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28.09.2026 , 11:15 Uhr
Ich kann's echt nicht mehr hören. "Antizionismus ist nicht gleich Antisemitismus" - oder "Ich habe nichts gegen Juden, nur gegen Zionisten" Da Zionisten zu einem hohen Prozentsatz Juden sind, hat man dann zumindest schon was gegen zionistische Juden. Das ist auch geschichtsvergessen, weil der Begriff "Zionist" (statt Jude) in der Sowjetunion gecoint wurde, wo man bekanntlich das Machwerk "Die Protokolle der Weisen von Zion" schuf, um Juden zu diskreditieren und eine Verschwörungstheorie zu untermauern. Zionist spricht sich eben leichter als Jude. Antisemitismus ist in allen Gesellschaften dermaßen verbreitet, auf allen politischen Ebenen, in allen Schichten, sodass man nicht davon ausgehen sollte, selbst frei davon zu sein.
zum Beitrag28.09.2026 , 11:05 Uhr
Ja, es wird umso trauriger, wenn man sich den Fünf-Punkte-Plan von Elif Eralp ansieht, in dem es eigentlich ständig um "Sichtbarkeit jüdischen Lebens geht", die man fördern will. Es ist doch so, dass Juden und Jüdinnen, egal welcher politischen Ausrichtung, egal aus welchem Land, explizit auch Juden und Jüdinnen aus Israel, ohne Angst haben zu müssen durch ganz Berlin gehen können, auch mit Kippa, Davidstern oder Hebräisch sprechend. Das hätte ich erwartet, dass das erstmal anerkannt werden muss. Dann aber auch, dass Israels Existenzrecht anerkannt wird und mehr Reflexion in der Linken stattfindet, warum "Israel-Kritik" oder "Anti-Zionismus" oder auch Sprüche wie "Ich habe nichts gegen Juden, nur gegen Zionisten" problematisch sind. Ich würde von Elif Eralp und anderen Linken-Vertretern erwarten, dass sie das mal ganz offen ansprechen. Denn das sind die Probleme in ihrer Blase. Genauso wie ich von der CDU erwarte, dass sie Heidenau thematisieren, aber auch Merzens Spruch über Antisemitismus als perfideste Form der Ausländerfeindlichkeit. Letzteres ist nicht nur Othering, sondern auch ein antisemitisches Stereotyp.
zum Beitrag28.09.2026 , 10:53 Uhr
Solche Diskussionen gab es auch alle, bevor die Linke damals als PDS in die Berliner Regierung kam. Insofern finde ich es auch ein bisschen wehleidig, die "Kampagne" zu beklagen. Die war erwartbar. Die Frage ist doch, wieviel Angriffsfläche man ihr bietet. Statt sich dem innerparteilichen Antisemitismus-Problem zu widmen, kommt Abwehr, Whataboutism oder Klage. In den 90ern ging es bei der Linken oft um das Thema Stasi und die Anerkennung des Unrechts in der DDR. Auch da fiel es ihr schwer und es wurde versäumt, sich innerparteilich rechtzeitig damit auseinanderzusetzen. Daraus hätte man für heute lernen können. Auch dass es besser ist, weise zu agieren und z. B. statt Maximalforderungen, die sich gut anhören, einfach pragmatisch gute Politik zu machen. Für mich gehört dazu, dass es damals dumm war, sich zu einer Privatisierung treiben zu lassen, genau wie es jetzt dumm sein könnte, sich aufgrund eines Volksentscheides (der noch nicht mal ein Gesetz war) sich zu einer Vergesellschaftung von Wohnungen treiben zu lassen.
zum Beitrag27.09.2026 , 14:57 Uhr
Wenn ich mich recht entsinne, dann hat Söder seinen Flugblatt Aiwanger damals nicht rausgeschmissen.
Das Gerede von dem Länderfinanzausgleich betreibt er außerdem sowieso schon seit Jahren, egal, welche Regierung in anderen Bundesländern, an der Regierung ist.
Man dachte ja auch, er wird mit dem grünen Bürgermeister riesige Probleme haben, aber das hat Söder auch hingekriegt. So oft, wie der seine Positionen wechselt…
zum Beitrag26.09.2026 , 14:09 Uhr
soll das jetzt ein Scherz sein?
zum Beitrag26.09.2026 , 14:07 Uhr
kein weiter so aber falsche Versprechungen bringen eben auch nichts
zum Beitrag25.09.2026 , 15:25 Uhr
Der zitierte Satz ignoriert, dass nicht alle Eltern gleichermaßen über Ressourcen wie Zeit, Geld und Wissen verfügen, um sie in Bildung zu investieren.
Die Autorin ignoriert auch, dass in einer Gesellschaft, deren Bildungssystem bekanntlich Kinder aus gebildeten Elternhäusern bevorzugt voranbringt, auch andere Faktoren als "Weißsein" Privilegien verschaffen.
Außerdem unterstellt der Satz, dass bei Wegfall des Privilegs "Weißsein" die Gesellschaft eine Meritokratie wäre, in der lediglich Bildung (und vielleicht noch Leistung) zählen, was bei auch im globalen Süden mitnichten der Fall ist.
zum Beitrag25.09.2026 , 13:19 Uhr
Sehen Sie, an dem Punkt stimme ich Ihnen zu. Es gab die Stimmen bei Grünen und Teilen der Linken und SPD, die gegen Privatisierung waren. Allein Sarrazin wäre übrigens ein Grund gewesen, die Koalition unter Protest zu verlassen, weil Wowereit ihn nicht entlassen wollte.
zum Beitrag25.09.2026 , 11:21 Uhr
Wenn dieser Volksentscheid wiederholt wird, dann wird als Nächstes der Volksentscheid über das Tempelhofer Feld wiederholt. Beide Entscheide würden diesmal vermutlich anders ausfallen. Beim Tempelhofer Feld wird den Leuten weißgemacht, man könne dort billig bauen. Bei der Vergesellschaftung wird ignoriert, dass sich - unabhängig von der ökonomischen Fragwürdigkeit - jahrelange juristische Auseinandersetzungen ergeben werden, die eher lähmend wirken dürfen. Fragwürdig ist auch, ob es Sinn macht, Volksentscheide so oft zu wiederholen, bis das Ergebnis der eigenen Agenda passt.
zum Beitrag25.09.2026 , 10:58 Uhr
Ja, es spricht vieles dafür, dass Remmo und sein Sohn durch solche Aktionen geschickt Politiker vor sich hertreiben. Allerdings kann man jetzt nicht sagen, dass der CDU-Mann nicht auch pressemäßig sein Fett weg bekam.
Bei Ferat Kocak sind neben dem Foto auch Nachrichten aufgetaucht. Ob er da auch naiv war, ist ebenso unklar, wie die Frage, ob er immer die Väter derjenigen grüßen lässt.
Kocak hat sich halt schon lange dafür eingesetzt, dass man politisch und polizeilich nicht mehr von "Clan-Kriminalität" sprechen möge. Das ist seine Agenda und deshalb wiegt der SMS- Kontakt zum Remmo-Sohn dann schon schwer.
Vor allem, weil die Linke die Polizei zumindest partiell defunden will und den Verfassungsschutz abschaffen möchte. (Letzteres erscheint mir im Hinblick auf die verfassungsrechtliche Prüfung der AfD auch schwierig; wie will man das vermitteln?)
Zusätzlich hat Ferat Kocak sich mit einem Typen von der PFLP fotografieren lassen, und das, wo das Thema Antisemitismus von links in der Linken ohnehin lieber geleugnet als aufgearbeitet wird.
Man fragt sich natürlich, wieviele Leichen im Keller da noch warten.
zum Beitrag25.09.2026 , 10:42 Uhr
Sie haben aber ausgelassen, dass Ferat Kocak auch Nachrichten mit Firas Remmo ausgetauscht hat, in denen er ihn u.a. gebeten hat, ein Video von einer Rede, in der er den Begriff "Clan-Kriminalität" als diskriminierend framte, zu verbreiten. Die Grüße an Papa Remmo inklusive. Das brächte jeden Politiker in gewaltige Erklärungsnot und die Linke würde ganz bestimmte den Rücktritt eines CDU-Politikers fordern, wäre so etwas publik geworden.
zum Beitrag25.09.2026 , 10:17 Uhr
ich würde schon gerne den Klassismus erwähnen, der in diesem Text steckt. Oder wie soll man diesen Satz sonst verstehen: „Und wer davon träumt, täte besser daran, seine oder ihre Energie in die Bildung der eigenen Kinder zu stecken, um sie fit zu machen für eine Welt, in der es keineswegs mehr à priori von Vorteil ist, weiß zu sein.“
zum Beitrag25.09.2026 , 10:14 Uhr
Danke für Ihre Ferndiagnose, die ich allerdings etwas anmaßend finde. Wäre ich demokratiemüde, würde ich mir nicht die Mühe machen, an Diskussionen in der taz teilzunehmen. Ich spreche den Unterzeichnenden auch nicht ihre Relevanz ab, es handelt sich aber eben nur um die üblichen Unterzeichner solcher offenen Briefe, die ein verschwindend kleiner Teil der jüdischen Community sind. Frau Feldman ist zuletzt dadurch aufgefallen, andere Meinungen übelst zu diffamieren. Inhaltlich finde ich es an den offenen Brief gewagt, in der Linken die Heilsbringerin für den Mietenmarkt zu sehen ( hat sich in der Vergangenheit schon nicht bewährt) und dafür über antisemitische Tendenzen hinwegzusehen.
zum Beitrag25.09.2026 , 10:05 Uhr
Ja, danke, nur hätte Linke/ PDS ja mehr Rückgrat beweisen können. Damals war Privatisierung en vogue, jetzt wird Vergesellschaftung als hottest shit gepriesen.
zum Beitrag25.09.2026 , 10:03 Uhr
Mir ging es nur darum, dass Die Linke damals offenbar nicht genug Rückgrat hatte, gegen die Privatisierung zu sein, und nun eben diese Privatisierung rückgängig machen will, was zu hohen Schulden und keinen neuen Wohnungen führt. ( Mal davon abgesehen, dass es zu juristischen auseinandersetzungen kommen wird, die sich endlos dahinziehen werden).
zum Beitrag24.09.2026 , 13:32 Uhr
genau. Damals wurde die Privatisierung alsAllheilmittel gepriesen, jetzt die Enteignung/Vergesellschaftung.
zum Beitrag24.09.2026 , 13:30 Uhr
Genau. und damals war die Linke als PDS mit in der Regierung. Sie hätte alles dafür tun können, diese Privatisierung zu verhindern.. Nun sollen diese Wohnungen zurückgekauft werden. Durchgerechnet ist es nicht richtig bislang. Neuen Wohnraum schafft das auch nicht, dafür enorme Schulden. Das ist doch ein Irrsinn.
zum Beitrag24.09.2026 , 11:53 Uhr
Offene Briefe nötigen mir inzwischen auch nur noch ein Augenrollen ab. Positiv gesehen spiegelt der Brief die Vielfalt jüdischer und israelischer Stimmen wider. Einige davon haben sich allerdings in den letzten Jahren durch besonders merkwürdige Standpunkte hervorgetan, darunter Deborah Feldman, die ihren Kritikern ihre Jüdischkeit absprach. www.juedische-allg...kreditiert-werden/
So ganz erschließt sich mir auch der Nutzen des Briefes nicht, denn so löblich es sein mag, dass die Linke das Thema Miete in den Vordergrund stellte, aber eine Allheilsbringerin, als die sie hier dargestellt wird, ist sie sicher nicht. SPD und Grünen müssen sich eben überlegen, ob sie in dieser Koalition wirklich die undankbare Aufpasser*innen-Rolle übernehmen wollen. Parteitaktisch wäre das unklug. Der taz gilt meine Bitte, doch auch mal darüber schreiben, wie die Linke als PDS die Privatisierung von städtischen Wohnungsbaugesellschaften unter Sarrazin und Wowereit mittrug. Mir kommt das in all den Debatten immer ein bisschen zu kurz. Die Jüngeren wissen das zum Teil ja gar nicht mehr.
zum Beitrag24.09.2026 , 10:15 Uhr
und ihr fünf Punkte Plan ist nicht mal besonders ausgereift und lässt auch viele Aspekte aus.
dielinke.berlin/ak...ein-5-punkte-plan/
zum Beitrag24.09.2026 , 10:13 Uhr
Lesen Sie es vielleicht nochmal nach, was am Antizionismus auch antisemitisch ist. Nicht immer, aber oft.
www.bpb.de/themen/...741/antizionismus/
zum Beitrag24.09.2026 , 10:09 Uhr
ich habe mir Elif Eralps fünf Punkte Plan gegen Antisemitismus vom Mai angeguckt und sehe da eigentlich nicht viel, was mich beruhigen würde. Es ist kein einziges Mal darauf eingegangen worden, dass sich auch Israelis und Israel in Berlin sicher fühlen müssen. (In Israel leben zu 80 % Juden; oder gilt der Schutz von jüdischem Leben nur für Juden, die der eigenen dichotomen Weltsicht genehm sind?) Auf Die Betonung, dass der Berlin Monitor angeblich Linke von Antisemitismus frei spricht, halte ich für wenig reflektiert. Ebenso dilettantisch ist der Umgang mit Ferat Kocak. Falls das alles eine Kampagne gegen die Linke sein soll, dann hat es die Linke den konkurrierenden Parteien wirklich äußerst leicht gemacht.
zum Beitrag24.09.2026 , 09:36 Uhr
Zu einer linken Brandmauer gegen Antisemitismus würde es ja auch gehören, Betroffenen zuzuhören, also das Gespräch zb mit dem Zentralrat der Juden zum Beispiel zu suchen und die Ängste von Juden und Jüdinnen ernstzunehmen. Es würde auch damit beginnen, nicht alles einfach als Kampagne ab zu tun. Das würde aber wiederum all diejenigen in der Partei vergrämen, die bestreiten, überhaupt antisemitisch sein zu können, weil eben links und antikolonial und immer im Recht, also ohne jegliche Selbstreflexion. Insofern bin ich eher pessimistisch, denn dazu kommt, dass auch der Umgang mit Firat Kocak ziemlich schwach wirkt. Ich meine, der hielt eine Rede gegen den Begriff Clankriminalität und pflegt dann Kontakte genau zu dem Sohn des Clan- Oberhaupts. Diesen Irrsinn hätte ich mir vorher wirklich nicht vorstellen können. Ich hab die Linke nicht gewählt, aber für ein paar Stunden dachte ich, es könnte ganz interessant sein, eine linke Regierung in Berlin zu haben. Das Geefühl ist mir dann sehr schnell vergangen.
zum Beitrag23.09.2026 , 10:57 Uhr
Es gibt in Berlin eine Orthopädiepraxis, bei der es auf demselben Stockwerk und unter demselben Namen links die Privatpraxis gibt (leise Musik, eine wellnessartige Lounge, und erkennbar wenig Patienten, die dort stehen - mehr weiß ich nicht, da ich nicht privat versichert bin) und rechts ist die Variante für gesetzlich Versicherte (keine Musik, an der Rezeption eine Schlange, Wartezimmer war voll, hektisch liefen Ärzte herum, die zehn Minuten pro Patient haben). Immerhin der ausgefallen Aufzug betraf alle Patienten gleichermaßen.
zum Beitrag23.09.2026 , 10:49 Uhr
Wenn man schon etwas länger in Berlin lebt, kann man sich erinnern, dass die Privatisierung unter Wowereit und Sarrazin in einer rot-roten Koalition passierte. Als viele Mieterorganisationen schon warnten, dass Wohnraum bald knapp würde, glaubte Wowereit immer noch nicht dran. Mit Privatisierungen u.a. der GSW wurden Schulden beglichen, die von der CDU/SPD Koalition und Spekulationsgeschäften verursacht waren. Mit der Vorläuferpartei der Linken, der PDS, war die Privatisierung machbar. Die Grünen waren damals löblicherweise dagegen. Es erscheint mir ein Irrsinn, die privatisierten Wohnungsbestände nun wieder zu verstaatlichen, und dafür Schulden zu machen, die zu einer Finanzschieflage führen. Noch dazu bringt es tatsächlich keine neuen Wohnungen. Wer die Mieten städtischer Neubauten kennt, weiß, dass bei denen die Mieten zum Teil inzwischen auch horrend sind. Um die Mieten zu senken und neue Wohnungen zu schaffen, muss es andere Hebel geben, die den Mietwucher regulieren und innovative Bau- und Wohnkonzepte fördern. Insofern hoffe ich, dass die Grünen sich nicht in diesen Irrsinn reinziehen lassen. Die SPD war diesmal ohnehin gegen eine Verstaatlichung.
zum Beitrag23.09.2026 , 10:19 Uhr
Inwiefern? Es hält niemand Palästinenser davon ab, Terrorverherrlichung zu unterlassen, das Existenzrecht Israels grundsätzlich anzuerkennen, aber auch friedlich gegen den Krieg in Gaza und die Besatzung in den Westbanks zu demonstrieren. Der palästinensischen Sache wäre mit Politikern geholfen, die sich für Versöhnung einsetzen, statt sich mit Terrorverherrlichern und Kriminellen zu zeigen.
zum Beitrag23.09.2026 , 10:12 Uhr
Ob der Antisemitismusvorwurf wirklich so oft instrumentalisiert wird wage ich zu bezweifeln. Ich sehe eher die mangelnde Bereitschaft auf linker Seite betroffenen Juden zuzuhören und auch mal den eigenen Standpunkt zu überdenken. Mich gruselt der Bekenntniszwang, von Genozid in Gaza sprechen zu müssen, statt zu überlegen, warum es einem gerade in Bezug auf Israel so wichtig ist, all diese Begriffe verwenden zu müssen, die mit einer extremen Dämonisierung von Israel einhergehen. Warum hat man dies in anderen, nicht minder brutalen Konflikten nicht? Da würde ich mir in der Linken mehr Selbstreflexion über den eigenen verinnerlichten Antisemitismus wünschen.
zum Beitrag23.09.2026 , 10:00 Uhr
Antisemitismus ist tatsächlich anders als andere Formen der Diskriminierung, weil man - gerade von linker Seite - häufig den Betroffenen nicht glaubt. Juden werden von linken Aktivisten oft nicht mal als diskriminierte Minderheit wahrgenommen, sondern als "mächtig" und "weiß" und daher als nicht diskriminierbar imaginiert. Man spaltet sie auf in die "guten" Juden (die Anti-Zionisten) und die "schlechten" Juden (Zionisten) - ohne sich damit zu befassen, wie "Zionist" durch Stalin und die Sowjetunion zum Kampfbegriff und Synonym für Jude geworden ist. (taz.de/Die-Sowjetu...onismus/!1305601/) Antisemitismus ist immer mit irgendeiner Art Verschwörungsglauben verbunden. Das zeigen Sie selbst sehr "schön" in Ihrem Kommentar. Aha, die israelische Behörden beschwören also den Antisemitismus herauf, um ihre Ziele verfolgen. Alles klar. Das ist auch nur eine Variante der Formel "die Juden sind selbst schuld am Antisemitismus". Es hat meines Wissens nach niemand Ferat Kocak gezwungen, sich mit der PFLP und dem Remmo Clan zu verbinden. Damit tut er der palästinensischen Sache wirklich keinen Gefallen. Er hätte es einfach lassen können.
zum Beitrag21.09.2026 , 17:13 Uhr
Es war in Berlin einfach nicht einfach. Ich meine, wer hätte damals gedacht, dass selbst Kai Wegner, der wie der typische Berliner CDU-Spießer aus Spandau wirkte, erst eine Affäre mit einer Mitarbeiterin anfängt und dann zuviel Tennis spielt, und eben vermutlich so kaum Zeit hatte, sich um Probleme zu kümmern. Und dann, als er endlich abtritt, stellen sie einen auch wieder sehr spießig wirkenden Stefan auf, und zum Thema Mieten fiel ihnen nur ein, dass sie das Tempelhofer Feld bebauen wollen. Weiß jeder, dass davon die Wohnungen nicht billiger werden. Die SPD hatte ebenfalls Pech mit ihrem Steffen, und man wusste nicht, was man kriegt, wenn man sie wählt. Die Grünen kommen in Berlin nie auf die Idee mal jemand Charismatisches als Spitzenkandidaten aufzustellen, gerne mal Frau und mit Migrationsgeschichte, und pragmatisch und für mehr als die eigene Blase interessant. Daher schade, dass keine der anderen eine wie Elif Eralp hatte. Ich freue mich jetzt nicht so richtig drauf, dass die Linke wieder ins Regieren kommt (Rot-rot hat uns die Privatisierung der Wohnungen eingebrockt), aber schwarz-rot hatte man eben auch über.
zum Beitrag09.09.2026 , 15:43 Uhr
wäre es nicht klüger gewesen, die Grünen hätten eher gefordert, dass das BSW mal offenlegt wen sie sich da überhaupt als Ministerpräsidenten vorstellen? Und das BSW erklärt, wie das überhaupt funktionieren soll? Einen solches Angebot für ein Gespräch über ein BSW Hirngespinst anzubieten, ist politisch sehr unklug. Wie leider vieles, was die Grünen tun.
zum Beitrag09.09.2026 , 15:39 Uhr
aus meiner Sicht erklärt das Zitat eher warum Menschen, die eigentlich von sich behaupten, keine Nazis zu sein und auch keine Nazis unterstützen zu wollen, trotzdem eine Partei wählen bei der doch sehr klar erkennbar ist, dass sehr viele Nazis in leitenden Funktionen sind. Es ist für sie egal, ob Alice Weidel lügt oder Ulrich Siegmund auf nichts eine vernünftige Antwort gibt und Vetternwirtschaft betreibt. deshalb kann man sie rational auch nicht mit Argumenten überzeugen.
zum Beitrag09.09.2026 , 15:28 Uhr
Ich habe mir gerade seinen Content angeguckt. Ich fand es nicht wirklich lustig, sondern eher sehr langatmig. Die Beiträge bedienen auch nur die eigene Blase und das bringt ja eigentlich kaum was.
zum Beitrag07.09.2026 , 11:33 Uhr
Also ich würde erst mal sagen, was für eine Leistung! 1) Vom Traum-Kanzler der CDU zum Alptraum-Kanzler. Und das noch schneller als bei Olaf Scholz, der nun sympathisch wirkt, und Merkel weiß man sowieso wieder zu schätzen. 2) Das schöne Wort Nutznießer (oder sagte Merz sogar gegendert Nutznießerin - ich weiß es nicht mehr?) auch den jüngeren Menschen nahezubringen. Prädikat: Pädagogisch wertvoll. 3) Eine Kinderärztin (ich wiederhole: eine Kinderärztin!!) im Interview anzugreifen statt sie mit Charme zu umschwirren. Der Mann traut sich was! Mutig, mutig so ohne guten Kommunikationsberater in die Medien zu gehen, oder sich an dessen Rat nicht zu halten. 4) Nett, dass er der Kinderärztin ihre buzz words für social media geliefert hat. Sie hat nun für ihren stressigen Ärztealltag den nötigen Ausgleich, sich im Internet und auf Demos zu betätigen und als Heldin feiern zu lassen. Das tut gut. In diesem Fall also sogar Work Life Balance einer Kinderärztin verbessert. 5) Vielleicht hat Merz sich damals auch versprochen, liebe CDU. Er wollte die AfD gar nicht halbieren. Vielleicht hatte man sich verhört. Oder doch nicht, und es ist halt so, er weiß einfach nicht, was er tut.
zum Beitrag07.09.2026 , 11:11 Uhr
Anhand der Wählerwanderungen waren die Nicht-Wähler die größte Gruppe, die zur AfD kamen. Das zeigt , dass es eine große Gruppe in der Bevölkerung gibt, die für eine rechtsextreme Partei mobilisierbar ist. Untersuchungen wie die Mitte-Studie, die ein gefestigtes rechtsextremes Weltbild in der Bevölkerung rückläufig sahen (statt 8% wie in 2022 "nur" noch bei 3,3 % in 2024 diagnostizierten), sind eben nur bedingt aussagekräftig. Es stimmt wohl eher Hannah Arendts Einschätzung: "Der ideale Untertan totalitärer Herrschaft ist nicht der überzeugte Nazi oder engagierte Kommunist, sondern Menschen, für die der Unterschied zwischen Fakten und Fiktion, wahr und falsch, nicht länger existiert."
(Quellen: www.fes.de/mitte-studie www.deutschlandfun...enbilanz-100.html)
zum Beitrag07.09.2026 , 10:47 Uhr
Die Analyse teile ich, insbesondere das Gefühl, einige Politiker, besonders in der CDU, schütteln zu wollen. In der CDU haben sie irgendwie noch nicht realisiert, dass sie inzwischen nur eine Partei unter vielen sind, und nicht die Staatspartei. Dazu kommt, dass Merz einfach wahnsinnig unbeliebt ist. Der Mann hat es wirklich in kürzester Zeit geschafft hat, es sich mit allen Bevölkerungsgruppen zu verscherzen. Nicht mal in der CDU kommt er gut an. Das wäre ein Zeichen, ähnlich wie in UK Keir Starmer, Merz auszuwechseln, durch jemanden, der einfach einen breiteren Kreis erreicht. Das haben Merz & Co nämlich nie kapiert, dass sie die Hand Richtung Mitte und Progressive ausstrecken müssen, um für mehr Leute wählbar zu sein. Stattdessen haben sie sich munter am Grünen-Bashing beteiligt und setzen die Linke mit der AfD gleich. (Obwohl sie in Thüringen und Sachsen mit ihrer Hilfe regieren und sich auch im Bund schon Hilfe von der Linken holen mussten). Das wirkte einfach völlig dissonant und unehrlich.
zum Beitrag19.08.2026 , 09:47 Uhr
Der Kommentar wirkt ehrlich gesagt auch nur wie eine Wiederholung dessen, was in social media und in diversen Kommentaren zur Verteidigung Ardays angeführt wird. Alles purer Rassismus und er hat nicht plagiiert, und falls doch, tun das doch Weiẞe auch. und regt sich bei denen jemand auf? Diese Argumentation dreht sich im Kreis und überzeugt mich nicht. Bei den zwei erwähnten Fällen wurde offenbar schon ausgiebig berichtet, sonst wüsste man ja nichts davon. Bei Reilly war das Presseecho schon auch gewaltig, und bei Nicola Morrisson handelte es sich um ein Paper, bei dem (sie versehentlich oder nicht) den Beitrag eines Studenten nicht erwähnte. sie hat sich entschuldigt und der Student wurde namentlich dann noch als Autor aufgenommen. bei beiden ging es übrigens nicht um ihre Dissertation, die ja sozusagen Basis ist, um überhaupt was werden zu können in academia. Das erklärt vielleicht auch, warum sie ihre Stelle behielten. bei Arday kommen noch andere schwer wiegende Vorwürfe dazu, die der Guardian recherchierte, was nun mal die Aufgabe von Journalisten ist.
zum Beitrag28.07.2026 , 11:24 Uhr
Schon im ersten Absatz dieses Gastkommentars ist die Einteilung der Welt in gut/böse, weiß/poc, meine Meinung/alle anderen Meinungen zu spüren, die ich etwas arg vereinfachend und selbstgerecht bezeichnen möchte. Mir fallen übrigens auf Anhieb viele PoC ein, die der Autorin widersprechen, und "weiße Deutsche", die ihr absolut zustimmen würden So liegt der Verdacht nahe, dass die Autorin in ihrer Blase lebt und alles ausblendet, was den eigenen Standpunkt - zumindest ein bisschen - in Frage stellen könnte. Das, was sie den anderen Linken vorwirft, nämlich, dass die sich für gut halten, aber es offenbar ihrer Meinung nach nicht sind, trifft damit genauso auf sie selbst zu. Mitgefühl eben auch nur für die eigene Agenda. Außerdem habe ich den Verdacht, dass die Autorin in der sich in der akademischen und publizistischen Welt aussuchen kann, wohin es sie verschlägt. (die Stelle an einer sehr renommierten Uni in USA wird in der Autorenbeschreibung ja erwähnt). Mir scheint daher, das ist ein Nachtreten aus einer privilegierten Situation heraus.
zum Beitrag24.07.2026 , 14:08 Uhr
Die Doppelmoral, dass Leihmutterschaft hier in D verboten ist, aber im Ausland durch Leihmutterschaft entstandene Kinder, wenn sie genetisch verwandt sind, anerkannt werden, könnte man ja ändern. Ist nicht ganz einfach, weil man das Kindeswohl bedenken muss, aber zumindest könnte man die Eltern, meist den genetischen Vater, rechtlich in irgendeiner Form belangen. So dass jemand wie Spahn sich nicht einfach herausreden kann, es sei ja im Prinzip alles legal.
Die altruistische Leihmutterschaft in D wiederum zu erlauben, wäre überlegenswert, aber auch hier gibt es wirklich verschiedene Aspekte, z.b. inwieweit Druck ausgeübt wird (bei Verwandtschaft) oder finanzielle Motive doch eine Rolle spielen. (Man könnte jedoch Regeln aufstellen und z. B. eine Ethikkommission ähnlich wie bei einer Organspende unter Verwandten oder Freunden).
zum Beitrag08.02.2026 , 13:56 Uhr
Es liest sich wie Realsatire.
zum Beitrag02.01.2026 , 12:25 Uhr
Ich finde diesen beweihräuchernden Optimismus fast schon peinlich. Schließlich ist Mamdani vor allem deshalb gewählt worden, weil die anderen Kandidaten furchtbar schwach waren. seine Mehrheit war nun auch nicht so überwältigend. Dazu kommen Versprechungen, die er gemacht hat, die er aber nicht einhalten können wird. Er rudert ja bereits jetzt schon zurück. D.h., er wird diejenigen, die ihn aus idealistischen Gründen gewählt haben, eher enttäuschen. Die Reichen, deren macht er einschränken wollte, muss er dagegen auf seine Seite ziehen, sonst geht die Stadt pleite. Ein bisschen mehr Realismus statt Populismus hätte mich mehr für ihn eingenommen. Am schwierigsten finde ich seine unsichere Haltung in Sachen Antisemitismus..
zum Beitrag02.01.2026 , 12:15 Uhr
Der Artikel liest sich ein bisschen so, als ob der Autor den Lesern der taz nicht zutrauen würde, sich ein eigenes Bild von Opus Dei zu machen. Die meisten werden jedoch sowieso schon wissen, wessen Geistes Kind Opus ist. Und auf die Verbindung zur AfD dürfte doch klar sein. Es wäre viel interessanter gewesen, mehr darüber zu erfahren, was als „linke Botschaft“ verkauft werden soll und warum nun ausgerechnet an die taz. Das wird leider nur im letzten Absatz ganz kurz angesprochen und wäre doch eine interessante Diskussionsgrundlage gewesen.
zum Beitrag20.12.2025 , 11:10 Uhr
ich verstehe Chris McZott so, dass man beim Unterricht zum Thema Kolonialgeschichte zb auch das osmanische Reich, den russischen Imperialismus und den afrikanischen und arabischen Sklavenhandel nicht aussparen sollte. Nicht als Entschuldigung des europäischen, amerikanischen oder deutschen Kolonialismus, sondern um dialektisches Denken bei den Schülern zu fördern.
zum Beitrag20.12.2025 , 10:55 Uhr
Naja sie hat nun vor allem ein Geschäftsmodell daraus gemacht. Nicht nur sie, aber aber Frau Waibel hat nun auch per taz potenzielle Auftraggeber für ihre Workshops erreicht. Gucken Sie auf Instagram da gibt’s das Sticker-Set inklusive Jutetasche mit Aufschrift „Rassismus ist haram“ oder Belehrung über alle ismen wie zb Adultismus . Der ist echt weit verbreitet, aber bislang immer noch furchtbar unterschätzt. :)
zum Beitrag19.12.2025 , 10:52 Uhr
Nun ja, immerhin scheint die BBC nicht einzuknicken. ich habe die Übersicht verloren, welche Sender und Newspaper Trump inzwischen verklagt hat. Eigentlich haben sie kaum Chancen auf Erfolg und sind rein strategisch, um sich eine hübsche Summe zu sichern und auch um Furcht zu verbreiten, aber wie zb die Klage von Melania Trump gegen den Autor Michael Wolff ist jetzt eher nach hinten losgegangen. In NY sind solche strategischen Klagen nämlich untersagt. Er verklagt sie deswegen und wenn sie Pech hat, muss sie nun zu Jeffrey Epstein aussagen.
zum Beitrag17.12.2025 , 22:43 Uhr
Wenn man sich Frau Waibels Insta anschaut, findet man tatsächlich viel Belehrung, Diffamierung anderer Lehrer und Hinweis auf ihren Sticker-Shop. Antisemitismus thematisiert sie in keinem ihrer Reels.
zum Beitrag17.12.2025 , 14:25 Uhr
Interessant, wie Sie das wahrnehmen. Ich denke, ab einer gewissen Klassenstufe kann man die Politik doch gar nicht außen vor lassen. In einer Demokratie ist es wichtig, dass die Schüler lernen, sich eine Meinung zu bilden und diese auch zu diskutieren. Ich bin im Süden zur Schule gegangen, und es gab auch damals gewisse Probleme, wenn die Kritik an der Regierung zum Beispiel nicht genehm war. Also der berühmte Fall, dass eine Schülerin mal von der Schule verwiesen wurde, weil sie einen „Stoppt Strauß“ Button trug. ) Aber sie wurde dann an einer anderen Schule aufgenommen.) oder wenn politische Artikel in der Schülerzeitung der Schulleitung nicht passten, dann durfte diese zum Beispiel auch nicht in der Schule verkauft werden, sondern vor der Schule. (Das hat das Interesse dann aber eher gefördert.). Den Unterschied zu heute sehe ich darin, dass mehr Themen durch die Schüler untereinander ausgehandelt wurde, wenn es um Politik ging. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass eine Schülerin mal angeblich „rein aus Spaß“ den Hitlergruß zeigte und behauptete, das müsse doch möglich sein. Und da gab es dann aber genügend Schüler, die erklärt haben, warum das weder lustig noch angemessen ist.
zum Beitrag16.12.2025 , 10:26 Uhr
Das ist ja kaum was Neues. Die stehen schon seit Jahrzehnten auf Weihnachtsmärkten in Berlin. Nachdem ich mal einen Aufstrich gekauft hatte, hatte ich hinterher recherchiert, wer die jetzt genau sind. Interessanterweise ist die Verbindung von der „lebe gesund Seite“ zu dem Verein universelles Leben nicht mehr ganz so schnell erkennbar wie früher. Da haben sie anscheinend dazu gelernt. Es ist ein bisschen wie mit der Waldorfszene und deren Produkten. Da muss man als Verbraucher natürlich auch entscheiden, wie viel SelbstAusbeutung der Sektenmitglieder und Ideologisierung man durch den Kauf der Produkte mit finanzieren mag.
zum Beitrag15.12.2025 , 09:03 Uhr
Nennen Sie doch einfach konkret ein Beispiel. Ich habe eher den Eindruck, dass Sie „Unrecht haben“ mit Argumenten verwechseln, die vielen nicht passen. Gegen Mansour wurde im Übrigen eine übliche Diffamierungskampagne gefahren, die sich als an den Haaren herbeigezogen herausstellte. Und auch bei Schröter wird ähnlich diffamierend vorgegangen.
zum Beitrag13.12.2025 , 13:58 Uhr
Komisch, dass weder christlichen noch muslimischen Dekolonialisierer*innen aufgefallen ist, dass Jesus Jude war. Das ist der einzig wahre Kern an den hochgradig fiktionalen Berichten im NT oder gar im Koran. Man kann es nicht oft genug betonen. Ansonsten schließe ich mich den Kommentatoren an, die „Das Leben des Brian“ empfehlen. Gut gealterter Monty Python Film, historisch gut recherchiert, und wer darüber nicht lachen kann, der sollte sich selbst dekolonisieren.
zum Beitrag22.11.2025 , 21:55 Uhr
Also zu Michael: Ja. Das mit dem Fähnchen kommt cringe rüber, obwohl man meinen könnte, er meinte es gut, zu gut vielleicht, ohne zu merken, dass das unpassend ist. Aber es als Stalking zu bewerten erscheint mir uneindeutig. Ich würde ihn nochmal ansprechen, damit er dazu lernt. womöglich liest er die taz nicht und dann weiß er ja gar nichts davon, was er falsch gemacht hat. Und ich würde bei Konfrontation eher mit Ich- Botschaften arbeiten statt ihn nur zu beschimpfen. Ungeniert nackt durch die Wohnung zu laufen - womöglich bei voller Innenbeleuchtung - ist ja übrigens eher was für einsame Landstriche, in der Großstadt ist man da doch sowieso wie auf dem Präsentierteller zu sehen. Kann übrigens auch als Erregung öffentlichen Ärgernisses geahndet werden, wenn man gut sichtbar nackt rumläuft und sehr prüde Nachbarn hat.
zum Beitrag12.11.2025 , 16:31 Uhr
Vielen Dank, auf diese Weise habe ich nun auch den Text von Bernward Janzing gelesen. Ich finde, er hat recht. Carla Reemtsma lässt interessanterweise Greta Thunberg völlig außen vor. Auch das Zerwürfnis von Thunberg mit FFF Deutschland wird nicht erwähnt. Dabei ist das alles sinnbildlich für das Problem einer ideologisierten Klimabewegung.
zum Beitrag12.11.2025 , 16:04 Uhr
Ich hatte gestern bereits in der SZ einen Artikel von Ronen Steinke darüber gelesen, bin deshalb neugierig gewesen, wie Jason Stanley es nun hier im Interview aus seiner Sicht schildert. Ganz klar, hat ihn das tief getroffen, dass das Publikum der jüdischen Gemeinde Frankfurt ihn zum Teil ausgebuht hat (er soll aber durch andere durchaus auch positiven Zuspruch während der Rede erfahren haben). Der Rabbiner bat ihn wohl, seine Rede abzukürzen, das kann man sicherlich als nicht sehr höflich empfinden, aber es war offensichtlich zur Deeskalation nötig. Warum Stanley unbedingt Masha Gessen, ihren unsäglichen Vergleich und das unwürdige Verhalten der Preisverleiher des Hannah Arendt-Preises in seiner Rede unterbringen musste, ist rätselhaft. Das scheint mir bei US Intellektuellen die Rückversicherung an die eigene Blase zu sein. Vielleicht würden Einstein und Arendt heute eher den Standpunkt von Eva Illouz einnehmen. Komisch, dass ihm die Idee nicht kam. Vielleicht sollte sich Stanley daher bei aller persönlicher Kränkung fragen, ob seine Rede dem Anlass angemessen war. Ich würde sagten, sie war es wohl nicht.
zum Beitrag25.09.2025 , 11:51 Uhr
Wenn es Zahlen dazu gibt, lässt sich das natürlich in Tabellen und Grafiken darstellen, nur gab es die damals ja nicht. Und Prozesse wie Spracherwerb oder generell Bildung und psychosoziale Gesundheit sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und beeinflusst. Wenn es damals so eindeutig einschätzbar gewesen wäre, dann frage ich mich, warum die Experten, die dies alles schon damals hätten prognostizieren können, sich nicht in die Talkshows gesetzt und mit Medien gesprochen haben. Meine Vermutung ist, dass seriöse Sozial- oder Erziehungswissenschaftler hier doch vorsichtig mit Prognosen waren, und es eher - leider - Leute mit wenig fachlicher Expertise aber großer Meinung waren, die dann wiederum steile Thesen aufstellten, die sich nicht bewahrheiteten. Manche Widersprüche, wie man z. B. Leute schützt und gleichzeitig Kinder und Jugendliche in ihren Bedürfnissen stärker berücksichtigt, waren m. E. nicht so eindeutig und schnell aufzulösen.
zum Beitrag25.09.2025 , 11:30 Uhr
Eigentlich halte ich Ihren Kommentar für dermaßen absurd - ich meine, Sie nennen Martin Luther King und Hitler in einem Satz - dass ich ihn einer Antwort eigentlich nicht für würdig halte :) Aber eine Klarstellung scheint mir doch wichtig. Natürlich haben in der Geschichte Ideen eine Rolle gespielt, zum Beispiel die Idee von der Menschenwürde für alle Menschen, die aufkam. Oder die Idee, dass Frauen und Männer - People of Color und Weiße gleiche Recht haben sollten. (Und natürlich gibt es auch Visionen für die Welt, die negativ sind. Da muss man gar nicht auf Hitler rekurrieren, das sieht man aktuell auch zur Genüge). Der Spruch von Helmut Schmidt wird im Übrigen gerne zitiert, aber er ist nicht sonderlich klug. Schmidt hatte als Politiker sehr wohl auch eine Vision für die Zukunft des Landes. Vision heißt, wenn man die Wortbedeutung nicht verdreht, dass man eine Vorstellung entwirft, wie die Zukunft aussehen könnte. Und im Nahostkonflikt sehen wir bislang nur negativ-destruktive oder idealistisch-unrealistische Visionen, insofern wäre es wünschenswert, dass sich positiv-realisierbare Visionen auftun, die zu politischen Lösungen führen.
zum Beitrag24.09.2025 , 11:45 Uhr
Es gibt ein aktuelles Buch von Hussein Agha und Robert Malley, die auf palästinensischer und amerikanischer Seite über eine Zweistaatenlösung verhandelt haben. Es heißt: "Tomorrow Is Yesterday: Life, Death, and the Pursuit of Peace in Israel/Palestine" - weiß leider nicht, wann es auf Deutsch erscheint. Ich hatte die beiden in einem Podcast gehört und im Grunde haben sie die Zweistaatenlösung weitestgehend als gescheitert erklärt. Hussein Agha hat sehr gut erklärt, dass es auf palästinensischer Seite schon 1948 keine Vision von Staatlichkeit gab, weil man eben lediglich den Status Quo erhalten und wiederherstellen wollte. Während Israel dank zionistischer Ideen von Anfang an als Vision existierte. (Und nein, Zionismus hieß nicht per se Kolonialismus). Insofern ist es tragisch, dass auf palästinensischer Seite die Vision eines Staates immer noch nicht existiert, weil man an der Vergangenheit festhält. Und Israel droht zu einem Staat zu werden, der sich vollkommen von seiner einstigen Vision entfernt. Der 7. 10. hat das Gefühl, Israel sei ein sicherer Zufluchtsort für alle Juden zerstört, die extremen Stimmen haben viel mehr Raum bekommen und der Gaza-Krieg ist eine Katastrophe
zum Beitrag24.09.2025 , 11:33 Uhr
Ich habe heute morgen in der NYT die Gastbeiträge von Benny Gantz (zurückgetretener Ex-Verteidigungsminister Israels) und von Mustafa Barghouti (gilt als "gemäßigter" palästinensischer Politiker) gelesen. Beide sind sich zumindest darin einig, dass die Zweistaatenlösung so gut wie tot ist. Beide Politiker halten die Anerkennung eines palästinensischen Staates für reine Symbolpolitik. Gantz verweist auf die Sicherheitsinteressen Israels. Aus seiner Sicht sieht man in Gaza was passiert, wenn Israel nachgibt, Territorium an die palästinensische Seite übergibt, und diese dann Extremisten wählt, die statt einen Staat aufzubauen, am Ende nur weiterhin Terror sät und die eigene Bevölkerung unterdrücken. Bei Barghouti wird klar, dass auf palästinensischer Seite nicht wirklich die Vision eines eigenen Staates neben Israel existiert. Er hält wie so viele palästinensischer Politiker an der Vergangenheit fest, will Israel als eine Art Südafrika framen, aber auch nicht so recht sagen, wie denn dann die Einstaatenlösung aussehen könnte, die ihm offenbar vorschwebt. Ich finde beide Haltungen fragwürdig, aber so ist im Moment wohl die Meinung der "gemäßigteren" Mehrheit auf beiden Seiten.
zum Beitrag24.09.2025 , 10:25 Uhr
Ich würde schon einen Unterschied machen zwischen der Voraussagbarkeit der Ausbreitung eines Virus und der Einschätzung psychosozialer Folgen von Maßnahmen. Es war anfangs auch unklar, wie lange das alles dauert, wann eine Impfung gefunden wird usw. Damit will ich allerdings nicht bestreiten, dass die Experise anderer Berufsgruppen nicht hätte mehr einbezogen werden müssen.
zum Beitrag23.09.2025 , 12:21 Uhr
Also es gibt ja auch eine gewisse Hierarchie der Notwendigkeiten in einer so existenziellen Krise. Vorab über psychosoziale Folgen zu spekulieren, wäre auch unseriös gewesen. Hilfreicher wäre es vielleicht gewesen, sich zu überlegen, wie man bestimmte Folgen mildern hätte können. Zum Beispiel auch für Kinder. Und natürlich gab es einfach auch absurde Maßnahmen wie das Sperren von Spielplätzen oder das Verbot von Spaziergängen. Deutlich wurde auch, dass viele Leute mit der wissenschaftlichen Denkweise überfordert waren, sich dann oft lieber auf unterkomplexe, die eigenen Gefühle stützende Aussagen stützten. Ich kann mich erinnern, dass ich aus dem Bekanntenkreis immer wieder Videos mit neuen „Fakten“ geschickt bekam, um dann in 99 % aller Fälle rückmelden zu müssen, dass das nicht stimmt und längst widerlegt ist. Das waren so Sachen wie Masken würden Karies verursachen oder auch ganz am Anfang die Paracetamol oder Ibuprofen Geschichte. Insofern finde ich es schon gut, dass die meisten QualitätsMedien sowas auch sorgfältig recherchiert und nicht Querdenker-Quellen verbreitet haben. Gut Ausnahmen gab es natürlich. Die Berliner Zeitung zb.
zum Beitrag23.09.2025 , 10:35 Uhr
Ich halte die Anerkennung von Palästina für reine Symbolpolitik und virtue signalling. Es stimmt, dass Netanyahu die Zweistaatenlösung immer ablehnte. Ob ihn die Anerkennung unter Druck setzt? Eher nicht. Besonders weil die meisten Israelis im Moment nach den Grauen des 7.10. wohl auch keine Vision für eine Zweistaatenlösung mehr haben. Die Palästinenser hatten auch nie so recht eine echte Vision, jedenfalls keine für einen eigenen Staat in Gaza und Westbank, sondern sie wollten am liebsten die Gründung Israels rückgängig machen. Insofern ist es sehr verfahren. Es gibt es höchstens ein bisschen Hoffnung, dass sich diese Perspektive auf beiden Seiten wegen Kriegsmüdigkeit vielleicht ändert. Ich finde es aber auch bitter, dass das dann aussähe, als ob der Terrorakt der Hamas dies dann letztlich ausgelöst hätte. Zumal auch dieser Artikel die verheerende Rolle und Fehleinschätzung der Hamas relativiert: „(…) Die Hamas hätte keinen Grund gehabt, in dieser Form zur Gewalt zu greifen. Eine friedliche Zukunft mit ihr ist nunmehr kaum vorstellbar.“
Wie eine friedliche Zukunft mit der Hamas davor hätte aussehen sollen, hätte Herr Bax allerdings mal erklären sollen.
zum Beitrag18.09.2025 , 10:38 Uhr
Frau Ruhs hat für sich eine Marktlücke entdeckt. Jung, blond, rechts. Sie ist nur eben keine handwerklich solide Journalistin. Ihre Klar-Sendung war eher so auf Fox-News Niveau und so tief sollte der NDR echt nicht sinken. Beim BR hat man in Sachen Politsendung keine hohen Erwartungen- insofern passt sie da doch gut hin.
zum Beitrag12.09.2025 , 21:05 Uhr
Das haben Sie gut beschrieben!
Jenseits vom Bundestag fiele mir noch Herr Höcke aus Thüringen ein. Ich habe bei ihm immer die Assoziation zu Hans Clarin in dem alten Edgar Wallace Film „Das indische Tuch“ . Wegen kalter Augen und Manieriertheit. Und Wahnsinn. Dann Beatrix von Storch, blaues Blut, braune Seele, macht auf christliches Abendland, redet aber unbarmherzig daher, optisch und geistig in den 50er Jahren hängengeblieben. Und Herr und Frau Kotré aus Brandenburg. Ihn habe ich mal bei Lanz gesehen, wo er völlig kenntnisfrei zum Thema Klimaerwärmung sprach, neben sich Mojib Latif, der immer verzweifelter wurde, weil Kotré wirklich peinlich-dumm daherredete. Es war zum Fremdschämen, er hatte null Argumente. Aber da fiel mir dann zum ersten Mal so richtig auf, dass es anderen Leuten natürlich nicht so geht. Für die AfD-Fans ist Kotré sicherlich der „Held“, der sich das traut, da hinzugehen und reinen Mist zu erzählen. Die denken, der ist einer von und und hat‘s denen gezeigt. Ich fand diese Erkenntnis auch erschreckend.
zum Beitrag12.09.2025 , 20:28 Uhr
1. Dass dort jemand für ein Glas Nutells 90€ zahlen kann, um es in seinem Restaurant für teure Schoko-Pfannkuchen, die sich eigentlich niemand leisten kann, zu verwenden, wirft aber auch Fragen auf. 2. Der Artikel gibt keine Antworten, sonst blieben nicht soviele Fragen offen. 3. Ja, Israel sollte unabhängige Journalisten aus Gaza berichten lassen.
zum Beitrag12.09.2025 , 11:55 Uhr
Vielen Dank für diesen Artikel. Das ist eben die Aufgabe von unabhängigem Journalismus im Gegensatz zu aktivistischem Journalismus. Nicht der Versuchung zu erliegen, etwas einfach zu reproduzieren, was ins eigene Weltbild passt, sondern nachzufragen.
zum Beitrag12.09.2025 , 11:52 Uhr
Mich überzeugt das alles nicht so. Mir scheint eher, dass es wie bei Krankheiten eine multifaktorielle Angelegenheit ist. Ein wichtiger Punkt ist das Einknicken von Leuten mit Macht und Geld, die null Rückgrat haben und alles dafür tun, Macht und Geld zu erhalten und sogar zu mehren. Denen moralische oder demokratische Prinzipien entweder sowieso zuwider sind, oder egal, wenn es ihnen Vorteile bringt. Was ich interessant finde, ist, dass als Führungsfigur dieser Bewegungen oft so eine merkwürdige, eher lächerliche Person steht. Als Jugendliche habe ich mich gefragt, wie Hitler überhaupt aufsteigen konnte, wo allein die Art wie er redete, crazy wirkte. Nun erleben wir Trump, mit seinem lächerlichen orangen Make-up, seiner Lügerei, seiner Ungebildetheit, seiner Frisur, seinen Händchen, mit denen er gestikuliert usw. Wer wählt so einen? Die einen wählten ihn trotz der Lächerlichkeit, aus inhaltlichen Gründen. Sie glauben, Vorteile zu erhalten. Die anderen wählten ihn trotz der Lächerlichkeit, die sie als unterhaltsam sehen. Oder weil sie sich in ihm erkennen. Das wird oft überschätzt. Auch in AfD-Politikern und deren argumentativer Beschränktheit erkennen sich eben viele wieder.
zum Beitrag12.09.2025 , 11:10 Uhr
Vorab: Ich finde die Lage in Gaza furchtbar und selbst als die Posts über Restaurants und Märkte in Gaza in den sozialen Medien aufkamen, war mir klar, dass das propagandistisch von proisraelischer Seite geframt ist. Wie in diesem Krieg alles propagandistisch ausgenutzt wird. Von beiden Seiten. Das Problem ist, dass wir keine unabhängige Berichterstattung aus Gaza von Journalisten erhalten, die ihre Aufgabe darin sehen, Widersprüche aufzuklären, statt Widersprüche zu rechtfertigen, wie es dieser Artikel tut. Denn wenn einerseits der angebliche Genozid und das Aushungern der Bevölkerung in Gaza als manifest zu gelten haben, es dann aber solche teuren Restaurants und einen blühenden Schwarzmarkt gibt, weckt das doch journalistische Neugier. Wer kann sich z. B. diese teuren Restaurantspezialitäten leisten? Woher hat Mohammed Aref das Geld, die 90 EUR pro Nutella-Glas zu finanzieren? Wer profitiert von diesem Schwarzmarkt? Unabhängiger Journalismus würde nachfragen und nachforschen, als einfach nur zu reproduzieren, was die Interviewten sagen.
zum Beitrag12.09.2025 , 10:41 Uhr
Weitaus Beängstigender finde ich, dass auch hier in D rechte/rechtskonservative Medien und Personen Charlie Kirk plötzlich als "christlichen" oder "konservativen" Influenzer darstellen. Der Mann war rechtsextrem, muslimfeindlich und vertrat ein fundamentalistisch-christliches Weltbild, das so menschenfeindlich und verbohrt war, dass einem die katholische Kirche fast progressiv dagegen vorkommen konnte. Trump, dem die Morde und Mordanschläge an demokratischen Politikern dieses Jahr kaum eine Bemerkung wert waren, stilisiert ihn zum Märtyrer. Das mag persönliche Gründe haben, wie die NYT spekuliert. Das mag aber auch ein politischer Schachzug sein, um seine Agenda weiter voranzutreiben und gleichzeitig von seiner Verwicklung mit Epstein abzulenken.
zum Beitrag10.09.2025 , 15:14 Uhr
Ich denke, die taz-Autorin käme zu einem ganz anderen Urteil, wenn es um Rassismus statt um Klassismus ginge. Insofern finde ich es ganz gut, dass das verlinkte Instagram-Account von malik.yannick darauf hinweist, dass so eine von Klassismus geprägter Blick nervt.
zum Beitrag08.09.2025 , 20:57 Uhr
Sie lesen offensichtlich sehr ungenau. Sonst hätten Sie meinen Satz „ (…) klar, recherchiere ich das als Leserin nach (..)“ verstanden.
zum Beitrag08.09.2025 , 11:30 Uhr
Da ist im vorderen Abschnitt die als ungerecht empfundene Strafe für die obdachlose Frau, die im Laden klaute und den Detektiv am Arm schlug, und Absätze weiter unten wird mit Zwischenüberschrift "Abgeschwatzte Anzeigen" erzählt, dass Polizisten es im Drogenabhängigen- und Obdachlosenmilieu auch manchmal unterlassen, eine Anzeige aufzunehmen. Diese hätte die Folgen, die man im Abschnitt davor lesen konnte, eben dass obdachlose Menschen dann verurteilt würden, und mit einer Geld- oder Gefängnisstrafe rechnen müssten. Das Abschwatzen wird dann erst negativ bewertet (Faulheit oder Desinteresse), um dann kurz Bezug darauf zu nehmen, dass man den Betroffenen wegen der Folgen evtl. keinen Gefallen tut, wenn ein Gerichtsverfahren auf sie zu käme. (Vielleicht hängt es von der Schwere des Vorfalls ab. Das bleibt ungeklärt). Diesem Text hätte es gut getan, ihn wenigstens als Interview zu verfassen. So wirkt es wie ein persönlicher Erfahrungsbericht, an einigen Stellen sind die Fragen erkennbar, generell aber nicht. Es bleibt offen, was die Autorin gefragt hat und was von selbst kam, und hat der Polizist echt gegendert?
zum Beitrag08.09.2025 , 10:36 Uhr
Sehr interessantes Interview. Vielen Dank. Das Buch werde ich lesen. Aber Rückfrage: Habe ich beim online-Lesen übersehen, an welcher Stelle Frau Herzog irgendwie genauer vorgestellt wird? Oder ist sie so bekannt für alle, dass das überflüssig schien? Ich habe eine einleitende Vorstellung vermisst. Namentlich sagte sie mir was, und klar, recherchiere ich das als Leserin nach, kein Problem, aber ein bisschen mehr Info als nur "Historikerin" wäre mir angebracht erschienen.
zum Beitrag08.09.2025 , 10:27 Uhr
Bully Herbigs Filme sind in der Regel ohne Tiefgang und daher also reiner Klamauk. Ich würde dafür nie ins Kino gehen. Es stimmt. Sie bewegen sich auf einem eher deutschen Humorniveau. Trotzdem hat er ein Publikum, dass ihn liebt. Das finde ich anerkennenswert. Die Autorin wirft bierernst Karl May eine "kolonialismusverharmlosende Haltung" vor und verlangt ausgerechnet von Bully Herbig eine Aufarbeitung des Kolonialismus. Der hat in einem Interview mit der SZ erwähnt, dass er sich sogar bemüht hat, in den Augen der Autorin offensichtlich zu wenig. (Wenn ich das schreibe, muss ich lachen.) Eigentlich wollte ich noch schreiben, dass ich von Jenny Zylkas Texte oft humorvoller fand, aber vielleicht trügt auch meine Erinnerung. Ich würde mir übrigens neben der Kolonialismuskritik auch mehr Kapitalismuskritik in der Filmkritik wünschen, denn bei der hochgelobten Serie "Wednesday" müssen die Figuren für ein Hotelbuchungsportal werben, und zwar ständig. Das wäre auch mal eine Analyse wert, inwieweit das die Serie kontaminiert, wenn sich das Werbestorytelling mit den Figuren so stark verbindet.
zum Beitrag06.09.2025 , 13:47 Uhr
Ja, klar, gibt es biologische Frauen, die nie menstruieren, weil sie zb nie einen Uterus hatte oder er entfernt wurde. Das ist aber eben eine Minderheit unter Frauen. Größer ist die Gruppe von Frauen nach der Menopause, die nicht mehr menstruieren, aber idR die meisten Phasen eines Frauenlebens erlebt haben. Und eben die grundsätzlichen biologischen Merkmale von Frauen auch ohne Menstruation besitzen. Ich glaube, diese Fakten und Realität braucht man doch nicht zu leugnen, um TransFrauen ihr Frausein zu lassen.
zum Beitrag05.09.2025 , 11:13 Uhr
Über Sara Browns Kritik finden sich auch jenseits des SZ Artikels genügend andere Artikel, in denen darüber berichtet werden.
Ihre roten Ausrufungszeichen und das Zuspammen dieser Kommentarseite mit Ihren Textbausteinen ist einfach auch nur ein Niederschreien anderer, die nicht Ihrer Meinung sind, sondern die Zweifel anmelden, Fragen stellen und diskutieren wollen.
zum Beitrag05.09.2025 , 11:07 Uhr
Ja, es stimmt, dieses Bild der gefährlichen Transfrau ist durch Zahlen nicht gedeckt, aber wird durch verschiedene Medien befördert. Und der Fall Liebich hat das nun auch noch mal aufgebracht. Das Misstrauen von Frauen richtet sich mE eher gegen Männer, die vorgeben, Transfrau zu sein, und dann übergriffig oder gewalttätig gegen Frauen werden. Auch das scheint mir eher ein Mythos. Aber nach dem Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes, könnte es wissenschaftlich begleitet werden, um zu sehen, ob Liebich ein Einzelfall ist, oder eine Häufung derartiger Fälle zu erkennen ist. Statt das sofort vom Tisch zu wischen, würde es die Debatte vielleicht ein bisschen befrieden, wenn man da Zahlen zu hat. Zum Beispiel auch, wieviele Menschen ihr Geschlecht häufiger wechseln (was ja auch immer thematisiert wird).
zum Beitrag05.09.2025 , 10:58 Uhr
Ich finde es nicht automatisch ein Zeichen von Intoleranz , bei einer Frau keinen Penis zu erwarten. Und zu verlangen, jeder möge sittsam nur an sich selbst herunterzuschauen, finde ich auch ein bisschen seltsam. Grundsätzlich halte ich das Thema aber auch für aufgebauscht. Ich kann nur für mich sprechen: Ich wäre vermutlich für einen Moment irritiert, wenn ich unter der Dusche stünde, und eine Frau mit Penis käme herein. (Ich spreche von Gemeinschaftsduschen). Hat sie Brüste, wäre es leichter für mich, sie als Transfrau einzuordnen und dann zu verstehen, warum sie in der Frauendusche ist. Aber wie gesagt, ich denke auch, dass das Thema sehr aufgebauscht wird. 2-3 mal in zehn Jahren habe ich Frauen in Unterhose duschen sehen, und sie einfach nur für besonders schamhaft gehalten:)
zum Beitrag05.09.2025 , 10:21 Uhr
Ich würde Ihnen recht geben. Im Grunde geht es wohl den meisten Frauen darum, dass sie in der Umkleide, Schwimmbad, Sauna, also in Frauenräumen, die Männer exkludieren und den Körper nackt oder nur spärlich bekleidet zeigen, nicht mit Penissen und Penisträger*innen konfrontiert sind. Daher würde eine Transfrau ohne Penis und mit Brüsten wohl auch kaum auffallen, es sei denn sie ist sehr groß oder vom Körperbau sehr männlich, aber es gibt ja auch sehr sportlich-große Frauen ohne Trans-Geschichte. Ob eine Transfrau ohne Penis biologisch als Frau zu sehen ist, finde ich eine schwierige Frage, da sie es chromosomal nicht ist und auch die biologischen Merkmale (Menstruation, Gebären) nicht aufweist und daher auch nicht nachvollziehen kann. Aber das hat an den genannten Orten ja kaum Relevanz. Ich denke, dass es auch kontraproduktiv ist, solche Schilder aufzustellen, dass sich jeder, der sich als Frau identifziert, in solche Frauenbereiche begeben darf. Wenn ich mir vorstelle, dass so eins hier in Berlin im Fitnessstudio oder Sauna aufgestellt würde, gäbe es da wahrscheinlich auch viele Rückfragen von Frauen. Und ein gewisses Misstrauen.
zum Beitrag05.09.2025 , 10:10 Uhr
Nur, um nicht missverstanden zu werden: Ich kritisiere das an diesem taz-artikel, dass er unterstellt, es seien womöglich erfundene Klagen und außerdem nur ein paar Vorfälle angibt. Die Liste ist jedoch lang und einiges wurde auch zur Anzeige gebracht.
zum Beitrag04.09.2025 , 22:37 Uhr
In der SZ erwähnt Sonja Zekri, die sicher nicht unter Verdacht steht zu israelfreundlich zu sein, zumindest die Kritik von Sara Brown, Mitglied der IAGS, an der Resolution. Brown hat bei X dazu gepostet, dass die Erklärung auf intransparente Weise zustande gekommen und kritische oder zweifelnde Stimmen unerwünscht waren. Das wäre wissenschaftlich eher ein unlauteres Vorgehen. Das Präsidium der IAGS weist es zurück. Das sei nur ergänzt.
zum Beitrag04.09.2025 , 17:29 Uhr
Nun sagt Bax selbst, dass nur 28 % an der Abstimmung teilnahmen. Es macht zumindest stutzig, wenn dann die Präsidentin einer Organisation, die vorher keinen hohen Bekanntheitsgrad hatte, von einer endgültigen Aussage spricht. Das ist meines Erachtens für Juristen zumindest ungewöhnlich, die doch eher abwägen und Fakten prüfen und vorsichtiger formulieren. Und es ist auch im Widerspruch dazu, dass es im Abschnitt davor um rechtliche Kriterien geht, die erfüllt sein könnten. Ich frage mich, warum es vielen gerade bei Israel so wichtig ist, von Genozid zu sprechen. (Als ob es nicht reicht, die Menschenrechtsverletzungen, die Vergehen gegen das Völkerrecht, das Unrecht gegen Palästinenser zu kritisieren und anzuklagen). Es scheint wichtig, dass es ein Genozid sein muss. Das Wort Genozid war von Anfang an im Raum. Noch vor jeglichen militärischen Aktionen nach dem 7.10. Noch als eigentlich die Gräueltaten der Hamas Erinnerungen an Pogrome weckten. Und dies von vielen, die recht schnell Genozid riefen, geleugnet wurde. Ich möchte das Unrecht und die katastrophale Lage in Gaza nicht schmälern. Ich möchte bloß hinterfragen dürfen, was die Absichten für ein bestimmtes Framing sind.
zum Beitrag04.09.2025 , 15:46 Uhr
Kann aber auch sein, dass sie es in der historischen Rückschau etwas zu idyllisch erinnern. Markus Söder kommt ja übrigens auch aus Nürnberg, er ist Jahrgang 1967, wenn er jemals sehr tolerant war, hat sich das vermutlich nach der Jugend abgeschliffen, und in seinem Zimmer hatte er - so erzählt er es selbst - ein Franz-Josef-Strauß Poster hängen. Hätten sie ihn auch in ihrer Clique aufgenommen? :)
zum Beitrag04.09.2025 , 13:42 Uhr
Es gibt aber diese böswilligen, antisemitischen "Anderen", die schon immer darauf zielten, Israel von der Landkarte zu tilgen, darunter Iran, Hamas, Hisbollah, fundamentalistische palästinensische Gruppierungen usw.. Auch Teile der Linken und propalästinensischer Gruppen stellen im vermeintlichen Kampf gegen die Besatzung Israels Existenz (in den Grenzen vor 1967) als Unrecht dar. Es war auch seit dem 7.10. Realität, dass Raketen auf Tel Aviv flogen, dafür kann man nicht nur die Besatzungspolitik und den aktuellen Gaza-Krieg verantwortlich machen, da steckt schon auch ein irrsinniger Antisemitismus und Hass auf Israel dahinter. Wo ich Ihnen allerdings zustimmen würde, ist, dass Netanyahu und seine Regierung den israelischen Interessen nicht dienen, sondern nur ihren eigenen.
zum Beitrag04.09.2025 , 13:02 Uhr
Mir ging es um das Existenzrecht von Israel. Ich habe keinerlei Sympathien für Netanyahu und seine rechten Minister. Ich finde die Besatzung absolut zu kritisieren. Den Gaza-Krieg erst recht. Der Unterschied ist: Bei Israel mündet die Kritik sehr schnell immer in den Sermon, dass schon die Staatsgründung ein Unrecht war und das Land eigentlich nicht existieren dürfte. Was aber nichts anderes heißt, als dass man Israelis (80% davon Juden) das Recht abspricht, dort zu leben. Wenn Russland z.B. und völlig zu recht wegen des Angriffskrieg gegen die Ukraine oder der imperialen Pläne Putins kritisiert wird, stellt niemand generell in Frage, dass Russland als Staat existieren darf. (Russland wird in linken Kreisen oft nicht mal als koloniale Macht wahrgenommen). Auch für Marokko und China habe ich nie gehört, dass sie nicht existieren dürften, weil sie sich ins Unrecht gesetzt haben. (Ob dort weniger Völkerrechtsbruch vorhanden ist, würde ich übrigens bezweifeln.) Bei all diesen Ländern wird übrigens auch feinsäuberlich zwischen Regierung und Bevölkerung getrennt. Bei Israel, mit seiner politisch immer noch diversen Bevölkerung, wird das dagegen ganz oft nicht getan.
zum Beitrag04.09.2025 , 12:46 Uhr
Wenn man die auf der Seite von Sex Matters gelisteten Vorwürfe liest, dann sind das doch ganz schön umfangreiche Vorwürfe, was alles passiert sein soll. Rein aus journalistischem Interesse würde ich wissen wollen, ob die Vorfälle, wie der Artikel suggeriert, alles bloß von Frauen erfundene Klagen sind, oder ob das tatsächlich vorgefallen ist. So ein Schild, wie das, welches dort angebracht wurde, würde, glaube ich, überall in Frauenbereichen Argwohn auslösen. Ich glaube daher nicht, dass das im Interesse von Transfrauen ist, solche Schilder aufzustellen.
zum Beitrag03.09.2025 , 13:24 Uhr
Der BILD würde ich niemals seriösen Journalismus unterstellen. Aber von der taz erwarte ich natürlich mehr, und trotzdem staune ich immer wieder wie hier die Artikel zum Nahost-Konflikt vor Einseitigkeit und Vereinfachung strotzen, und lediglich die üblichen Buzzwords bedient werden. Wow, Döpfner sagt, Zionismus ist per se gut. Da habt ihr ihn echt entlarvt! Zwischentöne kann es natürlich nicht geben. Auf der linken Seite hat Zionismus als böse geframt zu werden. Basta. Auch der Satz, dass die israelische Kommunikationsstrategie zwei Ziele habe: die eigene Propaganda unterzubringen und die Gegner zu diffamieren, wie verschlagen das ist - sowas ist auf propalästinensischer Seite natürlich vollkommen unbekannt. So böse ist nur Israel. *achtung: ironie*. Die Strategie scheint jedoch nicht wirklich aufzugehen. Im Gegenteil. Alle, die Israels Existenzrecht und damit das Existenzrecht der 80 % jüdischen und 20 % nicht-jüdischen Bevölkerung dort, nicht in Frage stellen, müssen besorgt sehen, wie Israel nun zum Paria-Staat gemacht werden soll. Was von linker propalästinensischer Seite schon lange gefordert wird. Und was für kein anderes Land in dieser Weise gefordert wird.
zum Beitrag03.09.2025 , 10:58 Uhr
Schöne Titelzeile! Aber müsste es nicht eigentlich "In Bayern soll das Sterben am günstigsten werden" heißen? - denn noch hat sich Söder damit ja nicht durchgesetzt, dass die Erbschaftssteuer in Bayern am niedrigsten wäre und alle, die was zu vererben haben, nach Bayern ziehen. (So wie alle, die nicht von einem Provinzfürsten und Möchtegerntrump wie Söder beherrscht werden wollen von dort wegziehen.) Wie dem Artikel zu entnehmen ist, sind die Chancen eher unwahrscheinlich, dass sich Söder durchsetzt. Es sei denn, Bayern spaltet sich endlich ab. Verstehe eh nicht, warum sich Österreich und Bayern nicht als Staat zusammentun. Aber sie sind sich zu ähnlich, daher Hassliebe.
zum Beitrag02.09.2025 , 10:30 Uhr
Die Bürgergelddebatte ist aber vor allem auch ein Ablenkungsmanöver, um an das heikle Thema Rente nicht ranzumüssen. Die Rentenzahlungen sind allerdings ein viel größerer Posten im Haushalt und das System müsste dringend verändert werden. Das ist eigentlich angesichts der demographischen Entwicklung vollkommen klar. Das jetzige System produziert generationelle Ungerechtigkeit und zugleich auch viel Altersarmut, auch bei Menschen, die viel gearbeitet haben, aber eben nie im Hoch erdienerbereich oder verbeamtet waren. Ich kenne ehemalige Krankenschwestern oder Sozialarbeiterinnen, die mit 900 Euro auskommen müssen. Es reicht nicht, nur nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen, es müsste dringend einen Systemwechsel geben, hin zu einer auskömmlichen Grundrente für alle plus zusätzlichen Rentensäulen für alle, die sich das leisten können.
zum Beitrag01.09.2025 , 14:54 Uhr
"Der wahre Populist ist weder Trump noch dessen Parodist Newsom, es ist Mamdani."
Populismus ist nicht erst in den letzten Jahrzehnten zum Schimpfwort geworden. Das Wesen des Populismus bestand immer schon darin, Versprechungen zu machen, die unerfüllbar sind, und sich der Realität durch Feinbilder zu entziehen. Trump ist darin ein Meister. Die im Essay genannten "einfachen Leute", wer immer das sein soll, haben ihn zu großen Teilen gewählt, auch wenn vieles, was er nun tut, gar nicht in ihrem Interesse ist. Aber er bedient die populistische Erzählung, dass die Migranten das große Problem sind. Oder die Eliten. Zu denen er ja auch gehört, aber er spricht eben wie "das Volk". Rechte Populisten können das sehr gut. Und "das Volk" ist eben auch voller niedriger Instinkte. Das wird oft vergessen. Mamdani ist auch ein Populist, insofern er große Versprechungen macht. Es ist absehbar, dass er sie nicht umsetzen können wird. Dann wird er vermutlich noch stärker auf Feindbilder setzen. Und den Gaza-Krieg. Aber ich glaube nicht, dass er die Wahl gewinnt. Newson ist tatsächlich kein Populist, sondern ein Parodist, ein erstaunlich amüsanter. Er hält Trump und MAGA den Spiegel vor.
zum Beitrag28.08.2025 , 10:28 Uhr
In der propalästinensischen / postkolonialen Bewegung ist Zionismus bekanntlich ein Schimpfwort und Kampfbegriff. Etabliert wurde er zu Sowjetzeiten. Der Begriff Zionismus wurde und wird benutzt, um gegen Zionisten sein zu können, ( und angeblich nicht gegen Juden, obwohl ein Großteil der Zionisten eben Juden sind…). Man vermeidet damit „praktischerweise“ offen antisemitisch zu sein. Man hat einen Stellvertreterbegriff. Das ignoriert natürlich, dass Zionismus eine vielschichtige, sehr unterschiedliche und komplexe Bewegung und Theorie ist. Wie kontaminiert der Begriff Zionismus in der ProPalästina Linken ist, zeigt sich im Nutzen des Begriffs Judaismus durch die Autorin. Macht keinen Sinn im Kontext, scheint ihr jedoch wichtig zu sein, darauf hinzuweisen. Zionistische Umklammerung hat m E auch einen antisemitischen Unterton.
zum Beitrag25.08.2025 , 09:45 Uhr
Also Männer, die sich in der Adresse geirrt haben, darauf aufmerksam zu machen, ist selbstverständlich und kein heroischer Akt von Mikrofeminismus.
Bitte bei Adjektiven wie „mittelalt“ auch immer den eigenen Hang zum Ageismus reflektieren, den Jüngere haben. (Oder wäre es bei jüngeren Männern mit knackiger Figur kein Problem, wenn sie oberkörperfrei im Garten des Ferienhaus stehen?! Wäre aus meiner Sicht verständlich, aber dann doch auch ein Fall von Ageismus und ggf. Bodyshaming :)
Wie mikro Mikrofeminismus ist, fiel mir bei „Lehrerinnen“ und „Kindergärtnerinnen“ auf. Wenn das als bewusst gesetztes generisches Femininum gedacht war, ging das eher nach hinten los.
zum Beitrag17.08.2025 , 23:15 Uhr
Traumata sind tatsächlich eine menschliche Erfahrung, die verbinden könnte, weil eben den Menschen leider sehr eigen. Wenn Sie schon Bessel van der Kolk anführen, wäre anzumerken, dass die Traumatisierung auch Täter betrifft. Bei ihm waren es zB Vietnamveteranen in US. Heute betrifft das zB IDF Soldaten. Was ich eigentlich mitteilen wollte: Ich fand den versöhnliche Ton angenehm, hätte mich gefreut, wenn sie beim Absatz über die jüdischen Berliner/innen auch erwähnt hätten, warum das so ist, dass diese Angst haben, ihr Jüdischsein in Berlin und anderswo offen zu zeigen. Und auch beim 7. Oktober kommen Sie ganz schnell auf Netanyahu. Dabei geht es um das Thema Trauma und da wäre doch nun einiges zu sagen gewesen, wie traumatisierend die Bilder vom 7.10. waren und wie retrsumatisierend es auch sein kann, wenn geleugnet wird, was passiert war (trotz der Videoaufnahmen, mit der die Hamas selbst es dokumentierte). Fand es etwas arg kurz und ungenau an der Stelle, wo sie anderen Trauma-Gruppen mehr Raum gaben.
zum Beitrag13.08.2025 , 20:29 Uhr
Das hört sich wie eine Rechtfertigung an, Terror hat allerdings nie zu Frieden geführt. Die Intifada hat zb jegliche Friedensbemühungen untergraben und Netanyahu groß gemacht.
zum Beitrag13.08.2025 , 20:13 Uhr
Wie ich schon sagte: die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation. Ich kann nicht nachvollziehen , warum von propalästinensischer Seite zum Teil Sympathien oder Verständnis für die Hamas geäußert wurden und immer noch werden. Allerdings haben ja selbst Teile der israelischen Armeeführung gesagt, dass die Hamas im Prinzip in Gaza inzwischen militärisch geschwächt bis besiegt ist, was wiederum die Frage aufwirft, welches Ziel Netanyahu verfolgt, indem er den Krieg einfach nur weiterführt. (Die Frage ist eher rhetorisch)
zum Beitrag13.08.2025 , 10:20 Uhr
Schade, wenn die Kolumne nicht weitergeht. Wobei es realistischerweise so ist, dass diejenigen, die sich von Waldorf und Anthroposophie - aus welchen Gründen auch immer - angezogen fühlen, meistens nur positiv Bestätigendes suchen. Und die Erleuchteten fühlen sich eh erhaben über Kritik. Gerade in der Einstiegsphase werden kritische Meinungen wie Ihre ignoriert oder als Einzelfälle abgetan. Die taz erfüllt mit einer anthroposophiekritischen Kolumne allerdings einen wichtigen Auftrag, wo sie mit ihrer Anthro-Werbebeilage ja sonst eher für deren Normalisierung steht. Wobei ich es auch ein bisschen ungerecht finde, sich nur auf Anthroposophiekritik zu beschränken, man sollte schon über alle wunderlichen Auswüchse von Weltanschauungen wie Katholizismus, Islam usw berichten. Auch sie betreiben pädagogische Einrichtungen und infiltrieren Kinder und Jugendliche. Ich würde ja gerne meine vielfältigen Erfahrungen beschreiben, aber wenn ich die Kommentare hier lese, nur unter Pseudonym.
zum Beitrag13.08.2025 , 10:01 Uhr
Weiß nicht- in diesem Krieg bin ich bei Bildern und Zahlen sowieso extrem skeptisch. In diesem Krieg gab es von Anfang an ständig Maximalaussagen, wie die, dass die IDF die moralischte Armee der Welt sei, oder dass die Hamas die Befreiung der Palästinenser möchte. Und wenig überraschend: Natürlich ist die IDF nicht die moralisch hochrangige Armee, sondern steht nun zurecht unter Verdacht, Kriegsverbrechen begangen zu haben und zu begehen. Sie ist aber keine Terrororganisation, sie führt aus, was Netanyahu und seine rechtsextremen Minister fordern, die den Krieg aus ideologischen Gründen nicht beenden wollen (und Netanyahu auch wegen seines politischen Überlebens). Das begreifen in Israel immer mehr Leute, deshalb protestieren inzwischen auch Armeeangehörige gegen den Krieg. Die Hamas wiederum hat nie im Interesse der palästinensischen Bevölkerung in Gaza gehandelt, sondern ist eine islamistische Terrorgruppe. Wer das vorher nicht begriffen hat, müsste doch inzwischen sehen, dass die lieber ihre Spielchen spielen und um ihr politisches Überleben kämpfen, als für die Menschen in Gaza etwas zu tun.
zum Beitrag08.08.2025 , 10:42 Uhr
Na, wenn ich meinen Bizeps nicht vergrößere, dann helfe ich dem Patriarchat, weil ich eine zierliche und kleine Frau bleibe. Das sagt der Artikel. Mehr oder weniger.
zum Beitrag08.08.2025 , 10:36 Uhr
Ich fand die Haltung der katholischen Kirche zu Schwangerschaftsabbrüchen immer schon scheinheilig und gefährlich für Frauen. Bin deshalb mit 18 Jahren sofort ausgetreten. Mit Ruhm hat sich die Kirche wahrlich nicht bekleckert, wenn man sich historisch anguckt, wie mies kirchliche Institutionen Frauen, die ein unehelich und/oder ungewolltes Kind bekamen, behandelte. Und wie schlecht sie auch die geborenen Kinder behandelte. Man würde meinen, wenn es der Kirche darum ginge, Leben zu schützen und es Frauen leichter zu machen, sich auch für ein ungewolltes Kind zu entscheiden, müsste sie diesen Frauen Hilfen anbieten, noch und möchte, und ihre Entscheidung dann aus christlicher Nächstenlieber auch tolerieren, egal wie sie ausfällt. Doch sie setzt dann doch lieber auf Repression. Und statt auf Gynäkologen zu hören, maßregelt sie einen Mediziner, den man in seinem Engagement nur bewundern und unterstützen kann.
zum Beitrag08.08.2025 , 10:21 Uhr
Es gibt die ELSA-Studie, die dies untersucht hat. Da das Ergebnis der konservativen Agenda nicht passt, mag man aber die Ergebnisse nicht so recht veröffentlichen:
taz.de/Studie-zu-S...bruechen/!6104473/
zum Beitrag07.08.2025 , 21:53 Uhr
Ja eben. Ich bin heute gönnerhaft drauf und gönne Männern ihren größeren Bizeps. Und Trizeps. Und so weiter.
zum Beitrag07.08.2025 , 14:14 Uhr
So‘n Mist dieser muscle gap. Jetzt muss ich mit Männern auch noch um deren Bizeps konkurrieren. Ich dachte, es reicht, dass ich intelligenter bin als die.
zum Beitrag07.08.2025 , 13:44 Uhr
Juristisch ist das kompliziert. Vom Sinnzusammenhang ebenfalls. Nennt man sowas nicht dog whistling? Also definitorisch heißt das doch, Parolen zu nutzen, die historisch gesehen entweder „harmlos“ sind oder sogar auch von der Gegenseite genutzt werden? Die aber unter Insidern ganz klar was Abgesprochenes bedeuten, in diesem Fall, dass Palestine vom Meer bis zum Jordan frei von jüdischen Israelis und Minderheiten wie Christen oder Drusen sein soll. Oder auch von arabischen Israelis, die Israelis bleiben wollen. Wo die hinsollen, ist der Fantasie überlassen. Aber man ahnt es.
Gestern sah ich eine Frau mit T-Shirt „Antifascim international. Antizionism international.“ das fand ich ähnlich schwierig, ja, klar kann man gegen Zionismus sein, aber „Zionisten“ ist wiederum ein Begriff aus Sowjetzeiten, der Juden generell meinte, und damit gleichzeitig suggerierte, das sei nicht antisemitisch, Weil ja „nur“ gegen Zionisten. Und Zionismius ist im Gegensatz zum Faschismus nicht per se menschenfeindlich, sondern bedeutet unterschiedliches.
Man würde sich mehr Reflexion weniger Parolen wünschen. Naiv. Ich weiß.
zum Beitrag06.08.2025 , 10:12 Uhr
Weiß schon, dass das ein lustiger Text sein soll, obwohl ich finde, er ist eher so betulich lustig. Zu beifallsheischend. Und sorry, mich stört halt der grundsätzliche Denkfehler darin.
zum Beitrag06.08.2025 , 10:08 Uhr
Also ich glaube inzwischen, es gibt wichtigere Themen als das Gendern. Man muss echt nicht jedes Stöckchen aufnehmen, das einer von konservativer Seite hingeworfen wird. Vielleicht lenkt das von wichtigeren Themen ab - so nach dem Motto: gib ihnen Kulturkampfthemen, dann sind sie abgelenkt.
Aber rein inhaltlich: Sprache macht nicht mit * oder Binnenstrich oder gendergap alle Gruppen sichtbar. Da sind trotzdem jede Menge gesellschaftliche Gruppen außen vor. Statt krampfhaft immer mehr Zeichen zu erfinden, die Sprache angeblich noch inklusiver machen, wäre es - und wir sprechen hier von Behördentexten - doch gut so verständlich und neutral wie möglich zu sein. Das Gendern kommt nun mal eher aus dem akademischen Kontext, wo es teilweise in fast stalinistischer Sprachpolizeimanier allen aufgezwungen wurde. Ja, harte Wortwahl, aber auch ich kenne zahlreiche Beispiele, wie Arbeiten von Studis abgewertet wurden, weil die sich nicht genügend mit “gender gerechter Sprache” auseinandersetzten, sie angeblich nicht richtig, nicht umfassend genug anwendeten, oder das generische Maskulinum eben okay fanden. Das kann ja auch nicht sein.
zum Beitrag02.08.2025 , 14:44 Uhr
Danke für beide Links. Wesentlich differenziertere Aussagen von Anelung als der Geburtstagsgruß hier, der sich an Rowling nur mit den üblichen Schlagworten und Verdrehungen abarbeitet.
zum Beitrag29.07.2025 , 09:49 Uhr
Erfreulicherweise ist die taz ja nicht das Zentralorgan der Anthroposophen und die Leserschaft recht divers, daher gibt es anthroposopiekritische Artikel und Kommentare - ob Ihnen das passt oder nicht.
zum Beitrag27.07.2025 , 11:46 Uhr
Da gibt’s im Übrigen auch eine Verbindung zur Anthroposophie, aus deren “Medizinvorstellungen” sich Hamer bediente, und gleichzeitig tummeln sich auch viele Angänger gleichzeitig in der Anthroposophen/Waldorfblase und in der GNM. Wundert mich , dass das im Artikel gar nicht thematisiert wird.
zum Beitrag24.07.2025 , 14:38 Uhr
Ich konnte das Misstrauen in Israel gegen bestimmte NGOs nach bestimmten Enthüllungen anfangs sogar nachvollziehen, aber inzwischen ist ein Punkt erreicht, an dem sich Israel tatsächlich nur noch ins Unrecht setzt. Auch die Weigerung, unabhängige journalistische Berichterstattung in Gaza zuzulassen, ist nicht tragbar.
zum Beitrag24.07.2025 , 14:20 Uhr
Fast schon exemplarisch Ihr Kommentar. Wie schnell die Kritik dann doch immer entgleitet, wenn es um Israel geht. Diese Anspielung auf Yad Vashem ist völlig daneben und zeigt, was an der „Israelkritik“ so schnell schief läuft. Ohne einen deftigen Holocaustvergleich geht es halt dann doch immer nicht bei den meisten, die dann aber auf keinen Fall antisemitisch sein wollen. Was diese hohlen Worte und Dämonisierung für die Menschen in Gaza bringen soll, erschließt sich mir schon seit dem 7. Oktober nicht.
zum Beitrag24.07.2025 , 13:59 Uhr
Klar kann man argumentieren, dass diese Israelis eine Kreuzfahrt machen*, während in Gaza soviel Leid ist, sei schlimm, und deswegen habe man ein Zeichen setzen wollen. Aber im Moment machen alle möglichen Leute aus allen möglichen Ländern Urlaub, auch auf Syros, obwohl überall soviel Leid ist. Kommt mir also doch zweierlei Maß vor. Sie nehmen ja auch nicht alle Amerikaner in Kollektivhaftung für Trump und lassen sie nicht auf die Insel. Wurde jedenfalls bisher nicht berichtet.
Wollte man Israelis also nicht auf die Insel lassen weil sie Israelis sind? Hat für mich tatsächlich einen antisemitischen Beigeschmack, ist heuchlerisch und reines virtue signalling.
* (ich persönlich finde Kreuzfahrten an sich fragwürdig, egal wer sie macht)
zum Beitrag22.07.2025 , 11:08 Uhr
Der Beitrag fragt, ob die Menschen inzwischen so abgestumpft sind, dass journalistische Beiträge über Gaza sie emotional nicht mehr erreichen. Ich denke, es liegt erstens eher daran, dass es soviel Konflikte, Kriege und Hiobsbotschaften gibt, die eine ständige Aufmerksamkeit erfordern, was man nur durch Filterung und Ablenkung erträgt. Zweitens ist es im Nahostkonflikt und Gaza-Krieg so, dass mehrere Wahrheiten nebeneinander stehen, und jede Seite versucht, die andere zu entmenschlichen, statt Lösungen zu reflektieren. Drittens wird ständig für noch immer mehr Empörung und Emotionalisierung in der Berichterstattung gesorgt, die sich manipulativ anfühlt (auf beiden Seiten des Konflikts). Das führt eher zur Abwehr.
Ein Beispiel besserer Berichterstattung und journalistischer Reflexion war vor kurzem der Essay von Tomas Avenarius in der SZ: www.sueddeutsche.d...ael-hamas-e704768/
zum Beitrag22.07.2025 , 11:06 Uhr
Gegenprotest ja, gute Idee an dieser Stelle, aber die Umsetzung nur „Scheiß AfD“ zu schreien bzw. zu singen, fand ich unoriginell. Man hätte doch lieber laut „Freude schöner Götterfunken“ abspielen, oder Techno. Rave against AfD.
zum Beitrag22.07.2025 , 10:58 Uhr
In einem anderen Beitrag (bei Karim El-Gahwary) wurde ja gefragt, ob die Menschen inzwischen so abgestumpft sind, dass journalistische Beiträge über Gaza sie emotional nicht mehr erreichen. Ich denke, es liegt erstens eher daran, dass es soviel Konflikte, Kriege und Hiobsbotschaften gibt, die eine ständige Aufmerksamkeit erfordern, was man nur durch Filterung und Ablenkung erträgt. Zweitens ist es im Nahostkonflikt und Gaza-Krieg so, dass mehrere Wahrheiten nebeneinander stehen, und jede Seite versucht die andere zu entmenschlichen. Drittens wird ständig für Empörung und Emotionalisierung in der Berichterstattung gesorgt, die sich manipulativ anfühlt (auf beiden Seiten des Konflikts). Das führt eher zur Abwehr.
Ein Beispiel besserer Berichterstattung und journalistischer Reflexion war der Essay von Tomas Avenarius in der SZ: www.sueddeutsche.d...ael-hamas-e704768/
zum Beitrag19.07.2025 , 11:07 Uhr
Ja, diese Einschätzung teile. Ehrlich gesagt finde ich nicht mal, dass Merz international eine gute Figur macht.
zum Beitrag17.07.2025 , 14:37 Uhr
Die sind nicht haarsträubend, nur wenn man etwas hineininterpretiert, was da nicht steht. Es geht bei der Frage der Menschenwürde des Fötus um eine Abwägung mit der Menschenwürde der Mutter.
zum Beitrag17.07.2025 , 14:22 Uhr
Ja ich meinte natürlich Befriedung. Das war Autokorrektur.
Anders formuliert denke ich, dass Brosius-Gersdorf nicht zu Lanz gegangen wäre, wenn sie sich die Option auf das Amt hätte unbedingt erhalten wollen. So hat sie sich natürlich noch mehr exponiert, mehr Angriffsfläche geboten, und wird für sich klarmachen, ob sie dem Druck standhalten will.
zum Beitrag17.07.2025 , 14:10 Uhr
Rein theologisch gesehen finde ich es nicht gut, Gott um so Banales wie Fußballsiege zu bitten im Gebet. Wo man doch lieber für Weltfrieden beten könnte, wenn man denn gläubig ist und einen Draht zu Gott hat. Und obwohl ich selbst nicht sehr gläubig bin, bin ich mir sicher, dass Gott diese rein performativ-selbstdarstellerische Exponierung des eigenen Glaubenssystens, egal ob bei christlichen oder muslimischen Fußballspieler*innen, sonderlich mag.
zum Beitrag17.07.2025 , 13:52 Uhr
Ganz lieben Dank für die Antwort und Erläuterung Ihrer Erfahrungen. Ich hatte mich wegen des Artikels auch noch gefragt, warum die Frauenarztpraxen nicht explizit auf ihren Websites vermerken, dass sie auch für Transpersonen offen sind, wenn sie es sind. Welche Einwände es dagegen gibt, dies zu tun, ist mir unklar. Ob das was rechtliches ist. und dann bin ich mir nicht sicher, ob es andererseits überhaupt für Betroffene hilfreich wäre. Aber wahrscheinlich schon.
zum Beitrag17.07.2025 , 11:35 Uhr
Ja, das ist eine nachvollziehbar schwierige Situation, als Transmann in eine gynäkologische Praxis gehen zu müssen, eine Alternative wären vielleicht spezialisierte Zentren, aber dafür ist die Anzahl von Transpersonen in der Bevölkerung zu gering, dass sich das für die Ärzte finanziell lohnt. Der Artikel zeigt auch keine Lösung für das Dilemma auf. Außer eben eine sensible Ärztin/Arzt zu finden - das ist aber für alle Patientinnen oft nicht so einfach. Es gibt jedoch eine Liste transfreundlicher Praxen. So zur ersten Übersicht. Auch beim Problem der Inklusion finde ich den Artikel ungenau. Die Berufsbezeichnung der erwähnten Praxis in Leipzig ist natürlich Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Geburtshilfe hat die erwähnte Ärztin in ihrer Ausbildung erlernt und sie betreut Schwangerschaften bis zur Geburt und danach. Frauenärztin ist keine alternativer, sondern ein umgangssprachlich etablierter Begriff. Frauenarztpraxen umzubenennen dürfte auf Widerstand von Frauen stoßen.
Wie ist die Situation von Transfrauen? Ist deren medizinische Versorgung nicht sogar noch schwierig, da sie gynäkologisch und andrologisch betreut werden müssten? Was mich stutzig
zum Beitrag16.07.2025 , 22:16 Uhr
Ich denke, um das alles mal richtig zu stellen, war der Auftritt bei Lanz richtig. Aber zur Befriedigung war es falsch, das zu tun. Frau Brosius-Gersdorf hat sich damit zu sehr exponiert. Das sage ich mit aller Abscheu gegen die Kampagne, die da gefahren wurde, und voller Achtung vor dem Mut dieser Frau.
zum Beitrag16.07.2025 , 22:02 Uhr
Humor ist nicht so ihr Ding, wa.
zum Beitrag16.07.2025 , 11:18 Uhr
Bayern hat späte Sommerferien und den Söder, dafür isses dort insgesamt blöder.
zum Beitrag16.07.2025 , 10:20 Uhr
Ja gut, anscheinend ist das Interview ein bisschen veraltet, denn Klöckners Bemerkung mit NGO und Kirche angesichts der Kritik an Merz Vorgehen ist ja nun eine Weile her. Aktuell haben sich einige Kirchenvertreter darauf eingelassen, Diffamierungen zum Thema Schwangerschaftsabbruch, die aus der rechten Ecke kamen, zu reproduzieren. Da würde ich tatsächlich Matthias Miersch Recht geben - das war sehr unchristlich. Und da man gesehen hat, wie sich nun wiederum Teile der CDU und CSU hierbei hier dann doch auf die Kirche berufen, weil es in die eigene Agenda passt, keine Rede mehr von NGO, sollte man als Kirche daraus lernen, sich nicht instrumentalisieren zu lassen.
Ich halte viele Positionen in der katholischen Kirche aus wissenschaftlicher und moralischer Sicht für falsch. Daher bin ich froh, dass sie mittlerweile eher Minderheiten Meinung sind.
zum Beitrag16.07.2025 , 10:02 Uhr
Ernst gemeinte Frage: Wenn Sie christliche Werte hochhalten, halten Sie die AfD dann für wählbar?
(Frau von Storch von der AfD hat sehr viele menschenfreundliche und eher unchristliche Aussagen getätigt. Und ihre aktuellen Aussagen zum Thema Schwangerschaftsabbruch entsprechen auch nicht den Positionen der christlichen Kirchen (die ja auch z T sehr unterschiedlich sind) sondern sind inhaltlich unwahr und reine Propaganda).
zum Beitrag16.07.2025 , 09:46 Uhr
Wie schon an anderer Stelle bemerkt, wage ichzu prophezeien, dass Brosius-Gersdorf wahrscheinlich zurückzieht. Im anschließenden Gespräch von Lanz, Anna Lehmann und Marc Serrao von der NZZ merkte man bei Letzterem, dass die buzz words und Diffamierungen einfach zu stark verfangen haben. Obwohl im Gespräch davor ja sehr klar die juristischen Positionen erklärt worden waren.
Dazu kommt, dass Brosius-Gersdorf dann an den Koalitionsvertrag erinnert hat, in dem die Übernahme der Schwangerschaftsabbrüche durch Krankenkassen anvisiert ist. Das wird der CDU, in deren Richtung ist ein positives Signal sein sollte, wohl eher nicht schmecken. Sollte Brosius-Gersdorf zurückziehen, könnte die SPD eine wirklich linke und lieber Juristin als Kandidatin aufstellen, die vielleicht öffentlich nicht ganz so exponiert ist, und angesichts all der politischen Spielchen fände ich es durchaus auch in Ordnung, wenn die SPD als Gegenleistung den Rücktritt Spahns von der CDU einfordert.
zum Beitrag16.07.2025 , 09:35 Uhr
Ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee war, dass Brosius-Gersdorf gestern bei Lanz war. Bei dem anschließenden Gespräch zwischen Lanz, Anna Lehmann und dem Redakteur der NZZ, sorry Name grade nicht parat, merkte man bei Letzterem, dass sich die Rechte auf diese Kampfbegriffe so sehr eingelassen hat und da kaum wieder runterkommen wird, egal, wie sachlich man es juristisch erklärt. Dazu kommt, dass das mit dem Koalitionsvertrag wahrscheinlich eher der CDU negativ auffallen wird. Das hätten die gerne vertuscht, aber nun hat es Brosius-Gersdorf ausgesprochen, dass diese Position zum Schwangerschaftsabbruch und deren zukünftige Übernahme durch Krankenkassen auch im Koalitionsvertrag mainstream ist. Oh weia. Ich hatte den Eindruck, dass Brosius-Gersdorfnach einer Möglichkeit sucht, sich zurückzuziehen. Klug wär’s in dem Fall, wenn die SPD dann eine Kandidatin aufstellt, die sich öffentlich vielleicht nicht ganz so exponiert hat, aber liberale Ansichten vertritt, vielleicht nicht nur Gesellschaft politisch, sondernauch in Sachen Wirtschaft.
zum Beitrag16.07.2025 , 09:27 Uhr
Zur Versachlichung der Debatte würde auch beitragen, von einem medikamentösen oder operativen Schwangerschaftsabbruch zu sprechen.
zum Beitrag15.07.2025 , 09:39 Uhr
An Ihrer Recherchetechnik müssen Sie noch arbeiten. Dieses Portal corrigienda ist rechtslastig und nimmt diese Stelle heraus, weil sie sich erstmal so anhört wie sie es offensichtlich auch verstanden haben. Wenn man die ganze Passage zum Beispiel im Bericht für das BMFSJ liest, versteht man, dass es um eine Abwägung geht. Lesen Sie mal weiter, denn unten auf genau der Seite den Kommentar einer Jurastudentin dazu. Das ist sehr spannend, wie sie das auseinander nimmt. Es geht hier nämlich eher um eine juristische Diskussion der Frage, wie man die Menschenwürde des Fötus und die Menschenwürde der Mutter abwägen muss.
zum Beitrag15.07.2025 , 09:32 Uhr
Na, ich würde mal vermuten, dass sie es gecheckt haben und deshalb die Kampagne gestartet haben. Mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch lässt sich stärker emotionalisieren. Beim Thema AfD Verbot hätten Sich zum Beispiel Teile der Kirche - vermutlich- auch nicht zu Wort gemeldet.
zum Beitrag14.07.2025 , 22:42 Uhr
Danke! Habe es mal überflogen. Der arme Benjamin und Bibi Blocksberg sollen nicht das Prädikat wertvoll bekommen sagt der Autor. Frechheit. Aber den einen Satz kann ich nur unterstreichen: „Im Kern ist Karla Kolumna allerdings ehrlich und "gut". Merci.
zum Beitrag14.07.2025 , 22:30 Uhr
Interessant diese Recherche. Zu Spahn: Welche Studie ist da gemeint und was kam da heraus? Ich habe nur die ELSA-Studie im Kopf, die auch in Spahns Bereich fiel. Da kam ja heraus, dass aus medizinischer und juristischer Sicht eine Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen sinnvoll wäre. Das Ergebnis passte Spahn nicht, deshalb wollte er den Empfehlungen nicht folgen.
zum Beitrag14.07.2025 , 12:34 Uhr
Sorry, wenn ich das so sage, aber für mich (und wie erst für Gen Z oder Millenilas) klingt das alles wie "Opa erzählt vom Krieg" (klingt ja nicht nur so, ist ja so). Sehr weit ausgeholt, ohne irgendeine praktikable Alternative außer Straßenmusik und DJ anzubieten (beides übrigens sehr löbliche Alternativen), ist irgendwie immer so unbefriedigend. Kurzum: Da Mephisto erwähnt wurde. Ich habe mein Spotify-Konto schon längst gelöscht, aus allen möglichen Gründen, aber Musik-Streamen würde mir fehlen, daher für die mir am wenigstens schlimmste unter allen schlimmsten Portalen erscheinende Alternative entschieden. Ansonsten halte ich mich mit dem Singen und Nachspielen meiner Lieblingsmusik und ab und zu eine Platte auflegen über Wasser :)
zum Beitrag14.07.2025 , 12:25 Uhr
Ja genau, das ist mir an dem Interview auch aufgefallen. Für einen Moment dachte man, wow, eine Deckelung von Seiten der CDU, das wäre ja mal ein Fortschritt, aber nö, dann wurde natürlich wieder ein absurdes Beispiel genommen, das zeigt, wie leicht es angeblich Bürgergeldempfänger es haben. Die Tragik von Merz ist, dass er trotz seiner Tiraden, die ja das rechte Spektrum seiner Partei befrieden soll, dort eben nicht befriedet, weil er Versprechen gegeben hat, die er nicht einlösen kann, weil sie von vornherein zum Scheitern verurteilt waren. Außerdem hat Merz einfach eine Menge extrem schlechter und unloyaler Mitarbeiter. Namen muss ich, glaube ich, keine nennen.
zum Beitrag14.07.2025 , 10:41 Uhr
Benjamin Blümchen. Tauchte der schon mal als Antifa-Held oder Kämpfer für queere Rechte auf? Das würde eigentlich passen. Habs aber noch nicht recherchiert.
zum Beitrag14.07.2025 , 10:31 Uhr
Ich wüsste nicht, warum sich Brosius-Gersdorf zurückziehen sollte. Sie gehörte einer Kommission an, die sich mit Paragraph 218 und 219 sowie reproduktiven Fragen wie Leihmutterschaft und Eizellspende beschäftigen sollte. Darin hat sie sehr genau die rechtlichen Rahmenbedingungen dargestellt und abgewägt. In Auftrag gegeben war das genau wie die ELSA-Studie vom BMFJS. Man hätte die Juristin sicherlich nicht in diese Kommission berufen, wenn man sie für inkompetent halten würde. Insofern ist es wohl eher Spahn, der zurücktreten sollte.
Hier der Bericht der Kommission. Unglaublich, wie verdreht das dargestellt wurde, was Brosius-Gersdorf dort schreibt.
www.bmfsfj.de/reso...gsmedizin-data.pdf
zum Beitrag14.07.2025 , 10:01 Uhr
Hier der Link zur Umfrage, die vom BMFSJ stammt: www.bmfsfj.de/reso...estimmung-data.pdf
Und ja, auch 65% der Katholiken sind hier dafür, dass Schwangerschaftsabbrüche bis zur 12. SSW legal sind. Man kann doch gerne für sich entscheiden, Schwangerschaftsabbrüche abzulehnen, diese Meinung muss man dann jedoch nicht anderen aufdrücken. Nur extremistische selbsternannte Lebensschützer wollen wieder zurück in eine Zeit, in der Frauen illegal und unter Lebensgefahr Schwangerschaftsabbrüche erleben mussten.
Sie plappern hier übrigens auch nur wieder nach, was von rechter/rechtsextremer Seite kolportiert wird, was Brosius-Gersdorf angeblich gesagt hat. Bei der Frage der Menschenwürde des Ungeborenen geht es eher um eine Abwägung gegen die Menschenwürde der Mutter des Ungeborenen, die verfassungsrechtlich zu diskutieren wäre. Es wäre schön, wenn katholische Männer sich ähnlich engagiert für geborenes Leben einsetzen würden.
zum Beitrag13.07.2025 , 16:00 Uhr
Gerechter wäre ein Rentensystem, das auf mehreren Säulen basiert wie in der Schweiz. Eine staatliche Grundrente, die einen auskömmlichen Mindestsatz und sinnvollen Höchstsatz bietet. Beitragsfinanziert. Dann eine zweite Säule, die aus Betriebsrente uä berechnet obendrauf kommt, und eine weitere Säule, die privat finanziert wird, zb über Aktienkauf. Auf Säule 2 und 3 muss je nach Höhe Steuer gezahlt werden, auf 1 nicht. Wäre gerechter. Ich kenne viele, die auf viele Beitragsjahre kommen und trotzdem bei 900€ landen. Ist dann sehr bitter.
zum Beitrag13.07.2025 , 15:31 Uhr
Ihre Frage danach, wann die taz einen ähnlichen Fragenkatalog an andere Verleger oder Verantwortlichen eines Medienkonzern schicken wird, suggeriert, dass das etwas ganz besonderes wäre. Als ob das jetzt speziell dem armen Herrn Friedrich zugemutet wurde. Da fallen sie nun aber echt auf dessen Opferdiskurs rein… Das ist im Journalismus ein absolut übliches Verfahren, wenn zum Beispiel ein Interview nicht zu Stande kommt, einen Fragenkatalog zu schicken. Interessant ist doch eher, warum Friedrich diese Fragen nicht einfach transparent beantwortet hat.
zum Beitrag13.07.2025 , 14:36 Uhr
Ich verstehe @BrendanB so, dass der Mensch sich immer in Gruppen organisiert hat, Horden, Stämme, whatever, eben bis hin zu Nationen der neueren Zeit. Würde ergänzen, dass das z T aus bewusst gewählter oder von außen auferlegter Kriterien ergeben, aber natürlich eben Konstrukte sind. Die Homogenität ist daher meist nur in der Abgrenzung gegeben. Der Weltstaat ist jedoch ein Konstrukt, das es so nie in der Wirklichkeit gegeben hat. Zumindest nicht mit Menschen.
zum Beitrag13.07.2025 , 14:20 Uhr
Mich hätte der rechtliche Rahmen stärker interessiert - angesichts dessen, dass Leihmutterschaft hier in D verboten ist. Wie wird das gelöst? Wie wird das amerikanische Kind hier als Kind der genetischen Eltern anerkannt? Gilt das als Auslandsadoption oder ist es anders geregelt?
Mein Verständnis für die Hauptprotagonistin hält sich in Grenzen. Reell gesehen kauft sie sich ein Kind. Es ist sicher nett gemeint, aber nachhaltig (als im Nachhaltigkeitsbereich arbeitend wird sie beschrieben) ist es nicht, emanzipatorisch auch nicht, sich von einer ärmeren Frau in USA ein Kind austragen zu lassen.
Ethisch finde ich es einen schwierigen Bereich.
zum Beitrag13.07.2025 , 11:46 Uhr
„Man muss nicht nur bösartige Absichten haben, sondern auch unfähig sein, sie umzusetzen.“
Pointierter Satz, wobei Spahn seine bösartigen Absichten ja durchaus umgesetzt hat, nur ging’s eben auch nach hinten los.
zum Beitrag12.07.2025 , 13:03 Uhr
Wenn die SPD glaubwürdig bleiben will, sollte sie an Brosius-Gersdorf festhalten. Der Frau ist nichts vorzuwerfen. Und einem Untersuchungsausschuss gegen Jens Spahn wegen der Maskenaffäre sollte die SPD auch zustimmen. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt. Und damit täte sie Merz sogar einen Gefallen, denn Spahn scheint ja eher gegen ihn als für ihn zu arbeiten. Ein Rücktritt ist eigentlich das einzig richtige für Spahn.
zum Beitrag04.07.2025 , 10:31 Uhr
Der Beitrag liest sich erstaunlich zu kurz gefasst in der Analyse. Natürlich berührt die persönliche Geschichte des Autors, aber es liest sich, als ob einer tatsächlich a die Geborgenheit der Eliteuniversität glaubte und erst nach dem 7.10. merkte, wie es brodelte. Aber die Polarisierung der Gesellschaft war schon vorher da, hat den Trumpismus bestärkt, und gleichzeitig diese akademische linke Selbstgerechtigkeit mit ihrer schablonenhaften Denke hervorgebracht.
zum Beitrag04.07.2025 , 10:22 Uhr
Ich kann mich noch gut an das 10€ pro Quartal Projekt erinnern. War nervig und hatte nicht die Wirkung, die es haben sollte. Sonst wäre es ja nicht wieder abgeschafft worden .
Die Medizin ist nun mal inzwischen sehr spezialisiert. Selbst beim Zahnarzt ist das ja inzwischen so, dass man für Implantat oder Endodontologie lieber zum Spezialisten geht. Hausärzte bräuchten mehr Zeit und bessere Vergütung, um diese Lotsenfunktion zu erfüllen. Ich finde, diese Überweisungspflicht ist eine Gängelung und lenkt ab von den eigentlichen Problemen, zb Zweiklassenmedizin und Vergütungsungerechtigkeit bei Ärzten
zum Beitrag03.07.2025 , 10:35 Uhr
Ich würde Friedrich Merz gar nicht mal als Fettnäpfchentreter sehen. Fettnäpfchentreter haben ja für gewöhnlich einen Punkt und legen den Finger in die Wunde. Er dagegen ist sehr engstirnig und keiner, der reflektiert und versöhnlich agiert. Den wichtigsten Satz finde ich daher den von André Lehmann „Ich möchte den Bundeskanzler daran erinnern, dass er von einer Verfolgtengruppe des Nationalsozialismus spricht, die auch noch in der Bundesrepublik lange Zeit unterdrückt und kriminalisiert wurde.“ Daran sollte Merz auch in den Talkshows mal häufiger erinnert werden, wo er doch angeblich gegen nationalsozialistische Tendenzen einstehen will.
zum Beitrag02.07.2025 , 13:47 Uhr
Naja, da hat auch dieses indische Start-up für Online- und Auslandsstudienvermittlung einen Anteil an der Misere. Die scheinen mit der IU zu kooperieren und klar, das ist ein Geschäftsmodell, wie bei den meisten Privatunis. Einen Studiensbschluss kann man sich jetzt in jedem Fach kaufen. Qualität kann man da kaum erwarten. Es müsste Regulierung, Transparenz und vor allem eine zentrale Beratungsstelle für ausländische Studierende geben.
zum Beitrag24.06.2025 , 12:49 Uhr
Da irren Sie sich. Hier ein sehr lesenswerter Artikel der Bpd zum Thema Iran und Antisemitismus:
www.bpb.de/themen/...ranischen-regimes/
Ich zitiere:
„Raisi beaufsichtigte in seiner Zeit als Direktor bis 2019 laut der Anti Defamation League die Produktion eines 50-teiligen Dokumentarfilms unter dem Titel Des Teufels Plan, der eine aktualisierte Illustration des antisemitischen Klassikers Die Protokolle der Weisen von Zion darstellt, die von der Razavi-Stiftung früher in Druckfassungen verbreitet wurden.„
zum Beitrag23.06.2025 , 18:53 Uhr
Verstehe diese Aggro-Bemerkung nicht. Ich habe den Artikel in der NYT verlinkt. Er ist gut recherchiert. Hätte ich Wikipedia zitiert, hätte ich dies verlinkt :)
zum Beitrag22.06.2025 , 15:08 Uhr
Es gibt dazu einen empfehlenswerten Artikel in der NYT, in dem es darum geht, wie die trans Bewegung auf dieses Urteil setzte und warum das schiefgegangen ist. U.a. Weil die Studienlage für Pubertätsblocker eben nicht so eindeutig ist.
www.nytimes.com/20...ource=articleShare
zum Beitrag11.06.2025 , 09:50 Uhr
Dass die Hamas Lieferungen „abgezweigt“ habe, klingt seltsam harmlos. Sind das nicht die, die Gaza untertunnelt haben und Raketen aus Wasserrohren bauten? Die den 7.10. und damit auch die Folgen zu verantworten haben? Und dann gibt es die nun mutmaßlich von Israel unterstützten Kriminellen Clanmitglieder, die (auch) abzweigen bzw. plündern. Dass Netanyahu das laufen lässt, wundert wohl niemanden. Warum die palästinensische Seite auch nach 80 Jahren nie eine demokratische, nicht korrupte, nicht kriminelle, nicht islamistische Führungsriege fand, die mit Israel verhandeln würde und statt Maximalforderungen auf Koexistenz gesetzt hätte, wird dagegen selten thematisiert. Dabei ist das Teil der Tragik.
zum Beitrag24.05.2025 , 13:48 Uhr
Ich würde es für zielführender halten, eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Judenhasses und des Antisemitismus im Unterricht zu fördern. Bei der persönlichen Familiengeschichte ist doch eher mit Abwehr zu rechnen.
zum Beitrag24.05.2025 , 13:37 Uhr
So ganz egal ist mir das Privatleben von Frau Reiche insofern nicht, als dass sie das Kreuz sehr plakativ um den Hals trägt und sich über die gleichgeschlechtliche Ehe mokierte, also Lebensentwürfe anderer Menschen angreift, aber selbst Toleranz einfordert. Hoffentlich unterlässt sie als Wirtschaftsminister gesellschaftlichspolitische Ansagen. Die angekündigte Rückabwicklung des „Heizungsgesetzes“ ist rein populistisch und nicht inhaltlich begründet. Da zeigt sich doch der Nachteil der fehlenden Karenz.
zum Beitrag22.05.2025 , 10:45 Uhr
Aus meiner Sicht hatte er sich in dem Interview bereits durch diese Aussage über Putin und dessen angebliche Sorge wegen der NATO diskreditiert. Und die Fehleinschätzungen gingen dann genauso weiter.
zum Beitrag22.05.2025 , 10:43 Uhr
Doch, das ist Schwachsinn, dass Putin sich von der NATO bedroht gefühlt haben soll (wobei man natürlich davon ausgehen kann, dass der Mann generell paranoid ist). Der hat diesen Krieg aus imperialen Wahn und zur eigenen Machtsicherung angefangen.
zum Beitrag22.05.2025 , 10:32 Uhr
Die IHRA Definition ist meiner Meinung nach klarer in Bezug auf israelbezogenem Antisemitismus. Die JDA ist so formuliert, dass sie Israel einen besonderen Status unter den Ländern abspricht, was aber doch der Fall ist, da sein Existenzrecht häufig per se in Frage gestellt wird. Boykottaktionen wie die vom BDS haben daher auch weitgehendere Ziele als nur Protest, und gleichzeitig fließen antisemitische Chiffren in die „Israelkritik“ ein.
zum Beitrag21.05.2025 , 10:25 Uhr
Bei der Aussage „ Russland fühlt sich schon lange von der Nato bedroht(…)“ hätte Bax ja mal nachfragen können, aber es ging in diesem Interview wohl nur darum, die üblichen Dichotomien und Vereinfachungen herauszuarbeiten von wegen: Israel böse, Hamas konnte nicht anders. Globaler Süden gut, Westen moralisch fragwürdig. Undsoweiter. Daher wenig Erkenntnisgewinn. Man hätte viele Aussagen Mishrajs hinterfragen können. Wenn man - wie er - kritisiert, dass pro palästinensische Stimmen - angeblich in D - unterdrückt würden, sollte man auch diskutieren, inwiefern manche Narrative dazu führen, dass die Empathiefähigkeit auf beiden Seiten leidet. Wie kommt er zum Beispiel zu der Aussage, dass es völlig egal ist, dass viele Israelis aus dem arabischen Raum stammen. Er müsste doch zumindest reflektieren, dass auch ihre Familien vertrieben wurden. Ebenso dass es auch eine indigene israelische Bevölkerung gibt. All das kann man doch anerkennen , ohne dass man damit das Unrecht, das in Gaza und den besetzten Gebieten geschieht, dadurch leugnet.
zum Beitrag20.05.2025 , 14:27 Uhr
Ach, wissen Sie, der erste Reflex in der Waldorfszene ist meistens, auf die „schlimme Staatsschule“ hinzuweisen. Der zweite Reflex ist der Hinweis auf „gute Waldorfschule“ versus „böse Waldorfschule“, an der „ein anderer Wind weht“. Ist allerdings auch nicht gerade ein QualitätsZeichen für die Waldorfpädagogik. Im Zweifelsfall ist es sehr enttäuschend zu sehen, dass dort an der Waldorfschule auch nur mit Wasser gekocht wird; auf sich allein gestellt ist man meistens, wenn es massive Probleme gibt. Wenn diese in die Öffentlichkeit gelangen, dann distanziert sich der Bund der freien Waldorfschulen, übrigens gerne und ganz schnell von dieser Schule. Angeblich war es dann nicht mal eine echte Waldorfschule. Image ist eben alles. Enttäuschte Ex-Waldorfeltern schämen sich oft, dass es bei ihnen so schief lief und reden dann nicht so offen darüber, wo doch alle anderen Waldorfeltern angeblich so happy sind. Insofern finde ich die Kolumne von Frau Lea sehr gut und spreche in meinem Umfeld auch offen über meine eher schlechten Erfahrungen mit der Waldorfpädagogik.
zum Beitrag20.05.2025 , 13:49 Uhr
Siehe oben.
zum Beitrag19.05.2025 , 22:55 Uhr
Naja das wird von Waldorfseite behauptet. Der höhere sozioökonomische Status gleicht sicherlich vieles aus, was die WaldorfSchule an Input nicht bietet.
zum Beitrag19.05.2025 , 14:02 Uhr
Es liegt der Verdacht nahe, dass Sie ausgerechnet bei einer Kolumne, die die Waldorf Szene kritisiert, die subjektive Sicht kritisieren, als reinen Gefühlsausdruck diffamieren und Fakten einfordern. Fakten liefert Frau Lea übrigens auch siehe erster Teil der Kolumne wo es darum geht, dass der Bund der freien Waldorfschulen erst 2015 eine Beschwerdestelle geschaffen hat und seit 2022 Schulen ein Schutzkonzept erstellen müssen. Das spricht für sich, da äußerst spät. Und erst auf enormen Druck hin. Und es ist ja nun nicht so, dass über die Problemlagen an staatlichen Schulen nicht geschrieben wird.
zum Beitrag19.05.2025 , 10:04 Uhr
In dieser Kolumne geht es um persönliche Erfahrungen. Wissenschaftliche Analysen über die Waldorfpädagogik und ihre Schwächen gibt es bereits einige. (Komischerweise fallen immer die von Heiner Barz oder der anthroposophischen Alanus Hochschule positiv, die von unabhängigen Forschern eher negativ aus)
zum Beitrag19.05.2025 , 09:51 Uhr
Verbohrt und kritikunfähig ist vor allem die Führungsriege, die sich ja meistens der Anthroposophie und Rudi Steiner unterworfen hat und dies in allen Absurditäten verteidigt. Bei den Eltern ist es sehr unterschiedlich, je nach Grad der Gläubigkeit, bei den Kindern und Jugendlichen wird ein kritisch-intellektueller Blick jedenfalls nicht gerade gefördert. Wer in Frage stellt, eckt an. Ich war vor und nach der Waldorfzeit nie wieder in einer so unkritisch-unreflektierten Bubble.
zum Beitrag19.05.2025 , 09:36 Uhr
„Israel wollte nie wie die Hamas sein und bei kriegerischen Handlungen Zivilist*innen ins Visier nehmen. Doch die Unterschiede werden geringer.“
Ach herrje, geht es ein bisschen reflektierter?
zum Beitrag18.05.2025 , 20:21 Uhr
Ja stimmt, die Kommentare hierzu sind sehr interessant. Bei Wikipedia ist die NS-Mitgliedschaft des Opas erwähnt, aber auch, dass der Vater von Merz NS-Prozessen richterlich vorsaß. Wurde das auch schon recherchiert inwiefern das echte Prozesse zur Aufarbeitung von Verbrechen waren? Das wäre ein interessanter Aspekt, denn das hat auf Merz ja vielleicht mehr Einfluss gehabt, wenn der Vater anstoßen anklagte. Harald Welzer hat ein Buch (als co-Autor) mit dem schönen Titel „Opa war kein Nazi“ geschrieben, da geht es genau um diesen Mechanismus, sich als Nachkomme einzureden, Opa war kein Nazi, oder wenn, dann kein richtiger, sondern nur gezwungenermaßen, aber eigentlich war Opa doch so ne Art Wiiderstandskämpfer, wenn auch einer mit Parteiabzeichen.
zum Beitrag18.05.2025 , 19:43 Uhr
Sehr gute Analyse, Frau Lea. Ich rate aus diesen Gründen und weil das pädagogische Konzept nicht so toll ist, wie immer getan wird, und man eben auch diesen esoterischen und zugleich autoritären Touch bedenken muss, von der Waldorfschule ab. Ich finde es sehr gut, dass Sie das alles hier in der taz ansprechen. Durch die Werbebeilage Anthroposophie in der taz hatte sonst die Waldorfpädagogik ja immer so einen Normalitätsanspruch, den sie nicht haben sollte. Mir hätte das damals vor der Entscheidung vielleicht ein paar Denkanstöße gegeben, wenn es Ihre Kolumne schon gegeben hätte. Interessant sind auch die Kommentare der Anthroposophen und/oder Waldis unter jeder Ihrer Kolumnen. Will man echt im schulischen Umfeld mit solchen verbohrten und kritikunfähigen Leuten zu tun haben?
zum Beitrag18.05.2025 , 11:35 Uhr
Ronzheimers Podcast ist unterschiedlich gut. Beeindruckt hat mich sein Interview mit Sahra Wagenknecht letztes Jahr. Er war einer der wenigen Journalisten, der nachhakte und ihr nicht immer ihre unwahren Behauptungen durchgehen ließ. Bei anderen Gesprächspartnern kann er auch peinlich anbiedernd rüberkommen, ich denke da an Karl-Theodor von Guttenberg, wo Ronzheimer ständig dem lieben „K-T“ genehme Fragen stellte. Wie Robin Alexander hat Ronzheimer einen rechten Bias (ähnlich wie manche taz-ner einen Links-Bias haben), hält sich aber an journalistische Grundprinzipien und das macht seinen Podcast hörenswert.
zum Beitrag16.05.2025 , 12:32 Uhr
Bei Putin war und ist es nun sehr eindeutig ein völkerrechtswidriger Angriff und dazu kommt die Beweislage in Butscha und anderen Orten. Israel war zunächst eher in der Situation, sich gegen die Hamas und Hisbollah zu verteidigen müssen. Dazu kommt, dass von Völkermord und anderen Schlagworten schon vor den Angriffen die Rede war. Also es gibt eine gewisse Tendenz, Israel immer das Allerschlimmste zu unterstellen, und dann auch noch mit antisemitischen Stereotypen zu arbeiten. Das gesagt, bin ich allerdings natürlich auch der Meinung, dass das israelische Vorgehen in Gaza vehemente Verletzungen von Menschenrechten und höchstwahrscheinlich auch Völkerrecht gebrochen hat.
zum Beitrag16.05.2025 , 12:24 Uhr
Nein, lesen Sie einfach den Bericht des WSJ.
zum Beitrag16.05.2025 , 12:23 Uhr
Naja leider kann ja beides sein. Karim Khan kam die Anklage entgegen, um von Vorwürfen gegen ihn abzulenken. Wie wir alle wissen, forciert Netanyahu den Krieg in Gaza um sich selbst politisch (und juristisch) zu retten.
zum Beitrag14.05.2025 , 14:49 Uhr
Ich fände es gut, wenn die taz auch den Vorwürfen gegen Karim Khan nachgehen würde. So haben Recherchen des WSJ gezeigt, dass er den Strafbefehl gegen Netanyahu vorangetrieben haben soll, um von Vorwürfen zu sexual misconduct mit einer Bediensteten abzulenken. Ja, als ich davon hörte, war ich mir auch nicht sicher, ob das nun von pro israelischer Seite aufgebracht wird, un Khan zu schaden. Auf der anderen Seite wird in diesem Konflikt aber eben alles gegen alle instrumentalisiert, und insofern finde ich es schon krass, wenn Kahn tatsächlich das Timing, seiner Anklage dermaßen gelegen kam, um von sich abzulenken und gleichzeitig die Unterstützung der palästinensischen Seite zu sichern.
www.wsj.com/world/...rael-gaza-d9bedee3
zum Beitrag22.04.2025 , 16:16 Uhr
Mir fiel da dieser uralte Witz ein, den ich mal hörte. Ich glaube, bei Dalli, Dalli und Hans Rosenthal. Hat mich als Kind lange beschäftigt, was damit gemeint ist.
Was bedeutet Kapitalismus? Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Und wie ist es im Sozialismus? Genau andersherum.
Kleiner Hinweis an die Interviewer: „Vulture Capitalism“ lässt sich statt mit Geier-Kapitalismus natürlich sehr gut mit „Raubtierkapitalismus übersetzen. Das ist ja inzwischen ein gängiger Begriff im Deutschen.
zum Beitrag22.04.2025 , 15:47 Uhr
Ricarda Lang ist eigentlich ein großes Talent der Grünen. Bislang war sie immer auch eine erstaunlich der Realität nahe Politikerin. Nun - da stimme ich dem Kommentar zu - redet sie von einer progressiven Mehrheit, von der unklar ist, worin deren Progressivität besteht und wer das gesellschaftlich ist. Erfahrungsgemäß bezieht sich Progressivität dabei meist auf die sogenannten Nischenthemen. Wichtig wäre ja eher eine möglichst große Mehrheit für Demokratie und Postfossile Wirtschaft zu finden.
zum Beitrag09.04.2025 , 10:07 Uhr
Meine Mutter hatte auch einen Akzent, sprach aber Hochdeutsch. Mein Vater sprach fast nur Dialekt. Bei mir hat das großes Interesse an allem Sprachlichen ausgelöst, insbesondere am Klang der Sprache. Soweit ich weiß, hängt es von der Musikalität und der Fähigkeit zum Eintauchen in eine Sprache ab, wie gut der Klang einer Fremdsprache erfasst und aufgenommen werden kann. Ich kenne viele, die Deutsch als Fremdsprache wirklich nahezu akzentfrei sprechen. Wenn jemand mit starkem Akzent spricht, ist das für das muttersprachliche Gegenüber übrigens auch anstrengend, weil man Wörter zum Teil nicht versteht und es zu Missverständnis kommen kann. Das ist zb im medizinischen Bereich wirklich manchmal herausfordernd. Diesen Aspekt haben Sie im Artikel erstaunlicherweise völlig weggelassen. Die „rassistische Markierung“ ist sicherlich vom Akzent beeinflusst, hängt aber doch auch vom Auftreten, Habitus und letztlich eher auch vom Einkommen ab.
zum Beitrag09.04.2025 , 09:50 Uhr
Sehr gute Anmerkung. Genau, mit dem falschen Dialekt hat man’s auch schwer. Da sieht man gut aus, öffnet den Mund und rauskommt einer der Deppendialekte. Aber: Haha Norddeutsch - „alle wollen ein Kind von dir!“ - nehme mal an, das ist Selbstüberschätzung als Norddeutscher:) Ehrlich gesagt hören sich für mich alle Dialekte außer gut austariertes Berlinisch unerotisch und deppenmäßig an…
zum Beitrag08.04.2025 , 18:48 Uhr
Man kann’s auch so sehen, dass Hallervorden statt mutig wirkliche Probleme anzusprechen auch nur auf Kulturkampf setzt, womit er seine Peer group hinter sich hat und sich als Opfer stilisieren kann.
zum Beitrag08.04.2025 , 18:46 Uhr
Meine Güte, das N-Wort und das Z-Wort waren zu Zeiten „normal„, die lange her und auch nicht so doll waren. Finde das Beispiel mit Jammerossis ganz gut. Wenn jemand nicht als jammerossi bezeichnet werden will, würde ich das doch auch respektieren. Selbst wenn ich persönlich den Begriff nicht schlimm finde und von ihm nicht betroffen bin.
zum Beitrag08.04.2025 , 18:40 Uhr
Hallervordens Sketche sind sowieso nicht gut gealtert. Jetzt stilisiert er sich auch noch zum Opfer. Ist es so schwer, die Begriffe nicht zu benutzen? Das hat einfach was mit Respekt zu tun. Niemand verbietet es Hallervorden. Aber man würde sich halt mehr Grips wünschen, auch von alten Männern.
zum Beitrag01.04.2025 , 10:05 Uhr
Ich war nicht für die Legalisierung und schon gar nicht für diese dilettantische und überbürokratische Teillegalisierung. Es waren ja auch Expert*innen aus dem suchtmedizinischen Bereich nicht begeistert. Und die angekündigte Jugendschutzkampagne hab ich bislang nicht gesehen. Die Parks in Berlin waren auch vorher schon voller Kiffer und Cannabiswolken, jetzt ist das überall so - an Bahnhöfen, Bushaltestellen usw - und ich persönlich find‘s nervig.
zum Beitrag26.03.2025 , 17:15 Uhr
Ach ja, vielleicht sollten Sie sich ein bisschen gründlicher einlesen und nicht nur auf das Buch von Mishra zurückgreifen. Wenn Israel seit 1936 und ab 1948 angeblich so hochgerüstet gewesen sein soll, fragt man sich, warum die Staatsgründung erst nach dem UN Teilungsplan erfolgte (das hätten sie ja dann einfach militärisch durchsetzen können) und sie für die ersten arabisch-israelischen Kriege ausgerechnet Waffen von der Tschechoslowakei kaufen mussten, während alle anderen Länder ein Waffen-Embargo gegen Israel einhielten. "Hochgerüsteter Goliath" - das ist doch auch schon wieder diese einseitige Schwarz-Weiß-Betrachtung, die die arabischen Länder und die Palästinenser als Opfer sieht und Israel immer nur als Täter. (Ich möchte hinzufügen, dass ich Netanyahus aktuelle Politik und den Gaza-Krieg mit großer Sorge sehe - aber auch hier sind sowohl Hamas als auch Iran nicht nur Opfer, die nicht anders können. Sie könnten anders. Opfer sind immer die getöteten Zivilisten).
zum Beitrag26.03.2025 , 17:05 Uhr
Vielleicht würde eine differenzierte Sichtweise auf den Nahostkonflikt und den Gaza-Krieg bedingen, dass man die postkoloniale und Hamas-glorifizierende Lesart genau wie die rechtsnationalistisch-zionistische Lesart als Extreme begreift, da beide Tatsachen und Fakten lediglich für ihre Zwecke zurechtbiegen? Genau darauf hat die Rezensentin nun in Bezug des Autors hingewiesen, der eben alles ausblendet, was seiner Deutungsart widerspricht.
zum Beitrag08.03.2025 , 11:41 Uhr
Nun lassen sowohl der Gastbeitrag von David Ranan als auch der FR Beitrag von Heiner Roetz auch einiges aus, das für einen differenzierten Blick nötig ist:
Wenn man das Thema Vertreibung der Palästinenser nach 1948 zu Recht mit der Vertreibung der Deutschen nach Kriegsende 45 vergleicht, muss man auch analysieren, dass der Verzicht auf die Gebiete und der Neuanfang Frieden brachten; so hätte ein Palästinenserstaat auch entstehen können. Stattdessen entschied man sich auf arabischer Seite für Krieg und Dauerkonflikt.
Man muss auch die Vertreibung von Juden und Jüdinnen aus allen arabischen Ländern und dem Irak erwähnen, die nach 1948 stattfand. Deren Rückkehrrecht wird nicht verlangt, wohl aber von vertriebenen Palästinensern. Wieso?
Zionismus ist vielfältig, es gibt linken Zionismus, es gibt rechten-nationalistischen Zionismus. Zionistische Ideologien zu kritisieren ist vollkommen gerechtfertigt, nur sollte man auch reflektieren, dass seit Sowjetzeiten “Zionist” als Chiffre für Jude verwendet wurde, um die eigene Kritik über Antisemitismus erhaben zu machen. Dieser Mechanismus greift immer noch.
zum Beitrag25.02.2025 , 14:35 Uhr
Also der Begriff psychologische Behandlung ungenau. Es geht um psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlungen, die bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung übrigens auch häufig zu einer Ablehnung führen.
zum Beitrag22.02.2025 , 20:11 Uhr
Sie wollen sich offensichtlich nicht damit auseinandersetzen, was israelbezogener Antisemitismus bedeutet.
zum Beitrag21.02.2025 , 11:32 Uhr
Der operative Schwangerschaftsabbruch muss natürlich gelehrt und gelernt werden. Erstens ist er in Notfällen nötig, um das Leben der Mutter zu retten (bei Sepsis, toter Fötus, etc.). Zweitens gehören die operativen Techniken zu den gynäkologischen Basics, schließlich ist die Curettage der Gebärmutterschleimhaut auch bei anderen Indikationen (Myom, Fehlgeburt etc.) nötig. Gynäkologen/innen müssen sie beherrschen. Drittens: Hat man eventuell seinen Beruf verfehlt, wenn man das Selbstbestimmungsrecht einer Frau als Gynäkologe nicht achten kann und einen religiöse Überzeugungen die medizinische Studienlage leugnen lassen. Wo soll das aufhören? Gynäkologen, die die Basics der Verhütung mit Hormonen oder Spirale nicht lernen wollen, weil für sie aus religiöser Überzeugung höchstens die NFP in Frage kommt?
zum Beitrag21.02.2025 , 11:19 Uhr
Ja eben, das denke ich schon auch, denn vom Ergebnis ist das alles noch offen, allerdings wird Söder sich gegen Habeck wehren, und (ich bin wirklich kein Söder -Fan!) eine gewisse Unlogik läge schon darin, ihn nochmal zum Wirtschaftsminister zu machen. Es wird gemunkelt, dass Merz nur für ein Jahr einen Koalitionsvertrag aushandeln will.
zum Beitrag21.02.2025 , 10:55 Uhr
Frau Albanese kann ihre Kritik an der israelischen Regierung und an Menschenrechtsverletzungen der IDF auch ohne antisemitische Chiffren und strafbare Parolen äußern. Antisemitismus zieht sich durch alle Schichten und Bildungshintergründe, Religionen und Ethnien. Und nö, wenn man Israel und Juden trennt, wie Sie das immer in den Raum stellen, ist man vor Antisemitismus nicht gefeit. Israel ist nun mal ein Staat, in dem mehrheitlich Juden leben. Das ist in der arabisch-muslimischen Welt nicht gern gesehen und deshalb wird das Existenzrecht immer wieder in Frage gestellt.
zum Beitrag21.02.2025 , 10:48 Uhr
„vom Jordan bis zum Mittelmeer“ bedeutet faktisch die Auslöschung von Israel, einem Staat, der nun fast 8 Jahrzehnte besteht, in dem mehrheitlich Juden und Jüdinnen wohnen, die ebenso wie Palästinenser nicht alle Hamas sind auch nicht alle Netanyahu & seine rechtsextremen Partner sind.
zum Beitrag21.02.2025 , 10:43 Uhr
Naja, juristisch ist die Sache eh kompliziert und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Aber in Berlin habe ich noch keine Demo gesehen, wo die Parole im Sinne einer Vertreibung der Palästinenser gerufen wurde, während bei propalästinensischen Demos Schilder und Rufe mit der Parole gang und gäbe sind, ebenso „Yalla Intifada“ (ein Ruf, der terroristische Anschläge beweihräuchert) und Bilder von ganz Israel mit palästinensischer Fahne übermalt. Haben Sie in propalästinensischer Blase schon mal versucht , das Existenzrecht von Israel einzufordern? Machen Sie das mal!
zum Beitrag20.02.2025 , 19:41 Uhr
Interessant wird’s wenn Grüne vor die SPD kämen und die CDU/CSU dann eigentlich die Grünen in Betracht ziehen müssten. (Könnte ja sein, dass viele, die Scholz satt haben und Merz nicht mögen dann doch Habeck wählen) Die neueste News, die ich hörte, war, dass sogar Söder wegen der außenpolitischen Lage einlenkbar wäre. Mal sehen.
zum Beitrag20.02.2025 , 19:36 Uhr
Sie hätten die ELSA Studie noch anführen sollen. www.tagesschau.de/...he-studie-100.html
zum Beitrag20.02.2025 , 14:46 Uhr
www.bpb.de/500025/zionismus/
zum Beitrag20.02.2025 , 14:45 Uhr
„Heimstatt der Zionisten“… also mal ganz abgesehen davon, dass es sich anhört, als ob es eher zu rechtfertigen wäre, eine Synagoge anzuzünden, wenn sie sich offen für Israel eingesetzt hätte (ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie es so gemeint haben, aber im Endeffekt steckt das in Ihrer Aussage), ist der Begriff Zionist mittlerweile zur Chiffre geworden, um die „bösen israelfreundlichen Juden“ zu diffamieren. Die Sowjets haben damit angefangen, statt Juden über Zionisten zu sprechen. Lesen Sie es bitte nach, wie dieser Begriff instrumentalisiert wurde und wird. www.bpb.de/500025/zionismus/
zum Beitrag20.02.2025 , 08:45 Uhr
Was für ein schönes Abschiedsporträt über einen originellen und unkonventionellen Menschen! Ich kann mich, obwohl noch keine 60, an einige dieser Ausgaben der gedruckten taz erinnern, in denen der Säzzer seinen Senf in Klammern dazu gab. Was ein Setzer ist, konnte ich mir vorstellen , weil in der Serie „Kir Royal“ über ne Boulevard Zeitung einer zu sehen war. Im Souterrain an den Maschinen. Ist ja so, dass man den wahren Charakter von Menschen immer schnell erkennt, an der Art, wie die sich gegenüber Servicepersonal, ihnen Zuarbeitenden, den in der Hierarchie nicht so weit oben Stehenden benehmen. Und da fand ich es damals schon bezaubernd, dass bei der taz der Säzzer ein Wörtchen oder auch mehr mitzureden hatte. Da ihr also den Säzzer ehrt, seid ihr mir nach wie vor das Abo wert.
zum Beitrag19.02.2025 , 10:36 Uhr
Ich denke, dass die positiven Prognosen der Linken eher nützen. Sie ist einfach eine gute Wahlmöglichkeit, für alle, denen die Grünen zu sehr mittig geworden sind und denen die SPD die sozialen Themen zu wenig besetzt hat. Interessant finde ich, dass in der rechtsliberalen Bubble die 5% von Allensbach für die FDP bejubelt wurden und dort offensichtlich wieder das "please stärke die FDP" von Döpfner als Motto hochkocht. Jedenfalls wird da von einer "Deutschlandkoalition" geträumt, in der sich die 5% - Partei mit ihren neoliberalen Ansichten dann durchsetzt, und Christian Lindner bleiben kann. Deren Sorge ist nämlich, dass die SPD praktisch Merz ihre Wunschministerien und -vorstellungen diktieren kann, weil Söder ja nun Schwarz-Grün verhindern will. Wenn jedoch die FDP draußen bleibt, wäre das gut. Dann kann sie nicht noch mehr Schaden anrichten.
zum Beitrag19.02.2025 , 10:24 Uhr
Ich nehme es der SPD und Scholz wirklich ab, dass sie ernsthaft besorgt sind, dass Merz sein Versprechen, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten, erneut brechen wird. Mich besorgt das auch. Allerdings reicht es als Kampagne gegen Merz nicht aus, was an Scholz' fehlende Führungsstärke in der Ampel und seiner Person liegt. Scholz hätte der SPD durch einen Verzicht auf eine erneute Kandidatur einen großen Gewinn verschaffen können, weil Merz an sich sehr unbeliebt ist und Habeck im Vergleich zu Pistorius z. B. weniger Kanzler-Potenzial hat. (Habeck kann sich leider nicht auf verschiedene Zielgruppen einstellen und seine norddeutsche Art eckt im Süden automatisch an). Scholz ist unsympathisch und wirkte als Kanzler wie einer, der sich zu sehr treiben lässt. Pistorius wäre einer, der diese Kanzler-Vibes ausstrahlt, die auch Brandt oder Schmidt hatten. Scholz hat sie leider nicht. Das wird dazu führen, dass Merz mit 30 % Kanzler wird, und wir werden sehen, welche Koalition das dann ergibt. Womöglich eine, die noch kürzer hält.
zum Beitrag19.02.2025 , 09:58 Uhr
Vielen Dank, dass Sie auch die antisemitischen Äußerungen Albaneses benennen. Ich verstehe nicht, warum sie ihre Kritik an der israelischen Politik mit solchen antisemitischen Chiffren und Verschwörungstheorien mischen muss. Es gibt doch genügend Das tut weder ihrer Denkweise noch der palästinensischen Sache, für die sie eintreten möchte, gut. Außerdem entzieht es ihr die Vertrauensbasis auf israelischer Seite vollkommen. Dabei wäre der Nahostkonflikt so sehr auf differenzierende und versöhnende Verhandler*innen angewiesen! Die Tragik der Palästinenser besteht jedoch darin, dass sie eben solche Fürsprecher*innen nicht hat, sondern eher solche, die lieber ihre "Israelkritik" antisemitisch unterlegen . Würde Albanese jedoch für die Rechte der Palästinenser eintreten sowie die israelische Regierung kritisieren UND aber gleichzeitig das Existenzrecht und die Sicherheit Israels anerkennen sowie zwischen Regierung und israelischer Bevölkerung unterscheiden, hagelte es einen Shitstorm aus propalästinensischen Kreisen und sie wäre nicht mehr die Galionsfigur der "israelkritischen" Szene, sondern würde ganz schnell eben von denjenigen bedroht und geschmäht werden.
zum Beitrag17.02.2025 , 19:04 Uhr
Ja habe ich genauso empfunden. Hart aber fair 360 Grad hat interessanterweise weder bei Habeck noch bei Chrupalla irgendeinen Erkenntniszuwachs gebracht und wirkte tatsächlich ähnlich unangenehm wie der Schlagabtausch in den Kommentaren der Sozialen Medien.
zum Beitrag17.02.2025 , 11:27 Uhr
Naja, erinnern wir uns mal an vorletztes Jahr, die Sache mit dem bayerischen Vize-Ministerpräsidenten Aiwanger und dem rechtsextremen und volksverhetzenden Flugblatt in einer Schultasche. Sowas trug sich in den 80er Jahren zu. Da gab es also auch schon viele junge Aiwangers, und nicht nur in Niederbayern, die offen rechtsextreme Positionen vertraten. Denen war die CSU/CDU, in deren Reihen viele dieser Positionen durchaus anschlussfähig waren, noch zu soft. Die waren offen braun und fanden nix dabei. Es gibt diesen stabilen Anteil von Leuten mit rechtsextremer Ideologie. Schwierig wird es, wenn Positionen aus diesem Spektrum immer weiter in die Mitte rücken.
zum Beitrag17.02.2025 , 11:17 Uhr
Hab gerade mal nachgesehen, wie das Marx-Zitat zur Wiederholung der Geschichte genau lautet - laut Wikipedia folgendermaßen: „Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen.[1] Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce." (de.wikipedia.org/w...rxismus/Zitate/28)
Als Farce empfinde ich es bereits, dass nun die USA, die einst dazu beitrugen Hitler und sein Regime zu besiegen, nun propagieren, die AfD zu wählen.
zum Beitrag17.02.2025 , 11:12 Uhr
Also interessant, welche Propaganda sie hier posten. Wenn ein YouTube Kanal schon "Germania Deutsche Geschichte, Politik und Kultur" heißt und ich sehe, welche Videos dort gepostet werden, ist schon klar, aus welcher Richtung das kommt. Das Video, das sich auf Sebastian Haffner zu beziehen scheint, gibt auch nicht an, wer da eigentlich spricht und welche Quellen es benutzt, und es fängt mit der Lüge an, dass Hitler aus bürgerlich-konservativen Kreisen, nicht aber aus kommunistischen und SPD Kreisen Schwierigkeiten bekommen hätte. Das ist Geschichtsrevisionismus pur. Das zweite Video ist vom Kanal Ostpreußischer Rundfunk (auch klar, aus welcher Ecke das kommt) und zeigt Arnulf Baring in einer Talkshow des BR, wo er diesen Schwachsinn, dass Hitler links war, von sich gibt. Nun war Baring damals für geschichtsrevisionistische Ansichten und provokante Thesen bekannt. Das war sein Geschäftsmodell. Rechte/rechtskonservative Kreise bemühten sich immer schon, Hitler als Linken zu framen, um die Rolle des Konservatismus beim Erstarken Hitlers Kleinzureden. Hier gibt es einen seriösen Faktencheck: www.dw.com/de/fakt...ist-war/a-71266088
zum Beitrag14.02.2025 , 13:40 Uhr
Das wurde wohl als Selbsteinschätzung abgefragt und Probanden konnten sich bis zu drei Identitäten zuordnen. Das erscheint mir ein methodischer Mangel, weil es verzerrenden Effekt hat und unklar ist, mit welcher Identität welche Effektstärke verbunden ist. Dazu kommt, dass die Skala extrem weit ist und man bei der Interpretation sich viel Spielraum geben kann.
zum Beitrag09.02.2025 , 11:35 Uhr
Ich finde den Begriff „Aufstand der Anständigen“ auch ein wenig arg selbstgerecht. Aber notwendig ist es schon, der CDU/CSU zu signalisieren, dass sie sich durch Anbiedern an die 20% der AfD den Ärger von im Moment rechnerisch mindestens 40% der Gesellschaft zuziehen. Und es täte der CDU gut, diesen Protest nicht zu diffamieren, sondern ernstzunehmen. Ich bin mal gespannt, wie der „mit mir gibt es keine Kompromisse“-Merz Koalitionsverhandlungen machen will.
zum Beitrag04.02.2025 , 13:55 Uhr
Für politisch informierte Menschen bringt der Real-O-Mat gar nichts, weil man ja doch weiß, dass das Sachen waren, die in der Ampelzeit umgesetzt wurden. Manches ist aber auch zu wenig differenziert. Die Gesetze sind meistens weitaus differenzierter gestaltet.
Außerdem verstärkt dieses Messen an Versprechungen im Wahlkampf versus das Umsetzen im Parlament auch wieder dieses Narrativ, Parteien müssten kompromisslos alles umsetzen, und natürlich genau das, was man selber erwartet. Das ist aber nicht Demokratie.
zum Beitrag04.02.2025 , 10:32 Uhr
Ich glaube, dass die Linke diesmal gute Chancen hat. Das Projekt Silberlockekönnte durchaus funktionieren. Promibonus wirkt bei der Erststimme. Viele wählen da doch einen, den sie aus den Medien kennen. Außerdem hat man letzte Woche auch ganz gut den Unterschied zwischen BSW und Linke im Personal gesehen. Da die alternde Möchtegern-Rosa Luxemburg Wagenknecht, dort die frische, kämpferische Reichinnek. Wenn ich mich so umhöre, wollen viele junge Wähler der Linken ihre Stimme geben. Wäre ich in dem Alter, würde ich das auch tun.
Ansonsten zeigt der Kommentar natürlich, das ewige Dilemma aller linken Kräfte: statt zusammenzuhalten diffamieren sie sich gegenseitig. Historisch gesehen liegt da natürlich auch eine weitere Gefahr, gerade weil sich die Rechtskonservativen an die Rechtsextremen anbiedern, und es so wichtig wäre, ein Bündnis aus Mitte und Links dagegen zu setzen.
zum Beitrag04.02.2025 , 10:09 Uhr
Was die ist erst Jahrgang 1971?
zum Beitrag04.02.2025 , 10:08 Uhr
Hm. Inhaltlich sind viele von Weidels Behauptungen natürlich zu widerlegen. Da bräuchte es nur vorab genügend Recherche und Vorbereitung. Sobald ihre Argumentation wackelt, lenkt Weidel ja auch gerne ab, oder fängt damit an, andere als dumm hinzustellen. Sie lügt und verdreht. Auf der Beziehungsebene wirkt es aber sehr schnell oberlehrerhaft, unhöflich, oder besserwisserisch, wenn man Punkt für Punkt dagegen hält. Wozu Lanz oder Melanie Amann zb neigen. Miosga schien anfangs eher hilflos, aber Robin Alexander und Hildegard Müller hatten genau die richtige, ruhige Art. Da wirkte Weidel mehr wie eine Therapiepatientin als eine Kanzlerkandidatin. Vielleicht wäre das eine gute Herangehensweise, sich therapeutischer Interventionen zu bedienen:) und paradox zu intervenieren. „Frau Weidel, dafür, dass alle anderen so dumm sind, sind Sie aber nicht sonderlich gescheit, wenn Sie rumschreien, Sie wollen alle Windmühlen niederreißen, wo das doch Windräder sind und außerdem Privateigentum.“
zum Beitrag04.02.2025 , 09:36 Uhr
Witzige Idee, aber das führt natürlich zu mehr Empörung und Opferrolle beim Gegenüber. Das wäre höchstens beim Duell oder Triell als Spielregel vorstellbar.
zum Beitrag03.02.2025 , 15:44 Uhr
Ja, ich finde auch, dass die Kompromissfähigkeit oft völlig zu unrecht negativ konnotiert wird. Man kann es ja auch so sehen, dass neben der Berücksichtigung der Bedürfnisse eines Großteils der Bevölkerung im Kompromiss auch die Expertise verschiedener Seiten miteinfließt. Die Kompromisslosigkeit Merz' klang für mich von Anfang an nicht nach Führungsstärke, sondern nach Kopf durch die Wand. Die Folgen davon sind bekannt.
zum Beitrag03.02.2025 , 13:45 Uhr
Nö, besonders die CDU/CSU nähert sich der AfD ja nun immer weiter, da sehe ich kaum Selbstkritik, die nötig wäre. Beim Thema Migration haben sich alle treiben lassen, statt vernünftig und ohne Ausweichen oder Polemik darüber zu reden, was gute Lösungen wären. Das BSW hat allerdings bis jetzt auch nicht zeigen können, dass all die angeblichen Nicht-Nazis, die quasi nur gezwungenermaßen die AfD mit ihren rechtsextremen Positionen wählen, zu ihr überlaufen. Das legt den Schluss nahe, dass 20 % eben doch mit einer in Teilen rechtsextremen Partei offensichtlich gut klarkommen.
zum Beitrag02.02.2025 , 11:20 Uhr
Naja, das ist immer dieselbe Rede von Wagenknecht, dass alle anderen schuld am Erstarken der AfD sind. Aber wenn das alle keine Nazis sind, die die AfD wählen, oder nur ganz wenige, wie Wagenknecht immer runterbetet, warum sind die dann nicht in Scharen sofort dankbare BSW-Wähler geworden, um nicht eine Nazi-Partei wählen „zu müssen“?
zum Beitrag02.02.2025 , 11:08 Uhr
Es geht darum, dass die regierende Koalition eine eigene Mehrheit hat und nicht die Stimmen der AfD benötigt. Meistens enthält sich die Opposition oder stimmt mit Nein. Die AfD will der Regierung ja nicht einfach ihre Stimme „schenken“, sondern Einfluss nehmen. Die fordern dann auch, diese nach ihrer Vorstellung umzuformen.
Aus www.bundestag.de können Sie das nachvollziehen, wie das läuft. Die AfD stimmt vielen sinnvollen Gesetzesvorhaben nicht zu und hat aber im Moment zum Glück nicht soviel Stimmmacht, zu blockieren.
zum Beitrag02.02.2025 , 10:45 Uhr
Naja hören Sie Baumanns Kollegen Höcke mit seinen Fantasien zu, da geht es ja nicht nur darum, „Nicht-Deutsche“ loszuwerden, es geht auch darum, eben jegliche Opposition und andere Meinungen und Menschen, die ihnen widersprechen, zu unterdrücken. Wenn die an die Macht kämen, wollen die da bleiben. Und etlichen in der CDU/CSU wäre das ja auch recht, endlich ihre Agenda zb in Sachen Asylrecht ohne Rücksicht auf die Opposition durchsetzen zu können. Was mit der AfD womöglich nach der nächsten Wahl ginge. Das ist aber eben sehr kurz gedacht und dieses Fass hat Merz jetzt leider aufgemacht.
zum Beitrag01.02.2025 , 12:24 Uhr
Normalerweise hat eine Regierungskoalition eine Mehrheit für Gesetzesvorhaben, die ja vorher beraten und verhandelt werden. Insofern spielt dann das Abstimmungsverhalten der AfD dann keine Rolle. Die AfD konnte gestern und am Mittwoch triumphieren, weil Merz wirklich wie ein Trottel in ihre Falle tappte. Erst sagte er, es sei ihm egal, wer zustimme, was ein Wortbruch gegenüber SPD und Grünen ist, denn er hatte im November von sich und ihnen genau das eingefordert, was er nun nicht getan hat: nur Anträge und Gesetzesentwürfe einzubringen, die vorher abgestimmt wurden. Dazu sagte Merz nun, es gäbe keine Kompromisse. Das kann er im Wahlkampf sagen, aber nicht, wenn er im Parlament Mehrheiten mit Grünen und SPD sucht. Dann sagt er auf einmal, nach der Abstimmung am Mittwoch, es täte ihm leid, dass es nun so gekommen wäre, wie er es doch aber selbst vorweggenommen hatte. selbst konservative Medien, die sonst alles, was er sagte, verteidigen, schütteln den Kopf über diesen Move von Merz. Den Fehler Grünen oder der SPD zuzuschieben, finde ich unlauter. Merz hat sich das eingebrockt und sich in eine Verlierersituation gebracht. Er hat als Wortbrüchiger Vertrauen verspielt.
zum Beitrag01.02.2025 , 12:06 Uhr
Was mir in allen Analysen zu sehr untergeht ist die Aussage von Baumann von der AfD, als er von der breiten bürgerlichen Bewegung, der sich Merz anschließen könne, sprach, und wie egal, dass das der CDU zu sein scheint, dass er sagte, Rotgrün wäre dann für immer vorbei ist, wenn endlich CDU und AfD zusammen arbeiteten. Für manche in der bürgerlichen Rechte ist das Musik in den Ohren, dass Rotgrün weg wäre, würden CDU/CSU mit der AfD koalieren. Und im nächsten Schritt wär’s dann dank der AfD so, dass soziale, liberale, umweltpolitische Positionen auch in der CDU auch für immer weg wären, weil sich die autoritäre Agenda durchsetzt.
Um Niemöller zu zitieren: "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."
zum Beitrag01.02.2025 , 11:42 Uhr
Mir scheint es eher so, dass in der CDU/CSU viele fast schon sehnsüchtig darauf warten, um mit der AfD zusammenzuarbeiten. Das würde ich nicht mal Merz unterstellen (Leuten wie Dobrindt oder Spahn schon eher). Merz kapiert wie viele Leute in der CDU/CSU nicht, dass es eben undemokratisch ist, seine eigene Position mit aller Macht (und notfalls mit der AfD) durchzudrücken. Die Demokratie lebt von Kompromiss und Verständigung. Auch in der Zuwanderungspolitik muss man doch auch diejenigen abholen, die generell offener für Zuwanderung sein mögen. Grüne und SPD können sich nicht erpressbar machen durch die Drohung der CDU „sonst holen wir uns die Mehrheit eben mit der AfD“. Das hätte sonst in Zukunft ja für alle möglichen Themen gelten können. Merz wollte die AfD halbieren, was ihm nicht gelungen ist. Wir werden sehen, ob er sie jetzt noch gestärkt hat.
zum Beitrag31.01.2025 , 13:00 Uhr
Bedarfe ist ein Subjektiv im Plural, bei dem ich mich gefragt habe, wann und wie es eigentlich plötzlich so populär wurde. Allerdings positionieren sich Journalisten ja inzwischen gerne, indem sie bestimmte Sprachregelungen übernehmen.
zum Beitrag31.01.2025 , 10:10 Uhr
Ich fand die Rede von Niklas Wagener aus Aschaffenburg am beeindruckendsten. Denn die CDU/CSU instrumentalisiert den Tod des Kindes und des Mannes, der helfen wollte, auf perfide Weise.
zum Beitrag30.01.2025 , 22:10 Uhr
Für mich ist genau diese Rede eher ein Grund, die Linke nicht zu wählen. Ich finds schwach, dass Reichinnek erstmal gegen Grüne und SPD austeilte. Die Zeit hätte sie besser nutzen können in ihrer Rede. Genau wie Wagenknecht hat sie die Redezeit auch nur für ihre Wahlkampfparolen genutzt, mehr Selbstdarstellung als Verantwortung. Ich find auch das Austeilen in diesem Kommentar gegen Hasselmann, Dröge und Mützenich) schwach und echt diffamierend, besonders weil ähnliche Töne auch aus der Rechten Ecke kommen. So von wegen SPD und Grüne sollen nicht so betroffen tun, sie hätten zustimmen können, und seien deshalb quasi schuld daran sind, dass die „arme“ CDU/CSU nun die Stimmen der AfD in Kauf nehmen „musste.“ Ich weiß echt nicht, wie die Linke zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen will.
zum Beitrag30.01.2025 , 15:35 Uhr
Was ich auch nicht verstehe: Ein Unternehmen kann eine Spende von einer Million an einen Aufsichtsrat aus sozialen Gründen geben, weil dieser erkrankt ist? Ist das üblich?
zum Beitrag30.01.2025 , 08:45 Uhr
Ich finde es ein bisschen gewagt, jetzt schon wieder SPD, Grünen und Linken, die geschlossen dagegen stimmten, subtil zu unterstellen, die wenigen nicht Anwesenden (Wir wissen nicht, warum, aber es dürften auch viele Krankheitsfälle dabei sein.) wären ausschlaggebend gewesen. Oder zeugten von insgeheimer Zustimmung. Das ist genauso absurd wie das Gerede. der CDU, die Parteien der Mitte hätten ja nur zustimmen müssen, damit die AfD Stimmen nicht ausschlaggebend wären. Ich bin für die Klarheit von SPD und Grüne wirklich dankbar. Ich hätte mir mehr Rückgrat von CDU Abgeordneten erwartet, sich wenigstens der Stimme zu enthalten.
zum Beitrag29.01.2025 , 22:54 Uhr
Immerhin hat eine CDU-Abgeordnete mit Nein gestimmt. Und Volker Wissing hat als Fraktionsloser auch mit Nein gestimmt. Es gibt eben auch Leute mit Rückgrat.
zum Beitrag29.01.2025 , 21:38 Uhr
Die FDP wird hoffentlich nicht über die 5% Hürde kommen. Wenn sich die CDU/CSU mit Anbiederung an die AfD Koalitionen erschwert, ist das nicht SPD oder Grünen anzulasten.
zum Beitrag29.01.2025 , 11:02 Uhr
Naja, Gerüchte gestreut... Es gab die Info - durch eine französische Zeitung mit Dokumenten belegt - dass Imane Khelif intersexuell geboren wurde, also chromosomal xy ist, jedoch seit ihrer Geburt, da äußerlich nicht eindeutig einem Gender zuzuordnen, als Mädchen erzogen wurde.
www.stern.de/panor...ort--35205102.html
Intersexuelle Menschen wurden oft "der Einfachheit halber" als Frauen gegendert und erzogen, oft auch operativ angeglichen, was zu viel Leid führte, weil in der Pubertät oft zugeschriebenes Gender, äußerliches Erscheinungsbild und gefühlte Identität in Widerstreit gerieten. Insofern ist es gesellschaftlich ein Fortschritt, jedem die eigene Gender-Zuschreibung zuzugestehen. Es freut mich auch, dass Imane Khelif (im Gegensatz zu vielen intersexuell Geborenen, die als Mädchen aufwuchsen) mit dem ihr zugeordneten Gender zufrieden ist.
Es ist jedoch nicht zu leugnen, ist sie natürlich bei einem Sport wie Boxen durch erhöhte Testosteronwerte und höheren Muskelaufbau gegenüber biologischen Frauen im Vorteil. Warum darüber nicht mehr Transparenz möglich sein soll, ist mir ein Rätsel.
zum Beitrag29.01.2025 , 09:32 Uhr
Die neueste Forsa-Umfrage zeigt, dass die CDU bereits Prozentpunkte an die AfD verliert, SPD gleich geblieben, Grüne leichtes Plus. Die CDU bringt sich ja eher in die Lage, dass allen, denen dieser Wortbruch von Merz zuwider ist, sie nicht wählen. Alle, die den grund- und europarechtswidrigen Kurs bejubeln, werden gleich die AfD wählen.
zum Beitrag28.01.2025 , 13:34 Uhr
In die Ecke hat er sich selbst gestellt.
zum Beitrag28.01.2025 , 10:36 Uhr
Interessanterweise wird in konservativ-rechten Podcasts wie Ronzheimer oder Table Media der Vorstoß von Merz doch auch als problematisch besprochen, da einerseits die Punkte tatsächlich rechtlich fragwürdig und zum Teil nicht umzusetzen sind, andererseits durchaus wahrgenommen wird, dass Merz ohne Not der AfD nun Möglichkeiten eröffnet hat, die Union vorzuführen. Gleichzeitig ist in der Union die Panik da, dass Merz es mit seiner Impulsivität verbockt hat, sodass man nun kurz vor der Wahl auf Schadensbegrenzung und Schönreden setzt als auf Kritik, die eben nur intern geäußert wird.
zum Beitrag28.01.2025 , 10:30 Uhr
Naja Springerpresse…erst Elon „Hitlergruß“ Musk in der „Welt“ die AfD loben lassen, und nun in der „Bild“ Merzens Fünf Punkte Plan hypen lassen. Die INSA Umfrage wurde von Bild in Auftrag gegeben und daher zweifle ich doch ein bisschen an den Zahlen, aber selbst dort wird die Zahl der SPD Wähler, die Merzens Plan gut fänden, nur mit 55% angegeben und nicht mit 66%. Wichtiger wäre die Frage, wieviele Unionswähler und Bildleser eine Koalition von CDU/CSU und AfD in Ordnung fänden.
zum Beitrag28.01.2025 , 10:13 Uhr
Merz wirkt wirklich sehr kopflos. Es ist vermutlich auch tatsächlich der mangelnden Regierungserfahrung zuzuschreiben, dass er den Kompromiss als Wesen der Demokratie derart vom Tisch wischte. Er hätte, als Wahlkampftaktik, einfach seine fünf Punkte vorstellen und deren Umsetzung versprechen können (mindestens zwei Punkte sind dabei erkennbar sowieso nicht umsetzbar). Stattdessen biedert er sich der AfD förmlich an. Bei solch unüberlegter Handlungsweise stellt sich tatsächlich die Frage, ob er wirklich so sehr auf die Kanzlerschaft aus ist, dass er dann auch mit der AfD regieren würde. Außerdem: wo ist das Rückgrat der CDU?
zum Beitrag28.01.2025 , 09:59 Uhr
Welcome back in den 70er und 80er Jahren in Bayern, wo eine Schülerin wegen Majestätsbeleidigung (sie trug einen „Stoppt Strauß“ Button) vom Gymnasium flog, während dem Schüler Aiwanger trotz faschistischer und antisemitischer Flugblätter in seiner Schultasche nichts dergleichen passierte. Ansonsten gab es damals die Mahnung, nichts gegen die WAA Wackersdorf zu demonstrieren, wenn man eine Beamtenlaufbahn in Bayern einschlagen wollte.
Ich drücke Lisa Pöttinger also die Daumen, dass sie mit ihrer Klage durchkommt. Die Sache mit den Wahlplakaten finde ich, das gehört auch zur Wahrheit, allerdings schwierig, weil das, bei aller Sympathie für ihre Argumentation, tatsächlich undemokratisch ist, Plakate anderer Parteien abzuhängen. (Da ist man dann auf dem Niveau der CSU, die Plakate Der Partei geklaut hat).
zum Beitrag26.01.2025 , 15:54 Uhr
Da muss ich nichts interpretieren oder verkürzen, die Videos, in denen das Verhalten der Rektorin zu sehen sind, waren in Nachrichtenportalen und auf Social Media zu sehen. Da kann sich jeder seinen Reim drauf machen, ob das nun angemessen ist, Leuten Aufnahmen dieser Szenen verweigern zu wollen, während draußen „Intifada Revolution“ geschrien wird.
Ich erklär es auch gerne noch mal, dass mit Intifada der Terror und Pogrome gegen Juden und Jüdinnen (Israelis sind in der Mehrheit Juden und Jüdinnen - das nur auch noch mal zur Erinnerung) gemeint ist. Israelbezogener Antisemitismus und Parolen die diesen befördern wird hier nochmal gut erklärt: www.bs-anne-frank....rael-und-die-hamas
Also so einfach wie „Die sind doch „nur“ gegen Israel und nicht gegen Juden und Jüdinnen also ist das nicht antisemitisch“ wie Kollege Janix immer tut, isses nun mal nicht.
zum Beitrag26.01.2025 , 15:19 Uhr
Naja das ist die offizielle Verlautbarung der ASH, so what? Der von mir zitierte Satz ist aus dem taz Artikel entnommen. Ist das dann unkorrekte Info? Wobei man das alles in diversen Videos verschiedener Medien sehen kann. Nicht korrekt im Diskussionsverhalten ist es , Einschätzungen, die von Ihrer Meinung abweichen, als unkorrekte Info zu framen. Dann stehen Sie doch dazu, dass Sie das zitierte Verhalten ok finden.
zum Beitrag25.01.2025 , 13:41 Uhr
Bevor Sie populistisch-dumme Forderungen der AfD befürworten, überlegen Sie, warum Sie dafür empfänglich sind, und informieren Sie sich über die rechtliche Lage:
„Grund für die Beschränkung auf Männer war laut den Gesetzgebungsmaterialien, dass exhibitionistische Handlungen von Frauen extrem selten seien.[19] Exhibitionismus einer Frau bzw. einer diversen oder geschlechtslosen Person kann nach § 183a StGB – Erregung öffentlichen Ärgernisses – strafbar sein.“ Manchmal reicht ein Blick auf Wikipedia.
Ähnlich ist es auch mit anderen Forderungen der AfD: meistens purer Populismus und verfassungsrechtlich fragwürdig.
zum Beitrag25.01.2025 , 13:02 Uhr
Naja Merz hat doch einem TV Duell mit der Weidel zugestimmt. Meiner Meinung nach überschätzt er sich da auch schon wieder und es könnte verheerend werden, aber vielleicht klärt das dann, ob er sich wirklich nicht mit der AfD einlässt oder doch mit ihr flirtet, wie er es gerade tut.
zum Beitrag24.01.2025 , 10:12 Uhr
Ja, das geht mir in der Debatte auch zu sehr unter, dass psychisch kranke Straftäter, egal ob mit oder ohne Flucht Hintergrund, sehr schnell durch die Maschen von Strafvollzug oder auch Betreuung durchfallen. d.h., wenn sie zwar auffällig sind, aber noch nicht strafrechtlich Relevantes gegen sie vorliegt, ist kaum jemand für sie zuständig.
Gleichzeitig führt die Thematisierung der psychischen Erkrankung leider auch dazu, dass psychisch kranke Menschen wiederum stigmatisiert werden. Es ist nur ein kleiner Teil von psychotischen Menschen, die eine Gefahr für andere darstellen.
zum Beitrag23.01.2025 , 10:18 Uhr
Der Reflex, die Studierenden zu verteidigen, ist nachvollziehbar, aber wenn man sich das Video anschaut, wie die Rektorin die Kamera mit der Hand zu verdecken versucht, kommt es mir eher wie der hilflose Versuch vor, bloß keinen Imageverlust zu riskieren, indem Aufnahmen der nicht ganz so schönen Parolen an die Öffentlichkeit kommen.
„An der ASH etwa las man auf Arabisch „Hamas Habibi“; ein Plakat forderte „Friede der Welt, Tod dem Imperialismus“. Die Gipskopie einer Büste der Gründerin und Namensgeberin Alice Salomon wurde mit einer Kufija drapiert, jemand schrieb „Palestine“ auf den Sockel.“
Also das finde ich jetzt nicht nebensächlich und so friedvoll wie im Artikel getan wird.
zum Beitrag23.01.2025 , 09:27 Uhr
Ich finde die Vereinnahmung der Bischöfin unter Antifa auch ein wenig unglücklich im Titel. In der NYT (wo sie übrigens auch 2020 bereits Donald Trump wegen dessen Stunt mit der Bibel kritisiert hat) beschreibt sie ihre Intention, den kleinsten gemeinsamen Nenner im Christentum zu erwähnen, nämlich Barmherzigkeit und Menschlichkeit. Es wäre gut, wenn sich alle Kirchen wenigstens darauf verständigen könnten.
Wirklich widerlich, wie Trump darauf reagierte, umso mutiger, dass sie es getan hat. Und während der Predigt die Reihe um Trump und J. D. Vance zu sehen, wie sie sich das zumindest mal anhören mussten, war ein guter Moment.
zum Beitrag22.01.2025 , 21:08 Uhr
Imane Khelif ist ein schwieriges Beispiel. www.stern.de/panor...ort--35205102.html
zum Beitrag22.01.2025 , 19:22 Uhr
Aus meiner Sicht ist das schon kein Dog Whistling mehr und schon gar kein Versehen, Musk hat ja nun schon lange antisemitische Verschwörung Erzählungen gepostet.
zum Beitrag21.01.2025 , 16:28 Uhr
Der Artikel kam mir seltsam glorifizierend vor. Auch ich hatte recherchiert, dass Jarrar bei der PFLP mitmischte und, sagen wir mal, Menschenrechtlerin vielleicht für Palästinenser ist, aber keine Universalistin, die auch Juden und Jüdinnen in Israel Menschenrechte und Israel sein Existenzrecht zugesteht. Die PFLP ist jedenfalls auch keine versöhnliche Organisation, sondern gilt hierzulande als Terrorgruppe. Ich find's, grob gesagt, schwierig, einen Artikel zu veröffentlichen, in dem nicht mal in einem Nebensatz dieser kleine, aber doch wichtige Hinweis erfolgt. Danke an alle Kommentatoren, die sofort darauf hingewiesen haben, dass Jarrar nicht ganz das Unschuldslamm ist, als das sie von der Autorin hingestellt wurde. (Was im Übrigen nicht bedeutet, dass mir Jahraus Haftbedingungen nicht leid tun und ich für faire, rechtsstaatliche Verfahren und sowieso für eine friedvolle Lösung des Nahostkonflikts bin).
zum Beitrag21.01.2025 , 16:18 Uhr
Den Satz "Der Vorwurf wird kontrovers diskutiert, was ja ganz richtig ist, solange sich die Debatte auf einem gewissen Niveau bewegt" sollte sich der Autor lieber selbst zu Herzen nehmen. Es ist nämlich nicht sehr redlich, wie er hier Eva Illouz Empörung unterstellt und ihre Argumente zum Teil verdreht. Illouz Stärke ist es, Fragen zu stellen, statt vermeintlich eindeutige Antworten zu geben. So fragt sie z. B. " (...) Ist es ein Genozid oder ein Krieg? Haben Südafrika und Karim Khan in gutem Glauben gehandelt, als sie Israel beim Internationalen Gerichtshof (IGH) des Völkermordes angeklagt und beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Haftbefehle gegen Netanjahu und Gallant erwirkt haben?" Tatsächlich ist es doch auffällig, warum Israel schon vor dem 7.10., noch bevor es zu militärischen Einsätzen kam, Genozid unterstellt wurde, während es in recht eindeutigen genozidalen Konflikten ewig dauert, dies als Genozid anzuerkennen, das Engagement für Strafverfolgung durch SA ausfiel. Zweierlei Maß wird da angewendet. Das zu hinterfragen ist wichtig. Illouz' Beitrag in der SZ absolut lesenswert und klug.
zum Beitrag21.01.2025 , 14:38 Uhr
Ich sehe da kein victim blaming. Explizit führt die Autorin an: (…) dass es Anschuldigungen mehrerer Frauen gibt, die noch der Klärung harren. Aber dies ändert eben nichts daran, dass es hier tatsächlich eine journalistische Vorverurteilungsberichterstattung gab, die noch dazu unsauber recherchiert wurden. Und anonyme Berichte reichen nicht aus, um juristisch vorzugehen.
zum Beitrag21.01.2025 , 12:31 Uhr
Zumindest ist die Linke eine Partei für diejenigen, die Links-(Rechts-)Populismus à la BSW ablehnen oder Sarah Wagenknecht nicht mögen. Und denen das SPD Programm nicht radikal genug ist (wobei das Wahlprogramm der Linken schon auch dem SPD Programm ähnelt, was mich überrascht hat). Aber es gibt für alle, die mit der jeweils größeren Partei unzufrieden sind, mittlerweile eine kleine Partei, die ähnliche Punkte im Programm hat, aber nicht regiert hat, daher frischer wirkt. Volt versus Grüne, die Linke versus SPD, FDP versus CDU, Freie Wähler versus CSU. Hätte sich die CDU einen mittigeren Kanzlerkandidaten gewählt und wäre nicht Söder und sein Anti-Grünen-Populismus, wäre die Mitte gestärkter. Aber so könnte die Wahl diesmal zu einer Zersplitterung der Parteienlandschaft führen, die dann am Ende der AfD nutzt.
zum Beitrag20.01.2025 , 13:30 Uhr
Es wurde aber doch berichtet (im ursprünglichen rbb Beitrag, den andere Medien aufgriffen) dass es davor auch schon ein Ombudsverfahren gegen Gelbhaar gab. Das hinterließ den Eindruck, dass es also schon häufiger Beschwerden gab, was den Anschuldigungen Gewicht verlieh. Ich frage mich, was das war und warum das damals nicht geklärt werden konnte. Krass ist, dass der rbb die Identität der Abgeberin der Eidesstattlichen Erklärung nicht abklärte.
zum Beitrag20.01.2025 , 13:07 Uhr
Fast rührend, dass der Autor alle Verfehlungen von Trump und Musk aufzählt, aber es wirkt naiv. Spätestens diesmal wählten die Leute Trump nicht trotzdem, sondern gerade deswegen. Auch 2016 war im Übrigen bekannt, was für ein Bully und Cheater Trump ist. Er ist peinlich, vielleicht mögen das auch viele, dass er fehlbar und nicht gut ist. (So wie sie) Die Reichen hoffen jedenfalls, dass er tut, was ihnen nützt, und das wird er bestimmt auch tun. Die Ärmeren oder Armen finden ihn vielleicht sogar wegen seiner Crazyness gut. Musk wiederum ist größenwahnsinnig geworden, weil man hat ihn ja auch ohne Trump bereits ein derartiges Vermögen anhäufen lassen, das niemand besitzen sollte. Derweilen hatte sich die Linke weltweit lieber mit Kulturkämpfen beschäftigt, die viele vergrätzte und die Rechte noch weiterstärkte.
zum Beitrag17.01.2025 , 13:53 Uhr
Ehrlich gesagt bin ich kein Fan von psychologisierenden Erklärungen à la Alice Miller (falls sich hier jemand an die Psychoanalytikerin erinnert, die Hitlers und Stalins schwere Kindheiten analysierte; fun fact: ihr Sohn beschrieb später in einem Buch seine schwere Kindheit bei Alice Miller); jedenfalls fiel mir positiv auf, dass es in diesem Artikel darum ja gar nicht geht, sondern eher um das Geprägtsein durch das Aufwachsen in der weißen rassistischen Oberschicht der drei Tech-Bros. Apartheid war sozusagen nicht deren Problem und hat sie daher nie bewegt, wie denn auch, der ethische Kompass fehlt komplett, daher passen sie zu Trump wie Arsch auf Eimer.
zum Beitrag11.01.2025 , 13:18 Uhr
Danke für den Hinweis auf das Buch. Science Fiction war ja immer schon mehr eine Verarbeitung der Gegenwart als ein Blick in die Zukunft. Wobei alles im menschlichen Gehirn Vorstellbare ja tatsächlich eintreten könnte, aber vieles dann doch anders ist, als es mit der doch begrenzten Vorstellungskraft vorzustellen war. Eigentlich wirkt dieser Zukunftsplan der Techmilliardäre wie eine Neuauflage religiöser Überlebensfantasien.
zum Beitrag04.01.2025 , 16:28 Uhr
Ok. Und die taz lässt jetzt zum Ausgleich nur Männer und Bros kommentieren?
zum Beitrag04.01.2025 , 14:20 Uhr
Die Titel von Mischkes ersten beiden Bücher nahmen sich heraus, Frauen lediglich als Objekte darzustellen. Das war aber nur Oberfläche. Der Inhalt war nicht besser. Schlimm: Seine pseudowissenschaftlichen Thesen, mit denen er dann auch noch den Evolutionsbiologen gab. Die waren steil und sowas von unreflektiert. Bei der ARD schien man zu denken, das qualifiziert ihn für die Moderation von ttt. Mir scheint, bei Pro Sieben passt er besser. Was gegen ihn als Moderator eines Kulturmagazin im ÖRR spricht, musste dann der Podcast Feminist Shelf Control nachtragen. Danke an der Stelle an alle, die die Infos zusammen gefasst haben, die in der obigen Meldung größtenteils ausgelassen werden.
zum Beitrag29.12.2024 , 12:54 Uhr
Die Kulturpessimistin in mir sagt sich „We are doomed“ da nicht nur Klimakatastrophe, KI und immer mehr Authoritarismus, sondern die nächste Generation wird dank ständigem Beschuss des Belohnungssystems durch Smartphones und Games endgültig neuronal schachmatt gesetzt. Von denen ist noch weniger zu erwarten als von uns.
Bemüht um Optimismus sage ich mir, dass angesichts der Klimakatastrophe und den nächsten Pandemien darin vielleicht auch die perfekte Lösung liegt. Wir leben alle einfach mehr virtuell. (Auf meinem Smartphone getippt)
zum Beitrag29.12.2024 , 11:06 Uhr
Diese absurde Bewunderung von Musk als „Genie“, selbst bei manchen Kritikern kommt die auf, ist absurd. Was hat dieser Mensch für die Menschheit getan? Geld angehäuft durch die üblichen Mechanismen, X gekauft und geschrottet, Hersteller von untauglichen und unnützen E-Autos, sein Space X funktioniert nur durch unglaublich hohe Subventionen. Er ist echt ein Musterbeispiel dafür, dass man niemanden so reich werden lassen sollte sollte, das verdirbt Moral und Charakter, die er vorher schon nicht hatte.
zum Beitrag27.12.2024 , 11:46 Uhr
Dem großen Teil der Menschheit blieb eh oft nichts anderes übrig als zu hoffen , dass es wenigstens im Jenseits besser sein wird als im „irdischen Jammertal“. Darauf gründen sich Religionen. Gibt neben dem Klimawandel und Kriegen ja auch viele andere Aspekte am Menschsein, die unangenehm sind. Ich würde bei der Klimakatastrophe nicht mit dem Begriff Hoffnung operieren, denn das suggeriert auf eine sehr naive Weise, dass es trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, womit wir nun rechnen müssen, irgendwie doch gut gehen wird. Ich würde eher von Trost sprechen, den man sich mit manchen beruhigenden Selbstsuggestionen spendet.
zum Beitrag25.12.2024 , 10:59 Uhr
Danke für diese klare Einschätzung, die ich teile. Man wundert sich wirklich über die Entgegnung von ttt, Mischke täte der Titel seines ersten Buches jetzt doch leid und er sei ihm damals vom Verlag aufgezwungen worden. Hört man dann seine pseudowissenschaftlichen Ausführungen zum Thema Vergewaltigung, denkt man sich „was fürn Idiot!“, der da seine eigenen Fantasien als Thesen raushat, und null Selbstreflexion zeigt. Wie kommen die bei ttt zu so einer Personalentscheidung?
zum Beitrag23.12.2024 , 13:01 Uhr
Wer ist „uns“?
zum Beitrag23.12.2024 , 11:08 Uhr
„Es gibt einen simplen Grund, warum ehemalige Muslime in Europa zu rechtsextremen Einstellungen neigen können: Sie erhalten dafür Applaus und Bestätigung, und das bestärkt sie in ihrem Wahn. Eine Prise Selbsthass ist womöglich auch dabei.“
Diese Analyse ist tatsächlich simpel und einseitig, lässt aus, dass Extremisten, ob religiös, politisch rechts oder links alle sehr ähneln - in ihrer autoritären und entmenschlichenden Denkweise.
zum Beitrag22.12.2024 , 15:42 Uhr
In Religionen ist Scham ein beliebtes Konzept, um kollektive und individuelle Verhaltensänderungen zu bewirken, und nicht mal da hat es sich bewährt, sondern führt oft zur Bigotterie. In Sachen Klimakatastrophe und deren Wahrnehmung ebenso: Viele schämen sich durchaus für ihre Vielfliegerei und betonen dann den gezahlten CO2 Ausgleich, der auch wie ein moderner Ablasshandel erscheint und aber natürlich nicht den CO2 Ausstoß in der Weise kompensiert wie behauptet wird.
zum Beitrag06.09.2024 , 11:05 Uhr
Stimme zu: Peinlicher gehts fast nicht. Was für eine Geldverschwendung für diese Imagekampagne.
zum Beitrag27.08.2024 , 11:08 Uhr
Es ist doch merkwürdig, dass in dieser Zeit, in der es Richtlinien für gendergerechte Sprache gibt, auf die Verwendung der richtigen Pronomen geachtet werden soll, außerdem eine generelle rassismuskritische Haltung gefordert wird, bei Antisemitismus eine angebliche Zensur heraufbeschworen wird. Dabei geht es hier doch in erster Linie um Fördergelder, die nicht an Projekte gehen sollen, die antisemitische Narrative- insbesondere als „Israelkritik“ maskierte - bedienen und verbreiten. Das Wort „antisemitische Narrativ“ finde ich passend, denn Antisemitismus wird meist mit Verschwörungserzählungen verbunden.
zum Beitrag27.08.2024 , 10:41 Uhr
Erstmal herzlichen Glückwunsch an die Autorin, dass es geklappt hat und alles Gute für die Familie.
Ich habe lange Zeit in dem Bereich gearbeitet und die Leidensfähigkeit der Paare, insbesondere der Frauen bewundert. Die Begrenzung durch die Krankenkassen macht aufgrund der hohen Kosten aus meiner Sicht schon Sinn. Manche Paare können sich sonst auch nie lösen - von wegen „was, wenn der 20. Versuch dann doch klappen würde?“ Und Ärzte, deren Geschäftsmodell die Reproduktionsmedizin ist, werden sich schwer tun, trotz geringster Chancen Paaren abzuraten, weiterzumachen. Das Alter der Frau spielt eine so große Rolle für die Erfüllung des Kinderwunsches, dass sie gesellschaftlich vielleicht stärker diskutiert werden sollte.
zum Beitrag15.07.2024 , 10:42 Uhr
Ganz so einfach ist das - rechtlich und moralisch nicht: "Denn der Schutz von Krankenhäusern oder anderen zivilen Objekten endet gemäß Art. 19 des vierten Genfer Abkommens, "wenn sie außerhalb ihrer humanitären Aufgaben zur Begehung von Handlungen verwendet werden, die den Feind schädigen". Das wäre dann der Fall, "wenn vom Krankenhaus selbst militärische Aktivitäten gegen das israelische Militär durchgeführt werden oder wenn dort Material gelagert wird, das hierfür eingesetzt werden kann oder wenn sich dort militärische Einheiten oder Logistik befinden", erläutert Prof. Dr. Markus Krajewski von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg." (Quelle: www.lto.de/recht/h...res-voelkerrecht/)
So schrecklich die Situation ist, wundert es mich einfach immer, dass es vielen so leicht fällt die IDF und Israel zu verurteilen und zu dämonisieren, und die Hamas als Terrorganisation aus der Verantwortung zu nehmen, für das, was sie der eigenen Bevölkerung antun. Wenn sie nicht gar als Widerstand glorifiziert werden.
zum Beitrag15.07.2024 , 10:34 Uhr
Es ging ja nicht darum, dass Israel kritisiert wird, sondern dass es mit Russland gleichgesetzt wird, was genauso absurd ist, wie es mit der Hamas gleichzusetzen. Russland ist mittlerweile eine Diktatur, die Hamas eine islamistische Terrororganisation. Israel ist immer noch eine Demokratie, die einzige im Nahen Osten, trotz Netanyahu und seiner rechtsextremen Minister, und Israel hat eine Bevölkerung, die zu großen Teilen gegen die Regierung und ihre Fehlentscheidungen auf die Straße geht.
zum Beitrag13.07.2024 , 11:01 Uhr
Der Unterschied ist, dass Russland in der Ukraine (und davor zb auch in Syrien) Infrastruktur und Krankenhäuser bewusst zerbombt hat, obwohl es von diesen Ländern weder bedroht noch angegriffen wurde. Die Hamas hat dagegen mit dem Terrorangriff am 7.10. diesen Krieg angezettelt und führt ihn bewusst aus der zivilen Infrastruktur heraus, um die eigenen Kämpfer zu schützen und dem IDF diese Art von Kriegsführung aufzuzwingen, die hohe zivile Opfer fordert. Zumindest dafür muss man die Hamas schon auch zur Verantwortung ziehen, selbst wenn man hier die IDF und die israelische Regierung vollkommen zu Recht angesichts hoher Opferzahlen kritisiert. Und ich stimme Ihnen sogar zu: Netanyahu wird hoffentlich zur Verantwortung gezogen und von der politischen Bühne abtreten.
zum Beitrag13.07.2024 , 10:42 Uhr
Danke für dieses interessante Interview. Alle Achtung vor der Reflektiertheit und dem Mut von Hamza Howidy, über seine Erfahrungen zu sprechen.
zum Beitrag12.07.2024 , 23:09 Uhr
Ich habe es weiter unten schon mal erläutert, dass viele Jüdinnen und Juden eine enge - oft familiär bedingte - Beziehung zu Israel habe und sich daher mit Israel - insbesondere dessen Bevölkerung- solidarisch fühlen, aber deshalb trotzdem nicht verantwortlich für die israelische Politik gemacht werden können. Genauso wenig wie übrigens auch die israelische Bevölkerung per se . In Israel demonstrieren ja nun auch sehr viele Menschen gegen Netanyahu. (Wo sind die pro palästinensischen und palästinensischen Demonstrationen gegen die Hamas und gegen Iran?)
zum Beitrag12.07.2024 , 22:56 Uhr
Verteidigen Sie jetzt ernsthaft damit diese Störaktionen? Es war eine Ringvorlesung zum Thema Antisemitismus. Die Vortragenden haben über ihre persönlichen Erfahrungen gesprochen.
zum Beitrag12.07.2024 , 11:22 Uhr
Eine gute Nachricht.
zum Beitrag12.07.2024 , 11:20 Uhr
Zum Wesen von Antisemitismus gehört es, Juden zu unterstellen, sie seien selbst schuld daran, verfolgt zu werden. Der nächste folgerichtige Schritt ist es dann, Juden zu unterstellen, sie zwängen den Antisemiten nahezu, antisemitisch zu sein, weil sie es z. B. wagen, bei einer Ringvorlesung zum Thema Antisemitismus über antisemitische Erfahrungen zu sprechen, statt über den Krieg in Gaza.
zum Beitrag12.07.2024 , 11:15 Uhr
Merkwürdig dass Sie offenbar denken - das fiel mir auch schon bei einem anderen Post auf - dass solange man "Israel und Judentum nicht zusammenwirft" man irgendwie auf der sicheren Seite sei, nicht antisemitisch zu agieren. Oder verstehe ich sie falsch? Israel und Judentum hängen doch aber nunmal zusammen, da in Israel zu ca. 70% Menschen leben, die sich kulturell und/oder religiös als Juden identifizieren. Viele hier in Deutschland lebende Juden und Jüdinnen fühlen sich daher Israel verbunden, weil sie meistens auch familiäre Verbindungen dorthin haben, und weil ein jüdisch geprägter Staat Israel für sie einen hohen symbolischen Wert hat. Daran ist doch überhaupt nichts verwerfliches, es sei denn man fängt an, Israel das Existenzrecht abzusprechen. Oder wenn man hier lebende Juden und Jüdinnen für die israelischen Politik in Verantwortung nehmen will. Oder Israelinnen und Israelis generell für Netanyahu und seine Politik verantwortlich macht, obwohl ein großer Teil der israelischen Gesellschaft auch schon vor dem 7.10. gegen ihn protestierte.
zum Beitrag12.07.2024 , 10:55 Uhr
Natürlich ist Biden trotz Senilitätsausstrahlung und Aussetzer sympathischer, anständiger und klüger als der narzisstisch-bösartig-durchgeknallte Trump, aber die jüngsten Knaller (Selenskyi als Putin, Vizepräsidentin Harris als Trump zu bezeichnen...) waren schon echt heftig, und dann auch noch diese altersstarrige Aussage, nur der liebe Gott dürfte entscheiden, wann es aus ist. Langsam werden Bidens Aussetzer einfach zu viel, wie er sich bewegt, das spricht leider schon für eine Parkinson-Erkrankung. Ich finde, das ist keine Altersdiskriminierung, denn es gibt körperlich fittere 81-jährige mit elastischerem Gang. Nancy Pelosi ist auch nicht mehr die Jüngste, wirkt aber deutlich agiler als Biden. Trotzdem: Der Stress in dem Job ist auch für Jüngere heftig, und die Beobachtung, der Biden jetzt erst recht unangenehm ausgesetzt sieht, verstärken seine Symptome auch noch. Das ist ein Teufelskreis. Und da kann man die Entscheidung auch nicht dem lieben Gott überlassen. Vor allem, wenn der sich entscheidet, dass Biden ein halbes Jahr nach Amtsantritt abtreten muss, wer springt dann ein? Kamala Harris? Warum kann sie den Job dann nicht jetzt schon?
zum Beitrag12.07.2024 , 10:26 Uhr
Die Enttäuschung war gegenseitig und ist vielleicht auch typisch deutsch. Im Westen desillusionierten bei denjenigen, die vielleicht darauf hofften, dass sich in der ehemaligen DDR politisch was anderes, interessantes tun würde, bald schon die "Helmut, Helmut, wir wollen die D-Mark-Rufe" vieler DDR-ler. Und im Osten war das Begehren doch groß, bald alles zu haben, was es eben im Westen vor allem an Waren und Freiheiten gab, ohne eben die Schattenseiten des Kapitalismus wahrhaben zu wollen.
zum Beitrag10.07.2024 , 10:52 Uhr
Ehrlich gesagt hielt ich noch vor ein paar Jahren Aussagen jüdischer Freunde über den zunehmenden Antisemitismus und auch die Sorge wegen muslimischen und linken Antisemitismus für ein bisschen übertrieben. Daran denke ich heutzutage reuevoll zurück, wie naiv ich war, denn seit dem 7.10. kann ich das Paranoia-Gefühl gut nachvollziehen. Insbesondere die Lage an den Universitäten finde ich bedrückend. Ich habe mich früher im Studium an der FU damit auseinandergesetzt, wie schnell die Universitäten 1933 bereit waren, sich den Nazis zu fügen, und Professoren damals ihre jüdischen Kollegen im Stich ließen. Insofern finde ich den Boykott israelischer Wissenschafter/innen und auch die Forderung danach entsetzlich. Das sollte als das bezeichnet werden, was es ist: Antisemitismus. Der Begriff "Antizionismus" ist hier doch nur eine Verschleierungstaktik.
zum Beitrag05.07.2024 , 13:38 Uhr
Meine Nachbarin zerschneidet die Nacktschnecken, das ist mir zu brutal. In der Bierfalle sterben sie immerhin angetütert, aber ist auch eklig. Überbrühen ist ein schneller Tod, aber widerlich. Ich setze eher auf Ärgernisse, die ich den Biestern bereite. Zum Beispiel: Kupferdrahtgewebe als Zaun hilft. Ist aber teuer und daher nur für besonders schützenswerte Pflanzen. Holzspäne oder Katzenstreu mögen die Schnecken nicht, ebenso wenig wie Kaffeesatz. Nadeln von Kiefern, Pinien oder anderen Nadelgehölzern ebenfalls. Was dagegen keine abschreckende Wirkung hat, sind Pflanzen wie Portulakröschen. Da hingen gleich drei Riesenschnecken dran. Ach ja: Tigerschnegel sind - wie der Name sagt - getigerte Nacktschnecken, die nützlich sind, da sie andere Schnecken fressen.
zum Beitrag04.07.2024 , 10:33 Uhr
„Gleichzeitig glaubt aber die Mehrheit der Ostdeutschen, dass es sich in anderen Regionen besser leben ließe.“
Das finde ich einen interessanten Befund. Und warum glauben sie, dass es sich anderswo besser leben ließe?
zum Beitrag04.07.2024 , 09:41 Uhr
Vielen Dank für diesen Gastkommentar als Antwort auf den Kommentar von Sawsan Chebli. Ich würde noch gerne hinzufügen, dass Muslime wie Ahmad Mansour, die auf die Probleme innerhalb von muslimischen Communities hinweisen, eben von diesen auch ausgegrenzt, beschimpft und bedroht werden. Es gehört also Mut dazu, die Fakten zu benennen, während der Standpunkt von Frau Chebli wirklich nur das Opfernarrativ in muslimischen und propalästinensischen Kreisen bedient.
zum Beitrag02.07.2024 , 09:51 Uhr
Ehrlich gesagt finde ich diese alberne Macho-Geste eher tragikomisch - psychologisch gedeutet, zeigt es ja auch die ständige Verunsicherung bei Männern, die um ihre Genitalien fürchten müssen. Besonders beim Sport. Trotz Suspensorium sitzt diese Angst vermutlich tief.
zum Beitrag01.07.2024 , 10:22 Uhr
Naja, es ist beides nötig. Klimaschutz und Klimaanpassung. Ich sehe ehrlich gesagt für beides nicht gerade sehr viel Motivation in der Bevölkerung. Es ist offensichtlich, dass das Wohnen in Flussnähe inzwischen schwierig ist. Und doch wird alles wieder meistens genauso aufgebaut wie vorher. Oder sogar neu gebaut. Der Verzicht auf den Verbrauch von Ressourcen fällt, wenn ein bestimmtes Level erreicht ist, zu schwer, und wir sehen ja, dass die Sorge vor Veränderung eher zu einem Rechtsruck als zu klugen Entscheidungen führt. Außerdem fehlt mir im Kommentar der Hinweis, dass der Klimawandel sowohl von den Menschen verursacht, aber auch deren größtes Problem ist. Die Natur an sich - und das ist ehrlich gesagt auch ein tröstliche Gedanke, wird mit dem neuen Klima zurecht kommen und sich eben in die entsprechende Richtung entwickeln.
zum Beitrag29.06.2024 , 11:49 Uhr
Man hat sich an diese Arbeitsteilung ja schon irgendwie gewöhnt. Propalästinensische Journalisten schreiben- nicht nur in der taz - nur propalästinensische Artikel und Kommentare und interviewen propalästinensische Protagonisten. Das hat den Nachteil der Einseitigkeit, der Bestätigung in der eigenen Blase und dem Fehlen von Erkenntniszugewinn. Ich habe das schon in allen anderen Interviews von Bax zum Gaza-Konflikt gehört. Die von Chebli aufgeworfenen Narrative (angebliche Instrumentalisierung von Antisemitismusvorwürfen, angebliches Nicht-Berichten über die palästinensische Perspektive usw.) sind gängig und werden dadurch aber nicht wahr. Vermisst habe ich - auch das ist leider meistens so - versöhnliche Töne und ein Reflektieren über den Anteil der palästinensischen Seite an der Misere. Es muss doch gerade ihr als Deutscher mit palästinensischen Wurzeln Sorge machen, dass es so wenig zivilgesellschaftliches Engagement auf palästinensischer Seite für ein Ende der Hamas-Herrschaft und des Einfluss des Irans gibt. Interessiert hätte mich deshalb auch, für welche Lösung sich Frau Chebli einsetzt.
zum Beitrag28.06.2024 , 09:34 Uhr
Beste Zusammenfassung hier bei Jon Stewart: youtu.be/3SJr44m-w...i=sAhni5-iT8CDD2FQ
Man versteht wirklich nicht, wie die Demokraten Biden das machen lassen konnten.
zum Beitrag25.06.2024 , 10:52 Uhr
So hat eben jeder seine Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten. Mir stieß - so meine eigene Befindlichkeit- sofort Ihr Satz „Für mich, aber auch für viele andere Muslim*innen ist auch die Rolle Deutschlands und der innerdeutsche Diskurs zum Krieg in Palästina ein Faktor“ auf. Ich fühle mich zum Beispiel immer noch verstört von Leuten, die Kettenanhänger tragen, auf denen Israel symbolisch per Palästinensischer Flagge oder Kufiye-Muster ausgelöscht ist. Oder die nichts dabei finden, dass es in Neukölln gefährlich sein kann, eine Kette mit DavidStern zu tragen. Oder hebräisch zu sprechen. Leute, die sich mit der Geschichte und ihrem eigenen Antisemitismus nicht auseinandersetzen, machen mir Angst. Dabei ist mir eigentlich egal, welche Wurzeln jemand hat. Alle, die wir in Deutschland leben, müssen hier mit dem zwiespältigen Gefühl zu Nationalsymbolen zurechtkommen. Dabei finde ich übrigens die schwarz-rot-goldene Fahne noch das geringste Problem. Schlimmer ist es, dass wir eine Hymne haben, bei der (vollkommen zu Recht) eine Strophe nicht gesungen werden darf. Mir wäre eine neue Hymne eigentlich lieber, aber sie hat natürlich Symbolwert.
zum Beitrag25.06.2024 , 10:33 Uhr
Danke für diesen sehr interessanten Kommentar, der Fragen stellt, ohne der Versuchung zu erledigen, einfache Antworten zu geben. Ich habe mich das auch alles schon gefragt. Was mir auffällt, ist, dass die propalästinensische Seite oft wie ein monolithische Block wirkt, der sich anscheinend sehr einig ist, zumindest in den Parolen, wobei mir oft nicht klar ist, worin sie sich eigentlich einig sind. Ich verstehe nicht mal, was sie sich unter dem befreiten Palästina eigentlich vorstellen? Einen eigenen palästinensischen Staat, der von der Hamas regiert wird? Oder ein „Gesamtpalästina“ unter Auslöschung von Israel, das dann ebenfalls ein islamistischer Staat würde? Diese Idealisierung erstaunt mich angesichts der Realität sehr. Auch, dass es keine Forderungen an die Hamas gibt, die Waffen nieder zu legen und den Krieg zu beenden. Und ja, all diese Faktoren deuten schon darauf hin, dass ein tief verwurzelterAntisemitismus zur einseitigen Dämonisierung führt. Anders ist diese Mischung aus Idealisierung, Realitätsausblendung und Projektion nicht erklärbar.
zum Beitrag20.06.2024 , 14:01 Uhr
Gut beobachtet, klug geschrieben. Feldstudien, wer sich wie von Pfandflaschen-Geld ernährt, lassen sich am Sonntag bei Edeka Südkreuz oder Edeka Friedrichstraße gut beobachten. (da gibt es eine eigene Schlange für diejenigen, die Pfandflaschen abgeben wollen,.) Da wird dann allerdings auch klar, dass manche geschickt haushalte , andere eher weniger. Tiefkühlkost wie Billigpizza ist nur für diejenigen drin, die Zugang zu einem Ofen haben.
zum Beitrag20.06.2024 , 10:23 Uhr
Bislang fallen pro palästinensische Proteste leider immer wieder durch antisemitische Ausfälle auf, das Existenzrecht Israels wird infrage gestellt, der 7. Oktober oder das Leid der Geiseln geleugnet, oft werden nur lautstark Parolen gebrüllt, darunter auch welche, die die Hamas verharmlosen oder sogar feiern. Die andere Seite ist, dass es für alle, die sich an diesem Gymnasium nicht so einseitig pro palästinensisch positionieren wollen, zum Beispiel weil sie Kontakte nach Israel haben, weil sie sich intensiv mit den Nahostkonflikt auseinandergesetzt haben, weil sie dem Schwarz-weiß-Denken nicht folgen möchten, sehr schnell zu Ausgrenzung und Diffamierung kommt. Das macht es alles sehr schwierig, insofern kann ich die Bedenken der Schulleitung schon verstehen. Die Frage ist, ob eine Abiturfeier der richtige Rahmen ist für den sicher gut gemeinten Protest. Die Abiturient*innen könnten zum Beispiel Geld sammeln, das sie für die Zivilbevölkerung in Gaza spenden könnten. Und es würde sicher nichts dagegen sprechen, eine Schweigeminute für alle Opfer von Gewalt & Terrorismus einzulegen.
zum Beitrag18.06.2024 , 09:50 Uhr
Es wäre vielleicht sinnvoller gewesen, den Begriff Shahid statt Märyrer stehen zu lassen, um darauf hinzuweisen, dass es hier um eine spezifisch muslimisch / arabische Sichtweise des Märtyrertods geht. Allerdings wäre es Aufgabe der taz gewesen, dies in einer Fußnote zu erläutern.
zum Beitrag17.06.2024 , 09:48 Uhr
Das ist dermaßen offensichtlich ein sogenanntes BauernOpfer, ich hoffe, es wird politisch und journalistisch noch aufgearbeitet, was genau passiert ist. Es wirkt völlig unglaubwürdig, dass die Staatssekretärin aus eigenem Antrieb eine Prüfung veranlasste. Dabei ist eine strafrechtliche Prüfung, ob Inhalte des offenen Briefes strafrechtlich relevant sind, durchaus nachvollziehbar. Es ist ja nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Lehrenden im offenen Brief forderten, von der strafrechtlichen Verfolgung, zum Beispiel auch von Sachbeschädigung und Hetze durch Studierende abzusehen. Damit haben sie sich meines Erachtens auch ins Unrecht gesetzt, denn das hieße ja, dass Angriffe gegen jüdische Studierende nach Ansicht dieses offenen Briefes dann nicht geahndet werden sollten. Die Sache mit den Fördermittel hat mich wiederum irritiert, weil diese ja normalerweise nicht an Forschende persönlich gehen, sondern an den Lehrstuhl / die Abteilung beziehungsweise ein Projekt. Insofern bleibt der Eindruck, dass Stark- Watzinger hier Mist gebaut hat, und es auf ihre Staatssekretärin abwälzen möchte.
zum Beitrag12.06.2024 , 10:43 Uhr
Danke für diese Rezension. Das Buch hört sich sehr interessant an. Ein Stück Empowerment, wenn Psychiatrieerfahrene über ihre Erfahrungen schreiben, solche Bücher sollten eigentlich Pflichtlektüre für Psychiater sein. Der im Text erwähnte Psychiater Szasz ist - das hätte man vielleicht ergänzen sollen - nicht unumstritten. In der Theoriebildung der Psychiatrie und Psychotherapie gibt es immer wieder unrühmliche Extrem-Ansichten, man denke z. B. an Laings Double-Bind Theory, die dem Kommunikationsverhalten der Eltern schuld gab, oder gar die psychoanalytische Vorstellung von der "schizophrenogenen Mutter", die inzwischen zum Glück als überholt gelten. Insofern ist es grundsätzlich schon eine Verbesserung, wenn Psychiater:innen zumindest einen multifaktoriellen Blick haben, wobei - darum scheint es im Buch ja auch zu gehen - immer noch viel zu wenig kulturelle und gesellschaftliche Aspekte und die Patient:innensicht berücksichtigt werden.
zum Beitrag11.06.2024 , 23:00 Uhr
Naja, wenn man Geraldine Rauch, die laut des Kommentars von Bax drei Tweets, von denen „nur“ einer „problematisch“ gewesen sein soll (antisemitisch trifft es wohl eher), gelikt hat, zugesteht, dass sie aus ihren Fehlern ja lernen möchte und deshalb nicht zurücktritt, dann muss man das wohl auch Stark-Watzinger zugestehen, dass sie auch aus ihren Fehlern lernen möchte. Im Prinzip hatte sie eben die Idee, zu prüfen, ob den Wissenschaftler:innen, die den offenen Brief im Mai unterzeichnet hatten, Fördermittel entziehbar sind, was nach Prüfung durch das Ministerium offenbar nicht durchging. Zurecht wie ich finde. Da zeigt sich doch, dass die Wissenschaftsfreiheit wohl nicht ganz so in Gefahr ist, wie der Kommentar vorgibt.
zum Beitrag11.06.2024 , 11:03 Uhr
Die Europawahl dient immer auch dem Abstrafen der derzeitigen Regierung. Ich habe leider erst gestern das sehr gute Interview mit Martin Sonneborn von "Die Partei" im Podcast "Hotel Matze" gehört. www.youtube.com/watch?v=Wkb1yAzMJkA Da ging auch darum, dass jede Europawahl als "die Wichtigste" bezeichnet wird und dann bleibt es eh so. Ich denke, die Grünen sind schon auch für ihre eigene schlechte Performance abgestraft worden, das verunglückte Heizungsgesetz, das Chaos mit der Kindergrundsicherung, aber zusätzlich hat sich das Framing, das besonders letztes Jahr bestständig gegen sie verwendet wurde, verfangen. Das merkt man ja auch in den Kommentaren hier, wenn es mal wieder um die Lebensläufe von Lang oder Nouripour (und Kühnert von der SPD) geht (als ob man nicht durch Jahre in der Politik mehr lernt als es durch Studium oder Ausbildung möglich wäre.)
zum Beitrag10.06.2024 , 09:10 Uhr
Besorgniserregend ist, dass bei den jungen Wählern rechtspopulistische Parteien punkten konnten. Ich weiß nicht, ob das alles nur mit Tik Tok erklärbar ist. Mir scheint es an der Mischung aus Zukunftsängsten durch Multikrisen und vielen ungelösten Problemen, für die dann einfache Antworten gesucht werden, zu liegen. Außerdem war bei den Umfragen zum gestrigen Wahlverhalten auch klar, das klimapolitische Aspekte für 57 % aller Wählerinnen und Wähler keine Rolle spielen.
zum Beitrag08.06.2024 , 11:09 Uhr
Es mag sein, dass in vielen Debatten die Begriffe antiisraelisch und antisemitisch oft nicht differenziert genug verwendet werden, allerdings ist der Übergang von antiisraelisch zu antisemitisch (wenn es nicht allein um Kritik an der israelischen Regierung geht, sondern Israels Recht als Staat zu existieren in Frage gestellt wird) doch oft schnell gegeben. Rauch hat allerdings- und das macht mich schon fassungslos - einen Beitrag bei X gelikt, dessen Bildsprache nicht nur eindeutig antisemitisch war, das Account, das diesen Beitrag teilte, ist - um das zu sehen reicht ein Klick auf das Profil - nicht nur einseitig antiisraelisch-propalästinensisch, sondern auch prorussisch. Das Profilbild zeigt Putin und die russische Fahne neben der palästinensischen.
www.juedische-allg...semitische-tweets/
So ein versehentlicher Klick ginge als jugendliche Dummheit vielleicht noch durch, aber bei einer Hochschulpräsidentin fragt man sich dann schon, was mit ihrem Urteilsvermögen los ist.
zum Beitrag05.06.2024 , 12:18 Uhr
Meiner Erinnerung nach sind anfangs falsche oder verzerrte Berichte auf israelischer Seite sehr bald nach dem 7.10. korrigiert worden. In vielen propalästinensischen Communitys und Medien dagegen werden die Verbrechen der Hamas bis heute verharmlost oder geleugnet. Die Propaganda-Maschinerie der Hamas und islamistischer Unterstützer analysiert der Autor jedoch nicht. Der Autor berichtet auch nicht neutral und alle Seiten beleuchtend, sondern sät durch Weglassung oder Akzentuierung Zweifel, ob das Ausmaß der Verbrechen am 7.10. nicht eher doch geringer war, und er berücksichtigt dabei nur das, was seiner Argumentation nutzt. Das ist wissenschaftlich und journalistisch unredlich. So schreibt er z.B.: "Sie (die UN Sonderberichterstatterin) fand zahlreiche Indizien für verschiedene Formen von sexualisierter Gewalt." Um sofort nachzulegen, dass einige Fälle auch nicht belegt wurden. Er verschweigt aber, dass im Berichtvon schwerster sexueller Gewalt die Rede ist. unric.org/de/un-sc...ei-hamas-anschlag/ Videos der Geisel-Angehörigen, die kürzlich veröffentlich wurden, oder Aussagen von Augenzeugen, erwähnt er z. B. auch überhaupt nicht.
zum Beitrag04.06.2024 , 09:45 Uhr
Da im Artikel auch Theo van Gogh erwähnt wurde, mit dem sich Stürzenberger verglich (er verglich sich auch mit Salman Rushdie, wobei dieser Vergleich hinkt, da Rushdie selbst Muslim ist und sich nicht hetzerisch gegen den Islam geäußert hat, was ihn leider trotzdem zur Zielscheibe von Islamisten werden, ließ), fiel mir ein Interview mit Leon de Winter im Spiegel wieder ein. Ich fand einiges sehr klug, was de Winter, der selbst von van Gogh mehrfach beleidigt worden war, sagt.
www.spiegel.de/pol...edie-a-326178.html
www.spiegel.de/pol...edie-a-326178.html
zum Beitrag02.06.2024 , 11:31 Uhr
Spannend finde ich, was Ihr Bruder und Ihre Mutter sagen, der Bruder hat einen wohltuend humorvollen und versöhnlichen Blick, den Sie sich anscheinend mit Umweg über die feministische Theorie erarbeiten konnten. Da hat sich das Schreiben des Artikels doch wirklich gelohnt! Und bei Ihrer Mutter rührt, wie anstrengend so ein Frauenleben mit Kindern, Haus und Ehemann plus Beruf eben ist. Drei Burnouts sind da nicht verwunderlich. Töchter urteilen in der Pubertät oft hart über die eigene Mutter, das hat doch eher was mit der nötigen Ablösung zu tun, und ich finde es schwierig , dies mit Misogynie oder Matrophobie zu erklären.
Letztlich begreift man auch als Frau die Mühen der Care Arbeit erst, wenn man sie selbst leisten muss.
Das ist auch die Schwäche der feministischen Theorie. Irgendwie muss die Care Arbeit ja bewältigt werden und da lässt sich das Rad nicht allzu neu erfinden. Die Aufgabenverteilung ist im Allgemeinen nicht einfach. Wer das nötige Geld hat, betreibt luxuriöses „Outsourcing“, dann werden die Aufgaben von „Kinderfrauen“, Au Pairs, Haushaltshilfen, Putzfrauen übernommen. Deren Arbeit wird dann oft noch weniger anerkannt und meist nicht sehr gut bezahlt.
zum Beitrag31.05.2024 , 12:02 Uhr
Das wär ja noch schöner, wenn ein Historiker nicht auch ein literarisches Werk besprechen „dürfte“. Mich hat der Text neugieriger auf Erpenbecks Werk gemacht, als der Booker-Preis oder die taz-Besprechung von 2021. In Letzterer waren wörtliche Zitate zu lesen, die mich befürchten haben lassen, dass ich sprachlich bei Erpenbeck mit furchtbar kitschigen Sätzen und einer eher banalen Liebesgeschichte rechnen muss. Den Begriff Ver-Ostung finde ich allerdings auch merkwürdig. Erklären Sie doch mal. Dimitroffstraße klang interessanter als Danziger Straße, das kann ich sogar nachvollziehen, aber in dem Fall machte die Umbenennung mehr Sinn, als zum Beispiel bei Straßen, die nach DDR Schriftstellern benannt waren, und jetzt wieder so wie vor 45 heißen.
zum Beitrag31.05.2024 , 09:54 Uhr
Gestern diskutierte bei Lanz eine erstaunlich spannende Runde u.a. über antisemitische Entgleisungen bei StudierendenProtesten an den Unis und über muslimischen Antisemitismus. Alle vier Gäste hatten muslimischen Background. Dabei hat eigentlich nur eine in der Runde (Publizistin Khola M. Hübsch) beschwichtigt, abgelenkt, entschuldigt, aber immerhin dann nach mehreren Nachfragen zugegeben, dass in ihrer Gemeinschaft (Ahmadiyya) doch ein eher konservatives und mit der katholischen Kirche vergleichbares Menschenbild vorhanden ist und Homosexualität zb als nicht „gottgefällig“ gilt. Die drei Männer, Theologe (Khorchide) Jurist (Keyman) und Psychologe (Mansour) haben das Phänomen des muslimischen Antisemitismus sehr ausführlich reflektiert, werden sich damit aber in weiten Teilen der muslimischen Community nun doch noch mehr Feindschaft geschaffen haben. zum Beispiel indem sie zugaben, dass der Islam nicht per se immer so tolerant gegenüber Juden war, und nur die Gründung Israels zu Konflikten und Hass geführt habe, was sowohl von muslimischer als auch von postkolonialer Seite gerne mal behauptet wird. Das wurde klug widerlegt.
zum Beitrag30.05.2024 , 22:29 Uhr
Danke. Interessanter als alles, was ich bislang über Erpenbeck gelesen habe. Ein pointierter Text, der nicht diffamiert, sondern erklärt.
zum Beitrag30.05.2024 , 22:27 Uhr
Erpenbecks literarisches Können wurde doch überhaupt nicht in Frage gestellt durch die Angabe, dass sie aus einer privilegierten DDR-Familie stammt, aber es erklärt doch einiges über die Wahl ihres Sujets; gleichzeitig lässt es Klagen über angebliche Benachteiligung als ostdeutsche Autorin auch ein wenig merkwürdig wirken. Zurecht.
zum Beitrag30.05.2024 , 22:00 Uhr
Das ist dem Artikel doch durchaus auch zu entnehmen. Zum Beispiel wird Uris Haltung so beschrieben:
Er sei kein Freund der Netanjahu-Regierung, wisse, „dass Krieg scheiße ist“ und setze sich für eine Zweistaatenlösung in Nahost ein. Doch den propalästinensischen Protestierenden ginge es nicht um Kritik an der israelischen Regierung, sondern um Hass gegen Juden*Jüdinnen und gegen die Existenz von Israel. „Sie machen keinen Unterschied zwischen der Regierung und dem Volk“, sagt Uri, „Für sie sind die Israelis eine homogene Gesellschaft, in der es keine Meinungsvielfalt gibt und alle so denken, wie die jetzige Regierung.“
zum Beitrag30.05.2024 , 10:44 Uhr
Bin positiv überrascht über diesen ausgewogenen Artikel in der TAZ. Danke an die Autor*innen, dass sie so viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, und es der Leserschaft überlassen, wie sie die Informationen wertet. Aus meiner Sicht zeigen die interviewten jüdischen und israelischen Studierenden Empathie für das Leid in Gaza, fühlen sich aber durch die propalästinensischen Stimmen, die das Existenzrecht von Israel, und damit auch der Israelis, infragestellen, bedroht. Bei den propalästinensischen Interviewten sehe ich kaum Verständnis dafür, wie bedrohlich viele der Aussagen wirken, und wie ignorant es ist, den eigenen Antisemitismus, verpackt in Antizionismus, nicht zu reflektieren. Die Diskussionsbereitschaft hielt sich von Anfang an in Grenzen, es ging propalästinensischen Stimmen meist nur darum, eigene Parolen zu schreien, und andere Stimmen abzuwürgen. Ehrlicherweise muss man doch sehen, dass jeder Versuch zum Beispiel mit einer Ringvorlesung über verschiedene Aspekte und Standpunkte im Nahostkonflikt zu diskutieren, sofort dazu führen würde, dass die Veranstaltungen massiv gestört würde und nur unter Polizeischutz stattfinden könnte. Traurig, aber wahr.
zum Beitrag30.05.2024 , 10:09 Uhr
Ich denke, das ist ein Vorfall, der eigentlich einen Rücktritt bedingt. Von einer Uni Präsidentin ist zu erwarten, dass sie zurückhaltender agiert, sich also im äußerst komplizierten und emotional aufgeladenen Nahostkonflikt nicht einseitig positioniert durch das liken von extrem parteiergreifenden Beiträgen bei X.
Das Social Media Kompetenz-Minimum ist es, sich sowohl das Profil des Postendenden vom Beitrag, den sie geliket hat, sowie die Bilder zum Text genau anzuschauen. Das hat sie, so gibt sie als Erklärung an, beides nicht gemacht, die Bilder nicht genau angesehen, nur den Text, und sie hätte auch nicht genau geprüft, wer das eigentlich genau gepostet hat.
Menschlich ist das natürlich nachvollziehbar, sie war mal kurz bei X, hat was propalästinensisches gesehen und eben gelikt. Interessant natürlich, dass der Algorithmus ihr diesen Beitrag dann auch prompt angezeigt hat.
Aber für den offen zugänglichen X Account einer Uni Präsidentin ist das natürlich eine problematische Verhaltensweise. Und dass „ihr“ neuer Antisemitismusbeauftragter, sie dann auch prompt in Schutz nimmt, trägt auch nicht zu mehr Vertrauen bei.
zum Beitrag28.05.2024 , 09:59 Uhr
Danke, dass der Bericht so präzise formuliert ist, obwohl es oft schwer ist, alle Informationen zu durchblicken. Persönlich finde ich es absolut schrecklich, dass Zivilisten dieses immense Leid erleben.
Wobei ich mir allerdings auch weltweit mehr Empörung darüber wünschen würde, dass sich Hamas-Führer in Flüchtlingslagern aufhalten und damit deren Sicherheit natürlich gefährden, ebenso wie sie Geiseln als "Schutzschild" nutzen. Wenn sie nicht wie Sinwar in Qatar im Luxus leben und sich dann offiziell sogar freuen, dass Söhne und Enkel den Märtyrertod sterben.
www.rnd.de/politik...BO32TT75CG4TE.html
zum Beitrag27.05.2024 , 10:30 Uhr
Greta goes Gazaland. Hab vorsichtshalber gegoogelt, ob sie vielleicht sogar schon unterwegs ist. Bin bisschen enttäuscht, denn hatte eigentlich erwartet, dass sie wie Jesus über das Wasser laufen kann.
zum Beitrag27.05.2024 , 10:21 Uhr
"Finden die Wähler:innen einfach Nazis gut? Ein Teil sicherlich." Acht Prozent der Bevölkerung, so sagt die "Mitte-Studie" der Friedrich-Ebert-Stiftung, haben ein Naziweltbild und stören sich daher an den rechtsextremen Äußerungen von AfD-Politikern sicher nicht. Weitere zwanzig Prozent befinden sich in einem Graubereich, was übersetzt Mitläufertum heißt. Da sind dann schon die dreißig Prozent zusammen, die kein Problem haben, die AfD zu wählen.
Was oft übersehen wird ist auch, dass die AfD nicht trotz ihrer Politiker gewählt wird sondern wegen. Viele erkennen sich in den Leuten wieder.
zum Beitrag26.05.2024 , 12:15 Uhr
Das ist Populismus pur und dient wirklich nur der Diffamierung. Gut daran zu erkennen, dass dieser Vorwurf gegen Kühnert oder Nouripour gerne von der AfD bei Debatten als ad hominem Argument vorgebracht wird, um inhaltlichen Debatten aus dem Weg zu gehen.
Deren Europapolitiker Krah ist studierter Jurist, was sich weder inhaltlich noch charakterlich positiv auswirkte.
zum Beitrag23.05.2024 , 10:11 Uhr
Haben Sie hierzu noch irgendwas Substanzielles anzuführen oder wollten Sie nur mal schnell durch Israel-Bashing von den Verbrechen der Hamas ablenken?
zum Beitrag