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Tod der Mieterin Maricarmen Wohnraum darf keine Ware sein

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Die 87-Jährige ist zwei Wochen nach ihrer Räumung gestorben. Das zeigt, welch brutale Folgen eine profitorientierte Wohnungspolitik haben kann.

K apitalismus tötet. Selten ist dieser Zusammenhang so klar, so unübersehbar, so unerträglich wie jetzt beim Fall von Maricarmen Abascal in Madrid. Die 87-Jährige wurde am 23. September brutal aus ihrer Wohnung geräumt. Sie konnte die Miete für ihre Wohnung, in der sie über 70 Jahre gewohnt hatte, nicht mehr zahlen – und flog raus. Am Mittwoch ist sie in einem Krankenhaus gestorben. Zwei Wochen nachdem ihr das Grundrecht auf Wohnen genommen wurde.

Welche brutalen Folgen eine profitorientierte Wohnungspolitik haben kann, ist bekannt. Seit mehr als 100 Jahren. „Man kann mit einer Wohnung einen Mensch genauso gut töten wie mit einer Axt!“ – den Satz schrieb der SPD-Politiker Albert Südekum im Jahr 1908.

Seither hat sich viel getan in Sachen Mietrecht. Zum Glück. Zwangsräumungen von Mieter:innen, die nicht mehr zahlen können, sind trotzdem auch hierzulande kein Einzelfall. 32.000 gab es in Deutschland im Jahr 2024. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Sie werden aber vermutlich ebenso wie die Mieten gestiegen sein.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Das Mietrecht in Spanien ist ungleich brutaler als in Deutschland. Unbefristete Mietverträge zum Beispiel gibt es dort nicht. Die linke Regierung will sie zwar endlich einführen, hat aber keine Mehrheit im Parlament. Das ist auch ein Grund dafür, warum nur 20 Prozent der Spa­nie­r:in­nen zur Miete wohnen. In Deutschland sind es rund 55 Prozent.

So müssen sich viele Spa­nie­r:in­nen langfristig verschulden, um ihr Recht auf Wohnen abzusichern. Das klingt wie der Traum von Extrem-FDPlern und Immobilienlobbyisten anderer Parteien, die Eigentum für alle als Lösung der Wohnungskrise predigen.

Wohin das führt, konnte man aber auch schon in Spanien sehen. Bei der Immobilienkrise vor rund 15 Jahren verloren Hunderttausende ihre Wohnungen, weil sie die Hypotheken nicht mehr zahlen konnten. Nur die Schulden durften sie behalten.

Solange Wohnraum eine Ware bleibt, stehen die Rechte der Menschen, die ihn bewohnen, den Profiten der Investoren entgegen. Der Tod von Maricarmen Abascal ist da leider nur die brutalste Konsequenz.

Anm. der Redaktion: In der ursprünglichen Fassung des Textes hieß es, der Satz „Man kann mit einer Wohnung einen Mensch genauso gut töten wie mit einer Axt!“, stamme vom SPD-Politiker Südekum. Es soll aber noch ältere Quelle für das Zitat geben. Wir haben die Textstelle daher leicht korrigiert. Wichtig ist ja vor allem, dass die Debatte belegbar schon seit über 100 Jahren geführt wird.

Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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199 Kommentare

  • henrik sander

    Wohnraum darf kein knappes Gut aein. Staatsversagen tötet.

  • Hans - Friedrich Bär

    In diesem Artikel geht es , wie die Überschrift lautet um den Tod eines Menschen. Es geht nicht um strukturelle Probleme des Wohnungsmarktes.

    Dass ein Zusammenhang zwischen der Zwangsräumung und dem Ableben bestehen muss wurde vom Autor behauptet und von verschiedenen Diskussionsteilnehmern umgehend bestritten. Sie eint ihr Grad der med. Fachkenntnis.

    Eigentlich wäre es um den Rechtsgrundsatz der Angemessenheit gegangen. Darf ein Staat einer Greisin wegen Mietrückständen die Tür einschlagen, sie dann gegen ihren primären Willen, nun aber wegen der durch die medizinischen Folgen von Schrecken und Demütigung notwendig gewordenen medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus verbringen ?

    Der Autor ist auch sonst nicht zimperlich. Erläuterungen, warum gerade ältere Frauen ganz besonders von Übergriffen auf ihre Selbstbestimmung getroffen sind, sind unwichtig und werden deswegen nicht veröffentlicht, selber Losplärren reicht.

    Dass die Spanier so sensibel sind, dass sie wegen des Schichksals einer Greisin zu Zehntausenden auf die Straße gehen ist ganz besonders bemerkenswert. Da können wir noch viel lernen.

  • Land of plenty

    Ich werde zwar nicht gekündigt, lebe dafür aber in einer zu engen Wohnung.



    Es liegt an uns allen sich zu organisieren:



    in der MieterInnen-Vereinigung,



    in Bündnissen um Zwangsräumungen zu verhindern.



    in der politischen und juristischen Arbeit zur Begrenzung der Macht der Eigentümer und



    in der erlernbaren Fähigkeit zur Selbstverwaltung.



    Diese Geschichte lehrt: was sind das für Mieterhöhungen? Was passiert mit Menschen die nicht bezahlen können?



    Hier muss sich entscheidend viel strukturell ändern.



    Der politische Gegner sind die Parteien, die daran nichts zugunsten der Mieter/innen und Armen ändern wollen und das Immobilienkapital als eine Verwertungsform anderer Kapital-Zustände.



    Der Druck auf die Immobilien als Wertanlage muss raus.

    • Desdur Nahe

      @Land of plenty:

      "Es liegt an uns allen sich zu organisieren: in der MieterInnen-Vereinigung"



      Nein, in der EigentümerInnen-Vereinigung!



      Man muss weg von "Andere sollen bitte dafür sorgen, dass ich ein Dach über dem Kopf habe. Aber sollen gefälligst wenig dafür verlangen. Ist ja mein Recht."



      Fast alle Menschen mit "normalem" Einkommen hätten in den letzten 10 Jahren, wo der Zins nahe 1% lag, Wohnraum schaffen können. Zins und Tilgung lagen ähnlich hoch wie die Miete selbst. Haben trotzdem nicht viele gemacht. Klar, bedeutet Arbeit, Stress, Verantwortung und Risiko. Und nicht nur während der Bauphase, sondern für immer. Wasserrohr defekt? Nein, nicht die Hausverwaltung anrufen, sondern selbst auf die Suche nach Handwerkenden begeben. Und selbst die horrende Rechnung zahlen etc.



      Das alles sollen lieber andere machen, man mietet einfach und delegiert den Rest.



      Aber schimpft dann leidenschaftlich, wenn "die anderen" dafür Geld sehen wollen. Wie können die nur, wohnen ist doch ein Menschenrecht und darf keine Ware sein.

  • Altbayer

    Bereits 2012 erschien ein Artikel, im Handelsblatt oder der WiWo, in dem ein Schweizer seine "Sorge" offen diskutierte, dass man aus unserem Wohnungsmarkt keinen Gewinn ziehen könne! Die Immobilienpreise, und dadurch zwangsläufig auch die Mieten, müssten um 250 % (!) erhöht werden, damit sich Deutschlands Wohnungswelt rechne. Insbesondere führte er die Luxemburger Fonds zu Felde, die nur auf das Go! warteten.

    • Perkele

      @Altbayer:

      Diese Einstellung ist in den Reihen von csdU, AgD und der ehemaligen Partei fdP die Handlungsgrundlage.

  • Demokrat

    Warum erlaubt eine Sozialisten Regierung so etwas? Sachen ist lange genug an der Macht um etwas zu verändern.



    Ein Versager ohnegleichen.



    Podcast könnte dies richten

    • Auweiowei

      @Demokrat:

      Als "@Demokrat" wäre es, meine ich, Ihre Pflicht, sich zu informieren, bevor Sie über andere Demokraten herziehen.

      Pedro Sánchez hat - unter vielen anderen Initiativen! - im Juni 2023 ein Gesetz zur Verbesserung der Situation der Mieter in Spanien vorgelegt (ley de la vivienda). Zum Beispiel hat ein Jahr später die Tageszeitung eldiario.es vom 25.05.24 daran erinnert, dass die 'Acht Gesetzesinitiativen' trotz weitgehender Biligung durch das Verfassungsgericht - und das schließt ausdrücklich den Vorschlag einer Mietpreisbremse in den großen Städten ein! - bis dato nur durch die Sozialistenregierung in Katalonien Gesetzeskraft erlangt haben.

      Dazu muss man nicht nur wissen,



      dass die linke Regierung in Madrid (die seinerzeit bereits durch die Tiraden der katalanischen Junts mit wechselnden Mehrheiten zu kämpfen hatte...) geschwächt war, sondern dass in den 'Comunidades autónomas' die Mieten Sache der dort regierenden stramm rechts orientierten Parteien PP und VOX sind. Und zuletzt hat Junts erklärt, mit den Dekreten der Regierungsparteien konform zu gehen - um dann Stunden vor der Abstimmung im Parlament die Seiten zu wechseln...

      Ihre Vorwürfe an Sánchez entbehren jeder Grundlage.

      • Demokrat

        @Auweiowei:

        Trotz der lobhudelei auf Sanchez ist Carmen nun tot.



        Ich bleibe dabei, er hat kläglich versagt.



        Warum hat er nicht genügend Wohnraum geschaffen?

        • Auweiowei

          @Demokrat:

          Was soll ich denn angesichts solcher 'Informationsresistenz' - noch - sagen: vielleicht, dass Sie das Pedro Sánchez selber fragen müssten...?



          Nach reiflicher Überlegung (wie ich Ihnen am besten weiterhelfen könnte) kommt mir jener Spruch in den Sinn, der bei meinem Großvater in der Werkstatt (in der DDR) zu lesen stand:

          "Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger."

          • Demokrat

            @Auweiowei:

            Ein paar awohnungen zu bauen ist doch weder unmöglich noch ein Wunder. Seltsame Ansicht.

    • Perkele

      @Demokrat:

      Pedro Sanchez ist einer der sehr raren Regierungschefs in Europa, der "Arsch in der Hose" hat. Er handelt dem Bevölkerungsinteresse gemäß und nicht nur dem der Wirtschaft - wie anderswo, auch in D. Er hat jedoch keine Mehrheit und wird von den Rechten, die teils Faschisten sind, behindert wo es irgend möglich ist - in ganz Europa!

    • Yes

      @Demokrat:

      Die Regierung von Sánchez ist eine Minderheitsregierung und hat nicht die Mehrheit im spanischen Parlament, die sie auch für Abstimmungen über Wohnungsmaßnahmen braucht. Die Regierung selbst hatte zwei Notverordnungen zur Wohnungsnot eingebracht, die Mieter besser vor Zwangsräumungen schützen und Immobilienspekulation eindämmen sollte. Die Mehrheit im Parlament stimmte dagegen, was nun zu Neuwahlen führt.



      Auf die Dauer der Regierungszeit eines Ministerpräsidenten kommt es bei Abstimmungen nicht an. Und wenn man „Versager“ so definiert, wie Sie es getan haben, wird die nächste sachsen-anhaltinische Regierung voraussichtlich ebenfalls eine „Versagerregierung“.

      • Demokrat

        @Yes:

        Natürlich wird sie dass.

  • doofi

    Warum wurde die Gemeinnützigkeit für Wohnungsbaugesellschaften 1989 abgeschafft.

  • Leo Onlin

    Ich erinnere noch sehr gut die Zeit, in das Wohnen eine „soziale Frage“ war. Da ist mir der Wohnraum als Ware doch viel lieber.

    Zuletzt hat der ehemalige Bürgermeister Wowereit bei Frau Maischberger in der Sendung daran erinnert, dass die seinerzeit verkauften Wohnungen der Stadt Berlin in einem katastrophalen Zustand waren. Auch deswegen habe man verkauft. Will man dahin zurück?

    • momper

      @Leo Onlin:

      Die 2004 verkaufte GSW bestand vor allem aus West-Berliner Nachkriegssiedlungen, und Wowereit selbst begründete den Verkauf damals mit Leerstand und Haushaltsnot, nicht mit dem Zustand; die wirklich maroden Ost-Altbauten wurden über ganz andere Wege privatisiert.

  • Astrid Sehnefeld

    Statistik:



    In deutschen Großstädten geben Mieter etwa 33% ihres Einkommens für Miete aus.



    In Paris, Amsterdam oder Dublin liegt dieser Wert bei bis zu 40%.



    In Lissabon, Madrid, Mailand oder Athen bei 35 bis 50%.



    Schauen wir mal in den Rest der Welt:



    New York City: 30% bis 45 %



    Tokio: 25 % bis 35%



    Bangkok: 50 % bis 70 %



    Neu-Delhi: 35 % bis 50 %



    Rio de Janeiro: 35 % bis 45 %



    Mexiko-Stadt: 40 % bis 60 %



    Lagos: 50% bis 80%



    Accra: 50 % bis 80 %



    Nairobi: 40 bis 60%



    Kaptstadt: 35% bis 50%



    Ich weiß wirklich nicht worüber sich Mieter in deutschen Großstädten aufregen 🤷



    Wer urban leben und alle Vorzüge dieses Lebensstils genießen will - Kultur, Theater, (Groß)Veranstaltungen, ÖPNV, Nachtleben, etc - der muss eben dafür diesen Mehrwert zahlen.



    Weltweit gesehen sind deutsche Großstädte immer noch eher günstig.

    • Westlahn

      @Astrid Sehnefeld:

      Es müssen auch die zahlen , die all diese achso tollen Vorzüge nicht genießen können oder wollen, aber auf eine Wohnung in der Stadt angewiesen sind. Weil sie dort arbeiten und nicht jeden Tag 50 oder 100km fahren können. Weil sie das Geld und die Zeit gar nicht haben.

    • Altbayer

      @Astrid Sehnefeld:

      Steigen die Preise in Eurer Großstadt auch so erfreulich, wie jedes Jahr, durch die Wies'n hier, dem Bierpreis angepasst um durchschnittlich 12,5 %? Günstig ist vielleicht Hagen, oder Greifswald!

    • Yes

      @Astrid Sehnefeld:

      Weltweit gesehen liegt die Zahl der Hungertoten und Erfrierenden in Deutschland auch noch sehr niedrig. Finden Sie, Nahrungsmittel- und Energiepreise sollten hier jetzt ebenfalls steigen?

      • Astrid Sehnefeld

        @Yes:

        Nahrungsmittel sind in Deutschland extrem günstig in Bezug auf die Kaufkraft - und im globalen Vergleich, insbesondere gegenüber Entwicklungs- und Schwellenländer, weist Deutschland ein sehr hohes Verschwendungsniveau in der Endverbraucherstufe auf...



        Ganz nebenbei 'verschwenden' wir landwirtschaftliche Erzeugnisse von knapp 15% unserer landwirtschaftlichen Fläche (Stichwort Mais und Fernwärme) zur Energiegewinnung...



        Also ja, Nahrungsmittel sind hier deutlich zu billig 🤷



        Ein Kilo Hackfleisch kostet oft weniger als ein Kilo Tomaten - das macht auf keiner Ebene Sinn, nur so als Beispiel.

        • Machiavelli

          @Astrid Sehnefeld:

          Sorry aber wo kaufen sie Hack und wo kaufen sie Tomaten?

          • Astrid Sehnefeld

            @Machiavelli:

            Hack kostet beim Fleischer 8,99€ das Kilo, das ist bio, Schweine von der örtlichen LPG, Entschuldigung jetzt heißt es Agrargenossenschaft.



            Cocktailtomaten, wenn sie bio sind, kosten im REWE oft gerne 8,50€ das Kilo, wenn nicht gerade im Angebot.



            Wenn ich dann noch die Entfernung dazurechne, nächster Supermarkt 12km einfach, Fleischer 50 Meter, dann sind die Tomaten teurer als das Hack.



            Ist ein Extrembeispiel, sorry, Wassertomaten aus Holland im Discounter gibt's für 2€, ist mir auch klar - die schmecken dafür nach nichts 🤮

    • momper

      @Astrid Sehnefeld:

      Dass es Mietern in Lagos oder Bangkok noch schlechter geht, ist kein Argument, sondern ein Ablenkungsmanöver; der Maßstab ist, wie sich die Belastung hier entwickelt hat, und die Mieten in Berlin haben sich in gut zehn Jahren ungefähr verdoppelt. Außerdem verdeckt der Durchschnitt von 33 Prozent, dass gerade Geringverdiener oft weit mehr als 40 Prozent zahlen. Und wenn urbanes Leben nur noch für die bezahlbar ist, die es sich „leisten“ können, wer fährt dann die Busse, pflegt in den Kliniken und steht hinter dem Tresen der Bars, die Sie so schätzen?

      • Moby Dick

        @momper:

        "die Mieten in Berlin haben sich in gut zehn Jahren ungefähr verdoppelt"

        Dazu die Fakten: Berliner Mieten stiegen um Schnitt von 2017 bis 2026 um 16,5%:



        faire-miete.de/de/...ntwicklung-berlin/

      • Astrid Sehnefeld

        @momper:

        "der Maßstab ist, wie sich die Belastung hier entwickelt hat"



        Ist das so?



        Gilt das auch für Gas- und Benzinpreise?



        Oder gilt das nur wenns zum Argument passt?

    • Andreas Flaig

      @Astrid Sehnefeld:

      Die Spekulanten weltweit werden ihnen Blumensträuße schicken!



      Mal so richtig was auf den Punkt gebracht!

    • Tom Farmer

      @Astrid Sehnefeld:

      Aber Frau Sehnefeld, was sind denn das für langweilige Fakten und warum sollte das ein Arguemnt gegen Vergesellschaftung von Wohnungen sein.



      Wir in DE sagen galt, dass höchstens 40% für Wohnen ausgegeben wersen darf. Das muss der Rest der Welt halt mal endlich lernen. Weul, am deutschen Wesen...., Sie wissen schon!



      Ironie stopp!

      • Westlahn

        @Tom Farmer:

        Ja, ich unterstütze den Antrag =;-) : Stoppen Sie bitte Ihre "Ironie". Denn zu suggerieren, es sei in Ordnung, mehr als 40% des Einkommens für Wohnen ausgeben zu müssen, ist keine "Ironie" sondern fällt eher unter "Zynismus".



        Den sich sicher nur Menschen leisten können, die sehr sehr sicher sind, nie in diese Situation zu kommen.



        Die meisten Menschen mit diesem Privileg haben es einfach nur geerbt.

    • Perkele

      @Astrid Sehnefeld:

      Yeah! That's the spirit!! Die sind selber Schuld, diese Spinner, die ihr Leben selbst gestalten möchten. Die Miethaie allüberall sind doch nur arme Unternehmer, die ihr karges Brot verdienen müssen. Und hier in D sind diese Leute gaaaaanz besonders harmlos, gell?

      • Astrid Sehnefeld

        @Perkele:

        Wenn Neubau nicht unter 15 oder 20€ der qm geht, ist es nur logisch, dass Vermieter 25€ für den qm wollen 🤷



        Wenn energetische Sanierungen 100.000€ pro Wohnung kosten, ist es nur logisch, dass Vermieter sich dies über hohe Mieten refinanzieren wollen 🤷



        Schauen Sie doch mal bitte, was Wohnungskonzerne für Dividende zahlen - 4% im Schnitt.



        Das ist nur marginal über Tagesgeld.



        Vonovia hat Schulden von fast 40 Milliarden...



        Wäre das so ein lukratives Unternehmen, hätten die bessere Zahlen.



        Berlin hat damals die Wohnungen verkauft, weil es dem Land zu teuer war, die Wohnungen zu sanieren und weil keine Nachfrage herrschte.



        Es wurde den Mietern damals angeboten, die Wohnungen zu kaufen - die allerwenigsten zeigten Interesse 🤷🤷🤷



        Bitte realistisch bleiben.

    • LinksRechtsMitte

      @Astrid Sehnefeld:

      Interessant. Ich habe eben mal die KI gefragt, ob Ihre Zahlen stimmen. Das tun sie. Hmmm... .

      Umso weniger verstehe ich, dass unbedingt Vergesellschaftung über allem steht.



      An sich nichts dagegen, dass man darüber nachdenkt.



      Aber sollte dann nicht einfach die Tatsache, dass Wohnraum FEHLT und damit GEBAUT werden müsste auf der Liste der Dinge die man tun sollte gegen die Wohnungsnot auf Platz 1 stehen?

      • Querbeet

        @LinksRechtsMitte:

        Ja, das ist zu simpel gedacht.



        Enteignen! Jetzt!

      • Astrid Sehnefeld

        @LinksRechtsMitte:

        "sollte dann nicht einfach die Tatsache, dass Wohnraum FEHLT und damit GEBAUT werden müsste auf der Liste der Dinge die man tun sollte gegen die Wohnungsnot auf Platz 1 stehen?"



        Genau das.



        Überangebot ist der einzig realistische Preissenker.

        • elektrozwerg

          @Astrid Sehnefeld:

          Die Linke will verstaatlichen, weil das ihr ideologischer Kern ist. Und genauso wie der ideologische Kern der Gruenen, Atomaustieg, kontraproduktiv fuer die CO2-Reduzierung war, ist es die Verstaatlichung vorhandener Wohnung fuer die Wohnungsknappheit.



          In beiden Faellen wurden/werden die jeweiligen Parteien aber genau fuer das Angehen der Probleme gewaehlt, die sie mit ihren "Loesungen" verschaerf(t)en. Demokratie ist schon eine eigenartige Sache.

          • Machiavelli

            @elektrozwerg:

            Vielen Dank, da haben sie ein Dilemma deutscher Politik gut zusammengefasst.

    • Schleicher

      @Astrid Sehnefeld:

      Diese Auflistung ist kein Argument.

      "Wer urban leben und alle Vorzüge dieses Lebensstils genießen will - Kultur, Theater, (Groß)Veranstaltungen, ÖPNV, Nachtleben, etc - der muss eben dafür diesen Mehrwert zahlen."

      "muss eben" ist auch kein Argument.

      "Weltweit gesehen sind deutsche Großstädte immer noch eher günstig."

      Kein Argument.

      • Machiavelli

        @Schleicher:

        Die Realität ist was sie ist. Das sind alles Argumente. Sie gefallen ihnen nicht, aber das ändert die Tatsachen nicht. Urbanes Leben ist attraktiv, das erhöht die Preise fürs urbane Leben. Und ein weltweiter Trend ist ein weltweiter Trend, damit sich die Deutschen abfinden.

      • Astrid Sehnefeld

        @Schleicher:

        Argumente sind wohl nur, wenn sie der 'richtigen' Seite dienen...?



        Wir haben einen weltweiten Wohnraummangel. Mietdeckel und Vergesellschaftung lösen das Problem nicht - schaffen lediglich für die Bestandsmieter günstigere Konditionen, die allerdings die Allgemeinheit finanzieren muss und somit rauben Vergesellschaftung und Mietdeckel in der Konsequenz sogar denen die auf Wohnraum warten, die Chance welchen zu bekommen, weil jeder Euro der für Vergesellschaftung draufgeht oder als Steuereinnahme wegen Mietendeckels fehlt, nicht für Neubau und somit zusätzlichen Wohnraum ausgegeben werden kann 🤷



        Simpelste Mathematik

        • Schleicher

          @Astrid Sehnefeld:

          "Argumente sind wohl nur, wenn sie der 'richtigen' Seite dienen...?"

          Sowieso.

          "Wir haben einen weltweiten Wohnraummangel. Mietdeckel und Vergesellschaftung lösen das Problem nicht"

          Hat auch niemand je bestritten. Und das sage ich explizit, weil ihre Schalplatte dort einen Sprung zu haben scheint. Niemand hat empfohlen Wohnungen zu kaufen, weil das neue Wohnungen schaffen würde. Das haben nicht nur Sie als ganz besonderer Schlaufuchs begriffen.

          Der Rest ihres Beitrags ist kaum ernst zu nehmen. Das fällt doch in jedem Seminar durch. Ihre "simple Mathematik" ist eben ein bisschen simpel und erinnert stark an Argumentationsmuster der AfD (die Ausländer fahren im Porsche und für unsereins ist nix mehr da!).

          Als Naturwissenschaftler rate ich Ihnen übrigens davon ab mit Mathematik hausen zu gehen. Fällt Ihnen sehr deutlich auf die Füße.

        • Auweiowei

          @Astrid Sehnefeld:

          Mathematik ist das natürlich nicht (schon weil Mathematik eigentlich nie simpel ist) - höchstens halbdurchdachte Arithmetik.

  • Machiavelli

    Wenn die Regierung günstige Mieten will, gäbe es einen einfachen Hebel. Steuern. Niedrige Mieten werden nicht besteuert. Hohe schon. Gibt den Vermietern eine Motivation, günstig zu vermieten. Löst immer noch nicht das Angebotsproblem, das von Links konsequent ignoriert wird, was die Ursache der ganzen Probleme ist. Würde aber helfen.

    • Alex_der_Wunderer

      @Machiavelli:

      @ Machiavelli



      Warum nicht einfach die Menschheit zur Anstängkeit sozialisieren ?

    • Sole Mio

      @Machiavelli:

      Das ist grundsätzlich in Ordnung.



      Nur, wo setzten Sie dann an?

      Die Baukosten sind mittlerweile so hoch, das, um kostendeckend zu sein, leider eine hohe Miete herauskommen muss.



      Ergo wird dann keiner bauen.

      Berlin geht steil auf 70Mrd € Schulden zu, auch sehr kritisch zu sehen, wie man das stemmen soll.

      Das Problem muss an der Wurzel angegangen werden.



      Wenn Bauen billiger wird, wird mehr gebaut, die Mieten können dann günstiger werden.

      Zugleich verschiebt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Dies lässt Preise ebenfalls sinken.

    • Astrid Sehnefeld

      @Machiavelli:

      Wäre eine sehr gute Idee.



      Bis 10€ der qm steuerfrei, jeder Euro drüber dann mit solch einer Steuerlast belegt, dass es sich kaum mehr rentieren würde.



      Kommt allerdings definitiv nicht, weil - leere Kassen...🤷



      Tabaksteuer, Zuckersteuer, CO2-Steuer, alles geht rauf weil unsere Politiker die Ausgaben völlig überbläht haben.



      Ich verstehe jeden, der gegen die angedachten Sozialeinsparungen jetzt ist - ich garantiere aber, wird das jetzt nicht hart gekürzt, werden die Systeme eher früher als später komplett kollabieren und dann haben wir halt amerikanische Verhältnisse🤷



      Er sichs leisten kann wird versorgt, und wer nicht, der halt nicht.

      • elektrozwerg

        @Astrid Sehnefeld:

        "Bis 10€ der qm steuerfrei, jeder Euro drüber dann mit solch einer Steuerlast belegt, dass es sich kaum mehr rentieren würde."

        Und warum sollte dann mehr gebaut werden als jetzt?

    • Encantado

      @Machiavelli:

      "Niedrige Mieten werden nicht besteuert. Hohe schon. Gibt den Vermietern eine Motivation, günstig zu vermieten."



      Versteh ich nicht. Warum? Als Vermieter erhöhe ich die Mieten noch mehr, um trotz Steuern auf meine Wunscheinnahme zu kommen.

      • Nordlicht4711

        @Encantado:

        Je höher die Miete desto geringer die Nachfrage. Das hat alles seine Grenzen. Ab 30€/m2 in Berlin ist die Nachfrage wahrscheinlich sehr gering. Und die Leute bezahlen das am Ende für die Lage. Die ist ebenfalls begrenzt.



        Wenn Vermietung für den schmalen € nicht lohnt und man einen quasi Mietdeckel hat passiert was 2022 passiert ist. Mietwohnung->Eigentumswohnung. Und wer nicht verkaufen will lässt das Objekt lieber leer stehen mit der Hoffnung, dass eine solche Steuer kollabiert.



        Ich halte eine einheitliche Steuer mit Fixbetrag generell für Schmarn. Alles viel zu heterogen Lieber den Kommunen das Recht auf eigene Steuern geben.

      • Carsten S.

        @Encantado:

        Entschiedenes NEIN.

        Als Kleinvermieter weiss ich, was ich an zuverlässigen Mietern habe. Ich bin doch nicht wahnsinnig, dass ich mir für etwas mehr Rendite das Leben selbst zur Hölle mache.

        Die Bude muss Geld für Rückstellungen zwecks Sanierung abwerfen und eine Verzinsung, die sich am Spar- bzw. Hypothekarzins orientiert.

        In dem Rahmen kann man angemessene Gewinne haben und hat zufriedene Mieter.

        Gewinnmaximierung versucht man eher, wenn man eine grosse Kapitalgesellschaft ist, die eine schlagkräftige Rechtsabteilung hat.

  • economista

    Warum wurde die Berliner Mauer gebaut, wenn ohne Kapitalismus und Profite alles supi ist? Weil man die Funktionen von Angebot, Nachfrage, Geld, Kapital, Zinsen und Profiten verstanden haben muss, um Rahmenbedingungen für eine sinnvolle Wirtschaftspolitik zu definieren.

    • marilyn.hanson

      @economista:

      Ja, aber doch "nur" im Kapitalismus! Wozu der Staatsmonopol-Kapitalismus des real-existiert-habenden Sozialismus entgegen der Auffassung seiner meisten Gegner- sowie Befürworter*innen ja auch dazuzählte.

      • Querbeet

        @marilyn.hanson:

        Ah, der real existierende Sozialismus ist also überall krachend gescheitert, weil er eigentlich noch Kapitalismus war.

        So kann man ungetrübt an seinem alten Weltbild festhalten, ohne es (selbst)kritisch hinterfragen zu müssen.

  • Nachtsonne

    Das Mietrecht in Deutschland als "brutal" zu bezeichnen ist albern. Es gibt wohl weltweit kaum ein mieterfreundliches Recht. Ich bin übrigens gleichzeitig Mieter und Vermieter. Und wem das Mietrecht nicht gefällt, dem sei Kaufen empfohlen. Unverschämt sind an der Stelle allerdings die Kosten und Steuern, die mit einem Kauf verbunden sind. Vor derm Hintegrund der räumlichen Flexibilität, die man von Arbeitnehmern erwartet, ist das das wahre Unding. Aber das scheint nicht mehr die Zielgruppe der Politik zu sein.

    • Axel Berger

      @Nachtsonne:

      Ein wichtiger Punkt. In Großbritannien gibt es die "housing ladder". Mit etwas Mühe und Eigenleistung kann man den Wert der eigenen Immobilie steigern. Verkauf und Neukauf einer gleich- oder höherwertigen Wohnung ist dort Alltag. Hier machen es die Kosten nahezu unmöglich. Ein Grund mehr, warum Menschen, die sich eine Wohnung durchaus leisten könnten, trotzdem den engen Mietmarkt belasten und mit höherer Zahlungsfähigkeit andere ohne die Kaufoption verdrängen.

    • FtznFrtz

      @Nachtsonne:

      Das Mietrecht ist in weiten Teilen mieterfreundlich, der Immobilienmarkt ist es definitiv nicht. Das ist das Entscheidende. Recht ist schön und gut, es bringt mir als Kleinem nur nichts, wenn die Marktkräfte wirken.



      Ist das Gleiche bei den Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt, denen hilft das Arbeitsrecht dort auch nur sehr begrenzt.

      • Astrid Sehnefeld

        @FtznFrtz:

        Im Osten ist der Immobilienmarkt absolut freundlich.



        Wie auch bei Mietwohnungen gibt es auch beim Eigentum kein Recht darauf, dort günstig wohnen oder kaufen zu können, wo man will.



        Weil wenn das ginge, würden gern 10 Millionen Studenten in Kreuzberg leben, aber keiner in (zum Beispiel) Bochum...



        Angebot und Nachfrage ist das einzig soziale Steuerungselement, weil dann jeder frei entscheiden kann, was ihm etwas wert ist und was nicht

        • FtznFrtz

          @Astrid Sehnefeld:

          So kann nur jemand denken, der im Überfluss lebt. Freut mich für Sie, dass Sie offenbar so gut situiert sind.



          Normalsterbliche haben nicht die Wahl, sondern die Eigentumswohnung in Kreuzberg ist Utopie.

        • marilyn.hanson

          @Astrid Sehnefeld:

          "Frei" entscheiden im Sinn von "frei von" gesetzlichen Zwängen und Einschränkungen - bedingt - vielleicht, aber aufgrund der schreienden und immer schneller wachsenden Vermögensungleichheit ja nicht "frei zu entscheiden". Das ist dann nicht die Frage: Will ich mir das leisten? Sondern die Feststellung: Das kann ich mir nicht leisten (im Gegensatz zu einem durch z. B. Erbschaft unverschuldet und unverdient reich Gewordenen). Insofern wäre das nur eine angedeutete Möglichkeit, würden die Erb-, besser auch Vermögens- und am besten sogar die Einkommensunterschiede wieder kleiner. Sonst braucht es bei Grundbedürfnissen eben staatliche Eingriffe, damit die Kosmetik "sozial" zumindest pro forma aufrechterhalten werden kann in dne realen Auswirkungen, in der Masse und in der Fläche.

          • Astrid Sehnefeld

            @marilyn.hanson:

            Das die Erbschaftssteuer reformiert gehört - keine Frage.



            Das Reiche viel zu wenig bezahlen - keine Frage.



            Das man das über Mietendeckel oder Vergesellschaftung stellvertretermäßig ausgleichen will - völlig falscher Ansatz.

  • Agarack

    Ich habe in den letzten Jahren durch den Aufstieg des Populismus eine innere Abneigung gegen Parolen entwickelt. "Wohnen darf keine Ware sein" klingt erstmal toll - genau wie z.B. auch "kein Mensch ist illegal". Das Problem ist: Was genau folgt daraus? Wenn "Wohnen keine Ware sein darf", heißt das, niemand darf mehr Profit durch Mieten erwirtschaften? Wie will man das erreichen, ohne gleichzeitig jeden Anreiz für private Investoren, Wohnungen zu bauen und instandzuhalten, im Keim zu ersticken? Dass wir mehr Sozialwohnungen und mehr staatlichen Wohnungsbau brauchen, halte ich für durchaus richtig, glaube aber nicht, dass man das erreicht, indem man einfach nur den privaten Sektor beschädigt. Der Staat verfehlt ja jetzt schon regelmäßig alle selbst gesetzten Ziele in diesem Bereich. Und ein drakonisches Mietrecht wie in Spanien haben wir in Deutschland erfreulicherweise schlicht nicht (wie der Kommentar ja selbst herausarbeitet), so dass der Vergleich bedingt hilfreich ist.

    Wir brauchen weniger Parolen und mehr konkrete Vorschläge - und zwar gute Vorschläge, nicht immer nur: "Die bösen Blutsauger enteignen".

    • Michael M

      @Agarack:

      Problem ist, das diese luftpumpen mit ihren parolen mehr erfolg haben als nüchterne analytiker die fakten präsentieren.



      Wir menschen sind halt dumm und brocken uns diese suppe durch unser wahlverhalten selber ei

    • Carsten S.

      @Agarack:

      Ja, wenn man mit Wohnen kein Geld mehr verdienen kann, baut auch niemand mehr Wohnungen. Dann muss das der Staat machen. Hatten wir schon mal, und das war auch nicht sehr erfolgreich.

      • Agarack

        @Carsten S.:

        Nicht nur das, es würde auch der Bestand verfallen, weil niemand mehr einen Grund hätte, vermietete Wohnungen zu sanieren oder zu renovieren.

  • Günter Witte

    Der schnellste und sicherste Weg um Mieten zu senken ist die Wohnfläche pro Person radikal zu senken. Vor allem bei Wohnungen die komplett vom Staat finanziert werden muss auf das absolute qm Minimum heruntergegangen werden. Immer mehr qm Wohnraum zu immer weniger Miete ist die Quadratur des Kreises. Außerdem haben kleine Wohnungen einen sehr hohen Ökologischen Vorteil, weil sie viel weniger Energie zum Heizen/Kühlen brauchen.

    • CR43

      @Günter Witte:

      Das sagt sich so einfach. Was ist denn die Obergrenze?



      Die Untergrenze für einen Sozialwohnungsraum in Berlin ist übrigens 11 qm für eine erwachsene Person und 6 qm für ein Kind.

    • Chris McZott

      @Günter Witte:

      Ja aber nicht nur das.

      Die DDR hat es vorgemacht: Ohne Kind+Trauschein keine (neue) Wohnung, sondern Wohnen bei den Eltern. Intergenerationelles Wohnen ist ja wieder progressiv.

  • Querbeet

    Kapitalismus tötet. Sozialismus auch. Soweit so platt.

    Ich habe kürzlich Wowereit (SPD) bei Maischnerger zugehört. Als er die Wohnungen in Berlin verkauft hat, sollen 60.000 leergestanden haben. Der bauliche Zustand war oft schlecht und Berlin hatte das Geld zur Sanierung nicht. Sie wurden den Mietern zu günstigen Preisen zum Kauf angeboten. Wollte aber keiner haben.

    Heute wird über Mietpreise gejammert, die für eine solche Stadt immer noch günstig sind. Man schaue sich London, Paris oder Rom an. Oder München, Hamburg, Köln wenn es im Land sein soll.

    Selber kein Wohneigentum für sich selbst schaffen wollen, weil es ein ach so großes Risiko wäre, aber andere sollen das Risiko Mietwohnungsbereitstellung eingehen, jedoch keinen Cent damit verdienen dürfen? Das wird sicher laufen!

    Da grüße ich lieber selbstzufrieden aus dem EFH.

    By the way, ich kenne Linke aus dem persönlichen Umfeld, die eine Wohnung oder gar eine kleines Mehrfamilienhaus geerbt haben. Wenn da nicht gezahlt wird, wird es schnell ungemütlich. Für den Mieter.



    Was für eine Schere im Kopf. Mich amüsiert es, das zu beobachten.

    • Westlahn

      @Querbeet:

      Parlamentarier in Bund und Land gehören mehrheitlich nicht zum Prekariat. Weiß man eigentlich, wieviel von denen Vermieter sind - und wieviel dabei rum kommt. Inkl. Renditen aus Immobilienfonds....

    • Ralf

      @Querbeet:

      Wer ein kleines Mehrfamilienhaus geerbt hat, kommt in Schwierigkeiten, wenn auch nur ein Mieter länger nicht zahlt,



      da an geerbten Häuser viel Instand zu halten oder zu setzen ist. Für diese Häuser wird eine Rücklage in Höhe einer Jahresmiete aller Wohnungen vorgeschlagen.



      Es gibt Mieter, die ihre Miete mit geborgtem Geld bezahlen, bis sie nichts mehr geliehen bekommen und dann gar keine Miete mehr bezahlen, anstatt gleich zum Wohngeld oder zur Sozialhilfe zu gehen.



      Geht der kleine Vermieter pleite oder verkauft sein kleines Mehrfamilienhaus, dann haben alle Mieter das Nachsehen. Da werden die Mieten steigen. Noch negativer ist für alle Mieter die Umwandlung in Eigentumswohnungen. Da hilft eine Umwandlungssperrfrist, auch wenn sie wie in Bayern10 Jahre dauert, weil sie nur für wenige Großstädte gilt, wenig.



      Wer kann eine Eigentumswohnung kaufen? Die 50 % der Arbeitnehmer die brutto weniger als 53.000 €/Jahr oder weniger als 4.417 €/Monat verdienen? Und dies bei einem Mehrpersonenhaushalt?

      • Westlahn

        @Ralf:

        Bei allen Änderungsvorschlägen zur Mietenkrise geht es nicht um die kleinen Vermieter mit einem halben Dutzend Wohnungen. Die sind nicht das Problem.



        Eine Sorge, die man aus Erfahrung haben kann, ist, daß die Ministerialbeamten, die so etwas ausarbeiten, um es Ministern auf den Schreibtisch zu legen, ein weiteres Mal wenig durchdachtes Zeug mit allerhand Schlupflöchern zusammenschreiben, das dann durchgewunken wird.

    • Jens Köster

      @Querbeet:

      Danke für den Beitrag. Tatsächlich wollte ich gerade recherchieren, warum die Wohnungen damals privatisiert worden sind.

    • doofi

      @Querbeet:

      ja. Es gab massiven Leerstand in Berlin und Frau AdamSchwätzer & Co haben Verkauf u n d Abriss im Osten inkl Berlin bedingungslos verpflichtend durchgesetzt. So wars gewesen.

    • nicht satisfaktionsfähig

      @Querbeet:

      Sie haben völlig recht. Danke für den engagierten Beitrag über die Beobachtungen aus Ihrem persönlichen Umfeld. Die linke Doppelmoral muß - woauchimmer sie auftritt - angeprangert werden, sie ist die Ursache für absolut alles was schiefläuft in diesem Staat.

      • Encantado

        @nicht satisfaktionsfähig:

        "Die linke Doppelmoral muß - woauchimmer sie auftritt - angeprangert werden..."



        Dass Sie das auf die linke Doppelmoral eingrenzen, finde ich interessant.

        • nicht satisfaktionsfähig

          @Encantado:

          Stimmt, die Eingrenzung ist obsolet.

    • Nachtsonne

      @Querbeet:

      You made my day!

      • Querbeet

        @Nachtsonne:

        U R Welcome.

  • Westlahn

    Dafür zahlen sie bei einer Eigentumswohnung dann das Hausgeld für die Wohnungsverwaltung. Und der Markt für Wohnungsverwaltung zumindest in Deutschland funktioniert nach denselben kapitalistischen Kriterien. Die Eigentümer ihrer Wohnung werden ausgenommen. Können aber die Hausverwaltung nicht wechseln. Denn das müssen alle gemeinsam entscheiden. Der Mehrheit sind die überhöhten Kosten egal, sie geben sie an Mieter weiter. Und verdienen über Beteiligung an der Hausverwaltung mit. Billige Angebote von Dienstleistern werden nicht genutzt, denn es gibt keinen Kostendruck.

    • Axel Berger

      @Westlahn:

      > Der Mehrheit sind die überhöhten Kosten egal, sie geben sie an Mieter weiter.



      Das ist grob falsch. Verwaltungskosten sind eindeutig und zweifelsfrei NICHT umlagefähig und bleiben beim Vermieter hängen. Daneben habe ich selbst schon mehrere Verwalterwechsel mit durchgezogen. So schwer ist das nicht. Das einzige, dafür große Problem, ist, vorher zu erkennen, ob der neue wirklich besser sein wird. Selbstdarstellung bei Vorstellungen ist die eine Grundkompetenz, an der es bei keinem mangelt. Es kann, je nach Gemeinschaft und Bereitschaft sich zu kümmern, auch durchaus ein Miteigentümer die Verwaltung übernehmen.

      • Westlahn

        @Axel Berger:

        Es mag einige Kostenarten geben, die nicht umlagefähig sind. Aber meine Nebenkostenabrechnung zeigt, daß es genug "Gestaltungsmöglichkeiten" gibt. Gartenpflege, technische Wartung und Hausreinigung über teure externe GmbHs an denen Vermieter beteiligt sind.

      • marilyn.hanson

        @Axel Berger:

        Stimme vollumfänglich zu.

  • Ricky-13

    taz: *Wohnraum darf keine Ware sein*

    Wohnraum ist doch schon lange eine Ware, besonders seit man hunderttausend öffentliche Wohnungen privatisiert hat, um kurzfristig Haushaltslöcher zu stopfen.

    Wohnraum wird auf dem freien Markt gehandelt, vermietet, beliehen und als Finanzanlage genutzt. Er besitzt also alle Eigenschaften einer Ware. Und da jeder Mensch irgendwo wohnen muss - und zwar in einer Wohnung und nicht unter einer Brücke - muss man auch in Deutschland 'diesem Treiben' endlich mal ein Ende setzen, denn nicht nur Haie im Meer sind gefährlich, sondern auch Immobilienhaie auf dem Festland.

    Und das gerne angeführte Argument des "Investorenschutzes" (weil ja sonst kein neuer Wohnraum geschaffen wird bla-bla-bla) dient seit Jahren nur als Blockadeinstrument, um den Status quo der Immobilienhaie zu zementieren. Bezahlbarer Wohnraum (Sozialwohnungen etc.) wird nämlich kaum noch gebaut, dafür aber immer mehr teure Eigentumswohnungen.

    Das was der 87-jährigen Spanierin widerfahren ist, wird auch hier bald "Normalität" werden, wenn nicht endlich etwas passiert. 'Die Linke' ist auf dem richtigen Weg, aber die Immobilienhaie werden alles daran setzen 'Die Linke' zu diskreditieren.

  • Elite123

    Wohnen ist schon allein deshalb eine Ware, weil eine Wohnung nicht spontan per Urknall entsteht, sondern gebaut werden muss.

    Jemand der Wohnungen baut (oder saniert, renoviert) muss seinen Lebensunterhalt damit bestreiten können, sonst passiert es nicht.

    Es gibt kein Grundrecht zulasten anderer, die dafür Arbeiten müssen. Darum sind auch Lebensmittel nicht kostenlos und ergo kein Grundrecht.

    • JK83

      @Elite123:

      Überlegen wir mal, wie viele Wohnungen jedes Jahr gebaut weren - nur für diese und evtl. für den Anteil, der noch nicht abgeschrieben ist - gilt ihre Argumentation. Aber der Bestand an Häusern und Wohnungen ist eine andere Sache, und da können sie nicht mit "bauen" kommen denn der existiert seit Jahrzehnten!



      Ein "Grundrecht zulasten anderer die dafür arbeiten" - das behauptete keiner. Aber ein Wohnungseigenümer muss dafür nicht unbedingt arbeiten, manche müssen gerade deswegen nicht arbeiten weil sie Immobilien besitzen. Für deren Erwerb viele auch nicht persönlich gearbeitet haben, weil geerbt wurde.



      Und gehen wir zur letzten entscheidenden Differenz: Die Pläne der Berliner Politik betrifft Firmen mit mehr als 3.000 Wohnungen... ich denke nicht, dass ihnen oder irgendeinem normal arbeitenden Menschen dadurch etwas weggenommen würde, zumal es dafür auch eine Entschädigung (in noch unbekannter Höhe) geben wird.

      • Elite123

        @JK83:

        Zu Punkt 2: dass eine Firma 3.000 Einheiten besitzt sagt nichts über die Eigentümerstruktur dahinter aus.

        Bei Vonovia stehen Kleinaktionäre und Pensionskassen dahinter. Da wird dann die Rente gekürzt.

      • Elite123

        @JK83:

        Auch Bestandswohnungen müssen alle ca. 20 Jahre saniert werden. Neue Böden, Küche, Bad.



        Alle 40 Jahre kommt noch Elektrik, Dach und Fenster dazu.

        Zusätzlich gibt es neuerdings auch Klimamaßnahmen, die man im Bestand umsetzen soll.

        Das Argument greift also zu kurz.

    • Faya

      @Elite123:

      Die Feuerwehr ist auch nicht durch den Urknall entstanden und trotzdem sind wir uns alle einig dass Feuerwehrleute von unseren Steuern bezahlt werden, ganz ohne Profit. Es wird als notwendig für das bestehen der Gesellschaft angesehen und es ist eine politische Entscheidung dort Geld hin zu verteilen, auch wenn man es nicht durch eine Kosten Leistungsrechnung gegenrechnen kann.

      • Elite123

        @Faya:

        Was deutsche staatliche Bautrupps angerichtet haben, insbesondere im Osten mit den Plattenbauten, will ich nicht nochmal sehen. Genauso schlimm sind die 50er Jahre Bauten in Westdeutschland.

      • Querbeet

        @Faya:

        Ach so, ich dachte Feuerwehr wäre ein Ehrenamt. Also bekommen die Staatsgeld? Man lernt nie aus.

      • marilyn.hanson

        @Faya:

        Vollkommen bei Ihnen - und selten so ein einfaches Gegenbeispiel in Leichtigkeit präsentiert bekommen!

      • FriedrichHecker

        @Faya:

        "Die Feuerwehr ist auch nicht durch den Urknall entstanden und trotzdem sind wir uns alle einig dass Feuerwehrleute von unseren Steuern bezahlt werden, ganz ohne Profit."

        Sage mir, dass du in der großstädtischen Blase lebst, ohne es zu sagen.

        Ein verschwindender Bruchteil der Feuerwehrleute in Deutschland wird aus Steuermitteln bezahlt. Der Rest kann froh sein, wenn er aus Steuermitteln ordentliches Arbeitsgerät bekommt.

        0,5% der deutschen Feuerwehren sind Berufsfeuerwehren der öffentlichen Hand,



        3,1% sind Werksfeuerwehren von Privatunternehmen (die durchaus in öffentliche Alarmpläne einbezogen sind - im Fall der BASF Ludwigshafen geht der Aktionsradius von Kaiserslautern bis Heilbronn und von Mainz bis Karlsruhe)



        Und die restlichen 96,4% der deutschen Feuerwehren sind freiwillige Feuerwehren mit einer Aufwandsentschädigung jenseits des Mindestlohns...

        Nicht einmal die gepamperte "Frontstadt"/"Hauptstadt" Berlin kann auf freiwillige Feuerwehren verzichten...

  • ja wirklich?

    Ja. Wohnraum darf keine Ware sein. Ob ins Grundgesetz Artikel 15 mit Blick auf Wohnraum eingeschrieben wurde? Wie kommen wir da voran? Vielleicht Weiterbildung für uns alle, Werkzeuge kennen lernen wie das Mietshäusersyndikat. Ich bin da noch ratlos.

  • Wunderwelt

    Nein..Wohnraum darf keine Ware sein. Jedenfalls nicht für Normalmieter".



    Im Luxussegment können da vlt. im begrenzten Umfang andere Maßstäbe gelten. Für einfache Mieter:innen hingegen muß das Thema Mieten der reinen Marktlogik entzogen werden. Denn Wohnen gehört neben Essen und Trinken zu den *schützenswerten Grundbedürfnissen*.







    Wobei es in der Diskussion insbesondere um die Begriffe:







    *Kostendeckend* vs. *Gewinnorientiert*







    ..gehen muß.







    Ein hilfreiches Beispiel liefert hier die Stadt Wien, in der es Tradition hat, den Mietmarkt bestimmten Gemeinwohl orientierten Bestimmungen zu unterwerfen, um eine soziale Balance zu wahren:







    www.mieterjournal....-gewinnorientiert/

  • Auweiowei

    Was hierzulande gerne unterschlagen wird bei der Berichterstattung über diesen beklagenswerten 'Fall': Maricarmen Abascal konnte ihre Miete nicht mehr bezahlen, weil der neue Eigentümer der Wohnung (span. casa: Haus/Wohnung!) die Miete einfach mal verdreifacht hatte.

  • Lowandorder

    Ach was!



    “ Hans-Jochen Vogel sah die Hauptursache für explodierende Mieten und Wohnungsknappheit nicht bei den Vermietern, sondern in der massiven Verteuerung von Grund und Boden durch Bodenspekulation.

    Kernpositionen und Analysen

    • Boden als Gemeinwohl: Vogel vertrat die Ansicht, dass Grund und Boden keine gewöhnliche Ware sind. Sie unterliegen einer sozialen Bindung des Eigentums nach Art. 14 Abs. 2 des Grundgesetzes und müssen dem Gemeinwohl dienen.



    • Dramatischer Preisanstieg: Er wies darauf hin, dass die Baulandpreise weit stärker gestiegen sind als die Mieten. Zwischen 1962 und 2017 stiegen die Baulandpreise in Deutschland um rund 2.400 %, in München sogar um über 39.000 % (1950–2015). Der Kostenanteil des Bodens am Wohnungsbau kletterte dadurch von früher 8–10 % auf bis zu 50 %.



    • Kritik an reinem Symptom-Kampf: Den Berliner Mietendeckel und reine Mietpreisbremsen sah er kritisch, da sie das Problem nicht an der Wurzel packen, wie im Tagesspiegel berichtet wurde.



    … Seine späten Forderungen fasste er unter anderem in seinem 2019 erschienenen Buch „Mehr Gerechtigkeit!“ zusammen, welches unter anderem bei Amazon dokumentiert ist. Eine Einordnung seiner historischen Reformv.

    • CR43

      @Lowandorder:

      Und wissen Sie, wer das insbesondere nutzen möchte. Die bayrische Landesverfassung:



      "Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, sind für die Allgemeinheit nutzbar zu machen."



      vgl. Art. 161 Absatz 2 BayVerf



      Nutzt zwar keiner, ist aber recht gelungen.

  • Bolzkopf

    "Wohnraum darf keine Ware sein"



    Soso - ich glaube allerdings hier sehen viele, viele Politiker das anders.



    Vor allen Dingen jene, die selbst an Immobilien beteiligt sind ...

  • Tom Farmer

    Wohnraum darf keine Ware sein. Zuletzt war das Energie und Mobilität. Wie siehts mit dem Grundrecht Nahrung aus? Medizinische Versorgung? Alles verstaartlichen(?), klar!



    Leute, sagt wie das gehen soll. Nur so mal was vor sich hinwünschen weil man sich links und gerecht meint, ist kein Konzept!

    • Bolzkopf

      @Tom Farmer:

      Ganz easy: Tax the rich.



      Aber dazu braucht es fähige Politiker.



      Und da haben wir das Problem auch schon.

      • Querbeet

        @Bolzkopf:

        Hm. Aber wenn ihr die Rich getaxt habt, dann sind die nicht mehr rich. Wen taxt ihr dann? Die less rich?

    • Stefan Wunder

      @Tom Farmer:

      Die derzeitige Politik verteilt das Geld an die meist angelsächsischen Besitzer der Wohnungskonzerne - um dann von steigenden Sozialausgaben zu sprechen.



      In München darf ein Single bis zu 911 Euro brutto kalt bezahlen. Dabei gibt es genug bayrische Gemeinden, wo der Höchstsatz bei etwas über 300 Euro liegt. Warum muss der also nicht umziehen und damit seinen kompletten Grundsicherungssatz einsparen?



      Bei Arbeitsangeboten wird man durchaus gezwungen, quer durch die Republik zu ziehen.



      Dann würden die Mieten in München ja nicht explodieren und weniger Gelder in die Parteikassen fließen.



      Die Baukosten sind innerhalb weniger Jahre von 1000 auf 4000 Euro pro qm gestiegen, ließen sich aber mit modularer Bauweise und Hanf wesentlich senken. Und selbst 200k für 50qm würden sich über die 30 Jahre, die ein Haus mindestens stehen sollte, über die Mieteinnahmen für den Staat rentieren, gerade wo er vor nicht allzu langer Zeit für Minus-Zinsen Krediten hätte aufnehmen und so die Wirtschaft stabilisieren können.



      Aber so linke Konzepte, das der Staat seine Kernbereiche nicht erwiesenermaßen asozialen Playern überlässt, sind ja des Teufels.

      • Oleg Fedotov

        @Stefan Wunder:

        Die "Kernbereiche" eines Staates sind



        -Äußere Sicherheit



        -Innere Sicherheit und Justiz/Rechtsstruktur



        -Grundlegende Infrastruktur

        Wobei beim letzten Punkt private Unternehmen durchaus effektiver und günstiger sein können (z.B. Telekom), und grundlegende Infrastruktur wären z.B. das Schienennetz, aber nicht die Züge, welche dieses nutzen.



        Sogar Bildung kann man teilweise privatisieren, ohne das Schaden entstehen muß. Die Grundbildung unter staatlicher Aufsicht (1-6) Klasse reicht.



        Es sollte dann nur Aufgabe des Staates sein, diese Bereiche nicht asozialen Playern zu überlassen

        • marilyn.hanson

          @Oleg Fedotov:

          " Es sollte dann nur Aufgabe des Staates sein, diese Bereiche nicht asozialen Playern zu überlassen".



          Muss man aber dann, wenn einen nationale und EU-Regularien zur "diskriminierungsfreien" Ausschreibung nötigen oder man sonst wegen irgendwelcher doofen ISDS-Schiedsgerichtsbarkeit von Konzernen wegen "entgangener Gewiinne" erfolgreich verklagt werden wird bei extra ad-hoc installierten shady "Nebengerichten", an den öffentlichen Gerichten vorbei, die hinter verschlossenen Türen verhandeln und oft noch nicht mal eine Berufungsinstanz (zumindest für die beklagten Staaten) haben.



          "Der (anonyme) Markt" und "das Geld" sollen uns doch in der neoliberalen und libertären Denke gerade von den ganzen komplizierten ethisch-moralischen Dilemmata und den "verzerrenden" und "diskriminierenden" Bewertungen z. B. als asozial "schützen".



          Sonst investiere doch niemand (Nennenswertes) mehr.

    • Nansen

      @Tom Farmer:

      Ist "Ware" im Sinne von Handels- und Renditeobjekt evtl gemeint?



      Medizinische Versorgung, Wasserversorgung, Bildung... für den Meistbietenden oder als Renditeobjekt kann ja auch niemand ernsthaft gutheißen.



      Sowas geht ja alles. Ist auch kein Hexenwerk.



      Und wir haben ja alle schon sehen können, wohin der Privatisierungswahn uns gebracht hat...

      • Machiavelli

        @Nansen:

        Gut sogesehen ist aber die Versorgung sichergestellt. Klar kann nicht jeder da wohnen wo sie wollen und einige müssen umziehen/mehr zahlen aber genau wie bei der Versorgung mit anderen Gütern ist ein gewisser Mindeststandard gewährleistet.

      • Tom Farmer

        @Nansen:

        Wohin denn?



        Als Beispiel mal die Telekom von früher vergleichen mit heute!?



        Wenn alles verstaatlicht ist....also auch Internet wegen dem Grundrecht darauf, Nahrung, Infrastruktur, auch Autoindustrie oder Strom. Handwerker auch.... Grundrecht auf Reparatur.



        Woher kommen denn dann Steuereinnahmen?

        • Nansen

          @Tom Farmer:

          Sie werfen ernsthaft Medizinische Versorgung, Wasserversorgung, Bildung... mit Autoindustrie, Handwerkern, Strom usw in einen Topf?



          Infrastruktur (Straße, Schiene, Netze...) wiederum stellt selbstverständlich der Staat. Warum auch nicht?



          Man Stelle sich nur unsere Straßen in privater Hand vor...

        • Pflasterstrand

          @Tom Farmer:

          wenn alles verstaatlicht bzw. (denn darum geht es hier) vergesellschaftet ist, dann werden investitionen in produktivität, infrastrukitur und die reproduktion der gesellschaftlichen arbeitskraft nicht über steuereinnahmen finanziert, sondern über die einnahmen und überschüsse, die der besitz der produktionsmittel ermöglicht.

        • Troll Eulenspiegel

          @Tom Farmer:

          Von den Reichen? Je reicher ein Mensch, desto mehr muss er abgeben? Solange, bis er maximal 10.000€ besitzt?

          Du glaubst gar nicht, wieviel Geld wir plötzlich zur Verfügung haben, wenn einmal alle Millionäre und Milliardäre so arm sind, wie die Durchschnittsbevölkerung. Dann zirkuliert auch mehr Geld unter den Bürgern, anstatt dass welche Geld horten wollen.

          Zumal jedes Land immer irgendwelche Schulden haben sollte.

        • Günter Witte

          @Tom Farmer:

          Woher kommen denn dann Steuereinnahmen? Ist doch einfach, das Geld der "Reichen" ist doch das Allheilmittel aller Probleme. Nur was passiert wenn das Geld auch weg ist ...

      • Horst Sörens

        @Nansen:

        Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang gerne an die Zeiten, als es ungefähr zwei Wochen gedauert hatte bis ein Paket zugestellt wurde von der Deutschen Post oder auch von der unglaublich innovativen telefontechnik.

    • Axel Berger

      @Tom Farmer:

      Einige wichtige Ausnahmen: Bei der Medizin haben wir es zumindest bei Kassenpatienten und das ist gut so. Die Risiken sind einfach zu hoch. Bei Schulen, Straßen, Abfallentsorgung und der Polizei ist es ähnlich.



      In allen diesen Fällen sehen wir aber auch das Problem. Das sind genau die Bereiche in denen der Staat besonders gern kürzt und spart, weil man die Folgen nicht sofort sieht -- später dafür um so heftiger.

  • Desdur Nahe

    "So müssen sich viele Spa­nie­r:in­nen langfristig verschulden, um ihr Recht auf Wohnen abzusichern."



    Nur haben sie dann später eben auch eine Immobilie und zahlen keine Miete mehr.



    Dazu Zahlen zur Verschuldung der privaten Haushalte:



    Deutschland: ca. 47,9 % des BIP



    Spanien: ca. 42,5 % des BIP

    • Gerhard Krause

      @Desdur Nahe:

      Finde zumindest ich, gerne alleine, problematisch, die Volkswirtschaften nur - wie hier - in den Kennzahlen bzw statistisch zu vergleichen. Kurz gegriffen ist ferner, man zahle keine Miete mehr. Sagt das allein etwas zu anderen darüber - Miete ist eher ein Rechtskonzept, denn ein Fachbegriff für Einsparungen - hinausgehenden oder ähnlichen Kosten des Wohnens aus? Zumal beispielsweise unterschiedliche Beanspruchungen des Baukörpers, zB aufgrund natürlicher Einflüsse, und der Qualität der Herstellung der baulichen Anlage, sowie sich ändernder gesetzlicher Bestimmungen (zB Steuer) bestehen (können). Soll auch heißen, wie lange habe "ich" denn etwas vom Häuschen? Da sich letztlich europaweit deckt, dass die "Knete" ohnehin nach Oben wandert, wird niemand aus der Normalszene, der nicht rechtzeitig beginnt, professionell mit Immobilien zu spekulieren, den fetten Schnitt haben.

    • Sam Spade

      @Desdur Nahe:

      Die Zahlen zur Verschuldung privater Haushalte ist wenig aussagekräftig.

      Norwegen hat eine Eigenheimquote von 80%. Die Zahl der verschuldeten Haushalte liegt bei stattlichen 88% bezogen auf das BIP. Die Schuldenquote ist fast ausschließlich auf Immobilenkredite zurückzuführen und beträgt prozentual auf das Einkommen gesehen stolze 203%. Dennoch gelten nur 1,6% der norwegischen Haushalte als überschuldet. Grund für die niedrige Quote sind hohe Einkommen und Vermögenswerte auf der einen und hohe soziale Absicherung auf der anderen Seite.

      Deutschland hat eine geringe Eigenheimquote. Kreditaufnahmen dienen hier meist Konsumzwecken. Dazu ein unausgeglichenes Lohnniveau und eine ungleiche Verteilung der Vermögenswerte. 5,7% der Haushalte gelten als überschuldet. Die Gründe für die Überschuldung liegen meist im sozialen Bereich (Krankheit und Arbeitslosigkeit).

      Bürger in Ländern mit Vertrauen in den Staat und einem leistungsfähigen Sozialsystem sind eher bereit ins finanzielle Risiko zu gehen und große und langfristige Investitionen, wie die Anschaffung einer Immobilie zu tätigen, als Länder in denen das Vertrauen in den eigenen Sozialstaat starken Schwankungen unterworfen ist.

  • Axel Berger

    Für Elektroautos, Solaranlagen und Wärmepumpen, alles typische Anschaffungen reicher Leute, kann es gar nicht genug Subvention zu Lasten aller anderen Steuerzahler sein, die sich das alles mehrheitlich selbst nicht leisten können. Wer aber dringend benötigten Wohnraum bereitstellt, der soll auf gar keinen Fall daran verdienen, keine angemessene Rendite für seinen Aufwand sehen dürfen. Was ist die Alternative zum Markt? Mit der "Vergabe" von Wohnungen durch staatliche Zuteilungsbürokratie hat ein großer Teil Deutschlands 40 Jahre Erfahrung gesammelt. War das wirklich besser? Richtig ist, wenn ein Gut durch staatliche Regulierungseingriffe künstlich verknappt wird, steigen unweigerlich die (Schwarzmarkt-)Gewinne. Erhards Buch "Wohlstand für alle" ist bis heute leicht erhältlich und des Lesens wert.

    • Westlahn

      @Axel Berger:

      Hab ich gelesen. Lohnt nicht. Die Gedankenwelt des Zigarrenmannes ist aus der Zeit gefallen. Markt als religiöser Fetisch, in seiner Welt kam "Raum" nicht vor. Es gab keine Menschen mit mehreren hundert Milliarden, die ganze Städte aufkaufen können. Privatinseln besitzen. Kommunikation monopolisieren. Medien monopolisieren. Kriege führen können. Parlamente kaufen können. In seiner Welt gab es keine Sackler Familie, die keine Millionen US AmerikanerInnen zu Drogensüchtigen gemacht hat, um daran Milliarden zu verdienen. Alles marktgerecht natürlich. Erhard ist so nützlich wie die Berechnungen Keplers für Planetenbahnen: Damit funktioniert in der Raumfahrt gar nichts.

    • Gerhard Krause

      @Axel Berger:

      Die Staatlichen bauen mE mehr, als Private. Aber auch ohne mein Beispiel ist der Strohmann "Markt" versus "Bau (-Motivation)" schon abgegriffen. 🤷

    • Pflasterstrand

      @Axel Berger:

      kruder vergleich, insbesondere dann, wenn man das unter ökologischen und volkswirtschaftlichen gesichtspunkten betrachtet. zumal man sich fragt, ob eine mieterhöhung um über 200% (wie im fall maricarmen) als "angemessene rendite" bezeichnet werden kann. und für welchen aufwand überhaupt? für den gang zum grundbuchamt? im übrigen: als erhard sein büchlein schrieb, gab es in westdeutschland noch ein strenges wohnraumbewirtschaftungsgesetz (bis 1968) und die wohngemeinnützigkeit (bis 1990)

  • Chaos-NRW

    Gibt es irgendeinen Nachweis, dass der Tod der Dame durch die Räumung verursacht wurde? Wenn nicht, ist nämlich der ganze Kommentar Humbug.

    • Al.martini

      @Chaos-NRW:

      Sic! Danke. Oben steht, der „Zusammenhang [sei] so klar, so unübersehbar“. Das ist eine ziemlich starke Aussage, die auf jeden Fall einer Begründung bedarf.



      Sonst ist es ein plattes „cum hoc, ergo propter hoc“.

    • Andreas Flaig

      @Chaos-NRW:

      So einen widerlichen Kommentar hier abzuliefern. Die Frau ist mir ihren 87 Jahren nach über siebzig Jahren, aus ihrer Wohnung mit brutalem Polizei Einsatz rausgeschmissen worden. Mit 87 Jahren kann das niemand mehr einfach so wegstecken. Da ist es das allerletzte, das makaberste darüber zu spekulieren ob der Tod damit nachweisbar zusammenhängt.

      • Al.martini

        @Andreas Flaig:

        Nein. Wer wie der Autor in Richtung der Eigentümerin starke Anschuldigungen ausspricht (es ist von einem klaren, unübersehbaren Zusammenhang die Rede), ist einen Beweis schuldig.



        Zunächst einmal gibt es hier nur einen zeitlichen Zusammenhang („cum hoc“), der ist wirklich klar. Ein inhaltlicher Zusammenhang ergibt sich daraus aber in keinster Weise. Wer wie der Autor einfach „… ergo propter hoc“ fortsetzt, macht sich unglaubwürdig.

      • Carsten S.

        @Andreas Flaig:

        So unappetitlich das Thema jetzt auch wird, aber wenn man, sagen wir mal, einen Kündigungsschutz ab 70 einführt, fliegen die Leute eben mit 69 aus iher Wohnung und finden nichts besseres mehr.

      • Chaos-NRW

        @Andreas Flaig:

        Der Autor formuliert, dass der Tod eine "brutale Folge einer profitorientierten Wohnungspolitik" sei. Da hätte ich dann gerne auch eine Begründung, wie er zu dieser Schlussfolgerung kommt. Ich kann nicht erkennen, was daran makaber ist. Und das hat auch überhaupt nichts damit zu tun, ob man die Mietrechtspraxis in Spanien für akzeptabel hält.

    • Gerhard Krause

      @Chaos-NRW:

      Interessiert mich auch, jedoch viel mehr, welchen Belegumfang Sie als Beweis akzeptieren würden.

      • Westlahn

        @Gerhard Krause:

        Ich denke, wenn er 87 obdachlos wird, ohne Geld für eine neue Bleibe zu haben, würde er das als Argument akzeptieren, wenn er merkt, wie schwierig das Überleben dann ist.

      • Chaos-NRW

        @Gerhard Krause:

        Mir würde eine Bestätigung eines behandelnden Arztes reichen, dass das zum Tod zumindest beigetragen hat.

        • Hans - Friedrich Bär

          @Chaos-NRW:

          Sie fordern Einblick in die Todesbescheinigung (Todesart und -umstände). Der steht Ihnen nicht zu.

          Sie wurde direkt nach der Zwangsräumung in das Madrider Krankenhaus Gregorio Marañón eingeliefert.



          Diagnosen waren :



          • Schwere Erschöpfung (Agotamiento severo)



          • Akuter Stress und Angstzustände



          • Kreislaufprobleme



          • Gehbehinderung



          Man konnte auch ein Bild des Abtransports aus dem Haus im Rettungswagen sehen.



          Die stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus erfolgt immer wegen einer med. Diagnose.

          Menschen über 65 haben eine geringere Widerstandskaft = erhöhte Gebrechlichkeit = Frailty ( fachsprachlich )



          Es gibt keine "Frailty" Richtlinie, jedoch spielt Frailty bei allen Prozeduren, die auf einen alten Menschen von außen einwirken eine wichtige Rolle.



          z.B.



          register.awmf.org/...ien/detail/001-048

          Auch erholen sich ältere Menschen von Belastungen deutlich langsamer, deswegen gibt es in Deutschland die darauf spezialisierte "Geriatrische Rehabilitation"



          www.aok.de/gp/reha...che-rehabilitation

          Es versteht sich, dass ein Mensch dieses Alters sehr eingeschränkt belastbar ist. Man braucht also keine speziellere Begründung.

          • Andreas Flaig

            @Hans - Friedrich Bär:

            Danke für ihren detaillierten Beitrag!



            Manche Kommentare sind hier kalt wie Hundeschnauze...

            • Hans - Friedrich Bär

              @Andreas Flaig:

              Ja, das ist schon auffallend. Dass Menschen nicht 3.000 Jahre alt werden und nicht funktionieren wie Baumaschinen ist scheinbar schwer zu vermitteln. Das hat eigentlich nichts mit Hundeschnauze zu tun, sondern ist geistige Abwesenheit von den Bedingungen der eigenen Existenz:



              Die Lebenserwartung ist ca. 84, wer das erreicht, hat die Lebenskräfte für einen ungestörten Alltag, aber nicht für mehr. Fukushima ist auch ein gutes Beisipiel, haben Sie zitiert. Die Japaner haben vor ein paar Jahren noch was anderes gefunden, die akute Stresskardiomyopathie Tako Tsubo, eine Reaktion auf Demütigung, eine der ganz wenigen akut lebensgefährlichen psychosomatischen Erkrankungen. Der akut lebensgefährliche Verlauf dauert ungefähr 2 Wochen, das kommt v.a. bei älteren Frauen vor.



              In der Medizin unbestritten ist die Belastungs- Beanspruchungs - Hypothese. Das ist klassische Schulmedizin. Deswegen bekommen wir ja die Altersrente mit 66, weil darüber hinaus die Kräfte für wesentlich mehr nicht reichen.



              Alte Frauen aus ihrer Wohnung irgendwo hin verpflanzen, wollen auch Leute. Das hält nicht mal eine an ihren Standort gewöhnte Topfpflanze aus , weiß jeder Gärtner. Danke für Ihre Zuschrift.

    • Axel Berger

      @Chaos-NRW:

      Es ist leider nur zu plausibel. Auch um Fukushima sind viele der umgesiedelten alten Leute vorzeitig gestorben. Aber warum steht hier nur der monatelang geprellte Vermieter im Fokus und nicht die Frage, warum die offensichtlich arme Frau kein staatliches Wohngeld erhielt?

      • Auweiowei

        @Axel Berger:

        Kleine Anmerkung zum "monatelang geprellten Vermieter":



        Der Ärmste hat (in Gestalt einer 'eigen'-, nicht 'gemein'-nützigen Gesellschaft) die Miete einfach mal verdreifacht.

        • Dr. McSchreck

          @Auweiowei:

          Kommt halt darauf an, von wo nach wo. Wenn über 20 Jahre vergessen wurde, den Vertrag anzupassen, kann das 3-fache noch immer billig sein.

          Ich weiß das dort nicht, aber in Berlin gab es zum Teil so absurd niedrige Mieten, dass eine Erhöhung um 80 bis 100 Prozent bei Neuvermietung noch immer günstig gewesen ist. Aber die Alt-Mieter haben dann lieber selbst den Gewinn gemacht und untervermietet (bis der BGH das begrenzt hat, sogar legal):

      • Chaos-NRW

        @Axel Berger:

        Plausibel oder nicht. Wenn der Autor behauptet, der Tod soll die "brutale Folge eine profitorientierte Wohnungspolitik" sein, sollte er das auch irgendwie belegen können.

        Völlig unabhängig davon ist, dass die gesamte Mietsituation in Spanien erkennbar nicht akzeptabel ist.

  • Andreas Flaig

    Gabriel Rufián gehörte zu den Ersten, die auf den Tod von Maricarmen reagierten – jener 87-jährigen Frau, die aus ihrer Wohnung in Madrid zwangsgeräumt worden war. Der Sprecher der ERC (Republikanische Linke Kataloniens) brauchte nur vier Worte, um seiner Wut Ausdruck zu verleihen: „Was für Hurensöhne“, schrieb er auf seinem X-Account. Kurz darauf äußerte sich auch Irene Montero, die ehemalige Gleichstellungsministerin und jetzige Europaabgeordnete, mit Nachdruck zu dem Todesfall: „Das ist kein Tod, das ist ein Mord.“

    Solange Wohnraum den Spekulanten überlassen wird, werden sich solche oder andere Perversionen wiederholen, nicht nur in Spanien.

    • Josef 123

      @Andreas Flaig:

      Glauben Sie, in verstaatlichten berliner Wohnungen würde das anders laufen? Meinen Sie, die linke Verwaltung würde (nicht nur alte) Leute ungeschoren wohnen lassen, wenn sie die Miete nicht mehr aufbringen können und das Amt die Miete nicht mehr bezahlt, weil die seit Jahrzehnten bewohnte Wohnung angeblich für eine Person zu groß ist? Auch das wird von den gleichen Politikern laufend gefordert, daß alleinstehende alte Leute in kleinere Wohnungen ziehen sollen, damit Platz wird für jüngere Paare.

      Das wären spannende Fragen für Koalitionsverhandlungen bzgl. der Vergesellschaftung von Wohnungen, die aber keiner stellen wird.

      Dafür gibt es ein Wort: Politisches Pharisäertum.

  • Franz Hofer

    Ich habe vor 5 Jahren ein Haus mit 6 Wohnungen gebaut, die ich seither vermiete. Ich habe sie gebaut, weil ich damit Einnahmen erzielen will. Ich wende mich dagegen, Profitstreben im Wohnungsbau grundsätzlich zu verurteilen. Wer Profite durch Vermietung verurteilt, sollte dann auch sagen, wer Wohnungen bauen und erhalten soll - etwa der Staat, wie er es in der DDR mehr schlecht als recht getan hat ?



    Ein Vergleich mit Spanien verbietet sich, wie zu Recht erwähnt, schon mit Hinblick auf den deutschen Mieterschutz.

    • ja wirklich?

      @Franz Hofer:

      Wohnungen zu bauen und zu vermieten ist ja ok, wenn die Mieten sich im Rahmen halten. Dennoch ist es natürlich eine schlechte Rechnung für alle Mieter. Sie zahlen im Laufe ihres Lebens eine Immobilie ab, die nicht ihnen gehört. Die sie nicht vererben können. Das ist eigentlich gegen jedes vitale Intresse und völlig schwachsinnig. Und funktioniert nur wegen der überwiegend schlechten Löhne für normale Beschäftigte und wegen der hohen Baukosten. Und weil mensch in Europa einfach ein Dach über dem Kopf braucht. "Wohnen darf nicht länger Ware sein."

    • Murdock Schlegel

      @Franz Hofer:

      Gegen geregelten Profit hat ja Niemand was. Es geht darum, das Immobilien Konzerne in ihrer Profitgier gebremst werden und nicht darum, mit einem Haus "fairen" Profit zu machen, wenn man auch den Pflichten nachkommt. Hier geht es nicht um Enteignung vieler kleiner Eigentümer, sondern um Konzerne die Wohnungen verkommen lassen und trotzdem ständig die Miete erhöhen. Konzerne die Bestand kaufen und daran verdienen, was ein anderer gebaut hat. In so Fern zieht auch das Argument des dann nicht mehr stattfindenden Wohnungsbaus nicht mehr. Würde man den Profit aus einem Neubau begrenzen (10% Rendite, danach dürfen nur noch entstehende Kosten auf die Mieter umgelegt werden , wäre es noch immer eine der profitabelsten und sichersten Anlagen, die man machen könnte. Und das ist auch der Grund warum der Vergleich zur DDR enorm hinkt, denn hier war es nur der Staat und dieser Staat wurde von der Sowjetunion geführt, deren Interesse eher den Kohlevorkommen als den Menschen galt.

    • Carsten S.

      @Franz Hofer:

      Ich habe vor 7 Jahren ein solches Haus geerbt.

      Wenn ich zu wenig Miete verlange, meldet sich das Finanzamt und unterstellt mir, dass ich keine Gewinnerzielungsabsicht habe, die Vermietung daher Liebhaberei ist und ich die Instandhaltung nicht mehr steuerlich absetzen kann. :)

      Ich denke, ein angemessener Ertrag für ein solches Ojjekt sollte sich an Zinserträgen langfristiger Anlagen orientieren und zusätzlich ermöglichen, Rücklagen für spätere Sanierungen zu bilden.

      Als Vermieter sehe ich es auch so: eine intakte Hausgemeinschaft und zufriedene Bewohner sind mehr wert als ein bisschen mehr Rendite.

      20% Kursgewinne wie zu guten Zeiten am Aktienmarkt können nicht der Massstab sein, da die Aktienkurse auch mal einbrechen können, während der Wert der Immobilie relativ stabil bleibt. Eine Rendite zwischen Spar- und Hypothekarzins oder geringfügig darüber ist aus meiner Sicht okay, dafür muss sich niemand schämen.



      Anders gesagt: Wenn sich ein Sparbuch oder eine Bundesanleihe mehr rentiert als die Vermietung, baut niemand mehr Wohnungen.

      • Westlahn

        @Carsten S.:

        Die Regel mit der Gewinnerzielungsabsicht ist nicht vom Himmel gefallen. Die Interpretation der Regel durch Verwaltungsjuristen auch nicht.



        Das Handeln der entscheidenden Personen (Eigentümer und Geschäftsführung) in großen Wohnungsgesellschaften folgt nicht der einfachen Gewinnerzielung sondern der Gewinnmaximierung. Und die strebt immer Monopole an. Das führt dann zB. dazu, dass Besitzer von mehr als 170 Wohnungen in die Politik gehen, um die Möglichkeiten dafür zu schaffen. Und stellvertretender Parlamentspräsident der AfD in Sachsen-Anhalt werden .

    • Gerhard Krause

      @Franz Hofer:

      Ich denke, Sie stolpern auf dem Holzweg der wörtlichen Auslegung. Aus meiner Sicht hat hier, auch nicht der Autor, der sich ggf leicht einer Ungenauigkeit der Wortwahl schuldig macht, etwas dagegen, wenn mit Wohnung Geld verdient wird. Wir müssen nur miteinander aushandeln, wie weit und unter welchen Umständen das gehen soll.

  • Aurego

    Alles richtig.



    Wenn man jedoch etwas verbessern will, darf man das Vermieten nicht denjenigen überlassen, die zur Steigerung des Profits bereit sind, gesetzliche Regelungen zu ignorieren und die Ängste ihrer MieterInnen auszunutzen.



    Mein Appell: Wer über die nötigen Mittel verfügt, kaufe Wohnungen und vermiete sie unter Beachtung von Gesetzen und moralischen Grenzen an Menschen, die sich einen Kauf nicht leisten können.

    • Axel Schäfer

      @Aurego:

      Das ging ja früher in den 1960/70er ganz einfach, da haben bei uns im Ort viele mit Landesbaudarlehen gebaut und bis zur Rückzahlung (bei vorzeitiger Ablösung ab dem Zeitpunkt der Ablösung noch 10 Jahre) blieb die Wohnung in der Sozialbindung. Da haben dann oftmals in den ersten Jahren junge Paare mit dem ersten Kind gewohnt, die dann auch gebaut haben, da war Dynamik im Wohnungsmarkt und Bruchbuden wurden abgerissen und dort neu gebaut, weil dort keiner mieten oder gar selbst wohnen wollte.



      Das war auch die Zeit als "normale" Facharbeiter, Busfahrer, Gemeindearbeiter als Alleinverdiener mit geringen Eigenkapital und entsprechender Eigenleistung Zweifamilienhäuser bauen konnten die schon vor der Rente abbezahlt waren.

      • Aurego

        @Axel Schäfer:

        Das geht auch heute noch. Dass die Preise inzwischen gestiegen sind, ist nicht weiter verwunderlich.



        Es ist aber ein Irrtum anzunehmen, dass Häuser oder Eigentumswohnungen früher erschwinglicher gewesen wären. Das trifft nicht zu. Wäre es so gewesen, hätten wir seit den 50er Jahren eine wesentlich höhere Wohneigentumsquote gesehen. Sie blieb jedoch niedrig und lag 1950 unter 50%. Inzwischen ist sie etwas höher, aber noch weit weg von der in anderen (weniger wohlhabenden) europäischen Ländern. Ein Blick in die Schweiz hilft vielleicht zu verstehen, warum die Wohneigentumsquote so langsam steigt.

    • Axel Berger

      @Aurego:

      Genau das möchten die Linken verhindern und verbieten. Nichts wird so bekämpft wie Eigentumswohnungen und die Bildung von Wohneigentum. Achtzig Prozent der Berliner Eigentumswohnungen sind vermietet, sind Mietwohnungen (Quelle: Taz). Wer das erschwert und verhindert, der zwingt die Mieter in die Fänge anonymer Kapitalgesellschaften mit großer Rechtsabteilung.

      • Aurego

        @Axel Berger:

        Sorry, aber das ist Quatsch. Ich vermiete selbst Wohnungen in u. a. Berlin. Daran hat mich bisher kein einziger Linker gestört, würde auch gar nicht gehen und das wissen die Linken auch.

        Die Vergesellschaftungsidee setzt eher bei Immobilienfirmen mit sehr großen Beständen an. Das wundert mich persönlich nicht, denn wenn ich sehe, wie sich manche von denen benehmen, sind sie an der Gegenwehr gegen diese Methoden durchaus selbst schuld.

      • Westlahn

        @Axel Berger:

        Die von Ihnen so schön beschriebenen Mieter und Häuslebauer bauen keine Anlagen mit Eigentumswohnungen. Weil ihnen dafür keine Bank Finanzierung gibt. Dafür muss man schon vorher ziemlich viel Kapital besitzen.



        Das Ergebnis extrem vieler Einzelimmobilien lässt sich anderswo als urban sprawl bewundern. Mit hohen Folgekosten für die Gesellschaften. Die ach so gescholtenen "hohen Platten" in Berlin sind zweifellos hässlich, könnte man (heute) sehr viel besser machen. Aber sie waren begehrt, weil sie bessere Bedingungen boten in als die alten Bruchbuden aus dem privaten Wohnungsmarkt.

      • Pflasterstrand

        @Axel Berger:

        Kleinteiliges Wohneigentum (Eigentumswohnungen in WEGs und Einfamilienhäuser bzw. Doppelhaushälften) machen ca. 32% des Berliner Wohnungsbestandes aus. Gut 15% davon sind in Selbstnutzung, die verbleibenden 17% zum überwiegenden Anteil als Kapitalanlage vermietet. Ein Teil befindet sich in der Hand großer Anleger wie der Lebensgut oder der Accentro.

        Der Linken geht es erwiesenermaßen weniger um dieses Segment (es sei denn in Fällen von Eigenbedarfskündigungen, insbesondere von vorgeschobenen), sondern v.a. um die 16% in öffentlichem Eigentum, weil sich dieses regulieren und wohnungspolitisch steuern läßt und um die 16,5% finanzialisierter Wohnungsunternehmen, weil hier die Vergesellschaftung ansteht. Ebenfalls interessant sind die ca. 25% "großes Privateigentum" (nicht aufgeteilte Häuser) weil in diesen Beständen oft systematisch Mietende abgezockt werden oder Zweckentfremdung stattfindet.

  • Sam Spade

    "Die Eigentum für alle als Lösung der Wohnungskrise predigen"

    Sagt auch noch nichts über die regionalen Zustände aus.

    Bei uns in der Stadt Tromsø liegt die Eigenheimquote bei 70%, gleichzeitig gibt es einen Boom bei den Kurzeitvermietungen. Ausgelöst durch den Tourismus. Hauseigentümer stellen Wohnraum lieber Airbnb & Co zur Verfügung aufgrund der höheren Rendite. Geht dann zu Lasten besonders von Studenten und Zuwanderern die auf dem freien Wohnungsmarkt um den knappen Mietraum konkurrieren. Was dann zu einer Mietentwicklung führt die jenseits der Preise von München liegt.

    Andere private Eigentümer kalkulieren Leerstand mit ein und vermieten saisonal lieber an Unternehmen, die auswärtige Arbeitskräfte auf Zeit unterbringen.

    Ein häufig vorgebrachtes Argument der Vermieter ist neben der pünktlichen Bezahlung, das es keinen Stress mit den Mietern gebe.

    Es ist in wohlhabenden Regionen auch immer ein Zeichen von degenerierten Wohlstand zu beobachten. Die Gier ist größer als die Solidarität. Zeigt sich hier besonders deutlich im Verhalten der privaten Hauseigentümer. Das war vor dem Tourismus Boom bei uns früher noch anders.

    Das Konzept Wohnen als Ware hat noch nie funktioniert.

    • Dr. McSchreck

      @Sam Spade:

      Dass "Ärger mit Mietern" ein Grund sein könnte, lieber an andere zu vermieten, sehen Sie nicht? Je nachdem, was man für Erfahrungen gemacht hat, ist das ein sehr guter Grund.

      RBnB sehe ich auch als Problem, kann man aber in Deutschland durch die Nutzungsart bekämpfen, indem in reinen Wohngebieten keine Ferienwohnungen angeboten werden dürfen.

    • Westlahn

      @Sam Spade:

      Wer Wohnungsmarkt im Kapitalismus besichtigen möchte, kann einfach nach Sylt fahren. Oder versuchen, sich auf einer US Privatinsel zu bewegen.

    • Carsten S.

      @Sam Spade:

      Ich habe eine Mietwohnung auch schon mal über ein halbes Jahr leerstehen lassen, weil ich die Eingangstür erneuern musste, nachdem der Lebensgefährte einer Mieterin morgens um 6 wegen eines Betäubungsmitteldelikts von der Polizei abgeholt wurde und ich nicht ständig vor Ort war, um mich um alles zu kümmern.



      Angenehmer Nebeneffekt: ich konnte ine undichte Stelle an der Dachterasse in aller Ruhe lokalisieren und sanieren.



      Aus heutiger Sicht hat sich das vollständig gelohnt.

  • uwe

    "Wohnraum darf keine Ware sein"

    Zwingende Konsequenz: Wohnraum muss staatlich bereit gestellt werden. Wie gut oder schlecht das funktioniert, wurde jahrzehntelang getestet. Muss jeder selbst beurteilen.

    Übrigens führt die hohe Eigentumsquote auch zu hohem Medianvermögen. Finde ich gut.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @uwe:

      Eine hohe Eigentumsqote bei selbst genutztem Wohnraum führt nur zu höherem theoretischen Vermögen 😉

      • FriedrichHecker

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Dass das nur theoretisch ist, stört den Staat bis dato nicht, nicht bei der Berechnung von Grund- oder Erbschaftssteuer, nicht bei der Gegenrechnung von Ansprüchen auf Sozialleistungen oder bei der Einforderung selbiger bei Angehörigen, etc.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @FriedrichHecker:

          Ja. Aber trotzdem wird gerade vom Regierungsseite ständig gejammert, dass die Eigentumsquote in D niedrig ist. Als würde eine hohe Eigentumsquote Probleme lösen.

    • Dr. McSchreck

      @uwe:

      Passenderweise gibt es ja gerade einen Artikel über die Bahn, wo der Staat mal bewiesen hat, wie viel besser er für die Erhaltung der Infrakstruktur, notwendige Reparaturen und regelmäßige Erneuerung gesorgt hat. Ich denke das Vorbild Bahn zeigt (aber auch große Teile der Verwaltung, gerade in Berlin, das seit Jahren überwiegend links regiert wird), dass der Staat wirklich ein echter Garant ist, dass sich die Wohnraumsitution verbessern wird, Mängel zügig beseitigt werden, leere Wohnungen nach sachlichen Kriterien neu vergeben werden usw....

      • Westlahn

        @Dr. McSchreck:

        Was hat jetzt die Bahn damit zu tun? Und warum nehmen sie als Beispiel nicht die Schweiz?

        • FriedrichHecker

          @Westlahn:

          Weil die Schweiz bei Wohnungsbau und bei der Bahn seit 60 Jahren eine andere Politik macht als Deutschland?



          Das gleicht man nicht einfach so an.

          Außerdem hat "Überholen ohne Einzuholen" schon beim letzten Versuch nicht so richtig geklappt 😎😇

      • Nansen

        @Dr. McSchreck:

        Seit wann begann die (deutsche) Bahn nicht mehr zu funktionieren? Korrekt: Als sie "fit" für die Privatisierung gemacht werden sollte. Andere Staatsbahnen, die diesem Wahnsinn nicht ausgesetzt waren funktionieren bekanntermaßen besser als unsere Bahn.



        BWLer-Denke klingt zwar immer so toll nach gesundem Menschenverstand, funktioniert aber nur selten im Bereich der Daseinsvorsorge.

        • Dr. McSchreck

          @Nansen:

          Gibt es denn irgendeinen Bereich, wo die Menschen mit den staatlichen Leistungen zufriedener sind als mit privaten (man gehe davon aus, alle könnten sie diese leisten): also Schulen, Medizininsche Einrichungen, Verwaltung habe ich schon erwähnt.....

          Schulen zu bauen dauert so lange, dass die heute geborenen dort nicht mehr hingehen werden, weil es Millionen Vorschriften gibt, die die Verwaltung bremsen.....so dass man teilweise lieber privat bauen lässt und dann anmietet.

          • Nansen

            @Dr. McSchreck:

            In Sachen Bahn geben sie mir also Recht?



            Schulen bauen lassen und dann anmieten ist mindestens genauso bekloppt wie der Sale&Leaseback-Irrsinn vor 20 Jahren. Manche Sachen müssen manche Menschen wahrscheinlich 100x durchprobieren in der Hoffnung, dass es einmal funktioniert.

            • Bommel

              @Nansen:

              Beim Thema Bahn lohnt es sich, genauer hinzusehen. Vor der Bahnreform (also vor 1994 und auch nach dem Zusammenschluss mit der DR) war die Summe aller Löhne und Gehälter der Bahn höher als der gesamte Umsatz. Wenn Sie sich diese Tatsache mal auf der Zunge zergehen lassen (und vielleicht auch mal kaufmännisch durchdenken), werden Sie feststellen, dass es ein Ammenmärchen ist, dass die Bahn erst aus Privatisierungsüberlegungen kaputt gemacht wurde.

            • Dr. McSchreck

              @Nansen:

              Hier noch ein schöner Artikel, der mir heute auf dem Handy angezeigt wurde, wie effizient die öffentliche Hand mit Immobilien umgeht.

              www.ksta.de/koeln/...anierungen-1391672

            • Dr. McSchreck

              @Nansen:

              Ich gebe Ihnen zur Bahn teilweise Recht. Man hat sie versucht, für die Börse auf Gewinn zu trimmen, aber die potentiellen Aktionäre waren nicht so dumm, dass sie nicht erkannt hätten, wie der Gewinn zustande kam. Daher wurde aus dem Börsengang nichts.

              Problem ist aber eben auch, dass die Bahn nie privatwirtschaftlich geführt wurde, sondern eine Vielzahl von altgedienten Poltiikern dort Versorgungsposten bekamen. Die neue Chefin räumt da endlich mal auf. und beklagt eine fehlende Leistungskultur in der Führungsebene.

              Sale and lease back ist deshalb lohnend, weil man wenigstens etwas bekommt, wenn auch teurer, als gar nichts, wenn man selbst bauen müsste.

              • Nansen

                @Dr. McSchreck:

                Die Privatisierung der Bahn war und ist eine grundsätzlich dumme Idee - verbunden mit der "Enteignung" der Gesellschaft.



                Und bei Sale&Lease back bekommt man nichts. Nicht wirklich. Man bekommt höchstens etwas Geld und verliert das Tafelsilber. Das Geld ist dann zudem ebenfalls bald weg.



                Aber da bleiben Sie sowieso ihrer Meinung.

                • Dr. McSchreck

                  @Nansen:

                  Waren Sie auch gegen die Privatisierung von Telekom und Post (früher ja ein und dasselbe)?

                  Gerade beim Telefonieren, aber auch bei Paketen, kann man als Kunde nur glücklich sein, dass es hier private Konkurrenz gab.

                  • Nansen

                    @Dr. McSchreck:

                    Gute Frage. Kann mich nicht erinnern, dass mir das Kopfzerbrechen bereitet hätte. Telefon war mir nicht so wichtig, Briefe kamen irgendwann an.



                    Hmm.

                    • Dr. McSchreck

                      @Nansen:

                      Festnetz kostete tagsüber Unsummen, Mobilfunk gab es erst nicht und dann zu Preisen, die man heute vielleicht für Satelliten-Funk bezahlt oder Anrufe nach Surinam oder Guatemala.

                      Da hat die private Konkurrenz wie auch bei den Paketen dafür gesorgt, dass investiert und durch Konkurrenzdruck die Leistungen verbessert wurden. Gleiches gilt für Pakete. Seit man bei Amazon verfolgen kann, wann ein Paket ankommen wird, bietet die Post das auch an - vorher konnte man den ganze Tag hoffen....

                      Mir scheint, Ihnen geht es vor allem darum, dass man nichts bezahlt und der Staat möglichst viel macht. Mir geht es darum, dass es besser wird.

                      • Nansen

                        @Dr. McSchreck:

                        Ich bin mir nicht sicher, ob sich der Paketversand und die Telekommunikation so 100%ig als Daseinsvorsorge betrachten lassen können.



                        Ich möchte sie weder ärgern, noch provozieren.



                        Aber ich stelle mal die Frage, ob Telekom und Post im Privatisierungs-/Verstaatlichungsstreit als Beispiel taugen?



                        Bahn und Straßennetz sind Netzinfrastrukturen und stellen ein natürliches Monopol dar. Es wäre volkswirtschaftlich unsinnig, parallele Schienennetze oder Autobahnen zu bauen. Oder Bildung:



                        Der Staat bzw die Gesellschaft hat ein starkes Interesse daran, dass alle Bürger Zugang dazu haben, unabhängig vom Einkommen. Es ist zu wichtig für die Gesellschaft, um es allein dem Markt zu überlassen.



                        Und nein. Mir geht es nicht darum, dass man nichts bezahlt. Ich zahle Steuern gerade für Bildung und Infrastruktur usw.



                        Ob Amazon Päckchen heute oder morgen zustellt, ist mir wumpe. Das Leben wird deshalb weder besser noch schlechter. Höchstens schneller oder langsamer.

                        • Dr. McSchreck

                          @Nansen:

                          Es gibt doch private Bahnunternehmen und bei der Telekom hat man auch erst gesagt, dass es keinen Sinn macht, Parallelstrukturen aufzubauen. Das MobilfunktNetz ist sicher langfristig die wichtigere Infrastrukur als Straßen.

                          • Nansen

                            @Dr. McSchreck:

                            Oje. Gibt es denn auch ein privates Schienennetz? Na also.



                            Und bis die Straßen mal unwichtiger als die Mobilfunknetze sind - wenn überhaupt jemals - wird es noch dauern.

      • uwe

        @Dr. McSchreck:

        100% Zustimmung.

        ;-)

  • Hans Dampf

    Sozialistische Märchenstunde



    Wenn Wohnraum keine Ware sein darf, dann müssen Staat und Kommune sämtliche Mietwohnungen bauen, denn wo sollte sonst der Wohnraum herkommen?



    Glauben Sie ernsthaft, dass dies je so gemacht wird, bei den klammen Kassen? Es bleibt ein Traum oder ein Märchen, dass so etwas je geschehen wird.

    • Westlahn

      @Hans Dampf:

      Die Politik (= "der Staat") ist nur so klug, wie das Wahlvolk, das sie wählt. Und so gierig. Die Kassen waren weit weniger klamm, wurde der Staat als wesentlicher Akteur bei der Wohnraum Erschaffung und -bewirtschaftung agieren. Die Folgekosten ihres Handelns laden die achso klugen privaten Investoren nämlich ganz gern beim Staat ab.

    • Sam Spade

      @Hans Dampf:

      Es gibt verschiedene Modelle für finanzierbaren Wohnraum.

      Staatlich gesteuert wären da nur die Mietpreisbegrenzungen oder Indexmieten Deckel für Bestandsbauten genannt.

      Bei Neubauten gibt es neben dem staatlichen sozialen Wohnungsbau z.B. auch das sogenannte Mietshaus Syndikat. Das Amsterdamer Modell sei hier stellvertretend genannt.

      Was sie als "Sozialistische Märchenstunde" abqualifizieren wird in vielen Ländern in der Praxis schon lange umgesetzt. Nennt sich Dekommodifizierung und hat den Entzug des Marktzwangs zum Ziel. Bedeutet Mietpreisspekulationen Grenzen zu setzen und Wohnraum nicht mehr einzig unter dem Aspekt eines Renditeobjekts zu betrachten, welches Finanzinvestoren die Kasse füllt.

      Der Begriff Ware bezieht sich im Kontext des Textes zudem auf Wohnen als Handelsgut. Das ist es per Definition nämlich nicht sondern Wohnraum ist ein Wirtschaftsgut. Zwischen den beiden gibt es kapitale Unterschiede, die auch gesetzlich definiert sind. Am besten einmal selbst darüber informieren.

      • Hans Dampf

        @Sam Spade:

        Es gibt viele verschiedene Modelle für finanzierbaren Wohnraum, aber gemessen am Gesamtvolumen sind sie ein Tropfen auf einen heißen Stein. Mehr Wohnraum geht nur durch bauen, bauen bauen. Und genau dies tun Bund und Länder bei Weiten zu wenig und Privatinvestoren bald gar nicht mehr.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Hans Dampf:

          Die Bevölkerungszahl in D liegt seit vielen Jahren bei etwas über 80 Millionen. Warum braucht eine relativ konstante Anzahl von Menschen immer mehr Wohnraum?

          Übrigens. Bauen, bauen, bauen könnten auch Genossenschaften ect. Man müsste sie nur ernsthaft in großem Maßstab fördern.

          • Hans Dampf

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            "Warum braucht eine relativ konstante Anzahl von Menschen immer mehr Wohnraum?"



            1) Früher lebten 3 Generationen in einem Haus.



            2) Früher lebte eine ganze Familie auf 60m², heute oft nur ein Single.



            "bauen könnten auch Genossenschaften ect. Man müsste sie nur ernsthaft in großem Maßstab fördern."



            Was aber dann vom Steuerzahler finanziert werden muss. 1) Dann zahlt auch der Mieter mit seiner Einkunft indirekt die Mieten der anderen mit.



            2) Richtiger wäre wohl z.B. keine Grunderwerbssteuern, falls Grundstücke für Mietwohnungen unter bestimmten Auflagen gebaut werden, Entlastungen im Baurecht.

            • warum_denkt_keiner_nach?

              @Hans Dampf:

              Ich rede nicht von "früher", sondern vom 21. Jahrhundert.

              Genossenschaften funktionieren in vielen Teilen Deutschlands sehr gut. Und die Mieten sind erschwinglich, weil sie nicht zusätzlich die Taschen irgendwelcher "Investoren" füllen müssen. Nicht, weil ein Mieter dem anderen die Miete zahlt.

              Auch der Steuerzahler käme gut weg. Die Bereitstellung öffentlichen Grundes für Genossenschaften für 1€/m² kostet z.B. nichts und wäre eine starke Förderung.

              Nebenbei ist es ja auch nicht so, dass ein geschickter privater Bauherr keine Förderung erhält. Auch da gibt es Möglichkeiten.

              PS: Ich wohne als Single auf 70m³, weil mir ein 25 Jahre alter Mietvertrag eine bezahlbare Miete garantiert. Die Neuanmietung einer kleineren Wohnung wäre deutlich teuer. Hier gäbe es für den Gesetzgeber also auch noch Arbeit...

  • Machiavelli

    Okay, der Staat sorgt für günstige Mieten, wie er bei all den NIMBYs für zusätzlichen Wohnraum sorgen kann, weiß keiner. Aber die eine Wohnung haben wohnen günstig. Was streicht der Staat stattdessen? Pendlerpauschale? Bürgergeld? Klar, man kann irgendwelche Fantasien haben wegen höherer Steuern, aber der einzige zuverlässige Weg, an Geld zu kommen, ist, etwas zu streichen, was man ausgibt. Neue Einnahmen kriegt man, kreiert oder auch nicht. Darauf kann man sich nicht verlassen.

    Alles auf Erden ist eine Ware, wenn man will das der Staat diese Ware günstiger anbietet als der Markt muss man das gegen-finanzieren.

    • marilyn.hanson

      @Machiavelli:

      Reichtum und Wert wird gesamtgesellschaftlich, sogar durch jedeN "illegale(n)" FlüchtendeN und jedeN StrafgefangeneN, miterarbeitet. Er sollte also verteilt werden. Wird er aber immer weniger. Lösungen?

      • Machiavelli

        @marilyn.hanson:

        Außer sie sind Sklaven, wird er verteilt. Jeder Arbeitende bekommt ein Gehalt. Damit findet die Verteilung statt, sollte sie optimiert werden, damit aermere mehr haben, klar. Aber eine grundsätzliche Verteilung findet statt, gerade in Deutschland mit sehr hoher Sozialquote.

    • Murdock Schlegel

      @Machiavelli:

      Kapitalismus ist halt aber nun mal kein Naturgesetz. Nur weil ihnen das ihr Leben lang so eingebläut wurde, heisst das nicht, das es keine andere Alternative gäbe, die funktionieren könnte. Das dies in einer von Geld regierten Welt nicht möglich ist, liegt nicht an der Welt, sondern am Geld und wer das meiste davon hat.

      • Machiavelli

        @Murdock Schlegel:

        Die vermeintlich kapitalistische Mechanik, dass, wenn es von etwas zu wenig gibt, einige es nicht bekommen können, hat nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern mit Physik. In einem endlichen Universum kann nur eine endliche Anzahl von Menschen in attraktiver Lage wohnen. Im Kapitalismus funktioniert diese Verteilung fair und transparent über Geld, im Sozialismus über Beziehungen. Gerechtigkeit ist subjektiv, daher ist jedes System ungerecht und gerecht, je nach Perspektive. Aber ändern kann man die grundsätzliche Dynamik nicht.

    • uwe

      @Machiavelli:

      "der einzige zuverlässige Weg, an Geld zu kommen, ist, etwas zu streichen, was man ausgibt. "

      Nur für Private. Berlin leiht sich, was es braucht oder zapft den Länderfinanzausgleich an.

      Arm ist sexy. Glauben da wohl viele.

    • Sam Spade

      @Machiavelli:

      "Alles auf Erden ist eine Ware"

      Sklaverei und Menschenhandel inklusive?

      Wird höchste Zeit das der Allmächtige ein einsehen hat und einen ganz großen Bildungskoffer nach Deutschland schickt. Scheint Not zu tun, wenn selbst taz Foristen die ganze Welt als Handelsobjekt betrachten.

      Ohne Worte.

      • ja wirklich?

        @Sam Spade:

        Oh ja. Stimme Ihnen zu.

      • Machiavelli

        @Sam Spade:

        Sklaverei wurde abgeschafft weil freie Arbeitnehmer effizienter sind und zusätzlich dann auch als Konsumenten agieren. Arbeit ist sehr wohl eine Ware. Merken die meisten jeden Wochentag.

        • Westlahn

          @Machiavelli:

          Nein, deswegen wurde die Sklaverei nicht abgeschafft. Die Abschaffung war kein wirtschaftliches Ziel, sondern ein politisches.



          Es gibt sie übrigens bis heute. Soviel Fakt muss sein.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Machiavelli:

          Es gibt da einen kleinen Irrtum. Die Dinge sind nicht von sich aus Ware. Sie werden zur Ware gemacht. Am Anfang der Menschheit gab es keine Waren. Nach und nach wurden die Dinge dann dazu gemacht. Mit dem bisherigen Höhepunkt Kapitalismus. Man kann das aber auch wieder ändern.

          • Machiavelli

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Sobald etwas von mehreren Menschen besitzt werden will, aber von weniger Menschen besitzt wird ist es eine Ware. Auch im Sozialismus ist alles Ware. Da geht es schlicht um Knappheit, klar ändert sich die Währung aber sobald Nachfrage angebot übertrifft wird jede Sache zur Ware.

            • warum_denkt_keiner_nach?

              @Machiavelli:

              Lesen Sie bitte unter Kommunismus nach. Bei Marx. Nicht bei Adenauer 😉

              • Machiavelli

                @warum_denkt_keiner_nach?:

                Fantasieromane überzeugen mich dieser Tage nicht besonders.

      • Lowandorder

        @Sam Spade:

        Danke