ich CSU wähle, und klingelten dafür jeden Tag an meiner Tür... Der Begriff umgekehrte Psychologie ist wohl niemanden ein Begriff? Meine Mutter, als Beispiel, eine Doktorandin, hätte sich dies äußerst verbeten!

  • Tom Tailor

    "Taktisch wählen"

    So allmählich verkommt die Landtagswahl zur Farce.



    Als nächstes gibt es dann Vorschriften für "richtiges Wählen", ganz im Interesse der Regierenden.

    Mich dünkt, solche gab es schon mal.

  • MarsiFuckinMoto

    Wenn ich nicht mal mehr inhaltlich begründen kann, warum man eine Partei wählen sollte, sondern ausschließlich mit dem Argument um die Ecke komme, dass diese oder jene Person (egal von welcher Partei) unter Umständen den Wahlsieg der AFD verhindern kann: DANN sollte man sich nicht mehr wundern, wenn die AFD am Ende tatsächlich die absolute Mehrheit erlangt. Offen zuzugeben, dass das Wahlangebot der einzelnen Parteien mehr oder weniger wertlos ist, bedeutet die politische Kapitulation bezogen auf Argumente, Wahlprogramme und politische Persönlichkeiten.

  • Deutschfranzose

    Habe mal so quer durch das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt gescannt. Abgesehen von den prorussischen Einstreuungen könnte das auch ein Wahlprogramm der CSU irgendwo zwischen den 60er und 80er Jahren sein, ideologisch verkrampft und natürlich fantasielos: alles muß wie früher!

    Das Wirtschaftsprogramm, so ziemlich am Ende des Programms und mit dem Titel "Wirtschaft und Tourismus" ist gerade mal 9 Seiten lang und geht überhaupt nicht auf die drohende Arbeitszerstörung ein und sieht in der Dikitalisierung "und KI" eine Chance für die mittelständischen Unternehmen. Im Vergleich dazu 25 Seiten zu "Remigration" (als ob das überhaupt ein Ding wäre) und 12 Seiten zu Familienpolitik im Sinne der Nazis: mehr deutsche Kinder machen.

    Interessant ist das Larivieren um den Antiislamismus des Programms einerseits und der grundgesetzlich verankerten Religionsfreiheit andererseits. Es ist deutlich, dass der Autor die Religionsfreiheit nicht so recht mag. Vergessen, wieviel Blut auch in Sachsenanhalt im 30jährigen Krieg vergossen wurde?!

    Ein Backlash, natürlich, aber dann lasst sie doch machen, oder?! Es braucht Negativbeispiele für den Rest der Republik.

    • Captain Hornblower

      @Deutschfranzose:

      Das Wahlprogramm ist nicht das entscheidende es sind die Leute im Hintergrund die eine bestimmte Politik dursetzten wollen.

    • Kaboom

      @Deutschfranzose:

      "Habe mal so quer durch das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt gescannt. Abgesehen von den prorussischen Einstreuungen könnte das auch ein Wahlprogramm der CSU irgendwo zwischen den 60er und 80er Jahren sein, i"

      Aha. Also so ähnlich wie einer der Wahlslogans der CDU bei der Europawahl 1984? Der lautete "Mit uns für offene Grenzen in Europa". Wo finde ich das im Wahlprogramm der AfD in SA?



      Und wo - andersrum - finde ich irgendwas von dem Rechtsgeschwurbel der AfD in alten CDU-Programmen? Fragen über Fragen.

      • Deutschfranzose

        @Kaboom:

        Die Programme habe ich nicht zur Hand, kann mich aber noch gut erinnern, wie man in der CSU HIV-Infizierte tätowieren bzw. internieren wollte, wie die "Nationale Präferenz" in Bayern schon in den 80ern realisiert wurde und Arbeitgeber JEDES JAHR WIEDER beweisen mussten, dass ihre ausländischen Mitarbeiter nicht durch Deutsche ersetzbar seien.

        Also ja, sowas wie die AfD gab es schon "in der Mitte" mit der CSU, aber man hat es vergessen.

    • Deep South

      @Deutschfranzose:

      Na ja, "lasst sie mal machen", ist schon zwiespältig. Das kann man nur sagen, wenn man selbst da nicht wohnt. Das wird für Minderheiten und Linke schon eine harte Nummer und ähnlich wie Trump in den Staaten, werden die Blauen versuchen kaputtzuschlagen was geht.



      Aber ja, mir gehts mit der allgemeinen Panik vor dieser Partei auch viel zu weit. Man hat manchmal das Gefühl, danach wäre alles auf immer verloren. Es gibt genügend Beispiele aus anderen Ländern, dass dem nicht so ist.



      Die "Entzauberung" wird nicht darin bestehen, dass die AfD sich für ihre treuen Anhänger unwählbar macht, die Entzauberung wird darin bestehen, dass nicht mehr alle ihrer Gegner permanent die Hosen gestrichen voll haben. Und das ist mehr als notwendig.

  • Jim Hawkins

    Götz Aly nennt diesen verzweifelten Versuch, die AfD von der Macht fern zu halten Insolvenzverschleppung.

    Der Fisch ist geputzt und alle haben gelost.

    Hätte man vor Jahren ein Verbotsverfahren angestrebt, vielleicht hätte das geklappt. Jetzt ist es zu spät dafür.

    Zu spät für alles. Man kann nur noch hoffen, dass die AfD an der Macht den Karren so richtig in den Dreck fährt.

    Die Linke, die Mitte, alle haben versagt. Vom Feinsten.

    • Tom Farmer

      @Jim Hawkins:

      Wo hätte jemals die alleinige Warnung: "Der/die/das ist aber gefährlich!" und "deswegen tut das nicht" gereicht?



      Wie doof kann man sein als Politiker, zu glauben, dass das hier anders sein könnte.



      Egal ob schnelles Auto, heiße Herdplatte, Alkohol, Tabak, Drogen.... das Argument ist oft richtig, leider unwirksam. Totalversagen, ja so ist das!

    • Il_Leopardo

      @Jim Hawkins:

      Götz Aly hat sich schon oft geirrt. Selbst bei seinem eigentlichen Thema, dem Nationalsozialismus.



      Von einer Insolvenzverschleppung kann doch nun wirklich keine Rede sein oder haben Sie das Gefühl, dass dieses Land kurz vor dem wirtschaftlichen Bankrott steht?

  • Il_Leopardo

    Ich wage die Voraussage, dass die AfD bei der anstehenden Wahl auf unter 40% bleiben wird.

    • Andreas Schulz

      @Il_Leopardo:

      Genau. Der Siegmund hat ja auch nur 32% Zustimmung, Schulze dagegen satte 36%. Wie soll da die Afd über 40% kommen?

    • Abdurchdiemitte

      @Il_Leopardo:

      Glauben Sie das nur oder haben Sie konkrete (Sachsen-)Anhaltspunkte?



      Lassen Sie mich an Ihrem Optimismus teilhaben.😉

      • Il_Leopardo

        @Abdurchdiemitte:

        Na, dann lesen Sie mal, was unser lieber Kollege Andreas Schulz über seinen (beinahe-Namensvetter) hier oben drüber scheibt.



        Nein, ich denke, dass man zwischen Umfragen und tatsächlichem Wahlverhalten unterscheiden sollte.



        Ich kann und will mir einfach nicht vorstellen, dass ein ganzes Volk so verblendet ist und nicht merkt, dass diese Partei im Kern doch recht wenig zu bieten hat.



        Hass auf Migranten reicht doch einfach nicht aus, um ein Land zu regieren.



        Ich bin immer wieder sauer über viele Medien, die so schreiben, als würde in 10 Tagen eine ultra-rechte Regierung die Geschäfte übernehmen. Manchmal kommt es mir so vor, als hofften die geradezu auf diese "Sensation".



        Das ist ja fast schon eine Stimmung wie vor dem 1. Weltkrieg als alle wie in einem Fiebertraum darauf warteten, dass es nun endlich losgeht - selbst Intellektuelle!

  • Andy Krisst

    Kaum einer zweifelt, dass die SPD locker die 5% bekommt.



    Die Campact - Initiative ist daher eher dazu gedacht, Grün über die Hürde zu bringen.



    Und da sich bei den Grünen nahezu jede/er vom Pazifismus zum Bellizismus gehäutet hat...ist sie für mich nicht mehr wählbar. Andere sehen das natürlich anders...anyway.



    In Berlin wird ja am 20.09. auch gewählt...da ist die Situation Marx sei Dank anders.

    • PeterArt

      @Andy Krisst:

      Diese Gegenüberstellung Pazifismus - Bellizismus ist stumpf. Bei den Grünen, die die Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen einen imperialistischen Aggressor befürworten, handelt es sich nicht um Lust am Krieg führen. Jeder will Frieden und keiner will Krieg, aber sich der nackten Gewalt zu fügen ist keine Alternative. Früher hat man das auch bei der Linken gewusst, aber da ging es ja auch stets gegen die USA und nicht gegen Russland.

      • Andy Krisst

        @PeterArt:

        Allerdings ist die Hinwendung zum Bellizismus bei den Grünen besonders markant.



        Sie kennen die Geschichte des Anton Hofreiter?



        In der Bundesrepublik alt hat er sich vom Wehrdienst gedrückt (er hatte "Rücken", ich sage heute "kein Rückgrat")..und nun einer der eifrigsten Befürworter von Waffen, Waffen und nochmals Waffen!



        War denn die Bedrohungslage während der Konfrontation der Blöcke NATO vs Warschauer Vertrag eine geringere? Ich glaube nicht. Ich habe nach dem Nato - Doppelbeschluss meinen Grundwehrdienst bei den Raketentruppen der LSK/LV der NVA geleistet...ich erlaube mir da schon ein Urteil.



        Abschließend, mir sind da Leute vom Schlage eines R. Kiesewetter oder der "Waffennärrin" A. Strack - Zimmermann lieber...das sind keine Wendehälse.



        "Lieber hundert Mal sinnlos verhandeln, als einmal schießen" Helmut Schmidt



        „Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.“



        E.M. Remarque

  • SGouldo

    Die ganzen verzweifelten Maßnahmen nützen nur der AfD. Eine absolute Mehrheit sollte eigentlich wünschenswert sein. Es handelt sich um ein einzelnes Bundesland, nicht um Deutschland. Eine Einführung des Faschismus ist damit bereits ausgeschlossen.



    Folgende Möglichkeiten gäbe es:



    - die AfD macht gute Politik (wäre gut)



    - die AfD macht schlechte Politik (wäre gut in dem Sinne, dass die Menschen merken, dass die AfD doch nicht so super ist und beim nächsten Mal anders wählen)



    - die AfD macht verfassungswidrige Politik (wäre gut, da sie leicht gestoppt und verboten werden kann)

    Alles andere macht die AfD doch nur groß. Kann mir einer erklären, was die ständige Panikmache soll?

    • Klabauta

      @SGouldo:

      "Eine absolute Mehrheit sollte eigentlich wünschenswert sein:"

      In diesem Fall wäre ich für einen sofortigen Stopp der Zahlungen aus dem Länderfinanzausgleich (1,81 Mrd Euro in 2024) an Sachsen-Anhalt nach dem Vorbild der EU in Bezug auf das Orbàn-regierte Ungarn.

    • PeterArt

      @SGouldo:

      Mit der AgD in einem Bundesland regiert die AgD über den Bundesrat auch im Bund mit.

      • SGouldo

        @PeterArt:

        AgD? Nie davon gehört.

    • PeterArt

      @SGouldo:

      Fehlt die Option: Die AgD macht schlechte Politik, aber die Menschen lieben sie trotzdem. Darauf wird es hinauslaufen.

      • Günter Witte

        @PeterArt:

        Oder sie spielen beim Versagen wieder ihre Lieblingsrolle als Opfer, das sie alle ihrer "Großartigen" Ideen nicht umsetzen konnten weil ja die Gesetze dagegen sind (was sie jetzt aber auch schon wissen)

    • Abdurchdiemitte

      @SGouldo:

      Der Supreme Court in den USA hat gerade Trumps Wahlgesetz durchgewunken, nach dem die Briefwahl erheblich erschwert wird.



      Kalkül dabei ist, bei den Präsidentenwahlen möglichst viele demokratische Wähler auszuschließen, da sie Trumps (oder die seines republikanischen Nachfolgers) Wahlsieg verhindern könnten.



      Dämmert Ihnen schon was? Sollte die AfD auch nur in einem Bundesland die Macht gewinnen, wird sie alles daran setzen, die demokratischen Institutionen zu beeinflussen, auszuhöhlen, mit ihren Leuten zu besetzen. Auch in der Judikative. Deshalb der Verweis auf Trumps Präsidentschaft in den USA.



      In Deutschland stellt KEINE relevante Partei die Verfassung und die demokratischen Leitplanken so sehr in Frage wie die AfD. Und der Partei sowie ihren Sympathisanten geht es nicht um Diskurs und Gestaltung, sondern um Sieg und Macht, letztlich um Systemsturz. Das ist in deren Weltbild fest verankert.



      Diejenigen, die sich über die drohende Gefahr hinwegtäuschen, sollten langsam realisieren, dass Faschismus auch funktioniert, ohne die demokratischen Institutionen abzuschaffen. Sie werden ‚nur‘ von innen ausgehöhlt.



      Und noch bevor Sie sich umgucken, haben wir den autoritären Staat.

      • *Sabine*

        @Abdurchdiemitte:

        "Und der Partei sowie ihren Sympathisanten geht es nicht um Diskurs und Gestaltung, sondern um Sieg und Macht, letztlich um Systemsturz."

        Ich kann nur für mich selbst sprechen und mir persönlich geht es nicht um "Sieg und Macht". Aber ich bin keinesfalls bereit, vor den in patriarchalischen, archaischen Gesellschaften geprägten, männlichen Anhängern des Islam zu kapitulieren. Das trennt mich wohl von linken Männern und das akzeptiere ich. Ich bin nicht bereit, Rückschritte widerstandslos hinzunehmen. Mittlerweile leben wir in einer Gesellschaft, in der Morde aus religiösen Gründen wieder naheliegend sind und durchgeführt werden. Mag die Linke das hinnehmen, ich nicht.

        • Klabauta

          @*Sabine*:

          Und deshalb wählen Sie AfD? Keine gute Idee. Die AfD ist eine frauenfeindliche Partei.



          frauenrechte.de/ue...vorhaben-der-afd-1

          • *Sabine*

            @Klabauta:

            Noch wähle ich sie nicht. Aber das Dilemma für Frauen, LGBTQIA+ und Juden ist, dass sie zwischen Rechten und männlichen Anhängern des Islam "eingeklemmt" sind. Da drängt sich meiner Meinung nach schon der Gedanke auf, unter wem man ggf. mehr zu leiden hätte oder leiden würde.



            Ich persönlich habe weniger Angst vor einer russischen Regierung als vor der Scharia. Das ist eine individuelle Einschätzung. Ich habe in einem anderen Kommentar ja auch bereits einmal geschrieben, dass ich eine Militärdiktatur einer Religionsdiktatur vorziehe, wenn ich mich entscheiden müsste.

  • Astrid Sehnefeld

    "Auch der Kampagnenverein Campact ruft zur strategischen Wahl von Grünen und SPD auf – mit den gleichen Argumenten. Die CDU sei hingegen eine schlechte Wahl. Sie liegt zwar in Umfragen auf Platz zwei, aber trotzdem 20 Prozentpunkte zurück. Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt sei nicht entscheidend, welche Partei die meisten Stimmen bekomme, heißt es von Campact."



    Das ist aber auch ziemlich kurz gedacht - und vor allem teuflisch hinterrücks😈



    Mir ist klar, dass Campact die Union so gut leiden kann wie Fußpilz im Hallenbad, aber was ist die Folge von diesem Rat?



    Eine Union vllt unter 20% in Sachsen-Anhalt - und dann? Soll die mit 19,x% eine Minderheitenregierung anführen?



    Und hat Campact drüber nachgedacht, dass sie mit einem derartigen Untergang der Union im worst case Merz gleich mit ans Messer liefern und dann im worst worst case nach Neuwahlen Spahn und Weidel aus der Kanzleramt grüßen bei den aktuellen Umfragewerten...



    Und was helfen Grüne und SPD bei 4,9%?



    Also zur Wahl einer Partei taktisch aufzurufen kennt man früher schon von der FDP. Zur Wahl von zweien halte ich für sehr riskant.



    Taktisch Grüne👍



    Taktisch SPD👎

  • Abdurchdiemitte

    Dass die Initiative Taktisch Wählen mit ihrer Aufforderung, in jedem Wahlkreis Sachsen-Anhalts den jeweils aussichtsreichsten demokratischen Kandidaten zu wählen, auch den Wahlkampf der Linken durchkreuzt, ist folgerichtig. Und es ist ein ‚Wahlgeschenk‘ für die CDU, auch das liegt auf der Hand.



    Anders die Campact-Kampagne, die in erster Linie auf Unterstützung der kleineren Parteien der linken Mitte zielt, also SPD und Grüne. CDU- und FDP-Kandidaten jedoch die Unterstützung zu verweigern, zeigt allerdings von einen reichlich ideologisch motivierten Konzept.



    Da bekanntlich aber viele Wege nach Rom führen, befürworte ich JEDE Initiative, die dazu beitragen kann, eine Beteiligung der AfD an der Landesregierung zu verhindern. Auch wenn das zu einer Schwächung der Linken und einer Stärkung der CDU führen könnte. Das ist die Kröte, die es zu schlucken gilt.



    Für parteipolitische Spielchen steht in Sachsen-Anhalt zu viel auf dem Spiel. Bleibt nur zu hoffen, dass am Ende nicht noch Sahra Wagenknecht das Kalkül von Campact und Taktisch Wählen durchkreuzt.

    • Kohlrabi

      @Abdurchdiemitte:

      Man kann sich m.E. aber schon mal die Frage stellen, was es bringen soll, wenn im Ergebnis dann ein disparates Koalitionstolerierungsgewürge von vier Parteien entsteht, von denen zwei es durch eine Kampagne knapp über 5% geschafft haben.

      Es scheint eine Art magisches Denken zu geben, wonach die blaue Flut irgendwann gleichsam naturgesetzlich wieder abebben muss. Und man müsse nur die Zeit dazwischen irgendwie überstehen. Ist das aber so? Welcher Umstand sollte einen solchen Rückgang der blauen Flut bewirken?

  • Don Geraldo

    Auch Dienstleistungen sind Parteispenden, die in diesem Fall SPD und Grünen zugute kommen sollen.



    Wie werden die eigentlich verbucht ?

    • vom 3. Stern

      @Don Geraldo:

      passt zur AfD, wenn ehrenamtliches Engagement und idealistischer Lobbyismus ohne persönliches Gewinn- und Selbstbereicherungsstreben verhetzt wird. Am besten gleich verbieten.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @vom 3. Stern:

        Kampagnen für die AfD sind bestimmt kein Problem 😁

  • Forist Grump

    Viel Glück beim Mit-AfD-Wählern-ins-Gespräch kommen! Hatte das zuletzt bei meinem Hausmeister versucht, der die Anti-AfD-Sticker von meinem Briefkasten abgerissen hat. Mittlerweile habe ich das aufgegeben.

    • rero

      @Forist Grump:

      Ich mache das regelmäßig.

      Funktioniert mal besser, mal schlechter.

      Allerdings lasse ich auch Missionierungsversuche weg.

      Der Umstand, dass da jemand zuhört und trotzdem eine andere Meinung vertritt, bringt schon manchmal ins Nachdenken.

      Rosenbergs Gewaltfreie Kommunikation halte ich für erstaunlich effektiv.

      • Forist Grump

        @rero:

        »Rosenbergs Gewaltfreie Kommunikation«

        Ist das der mit der Giraffenhandpuppe? So ein Seminar musste ich im Rahmen einer Weiterbildung auch schon mal über mich ergehen lassen.

        • rero

          @Forist Grump:

          Giraffenhanpuppen kenne ich nicht.

      • Forist Grump

        @rero:

        Ich bin 72 und „missioniere“ schon lange nicht mehr, sofern ich das jemals gemacht habe. Ich habe allerdings auch keine Lust, mir ständig vorhalten zu lassen, wie manipuliert und indoktriniert ich durch die „Mainstream-Medien“ und die „Lügenpresse“ bin, und dass ich endlich mal „aufwachen“ soll, um die „Wahrheit“ zu erkennen.

        • rero

          @Forist Grump:

          Sie haben mein volles Verständnis, wenn Sie sich das nicht antun wollen.

          Auch mir fällt oft extrem schwer, ruhig zu bleiben.

          Nur bin ich der Überzeugung, irgendjemand sollte es im Einzelfall tun.

          Aber dafür muss man gegebenenfalls hart gesotten sein.

      • Kohlrabi

        @rero:

        Ja, genau. Man sollte sachlich und unaufgeregt sein, nicht predigen.

        Weglassen sollte man Begriffe wie "Nazis", "Faschismus", "antidemokratisch" und alle Bezüge auf das Dritte Reich. Denn wenn man damit kommt, dann erntet man eine Gedankenblase mit dem Inhalt: "Aha, den haben sie also auch einer Gehirnwäsche unterzogen."

        Stattdessen Wirtschaft, Soziales, mittlerweile sogar der ökonomische Nutzen von Zuwanderung. Zu einer Abkehr von der AfD habe ich auch noch niemanden bewegt, aber zumindest zum Zugeständnis: "O.K., die vertreten auch nicht meine Interessen. Ich wähle sie aber doch, damit die anderen nicht einfach so weitermachen können."

        Besser es ist nur ein Fuß im Sumpf und der andere noch draußen.

  • Tom Farmer

    Wie befürchtet. Es geht darum die AfD zu verhindern, anstatt gute Politik zu machen und deswegen die AfD zu reduzieren. Das letzte Aufgebot sozusagen.



    Nur: Gehen wir davon aus, dass das klappt. Wie wird denn dann 4 Jahre Politik gemacht und mit welchem Ergebnis? Dann wirds eben bei der nächsten Wahl noch mehr pro- AfD geben. Heute schon an morgen denken!? Alles hofft, schläft, ist frustriert.... echter Plan? Fehlanzeige! Und das ist unser Problem!

    • Forist Grump

      @Tom Farmer:

      »… anstatt gute Politik zu machen und deswegen die AfD zu reduzieren.«

      Das sollte mittlerweile jedem klar sein, dass das nicht funktioniert, denn gemessen an den Heilsversprechen der AfD ist das ihren Anhängern nie genug.

      • *Sabine*

        @Forist Grump:

        "... denn gemessen an den Heilsversprechen der AfD ist das ihren Anhängern nie genug."

        Ich bin mir da nicht so sicher. Manchen m/w/d würde es vielleicht bereits ausreichen, wenn wir uns in Hinsicht auf Zuwanderung nicht fast ausschließlich auf männlich gelesene Anhänger des Islam aus archaischen und patriarchalischen Gesellschaften stützen würden.

      • Deep South

        @Forist Grump:

        Das ist zum Glück nicht "jedem klar". Fatalistisches Untergangsgejammer hat noch nie zu irgendwas Positivem geführt. Viele AfD Wähler haben noch vor wenigen Jahren demokratisch gewählt. Die Unzufriedenheit ist nicht im luftleeren Raum entstanden. Zu sagen, die halt alle rechts, da kann man nichts machen, ist in jeder Hinsicht zu einfach.

      • rero

        @Forist Grump:

        Nur scheint ein Großteil der Wähler die Heilsversprechen der AfD gar nicht zu glauben, wie Studien immer wieder nahelegen.

        Zur Erinnerung: Mehrere Studien belegen, dass die AfD nur eine Defizitpartei ist.

      • Tom Farmer

        @Forist Grump:

        "Das sollte mittlerweile jedem klar sein, dass das nicht funktioniert, denn gemessen an den Heilsversprechen der AfD ist das ihren Anhängern nie genug."



        Und Ihnen wie jedem anderen sollte klar sein, dass es DEN Anhänger und somit Wähler als Unteilbare Einheit gar nicht gibt. Mal die Hälfte von 40% zurückholen wäre ein Erfolg, dann stünden die bei 15 bis 20% und die Welt wäre nicht braun-blau gefärbt und echte Politik mit auch Opposition (die nicht AfD heißt) möglich.