Böhmermanns RAF-FDP-Vergleich : Billig, erwartbar, geschmacklos
Satire darf alles, aber Böhmermanns Magazin bleibt trotzdem schlechte Satire. Sie wäre in einer Nische der dritten Programme besser aufgehoben.
W äre das Fernsehprogramm eine Speisekarte, würde man Jan Böhmermanns „Magazin Royale“ wohl unter Standardgerichten wie Strammer Max, Mettbrötchen oder Currywurst finden. Man weiß, was man bekommt, weiß aber nicht, warum sich solche Angebote offenbar noch immer einer gewissen Beliebtheit erfreuen.
Auch Böhmermanns letzte Sendung, die die FDP mit der RAF vergleicht und ein entsprechendes Fahndungsplakat erstellt – das für entsprechend große Aufregung sorgt –, bildet da keine Ausnahme: billig, erwartbar und von schlechtem Geschmack.
Billig, weil es immer leicht ist, den Spieß einfach umzudrehen und das Gegenteil zu behaupten. Jenseits des linken Milieus wird behauptet, die Aktivisten der Letzten Generation könnten sich zu einer grünen RAF entwickeln, also behaupten wir doch einfach mal das Gegenteil. Wird schon die Richtigen treffen.
Tatsächlich aber ist es eine gar nicht lustige Verharmlosung der RAF, die immerhin über 33 Menschen ermordet hat. Weder die sich selbst heroisierenden Klimakleber noch die sich selbst überschätzende FDP haben mit einer derartigen Radikalisierung etwas zu tun.
Erwartbar ist Böhmermanns #rafdp, weil FDP-Bashing eine der Lieblingsbeschäftigungen unserer linken Milieus ist. Man kann damit nicht falsch liegen und sich stets sicher sein, dass Zustimmung und Applaus folgen. Böhmermann und seine Truppe gehen damit null Risiko ein, sondern dreschen auf die üblichen Verdächtigen ein. Gähn.
Damit wären wir beim schlechten Geschmack, denn auch da gibt es Varianten. Ein Mettbrötchen schmeckt auf eine andere Art schlecht als etwa veganer Käse. Böhmermann gehört zu Ersterer: einfach nur zum Würgen. Natürlich darf Satire schlecht sein und geschmacklos. Journalist*innen und auch Politer*innen auf Fahndungsplakaten abzudrucken gehörte allerdings bisher eher zu den Methoden von Rechtspopulisten und Rechtsextremen. Muss man die Böhmermann-Variante wirklich zur besten Sendezeit im ZDF sehen? Vielleicht wären dieses Format und seine Macher in einer Nische der dritten Programme doch besser aufgehoben.
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