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Israels Vorstoß im LibanonAus Angst nach vorn

Susanne Knaul

Kommentar von

Susanne Knaul

Um die Gefahr für die eigenen Bürger zu bannen, rücken israelische Soldaten im Libanon vor. Zielführender wäre es, die libanesische Armee zu stärken.

I sraels Vorstoß im Libanon hat mit Expansionsallüren nichts zu tun. Auch wenn manche im Heiligen Land diese schräge Wunschvorstellung haben könnten, die westliche KritikerInnen Jerusalem unterstellen. Besatzung für Sicherheit ist das Motto von Israels Regierung. Nicht die Eroberung von Land, sondern der Kampf gegen die Hisbollah.

Die schiitische Terrororganisation bedroht Israel, und sie tut das aus einem einzigen Grund: Sie will den jüdischen Staat von der Landkarte tilgen, ganz so wie ihr Förderer Iran. Seit dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon vor 26 Jahren gibt es keine Besatzung und keine nennenswerten Gebietskonflikte. Der erneute Vormarsch der israelischen Soldaten gilt einzig dem Norden Israels und den Menschen, die auch an diesem Wochenende erneut unter Beschuss der libanesischen Terroristen gerieten.

Und den Tausenden, die es als Binnenflüchtlinge vorziehen, vorläufig in sicherer Entfernung zu bleiben. Doch so einleuchtend das Ziel der Sicherheit für die Bevölkerung im Norden des Landes ist, so wenig heiligt es die Mittel, die die israelische Regierung dafür einsetzt: die Vertreibung von über einer Million LibanesInnen und die Zerstörung ganzer Dörfer. Vor allem dann nicht, wenn andere Wege weit erfolgversprechender sind.

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Israel hat in Beirut Verbündete im Kampf gegen die Hisbollah. Nur allzu gern würde Ministerpräsident Nawaf Salam die Souveränität des Staates durch die Entwaffnung der Terrormiliz erreichen und die eben aufgenommenen Friedensverhandlungen mit Israel fortsetzen. Ebenso hatte Präsident Joseph Aoun, ehemals selbst Oberbefehlshaber der libanesischen Streitkräfte, schon bei seinem Amtsantritt letztes Jahr verkündigt, dass der Staat das Waffenmonopol haben sollte.

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Die libanesische Armee sollte in die Lage versetzt werden, diese Mission aufzunehmen. Sie muss aufgerüstet und ausgebildet werden, damit sie eine Chance hat, mit der Hisbollah auf Augenhöhe die Bedingungen für eine Entwaffnung zu verhandeln.

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Susanne Knaul

Susanne Knaul Redakteurin Meinung

1961 in Berlin geboren und seit 2020 Redakteurin der Meinungsredaktion. Von 1999 bis 2019 taz-Nahostkorrespondentin in Israel und Palästina.
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61 Kommentare

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  • Der Artikel setzt das Sicherheitsnarrativ Israels als zentralen Ausgangspunkt und moralischen Maßstab und blendet dabei die historischen Ursachen, Machtasymmetrien und die Perspektiven der arabischen Nachbarstaaten aus. Israel erscheint primär als bedroht und begangene Kriegsverbrechen und Völkerrechtsbrüche werden vor allem als Reaktion verstanden, wenn auch Vertreibung und Zerstörung der Infrastruktur -für mein Empfinden mehr als Lippenbekenntnis- zugegeben werden.



    Ausgeblendet bleibt jedoch, dass auch die Sicherheit und Existenz der arabischen Nachbarn durch israelische Politik dauerhaft bedroht ist und diese daraus ihre eigene Sicherheitslogik ebenso berechtigt entwickeln. Würde man diese Narrative konsequent symmetrisch anwenden, ergäbe sich daraus eine gegenseitige Legitimation militärischer „Selbstverteidigung“ auf allen Seiten – mit entsprechend eskalierenden Konsequenzen. Genau deshalb ist diese selektive Anwendung von Sicherheitsargumenten nicht haltbar und argumentiert, statt auf einer völkerrechtlich konsistenten Basis, mit einseitig moralischer Überlegenheit der militärischen Handlungen.

    Im Grunde ist der Text nur eine Lightversion der gut bekannten Narrative Bibi's

    • @Edda:

      Das ist ein Kommentar zur Perspektive Israels und den daraus folgenden möglichen Handlungsoptionen.

      Logischerweise sind die Perspektiven der arabischen Nachbarstaaten nur hier nur in Bezug auf den Libanon enthalten.

      Und logischerweise ist das Sicherheitsnarrativ der zentrale Ausgangspunkt. Es gibt ja hinreichend viele Gruppe, die die Auslöschung Israels als erklärtes Ziel haben.

      Und dies mit Raketen und co. untermauern.

      Es ist sachlich falsch, Israel würde die Existenz und Sicherheit der arabischen Nachbarstaaten bedrohen.

      Mit der jordanischen Regierung gibt es kein Problem. Im Gegenteil.

      Mit Saudi-Arabien kann man gut.

      Mit der neuen syrischen Regierung wurde ein Agreement gefunden.

      Mit dem Libanon gäbe es an sich auch kein Problem.

      Wenn die libanesische Regierung sich effektiv gegen ihre inländische Machtkonkurrenz verteidigen würde, wäre das gut für Israel und für den Libanon.

      Eine Symmetrie der Bedrohung gibt es nicht.

      Die Israelis wollen nicht alle Libanesen ist Meer treiben und den Libanon auslöschen. Das Gleiche gilt für die anderen arabischen Staaten.

      Dass für Israel Sicherheit zentral ist, daran kommen Sie nicht vorbei.

  • Das "hat mit Expansionsallüren nichts zu tun"? Deswegen weht die israelische Flagge auf der Burg Beaufort mitten in Libanon? Zur Verteidigung gegen Raketen? Israel fährt seit Jahrzehnten doppelgleisig: Verteidigungszwecke und Expansionsallüren gehen Hand in Hand. Beides spielt eine Rolle.

  • Gewagte These, das mit der Angst. Siehe den Beitrag von Deutschfranzose 02.06.2026 um 12:24.



    Ich bin ehrlich: Wir brauche nicht immer noch mehr Rechtfertigungen oder Einfühlung für die israelische Politik. Die ist seit längerer Zeit in einem Abwärtsstrudel und das mit grundsätzlicher Rückendeckung der Bevölkerung (siehe Wahlergebnisse und Meinungsumfragen zu den Kriegseinsätzen). Ethisch ist das indiskutabel und ich bezweifle, dass es uns politisch mehr nutzt als schadet.

  • Wenn israelische Minister das ganz offen sagen (www.reuters.com/wo...banon-2026-03-23/), wie kann man dann einfach die Augen vor der Möglichkeit verschließen, daß es beim Libanonkrieg, welcher ja durch den Irankrieg (wer hat den nun angefangen) ausgelöst wurde, opportunistisch um Landnahme geht?!

    Smodrich sagt nur laut, was Netanyahu und die ganze Regierung sowieso denken. Und das Vorgehen, das "Gaza playbook" mit Planierraupen, spricht dafür.

    Darum ist das israelische Vorgehen nicht "kontraproduktiv", wie die Autorin meint, sondern zielorientiert. Aber das weiß sie eigentlich selbst.

  • Israel wird zum Aggressor erklärt, während die Hisbollah – eine offen antisemitische Terrororganisation – praktisch als Naturereignis behandelt wird. Raketen auf israelische Städte? „Eskalation“. Israels Reaktion? „Völkerrechtsbruch“. Diese Verdrehung ist nicht kritisch, sie ist verantwortungslos.

    Wer verlangt, Israel solle stillhalten, während eine vom Iran bewaffnete Miliz seine Nordgrenze in eine permanente Abschussrampe verwandelt, fordert faktisch die Preisgabe israelischer Zivilisten. Der Libanon hat die Hisbollah weder im Griff noch den Willen, sie zu entwaffnen. Genau deshalb existiert diese Bedrohung überhaupt.

    Die taz moralisiert bequem aus sicherer Distanz und verweigert Israel das, was jedem anderen Staat selbstverständlich zugestanden wird: das Recht, seine Bevölkerung zu schützen. Wer Terror relativiert und Selbstverteidigung dämonisiert, steht nicht für Frieden, sondern für die Stabilisierung des Status quo der Gewalt. Israel handelt nicht aus Machtgier – sondern weil Nichtstun tödlich wäre.

    • @Zippism:

      Niemand behauptet, die Hisbollah sei wie ein Naturereignis über den Libanon (und Israel) gekommen. Entscheidende Faktoren für den Aufstieg der Hisbollah waren die islamische Revolution im Iran 1979 sowie der israelische Einmarsch in den Libanon 1982. Das gilt es zur Kenntnis zu nehmen.



      Ansonsten können wir noch darüber streiten, welches der beiden Ereignisse eine größere Bedeutung für die derzeitige verfahrene Situation hat. Ohne die problematischen Entwicklungen im (schiitischen) Islam Klein reden zu wollen, behaupte ich, dass Israel im Umgang mit seinen Nachbarn die selben Fehler immer und immer wieder wiederholt. So gefährdet es auch selbst seine eigene Sicherheit (das habe ich hier im Forum schon wiederholt so kommentiert).



      Und ja, da muss ich @EffeJoSiebenZwo recht geben: ein bisschen weniger Opfererzählung täte den Anliegen Israels (und dem Israel-Lobbyismus hierzulande) ganz gut.

      • @Abdurchdiemitte:

        Niemand bestreitet historische Faktoren wie die iranische Revolution 1979 oder den israelischen Einmarsch 1982. Aber Erklärung ist nicht Rechtfertigung. Aus der Entstehungsgeschichte der Hisbollah folgt weder politische Legitimität noch ein Freibrief für heutigen Terror.

        Entscheidend ist die gegenwärtige Realität: Die Hisbollah ist eine hochgerüstete, vom Iran finanzierte Miliz, die bewusst außerhalb staatlicher Kontrolle agiert, den Libanon als Geisel benutzt und systematisch israelische Zivilisten bedroht. Raketenbeschuss ist kein „Kontext“, sondern ein fortdauerndes Kriegsverbrechen.

        Der Verweis auf „immer gleiche Fehler Israels“ ersetzt keine Analyse, sondern verschiebt Verantwortung. Israel wird regelmäßig dafür kritisiert, dass es sich verteidigt – kaum jedoch die Akteure, die offen seine Zerstörung propagieren. Wer Israels Reaktionen problematisiert, ohne den Angreifer symmetrisch zu benennen, misst mit zweierlei Maß.

        Auch die Forderung nach „weniger Opfererzählung“ verkennt die Lage: Wenn Städte beschossen werden, handelt es sich nicht um Narrative, sondern um reale Bedrohungslagen. Selbstverteidigung ist kein Lobbyargument, sondern ein völkerrechtlich anerkanntes Recht.

    • @Zippism:

      ‚Die taz moralisiert bequem aus sicherer Distanz und verweigert Israel das, was jedem anderen Staat selbstverständlich zugestanden wird: das Recht, seine Bevölkerung zu schützen.‘

      Schutz per Massiver Landnahme und Zerstörung ziviler Infrastruktur? Bitte weniger Opfererzählung und auch mal den Splitter ultra-aggressiven Handelns im eigenen Augen sehen. Und natürlich auch die damit verbundene Sabotage der sogenannten Friedensverhandlungen.

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Und dem Libanon wird ja auch verwehrt, sein Land zu schützen.

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Sie blenden die Hisbollah und ihren anhaltenden Terror gegen Israel komplett aus.

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Sie setzen voraus, dass Israels Handeln primär „massive Landnahme“ sei – genau das ist die Verzerrung, die ich kritisiere. Israels Vorgehen richtet sich gegen eine bewaffnete Miliz, die seit Monaten gezielt Zivilisten beschießt und ganze Regionen unbewohnbar macht. Das ist keine abstrakte Bedrohung, sondern tägliche Realität für Hunderttausende Menschen im Norden Israels.

        Zivile Infrastruktur wird nicht deshalb zerstört, weil Israel „ultra-aggressiv“ ist, sondern weil die Hisbollah sie systematisch militärisch nutzt. Wer diesen Kontext ausblendet, verwandelt Ursache und Wirkung. Friedensverhandlungen werden nicht durch Israels Reaktion sabotiert, sondern durch eine Organisation, deren erklärtes Ziel die Zerstörung Israels ist und die keinerlei Interesse an einem stabilen Frieden hat.

        Kritik an israelischem Vorgehen ist legitim. Aber wer Selbstverteidigung pauschal als Aggression framet und Terror als quasi naturgegeben hinnimmt, misst mit zweierlei Maß. Das ist keine Friedenspolitik, sondern moralische Bequemlichkeit.

        • @Zippism:

          Kommen sie mal runter. Es ist weit und breit berichtet worden auch in der TAZ, dass die Hisbollah nach dem Waffenstillstand in Gaza bis zum völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran nicht geschossen hat. Und dass andererseits Israel quasi täglich ebendiesen Waffenstillstand gebrochen hat. Die Hisbollah schoss nicht zurück.



          Dass die wieder schießen liegt nicht mal an den Attacken auf den Libanon oder in Gaza, da hat die Hisbollah stillgehalten obwohl Israel sich nicht an Abmachungen hielt.



          Es liegt an der israelischen Eskalation in Richtung Iran.

          Sie sollten in ihrer "Pofererzählung" bitte auch mal bei den Fakten bleiben.

          • @JK83:

            „Kommen Sie mal runter“ ersetzt keine Fakten.

            Die Behauptung, die Hisbollah habe „nach dem Gaza-Waffenstillstand nicht geschossen“, ist schlicht falsch. Es gab seit Oktober 2023 durchgehend Gefechte an der Nordgrenze zwischen Israel und der Hisbollah – mit wechselnder Intensität, aber nie einem stabilen, eingehaltenen Waffenstillstand, der Ihre Darstellung tragen würde.

            Und nein: Es gab auch keinen „Waffenstillstand in Gaza“, der automatisch den Libanon-Konflikt beendet hätte. Das sind getrennte Kriegsschauplätze mit eigener Dynamik.

            Ebenso verkürzt ist die Behauptung, Israel habe „täglich den Waffenstillstand gebrochen“, während die Hisbollah nur reagiert habe. Beide Seiten haben angegriffen – die Hisbollah mit Raketen auf Nordisrael, Israel mit Luftschlägen auf Ziele im Libanon.

            Und der Iran? Von einem „Angriffskrieg Israels gegen den Iran“ zu sprechen, verzerrt die Lage massiv. Es geht um indirekte Konfrontation und Eskalationsspiralen, nicht um das Bild, das hier konstruiert wird.

            Man kann Israels Vorgehen kritisieren – aber bitte auf Basis der Realität, nicht einer moralisch zugespitzten Erzählung.

        • @Zippism:

          taz.de/Juedische-S...-Libanon/!6183397/

          Die Israelis selber scheinen das mit der Landnahme anders zu sehen. anders zu sehen.

          Und die bewaffnete Miliz kämpft gegen ein Militär, das seit Monaten gezielt Zivilisten beschießt und ganze Regionen unbewohnbar macht - das ist die tägliche Realität für Hunderttausende Menschen in den an Israel angrenzenden Ländern. Zudem war es nicht die Hisbollah, die den Waffenstillstand abgelehnt hat. Kann man da sagen, weil Netanjahu kein Interesse an einem stabilen Frieden hat?



          Aber wer Landraub pauschal als Selbstverteidigung framed und Israelischen Terror ebenso, misst mit zweierlei Maß. Das ist keine Friedenspolitik, sondern moralische Bequemlichkeit.

    • @Zippism:

      Wer 2026 noch daran glaubt Israel würde im Libanon oder Gaza oder WJL "Selbstverteidigung" betreiben ist entweder naiv oder fanatisch

      • @Schleicher:

        Israel wird weiter aus dem Libanon beschossen? Sollen die Israelis das einfach über sich ergehen lassen?

        Vorachlag. Die Hisbollah legt ihre Waffen nieder und hört auf Juden auslöschen zu wollen wie mehrfach seit ihrer Gründung selbst geäußert. Und schon hört es auf.

      • @Schleicher:

        Interessant, wie leichtfertig hier Begriffe entsorgt werden. „Selbstverteidigung“ wird nicht deshalb falsch, weil sie Israel betrifft oder weil linke Milieus sie nicht mehr hören wollen. Sie wird falsch, wenn keine Bedrohung existiert. Genau die existiert aber – dauerhaft, organisiert und offen angekündigt.

        Was hier tatsächlich passiert: Terror durch Hisbollah und Hamas wird politisch normalisiert, während jüdische Selbstverteidigung delegitimiert wird. Dass ausgerechnet linke Kreise inzwischen den Maßstab anwenden „Gewalt ist okay, solange sie sich gegen Israel richtet“, ist kein Zufall, sondern ein moralischer Bankrott.

        Wer Israels Existenzbedrohung leugnet, aber Raketen, Massaker und Entführungen relativiert, argumentiert nicht kritisch, sondern ideologisch. Und ja: Wenn man ausschließlich Israel das Recht abspricht, sich militärisch zu schützen, während man bewaffnete, antisemitische Milizen entschuldigt, dann ist das kein Antikolonialismus – das ist moderner Antisemitismus mit progressivem Etikett.

        • @Zippism:

          Sie liegen weit daneben. Es gibt im Völkerrecht - aus sehr gutem grund - kein Recht auf "überhaupt keine potentielle Bedrohung" was Präventivkriege (jederzeit!) rechtfertigen würde. Dieser Pfad ist - Gott sei Dank - nicht offen.



          Aber Israel macht sich sien eigenes Recht und die finden es okay zu definieren was eine Bedrohung ist und wann man präventiv Krieg führt.

          • @JK83:

            Niemand behauptet ein „Recht auf völlige Bedrohungsfreiheit“. Das Völkerrecht kennt aber sehr wohl das eng gefasste Selbstverteidigungsrecht nach UN-Charta Artikel 51 – und genau dort ist der Streitpunkt: Wann liegt ein unmittelbarer bewaffneter Angriff vor, der Prävention rechtfertigt, und wann nicht?

            Was Sie „einfach Israel definiert seine Bedrohung selbst“ nennen, ist gerade der Kern der Kontroverse: Präemptive oder präventive Militärschläge sind völkerrechtlich hoch umstritten und nicht als allgemeiner Freifahrtschein anerkannt.

            Und nein: Das ist keine Einbahnstraße gegen Israel. Dieselben Maßstäbe gelten für jeden Staat – auch für Hisbollah, Iran oder andere Akteure. Der Unterschied ist nicht „Israel darf nichts“, sondern: Selbstverteidigung ist rechtlich gebunden, nicht politisch frei definierbar.

            Die pauschale Gleichsetzung von Kritik an israelischem Militärhandeln mit „Legitimierung von Terror“ hilft hier nicht weiter. Sie ersetzt jurische Abwägung durch moralische Zuschreibung – genau das macht eine sachliche Diskussion unmöglich.

        • @Zippism:

          Sie rennen hier gegen Windmühlen an. Niemand hat hier bestritten, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung hat und sowohl Hamas als auch Hisbollah verachtenswert sind.



          Aber die komplette Zerstörung des Südens des Libanons ist unabhängig davon. Sie ignorieren Völkerrecht, ethnische Säuberungen, Kriegsverbrechen Israels und verstecken sich dabei hinter dem für Sie alles rechtfertigenden Terror der Hamas oder Hisbollah. Das macht Sie in meinen Augen genau so fanatisch wie die Leute, die die Hamas oder Hisbollah in Schutz nehmen, da sie der Meinung sind, Israels Verbrechen rechtfertigen wiederum jede Handlung der Hamas oder Hisbollah.

          • @Schleicher:

            Die Behauptung einer „kompletten Zerstörung des Südens des Libanon“ ist so pauschal nicht haltbar und ersetzt Analyse durch Zuspitzung. Im Konflikt zwischen Hisbollah und Israel gibt es schwere Zerstörungen und zivile Opfer – ja. Aber daraus automatisch „ethnische Säuberung“ oder eine Gesamtstrategie zur Vertreibung abzuleiten, ist eine sehr weitgehende und völkerrechtlich hoch umstrittene Wertung, die zumindest belegt werden müsste.

            Genau hier liegt das Problem der Argumentation: Aus realen, tragischen Kriegsfolgen werden sofort die stärksten moralisch-rechtlichen Kategorien gezogen („Kriegsverbrechen“, „ethnische Säuberung“, „komplette Zerstörung“) – ohne saubere Abgrenzung, Prüfung oder Kontext.

            Und nein: Die Gegenposition hat nicht behauptet, Kritik an israelischem Vorgehen sei verboten. Der Punkt ist ein anderer: Wer Völkerrechtsbegriffe als Schlagworte verwendet, verliert die Trennschärfe zwischen Angriff, Selbstverteidigung, Verhältnismäßigkeit und möglichem Fehlverhalten.

        • @Zippism:

          ‚ Interessant, wie leichtfertig hier Begriffe entsorgt werden. „Selbstverteidigung“ wird nicht deshalb falsch, weil sie Israel betrifft oder weil linke Milieus sie nicht mehr hören wollen.‘

          Selbstverteidigung disqualifiziert sich dann selbst, wenn sie sich in einen Exzess verwandelt. Es sollte nach genau diesem Exzess, der in Gaza immer noch fortgesetzt wird, müßig sein, das auch hier im Falle des Libanon abermals erklären zu müssen. Aber man sieht halt nur das, was man sehen will. Und Ihr Antisemitismus-Vorwurf bei Israelkritilk ist so vorhersehbar wie abgedroschen. Unredlich ist er allemal, geht es doch bei der Kritik eben um das das Vorgehen der israelischen Regierung und der IDF, und nicht um eine Kritik an ‚den Juden‘.

          • @EffeJoSiebenZwo:

            „Exzess“ ist kein analytischer Begriff, sondern ein moralischer Platzhalter. Er ersetzt die unbequeme Frage, wann Selbstverteidigung enden soll – nämlich dann, wenn die Bedrohung endet. Die tut sie aber weder in Gaza noch im Libanon. Dauerbeschuss, bewaffnete Milizen, offene Vernichtungsrhetorik verschwinden nicht, weil man Israels Reaktion zu lang oder zu brutal findet.

            Ihr Argument läuft darauf hinaus: Wer sich nicht so verteidigt, wie Außenstehende es für angemessen halten, verliert dieses Recht. Diesen Maßstab wenden Sie auf keinen anderen Staat an. Genau das ist der Doppelstandard.

            Zum Antisemitismus: Niemand behauptet, jede Israelkritik sei antisemitisch. Aber wenn Gewalt antisemitischer Milizen relativiert, jüdische Selbstverteidigung delegitimiert und Israel systematisch als Sonderfall behandelt wird, dann ist der Vorwurf nicht „abgedroschen“, sondern naheliegend. Intention schützt nicht vor Wirkung.

            Kritik an Regierung oder Israel Defense Forces ist legitim. Die fortgesetzte Verschiebung von Verantwortung weg von Terrorakteuren hin zum angegriffenen Staat ist es nicht. Das ist kein moralischer Fortschritt – sondern bequeme Blindheit.

            • @Zippism:

              Nein, nicht wenn Bedrohung endet. wenn akute Gefahr für Leib und Leben endet.



              Das ist nicht gegeben, wenn ein anderer über Waffen verfügt. Sie gilt nur dann wenn er sie erkennbar einsetzt oder ganz unmittelbar im Begriff ist sie einzusetzen.

              Auch im Völkerrecht.

              Fall geschlossen.

              PS: Wenn man selbst solche Angriffe provoziert, durch die man dann eine Bedrohung behauptet, ist man schon gar nicht gerechtfertigt. Die Provokationen liegen offen zutage: Tägliche einseitige Brüche verhandelter Waffenruhen und ein Angriffskrieg gegen einen Verbündeten der Hisbollah.

              • @JK83:

                „Fall geschlossen“ ersetzt keine juristische Begründung.

                Im Völkerrecht nach UN-Charta Artikel 51 ist gerade nicht allgemein festgelegt, dass Selbstverteidigung nur bei „sekundenunmittelbarer“ Gefahr zulässig ist. Diese sehr enge Interpretation ist eine Position im Diskurs – keine abgeschlossene Rechtslage.

                Entscheidend sind immer Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit konkreter Maßnahmen. Auch bei fortdauernden Bedrohungen durch nichtstaatliche Akteure wie der Hisbollah bleibt jede einzelne militärische Handlung rechtlich prüfbar. Vorgeschichte oder „Provokation“ heben diese Prüfung nicht auf.

                Der Satz, Selbstverteidigung sei nur erlaubt, wenn der Gegner gerade im Begriff ist anzugreifen, ist daher keine anerkannte Grenze des Völkerrechts, sondern eine stark verengte Interpretation.

        • @Zippism:

          Auch hier: niemand will den Terror von Hamas und Hisbollah normalisieren. Es macht jedoch absolut Sinn, nach den Ursachen des Aufstiegs dieser Terrormilizen zu fragen - und dabei kommt Israel (leider) nicht ganz ungeschoren aus der Nummer heraus.



          Die derzeitigen Angriffe auf den Südlibanon tragen erheblich zur politischen Destabilisierung der gesamten Region bei, ebenso wie das israelische Vorgehen im Iran und der Siedlungsbau im Westjordanland.



          Langfristig tut sich Israel keinen Gefallen damit und ich finde es höchst bedauerlich, dass sich die israelische Politik in ihrem Verhältnis zu den arabischen Nachbarn zunehmend vom religiösen Wahn einer (Noch-)Minderheit völkischer Siedlernationalisten leiten lässt



          Können Sie mir bitte die Frage beantworten, was das noch mit dem ursprünglichen (zionistischen) Gründungsgedanken des Staates Israel zu tun hat?

          • @Abdurchdiemitte:

            Ursachen zu analysieren ist legitim. Terror daraus zu erklären – oder gar abzuleiten – ist es nicht. Hamas und Hisbollah sind nicht entstanden, weil Israel „Fehler gemacht“ hat, sondern weil sie eine eigene, eliminatorische Ideologie verfolgen und gezielt von regionalen Akteuren aufgebaut wurden. Israel dient dabei als Projektionsfläche, nicht als Ursprung.

            Siedlungsbau im Westjordanland ist ein reales, schweres Problem. Er erklärt jedoch weder Raketen aus dem Libanon noch Massaker aus Gaza. Diese Gleichsetzungen mögen politisch bequem sein, sie sind analytisch falsch. Wer sie zieht, verschiebt Verantwortung von bewaffneten Milizen auf den angegriffenen Staat.

            Zum Zionismus: Sein Kern war nie religiöser Wahn, sondern jüdische Selbstbestimmung und Schutz nach Jahrhunderten existenzieller Verfolgung. Dass Israel sich heute militärisch verteidigt, widerspricht diesem Gründungsgedanken nicht – es ist seine direkte Konsequenz. Wer Zionismus daran misst, ob Israel Bedrohungen hinnimmt, misst ihn an seinem Gegenteil.

            Israel ist kein moralisches Lehrstück, sondern ein realer Staat unter Dauerbedrohung. Wer das ausblendet, erklärt nicht – er entschuldigt.

          • @Abdurchdiemitte:

            Indem man den Terror von Hamas und Hisbollah nicht berücksichtigt, als legitimen Widerstand framed oder gar deren Aufstieg vor allem Israel zuschreibt, normalisiert man zwangsläufig den Terror.

            Ihre Frage, was die derzeitigen Angriffe im Südlibanon mit dem ursprünglichen Gründungsgedanken zu tun hat, hat Zippism bereits beantwortet.

            Es ist die Selbstverteidigung gegen die Existenzbedrohung durch den Iran und seine Proxis.

            Diese ständige Existenzbedrohung ist etwas, dass sich durch die Geschichte Isrels seit Staatsgründung und davor zieht und die Israelis von ganz links bis ganz rechts und ultraorthodox umfängt.

            Die existenzielle Angst, das Misstrauen.

            Mein Eindruck: Das können sich viele hier gar nicht richtig vorstellen.

            Israelis mit zwei Staatsangehörigkeiten behalten sie und versuchen, sie unbedingt ihren Kindern zu vererben.

            Damit die mal rauskönnen, wenn Israel sich nicht mehr wehren kann.

            Natürlich ist das nur eine Seite des Konfliktes.

            Aber man kann sie nicht ignorieren, wenn man den Konflikt erfassen will.

            • @rero:

              „Damit die [Israelis mit zwei Staatsangehörigkeiten] mal raus können, wenn Israel sich nicht mehr wehren kann.“



              Haben Sie den Eindruck, dass Israel sich in absehbarer Zukunft nicht mehr wird wehren können? Also mein Eindruck ist ein genau entgegengesetzter: dass Israel mit seiner aggressiven Regionalpolitik die Sicherheit und das Überleben seiner Nachbarn gefährdet, konkret die des Libanon und darüber hinaus die des Selbstbestimmungsrechtes der Palästinenser (nach israelischer/israel-lobbyistischer Auslegung existiert dieses Selbstbestimmungsrecht auch überhaupt nicht).



              Eine einseitige Parteinahme hilft leider überhaupt nicht weiter. Und natürlich muss dabei auch die (unheilvolle) Rolle des Iran und seiner Proxys mit ins Auge genommen werden.



              Aber in erster Linie muss sich UNSER direkter Appell an unsere Verbündeten richten, also die USA und Israel. Nichts anderem dient nämlich die hierzulande oft diskreditierte Israelkritik, jedenfalls wie ich sie verstehe.



              Schaue ich auf die innenpolitischen Entwicklungen in Israel, würde ich zudem prognostizieren, dass viele säkulare, liberale Juden in Zukunft die Möglichkeiten der Doppelstaatlichkeit bzw.Auswanderung aus Israel nutzen werden.

              • @Abdurchdiemitte:

                Die Frage ist nicht, ob Israel sich heute militärisch verteidigen kann – das kann es. Die entscheidende Frage ist, ob von Israel verlangt werden darf, dauerhaften Raketenbeschuss als Normalzustand zu akzeptieren, während seine Gegner offen seine Existenz bestreiten.

                Hamas und Hisbollah sind keine bloßen „Reaktionen“ auf israelische Politik, sondern Teil einer vom Iran gesteuerten Strategie, die Zerstörung Israel ausdrücklich zum Ziel hat. Das ist dokumentiert, nicht propagiert.

                Wer den politischen Appell „in erster Linie“ an Israel und die USA richtet, verschiebt Verantwortung: Nicht Israel beschießt libanesische Dörfer aus Wohngebieten heraus – sondern eine Miliz, die den Libanon als Abschussrampe missbraucht. Das ist kein symmetrischer Konflikt.

                Doppelstaatlichkeit ist keine Ausdrucksform israelischer Aggression, sondern Risikomanagement in einer feindlichen Umgebung. Dass Menschen Fluchtoptionen offenhalten, ist kein Zeichen von Machtgier, sondern von realistischer Bedrohungswahrnehmung.

                Israel zu kritisieren ist legitim. Israels Sicherheitslage zu relativieren, während Terror als „Kontext“ verhandelt wird, ist es nicht. Wer Frieden will, muss zuerst benennen, wer ihn system

              • @Abdurchdiemitte:

                Das ist auch nur so eine typische Schutzbehauptung.



                Israel ist extrem militarisiert, technologisch seinen Nachbarn weit voraus und "der unsinkbare Flugzeugträger der USA".

                Das Einzige, was denen gefährlich werden kann, ist wenn die Gesellschaft wegen der dauernden Kriege und der ethischen Unhaltbarkeit selbiger (Stichwort Kritik aus dem Militär selbst, Desertation usw.) desintegriert. Aber das dauert. Und es ist ein selbst gemachtes Problem.

  • Ich finde es immer irritierend, wenn journalistische Sesselstrategen erklären, wie militärische und geopolitische Problematiken gelöst werden müssen. Die Hisbollah hat durchaus Sympathisanten in der libanesischen Armee, eine Stärkung der derselben wäre wohl eher kontraproduktiv, zumal sie in der Vergangenheit auch schon gegen Israel angetreten ist.

    • @FraMa:

      Frau Knaul als "Sesselstrategin" zu verunglimpfen, ist schon spannend.

      Sie hat viele Jahre in Israel gelebt.

      Jetzt müssten Sie uns erklären, warum Ihr Standpunkt richtiger sein soll.

      Wie lange lebten Sie im Libanon oder Israel?

      Überzeugen Sie uns, dass Sie kein Sesselstratege sind.

      • @rero:

        Klar, ich lebe schon lange in Deutschland, ich war halt nur 30 Jahre Soldat, was weiß ich schon. Hätte ich in Israel gelebt, wäre ich natürlich Experte.

    • @FraMa:

      Die libanesische Armee? Wann? Zur Zeit der israelischen Besetzung?

  • Btr. Zitat:

    ". Besatzung für Sicherheit ist das Motto von Israels Regierung. Nicht die Eroberung von Land, sondern der Kampf gegen die Hisbollah."

    Tatsache ist das die Israelischen Streiträfte systematsich rein zivilen Infrastrucktur und Wohngebäude hinter der Front zerstören.

    Oft mit Buldozern Wohngebäude ein-ebnen.

    Das hat nichts mit Verteidigung oder Sicherheit zu tun.

    Das ist systematische Vernichtung von bestehender Besiedelung durch die angestammte Bevölkerung.



    -- so wie bei dem Völkermord in Gaza.

    Und Sie bei der taz wissen das sehr genau, Zitat ihrer eigenen Berichterstattung:

    "„Vor etwa zehn Tagen zerstörte die israelische Armee verbliebene Wohnhäuser, das Kloster, die Behilfskirche und die gesamte zuvor erst reparierte Infrastruktur durch Sprengungen und Bomben“, so der Anwohner. „Unser Dorf ist ein Trümmerhaufen.“"

    Quelle:



    taz.de/Christen-in...dlibanon/!6176766/

    • @Jörg Heinrich:

      "Tatsache ist das die Israelischen Streiträfte systematsich rein zivilen Infrastrucktur und Wohngebäude hinter der Front zerstören."



      Machen Sie die Terroristen von der Hisbollah verantwortlich, die sich hinter den Zivilisten und deren Infrastruktur verstecken im jüdische Zivilisten zu beschießen

      • @Pawel_ko:

        Das ist Unsinn. die Hisbollah schießt natürlich nur auf Israelische Terroristen, die sich in zivilen Einrichtungen und zwischen Zivilisten verstecken. Da muss man klar der Israelischen Regierung einen Vorwurf machen, dass die das Dulden...

    • @Jörg Heinrich:

      Wer behauptet, Israel zerstöre „rein zivile Infrastruktur“, blendet konsequent aus, dass die Hisbollah systematisch zivile Gebäude militärisch nutzt: Waffenlager in Wohnhäusern, Kommandozentren in Dörfern, Raketenstellungen neben Kirchen. Das ist keine Ausnahme, sondern Strategie – menschliche Schutzschilde als Propagandainstrument.

      Bulldozer und Sprengungen sind kein Selbstzweck, sondern Mittel zur Beseitigung militärisch genutzter Strukturen, die sonst erneut für Angriffe genutzt würden. Wer daraus „Vernichtung angestammter Besiedelung“ konstruiert, übernimmt ungefiltert das Narrativ einer Terrororganisation, deren erklärtes Ziel die Zerstörung Israels ist.

      Bemerkenswert ist zudem, was hier unterschlagen wird: In einem sehr aktuellen Interview erklärte der Chefankläger des Internationaler Strafgerichtshof, dass es keine belastbaren Anhaltspunkte für einen Genozid gebe. Der inflationäre Gebrauch dieses Begriffs ist daher nicht nur falsch, sondern zynisch. Er dient nicht der Aufklärung, sondern der Dämonisierung Israels. Verantwortung trägt zuerst, wer zivile Orte zur Front macht – nicht der Staat, der seine Bevölkerung schützt.

      • @Zippism:

        "dass es keine belastbaren Anhaltspunkte für einen Genozid gebe."

        Sie verbreiten hier eine Falschwahrheit nach der anderen.

        Warum hat der IGH die Klage Südafrikas wohl angenommen und verhandelt den Fall jetzt vor Gericht?

        Auch ihre Aussage hinsichtlich des Chefanklägers ist fake. Die Ermittlungen laufen parallel zum Verfahren am IGH weiter, da die Beweisführung durch die Klagebeitritte mehrerer Staaten ständig aktualisiert wird.

        Und zum Schluss, die israelische Propagandanummer mit Nutzung von zivilen Einrichtungen zu militärischen Zwecken ist nun von so vielen Stellen widerlegt worden, das ich es mir erspare sie alle aufzuzählen.

        Da sie sich ja auch gerne als Rechtsexperte hier im Forum betätigen, kleiner Hinweis. Ein Krankenhaus wird kein militärisches Ziel dadurch, dass sich eine Handvoll Hamas Kommandeure darin aufhält. Vertreibung der Bevölkerung und Zerstörung von Dörfern sind nicht dadurch gedeckt, das die Hisbollah in diesen Gebieten operiert usw.

        Bevor sie weiter solche Falschmeldungen betreiben, erst einmal die Hausaufgaben erledigen. Finden sie alles im internationalen Recht genau definiert.

        • @Sam Spade:

          Es ist schon sehr lange Strategie der Hamas und anderen militanten antisemitischen Organisationen, zivile Einrichtungen für ihre militärischen Zwecke zu nutzen. Die wenigen überlebenden Geiseln der Hamas haben dies bestätigt. Einige berichteten, dass sie vorübergehend in privaten Wohnungen gefangen gehalten und gefoltert wurden. Zugänge von Krankenhäusern (die ich dennoch nicht angreifen würde) zu den Tunneln der Hamas sind ausführlich belegt, personelle Überschneidungen zwischen dem dortigen Personal und Hamas-Angehörigen/Terroristen sind ebenfalls keine reine Propaganda. Warum halten sich denn Hamas-Kommandeure, denen internationales Recht übrigens völlig egal ist, in hoher Zahl in Krankenhäusern auf?



          Ihnen sollte auch klar sein, dass die Hamas hohe Opferzahlen niemals verhindern wollte, sonst hätte sie in ihren Planungen für den Massenmord am 7.Oktober, auch Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung Gazas im Hinblick auf die erwartbare harte israelische Reaktion vorbereitet.

        • @Sam Spade:

          Der Internationaler Gerichtshof hat keine „Genozid-Feststellung“ getroffen, sondern prüft Zuständigkeit und hat vorsorgliche Maßnahmen angeordnet. Das ist ein Verfahrensschritt, kein Schuldspruch.

          Beim Internationaler Strafgerichtshof gilt dasselbe: Ermittlungen sind keine Ergebnisse. Aus „es wird geprüft“ wird hier fälschlich „es ist bewiesen“ gemacht.

          Und ja: Missbrauch ziviler Infrastruktur durch die Hisbollah ist dokumentiert – aber daraus folgt kein völkerrechtlicher Freifahrtschein für großflächige Zerstörung oder pauschale Entvölkerung.

          Der eigentliche Knackpunkt wird konsequent umgangen: Selbst wenn ein Gegner Zivilstrukturen missbraucht, bleibt das humanitäre Völkerrecht bindend – Unterscheidung und Verhältnismäßigkeit verschwinden nicht durch politische Empörung.

          Kurz: Nicht alles, was nach „Klare Lage“ klingt, ist auch

      • @Zippism:

        Btr. Zitat:

        "Bemerkenswert ist zudem, was hier unterschlagen wird: In einem sehr aktuellen Interview erklärte der Chefankläger des Internationaler Strafgerichtshof, dass es keine belastbaren Anhaltspunkte für einen Genozid gebe."

        Ich halte diese Aussage für irreführend.

        Tatsache ist der IGH den Völkerrechtsvorwurf verhandelt.

        Die Klage-Einreichung Südafrikas hat über 80 Seiten und sehr sehr gut belegt.

        Der ICC schließt im übrigen Völkermord nicht aus sonder Zitat ICC-O-Ton "ermittel weiter".

        Der UN-Menschenrechtsrat hat sich bereits festgelegt, Zitat LTO, juristischen Fachmedium:

        "Israel begehe einen Völkermord an den Palästinensern in Gaza, auch die Zerstörungsabsicht liege vor. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzte Kommission. "

        Wenn mit der Intentention einen Staat Palästina zu verhindern 10-tausende Zivilisten ermordet und 100-tausende Vertreiben werden.

        Zitat Völkermordkonvention:

        "In dieser Konvention bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wird, eine NATIONALE, ethnische, rassische oder religiöse GRUPPE ALS SOLCHE ganz oder teilweise zu zerstören:

        a) Tötung von Mitgliedern der Gruppe;



        ..."

        • @Jörg Heinrich:

          Sie vermischen hier laufende Verfahren, politische Bewertungen und juristische Feststellungen.

          Der Internationale Strafgerichtshof verhandelt keinen festgestellten Völkermord, sondern prüft Vorwürfe. Genau das hat der Chefankläger in einem aktuellen Interview ausdrücklich klargestellt: Es gebe keine belastbaren Anhaltspunkte für einen Genozid, deshalb werde weiter ermittelt. „Weiter ermitteln“ ist kein Befund, sondern das Gegenteil eines solchen.

          Der Internationaler Gerichtshof hat ebenfalls keinen Genozid festgestellt, sondern vorläufige Maßnahmen angeordnet – ohne Schuldentscheidung. Das wird regelmäßig unterschlagen.

          Die von Ihnen zitierte Kommission des UN-Menschenrechtsrat ist kein Gericht, sondern ein politisches Gremium mit bekannter Schlagseite. Ihre Einschätzungen haben keine strafrechtliche Bindungswirkung.

          Zur Völkermordkonvention: Entscheidend ist nicht die Zahl der Toten, sondern der Nachweis der spezifischen Vernichtungsabsicht („dolus specialis“) gegen eine Gruppe als solche. Genau dafür sieht der Chefankläger derzeit keine ausreichenden Belege.

          Begriffe wie „Völkermord“ gegen den Stand der Ermittlungen zu behaupten, ist daher keine juristische Analyse.

      • @Zippism:

        Ich würde Ihnen nahelegen, das Interview, auf das Sie sich beziehen, selbst anzuhören (Sie finden es leicht auf youtube), statt sich auf die Nacherzählungen in Bild etc. zu verlassen: Khan hat nicht behauptet, „dass es keine belastbaren Anhaltspunkte für einen Genozid gebe“, sondern lediglich begründet, warum der ICC 2024 (!) beschlossen hat, Anklage wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, nicht wegen Völkermord zu erheben (was im übrigen kein besseres Licht auf die israelische Regierung wirft). Zynisch ist es, angesichts der hinreichend dokumentierten enthemmten Gewalt der israelischen Kriegsführung und den offen artikulierten rassistischen und expansionistischen Ansichten diverser israelischer Regierungsmitglieder (hören Sie doch einfach mal zu, was diese Kreise so von sich geben!) immer noch die Maer von der Selbstverteidigung zu verbreiten.

        • @O.F.:

          Ich habe das Interview mit Karim Khan gehört. Er hat nicht festgestellt, dass ein Völkermord vorliegt. Im Gegenteil: Er hat erklärt, warum der Internationale Strafgerichtshof bislang keine Anklage wegen Genozids, sondern wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben hat. Der entscheidende Punkt ist der fehlende Nachweis der für Völkermord zwingend erforderlichen spezifischen Vernichtungsabsicht („dolus specialis“) gegen die Gruppe als solche.

          „Weiter ermitteln“ bedeutet juristisch keine Vorfestlegung, sondern gerade, dass die Beweislage dafür derzeit nicht ausreicht. Das unterscheidet sich klar von politischen Bewertungen.

          Auch der Internationaler Gerichtshof hat bislang keinen Genozid festgestellt, sondern vorläufige Maßnahmen angeordnet – ausdrücklich ohne Schuldentscheidung.

          Extreme Aussagen einzelner israelischer Minister sind problematisch, ersetzen aber keinen rechtsfesten Nachweis einer staatlichen Vernichtungspolitik. Völkerrechtlich zählt nicht Rhetorik oder Opferzahlen allein, sondern nachweisbare Absicht.

          • @Zippism:

            "Er hat erklärt, warum der Internationale Strafgerichtshof bislang keine Anklage wegen Genozids, sondern wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben hat. Der entscheidende Punkt ist der fehlende Nachweis der für Völkermord zwingend erforderlichen spezifischen Vernichtungsabsicht („dolus specialis“) gegen die Gruppe als solche."



            Völkermord gehört meines Wissens gar nicht zum Straftatenkatalog des Rom-Statuts. Deshalb kann der IStGH gar nicht wegen Völkermord ermitteln

          • @Zippism:

            Ich denke es ist wichtig auf die Grundsätze hinzuweisen.

            Völlkermord im Sinne der Konvention ist, Zitat Artikel 2 der konvention:

            "In dieser Konvention bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören:

            a) Tötung von Mitgliedern der Gruppe;

            b) Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe;

            c) vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen;

            ..."

            Sowohl die intetion von Völkermord also das Ziel eine Völkermorde durch die Bestatzungsmacht einen palästinesischen Staat ganz oder großteis zu verhindert (somit eine Nationale Gruppe als "solche" in ihrer nationalen Eingenschaft zu zerstören) noch die Mittel "Tötungen" und "heribeiführern zerstörischer Lebensbediungen" können abgestitten werden.

            Es ist z.B. völlig unstrittig und wird teilweise von israelischen Offizellen selbst bestätigt das ein palästinensicher Staat verhinder werden soll.

          • @Zippism:

            Sie bestätigen, was ich gerade geschrieben habe: Khan hat sich 2024 aufgrund der Beweislage zu diesem Zeitpunkt entschieden, „nur“ Anklage wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erheben (was, wie gesagt, kein viel besseres Licht auf Israel wirft). Das ist doch ein erheblicher Unterschied zu der Aussage in Ihrem Beitrag oben. Was das von Ihnen angesprochene Verfahren vor dem IGH angeht: das ist noch nicht abgeschlossen, die Aussage, dieser hätte bislang noch keinen Völkermord festgestellt, ist also auf eine irreführende Weise banal. Nun stehen neben den laufenden Verfahren auch die Einschätzungen etlicher unabhängiger Experten und diverser, auch israelischer Menschenrechtsorganisationen, die ziemlich einhellig von einem Völkermord sprechen. Und das muss man in diesem Fall ernst nehmen: die UN-Völkermordkonvention verlangt ja nicht nur die juristische Aufarbeitung, sondern auch die Prävention – d.h. man kann nicht auf ein Gerichtsurteil warten, das erst Jahre nach den Ereignissen fällt und den Opfern nichts mehr hilft. Dass Ihnen zur genozidalen Rhetorik israelischer Regierungskreise nicht mehr als „problematisch“ einfällt, passt leider in das Gesamtbild.

  • Und was, wenn die libanesische Armee mit der Hisbollah sympathisiert, wie andernorts zu lesen ist? Dann nutzt eine Aufrüstung der Ersteren genau nichts, sondern verschlimmert das Ganze noch, denn wer kontrolliert, wo die Waffen am Ende landen?

  • :Die schiitische Terrororganisation bedroht Israel, und sie tut das aus einem einzigen Grund: Sie will den jüdischen Staat von der Landkarte tilgen, ganz so wie ihr Förderer Iran."



    Frau Knaul macht es sich einfach. Die Hisbollah entstand als Widerstandsbewegung gegen die israelische Besetzung des Südlibanons. Die Existenz Israels interessiert die eher weniger, solange Israel nicht Ziele im Libanon, im Gazastreifen, im Jemen oder im Iran angreift. Ihre derzeitigen Angriffe dürften wohl eher Reaktionen auf die israelischen Angriffe sein als umgekehrt.

    • @Francesco:

      Nun war der Libanon dann aber seit längeren nicht mehr von Israel besetzt.

      Hätten sie ja aufhören können.

      Haben sie aber nicht.

      Stattdessen schickten sie weiter Raketen auf Israel.

      Scheint folglich schon um was anderes zu gehen.

      Israelische Raketen auf den Iran oder Jemen, sind was Neues.

      Das ist nun bestimmt nicht der Grund.

    • @Francesco:

      Diese Darstellung ist so selektiv, dass sie die Realität eher vernebelt als erklärt.

      Ja, die Hisbollah ist historisch auch im Kontext des libanesischen Bürgerkriegs und der israelischen Besatzung im Südlibanon entstanden. Das erklärt ihre Entstehung – es entschuldigt aber weder ihre heutige Ideologie noch ihr Handeln.

      Denn inzwischen ist die Hisbollah längst keine reine „Widerstandsbewegung“ mehr, sondern eine hochgerüstete Miliz mit klar antiisraelischer Grundausrichtung, die sich explizit in die regionale Strategie Irans einfügt und immer wieder zivile Ziele in Israel angreift. Ihr ursprünglicher Kontext wird politisch gern als Legitimationsfolie genutzt – ersetzt aber keine nüchterne Bewertung ihres aktuellen Handelns.

      Und umgekehrt gilt ebenso: Israels Militäraktionen sind nicht aus dem Nichts zu verstehen, sondern Teil eines eskalierenden, gegenseitigen Konfliktdynamikprozesses.

      • @Zippism:

        Was Sie zur Hisbollah sagen, da kann ich zustimmen.



        "Und umgekehrt gilt ebenso: Israels Militäraktionen sind nicht aus dem Nichts zu verstehen"



        Auch das stimmt. Natürlich. Man muss dafür zum Beispiel den israelischen Rechtsextremismus verstehen. Den Verschweigen Sie immerzu. Sie nehmen Israel nicht wirklich ernst, als Staat, scheint mir.

        • @Schleicher:

          Inwiefern ist israelischer Rechtsextrimismus dafür verantwortlich, dass Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert werden?

          Die Hisbollah erkennt den Staat Israel weiterhin nicht an. Sie hatte lange aktiv den erklärten Vernichtungswillen gegenüber Israel geäußert.

          Italien und Ungarn hatten/haben Rechte Regierungen? Legitimiert das jetzt Raketen auf diese Länder zu feuern?

        • @Schleicher:

          Wenn Sie meiner Einschätzung der Hisbollah zustimmen, dann ist der entscheidende Punkt bereits geklärt: Wir reden über eine eigenständig handelnde, ideologisch geprägte Miliz mit permanenter Gewaltstrategie – nicht bloß über eine „Reaktionseinheit“ auf israelische Politik.

          Der Verweis auf israelischen Rechtsextremismus ändert daran nichts. Er erklärt weder Raketenbeschuss auf Städte noch die bewusste Militarisierung ziviler Räume im Libanon. Natürlich muss man rechtsextreme Tendenzen in Israel benennen und kritisieren – aber sie ersetzen keine Analyse der konkreten Bedrohungslage, sondern werden hier als Relativierungsinstrument benutzt.

          Israel „nicht ernst zu nehmen“ hieße, es auf Karikaturen zu reduzieren. Israel ernst zu nehmen heißt, es als real existierenden Staat zu betrachten, der mit inneren politischen Verwerfungen und externen, existenziellen Sicherheitsrisiken zugleich umgehen muss. Wer das eine ständig betont, um das andere kleinzureden, betreibt keine Aufklärung, sondern politische Gewichtung nach Ideologie.

          • @Zippism:

            Natürlich erklärt der Israelische Rechtsextremismus so einiges. Dieser Rechtsextremismus ist nämlich die ideologische Grundlage der sogenannten "Siedler" - eine eigenständig handelnde, ideologisch geprägte Miliz mit permanenter Gewaltstrategie. Und da der Israelische Staat nicht in der Lage scheint, gegen diese Terrormiliz vorzugehen, ist es doch nach ihrer Argumentation nur logisch, dass die Hisbollah gar keine andere Möglichkeit hat, als mit gezielten Schlägen gegen die Infrastruktur und Unterstützer dieser Terroristen vorzugehen. Oder sehen sie das anders?

            • @Schmetterling:

              Es gibt keine israelischen Siedlerkolonien im Libanon?

              Die Hisbollah ist eine libanesische Terrororganisation?

            • @Schmetterling:

              Sie setzen staatlich geduldete oder unzureichend bekämpfte Gewalt innerhalb Israels mit dem Handeln einer externen, schwer bewaffneten Miliz gleich – und erklären daraus das „Recht“ einer anderen Miliz, grenzüberschreitend Raketen zu feuern. Das ist kein Analogieschluss, das ist Kategorienverwechslung.

              Die sogenannten Siedler sind ein reales und ernstes Problem – innerisraelisch und völkerrechtlich hoch umstritten. Aber selbst in Ihrer eigenen Logik folgt daraus kein Mandat für die Hisbollah, israelische Städte zu beschießen, internationale Grenzen zu verletzen und Zivilisten zu terrorisieren. Staaten verlieren ihr Existenz- oder Selbstverteidigungsrecht nicht, weil sie innere Konflikte oder Extremisten haben. Sonst gäbe es weltweit kein einziges legitimes Staatswesen mehr.

              Die Hisbollah greift nicht „gezielt Infrastruktur von Terroristen“ an. Sie greift Israel an. Punkt. Alles andere ist rhetorische Kosmetik für Gewalt, die Sie bei jedem anderen Staat sofort als Terror bezeichnen würden.

              Wenn Sie das wirklich für konsequent halten, dann sagen Sie es offen:



              Nicht „Siedlergewalt“ ist Ihr Problem – sondern dass Israel überhaupt existiert und sich verteidigt.

            • @Schmetterling:

              Die (rechte) jüdische Siedlerbewegung im WJL ist natürlich nicht mit der terroristischen Hisbollah vergleichbar, wenn Sie das nahelegen wollten. Im Libanon - und dort in den Augen einer Mehrheit der schiitischen Bevölkerung - ist Hisbollah allerdings mehr als eine bewaffnete Miliz. Sie ist auch politische Partei (die die Interessen der Schiiten im Libanon vertritt) und Wohltätigkeitsorganisation in einem. Deshalb dürfte es dem libanesischen Staat auch unmöglich sein, der israelischen Forderung nach Entwaffnung der Hisbollah nachzukommen. Das weiß die israelische Regierung auch. Aus naheliegenden Gründen (den Krieg gegen die Hisbollah unendlich fortzuführen und den Libanon damit politisch zu destabilisieren) beharrt soe jedoch auf dieser Forderung.



              Wenn Sie nun aber behaupten, der Hisbollah-Terror (Raketen auf Israel) wäre eine Reaktion auf den israelischen Siedler-Terror gegen die Palästinenser, befinden Sie sich damit auch auf dem Holzweg.



              Der Iran hat zwar ein ideologisch bzw. religiös bedingtes Interesse, die schiitischen Bevölkerungen in den benachbarten Nahost-Staaten zu unterstützen, seine Unterstützung für die Hamas ist allerdings rein utilitaristischer Natur.