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Nach Brandanschlag gegen LinkenpolitikerDie Grenze zur Gewalt will nicht jeder in der Linken sehen

Pascal Beucker

Kommentar von

Pascal Beucker

Die Linke distanziert sich vom Brandanschlag gegen den Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner. Doch nicht alle in der Partei sehen das so.

Finden es „falsch, wie mit unseren Ge­nos­s:in­nen umgegangen wird“: Ines Schwerdtner und Jan van Aken (Die Linke) Foto: Stefan Boness/ipon

A ndreas Büttner ist ein streitbarer Mensch. Und das soll, ja muss er auch sein. Sonst hätte er seinen Job als Beauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus im Land Brandenburg verfehlt. Als er im Juni 2024 im Landtag vereidigt wurde, verließ die rechtsextreme AfD-Fraktion aus Protest den Plenarsaal, kurze Zeit später wurden vor einem Wahlkreisbüro in Templin in der Uckermark Nazisymbole in Büttners Auto geritzt.

Inzwischen kommen die Angriffe auf das 52-jährige Linken-Mitglied vor allem aus jener Szene, die sich selbst ebenfalls für links hält, jedoch nicht zwischen der Solidarität mit den in Not und Elend befindlichen Menschen in Palästina und israelbezogenem Antisemitismus unterscheiden kann. Ihr gilt Büttner als zu israelfreundlich und damit als jemand, gegen den aus ihrer Sicht alles gerechtfertigt ist.

Mit Beginn dieses Jahres haben die hasserfüllten Attacken die Grenze des Verbalen überschritten: In der Nacht zu Samstag wurde in Templin ein Schuppen auf dem Privatgrundstück der Familie Büttners von bislang unbekannten Tätern in Brand gesteckt, nur vier Meter vom Wohnhaus entfernt. Zum Glück griff das Feuer nicht über. Auf die Haustür gesprüht war jenes rote dreieckige Symbol, das auch von der Terrororganisation Hamas verwendet wird, um potenzielle Anschlagsziele zu markieren.

Ein solches rotes Dreieck fand sich auch in einem Brief, der am Montag im Brandenburger Landtag für Aufregung sorgte. Zwar erwies sich das weiße Pulver, das aus dem Umschlag rieselte, als ungefährlich. Das an Büttner adressierte anonyme Schreiben enthielt jedoch neben Beschimpfungen und Verunglimpfungen auch eine eindeutige Morddrohung: „Wir töten dich.“

Unmut der „palästinasolidarischen“ Szene

Der Antisemitimus-Beauftragte des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, wurde Opfer eines Brandanschlags Foto: Soeren Stache/dpa

Die Attacken auf Büttner reihen sich ein in eine Reihe von Angriffen gerade auch auf Linken-Politiker:innen, die den Unmut der „palästinasolidarischen“ Szene erregen. So beklagen die beiden Linken-Vorsitzenden Jan van Aken und Ines Schwerdtner in einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung, dass auch gegen den Bundestagsvizepräsidenten Bodo Ramelow „seit Monaten massiv gehetzt“ werde, „im Netz wie auf der Straße“. In Leipzig werde derzeit unter dem Motto „Antifa means Free Palestine“ zu einer Demonstration gegen die sächsische Landtagsabgeordnete Juliane Nagel sowie das Projekt- und Abgeordnetenbüro Linxxnet und das Jugendzentrum Conne Island in Leipzig mobilisiert.

Sie fänden es „falsch, wie von der Partei nahestehenden Personen und teils sogar von Parteimitgliedern mit unseren Ge­nos­s:in­nen umgegangen wird“, schreiben Schwerdtner und van Aken, der nach dem Brandanschlag auch bei Büttner anrief. Die Partei verurteile „diese tätlichen Übergriffe, den Psychoterror auf der Straße und den Hass im Netz“. Und weiter: „Der Angriff auf unsere Ge­nos­s:in­nen ist ein Angriff auf uns alle.“

Ob das alle in der Partei so sehen, ist allerdings leider fraglich. So fällt es doch so manchen sichtlich schwer, sich beispielsweise von einer mehr als fragwürdigen „palästinasolidarischen“ Gruppe wie Handala abzugrenzen, die in Leipzig für die Demo am 17. Januar gegen Jule Nagel mobilisiert. Dabei hält Handala das von der Hamas am 7. Oktober 2023 angerichtete Massaker für einen legitimen antikolonialen Widerstandsakt: „Die unterdrückte palästinensische Bevölkerung befreite sich aus der Belagerung der Besatzungsmacht.“

Beim Brandanschlag auf Büttners Grundstück sprühten Unbekannte ein rotes Dreieck an die Tür – ein Symbol der Hamas Foto: privat

Auch die vielfältigen Solidaritätsbekundungen für den aus der Linken ausgeschlossenen „Sozialismus von unten“-Aktivisten Ramsis Kilani sprechen dagegen. Schließlich rechtfertigt Kilani den Terror der Hamas: „Für revolutionäre Sozialisten hatten und haben die Palästinenser immer jedes Recht, sich mit allen erforderlichen Mitteln gegen die von den Imperialisten unterstützte zionistische Siedlerkolonie zu wehren, die ihr Land besetzt und sie unterdrückt“, schrieb er in der trotzkistischen Zeitschrift International Socialism. Trotzdem solidarisierten sich sogar mehrere Bundesvorstandsmitglieder mit ihm.

Das Gefühl von Sicherheit ist weg

Die Linke sei „eine Partei, die miteinander um die richtige Position ringt – gerne auch hitzig und bis mitten in der Nacht“, schreiben Schwerdtner und van Aken in ihrer Erklärung. Dort, „wo Terror und Gewalt verherrlicht werden“, sei allerdings eine Grenze überschritten, formulieren sie erfreulich eindeutig. Wenn das nur alle in der Partei und darüber hinaus in der gesellschaftlichen Linken so sehen würden.

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Büttner will sich jedenfalls nicht unterkriegen lassen. Er werde seine Aufgabe „mit voller Entschlossenheit weiterführen“, versicherte der ehemalige Polizeibeamte der Jüdischen Allgemeinen. Gleichwohl muss er einräumen, dass der Schock bei ihm und seiner Familie tief sitzt. „Die Nacht hat sich unauslöschlich eingebrannt, weil plötzlich das Gefühl von Sicherheit weg ist“, sagte er. „Wenn die eigene Haustür angegriffen wird, trifft das einen im Innersten.“

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Pascal Beucker
Inlandsredakteur
Jahrgang 1966. Arbeitet seit 2014 als Redakteur im Inlandsressort und gehört dem Parlamentsbüro der taz an. Zuvor fünfzehn Jahre taz-Korrespondent in Nordrhein-Westfalen. Seit 2018 im Vorstand der taz-Genossenschaft. Sein neues Buch "Pazifismus - ein Irrweg?" ist Mitte vergangenen Jahres im Kohlhammer Verlag erschienen.
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233 Kommentare

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  • Äußerst bedauerlich in welche Richtung eine gewisse Linke seit über einem halben Jahrhundert geht.

    Das Proletariat durch Palästina ersetzt und damit im Tross des fanatischen islamistischen Regimes in Teheran, welches den gesamten Raum dort kontrolliert.







    Ungefähr zur gleichen Zeit wo sich die islamophile antizionistische Linke für ein Revolutions-Coaching der Entität Palästina (nicht für die Palästinenser:innen) entschied, verübte China in Tibet einen 1,5-Millionen-Genozid, der bis heute andauert und von der tibetischen Bevölkerung und Kultur nichts mehr übrig lassen wird. Das wurde von den deutschen Linken beklatscht. Chinas Parolen wurden übernommen.

    Wir hätten friedliche tibetische Flüchtlinge aufnehmen können, Hätte dem Land gut getan.

    Stattdessen "Globalize the Intifada!", die aktualisierte Form von "Endlösung der Judenfrage".

    Da bin eher für "Free Tibet!!".

    Mit einer gewissen Sorte deutscher Linker bin ich echt vorsichtig. Pol Poth fanden sie auch ganz toll.

    EU-Parlament gegen Genozid in Tibet:



    www.europarl.europ...-2023-0479_DE.html

    Gewaltlos gegen den Genozid:



    www.welt.de/print-...n-den-Genozid.html

    • @shantivanille:

      "Äußerst bedauerlich in welche Richtung eine gewisse Linke seit über einem halben Jahrhundert geht.



      Das Proletariat durch Palästina ersetzt und damit im Tross des fanatischen islamistischen Regimes in Teheran, welches den gesamten Raum dort kontrolliert."

      Ganz bestimmt.



      Vergesse immer. Seit spätestens 30 Jahren gilt Linke, links sein, linke Haltung, Analyse, Agenda zwar als besiegt.

      Aber selbstverständlich verantwortet sie vollumfänglich die Weltlage.

      Schliesslich regiert Linke die Welt, kontrolliert Handelswege und Rohstoffe, bestimmt die Weltwirtschaftsordnung. Stellt den Vorstand in den Banken und Konzernen. Und bestimmt von da aus Geschäftsmodell und Geschäftsplan. Zudem sind es die Linken die in den Generalstäben sitzen und die militärischen Kommandos erteilen.. Und zwar allüberall.

      Das ist schon eine sehr interessante Weltsicht. Nach mehr als einem Jahrhundert, in dem alles Linke denunziert, gefoltert, ermordet, in Lager gesperrt worden ist, was bei drei nicht auf den Traumzauberbäumen des allumfassend siegenden Kapitalismus ist.

      Ich bin in meinem 66 Jahr wirklich beeindruckt von solcher Wirkmächtigkeit der Linken. In ihrer Abwesenheit, ihrem Ausschluss von Macht.

    • @shantivanille:

      Ihre Meinung, und auch die g'hört g'hört.



      Haben wir denn keine tibetischen Flüchtlinge aufgenommen, die nicht gleich um die Ecke bleiben wollten? Muss ich dem tibetisch-nepalesischen Restaurant gleich mal erzählen.



      Bei Tibet gäbe es sogar ein echtes (schwaches) chinesisches Völkerrechts-Argument, anders als etwa bei Israel oder Marokko/Westsahara. Klar: lieber der (heutige) Dalai Lama als Xi. Komplett beim EP. Das würde ich nicht gegen Menschenrechte und Völkerrechte in Palästina ausspielen wollen, wieso auch?



      Wenn "Globalize the Intifada" heißen soll, Judentum und Israel zu vermengen und Juden auf der ganzen Welt für Netanyahus Irrsinn mit anzuspucken, dann ist es weder logisch, zielführend noch human. Ihre Paraphrase davon war überlegt? Es kann übrigens auch heißen, dass die Pal's es ohne internationale Stütze ja nicht schaffen.



      Wie Teheran "den ganzen Raum" dort "kontrolliert" (und nicht Saudi-Arabien, die USA, Israel, um nur drei andere Kandidaten zu nennen), ist ja gerade zu "sehen". Baue einen "Feind" auf, dann ist alles "defensiv" - die Taktik hat Netanyahu nicht erfunden, aber konsequent gespielt. Würde ich dem Iran übrigens auch vorwerfen, doch eben nicht exklusiv.

      • @Janix:

        @shantivanille weist auf einen völlig richtige Punkt hin, der mit "gegeneinander ausspielen" nichts zu tun hat: es gibt gerade auf der Linken Protest und Solidarisierung, die en vogue und opportun sind, während vergleichbares Unrecht andernorts gerne ignoriert oder allenfalls lau kommentiert wird, wenn es nicht so recht ins eigene Feindbild passt. Allein vom ethischen Gesichtspunkt aus betrachtet gibt es näml. keinen Grund, Sudan oder Jemen (mit höheren Opferzahlen) anders zu betrachten als Palästina. Aber letzteres fügt sich einfach besser in die ideologische Konstruktion vom bösen Westen und der armen indigenen Bevölkerung. Da wirft man dann auch sonst geheiligte Prinzipien über Bord und schlägt sich bereitwillig auf die Seite des palästinensischen Nationalismus.



        Und auch Sie sind - eins, zwei, drei, im Sauseschritt - sofort wieder bei Nethanjahu, der ja immer herhalten muss, wenn es in Wahrheit gegen den Staat Israel geht. Dass ein so fragwürdiger Politiker immer noch am Ruder ist, hängt aber nicht zuletzt mit den nach wie vor bestehenden Vernichtungswünschen auf palästinensischer Seite zusammen - was auch bei Ihnen wieder mal unter den Tisch fällt.

    • @shantivanille:

      Wenn (angeblich) "Linke" Gewalt ausüben, dann sind es keine "Linken".

      • @Gerhard Krause:

        "Wenn (angeblich) "Linke" Gewalt ausüben, dann sind es keine "Linken"."



        So kann man sich das Ganze natürlich auch schönreden.



        Ein kurzer Blick in die Geschichte aller bekannten linken Staaten sollte das Gegenteil belegen.

  • Das ist erschreckend, vor allem die Dynamik (Samstag der Brandanschlag und Montag der anonyme Drohbrief mit einer entsetzlich direkten Morddrohung) lässt keinerlei Mäßigung oder Einsicht erkennen und das Schlimmste befürchten. Wer solche Dinge verharmlost, ist nicht besser als Trump und Putin.

    • @Günter Picart:

      Vielleicht sollte in Putins Interesse genau solche Sorge entstehen und unsere Öffentlichkeit brutalisiert werden.



      Oder Rechtsextreme schrecken auch so vor nichts mehr zurück, jetzt, wo Normalisierung von Schrecklichem betrieben wird.

      • @Janix:

        Sie machen hier gerade den Beweis was auch kritisiert wird. In dem man den Fehler außerhalb der eigenen Base sucht! Sie müssen auch erkennen und akzeptieren das die Linke selbst solche dummen Aktionen machen können und in diesem Fall sogar getan haben

  • Ich habe diese Partei letztes Jahr angesichts derartiger Vorfälle verlassen und bereue es keine Sekunde. Bei aller Richtigkeit der Forderung nach einem unabhängigen, palästinensischen Staat ist es leider allzu oft so, dass man, wenn man sich mit "Pro-Palästina-Aktivist*innen" ins Bett legt, mit Hamas-Unterstützer*innen und sonstigen Judenhassern aufwacht. Das für mich besonders Perfide ist dabei, dass (anders als rechte Antisemiten) linke Antisemiten ihren Antisemitismus häufig aggressiv verleugnen und weit von sich weisen, selbst, wenn sie aktiv Organisationen unterstützen, die den Holocaust am Liebsten wiederholen würden.

    Dass der linke Parteivorstand auf solche Vorfälle immer nur mit einem müden: "Das macht man aber nicht, lasst die eigenen Leute in Ruhe" reagiert, ist ebenfalls schwach. Hätten die ein bisschen Rückgrat, würden sie solche Leute (wie z.B. in Form der Linksjugend) aus der Partei jagen.

    • @Agarack:

      Ich kritisiere nicht, ich komme gedanklich nur nicht mehr mit: warum kann ernstlich zwischen rechten und linken Antisemiten unterschieden werden? Stimmt dann das Rechts/Links nicht, oder wird man vorschnell zum Antisemiten erklärt? Für mich passt da etwas nicht.

      • @Gerhard Krause:

        Links und antisemitisch zu sein ist eine wahnsinnige Enttäuschung.

        Von Linken erwarte ich grundsätzlich mehr Bewusstheit und Reflexion.

        Grade bei Antisemitismus, der Urmutter von komatöser Dummheit, sollte man hellwach werden und seinen Bewusstheitsvorsprung gegenüber den Rechtsextremen weiter ausbauen. Das Gegenteil geschieht.

        Ein hervorragender Artikel von Sascha Lobo, der jeden Journalistenpreis gewinnen sollte:

        SPIEGEL: "Antisemitismus erkennen für Anfänger: Wie man Hass gegen Juden enttarnt"



        www.spiegel.de/net...-9222-bfcd206040ed

        • @shantivanille:

          Kann man hier nicht, wie ich meine, vertreten, dass diese Menschen ihr Linkssein aufgegeben haben? Wir kommen ansonsten sprachlich nicht über "Linke=(auch)G(g-)ewalt(-tätig)" hinaus.

      • @Gerhard Krause:

        Die Herleitungen sind unterschiedlich. Rechte fangen an bei "Juden sind böse und zersetzen Deutschland von Innen", Linke hören da auf. Vereinfacht: Linke sehen Kriegsverbrechen an den Palästinensern, schlagen sich also instinktiv auf die palästinensische Seite, weil "schwächer". Die palästinensische Seite aber verbreitet Propaganda, die darauf ausgelegt ist, im Westen bei genau diesen Linken gut anzukommen - und stellt Israel als intrinsisch schlecht, weil kolonialistisch und rassistisch, dar. Linke glauben deshalb, Israel sei offenkundig kolonialistisch und rassistisch, und fragen sich, warum Israel trotzdem unterstützt wird. Dabei landet man dann schnell bei dem Gedanken, Israel habe ja offensichtlich eine sehr gute Lobby. Zu dieser Lobby gehören dann schnell alle Menschen, die sich für Israel aussprechen - was diese Linken nicht als: "Ich möchte einen sicheren Staat für Jüd*innen", sondern als: "Ich möchte die Palästinenser unterdrücken" auffassen. Dabei fällt dann schnell auf, dass viele jüdische Institutionen sich, bei aller politischen Diversität, gegen die Vernichtung oder Auflösung Israels aussprechen - und schon ist der Linke bei seinem Antisemitismus angekommen.

        • @Agarack:

          Danke für die Erläuterung.

      • @Gerhard Krause:

        Es in allen Fällen "Antisemitismus" zu nennen, ist ja schon ein recht deutlicher Hinweis, dass es sich im Kern um dieselbe Geisteshaltung handelt. Und das rundum einzugestehen, ist ja offenbar schon schwer genug, wie der Kommentar richtig herausstellt.

        Freilich kann es zwischen dem Anitsemitismus von sich selbst als links lesenden Menschen und dem entsprechender bekennender Rechter Unterschiede geben, die mehr mit der Denke als mit dem konkreten Hassobjekt zu tun haben. Neben den abweichenden Rechtfertigungsmechanismen lebt sich rechter Hass häufig direkter objektbezogen aus, während linker tendenziell systembezogener daherkommt: Rechte Hasstäter wie der NSU suchen sich Hassobjekte und schlagen zu. Das ist ihre Art Dominanz auszuüben. Bekennerschreiben sind nicht ihrs. Breitenwirkung erzielen sie, indem sie es bei nächster Gelegenheit wieder machen. Ziel ist die Vernichtung des "Feindes".

        Bei "linken" Tätern sieht man vergleichsweise häufiger, dass sie auf Scharnierstellen abzielen. Ihre Ziele sind Menschen, die Hebelwirkung entfalten und deren Verletzlichkeit andere ängstigt und Symbolkraft entfaltet. Solche Taten sollen nicht vernichten sondern gefügig machen.

        • @Normalo:

          Müsste man im Modell dann nicht denken und aussprechen, ich verwende jetzt einmal den von Ihnen genannten Begriff "Hasstäter" als Endstadium für eine Entwicklung, "zuvor .. angehörig/mit .. Auffassungen bekannt"? Die individuellen Einstellungen = das Denken selbst sind ja noch keine Gewalt. Bestehenden Unterschieden sollten Ausdruck, Bezeichnung, verliehen werden , damit die genauen Bilder diskutiert werden können und müssen.

          • @Gerhard Krause:

            Das klingt ein wenig nach "no real scotsman"-Logik bezogen auf "Linkssein". Die funktioniert nur, wenn es ein objektive Definition des betreffenden Begriffs gibt. Aber bei "Linkssein" handelt es sich nunmal um eine Eigenschaft, die jeder Mensch anders definieren kann und darf.

            Beispiel: Xi Jinping und ich weiß nicht wie viele Millionen braver Mitglieder seiner Partei werden selbstverständlich das Attribut "links" für sich in Anspruch nehmen. Welche höhere Autorität können z. B. Sie beanspruchen, diese Selbstdefinition objektiv für irrig zu erklären?

            Es ist illusorisch, derart schillernde Kategorien wie "links" (oder "egalitär" oder "gerecht") abschließend zu definieren - und erst recht, Alles, was man selbst gerne NICHT sein möchte, für Alle gültig aus der Kategorie wegzudefinieren. Von daher würde ich es für ehrlicher halten zu sagen: "Ja, es gibt Menschen, die man wohl "links" verorten muss, die aber gegen antisemitische Ressentiments nicht immun sind, und damit muss die linke Community irgendwie umgehen." Sich in seine eigene kleine heile Welt zurecht zu definieren, in der nur für das eigene Idealbild Platz, ist führt im Zweifel zu K-Gruppen-mäßiger Totalzersplitterung.

        • @Normalo:

          Danke für Ihre differenzierte Auseinandersetzung mit rechter und linker Gewalt - in der öffentlichen Debatte vermisse ich das oft, da wird m.E. meist alles durcheinander gewürfelt.



          Wenn Unterschiede festgestellt werden können, sollte dies aber keinesfalls zur Legitimation linker Gewalttaten herangezogen werden, etwa nach dem Motto: linke Gewalt ist legitim, weil sie im Gegensatz zur rohen faschistischen Gewalt halt hehren Menschheitszielen dient und gegen die Ausbeuter und Unterdrücker zielt.



          Ein Quentchen Wahrheit steckt ja durchaus in dieser Argumentation, denn Linke sollten (!) sich geistesgeschichtlich der Tradition von Aufklärung und Humanismus verpflichtet fühlen. Allerdings hat schon die französische Revolution ihre eigenen Kinder „gefressen“, von Lenin und Stalin will ich garnicht erst reden. Für die Diktatur des Proletariats war Gewalt ein Mittel zum Zweck. Zugleich konnte man aber durchaus von links, etwa als demokratischer/freiheitlicher Sozialist die Leninsche Pervertierung der sozialistischen Idee anprangern.



          Für Rechtsextremisten hingegen ist Gewalt inhärenter Bestandteil ihrer Theorie und Praxis. Anders als Linke müssen Faschisten das nicht erst verquast begründen.

          • @Abdurchdiemitte:

            Nein, auch Faschisten brauchen und finden verquaste Begründungen für ihre politische Gewalt. Der ganze Salbader von völkischen Schicksalsgemeinschaften, die Verschwörungs- und Opfertheorien - das ist doch alles nur Camouflage, um das eigene Expansions- und Herrschaftsbedürfnis und beliebige Mittel zu dessen Durchsetzung zu rechtfertigen.

            Das ändert sich frühestens, wenn sie an der Macht sind. DANN wird Gewalt bei ihnen zur Selbstverständlichkeit, während sie bei Linksextremen tendenziell als traurigerweise nötiges (aber genauso selbstverständlich eingestztes) Mittel zum heiligen Zweck verbrämt bleibt. Diese Nuance dürfte den Opfern der Gewalt freilich wenig bringen...

            • @Normalo:

              Bei der AfD übrigens treten diese Kernelemente faschistischer Ideologie nur „mit gebremstem Schaum“ auf, noch gibt man sich mehr als Biedermann denn als Brandstifter. Gewalt wird offiziell verurteilt (hinter den Kulissen sieht das allerdings schon ganz anders aus), mit Verve allerdings nur die von linker, antifaschistischer Seite ausgehende Gewalt.



              Mit ihrer offenkundigen, im Bundestag und Länderparlamenten tagtäglich offen zur Schau gestellten Verachtung des Parlamentarismus blitzt bei AfD-Politikern jedoch schon offen der faschistische Wesenskern auf.

            • @Normalo:

              Der historische Faschismus (s. Mussolini) benötigte tatsächlich keine Rechtfertigung der Gewalt gegen seine politische Gegner, er propagierte sozusagen eine mythische Überlegenheit von Gewalt in einem sozialdarwinistischen „Kampf ums Dasein“, hinter dem sogar die eigentlichen politischen Ziele zurücktreten konnten. In der Auseinandersetzung mit der verhassten (von den Nazis „jüdisch“ konnotierten) parlamentarischen Demokratie - die zudem als schwächlich und zerstritten gezeichnet wurde -, schreckte man auch nicht davor zurück, partielle Bündnisse mit Kommunisten einzugehen.



              Die faschistische Ideologie konnte nach WK1 daher eine enorme Anziehungskraft auf die vielen entwurzelten und desillusionierten Frontsoldaten ausüben und aus ihnen ihr erstes Rekrutierungspotential ziehen, zumindest in Italien. In Deutschland wurden viele der nun arbeitslosen Soldaten in die Freikorps eingebunden, die aus ihrer faschistischen, antidemokratischen Gesinnung keinen Hehl machten (und dennoch von der jungen Weimarer Republik zur Niederschlagung revolutionärer Bestrebungen eingesetzt wurden). Sie gingen später meist in die SA und andere NS-Organisationen auf.

            • @Normalo:

              "Diese Nuance dürfte den Opfern der Gewalt freilich wenig bringen..."

              Ich stimme Ihnen zu und bin selbst unsicher, was ich furchtbarer finde. Den Judenhass von Rechten, die das offen und in rustikaler Sprache zugeben oder den Judenhass von Linken, die ihren Judenhass hinter gut und kunstvoll gedrechselten Sätzen (und "Israelkritik", "Palästinasolidarität") verstecken. Letzteres ist selbstverständlich klüger, aber meiner Meinung nach schwerer zu bekämpfen. Offene Mordaufrufe an Juden und die Sprüche wie "Hamas, Hamas, Juden ..." sind bei Linken eher die Ausnahme.

              Grundsätzlich denke ich, je besser der Hass auf beispielsweise Homosexuelle, Juden, Muslime etc. vor sich selbst versteckt und nach außen hin "intellektualisiert" wird, desto weniger kann dagegen getan oder auch dagegen argumentiert werden.

            • @Normalo:

              ...und soviel dann auch zu Ihrer differenzierten Betrachtung linker politischer Gewalt: "Verbrämt" war ernstgemeint. SIE (als theoretisierender Friedfisch) mögen da vielleicht wirklich differenzieren. Aber Jene, die tatsächlich Gewalt einsetzen, um eine Diktatur von was auch immer zu errichten, tun das nur um des schönen Scheins willen. Historisch gut dokumentiert, finden sie faktisch immer Wege, den weiteren ungehemmten Einsatz von Gewalt zu rechtfertigen, auch wenn sie ihr vorgebliches Ziel erreicht haben. Meine Erklärung dafür ist, dass sie eben nur in autoritären Strukturen denken können und, sich selbst an deren Spitze zu halten, letztlich als oberstes Ziel verfolgen. Deshalb fällt auch bei "linken" Potentaten zuverlässig die ganze altruistisch-humanistische Fassade recht schnell in sich zusammen, sobald sie in Konflikt mit dem Macht- und Kontrollbedürfnis des selbsternannten Entscheiders über Richtig und Falsch gerät.

              Fazit: Wer Gewalt und Repression als gestalterisches Mittel zur "Verbesserung" der gesellschaftlichen Verhältnisse anzuwenden bereit ist, dem kann man nicht trauen, unabhängig von seiner politischen Couleur. Es gibt da kein "besseres Schlecht".

              • @Normalo:

                Ich bin in den Naturwissenschaften jetzt nicht so bewandert, aber meines Wissens haben auch Friedfische in der Evolution durchaus effektive Strategien entwickelt, ihr Überleben in einem Haifischbecken zu sichern.😉 Und die derzeitige Weltlage gleicht momentan nun leider einem Haifischbecken.



                Nach Darwins (oft missverstandener) Theorie überleben nicht unbedingt die Stärkeren. Und darauf beruht meine Hoffnung, auch bei Betrachtung des derzeitigen politischen Weltgeschehens. Intelligenz und Anpassungsfähigkeit als die Strategien, die sich letztlich der Macht und Gewalt als überlegen erweisen.



                „Wer Gewalt und Repression als gestalterisches Mittel zur „Verbesserung“ der gesellschaftlichen Verhältnisse anzuwenden bereit ist, dem kann man nicht trauen, unabhängig von seiner politischen Coleur.“



                So weit einverstanden. Aber ich denke, wir müssten uns da mal eingehender über den Gewaltbegriff unterhalten. Schon als Schüler habe ich mich in einem Aufsatz über Thomas Müntzer und die Bauernkriege mit der Legitimation der von den aufständischen Bauern ausgehenden Gewalt gegen die bedrückende Repression von Klerus und Adel auseinandergesetzt. Das Thema hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

    • @Agarack:

      Universalistisch ist ein möglicher Ansatz.



      D.h. möglichst die gleiche Elle anlegen.



      Also weder aus Angst vor Antisemitismuszuschreibungen Netanyahu diese unfassbaren Untaten gerade durchgehen lassen oder Palästinensern einfach mindere Rechte zuzuschreiben, noch z.B. den ähnlichen Fall Westsahara komplett auszublenden oder der Hamas einen Heiligenschein zu winden.



      Warum soll das denn nicht halbwegs gelingen?

      • @Janix:

        Nehmen wir das aktuelle Bild "linke Umweltschützer, die die Stromversorgung (erfolgreich) angegriffen haben". Bei diesen Personen dürfte es sich wohl maximal nur noch um "Umweltschützer" handeln, aber nicht mehr um "Linke", auch wenn Linken die Umwelt am Herzen liegt. Jedoch zwischen dem Ziel des Umweltschutzes im politischen und gesellschaftlichen Raum und der Wahl des Mittels der Zielerreichung besteht keinerlei Zusammenhang.

      • @Janix:

        Ich glaube, wir sind da inhaltlich völlig einer Meinung, was den Konflikt angeht, aber ich habe eben die starke Vermutung, dass es vielen propalästinensischen Linken nicht primär um Kritik speziell an der Netanjahu-Regierung geht, sondern um Israel an sich. Diese Art Linke unterstellt Israel, ein "Staatsprojekt mit kolonialem und rassistischem Charakter" (sinngemäßes Zitat aus dem berüchtigten Beschluss der Linksjugend) zu sein, und möchte Israel deshalb ganz beseitigen bzw. durch eine Einstaatenlösung mit den Palästinensergebieten vereinigen. Aus Sicht dieser Linken sei dies auch die eigentlich naheliegende und zeitgemäße Position, weshalb die trotzdem fortdauernde Existenz Israels vor allem durch deren hervorragende Lobbyarbeit zu erklären sei - und zack, sind genau diese Linken beim Narrativ der finsteren jüdischen Weltverschwörung angekommen, die heimlich die Fäden zieht. Man sagt in diesen Kreisen "Zionisten" statt "Juden", und hält stolz die paar Jüd*innen in die Kamera, die das nicht durchschauen, und schon ist man sich sicher, nicht antisemitisch zu sein, obwohl man glaubt, "die Zionisten" würden heimlich alle Fäden ziehen. Bei diesen Kreisen ist, fürchte ich, alles zu spät

        • @Agarack:

          Wer solche Sätze wie die von Ihnen paraphrasierten bringt, ist falsch abgeogen. Nur "kolonial" halte ich dabei für nicht völlig falsch (Größtenteils Siedler übernahmen da ein Land, mit Kauf, bewusster Vertreibung, verschiedenen Gesetzen). (Ich lese gerade ein formidables historisches Kolonialismus-Standardwerk, bin aber leider noch nicht so weit hierzu).



          Das sollte aber bitte bloß nicht als Schublade genutzt werden, und immer wieder sich testen, ob man Israel mit weniger, mehr oder ebengleicher Ellenlänge misst wie andere Staaten.

          Ein gemeinsamer Staat ... Wie könnte ein Staat noch "jüdisch" definiert sein, demokratisch auch und zur Hälfte aus Nicht-Juden bestehen?



          Bantustans für die Ureinwohner können es auch nicht sein.



          Entweder ein Staat der Gleichheit und des Rechteschutzes oder doch zwei lebensfähige fair geschnittene Staaten, wie es die UN-Resolutionen ja auch vorsahen. Kooperieren kann man dann ja immer noch.

          • @Janix:

            "..oder doch zwei lebensfähige fair geschnittene Staaten,wie es die UN-Resolutionen ja auch vorsahen.Kooperieren kann man dann ja immer noch."



            Zwei Staaten habe ich bis zum 07.10.23 favorisiert,seitdem denke ich neu darüber nach,halte mich jedoch für offen in der Hinsicht.Ich suche ja schon lange,möglichst in Tabellenform,eine Übersicht,welche Angebote wann,weshalb und von wem abgelehnt wurden.(Bin für Hinweise dankbar.) Für mich würde das etwas Licht ins Dunkel bringen und ich könnte für die bisher nicht von mir favorisierte Seite vielleicht mehr Verständnis aufbringen.Grundsätzlich kann ich aber sagen,dass ich,entgegen dem Völkerrecht und den UN,die Auffassung vertrete,dass Gebietsverluste in Ordnung sind,wenn eine Partei immer und immer wieder Kriege beginnt.Ich habe auch keinerlei Probleme mit den Gebietsverlusten, die wir nach dem 2. WK hatten.Wir haben den Krieg begonnen,die Konsequenz Gebietsverlust ist naheliegend und zu akzeptieren.Allerdings scheitere ich bisher bereits daran,verlässlich herauszufinden,welche Seite nach dem Abzug Israels aus Gaza 2005,die andere Seite angegriffen hat.Erste Rakete von G nach I oder umgekehrt?Wer verübte das erste Attentat,I in G oder umgek

  • Oh man ey. Mir begegnet das Phänomen in letzter Zeit auch immer häufiger. Ich treffe mich mit politisch Gleichgesinnten und deren Lösungen werden irgendwie immer gewalttätiger. Kontakt und Diskurs werden durch Ab- und Ausgrenzung und Gewaltfantasien ersetzt.

    Ich bin links weil ich links für die sinnvollere politische Haltung halte. Und zu wissen, dass man auf der richtige Seite steht, heißt auch innere Widerstände auszuhalten, die größere Person zu sein und Menschen, die eben noch auf der von sich aus gesehenen „falschen“ Seite stehen, zuzuhören und Verständnis entgegen zu bringen.



    Ich erwarte von Rechts kein Verständnis dafür, dass ich links bin. Aber ich erwarte von Links Verständnis für Rechts. Ich erwarte, dass wir das Privileg der Erkenntnis nutzen um anderen Menschen auf unserer politischen Seite eine Heimat zu schenken.



    Stattdessen wird auch auf der linken Seite immer mehr auf Ausgrenzung und Abspaltung gesetzt.



    Lasst uns diese verrücktmachenden sozialen Netzwerke löschen und endlich wieder im echten Leben in Kontakt treten

    • @Angst Hase:

      Na ja, daß die politisch andere Seite verboten gehört höre ich fast ausschließlich von links und dabei wird sogar die CDU gerne mit eingeschlossen.

    • @Angst Hase:

      "und zu wissen, dass man auf der richtigen Seite steht" da sprechen Sie gerade ein großes Probem im Diskurs an. Jeder "weiß" dass er/sie auf der richtigen Seite steht, keiner fragt sich mehr "was ist, wenn ich falsch liege?". Und dieses "Wissen" ist dann auch oft das "Wissen", dass andere auf der falschen Seite stehen und wer falsch liegt, ist kein Mensch mehr, er/sie ist ein Unding, gegen das man mit allen Mitteln vorgehen muss.

    • @Angst Hase:

      Danke!

    • @Angst Hase:

      Danke für Ihren Beitrag hier.

    • @Angst Hase:

      "Stattdessen wird auch auf der linken Seite immer mehr auf Ausgrenzung und Abspaltung gesetzt."



      Das ist keine neue Entwicklung. Und auch kein Alleinstellungsmerkmal einer bestimmten politischen/ideologischen Richtung. Es ist einfach "typisch menschlich".

    • @Angst Hase:

      Das ist doch ein Ansatz. 👍

  • Was für eine Bedeutung hat die Haltung eines Antisemitismus-Beauftragten in Brandenburg für Gaza, Israel und Palästina?

    Die Antwort darauf zeigt doch, wie bescheuert die ganze Diskussion ist und wie total neben der Spur die Brandstifter sind.

    Für die Weltpolitik auch und insbesondere im Nahen Osten ist unser Außenminister und ist sogar unser Bundeskanzler relativ egal. Vielleicht hört Trump ihn wenigstens an, bevor er eh macht, was er will.

    Wer glaubt, dass die Haltung (!) der Linkspartei in Brandenburg oder Deutschland zur Israel-Frage überhaupt eine Relevanz hat, sieht die Zeichen der Zeit nicht.

    • @Otto Mohl:

      Dass politische Gewalttäter sich häufig an Windmühlen abarbeiten und höchst brutale Taten verüben, die aber für ihr Anliegen, wenn's hochkommt, nur als leichte Nadelstiche wirken, ist egentlich nicht wirklich neu. Derartige Gewaltanwendaung ist ja in aller Regel auch kein Zeichen von breitkreuzigem Machtbewusstsein sondern eher ein verzweifelter Versuch des erkannt Machtlosen, sich eine Selbstermächtigung vorzugaukeln. Dass sie dann im Ergebnis regelmäßig auch nur als eher mickrige Machtentfaltung wirkt, ist nur konsequent.

    • @Otto Mohl:

      Ein wahres Wort.

    • @Otto Mohl:

      Also sprach.

      Der Punkt könnte eher sein, dass Antisemitismus und Kritik an Netanyahu verwechselt wird, auf mehreren Seiten sogar.

      Der stärkste Staat der EU, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt könnte schon Einfluss haben, in Abstimmung mit der restlichen EU natürlich. Die USA sind in der Region dort knallverbrannt, weil nach Bush und Clinton nur noch massiv parteiisch.

      • @Janix:

        Es geht um Antisemitismus. Das dann fast schon reflexhaft ohne gedankliche Umschweife auf Netanjahu verwiesen wird, bestätigt eigentlich nur, dass manche "linke" es einfach nicht schaffen, Antisemitismus und links-sein zusammenzudenken.

        Oder anders: Netanjahu hat nichts damit zu tun, dass es (auch) linken Antisemitismus gibt, triggert letzteren aber sehr heftig.

        • @Fisherman:

          Natürlich gibt es Antisemitismus überall. Auch wir zwei haben den recht sicher zumindest in Spurenelementen über die Generationen eingeschnuppert. Das Kreuz im Wahllokal ändert da allein herzlich wenig.

          1) Ich versuche nur immer wieder gegenüber deklarierenden Vereinfachern klarzumachen, dass Juden m/w/d _nicht für Netanyahus üble Übergriffe haftbar zu machen sind. Das ist dann auch noch Dummheit zum Antisemitismus gefügt.

          2) Ohne empirisches Material: Es ist rechts (Ungleichheit und Tradition sind gut) wohl eher empfänglich für Abwertungen, während linker Universalismus zumindest die kognitive Dissonanz bei einem Abwerten von Moldawiers, Juden, Pastafaris oder Israelis spüren sollten.

          Also Ihnen gerne ausbuchstabiert: Aufpassen müssen wir alle. Anpacken auch.

          • @Janix:

            Eben nicht. Die Tendenz, Feindbilder und -gruppen aufzubauen, ist links und rechts gleich stark ausgeprägt. Die Linken gaukeln sich nur vor, ihre Schubladendenke sei ausschließlich moralisch basiert (Böse ist nur, wer in eine "nachweislich böse" Kategorie fällt, wie "Reicher", "Neoliberaler", "Mann", "Zionist" etc.). Dass die Zuordnung der Schubladen aber dann doch gerne mal auf Basis ebenso archaischer Klischees erfolgt, wie sie bei den Rechten Schubladendenkern zum Einsatz kommen, übersehen sie geflissentlich.

            • @Normalo:

              Kein Widerspruch.



              Feindbilder können sie alle, können wir alle. Ganz ohne ginge nicht, es wäre keine Politik mehr, ohne jetzt gleich zu schmitten.



              Es geht darum, ob der Zufall der Geburt sie bestimmt. Da sollte bei einer links-universalistischen Haltung eher die Leuchte angehen. 'Identität' ist für mich geistesgeschichtlich übrigens eher rechts-traditionsbezogen, da ich universalistisch-gleichberechtigend eher der linken (und teils der liberalen) Tradition zuordne.



              Doch wie gesagt, kein echter Widerspruch, sondern eine Ausführung.

        • @Fisherman:

          Netanjahu ist einfach eine Nebelkerze, um sich mit dem eigentlichen Problem, dem Antisemitismus vor der eigenen Haustüre, nicht befassen zu müssen.

          • @Oma:

            Danke, war genau so gemeint. Wie sehr Sie thematisch ins Schwarze getroffen haben, sieht man daran, dass nicht darauf eingegangen wird, sondern - erneut - abgelenkt wird.

            (Und niemand würde ernsthaft den Antisemitismus von rechts (AfD) leugnen. Nur ging es eben hier nicht darum.)

          • @Oma:

            Der Antisemitismus vor der eigenen Haustüre, den sollten wir angehen. Nicht nur Josef Schuster würde bei einer AfD-Regierung auswandern. Wann kommt das Verbotsverfahren, zumindest gegen Landesverbände der AfD?

            • @Janix:

              Nichts für ungut, aber Sie WOLLEN nicht verstehen, oder?

  • Gut, dass es diese Diskussion gibt. Linke Ideen lassen sich effektiver ohne Gewalt durchsetzen.

    • @Black & White:

      "Linke Ideen lassen sich effektiver ohne Gewalt durchsetzen."

      Schön wärs. Ehrlich. Wirklich.



      Zumal.



      "Die linke Idee" natürlich eine linke Idee und Wette auf die Zukunft ist, die die Gewalt und die Ursachen für die Gewalt zwischen Menschen, Ländern, Kontinenten abschafft. Sonst ist se ja gar keine linke Idee. Das dies die linke Idee ist, darum und dafür kämpft Linke schon, als Linke noch gar nicht Linke genannt wurde.

      Wird also schwierig.



      Da "Linke"



      - historisch leider zweifellos verbrieft und deshalb nicht zur freien geschichtslos-klitternden Bloße-Behauptung Verfügung



      für Gefühl und Status aufm Account-



      da Linke stets bekämpft werden als kämpften sie bereits bewaffnet. Als setzte sie bereits auf Gewalt. Obwohl sie es im Moment der Behauptung gar nicht tut.

      Während der Imperialismus, der Faschismus, der Rassismus, wirtschaftslibertäre Terrorismus des Stärkeren, der frei drehende Spätkapitalismus nicht müde ist, nicht müde wird, allumfassend Gewalt anzuwenden.



      Wozu es ja auch -zugegeben- gar keine Alternative gibt. Organisiert man die Kontrolle, die Verfügung Weniger über die Mehrheit der Menschen, ihre Ressourcen in der Welt. Geht ja nur mit Gewalt.

      • @Elise Hampel:

        "Während der Imperialismus, der Faschismus, der Rassismus, wirtschaftslibertäre Terrorismus des Stärkeren, der frei drehende Spätkapitalismus nicht müde ist, nicht müde wird, allumfassend Gewalt anzuwenden." - Das sind doch wir, dass ist doch nicht "der"....

      • @Elise Hampel:

        Ich sach ma so: Wer schon vorab eingesteht, dass nunmal leider Gewalt nötig ist, um die eigenen Ziele durchzusetzen, macht sich verdächtig, diese Gewalt auch anwenden zu wollen. Das ist mal prinzipiell KEINE gute Basis um die Gegenseite von einer friedlichen Auseinanderetzung zu überzeugen. Sich dabei zum ja nur präventiv Wehrhaftigkeit predigenden Opfer zu stilisieren, ist so moralisch hohl wie das Unterdrückten-Gewimmer der Rechtspopulisten.

        Tatsächlich durchzieht von Gaius Marius über Rousseau und Marx bis Lenin die "linken" Vorstellungen von Gesellschaftsumbau immer auch die Vorstellung von absoluter Kontrolle und einer revolutionären, gewaltaffinen Erlangung der notwendigen Gestaltungsmacht dafür. Und dass folglich noch kein linkes Experiment entweder durch Gewalt beendet wurde oder - häufiger - in der eigenen Gewaltherrschaft unterging, ist jetzt auch nicht neu.

        Eigentlich hätte also der letzte Satz Ihres Postings gereicht. Er widerlegt nur nicht die Ausgangsthese, dass es effektiver ohne Gewalt ginge. Denn die bisherige Geschichte zeigt, dass es ohne Gewalt schwerlich SCHLECHTER klappen könnte. So mies ist nunmal die Bilanz gewaltsamer linker Gesellschaftsumbrüche.

        • @Normalo:

          Un ich sach ma so:



          Sie gaben den vorherigen Kommentar leider gar nicht verstanden und daher auch konsequent daran vorbei argumentiert.

          • @MontNimba:

            Bevor ich das jemandem vorwerfe, würde ich erstmal kritisch reflektieren, ob ICH dessen vermeintlich deplazierte Äußerung wirklich verstanden habe. Können Sie das von sich behaupten?

            Ich geben ja zu, dass @Elise Hampels Ausführungen zu verstehen, allein syntaktisch eine ganz schön harte Nuss ist. Aber ich bilde mir schon ein, mich da annähernd zutreffenden durchgerobbt zu haben. Dass ich dann auf ihre ganze Rechtfertigungsrhetorik nur insoweit eingegangen bin, dass ich sie für hohl erklärt habe, war beabsichtigt.

      • @Elise Hampel:

        Soll das ein Aufruf dazu sein, die eigenen Positionen mit Gewalt durchzusetzen?



        Sie können sich jederzeit in einer Partei organisieren oder eine eigene gründen, dann versuchen, die Menschen von Ihren Positionen zu überzeugen und Wahlen zu gewinnen. Dann können Sie sehr viel verändern. Aber das ist halt vielen zu mühsam. So ein Brandanschlag gibt halt einen kurzfristigen Kick und das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen - und in der eigenen Blase Reputation.

  • Parteien müssen Prioritäten setzen und Gewalt gehört definitiv nicht dazu !



    Schon gar nicht bei einer Partei wie, Die Linke, die einzige relevante Partei in unserem Parlament, mit einem humanistischen Anspruch.



    Gewalt sollte ein No Go sein & bleiben.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ja!

    • @Alex_der_Wunderer:

      Antisemitismus und Humanismus passen in meinem Weltbild schwer zusammen. Das schließt die Duldung von Antisemitismus ein.



      Es interessant zu sehen, wie sich z. B. Ihre Art zu formulieren, wenn es um die Linke geht.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Halten Sie die Linke echt noch für wählbar?

      Ich bin nicht immer Ihrer Meinung, halte Sie aber nicht für jemanden, der Antisemitismus als Teil eines humanistischen Anspruchs versteht.

  • Der Untertitel lautet: "Die Linke distanziert sich vom Brandanschlag gegen den Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner. Doch nicht alle in der Partei sehen das so."

    Der Beitrag bleibt die Antwort schuldig, welche Personen in der Linkspartei den Brandanschlag gegen Büttner gut findet.

    Dass viele dessen politische Positionen nicht teilen, die Kriegs- verbrechen Israels an der palästinensischen Bevölkerung verurteilen, und ggf deren Widerstand als legitim bewerten heißt nicht, dass sie auch den Brandanschlag gegen Büttner billigen oder gar befürworten.

    • @stadtlandmensch:

      Ach herrje, bei so viel Zweifel sollten Sie vielleicht mal mit der Linksjugend Neukölln ein Bier im Bajszel trinken gehen... oder war da was?

  • Der Hass auf Israel hat in der Linken eine gewisse Tradition.

    2011 findet sich auf der Webseite der Linken in Duisburg ein Flugblatt mit antisemitischem Inhalt und einem Symbol, das Hakenkreuz und Davidstern verbindet:



    www.sueddeutsche.d...homepage-1.1090155

    Auf einer Demo, die 2014 in Essen von der Jugendorganisation Solid organisiert wurde, kommt es zu antisemitischen Ausschreitungen. Man beachte die „Adolf Hitler“-Rufe bei Min. 0:35:



    www.youtube.com/watch?v=KNOyBMBPvY0

    Erst kürzlich hat die Frankfurter Linksjugend solid auf X jüdischen Kindern den Tod gewünscht:



    www.hessenschau.de...nksjugend-100.html

    Als antisemitische Morddrohungen gegen Kneipe „Bajszel“ eingingen, haben sich alle Bezirksabgeordneten solidarisch erklärt – nur die Linke war dagegen.



    www.tagesspiegel.d...egen-14582066.html

    • @JC Kay:

      Vielen Dank für die sehr guten Links.

      Tatsächlich werden die "Hitler"-Rufe lauter und häufiger.

      Wenn Sie sich trauen checken Sie mal eine Al-Quds-Demonstration oder ähnliche Aufmärsche. Linke finden Sie da auch. Ebenso wie Nazis.

      Doch Vorsicht, keine kritischen Blicke!

    • @JC Kay:

      Die viel bedeutendere Tradition stellt die Fortentwicklung und Ausgestaltung eines praktisch-gewalttätigen Antisemitismus des 21. Jahrhunderts dar,



      der in Haltung, Politik, Agenda und Praxis fanatischer Regierungen Israels seit vielen Jahrzehnten verwirklicht ist.



      Fraglos stellt die Hamas das Pedant dar: Wie vielerlei ähnlich klerikal-faschistisch-nationalistische Organisationen, sind sie der Motor und Ausdruck antiislamischer Traditionen.



      Sie sind geradezu das zu Wirklichkeit geronnene Ressentiment gegen muslimische Kulturkreise und Gesellschaften.

      Es ist die Moderne eines Antisemitismus, einer Muslimfeindschaft, die der kollektiven Geschichte, den kollektiven Erfahrungen ein weiteres Trauma, eine weitere Hypothek aufbürden. Während sie gleichzeitig behaupten entschlossenster Kämpfer gegen den Antisemitismus, auf der anderen Seite für das Existenzrecht arabischer Menschen und ihre Gesellschaften zu sein.

      • @Elise Hampel:

        Ganz ehrlich: ich verstehe nicht wirklich, was Sie dort schreiben. Wollen Sie damit sagen, dass die israelischen Regierungen der letzten 25 Jahre antisemitisch waren? Wollen Sie mir unterstellen, dass ich antimuslimische Ressentiments pflege, weil ich die antisemitischen Ausfälle der Linken aufzähle? Wenn ja: wo in meinem Post habe ich mich antimuslimisch geäußert?

    • @JC Kay:

      Warum kommen solche Ereignisse immer wieder bei der Linken vor?



      Wenn die Linke tatsächlich gegen diesen Hass vorginge, würden sich solche Fälle nicht wiederholen. Sie wiederholen sich aber. Wieder und wieder und wieder. Kurz: Der Hass auf auf den einzigen jüdischen Staat auf der Welt ist ein inhärenter Teil der Linken!

      • @JC Kay:

        Denkverkürzung und einfach mal Zuschreibungen scheint es aber bei Rechts, Mitte und Links zu geben, mit Verlaub.







        Und noch mal ganz von vorne: Israel ist nicht "die" Juden und auch nicht umgekehrt. Antisemitismus in jedem Fall wie jeder andere Rassismus inakzeptabel und geduldig anzugehen.



        Netanyahu ist ein mutmaßlicher Kriegsverbrecher und -treiber, sein Handeln und Reden rassistisch und korrupt. Warum soll mensch das aber Juden anlasten, die ihn mehrheitlich auch nie wählten (die Mehrheit der Juden lebt außerhalb Israels)?

        • @Janix:

          "Antisemitismus in jedem Fall wie jeder andere Rassismus inakzeptabel und geduldig anzugehen."

          Ich störe mich an dem Begriff "geduldig". Jüdische u/o israelische Menschen werden seit über 2.000 Jahren verfolgt, diskriminiert und ermordet. Da sollten, meiner Meinung nach, diejenigen, die das falsch finden und auch jüdische u/o israelische Menschen selbst, nicht mehr allzu geduldig sein. Es gibt weltweit nur ca. 15,8 Millionen jüdischer Menschen. Wenn sie und diejenigen, die ihre weitere Verfolgung verhindern wollen, allzu geduldig sind, werden die Gegner israelischen u/o jüdischen Lebens ihr Ziel zeitnah erreichen.



          Außerdem denke ich auch an die von uns getöteten ca. sechs Millionen jüdischen Menschen, die, meiner Meinung nach, ein Höchstmaß an Geduld (man könnte fast den Begriff "Engelsgeduld" verwenden) gezeigt haben ... das Ergebnis ist bekannt.

          • @*Sabine*:

            Danke für den Hinweis.



            Statt "geduldig": "zäh und beharrlich". In die Richtung sollte es gemeint sein. Nicht nur stoßweise am 9.11., sondern im Alltag.

        • @Janix:

          Nur zum Verständnis: Behaupten Sie mit ihrem Kommentar, dass die von mir genannten Beispiele ein Ausdruck von Israelkritik seien?

          Für mich sind die genannten Beispiele ganz klar antisemitische Ausfälle. Und ich finde es auffällig, dass sie immer wieder in der Partie die Linke vorkommen.

          Und selbst wenn wir diese Fälle rausnehmen: dann irritiert mich, dass ausschließlich der Staat Israel mit solch einer Vehemenz angegriffen wird. Kein anderes Land wird von der Linken so sehr angegriffen wie Israel. Nicht China, nicht Russland kein anderes Land. Nur der einzige jüdische Staat auf der Welt wird in dieser Stärke kritisiert/attackiert. Und diese besondere Behandlung hat für mich schon ein gewisses Geschmäckle.

          • @JC Kay:

            Ich antwortete da auf den weiteren Kommentar (was das Forum leider nicht anzeigt).

            "immer wieder bei der Linken", "die" Linke, "inhärenter Teil der Linken".



            Das war das erwähnte Denkverkürzte aus meiner Sicht.

            Meiner Meinung gehört ansonsten etwa Marokko wie Israel kritisiert für eine völkerrechtserodierend-dreiste Dauerbesetzung, dies nicht mehr, nicht weniger.

            Ferner greifen Linksaußen vor allem wohl gerne die USA an, wie sonst nur noch Teile der AfD und ärger.

            Früher waren es das südafrikanische Apartheid-Regime, die Schahdiktatur in Persien, die Autokraten in Spanien, Portugal und Griechenland. Da sieht es heute ja gleichberechtigender aus als früher (Iran lasse ich da aus), daher ist das vielleicht nicht mehr so präsent.

            • @Janix:

              Danke, dass sie das noch einmal klarstellen. Mein zweiter Teil bezog sich tatsächlich auf meinen ersten Teil. Und hier ist es auffällig, dass ich solche Vorfälle tatsächlich wie ein roter Faden durch die Geschichte dieser Partei ziehen. Das fällt auf. Gleichzeitig weiß ich, dass die USA und auch andere Länder mitunter kritisiert werden. Aber ich habe in meinem Licht mehr ganz so jungen Leben nie erlebt, dass ein einzelner Staat so viel Hass auf sich gezogen hat. In der Partei, die Linke, werden Menschen angegriffen, die Israel durchaus kritisieren. Aber nach Meinung der Attackierenden reicht das nicht aus. Man muss Israel schon abgrundtief hassen um unbedroht Partei Arbeit leisten zu dürfen.

              Russen müssen heute keine Angst in der Uni haben. Wegen Russland wurden keine Mensen besetzt. Es werden keine Konzerte gestört, weil amerikanische Musiker dabei sind. Etc. Vieles davon kommt nicht direkt aus der Partei die Linke. Dafür sind viele linke an solchen Aktionen beteiligt.

  • "Fraglich", "manchen", "mehrere", [nicht] "alle".

    Wer denn?

  • Zu Brandanschlägen scheint es keine Brandmauer zu geben. Weder hier, noch in Bezug auf den Brandanschlag auf die Stromkabel in Berlin.

    • @Claude Nuage:

      Das macht man beides nicht. Wer auch immer und welcher Nationalität man ist.

  • #Eine Partei die um ihre Position ringt...

    Interessant wäre weniger zu Ringen als die Referenzrahmen der Splittergruppen offen zu legen und zu debattieren: wie hältst du es mit Gewalt? Wie hältst du es mit dem Individuum? Wie hältst du es mit allgemein einleuchtenden Maximen?



    Kurzum: wie verhältst du dich im Spannungsfeld der Interessen zwischen Allgemeinheit (pragmatischer Vernunft), diversen Gruppen (...z. B.: marginalisierten) und Einzelnem/er (in seiner/ihrer psychischen Tiefenstruktur)?



    Ohne kritischen Referenzrahmen bleibt die Linke blind: und verbockt nach Belieben / mit Gewalt ihr Verhältnis zu Einzelnen, Gruppen oder Vernunft.



    Es kömmt drauf an die Welt zu biegen???

  • Die SPD hat quälend lange gebraucht, um Tilo Sarrzin loszuwerden.



    Wir müssen tiefer darüber nachdenken oder forschen, wie eine Partei die Radikalinskys leichter loswerden werden kann.



    Wir müssen darüber nachdenken, wie parteiinterne Vorwahlen funktionieren und ob oder welche parteiinternen Abweichler auch gewählt werden.



    Wenn die Koalitionspartner keine Hamas- Sympathisanten dabei haben wollen, schrumpfen die Machoptionen und die SPD kann nur noch mit der CDU koalieren.



    Die CDU erkennt dann den Unterschied zur AfD nicht mehr, beides die gleiche extremistische Souce.

    • @Christoph Strebel:

      In einer Online-Welt, wo alle nur unter Nicknames unterwegs sind ist es schwierig zu erkennen, ob sich bestimmte Gruppen überhaupt innerhalb einer Partei aufhalten oder nur so etikettieren.

      Richtig wäre die Abschaffung von Arbeitsgruppen und Parteiflügeln in ihrer derzeitigen Form. Sie sind nur eine Methode, sich künstlich soziales Kapital innerhalb der Partei zu erzeugen. Stattdessen sollte es nur AGs als Schattenkabinett zur Regierung geben, es gäbe also eine BAG pro Ministerium und die beschäftigt sich auch nur mit dessen Themen und fördert politischen Nachwuchs in dieser Richtung.

      Das würde verhindern, dass sich Parteien innerhalb von Parteien bilden (wie es die Linke seit je her plagt), was dem Wähler ohnehin nicht vermittelbar ist, und es würde verhindern, dass sich einseitige Lobby-Gruppen jenseits der Interessen der Partei bilden. Eine "BAG Außenpolitik" könnte den Nahostkonflikt nicht einseitig betrachten und würde auch Außenpolitikinteressierte jenseits dieser Region anziehen, eine Übernahme durch einseitige Radikale wäre also schwer möglich.

  • Gibt es denn überhaupt schon Belege dazu von wem dieser Anschlag begangen wurde? Die letzten zwei Jahre waren durchsetzt von false flag Aktionen, würde mich hier auch nicht überraschen

    • @Martin C.:

      Die Frage, wer den Anschlag verübt hat, ist völlig berechtigt – Solange es keine Belege gibt, sollte man mit Spekulationen vorsichtig sein. Aber dass Sie sofort “false flag” ins Spiel bringen, ist genau das gleiche Muster, das wir seit Jahren aus radikalen Milieus kennen: Urteile ohne Fakten, Narrative statt Beweise.

      Und ja, ein Punkt, der im medialen Mainstream oft untergeht: die Gruppe von Leuten, die besonders laut „False Flag!“ ruft, ist nicht zufällig politisch einzuordnen. Wer gleichzeitig israelische Selbstverteidigung verurteilt, Hamas-Rhetorik verharmlost und palästinensische Gewalt reflexhaft als „legitim“ framet, findet sich überdurchschnittlich häufig im linken Spektrum wieder.

      Das heißt nicht, dass alle Linken Gewalt gutheißen – aber eine Strömung innerhalb der Linken, die palästinensische Ursachenromantik pflegt und jede Kritik daran reflexhaft als „Unterdrückung“ brandmarkt, schafft genau das Klima, in dem Schuld und Verantwortliche vorschnell verschoben werden. Kritik an Israel ist legitim – aber das darf nicht zur automatischen Verharmlosung von Gewalt oder Verschwörungsdenken führen.

  • frage an den autor: wieso setzen sie palästinasolidarisch in anführungszeichen?

    • @the real günni:

      Solidarisch eben genauso mit Palästinenserinnen und Palästinensern können und sollten wir wohl alle sein, mit dem zügigen Ende der Besatzung, dann einem wirklich fairen Staat oder zweien davon.



      Ob die Hamas als Organisation Solidarität verdient, ist hingegen ein sehr großes Fragezeichen. Sie ist in Vielem genauso rücksichtslos wie Netanyahu vorgegangen, am 7.10. hat sie den getoppt. Auch ist ein Fragezeichen, ob eine Parteinahme für die Hamas gut für Palästina wäre.



      Nein, genauso wenig, wie Nibelungentreue mit Netanyahu gut für Israel wäre.

    • @the real günni:

      Ich vermute mal, der Autor meint damit, dass, wer die Hamas als „antikoloniale Befreiungsbewegung“ bzw. das antisemitische Pogrom vom 7. Oktober 2023 als „antikolonialen Befreiungsakt“ versteht, damit wohl kaum die Interessen der palästinensischen Bevölkerung in Gaza und den von Israel besetzten Gebieten im Blick hat.



      Mit einer islamo-faschistischen Hamas - die niemals Bündnispartner der Linken sein kann - kann es keinen Frieden und somit auch keine Selbstbestimmung und kein Leben in Würde für die Palästinenser geben. Das sollte hinlänglich klar sein.



      In diesem Punkt teile ich die Auffassung des Autors und habe in einem Kommentar zu seinem Beitrag palästinasolidarisch auch in Anführungszeichen gesetzt.



      Ich will damit nicht bestreiten, dass es tatsächlich palästinasolidarische Menschen gibt, nur finden die sich nicht im Lager der Hamas und ihrer Freunde.

      • @Abdurchdiemitte:

        "Mit einer islamo-faschistischen Hamas - die niemals Bündnispartner der Linken sein kann ..."

        Auch Ayatollah Khomeini war ein Bündnispartner der Linken. Das ist der Punkt, den ich so schlecht verstehen kann, dass Linke sich erneut auf die Seite von Islamo-Faschisten stellen. Gegen Imperialismus zu sein, gleicht das meiner Meinung nach nicht aus.



        Ich gehe davon aus, dass ein Staat "Palästina" nicht wesentlich besser mit Frauen, Homosexuellen, Juden und Oppositionellen umgehen würde, als der Iran usw., aber Linke scheinen das wieder einmal zu glauben.

        • @*Sabine*:

          Sie wollen vermutlich auch keine Frau im ultraorthodoxen Mea Shearim sein.

          Unter der PLO (bis Israel sie auf Kollaboration reduzierte und auch Wahlen dort verhinderte) gab es Ministerinnen, Frauenförderansätze und alles. Bitte die säkulare Tradition des palästinensischen Widerstands bewusst machen.

          Khomeini log übrigens die Linken an, er wolle doch gar nicht die Macht.



          Juden wurden im Iran übrigens nie ganz gleichberechtigt, doch wohl noch in der regionalen Spitzengruppe respektiert, vor und nach 1979 (was jetzt nach der Bombardierung und Ermordung wohl vorbei sein dürfte).

          Allgemein gesprochen: Auch eine religiös verbrämte Unterdrückung "anderer" widerspricht dem linken Gleichberechtigungsideal massiv. Im Programm hat die Hamas inzwischen deutlich abgemildert, doch ich ziehe auch aus jenem Grunde die Fatah oder noch andere Kräfte für das unabhängige Palästina oder den gemeinsamen fairen Staat sehr deutlich vor.

      • @Abdurchdiemitte:

        Jo. Entweder man ist solidarisch mit der palästinensischen Bevölkerung von Gaza, ODER mit Hamas.



        Mancher wird sich an die Massenproteste gegen Hamas in Gaza vor Beginn des israelischen Angriffs erinnern. Und wie die Hamas damit umging. Wer sich mit Hamas solidarisiert, ist GEGEN die Interessen der Bewohner von Gaza, so einfach ist das.

      • @Abdurchdiemitte:

        So ist das zu sehen.

  • "Sie fänden es „falsch, wie von der Partei nahestehenden Personen und teils sogar von Parteimitgliedern mit unseren Ge­nos­s:in­nen umgegangen wird“, schreiben Schwerdtner und van Aken"

    Falsch? Das ist alles? "Falsch" ist, wenn ich sage "Sydney ist die Hauptstadt von Australien". Aber kein Wort des Bedauerns, Entsetzens etc. - wie viel Angst müssen die vor der River-Sea-Fraktion haben..

    • @Meister Petz:

      Danke, genau das war auch mein Gedanke.



      Verwunderlich ist das alles nicht, denn es gibt nur ein Entweder-oder:



      Entweder ist Gewalt gegen "Feinde" legitim oder halt nicht. Dazwischen gibt es nichts.



      Man kann nicht Gewalt z. B. gegen Rechte begrüßen, sich dann aber wundern, wenn plötzlich Linke von Linken auch zu Feinden erklärt werden und damit auch zu legitimen Angriffszielen werden.



      Wie die Linksjugend-Mitglieder auf dem Bundeskongress, die sich plötzlich ihren eigenen Angriffmustern ausgesetzt sahen.

      • @Desdur Nahe:

        Nee: Kommt drauf an. Ganz allgemein gesprochen.

        Gewalt ist legitim, siehe Grundgesetz. Ohne das wären wir hilflos gegen die nächste SA, hilflos gegen die nächste Rote Armee oder was auch immer.



        Aber nur in sehr eingeschränkten Fällen.

        Jenseits des staatlichen Gewaltmonopols sogar noch eingeschränkter. Das Widerstandsrecht ist bewusst sehr eingeschränkt. Aber vorhanden.

        Wenn die einen bösartige Verfassungsfeinde sind und die anderen nicht, wäre Gleichbehandlung bei Gewaltanwendung falsch. Ich sage nicht, dass diese Unterscheidung mit dem schlichten Links-Rechts abgebildet wäre - wir müssen hinsehen, und ob nicht der Staat statt der Brandfaust das zu lösen hat (hat er in der jetzigen Lage m.E.).

        Wenn ich die Differenzierung wieder kurz herstellen durfte.

  • Die Linke war im Punkt Antisemitismus schon immer auf der Kippe. Hier ist nun eine neue Grenze überschritten. Keine Distanzierung vom Brandanschlag gegen den Antisemitismusbeauftragten, Solidarität mit Gruppen, die den Pogrom vom 7. Oktober feiern: Die Partei ist am Ende, wenn sie sich von solchen Teilen nicht eindeutig löst. Eigentlich sogar schlimmer als die AgD: Von deren Seite habe ich noch nichts bezüglich Billigung von Terrorismus gehört.

    • @PeterArt:

      Die machen den Terrorismus einfach selbst. Mehrere afd-Mitglieder sind in Ermittlungen verstrickt oder bereits verurteilt, weil sie rechtsextreme Anschläge geplant und an Gruppen zur Planung und Durchführung beteiligt sind.

    • @PeterArt:

      Ich habe in Kommentaren die Haltung der Linken zum Antisemitismus auch schon als kritisch bewertet. Gleichwohl sehe ich, dass es auch Gegenwehr gibt und ja - ohne es schönreden zu wollen -, sehe ich Die Linke derzeit als die einzige Partei, die das Thema Antisemitismus selbstkritisch offen und öffentlich thematisiert.



      Alle anderen verweisen lediglich mit dem Finger auf den politischen Gegner, als ob Judenfeindlichkeit KEIN gesamtgesellschaftliches Thema wäre - diese Heuchelei wird seit Gründung beider deutschen Staaten so betrieben und der Antisemitismus konnte in Staat und Gesellschaft unsichtbar bleiben. Trotzdem schlummerte er immer unter der Oberfläche und zwar in Ost und West.



      Noch ein Wort zur AfD: mir scheint, der klassische rechte Antisemitismus ist in dieser Partei zugunsten einer populistischen Islamfeindlichkeit zurückgedrängt worden - die gegen Muslime gerichteten Ressentiments ähneln in vielerlei Weise den gegen die Juden.



      Bei solchen Bündnispartnern wie Netanyahu, Katz, Ben-Gvir und Smotrich fällt es deutschen Rechtsextremisten allerdings auch nicht schwer, sich als Freunde Israels hinzustellen.

      • @Abdurchdiemitte:

        " ... sehe ich Die Linke derzeit als die einzige Partei, die das Thema Antisemitismus selbstkritisch offen und öffentlich thematisiert."

        Dann sind die Teile des verdienten Führungspersonals vor einiger Zeit wegen Antisemitismus ausgetreten, weil die Partei das Thema so selbstkritisch und offen diskutiert?

        Was Sie als typisch "alle anderen" beschreiben, ist für mich ja die Heuchelei, die die Linkspartei aktuell kennzeichnet.

        • @rero:

          Na ja, wer Antisemiten in den eigenen Reihen hat, zugleich aber postuliert, jeglichen Antisemitismus entschieden zu bekämpfen, hat ein Problem. Genau dieses Problem hat die Linkspartei, das räume ich ein.



          Aber: „alle anderen“ (und ich bleibe bei dieser Formulierung) Parteien und die Gesellschaft als Ganzes haben dieses Problem auch, nur bleibt es verdeckt und wird demzufolge auch nicht diskutiert.



          Wie war das noch mit dem Fall Aiwanger? Dummer-Jungen-Streich, lässliche Sünde? Auf dem Niveau wurde das Thema in der bürgerlichen Mitte (und rechts davon doch diskutiert.



          Und (fast) jeder/m von uns werden stereotype und pauschalisierende Bilder von „dem“ Juden im Alltag schon mal begegnet sein. Oder etwa nicht? Mir fallen da etliche Beispiele ein.



          Also, jetzt mit dem Finger einzig auf die Linken zu zeigen, um den Antisemitismus in deren Reihen zu demaskieren, scheint mir doch ein allzu durchsichtiges Manöver zu sein.



          Neben dem verdeckten gesellschaftlichen Antisemitismus scheint mir dochdie politische Instrumentalisierung der linken und islamistischen Antisemitismus von rechter Seite ein weiteres Problem zu sein.



          Johannes 8,7

    • @PeterArt:

      Wieso am Ende? Die Partei wird von den Bürgern/Wählern unterstützt, die genau diese Weltanschauung haben.

      • @Iknowvieles:

        Ich bin kein Antisemit und wähle die Linke. Und nun?

        • @Andreas J:

          Und nicht jeder AFD Wähler ist rechtsextrem, trotzdem unterstüzen sie eine rechtsextreme Partei.

          • @Herbert Kowalski:

            Rechte wählen die CDU. Rechtsextreme wählen die AfD.

        • @Andreas J:

          Dann wählen Sie anscheinend die falsche Partei...

        • @Andreas J:

          Sie wählen die Linke trotz des Antisemitismus in dieser Partei. Wenn Sie das für sich verantworten können, dann ist das so. Die Linke ist ja keine verbotene Partei.

          • @Katharina Reichenhall:

            Was wählen sie denn?

          • @Katharina Reichenhall:

            Das hat er nur nicht geschrieben.

            • @Janix:

              Doch hat er schon so geschrieben. Ein AfD Wähler wählt die Partei ja auch trotz des Faschismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.



              Jeder muss mit dem gleichen Maß bewertet werden.

              • @Walterismus:

                Nein, er hat die Allaussage mit dem einen dafür nötigen Gegenbeispiel platzen lassen - sehr sinnvolle Ergänzung zu den Verkürzungen hier. "Ich bin kein Antisemit und wähle die Linke. Und nun?"



                (NB: Ich halte uns alle für potenziell antisemitisch, antimolwanisch, anti.. und rassistisch, ... - wie wir damit umgehen, entscheidet)

                Beim letzten Satz bin ich natürlich wieder bei Ihnen.

        • @Andreas J:

          Nun sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihre Stimme weiterhin einer Partei geben können, die Antisemitismus toleriert. Sie haben mutmaßlich das Privileg, diese Entscheidung treffen zu können - Menschen, die von Antisemitismus betroffen sind, haben sie nicht.

          • @Agarack:

            Ach, wer hierzulande sonst noch alles Antisemitismus toleriert … und das zugleich mit herzzerreißenden Treueschwüren gegenüber Israel garniert (oder gelten die etwa nur dem rechtsextremistischen Israelischen Regierungskabinett?).



            Schauen Sie nach Bayern … den Fall Aiwanger schon vergessen?

            • @Abdurchdiemitte:

              Das ist, offen gesagt, ein reiner Whataboutism. Ich habe ja nicht gesagt, dass Herr Aiwanger und seine politischen Verbündeten für mich akzeptabler sind.

              • @Agarack:

                Das habe ich auch nicht behauptet. Nur spielt Ihre Argumentation den Aiwangers & Co. direkt in die Hände.



                Was soll denn bitte Whatabautism daran sein, wenn ich im Kontext einer Diskussion über linken Antisemitismus (indirekt) auf die politische Instrumentalisierung dieses Phänomens durch bürgerliche und rechtsextremistische Kreise hinweise.

          • @Agarack:

            Rassismus, Queerfeindlichkeit, Klassizismus, libertäre Ansichten oder den Klimawandel zu leugnen sind nicht weniger verachtenswert. Antisemitismus zu Instrumentalisieren ebenso. Antisemitismus kommt in der in der gesamten Gesellschaft vor und ist kein exklusiv linkes Problem. Die Linke arbeitet daran, hat sich von den Antiimperialisten getrennt bzw. die sind gegangen und die Parteispitze hat klar gegen Antisemitismus Stellung bezogen.

            • @Andreas J:

              Wenn sich die Linke von den "Antiimperialisten" getrennt haben soll, frage ich mich doch, warum ein sehr einschlägiger Beschluss der Linksjugend, über den hier auch berichtet wurde, nicht zu einem einzigen Parteiausschlussverfahren führte. Und ein "klares Statement" sieht für mich anders aus - Worte sind immer nett, aber wenn daraus keine Konsequenzen folgen, sind sie eben auch Schall und Rauch.

              Und, ganz ehrlich: "Antisemitismus ist verachtenswert, aber Antisemitismus zu instrumentalisieren, ist ebenso verachtenswert" ist ein abwegiger Standpunkt. Die Unterdrückung und Verächtlichmachung einer Bevölkerungsgruppe ist offenkundig wesentlich schlimmer, als unberechtigt den Vorwurf zu erheben, Jemand wolle eine Bevölkerungsgruppe verächlich machen. Die gesellschaftliche Linke hat sich durchaus berechtigt über die Leute seit Jahrzehnten lustig gemacht, die sinngemäß sagen: "Rassismus ist schlimm, aber MICH einen Rassisten zu nennen, ist genauso schlimm!".

          • @Agarack:

            Das Problem an der Sache ist, dass die Linke die einzige in den Parlamenten vertretene Partei ist, die in Sachen Sozial-, Wirtschafts- und Rentenpolitik keine neoliberalen oder arbeitnehmerfeindlichen Positionen vertritt, und bei der Migrationspolitik nicht der AfD hinterherhechelt.

            • @Kaboom:

              Ja, das ist ein Problem, wenn man das so sieht. Aber wenn mir eine hypothetische Partei meine absolute Wunschpolitik anböte, aber zudem gleichzeitig z.B. rassistisch, antisemitisch oder frauenverachtend wäre, wäre sie damit für mich unwählbar. Und damit ist die Linke für mich unwählbar. Sonst müsste ich ja, zugespitzt gesagt, auch eine Rechtspartei wählen, wenn diese eine soziale Renten- und Wirtschaftspolitik fordern würde. Da wähle ich lieber SPD und bekomme die zweitbeste Sozial-, Wirtschafts-, und Rentenpolitik, aber dafür keine Toleranz für Judenhass.

        • @Andreas J:

          Sind auch nicht alles Rechtextremisten, die die AfD wählen.

          Trotzdem wird die Partei von Wählern unterstützt, die eine rechtsextremistische Weltanschauung haben.

          Und nun?

          Nun muss man selbst überlegen, mit wem man sich ins Parteienboot setzt.

          • @rero:

            Rechte wählen die CDU, Rechtsextreme die AfD. Wo die AfD steht ist eindeutig. Wer zum Grundgesetz steht, wählt die nicht.



            In welchem Boot sitzen sie denn? Da gibt es sicherlich auch einiges zu beanstanden. Antisemitismus zur Kardinalssünde zu stilisieren um politische Gegner zu bekämpfen oder andere Formen von Diskriminierung zu rechtfertigen, ist auch Antisemitismus. Selbst die AfD gibt sich als Freund aller Juden, weil sich so ihr antimuslimischer Rassismus legitimieren lässt. Antisemitismus gibt es in der Gesamten Gesellschaft. Die Parteispitze der die Linke hat sich klar distanziert und sich von Gruppen wie den Antiimperialisten getrennt. Ja, ein paar Idioten gibt es da noch, genauso wie es in anderen Parteien Menschen gibt, die Rassismus und Queerfeindlichkeit verbreiten. Nur kommen von den Parteien keine Distanzierungen aus der Spitze. Im Gegenteil, die machen mit und heizen die Stimmung noch an. Das soll nichts relativieren. Der Kampf gegen Antisemitismus ist sehr wichtig. Der Kampf gegen andere Diskriminierungsformen aber ebenso. Und da ist die Linke am Glaubhaftesten.

    • @PeterArt:

      Ohne die definitiv existenten antisemitischen Parteimitglieder verteidigen zu wollen: die Partei hat sich doch klar abgegrenzt, das steht doch im Artikel

      • @Axotono:

        mir verlaub, klare Abgrenzung siehr anders aus, die Jugendorganisation hat erklärt gege n diemExistenz Israels zu arbeiten, die Mutterpartei hat dazu lediglich ein "finden wir nicht so gut" verlauten lassen. Abgrenzung wäre die zusammenarbeit zu beenden. Auch am Parteitag war die Erklärung zum Nahostkonflikt und gegen Antisemitismus so schwammig, dass sich die Antisemitisten ja nicht auf die Füße getreten fühlen. Die LINKE macht da vor allem wieder nur eins, es allen möglichst recht, keine klare Kante.

        • @JSch:

          Vermutung: Ein Israel, das wie derzeit besetzt und diskriminiert, wird doch von niemandem verteidigt werden, der universale Gleichheit anstrebt. Eins nach dem Ende der Besatzung bzw. in diesen Grenzen wohl schon.



          Ohne jetzt die Programme dort durchgearbeitet zu haben, wie der Wortlaut ist.



          Antisemitismus vom Staate Israel trennen empfehle ich allgemein. Das Gegenteil machen fast nur Netanyahu und die Hamas, aus jeweils eigennützigen Motiven.

      • @Axotono:

        Sie finden es falsch wie mit Genoss*innen und Parteimitgliedern umgegangen wird.

        Eine klare Distanzierung sieht anders aus. Und schließ nicht nur Gewalt gegen die eigenen Leute mit ein.

        Man beachte diesen Wortlaut!!!!

        Solange die Linke derartige Personen in dieser Anzahl in den eigenen Reihe hat und toleriert, solange ist das eine Meinung der Partei.

        Eine wirkliche Distanzierung auch vin der Basis sieht anders aus.

        Dazu Schwerdts Aussage : es ist mir egal wer mit mir demonstriert. Als die zusammen mit fragwürdigen Gestalten auf der Bühne stand.



        Sorry, keine Distanz zu antismenitismus und ismalisten.

      • @Axotono:

        Naja man hat die Aktion als Falsch tituliert. Ganz ehrlich für eine echte Abgrenzung hätte ich mir dann doch andere Worte erwartet.

      • @Axotono:

        Eine wortreiche Abgrenzung ohne mindestens den Versuch, die antisemitischen Parteimitglieder auch tatsächlich loszuwerden ist nicht ernst zu nehmen.

      • @Axotono:

        Klar abgrenzen hieße Antisemiten in hohem Bogen aus der Partei werfen. Die klare Abgrenzung im Artikel liest sich für mich wie die Statements der konservativen Islamverbände nach Terroranschlägen.

        • @Šarru-kīnu:

          "Klar abgrenzen hieße Antisemiten in hohem Bogen aus der Partei werfen."

          Und Sie nennen mir jetzt Fälle, wo das nicht passiert ist, ja?

        • @Šarru-kīnu:

          Die haben sich von den Antiimperialisten getrennt. Es gibt auch Linke außerhalb der Partei die Linke. Linke sind keine homogene Masse.

          • @Andreas J:

            Als ich das letzte mal nachgeschaut habe, war Herr Kocak noch immer Mitglied der Linkspartei. Aber das ist vielleicht für Sie auch völlig in Ordnung.

            • @Katharina Reichenhall:

              Ferat Kocak hat sich deutlich gegen Antisemitismus, auf Grundlage der Jerusalem Declaration, ausgesprochen.

            • @Katharina Reichenhall:

              Sie meinen den Herrn Kocak, auf den Faschos vor ein paar Jahren einen Anschlag verübten? Der ist Ihrer Ansicht nach Antisemit? Verklinken Sie mal was, um Ihre These zu stützen

  • Wenn die linke Szene sich nicht langsam auf die Kette kriegt, will ich damit nichts mehr zu tun haben. Offener Hass, politische Gewalt, Antisemitismus, borniertes Lagerdenken. Das ist das, was eigentlich rechts steht und was links immer vorgibt bekämpfen zu wollen. Wenn das in linksradikalen Kreisen zur Normalität wird, dann gehört das genauso bekämpft, wie Faschos.



    Und so häßlich solche Aktionen sind und so abwegig das propalestinänsische Lager mittlerweile unterwegs ist. Wer die antideutsche Szene in Leipzig kennt, weiß, dass es dort nicht viel besser aussieht, mit dem Hang zu eindimensionalem Hass und der Befürwortung Gewalt. Ich erlebe in den linken Kulturzentren seit einigen Jahren eine extreme Polarisierung, die mir nicht kleiner zu sein scheint, als die Abgrenzung nach Rechts.

    • @Deep South:

      Ich kann mich nicht entsinnen, dass "Antideutsche" Brandanschläge verübt hätten.

      • @Kai Ayadi:

        Hab ich auch nirgendwo geschrieben. Die Leute um Johann G. kommen aus genau dem Lager. Da muss man gar nicht mehr auf die gewisse Leute aus dem Umfeld der BSG Chemie und den einschlägigen Gyms eingehen.

      • @Kai Ayadi:

        Das ist eine klassische Nebelkerze. Niemand hat behauptet, „Antideutsche“ hätten diesen Brandanschlag verübt. Der Punkt war ein anderer – und der wird elegant umgangen: Gewaltverherrlichung, Entmenschlichung und Lagerhass sind kein exklusives Markenzeichen nur einer linken Strömung.

        Wer so tut, als sei das Problem erst dann relevant, wenn exakt dieselbe Tat begangen wurde, betreibt moralische Buchhaltung statt politischer Analyse. Es geht um Haltungen, nicht um Tatstatistiken. Auch das offene Befürworten von militärischer Gewalt, das Absprechen von Empathie oder das Feindbilddenken „die anderen sind nur Barbaren“ vergiftet Räume – unabhängig davon, aus welchem linken Submilieu es kommt.

        Kurz gesagt: Dass Gruppe A diesen Anschlag nicht begangen hat, macht Gruppe A nicht automatisch zu einem Gegenmodell. Wer Gewalt rhetorisch normalisiert, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann jemand zur Tat schreitet. Genau das war die Kritik.

    • @Deep South:

      Absolute Zustimmung

  • Ich muss gestehen, dass mich in Sachen Palästina weder die Position Israels noch die der Palästinenser überzeugt. Und ein ernsthaftes Ausdiskutieren und Erarbeiten eines sinnvollen Ausgleichs wagt ja niemand in den Medien oder in der Politik. Aus diesem Grund sehe ich sowohl Demonstrationen pro Israel als auch Demonstrationen pro Palästinenser hier bei uns mit Skepsis. Brauchen tun wir beides eher nicht.

    • @XXX:

      Sie setzten Solidarität mit den Palästinensern, mit Solidarität für die Hamas gleich.

    • @XXX:

      Demonstrationen hier bedeutet, dass wir dieses (unlösbare) Problem auf unseren Straßen haben.

    • @XXX:

      Gewalttätige proisraelische Demonstrationen wären mir neu.

  • Die nichtjüdische Deutsche Carolin Bohl wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas brutal ermordet. Die Mutter nimmt Abschied von der geliebten Tochter.



    ===



    Zitat: ""Neben dem Schmerz um den Verlust von Carolin muss ich dabei zusehen, wie in der deutschen Öffentlichkeit mit den Folgen der Massaker umgegangen wird. Täter-Opfer-Umkehr, fehlende Solidarität, Berichterstattung, die mich vor Entsetzen nicht zur Ruhe kommen lässt. Ich schäme mich für die Deutschen, die dabei mitmachen.""

  • Wie fa ist die Antifa?

    Und wo ist da noch der Unterschied zu Nazis?

    Palästinenser und Nazis verwenden vielfach die gleichen Symbole.

    Z. B. das auf den Kopf gestellte rote Dreieck wurde von der SS zur Kennzeichnung von politischen Gefangenen in Konzentrationslagern benutzt.

    Ziele und Sprüche: Die Hamas möchte die Juden weltweit töten, siehe ihre 1988er-Charta, Artikel 7. Und "Globalize the Intifada" ist die aktuelle Version der "Endlösung der Judenfrage".

    Ab 1880 flüchteten in mehreren Wellen Juden aus Russland, dabei viele Angehörige der "zionistischen Arbeiterschaft", vor Pogromen in ihr 3300 Jahre altes Stammland, aus dem sie viele Male von imperialistischen Nachbarvölkern vertrieben worden waren.

    Ab 1933 kamen die Juden, die vor deutschen Gaskammern flohen. Israel wurde aus der Not geboren.

    Deutsche Nazis nahmen daraufhin Kontakt mit arabischen Antisemiten auf, so dem Mufti von Jerusalem und späterem SS-Gruppenführer al-Husseini um Israel zu verhindern.

    Sie implementierten den Begriff "Kolonialismus".

    Islamistische Terrorgruppen und gewisse Linke, die dringend ein neues revolutionäres Objekt brauchten - statt dem "Proletariat" halt "Palästina" - übernahmen dies.

    • @shantivanille:

      "Sie flohen in ihr 3300 Jahre altes Stammland."



      ist kein rationales Argument.



      Es gibt keine Verbindung von Blut und Boden.

      • @KnorkeM:

        Blut-und-Boden-Ideologie. Kommen Sie jetzt von den Nazis oder den Linken, die Israel kein Wohnrecht in Israel zugesteht?

        Da können Sie auch gleich noch ein paar andere mitnehmen:

        Die amerikanischen Ureinwohner (Indigenen Völker) leben schon seit über 15.000 Jahren in Nordamerika. Sie geben also den europäischen Kolonialisten vor 500 Jahren Recht?

        Die Indus-Kultur, die seit 5000 in Indien ansässig ist, wollen Sie auch rausschmeißen?

        Die Chinesen? Etwa seit 6000 Jahren dort.

        Fangen Sie doch noch früher an:



        Altpaläolithische Funde belegen, dass die Hominini-Art Homo erectus vor mindestens 500.000 bis 600.000 Jahren im Gebiet des heutigen China heimisch war.

    • @shantivanille:

      Ihr historischer Exkurs ist wie so oft historisch fragwürdig: Sie gehen selektiv mit Fakten um und liegen in einigen Punkten auch objektiv falsch (weder haben die Nazis den Begriff Kolonialismus implementiert noch war el-Husseini SS-Gruppenfuehrer - ohnehin bedürfte der allzu deutsche Hang, den NS auf andere zu projizieren, einer eigenen Diskussion). Aber um beim Thema des Artikels zu bleiben: Sie wissen bisher nicht, ob die Täter aus dem Antifa-Umfeld stammen und dass die Antifa weder eine Organisation ist noch eine einheitliche Position zum NO-Konflikt vertritt, ist Allgemeinwissen. Sie gegen hier einem Trump'schen Feindbild auf den Leim. Ohnehin sind solche Pauschalurteile unangebracht: es ist bedauerlich, dass einige Linke (nicht nur propalaestinensische) zu Gewalt greifen - deren Dummheit ändert aber nichts an der Legitimität des Anliegens, um das es hier geht: den Protest gegen den Völkermord in den besetzten Gebieten und gegen die deutsche Komplizenschaft. Der Protest gegen ein Menschheitsverbrechen ist nicht weniger richtig und wichtig, weil einige sich dabei zu Straftaten hinreißen lassen.

      • @O.F.:

        Der Vorwurf „Trump’sches Feindbild“ ist ein billiger Abwehrreflex, ersetzt aber keine inhaltliche Auseinandersetzung. Niemand behauptet, die Antifa habe diesen Anschlag begangen – wohl aber, dass antisemitische Narrative, Gewaltlegitimation und NS-Relativierungen in Teilen linker Milieus längst kein Randphänomen mehr sind. Das lässt sich nicht mit dem Hinweis auf fehlende Organisationsstrukturen wegwischen.

        Zur Historie: al-Husseini war enger NS-Kollaborateur, propagandistisch eingebunden und SS-nah – ob Ehrenrang oder formeller Titel ist für die politische Bewertung sekundär. Entscheidend ist die ideologische Kontinuität antisemitischer Motive, die bis heute anschlussfähig sind. Wer Symbole, Parolen und Vernichtungsrhetorik relativiert, weil sie „antikolonial“ etikettiert sind, betreibt genau jene Projektion, die er anderen vorwirft.

        Und der inflationäre Gebrauch des Begriffs „Völkermord“ dient hier vor allem als moralischer Schutzschild, hinter dem jede Grenzüberschreitung verharmlost wird. Protest verliert nicht an Legitimität durch Kritik – aber sehr wohl durch Gewalt, Antisemitismus und das konsequente Wegsehen davor. Wer das nicht klar benennt, ist Teil des Problems

      • @O.F.:

        Und um auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen:

        Hamas und gewisse Linke.

        Diese gewissen Linken tragen ach so gerne ihre "Pali-Tücher". Auch Fahne al-Husseinis genannt:

        "Zum Tragen der Kufiya forderte der Großmufti von Jerusalem, „Mohammed Amin al-Husseini“, im Jahr 1936 die Bevölkerung auf. Die Kufiya sollte als Zeichen der arabischen Bevölkerung zur Abgrenzung von Jüdinnen*Juden, ihrer Vertreibung aus Palästina und als Aufstand gegen die Kolonialmacht Großbritannien, dienen."

        Antisemitismus und Gewalt pur. Faschismus.

        www.amadeu-antonio...ticker-ueberklebt/

        SPIEGEL: "El-Husseini hat dazu aufgerufen, dass alle Araber Palästinas ein Pali-Tuch tragen sollen. Sein Plan war die Abgrenzung von Juden, ihre Vertreibung aus Palästina und der Aufstand gegen die Kolonialmacht Großbritannien. Allein diese Geschichte macht es der Kufiya unmöglich, zurück zu einem tragbaren Image zu finden. Sie ist bis heute ein Zeichen für Nationalismus, Kampfbereitschaft und Anti-Zionismus."

        www.spiegel.de/pol...e-ist-nicht-gut-a-

      • @O.F.:

        Die Nazis waren glücklich mit el-Husseini und seinen Muslimbrüdern.

        "Nach einem Treffen mit ihm (el-Husseini) 1944 notierte Joseph Goebbels in sein Tagebuch: „Er legt mir dar, daß die arabisch-mohammedanische Bevölkerung keinerlei Interessengegensätze mit dem Deutschen Reich je gehabt habe oder heute habe oder in Zukunft haben werde. Infolgedessen seien die 400 Millionen mohammedanisch-arabische Bevölkerung absolut für uns zu gewinnen, wenn man sie nur propagandistisch richtig bearbeite."

        Und

        Zwar findet die Angabe el-Husseini wäre SS-Gruppenführer gewesen, keine direkte Bestätigung in der biographischen Literatur.

        doch

        "In seiner Geschichte der SS (1957) gibt der Holocaust-Forscher Gerald Reitlinger an, dass der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, al-Husseini zum SS-Gruppenführer ernannt habe."

        Stark anzunehmen, dass er Recht tat, al-Husseini und Himmler waren dicke Freunde. Brüder im Geiste. Mit Goebbels im Trio.

        de.wikipedia.org/w...d_Amin_al-Husseini

        • @shantivanille:

          Die Nazis haben, genauso wie ihre Gegner im 2. WK versucht, Muslime zu umwerben – damit waren Sie aber nur teilweise erfolgreich und auch die Muslimbruderschaft hat keineswegs geschlossen mit den Nazis sympathisiert (el-Husseini war nicht „die Muslimbruderschaft).



          Für die Behauptung, el-Husseini wäre SS-Gruppenführer gewesen, gibt es schlichtweg keinen Beleg und kein seriöser Historiker vertritt diese These mehr (Geschichtswissenschaften argumentieren mit Quellen, nicht mit Bauchgefühl).

          • @O.F.:

            Ihre Verharmlosung ist problematisch. Dass El-Husseini nicht „die Muslimbruderschaft“ war, ändert nichts an seiner engen Kollaboration mit den Nazis und seinem aktiven Einsatz für deren antisemitische Ziele. Die Abwesenheit des Titels „SS-Gruppenführer“ bedeutet nicht, dass er nicht ideologisch und organisatorisch eng mit SS und NS-Führung kooperierte – Quellen wie Goebbels’ Tagebuch oder Himmlers Kontakte belegen dies eindeutig.

            • @Zippism:

              Es ist erstaunlich, wie schnell Faktentreue zur "Verharmlosung" wird, wenn Sie den eigenen ideologischen Bedürfnissen zuwiderläuft; was dann noch der Unterschied zu den "alternativen Fakten" der anderen ist, weiss ich nicht. Im übrigen rate ich dazu, meine Beiträge nochmal genau zu lesen - in denen ging es nämlich nicht um eine Apologie el-Husseinis, sondern um die Kritik an einem Geschichtskonstrukt, das den NS auf die Palästinenser projiziert (und damit auf perfide Weise eine Strafexpedition legitimiert, vor deren genozidalen Charakter manche die Augen verschließen).

          • @O.F.:

            Danke, O.F.



            Solche Hinweise auf el-Husseini werden nämlich allzu häufig von Lobbyisten gestreut und propagiert, um von der völlig inakzeptablen Gegenwart der Vertreibung und Besatzung ablenken zu wollen. Klappt aber nicht.

  • Das klingt danach, als würden Fans der autoritären, theokratischen, frauenfeindlichen und queerfeindlichen Hamas immer stärker versuchen die Linke zu unterwandern und zu dominieren -- inzwischen auch mit Gewalt.

    • @Arne Babenhauserheide:

      Kann man mal bitte aufhören mit diesen False-Flag vorwürfen? Diese Taten spiegeln ein reales Spektrum innerhalb der Linken Szene wieder und ja das muss man schon irgendwie anerkennen, dass es diese Probleme in der linken Szene gibt.

    • @Arne Babenhauserheide:

      Ein gewisser Teil der Linken war schon immer komatös antisemitisch:

      Der erste Anschlag auf eine jüdische Institution nach 1945 in Deutschland, das jüdische Gemeindehaus in West-Berlin, kam von links. Er wurde von den „Tupamaros“ verübt, einer linken „Stadtguerilla“. Die konnten es gar nicht abwarten. Zum Glück zündete die Bombe am 9. November 1969 nicht.

      Schon damals wurde der Anschlag begründet durch die Solidarität mit der palästinensischen Widerstandsgruppe Fatah und dem Kampf gegen Israel und den Imperialismus, das „jüdische Großkapital“. Dieter Kunzelmann, polizeibekannter Anführer der „Tupamaros“ und Mitglied der Kommune 1, wurde mysteriöserweise nie zur Rechenschaft gezogen. Der radikalen Linken war „das Proletariat“, das sie befreien wollten, verloren gegangen. „Die Muslime“ wurden ihr Ersatz.

      Hier zeigen sich Schnittmegen:



      SPIEGEL: "Hitlers merkwürdige Vorliebe für den Islam"



      www.spiegel.de/spi...ich-a-1186530.html

      Auch die RAF war ein reiner Antisemiten-Cluster. Die taz mit einem hervorrragenden Artikel:

      "Radikal antijüdisch"



      taz.de/Antisemitis...-der-RAF/!5193915/

      • @shantivanille:

        Vorsicht mit verkündeten Ungenauigkeiten.

        Schändung der Neuen Synagoge Düsseldorf Jan. 1959 Düsseldorf Unbekannte beschmierten das Düsseldorfer Gotteshaus mit Hakenkreuzen.

        Schändung der Synagoge in Köln 24. Dez. 1959 Köln Zwei [Rechtsextreme ...] (DRP) beschmierten am Abend des 24. Dezembers die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Köln mit Hakenkreuzen und der Aufschrift „Deutsche fordern: Juden raus“.In den darauf folgenden Wochen ereigneten sich hunderte ähnlicher Vorfälle in der Bundesrepublik, die als „antisemitische Schmierwelle“ bekannt wurden.



        (Q.: Wikipedia)

        Dass Israel nicht die Juden vereinnahmen darf und Antisemitismus sich nicht mit Israel herausreden kann, ist klar. So, wie das Ende der Besatzung, gleiche Rechte einfach nur überfällig sind, dort in der Ecke.

        • @Janix:

          Danke auch an dieser Stelle für die historische Korrektur. Ich fürchte, hier hat sich der Mitforist argumentativ gehörig verrannt. Und das nicht das erste Mal.

  • Hier sieht man mal wieder: Es gibt durchaus Linke, die Gewalt, auch Gewalt gegen Menschen, sogar Gewalt gegen linke Menschen für legitim halten.



    Soviel zur These die "Vulkangruppe" könne gar nicht links sein, weil Linke solche Taten nicht begehen würden.

    • @yohak yohak:

      "...die Gewalt, auch Gewalt gegen Menschen, sogar Gewalt gegen linke Menschen..."

      Diese Steigerung ist schon starker Tobak, muss ich sagen. Haben Linke etwa in Ihren Augen ein "respektableres" Recht auf körperliche Unversehrheit als andere?

  • Linksextreme und Rechtsextreme sind von gleicher "Hardware",



    nur die Software ist eine andere. Beide haben das Recht für sich gepachtet und akzeptieren die bestehenden Gesetze nicht. Beide sind gewaltbereit den anderen gegenüber. Beide können mir gestohlen bleibe, euch braucht niemand!

    • @Hans Dampf:

      Hufeisen detected

      • @Nixzusehen:

        Wer es sucht, wird es finden. Aber was soll das heißen? Macht das die Feststellungen von @Hans Dampf falsch?

  • Das ist schon Terrorismus im Namen der Hamas. Gerechter Widerstand sieht offensichtlich anders aus..

  • Wer von der Weltrevolution träumt, kann sich schwerlich von Gewalt distanzieren. Das zu Hinterfragen ist aber nicht jeden gegeben.

  • Die Hamas hatte es jederzeit in der Hand den Angriff Israels auf Gaza zu stoppen, wenn sie die Geiseln freigelassen hätte!



    Darum wurde Palästinasolidarität von einem zivilgesellschaftlichen Protest/Projekt zu einer Kriegspartei. Der Nationalismus dem der bewaffnete Angriff vom 7. Oktober zugrunde liegt entspricht einer Denkweise des Jahres 1860. Ähnlich verhält es sich mit der Solidarität gegenüber den nationalistischen Bestrebungen der Kurden, der bspw. in der Türkei zu einem Jahrzehnt des Bürgerkriegs geführt hat. Insofern ist es gelogen(!) wenn die Linke sich selbst als Friedenspartei bezeichnet. Das Bündnis Sahra Wagenknecht war dann eine logische Konsequenz und kein Betriebsunfall. Die Linke hat 2021 zur Bundestagswahl sozial-ökologische Politik aktiv boykottiert indem ihre Spitzenkandidatin Wagenknecht zu einem Generalangriff auf das woke links-grüne Establishment ansetzte, was dann die FDP in die Regierung brachte, die rot-grün vollends an die Wand gefahren hat.



    Durch ihre Intervention in der Klimabewegung hat sie die Klimabewegung effektiv geschrottet. - Deshalb: Bitte geht! oder wie es die Fridays auf ihren Demos formulieren - HAUT AB !! -

  • Die Grenze zur Gewalt ist für alle, die etwas gegen die herrschenden Verhältnisse unternehmen wollen, eine Herausforderung. Während systemische und strukturelle Gewalt hier und an anderen Orten in der Welt, durch den Gesetzgeber als fester Bestandteil oder Nebenwirkung legitimiert und nicht selten aktiv ausgeübt wird, müssen alle, die sich mit Gewalt dagegen richten, gleich zwei Rechtfertigungsprobleme lösen: (i) Was rechtfertigt welche Gewalttaten, die den gesetzlich legitimierten Rahmen sprengen? (ii) Wie lässt sich Gewalt als Mittel im Kampf gegen die Gewalt, die von herrschende Verhältnissen ausgeht, rechtfertigen?

    Da Aktivismus gegen die herrschenden Verhältnisse diese immer in Frage stellt, hat jede Obrigkeit ein Interesse daran, diesen zu delegitimieren und zu bekämpfen. Für die geforderte Abgrenzung zur Gewalt (der einen oder anderen Seite) gibt es trotzdem keine einfache Antwort. „Gewalt gegen Gewalt“ scheint immer paradox und ihre Bewertung ist Objekt individueller Haltungen und Interpretationsspielräume. (Man denke nur an Widerstand gegen das NS-Regime, die RAF, Letzte Generation.) Als Gegner von Gewalt, bin ich selbst auch gegen die der herrschenden Verhältnisse.

    • @DemokratischeZelleEins:

      Es kommt wohl darauf an, wie fundamental man sich mit der geltenden Gesellschaftsordnung im Unreinen befindet: Wenn man schon den demokratischen Rechtsstaat insgesamt ablehnt, DANN besteht das von Ihnen beschriebene Dilemma in puncto Gewaltanwendung in der Tat.

      Erkennt man den aber grundsätzlich an, sollte Gewaltanwendung als Mittel der Politk ausscheiden. Denn die demokratische Legitimation des staatlichen Gewaltmonopols oder der Strafbarkeit von Delikten wie Brandstiftung, Körperverletzung, Mord etc. wird selbst der größte Skeptiker unseres System kaum anzweifeln können.

      • @Normalo:

        Aber natürlich muss sich auch das staatliche Gewaltmonopol der Rechtsstaatlichkeit beugen und sein Handeln gegenüber einer kritischen und demokratischen Öffentlichkeit begründen.



        Autoritäre Systeme (USA unter Trump) versuchen das auszuhebeln, in Diktaturen (Russland unter Putin) ist dann die Ausschaltung einer kritischen Öffentlichkeit bereits zementiert.



        Das Abgleiten der liberalen Demokratie in den Autoritarismus ist jederzeit möglich, die Grenzen sind fließend. Das lehren uns die Erfahrungen aus den USA, aber auch vor der eigenen europäischen Haustür (Ungarn).



        Auch die Liberalen in den Staaten glaubten, das System der Checks and Balances in der US-Verfassung sei stabil … bis ein gewisser Mr. Trump auf der Bildfläche erschien, der die gültigen Spielregeln einfach außer Kraft setzte (er konnte es aufgrund seiner präsidialen Machtfülle, aber auch hierzulande werden die Demokratieverachter Schwachstellen finden).

        • @Abdurchdiemitte:

          Natürlich gehe ich von einer grundsätzlich rechtsstaatlich - und damit innerhalb des demokratisch legitimierten Rahmens - agierenden Staatsmacht aus. Das hier ist auch nicht Trump- (oder gar Putin-, Chi- oder Hamas-) Territorium. Insofern finde ich den Vergleich etwas abwegig und ablenkend. Und - unter uns Betschwestern - auch MAGA-Politik würde nicht rechtfertigen, jetzt das Haus von z. B. Pete Hegseth oder Kristi Noem anzuzünden. So zu handeln, verrät einfach, dass da kein moralischer Kompass steht, auf dessen Basis der Gewalttäter irgendwas besser machen würde als sein Opfer.

          • @Normalo:

            Aber die USA galten immer als eine stabile Demokratie, in vielerlei Hinsicht sogar als Vorbild für Deutschland (anders als Russland, wo sich demokratische Strukturen nie haben vollständig etablieren können). In fast schwindelerregendem Tempo werden die demokratischen und rechtsstaatlichen Institutionen in den USA und seinen Leuten jetzt gezielt demontiert. Ob das bei einem Wahlsieg der Demokraten in drei Jahren noch alles zu reparieren ist?



            Übrigens müssen wir beide uns doch wohl nicht ernsthaft darüber unterhalten, ob man die Häuser derer anzünden darf, deren politische Gesinnung uns nicht in den Kram passt.

  • Der Autor freut sich also – meiner Meinung nach zu Recht: Es gibt noch Linke, die Terror und Gewalt nicht verherrlichen. Dazu gehöre auch ich, für die Terror und Gewalt niemals Mittel der Konfliktlösung oder der Befriedigung persönlicher Bedürfnisse sein dürfen.



    Die Frage bleibt allerdings, lieber Pascal Beucker, ob



    a. Menschen mehr und mehr vom seit Jahren sich abzeichnenden Trend des „Rechts der Stärkeren“ massiv beeinflusst werden,



    b. ob viele – und eben nicht nur Linke - diesen Trend inzwischen als „Problemlösung“ verherrlichen,



    c. ob viele – ermuntert durch Posts und konkrete Taten von Trump, Hegseth und Mittätern, ermuntert vor allem durch den laschen, taktierenden Umgang mit diesen Tätern – diesen Vorbildern nacheifern.

    Spätestens seit Trump und Partnern ist bei vielen Menschen die Scheu vor der Überschreitung „roter Linien“, vor der „Regelverletzung“, ja vor der „Menschenverletzung“ gesunken, bei manchen gar nicht mehr vorhanden. Es gibt - und das ist schlimm - Linke, die sich in dieser „Blase der Unmenschlichkeit“ ebenfalls tummeln. Sie - aber nicht nur sie – zu thematisieren ist unsere Pflicht.

  • Mit dem Gesicht zur Wand in einer Ecke zu stehen und sich dazu auch noch die Ohren zuzuhalten trägt nicht zum Dialog bei. Das sich ausschließlich in seiner Bubble bewegen führt fast zwangsläufig zu Radikalisierung. Und ein paar Irre belassen es nicht nur bei Worten.



    Einfach nur erschreckend.



    Man muss die Haltung von Herrn Büttner nicht teilen, um diesen Anschlag klar zu verurteilen.

  • Das wäre gegenüber niemandem ok. Gute Linke, gute Menschen generell, schaffen es doch, zugleich für Palästinenser- und Palästinarechte zu sein und gegen Antisemitismus und andere Rassismen.



    Denn u.a.: Israel ist nicht "die" Juden, und auch nicht umgekehrt (und Netanyahu nicht Israel und umgekehrt).

    Also:



    Benehmt euch!



    Besatzung und Diskriminierung von Palästinensers unabhängig davon beenden, den Antisemitismus hierzulande auch.

  • Das ist doch krank. Der Mann hat Kinder, die werden dadurch traumatisiert und in Gefahr gebracht. Mit Links sein hat das alles nichts mehr zu tun. Für mich sind das Faschisten, egal „wofür“ sie angeblich Menschenleben gefährden.

    Die Linke hart jetzt ganz anderes zu tun und bräuchte alle Kräfte! In Zeiten von AfD als stärkster Partei in vielen Teilen Deutschlands, einem imperialistischen Trump, autoritären Techmilliardären, die uns mit Überwachung und KI unterwerfen wollen, und einem invasiven Putin - die einander zum Teil auch noch zuarbeiten. Das sind geballte Mächte, gegenüber denen wir alle die Schwächeren sind. Finstere Zeiten sind angebrochen, wir müssten aufbegehren, uns wehren, retten, was jetzt noch geht.



    Stattdessen machen „Linke“ Terror gegen Linke und ganze Berliner Stadtteile. Damit sabotiert man den guten Kampf.

    Das sind keine Linken, wenn sie gegen uns statt für uns sind.

    • @Fraudokter:

      Linke bzw. linke Politik soll uns vor AFD, Techmilliardären, KI, Putin und Trump schützen?

      Diese linke Politik hat doch die AFD und Trump groß gemacht. Und Putin wird von vielen bewundert, weil er einfach "macht".

      Und CDU/AFD stellen die Mehrheit in Deutschland da. Die Mehrheit will also eben keine linke Politik. Deshalb auch der Absturz der SPD. Sie wollte immer weiter links regieren.

      • @Iknowvieles:

        Wow. So langsam keimt bei mir die Hoffnung, daß es doch noch TAZ-Leser zu geben scheint, die nicht völlig linksideologisch verblendet sind und mit beiden Beinen in der Realität stehen. Danke

      • @Iknowvieles:

        U may know vieles, aber u certainly don’t know, dass Trump und AfD die Linke überhaupt nicht brauchten, um groß zu werden.



        Flooding the zone with shit, social media und russische Fake News Maschinen sind schon viel eher dafür verantwortlich.



        Bisschen informieren hilft, so u will know even more!

        • @Fraudokter:

          Den größten Sprung nach oben in den Umfragewerten hat die AfD unter einer linken Ampelregierung gemacht.

          • @Zippism:

            Auch da war die Zone schon mit trumpistischer und putinistischer Sch … geflutet,



            Und die Ampelregierung war links? Pfff, ich muss lachen.

          • @Zippism:

            Die "linke" Ampelregierung wurde durch FDP und Geschrei gegen Grün demontiert. Das gilt auch dann, wenn die Kommunikation der Ampel durchaus besser hätte laufen können.

        • @Fraudokter:

          Tja. Hätte AFD und Co nicht so viele Steilvorlagen in Vergangenheit und Gegenwart, wäre es wohl nie so gekommen. Kann man auch die Augen vor verschließen. Weiterhin.

  • Extrem bitter, wenn die Palästina-Freundschaft so weit geht, dass man keinerlei Probleme damit mehr hat, dass man bezüglich Juden mit echten Nazis komplett auf einer Linie ist.



    Von der gedanklichen Akrobatik, Gewalt im Namen der Menschlichkeit total knorke zu finden, mal ganz abgesehen.

  • "Dort, „wo Terror und Gewalt verherrlicht werden“, sei allerdings eine Grenze überschritten, formulieren sie erfreulich eindeutig"



    Das ist die einzig richtige Leitlinie, die von viel zu vielen nicht eingehalten wird, von den Spinnern, die Herrn Büttners Privathaus angegriffen haben, allerdings leider auch viel zu oft von denjenigen, die den israelischen Staatsterror und die ungehemmte Gewalt der IDF legitimieren.

    • @Residente:

      Wo bitte legitimiert man den israelischen Staatsterror und die ungehemmte Gewalt der IDF, wenn man hierzulande gegen Antisemitismus - auch israelbezogenen, auch den linken - zu Felde zieht.



      Als jemand, der sich als parteiungebunden und Teil der „gesellschaftlichen“ Linken versteht, der Linkspartei aber wohlwollend gegenübersteht und sie als derzeit einzige parlamentarische Vertretung des linken Spektrums betrachtet, schäme ich mich für die Diskussionen, die einige palästinasolidarische Parteimitglieder innerhalb der Linken anzetteln.



      Muss man jetzt ernsthaft darüber diskutieren, ob die Hamas-Bluttat vom 7.Oktober 2023 ein antikolonialer Befreiungsakt war? Pfui Deibel!



      Gottseidank haben Schwerdtner und van Aken deutliche Worte dazu gefunden und ich hoffe, sie finden innerparteilich Gehör. Notfalls müssen diese antisemitische Positionen aus der Partei verbannt werden. Israelischer Staatsterror und Apartheidstrukturen unter der Besatzung müssen allerdings auch weiter als solcher benannt werden - ein schmaler Drahtseilakt.



      Herr Büttner in Brandenburg hat für seinen Einsatz gegen Antisemitismus jedenfalls meine volle Solidarität.

      • @Abdurchdiemitte:

        D'accord. Meine Solidarität hat er dafür auch. Ich bezog mich auf diejenigen, die das produzieren was Sie einen schmalen Drahtseilakt nennen, der es nicht sein sollte, indem Kritik an "Israelische[m] Staatsterror und Apartheidstrukturen unter der Besatzung" als Antisemitismus verunglimpft werden. Ein Herr Klein fiele mir da ein, oder auch die gesamte Haltung der Bundesregierung und eben leider auch ein nicht unerheblicher Teil der gesellschaftlichen Linken, zu der wir uns beide zählen.(Antideutsche, diverse taz-Autoren und Kommentatoren, etc.) Zwischen diesen beiden Polen, Staatsräson über alles hier und global Intifada dort werden viele Debatten leider zerrieben oder halt zum erwähnten, leicht albernen Drahtseilakt.

  • Wenn Aktionen von Gruppierungen, die sich selbst für links halten, sich nur dadurch von Aktionen von Faschos unterscheiden, dass nicht Hakenkreuze, sondern rote Dreiecke verwendet werden, kann man schon ins Grübeln kommen. Und da gibt’s ja einiges, über das man grübeln kann.



    Ob etwa der "III.Weg" schon ’ne Kiste Schampus geschickt hat. Und vieles mehr.

  • Wer nach einem Brandanschlag mit Hamas-Symbolen und Morddrohungen wirklich glaubt, die Linke müsse bloß „miteinander über Positionen ringen“, hat entweder die Wirklichkeit verpasst oder lebt in einer politischen Seifenblase. Ein Anschlag auf den Antisemitismusbeauftragten – und prompt wird darüber debattiert, ob das alles vielleicht ein „falscher Umgang“ mit Genoss:innen sei?



    Während die eine Hälfte der Partei erklärt, Gewalt müsse klar verurteilt werden, winkt die andere ab und scheint schwer damit beschäftigt, endlich die schärfste Gaza-Kippe der Republik zu drehen. Dass linke Solidarität mit Palästinenser:innen oft in unverhohlene Apologie von Hamas und blankem Antisemitismus umschlägt, bleibt erstaunlich unbeobachtet; Reflexion? Fehlanzeige.



    Der politische Diskurs wäre besser beraten, rechte wie linke Gewalt klar zu benennen – und nicht reflexhaft jede Kritik als „Spaltungsversuch“ zu deuten. Denn wenn das eigene Milieu Antisemitismus und Terrorverherrlichung nicht ernst nimmt, braucht es keinen äußeren Feind mehr – man erledigt den Rest intern.

  • Ein seltsam wolkiger Kommentar. "So fällt es doch so manchen sichtlich schwer, sich beispielsweise von einer mehr als fragwürdigen „palästinasolidarischen“ Gruppe wie Handala abzugrenzen, die in Leipzig für die Demo am 17. Januar gegen Jule Nagel mobilisiert." Wem denn jetzt genau fällt das schwer?



    "Schließlich rechtfertigt Kilani den Terror der Hamas: [...] Trotzdem solidarisierten sich sogar mehrere Bundesvorstandsmitglieder mit ihm." Wer hat sich solidarisiert?



    Herr Büttner hat meine volle Solidarität, auch wenn ich einige seiner Aussagen tendenziös finde.



    "Wenn das nur alle in der Partei und darüber hinaus in der gesellschaftlichen Linken so sehen würden." - Vorsicht! Bitte nicht alles in einen Topf werfen. Eine heterogene, vielfältige Partei ist Verantwortungsbereich genug, die Linke als Partei ist mitnichten für alles verantwortlich, was sich als links deklariert.

    • @My Sharona:

      „Eine heterogene, vielfältige Partei ist Verantwortungsbereich genug, die Linke ist mitnichten für alles verantwortlich, was sich als links deklariert.“



      Für Schwerdtner und van Aken als Vorsitzende der Linkspartei mag das stimmen - und sie haben in dieser innerparteilichen Debatte die richtigen Worte gefunden. Mögen sie sich nun auch durchsetzen und dafür sorgen, dass diese antisemitischen Positionen aus der Partei ausgeschlossen werden. Viel Glück.



      Ich als „gesellschaftlicher“ und parteiungebundener Linker (fremd)schäme mich allerdings für Diskussionen, die von gewissen palästinasolidarischen Genoss*innen innerhalb der Partei im Kontext des 7. Oktobers 2023 losgetreten wurden.



      Klar ist, dass rechte Medien und die politische Konkurrenz das Antisemitismus-Thema begierig aufgreifen, um der Linkspartei damit eins auszuwischen.



      Aber die „Palästinasolidarischen“ in der Linken haben hier der Partei auch ein Eigentor geschossen.



      Es ist möglich, israelischen Staatsterror und Apartheid im WJL zu kritisieren (und wer soll das tun, wenn nicht die Linken), aber die islamo-faschistische antisemitische Hamas als antikoloniale Befreiungsbewegung einzusortieren geht garnicht.

      • @Abdurchdiemitte:

        "Klar ist, dass rechte Medien und die politische Konkurrenz das Antisemitismus-Thema begierig aufgreifen, um der Linkspartei damit eins auszuwischen."

        Möchten Sie ernsthaft anprangern, wenn der politische Gegner den Finger in die Wunde legt? Dass die Partei Die Linke ein erhebliches Antisemitismus hat kann ja nicht geleugnet werden. Sie tun das ja auch nicht, viele andere jedoch schon.



        Im Übrigen ist Die Linke ja auch nicht für besondere Zurückhaltung gegenüber dem politischen Gegner bekannt.

    • @My Sharona:

      Diese Lücke ist mir in der Tat auch aufgefallen.

      Ich nehme mal an, die Solidarität kommt weniger von Mandatsträgern sondern eher von "einfachen" Parteimitgliedern, die man jetzt nicht namentlich in der taz an den Pranger stellen würde.

      • @Sonntagssegler:

        "Mehrere Bundesvorstandsmitglieder" sollte klarstellen, dass das nicht einfache Parteimitglieder sind.

        Dass keine Namen genannt werden finde ich erstmal gut, denn anders würde die Gefahr bestehen, dass Leute jetzt Hass gegen die schießen und so noch mehr Polarisierung verursachen.

  • Danke für diesen sehr guten Kommentar. Leider gibt es viele Leute die sich als links bezeichnen und sämtliche, für mich essentiell, linke Positionen vergessen, geht es um Israel (leider beidseitig) oder irgendwelche sich links bezeichnende Regime (Hallo all ihr antiimps).

  • Bitte ein bisschen mehr Butter bei die Fische, Herr Beucker!



    Sie schreiben: "Ob das alle in der Partei so sehen, ist allerdings leider fraglich. So fällt es doch so manchen sichtlich schwer, sich (...) abzugrenzen" und an anderer Stelle "Auch die vielfältigen Solidaritätsbekundungen für den aus der Linken ausgeschlossenen (...) Kilani". Wollen Sie nicht mal konkreter werden und ein paar Namen nennen? Dann wäre es leichter, die Vorwürfe zuzuordnen und sich zu überlegen, ob die entsprechenden Personen, wie im Falle von Kilani, einen Parteiausschluss rechtfertigen.

  • Katastrophe an beiden Rändern. In Sachsen und Thüringen spazieren wütende Mops an den Haustüren von Politikern vorbei, zuletzt wieder bei Glühweinmärschen und in Brandenburg legen Wahnsinnige Feuer im Garten.



    Derlei gewaltbereite Irre gab es schon immer am linken wie am rechten Rand - neu ist aber, dass sich Politiker aus Parteien mit diesen Gewalttätern solidarisieren, die eben keinen Kleinst- oder Splitterparteien angehören.



    Waren es früher Politiker von Parteien die unter Sonstige geführt wurden, sind es nun Abgeordnete von AfD und Die Linke - und diese Parteien erhielten zusammen 30% der Stimmen bei der letzten Bundestagswahl.



    Knapp jede dritte Stimme im Land fiel also auf Parteien, die Abgeordnete in ihren Reihen dulden, die Gewaltanwendungen gegen andere gutheißen.



    Das ist ein Wahnsinn der nicht gut gehen kann.



    Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer, aber es hätte viel früher viel härter eingegriffen werden müssen. Politikerpuppen an Galgen zu Coronamärschen, Schariademos, Hetzdemos gegen Israel.



    Was da auf unseren Straßen geduldet wurde im Namen der freien Meinungsäußerung trägt vergiftete Frucht.



    Ob sich dieser Flächenbrand an allen Fronten nochmal einfangen lässt🫣

    • @Saskia Brehn:

      Welche Abgeordneten der Linkspartei heißen Gewaltanwendungen gegen andere gut?

      Da der Artikelautor das nicht verraten möchte, können Sie mir helfen?

    • @Saskia Brehn:

      was Sie hier schreiben, ist eine relativierung und bagatellisierung der faschisierungdynamiken in diesem lande. was für ein monströse und haarsträubend falsche semantische In-Eins-Setzung der Linken und der AfD. hat verschwörungstheoretisches niveau.

      • @Pflasterstrand:

        Tja, manchmal ist es schwer, eine Realität, die der eigenen Illusion widerspricht, anzuerkennen. Aber reden Sie es sich nur weiter ein, dass im linken Spektrum alles in Ordnung ist. Das nennt sich wohl Realitätsverweigerung.

        • @Katharina Reichenhall:

          "im linken Spektrum alles in Ordnung ist"

          Hat niemand behauptet. Das nennt sich wohl Strohmann-Argument.

      • @Pflasterstrand:

        sie hat sich das ja nicht aus den Fingern gesaugt, sondern ein Herr Kocak oder die im Artikel genannten sind eben nicht bereit, den Brandanschlag zu verurteilen. Die Linke in Neukölln hat auch offene Morddrohungen gegen den Betreiber eines jüd. Restaurants in Berlin nicht verurteilen wollen, weil man nicht "einseitig" sein wollte. In der Linkspartei sind auch einige solidarisch mit den Hammer-Angreifern der sog. Antifa-Ost.

        Fakt ist: wer solche Methoden nicht verurteilt, für den gilt, was Frau Brehn schreibt. Mit unserer Verfassung steht so jemand auf Kriegsfuß und sollte eigentlich aus dem Diskurs ausgeschlossen sein.

      • @Pflasterstrand:

        Ihre Antwort übersieht den Kern des Kommentars: Es geht nicht um eine Gleichsetzung von Ideologien, sondern um das gesellschaftliche Phänomen, dass Gewaltbereitschaft gegenüber Politikern toleriert oder verharmlost wird – egal, ob von links oder rechts. Wer Politikerpuppe an Galgen stellt oder Brände legt, agiert jenseits legaler Grenzen. Dass Parteien wie AfD oder Linke solche Tendenzen nicht konsequent verurteilen, ist kritisch, unabhängig von historischen Kontexten. Es geht um Handlungen, nicht um historische Schuld. Wer das reflexartig als „Relativierung“ abtut, verlagert die Verantwortung vom konkreten Problem – der Gewalt – auf ideologische Kategorien. Genau diese Blindheit trägt dazu bei, dass Aggressionen weiter wachsen.

  • " „Für revolutionäre Sozialisten hatten und haben die Palästinenser immer jedes Recht, sich mit allen erforderlichen Mitteln gegen die von den Imperialisten unterstützte zionistische Siedlerkolonie zu wehren, die ihr Land besetzt und sie unterdrückt“



    Yeah Vergewaltigung und Mord für den... Sozialismus! Mit der Hamas als wird das diesmal sicher eins dieser basisdemokratischen Systeme und keine miese Diktatur! zwinkersmiley



    Das Essen von der eigenen Bevölkerung zu stehlen um diese auszuhungern haben sie ja auch schon gut drauf. Fast wie die geliebte Sowjetunion.



    Schade, dabei hatte ich darauf gehofft die Linke nach Wagenknecht wieder wählen zu können. Aber mit Hamas-Spinnern und ihrer Haltung zum Ukrainekrieg (Putin Böse, Lösung: Hände in die Taschen) wird das wohl nix.

    • @Genosse Luzifer:

      Wichtiger Kommentar.



      Die Idee einer besseren Welt für alle wurde leider aufgegeben. Die Linke in und außerhalb der Parlamente ist lost und es scheint nur noch schlimmer zu werden. Die Bahamas scheint mehr und mehr recht zu haben mit ihren Analysen, welche schon vor Jahren geschrieben wurde.

    • @Genosse Luzifer:

      Der nahe Osten ist aber leider nicht das einzige wichtige Thema. Die Linke ist unter den relevanten Parteien (leider) die einzige, die sowohl Demokratie, Rechtsstaat, Verhinderung der Vermögenskonzentration als auch Klimaschutz glaubhaft ernst nimmt. Auch scheint sie als einzige Partei halbwegs das Geldsystem verstanden zu haben, nämlich dass ein Staat keine Steuern braucht, um Ausgaben zu tätigen, sondern das Geld täglich erzeugt und vernichtet ( politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/ ). Diese Erkenntnis wäre z.B. auch im Kampf gegen Rechts hilfreich. Daneben sehe ich nur noch Mera25 als weitere wählbare Partei.

      • @Earth & Fire :

        "Daneben sehe ich nur noch Mera25 als weitere wählbare Partei."



        Mera fand den 7. Oktober 2023 aber soweit ganz dufte. Allein das macht sie unwählbar. Mal abgesehen davon: Wenn man ein Statement abgibt, dass sich mit "Die Linke hat als einzige Partei verstanden, wie das Geldsystem funktioniert", könnte man sich mal fragen, ob man es selbst verstanden hat.

        • @Agarack:

          Die anderen Parteien haben das Geldsystem nachweislich nicht verstanden, denn sie gehen in ihren Analysen und Forderungen davon aus, der Staat habe nur das Geld seiner Bürger, und jede Erhöhung des Staatsdefizits erhöhe die Inflation. Das sind aber beides Fehlannahmen, siehe obigen Link.

      • @Earth & Fire :

        @Earth & Fire



        Geld bedeutet ebend auch Macht,



        Die Linke ist wohl auch die einzige Partei, die begriffen hat, ein Staat wird nicht dadurch gestärkt, indem der Bevölkerung durch künstlichen unnötigen Abbau, Reduzierung des Sozialsystem, der Bevölkerung



        Geld entzogen wird. Eine Regierung wird den Staat nur stärken können, wenn sie ihrer Aufgabe der Umverteilung zumindest in Maßen gerecht wird. Bedeutet; für gerechtfertigte, höhere Entlohnung der Arbeitnehmer zu sorgen denn nur dadurch ist mehr Kaufkraft gegeben, mehr Steuereinnahmen durch Konsum, gleichzeitig durch höhere Lohnsteuern und angepasste Soziabgaben in die Sozialsysteme, z. B. höherer Geldzufluss in die Rentenkasse



        & Krankenkassen, gesundet der Bundeshaushalt wieder. Zudem um der Aufgabe der Regierung einer annähernd ausgleichenden Vermögenslage innerhalb der Bevölkerung gerecht zu werden, sollte eine Luxussteuer eingeführt werden z. B. PKW ab 80.000 Euro Kaufpreis mit einer 5 % tigen Luxussteuer belegen, ebenso Schmuck & Uhren ab 10.000 Euro und hochwertige Yachten. Das sind Maßnahmen die die Gesellschaft stärken und nicht wie unsere derzeitige Regierung glaubhaft machen möchte, Enteignung. Humanistisch = Die Linke

        • @Alex_der_Wunderer:

          "...Die Linke ist wohl auch die einzige Partei, die begriffen hat, ein Staat wird nicht dadurch gestärkt, indem der Bevölkerung durch künstlichen unnötigen Abbau, Reduzierung des Sozialsystem, der Bevölkerung Geld entzogen wird..."

          Ich zweifle erstmal an, dass die Linke irgendetwas besser begreift, als andere; außer der Tatsache, dass sich immer noch viele Menschen mit unrealistischen Versprechen locken lassen. Enteignungen, Frieden ausschließlich durch Verhandlungen mit Putin, Nato-Ausstieg und massive Umverteilung klingen mir doch zu sehr nach Wunschdenken, als nach umsetzbarem Programm.



          Alles soll also teurer werden (Steuern rauf, mehr Rentenbeiträge, mehr Sozialabgaben, höhere Lohnzahlungen und damit verbundene höhere Produktkosten mit nachfolgend steigenden Preisen und weniger Exportchancen; gleichzeitig soll mit resultierend weniger Geld die Kaufkraft erhöht werden.



          Wie soll das gehen? Und mit welchem Partner wollen sie das durchsetzen?

          Real wäre: Putin hätte weiter freie Hand und es noch leichter, Europa unter Druck zu setzen. Export bricht weiter ein, dadurch mehr Arbeitslose, mehr Sozialabgaben, weniger Konsum, weniger Steuereinnahmen. Am Ende weniger für alle.

          • @Sisone:

            Der Export bricht weiter ein? Ihr Ernst? Ein permanenter Leistungsbilanzüberschuss wie der unsrige, ist extrem unfair, weil andere Länder dann ein gleich hohes Defizit haben, welches sie mit privaten oder staatlichen Schulden ausgleichen müssen, bisher waren das z.B. Frankreich, Italien, Griechenland, USA. Arbeitsplätze könnten in D auch durch nicht exportierende Unternehmen geschaffen werden, z.B. durch ein fettes Konjunkturpragramm.



            Und dass Arbeit nicht höher besteuert werden muss, stimmt sogar, da ist D weltweit ziemlich gut dabei. Ganz anders sieht es bei Vermögen aus, da haben wir massiv abgebaut. Daher sollte die Vermögensteuer wieder eingesetzt werden, idealerweise mit einem sehr hohen persönl. Freibetrag - z.B. 1.000 x BIP pro Kopf und pro Jahr - und einem Steuersatz 100 %. Betrieben würde das nicht schaden, es würden immer nur ein paar Aktien den Besitzer wechseln. Nur so verhindern wir Oligarchien wie in Russland oder demnächst USA, denn diese sind gerade dabei, nicht nur das Klima zu zerstören sondern auch die Demokratie und den Rechtsstaat.

            • @Earth & Fire :

              Ich bin ja bei Ihnen, dass eine Vermögenssteuer sinnvoll wäre, aber der Rest bleibt unrealistisch. Warum wohl retten sich Länder wie Griechenland, Italien usw. nicht ganz einfach mit fetten Konjunkturprogrammen aus der Schuldenkrise?

              "...Ein permanenter Leistungsbilanzüberschuss wie der unsrige, ist extrem unfair..."

              Die deutsche Wirtschaft ist im Augenblick stark auf Produkte für den Weltmarkt ausgerichtet, die Deutschland nie komplett selbst kaufen könnte (Autos, Maschinen usw.). Diese Wirtschaftszweige abzubauen würde nicht nur die Wirtschaft abwürgen, sondern auch massivst Arbeitsplätze kosten. Das ganze wollen sie dann ganz fair durch ein "fettes Konjunkturprogramm", zwangsläufig schuldenbasiert, ausgleichen. Dazu dann die von Alex eingebrachten höheren Kosten für Renten, Krankenkassen, Soziales. Naja, wenn Sie das realistisch finden...

              Nach Ihrer Logik müsste das Konjunkturprogramm in Dinge investieren, die Deutschland braucht, aber der Weltmarkt nicht. Was sollte das sein? Und wenn mit viel Geld die faire Wirtschaft aufgebaut wurde: mit welchem Geld sollte die Bevölkerung das ganze kaufen? Wenn Produktion UND Konsum subventioniert werden muss, ist Deutschland pleite.

              • @Sisone:

                "Warum wohl retten sich Länder wie Griechenland, Italien usw. nicht ganz einfach mit fetten Konjunkturprogrammen aus der Schuldenkrise?" Weil dafür mehr Geld gedruckt werden müsste. Wäre jederzeit möglich, wird aber seit vielen Jahren durch IWF und EU verboten und mit Sanktionen belegt.



                "Die deutsche Wirtschaft ist im Augenblick stark auf Produkte für den Weltmarkt ausgerichtet, die Deutschland nie komplett selbst kaufen könnte (Autos, Maschinen usw.)" Diese Situation wurde durch die Agenda 2010-Politik herbeigeführt, indem z.B. Lohnzurückhaltung erlaubt wurde. Bis dahin waren die Löhne gleich schnell gestiegen wie das BIP, seitdem steigen sie langsamer. Dadurch bekommen natürlich auch die Sozialversicherungen Probleme. Also erstmal sollten die Löhne wieder auf ein ordentliches Niveau gebracht werden. Ein Konjunkturprogramm durch den Staat - so dass die Breite Masse in Inland mehr Geld hat - würde die Nachfrage erhöhen und Arbeitsplätze schaffen. "Schulden" sind dabei ja kein Geld leihen sondern ein elektronisches Gelddrucken ( "Verfahren und Wirkungen bei der Emission von Wertpapieren"



                Aktenzeichen: WD 4 - 3000 - 129/20



                ).

        • @Alex_der_Wunderer:

          Die perfekte Rezeptur für den Weg zur Armut und Diktatur. Und dann doch irgendwie auf Konsum basierend und irgendwie dann doch wieder ohne Steuern. Das klingt nach MMT bzw. kostenlosem Geld, was allerdings nicht nur dazu führt, dass dann nicht nur der "Volkswagen" 80.000 Deutschmark (oder welchen Wert diese Währung auch immer hätte) kostet, sondern - weil Risiko vom Zins (dem Preis des Geldes) entkoppelt wird - kein Mensch mehr in diesem Lande investieren wird. Über die Folgen dieser alles andere als humanistischen Idee, ist eigentlich alles bekannt. In dieser Welt des billigen Geldes werden die Vermögenswerte dann von den Funktionären des Systems gekauft und zum eigenen Wohl verscherbelt. Allein die Vorstellung, dass Gewinne eine wirtschaftliche Funktion haben könnten, sollte man in dieser himmlischen Welt besser nicht äußern.

          • @Jutta57:

            Gerade die MMT weiß, dass Geld nicht knapp ist, reale Ressourcen aber schon ( www.oekologiepolit...fn7gp_CqM0RuxG5kVo ). Aber wir haben gerade eine Konsum- und Nachfragekrise, da wäre jeder € mehr im Umlauf willkommen. Die Deutschen sparen jedes Jahr (!) ca. 350 Mrd., die dann den Unternehmen an Einnahmen fehlen. Also müssen andere - das Ausland oder der Staat - in gleicher Höhe Schulden machen, sonst schmiert die Wirtschaft immer mehr ab, und die Arbeitslosigkeit steigt und steigt. Schon jetzt haben wir 5 mal so viele Arbeitslose wie offene Stellen, Tendenz steigend. DAS ist der Weg in Armut und Diktatur. Dem 3. Reich wurde auch durch Brünings Sparpolitik der Weg geebnet, nicht - wie die meisten glauben - durch die Inflation, die war 10 Jahre früher ( www.geldfuerdiewel...triedRedirect=true ).

          • @Jutta57:

            @Jutta57



            Bei allem Respekt, wo haben Sie in meinem Kommentar etwas über kostenloses Geld [ Euro ] gelesen ? Ich bin zudem explizit auf die notwendigen Steuereinnahmen, zum Erhalt unsere Sozialstaates eingangen. Genauso sehen es unsere Gewerkschaften im übrigen auch. Der Schlüssel zur Verbesserung unserer Wirtschaft liegt in angemessener Entlohnung der geleisteten Arbeitsleistung aus der sich unser BIP generiert. Ihre Kritik azf meinen Kommentar erscheint mir überhaupt nicht berechtigt.

            • @Alex_der_Wunderer:

              Pardon, war auf Earth und Fire bezogen.

    • @Genosse Luzifer:

      "... mit allen erforderlichen Mitteln ..."

      Daraus eine Rechtfertigung der Terrorattacke vom 7. Oktober abzulesen, ist doch etwas weit hergeholt. Zu Ende gedacht würde es ja bedeuten, eine Atombombe auf Israel mit dem Auslöschen allen Lebens in der ganzen Region, sei ein 'erforderliches Mittel'.



      Aber jeder dreht sich ein Zitat natürlich so, wie er es braucht. Für mich zeigt das Wort "erforderlich" an, dass man einen Rahmen - leider sehr unklar - benennt und dieser Rahmen mit Bedeutung gefüllt werden muss. Nirgends wird behauptet, dass ein Terrorakt wie am 7. Oktober in diesen Rahmen passt.

    • @Genosse Luzifer:

      Fehlende Belege für systematische Unterschlagung: Berichte von US-Behörden und UN-Organisationen kamen zu dem Schluss, dass es kaum Beweise für eine systematische großflächige Unterschlagung von Hilfsgütern durch die Hamas-Führung gebe. Die UN betont, dass die meisten Hilfsgüter (ca. 86 %) aufgrund von Sicherheitsrisiken, Kampfhandlungen oder Grenzbeschränkungen ihr Ziel nicht erreichen.



      Verantwortung Israels: UN-Organisationen und Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International sowie das Welternährungsprogramm (WFP) sehen die Hauptursache für die Hungersnot in der Blockade und den militärischen Operationen Israels.



      Aktuelle Lage 2026: Trotz eines Waffenstillstandsabkommens im Oktober 2025 bleibt die Versorgungslage prekär. Anfang 2026 entzog Israel zudem zahlreichen internationalen Hilfsorganisationen die Arbeitserlaubnis mit der Begründung, eine Unterwanderung durch die Hamas verhindern zu wollen.



      Fazit: Während Israel die Hamas direkt für die Unterversorgung verantwortlich macht, sehen internationale Organisationen die Krise primär als Folge des Krieges und der israelischen Zugangsbeschränkungen… Quelle: Google KI laut Frage: Hungert die Hamas ihre eigene Bevölkerung…

    • @Genosse Luzifer:

      Das ist größtmöglicher undurchdachter und undifferenzierter Blödsinn. Ich würde raten, das Kind nochmal zurück in die Badewanne zu heben.

      • @Jalella:

        Was genau ist daran Blödsinn?



        Können Sie das näher ausführen?

    • @Genosse Luzifer:

      "Das Essen von der eigenen Bevölkerung zu stehlen um diese auszuhungern haben sie ja auch schon gut drauf. "

      Mag gut sein, dass das vorgekommen ist – der klerikalfaschistischen Hamas ist alles zuzutrauen. Allerdings ist die Hungersnot in Gaza in toto nachweislich nicht auf solche Aktionen allein zurückzuführen, sondern geht v.a. auf militärische Entscheidungen der IDF und die Blockadepolitik der in Teilen von religiös-völkischen Ultranationalisten bzw. Rechtsradikalen besetzten israelischen Regierung zurück.

      Der von Ihnen eingangs zitierte Kilani ist übrigens aus der Linken ausgeschlossen worden. Deshalb erscheint mir Ihr Fazit argumentativ etwas schief geraten. Es kommt eben auf kritische Parteimitglieder und Wähler*innen an, damit solche reaktionären Positionen keinen Platz in der Partei haben.

      • @Pflasterstrand:

        Letzten August berichtete der Tagesspiegel noch:

        "Zu dem für Samstag geplanten Soli-Kiez-Event war das „Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee“ angekündigt worden – dem Verfassungsschutzbericht zufolge eine Dachorganisation, unter der sich unter anderem Anhänger der terroristischen Hamas versammeln."



        Dazu kommen ja auch weitere rückständige Vorschläge, bei denen es darauf hinausläuft, archaische Ideologien in unserer Gesellschaft zu verbreiten, zb. Kopftücher für Kinder in Schulen. Dann aber wieder an anderer Stelle Kleinigkeiten als eindeutigen Beweis für das Patriarchat hinstellen. Okay: Inkonsistente Meinungen haben ja eh gerade Konjunktur. Man hat ja keine Werte mehr, nach denen man Sachverhalte bewertet, sondern eher ein Feindbild im Kopf nach dem sich die Bewertung richtet.



        Jede Partei sucht sich seine Wähler, dieLinke wird mit ihrem Kurs wohl eher bei anderen ankommen. Dabei finde ich einige Positionen zur Sozialpolitik sogar gut; dennoch sind die oben genannte Dinge für mich Ausschlusskriterien.

  • Russland und die Palästinenser, das sind die Themen bei denen manche „Linke“ massive Probleme haben links zu sein, gegen Terror und gegen Faschisten.

    Ich empfehle Ernst Jandls Gedicht „Lichtung“:

    manche meinen



    lechts und rinks



    kann man nicht



    velwechsern.



    werch ein illtum!

    Ernst Jandl

    • @Gnutellabrot Merz:

      Bei Russland klarer Fall (ohne die Ukraine komplett zu verherrlichen, ich kann mit grau auch leben). Bei Israel und Palästina sehen Sie hoffentlich auch den Terror und die Faschisten, wie Sie es nennen, beider Seiten, das scheint mir da leider nicht so klar verteilt, wenn man Kabinettsmitglieder Netanyahus so hört und das Vorgehen anschaut.

      Jandls Gedicht rezitiere ich auch immer wieder gerne, ansonsten :)

    • @Gnutellabrot Merz:

      Guper Sedicht!



      Ernst gemeint: Vielen Dank, kannte ich bislang nicht..

    • @Gnutellabrot Merz:

      Da ham Sie nen Punkt.



      Grenzenlose Aufrüstung bis hin zum Wunsch nach deutschen Atomwaffen und die permanente Legitimation von Kriegsverbrechen durch rechtsradikale.. Tatsächlich nicht sehr links!

      • @Schleicher:

        Wer/wie/wo/was….?

        • @TerryX:

          Gehen Sie einfach weiter.



          Der User Schleicher bringt in diesem Zusammenhang häufig verwirrt klingende Beiträge.

      • @Schleicher:

        Und das zeigt leider schon die Qualität der Diskussion: wir können nicht gegen Terrorismus sein, weil die Taten der Terroristen als Rechtfertigung für Verbrechen genutzt werden, und wir können nicht gegen Faschisten sein, weil wir uns dafür die Hände schmutzig machen müssten.

        Ernsthaft?

      • @Schleicher:

        Aber darum geht es hier nicht, sondern um ein abstruses Weltbild und Wahnvorstellungen, die dazu führen, Brandsätze auf ein Haus und die dort lebenden Menschen zu werfen, nur, weil die die eigene Weltsicht nicht teilen.

        Ist das etwa "links"?

        Ihre Punkte haben zwar etwas für sich, aber in dem Zusammenhang hier empfinde ich Ihren Beitrag als Ablenkungsversuch.

      • @Schleicher:

        Vielleicht ist es Satire, aber die Kriegsverbrechen der Hamas wurden von Links keinesfalls eindeutig verurteilt…..

      • @Schleicher:

        Bis zu Ihrem ersten Punkt volle Zustimmung. Der Rest kommentiert nicht den Kommentar und fällt eher unter die Kategorie „Thema verfehlt“.

  • Ein sehr wichtiger Kommentar, den die eigentlichen Adressaten leider nie lesen werden. Schade.

    • @Dirk Osygus:

      Naja, die taz erreicht doch schon einige.



      Und so verführerisch es ist, sich im Besitz der Wahrheit zu wissen und dafür alles zu machen, so hilfreich ist auch energieaufwendiger Zweifel und Erkenntnis, dass Antisemitismuskritik mit Israelkritik zusammengehen kann und zuweilen sollte. Und man gegenüber anderen Menschen zu solchen Mitteln nie greift.



      (ein Schlimmes inzwischen ist auch, dass wir nicht einmal wissen, ob Putin auch hier einen Keil hat setzen lassen, wie schon bei Graffitiaktionen)

      • @Janix:

        Um so schlimmer, wenn man es Putin so leicht macht...

    • @Dirk Osygus:

      Vielleicht lesen sie ihn sogar...nur mit dem Verstehen wird es wohl nicht klappen. Insgesamt kann man festhalten, dass linke Extremisten nicht weniger blöd sind als rechte.