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Bürgerdialog auf RaddampferWieso ein Familienunternehmen an die AfD vermietet

Die AfD lädt zu einem Bürgerdialog auf einem historischen Raddampfer ein und die Reederei findet das unproblematisch. Das weckt ungute Erinnerungen.

D ie AfD lädt mal wieder zu einem Bürgerdialog ein – dieses Mal auf dem historischen Raddampfer „Freya“. Die Reederei Adler-Schiffe verspricht „pure Nostalgie und maritime Romantik“ auf der „Freya“ und die AfD findet das offenbar das passende Ambiente für ihre Veranstaltung. Schließlich nutzt die Partei schon länger nostalgische Emotionen für die Vermittlung ihrer politischen Intentionen.

Das 1950 gegründete Unternehmen Adler-Schiffe mit Sitz auf Sylt ist keine kleine Reederei. Sie verfügt über eine Flotte von 26 Fahrgastschiffen, die an Nord- und Ostseeküste sowie auf Elbe, Eider und Nord-Ostsee-Kanal fahren. Das Unternehmen ist mit weiteren GmbHs und Holdings vernetzt.

Die AfD-Bundestagsfraktion wirbt im Netz ganz offen für den Ausflug mit dem 115 Jahre alten Raddampfer: „Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Fragen zu stellen und mit uns über die Zukunft Deutschlands zu diskutieren“ schreiben Kurt Kleinschmidt, Sven Wendorf, Gereon Bollmann, Alexis Giersch und Kerstin Przygoddasie. Anmeldung sei nötig: „Begrenzte Platzzahl!“. An der Fahrt mit dem Raddampfer haben schon mal mehr als 130 Gäste teilgenommen.

„Seit geraumer Zeit finden diese Fahrten statt“, sagt Bettina Jürgensen vom Kieler „Runden Tisch gegen Rassismus und Faschismus“. Auf der Website des Familienunternehmens in zweiter Generation finden sich diese AfD-Werbe-Fahrten allerdings nicht.

In einem offenen Brief an das Unternehmen schreiben die Mitglieder des „Runden Tischs gegen Rassismus und Faschismus“: „Wir wünschen uns und Adler-Schiffe, dass die Fahrt mit dem Raddampfer keine Reise in die politischen Vergangenheiten wird, mit millionenfachem Mord durch Rassismus, Faschismus und Krieg.“ Sie fordern das Unternehmen auf, die Fahrt abzusagen. Bisher hat das Unternehmen darauf nicht reagiert.

Auf Nachfrage der taz teilt das Familienunternehmen mit, Angebote und Dienstleistungen stünden „grundsätzlich allen Kundinnen und Kunden diskriminierungsfrei zur Verfügung unabhängig von deren politischer, religiöser oder weltanschaulicher Ausrichtung, sofern sich diese im Rahmen der geltenden Gesetze bewegen“. Eine Unterstützung politischer Parteien oder deren Inhalte erfolge nicht.

Brandmauer bekommt Risse

Lange galt für Familien- und Mittelstandsunternehmen das „unausgesprochene Gesetz, mit der AfD nicht zu reden“, schreibt Oliver Stock, Herausgeber des Magazins „Markt und Mittelstand“, Ende Mai. Aber die „Brandmauer“ bekäme zusehends Risse. Im deutschen Mittelstand werde „traditionell nüchtern gerechnet“, und bei den derzeitigen Umfragewerte der AfD könnten die Mittelständler davon ausgehen, so Stock weiter, „dass unter ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genauso AfD-Wähler sind wie unter ihren Kunden“. Die Risse in der Brandmauer seien also keiner Ideologie, sondern schlicht Pragmatismus geschuldet.

Diese Annahme, die Stock formuliert, weckt ungute Erinnerungen an jene Rationalität, die sich vor über 90 Jahren für Firmen und Unternehmen rechnete. Die Grenzen zwischen Weltanschauung und Wertschöpfung könnten auch heute fließend sein. Im November 2025 sorgte zuletzt Marie-Christine Ostermann für eine heftige Debatte. Die Präsidentin des Verbands Verband Die Familienunternehmer wollte die Brandmauer zur AfD aufgeben und hatte Ende Oktober den ersten AfD-Politiker zu einer Veranstaltung eingeladen.

Die AfD erwartet bei ihrem Bürgerdialog auf der „Freya“ am 13. Juni Protest.

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Andreas Speit

Andreas Speit Autor

Rechtsextremismusexperte, Jahrgang 1966. In der taz-Nord schreibt er seit 2005 die Kolumne „Der Rechte Rand“. Regelmäßig hält er Vorträge bei NGOs und staatlichen Trägern. Für die Veröffentlichungen wurde er 2007 Lokaljournalist des Jahres und erhielt den Preis des Medium Magazin, 2008 Mitpreisträger des "Grimme Online Award 2008" für das Zeit-Online-Portal "Störungsmelder" und 2012 Journalisten-Sonderpreis "TON ANGEBEN. Rechtsextremismus im Spiegel der Medien" des Deutschen Journalistenverbandes und des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt. Letzte Bücher: herausgegeben: Das Netzwerk der Identitären - Ideologie und Aktionen der Neuen Rechten (2018), Die Entkultivierung des Bürgertum (2019), mit Andrea Röpke: Völkische Landnahme -Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos (2019) mit Jena-Philipp Baeck herausgegeben: Rechte EgoShooter - Von der virtuellen Hetzte zum Livestream-Attentat (2020), Verqueres Denken - Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus (2021).
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50 Kommentare

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  • Ok, die AfD macht eine Kaffeefahrt für 130 fest vorher gebuchte Teilnehmer (die ich jetzt nicht weiter qualifizieren will, außer dass sie wohl tatsächlich freiwillig mit diesen Typen so lange auf einem Schiff eingepfercht sein wollen) und nennt das "Bürgerdialog" - ein Wort, das ich eher mit einer offenen Veranstaltung für einen möglichst breiten Publikumskreis assoziieren würde. Soweit, so lächerlich, und wenn sie dem Reeder dafür Geld zahlt, sollte der es in dem glücklichen Bewusstein annehmen dürfen, dass es so nicht für was tatsächlich propagandistisch Wirkungsvolles verwendet wird.



    ...es sei denn, die übliche Empörungskultur macht ein Riesenbohei darum und verhilft diesem eher diskreten Ausflug schnappatmend zu nationaler Bedeutung einschließlich Shitstorm gegen den Reeder, woraus die AfD dann bei weit mehr als jenen 130 "Interessierten" massig Cancel-Culture-Punkte sammeln kann. Gratuliere, taz.

    • @Normalo:

      Aber wir müssen die AfD doch halbieren! /s Und an anderer Stelle heißt es auch immer "der AfD keine Bühne bieten" - aber dann jede harmlose Bewegung mit Protest, offenen Briefen und Presseberichten aufwerten, als wäre diese Kaffeefahrt ein weiterer Sargnagel der freien Gesellschaft.

  • Ob diese Offenheit nach Rechtsaußen auf einem historischen Raddampfer wirklich eine so gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln. Man kann sich relativ leicht für die Veranstaltung registrieren, und wenn es zu deftigen Prügelszenen an Bord kommt, kann auch das historische Mobiliar leiden oder es könnten Menschen über Bord gehen. Die Seenotrettung wird nicht amused sein.

  • Ist natürlich billig, für eine linke Zeitung zu schreiben, die keinen Cent durch AfD-Boykott verliert - im Gegenteil.



    Manche Firmen können aber zu machen, wenn 40% ihrer Kunden jenseits der Brandmauer wären. Schön ist es nicht, ich habe auch keine Lösung. Aber an so einem Dampfer kann man sich schön hochziehen - wie ist es aber mit Supermärkten, Handyanbietern, Streamingdiensten, Taxis etc - die bestimmt auch alle Dienstleistungen für Nazis anbieten?

    • @Charlie Foxtrot:

      Die Aufträge offizieller AfD-Parteigliederungen machen NICHT 40 % der Aufträge aus. Und es geht hier NICHT, wie Sie und andere (vermutlich bewusst) fälschlicherweise behaupten, um AfD-Wähler (die nebenbei bemerkt keineswegs, wie Sie ebenfalls fälschlicherweise behaupten, im Westen, und schon gar nicht im Nordwesten, 40 % der Wähler ausmachen). Es geht hier um eine offizielle Veranstaltung der AfD. Und selbstverständlich kann die Reederei einen Auftrag von Rechtsextremisten ablehnen. Die Firma hat sich entschieden, das nicht zu tun. Und nun kann jeder Bürger, der Kenntnis von dem Vorgang hat, entscheiden, ob er bei dieser Firma etwas bucht oder Aufträge an diese Firma vergibt.

    • @Charlie Foxtrot:

      Da gibt es jedoch ein paar fundamentale Unterschiede. Ein Supermarkt ist kein Ausflugsdampfer und ein Taxi beherbergt nicht 100 Leute.... Was sollen diese Vergleiche?

  • Für mich und Freundeskreis heißt es nur noch " NSAFD "



    Alles andere währe für uns Verharmlosung und somit Ekelhaft..



    Für ein "wehret den Anfängen" ist es viel zu spät. Der Scherbenhaufen ist zu groß. Das Naziproblem schwappt über Ostdeutschland hinweg - die jetzige Regierung feuert die Nazis noch an. Wir sind schon 60+ aber das Erbe an unserer Jugend ist traurig.



    Wohnen seit 6 Jahren in Thüringen - das hier junge Leute sich gerne mal mit Nazigruss auf der Straße treffen ist aber neu. "Take the Skinheads Bowling".. mfg Familie Bergmaier🇩🇪/Toka🇬🇷

  • Die empörte Reaktion auf den Bürgerdialog der AfD zeigt vor allem eines: Die sogenannte Brandmauer hat der Partei bislang mehr genutzt als geschadet. Jede Ausladung, jede moralische Überhöhung und jeder öffentliche Ausschluss nährt das Narrativ, man werde „unterdrückt“ und „zum Schweigen gebracht“. Genau daraus zieht die AfD seit Jahren politischen Profit. Wer Veranstaltungen skandalisiert oder Unternehmen moralisch in Haftung nimmt, stärkt nicht die Demokratie, sondern verlagert den politischen Streit aus dem argumentativen Raum in symbolische Abwehrgesten. Demokratie lebt aber nicht von Abschottung, sondern von Auseinandersetzung. Problematische Positionen werden nicht dadurch entkräftet, dass man ihnen Räume verweigert, sondern indem man sie öffentlich konfrontiert, widerlegt und politisch stellt. Die Brandmauer mag gut gemeint sein, sie hat jedoch faktisch zur Verfestigung der AfD beigetragen. Wer sie wirklich schwächen will, muss ihre Argumente angreifen – nicht ihre Existenz tabuisieren.

    • @Zippism:

      Genau so isses. Ich möchte noch hinzufügen dass die Abschottung und das Verweigern von Räumen eher darauf hindeuten dass die eigenen Positionen anscheinend doch nicht so überzeugend sind und man daher handfester "argumentieren" muss. Ein Armutszeugnis eigentlich.

  • Die im Artikel und in einigen Kommentaren aufscheinende Erzählung vom gierigen Unternehmer, dessen "Pragmatismus" ihn zum typischen Helfer der Nazis gemacht hat, blendet aus, dass auch Arbeiter gerne mit dabei waren - sozialpolitische Maßnahmen wie Kindergeld, Kündigungsschutz und KdF haben sich offenbar "gerechnet", um eine Formulierung des Artikels aufzugreifen. Auch die AfD ist wesentlich eine Partei der kleinen Leute. Von den 900.000 Wählern, die sie 2025 von der SPD abgezogen hat, dürften die wenigsten Unternehmer sein. Trotzdem käme zu Recht niemand auf die Idee, pauschal auf der Arbeiterschaft herumzuhacken; bei Unternehmern ist man augenscheinlich nicht so pingelig...

    • @Jochen Laun:

      Der sozialistische Flügel der NSDAP war aber nur wohlgelitten, bis die Machtergreifung abgeschlossen war und sich alles der Großindustrie und später dem Rüstungsprimat unterordnen musste, womit die Existenz freier Gewerkschaften natürlich unverträglich war. Schon 1932 wurde Strasser schnell kaltgestellt und nach dem Röhmputsch sicherheitshalber auch gleich noch mitermordet.

  • Ich bin ein wenig genervt! Mit Vertretern und Anhängern der AfD kann man nicht diskutieren. Die machen sich ganz einfach die diffusen Ängste der Menschen vor "dem Fremden" zunutze. Gegen deren "gefühlte Wahrheiten" kann mit nicht rational ankommen.

    • @Il_Leopardo:

      *Du* kannst nicht mit denen diskutieren, andere schon. Ich kann mit Grünen und AfDlern diskutieren, sogar mit Anarchisten und Salafisten, die die Demokratie offen ablehnen – warum denn nicht. Man kann lernen, warum sie so denken und handeln, wie sie es tun. Man lernt es zu verstehen, ohne es gut zu heißen.

      Wenn Du das nicht kannst, ist das schade für Dich, macht Deine Verallgemeinerung aber nicht besser.

      Übrigens zeigen sich da selten „diffuse Ängste“ vor dem Fremden, eher bei Dir diffuse Ängste, es würde gleich das vierte Reich ausbrechen, wenn jemand mit den Falschen spricht. Darum bitte sachlich bleiben, nicht verallgemeinern, sondern interessiert und offen bleiben.

      • @Bunte Vielfalt:

        Anarchisten lehnen die Demokratie nicht ab. Oder hast du Quellen? Von wem bist du auf den Leim gegangen?

    • @Il_Leopardo:

      Na ja, wenn Sie mit den Leuten nicht reden, haben sie auch keine Chance sie aus ihrer blase raus zuholen und so bleiben sie in ihrer blase und die afd'ler in ihrer, bringt das was?



      Ja, mir den Hardcore afd lern ist es ziemlich unmöglich, aber es gibt auch noch viele mit denen man reden kann.



      Ich habe auch einige Menschen aus meinem Bekanntenkreis gestrichen, aber bei so einigen denke ich, das ich noch einen Denkanstoß gegeben habe und hoffe das ein Umdenk Prozess begonnen hat.

  • Einfach den Stöpsel aus der Kieler Förde ziehen.



    Kann man den Kapitän nicht wegen Geschäften mit Saboteuren der Bundesrepublik Deutschland rankriegen ?

  • Normal im Geschäftsleben



    Wenn dir der Kunde nicht passt, zahlt er halt zu viel, aber bedient werden alle

  • Mit der Brandmauer-Strategie auf allen Ebenen gewinnt man keinen Blumentopf. Wenn man dann noch Brandmauer-Ignorierer bekämpft und mit Nazi-Vergleichen verschwenderisch umgeht, macht das die Sache nur noch schlimmer.

    Das verbotene Früchte immer am besten schmecken, sollte inzwischen bekannt sein.

    Konsequenz: Mit der AfD, ihren Wählern und Sympathisanten betont auf sachlicher und respektvoller Ebene begegnen, gerne aber hart diskutieren. Aber dabei fair bleiben! Sich nicht provozieren lassen! Damit nimmt man Aggressiven den Wind aus den Segeln und schafft Bürger-Nähe.

  • Solche Spielchen nützen beiden Seiten: die AgD nutzt das für Eigenwerbung nach außen, das intergere (?) Familienunternehmen für spätere Aufträge und Gunst von den Faschisten.

    • @Perkele:

      Das denke ich auch. Jetzt tragen viele von denen noch die Anstecknadel (Afd) innen im Revers, sobald die die Wahl gewonnen haben, außen. Hatten wir doch alles schon einmal!

  • Man muss schon wieder die verstaubten Zitate aus der Schublade holen.



    Wer hätte das gedacht. Ich eigentlich nicht.

    Komm, wir spielen Schiffe versenken.

    "Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat - die teuflischste Variante, die man sich denken kann - nämlich: das Wahrlügen.“



    Hannah Arendt

    "Jede Form der Verachtung, wenn sie in die Politik eingreift, bereitet den Faschismus vor oder etabliert ihn.“



    Albert Camus

    "Wir Deutschen sind ja berüchtigt dafür, daß wir immer fremde Völker erziehen wollen, während in unserem eigenen Lande der Faschismus zur Herrschaft kam und wir nicht genug gegen ihn gekämpft haben, - was doch unsere Hauptaufgabe gewesen wäre.“



    Ludwig Renn

  • "Lange galt für Familien- und Mittelstandsunternehmen das „unausgesprochene Gesetz, mit der AfD nicht zu reden"

    Was für ein ausgesprochener Nonsens. Ein Blick in die Spendenlisten der AfD oder auf Sponsoren bei AfD Veranstaltungen, ob regional oder bundesweit reicht aus, um das ins Reich der Fabeln zu verweisen. Dieses rauf- und runterstrapazierte Wort "Brandmauer" mag für politische Zusammenarbeit auf höhere Ebene relevant sein, aber war außerhalb dessen nie existent. Da bekommt gar nichts "Risse", das gibt es seit der Gründung dieser Partei. Henkel und Das ist bei einer Partei, die deutschlandweit in Umfrage etwa bei 25% plus/minus liegt auch komplett realitätsfremd.

    www.abgeordnetenwa...arteikassen-fuellt

  • Freya war als De Zwaan während der deutschen Besatzung der Niederlande einigen Juden ein grauenhaftes Versteck, nämlich im Rumpf. So ein Schiff den Rechtsextremisten zu überlassen ist ein fetter Vogelschiss auf jeder Art von Anstand, Moral, sogar Ethik.

    • @Olne:

      Die „De Zwaan“ und deren Besitzer Kees und Lieske (Lisa) Zwaans waren Mitglieder der Widerstandsgruppe MaZwaKo, die man gar nicht genug für die Rettung von Juden, Widerstandskämpfern und abgeschossenen Piloten der Allierten auf der „De Zwaan“ rühmen kann . Das Ehepaar Zwaans spielte eine wichtige Rolle im Widerstand.



      Das ausgerechnet dieses Schiff von der jetzigen Eignerfamilie für eine Fahrt mit der AFD auf der heutigen Freya vermietet wird, ist mehr als ein Fauxpas, denn die heutigen Eigner des Schiffes Freya wissen um die ruhmreiche Geschichte der "De Zwaan“. Laut Internetquelle soll die heutige Eignerfamilie von den ehemaligen Eignern informiert worden sein (Infos übersetzt aus dem Holländischen).



      Also liebe taz erzählt die ruhmreiche Geschichte dieses Schiffes und der Widerstandsgruppe MaZwaKor. Dutzende niederländische Skipper halfen Juden, sich zu verstecken und zu überleben.



      Hamburger Reedereien rissen jüdisches Eigentum an sich, plünderten Juden bei der Ausreise aus, retten sie nicht. Es kam nach dem 2. Weltkrieg zu keinen strafrechtlichen Prozessen gegen Hamburger Reedereien.

      Infos zu Denkmal

      jonet.nl/schippers...-krijgen-monument/

      • @Lindenberg:

        Das ist ja alles richtig, aber was hat das mit der AfD zu tun? Bei aller Antipathie, aber mit dem III. Reich, dem Hitlerregime oder dem Faschismus haben die nichts am Hut!

        Da eine Verbindung zu konstruieren, ist genauso absurd, wie SPD oder Linkspartei eine Nähe zu den Regimen von Stalin, Mao oder Pol Pot anzudichten.

        • @Debaser:

          Die rechtsextemistischen Vordenker der AFD auf einem Schiff, dass von der SS durchsucht wurde, wobei sich Juden und andere nur retten konnten, weil sie in den Dieseltank hinabstiegen, den die SS aufgrund des Gestanks nicht durchsuchte!



          Dass Schiff ist ein schwimmendes Denkmal für die niederländischen Widerstandskämpfer und Schiffseigner, die im Gegensatz zu deutschen Reedern ihr Leben riskierten, um Widerstand gegen Hitler zu leisten. Deutsche Reeder hätten dieses Schiff kaufen können, um es zu einem schwimmenden fahrenden Denkmal zu machen. Haben sie nicht getan, denn sonst wäre aufgefallen, dass nicht ein deutscher Reeder vor Gericht Buße für für Verbrechen unter Hitler leistete.

        • @Debaser:

          "Bei aller Antipathie, aber mit dem III. Reich, dem Hitlerregime oder dem Faschismus haben die nichts am Hut!"

          LOL, Och. Deshalb "entfleuchen" Höcks ständig Zitate und Redewendungen, die von den Nazis benutzt wurden? Deshalb solidarisierte sich die gesamte AfD-Bundestagsfraktion mit der Holocaust-Leugnerin Haverbeck? Deshalb pflegen viele AfD-Funktionäre engste Kontakte zu anderen Rechtsextremisten und rechtsextremistischen Organisationen? Deshalb arbeitet die AfD mit dem "III.Weg" zusammen ?

      • @Lindenberg:

        Danke für die interessante Einordnung!

        „Die Grenzen zwischen Weltanschauung und Wertschöpfung könnten auch heute fließend sein.“ Der Satz passt einfach.

  • Rosen auf den Weg gestreut - Tucholsky

    Ihr müßt sie lieb und nett behandeln,



    erschreckt sie nicht – sie sind so zart!



    Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln,



    getreulich ihrer Eigenart!



    Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:



    Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft!







    Wenn sie in ihren Sälen hetzen,



    sagt: »Ja und Amen – aber gern!



    Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!«



    Und prügeln sie, so lobt den Herrn.



    Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!



    Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft.







    Und schießen sie –: du lieber Himmel,



    schätzt ihr das Leben so hoch ein?



    Das ist ein Pazifisten-Fimmel!



    Wer möchte nicht gern Opfer sein?



    Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,



    gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen ...



    Und verspürt ihr auch



    in euerm Bauch



    den Hitler-Dolch, tief, bis zum Heft –:



    Küßt die Faschisten, küßt die Faschisten,



    küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft –!

  • Da ich einen guten Draht zu Petrus habe, werde ich ihn bitten, am 13. Juni für einen plötzlichen Wetterumschwung zu sorgen: Er möge es hageln und blitzen lassen!

    • @Il_Leopardo:

      Gute Idee. Vor allem sollte es ordentlich stürmen, damit das Kotzen über die Inhalte der Veranstaltung synchron mit dem des Seeganges gelingt.

      • @Perkele:

        Irgendwie muss ich jetzt an Gewässerschutz denken...

        • @aujau:

          Stimmt! Es könnte ja einer von denen über Bord gehen.

          • @Il_Leopardo:

            Ich dachte eher an die körperlichen Emissionen.



            Aber mal im Ernst: Wie können die von der AgD ausgebeuteten Themen wieder vernünftig besetzt werden?

  • Es ist uns sicher allen klar, nur wird es selten ausgesprochen:



    Der Versuch, die AfD an den Rand zu drängen, ist endgültig gescheitert.



    Im Gegenteil, diese Strategie hat die AfD stärker gemacht. Und damit steht auch fest, dass sie immer weniger funktionieren wird. Denken wir das ganz nüchtern durch: Wenn 25 % die AfD wählen, dann wird ein ähnlich hoher Anteil der Schiffsvermieter, der Caterer usw. Sympathien für die Partei haben.



    Dazu kommt etwas, was gern in der Diskussion vernachlässigt wird: Viele, die nicht z.B. als Politikerin oder Journalist total in Parteipolitik aufgeht, haben auch kein Interesse, es sich mit 25 % der Nachbarn und Mitbürgerinnen grundsätzlich zu verscherzen. Was mit einer Splitterpartei vielleicht noch funktioniert, widerspricht bei vielen dem alltäglichen Leben.



    Nun braucht niemand zu erwarten, dass aus einem Dialog mit der AfD plötzlich etwas Wunderbares entsteht. Ganz im Gegenteil: Gerade wegen ihres Paria-Status' in der Politik wird die Partei jede Möglichkeit wahrnehmen, andere zu blamieren oder über den Tisch zu ziehen.



    Allein es gibt gar keine andere Möglichkeit. Gewöhnen wir uns also lieber an die Auseinandersetzung _mit_ der AfD - statt ohne.

    • @Frauke Z:

      "Viele, die nicht z.B. als Politikerin oder Journalist total in Parteipolitik aufgeht, haben auch kein Interesse, es sich mit 25 % der Nachbarn und Mitbürgerinnen grundsätzlich zu verscherzen."

      Es steht jedem frei, mit Rechtsextremisten und Faschisten zu verkehren. Oder auch, das nicht zu tun. Mit der Anzahl hat das gar nichts zu tun. Das hat nur etwas damit zu tun, ob man sich mit Feinden unserer Art zu leben umgeben will, oder eben nicht.

    • @Frauke Z:

      Das die Brandmauer die AfD gestärkt hat halte ich für Blödsinn. Die Übernahme von AfD-Positionen anderer Parteien, insbesondere der CDU, hat dazu beigetragen.

    • @Frauke Z:

      Und welche Strategie schlagen Sie vor?

      • @Il_Leopardo:

        Es würde helfen wenn die regierenden Parteien Politik machen die das leben der Bürger in Deutschland merklich verbessert. Das würde dieser Partei schon von ganz alleine das Wasser abgraben.

      • @Il_Leopardo:

        *Jede* andere Strategie ist besser, da die Brandmauer einfach nur ein Förderprogramm für die AfD ist.



        Und natürlich wäre politische Sacharbeit ohne Ansehen von Parteizugehörigkeit immer die richtige Wahl. Ist nur nicht sehr beliebt in der politischen Klasse.

      • @Il_Leopardo:

        Das ist ja genau das Problem, dass es keine Strategie gibt! Weder bei den Linken, den Konservativen oder den Grünen.

  • Kapitalismus und Faschismus gingen immer schon Hand in Hand. Passt wie Arsch auf Eimer, ganz pragmatisch, nicht wahr, liebe Familienunternehmer? :(

    • @Lahmarsch:

      Richtig. Hitler hätte ohne Unterstützung von Krupp und Co niemals seine Schwerstverbrechen so ausführen können.

      • @amigo:

        Oh, es geht auch ohne Unterstützung von Krupp und Co!



        Man denke nur an die Kommunisten Ende der 1920er, Anfang der 1930er und dann der SED ab 1949!



        Unschuldig waren die nicht und loyal auch nicht. Grüße aus dem Hotel Lux.

        • @Donni:

          Was hat Faschismus mit den "Kommunisten Ende der 1920er, Anfang der 1930er und dann der SED ab 1949!" zu tun? Genau. Gar nichts.

      • @amigo:

        ... insbesondere "und Co", als da wären: BASF, Bayer, Hoechst, Boss, Adidas, Lufthansa, Daimler, Volkswagen, Oetker, Henkel, Degussa, ... usw. usw.



        Gibt es eigentlich irgendeinen deutschen Konzern, der nicht den NS-Staat stützte, und davon profitierte? Dazu fallen mir noch NS-begeisterte US-Konzernherren wie Henry Ford, Bush sen., ... ein, die ebenfalls Hitler tatkräftig unterstützen.



        Kapitalismus ist nunmal seinem Wesen nach antisozial und antidemokratisch.

        • @Selbstauslöser:

          Wenn mich nicht alles täuscht, wurde ADIDAS erst nach dem Krieg geründet, oder?

      • @amigo:

        Stimmt. Waeren das alles Staatsbetriebe gewesen hatte Hitler ein Riesenproblem gehabt...

        • @elektrozwerg:

          Das ist ein genialer Kommentar, aber leider ist der Sinn für Ironie hier im Forum nicht besonders ausgeprägt. Trotzdem danke!

        • @elektrozwerg:

          Vernutlich hätten die Nazis die Unternehmen enteignet, das ist richtig.



          Da muss man dann eben Prioritäten setzen, wenn das nicht mitmachen beim Völkermord den Bestand des Familienunternehmens gefährdet.