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Fahrrad-UnfallstatistikDeutscher Sonderweg

Kommentar von

Svenja Bergt

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Rad­fah­re­r:in­nen steigt, zumindest in Deutschland. Das ist auch kein Wunder – bei der Politik.

Ein Geisterrad am Straßenrand als Mahnmal für einen getöteten Radfahrer in Berlin Foto: Stefan Boness/Ipon

E s ist eine der Merkwürdigkeiten in der deutschen Politik: Wenn der Autoverkehr zunimmt, dann braucht es natürlich neue Straßen. So werden im Jahr 2026 ernsthaft noch Autobahnen (aus)gebaut – wo doch schon jetzt die Mittel für die Instandhaltung und -setzung der vorhandenen knapp und umkämpft sind. Und, ach so, eine Klimakrise ist da ja auch noch, aber die in der Verkehrspolitik zu berücksichtigen, ist anscheinend ein bisschen viel verlangt.

Doch nun nimmt regional der Radverkehr zu. Mehr Menschen legen Strecken per Rad zurück, mit den beliebten E-Bikes lassen sich auch längere Wege leichter bewältigen – gerade für Menschen, die sich früher aus Fitnessgründen nicht dazu in der Lage fühlten. Und was passiert? Bekommen wir Fahrradschnellwege, flächendeckend geschützte und breite Radspuren, abbiegesichere Kreuzungen, vielleicht gar angepasste Ampelschaltungen und konsequente Räumdienste im Winter? Vielleicht in einem Paralleluniversum. Aber jedenfalls nicht hier.

Wo die Infrastruktur knapp ist, kommt es zu Nutzungskonflikten. Wo es Nutzungskonflikte gibt, steigt das Unfallrisiko. Es ist also kein Wunder, wenn das Statistische Bundesamt nun meldet, dass die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fahr­rad­fah­re­r:in­nen im vergangenen Jahr gestiegen ist. Und auch, wenn dieser Anstieg vor allem auf ältere E-Bike-Fahrer:innen zurückzuführen ist, darf nicht untergehen, dass die meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen. Bei dem Großteil der Unfälle ist jemand zweites beteiligt, und davon sind der Großteil: Autofahrende.

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Einer aktuellen Analyse des Europäischen Verkehrssicherheitsrats zufolge ist EU-weit die Zahl der getöteten Rad­fah­re­r:in­nen von 2014 bis 2024 um 0,5 Prozent jährlich gesunken. In Deutschland ist sie derweil jährlich um 1,5 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Es ginge besser. Aber es ist politisch offenbar nicht gewollt.

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Redakteurin für Wirtschaft und Umwelt
schreibt über vernetzte Welten, digitale Wirtschaft und lange Wörter (Datenschutz-Grundverordnung, Plattformökonomie, Nutzungsbedingungen). Manchmal und wenn es die Saison zulässt, auch über alte Apfelsorten. Bevor sie zur taz kam, hat sie unter anderem für den MDR als Multimedia-Redakteurin gearbeitet. Autorin der Kolumne Digitalozän.
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167 Kommentare

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  • Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.



    Dieser Vergleich hinkt etwas. Denn es fehlen wichtige Größen.



    Deutschland ist ein sehr altes Land. Liegt der Grund allgemein an den älteren Fahrern?



    Gerade diese haben ja in Zeiten der e-Bikes massiv aufs Rad gewechselt. Und diese haben nicht 1 Million Assistenzsysteme.



    Zweitens, wie stark ist der Anstieg der Fahrradfahrer im Vergleich zu den Unfällen gestiegen?



    Wenn in Deutschland.. Dem Autofahrer Land im Vergleich doppelt so viele vom Auto aufs Rad



    Umgestiegen sind wie in den Vergleichsgruppe. Dann ist es kein Wunder wenn bei uns dann mehr Unfälle passieren.

  • Man muss aber schon auch deutlich sagen, dass die Geschwindigkeit und Rücksichtslosigkeit unter den Verkehrsteilnehmern (zumindest im Süden Deutschlands) in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Ich fahre seit 50 Jahren sehr viel Fahrrad, auch im Alltag, immer schon zügig und immer schon mit Tacho: deutlich schneller sind jetzt fast alle unterwegs (insbesondere mit E-Bikes) als noch vor zwanzig Jahren

  • Es müsste zu den genannten Tendenzen auch einmal Zahlen gegenüber gestellt werden. Sonst macht das alles keinen Sinn!

    Wenn die Zahl der Fahradfahrenden steigt, steigt auch die Zahl der Unfälle.

    Nur in welcher Verhältnismäßigkeit stehen diese Zahlen. Sind es proportional mehr, oder weniger?

  • Statistiken über Unfälle und getötete Menschen liegen vor,



    doch es fehlt an einer passenden Infrastruktur für die neuen E-Bikes, die zum Teil über 2 m lang sind und mit 30–40 km/h über Straßen, Radwege oder sogar Zebrastreifen fahren – Bereiche, die dafür nicht ausgelegt sind.



    Der Staat schläft einmal mehr – ähnlich wie bei KI-Anwendungen – und versäumt es, klare Regeln zu schaffen und die Infrastruktur entsprechend anzupassen.

    • @Okay:

      ???



      Es gibt klare Regeln und die Infrastruktur ist auch da.

      Dem Stast kann man bestenfalls vorwerfen, dass er E-Bikes nicht verboten hat oder wenigstens führerscheinpflichtig gemacht hat.

  • Der erste Abschnitt des Textes sagt schon alles über die Einseitigkeit! Es ist nun mal so, das außerhalb der Großstadt das Auto das Hauptverkehrsmittel ist von A nach B zu kommen wenn es zu anderen Orten ist. Das dann auch die Straßen dafür ausgebaut werden müssen ist logisch. Da auf Umwelt und Fahrrad zu pochen hilft nichts wenn die Mehrheit das Auto als notwendiges Gebrauchsgegenstand brauchen und es wie viele behaupten die in einer Großstadt leben ein Luxusgut ist. Übrigens neue Straßen bedeuten auch neue Radwege die es vorher nicht gab.

    • @Marcelo:

      In dem Kommentar geht es vor allem um im Straßenverkehr getötete Radfahrer*innen.



      Auch in anderen Ländern der EU gibt es ländliche Gebiete, trotzdem geht die Zahl der Unfalltoten insgesamt scheinbar zurück, steigt aber in Deutschland.

      Die Mehrheit der Bevölkerung in Dt. lebt übrigens nicht auf dem Land. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebten 2022 rund 71% in Großstadtregionen.



      In Großstädten macht es auf jeden Fall Sinn, den individuellen Autoverkehr drastisch zu reduzieren, trotzdem wird z.B. in Berlin mehr Autobahn gebaut.

      Auf dem Land/in kleineren Ortschaften ist Mensch mehr auf Autos angewiesen. Trotzdem macht es Sinn auch dort Alternativen zu entwickeln und fördern - allein schon wegen der selbstständigen Mobilität von (immer mehr) älteren Menschen und Kindern/Jugendlichen.



      Es gibt doch auch schon Ansätze, die ich als angenehm erlebe: Sammel-Ruf-Taxis, die zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gehören, Kleinbusse, ... Da wäre sicher noch mehr möglich.

      Die besten Radwege, die ich auf dem Land kenne (z.B. in Brandenburg) führen übrigens nicht entlang von Straßen, oder höchstens entlang kleiner Straßen.

    • @Marcelo:

      Dann kann das Auto oder E-Bike am nächsten erreichbaren Bus- oder Bahnhalt stehen.



      Wer teure Straßen baut, erntet nach einer Weile dann eben größere Staus, empirisch.



      Nix "es ist nun mal so", das ist änderbar, so wie die Ver-Auto-isierung unserer Gesellschaft ja auch in den letzten 90 Jahren brachial durchgedrückt wurde.

      Fangen wir aber ganz schlicht an: gleiche Chancen und Ressourcen auch mal für Fußgänger, Radler, Busnutzer, Bahnnutzer. In der Stadt, aber auch auf dem Land. Darauf ließe sich doch eigentlich mal einigen.

  • Am besten zu Hause bleiben und nicht rauchen.

    • @Jutta57:

      Nicht rauchen, womöglich.



      Zuhause bleiben? Nein. Es gibt Fuß, Rad, ÖPNV, Sammeltaxen, Carsharing, Mitfahrgelegenheiten. Und sparsamer autofahren auch noch (Training oder sich einlesen rechnet sich), u.a. beschleunigungsarm-gleichmäßig 100-120 km/h fahren. Tempolimit wäre in jeder anderen Gesellschaft längst da. Wir müssen aus dem Würgegriff der teils parasitischen Autoindustrie langsam mal raus.

  • In Berlin spricht es doch für sich, dass die Koalition selbst das letzte bisschen Mobilitätsgesetz demontiert hat. Keine Rad Wege mehr an Hauptstraßen, obwohl die dringend nötig wären. Weil: man will keine ideologische Verkehrspolitik lol! Die ganze Stadt ist ums Auto geplant, gebaut und Betrieben. Sieht man an fast jeder Ampel, Kreuzung, ÖPNV.

    Motto: "Deine Bahn kommt nicht? Dann Kauf dir halt ein Auto, du Opfer!"

    Ich sehne den Herbst herbei!

    • @rodriguez:

      Wo Sie nun wirklich keinen Spaß am Autofahren haben, ist Berlin.

      Darum hat es Berlin auch die geringste Zahl von PKW pro 1000 Einwohnern im Vergleich zu allen anderen Bundesländern.

      Radspuren auf der Straße sind nicht ab-, sondern weiter ausgebaut worden.

      Als Radfahrer habe ich offensichtlich eine andere Wahrnehmung als Sie.

  • Es ist eine Entscheidung.



    Wir können unter den bekannt und verdeckt großen Kosten weiterhin das Auto hätscheln, mit entsprechenden Folgen bei Umwelt, Platz, Krankheiten, Abhängigkeiten oder darüber hinausgehen und in einem ersten Schritt gleiche faktische Rechte für Fußgänger, Radler, ÖPNV-Nutzer (m/w/d) wiederherstellen.



    Am Ende werden wir das Zweite machen. Ich hoffe, dass wir das aber beschleunigen.

  • Wie oft sieht man Autofahrer, die bei rot über die Kreuzung fahren ?



    Und wie oft sieht man Fahrradfahrer, die das tun ?



    In meiner Stadt ist das Ergebnis eindeutig.

    • @Stechfliege:

      Wer von beiden hat in Deutschland meist länger Grün/ die Ampelphase auf die Geschwindigkeit ausgerichtet?



      Wer von beiden tötet, wenn er einen Fußgänger erwischt, häufiger?



      In jeder Stadt ist auch dieses Ergebnis eindeutig.

      (Bevor jetzt was kommt: wer über Rot radelt, läuft oder fährt, ist dann bitte selbst verantwortlich)

      • @Janix:

        "Wer von beiden hat in Deutschland meist länger Grün/ die Ampelphase auf die Geschwindigkeit ausgerichtet?"

        Das ist doch völlig Hupe. Verkehrsregeln gelten für alle. Wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer für einen bei Rot fahrenden Radler ausweichen oder notbremsen muss und dabei einen Unfall mit Dritten verursacht, interessiert es den Geschädigten einen Dreck. Und wenn dir ein Fußgänger, obwohl er Rot hat, vors Rad läuft und du stürzt, wirst du auch kein Verständnis haben. Du hast eben nicht nur für dich, sondern auch für andere Rücksicht zu nehmen. Und auch ein Unfall unter Radlern oder mit Fußgängern kann schwere Vereletzungen nachsichziehen. Alle müssen im Straßenverkehr mit einander klar kommen. Da hat niemand das Recht, seine eigenen Regeln aufzustellen.

  • Es darf halt nicht sein, was nicht sein darf!

    Leider erlebe ich viel zu oft das viele die Geschwindigkeit ihres Pedelec nicht einschätzen können. Einige verhalten sich nach dem Motto, ich bin früher gefahren und kann das immer noch.



    Die meisten E-Bike wiegen über 25kg, die Fahrer um die 100kg. Der Bremsweg ist deutlich länger und die eigene Reaktionszeit geht runter. Leider reißen viele am Lenker Rum und merken kaum, das sie pro Sekunde ca 8meter zurück legen. Das führt häufig zu Fehleinschätzungen, da sie selbst in jungen Jahren kaum schneller als 20km/h fuhren, jetzt knappe 30

    Gilt auch für viele junge Fahrer, nur sind deren Reflexe noch deutlich besser.

    Auch die Bremsen haben heute eine andere Qualität als noch vor 30/40 Jahren. Hydraulische Scheibenbremsen sind, was das Ansprechverhalten betrifft eine ganz andere Liga als Rücktritt und Stempelbremse.

    Dies wird, zu meinem Bedauern, von den Fahrern dieser Fahrzeuge falsch eingeschätzt.

    Desweiteren sind die Unfallzahlen seit Anfang der 70er rapide zurückgegangen ca. 22000 Tote in 72 heute sind wir bei ca.2800.

    Es ist heute also deutlich sicherer, nur hatte man damals keine Vollkasko Mentalität.

    • @Reinero66:

      Wenn das Rad nur 20% der Gesamtmasse ausmacht, dann ist der Bremsweg nicht deutlich länger. Zumal E-Bikes in der Regel über bessere Bremsen verfügen.

      • @Francesco:

        Das steht auch bei mir im Text, dass die Bremsen besser sind, nur ist a) die Geschwindigkeit höher, b) die Gesamtmasse, denn nicht nur das Bike ist schwerer sondern auch der Fahrer ist schwererer geworden und c.) die Handkraft lässt gewaltig nach.

        • @Reinero66:

          Der Fahrer ist schwerer geworden? Haben Sie uns alle heimlich gewogen? Die Handkraft lässt gewaltig nach?



          Was ist denn das für krudes Zeug?

          Ich bin Ü70 - wenn ich meine verbliebenen "nachlassenden" Handkräfte unüberlegt auf die E-Bike-Bremsgriffe einwirken lasse fliege ich über den Lenker! Ruckartig. Selbst bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten. Und dafür bräuchte ich mich keineswegs anzustrengen. - Einfach mal ausprobieren sowas...



          Kann natürlich sein, dass das dann nur daran liegt, dass ich seit 50 Jahren zwischen 68 und 66kg Körpergewicht pendele und nicht schwerer geworden bin...

          • @Der olle Onn:

            Einzelpersonen sind keine Relevanz, denn es kennt auch jeder einen 90jährigen Raucher.



            Und der andere Fall denn sie selbst beschreiben "fliege ich über den Lenker" ist eines der Probleme (siehe Vergleich Stempelbremse) und es ging um Personen, die seit Jahren nicht mehr gefahren sind.

            P.S. ich bin 60 und fahre noch immer Downhill-Rennen, kenne mich also ein bisschen in der Materie aus.

    • @Reinero66:

      Destatis meldet für 1972 für das Gebiet der alten Bundesrepublik 1382526 polizeilich erfaßte Verkehrsunfälle, für 2024 für die jetzige Bundesrepublik 2512697. Auch wenn das Gebiet der DDR dazugekommen ist, sehe ich keinen Rückgang der Unfallzahlen.



      Daß die Zahl der Verkehrsunfalltoten (Verkehr erzeugt noch eine große, aber nur schätzbare Anzahl weiterer Tote z.B. durch Feinstaub und Stickoxide), also der innerhalb 30 Tage nach einem Verkehrsunfall an den Folgen Gestorbenen, seither drastisch gesunken ist, liegt zum größten Teil an technischen Änderungen der Fahrzeuge (Gurte, verbesserte Knautschzonen, Unterfahrschutz und vieles mehr) und kommt damit wesentlich den Autofahrenden zu gute. Ein gewisser Teil dürfte auch dem medizinischen Fortschritt zu verdanken sein.

      • @Evi Holtendorp:

        Die Statistik widerspricht Ihnen:

        1980 waren es 1.338 im Straßenverkehr getöteten Radfahrer.

        In einem Artikel 1993 berichtet die taz von 925 getöteten Radfahrern im Jahre 1991.

        Da sind 465 tödlich verunglückte Radfahrer im Jahr 2025 eine deutlich positive Entwicklung.

        Ganz ohne Knautschzonen, Gurte etc.

        Übrigens sind rund ein Drittel der Radfahrer bei Alleinunfällen gestorben.

      • @Evi Holtendorp:

        Nur hat sich die Anzahl der Fahrzeuge in diesem Zeitraum vervierfacht und die durchschnittliche Kilometerleistung verdoppelt.

  • "...darf nicht untergehen, dass die meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen." - Das ist schlicht falsch: In 2024 gab es in Berlin 11 bei Unfällen getötete Radfahrer. 8 haben den Unfall selbst verursacht, 2 haben ihn mitverursacht und nur eine einzige Radlerin wurde ohne eigenes Verschulden getötet. Definitiv eine zu viel, aber zumindest in Berlin ist der Radfahrer für sich selbst die größte Gefahr. Anders lässt sich ja auch die Häufung bei E-Bike-Fahrern Ü65 garnicht erklären - die Alternative wäre ja, dass die absichtlich und ausgesucht über den Haufen gefahren werden.

    • @Samvim:

      In einer Umgebung, die systematisch auf das Auto ausgelegt ist, führt ein Fehler sehr schnell zu extremen Situationen. Das muss man dann, per Definition, als Verschulden verbuchen. (Ich gehe mal davon aus, dass Ihre Informationen nicht irgendwelchen Polizeimeldungen entnommen sind.)



      Das ist am einfachsten: Man muss dazu dann weder den Artikel noch das grundsätzliche Problem verstanden haben.

      • @T 1000:

        Welche Unfallzahlen kennen Sie denn, die nicht von der Polizei stammen?

        Auch Studien nehmen die Zahlen, die die Polizei meldet.

    • @Samvim:

      Haben Sie so viel Zeit im Leben, dass Sie sich die Mühe machen Unfug zu schreiben 😅 es ist doch klar, dass geübte und reaktionsfähige Menschen Gefahren besser ausweichen können, unabhängig vom Verschulden. Versuchen Sie Florian Lipowitz mit dem Auto den Weg abzuschneiden – das schaffen Sie nicht, er reagiert immer schneller.

  • Das Auto ist nunmal vor allem in Städten mittlerweile der Feind des Menschen geworden. Insbesondere FahrradfahrerInnen sind dabei der Gewalt des Autos besonders ausgesetzt

    • @Rolf Mach:

      Hier auf dem Land bin ich generell auch nicht von Auto, einem leider notwendigen Übel, begeistert.



      150 Meter zum Supermarkt, 200 Meter zur Kita, 300 Meter zu einem Bekannten - es wird gefahren und gefahren und gefahren.......

    • @Rolf Mach:

      2024: Getötete bei Straßenverkehrsunfällen in Deutschland



      Fahrrad (insgesamt): 441 (davon Pedelec: 192), Fußgänger: 402, Autoinsassen (Personenkraftwagen): 1.165. Also nicht Insbesondere FahrradfahrerInnen, sondern eher AutoinsassInnen.

      • @PeterArt:

        Der Durchschnittsdeutsche sitzt ganz sicher mehr als 2,5x länger im Auto als auf dem Rad.

  • Toll..!!!

    ..wenn man den Querschnitt der hiesigen Kommentare nimmt, dann sind Radfahrende eigentlich fast immer selber schuld:



    - weil sie nicht "beiseite springen", wenn Autofahrende sich nicht an die Regeln halten.



    - weil sie keinen keine Schutzkleidung tragen oder Helm (in Holland würden Radfahrende niemals einem Helm tragen - warum wohl.??).



    - weil sie sich flexibel auf oft total prekäre Verkehrsgestaltungen einstellen (was ja auch total böse ist wenn sie dabei zu Fuß Gehenden zu nahe kommen..).



    - weil sie ja nicht mal einen Füherschein haben



    - usw.







    Das es allerdings Fakt ist, daß in 3/4 der Unfälle die Autofahrenden die Hauptschuld tragen, scheint hier kaum jemanden zu interessieren. Genauso wenig wie den Umstand, daß zu viele Führerscheinbesitzer es nicht für nötig halten, den gesetzlich vorgeschriebenen.!! Mindestabstand einzuhalten oder Radwege als solche zu respektieren, usw. usw.







    Wenn Sie also jemandem den Begriff *VICTIMNBLAMING* erklären wollen nehmen Sie einfach diese Kommentarspalte...

    ..ist ein echtes Paradebeispiel..

    • @Wunderwelt:

      " ... weil sie keinen keine Schutzkleidung tragen oder Helm (in Holland würden Radfahrende niemals einem Helm tragen - warum wohl.??)."

      Und? Warum wohl?

      Die Zahl im Straßenverkehr tödlich verunglückter Radfahrer ist in den Niederlanden deutlich höher als in Deutschland.

      Höher als in jedem anderen EU-Land.

      Pro 1 Million Einwohner genauso wie pro zurückgelegten Kilometern.

      Trotz besserer Infrastruktur.

      Die Helmquote in den Niederlanden liegt bei 5%, in Deutschland bei rund 50%.

    • @Wunderwelt:

      "Radweg" ist ein Superthema.



      In unserer Kreisstadt sind die "Radwege" ca. 80 cm - 1 m breit, verlaufen entlang auch für Autos oft schon zu engen Fahrbahnen. Seit es allgemein bekannt ist, dass sie eher Unfälle fördern als vermeiden, werden sie fast gar nicht mehr benutzt.



      Der einzige Vorteil bestand in der Beförderung des Behördenmitarbeiters, der angeordnet hatte, dass da irgendwo weiße Linien auf die Fahrbahn gemalt wurden.

    • @Wunderwelt:

      "in Holland würden Radfahrende niemals einem Helm tragen - warum wohl.??"



      In Holland sieht die Situation (trotz besserer Verkehrspolitik) nicht viel anders aus als bei uns:



      Steigende Zahl der getöteten Radfahrer (v.a. E-Bikes).



      Der Großteil aller Unfälle mit verletzten oder tödlich verunglückten Radlerinnen und Radlern findet an Verkehrsknotenpunkten statt



      In Holland ist sogar die Zahl der getöteten Fahrradfahrer höher als die der Autofahrer. Die Zahl der getöteten Radler pro 1 Million Kilometer Fahrradkilometer ist in den Niederlanden mit 4,9 am höchsten. Deutschland und Dänemark folgen mit 3,4 bzw. 3,0



      Ein vermuteter Grund: Die Holländer sind Helm-Muffel



      www.nimms-rad.de/n...ederlande-fahrrad/



      velomotion.de/2020...eutschland-sicher/



      Es ist eben alles ein wenig komplizierter als mensch das gern hätte (was natürlich nichts daran ändert, dass hier noch viel für den Radverkehr getan werden muss).

    • @Wunderwelt:

      Einfach mal die Fakten recherchieren statt zu polemisieren, siehe oben bei Samvim.

      • @PeterArt:

        Ja Fakten recherchieren ist wirklich ne tolle Sache.

        ..sollten Sie auch mal machen.

        Siehe Request @Savim

    • @Wunderwelt:

      Interessant Sie regen sich darüber auf, dass die Schuld bei Fahrradfahrern gesucht wird und machen genau das Gegenteil.

      Weder sind die Fahrradfahrer Unschuldig noch die Autofahrer, allerdings ist die Sache selten so eindeutig wie die Fahrradfans und Autofans das gerne darstellen, wo die Schuld sei!

    • @Wunderwelt:

      "Das es allerdings Fakt ist, daß in 3/4 der Unfälle die Autofahrenden die Hauptschuld tragen..." - Das Gegenteil ist Fakt: 2024 wurden in Berlin 11 Radfahrer im Straßenverkehr getötet. 8 davon haben den Unfall selbst verursacht, 2 haben ihn mitverursacht, nur eine Radfahrerin verunfallte ohne eigenes Verschulden

      • @Samvim:

        Deutschland ist nicht Berlin, und nicht jeder Unfall endet tödlich.

      • @Samvim:

        "Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 95.794 Fahrradunfälle mit Personenschaden. Bei zwei von drei Unfällen war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt - in knapp 70 Prozent der Fälle war das ein Autofahrer. Letzter hatte dann meist auch Schuld am Unfall: Nur in jedem vierten Fall trug die Hauptschuld der Fahrradfahrer."







        Quelle:







        www.tagesschau.de/...radfahrer-100.html

      • @Samvim:

        Don‘t Feed the Troll 🧌

      • @Samvim:

        Lieber Samvim,



        Du hast sicher den Artikel und den Kommentar gelesen. Die Statistik erfasst ganz Deutschland und nicht nur Berlin. Lokal scheinen Dir die Anteile der Unfallverursacher gut 'in den Kram' zu passen. @Wunderwelt referenziert aber auf die Statistik für ganz Deutschland. Nix mit 'das Gegenteil ist Fakt'.

      • @Samvim:

        Sie tun so, als gäbe es nur Berlin?



        Hier ein Artikel dazu, wobei es um alle Unfälle mit Personenschäden geht: focus-mobility.de/...adfahrenden-steigt



        --> "In über zwei Dritteln (67,7 Prozent) der 92.882 Fahrradunfälle mit Personenschaden war eine weitere Verkehrsteilnehmerin oder ein weiterer Verkehrsteilnehmer beteiligt. In 70,7 Prozent dieser Fälle war dies eine Autofahrerin oder ein Autofahrer – das entspricht 44.424 Unfällen im Jahr 2024."

        Übrigens geht es auch nicht um "Schuld", sondern um Strukturen. Auf meiner Strecke sind z. B. extrem viele Schlaglöcher, sodass ich mich leicht selbst verletzen könnte. Dass das nicht repariert wird, liegt m. E. auch daran, dass Schlaglöcher in der Größe für Autofahrer kein Hindernis sind



        Und im Übrigen ist der schwere Verkehr auch die Ursache für diese Schäden, eine Fahrradstraße ginge wohl nicht so schnell kaputt

        • @Pinyin:

          Vielen Dank für den Link, das kannte ich noch nicht. Ich habe nur die Zahlen für Berlin gefunden und einen älteren Spiegel-Artikel für 2022 bundesweit, der ähnlich ungünstig für Radfahrer ausfiel.

  • Ein wunderbarer Artikel um meine ganz private Wut gegen die Gattung der E-Bike-Renter loszuwerden. Ich kenne keine Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die rücksichtsloser agiert und unsicherer unterwegs ist, da seit Jahren nicht mehr Rad gefahren.

  • Mit keinem Wort gibt die Autorin den Autofahrenden die Schuld an Kollisionen mit Radfaherenden. Dass Fahrlässigkeit, Überforderung in Kombination mit übermotorisierten Rädern einen großen Teil in der Unfallstatistik einnimmt, mag ja sein; der Zustand unserer Radwege ist dennoch in einem erbärmlichen Zustand und so ein großer Faktor in der Unfallstatistik. Das muss nicht sein und steht in direktem Zusammenhang mit einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik, die glaubt sie muss noch neue Autobahnen in einem Land planen, welches das neben Niederlande und Japan das dichteste Straßen- und Autobahnnetz der Welt hat; und dass Berlin einen lächerlichen Jahresbeitrag fürs Anwohnerparken erhebt, selbst unabhängig von Städten wie Kopenhagen und Amsterdam, ganz zu schweigen von Städten vergleichbarer Größe wie London und Paris, wirft nochmal ein grotesk helles Schlaglicht auf unseren von autoindustriellen Interessen komplett deformierten Verkehrssektor.

  • Ich mag die Geisterräder nicht.



    1. weil Radfahren zu sehr mit Unfällen verknüpft wird, dabei ist es viel Spaß.



    Und 2. weil ich das Ausstellen dieser Mahnmale durch die Radverkehrsverbände scheinheilig finde. Immerhin sind (meist) Männer dieser Verbände mitverantwortlich dafür, dass es kaum noch von Kfz-Verkehr abgetrennte Radwege gibt.



    Nicht allein verantwortlich, aber gemeinsam mit den Bros von der Kfz-Politik.



    Der Anstieg der Unfälle hat natürlich mit dem Fahrbahnzwang der §§ 2 (Fahrräder müssen die Fahrbahn benutzen) und 45/9 (There must be blood, ansonsten keine Ausnahme) zu tun, von o. a. Bros ins Werk gesetzt (die Einen , weil "30er-Schnitt, Digga!" geht nur auf der Fahrbahn, die Anderen, weil gute Radwege Radverkehr generieren und damit die Kfz-Verkäufe Schaden nehmen könnten).



    Bros halt. Transport is a man's world.

    Die Toten sind Opfer dieser Politik. Wenn der Testosteronwert mit dem Alter runtergeht, Adrenalin-Produktion und die einstmals gute Reaktion bzw threat-response nachlässt ...

    Unmittelbar mit den steigenden Unfallzahlen, mit dem immer höherem Risiko zusammenhängend:



    Man sieht kaum noch Kinder auf dem Rad zur Schule fahren.



    Zu gefährlich.

    • @Vorstadt-Strizzi:

      "Man sieht kaum noch Kinder auf dem Rad zur Schule fahren."



      Hat vielleicht auch andere Gründe.



      Meine beiden Kinder fahren auch nicht mit dem Rad zur Schule, sondern nehmen den Bus oder Papa nimmt sie halt mit (eine Schule liegt auf dem Weg zur Arbeit).



      In der Realschule des einen Kindes werden in schöner Regelmäßigkeit die Räder geklaut oder Reifen zerstochen, und im Gymnasium gibt es für etwa 7-800 Schüler nur 20 Radständer vor dem Gebäude (Innenstadtlage, daher auch keinen nennenswerten Schulhof). Für mehr ist auch kein Platz vorhanden ohne den Bürgersteig einzuschränken.

  • Hier mal eine andere Sicht: ich bin viel mit dem Rad unterwegs, sehr viel, beinahe täglich. Ich mache auch größere Mehrtages-Touren, erst kürzlich durch den Westerwald, oder vorletztes Jahr drei Wochen durch den Pfälzer Wald, davor das Jahr drei Wochen durch die Eifel oder einmal eine Tour von Aachen nach Berlin. Ich bin dabei durch ländliche Gebiete aber auch durch Klein- und Großstädte gekommen. Regelmäßig unterwegs bin ich in Kleinstädten. Ich habe mich noch NIE unsicher gefühlt, egal ob mit viel Verkehr oder wenig, ob mit Radwegen oder ohne, ob auf der Landstraße oder der Hauptstraße in der Stadt. Ich kann die ganze jammerei nicht verstehen. Wer ein bisschen auf sich und seine Umgebung achtet, den anderen auch mal den Vortritt lässt und vorausschauend fährt, dabei etwas die Ruhe bewahrt und nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich an die Decke geht und stur auf seinem Recht beharrt, der hat als Radfahrer in Deutschland überhaupt keine Probleme. Ja es gibt rücksichtslose Autofahrer, es gibt aber auch rücksichtslose Radfahrer und rücksichtslose Fußgänger. Bei uns werden Radwege übrigens massiv ausgebaut.....scheint ein Berlin Problem zu sein.....

    • @PartyChampignons:

      Danke, auch meine Erfahrung. Hier sind es meistens die Kampfradler, die weinen, wenn es schiefgeht.

    • @PartyChampignons:

      Ich pendle im Frühjahr/Sommer gern Mal mit dem Rad aus dem Umland ins Berliner Zentrum und halte mich dabei sklavisch an die StVO.



      Ich hab inzwischen alles mögliche erlebt:



      - überholt werden mit ca 50cm



      - überholt werden mit ca 50cm und dabei angehupt werden



      - in der 30-Zone überholt werden, obwohl ich selbst 30 fahre - natürlich mit etwas 50cm und gern Mal mit Hupe



      - Rechtsabbieger, die mich schneiden, nachdem sie mich gerade überholt haben (ich auf dem Radweg)



      - überholender Gegenverkehr ohne Rücksicht



      - überholt werden bei Gegenverkehr



      -...



      Berliner n oder Brandenburg - egal.



      Ich habe neonorange Jacken/Trikots, Radarrücklicht, helles Frontlicht...



      Ich schätze, ich mache alles überlebensnotwendige dafür dass ich sowas friedliches wie Radfahren betreiben kann.



      Aber nein, sicher fühle ich mich nie auf oder neben der Straße. Und das ganze relativieren dieser Zustände durch viele der hiesigen Foristen ist in meinen Augen einfach nur genauso rücksichtslos wie das Verhalten einer gewissen Gruppe an Autofahrern.



      Das Mindset in diesem Land trägt dazu bei/fördert das. Ich sag nur: Tempolimit.

    • @PartyChampignons:

      Kann ich so nur zum Teil bestätigen. Auf relativ engen Landstrassen, ohne Fahrradstreifen o.ä. fühle ich mich prinzipiell unsicher, wenn Autos überholen wollen (oder gar LKWs), gleichzeitig Gegenverkehr ist, Autos Überholvorgänge müssen usw.



      Auch auf vielen Strassen in der Stadt ist eine prinzipielle Unsicherheit dabei, wenn Autos und Radfahrer sich die Fahrbahn teilen müssen. Insbesondere im Bereich grosser Kreuzungen, wenn dann auch noch Busspuren kreuzen oderwo viel Lieferverkehr unetrwegs ist.



      Was für ein Unetrschied, wenn man mal in den Niederlanden unterwegs ist. Da gibt es die o.g. Situationen so gut wie nicht, da es baulich sauber gelöst ist, oft eben mit einem baulich getrennten Fahrradstreifen. Oder innstädtisch halt mit schärferen Regeln in Bezug auf Unfälle (vereinfacht gesagt hat der Autofahrer bei einem Unfall mit einem Radfahrer immer Schuld, wenn er nicht das Gegenteil beweisen kann bzw den Unfall nachweisbar nicht verhindern konnte).

    • @PartyChampignons:

      "Ich habe mich noch NIE unsicher gefühlt,"

      Willkommen in Berlin. Ich bewege mich im Verkehr im Grunde sehr souverän, aber wenn ich von einem Kfz, das mit 50 km/h durch die 30er Zone knallt, mit 50 cm Abstand überholt werde, fühle ich mich unsicher.



      Ich fühle mich auch unsicher, wenn motorisierte Rechtsabbieger mich ganz offensichtlich erst zur Kenntnis nehmen, wenn ich sie anbrülle. Der Gesichtsausdruck sagt dann meistens "ey, wo kommt denn der jetzt her?". Schulterblick hätte geholfen.



      Das hat nichts mit "den anderen auch den Vortritt lassen" zu tun, sondern mit einer zu hohen Zahl an Autofahrern, die im Straßenverkehr die nötige Umsicht vermissen lassen.

      • @Django:

        "Ich fühle mich auch unsicher, wenn motorisierte Rechtsabbieger mich ganz offensichtlich erst zur Kenntnis nehmen, wenn ich sie anbrülle. Der Gesichtsausdruck sagt dann meistens "ey, wo kommt denn der jetzt her?". Schulterblick hätte geholfen."

        Hier sind schlicht Sie selber Schuld und da habe ich tatsächlich auch kein Mitleid wenn dann was passiert, denn wenn der Autofahrer einen Schulterblick machen muss, dann waren Sie ganz offensichtlich hinter dem Auto. Warum Sie dann an einer Kreuzung überholen, wo ei Rechtsabbieger abbiegen will, dass ist dann ihr Problem.



        Einfach der Reihe nach abarbeiten, dann passiert Ihnen so etwas nicht.

        Wenn Sie meinen an einer Kreuzung einfach zu überholen, statt sich einzuordnen und die Fahrzeuge (egal welcher Art) welche vor Ihnen sind auch vorlassen, dann habe ich dafür echt kein Mitleid. Genauso wie das Vorfahren zur Ampel direkt neben einem LKW, erst Recht wenn dieser einen Rechtsblinker gesetzt hat. Da hält sich mein Mitleid oder Mitgefühl echt in Grenzen, denn die Fahrradfahrer wissen genau, wie Gefährlich das ist!

        • @Walterismus:

          Ich glaube, der Radfahrer fuhr auf dem Radweg.

        • @Walterismus:

          Ähm, bitte nochmal die Verkehrsregeln nachlesen.



          Wenn jemand - Auto oder Fahrrad - auf seiner Fahrspur weiterfährt und dann ein anderes Fahrzeug die Spur welchselt / abbiegt und dabei einen Unfall verursacht, dann hat letzter den Unfall verschuldet.



          Es hat nicht der Recht der "vorne" ist - was auch immer das überhaupt konkret heissen soll - sondern wer aktuell Vorfahrt hat.

          • @T-Rom:

            Danke 🙏 selbst Personen zu Fuß, die gerade aus weitergehen haben Vorrang vor dem abbiegenden Verkehrsteilnehmer

          • @T-Rom:

            Sie haben Recht, was das rechtliche angeht. Wenn ich auf dem Rad bin, würde ich mich auf dieses Recht nie verlassen. Der Preis ist zu hoch, wenn mich ein Auto abschießt.

          • @T-Rom:

            Nein , Sie haben schlicht nicht Vorfahrt, wenn Sie HINTER dem Abbiegenden Autos sind. Diese Regel gibt es nicht, aber erklärt sehr gut, warum Sie wohl häufiger in gefährliche Situationen geraten.



            Sie haben nur dann als Fahrradfahrer Vorfahrt, wenn Sie eine eigene Straße haben, nicht aber im normalen Straßenverkehr.

            • @Walterismus:

              Wo haben Sie eigentlich Ihren Führerschein gemacht?

            • @Walterismus:

              Vielleicht mal einen Blick in die StVO werfen?

              § 9 Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren:



              [...]



              (3) Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, Schienenfahrzeuge, Fahrräder mit Hilfsmotor, FAHRRÄDER und Elektrokleinstfahrzeuge AUCH DANN, WENN SIE AUF ODER NEBEN DER FAHRBAHN IN DER GLEICHEN RICHTUNG FAHREN.[...]

              Und ob das Fahrrad dabei "hinter", " neben" oder "vor" dem abbiegenden Fahrzeug ist, spielt keine Rolle. Wenn sich die Wege beim Abbiegen absehbarerweise kreuzen würden, muss das abbiegende Auto Vorfahrt gewähren.

              • @Anders Heister:

                Fahrräder haben doch nicht „immer“ Vorfahrt. Wenn vor Ihnen ein PKW die Fahrt verlangsamt, um rechts abzubiegen, haben Sie keine Vorfahrt beim rechts vorbeifahren! Das ist leider ein Irrglaube vieler Radfahrer.



                Wie sollte es auch gehen? Der Autofahrer muss schon auf Fußgänger aus zwei Richtungen und Fahrräder auf Radwegen achten. Der von hinten heranfahrende Radfahrer (womöglich noch mit hoher Geschwindigkeit) ist dann aufgefordert, wie ein PKW zu warten, bis der Vordermann abgebogen ist.

                • @Leo Onlin:

                  Auch an Sie die Frage: Wo haben Sie den Führerschein gemacht?



                  Jetzt wird Ihnen schon der Paragraf der Straßenverkehrsordnung genannt, und Sie beharren immer noch auf Ihrer falschen Vermutung. Wenn diese faktisch falsche Auffassung schon von zwei Leuten hier vertreten wird, ist es wirklich nicht verwunderlich, dass es regelmäßig zu Verkehrsunfällen bei Abbiegevorgängen kommt.



                  Einzig die Ausführung in Ihrem Beispiel, dass es wohl ein Radweg gibt, könnte eine Teilschuld des Radfahrers auf der Straße zu Grunde liegen.



                  Davon abgesehen, wenn jemand nicht in der Lage ist komplexe Verkehrssituation (gleichzeitig auftretende Fußgänger und Radfahrer) zu erfassen, sollte nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

  • Die Autorin kann also Statistiken lesen. Gut.

    Nur gehört dann auch zur Wahrheit, dass inzwischen jeder dritte (!) tödliche Fahrradunfall ein Alleinunfall ist. Rechnet man die Alleinunfälle aus der Statistik heraus haben wir in Deutschland eine rückläufige Statistik. Und gegen die ganz bösen Bordsteine, Bahnschinen & Co. (bei uns in unmittelbarer Nähe war es die tödlich Kollision mit einer Parkbank) ist halt kein Kraut gewachsen.

    Richtig und gewichtig wäre dann die Forderung nach Führerschein (einschl. Höchstalter), Helm, Kennzeichen und Versicherungspflicht. Das ist allemal wirksamer und kostengünstiger als der Umbau.

    • @DiMa:

      Dann aber bitte erst einen Führerschein und Helmpflicht für Fussgänger. Die erleiden nämlich im Verkehr noch häufiger schwere Kopfverletzungen bei Unfällen als Radfahrer.

      • @T-Rom:

        Und noch mehr tödliche Kopfverletzungen entstehen bei Hausarbeit, deshalb plädiere ich dabei schon lange für eine Helmpflicht - bitte bevor man uns Radfahrer in die Pflicht nimmt.

    • @DiMa:

      "Alleinunfälle"? Hm.



      Sind meist Infrastrukturunfälle. D. h. Schlaglöcher, Baumwurzeln, Schnee/Eis/Laub, Längs- & Querkanten bzw -rillen.



      Je schneller das Rad (Pedelec) und je älter die radfahrende Person (zunehmend verlangsamte Reaktion), desto tödlicher die Gefahrenstellen.



      Je mehr Aufmerksamkeit der Untergrund erfordert, desto weniger bleibt für Anderes.

      Der Zustand der meisten Radwege ist nur als kriminell zu bezeichnen.

      Was bleibt: Radfahren im Alter erhält die Mobilität, geistige und körperliche Gesundgeit sowie soziale Kontakte. Es wirkt also nicht nur lebensverlängernd sondern erhöht auch die Lebensqualität, auch und gerade im Alter.

      • @Vorstadt-Strizzi:

        Jo, jo, immer sind die anderen Schuld. Man kann auch mal selbst aufpassen.

      • @Vorstadt-Strizzi:

        Dann muss man sich das passende Gefährt kaufen. Dreiländer oder Rollstühle wären passende und altersgerechte Alternativen.

    • @DiMa:

      Hinzu kommt, dass die Häufigkeitszahl tödlich verunglückter Radfahrer gemessen an der Bevölkerung in Deutschland im EU-Durchschnitt liegt. Demgegenüber liegt die Häufigkeit der Fahrradnutzung der deutschen Bevölkerung auf Platz 6 im EU-Schmitt. Deutschland steht tatsächlich also auf einem durchschnittlich recht guten europäischen Platz was die Sicherheit von Radfahrern betrifft. Ich würde daher ergänzen, dass die Autorin die Statistik leider nicht vollständig gelesen haben kann

  • Die immer wieder fast zwanghaft geführte Diskussion, ob es nun die bösen Autofahrenden oder die bösen Radfahrenden sind, die Schuld an den Unfällen haben, ist wenig zielführend. Es sollte doch wirklich Allen darum gehen, mehr Sicherheit für alle am Verkehr Beteiligten zu schaffen.



    Dazu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen und praktische Beispiele, wie man es besser macht. Die nötigen Maßnahmen liegen auf dem Tisch, nur werden die Erkenntnisse von der Politik nicht umgesetzt. Das ist das Problem.

    • @Klabauta:

      Vergessen Sie die Zu-Fuß-Gehenden nicht, wenn die teilweise zwischen den geparkten Autos hervorkommen, ist Bremsen für Auto und Rad eine Herausforderung!

      • @DerLurch:

        Das heißt, die geparkten Autos sind dann ja wohl anzugehen!



        Räder können nun einmal deutlich besser bremsen, aber in unübersichtlichen Ecken sind die Hände gleich auf der Bremse.

        Kreuzungen müssen von Parkers übrigens freigehalten werden, verriet die Führerscheinprüfung bereits.

  • Der Kommentar macht deutlich: Mehr Radverkehr ohne sichere Infrastruktur führt zu mehr Unfällen – das ist politisch bedingt. Maßnahmen wie geschützte Radstreifen und Tempo 30 könnten schnell Abhilfe schaffen. Wer – wie Kai Wegner – an überholten Konzepten festhält, muss sich politisch dafür verantworten lassen.

  • "Und auch, wenn dieser Anstieg vor allem auf ältere E-Bike-Fahrer:innen zurückzuführen ist, darf nicht untergehen, dass die meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen. "

    Ich denke der Anteil Fahrradfahrer die in Städten gegen Bäume rasen ist schwindend gering und ein Beweis für die Behauptung, dass die meisten nicht zu schnell fahren, gibt es auch nicht. Was ist überhaupt zu schnell bei einem Fahrrad?

    Es liegt wohl auf der Hand, dass E-Bikes immer das Potential haben, sich schneller zu bewegen, als man dies allein durch Beinkraft tun würde. Einmal mehr bei ältere Leute die motorisch und sensorisch nicht mehr fit sind. Nur weil man alt ist, ist man nicht zwingend vernünftig und vorsichtig.

    Auch bei den besten Fahrradwegen, ganz fern den Autos und Fußgängern, werden die Leute stürzen - womöglich sogar mehr und schlimmer, weil dort Schnellfahren erst richtig Spaß macht ... ;)

  • Der Radverkehr hat sich in zehn Jahren massiv motorisiert. Früher war das Fahrrad ein Fahrrad. Heute rollen überall E-Bikes, Lastenräder und zweirädrige Stadtpanzer durch Berlin.



    Mehr Tempo, mehr Gewicht, mehr Selbstüberschätzung – aber angeblich soll das nichts mit mehr schweren Unfällen zu tun haben. Genau diesen Unsinn muss man erst mal hinkriegen.



    Beim Auto wäre die Debatte längst entschieden: Wenn Fahrzeuge immer stärker, schwerer und schneller werden und gleichzeitig mehr Menschen verunglücken, würde niemand ernsthaft nur über Infrastruktur reden.



    Nur beim Radverkehr gilt offenbar Welpenschutz. Schuld sind Autos, Politik, Klima – alle, nur nicht die Leute, die bei Rot fahren, ohne Licht unterwegs sind, über Gehwege ballern oder sich mit 25 km/h durch jede Lücke pressen.



    Ich fahre selbst in Berlin Rad. Was man täglich sieht, ist oft keine Verkehrswende, sondern Selbstüberschätzung auf zwei Rädern.



    Wer das ausblendet, betreibt keine Aufklärung, sondern Realitätsverweigerung.

    • @Eichelherr:

      "Was man täglich sieht, ist oft keine Verkehrswende, sondern Selbstüberschätzung auf zwei Rädern."

      Was mich betrifft: "Meine" Hauptgefährder sind Rechtsabbieger, die vergessen haben, dass der Kopf drehbar auf den Schultern gelagert ist. Wenn die mich umnieten, ist das nicht Selbstüberschätzung meinerseits, sondern ein grobes Fehlverhalten der Person am Lenkrad.

      • @Django:

        Dann überholen Sie doch bitte keine Rechtsbbieger rechts.

    • @Eichelherr:

      "Beim Auto wäre die Debatte längst entschieden: Wenn Fahrzeuge immer stärker, schwerer und schneller werden und gleichzeitig mehr Menschen verunglücken, würde niemand ernsthaft nur über Infrastruktur reden."

      Ja, klar. Deshalb haben wir ja auch schon lange ein generelles Tempolimit, scharfe Restriktionen im städtischen Raum und empfindliche Strafen für Verstöße gegen die StVO.

    • @Eichelherr:

      Als regelmäßiger und langjähriger Fahrradfahrer kann ich nur jeden Satz unterstreichen. Das einzige, was sie vergessen haben: Fahrradfahrer, die auf Handys starren.



      PS. Meine letzten Unfälle: Ein Jogger, der mir spontan vor's Rad hüpfte und drei nebeneinander spazierende Fußgänger, die trotz Klingelns keinerlei Bereitschaft zeigten, auszuweichen. Mitten auf der verkehrsberuhigten Straße, wohlgemerkt!

      • @Schalamow:

        Im letzteren Fall ist klar der Radfahrer am Unfall schuld.

      • @Schalamow:

        PS. Meine letzten Unfälle: ----



        ... und drei nebeneinander spazierende Fußgänger, die trotz Klingelns keinerlei Bereitschaft zeigten, auszuweichen. Mitten auf der verkehrsberuhigten Straße, wohlgemerkt! ---

        Und was haben Sie da getan? Geklingelt und draufgehalten oder wie kam es zu einem Unfall auf der verkehrsberuhigten Straße?

  • Eine Initiative zum Ausbau besserer Radwege und besseren Ampelschaltungen würde ich sofort unterstützen, wenn auch folgendes wenigstens mal in Erwägung gezogen wird: dass auch Radfahrer, genauso wie Autofahrer (generisches Maskulinum) die PFLICHT haben, einen MINDESTABSTAND zu Fußgängern einzuhalten, wenn sie von hinten kommen.



    Das hat beides etwas miteinander zu tun: denn dafür braucht es tatsächlich Platz. In der Innenstadt und auf Spazierwegen außerhalb.

    • @Dreja:

      Mit vernünftigen Radwegen stellt sich die Frage nach dem Abstand nicht. Radfahrer kurven nur sehr selten aus Vergnügen dort herum, wo Fußgänger sind.

      • @nihilist:

        Tatsächlich schon, wenn der Fußgängerweg eine Abkürzung ist im Vergleich zum Radweg.

        • @Walterismus:

          Dann ist es kein vernünftiger Radweg.

  • Und schuldig waren immer die Autofahrer?



    Und wieviele Fußgänger werden von Radlern verletzt?

    • @Simon Hacker:

      Laut Daten für das Jahr 2022 wurden deutschlandweit bei 4.517 Kollisionen zwischen Radfahrern und Fußgängern über 720 Personen schwer verletzt, 13 davon tödlich.

      Im Vergleich Fußgänger vs Auto:



      Unfallzahlen: Neben den etwa 400 Todesopfern gibt es jährlich tausende Schwerverletzte (ca. 4.950) und Leichtverletzte (über 23.000)

  • Politiker sein, mit Verkehrsinfrastruktur für Radfahrer zu tun zu haben oder mit der Exekutive, die die StVo nicht durchsetzt (oder durchsetzen kann....ich sag nur Mindestseitenabstand) und jeden Tag zufrieden in den Spiegel schauen zu können, mag so gut wie ausgeschlossen sein. In einem Land in dem die Zahl der getöteten Radfahrer STEIGT, während sie sonst europaweit sinkt, zeugt von grösstmöglichen Ingnoranz und bodenloser Inkompetenz der Verantwortlichen.

  • Ja, es ist ein Kommentar.

    Trotzdem hätte ich mir mehr Journalismus gewünscht.

    Der Autobahnbau findet außerhalb von Siedlungen statt.

    Dort wurde in der Vergangenheit in einigen Bundesländern auch richtig viel für Radfahrer getan.

    Brandenburg etwa hat massenhaft "Radbahnen" gebaut, auf denen man sich richtig in Geschwindigkeitsrausch versetzen kann.

    Das macht enorm Spaß.

    Abgetrennt von der Landstraße.

    Auch Meck-Pomm hat da richtig viel gemacht.

    In den Zentren der Großstädte werden auch Autobahnen nur im Ausnahmefall gebaut.

    Deshalb hinkt der Vergleich.

    " ... darf nicht untergehen, dass die meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen."

    Die meisten nicht.

    Aber ein erschreckend hoher Anteil.

    Im vergangenen Herbst brachte die ZEIT einen ausführlichen Artikel zu tödlichen Radunfällen und stellte eine ganze Reihe davon vor.

    Das Erschreckende war: Mehr als 20% davon waren Alleinunfälle.

    Vor allem Ältere, die mit dem Rad einfach umgekippt sind, oft wohl weil sie die Geschwindigkeit ihres E-Bike nicht beherrschten.

  • Moin in die Runde,



    ich gehe davon aus, dass in den letzten mehr Menschen aufs Fahrrad gewechselt sind. Gleichzeitig steigen auch die Unfälle mit Fahrradbeteiligung.



    Hat da wer Zahlen dazu um das mal in Relation zu setzen?

    PS: Ich bin selber sehr passionierter Radfahrer, pendele täglich 15-20km mit dem Fahrrad zur Arbeit, also Team Rad.

  • Ein E-Bike-Verbot ab 65 sollte die klare Antwort sein um die Unfallstatistiken zu korrigieren. Bei den jungen Leuten wird doch auch immer sofort nach Verboten gerufen?

    • @Šarru-kīnu:

      E-Bike-Verbot ab 65...

      Können wir machen. Dann möchte ich aber auch keine über 65jährigen mehr in Fahrzeugen der Größenklasse SUV sehen. Oder in Geschossen, die 200km/h erreichen.

      Ich bin täglich Zeuge, wie sich nicht nur ältere Menschen kaum mehr alleine und selbständig aus ihren Karossen hieven können, weil zu schwer, zu ungelenkig, zu schwach auf den angewachsenen "Rädern"...

      Ja, Zustimmung: Es sind erschreckend viele E-Bike-Fahrer unterwegs, die nicht wissen, was sie da tun.



      Aber das hat nicht zwingend etwas mit dem Alter von 65 Jahren zu tun...

      • @Der olle Onn:

        Führerschein der jährlich erneuert werden müsste ab 65 mit Attest des Hausarztes wäre ebenfalls ein logischer Schritt.

    • @Šarru-kīnu:

      Hä?



      Die Statistik sagt doch eindeutig, dass bei Kollisionen zwischen Radfahrenden und Autofahrenden weit überwiegend die Schuld beim Autofahrenden lag.



      Das ist doch wohl völlig unabhängig davon, wie alt die Radfahrende Person ist oder ob sie eine Tretunterstützung am Fahrrad hat.



      Wenn es im Rahmen des demografischen Wandels immer mehr ältere Menschen gibt und immer mehr Fahrradfahrende (vielleicht gerade ältere Menschen) eine Unterstützung beim Treten nutzen, ist es doch gar nicht verwunderlich, dass beide Kennzahlen in der Statistik proportional steigen. Mit Kausalität hat das noch lange nichts zu tun.

  • Es fällt mir schwer, diese Diskussion emotionsfrei zu bewerten, aber sehr viele Unfälle zwischen Radfahrern und Autos im Straßenverkehr würden sich vermeiden lassen, wenn die Radfahrer nicht auf ihr Recht pochen würden und einfach mal darüber nachdenken, dass sie eben keinen Karosserieschutz um sich herum tragen.



    Ich fahre viel Fahrrad und gehe viel zu Fuß. Bisher zum Glück ohne jeden Unfall. Ich vertraue aber auch keinem Autofahrer, dass er mich sieht, gehe nicht bei Grün auf die Straße, ohne zu schauen, ob das Auto auch anhält, poche gegenüber Autos nie auf mein Recht (weil da verliere ich immer) und denke immer für den Autofahrer mit. Ich verlasse mich nicht darauf, dass er mich gesehen hat, ich gehe davon aus, dass er mich nicht gesehen hat.



    Dann macht Radfahren Spaß.

    • @Dirk Osygus:

      Man kanns nicht oft genug sagen, es geht generell um gegenseitige Rücksichtsnahme und Aufmerksamkeit im Verkehr. Viele wollen immer Recht haben, Erster sein, es den Anderen zeigen. Und genau deshalb gehts bei uns auch heftiger zu auf den Straßen, als in manch anderen Ländern. Ich fahre Rad und Auto und erlebe alles, vom rücksichtslosen Autodrängler hin zum Harakiri Radfahrer, ohne Licht aber mit Kopfhörern.



      Es brauch sichere Straßenkonzepte für alle. Von reinen Fahrradstraßen, über Tempo 30 Zonen. Und es brauch mehr Verständnis für einander und weniger "wir gegen die". Das wär schon mal ein guter Anfang.

    • @Dirk Osygus:

      Sie wünschen sich also, dass der schwächere Verkehrsteilnehmer zu Gunsten des stärkeren Verkehrsteilnehmer auf seine Rechte verzichtet?

      Das Recht des Stärkeren also?

      Ich halte dagegen:



      Rechtsstaatlichkeit statt Willkür: Art. 20 Abs. 3 GG bindet Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung an Gesetz und Recht. Dies bedeutet, dass staatliches Handeln nicht auf Macht basieren darf, sondern auf verfassungsmäßigen Grundlagen beruhen muss, was das „Recht des Stärkeren“ ausschließt

      Menschenwürde und Grundrechte: Der Schutz der Menschenwürde (Art. 1 GG) ist das Fundament und richtet sich direkt gegen die Unterdrückung des Schwächeren durch den Stärkeren. Grundrechte gelten für alle Menschen, unabhängig von ihrer Macht oder Position.

      • @Arafna:

        Immer nach dem Motto "Geschieht meiner Mutter ganz Recht, wenn ich mir die Hände erfrier, warum kauft sie mir keine Handschuhe"?

      • @Arafna:

        "Das Recht des Stärkeren also?"

        Wie wäre es denn einfach mal mit Vernunft? Alle Verkehrsteilnehmer, vom Fußgänger bis zum Autofahrer sind gegenüber einem Güterzug die Schwächeren. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, am Bahnübergang unbedingt sein Recht durchsetzen zu müssen. Meine Güte.

        • @Deep South:

          Welches Recht zum Durchsetzen am Bahnübergang meinen Sie genau?



          Mir fallen da für so ziemlich alle Verkehrsteilnehmer nur Pflichten ein,

          • @Arafna:

            Das war ein Beispiel, vielleicht nicht das Beste. Ich dachte, es wäre trotzdem leicht verständlich, waraufs hinausläuft. Der Straßenverkehr ist nie ungefährlich, selbst wenn nur noch Radfahrer dran teilnehmen würden. Und es ist nicht der Raum, wo es sinvoll ist, sich irgendwelche Rechte zu erkämpfen. Aber das entlastet den Schwächeren nicht, sich selbst vernüftig zu verhalten. Das, hatte mein Vorposter auch schon relativ verständlich erläutert.



            Es geht schlicht darum, dass man im Zeifel als schwächerer Verkehrsteilnehmer auch ein Eigeninteresse hat, sich und andere nicht in Gefahr zu begeben. Und genau das ist auch in Paragraph 1 der der STVO so geregelt.

        • @Deep South:

          Am Bahnübergang ist immer der Zug im Recht. Es gibt dennoch genügend viele andere Verkehrsteilnehmer, die dennoch versuchen, die Schienen zu übetqueren. Zu oft mit tödlichem Ausgang.

        • @Deep South:

          Hat jemand anders als der Güterzugführer an einem Bahnübergang "sein Recht", das er dort durchsetzen wollen könnte?

          • @Der olle Onn:

            Auch hier nochmal. Kein Verkerhrsteilnehmer hat im Straßenverkehr "sein Recht" durchzusetzen. Über allem steht das Gebot, niemanden unnötig in Gefahr zu bringen.

      • @Arafna:

        Wow, Und weil Sie den Kopf beim Fahrradfahren oben haben sollen und ggf. mal zugunsten eines Autofahrers zurückstecken müssen sind Sie in Ihrer Menschenwürde und Grundrechte verletzt?



        Was man hier alles lesen muss, dass es Menschen gibt deren Würde daran hängt in einer Gefahrensituation ihr "Recht" durchzusetzen, statt einen anderen Verkehrsteilnehmer vorzulassen.

        • @Walterismus:

          Das habe ich damit nicht gesagt.



          Der Staat ist verpflichtet, die körperliche Unversehrtheit seiner Bürger zu schützen.



          Auf gut deutsch: Der Staat ist verpflichtet, mich schwächeren Verkehrsteilnehmer vor meinen stärker motorisierten und damit stärkeren Mitbürgern zu schützen.

          Das passiert eben nicht. Landstraßen und Autobahnen kann ich vermeiden, den motorisierten Verkehr vor meiner Haustür bin ich ausgeliefert.



          Und anstatt den schwächeren Verkehrsteilnehmern ihre verbrieften Rechte abzusprechen, sollte vielleicht mehr unternommen werden, durch z B. bauliche Veränderungen schwächere Verkehrsteilnehmer vor ihren stärkeren Mitbürgen zu schützen.

    • @Dirk Osygus:

      Das halte ich genauso, das gebietet schon allein mein Überlebensinstinkt. Spaß macht mir das aber keineswegs, dass im Verkehr das Recht des Stärkeren gilt, und ich bin auch nicht geneigt, mich damit abzufinden.



      Verkehr sollte für alle sicher sein, gleich ob für zu Fuß Gehende, Fahrrad- oder Autofahrende. Und das ist möglich, wenn der politische Wille dazu da ist.

    • @Dirk Osygus:

      Das ist aber schon eine ziemliche Täter-Opfer-Umkehr nach dem Motto "was verlässt sich hier eigentlich irgendwer auf die Straßenverkehrsordnung?". Zu behaupten jeder, der verunfallt war selber schuld, weil er nicht für mindestens zwei mitgedacht oder für den Fall dass der Autofahrer gerade am Smartphone ist, ist aus der Luft gegriffen.



      Leute die "auf ihr Recht pochen" sind mir übrigens auch nicht sympathisch, weil gerade der Typ oftmals nicht mal im Recht ist.



      Das erinnert mich an ein Erlebnis mit bösem Radfahrer, der fuhr eine Frau an einer grünen Fußgängerampel fast um

  • Bei solchen Artikeln merkt man immer ganz deutlich dass der Autor Das Fahrrad und Auto und nur als Fortbewegungsmittel sieht um zum Baggersee zu fahren. Die Straße ist aber vor allem ein Wirtschaftsfaktor , der direkt zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Und vor allem zu Produktivität. Autobahnen sind in primär dazu da, Das Millionen Tonnen Güterverkehr stattfinden können. Im übrigen ist nichts zu wenig Geld da, es wird nur missverwendet für die Deutsche Bahn. Die Einnahmen Durch Maut und Mineralölsteuer sind deutlich höher als die Ausgaben für die automobil und lkw-infrastruktur. Und Fahrradfahren macht ganz interessant und ein schönes Hobby sein trägt aber überhaupt nicht zur Förderung der Wirtschaft bei.

    • @Horst Sörens:

      Ja dann sperren wir doch einfach den "Wirtschaftsfaktor" für all das private Gedöns - oder?

      Nach dieser Einlassung möchte ich gar nicht sooo genau wissen wo Sie die Expertise in Sachen Maut und Mineralölsteuer hernehmen. Dürfte schwierig werden nachzuweisen, ob nicht doch mehr anderswo entfremdete Steuermittel in Straßenbau und Erhaltung oder Subventionierung von Autobauern, -käufern geflossen etc. sind...

    • @Horst Sörens:

      Ich kann mir eine Öllampe ans Fahrrad hängen. Dann bin ich doch sicher Teil des Wirtschaftsfaktors.



      ...

    • @Horst Sörens:

      Schön dass Warentransport per Bahn nicht als Alternative betrachtet wird, sondern die schon per Design in der BRD kaputte Bahn als Problem-Ursache genannt wird. Personenverkehr, Warenverkehr, sogar Rüstungsverkehr hat mal einwandfrei funktioniert. Aber der Auto-Lobbyismus hat verfangen...

  • Aus meiner Sicht gibt es diverse Konflikte im Straßenverkehr. Davon auszugehen, dass man selbst fehlerfrei fährt ist ein Fehler. Jeder macht Fehler, deshalb gibt es Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung. Und übersehe ich ein Auto wenn ich radel, so bin ich darauf angewiesen, dass der Autofahrer wachsam ist. Andersrum wird mir 5 min später von einem Auto die Vorfahrt genommen. Ja es gibt viele Konfliktsituationen. Rechts vor Links gehört dazu ich sehe oft schlecht ein, besonders wenn Autofahrer die zugeparkte Zone 30 Richtung 45kmh dehnen und sich dann beschwehren. Hinzukommt holpriger Straßenbelag, Dooring, Bordsteine an den unmöglichsten Stellen, HansguckindieLuft der kreuz und quer über die Straße oder Radweg trödelt. Darauf muss ich alles aufpassen, nicht fallen, und dann noch am Besten Handzeichen geben. Zwischendrin werd ich von Radlern rechts überholt, ein Auto rauscht noch kurz gegen die Einbahnstraße über Rotlicht an mir vorbei, gefährdet einen über Rot fahrenden Radler (ja beide waren falsch und das ist verdammt Lebensgefährlich). Ja ich fahre Flott mit meinem Ebike, ja ich bin jung, ja ich falle aber wenn dann über verdammte Barrieren oder von Autos abgedrängt

  • Ich wohne in Hamburg und wenn man sich hier an die simpelsten Verkehrsregeln beim Fahrradfahren hält, kann man das Fahrrad gleich schieben und muss sich auch dann immer noch Sorgen machen platt gefahren zu werden.

    Wenn die Straßen genauso autounfreundlich gebaut wären wie sie für Fahrräder untauglich sind, würden auch deutlich mehr Autounfälle passieren.

    Die Statistik von @JMarius ist übrigens überhaupt nicht repräsentativ. Bei der Gesamtzahl der Fahrradunfälle mit Fremdeinwirkung liegt die Schuld deutlich seltener beim Fahrrad. Zumal die Schuldfrage sowieso skeptisch zu betrachten ist. Bei einem Zusammenstoß durch einen Raser wurde dem Fahrrad Mitschuld gegeben, die überhöhte Geschwindigkeit hätte man bemerken müssen.

    Ja wenn wir so argumentieren, kann ich ja auch einfach sagen ja hätte das Auto ja bemerken müssen dass ich bei Rot über die Straße radel... Bringt mir aber nichts weil ich dann tot bin.

    Auf Schwächere muss Rücksicht genommen werden und im Stadtverkehr sollten diese Vorrang haben, egal ob Fahrrad oder zu Fuß.

  • Keine Frage, ein Ausbau der Fahrradwege ist in sehr vielen Städten sinnvoll und notwendig, ABER: Laut Statistik war im letzten Jahr jedes zweite Fahrrad, das in einen Unfall verwickelt war, ein E-Bike. Von den tödlich verunglückten E-Bike-Fahrern waren gut zwei Drittel (67,3 %) mindestens 65 Jahre alt. Das ist doch kein Zufall! Ich fahre selber E-Bike und weiß seitdem, wieviel schneller man auf einmal in der Stadt unterwegs sein kann, gleichzeitig sehe ich ständig betagte, ältere Leute, die zwar kaum noch sturzfrei geradeaus laufen können, gleichzeitig aber mit 25 km/h durch die Innenstadt fahren. Zweimal habe ich bereits Unfälle ohne irgendeine Fremdbeteiligung erlebt, die betreffende Person hatte einfach in einer Kurve, bzw. engem Kreisverkehr die Kontrolle über das zu schnelle Fahrrad verloren. Die Unfallzahlen werden in den nächsten Jahren weiter steigen, völlig egal wieviele Fahrradstraßen wir bauen. Wenn jemand das Gefährt, mit dem er/sie unterwegs ist nicht beherrscht (aus welchen Gründen auch immer), dann ist das gefährlich. Da tragen nicht zwangsläufig Autofahrer die Schuld, Radfahrtraining (oder ein E-Bike Führerschein) wäre für viele Menschen äußerst sinnvoll...

  • Zahlen sind Zahlen. Und die Politik ist immer Schuld. Aber geht es auch etwas tiefer?

    Sind denn in den anderen EU Ländern überall Radschnellwege gebaut worden? Seit Covid sind in vielen Städten rote Radspuren markiert worden, mit Aufstellflächen an den Kreuzungen etc. Tragen diese deutlich sichtbaren Wege nichts zur Sicherheit bei? Der Anstieg hängt wohl auch mit den Senioren mit ebike zusammen. Benötigen die besondere Konzepte?

    Gestern ist das rote Rennrad abgeholt worden. Es hat einige brenzliche Situationen gesehen (die aber auch mit der Geschwindigkeit zusammenhingen…). Geknallt hat es aber bei der Fahrt auf einem Strassenbegleitenden Radweg als ein Autofahrer meinte, da muss man nicht halten und schauen. Die Politik war unbeteiligt.

    • @fly:

      Ich empfehle Ihnen eine Reise nach Paris -- da kann man sehen, wie es anders geht, wenn man will. Und dass politische Maßnahmen dann auch zu einer deutlichen Verhaltensveränderung führen: Man muss als Fußgänger urplötzlich nicht mehr vor jedem Autofahrer die Flucht ergreifen -- und das selbst auf viel befahrenen Plätzen der Innenstadt! Offenbar hat der Autofahrer in Paris also erkannt: es gibt auch noch andere Verkehrsteilnehmer, und die haben auch Rechte. Von deutschen Autofahrern habe ich diesen Eindruck eher seltener.

  • Ich sehe eigentlich täglich Radfahrer, die ihr Leben risikieren, um irgendwo nicht zu bremsen, nicht zu halten, nicht auszuweichen. Und ich kann das verstehen, fürs Radfahren wird ja gar nichts verlangt, keinen Nachweis über Verkehrsregeln oder Fahrverhalten, man kauft das Rad und dann geht's los. Dazu kommen dann andere Verkehrsteilnehmer, die zu schnell, zu hektisch fahren und ebenfalls sehr risikobereit sind. Das ergibt keine gute Mischung. Und die Infrastruktur für Fahrräder muss dringend ausgebaut werden. Aber manchmal gibt es die Infrastruktur und dann pesen die Radfahrer dennoch kreuz und quer über die Straßen und vertreten das auch mit einem alternativen Verkehrskonzept, das sozusagen auf zivilen Ungehorsam im Verkehr beruht. Es scheint wirklich schwer zu sein, alle Seiten zu beteiligen und vor allem sinnvoll einzubinden.

    • @Andreas_2020:

      "fürs Radfahren wird ja gar nichts verlangt, keinen Nachweis über Verkehrsregeln oder Fahrverhalten, man kauft das Rad und dann geht's los."

      Unfassbar! Das wahre Problem und der Quell der Anarchie ist allerdings das Laufen.



      Gerüchte halber fällt da auch noch die letzte Hürde, nämlich der Kaufpreis, weg, und wir lassen das selbst Kleinkinder ohne Prüfung und Genehmigung tun. Das kann ja nur schief gehen.

    • @Andreas_2020:

      ich kann das insofern bestätigen, als die ausgebauten Spazierwege die Situation für Zu-Fuß-Gehende nicht unriskanter gemacht haben. Weil es für Radfahrende anscheinend noch nicht einmal die Pflicht gibt, einen klar definierten Mindestabstand einzuhalten. Jeder ausgefahrene Ellenbogen kann da zur Unfallgefahr werden. Und so leise, wie die Räder auf extra für Radfahrende asphaltieren Spazierwegen sind, hört man sie auch erst viel zu spät. Also --- mit eingeklemmten Armen spazierengehen?



      Der Kiesbelag früher hatte da einen Vorteil - aber nur für die Fußgänger.

    • @Andreas_2020:

      Ich sehe eigentlich täglich Autofahrer, die das Leben von anderen riskieren, um irgendwem eine Nachricht zu beantworten, Instagram-Bildchen zu begutachten, Musiktitel zu ändern. Wahre Probleme erkennen und benennen und sich nicht jedem emotionalem Hingeben, nur weil es angenehmer ist.

      • @QuantumRider:

        Ich sehe auch täglich Radfahrer die mehr mit ihrem Smartphone als mit dem Verkehr beschäftigt sind.



        Er gibt Autofahrer die nicht nach Radfahrern schauen und Radfahrer die jede rote Ampel überfahren. Beide Seite haben Grund sich an die eigenen Nase zu fassen.

    • @Andreas_2020:

      "Es scheint wirklich schwer zu sein, alle Seiten zu beteiligen und vor allem sinnvoll einzubinden."



      Wenn das ach sooo schwer ist: Wieso schaffen andere Länder wie Holland und Belgien das?



      Wie schafft das eine Bürgermeisterin Hidalgo das für die größte Stadt in Europa?

      Etwas anderes scheint mit in diesem Land schwer zu sein: Zu kapieren, das es für ganz viele Menschen ein Leben OHNE Führerschein und Auto gibt.



      Und das diese Menschen ein Recht auf Teilhabe am Verkehr haben - und zwar absolut gleichberechtigt.



      Vielleicht schauen sie sich mal den Film "Cycling Cities" an und überprüfen ihre Vorurteile.

      • @hsqmyp:

        Mindestens in den NL investieren sie mehr in den Fahrradverkehr. Ich propagiere nicht das Autofahren, aber der Führerschein, der fehlt bei den Radfahrern und mein Gefühl ist, dass in vielen Schulen und Kindergärten nicht genug der Verkehr erklärt wird ...

    • @Andreas_2020:

      Das ist eine ziemlich subjektive, anekdotische Wahrnehmung ("Ich sehe..."). Die Statistik besagt nunmal eindeutig, dass Autofahrer immer die überwiegenden Verursachen - grade der tödlichen Unfälle - sind.

      • @Gagman:

        Natürlich ist das subjektiv, aber wohl auch typisch für die Stadt, in der ich lebe. Und das bestreite ich nicht, dass die Statistik, Autofahrer als Ursache/Verursacher nachweist. Mein Punkt ist, a) Infrastruktur ginge deutlich besser - für alle b) Verkehrsverhalten muss verbessert werden, momentan geht das ja nur für Autofahrer bzw. LKW und Motorrad.

  • Jeder Unfall ist tragisch, egal, durch wen verursacht.



    Ich wundere mich allerdings, dass es nicht noch viel mehr Radfahrer erwischt. Bei nahezu jeder etwas längeren Autofahrt durch die Stadt würde ich mindestens 2-3 Radfahrer "mitnehmen", die sich nicht an die simpelsten Verkehrsregeln, wie "rechts vor links", Stopschilder, rote Amplnl etc. halten. Da wundert es auch nicht, dass bspw. in Berlin 2024 (laut Polizeistatistik) 8 der 11 Todesfälle durch die Fahrradfahrer selbst verschuldet waren.

    • @JMarius:

      Bei jeder auch relativ kurzen Fahrt mit dem Fahrrad im Stadtverkehr erlebe ich real die Chance, von einem Autofahrer "mitgenommen" zu werden, der die simpelsten Verkehrsregeln nicht beachten kann oder will.



      Ich muss das in jeder Situation mitdenken und davon ausgehen, dass für mich weder Vorfahrt noch grüne Ampeln Sicherheit bieten, von eingehaltenen Mindestabständen mal ganz zu schweigen. Ich mache das, weil mir mein Leben und meine körperliche Unversehrtheit lieb sind. Und by the way.... Ich kenne die Verkehrsregeln und halte mich daran. Gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern wie zu Fuß gehenden und insbesondere Kindern nehme ich besondere Rücksicht, weil ich weiß, dass sie im Falle einer Kollision mit mir den Kürzeren ziehen.



      Das ist extrem anstrengend und ich hoffe, es gelingt mir weiterhin und ich bleibe unverletzt.



      Und ich weiß, dass ich damit nicht allein bin.



      Wie passt das zu Ihrer vorgetragenen Einschätzung?

      • @Life is Life:

        "Ich muss das in jeder Situation mitdenken und davon ausgehen, dass für mich weder Vorfahrt noch grüne Ampeln Sicherheit bieten, von eingehaltenen Mindestabständen mal ganz zu schweigen. "

        Das sollte jeder Verkehrsteilnehmer tun und zwar immer und überall, das ist die Grundvoraussetzung um am Verkehr teilnehmen zu können und ganz sicher kein Negativbeispiel. Bekommt man auch in jeder Fahrschule beigebracht, mit den Fehlern anderer zu rechnen.



        So anstregend ist das nicht. Und wenn man einmal aufhört sich darüber aufzuregen fährt es sich plötzlich viel entspannter....



        Gruß von einem Radfahrer

        • @PartyChampignons:

          "Das sollte jeder Verkehrsteilnehmer tun und zwar immer und überall"

          ja

          "das ist die Grundvoraussetzung um am Verkehr teilnehmen zu können"

          nein

        • @PartyChampignons:

          Ah, deshalb sehe ich täglich massenhaft Autofahrende, die in Schrittgeschwindigkeit an grüne Ampeln heranfahren, weil sie versehentlich bei rot die Straße überquerende Fußgänger nicht gefährden möchten.....

          • @Life is Life:

            Nur weil andere es falsch machen entbindet sie das nicht von ihrer eigenen Verantwortung....

    • @JMarius:

      2024 ist eine Ausnahme gewesen in Berlin, abgesehen davon dass bei PKW und Fahrrad sowieso 50% Alleinunfälle sind, also ohne weitere Beteiligte, bei den Motorradfahrern ist der Anteil eher bei 60%.



      Bei tödlichen Unfällen von Radfahrern und PKW/LKW ist meist der Motorisierte schuld blog.crashhappens....age-fahrrad-unfall

      So wie 2025: ein paar Alleinunfälle aber ansonsten waren immer PKW und LKW schuld nordost.vcd.org/zi.../verkehrstote-2025

  • Bei älteren Autofahrer:innen, die Unfälle verursachen, schütteln viele nur die Köpfe und verlangen das Abgeben der Führerscheine. Nachvollziehbar. Wenn aber Fahrräder plötzlich motorisiert und viel schneller und schwerer werden als bisherige Drahtesel, ist es selbstverständlich, dass das Alter plötzlich keine Rolle mehr spielt? Wenn der Verkehr immer komplexer wird, hilft es nicht, wenn die Kommentierung immer vereinfachender daherkommt. Wir müssen verkehrspolitisch an vielen Schrauben drehen; dazu gehören eine geänderte Infrastruktur, aber genauso Vorgaben für Schutzeinrichtungen wie Fahrradhelme und reflektierende Bekleidung und die verpflichtende Schulung in den Verkehrsregeln. Wenn Fahrradfahrer:innen zu Schaden kommen, weil sie überhaupt nicht einschätzen können, wie der motorisierte Verkehr, dem sie begegnen, überhaupt reagieren kann, ist das überflüssig. Wir müssen alle mal von unseren Zinnen herunterkommen und die anderen Verkehrsteilnehmer:innen mit in den Blick bekommen. Dieses ständige "Ja aber, die anderen" mag in der eigenen Bubble verfangen; es bringt uns weder weniger Verletzte noch Unfalltote im Verkehr.

  • Gefühlt jeden Tag ein Beitrag gegen den schrecklichen Gegner "das Auto", mit dem Ziel die individuelle Automobilität am beste zu verbieten.

    Dies wird dann auch in den jeweiligen Artikel zum Teil mit schrägen Argumenten und unrichtigen Verknüpfungen verbunden und dann mit absurden Forderungen verbunden.



    Beispiel die beiden letzten gestorbenen Fahrradfahrer, die jeweils von einem LKW beim Abbiegen erfasst wurden. Die Forderung Tempo 30 um die PKW Raser zu bremsen! Was hat LKW beim Abbiegen mit PKW zu tun.



    So auch hier im Artikel, angeprangert wird die gestiegene Todesrate und schuld sind Autofahrer. Das ist nicht richtig, vielmehr sind die Fahrradzahlen und dabei die ebikes gestiegen in Verbindung mit älteren Fahrern die sonst kein Fahrrad mehr fahren würden.



    Eine der Hauptursachen sind schwere Stürze und Kopfverletzungen, deshalb wäre eine erste Maßnahme die Einführung einer Helmpflicht

    • @AuchNeMeinung:

      Individuelle Automobilität würde recht gut auch ohne Rasen, Lärmen, Protzen, unnötige Verkokeln von Ressourcen, ausuferndes Zubetonieren..... funktionieren.



      Soviel zum ersten Absatz, den Rest unterschreibe ich größtenteils.

    • @AuchNeMeinung:

      "und schuld sind Autofahrer" - ja, weil die Statistik das nunmal eindeutig, unwiderlegbar und unleugbar belegt 🤷‍♂️

      • @Gagman:

        Nein, genau DAS tut die Statistik nicht. Es ist lediglich häufig ein Auto beteiligt, d.h. aber mitnichten, dass der Fahrer des PKW schuldig ist.



        Mir ist vor 8 Monaten ein Radfahrer von Links ins Fahrzeug gefahren.



        Rechts vor Links misachtet!



        Erst wurde mir noch eine Schuld gegeben, weil mein Fahrzeug zu groß sei und ich eine besondere Verantwortung hätte. blabla.



        Die unfalltechnische Untersuchung hat dann vor Gericht eindeutig ergeben ich hatte Schrittgeschwindigkeit und der Radfahrer muß mit über 30 km/h rein sein.



        Ein klarer Freispruch für mich, wenn sich die Richterin denoch zu einer "Ermahnung" hinreisen lassen musste bzgl. der besonderen Aufmerksamkeitspflich bei großen US Trucks.

  • Touché, der Punkt mit dem bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrswege.



    Das krasse Mißverhältnis der Investitionen in den Straßenbau zu ungunsten anderer Verkehrsträger wie Bahn, Schiff, Fahrrad und Fußgängern gibt hierzulande leider seit Jahrzehnten.



    Früher kam man aus Holland oder Dänemark mit Visionen für ein besseres Leben nach Hause – schließlich sieht man ja dort, das eine Verkehrswende möglich ist.



    Heute ist da einfach nur noch die Wut auf eine verantwortungslose, rein macht- und lobbyorientierte Politik im Land und im Bund, die uns all das vorenthält.



    Und sogar noch behauptet, dies wäre demokratisch.



    Nein, ist es nicht!



    Es gibt seit Jahren eine Mehrheit für ein umfassendes Tempolimit (130/80/30).



    Es gibt ein steigende Anzahl von Touristen, die es nicht mehr hinnehmen, das Bundesländer wie SH behaupten sie wären ein „Fahrradland“ und sich gleichzeitig nicht um die Sanierung & Neubau der kaputtgesparten Fahrinfrastruktur zu kümmern.



    Und es gibt immer mehr Radfahrer*Innen, die nicht mehr ihr Leben auf‘s Spiel setzen wollen, nur weil da draußen ein Haufen fahruntüchtiger Autofahrer*Innen sein/ihr Unwesen treiben.

    • @hsqmyp:

      "Und es gibt immer mehr Radfahrer*Innen, die nicht mehr ihr Leben auf‘s Spiel setzen wollen, nur weil da draußen ein Haufen fahruntüchtiger Autofahrer*Innen sein/ihr Unwesen treiben." Echt jetzt? Diese Medaille hat zwei Seiten. Autofahrer müssen uns sollen Rücksicht nehmen. radfahrer aber auch: Unverantwortliche Radfahrer, die sie sich für Busse halten und die falschen Spuren nutzen, rote Ampeln nicht beachten und einfach über die Kreuzung brettern, Vorfahrt nicht beachten, das Rechtsfahrgebot für optional halten, an Füßgängerübergängen nicht halten und absteigen, etc. Rücksicht im Verkehr geht nicht nur in eine Richtung. Fragen Sie mal die Fußgänger, was diese von E-Biken halten.

      • @Bluewater:

        "Fragen Sie mal die Fußgänger, was diese von E-Biken halten."

        Warum? Fußgänger haben keinen Fußgängerschein, keine Versicherungs- und Kennzeichenpflicht und sind damit keine vollwertigen Verkehrsteilnehmer.

  • "Bei dem Großteil der Unfälle ist jemand zweites beteiligt, und davon sind der Großteil: Autofahrende."

    Gestern:



    Eine Einbahnstraße, rechts ein Parkstreifen für KFZ, links ein 2 m breiter Radweg auf Gehweghöhe. Ich parke, drehe mich zur Tür, um mit der *rechten* Hand die Tür zu öffnen, als ich einen Schatten wahrnehme und innehalte.

    Ein Radfahrer auf einem Rennrad, beim Vorbeifahren keine 2 cm von meinem Außenspiegel entfernt.

    Der Radweg: LEER.

    Wem wäre wohl die Schuld zugewiesen worden, wäre es zu einem Unfall gekommen?

    • @p2c2e:

      Da hätten Sie die Schuld gehabt, ohne dass irgendwer zuweisen muss. Darum guckt man ja auch vorher, was Sie zum Glück aller Beteiligten getan haben.

    • @p2c2e:

      Zu großen Teilen wärst du Schuld! Es gibt offene Fragen hier die teilweise relevant sind, um ggf eine Teilschuld des Radfahrerenden zu klären, aber in erster Linie bist du verantwortlich, sicherzustellen, dass du die Tür öffnen kannst ohne andere zu gefährden.

      Aus Radfahrersicht stellt sich die Frage, ob der Radweg benutzungspflichtig ist. Wenn nein, dann kann er auf der Straße fahren. Was überhaupt nicht geht ist 2cm entfernt von den Türen vorbei zu jagen, man sollte immer 1-2m Türenabstand halten. Das kann evtl eine Teilschuld begründen und ich verstehe Deinen Ärger darüber

      • @SpanishSahara:

        Ich glaube nicht, dass geringer Abstand beim Vorbeifahren an einem parkenden Auto zu einer Mitschuld beim Dooring führt. Gibt es dafür Belege?

      • @SpanishSahara:

        Auch als benutzungspflichtig ausgewiesene Radwege müssen nicht zwingend benutzt werden, da sie zusätzlich in zumutbarem Zustand sein müssen, was oft genug nicht gegeben ist (Glasscherben, usw.).



        Durch die Windschutzscheibe ist das unmöglich festzustellen, und es ist selbstverständlich IMMER und überall (Autobahnen ausgenommen) mit Radfahrenden auf der Fahrbahn zu rechnen, zumal etwa S-Pedelecs ja sowieso auf der Fahrbahn fahren müssen.



        Die 'Benutzungspflicht' ist ein bizarres Relikt aus der NAZI-Zeit mit explizitem Ziel der Förderung des Autoverkehrs.

    • @p2c2e:

      ist recht einfach zu beantworten: Sie beide hätten jeweils eine Teilschuld bekommen, und dass unabhängig ob da ein benutzungspflichtiger Radweg gewesen wär. Sie selbst wären Ihrer Sorgpfaltspflicht nicht vollständig nachgekommen, vor dem Öffnen zu warten und, und der Radfahrende, weil er zu nah am Auto fuhr (mind. 80 cm besser 1 m Abstand).

    • @p2c2e:

      Hätten Sie die Autotür geöffnet, ohne sich vorher nach einem möglichen Radfahrer umzuschauen, dann hätten natürlich Sie die Schuld an einem Unfall getragen, das hat nichts mit Zuweisung zu tun.

      Der Radfahrer darf übrigens allein entscheiden, wenn er es für nötig hält auf die Straße zu wechseln. Möglicherweise war Ihnen ja der zugeparkte Radweg, der Sandhaufen von der Baustelle oder die zerschmissene Glasflasche gar nicht aufgefallen.

      • @Doraemon:

        Zwischen dem Radweg und dem Parkstreifen befindet sich die Straße. Der Radweg und der Gehweg sind auf derselben Höhe, aber deutlich voneinander getrennt. An Einmündungen von rechts (links ist ein Gewässer) sind die Bordsteine abgesenkt, sodass Radfahrer problemlos nach rechts abbiegen können. Auf der Fahrbahn sind entsprechende Radwegmarkierungen.

        Zugeparkter Radweg: Kein Grund dafür vorhanden, es gibt mehr als genug kostenfreie Parkplätze in dieser Straße und in umnittelbarer Umgebung.

        Sandhaufen befinden sich im Zweifel auf den Parkplätzen, da nur auf dieser Seite Gebäude stehen (Rad- und Gehweg grenzen an ein Gewässer.

        Glasflaschen: Extrem unwahrscheinlich, wer hier einen Gastronomiebetrieb mit Getränk verlässt, bekommt Kunststoff. Geschäfte, in denen man Glasflaschen kaufen könnte, sind nicht in der Nähe.

        Die Benutzung der Radwege ist hier Pflicht und Radfahrer müssen hier - genau wie Autofahrer - Abstand hanlten. 2 cm von meinem Außenspiegel entfernt ist kein Abstand.

        • @p2c2e:

          Niemand muss Abstand zu einem parkenden Fahrzeug halten. Wie kommen Sie darauf?

        • @p2c2e:

          ...Vermutlich alles während der 20sec zwischen Einparken und Tür-Öffnen-Wollen penibelst überprüft? Und regelrecht kriminalistisch zu Ende gedacht (Gastronomie - Kunststoff usw.).

          Ich gebe Ihnen recht, dass ich als Radfahrer immer damit rechnen sollte, dass in einem haltenden Gefährt jemand sitzt, den ich durch die Scheibe nicht wahrnehme. Und dass ich dementsprechend einen Bogen um das Fahrzeug fahren muss. Diese mörderischen Türöffnungsversuche sind ja durchaus bekannt.



          Aber all das ändert schlicht gar nichts an Ihrer rechtlichen Mitverantwortung im Unfall.

        • @p2c2e:

          Die Pflicht für Autofahrer besteht darin, sich vor dem Öffnen ihrer Autotür zu vergewissern, dass sie damit niemanden gefährden. Sie besteht nicht darin, sich zu vergewissern, dass da gar kein Radfahrer sein dürfte.

          Zweispurige Lastenräder und Fahrräder mit Anhänger dürfen übrigens jederzeit auf der Fahrbahn fahren, auch damit sollten Sie rechnen. Achten Sie bitte einfach weiterhin vor dem Öffnen Ihrer Autotür darauf - vielen Dank!

      • @Doraemon:

        Und wie sehen Sie das, wenn Radfahrer genauso knapp an Spaziergängern vorbeirasen, dass die nicht mal mehr den Arm hätten ein bisschen von sich strecken dürfen? Sind dann auch die Fußgänger verpflichtet, sich erst umzuschauen?



        Wieso verpflichten sich Radfahrer nicht selbst, wenn es schon kein klares Gesetz gibt wie bei Autofahrern, einen Mindestabstand einzuhalten, um Fußgängern nicht ständig einen Schreck einzujagen?



        Die Unbeliebtheit von Radfahrern kommt genau durch solche ständigen Erlebnisse, gerne auch in Fußgängerzonen, die für Fahrräder verboten sind.

        • @Dreja:

          "... die Unbeliebtheit von Radfahrern..."

          Den finde ich großartig!!!



          - Ist Ihnen schon eine Verkehrsteilnehmerart aufgefallen, die hier in den Kommentaren richtig beliebt ist?

        • @Dreja:

          Es geht im Artikel um von Autofahrern getötete Radfahrer, und die Gefahr eines tödlichen Unfalls durch Autotüren ist für alle Radfahrer*innen jederzeit real. Dieses Risiko mit "Unbeliebtheit von Radfahrern" rechtfertigen zu wollen, ist einfach abenteuerlich. Wir sind uns hoffentlich einig, dass auch unbeliebte Mitbürger*innen nicht gefährdet oder getötet werden dürfen.

          Dass Radfahrer keine Fußgänger erschrecken sollten, sehe ich übrigens auch so, mir ist allerdings nicht bewusst, wie viele Fußgänger dabei jedes Jahr ums Leben kommen.

    • @p2c2e:

      "Wem wäre wohl die Schuld zugewiesen worden, wäre es zu einem Unfall gekommen?"

      Ich möchte lösen:



      Dem/Derjenigen die den Radfahrer übersehen hat.

      • @Hauke:

        Der nicht auf dem Radweg gefahren ist sondern extrem dicht an den autos vorbei?

        • @KeinGott KeinStaat:

          Warum soll man nicht extrem dicht an parkenden Autos vorbeifahren? Damit gefährdet oder behindert man niemanden.

    • @p2c2e:

      Anekdoten bringen uns nicht weiter, ansonsten könnte ich den ganzen Tag von den dummen Aktionen der Autofahrer erzählen, und dann noch die ganze Nacht vom Lärm den einige wenige Motorisiserte eben in der Nacht machen.

      Was hilft ist aber ein Blick ins Ausland wo die Mobilität nicht mehr allein vom Auto abhängig ist. Egal ob die Niederlande wo die Radfahrinfrastruktur jedem Verkehrsteilnehmer im ganzen Land das notwendige Sichersgefühl vermittelt um überhaupt Rad zu fahren, oder Paris und London wo man den öffentlichen Platz erfolgreich neu verteilt auch wenn die Regierungen es den Städten eher schwer als leicht machen.

      • @Thomas Koll:

        Anekdotisch meinerseits:



        Der motorisierte Lärm ist nicht nur nachts präsent.



        Hier (anekdotisch) sind samstags und sonntags auf einer 70-km-limitierten Landstraße über tausend Motorräder, überwiegend zu laut, meistens zu schnell, keineswegs anekdotisch, sondern der üblich Wochenendterror.

    • @p2c2e:

      Das ist ja genau das Problem. Wer kommt auf die raffinierte Idee, direkt neben einem Radweg Parkplätze zu bauen? Da ist Dooring vorprogrammiert.

      • @1Mj3tI39F:

        Lesen macht den Unterschied, ich zitiere mich selbst:

        Eine Einbahnstraße, RECHTS ein Parkstreifen für KFZ, LINKS ein 2 m breiter Radweg auf Gehweghöhe.

        Der Radweg befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

      • @1Mj3tI39F:

        Sie haben da was nicht richtig gelesen. Der Parkplatz war wohl rechts der Einbahnstraße, der Radweg auf der linken Seite.

        • @Dreja:

          Was ich mich frage: Warum führt man einen Radweg auf der linken Seite? Das schafft doch nur Konflikte.