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Die gefährlichste Frau DeutschlandsWer hat Angst vor Elif Eralp?

Seit dem Sieg der Linken in Berlin bebt die politische Landschaft. Die Furcht vor Enteignungen geht um – und die Hoffnung, dass die Partei scheitert.

Der Sinkflug hält an. Auch noch Tage nach der Wahl gibt die Aktie von Vonovia nach. Deutschlands größter Wohnungskonzern zittert vor einer Frau, die vor einem Jahr noch kaum einer kannte. Elif Eralp heißt sie, 45 Jahre alt, Mutter zweier Kinder und bald vielleicht Regierende Bürgermeisterin von Berlin.

Die Autorität dieses Amts allein hat bislang noch niemanden das Fürchten gelehrt. Doch Elif Eralp hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag als Spitzenkandidatin der Linkspartei gewonnen. Das gab es noch nie. Vor allem aber will sie große private Immobilienkonzerne wie Vonovia vergesellschaften. Die Angst der Aktionäre von Vonovia ist berechtigt.

Es geht wieder ein Gespenst um, nicht in ganz Europa, in Deutschland aber schon. Mit der Vergesellschaftung will Eralp ihr wichtigstes Wahlversprechen einlösen und „Berlin bezahlbar machen“. Seit Jahren explodieren die Mieten in der Hauptstadt, die Politik war nicht untätig, blieb aber letztlich machtlos. Mit der Vergesellschaftung, für die bei einem Volksentscheid 2021 fast 60 Prozent der Berlinerinnen und Berliner stimmten, stellen Eralp und die Linkspartei die Eigentumsfrage. Das hat vorher noch kein Regierender getan. Und keine Regierende.

Es geht darum, ein neues Kapitel in Berlin aufzuschlagen und Geschichte zu schreiben

Elif Eralp, Regierende in spe

Seit Eralps Wahlsieg fürchtet nicht nur der Vonovia-Konzern den Untergang des Abendlands, sondern auch das politische Deutschland von SPD bis AfD. SPD-Chefin Bärbel Bas warnt ihre Parteifreunde in Berlin, ein Bündnis mit der Linkspartei und den Grünen einzugehen. AfD-Chefin Alice Weidel schwadronierte von einem „knalllinken Bündnis mit Reiche erschießen, Kapitalisten weg, enteignen, Mietpreisdeckel“.

Die Amerikaner helfen

Ist Elif Eralp also die gefährlichste Frau Deutschlands? Der Wahlsieg gewordene Albtraum aller rechtschaffenen und um ihr Eigentum besorgten Bürgerinnen und Bürger – weit über die Berliner Stadtgrenzen hinaus?

Rückblick: Auf ihrem Parteitag im April beschließt die Berliner Linke nicht nur ihr Wahlprogramm. Er ist auch die Bühne für eine Krönungsmesse. Elif Eralp, geboren nach der Flucht ihrer sozialistischen Eltern aus der Türkei, aufgewachsen in Hamburg, studierte Juristin und seit 2021 Abgeordnete in Berlin, wirbt für eine „rote Metropole“ und hat dabei auch keine Angst vor Pathos. „Wir wollen Licht und Leuchtfeuer sein für alle Menschen“, ruft sie am Ende ihrer Rede den 175 Delegierten zu. „Es geht darum, ein neues Kapitel in Berlin aufzuschlagen und gemeinsam Geschichte zu schreiben.“

Fast amerikanisch mutet dieser Auftritt an. Zu Beginn ihrer Rede läuft Eralp zu Hildegard Knefs Ohrwurm von „Berlin, Berlin, der Perle an der Spree“ auf die Bühne, am Ende wird eine Konfettikanone abgeschossen, und Dutzende Genossinnen und Genossen defilieren an ihrer Frontfrau vorbei.

Amerikanisch war auch das Vorbild für Eralps Wahlkampf. Gleich nach dem Wahlsieg des sozialistischen Kandidaten Zohran Mamdani als Bürgermeister der Millionenmetropole New York war eine Delegation der Berliner Linken an den Hudson River gereist. Die Frage, die sie im Gepäck hatten: Lässt sich Mamdanis Erfolgsrezept auf Berlin übertragen? Kann der Mann, der von Donald Trump zum gefährlichsten Mann Amerikas stilisiert wurde, ein Vorbild sein für den Wahlkampf der Linken in Berlin?

Mit großer Euphorie setzen die Wahlkämpfer der Partei die Strategie ihres Vorbilds in Berlin um – Konzentration auf wenige Kernthemen, eine nahbare Kandidatin mit einer verbindenden Geschichte, hochprofessionelle Social-Media-Arbeit. Und die Parteimitglieder, deren Zahl sich in der Stadt binnen kürzester Zeit auf mehr als 19.000 verdoppelt hat, strömen in den Wahlkampfwochen an mehr als eine Viertelmillion Haustüren in allen Bezirken der Hauptstadt.

Die Ökonomen helfen

Der Kandidatin Elif Eralp gelingt es, glaubwürdig wie keinen anderen die große Hoffnung zu verkörpern, wirklich etwas tun zu können gegen den Mietenwahnsinn. Ein Erfolgsbogen führt von der Krönungsmesse im April zur Wahl am vergangenen Sonntag. Mit nahezu 26 Prozent sichert sich die Linke den Sieg – mit sieben Prozentpunkten Vorsprung zur CDU.

Die linke Euphorie aber ist schon wenige Tage später gewichen. Angst haben inzwischen nicht mehr nur die börsennotierten Wohnungskonzerne wie Vonovia, sondern auch Bundespolitiker wie Friedrich Merz und Markus Söder, die Berlin eine Vergesellschaftung per Gesetz verbieten wollen.

Dabei hat eine vom Senat eingesetzte Expertenkommission längst festgestellt, dass die Vergesellschaftung der großen privaten Immobilienbestände, insgesamt etwa 220.000 Wohnungen, rechtlich zulässig ist. Offen ist dennoch, ob sie vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben würde. Viel hängt wohl an der Frage der Entschädigung. Die Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen (DWE) und die Linkspartei pochen auf einen Passus im Grundgesetz, wonach sich diese aus der „Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten“ bemisst. Heißt: Entschädigt werden kann unter Marktwert.

Unterstützung gab es dafür am Freitag durch eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Die Autoren um den Ökonomen Sebastian Dullien rechnen darin mit einer Entschädigungshöhe von 13,5 Milliarden Euro, die Berlin ohne Zuschüsse aus dem Haushalt zahlen könnte. Die Gegner der Vergesellschaftung dagegen machen pauschal Angst vor einer Pleite der Stadt. Und nun droht der Bund vorzuschreiben, dass eine Vergesellschaftung zum Marktwert erfolgen muss; dabei sind auch die Pläne für eine solche Vorschrift rechtlich höchst umstritten. In jedem Fall wird die Sache dauern.

Als akutere Maßnahme will die Linke den sieben landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften einen Mietendeckel verpassen. Außerdem will sie private Vermieter per Gesetz dazu zwingen, einen Teil ihrer Wohnungen bezahlbar zu vermieten – und sie hat, als einzige Partei, konkrete Vorschläge gemacht, wie die städtischen Wohnungsunternehmen ihre Neubauzahlen erhöhen könnten. Die Machbarkeit dieser Vorhaben hat grundsätzlich niemand infrage gestellt, sie wären wohl auch mit SPD und Grünen möglich.

Die Thüringer helfen

Doch bei den potenziellen Koalitionspartnern ist in der Woche die Angst vor Eralps Linker zum Teil größer geworden. Und gerade auf Bundesebene mehren sich die Stimmen gegen eine Zusammenarbeit.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

In einer Aktuellen Stunde im Bundestag mit dem Titel „Fälle von Antisemitismus, Polizeifeindlichkeit sowie Nähe zu Islamisten, Linksextremisten und Clans bei den Linken Berlin“, beantragt von der AfD, verbreiten die Rechtsextremen am Mittwoch die Erzählung, dass die Linke gezielt Antisemitismus verbreite, um mithilfe muslimischer Wähler Demokratie und Rechtsstaat abzuschaffen. Auch die Vertreter der demokratischen Parteien im Bundestag jenseits der Linken sind sich weitgehend einig, dass eine Regierung unter linker Führung eine Gefahr für die innere Sicherheit darstelle – und für Jüdinnen und Juden.

Kann Elif Eralp das alles noch einfangen? Ist ihre Autorität groß genug, um nicht nur den Kreisverband in Neukölln auf Distanz zu halten, sondern auch diejenigen in ihrer Partei, die gar nicht erst regieren wollen? Aus Sorge nämlich, wegen des Milliardenlochs im Berliner Haushalt in den nächsten Jahren einen Sparsenat aus dem Roten Rathaus heraus anführen zu müssen.

Um Fragen wie diese gar nicht erst aufkommen zu lassen, haben sich Elif Eralp und ihr Landesvorstand professionelle Hilfe geholt: aus Thüringen, wo die Linkspartei unter Bodo Ramelow zehn Jahre lang erfolgreich und bemerkenswert geräuschlos regierte. Offenbar weiß auch Eralp, dass auf den Wahlkampf nun die nächste harte Etappe folgt. Mit Grünen und SPD müssen erste Gespräche geführt, Kompromisse ausgelotet, muss Vertrauen geschaffen werden. Die Profis aus Thüringen sind da bestimmt auch Türöffner in Richtung der Grünen und der Berliner SPD, die nach ihrem historisch schlechtesten Berliner Ergebnis von 12 Prozent auch laut darüber nachdenkt, in die Opposition zu gehen. Darüber hinaus hat der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach bereits eine rote Linie gezogen. Mit ihm, sagt er, werde es keine Vergesellschaftung geben.

Elif Eralp ist zurzeit wohl nicht nur die gefährlichste Frau Deutschlands. Sie ist auch eine, auf deren Schultern wohl die größte Last ruht. Scheitern kann sie nicht nur an der Antisemitismusdebatte. Scheitern kann sie auch am Unwillen der eigenen Partei, Kompromisse einzugehen. Vor allem aber kann sie an der Kampagne scheitern, die gerade gegen ein Linksbündnis in Berlin gefahren wird.

Doch aufgeben, das ist ihre Sache nicht. Zur Erfolgsgeschichte von Elif Eralp gehört ihr Ehrgeiz – und die Fähigkeit, andere Menschen zu begeistern. Denn zum Bild der gefährlichsten Frau Deutschlands gehört ja auch die andere Seite: Als erste Politikerin der Linken und als erste Frau mit Migrationsgeschichte könnte sie jetzt selbst Geschichte schreiben. Und sie könnte die Parteipolitik wieder mit den Wählerinnen und Wählern versöhnen.

Wird Berlin unter Rot-Grün-Rot dagegen nicht bezahlbar, dürfte die Enttäuschung groß sein – und die Entfremdung zwischen Politik und Bevölkerung noch wachsen.

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134 Kommentare

  • Lindenberg

    Zitat von junger Syrerin mit deutschen Pass aus Seite drei Reportage der SZ Je wüster der Rest des Landes über Neukölln herzieht desto heftiger die Abwehrreaktionen der anderen. wenn man ein bisschen verstand hat, dann freut man sich Neues zu erfahren. Und das geht in Neukölln. DIe junge Syrerin wird an ihrer Schule Chat-GPT genannt, liest Kant und Platon und trägt Kopftuch. Außerdem wählt sie die linke, weil sich die Partei gegen Ungerechtigkeiten einsetzt. im Gegensatz zu anderen Parteien arbeite die Linke mit den vielen Menschen palästinensischer Herkunft betont die SZ.

  • Land of plenty

    „Die gefährlichste Frau Deutschlands“



    ist eine ironische Replik auf die Betitelung anderer in der Spiegel und von Constantin Schreiber in seinem Podcast. Der meinte dabei Heidi Reichinnek.



    Andere machen Filme über



    „Big Tech - Die gefährlichsten Firmen der Welt“ (ZDF 2025 2 Folgen).



    Eigentlich war ja Ariane Grande "Dangerous Woman."



    Es geht schon sehr gefährlich zu.

  • Suryo

    Sp richtig albern ist immer der Vergleich mit Zohran Mamdani.

    Mamdani ist Bürgermeister der größten Stadt der USA und einer der bedeutendsten Weltstädte der Geschichte, mit sagenhaften Steuereinnahmen.

    Nichts davon trifft auf Berlin zu.

  • Land of plenty

    Der Machtkampf ist unvermeidlich.



    Es kommt nun drauf an, sich in guten Bündnissen gegen die Mächtigen durchzusetzen.

  • Jim Hawkins

    Ach Gottchen, Vonovia zittert.

    Vor der Ideologie und Inkompetenz ausstrahlen den Linkspartei.

    Das Vergesellschaftungsmärchen wird sich über Jahre ziehen, ausgehend von den Talkshow Statements der Protagonisten werden die auch sonst nichts auf die Reihe bekommen.

    Weniger Polizei, kein Verfassungsschutz, die Israelhasser und die Clans wird es freuen.

    Neulich war ich in Hamburg und in London. Viel weniger Dreck, entspannter, Berlin ist eine failed city und Die Linke wird ihr den Rest geben.

    • Comerade Aardvark

      @Jim Hawkins:

      Ich hoffe ja, das es so wird wie 1990, als ich das erste Mal in der Stadt war, wenige Wochen nach dem Beitritt. So schön gruselig!

      • Suryo

        @Comerade Aardvark:

        Das Problem ist, dass der Berliner Linke, erzkonservativ, wie er ist, es genau so haben will.

        Berlin reitet seit nunmehr fast 40 Jahren auf em Mythos der 90er herum, ohne jemals etwas neues gefunden zu haben. Die Stadt ist wie ein 50jähriger in Teenie-Klamotten: er hält sich für cool, alle anderen sehen einen peinlichen Typen, der in seiner Entwicklung steckengeblieben ist.

    • Land of plenty

      @Jim Hawkins:

      Ihre Kommentare sind nur noch negativ gegen links, abgeklärt oder voll Ressentiment.



      Zeit für die Gestaltung durch eine Neue Generation!

      • Jim Hawkins

        @Land of plenty:

        Nicht gegen links an sich, vielmehr gegen die Partei Die Linke.

        Mit Klaus Lederer und Petra Pau und den anderen, die aus der Partei ausgetreten sind, komme ich gut klar.

        Reden wir in ein, zwei Jahren nochmal drüber. Ich täusche mich gern, habe aber ein ungutes Gefühl.

        So wie Güner Balci, Martin Hikel und viel andere.

      • Suryo

        @Land of plenty:

        In Berlin wird ja gerade nichts gestaltet.

        Alles, was man hier neu macht, wird binnen 24 Stunden von Grafitti versaut oder stellt sich als lahmer Abklatsch andernorts längst existierender Dinge heraus. In Berlin ist z.B. nicht mal die Architektur irgendwie spannend.

  • Karla Columna

    Solche Diskussionen gab es auch alle, bevor die Linke damals als PDS in die Berliner Regierung kam. Insofern finde ich es auch ein bisschen wehleidig, die "Kampagne" zu beklagen. Die war erwartbar. Die Frage ist doch, wieviel Angriffsfläche man ihr bietet. Statt sich dem innerparteilichen Antisemitismus-Problem zu widmen, kommt Abwehr, Whataboutism oder Klage. In den 90ern ging es bei der Linken oft um das Thema Stasi und die Anerkennung des Unrechts in der DDR. Auch da fiel es ihr schwer und es wurde versäumt, sich innerparteilich rechtzeitig damit auseinanderzusetzen. Daraus hätte man für heute lernen können. Auch dass es besser ist, weise zu agieren und z. B. statt Maximalforderungen, die sich gut anhören, einfach pragmatisch gute Politik zu machen. Für mich gehört dazu, dass es damals dumm war, sich zu einer Privatisierung treiben zu lassen, genau wie es jetzt dumm sein könnte, sich aufgrund eines Volksentscheides (der noch nicht mal ein Gesetz war) sich zu einer Vergesellschaftung von Wohnungen treiben zu lassen.

    • rero

      @Karla Columna:

      Eigentlich fand ich das Theater jetzt nicht erwartbar.

      Die Linke hat über viele Jahre konstruktiv und zuverlässig mitregiert.

      Nur die hochpopulistische Wahlkampfthemenauswahl, verbunden mit den bekannten Ausfällen, führte zu der jetzigen Situation.

  • mwinkl02

    Nüchtern betrachtet wechselt das Kapital der Mietwohnungen zurück in öffentliche Hand und muss dann keine Rendite mehr aber immer noch seine Finanzierungskosten über Mieteinnahmen abdecken. Den Unterschied schätze ich auf etwa 1/3 der Nettokaltmiete ohne Unterhaltskosten. Wäre es anders würden die Mieten vom Steuerzahler subventioniert. Dafür ist die Mietzuschuss aber nicht die Miethöhe zuständig. Das wird sicher ein jahrelanger Kampf vor den Gerichten. In meinen Augen ist er es wert, da er die konservativen Parteien zwingt sich einmal ernsthaft Gedanken zu machen wie man einen Wohnungsmarkt für alle! Einkommensgruppen entwickeln möchte.

    • Günter Witte

      @mwinkl02:

      Dafür müssen Sie dann aber den Kapitaldienst, Zins und Tilgung, für das Vermögen was die Enteignung kostet tragen. 2021, als das Volksbegehren durchgeführt wurde, waren die Bauzinsen bei ca. 1 %, heute sind sie bei 4 %, hat das schon einer bei der Rechnung bedacht ?

    • FriedrichHecker

      @mwinkl02:

      "Den Unterschied schätze ich auf etwa 1/3 der Nettokaltmiete ohne Unterhaltskosten."

      Insgesamt liegt die Rendite eher bei 3% als bei 30%...



      Das würde - selbst bei Unterstellung von überdurchschnittlichen Werte in Berlin und dem einen oder anderen Steuertrick - bedeuten, dass Sie davon ausgehen, dass die Unterhaltskosten ungefähr drei Viertel der gesamten Nettokaltmiete betragen. Milchmädchen...

  • Zippism

    „Die gefährlichste Frau Deutschlands“ – und nach der Lektüre könnte man fast glauben, Berlin stünde kurz vor der sozialistischen Revolution.

    Dabei ist das eigentlich Bemerkenswerte an diesem Artikel, wie begeistert hier politische Wunschvorstellungen als nüchterne Machbarkeitsstudie verkauft werden. 220.000 Wohnungen vergesellschaften? Kein Problem. Die Ökonomen rechnen schließlich vor, dass 13,5 Milliarden Euro Entschädigung reichen könnten.

    „Könnten“ ist dabei das entscheidende Wort.

    Man setzt eine möglichst günstige Entschädigung voraus und rechnet anschließend vor, dass genau diese günstige Entschädigung finanzierbar sei. Das ist ungefähr so überzeugend wie die Aussage: Mein Haus kostet nur 300.000 Euro, weil ich bei meiner eigenen Berechnung beschlossen habe, dass es nicht mehr kosten darf.

    Die eigentliche Rechnung beginnt nämlich erst bei der Frage, welche Entschädigung am Ende tatsächlich rechtlich durchsetzbar ist.

    • Gerhard Krause

      @Zippism:

      Ihre Bedenken erscheinen gerechtfertigt. "Allein der Glaube fehlt.", d.h. natürlich soll gut überlegt werden, allerdings kommt es nicht auf das Geld an, sondern auf die Willensbildung und den (Rechts-)Akt. Geld hat da zu sein. Die Frage wäre für mich, ob beim Mietendeckel das letzte Wort gesprochen ist, oder ob den Mietern nicht eine Rechtsgrundlage zur "Verweigerung" der Mietzahlung, oder die "Verwertung" von Wohnraum erschwert (bis ins Steuerrecht) sollte.

      • Zippism

        @Gerhard Krause:

        Genau da liegt für mich der entscheidende Punkt: „Geld hat da zu sein“ ist kein finanz- oder verfassungsrechtliches Konzept. Die 13,5 Milliarden Euro sind keine feststehende Rechnung, sondern das Ergebnis eines bestimmten Entschädigungsmodells. Die aktuelle Studie selbst spricht davon, dass die Finanzierbarkeit von der konkreten Ausgestaltung abhängt.

        Und auch rechtlich ist eben keineswegs abschließend geklärt, welche Entschädigung am Ende zulässig wäre. Selbst die taz schreibt, dass offen ist, ob die Vergesellschaftung vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand hätte und dass viel an der Entschädigungsfrage hängt.

        Beim Mietendeckel kann man selbstverständlich über weitere gesetzliche Instrumente diskutieren. Aber das ist eine andere Baustelle als die Frage, ob man 220.000 Wohnungen zu einem vorher festgelegten Preis übernehmen kann.

        • Gerhard Krause

          @Zippism:

          Nur gut, dass Sie hinsichtlich der Verfassung wohl überwiegend wahrscheinlich persönlich nichts zu sagen haben. 😁😉 Ich wünsche uns, dass es so bleibt. 😉🫶 Mit Ihrer Auffassung, das meine ich freundlich, kann "ich" Ihnen sogar Ihre Krankenversicherung, oder teure lebenswichtige Operationen wegnehmen.

          • Zippism

            @Gerhard Krause:

            Keine Sorge, ich werde Ihnen weder die Krankenversicherung noch eine lebenswichtige Operation wegnehmen. Dafür müsste ich zunächst einmal irgendwie Ihre Argumentation verstehen – und umgekehrt scheint das bei meiner nicht ganz gelungen zu sein. 😁😉

            Ich habe nirgends behauptet, dass Vergesellschaftung verfassungswidrig sei. Ich habe darauf hingewiesen, dass die Höhe der Entschädigung rechtlich nicht feststeht und die 13,5 Mrd. deshalb keine gesicherte Rechnung sind. Das ist ein ziemlich wesentlicher Unterschied.

            Dass Sie daraus nun ableiten, ich würde Ihnen persönlich Krankenversicherungsleistungen oder Operationen wegnehmen wollen, ist schon eine bemerkenswert kreative Interpretation meines Kommentars.

            Aber gut: Wenn die Argumente ausgehen, kann man natürlich immer noch versuchen, dem Gegenüber irgendwelche absurd zugespitzten Positionen unterzuschieben. 😉

    • A.S.

      @Zippism:

      Vergesellschaftung, Genossenschaft, und die Mieter finanzieren nicht mehr die Aktionäre von Vonovia.



      Es bleibt also Geld übrig!

      • Josef 123

        @A.S.:

        Die Mieter finanzieren beim Modell der Linken dann stattdessen halt die berliner Verwaltung. Ob das günstiger kommt sei dahingestellt.

        Und dass die Mieten tatsächlich günstiger würden ist vorläufig erst mal eine unbegründete bzw. unseriöse Behauptung, da die Miethöhe entscheidend vom Kaufpreis der Wohnungen abhängig ist. Es muss sich ja refinanzieren. Der angenommene Preis ist momentan nur ein Wunschvorstellung der Linken.

      • Zippism

        @A.S.:

        „Es bleibt also Geld übrig“ ist keine Antwort auf die Finanzierungsfrage, sondern deren Umgehung.

        Die 220.000 Wohnungen müssen zunächst einmal vergesellschaftet und die Eigentümer entschädigt werden. Dafür braucht es Geld – und zwar nicht irgendwann, nachdem über Jahrzehnte Mieteinnahmen angefallen sind, sondern für die Entschädigung zum Zeitpunkt der Übernahme.

        Wenn dafür 13,5 Milliarden Euro angesetzt werden, muss man also erklären, warum genau diese Summe rechtlich ausreicht und wie sie finanziert werden soll. „Danach zahlen die Mieter keine Gewinne mehr an Aktionäre“ ist dafür ungefähr so hilfreich wie der Hinweis, dass ein Kredit irgendwann einmal abbezahlt sein wird.

        Und selbst wenn die laufenden Überschüsse später zur Finanzierung beitragen: Dann reden wir über eine langfristige Refinanzierung, nicht darüber, dass die Vergesellschaftung plötzlich kostenlos wäre.

  • Land of plenty

    Eine Regierung für alle Berlinerinnen und Berliner ist die Ankündigung.



    Darum geht es.

    • rero

      @Land of plenty:

      Das ist die Regierung unter Führung der Linken nun definitiv nicht.

      Sie können dem Wahlergebnis entnehmen, dass es einen deutlichen Gegensatz zwischen Innenring und Außenring gibt.

      Innen bekamen Linke und Grüne die meisten Stimmen, außen CDU und AfD.

      Das kommt nicht von ungefähr.

      Linke und Grünen haben umwarben die Menschen im Innenring mit ihren Themen, die CDU den Außenring.

      Die einzige Partei mit einer gesamtstädischen Agenda war die SPD.

      Wurde nicht honoriert.

      • Land of plenty

        @rero:

        Dieses Vorhaben, eine Regierung für alle Berlinerinnen und Berliner sein zu wollen, ist ja eine Ankündigung, ein Wahlmotto, und kann sich verwirklichen, auch wenn sie nicht von allen gewählt wurde.



        eine Politik für alle Teile der Gesellschaft, für alle Bürger zu machen, darum geht es.



        Da ist die Erwiderung "Das ist die Regierung unter Führung der Linken nun definitiv nicht." mir unverständlich, zumal es noch gar keine neue Regierung gibt.

  • Biker-Ffm

    Mich würde immer noch interessieren: Wieviel neue Wohnungen entstehen durch die Vergesellschaftung?

    • FtznFrtz

      @Biker-Ffm:

      Keine, ist aber gar nicht das Ziel. Außerdem steht nirgendwo, dass der Neubau von Wohnungen deswegen ab sofort in Berlin verboten ist.

      • rero

        @FtznFrtz:

        Stimmt. Ist halt nur kein Geld mehr dafür da.

    • makei1200

      @Biker-Ffm:

      Zur Zeit werden auch nicht genug Wohnungen gebaut, vielleicht auch weil Verknappung höhere Renditena erzeugt.

      Müsste wir mal Spekulanten fragen: Wenige Wohnungen mit hohen Mieten oder viele mit geringeren, was ist günstiger?

    • Perkele

      @Biker-Ffm:

      Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und dieser erste Schritt ist hier ein deutlich faireres Verhalten bei der Vermietung von Wohnraum: faire Mieten, ordentlicher Service etc. Dann kann auch die Aufgabe in Angriff genommen werden neuen Wohnraum hinzu zu schaffen.

      • Jutta57

        @Perkele:

        Und warum nicht erst neuen Wohnraum schaffen? Die Mieten würden dann von allein sinken. Zudem ist Fluktuationsquote in Berlin historisch niedrig. Man kann sagen, der Markt ist eingefroren. (dafür bekommt man dann per Tausch eine Kammer in der WG für exorbitante Preise). Die Vergesellschaftung wird an der Misere überhaupt nichts ändern, dazu wäre eine deutlich höhere Leerstands- und Fluktuationsquote nötig. Und die erreicht man nur durch Bauen bzw. entsprechenden Anreizen weniger durch die Umverteilung des Mangels.

        • Perkele

          @Jutta57:

          Man macht gewöhnlich den ersten Schritt vor dem zweiten - auch bei solchen Projekten...

          • FriedrichHecker

            @Perkele:

            Dann sollte man vielleicht nicht zuerst vergesellschaften. Denn selbst die äußerst wohlwollende Studie der Hans-Böckler-Stiftung sieht die Vergesellschaftung nur als "ergänzende Maßnahme". Um das zu erfahren, sollte man einfach mal den Volltext lesen...

        • Kohlrabi

          @Jutta57:

          Gewiss sollte neuer Wohnraum geschaffen werden. Aber Grundstückspreise und Baukosten. Bezahlbarer Wohnraum kann kostendeckend nicht entstehen ohne Quersubventionierung. Die Mieten würden durch neues Angebot zu Kostenmieten nicht sinken. Wenn jemand aus einer preiswerten Bestandswohnung in einen teuren Neubau zieht, dann wird die Bestandswohnung um das Doppelte oder Dreifache neu vermietet. Im Ergebnis eines solchen Neubaus entsteht also für die Kaufkraft der unteren Mitte keine neue bezahlbare Wohnung, sondern es verschwindet umgekehrt eine. Gleichwohl ist wegen des Zuzugs Neubau natürlich nötig, doch möglichst kostengünstig durch gemeinwohlorientierte Bauträger. Die Mietenexplosion lässt sich aber nur durch stärkere Regulierung des Bestandes auffangen (z.B. Schutz vor Eigenbedarfskündigung und Modernisierungsumlage). Die Vergesellschaftung sehe ich gleichwohl kritisch, besser als eine unbestimmte Drohung denn als eine konkrete Maßnahme. Die Forderung ist überhaupt nur aufgekommen, weil dem Land Berlin durch übergeordnetes Bundesrecht sonst die Hände gebunden sind.

      • Querbeet

        @Perkele:

        Ordentlicher Service! Herzlichst, Ihre Berliner Hausverwaltung.

        Good luck!

    • 77z

      @Biker-Ffm:

      Die B-Seite von deinem Hit: Der Markt regelt

    • R.I.P.

      @Biker-Ffm:

      Was mich schon lange interessiert: Wieviele Wohnungen entstehen ohne Vergesellschaftung?

      • Biker-Ffm

        @R.I.P.:

        Ne ganze Menge, wenn man die Milliarden die die Vergesellschaftung kostet für den Bau neuer Wohnungen benutzt...

      • Müller Christian

        @R.I.P.:

        Mit Enteignungen werden definitiv weniger dringend benötigte Wohnungen gebaut. Aus zwei Gründen: Berlin fehlt dann extrem viel Geld für Neubauten, da die Enteignung bezahlt werden muss. Und große Gesellschaften werden in Zukunft nicht mehr in Berlin bauen. Am Ende wird man wieder enteignet. Natürlich unter Verkehrswert.

        • R.I.P.

          @Müller Christian:

          Im sogenannten Shareholdervalue in neue Häuser geformt ließe es sicher gut wohnen. Maus muß es ja nicht übertreiben beim Kaufpreis.

    • A.S.

      @Biker-Ffm:

      Keine!



      Aber die Mieter finanzieren auch nicht mehr die Aktionäre von Vonovia. Es bleibt also Geld übrig!

      • Ritchie

        @A.S.:

        Ob dann Geld übrig bleibt ist die andere Frage.



        Ich befürchte, wenn die öffentliche Hand für die Sanierung und Unterhaltung der Immobilien zuständig ist zeigt die Erfahrung das die Kosten deutlich höher sind als bei privaten Bauherren.

      • Moby Dick

        @A.S.:

        Ne die finanzieren dann die Gläubiger der Anleihen, die Berlin zum Erwerb der Wohnungen ausgeben muß. Wenn Vonovia diese Anleihen kauft, dann wären das am Ende dieselben, nur die Verwaltung wechselt.

        Oder die Gemeinschaft der Steuerzahler subventioniert die Mieten der 200.000 Lottogewinner.

        Weiß nicht, was ich besser finden soll.

  • Georg Sonntag

    Vielleicht wird auch alles ganz anders, und Eigentum der Stadt Berlin geht an die ehemaligen Eigentümer zurück. Schließlich sehen die ihre Interessen bei den Linken und besonders Herrn Kocak bestens vertreten. Oder soll man Bruder Kocak sagen?



    www.lto.de/recht/h...ziehung-herruehren

  • funda menthe

    Sehr geehrte Mitmenschen,



    das gönnende Differenzieren braucht keine Projektion. Denn Frau Eralp ist beeindruckend empathisch.

    • rero

      @funda menthe:

      Aber nicht durchsetzungsfähig gegenüber bestimmten Gruppen ihrer Partei.

      Sie soll Regierende Bürgermeisterin werden, nicht Präsidentin eines Wohlfahrtsverbandes.

  • Perkele

    Na dann: in Berlin geht die Angst vor Enteignung um, so so !!?? In Sachsen Anhalt und weit darüber hinaus geht die Angst vor dem Faschismus um. Die eine Angst betrifft nur die Superreichen, die andere Angst betrifft alle anderen.

    • rero

      @Perkele:

      Dann lesen Sie sich mal den Artikel von Dinah Riese durch.

      Es gibt noch weitere Ängste.

      Auch die Angst, dass die Linke die Stadt mit der Vergesellschaftung in die Pleite führt, ist vorhanden.

    • Marmot

      @Perkele:

      Nur die Superreichen? Vonovia ist eine Aktiengesellschaft mit breit gestreutem Anteilen. Kann auch eine selbständige Frisörmeisterin sein die da eine niedrige fünfstellige Summe für ihre Altersvorsorge angelegt hat.

      • Kohlrabi

        @Marmot:

        Wenn ich an der Börse was anlege, muss ich wissen, dass Kursrisiken auch durch mögliche staatliche Regulierung bestehen. Ist das Einmaleins. Und solche antisozialen Anlagen muss ich nicht ins Depot nehmen. Nach Ihrer Logik dürfte es dann ja auch keine Friedensverhandlungen geben, weil Onkel Klaus doch gerade in Rheinmetall investiert ist und im Alter das Geld braucht ...

      • Perkele

        @Marmot:

        Das legitimiert Vonovia allerdings nicht einen Räuberkapitalismus zu betreiben.

        • Ricky-13

          @Perkele:

          Richtig, denn Räuberkapitalismus ist der korrekte Fachbegriff. 👍

          Die beiden mit Abstand größten Wohnungseigentümer in Deutschland sind Vonovia mit etwa 363.500 Wohnungen sowie Deutsche Wohnen mit rund 163.000 Wohnungen. Diese privaten Immobilienkonzerne pressen ihre Mieter seit vielen Jahren frech aus. Vonovia hat im Jahr 2025 auch mal wieder einen Nettogewinn von einigen Milliarden Euro gemacht.

          Vonovia verdient das Geld auch längst nicht mehr nur mit der reinen Kaltmiete. Sie haben 'eigene Tochterfirmen' für Kabelfernsehen, Treppenhausreinigung, Gartenpflege und so weiter und so fort. Diese Kosten werden über die Nebenkostenabrechnung direkt an die Mieter durchgereicht.

          Die maximale Gesamtvergütung für den Vonovia Vorstandsvorsitzenden Rolf Buch liegt bei rund 7,88 Millionen Euro pro Jahr; die anderen Vorstandsmitglieder bekommen ein paar Millionen Euro weniger. Es lohnt sich also, mit dem 'Grundbedürfnis Wohnen' ordentlich Zaster, Knete, Schotter und Kohle zu machen - wenn auch auf Kosten von Bürgern.

          BlackRock kontrolliert aktuell einen Stimmrechtsanteil von rund 8 % bis 8,33 % an Vonovia. Welcher Politiker war noch mal bei BlackRock und ist jetzt gegen Vergesellschaftung?

        • Machiavelli

          @Perkele:

          Tut es nicht Vonovia mieten sind nicht so hoch.

      • Axotono

        @Marmot:

        Ganz sicher, die arme Friseurmeisterin ;)

        • A.S.

          @Axotono:

          Und die alleinerziehende Krankenschwester und der Immobilienfond aus Scandinavien.

  • SchMERZlassnach

    Als ich 20 war, bekam ich in Regensburg keine Wohnung, Folge? Psychisch krank. Es hiess damals: der MARKT würde das lösen. Jetzt bin ich 60 und es gibt IMMER noch keine Wohnung. Die Gegner einer Vergesellschaftung…was sind das für Leute? Dass der Oma ihr Häuschen NICHT genommen wird…ja das kann die CDSU perfekt: alte arme Leute erschrecken mit Horrorszenarien wie Vonovia hat nicht mehr 100.000 sondern nur noch 50.000



    Ja, das wird schrecklich, wenn fünffache Milliardäre nur noch 4fache sind…schrecklich.



    Insbesondere, daß die arme Frau meint, daß es die CDU oder die CSU gut mit ihr meint und vor allem nicht versteht, daß diese nur die Stimme der Frau wollen und sich einen Kehrricht scheren, was passiert außenrum geschieht.



    Und daher: Stellt den Reichen die Frage, was man mit einer Milliarde tut…eine Million reicht schon…wer hat Antwort? Und was diese Leute veranlasst, wenig Steuern zu zahlen. Jeder armer Sozialhilfe empfänger zahlt mehr Steuern, als einer, der mehr als 1Mio hat…

    • Machiavelli

      @SchMERZlassnach:

      Weil das einfach niemandem hilft der eine Wohnung sucht. Will man denen helfen muss man bauen und in den Städten heißt das Hochhäuser.

      • Frank08

        @Machiavelli:

        Doch das hilft auch denen die eine Wohnung suchen. Wenn nämlich mehr Leute in ihren bisherigen Wohnungen wohnen bleiben können weil die Mieten eben nicht weiter steigen oder sogar fallen, gibt es weniger Anwerber für die verbleibenden Wohnungen. Natürlich muss auch gebaut werden aber das Mieten deckeln niemanden nützt ist eine Verschwörungstheorie.

        • rero

          @Frank08:

          Von dem Szenario, dass die Mieten fallen würden, geht nicht mal die Enteignungsinitiative aus.

          Die Vergesellschaftung soll nur die Mietsteigerungen abmildern.

          Zu einem Mietdeckel braucht man keine Enteignung.

          Berlin hat jetzt bereits ein Haushaltsdefizit von über 4 Milliarden €.

          Dann kämen noch die Kosten der Vergesellschaftung dazu.

          Da wird für städtisches Bauen nicht mehr viel bleiben.

        • Machiavelli

          @Frank08:

          Es werden weniger Wohnungen frei, weil weniger Menschen ausziehen müssen wegen höherer mieten und dementsprechend gibt es weniger Mitbewerber? Die Effekte canceln einander aus. Für diejenigen die eine wohnung suchen ändert sich genau nichts. Weniger Mitbewerber ja, aber auch weniger Wohnungen d.h. auf die wenigen Wohnungen kommt die gleiche Anzahl Bewerber.

  • Abdurchdiemitte

    26% der Berliner Wähler haben Elif Eralp dieses Danaergeschenk mitgegeben. Ich möchte gerne glauben, dass Frau Eralo tough genug ist, diese Herkulesaufgabe zu stemmen,die der Linken dieser Wahlsieg beschert hat. Gelingt es ihr, ihre Partei so zu disziplinieren - v..a. mit. Blick auf den Antisemitismusverdacht -, dass die potenziellen Koalutionspartner sich überzeugen lassn?



    Und leider ist es nicht so, dass sich Die Linke nur selber schaden kann - sollten Grüne und SPD in Berlin jetzt Muffensausen bekommen und auf die CDU umschwenken, war es das auch für Rot-Grün-Rot im Bund,m und zwar für eine sehr, sehr lange Zeit.



    Die rechte Mitte (CDU) wird gerade von der rechtsextremistischen AfD aufgerieben, derweil die linke Mitte sich ohne Not selbst aus dem Spiel schiesst.



    Auch die Chance, über die Grünen eine Sperrminorität im Bundesrat zu erlangen, um etwa Gesetzesvorhaben der Bundesregierung blockieren zu können, wäre dann vertan..



    Es steht also viel auf dem Spiel und in Berlin ist derzeit noch alles in der Schwebe.

  • Nachtsonne

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • A.S.

    Ja, man hat den Eindruck CDU und SPD haben totale Angst vor den Linken. Kein Wunder, wo ist das C bei der CDU und das S bei der SPD geblieben?

    • Günter Witte

      @A.S.:

      Das C ist bei der CDU schon noch da, darum sind sie ja gegen Enteignen. Weil ein Christliches Gebot ist ja : du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.

      • Xanyd

        @Günter Witte:

        Sind zu hohe Mieten kein Begehren des Nächsten Hab und Gut?

  • Okay

    Es macht wieder Mut und Laune, wenn der Tag mit solchen Schlagzeilen beginnt:



    „Bei der Verleihung des Axel Springer Awards bezeichnet der Tech-Milliardär Peter Thiel die Medienlandschaft als ›einseitig‹. Der Springer-Konzern sei eine ›Gegenstimme‹.“



    „Martin Sellner hat die Firma ›Institut für Remigration‹ gegründet. Laut Strategiepapier ist das Ziel, Sachsen-Anhalt zu einem ›Remigrationsmusterland‹ zu machen.“



    „Italien führt Burkaverbot und Obergrenze für ausländische Schüler ein.“



    Umso wichtiger also:



    „Ein neues Kapitel in Berlin aufzuschlagen und gemeinsam Geschichte zu schreiben.“

    Weiter so Elif Eralp

  • Janix

    Die Linke traute sich das Undenkbare. So sozial zu sein wie die SPD vor der Agenda 2010.



    Die Grünen verblieben im Unfriedschen Raum der Bürgerlichkeitssimulation (plus a bissle Feddersen-ESC) und erhielten ein entsprechendes Ergebnis.



    Nicht, dass das Wahl-Ergebnis das letzte Ziel wäre! Richtige Positionen auch im Wahlkampf vorzubereiten wird häufig wichtiger sein als noch einen mehr im Parlament.

    Egal, jetzt freue ich mich, was das Land Berlin unter widrigen Bedingungen und entgegen allem Gegenhusten durch manche hieraus machen wird.

    • Leo Onlin

      @Janix:

      Die Linke ist aktuell in einigen Bundesländern in der Landesregierung und war schon mal Ministerpräsident. Da könnte die Linke also schon längst beweisen, was sie im Sozialen so drauf hat.

      Das Besondere an Berlin ist das politische Vorfeld der Linken. Das ist nicht so sympathisch.

  • Reiner Wadel

    Wer soll denn das Märchen glauben, dass 220 000 Wohnungen für 13,5 Mrd € enteignet werden können?

    • Bolzkopf

      @Reiner Wadel:

      Das sind ja pro Wohnung rund 61000 €.



      Das klingt nicht viel.



      Hier an meinem Wohnort hat man den gesamten städtischen Wohnungsbestand (zigtausend Wohnungen) als gewisse Heuschreken verscherbelt.



      Für im Schnitt 40000 € - also zu 2/3 des Preises.

      Gut, das ist so ... 15 Jahre her... und hier ist nicht Berlin.

      Aber wie wäre es zur Finanzierung eine Gemeinwirtschaftliche Baugesellschaft zu gründen in der die Mieter zu Miteigentümern werden können ?

      Die Idee ist fast so alt wie das Universum - aber mit der Schwarzen Schande nicht zu machen.



      Umso wichtiger dass Die endlich abdankt.



      In B sind sie ja schon unter 5. Gott sei Dank.

      • Reiner Wadel

        @Bolzkopf:

        In Berlin hat man das ja auch verscherbelt. Aber so billig wie damals bekommt man sie nicht mehr zurück, das ist sicher.

  • Bolzkopf

    Ich habe auch Angst vor Enteignung.



    Rasende Angst.

    Mit jeder Rechnung die hereinflattert - denn ich hoffe dass ich sie bezahlen kann.



    Mit jedem Brief vom Vermieter.



    Mit jeder Nebenkostenabrechnung.



    Mir jedem Breif vom Finanzamt.

    Und nicht zuletzt jedesmal an der Tankstelle.

    Und von den Politikern kommen noch nicht mal Worte die einem Hoffnung machen.



    Nur Merzgeschwafel und Laberlaber.

    Mit Phrasen wie immer.



    Gesten wie immer.



    Ohne Inhalt - wie immer.

    • Reiner Wadel

      @Bolzkopf:

      Nebenkostenabrechnung werden Sie auch von einer gemeinwirtschaftlichen Wohnungsgesellschaft bekommen. Da wird nichts billiger,

    • Elite123

      @Bolzkopf:

      Enteignung ist das einkassieren von Geld und Sachwerten ohne Gegenleistung.



      Ihre vergleiche mit Wohnung, Tanken und Heizen sind großer Schmarrn, denn jemand muss dafür arbeiten, damit sie das bekommen.

      • Bolzkopf

        @Elite123:

        Das haben sie ganz richtig erkannt. Geld war lange Zeit so billig wie Dreck. Es gab sogar negative Zinsen. Aber die Mieten sind gestiegen und gestiegen. Und mehr als 24 pro Tag konnte man vorher wie nachher nicht Mieten. Nur gekostet hat es mehr 😉

  • Querbeet

    Mal angenommen, der wenig wahrscheinlich Fall tritt ein, und Berlin enteignet 210.000 Wohnungen für 13.5 Mrd. €, d.h. für rund 64.000€ pro Wohnung.

    Was dann? Es dürfte rund 2 Mio. Wohnungen in Berlin geben. 10% davon wären dann in staatlicher Hand. Die Mieten dieser belegten, nicht freien Wohnungen würden ggfs gesenkt. Was haben all jene davon, die eine Wohnung suchen? Gibt es eine Einkommensgrenze bis zu der man ein Anrecht auf eine solche Wohnung hat? Wer mehr verdient, muß ausziehen?



    Da es duch die Enteignung nicht eine einzige Wohnung mehr gäbe, ist der Mietdruck der gleiche und eine Senkung des Mietniveaus durch private Vermieter ist nicht zu erwarten. Neubauen wird auch kaum einer mehr wollen, und die bankrotte Stadt kann es nicht.



    Wo genau liegt jetzt der Gewinn diese angedachten Aktion?

    Ich erwarte, dass es erst gar nicht dazu kommt, oder vor Gericht zu Ungunsten von Berlin endet. Außer horrenden Prozesskosten wird dann nix bleiben.

    • Bolzkopf

      @Querbeet:

      Der Gewinn liegt darin dass das Kapital nicht in überhöhte Renditen abfließt sondern dass das Geld für Investitionen in den Wohnungsbau fließen kann.

    • Cumita

      @Querbeet:

      Die genannten Zahlen sind nicht ganz richtig.



      Es sind bereits mehr als 20% der Wohnungen in Berlin in öffentlicher Hand. (laut Tagesspiegel)



      Laut Berliner Mieterverein gehören ca. 27 % der Wohnungen Öffentlichen Unternehmen & Genossenschaften. Und: Privatwirtschaftliche Unternehmen: ca. 40 %. -Leerstand in Berlin 2% -40.00 Wohnungen



      www.berliner-miete...ktuelles/92753.htm

    • DerLurch

      @Querbeet:

      Na wäre zu hoffen, dass eine Einkommensgrenze gilt. Die Wohnung sollen ja soziales wohnen fördern. Wenn da einfach jeder drin wohnen bleibt, gibt es ja nun nicht mehr Wohnraum für die, die ene neue Bude suchen oder?



      Vielleicht können die Menschen so einfach mal aktiv am Wohnungstausch teilnehmen. Rentner in Kleene Wohnungen, junge Familien dafür in Größere. Wer zu viel verdient kann auch mehr zahlen oder gern auf dem privaten Markt suchen.

      • Machiavelli

        @DerLurch:

        "dass eine Einkommensgrenze gilt" Dann verschiebt sich das Problem nur leicht nach oben. Unterschicht -> untere Mittelschicht. Das löst kein Problem.

      • Oma

        @DerLurch:

        Wieso sollten Menschen auf einmal aktiv am Wohnungstausch teilnehmen? Wie definieren Sie "aktiv"?

        • DerLurch

          @Oma:

          "aktiv" im Sinne von auch final vollzogen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, die Wohnung zu groß ist und die Alternative kleinere Wohnung einfach zu teuer ist. Oder eben andersrum.



          Einfach mehr Spielraum aufgrund geringerer kosten.



          Kein paar sollte mehr als 3 Zimmer benötigen. Da können Familien rein.

        • Deep South

          @Oma:

          Klingt irgendwie eher nach aktiver Umzugshilfe als nach freiwilliger Teilnahme.

          • DerLurch

            @Deep South:

            Finden Sie? So meine ich es nicht. Im Sinne der Solidarität sollten Menschen mit sinkenden Raumbedarf gern Wohnungen räumen und in kleinere Wohnungen ziehen. Zum Beispiel wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wäre ein Anfang

            • Deep South

              @DerLurch:

              Na ja, wenn mans aber zu Ende denkt, werden das wenigsten Menschen freiwillig so machen. Wenn also eine Einkommengrenze gelten sollte, dann wird man Menschen die Wohnung kündigen müssen.



              Wohnen, das wird ja auch oft betont, ist auch ein Stück Lebensgeschichte, Identität, Heimat. Und ob nun jemand ausziehen muss, weil er zu wenig verdient oder weil er zuviel verdient ist sogesehen immer eine Härte. Nur mal angenommen, da wohnt jemand seit 40 Jahre und liegt knapp über der Grenze und muss seine Wohnung räumen, für jemanden, der grad zugezogen ist, aber weniger verdient. Wäre das wirklich im Sinne einer solidarischen Lösung?

  • PVC

    Die Angst vor Vergesellschaftung geht um,nicht vor Enteignung.



    Zwei verschiedene paar Schuhe.

  • outsider

    Mal ehrlich, natürlich kriegt die Parei im Moment einen rechten Shitstorm ab, wie man ihn sleten erlebt hat, das war leider zu erwarten. Augerechnet von Springer, die einen Herrn Thiel auszeichnen.



    Trotzdem sind die Fragen nach dem Umgang mit offenichtlich antisemitisch Strömungen, egal ob einfach von "links" oder aus muslimischen oder palästinensichen Kreisen, oder die Frage nach dem Kontakt von Abgeordneten mit Vertretern organisierter Kriminalität (ob man die jetzt Clans, Familienstruktureon oder sonstwie nennt) vollkommen berechtigt und die Antworten der Partei sind unbefriedigend. Wie im Artikel richtig erwähnt, "Scheitern kann sie auch am Unwillen der eigenen Partei, Kompromisse einzugehen." Man möchte hinzufügen, daran, gewisse Gruppen einzuhegen.



    Dass SPD und Grüne hier klare Linien erwarten, die dann auch durchgehalten werden, ist mehr als verständlich.

  • So,so

    Die ehem. spd (eine €DU II) wird leider wahrscheinlich alles blockieren und verunmöglichen.



    "Wenn unsere Klientel uns nicht mehr mag, dann mögen wir unsere Klientel auch nicht mehr!"



    Fassungslos Chancen verpassend.



    Hündisch einknickend vor der Immobilienmafia und ihrem €DU-Kanzler Fritz Merz.



    Wo bleibt eigtl. die Grüne Partei, die Vergesellschaftung zur Bedingung für eine Schwarz-Rot-Grüne Koalition macht?



    Hmmmh.



    Ich warte.

  • Ruediger

    Hört doch mal auf die Skepsis gegenüber Eralp als irgendeine irrationale Kommunistenangst zu framen und abzutun. Das mag es irgendwo bei den Rechten auch geben, aber es gibt eben auch ernstzunehmende Kritikpunkte:



    - Die Kritik an der Wohnungspolitik ist nicht nur Interessenpolitik der Wohnungskonzerne. Ob es wirklich sinnvoll ist, denen für Milliarden Steuergelderr oder Schulden ihren Berliner Bestand abzukaufen, darüber kann man nun wirklich geteilter Meinung sein, weil es wahnsinnig teuer ist, davon nur die Bestandsmieter profitieren und die eigentliche Ursache der hohen Mieten nicht angegangen wird, nämlich dass es zu wenig Wohnungen gibt und damit das Angebot viel höher ist als die Nachfrage.

    - Die Berliner Linkspartei hat offensichtlich ihren Reihen Leute, die der Hamas nahestehen, Israel ablehnen und antisemitisch sind.

    SPD und Grüne haben 2 Optionen. Sie sollten schauen, bei wem sie diesen Vorteil besser nutzen können und ob sie bei den Linken oder bei der CDU mehr rausholen können, bevor sie sich festlegen. Wer SPD oder Grüne gewählt hat, hat eben nicht Eralp oder Enteignungen gewählt.

    • Axotono

      @Ruediger:

      Natürlich, das wusste man doch vorher, zumindest was die Vergesellschaftung angeht. Diese Angst davor ist einfach nur Antikommunismus. Es ist das, was in Wien völlig normal ist, Sozialdemokratie eben. Anders beim Thema Antisemitismus, da muss die Linke klare Kante zeigen als antifaschistische Partei.

      • Machiavelli

        @Axotono:

        In Wien wird gebaut und in Wien gibt es Zweiklassenwohnen: Günstig für diejenigen, die eine günstige Wohnung kriegen; den Rest fressen die Hunde.

        • Axotono

          @Machiavelli:

          Ja. Dieses Argument ist mir bekannt und wird lustigerweise aus der extrem linken kommunistischen Linken gern kolportiert: Entweder günstiger Wohnraum für alle oder für keinen. Ein paar tausend günstige Wohnungen für Zehntausende Menschen - was ist mit dem Rest? Na dann, können wir es einfach gleich bleiben lassen.

          • Machiavelli

            @Axotono:

            Bauen hilft mehr Menschen weil es den Markt insgesamt entspannt.

          • FriedrichHecker

            @Axotono:

            Selbst dann wäre noch die Frage, was günstig ist.

            Oder um einen anderen Satz aus der genannten Studie der Hans-Böckler-Stiftung zu zitieren: Vergesellschaftung von Wohnungen kann als ERGÄNZENDE MAßNAHME zur Dämpfung des Mietpreisanstiegs beitragen.

            Wenn man nun - anders als in Berlin angedacht - nicht diese "ergänzende Maßnahme" mit Priorität verfolgen und mögliche Hauptmaßnahmen ins Auge fassen würde, wäre das nicht "nichts tun. "

  • Michael Andreas

    " Vor allem aber will sie große private Immobilienkonzerne wie Vonovia vergesellschaften. " Nö. Der Konzern biebe privat. Es geht darum, den Konzern zum Verkauf seiner Berliner Wohnungen an das Land zu zwingen.



    Nicht zu vergessen, laut taz: "Vor 20 Jahren verkauft Rot-Rot die landeseigene GSW mit über 65.000 Wohnungen. " Gestern so, heute so, morgen wieder so.

  • Andreas Braun

    Also ein Wahlsieg ist meinen Augen mehr, als wenn mann 25 % der Stimmen bekommt (es ei den es gibt eine Mathe - Reform ).



    Nun muss die Linke erstmal Koalitionspartner finden (da hat sie selbst schon wieder Hürden geschaffen). Im Vorfeld wurde gar nicht geklärt, inwieweit die Vorhaben auch rechtlich machbar sind. Dazu , wie man an Herr Merz sieht, ist nicht alles realisierbar, was man vor hat. Es gibt viel zu viele Seilschaften, die ihre Interessen und ihre Macht einbringen.



    Änderungen sind wünschenswert, aber bei allem die Realität nicht aus den Augen verlieren und positiv entspannt bleiben.

    • nihilist

      @Andreas Braun:

      Es gibt keine mathematische Definition eines Wahlsieges, wenn mehr als zwei Optionen auf dem Zettel stehen. Verhältniswahlrecht ist kein Basketballplatz.

      • Tobias Eckert

        @nihilist:

        Wenn eine Partei 51 % oder mehr der Stimmen erhält?

  • amigo

    Die Hysterie um den Wahlerfolg der Linken und Elif Eralp zeigt: Unser Wohnungsmarkt ist tiefgreifend erkrankt. Während Spekulanten um Renditen zittern, stehen Mieter vor unbezahlbaren Mieten. Doch die Debatte zwischen Verstaatlichung und freiem Markt greift zu kurz. Der beste Ausweg liegt im Grundgesetz selbst: Artikel 14 Absatz 2 bestimmt klar: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“



    ​Reine Spekulation bricht mit diesem Verfassungsauftrag. Gleichzeitig schaffen Enteignungen keine einzige neue Wohnung. Wir brauchen eine Baugenossenschaft der Zukunft, in der Mieter selbst zu Miteigentümern werden!



    ​Wenn Menschen als Genossen Eigentümer ihrer Häuser sind, entziehen sie Wohnraum dem Finanzmarkt. Kein Investor kassiert ab, kein Amt entscheidet über ihre Köpfe hinweg. Jeder Euro fließt in Erhalt, Neubau und bezahlbare Mieten.



    ​Statt Milliarden für Entschädigungen zu verbrennen, muss Berlin Genossenschaften fördern und Grundstücke exklusiv an sie vergeben. Macht Mieter zu Miteigentümern!

    • The Voice

      @amigo:

      Hallo Amigo, sehe ich genauso. Genossenschaften und Miteigentum können eine Lösung darstellen, Enteignungen sehe ich vor allem als Mittel, um auf die Verfehlungen am Wohnungsmarkt hinzuweisen und die Diskussion wieder zum Laufen zu bringen. Ich lese in zahlreichen Kommentaren heraus, dass hierzu noch viel Klärungsbedarf besteht. Aber ohne Konsens wird es nicht gehen, man kann bei diesem Thema schlichtweg den Markt nicht einfach mal machen lassen, gilt auch für Bahn und Co., man sieht doch, was dabei rauskommt.

    • Leo Onlin

      @amigo:

      Die Enteignungen würden allenfalls den Bestandsmietern mit bereits geringer Miete helfen. Genossenschaften vermieten auch irgendwie nach Marktpreisen. Mieten ist eben nicht (mehr) für fast umsonst.

  • Christoph

    Erklärt doch den Menschen mal den Unterschied zwischen Enteignung und Vergesellschaftung.



    Die Wohnungen waren mal zum grossen Teil im Besitz der Öffentlichen Hand. Sind dann an Investoren verhökert worden und sollen einfach nur zurück in den Besitz der Allgemeinheit. Die Investoren werden entschädigt. Das ganze im Sinne des Grundgesetzes.



    So sieht es nämlich aus!

    • Elite123

      @ Christoph:

      Der Wohnungsbestand von Vonovia und Co. ist ca. 40 Milliarden Euro wert. Das ist der gesamte Berliner Landeshaushalt.

    • Machiavelli

      @ Christoph:

      Warum nicht einfach selber bauen und günstig vermieten? Spart gerichtskosten und geht die Ursache an nicht die Symptome.

      • Axotono

        @Machiavelli:

        Man muss natürlich beides machen. Sozialwohnungen bauen und Eigentumsverhältnisse ändern.

        • Machiavelli

          @Axotono:

          Nö einfach den Genossenschaften umsonst land überlassen und das geld statt in enteignungen in zinslose Darlehen für selbige stecken. Und dann bauen, bauen, bauen

          • marilyn.hanson

            @Machiavelli:

            Nö. Die Konzerne müssen ihre Spielzeuge aus der Hand geschlagen kriegen. Das hat über den individuell pädagogischen Effekt hoffentlich noch einen gesamtgesellschaftlichen: dass Infrastruktur niemals in private Hände gehört. (Am besten auch nicht in staatlich-bürokratische, aber dazu müssteman ins Spanien vor Franco schauen.)

  • Pico

    Ich würde sagen: Der Einstieg Vonovia-Aktien zu kaufen ist günstig. Und ich würde sagen: Ein Regierungsauftrag liegt bei den Linken. Deswegen gilt erst einmal abwarten und für jene die jetzt Vonovia Aktien kaufen die Hoffnung, dass die auch wieder steigen werden.

  • Josef 123

    Die Enteignung von Wohnkonzernen wird nicht kommen. Frau Eralp wird ohne Koalitionspartner nicht Bürgermeisterin werden, und sie wird kaum Koalitionspartner finden, die da mitspielen. Und falls doch wird es nicht finanzierbar sein bzw. werden die Wohnkonzerne klagen bis zum Sanktnimmerleinstag, da gibt es dann schon längst andere Bürgermeister. Das Ergebnis wäre: Ausser (Prozesskosten-) Spesen in Millionenhöhe nix gewesen.

    So oder so: Wieder mal Wahlversprechen, bei denen von vornherein klar war, daß sie nicht erfüllt werden können. Oder ist die Linke in Berlin schon so selbsttrunken, daß sie von einer absoluten Mehrheit ausgegangen ist?

    • ran71

      @Josef 123:

      Nun, Ökonomen rechnen vor, dass sich das für die Stadt Berlin rechnen würde:



      Die - auch wenn nicht astronomisch Höhe - gezahlten gezahlten Mieteinahmen durch die gut 200.000 Wohnungen finanzieren die Ausgabe leicht gegen. Insofern sind es gedeckte Schulden, die durch Finanzzufluss abgetragen werden können.

      Und am Ende ist die Stadt halt der Vermieter, kann nachhaltig sanieren und mit einem Gewinn aus den Vermietungen Neubauprojekte inkl. Finanzierung der neuen Bewohner, die dadurch auf Sicht selbst Eigentümer werden, fördern.

      Ich selbst, nicht in Berlin, Nähe Dortmund, bin froh, dass ich 2020 die Bezahlung meiner ETW abschließen konnte, seit dem arbeite ich weniger, verbringe mehr Zeit in meinen Außenwohnzimmer, einen angepachteten Garten.

      • Josef 123

        @ran71:

        Die Tilgung eines Wohnungskredits dauert in der Regel 25 bis 30 Jahre, je nach Zinssatz usw.



        Berlin hat keinerlei Rücklagen oder Eigenkapital, sondern ist jetzt schon hoch verschuldet. Da werden die Banken ohnehin nicht erfreut sein, noch dazu bei der Vorgeschichte dieser Wohnungen und bei der unsicheren Lage, die nach der nächsten Wahl wieder ganz anders sein kann.



        Und mit der Abzahlung des Kaufkredits ist es ja nicht getan. Darin sind Ausgaben für Unterhalt, Reparaturen, allgemeine und energetische (bei Altbauten) Sanierung usw. nicht enthalten. Auch die Verwaltungskosten bei vermieteten Wohnungen kommen noch dazu.

        Ich bin gespannt wie das finanziert werden soll. Von einer Stadt, die jetzt schon eine Milliarde Euro pro jahr nur für Zinsen bezahlt. Näheres hier:

        "Berlins Schuldenpolitik / 49 Milliarden Zinsen in 30 Jahren /



        Nach Jahren des Sparkurses steigen die Schulden und damit die Zinszahlungen wieder an. Ein Risiko für weitere Verschuldung ist auch die Vergesellschaftung."



        (TAZ 15.7.2026)

        9:00 Uhr

        taz.de/Berlins-Sch...npolitik/!6195772/

    • Axotono

      @Josef 123:

      Na wenn's nix zu verändern gibt können wir es ja gleich lassen oder?

      • Josef 123

        @Axotono:

        Sagen wir mal so: Wenn ich als Privatmensch hoffnungslos überschuldet bin und kaum meine Zinsen für bisherige Kredite aufbringen kann, meinen Lebensunterhalt seit Jahrzehnten nur notdürftig mit massiver Unterstützung von Freunden bestreiten kann, für kaputte Haushaltsgeräte die Verwandtschaft anbetteln muss, keinerlei Eigenkapital habe und auch keine Idee habe, wie ich allfällige Reparaturen zusätzlich bezahlen will, wird mich der Bankberater hinauskomplimentieren. Wenn ich ihm dann noch den Bären aufbinde, ich bekäme das Haus ja für einen Bruchteil des wahren Wertes, kann ich froh sein, wenn er nicht ärztliche Hilfe anfordert.

      • FriedrichHecker

        @Axotono:

        Vielleicht ist es besser, nichts zu tun als das falsche zu tun... 😎😁

        • marilyn.hanson

          @FriedrichHecker:

          Ja. Das rate ich meinen Traumapatient*innen auch immer. Wer weiß, wen man verärgern könnte, wenn man mal anfängt, sich auf die Hinterbeine gegen alle Zumutungen, die darauf beruhen, dass man ausgebeutet wird, zu stellen?



          Damit wird der Werte-Westen bestimmt gegen osteuropäische, türkische und US-amerikanische Autokraten und auch gleichzeitig noch gegen chinesische Totalitäre bestehen. /s

  • Astrid Sehnefeld

    Die entscheidende Frage ist doch: WER hat die Wohnungen an Deutsche Wohnen und Vonovia in Berlin verkauft?



    Muss ja sicher einzig die böse kapitalistische Union gewesen sein, oder?🥸



    Schauen wir mal nach: der Senat Diepgen (CDU/SPD) verkaufte 1998 die GEHAG. 85% der Anteile der landeseigenen Gemeinnützigen Heimstätten-, Spar- und Bau-Aktiengesellschaft (GEHAG) mit rund 33.000 Wohnungen ging damals an die Hamburger Hypothekenbank und die GEHAG wurde schrittweise in die Deutsche Wohnen umgewandelt.



    Böse Union. Die SPD wusste sicher nicht was sie tat - unschuldig wie immer.



    Mal schauen, wer noch🤔



    Oh, den größten Einzelverkauf beschloss eine rot-rote Koalition😯



    Wie bitte?🫨



    Ja, 2004 veräußerte das Land während des Senat Wowereit die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) mit rund 65.000 Wohnungen an ein Konsortium der Finanzinvestoren Cerberus und Goldman Sachs.



    Ja so eine 💩



    Und die PDS war auch noch federführende Kraft, weil sie den Wirtschaftssenator stellte - Harald Wolf...😂🤷



    65.000 Wohnungen für viel 💸💸💸 verkauft und jetzt 20 Jahre später wollen sich Die Linke und ihre Wähler an diesen Deal nicht mehr erinnern und enteignen...😂



    Lächerlich, peinlich.

    • PartyChampignons

      @Astrid Sehnefeld:

      "Die entscheidende Frage ist doch: WER hat die Wohnungen an Deutsche Wohnen und Vonovia in Berlin verkauft?" Was genau sollen wir denn von dieser Erkenntnis haben? Genau garnichts, es geht hier um die Gegenwart und nicht um die Vergangenheit. Diese Frage ist für überhaupt garnichts entscheidend und trägt null zu einer Lösung bei....

    • maria2

      @Astrid Sehnefeld:

      Dieser hämische Ton deines Posts spricht für sich.

      • Josef 123

        @maria2:

        Es sind aber genau die Tatsachen, die heute mancher gern unter den Teppich kehren würde.

      • outsider

        @maria2:

        Der hämische Ton ist unangenhem, der Inhalt (ich hab ihn nicht überprüft) aber doch sehr interessant.



        Zum Wohnungsthema wäre noch hinzuzufügen, dass in den letzten Jahren Regierungen jedweder Couleur im Wahlkampf Neubau gefordert, dann aber nicht geliefert haben.

      • Astrid Sehnefeld

        @maria2:

        Welchen Ton soll man denn da anschlagen?🤷



        Die verkauften damals 65.000 Wohnungen an gewinnorientierte Unternehmen - und regen sich heute über gewinnorientierte Uternehmen auf, die mehr als 3.000 Wohnungen im Land Berlin besitzen...😂🤷



        Berlin ist doch selbst Schuld daran. Sie hätten die Wohnungen in kleineren Tranchen verkaufen können. Oder sie hätten in die Verträge schreiben können, dass ein Prozentsatz x Sozialwohnungen bleiben müssen.



        Oder oder oder.



        Nichts davon haben sie gemacht.



        Stellen Sie sich vor, Sie kaufen etwas - und weil es ein paar Jahre später Mangelware ist, kommt der damalige Verkäufer zu Ihnen und sagt: "das nehme ich Ihnen jetzt wieder weg, weil ich es doch selber brauche und ich will Ihnen übrigens nicht den Marktpreis zahlen, weil mir das viel zu teuer ist..."



        Wie würden Sie wohl reagieren?



        Wenn das rechtlich durchgeht, kauft nie wieder irgendjemand irgendwas vom Staat.



        Wenn das durchgeht, investiert nie wieder irgendjemand in den Staat.



        Berlin hat Deutsche Wohnen und Vonovia vor 20 Jahren selbst gezüchtet, viel Geld damit verdient und beschwert sich heute, dass es diese Unternehmen gibt...



        Das ist irre.



        Pacta sunt servanda - Verträge sind einzuhalten.

        • Schmetterling

          @Astrid Sehnefeld:

          Berliner Bankenskandal haben sie schon vergessen oder passt der nicht ins framing?

          • Astrid Sehnefeld

            @Schmetterling:

            Der Bankenskandal war Anfang der 2000er.



            Er führte zum Fall Diepgens und schuf erst für rot-rot die Möglichkeit zur Machtübernahme - mit Wowereit als Resultat.



            Wieso sich SPD und PDS aufgrund eines mutmaßlich schmiergeldaffinen Bürgermeister Diepgen 'genötigt' sahen Jahre später 65.000 Wohnungen an Investmentbanken zu verschleudern, erschließt sich mir nicht🤷



            Bitte helfen Sie mir da gerne auf die Sprünge

            • marilyn.hanson

              @Astrid Sehnefeld:

              Wieso? Ist doch klar, was das Problem war: Die SPD wie meistens seit 1914 die Klassenverräterin und die PDS nicht linksradikal genug. Deswegen ja jetzt die Korrektur. Ist doch schön, wenn Parteien sich ihrer historischen Verantwortung stellen und die Fehler korrigieren (wenn auch vielleicht mehr implizit als explizit - Stilfrage). Sollte noch Geld vonnöten sein, um die Vergesellschaftung zu finanzieren, kann die Regierung ja alles in ihrem Machtbereich dafür tun, was dazu nötig ist - es sich z. B. da holen, wo es gesellschaftlich und auch wirtschaftlich unproduktiv herumsitzt, obwohl es gesamtgesellschaftlich erarbeitet wurde.



              Oder die darum geführten Prozesse - wie um Maut oder Masken - dauern eben ca. 10 Jahre, egal, wie sie ausgehen, und in de Zwischenzeit nutzt die Linke das Momentum für den Bund.



              Sollte das private Großinvestor*innen von großstädtischen Wohnungsmärkten abschrecken, umso besser. Was haben die denn in den letzten 30-49 Jahren am Mietmarkt verbessert? Die können und / oder wollen es eben nicht. Dann nimmt man ihnen dieses Spielzeug halt mal weg.

      • Reinero66

        @maria2:

        Mag sein, aber er hat Recht!

  • Philippo1000

    Es ist ganz gut, dass zum Thema „die Linke in Berlin“ diverse Journalist*Innen, auch in der taz, ihren Kommentar abgeben .



    Kritische Stimmen kommen nämlich nicht nur von Außerhalb, sondern auch von linken Bürger*Innen, die vielleicht eine andere Partei wählen.



    Somit also ein vorsichtiger Kritikversuch, damit der nicht gleich an der Zensur scheitert.



    Die Kritik von der SPD zur Berliner Linken bezieht sich auf antisemitische Tendenzen.



    Dass die vorhanden sind, streitet ja, glücklicherweise, noch nicht einmal der vorliegende Artikel ab.



    Die Parallele „Mandami“ ist insofern irreführend, als dass der NY Wahlkampf tatsächlich ein Personen Wahlkampf war.



    Der Wahlkampf in Berlin war geprägt von Kandidat*Innen, die unbekannt, oder noch unbekannter waren.



    Elif Eralp gewinnt in dem Fall mit der „die Linke“ ganz im Gegensatz zum erfolgreichen Wahlkampf in MV, wo die SPD mit, sprich aufgrund, der Person Manuela Schwesig einen erfolgreichen Wahlkampf führte.



    Bei der Nachwahlbefragung gaben nur 15% an, die „die Linke“ aufgrund der Person Elif Eralp gewählt zu haben.



    Es ist daher fragwürdig, diese Fakten im Nachhinein zu ignorieren.

  • Jörg Lodemann

    Ich lese hier von 7 bereits existierenden landeseignen WBGs, in anderen Artikeln von sechs. Warum so viele? Was haben die in den letzten 10 Jahren gebaut? Was planen sie aktuell zu bauen? Wie hoch ist die Durchschnittskaltmiete im Bestand? Wie hat die sich in den letzten 10 Jahren verändert? Wie zufrieden sind die Mieter dieser WBGs? Um mal für einen Vergleich mit Vonovia mehr Fakten zu haben.

    • Machiavelli

      @Jörg Lodemann:

      Fakten würden die Debatte beenden.

  • Uwe Kulick

    Mit was will Berlin verstaatlichen? Vielleicht hat es die richtigen PolitikerInnen, aaaaber: In der Kasse liegen vielleicht gerade noch ein paar Wowereitgedenkmünzen mit der Aufschrift "Sparen dass es quietscht".

    Verstaatlichen ohne Entschädigung der Eigentümer geht halt nicht. Vielleicht kann man Übergewinne der Eigner aus überhöhten Mieten abziehen aus der Entschädigungsberechnung.

    Zitat KI: "In der Bundesrepublik Deutschland ist eine Verstaatlichung oder Enteignung grundsätzlich nur gegen eine Entschädigung zulässig. Das Grundgesetz schließt eine entschädigungslose Enteignung (wie sie etwa in der DDR stattfand) strikt aus."

    Und Mietendeckelung?

    Zitat KI: "Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 entschieden, dass das Mietpreisrecht in die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz des Bundes fällt."

    Bleibt nur Bauen, Bauen, Bauen. Die Berliner Landesbauanstalt möge mietspiegelsenkende Wohnungen bauen. Soviel man halt für Wowereitgedenkmünzen gebaut kriegt. Für ein Landessondervermögen zum Wohnungsbau ist eine stabile rotrotggrüne Koalition notwendig.

    SPD und Grüne sind verdammt, so ner Koalition beizutreten. Bausondervermögen=Wählerwillen aller Linke-, SPD- und Grüne-WählerInnen.

  • Il_Leopardo

    Verkauf des Tafelsilbers in den Neunzigern und Nuller-Jahren:



    Im geeinten Berlin war die Kasse knapp, deswegen entschied sich die Senatsbauverwaltung in den Neunziger- und Nullerjahren für den Verkauf ehemaliger Sozialwohnungen und landeseigener Wohnungsbestände. "Die meisten sind nun in der Hand der Big Five", sagt Wohnraum-Experte Bernt. Gemeint sind größere, private Immobilienkonzerne. "Bei ihnen ist es ziemlich klar: Sie investieren möglichst wenig und ziehen die Mieten möglichst schnell hoch. Also man wohnt da teuer und schlecht."



    www.rbb24.de/wirts...mietwohnungen.html

  • Stavros

    Es war klar, dass es eine solche Kampagne gegen RGR wegen der Antisemitismusvorfälle in der Partei geben würde. Sie begann ja bereits in der Endphase des Wahlkampfs.

    Sozialisten sollten sich darüber klar sein, dass ihr Ziel die Verbesserung der Lebensumstände aller Menschen ist, gleich welcher Herkunft. Damit ist jedes „Anti-irgendwas“ ausgeschlossen – und 2026 sollten das alle Linken verstanden haben. Hass führt zu nichts.

    Das heißt nicht, dass man Israel nicht kritisieren oder das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung benennen darf. Es heißt lediglich, dass man Kritik an israelischer Politik nicht mit Zuschreibungen gegenüber Juden vermischt.

    Was die hohen Mieten anbelangt: Hier ist die Linke glaubwürdig. RRG führte den Berliner Mietendeckel ein, der wegen fehlender Gesetzgebungskompetenz des Landes gekippt wurde.

    Es ist nötig und möglich, wirklich etwas gegen zu hohe Mieten zu tun. Obwohl Berlin seine Wohnungen früher verkauft hat, muss auch Vergesellschaftung zum Repertoire gehören.

    Dagegen stehen Interessen. Deshalb muss die Linke mit Gegenkampagnen professionell umgehen – und berechtigte Kritik ernst nehmen.

    • maria2

      @Stavros:

      Zudem gab es einen Volksentscheid dazu. Dem muss Rechnung getragen werden, ansonsten wird jede partei unglaubwürdig.

      • Stavros

        @maria2:

        Stimmt! Das kommt noch hinzu.

        Leider werden ja in Berlin ziemlich viele Volksentscheide verwässert, ignoriert oder verschleppt. Man denke nur an Tegel und Tempelhof.