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Teureres Deutschlandticket Wie wär's mit einem Öffi-Rabatt?

Nanja Boenisch

Kommentar von

Nanja Boenisch

Am Donnerstag startet der neue Tankrabatt – gleichzeitig wird verkündet, dass das Deutschlandticket teurer wird. Das ist das Gegenteil von Verkehrswende.

E s ist Krise. Ein Autokrat hat seine Angriffe auf die Ukraine ausgeweitet, jetzt tobt ein Krieg, der viele Menschenleben fordert. Auf dem Weltmarkt werden fossile Rohstoffe knapp. Bür­ge­r:in­nen in Deutschland ächzen unter den hohen Energiepreisen. Um sie zu entlasten, führt die Ampelkoalition unter SPD-Kanzler Olaf Scholz das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr in ganz Deutschland ein.

Das alles passiert 2022. Und jetzt, im Jahr 2026? Jetzt verfeuert die schwarz-rote Bundesregierung mehrere Milliarden Euro für den neuen Tankrabatt, der ab Donnerstag greift – während der Preis für das Deutschlandticket auf 66,80 Euro pro Monat erhöht wird. Das ist bitter, das Gegenteil von Verkehrswende und politisch extrem ungeschickt.

Bitter für die Menschen, die regelmäßig den Nahverkehr nutzen, entweder weil sie klimabewusst sind oder sich schlicht kein eigenes Auto leisten können. Und bitter für den Klimaschutz, wenn zuerst der Verbrauch fossiler Kraftstoffe subventioniert und dann der Umstieg auf den Nahverkehr verteuert wird.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Bitter auch, dass der Preisanstieg beim Deutschlandticket unter anderem mit den gestiegenen Energiekosten begründet wird – während Preise für Au­to­fah­re­r:in­nen von der Bundesregierung bereitwillig klein gehalten werden. Und am allerbittersten ist, dass der Tankrabatt viel mehr Geld verschlingt als das Deutschlandticket in einem ganzen Jahr. Gleichzeitig schreckt der Bund vor einer Übergewinnsteuer für Ölkonzerne zurück, die Geld in die Kassen spülen und zum Beispiel das Deutschlandticket querfinanzieren könnte.

Zwar gab es auch 2022 einen unsinnigen Tankrabatt und beim 9-Euro-Ticket lief lange nicht alles perfekt. Trotzdem zeigen die Maßnahmen von damals, dass sich Bund und Länder empathisch mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigen können.

Das Deutschlandticket zum gleichen Preis oder preiswerter anzubieten, würde Menschen ohne Auto zeigen, dass die Politik sie im Blick hat. Und der Verkehr könnte klimafreundlicher werden – das wäre doch geschickt.

Nanja Boenisch

Nanja Boenisch Redakteurin

Schreibt im Ressort Wirtschaft + Umwelt über Mobilität und Verkehrswende.
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200 Kommentare

  • Janix

    Das D-Ticket darf nicht nur Subvention von ÖPNV-Pendlerei darstellen, sondern muss die Grundversorgung erfüllen, die Auto und Flug nie sein können (das Warum habe ich hier schon mehrfach dargelegt).

    Es muss also mit deutlich weniger Auto/Flug-Verschwendung einhergehen, einem Ausbau auch in der Fläche (Schwerter zu Pflugscharen, Motorschrauber zu Busfahrer! m/w/d).

    Wenn unsere sozialen Grundlagen wieder stimmen, darf das D-Ticket meinetwegen auch teurer sein.

    Was wie gesagt hilft, ist die -zig Milliarden jährliche versteckte Bezuschussung von Auto und Flug zum Ende des Jahres komplett zu stoppen (Q.: UBA).

  • sollndas

    Über Sinn und Zweck des Tankrabatts kann man streiten.



    Aber das D-Ticket NOCH höher subventionieren??? Wo der ÖPNV doch sowieso schon zu ca. 50 % subventioniert ist, und das D-Ticket oben drauf noch einmal mit ein paar weiteren Milliarden????



    Ich denke, mich tritt ein Pferd.



    Anscheinend ist Linksaußen die Vernunftbremse abhanden gekommen.

  • Alex_der_Wunderer

    Wie sagte doch unser neuer Nachbar gestern, Montag muss er wieder ganz früh mit seinem neuem SUV zur Tanke fahren und dann ganz fix zur Arbeit im 50 km entfernten Bremen, um Geld für seinen Sprit und die Raten für's finanzierte Auto bezahlen zu können...

  • snowgoose

    Schon lange wundert mich nichts mehr. Es werden nur noch kontraproduktive Entscheidungen getroffen. Die Entscheidungsträger wollen das Volk augenscheinlich partout in Scheinalternativen treiben (denn diese Ignoranz ist offensichtlicher als die versteckten Absichten der Blauen). Da beteiligt man sich solidarisch (weil man es kann) z. B. am D-Ticket (auch wenn man es nicht jeden Monat ausnutzt). Was ist die Folge? Siehe oben!

  • Comerade Aardvark

    Tankrabatt, Deutschlandticket, alles schön und gut, aber wie wär's mit verbilligten Ladestrom? Ich meine, ich bekomme schon die Kfz-Steuer geschenkt, die 0,25%-Regel, den Anschaffungsbonus (knapp), Sonderabschreibung und diese CO2-Ausgleichszahlung, aber es dürfte ruhig noch ein Bisschen mehr sein!

  • Carsten S.

    Tolle Idee, Geldverbrennen mit noch mehr Geldverbrennen zu bekämpfen.

  • Ricky-13

    taz: *Am Donnerstag startet der neue Tankrabatt – gleichzeitig wird verkündet, dass das Deutschlandticket teurer wird. Das ist das Gegenteil von Verkehrswende.*

    Es geht ja auch um eine NICHT-Verkehrswende. Das Deutschlandticket müsste eigentlich Klimaticket heißen, aber bei dem Namen würde die Autolobby wohl vor Wut in den Tisch beißen.

    Für den Ausbau des ÖPNV ist kein Geld da und für das Deutschlandticket schon gar nicht, aber für neue Autobahnen möchte man wieder zig-Milliarden Euro locker machen und jetzt werden sogar noch ein paar Milliarden Euro für den Tankrabatt durch den Autoauspuff geballert.

    Wenn Deutschland wirklich eine Mobilitätswende schaffen möchte, denn allein der Pkw-Verkehr in Deutschland erzeugt rund 100 Millionen Tonnen CO2 im Jahr, dann brauchen wir dauerhaft einen günstigen und funktionierenden ÖPNV. Aber mit solchen Politikern wird das nie etwas werden. Der Klimawandel freut sich allerdings über so eine "Politik", denn der wächst dadurch immer schneller.

    Und die ländlichen Gebiete müssen auch endlich einen funktionierenden ÖPNV bekommen, sonst wird nur weiterhin gegen die Großstädter gewettert, anstatt den unfähigen Politikern mal 'den Marsch zu blasen'.

    • Zippism

      @Ricky-13:

      Ach ja, die Verkehrswende: Man erklärt das Auto zum Klimakiller, macht den ÖPNV zum politischen Heilsbringer und verteilt gleichzeitig die Rechnung für beides an alle Steuerzahler. Besonders elegant ist dabei die Vorstellung, dass ein subventioniertes Deutschlandticket automatisch eine Verkehrswende erzeugt – auch dort, wo der Bus zweimal am Tag fährt.

      Und natürlich ist jeder Euro für Straßenbau „Autolobby“, während Milliarden für den ÖPNV grundsätzlich als Klimaschutz gelten. Dass auch Busse Straßen brauchen und der ländliche Raum nicht plötzlich durch ein billigeres Ticket mit Schienen und Taktung versorgt wird, stört bei dieser Rechnung offenbar nur.

    • Westlahn

      @Ricky-13:

      Also wirklich! Keine Verkehrswende?!. Dabei leistet die Politik doch in diesem Fall einmal mehr als verlangt: sie wendet nicht um schlappe 180°. Sie schafft in kürzester Zeit sogar 360° !!! Wo hat man sonst noch?

      • Ricky-13

        @Westlahn:

        In 360-Grad-Wenden sind besonders Politiker aus der konservativen- und neoliberalen "Szene" sehr gut.

    • Alex_der_Wunderer

      @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Also mein ziemlich bester Kumpel meinte doch glatt heute, er wolle alle die Autofahrer, die sich noch mit fossilen Kraftstoffen fortbewegen, verklagen - wegen Belästigung durch Lärm, wegen Beleidigung des ästhetischen Empfinden der Mitmenschen aufgrund der hässlichen Kisten aus Blech & Kunstoff, wegen der Gesundheitsgefährdung durch Abgase, wegen Platzraub an Straßen und Flächen in den Innenstädten, wegen Behinderung der Fußgänger und Fahrradfahrer, bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrswegen und explizit beim überqueren dieser.



      Recht hat er, mein bester Kumpel 🐕

      • Encantado

        @Alex_der_Wunderer:

        "Recht hat er, mein bester Kumpel"



        Kann man drüber streiten. Wenn man Radfahrer und Fußgänger mit einbezieht, dann ja. So hübsch sind die ja nun auch nicht.

      • Ricky-13

        @Alex_der_Wunderer:

        Da hat Ihr vierbeiniger Kumpel vollkommen recht, aber mit E-Autos wird es leider auch nicht viel besser für unsere tierischen Freunde werden.

        Wir reden zwar immer von Menschen die im Straßenverkehr ums Leben kommen, aber die Millionen Säugetiere, Vögel und Amphibien die täglich auf Landstraßen, Autobahnen und Stadtstraßen zu Matsch gefahren werden, die interessieren uns überhaupt nicht mehr.

        *Jedes Jahr sterben in Europa rund 29 Millionen Säugetiere und 194 Millionen Vögel durch den Straßenverkehr.* [Endstation Asphalt, taz - 2023]

        • Alex_der_Wunderer

          @Ricky-13:

          @ Ricky-13



          Jauel, winsel - hochspring - wedel wedel, schlabber schlabber 🐕



          Stimmt, die fahrlässige [ fahr - lässig dummerhaftig... ] Tötung kommt noch dazu. Wuff Wuff

  • Wondraschek

    Ich bevorzuge einen Spritpreisdeckel plus einen Heizkostenrabatt.

  • Westlahn

    Ich hätte da eine ganz andere Idee. Ich halte von autonom Fahrende PKW genau nichts. Aber autonom fahrende Kleinbusse ohne "Sicherheitsbusfahrer" die in Städten zahlreich herumfahren und die Transportanfragen über das Internet oder ein mitfahrendes WLAN aufnehmen konnten dort die PKW Flut und Parkplatzprobleme entschärfen. Und "aufm Land" könnten sie die Frequenzen der wichtigsten Routen deutlich verdichten -denn für eine akzeptable Versorgung sind die Personalkosten dort das größte Hindernis. Und sie könnten in Deutschland von ansonsten darbenden Automobilherstellern in großen Stückzahlen produziert werden.



    Mann wird ja noch träumen dürfen.

  • Zuversicht

    Frau, Mann und Kinder haben gestern und heute ihre Fahrzeuge aufgetankt. Haben vorher längere Strecken vermieden. Weniger, daß der ökonomische Druck zu groß gewesen wäre, sondern die Abneigung allzu hohen Spritpreis zu zahlen. Also gut, daß die Regierung mal auszahlt statt nur zu kassieren.

    Natürlich hätte es klügere Entscheidungen geben können. Tja, aber nicht für mein Portemonnaie.

  • Hans - Friedrich Bär

    Ja , man könnte im RE RB Verkehr die Züge länger machen und mehr Duplex Wagen einsetzen, das kostet nicht viel und zieht weitere Abonnenten an.



    In den 1. Klasse Abteilen ist zusätzlicher Raum, das würden Kunden auch bezahlen, wenn der Monatsübergang von 2. in 1. Klasse in der DB so einfach zu erhalten wäre wie das Ticket selbst. Das würde sich auch ohne Schnickschnack - 50 Benefits für Sie, die kein Mensch braucht, die wir Ihnen aber trotzdem schenken - Werbung verkaufen, wenn es im Rahmen bleibt .



    63€ / Monat sind in der Größenordnung der Monatskarten vieler Regionalverbünde manche sind sogar teurer. Billiger geht es nicht und dafür gibt ja auch die SchwB, SGB II und andere Vergünstigungen.



    Der Bundeszuschuss zum D-Ticket ist etwas ausgeprochen sinnvolles, da hat die Autorin recht , das sollte der Bund ausbauen. Das D - Ticket ist ein Produktivfaktor.



    Die Entwicklungskurve ist eine Sigma Kurve, oben ist das Verhältnis Nutzen/ Aufwand schwer zu verbessern, man sollte aber nicht nachlassen weil Stillstand hier Rückschritt ist

  • T-Rom

    Viele Pendler wollen keinen weiteren Rabatt. Sie wollen statdessen, dass der ÖPNV, insbesondere der Regionalverkehr auf der Schiene, endlich wieder zuverlässig funktioniert. Da muss man investieren, nicht in einen weiteren Rabatt. Dann fahren auch wieder mehr Pendler mit Bahn und Bus.

    • Westlahn

      @T-Rom:

      Investieren heißt meist Bauen. Heißt Baustellen.heißt Ausfälle und Verzögerungen. Das notwendige "Da müssen wir durch" als Parole ist für politische EntscheidungsträgerInnen wenig attraktiv bis karriereschädlich.

    • zartbitter

      @T-Rom:

      In der Bundesrepublik gibt es laut den aktuellsten amtlichen Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung 20,64 Millionen Berufspendler. Als Pendler gilt hierbei statistisch, wer zur Arbeit die Grenze der eigenen Wohnortgemeinde überschreitet. Das betrifft rund 60 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.



      =



      Demgegenüber haben mehrere Millionen Erwerbstätige (ca. ein Viertel der Gesamtbevölkerung) aufgrund einer mangelhaften oder völlig fehlenden Anbindung keine realistische Chance, ihren Arbeitsplatz sinnvoll mit dem ÖPNV zu erreichen. Für etwa 5,6 Millionen Menschen erreicht das ÖPNV - Angebot nicht einmal die niedrigste gesetzliche Güteklasse. Besonders extrem ist die Situation in kleineren Gemeinden unter 20.000 Einwohnern. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nutzen dort 5 % der Pendler Bus und Bahn – während 80 % mangels Alternativen auf das Auto angewiesen sind. In Großstädten nutzen dagegen ca. 29 % den ÖPNV.



      =



      Wie sieht denn Ihre Lösung aus wenn sie



      das real existierende Problem betrachten das Schienen & Bus an jeder Milchkanne schlichtweg nicht zu finanzieren sind?

    • rero

      @T-Rom:

      Nicht nur Pendler.

      Auch innerhalb Berlins.

      Ausfälle, nicht endende Bauarbeiten, daraus resultierende übervolle Züge, …

  • taz.manien

    Das Deutschlandticket ist vollkommen in ganzer Summe bei den Menschen angekommen, und hat wirklich zu einer spürbaren Entlastung der Menschen im eigenen Portemonnaie geführt ohne das diese Entlastungen von irgend jemand abgegriffen worden ist, wie jetzt z.b. beim Tankrabatt! Das stehlen von Steuergeld was eigentlich für den Bürger gedacht war, nennt sich beim Tankrabatt berühmt berüchtigt Mitnahme Effekte, weil man nicht die ganzen für den Bürger bereit gestellte Entlastung zu 100% weiter gibt, was für ein Euphemismus!

  • Tom Tailor

    "Bitter auch, dass der Preisanstieg beim Deutschlandticket unter anderem mit den gestiegenen Energiekosten begründet wird – während Preise für Au­to­fah­re­r:in­nen von der Bundesregierung bereitwillig klein gehalten werden. "

    Das ist eine spannende Aussage. Welche Gruppe geniesst denn den Luxus der "kleinen Preise"?

    Das Deutschlandticket wird mit rund 3 Mrd € im Jahr subventioniert - hier zahlt der Staat drauf.

    Beim Treibstoff für PKW nahm der Staat im Jahr 2025 rund 15,5 Milliarden Euro an Energiesteuern allein für Benzin ein. Hier sprudeln also die Einnahmen.

    Also "Preise klein zu halten" ist das Ziel jeglicher Subvention. Vllt sollte man das den Autofahrern einfach nur mal richtig erklären :D

    • Mondschaf26

      @Tom Tailor:

      „ ,Preise klein zu halten' " ist das Ziel jeglicher Subvention. "



      Das ist nur ein Teil. Es werden Milliarden an Industrien und Staat-Ups vergeben - als Zuschüsse für die Entwicklung neuer Technologien.

    • Westlahn

      @Tom Tailor:

      Wir müssen Klingbeil helfen: Rückgabe des Tankrabatts an den Staat, indem zahlreiche SUV BesitzerInnen mit hoher Geschwindigkeit ziellos im Kreis fahren! Dann sollten die nötigen 3-5 Milliarden für ein günstiges Deutschlandticket schnell im Staatssäckel eintrudeln! Nötig wären nur etwa 1500 Millionen Kilometer! Wir schaffen das!

    • Mondschaf26

      @Tom Tailor:

      „Beim Treibstoff für PKW nahm der Staat im Jahr 2025 rund 15,5 Milliarden Euro an Energiesteuern allein für Benzin ein. Hier sprudeln also die Einnahmen."



      So ist das. Und damit das so bleibt, darf es keine Tempolimits geben. [/sarkasmus]

      • rero

        @Mondschaf26:

        Das Tempolimit kommt wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen nicht.

        Die will gerade keiner verantworten .

        • Tom T.

          @rero:

          Welche "wirtschaftlichen Auswirkungen"? Alle Länder um uns herum haben Tempolimits, in der reichen Schweiz sind sie sogar besonders rigide und haben dort keine "wirtschaftlichen Auswirkungen".

          • rero

            @Tom T.:

            Zu Habecks Zeiten gab es eine Studie - irgendwo aus Schleswig-Holstein meine ich -, die soundsoviel verringertes Wirtschaftswachstum bei einem Tempolimit prognostizierte.

            Deshalb hatte die Ampel schon kein Tempolimit eingeführt.

            Ich sage Ihnen gleich, ich habe diese Studie nicht verstanden, weil etwa LKWs sowieso langsamer fahren. Da würde sich nichts ändern.

            Mir erscheint es nicht schlüssig.

            Ich habe aber nur Artikel darüber gelesen, aber nicht die Studie selbst.

            Für mich persönlich wäre ein Tempolimit wie in Frankreich eine Verbesserung.

  • Der olle Onn

    Das D-Ticket ist an sich eine absolut sinnvolle Sache. Für die Nutzer und ja - auch für die leider lediglich nur etwas geringere Belastung unserer Umwelt.



    Leider wurde jedoch von vornherein die Preisgestaltung nicht zu Ende gedacht. Weil: Es gibt eben viele Menschen, die massiv davon profitieren - wie zum Beispiel tägliche Pendler, die monatlich ein paar hundert Euro sparen können - und Menschen, die nur gelegentlich unterwegs sind - wie z.B. Rentner, die ab und an mal nen Ausflug machen wollen und deshalb sozusagen schon zu Jahresbeginn überlegen müssen ob sich das Abonnement für sie überhaupt rechnet.



    Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll gewesen zwei oder drei abgestufte Angebote zu schaffen, bei denen diese Kluft hätte berücksichtigt werden sollen. Jemandem, der extrem profitiert, wären sicherlich auch hundert Euro durchaus zumutbar, auf diese Weise könnte für Niedrigverdiener - oder eben Seltennutzer - auch ein kleinerer Preis - etwa um vierzig oder fünfzig Euro ermöglicht werden.

  • Carsten S.

    Im Grunde wird hier derselbe Unsinn gepredigt wie beim Tankeabatt:



    Angebotsausweitung durch Nachfragesubvention..



    Das ist keine Ökonomie. Das ist Voodoo.

    • Bauer Gerry

      @Carsten S.:

      Sorry, ich verstehe nicht, was hier mit "Angebotsausweitung" gemeint sein soll.

      Der Tankrabatt ist eine Subvention einer knappen Ressource (Öl und Ölprodukte). Wenn dadurch die Nachfrage "erfolgreich" stimuliert wird, dann wird das Angebot noch knapper und noch teurer. Also das Gegenteil einer Angebotsausweitung.

      Dumm, unsinnig, rückwärts gerichtet, Fehlanreiz - das beschreibt den Tankrabatt hingegen sehr treffend.

      Aber so ist das. Dumme Wähler wählen dumme Regierungen. Und es muss wohl in Richtung AgD erst noch alles viel dümmer werden, bis man vielleicht wieder gescheiter wird.

      • Westlahn

        @Bauer Gerry:

        Ich bezweifle, dass wirklich viel mehr gefahren wird, weil's etwas weniger zu teuer ist. Wer sagt denn "bei mehr als 2 Euro nehm ich das Rad" und macht das dann auch? Wird denn so viel weniger gefahren, wenn es teurer wird. ? Ich sehe das nicht.

      • Alex_der_Wunderer

        @Bauer Gerry:

        @ Bauer Gerry



        Für Ihren wunderbaren Kommentar, für Ihre kompetente Analyse der Herausforderungen bezüglich, des skrupellosen Vertrieb, bezüglich der fossilen Energiewirtschaft und unserer Regierung - drei herzliche Dankeschön's und mindestens 10.000 Points von hier zu Ihnen.

      • Carsten S.

        @Bauer Gerry:

        Ja, danke, genau. Sie beschreiben den Zusammenhang goldrichtig.



        Und hier wird ungefähr behauptet, man könnte den ÖV durch Verbilligung verbessern. Mit welchen Bussen, mit welchen Busfahrern?

        • Westlahn

          @Carsten S.:

          An anderer Stelle habe ich festgestellt dass ich verrückt bin. Hier also mein Vorschlag: Das Bundesverkehrsministerium ändert die Regeln dahingehend, dass es Bundesländern und Kommunen es erlaubt ist, die Regeln fürs private Autofahren dahingehend zu ändern, dass PKW mit nur einem Insassen jederzeit mit Bußgeldern belegt werden können. Bis auf extreme Ausnahmen. Feuerwehrleute auf dem Weg zum Einsatz. So etwa.



          Vielleicht machen ja dann genug Menschen die Erfahrung wie viel Stau dann wegfällt. Die Mitfahrergangstation kann das Internet erledigen. Das kann klappen. Man muss es nur probieren wollen. Aber ich bin ja verrückt.

    • J. H.

      @Carsten S.:

      Nein. Das ist politische Gestaltung.

      • Comerade Aardvark

        @J. H.:

        Man muss also nur 1,000 Busfahrer und Tramführer politisch beschließen, und dann sind die da? Ich werde gleich am Montag nachfragen, ob das unser Oberbürgermeister weiß

        • Hans - Friedrich Bär

          @Comerade Aardvark:

          Ja daran liegt´s : der Oberbürgermeister kennt sich nicht aus .



          Es gab früher im Regionalverkehr viele Kleinbahnen, deren Trassen neben den Straßen her liefen, die die Pendler jetzt per PKW benutzen weil es die Kleinbahn seit Jahrzehnten nicht mehr gibt, weil man sie nicht mehr wollte (um die Pendler zu Benzinkonsumenten zu machen).



          Die Nürnberger U - Bahn fährt seit Jahrzehnten führerlos (Es gibt deswegen auch keine betrunkenen Lokführer etc.).



          In vielen Ländern der Welt gibt es führerlose Monorailsysteme (in Deutschland glaube ich zwei) in der Größenordnung der früheren Kleinbahnen.



          Die früheren Kleinbahntrassen sind teilweise zu Radwanderwegen umgebaut, hat Luckylulu unten beschrieben, weil man immer noch nichts besseres damit anfangen kann.

          Die erste deutsche Eisenbahn wurde von England per Treidel und Pferdefuhrwerk an ihren Einsatzort kutschiert weil der damalige Nürnberger B ü r g e r m e i s t e r Scharrer das so wollte, Stephenson deswegen in Brüssel persönlich getroffen hat, die private Finanzierung (Rendite 12 bis 20%) auf die Beine stellte, und war dann bekanntermaßen ein großer Erfolg.



          Man muss sich halt zu helfen wissen, daran liegt´s.

        • Carsten S.

          @Comerade Aardvark:

          DANKE!



          Das haben Sie wunderbar auf den Punkt gebracht.

  • metalhead86

    Vom billigen DE-Ticket alleine entstehen keine Kapazitäten bei den Öffis.



    Davon werden keine Busse gekauft, Fahrer eingestellt, Verkehrsplanungen geändert, Busspuren gebaut, Ampeln mit Vorzugsschaltungen versehen, noch gar Straßenbahnen oder Bahntrassen gebaut.

    • Westlahn

      @metalhead86:

      Wir bräuchten viel mehr Seilbahnen. Die fahren ständig in kurzen Abständen, stehen nicht im Stau. Und verbrauchen extrem wenig Energie.

    • Encantado

      @metalhead86:

      "Vom billigen DE-Ticket alleine entstehen keine Kapazitäten bei den Öffis.



      Davon werden keine Busse gekauft..."



      Marktwirtschaftlich sogar das Gegenteil. Je weniger Einnahmen, desto weniger Investitionen. Sprich die Einnahmeausfälle durch günstige Fahrpreise müssen kompensiert werden.

      • J. H.

        @Encantado:

        Gesellschaftliche Infrastruktur unterliegt nicht hauptsächlich der Marktwirtschaft sondern wird durch politisch gesetzte Rahmenbedingungen gestaltet.

        • Encantado

          @J. H.:

          "Gesellschaftliche Infrastruktur unterliegt nicht hauptsächlich der Marktwirtschaft sondern wird durch politisch gesetzte Rahmenbedingungen gestaltet."



          Und die Politik bezieht was mit ein? Richtig: marktwirtschaftliches Auswirkungen. Jedenfalls wenn sie halb bei Verstand ist.

          • Westlahn

            @Encantado:

            Aber eben nur halb. Das reicht nicht.

            • Encantado

              @Westlahn:

              "eben nur halb [bei Verstand]. Das reicht nicht."



              Ich wäre ja schon mit Teilerfolgen zufrieden... meine Hoffnungen und Erwartungen sind mit den Jahren gesunken.

    • derzwerg

      @metalhead86:

      Das schließt sich aber gegenseitig nicht aus. Und wissen Sie was, durch das teurere Deutschlandticket werden auch keine Busse gekauft, keine Fahrer eingestellt, keine Verkehrsplanungen geändert, keine Busspuren gebaut, keine Ampeln mit Vorzugsschaltungen versehen, oder gar Straßenbahnen oder Bahntrassen gebaut.

    • Gerhard Krause

      @metalhead86:

      Wohl nicht. Na und?!

  • Alex_der_Wunderer

    Den vernünftigen nicht Autofahrern, einfach ihren gezahlten pro Kopf Anteil der Steuergelder, die für den Bau von Autobahnen verwendet werden, erstatten, dann können diese Autofreien Mitmenschen sich 2 bis 3 Monatstikets leisten und noch ein leckerchen Eis essen. 🍨

    • Zippism

      @Alex_der_Wunderer:

      Bekommen Autofahrer im Gegenzug ihren Anteil an den Steuergeldern zurück, mit denen der ÖPNV subventioniert wird? Zahlen die Menschen in Regionen mit gut ausgebautem ÖPNV dann bitte auch noch eine Sozialabgabe für den Ausbau des ÖPNV in schlecht versorgten Regionen – quasi ein Länderfinanzausgleich für Bus und Bahn? Oder gilt die individuelle Kostenabrechnung nur, solange sie ins eigene Argument passt?

    • Ahnungsloser

      @Alex_der_Wunderer:

      Müssen die vernünftigen nicht Autofahrer dann mehr für Lebensmittel und andere Güter zahlen, da sie auch durch LKW versorgt werden, die diese Autobahnen nutzen?

      • Alex_der_Wunderer

        @Ahnungsloser:

        @ Ahnungsloser



        Warum ? Fahren Autofahrer bis Spanien ihre Tomaten pflücken oder holen ihre Bananen aus England ?

        • Ahnungsloser

          @Alex_der_Wunderer:

          Nö, aber die LKW nutzen die Autobahnen. Und die versorgen alle, Autofahrer und Nicht-Autofahrer.

          • Alex_der_Wunderer

            @Ahnungsloser:

            @ Ahnungsloser



            💡💡💡👍👍

        • derzwerg

          @Alex_der_Wunderer:

          In der Logik der Whataboutisten, ja

          • Alex_der_Wunderer

            @derzwerg:

            @ derzwerg



            😂🤣😂

  • Sole Mio

    Man darf das ruhig mal grob durchrechnen:

    Jemand der auf dem Land lebt, keine funktionierenden Öffis hat und täglich gesamt 40 km pendelt:

    40km x 20 Arbeitsage/ Monat = 800km/Monat x 7l / 100km = 57l/Monat



    57l x €2,30/l = € 131,10/ Monat

    Nehmen wir für das Auto einen Wertverlust, Steuer, Versicherung und Service ca € 3.500/ Jahr an und davon etwa 30% für berufliche Fahrten dann sind dies nochmals



    etwa €100,-/ Monat

    Also etwa 230€ im Monat

    Ich denke dieser Personenkreis würdem sich freuen für 70€ im Monat mobil zu sein!

    • Westlahn

      @Sole Mio:

      Bei 3 Personen im Haushalt sind wir bei 210, bei 4 Personen auf 280 Euro. Die meisten Autos haben vier Sitze...Und man steht nicht bei Wind und Wetter an irgendeiner zügigen Haltestelle. Schleppt keine Taschen.

      • Sole Mio

        @Westlahn:

        Der Vergleich hinkt.

        Die auf dem Land welche das Auto benötigen haben vielleicht auch Kinder, mit abweichenden Schulzeiten. Einer oder beide arbeiten. Sie benötigen dann 2 Autos. Alltag auf dem Land

    • Zangler

      @Sole Mio:

      Also, 40km täglich fahre ich mit dem Fahrrad ... Kostet mich etwa 70€ i'm Jahr.

      • Comerade Aardvark

        @Zangler:

        Naja, nicht ganz. Die 70€ sind wahrscheinlich für die Verschleißteile, richtig? Das ist bei ca 10.000km/Jahr (dafür: Respekt!) wahrscheinlich eh tief gegriffen. Wenn Sie Ihr Rad in Eigenleistung warten, sollten Sie das auch mit (mindestens) €60/Stunde ansetzen. Dann noch die Abschreibung auf die Anschaffung des Rades... und gegenläufig die Entfernungspauschale (ich nehme einen Arbeitsweg an) ... aber günstiger als die Alternativen ist es allemal... wenn da bloß nicht noch die gefühlt ständige Lebensgefahr im Straßenverkehr wäre

      • Marcelo

        @Zangler:

        Kannst dafür no h Pendlerpauschale beantragen

      • Sole Mio

        @Zangler:

        In dem Fall auch kein Deutschlandticket, auch bei Regen, Sturm und Schnee mit dem Velo?

    • J. H.

      @Sole Mio:

      Das Ziel sollte doch sein, dass auch Menschen mit Auto sich zusätzlich das Dt. Ticket leisten können, um möglichst oft (da wo es sinnvoll ist) und unkompliziert auf das Auto verzichten zu können. Genauso wie es Ziel sein sollte, die Öffis im ländlichen Raum zu verbessern.



      Es sind so viele Regionalbahnstrecken stillgelegt worden, die es früher gab. Das Auto war nicht schon immer Hauptverkehrsmittel (auf nicht auf dem Land). Das wurde (in der BRD) politisch so unterstützt und kann auch wieder geändert werden. Als Gesellschaft sollten wir den individuellen PKW-Verkehr reduzieren wollen (Stichworte: Klima, alternde Gesellschaft - gerade in ländlichen Gebieten, Verkehrstote, bessere Lebensqualität, ...)

      • Sole Mio

        @J. H.:

        „Das Auto war nicht schon immer Hauptverkehrsmittel (auf nicht auf dem Land)“

        Das sehe ich anders. Ich weiß nicht, wo Sie aufgewachsen sind. Ich in einem kleinen Weiler mit 4 Häusern. Der nächste Laden und Bäcker waren ca 25-30min mit dem Fahrrad entfernt.



        Es fuhr alleine der Schulbus um 06:45h, um 8:00 um 13:00h und um 17:00h



        Wer also um 08:00h mit dem Bus zum einkaufen gefahren ist, kam erst um etwa 13:00h wieder zurück. Wer um 13:00h fuhr erst um 17:00h.

        Wir haben, hat etwas gefehlt, uns mit den Nachbarn ausgetauscht. Mein Vater war jede Woche auch 1-2 Nächte beruflich weg. Ohne Auto (Zweitwagen) war man ziemlich verloren

      • LuckyLulu

        @J. H.:

        Riesen Thema Aufgabe von Bahnstrecken. Gab auch mal ein wirklich starkes Magazin Royal zu dem Problem... Fehlende ÖPNV Struktur ist politisch gemacht.

        Auch die Umwandlung alter Bahnstrecken kann da ein Problem sein. Ein Beispiel der Mosel-Maare - Radweg in der Eifel beginnend bei Daun.



        Ein wunderschöner Radweg, den aber garantiert vor allem in der dunklen Jahreszeit Berufpender*innen mit Rad/Pedelec meiden werden, weil düster und einsam.... Die nahen Landstraßen ( weniger einsam, mehr Licht) besitzen eher ausnahmsweise Radwege ... Und machen Radfahren zum lebensgefährlichen Abenteuer ...



        Fazit: die Region ist vom Bahnverkehr abgeschnitten, Radeln wird eher als Freizeitvergnügen denn als Mobilitätsstrategie missverstanden ... Gebe zu ich bereisen die Region nicht mit dem Bus ... Aber das ist halt vermutlich viel gemächlicher als mit der Bahn ...

        Der Radweg ist wirklich ein schöner Ausflugsort, erinnert an die Leistungen italienischer Arbeitsmigranten um 1900 (tolle Tunnel & Brücken) ... Aber es macht eine radelnde ÖPNV Nutzerin wie mich doch sehr traurig wie sehr sich hier eine Region erst eine Zukunft gebaut & sie dann schließlich abgeklemmt hat.

        • Hans - Friedrich Bär

          @LuckyLulu :

          Ja, das stimmt. Es gibt viele "Freizeitradwege" auf ehemaligen Kleinbahntrassen der Gründerzeit. Der Abbau der Kleinbahn(romantik) später war der Größenwahn der AKW Zeit, als man mit "Landschaft" nichts anderes anfangen konnte als seine Zeit zu darin zu verschwenden.



          Man kann nur daran arbeiten, dass die Effektivität der damaligen kleinen Verkehrsmittel (Kleinbahn, Rad) wieder entdeckt und die Devitalisierung des Landes abgewickelt wird.

          Du sihst/ wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden.



          Was dieser heute baut/ reist jener morgen ein:

          Das war 1637.

      • Sole Mio

        @J. H.:

        Fromme Wünsche, die ich auch teile.



        Nur so lange wir den öffentlichen Verkehr im ländlichen Bereich nicht praktikabel gestalten, dürfen wir auch die Menschen, die ein Auto täglich nutzen müssen, nicht im Stich lassen.

        Und es gibt auch Besserverdienende die Unterstützung brauchen. Die sich eine Immobilie angeschafft haben und kleine Kinder. Für diese ist es finanziell auch ein Seiltanz!

    • Querbeet

      @Sole Mio:

      Ihre Spritkostenrechnung für die Pendelfahrt allein sagt eigentlich



      genug. Aber Sie vergessen, dass das Auto böse ist.

      • LuckyLulu

        @Querbeet:

        Natürlich sind Autos böse: beware of the killer Cars ... Quick Monty Python reminder .... War doch klar

      • Sole Mio

        @Querbeet:

        Alle Autos egal mit welchem Antrieb schaden Mensch und Umwelt.

        Für viele Menschen jedoch alternativlos! Ich versuche selbst den Mix zwischen Auto - Bahn - Flugzeug möglichst sinnvoll zu gestalten.

        Ich benötige leider alle 3, ohne Auto ginge es gar nicht

        • Tom Tailor

          @Sole Mio:

          "Alle Autos egal mit welchem Antrieb schaden Mensch und Umwelt."

          Man stelle sich vor, welchen Schaden die Menschheit bis heute hätte in Kauf nehmen müssen wäre das Automobil nicht erfunden worden. Wollen Sie wirklich in einer Welt wie vor 150 Jahren leben mit allem was dazu gehört?

          • Sole Mio

            @Tom Tailor:

            Da haben Sie mich falsch verstanden. Viele Menschen sind auf das Auto angewiesen.



            Ich bin überhaupt nicht grundsätzlich gegen das Auto.

            Mich nervt nur dieses schwarz/weiss Denken. Gerade bei den Antrieben.

          • Westlahn

            @Tom Tailor:

            Die (Welt)-Bevölkerung hat sich seit dem Beginn des 20. Jh. mehr als verACHTfacht. Und das trotz allerhand Kriegen, Seuchen und Katastrophen. Schwer vorstellbar, dass diese Vermehrung ohne fossile Logistik stattgefunden hätte. Und wenn doch: Wieviele Pferde und Ochsen bräuchten wird dann ? Heute sollen angeblich mehr (Reit-) Pferde in Deutschland existieren als im Mittelalter. Jedenfalls hätten wir ein massives städtisches Biomüllproblem namens Pferdeäpfel.....

  • mdarge

    Prinzipiell kann man die Regierung verstehen. Angesichts leerer Kassen braucht es keiner großen Zuschüsse. Was ich dagegen erwartet hätte, wäre den Bundeszuschuss um die Inflationsrate speziell für den Transportbereich anzupassen. Also mit 1.6 M statt der bisherigen 1.5 M. Das hätte zumindest guten Willen gezeigt und den Haushalt kaum belastet.

  • NN

    Wie viele Subventionen denn noch für den ÖPNV? Nur Berlin subventioniert den ÖPNV jährlich mit 1,6 Milliarden. Bezahlt von fleißigen Steuerzahlern in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, die zu großen Teilen in kleinen Orten leben, wo ein leistungsfähiger ÖPNV aufgrund der kleinen Nachfrage schlicht nie vorstellbar sein wird.

    • Starlight

      @NN:

      Wir immer vergessen Sie die fleißigen Hamburger:innen... Aber dann passt das Narrativ der Nehmerstädte ja nicht mehr.

      Ich unterstütze lieber Berlin als immer noch die Weißeurstfraktion im Süden, die uns mit ihrer Weigerung der Netzertüchtigung auf der Tasche liegt und sich das Geld direkt über die Unternehmenssteuer in die Tasche scheffelt. Gibt es erst einmal einen fairen Strommarkt sehen wir mal, wer dann die Geberländer werden.

      • Westlahn

        @Starlight:

        Die Weißwurstfraktion sabotiert oder scheitert beim Zuführungsbau zum alpinen Basistunnel - den sie vor Jahrzehnten zugesagt hat. Die Nachbarländer haben geliefert und sind fast fertig. In Bayern ist wenig bis nichts passiert - man hat nicht mal die Trassengrundstücke zusammen....Aber ich wette, Herr S. wird dann wieder beim Bundesverkehrsminister vorstellig oder will ihn gleich wieder durch einem CSU-Mann ersetzen, damit die Steuergelder wieder nach Bayern fließen, weils dann ja schnell gehen muss. Bajuwarischer Thatcherism: I woi ma Geld zruck!

    • Querbeet

      @NN:

      Jaaaa, aber die Mieten im Berlin!

      Da muss man die Berliner auch noch entlasten. Die paar Mrd. sollten Bayern & Co doch haben, oder? Die leben dort in schöner Landschaft, während die Berliner, naja, die müssen in Berlin leben. Waren Sie mal dort?

    • Wirrwicht

      @NN:

      Zersiedelung ist eben Schwachsinn...

      • Westlahn

        @Wirrwicht:

        Wenn eine Stadt in Deutschland das Rundherum zersiedelt, dann ja wohl München... Hamburg wird ein wenig durch die Landesgrenzen eingehegt, Berlin hat 10-stöckige sozialistische Platte, die immerhin Platz spart. In München sucht man platzsparende Wohnhochbauten eher vergeblich. Neuperlach reißt es nicht raus...

      • Tom Tailor

        @Wirrwicht:

        Stimmt. Lieber die Großstädte noch weiter verdichten und sich mit allen daraus entstehenden Folgenr sowie eskalierenden Problemen auseinander setzen die für uns bereits jetzt kaum lösbar sind,

      • Dr. McSchreck

        @Wirrwicht:

        Genau, alle Menschen in die Metropolen und dort riesige Wolkenkratzer Bauer, dass viele Mensch üben das nicht wollen und verkraften, diese Enge und Anonymität, das ist doch Nebensache.

  • Filou

    Auch das Deutschlandticket wird bezuschusst. Soweit mir bekannt zahlen Bund und Länder jährlich insgesamt ca. 3 Milliarden € Verlustausgleich.



    Und wie lange gibt es schon das bezuschusst Deutschlandticket im Vergleich zum Tankrabatt.

    • Tom T.

      @Filou:

      Was sind 3 Milliarden für 12 Millionen Tickets?

      Die Dienstwagen werden mit 6 Mrd. jährlich subventioniert und davon gibt's keine 12 Millionen.

  • Pico

    Mag ja sein, dass billiger Sprit so vielen Pendlern hilft. Zumindest in finanzieller Hinsicht. Nur, dass gleichzeitig das Deutschlandticket und nicht nur das, verteuert wird, ist ein Schlag ins Gesicht all jener die zumindest zeitweise auf das Auto verzichten. Denn ein Verzicht auf das Auto, egal ob Verbrenner oder Elektro, spart Energie und nützt der Umwelt. Und genau darauf kommt es an. Das Deutschlandticket muss günstig sein und jede Erhöhung ist Gift für die Umwelt und Gift für den Geldbeutel.

    • Zippism

      @Pico :

      „Das Deutschlandticket muss günstig sein“ – kann man politisch fordern. Nur sollte man dann vielleicht auch erwähnen, dass es längst massiv öffentlich subventioniert wird.

      Bund und Länder stellen bis 2030 jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich bereit, ausdrücklich um die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen durch das Deutschlandticket auszugleichen. Und selbst damit war für 2026 zunächst ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf absehbar.

      Das Ticket wird also keineswegs einfach teurer, weil irgendjemand plötzlich beschlossen hätte, den ÖPNV-Nutzer*innen das Leben schwer zu machen. Die Alternative zu einem höheren Eigenanteil der Fahrgäste wäre schlicht ein höherer Zuschuss aus Steuermitteln.

      • Sam Spade

        @Zippism:

        1,5 Milliarden Zuschuss klingt erstmal viel. In Relation zur Bevölkerung macht das pro Kopf aber nicht einmal 17 € im Jahr aus. Da wäre noch Luft nach oben, besonders wenn man Vergleiche mit anderen Subventionen anstellt. Beispiel Mikroelektronik. Förderung in 2026 5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln.

        Der norwegische Staat subventioniert alleine den elektronischen Fährverkehr mit über 80 € pro Kopf und Jahr.

        Inlandsfähren für Fußgänger sind hier kostenlos. Regulärer Fernverkehr mit Auto ist für E Autos 50% günstiger, wenn man einen Autopass besitzt.

        Alles staatlich subventioniert und es profitieren nicht nur die Einwohner davon, sondern auch die Umwelt.

        Und da in Deutschland immerhin 77% der Bevölkerung in Städten und Ballungsräumen leben und diese verkehrstechnisch relativ gut erschlossen sind, wäre es politisch sinnvoll die Preise für das Deutschland Ticket zu senken, auch wenn Teile der Landbevölkerung mangels Verkehrsinfrastruktur nicht davon profitieren würden. Das ist eben der Standortnachteil den man auf dem Lande in Kauf nehmen muss. Verbindung und Taktung sind hier flächendeckend nicht durchführbar. Ist in den meisten Ländern der Erde so, auch hier in Norwegen.

        • Westlahn

          @Sam Spade:

          Norwegen ist ... reich. An fossilen Brennstoffen, Geld, Wasserkraft und vielleicht sogar an politischer Klugheit. Diese Ressourcen stehen anderswo nicht in gleicher Menge und Qualität zur Verfügung.

        • Westlahn

          @Sam Spade:

          Man müsste moderne Logistik-gerechte Städte komplett auf der "grünen Wiese" neu bauen. Und die alten Siedlungen natürlich renaturieren... Mit Ringförmigen Städten - rund um einen runden Grünbereich, ließe sich mit zwei gegenläufigen Gleiskreisen wunderbar jeder Transportbedarf erledigen.



          Ich bin verrückt. Ich weiß.

        • LuckyLulu

          @Sam Spade:

          So deskriptive ihre Zahlen, ganz toll dass sie uns hier mal die Relationen so Kenntnisreich vor Augen führen.



          Vielen Dank 👍

        • Zippism

          @Sam Spade:

          Das ist eine interessante Rechnung: Weil der Staat irgendwo anders 5 Milliarden für Mikroelektronik ausgibt, sind zusätzliche Milliarden fürs Deutschlandticket plötzlich gratis. Das ist keine Finanzierung, sondern Wunschlistenbuchhaltung.

          Bund und Länder zahlen bereits jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich für das Deutschlandticket – zusammen also 3 Milliarden Euro pro Jahr. Damit ist die Finanzierung bis 2030 abgesichert. Seit Januar 2026 kostet das Ticket trotzdem 63 Euro.

          Natürlich kann man sagen: Dann soll der Staat eben noch mehr zuschießen und das Ticket wieder verbilligen. Das ist eine völlig legitime politische Forderung. Aber dann sollte man auch ehrlich sagen, dass dieses Geld an anderer Stelle im Haushalt fehlt oder über zusätzliche Einnahmen finanziert werden muss.

          Und der Verweis auf Norwegen ist ebenfalls hübsch, aber nicht wirklich ein Gegenargument: Dass dort bestimmte Fähren für Fußgänger kostenlos sind und Elektrofahrzeuge zusätzliche Rabatte bekommen, sagt zunächst einmal nichts darüber aus, welches Subventionsniveau Deutschland beim ÖPNV wählen sollte.

          • Westlahn

            @Zippism:

            Naja, die dargestellte Buchhaltung : ÖPNV+Deutschlandticket-Subvention "fehlt an anderer Stelle" verkennt die Dynamik in staatlichen Haushalten und wirtschaftlichen Systemen: Ein deutlich besserer und intensiver genutzer ÖPNV hätte ja auch in anderen Haushaltpositionen günstige weil kostensparende Folgewirkungen. Aber an all diesen Staatsausgaben, die dann nicht mehr nötig wären oder sinken - hängen politische Karrieren...und Jobs. Bau von Autobahn und Bundesstraßen, weniger häufige Sanierung aller Brücken der Republik weil der Verschleiß sinkt, sind nur die offensichtlichen Beispiele. Es gibt andere in Gesundheit uäm...

            • Zippism

              @Westlahn:

              Natürlich kann ein besserer ÖPNV langfristig Folgekosten reduzieren. Nur wird aus „könnte Kosten sparen“ noch lange kein Freifahrtschein für beliebig hohe Subventionen.

              Wenn weniger Autos tatsächlich weniger Straßenverschleiß, weniger Staus und geringere Umwelt- oder Gesundheitskosten bedeuten, müsste man diese Effekte zunächst einmal quantifizieren. Sonst kann man mit derselben Logik praktisch jede Ausgabe schönrechnen: Wir geben heute 5 Milliarden aus und sparen irgendwann vielleicht 7 Milliarden – irgendwo, irgendwie.

              Und selbst wenn der ÖPNV am Ende volkswirtschaftlich günstiger wäre: Die 3 Milliarden jährlicher Zuschuss zum Deutschlandticket verschwinden deshalb nicht aus dem Haushalt. Sie sind weiterhin Geld, das politisch verteilt wird und an anderer Stelle nicht zur Verfügung steht.

              Vor allem bleibt die entscheidende Frage bestehen: Warum soll jemand auf dem Land, der mangels brauchbarer Verbindung auf das Auto angewiesen ist, diese Subvention mitfinanzieren, während man ihm gleichzeitig erklärt, dass eine vernünftige ÖPNV-Anbindung seiner Region eben „nicht flächendeckend durchführbar“ sei?

          • Sam Spade

            @Zippism:

            Es geht nicht um eine "Wunschliste" sondern um politische Prioritäten beim Aufstellen des Haushalts und der Verteilung von Subventionen.

            Die sind im Bereich Verkehr/Klimawandel ungleich gewichtet. Ein Vergleich mit Norwegen sagt in der Hinsicht sehr viel aus, über politische Prioritätensetzung und das Schaffen von Anreizen für den Verbraucher. Die Nachfrage bei E-Mobilität oder Wärmepumpen ist nicht aus dem Nichts entstanden, sondern wurden über gezielte Förderungen etabliert. Und das über Jahrzehnte. Das war weitsichtige Politik.

            In dieser Hinsicht ist für mich Deutschland ein Entwicklungsland, welches sich auf dem Stand der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts befindet.

            Das ist der mangelnden Weitsicht und der Setzung falscher Prioritäten der politischen Verantwortlichen der letzten 40 Jahre zuzuschreiben und nicht fehlenden finanziellen Mitteln.

            EE wäre noch so ein Thema. Atomkraftwerke abschalten und Gaskraftwerke bauen. Nur ein Beispiel für Konzeptlosigkeit.

            Das Anreize wirken hat 2022 das 9€ Ticket gezeigt. Habe Hamburg nie wieder so staufrei erlebt. Die Akzeptanz zum Umstieg ist vorhanden. Nur der Preis muss stimmen. Gilt für E Autos wie für den ÖPNV.

            • Zippism

              @Sam Spade:

              Das ist schon eine bemerkenswerte Argumentation: Wer auf dem Land lebt und mangels Infrastruktur vom Deutschlandticket kaum etwas hat, soll dessen Subventionierung trotzdem mittragen – schließlich sei das eben ein Standortnachteil, den man in Kauf nehmen müsse. Umgekehrt scheint es aber selbstverständlich zu sein, dass auch Autofahrer die zusätzlichen Subventionen für den ÖPNV finanzieren sollen. Interessantes Verständnis von Solidarität.

              Natürlich sind Haushaltspolitik und Subventionsverteilung eine Frage politischer Prioritäten. Aber Prioritäten sind keine Einbahnstraße. Man kann nicht jede zusätzliche Förderung des ÖPNV mit Klimaschutz und Weitsicht begründen und gleichzeitig die Frage nach der Gegenfinanzierung und der Verteilungsgerechtigkeit für irrelevant erklären.

              Und das 9-Euro-Ticket als Beleg anzuführen, dass vor allem der Preis über den Umstieg entscheidet, greift ebenfalls zu kurz. Ein günstiges Ticket bringt wenig, wenn der Bus nur alle zwei Stunden fährt, der letzte Zug am frühen Abend geht oder der Arbeitsplatz überhaupt nicht vernünftig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.

              • Sam Spade

                @Zippism:

                Wie bereits erwähnt, man kann auch einfach kluge Politik machen.

                Davon ist ein Land welches jeden dritten Euro ins Militär investiert allerdings weit entfernt.

                Ein Land dieser Größenordnung, welches bis 2030 600-700 Mrd. für Aufrüstung ausgibt und den größten Teil über Kreditaufnahmen finanziert ist in seinen finanziellen Mitteln natürlich eingeschränkt.

                Und da in den Jahrzehnten zuvor auch keine Politik mit Weitsicht in Bezug auf die Zustände im Inland betrieben wurde, steckt Deutschland natürlich in einem Dilemma dessen Auswirkungen überall spürbar sind und auch in den nächsten Jahrzehnten nicht behoben werden können.

                Das ist ein Abstieg auf Raten und vor diesem Hintergrund ist es unfruchtbar bei Themen wie diesen noch Detailfragen hinsichtlich Solidarität Stadt/Land in Bezug auf den ÖPNV zu erörtern.

                Wenn die politische Ausrichtung darauf abzielt größte Militärmacht in Europa zu werden, dann müssen andere Themen eben zurückstehen. Wird dann ähnlich ablaufen wie bei Wilhelm II. Der hat auch viel Geld für Altmetall ausgegeben nur um dann festzustellen, das die Gegenseite mit Panzern etc moderner ausgerüstet war. Für diese Erkenntnis hat er seine Untertanen darben lassen.

                • Zippism

                  @Sam Spade:

                  „Unfruchtbar“, über Solidarität zwischen Stadt und Land zu reden, weil Deutschland Geld für Verteidigung ausgibt – das ist schon eine bemerkenswerte Art, einer Finanzierungsfrage auszuweichen.

                  Beim Deutschlandticket reden wir über 3 Milliarden Euro jährlich, die Bund und Länder bereits zuschießen. Der Bund allein stellt bis 2030 jährlich 1,5 Milliarden Euro bereit. Trotzdem kostet das Ticket seit 2026 63 Euro.

                  Ihre Antwort darauf: Wir brauchen noch mehr Subventionen, und wenn jemand nach deren Verteilung fragt, kommt Wilhelm II. aus dem historischen Werkzeugkasten.

                  Man kann selbstverständlich höhere ÖPNV-Ausgaben fordern. Aber dann sollte man auch erklären, warum der Pendler auf dem Land, der mangels brauchbarer Verbindung Auto fahren muss, selbstverständlich den ÖPNV in der Großstadt mitfinanzieren soll – während der Großstadtbewohner gleichzeitig erklärt bekommt, dass die Infrastruktur auf dem Land eben „nicht flächendeckend durchführbar“ sei.

    • MK

      @Pico :

      Richtig ist: das Deutschland-Ticket wurde im Jahresverlauf keinen Cent teurer. Sprit wurde erheblich teurer - trotz Tankrabatt.



      Zum Jahreswechsel steigt der Preis des Deutschlandstickets, aber auch der Tankrabatt fällt weg.

      • Perkele

        @MK:

        Das ist Erbsenzählerei und das ist es nicht was PICO beschreibt, sondern die Unredlichkeit der Regierung beim Behandeln dieses Komplexes.

        • MK

          @Perkele:

          Ich halte die Diskussion unredlich, dass das verbilligte Deutschlandticket noch mehr verbilligt werden soll, anstatt das man Zufrieden ist dass der Preis trotz der Energiekrise im Preis stabil geblieben ist.



          Selbst mit der Preiserhöhung ist das Deutschlandticket weiterhin günstig, Die Hebel für einen attraktiveren Nahverkehr sind andere.



          Ich verliere durch Verspätungen, in der Folge verpasste Anschlüsse, Zugausfälle und weitere Verspätungen 30-45 Minuten jeden einzelnen Arbeitstag. Wenn man für die verlorene Zeit ein Preisschild zum Mindestlohn hinmacht, bin ich bei >150 € pro Monat. Mehr als das doppelt des Ticketpreises an gedachten Verspätungskosten. Da müssen die ÖPNV-Betreiber ran!

  • Zippism

    Herrlich, auf dem Land fährt der Bus mancherorts zweimal am Tag, wenn man Glück hat, und die politische Antwort lautet: Wir brauchen günstigere Tickets! Was nützt mir eine deutschlandweite Flatrate, wenn das eigentliche Problem darin besteht, dass überhaupt kein vernünftiges Angebot existiert?

    Und das Deutschlandticket wird seit seiner Einführung bereits mit jährlich Milliardenbeträgen von Bund und Ländern bezuschusst. Jetzt soll es offenbar noch günstiger werden, obwohl die Finanzierung ohnehin dauerhaft öffentlich gestützt werden muss.

    Vielleicht sollte man erst einmal dafür sorgen, dass Busse und Bahnen auf dem Land überhaupt regelmäßig fahren, bevor man immer neue Rabatte für eine Infrastruktur verteilt, die vielerorts schlicht nicht vorhanden ist. Aber vermutlich lässt sich ein günstiger Fahrschein politisch besser vermarkten als ein funktionierender Busfahrplan.

    • Encantado

      @Zippism:

      "Vielleicht sollte man erst einmal dafür sorgen, dass Busse und Bahnen auf dem Land überhaupt regelmäßig fahren, bevor man immer neue Rabatte für eine Infrastruktur verteilt, die vielerorts schlicht nicht vorhanden ist. Aber vermutlich lässt sich ein günstiger Fahrschein politisch besser vermarkten als ein funktionierender Busfahrplan."



      Nicht nur auf dem Land, und nicht nur die Busse. Selbst die renommierten ICE-Strecken sind bezüglich der Zuverlässigkeit eine Katastrophe.



      Da überlegt man es sich sehr gut, ob man öffentliche Verkehrmittel nutzt.

    • Altbayer

      @Zippism:

      *Sarkasmus an* - Verstehe Dein Problem nicht, wozu gab es früher Postbusse? ( Oder generell Postämter ? ... ) *Sarkasmus aus*

    • Sole Mio

      @Zippism:

      Vielen Dank 🙏



      Stimme ihnen voll und ganz zu!

  • Deep South

    Jo. Die Ticket-Erhöhung ist bitter für die ÖPNV Nutzer, genauso wie hohen Spritpreise bitter für Menschen ist, die auf das Auto angewiesen sind. Und genau wie der Sprit subventioniert ist, ist auch das Ticket subventioniert. Die Erhöhung des Deutschlandtickets kostet im Jahr etwa 46 Euro. Das entspricht ungefähr dem, was man TROTZ Tankrabatt als PKW Fahrer mit 2 Tankfüllungen mehr zahlen muss, im Vergleich zu den Preisen vor dem Iran Krieg.



    Das "Bitterste" in diesem Land ist, dass jeder dem Anderen nicht die Butter auf dem Brot gönnt.

    • Dr. McSchreck

      @Deep South:

      Gut gesagt.

  • Fred Feuerstein

    Das Deutschlandticket nützt uns hier auf dem Land ohne Bahnanschluss und rudimentären ÖPNV herzlich wenig. Dagegen ist der Tankrabatt für die vielen Pendler extrem wichtig.

    • Troll Eulenspiegel

      @Fred Feuerstein:

      Wieviel Prozent der Bevölkerung ist denn vom ÖPNV so sehr abgeschnitten? 80%, 90%?

      Wenn wirklich soviele Leute abgeschnitten sind, sollten wir vielleicht ins Grundgesetz aufnehmen, dass ein Leben außerhalb der Infrastruktur nicht erwünscht ist.

      • Tom T.

        @Troll Eulenspiegel:

        Da allein 50% in Großstädten leben, ist die Annahme von 80-90% ohne ÖPNV natürlich absurd.

      • doofi

        @Troll Eulenspiegel:

        nice.

      • Astrid Sehnefeld

        @Troll Eulenspiegel:

        Zwangsumsiedlungen vom Land in die Städte also - na das wird die Wohnungsknappheit sicher entspannen 😉

      • Josef 123

        @Troll Eulenspiegel:

        Die Frage auf dem Land ist doch nicht, wieviel Prozent oder ob man total vom ÖPNV abgeschnitten ist oder nicht, sondern wie praktikabel das Ganze ist.



        Mein Weg zu einer früheren Arbeitsstelle hätte ohne Auto so ausgesehen:

        Mit dem Bus 10km zum ersten Bahnhof, von dort mit dem Zug zum zweiten Bahnhof, dort umsteigen. Am Zielort mit dem Bus in die Nähe der Firma. Das alles, ohne daß die Fahrpläne irgendwie synchronisiert gewesen wären, d.h. mit jeweils entsprechende Wartezeiten.



        Das kann sich jemand in Ballungsgebieten oft nicht vorstellen, was das für einen Aufwand bedeutet, in meinem Fall eindreiviertel Stunden einfach.



        Mit dem Auto habe ich 35 min. gebraucht, auf Landstraßen gibt es kaum Staus.

        • Encantado

          @Josef 123:

          "Das kann sich jemand in Ballungsgebieten oft nicht vorstellen, was das für einen Aufwand bedeutet..."



          Nun, ich wohne am Rande eines Ballungsgebietes, und ich kann.



          Ganz simpel:



          Mit dem Bus zur Arbeit: 1,25 Stunden.



          Fahrrad: 45 Minuten.



          Auto: 20 Minuten.



          Übermäßig groß ist der Anreiz mit dem Bus dann nicht so.

        • Wirrwicht

          @Josef 123:

          Luxus Landleben... Muss man sich leisten können...

          • Josef 123

            @Wirrwicht:

            Man gönnt sich ja sonst kaum was. Bleibt ja auch nichts mehr, wir müssen unsere Autos abbezahlen, dann noch für Steuern, Versicherung, Reparaturen und Sprit aufkommen, nur um zur Arbeit zu kommen. Und nachdem uns dann vom Lohn noch Geld zur Subventionierung billiger städtischer Öffis abgezogen wird, damit wir uns von deren Nutzern blöd anmachen lassen können, sitzen wir abends und am Wochenende mittellos rum und haben Zeit, in der TAZ zu kommentieren.

      • Zippism

        @Troll Eulenspiegel:

        Die 80 oder 90 Prozent sind eine schöne rhetorische Nebelkerze, nur leider nicht die relevante Frage. Eine Bushaltestelle irgendwo im Ort bedeutet noch lange nicht, dass der ÖPNV eine brauchbare Alternative zum Auto für den Arbeitsweg ist.

        Das BBSR kam bei der Angebotsqualität zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis: Während in kreisfreien Großstädten rund 95 % der Bevölkerung über ein ausreichendes ÖPNV-Angebot verfügen, sind es in dünn besiedelten ländlichen Kreisen nur knapp 60 %.

        Und auch das Umweltbundesamt kommt zu einem ähnlichen Bild: 58 % der Haushalte in ländlichen Regionen geben an, den ÖPNV nie oder fast nie zu nutzen. In kleinstädtischen und dörflichen Räumen ist der Anteil ebenfalls sehr hoch.

        Aber klar: Wenn man in der Großstadt wohnt, reicht offenbar die Existenz irgendeiner Bushaltestelle, um den Rest Deutschlands darüber zu belehren, dass er sich nur „besser organisieren“ müsse.

        Das Grundgesetz müssen wir deshalb nicht ändern. Vielleicht reicht es schon, die Lebensrealität außerhalb der Großstadt zur Kenntnis zu nehmen.

    • Don Geraldo

      @Fred Feuerstein:

      Ich benötige mit dem Auto 25 Minuten zur Arbeit.



      Bei schönem Wetter schaff ich es in 45 Minuten mit dem Fahrrad.



      Mit dem Deutschland-Ticket benötige ich noch genau so lange wie früher mit einem Einzelticket, 80 Minuten für die einfache Fahrt, und das nur, wenn alle Anschlüsse passen.



      Der ÖPNV würde mich also im Jahr mindestens 17 Lebenstage kosten, die ich anderweitig besser nutzen kann.



      Und so wie mir geht es vielen. Uns ist vollkommen egal, wieviel das Deutschland-Ticket kostet, es ist für uns vollkommen unbrauchbar.

    • DrDDeti

      @Fred Feuerstein:

      Hallo Herr Feuerstein,



      bitte lassen Sie uns teilhaben an Ihren Fakten und schicken Sie uns Details zu Ihrem ÖPVN! Diese ewige wiederkehrende Leier vom ÖPVN und seiner angeblich zurückgebliebenen Abdeckung und Taktung fühlt sich so "leer und verbraucht" an, wie die Argumente gegen E-Mobilität!



      Natürlich wird ÖPVN in unserer Lebensspanne niemals Taxi auf Zuruf sein, aber mit etwas Planung und Flexibilität bekommen es doch recht viele Menschen hin mit dem ÖPVN - auch auf dem Lande - was mir im Übrigen auch schon gelungen ist. Die nächste Alternative ist dann eben E-Mobilität! Fossilie Energieträger zur Mobilität sind auf dem Rückzug! Leider hat die Union Angst um Ihre Wählergruppe der Luftverpester !



      Das kommt nämlich noch dazu ! Es gab insgesamt die letzten 6-10 Jahrzehnte einen Gesellschaftskonsens, der es ermöglichte Mobilität mit Gesundheitsbelastung gesellschaftlich zu akzeptieren. Anekdote dazu: "Kinder fragten schon früher, warum kommen die Abgase bei unserem Auto eigentlich hinten raus, wenn immer wieder solche auch vor uns herfahren ?" Kluges Kind ! Diese Zeiten der Akzeptanz sind vorbei

    • Dude666

      @Fred Feuerstein:

      Wie hat das eigentlich vor der Erfindung des Autos auf dem Land geklappt? Diese ständigen Ausreden sind lächerlich.

      • Offebacher

        @Dude666:

        Die Leute kamen kaum aus dem Dorf heraus. Die Reise in die nächste Kreisstadt war dann halt eine Tagesreise. Ich weiss, von was ich erzähle. Für den Besuch beim Hautarzt bekam ich als Teenager (starke Pubertätspickel, die Stirn sah aus wie bei einem Pockenkranken) immer einen ganzen Tag schulfrei: Den Bus morgens um 6:30 in die Kreisstadt, um 8 Uhr da, 40 Minuten laufen zur Praxis, dort eine oder zwei Stunden warten, 5 Minuten Behandlung, so zwischen 10 oder 11 Uhr war ich fertig, kurz noch in Apotheke und dann ein Streifzug durch die Kaufhäuser, Rolltreppen fahren, in der Musikabteilung schmökern, Taschengeld zählen, ob man sich die Kassette leisten könnte (Kassettenrecorder hatte jeder, Plattenspieler nicht). Der Bus zurück ging kurz nach vier Uhr und um Viertel vor Sechs war ich wieder Zuhause. Und das regelmäßig einmal im Monat, war für mich immer wie ein zusätzlicher Ferientag.

      • Josef 123

        @Dude666:

        Genauso wie in der Stadt ohne staatlich hochsubventioniert Öffis.

      • Chris McZott

        @Dude666:

        Das hat geklappt mit bloßem Überleben durch harte körperliche Arbeit auf einem materiellem Niveau von (heutigen) Drittweltländern...

      • Nordlicht4711

        @Dude666:

        Da haben die Menschen vor allem in der Landwirtschaft gearbeitet. Einmal die Woche kam der Arzt ins Dorf, jedes Dorf hatte einen Kaufmann. Aufs Gymnasium in der Stadt ging sowieso niemand, die Grund- und Hauptschule gabs in der Nachbargemeinde.



        Insofern verstehe ich nicht was hier eine Ausrede sein soll.

        Ich frage mich eher warum Städtern der ÖPNV subventioniert wird. Der Edeka ist um die Ecke, Arzt und Schule ebenfalls. Den Rest kann man auch erlaufen.

        • metalhead86

          @Nordlicht4711:

          Tatsächlich gab es auch Zeiten, wo Schulbesuch oder zumindest Hausaufgaben kürzer treten mussten, weil die Feldarbeit die dem unmittelbaren Überleben diente wichtiger war.



          Entsprechend waren diese Kinder von höherer Bildung schon dadurch ausgeschlossen und nicht erst durch den Schulweg.

          Und nein, die Zeiten in den der EDEKA, Arzt und Kneipe um die Ecke waren sind vielerorts vorbei. Die auf PKW ausgelegte Stadtplanung und der Anstieg der PKW pro Kopf sowie die zunehmende Erwerbstätigkeit hat zur Zentralisierung der Geschäfte geführt.

      • JSch

        @Dude666:

        Wie es geklappt hat, Arbeitsplatz, Tante Emma laden und sonst alles was man brauchte war direkt um die Ecke, das ist nicht mehr der Fall

      • Oma

        @Dude666:

        Vor der Erfindung des Autos hat man entweder auf dem Land gelebt und gearbeitet oder in der Stadt gelebt und gearbeitet. Erst kam das Auto, dann der Berufspendler. Die Infrastruktur auf dem Land hat sich dadurch nicht unbedingt verbessert.

      • Xanyd

        @Dude666:

        Früher ging es zu Fuß, oder dem Fahrrad vor allen Dingen nicht so weit weg wie heute.

        • Alex_der_Wunderer

          @Xanyd:

          @ Xanyd



          ...oder Mitmenschen Boot 🚤 🌊

      • Egil

        @Dude666:

        Vor 50 bis 100 Jahren arbeiteten die meisten Menschen in der näheren Umgebung, auf dem Land häufig beim Grossbauern. Der Frust über miese Behandlung wurde häufig an Frau und Kindern gewaltsam ausgelebt. Aber Dinge des täglichen Bedarfs waren im Ort erhältlich, ebenso gab es soziale Treffpunkte. Manches war also ganz gut, vieles ziemlich mies - wohin wollen Sie zurück?



        Im Ernst: Ich habe miterlebt wie vor ca. 40-20 Jahren überall die kleinen Inhabergeführten Geschäfte, Bäckereien, Fleischer, Kneipen verschwanden. Das ist traurig aber eine Folge Gesellschaftlicher Entwicklungen. Wenn diese sich nicht verändern, wird auch der Bedarf des Individualverkehrs bestehen bleiben. Und alle die jetzt meinen dass dann doch bitte alle in Städten wohnen sollen, bitte dann nicht beschweren wenn die Mieten explodieren.

      • Dr. McSchreck

        @Dude666:

        Vor Erfindung des Autos gab es auch keine Pendler.

  • Machiavelli

    Für einen flächendeckenden Nahverkehr der den Namen verdient fehlt Deutschland die demographische Struktur selbst Großstädte wie München und Hamburg finden nicht genügend Bus, U-Bahn und S-Bahn Fahrer auf dem flachen Land ist die Lage nicht besser. Außer die deutschen überwinden ihre Regelungswut und werden Vorreiter bei autonomfahrenden Busen und Zügen muss man also anerkennen das öffis für viele keine Option sind.

    • Francesco

      @Machiavelli:

      Man kann ja die Arbeiter von VW und Co umschulen.

      • Machiavelli

        @Francesco:

        Ohne VW und Co fehlt das Geld.

    • sociajizzm

      @Machiavelli:

      Anders als PKWs lässt sich öffentlicher Nahverkehr rel. einfach automatisieren.



      .



      Alles was auf Schienen fährt besonders leicht und auch Busse haben feste Routen.



      .



      Tickets kostenlos machen, wer aktuell kontrolliert oder verkauft könnte Fahrer:in werden im besten Fall langfristig nicht 1 sondern mehrere Fahrzeuge. Wie aktuell bei den selbstfahrenden PKWs



      .



      Mehr Warentransport auf Schienen reduziert Arbeitskräftebedarf im Transport.



      .



      Und auch die KI wird die einen oder andere Arbeitskraft freimachen.



      .



      Wäre öffenlicher Nahverkehr langfristig politisch prioritisiert ließe sich einiges erreichen, trotz der Probleme bei Demographie.

      • Machiavelli

        @sociajizzm:

        Im Land der Bürokraten und Bedenkenträger?

      • Encantado

        @sociajizzm:

        "...lässt sich öffentlicher Nahverkehr rel. einfach automatisieren.



        Alles was auf Schienen fährt besonders leicht und auch Busse haben feste Routen."



        Gar so einfach ist es mit den Bussen dann doch (noch?) nicht. Bei uns im Ort hatten wir versuchsweise eine Linie mit autonomen Fahrzeugen. Das lief recht nett, war aber nur für langsames Tempo sprich schon nicht mehr für Fahrten zwischen den Ortsteilen geeignet. Als dann der Anbieter pleitemachte und keine Softwareupdates mehr erhältlich waren, wurde das Ganze eingestellt.



        Sprich, grundsätzliches Potenzial ist da, aber ausgereift ist es noch nicht.

      • metalhead86

        @sociajizzm:

        Das mit der Automatisierung bleibt ein feuchter Traum.

        www.youtube.com/watch?v=Q70HxFZ9XPE

        Funktioniert nur solange alle Parameter unter Kontrolle sind oder Ausfälle durch "Unvorhersehbares" in Kauf genommen werden.

  • gyakusou

    Das Deutschlandticket ist immer noch sehr günstig für die angebotene Leistung – und wird mit Milliarden bezuschusst.

    In der derzeitigen Situation mit krassen Preissteigerungen bei Treibstoffen ist Unterstützung für die Nutzer von Verbrenner-Autos sinnvoll. Zumal es ja nicht mal echte Subventionen sind, sondern die massiven Steuern auf Benzin und Diesel werden für einen begrenzten Zeitraum ein wenig gesenkt.

    • Encantado

      @gyakusou:

      "Zumal es ja nicht mal echte Subventionen sind, sondern die massiven Steuern auf Benzin und Diesel werden für einen begrenzten Zeitraum ein wenig gesenkt."



      Wieso ist das dann keine vorübergehende Subvention? Die Einnahmeausfälle müssen ja an anderer Stelle eingespart werden.

    • Dude666

      @gyakusou:

      Dann bitte auch beim Tabak die Steuern senken. Bei uns in der Unterschicht kann sich eh keiner ein Auto leisten.

      • Zippism

        @Dude666:

        Starkes Argument. Weil du dir kein Auto leisten kannst, ist eine zeitlich begrenzte Senkung der Energiesteuer für Autofahrer offenbar mit einer Tabaksteuer gleichzusetzen. Logik: Wer etwas nicht nutzt oder sich nicht leisten kann, darf auch keine steuerliche Entlastung dafür bekommen.

        Dann bitte konsequent: Mehrwertsteuer auf Restaurantbesuche abschaffen, schließlich können sich manche Menschen kein Restaurant leisten. Flugticketsteuer erhöhen, weil andere nicht fliegen. Und die Preise für Konzertkarten verdoppeln, weil sie sich nicht jeder leisten kann.

        Man könnte natürlich auch einfach über die konkrete Maßnahme diskutieren. Aber dafür müsste man ein Argument haben, das über „ich kann mir kein Auto leisten“ hinausgeht.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @gyakusou:

      Das ist einfach eine sehr egoistische Einstellung. Nach dem Motto - mir muss geholfen werden. Aber bei allen, die irgendetwas anderes als ich machen, ist das nicht so wichtig. Der Tankrabatt jetzt kostet 2,5 Milliarden. Und es sind bereits 1,6 Milliarden dafür ausgegeben worden, also insgesamt über 4 milliarden, für nur 5 Monate. Für das D-Ticket hat der Bund dagegen nur 1,5 Milliarden ausgegeben, für 12 Monate. Das würde ich mal als deutliche Ungerechtigkeit betrachten.



      Und noch schlimmer ist, dass damit im Endeffekt die übermäßigen Gewinne der Ölfirmen gestützt werden. Es wäre viel einfacher, für deren Gewinne einen Deckel festzulegen. Dann würden die Preise von alleine sinken.

      • Encantado

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        "Für das D-Ticket hat der Bund dagegen nur 1,5 Milliarden ausgegeben, für 12 Monate. Das würde ich mal als deutliche Ungerechtigkeit betrachten."



        Der Begriff der Ungerechtigkeit ist hier eher fehl am Platz. Es geht eher darum, was die Ausgaben an Wirkung zeigen, wieviel davon profitieren, welche Auswirkungen sie haben.



        Die abstrakte Frage der Gerechtigkeit sollte an anderer Stelle geklärt werden. Zumal sie nicht rein an der Höhe der Ausgaben gemessen werden kann.

      • gyakusou

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Der Staat verdient durch Energiesteuer und Mehrwertsteuer durch Benzin und Diesel ungefähr 50 Milliarden Euro pro Jahr. Da kann er die 4 Milliarden für den Tankrabatt verkraften.

      • NN

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Das D-Ticket kostet die Steuerzahler 2,5 Milliarden Euro und mehr pro Jahr. Durch den sogenannten Tankrabatt müssen die Steuerzahler 2,5 Milliarden weniger bezahlen. Es im Gegensatz zu D-Ticket kostet es die Allgemeinheit also nichts, sondern sie hat mehr Geld zur Verfügung.

        Wieso glauben ÖPNV-Nutzer unter den Kommentatoren hier eigentlich, Autofahrer müssten ihre ganz persönliche Entscheidung und wo sie wohnen mit ihren Steuern bezahlen?

        • Encantado

          @NN:

          "Durch den sogenannten Tankrabatt müssen die Steuerzahler 2,5 Milliarden weniger bezahlen. Es im Gegensatz zu D-Ticket kostet es die Allgemeinheit also nichts..."



          Falsch. Die Einnahmen sind im Haushalt verplant und müssen nun anderswo eingespart werden. Und von wem? Genau: der Allgemeinheit.

      • Zippism

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Die große „Ungerechtigkeit“ funktioniert natürlich nur, wenn man geflissentlich ausblendet, dass der ÖPNV seit Jahren ebenfalls massiv aus allgemeinen Steuermitteln finanziert wird – und zwar unabhängig davon, ob der einzelne Steuerzahler jemals einen Bus oder eine Bahn benutzt.

        Wer also die 2,5 Milliarden für den Tankrabatt gegen 1,5 Milliarden für das Deutschlandticket stellt und daraus eine Gerechtigkeitsrechnung bastelt, sollte vielleicht auch einmal die gesamten öffentlichen Zuschüsse für den ÖPNV betrachten.

        Denn der Steuerzahler finanziert beides: die Verkehrsinfrastruktur und den ÖPNV ebenso wie diverse Maßnahmen rund ums Auto. Die entscheidende politische Frage ist deshalb nicht, ob irgendjemand „subventioniert“ wird – das werden beide Verkehrssysteme seit Jahrzehnten –, sondern welche Kosten und Entlastungen man jeweils politisch vertreten kann.

        Aber „Tankrabatt = ungerecht, Deutschlandticket = gerecht“ ist natürlich wesentlich einfacher, wenn man die eigene Subventionierung einfach aus der Rechnung streicht.

  • Brennholz

    Man könnte aber auch einmal die Frage stellen, ob die Bedingungen des Deutschlandticket nicht auch geändert werden können. Man könnte über Mitnahmeregelungen für Kinder zwischen 6 und 15 reden, in Österreich kann man das für 140 €/Jahr hinzubuchen, ob Kinder bis 15 Jahre das D-Ticket für den halben Preis bekommen, ob man, auch wie in Österreich, günstigere Landestickets einführt, die wenigsten brauchen ja wirklich ein bundesweites Ticket, 1 oder 2 Länder sollten für weite Teile ausreichen. Oder einen günstigen Preis aber als Jahresticket.

    • MK

      @Brennholz:

      Ländertickets machen das System nur komplexer, bringen aber nichts.



      NAHverkehr wird wie der Name es sagt, für kürzere Strecken genutzt.



      Längere Strecken werden effektiv durch die langsame Geschwindigkeit und Qualität des Nahverkehrs verhindert. Man muss nicht beim Preis zwischen Bundes und Länder-Tickets unterscheiden. Es entstehen den Verkehrsbetrieben auch keine relevanten Kosten, weil nur einzelne das Deutschland Ticket nutzen, um von Berchtesgaden nach Sylt zu fahren. Den paar Leuten, die sich das antun, müssten die Verkehrsbetriebe eher Schmerzensgeld zahlen.



      Man würde nur eine riesengroße Errungenschaft des Deutschland Tickets zu Nichte machen: wir 20 km zwischen zwei Bundesländern pendelt, zahlt bei Länder-Tickets ein höheren Preis als jemand der 50 km innerhalb eines Bundeslandes pendelt.



      Pendeln über Verkehrsverbund/Grenzen hinweg, war in der Vergangenheit prohibitiv teuer. Diese Errungenschaft des Deutschlandtickets muss bleiben.

      • Sikasuu

        @MK:

        Längere Strecken werden effektiv durch die langsame Geschwindigkeit und Qualität des Nahverkehrs verhindert.



        -----



        Langstrecke mit den DE-Ticket? Da muss divers/FRAU/man schon "hart im Nehmen sein“! Auch wenn DAS möglich ist!



        Doch etwas anderes ist mit in diesem Sommer positiv aufgefallen.



        In der "Hauptstadt des Freistaates Bayern" eingetroffen. Habe dann, ohne viel nachdenken, alle "Regionalfahrten" mit o.a. erledigen können. OHNE mit dem Tarifsystem usw. zu kollidieren!



        Und DAS ist mMn. nur einer der Gründe, die für das DE-Ticket sprechen. Ohne großes Nachdenken rein in den ÖPNV und ankommen. Na ja, wenn ein Zug der DB mal pünktlich ist! :-(



        Btw. aber siehe anderen Beitrag hier!



        Ps.



        Unser Bundesfritz belohnt DIE, die unser Bruttosozialprodukt steigern, denn "selbst fahren" ist Arbeit! Da sollten die Minderleister, die sich "fahren lassen", nicht so laut werden! :-(

        • Offebacher

          @Sikasuu:

          Ja, außerhalb des eigenen Verkehrsverbundes einfach in den Bus oder die Straßenbahn einzusteigen, ohne sich Gedanken über den Tarif machen zu müssen, ist einfach toll. Vorher galt es je nach Verkehrsverbund zu überlegen: gilt hier ein Zonentarif, ein Wabentarif, ein Zeittarife oder ein Entfernungstarif. Muss man beim Umsteigen neu bezahlen? Gelten ,Zeitkarten pro Kalendertag, für 24 Stunden oder bis zum Betriebsende des ÖPNV-Anbieters? Sind Fahrkarten auch im Bus/Straßenbahn/Zug erhältlich oder nur im Voraus? Wird im Bus entwertet oder an der Haltestelle? Jetzt ist mir das egal, ich kann am einem verlängerten Wochenende mit dem ICE und Sparpreisticket nach Berlin, Hamburg oder München fahren und dort einfach in den ÖPNV einsteigen. Oder mal nach Heidelberg, Bamberg oder Würzburg sogar kostenlos mit dem Regionexpress.

  • Astrid Sehnefeld

    Die Verkehrsbetriebe können ja den Tankrabatt an ihre Kunden weitergeben, und Einzelfahrscheine verbilligen 🤷



    Ansonsten sind 66,80 Euro monatlich für dauerhaften Transport immer noch extrem billig.



    Die Benzinkosten für Pendler sind wesentlich mehr gestiegen als läppische 3,80 Euro im Monat.



    Kein ÖPNV, egal in welcher Stadt, erwirtschaftet ein Plus. Viele sind hochverschuldet und die Städte schießen Unsummen dazu - über Umwege kostet der ÖPNV also viel mehr den Steuerzahler als nur die Bundesförderung.

    • derzwerg

      @Astrid Sehnefeld:

      66,80€ ist für arme Menschen _nicht_ extrem billig. Und viele der ach so belasteten Pendler haben ihre Doppelhaushälfte auf der ehemals grünen Wiese längst abbezahlt und Terrasse und Garten mit Grill, Trampolin, Pool und Kinderspielplatzattrappen zugestellt. Die nagen nicht alle am Hungertuch, dass sie vom Rest der Gesellschaft subventioniert werden müssen

      • Katharina Reichenhall

        @derzwerg:

        Jede Person kann dann ab Januar für 66,80 € einen ganzen Monat den ÖPNV in ganz Deutschland nutzen.



        Natürlich ist das "extrem billig". Das bekommen Sie mit keinem anderen Verkehrsmittel hin, das grundsätzlich für die Überwindung großer Entfernungen geeignet ist.

  • Marcelo

    Die Tickets des ÖPN werden schon immer subventioniert. Zwischen 40 und 50 % werden die Kosten vom Bund, Land und Kommune finanziert! Also hier ein Nachteil gegenüber Autofahrer zu projizieren passt nicht.

    • Sikasuu

      @Marcelo:

      Die Tickets des ÖPN werden schon immer subventioniert. Zwischen 40 und 50 % werden die Kosten vom Bund, Land und Kommune finanziert! Also hier ein Nachteil gegenüber Autofahrer zu projizieren passt nicht.



      ----



      Das tröstet mich aber! Endlich mal jemand, der die "Wahrheit" kennt & auch ausspricht!



      Doch kannst du auch die "Fakten" dazu bringen, besonders DIE, dass der "Autoverkehr" komplett die gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen Kosten, die er verursacht, komplett selbst trägt & keinerlei Subventionen nötig sind!



      Ps. Ich suche schon lange nach diesen Daten, aber die scheinen diese "links-grünen Klimaaktivisten" sehr gut versteckt zu haben!

      • Marcelo

        @Sikasuu:

        Übrigens die Pendlerpauschale bekommt man auch mit ÖPNV oder Fahrrad!

      • Marcelo

        @Sikasuu:

        Die absolute Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat ihr Auto nicht subventioniert bekommen. Den Dienstwagen haben vielleicht mal 10 % der deutsche Autofahrer und die Pendlerpauschale macht nur Sinn ab 1230 € im Jahr und das werden die meisten auch nicht dran kommen

      • Zippism

        @Sikasuu:

        Die Behauptung „Sprit wird besteuert, also gibt es beim Autoverkehr keine Subventionen“ ist genauso wenig eine vollständige Kostenrechnung wie „Das Deutschlandticket kostet 63 Euro, also ist der ÖPNV nicht subventioniert“.

        Beim Auto werden eben ebenfalls erhebliche Kosten über allgemeine öffentliche Mittel getragen – insbesondere die Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig reichen Steuern und Abgaben auf den Pkw-Verkehr nicht aus, um sämtliche von ihm verursachten gesellschaftlichen und externen Kosten abzudecken.

        Man kann also durchaus über das Verursacherprinzip diskutieren. Aber dann bitte für beide Verkehrssysteme dieselbe Rechnung aufmachen: Was zahlt der Nutzer selbst, was wird öffentlich finanziert und welche externen Kosten bleiben übrig?

        • Marcelo

          @Zippism:

          Ich finde die Verkehrsibfrastruktur sollte man nicht bei dem Auto mitnehmen da die Straße jeder nutzt auch der Öpnv

    • Dirk Hugo

      @Marcelo:

      Na die Autofahrer werden doch ebenfalls nicht zu knapp subventioniert: Deren Infrastruktur wird auf Kosten aller Steuerzahler neu gebaut und instandgehalten! Und seit wann gibt es bei uns zum Beispiel Autobahngebühren?

      • Marcelo

        @Dirk Hugo:

        Ah, die Busse Taxis und Fahrradfahrer fahren also nicht auf den deutschen Straßen?

      • Zippism

        @Dirk Hugo:

        Das schöne an dieser Diskussion ist, dass offenbar nur dann von „Subventionen“ gesprochen wird, wenn es politisch gerade ins Argument passt.

        Natürlich wird auch der Autoverkehr öffentlich finanziert. Niemand behauptet ernsthaft, Straßenbau und -unterhaltung würden ausschließlich aus Kfz- und Mineralölsteuern bezahlt. Genauso wenig lässt sich aber so tun, als würden ÖPNV-Fahrgäste ihre Verkehrsinfrastruktur aus dem Ticketpreis finanzieren.

        Der ÖPNV wird ebenfalls dauerhaft und erheblich aus allgemeinen Steuermitteln finanziert – und zwar unabhängig davon, ob der einzelne Steuerzahler ihn nutzt. Das Deutschlandticket kommt noch obendrauf.

        Wenn also der Tankrabatt kritisiert wird, ist das völlig legitim. Aber dann bitte mit derselben Offenheit darüber reden, dass auch der eigene Verkehrsträger seit Jahrzehnten auf öffentliche Finanzierung angewiesen ist.

  • Frauke Z

    Was ist am Autofahren aus Sicht der Mehrheit das größte Problem? Für die meisten aktuell vermutlich weniger die Klimaemissionen oder der Abstand zwischen den Ladesäulen, sondern wohl am ehesten die Spritpreise.



    Beim ÖPNV sind aus meiner Sicht die Preise auch ein Problem - jedoch eher bei einzelnen Fahrten oder Tagen als beim Deutschlandticket.



    Die größte Hürde zum ÖPNV ist jedoch nicht das Geld.



    Sondern die Frage, ob er überhaupt fährt, und ob er irgendwann planbar ankommt.

    • Dude666

      @Frauke Z:

      Der Gestank, das viele Mikroplastik, der starke Lärm und die Beanspruchung fast aller öffentlichen Flächen.

      • Zippism

        @Dude666:

        Ah, die wissenschaftlich präzise Kategorie „Gestank“ darf natürlich nicht fehlen. Dazu „viel Mikroplastik“ und die Beanspruchung von „fast allen öffentlichen Flächen“. Damit wäre die Verkehrspolitik dann vermutlich abschließend geklärt.

        Dass Straßen und Parkraum öffentliche Flächen beanspruchen, ist unbestritten. Dass Verkehr Lärm und Emissionen verursacht ebenfalls. Nur beantwortet das leider überhaupt nicht Frauke Zs Punkt: Ob der ÖPNV für einen konkreten Arbeitsweg tatsächlich fährt, zuverlässig ist und zu einer brauchbaren Zeit ankommt.

        Man kann natürlich auf jede Diskussion über Erreichbarkeit und Taktung mit einer Liste von Umweltproblemen antworten. Dann muss man sich allerdings nicht wundern, wenn Menschen auf dem Land weiterhin Auto fahren – denn von „Gestank“ fährt der Bus leider auch nicht häufiger.

    • Herma Huhn

      @Frauke Z:

      Das größte Problem am Autofahren aus Sicht der Autofahrer sind offensichtlich nicht die Spritpreise, wenn trotz Rekordpreisen auch die nochmal teureren Spezial-Wunder-Mischungen der Markentankstellen noch genug Absatz finden, um 30 Cent über dem Standardpreis zu liegen.



      Das größte Problem am Autofahren für Autofahrer sind dagegen andere Autofahrer, welche die freie Fahrt für freie Bürger zu einem Stauhoppeln verlangsamen.



      Um also Autofahrer zu päppeln, wäre jede Maßnahme, die mehr Leute in Busse und Bahnen lenkt, durchaus im Sinne derer, die im Auto sitzen bleiben wollen.

      • Sikasuu

        @Herma Huhn:

        Das größte Problem am Autofahren ....



        ----



        1 Auto in der Straße = Ein Wunder!



        10 Autos in der Straße = Der Aufschwung ist da!



        100 Autos in der Straße = Parkplatznot hoch ³!



        1.000 Autos AUF den Straßen = Verkehrsinfarkt, & volkswirtschaftliches, klimatechnisches Horrorszenario!



        Btw.: So ungefähr habe ich die o.a. Entwicklung "miterleben" dürfen & dabei erst in den letzten Jahrzehnten begriffen, was unsere Manie "Individualverkehr über alles" ausgelöst hat!



        Mit steigendem Wissen kam immer mehr ein "Modal-Mix" bei der/meiner Mobilität zum Tragen!



        Zu Fuß (kennt das noch jemand), per Rad, ÖPNV, Bahn usw. wurde der eigene PKW ein immer weniger ein "Fahrzeug", sondern mehr ein "Stehzeug"!



        Weil dessen Nachteile, "Nerven beim .... " Fahren, Kosten, Stau, Parken, usw. dessen Vorteile, immer weiter in den Hintergrund drängten!



        Ps. Im ländlichen Raum hat "der PKW" wohl noch einen Nischenwert. Doch auch dort ist es mMn. möglich mit Ideen wie "Rufbus" Sammeltaxis, usw. den auf ein notwendiges Minimum zu begrenzen!

      • Zippism

        @Herma Huhn:

        Eine interessante Theorie: Wer im Stau steht, soll also dankbar sein, dass andere künftig ein subventioniertes Ticket bekommen. Dumm nur, dass man auf dem Land nicht einfach vom Auto in den Bus umsteigen kann, wenn der Bus entweder gar nicht fährt oder der letzte schon unterwegs nach Hause ist, während man selbst noch arbeitet.

        Und die höheren Spritpreise treffen übrigens nicht nur Autofahrer an der Tankstelle. Sie schlagen sich über Liefer-, Transport- und Logistikkosten letztlich auch in den Preisen nahezu aller Waren und Dienstleistungen nieder. Das betrifft auch diejenigen, die gar kein Auto besitzen.

        Aber vielleicht sind das alles nur lästige Details. Hauptsache, man hat wieder eine Maßnahme beschlossen, die auf dem Papier wunderbar funktioniert und politisch als Erfolg verkauft werden kann. Dass dafür erst einmal ein tatsächlich funktionierender ÖPNV nötig wäre, scheint nebensächlich zu sein.

        • Herma Huhn

          @Zippism:

          Auf dem Land steht man aber auch seltener im Stau ;-)

      • Oleg Fedotov

        @Herma Huhn:

        Die sinnvollste Maßnahme wäre, das der ÖPNV pünktlich fährt. Alles andere kann man notfalls noch verschmerzen.



        Aber es geht wohl kaum jemand das Risiko ein, zu spät am Arbeitsplatz zu erscheinen, weil der Anschluß verpasst wurde. So wie gestern auch, und wie vorgestern, und wie ...

        • Encantado

          @Oleg Fedotov:

          "Die sinnvollste Maßnahme wäre, das der ÖPNV pünktlich fährt. Alles andere kann man notfalls noch verschmerzen."



          Ähm, nein.



          Wenn der ÖPNV einmal am Tag pünktlich fährt, bringt mir das grundsätzlich erstmal nicht unbedingt was.

          • metalhead86

            @Encantado:

            Und selbst wenn er einmal die Stunde pünktlich fährt:



            Wenn die Linie ab Starthaltestelle so überfüllt ist, dass unterwegs niemand mehr reinkommt hilft das auch nur denjenigen mit Startpunkt an den Starthaltestellen.

            • Encantado

              @metalhead86:

              "Wenn die Linie ab Starthaltestelle so überfüllt ist..."



              Auch das.



              Ist halt nicht alles so einfach wie man's gerne hätte.

  • Carsten S.

    Günstige ÖV-Tarife helfen auch nur dort, wo es einen ÖV gibt.

    Ergänzend bräuchten wir dann flächendeckend eine ÖV-Garantie. Mit Bus und Bahn, ersatzweise Taxi, wo sich grosse Fahrzeuge nicht lohnen, von 5 bis 24 Uhr und zwischen 7 und 22 Uhr wenigstens im Halbstundentakt. Dann haben auch die Leute auf dem Land eine Chance, davon zu profitieren.

    Wir haben aber nicht genug Busfahrer, Lokführer, und nicht zuletzt auch genügend Geld.

  • Frauke Z

    Könnte es etwa sein, dass Menschen *mit* Auto die größere Zielgruppe in der Wählerschaft stellen?

  • DiMa

    Wichtigstes Argument für die Einführung des Tankrabatts dürfte die Inflationsentwicklung sein und in diesbezüglich hilft ein Tankrabatt sehr viel mehr als ein "Öffi-Rabatt". Alle anderen im Artikel genannten Argumente dürften dagegen überhaupt keine Rolle gespielt haben.

    Und wenn man dann die Preisentwicklung des Deutschlandtickets mit der Preisentwicklung bei Benzin und Diesel vergleicht wird man wohl eher feststellen, dass die Anhebung des Preises des Deutschlandtickets eher moderat ausfällt.

    • Klabauta

      @DiMa:

      Ich habe mal verglichen und komme zu dem Schluss, dass Sie falsch liegen.



      Durchschnittlicher Benzinpreis (Super) Feb. 22: 1,79€, Aug. 26: 2,16€



      Preissteigerung: 120%



      Deutschlandticket bei Einführung: 49€, heute: 66,80€.



      Preissteigerung: 136%



      Vom 9-Euro-Ticket wollen wir gar nicht erst anfangen.

      • Zippism

        @Klabauta:

        Der Vergleich wäre ja durchaus interessant – wenn die Prozentrechnung stimmen würde. 1,79 € auf 2,16 € sind keine 120 % Preissteigerung, sondern rund 21 %.

        Beim Deutschlandticket von 49 auf 66,80 € sind es dagegen rund 36 %.

        Und nein: Aus dem 9-Euro-Ticket lässt sich ebenfalls keine sinnvolle langfristige Preisentwicklung ableiten. Das war ausdrücklich ein zeitlich befristetes Sonderangebot und kein regulärer Ausgangspreis

        • Klabauta

          @Zippism:

          Stimmt. Deshalb hier gerne nochmal:



          49€ - 100% / 66,80 - 136 %



          1,79€ - 100% / 2,16€ - 120%



          Das ändert aber nichts daran, dass @DiMas Grundaussage nicht richtig ist.



          Der Benzinpreis ist im selben Zeitraum weniger gestiegen als der Preis des Deutschland-Tickets. @DiMas Antwort impliziert aber das Gegenteil, wenn er/sie schreibt:



          „Und wenn man dann die Preisentwicklung des Deutschlandtickets mit der Preisentwicklung bei Benzin und Diesel vergleicht wird man wohl eher feststellen, dass die Anhebung des Preises des Deutschlandtickets eher moderat ausfällt.“

          Das 9-€-Ticket „…warTeil eines Entlastungspakets, das durch das Kabinett Scholz aufgrund der wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine gestiegenen Energiekosten beschlossen wurde.“ (Wikipedia)



          Es war vom 1. Juni 2022 bis zum 31. August 2022 befristet.

          Auch der Tankrabatt ist befristet und dient demselben Zweck.



          Im übrigen hatte ich davon abgesehen, es in meine Rechnung aufzunehmen.

          • Zippism

            @Klabauta:

            Sie vergleichen beim Benzin ausgerechnet Februar 2022 – also einen Zeitpunkt unmittelbar vor dem massiven Energiepreisschock infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine – mit August 2026. Damit messen Sie nicht einfach eine normale langfristige Preisentwicklung, sondern vergleichen einen bereits außergewöhnlichen Ausgangswert mit einem späteren Preisniveau.

            Und selbst wenn man Ihre Zahlen unverändert übernimmt, folgt daraus noch lange nicht, dass DiMas Argument zum Tankrabatt widerlegt wäre. Ein Tankrabatt wirkt unmittelbar auf einen Preis, der in den Verbraucherpreisindex eingeht. Ob und wie stark er deshalb zur Inflationsdämpfung beiträgt, ist eine andere Frage als die, ob Benzin seit Februar 2022 prozentual stärker oder schwächer gestiegen ist als das Deutschlandticket.

            Das 9-Euro-Ticket als weiterer Vergleich macht es übrigens auch nicht besser: Dass es Teil eines zeitlich befristeten Entlastungspakets war, macht es gerade ungeeignet, daraus eine reguläre Preisentwicklung des ÖPNV abzuleiten.

  • Xanyd

    Bitter auch, dass der Preisanstieg beim Deutschlandticket unter anderem mit den gestiegenen Energiekosten begründet wird – während Preise für Au­to­fah­re­r:in­nen von der Bundesregierung bereitwillig klein gehalten werden.

    Selbst ein Kleinwagen kostet im Unterhalt mehr als das D-Ticket, der Hauptkostenfaktor beim Auto ist doch nicht der Treibstoff. Meine Ersparnis durch den Tankrabatt liegt bei ca. 5-6€ im Monat, lieber würde ich mein Auto abschaffen und mit dem D-Ticket Bahn fahren. Die ist hier aber so unzuverlässig und unpünktlich, dass das für mich derzeit nicht in Frage kommt.

    • Zippism

      @Xanyd:

      Wie kommt man eigentlich zu dieser kruden Vorstellung, die Bundesregierung würde Autofahrer beim Spritpreis „bereitwillig klein halten“?

      Steuern und Abgaben machen beim Benzin aktuell im Schnitt rund 57 % des Tankstellenpreises aus, beim Diesel rund 47 %. Darin stecken Energiesteuer, CO₂-Bepreisung und 19 % Mehrwertsteuer. Die CO₂-Bepreisung gibt es übrigens seit 2021 und sie ist seitdem schrittweise gestiegen.

      Wenn der Staat Autofahrer tatsächlich „päppeln“ wollte, wäre es ziemlich konsequent, ausgerechnet diese staatlich verursachten Preisbestandteile zu reduzieren. Stattdessen wird gleichzeitig ein Teil der Belastung politisch erhöht und anschließend mit viel Getöse wieder ein zeitlich begrenzter Tankrabatt verteilt.

      Und dass ein Auto insgesamt mehr kostet als das Deutschlandticket, ist nun wirklich keine überraschende Erkenntnis. Daraus folgt aber nicht, dass der einzelne Kilometer oder die einzelne Fahrt mit dem Auto teurer wäre. Vor allem aber löst ein billigeres Deutschlandticket das eigentliche Problem auf dem Land nicht: Wenn der Bus nicht fährt oder die Bahn unzuverlässig ist, hilft auch ein kostenloses Ticket nicht besonders viel.

      • Xanyd

        @Zippism:

        Der erste Teil meines Beitrags ist ein Zitat aus dem Artikel!



        Ansonsten gibt es genügend Menschen. die ein Bahn- oder Busticket nur gegen die Benzinkosten rechnen und daher nicht in die Öffis steigen.

        • Zippism

          @Xanyd:

          Fair enough – wenn der erste Teil aus dem Artikel stammt, nehme ich Ihnen die Formulierung „bereitwillig“ als eigene Behauptung nicht ab. Dann müsste man sie allerdings dem Artikel anlasten.

          Beim zweiten Punkt wird es aber interessant: Dass manche Menschen beim Vergleich Auto vs. ÖPNV tatsächlich nur die Tankfüllung betrachten, mag sein. Aber daraus lässt sich nicht ableiten, dass der Preis des Deutschlandtickets deshalb mit den gesamten Autokosten verglichen werden sollte.

          Für die konkrete Entscheidung „Fahre ich jetzt mit dem Auto oder mit Bus und Bahn?“ sind die bereits angefallenen Fixkosten des Autos zunächst weitgehend irrelevant. Versicherung, Steuer und Wertverlust fallen schließlich auch an, wenn das Auto vor der Haustür steht. Relevant für die einzelne zusätzliche Fahrt sind vor allem die variablen Kosten – insbesondere Kraftstoff und je nach Betrachtung Verschleiß.

          Umgekehrt kann man natürlich die Vollkosten des Autos betrachten, wenn die Frage lautet: „Was kostet mich ein eigenes Auto im Monat?“ Dann ist das Deutschlandticket selbstverständlich erheblich günstiger.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Das ist nicht nur aus ökologischer Sicht schlecht. Es zeigt auch, welche Menschen der Politik wichtig sind und welche Menschen der Politik ziemlich egal sind.

    Menschen, die Autos fahren, werden offensichtlich als wichtig empfunden, wohl weil man die Autoindustrie für extrem wichtig hält.

    Menschen, die mit Bussen und Bahnen fahren, zählen anscheinend als Menschen, deren Meinung den Politikern ziemlich egal ist. Die kann man schröpfen so gut es geht.

    Die Politik sollte sich wirklich nicht wundern, dass 60% der Menschen, die selber sagen, dass ihre wirtschaftliche Lage nicht gut ist, bei den letzten Wahlen nicht sie sondern die AfD gewählt haben.

    • Zippism

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Dieses „die Politik lässt die ÖPNV-Nutzer im Stich“-Narrativ ist schon ziemlich bequem. Der ÖPNV wird seit Jahren massiv aus öffentlichen Mitteln finanziert, und auch das Deutschlandticket wird mit Milliardenbeträgen von Bund und Ländern bezuschusst.

      Man kann selbstverständlich darüber diskutieren, ob diese Förderung ausreicht oder ob das Geld sinnvoll eingesetzt wird. Aber aus einer staatlich subventionierten Leistung einen Beleg dafür zu basteln, dass deren Nutzer der Politik „egal“ seien, ist doch eher ein ideologisches Scheinargument.

      Und gerade beim Deutschlandticket wird das besonders deutlich: Der Nutzer zahlt nur einen Teil der tatsächlichen Kosten, den Rest übernimmt die Allgemeinheit. Von „schröpfen, so gut es geht“ kann da schwerlich die Rede sein.

      Dass Menschen mit geringerem Einkommen politische Sorgen haben, ist eine Sache. Daraus aber automatisch eine Geschichte über eine angeblich gegen ÖPNV-Nutzer gerichtete Politik und anschließend den Bogen zur AfD zu schlagen, ist dann doch ziemlich viel politische Erzählung auf einmal.

  • M_Kli

    Warum muss man/frau die richtigen Forderungen immer mir zusammengeschusterten Fakten begründen.



    Das D Ticket ist in einem Jahr knapp 9% teurer geworden, der Sprit 35%. Also bitte nicht die goldene Gerechtigkeitskarte ziehen und die Fakten verdrehen.



    Ja, ich bin auch gegen den Tankrabatt, sehe gerne ein D Ticket bei 50 Euro und ich kann ihnen ganz viele (gute) Argumente dafür liefern.



    Also bitte nicht Argumente aus dem Fakebaukasten - so was macht die AfD. Wir sind die Guten, wir haben das nicht nötig, wir können auch ohne den Kasten.

    • Herma Huhn

      @M_Kli:

      Dann nennen Sie doch mal die Yrgumente, die im Artikel nicht genannt werden.



      die von Ihnen abgetane Gerechtigkeitsfrage ist hier nämlich vor allem aufgrund ihrer Signalwirkung aufgeführt. Als Fakten steht da noch, dass das gesamte Deutschlandticket für ein Jahr weniger kostet als drei Monate Tankrabatt und trotzdem auf 3 Euro Erhöhung nicht verzichtet wurde. Da steht auch, dass Ölkonzerne immer größere Gewinne einfahren, weil die Preise steigen, obwohl die Mangelsituation nur geringfügig höhere Förder- und Produktionskosten verursacht, die Regierung diese zusätzlichen Gewinne trotzdem nicht abschöpfen will, sondern stattdessen durch eine Steuerreduktion die Margen der Konzerne noch weiter vergrößert. Da steht auch, dass die Regierung sich eigentlich zum Ziel gesetzt hat, den öffentlichen Nahverkehr zu fördern, um den Verbrauch von Öl zu reduzieren, mit diesem Rabatt aber das Gegenteil erreichen könnte. Im Gesamten text ist nicht einmal geschrieben, dass diese Entscheidung ungerecht wäre. Es ist politisch ungeschickt, zielt in die falsche Richtung und kostet mehr. Welches Argument fehlt?

      • Zippism

        @Herma Huhn:

        Ach so, es geht also ausdrücklich nicht um Ungerechtigkeit – deshalb wird gleich im nächsten Absatz erklärt, dass die Regierung die falschen Menschen entlastet, Ölkonzerne „immer größere Gewinne“ machen lässt und die falsche Verkehrspolitik betreibt. Das klingt wirklich erstaunlich wertfrei.

        Und der Vergleich „ein Jahr Deutschlandticket kostet weniger als drei Monate Tankrabatt“ ist ebenfalls hübsch. Der Tankrabatt war eine zeitlich begrenzte Maßnahme zur Abfederung eines außergewöhnlichen Preisanstiegs, das Deutschlandticket ist eine dauerhaft subventionierte ÖPNV-Flatrate. Beides einfach in einen Topf zu werfen und daraus eine politische Gerechtigkeitsrechnung zu basteln, macht die Rechnung nicht richtiger.

        Man kann selbstverständlich für ein 50-Euro-Ticket sein. Man kann auch den Tankrabatt ablehnen. Aber dann sollte man dafür halt die guten Argumente liefern, die Sie selbst gerade versprechen – und nicht so tun, als seien politische Wertungen plötzlich Fakten, nur weil man sie in drei Absätze Verpackungspapier wickelt.

    • Desdur Nahe

      @M_Kli:

      Zumal die Realität genau andersrum aussieht:



      Das Deutschlandticket ist massiv subventioniert. Sprit wird nicht subventioniert, sondern besteuert, und hat im Jahr 2025 insgesamt rund 33,3 Milliarden Euro in die Kassen gespült. 2026 dürfte es deutlich mehr werden, denn der Staat profitiert von hohen Spritpreisen. Nicht nur die Ölkonzerne machen Übergewinne.

      • Sikasuu

        @Desdur Nahe:

        Das Deutschlandticket ist massiv subventioniert. Sprit wird nicht subventioniert, sondern besteuert, ....



        -----



        Sagt DIR der Begriff "Verursacherprinzip" etwas?



        Der Verbrauch von "Sprit" wird nicht grundlos besteuert & damit ist NICHT "Waschbenzin" gemeint! :-)



        "Sprit" wird besteuert, weil das DIE einfachste Möglichkeit ist, die Kosten des Pkw‑gestützten Individualverkehrs wenigstens TEILWEISE auf deren VERURSACHER umzulegen!



        Oder wünschst Du Dir wirklich BAB‑Maut, Kassenschranken an den Stadtgrenzen usw. für alle?

        • Desdur Nahe

          @Sikasuu:

          "Sagt DIR der Begriff "Verursacherprinzip" etwas?"



          Ja, wieso sollte er mir nichts sagen? Ändert aber nichts an den von mir genannten Fakten. Ob man die gerechtfertigt findet oder nicht, ist eine ganz andere Sache. Auf die ich übrigens mit keinem Wort eingegangen bin.



          "Oder wünschst Du Dir wirklich"



          Erstaunlich, wie das reine Nennen von Fakten immer wieder dazu führt, dass sich jemand daraus ein Bild über die persönliche Meinung einer Person strickt. Und dann gleich die eigene Fantasie bemüht, um das ganze mit Unterstellungen anzureichern.



          Übrigens einer der Hauptgründe für eine Gesellschaftsspaltung durch Diskursverunmöglichung:



          Die fehlende Fähigkeit, das Benennen von Tatsachen von der Äußerung einer Meinung trennen zu können.



          Das klassische Beispiel: Es regnet draußen.



          "Hey, es regnet draußen"



          "Ach, und Du findest Regen auch noch toll, oder wie? Oder wünscht Du Dir auch noch Gewitter dazu?"

        • Zippism

          @Sikasuu:

          Ja, „Verursacherprinzip“ sagt mir etwas. Gerade deshalb ist die Argumentation etwas zu simpel. Die Energiesteuer ist eine Steuer und keine individuell ausgestellte Rechnung über sämtliche vom jeweiligen Pkw verursachten Kosten. Das Umweltbundesamt schreibt selbst, dass der Straßenverkehr seine externen Kosten durch die bestehenden Steuern und Abgaben nicht deckt.

          Und nein, daraus folgt nicht, dass Sprit „subventioniert“ wird. Es folgt aber ebenso wenig, dass mit der Besteuerung des Sprits sämtliche Kosten des Autoverkehrs bereits verursachergerecht abgegolten wären.

          Wenn du also das Verursacherprinzip ins Feld führst, solltest du schon die komplette Rechnung betrachten: Steuern und Abgaben auf der einen Seite, Infrastruktur- und externe Kosten auf der anderen. Genau diese Bilanz ist deutlich komplizierter als „Sprit wird besteuert, also zahlt der Autofahrer seine Kosten“.

      • Klabauta

        @Desdur Nahe:

        "Die privaten Kosten des Autos werden in Deutschland um ca. 5000 € pro Jahr unterschätzt. (...) Die von der Gesellschaft getragenen Kosten der Automobilnutzung sind ebenfalls ca. 5000 € pro Jahr pro Auto und höher in der Stadt. (...)



        als auf dem Land. Soziale externe Kosten bezeichnen die negativen Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten auf Dritte, die nicht im Preis des Produkts oder der Dienstleistung



        enthalten sind. Diese Kosten werden somit nicht von den Verursachern, sondern von der Gesellschaft oder der Umwelt getragen. Die sozialen externen Kosten der



        Automobilität sind also die Kosten, die die Gesellschaft als Ganzes und nicht die oder der einzelne Autofahrer*in aufgrund der Nutzung des Automobils zu tragen hat."

        Quelle: link.springer.com/...8-3-658-37557-7_24



        pdf zum freien Download

        • Desdur Nahe

          @Klabauta:

          Zum vollständigen Bild gehört, dass es diese Kosten auch beim ÖPNV gibt. Sie fallen pro Person geringer aus als bei privaten Pkw, dennoch sollte man sie nicht unter den Tisch fallen lassen.



          Ist ja auch logisch: Die Kosten z. B. der Infrastruktur (Straßen, Brücken, Flächenverbrauch) etc. fallen ja auch beim ÖPNV an.

          • Herma Huhn

            @Desdur Nahe:

            Bei der Bahn sind die Infrastrukturkosten ziemlich eindeutig zuzuordnen. Es gibt Baustellen, bei denen der hohe Autoverkehr die Bahnstrecke teurer macht, aber im Vergleich zu: Die Leute müssen ja auch zum Zug hinkommen, dürfte sich das in etwa auspendeln. (Oder durfte, vergangenheit. Bei immer weniger Bahnhöfen muss natürlich immer mehr ÖPNV auf die Autostraße.)