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Union und der Länderfinanzausgleich Die Wunderwaffe gegen linke Politik

Jonas Wahmkow

Kommentar von

Jonas Wahmkow

Eine von der Linken regierte Hauptstadt will die Union nicht mitfinanzieren. Bei der AfD in Sachsen-Anhalt war CSU-Chef Söder nicht so rigoros.

D ie Union will Berlin den Geldhahn zudrehen. Die Fraktionschefs von CDU und CSU bekräftigten ihre Drohung, sowohl den Länderfinanzausgleich als auch den Hauptstadtfinanzierungsvertrag „überarbeiten“ zu wollen. Sollte in Berlin eine links geführte Regierung zustande kommen, die „Antisemitismus und Judenhass im Programm“ habe, würden die unionsgeführten Bundesländer eine „gemeinsame Initiative starten“.

Es wäre ein Fehler, diese Drohung als eine rechtlich ohnehin nicht umsetzbare Nebelkerze abzutun. Die Union und deren Freunde aus der Immobilienwirtschaft würde nichts mehr freuen, als den Aufschwung der Linken in der Hauptstadt mit restriktiver Haushaltspolitik gleich wieder im Keim zu ersticken. Dabei geht es der CSU um mehr als nur den aus ihrer Sicht ungerechten Länderfinanzausgleich. So bezeichnete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach dem Wahlsieg der gesichert rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt die Idee, dem Bundesland die Gelder zu streichen, als „absurd“.

Söder wird nicht vom vermeintlichen Antisemitismus der Linkspartei auf die Barrikaden getrieben, sondern von der geplanten Vergesellschaftung von Immobilien. Eigentum ist aus Sicht der Konservativen heiliger als bezahlbare Mieten. Da wundert es kaum, wenn allein die Möglichkeit einer Vergesellschaftung massive Abwehrreaktionen auslöst.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Haushaltsdisziplinierung ist weltweit ein bewährtes Instrument gegen linke Wirtschaftspolitik. „Make the economy scream“ hieß es schon in einem Kommuniqué der CIA in Reaktion auf die Wahl Salvador Allendes in Chile. Auch in Afrika verhinderte der internationale Währungsfonds sozialistische Entwicklungsmodelle, indem die Institution den Zugang zum Kapitalmarkt an neoliberale Privatisierungspolitik koppelte.

In Europa verhinderte die Troika mit ihren harten Sparvorgaben, dass die linke Syriza in Griechenland progressive Politik vorantreiben konnte. Es wenig überraschend, wenn der Bundesregierung nichts einfallen sollte, um den Haushalt einer links-regierten Hauptstadt zu torpedieren.

Jonas Wahmkow

Jonas Wahmkow

Schreibt Geschichten aus dem Spätkapitalismus. Redakteur für Arbeit, Wirtschaft und Care im Berlin Ressort.
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193 Kommentare

  • Der olle Onn

    In was für einer Bananenrepublik leben wir hier eigentlich, wenn jeder schwarze Landesfürst auf Zeit damit drohen kann, missliebigen Parteien, respektive den Regierungen, an denen solche beteiligt sind, einfach den Geldhahn zuzudrehen, wenn ihm irgendwas an deren Landespolitik nicht passt? Und zwar schon ehe diese "vielleicht möglichen" Landesregierungen ernsthaft etwas unternommen oder in die Wege geleitet haben?



    Wäre es vielleicht sinnvoll gewesen in den 50ern oder 60ern Ähnliches mit dem Bundesland Bayern zu machen? Vielleicht nach dem Motto: Warum soll dieser stockkonservative Bergler-Clan es einmal genauso gut haben wie wir hier im Rest des Landes? Was hätten Söders Vorgänger dazu gesagt?

  • IsoLaLunga

    "Bei der AfD in Sachsen-Anhalt war CSU-Chef Söder nicht so rigoros." War zu erwarten, denn bei den nächsten Landtagswahlen in Bayern könnten die Freien Wähler als Mehrheitsbeschaffer ausfallen.

  • Minderleister

    Die Bundesregierung plant ja ein Anti-Wohnraumenteignungs-Gesetz. Etwas Besseres könnte einer linken Regierung in Berlin nicht passieren, denn dann könnte sie sagen: „Wir wollten zwar, aber durften nicht.“

  • Alex_der_Wunderer

    Die Linke könnte jetzt nochmals ordentlich bei den Wählern und der Bevölkerung Punkten, indem sie ein professionelles Konzept bezüglich des Zivilschutz für die Zivilbevölkerung vorlegt, indem die Bevölkerung bei eventuellen militärischen Angriffen duch Drohnen, in Zukunft geschützt werden können.

    • Machiavelli

      @Alex_der_Wunderer:

      Das ließe sich nur durch h massive Investitionen in flugabwehr und Reservisten die selbige bedienen erreichen, da das Militär ist wird von der Linken nichts kommen.

  • Josef 123

    Wie hat Hansaplast so schön gesungen:

    "Lebenslange Unterstützung von meinem Vati hätt' ich gern /



    Jeden Monat soviel wie ich zum Leben brauch' /



    Am besten jeden Monat 1000 Mark /



    Ich wünsch mir so: einen reichen Vati /



    Dann widme ich mein Leben der Kunst und der Kultur".

  • Chris McZott

    Realpolitik eben.

    Allerdings sieht es ganz grundsätzlich nicht gut aus für eine linke Politik, die einerseits alles besser weiß und besser kann, dann aber nur mit dem "Geld anderer Leute" funktioniert...

    • J. H.

      @Chris McZott:

      Politik funktioniert meist mit dem "Geld anderer Leute", nämlich mit Steuergeldern.



      Die wenigsten Politiker_innen finanzieren politische Maßnahmen aus ihrem Privatvermögen.



      Tatsächlich am ehesten noch Mitglieder der Linkspartei, die Teile ihrer Bezüge spenden.



      (Quelle: www.zdfheute.de/po...t-spende-100.html)

    • nicht satisfaktionsfähig

      @Chris McZott:

      Tja, das "Geld anderer Leute" wurde natürlich von den anderen Leuten im Schweiße ihres Angesichts hart erarbeitet.



      Da haben uns in den letzten 40 Jahre Neoliberalismus gut daran gewöhnt.

      • Chris McZott

        @nicht satisfaktionsfähig:

        "hart erarbeitet" - Ja aber offensichtlich nicht von den Berlinern selbst. Und darum geht es hier.

    • Christian Götz

      @Chris McZott:

      GutenTag ChrisMcZott



      Rendite aus Anteilen, Aktien oder Miete funktioniert auch nur mit dem Geld oder der Leistung anderer Leute.

      • Normalo

        @Christian Götz:

        Eben nicht. Sie ist die Gegenleistung dafür, dass man eigenes Geld investiert hat, das die "leistenden" anderen Leute eben nicht oder nicht so schnell erwirtschaften konnten. Davon abgesehn lebt der Länderfinanzausgleich - gerade nach linkem Narrativ - ja nicht von Spekulations- und Investitionsgewinnen (deren Bezieher zahlen ja bekanntlich keine Steuern) sondern von der besteuerbaren Leistung der Bevölkerung der Nettozahler.



        Im Ergebnis ist eine Landespolitik, die ihre Spendabilität bewusst auf das Risiko anderer Länder auslebt, jedenfalls nicht verantwortungsvoll und auch nicht in weiterem Sinne sozial - sondern das klassische "Hauptsache, uns hier geht's gut!", das Linke so gerne der CSU vorhalten. Kann man machen, ist aber nicht so doll für die moralische Glaubwürdigkeit (die für eine linke Partei ein wichtigeres Asset sein dürfte als für eine wirtschaftliberale).

    • A.S.

      @Chris McZott:

      Cdu und SPD würfen es auch mit dem Geld anderer Leute machen. Wir sind nämlich alle Deutsche.

    • Okti

      @Chris McZott:

      Das "Geld anderer Leute" ist leider halt nur erstohlen durch Ausbeutung der Gesellschaft oder gesellschaftlicher Gruppen hier oder anderswo. Der Staat könnte jährlich Milliarden Mehreinnahmen generieren durch Bekämpfung von Steuerbetrug, Stopfen von Steuerlöchern und Streichungen von ungerechtfertigten Subventionen, aber das wollen halt die Leute mit dem gestohlenen "Geld anderer Leute" nicht.

      • Machiavelli

        @Okti:

        Problem ist halt was sind ungerechtfertigte Subventionen? Für die Einen ist es das Bürgergeld, für die anderen die Pendlerpauschale.

  • derzwerg

    War eigentlich klar, das der Schuss nach hinten losgeht, bzw jetzt ereifern sich die ganzen Söderfans. Kommt mal klar Leute, die meisten Hauptstädte werden vom Umland alimentiert, einschließlich der Landeshauptstädte, das Mercedeswerk steht auch nicht in Stuttgart, sondern in Zuffenhausen

    • doofi

      @derzwerg:

      !

    • Desdur Nahe

      @derzwerg:

      Berlin ist tatsächlich besonders:



      Seit knapp 25 Jahren ist Berlins BIP in jeweiligen Preisen je erwerbstätiger Person am Arbeitsort geringer als der Bundesdurchschnitt.



      Dass eine Hauptstadt den Schnitt des restlichen Landes runterzieht findet man ansonsten in Europa so nicht.



      Aber ob man darauf stolz sein kann?

    • Mondschaf26

      @derzwerg:

      Zuffenhausen? (Stadtbezirk von Stuttgart)



      de.wikipedia.org/wiki/Zuffenhausen



      Meinen Sie Porsche?



      Die Daimler AG Zentrale liegt in Stuttgart-Untertürkheim und bildet die zentrale Steuereinheit für alle Standorte des Automobilkonzerns.



      --



      Enklaven (Bundesländer als Stadt-Staaten, umgeben von einem anderen Bundesland) finanzieren das Umland. Berlin genau so wie das gern geschmähte Bremen.



      taz.de/Union-und-d...bb_message_5283148



      „[...] seit der 1969 durchgeführten Gemeindefinanzreform wird die Einkommensteuer am Wohnsitz gezahlt" www.brandeins.de/m...isch/arm-und-reich

    • Encantado

      @derzwerg:

      "...die meisten Hauptstädte werden vom Umland alimentiert..."



      'Umland'?



      Das wäre ein Teil Brandenburgs. Mir wäre neu, dass Bayern und Baden-Württemberg im Umland Berlins liegen. Und wenn der Blick tatsächlich so ist, wäre es vermutlich an der Zeit, die Hauptstadt Deutschland woandershin zu verlegen.

    • Janix

      @derzwerg:

      Grundsätzlich bei Ihnen. Die Landeshauptstädte werden bewusst alimentiert. (Vgl. auch die Fehlsteuerung bei Stuttgart 21, wo der Bahnhof nahe den Ministerienschlössern dort auch gefälligst bleiben sollte, statt pragmatisch auf Stuttgart-Bad-Cannstatt als existierenden Durchgangsbahnhof zu gehen).

      Eine Flüchtigkeit darf ich gleichwohl kurz korrigieren? Stuttgart hat ausnahmsweise eine industrielle Basis und Wertschöpfung, leider noch v.a. in absehbar obsoleten Bereichen wie Verbrenner.



      In Stuttgart(!)-Zuffenhausen sitzt Porsche, in Stuttgart(!)-Untertürkheim Daimler (kein Schwabe sagt Mercedes), in Stuttgart(!)-Feuerbach Teile von Bosch (ok, alle genannten Firmen haben auch Bereiche außerhalb, aber Sindefingen, Gerlingen etc. sind einfach nur noch nicht eingemeindet)

      • derzwerg

        @Janix:

        Oh Mann, Sie haben recht, wie konnte ich das durcheinander bringen

  • Hans Dampf

    Ungerechtigkeit Länderfinanztausgleich



    Bei uns (Geberland BW) kostet ein Kita-Platz 382€/Monat bei mittlerem Einkommen, in Berlin nichts. Bei 2 Kindern 584€, was man hier netto mehr verdienen müsste. Und hier im Raum Stuttgart sind die Mieten mit 15,00 € bis 17,20 € Kaltmietre pro m² noch deutlich höher als in Berlin.



    So viel zur "Gerechtigkeit" Länderausgleich.

    • Kaboom

      @Hans Dampf:

      Und ehm - nur mal so gefragt:



      Es liegt an Berlin, wie viel bei Ihnen ein Kita-Platz kostet, oder liegt es doch eher an den Regierungen in BaWü und dem fehlenden Willen eben dieser Regierungen, Kita-Beiträge nicht zu erheben? Oder liegt es gar daran, dass in Bawü die Wähler mehrheitlich Parteien wählen, die keine beitragsfreien Kitas WOLLEN? Und was nun die Mieten in Stuttgart angeht: Bevorzugen die Wähler in BaWü denn Parteien, die die "freie Entwicklung der Mieten am Markt" nicht wollen? Oder ist es vielleicht so, dass die von den Bürgern in BaWü bevorzugten Parteien genau dies, nämlich einen Schutz der Mieter vor explodierenden Mieten, NICHT wollen?



      Fragen über Fragen.

    • derzwerg

      @Hans Dampf:

      Wenden Sie sich an die zuständigen Stellen in Stuttgart und fordern Sie kostenlose Kitaplätze.

      Und schauen Sie bei der nächsten Kommunal- oder Landtagswahl in die Programme der Parteien, vielleicht steht dort ja nicht nur was gegen Poller, sondern auch was für Kitas.

    • Janix

      @Hans Dampf:

      Die Mieten in Stuttgart werden womöglich sinken, sobald sich das ja leider verschleppte Ende des absehbar obsoleten Verbrenners auf den Wohnungsmarkt niederschlagen sollte. Und die U von Nowgorod-Neugereut fährt rasch in die City, wenn es das Fahrrad nicht sein soll.



      Stuttgart kann freilich als Landeshauptstadt andere Kommunen desselben Bundeslands saugen. Berlin hat nur Berlin selbst und nimmt auch schon die Prenzlschwaben auf.

      • Georg Sonntag

        @Janix:

        Dann fällt mir Baden Württemberg das zweite Geberland aus. Noch weniger für Berlin auf kosten anderer. Daimler und Bosch und Co haben Baden Württemberg stark gemacht und Berlin mit durch gefüttert. Bayern war bis 1986 auch Empfänger, hat sich aber zum starken Wirtschaftsstandort entwickelt. Berlin war arm aber sexy.



        Jetzt nur noch arm.

        • Janix

          @Georg Sonntag:

          Hessen und ganz lange Nordrhein-Westfalen nicht zu vergessen.

          Ich trauere doch auch mit den "Käpsel"-Ingenieure m/w/d von Bosch & Co., die zu lange auf obsolete Verbrenner angesetzt wurden oder gar dieseltricksen mussten.



          Statt mit innovativen E-Bike- und -Bus-Motoren unsere Straßen wieder frei erfinden zu dürfen (es gibt sie inzwischen, doch diese Fehlsteuerung war krass und wurde mit viel Lobby und Staatsgeld vertuscht).

          • Michael Denneborg

            @Janix:

            innovative E-Bikes kommen mittlerweile aus China, z.B. Avinox. So etwas gibt es bei Bosch nicht im Programm.

  • Woodbine

    Fast ganz Europa ist seit Jahren nach rechts gerückt, - auch weltweit ist das leider Trend. Aber die Unionsparteien werden nicht müde, "die linke Gefahr" zu propagieren. Jetzt Judenhass-Parolen bei der Linken: (unerträglich in jeder Partei!) - was für eine Steilvorlage für jene Mahner.



    Söder sollte zudem nicht vergessen, dass auch Bayern über Jahre zu den Zahlungsempfängern gehörte. Und wer alles momentan dafür bezahlt, es mit Strom aus dem oft geschmähten Norden zu versorgen.

    • Kaboom

      @Woodbine:

      Und nicht zu vergessen: Das Herumgeheule der CSU bezüglich des LFA ging exakt an dem Tag los, als Bayern begann, Einzahler zu sein. Kein Problem mit dem LFA hatte die CSU, solange Bayern Gelder aus dem LFA erhielt.

  • behr Behr

    Warum sollen Steuerzahler aus Hamburg oder aus Bayern über die



    Regeln des Länderfinanzausgleichs hinaus das Berliner Budget



    alimentieren, wenn es durch vom Berliner Steuerzahlern gewählte



    Politikern und deren Regierungs-Programme zusätzliche Defizite



    anhäuft. Erhöht doch Eure Gewerbesteuersätze oder Grundsteuern oder Zuschläge auf Villen bis es passt aber lebt nicht noch mehr auf andere Steuerzahlerkosten.

    • Kaboom

      @behr Behr:

      Aus dem gleichen Grund, weswegen die Politik Bayerns oder Hamburgs den Rest des Landes einen feuchten Kehricht angeht. Man nennt das Föderalismus.

    • Sole Mio

      @behr Behr:

      Ich wäre auch dafür den Länderfinanzausgleich abzuschaffen und das sofort!

      Berlin wird hoffentlich bald Rot-Rot-Grün regiert und das wird auch erfolgreich werden.

      Bayern, Baden Württemberg und NRW wirtschaften sich aktuell runter und sind zukünftig heiße Kandidaten als/für Empfänger!

      Dss wäre der BIG-DEAL für Berlin!

      • behr Behr

        @Sole Mio:

        In einem Punkt mit Sicherheit erfolgreich: Erhöhung der



        Quote von öffentl. Angestellten/Beamte zur Bevölkerungsanzahl, da ist Berlin schon heute mit Abstand Spitze und wird die Anzahl noch deutlich erhöhen, wenn die



        Pläne zur Kontrolle des Wohnungsmarktes programmgemäß ausgebaut werden soll.

      • Georg Sonntag

        @Sole Mio:

        Und womit kommt Berlin voran? Würde mich stark interessieren...

    • Janix

      @behr Behr:

      Es wäre Bayerns Aufgabe, das Steuerdumping aufzugeben und eine Finanzfahndung auch für arg Reiche sicherzustellen. Wenn Sie das Thema schon erwähnen.

      • Hans Dampf

        @Janix:

        Es wäre Berlins Aufgabe mit dem Geld auszukommen, das es einnimmt. Und reicht es nicht, so muss Berlin die Gewerbesteuer und andere Einnahmen anpassen.

        • Janix

          @Hans Dampf:

          Und Bayern muss seine Pflichten bei der Steuereinziehung erfüllen. Vor allem das schadet sonst anderen Bundesländern.

          • Flocke

            @Janix:

            Wo sind die Belege, dass Bayern nicht seine Pflichten bei der Steuerhinterziehung nicht hinreichend und schlechter als andere Bundesländer erfüllt?



            Wenn Sie schon solche starken Behauptungen raushauen wären Fakten hilfreich.

            • Janix

              @Flocke:

              Hier in der taz regelmäßig hingewiesen, Sie lesen die Artikel ja auch.



              Die bayerische Frequenz bei der Steuerkontrolle sehr reicher Leute ist - bei einer ansonsten wie gesagt eher guten Verwaltung - schon auffällig niedrig. CSU-Politiker-Äußerungen deuten auf Absicht hin. Kommt zum Tegernsee mit eurem anderswo erwirtschafteten Geld, hier habt ihr's gut.



              ((Da würde ich mich unabhängig von der Parteifarbe bei jedem Bundesland aufregen.))

              • Flocke

                @Janix:

                „Auffällig niedrig“ ist nicht objektiv. Wie lauten die konkreten Zahlen?

    • Astrid Sehnefeld

      @behr Behr:

      Genau das.



      Wer solche Politiker und Parteien wählt, der soll auch ihre Ideen bezahlen.



      Wer dahinter steht, der muss auch dafür einstehen.



      Die Berliner haben das gewählt, dann sollen die Berliner das auch bezahlen.



      Dann gibt's vom Senat finanzierte billige Mieten - und als Ausgleich halt vielleicht 16€ für einen Einzelfahrschein der BVG zur Finanzierung der Buden samt Sanierungen...🤷



      C'est la vie ☯️

      • Lasse Loft

        @Astrid Sehnefeld:

        Richtig! Deswegen: und alle C0U-Wähler bezahlen bitte mit Zinsen Cum-Cum, Cum-Ex, Spahn, Gorleben, UND SO VIEL MEHR, zurück bzw erstatten, was der Allgemeinheit gestohlen/verschenckt/verschwendet/etc., wurde.

        • Querbeet

          @Lasse Loft:

          Warum sollte der CDU Wähler für Cum Cum Scholz zahlen?

        • ttronics

          @Lasse Loft:

          Alles peanuts, 100 Mrd. Geht uns jährlich an Steuerhinterziehung verloren. Ziehen wir das mal unauffällig ein, dann ist doch der Haushalt bald wieder im Lot

          • Astrid Sehnefeld

            @ttronics:

            Stimmt, der mit Abstand größte Schaden jährlich entsteht durch Steuerhinterziehung.



            Vielleicht ist es ja doch ganz gut, dass Die Linke so gute Beziehungen zu den Remmos hat - da kann sie von du zu du nachfragen, ob die nun ihre 'Gewerbe' und sonstigen Aktivitäten rechts- und steuerkonform betreiben wollen...



            Als Freundschaftsdienst quasi 🫂

  • Oma

    Den meisten Menschen in Bayern ist diese Wohnraum-Enteignungs- oder Vergesellschaftungsdebatte völlig egal, weil sich niemand vorstellen kann, dass man das in Berlin auf die Reihe kriegt.

    • Kaboom

      @Oma:

      Nuja, in Bayern stört es offenkundig ja auch niemanden, dass die Mieten in München und im Umland so sind, wie sie sind. Oder dass der Erwerb einer Wohnung so etwa 10.000 € pro m2 kostet.

      • Oma

        @Kaboom:

        Das gönnt man sich. Hat eine ähnliche Funktion wie früher mal der Türsteher vorm Oanser und die gepfefferten Preise drinnen.

        • Kaboom

          @Oma:

          Jo, ich erinnere mich daran, dass ich neidisch auf das Gehalt einer Bekannten war, die im gleichen Beruf tätig war wie ich, aber im Münchner Umland lebte. Bis ich hörte, was sie an Miete zahlte. Danach hab ich mich immer extrem amüsiert, wenn jemand über die Gehälter dort schwärmte.

    • ttronics

      @Oma:

      Ja genau, man rechnet doch in Berlin auch grundsätzlich damit, dass dann immer irgendwas irgendwie schief geht.



      Oder die Wohnungsbaukonzerne werden ihre Schrottimmobilien einfach zu überteuerten Preisen locker los und freuen sich platt, immerhin soll die Finanzierung ja irgendwie laufen und die Stadt saniert sich Schimmelig.

      Wenn da Kapital von US Investoren drin steckt, kann das wiederum irgendwas mit Zöllen und den ganz großen Stress bedeuten.

      Aber, es ist halt Berlin

    • Oleg Fedotov

      @Oma:

      Und weil diese Berliner Gesetze oder Verordnungen spätestens in Karlsruhe wieder einkassiert werden, sind diese Drohungen eigentlich nur Schaumschlägerei fürs Wahlvolk in Bayern

      • Astrid Sehnefeld

        @Oleg Fedotov:

        Na vor allem wars Schaumschlägerei fürs Wahlvolk in Berlin

        • Deep South

          @Astrid Sehnefeld:

          Beides würd ich sagen. Es geht nur noch um Kampfbergriffe und darum, sich gegenseitig an diesen abzuarbeiten, weil man glaubt, sich damit gesundprofilieren zu können. Deswegen arbeiten beide auch mit dem Begriff "Enteignung", obwohl es einen klaren Unterschied zum Begriff "Vergesellschaftung" gibt. Für die Anhänger der Linken ist das ein fancy Parole, die eine gewisse Revolutionsromtik mitsichbringt, für Söder und Co. ist das ein Reizwort aus dem Kommunismus, vor dem man die freie Welt bewahren muss. Ein kulturkämpferisches Schmierentheater ist das, nix Weiter.

      • Francesco

        @Oleg Fedotov:

        Warum denken Sie, dass die in Karlsruhe kassiert werden?

        • Nordlicht4711

          @Francesco:

          Ich denke es geht nicht mal bis Karlsruhe sondern scheitert an der Schuldenbremse. Denn die Stadt müsste für die Rechtsunsicherheit bürgen, irgendwas zwischen 20-30 Mrd.. Das übersteigt die Möglichkeiten.

        • Astrid Sehnefeld

          @Francesco:

          Weil Berlin selbst die Buden freiwillig und mit ordentlichen Verträgen an Banken verkauft hat - jetzt 20 Jahre später daherzukommen und zu sagen: 'übrigens, wir wollen die Buden zurück, aber wir bezahlen nur x €' kann nie und nimmer rechtens sein - und sollte ein Gericht so entscheiden, wird nie wieder irgendjemand in Berlin investieren...



          Schon heute gehen Start Ups laut Statistiken und Umfragen lieber nach Hamburg oder München statt Berlin.



          Warum?



          Wegen der gründerfreundlichen Politik.



          Berlin hat kein Mietpreisproblem, ist sowohl im deutschen als auch internationalen Vergleich noch günstig.



          Berlin hat ein Lohnproblem. Die Lokalpolitik müsste sich um gute Jobs kümmern.



          Aber da arbeitet Die Linke und ihre Anhängerschaft dagegen.



          Tesla wird nur geringgeschätzt, zuletzt wollte ein Investor ne Batteriefabrik bauen, da machte dann irgendeine Kröte, die eventuell dort wohnen soll das Vorhaben unmöglich - nun wird die Fabrik in Bayern gebaut, ohne Kröte aber mit Hochlohnjobs inklusive...



          Dit is Berlin 🤷



          www.tagesspiegel.d...-war-15281588.html

          • Francesco

            @Astrid Sehnefeld:

            Wieviel hat Berlin denn damals für die Wohnungen erlöst? Durch nur einen Bruchteil dessen, was für die Vergesellschaftung bezahlt werden soll.

      • Oma

        @Oleg Fedotov:

        Meines Wissens wird in Bayern erst in zwei Jahren gewählt, da braucht es noch keine Showeinlagen. Länderfinanzausgleich ist einfach ein altes Steckenpferd vom Maggus, da war er halt mal wieder voll in seinem Element.

        • Astrid Sehnefeld

          @Oma:

          Hessen will auch nicht mehr so weitermachen.



          Es ist nicht nur Maggus der darüber meckert...

          • Reinero66

            @Astrid Sehnefeld:

            Und einer der Grünen Minister in BW hat das gleiche Sachsen-Anhalt angedroht.



            Ist das okay, dann ist auch Söders Satz ok.

            • Astrid Sehnefeld

              @Reinero66:

              Beides ist okay.



              Sowohl die AfD als auch Die Linke werden mit den Ausgleichszahlungen einzig ideologische Ziele umsetzen, die ein Schädigungspotential für unsere Bundesrepublik nach sich ziehen werden.

  • Karla Columna

    Ist es aber nicht auch so, dass von linker Seite Elif Eralp als eine Art Wunderwaffe präsentiert wird, die nun die Probleme der Stadt und insbesondere die Mietenmisere lösen wird? Ich stehe diesen Heilserwartungen skeptisch gegenüber, besonders da man nicht alles als Kampagne der Medien oder der Rechten abtun kann. Da gibt es einfach Fehler. Da wirkt es schon so, dass es Leichen im Keller gibt, die vertuscht werden sollen. Da zeigt sich auch ein Führungsproblem bei Eralp. SPD und Grünen gehen mit dieser Koalition ein gewaltiges Risiko ein. Leider, das muss ich zugeben, wäre die Alternative mit CDU auch nicht besonders toll, aber es ist auch nicht zu ignorieren: letztes Mal konnte die SPD zu großen Teilen SPD-Politik machen, weil Wegner bereit war alles zu tun, um bloß mal (für drei Jahre) Bürgermeister zu sein. Vielleicht würden die Grünen in der Konstellation ihre geliebten Poller vermehren und Klimapolitische Maßnahmen heraushandeln können, während die SPD die Vergesellschaftung und den Mietendeckel vorantreibt. Das wäre doch eine schöne Ironie des Schicksals für die CDU.

  • Astrid Sehnefeld

    Das Grundgesetz schreibt vor, dass im gesamten Bundesgebiet vergleichbare Lebensverhältnisse herrschen sollen.



    Ein Bürger in einem strukturschwachen Bundesland soll Zugang zu einer ähnlich guten Infrastruktur haben wie ein Bürger in einer wirtschaftsstarken Region – sei es bei Schulen, Straßen, der Polizei, dem ÖPNV oder der Verwaltung - DAS ist der Sinn des Länderfinanzausgleichs.



    Von Mietpreisen steht da nichts drin.



    Berlin gönnt sich bereits kostenlose Kitas, Geberländer wie Bayern gönnen sich das nicht.



    Jetzt sollen die restlichen Bundesbürger auch noch für billige Mieten herhalten - weil die 13 bis 40 Milliarden, die je nach Gutachten fällig werden, hat Berlin nicht mal ansatzweise.



    Ganz klares Nein von mir zu dieser Posse.



    Berlin hat hunderte S-Bahn Stationen, hunderte U-Bahn-Stationen, ICE Anschlüsse, Opern, Theater, Museen, einen internationalen Flughafen, etc...



    Ich habe nichts davon vor der Haustür, darum liegt bei mir der Mietpreis bei 5€ und in Berlin halt bei 25€.



    Angebot und Leistung stimmen.



    Wer in Berlin leben will, der soll auch für die angebotene Infrastruktur zahlen - und wer nicht, umziehen dahin wo es billiger ist.

    • Kaboom

      @Astrid Sehnefeld:

      "Das Grundgesetz schreibt vor, dass im gesamten Bundesgebiet vergleichbare Lebensverhältnisse herrschen sollen.



      "



      In welchem Artikel des GG finde ich das?

      "Berlin gönnt sich bereits kostenlose Kitas, Geberländer wie Bayern gönnen sich das nicht."

      Kostenlose Kitas in Bayern entsprechen nicht dem Willen der Bevölkerung, sonst würden die Wahlen anders ausgehen. Ende der Geschichte.

      • Astrid Sehnefeld

        @Kaboom:

        Art 106 (3) S4



        Art 107



        Und nicht zuletzt Art 72 (2)

        • Kaboom

          @Astrid Sehnefeld:

          In Art. 106 geht es um die Umsatzsteuer, 107 regelt die Verteilung der Steuereinnahmen, und in Art. 72 geht es um die Erforderlichkeitsklausel.

          wissen.jurafuchs.d...bs-2-hs-2-var-1-gg

          In dem Link ist auch erklärt, was das meint. Es meint jedenfalls NICHT das, was Sie behaupten.

    • Janix

      @Astrid Sehnefeld:

      Etwa Bayern ist seit jeher sehr ländlich geprägtes Flächenland in den größten Teilen







      In München bekommt, meint der Hinterkopf, dabei der Polizist m/w/d aus dem allgemeinen Topf Bayerns einen Zuschlag, damit er nicht aus Geiselhöring oder Berching einpendeln muss.

      Ein Ansatz wäre im Übrigen wohl, dass nicht die Grundpreise aufgrund der Infrastruktur steigen, sondern dass dieser Gewinn konsequent abgeschöpft wird. Mit dem Geld lässt sich einiges machen.



      Dieser Vorschlag kommt u.a. vom früheren Münchner OB und kurzzeitigen Berliner RB Hans-Jochen Vogel.

      Bei den Zuschüssen die Kosten von Infrastruktur/Kopf bei niedriger Bevölkerungsdichte im Kopf behalten. Die feinen Straßen, Auto/Pendelzuschüsse, Kabel, Leitungen.

      Doch auch hierfür gilt: Gleichwertige Lebensverhältnisse.

      Wir können hier ganz lange Stadtmaus-Landmaus spielen, doch geht das Geld nicht ganz woandershin flöten?

      • Astrid Sehnefeld

        @Janix:

        Ja in Bayern gibt es für Beamte eine Koppelung an Ortsklassen (I bis VII). Seit der Reform des Besoldungsrechts in 2023 ist der Wohnort direkt im Orts- und Familienzuschlag (OFZ) integriert. Ich weiß aber nicht über die Höhe der Zuschläge, da es nicht mein Bundesland ist.



        /



        "Wir können hier ganz lange Stadtmaus-Landmaus spielen" - in der taz als auch von den meisten Kommentierenden wird NUR das Stadtmausspiel gespielt - die Lebensperspektive und noch viel mehr die Lebensrealität der Landmäuse wird völlig ignoriert. Da helfe ich gerne regelmäßig als unbequemer Reminder aus 🤗

  • Zippism

    Schon bemerkenswert, wie schnell aus einem angeblich völlig absurden Gedanken ein ernsthaft diskutierbares Instrument wird, sobald die politische Konstellation wechselt.

    Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt wurde angesichts einer möglichen AfD-Landesregierung ebenfalls darüber diskutiert, ob finanzielle Konsequenzen bis hin zum Länderfinanzausgleich ein Mittel gegen eine solche Regierung sein könnten. Grünen-Finanzminister Bayaz stellte damals ausdrücklich einen Zusammenhang zwischen rechtsstaatlichen Grundsätzen und der Zusammenarbeit im Föderalismus her.

    Nach dem tatsächlichen AfD-Wahlsieg war jedenfalls nicht plötzlich jedes Mittel tabu. Die AfD erreichte in Sachsen-Anhalt 44,1 bis 44,5 Prozent und gewann die Landtagswahl deutlich.

    Wenn man vorher argumentiert: „Wenn diese Partei regiert, darf man wirklich keine Möglichkeit unversucht lassen“, dann sollte man sich nicht wundern, wenn andere politische Lager später dieselbe Logik aufgreifen.

    • Kaboom

      @Zippism:

      Politiker von CDU und CSU haben Maßnahmen im Rahmen des LFA gegen SA im Falle einer AfD-Regierung dezidiert abgelehnt.

      Gut, dass wir verglichen haben.

      • Zippism

        @Kaboom:

        Gut, dass wir tatsächlich verglichen haben. Nur ging es in meinem Kommentar gar nicht um die Position von CDU und CSU. Dass diese das abgelehnt haben, widerlegt ja gerade nicht, dass ein solches Vorgehen aus dem grünen Lager öffentlich diskutiert wurde.

        Der Punkt ist ziemlich simpel: Vor der Wahl wurde darüber diskutiert, ob finanzielle Konsequenzen gegenüber einem Land mit AfD-Regierung denkbar sein könnten. Jetzt, wo es um eine andere politische Konstellation geht, wird derselbe Gedanke plötzlich als völlig abwegig dargestellt.

        Wer politische Instrumente grundsätzlich für diskutabel hält, sollte das eben auch dann erklären können, wenn sie nicht gegen den jeweils gewünschten politischen Gegner gerichtet sind.

        • Kaboom

          @Zippism:

          "Vor der Wahl wurde darüber diskutiert, ob finanzielle Konsequenzen gegenüber einem Land mit AfD-Regierung denkbar sein könnten."

          Es wurde über den Bundeszwang diskutiert. Mit finanziellen Konsequenzen hat das nichts zu tun.

          "Jetzt, wo es um eine andere politische Konstellation geht, wird derselbe Gedanke plötzlich als völlig abwegig dargestellt."

          Das exakte Gegenteil ist der Fall. Vor den Wahlen in SA haben Unionspolitiker erklärt, dass es keine Maßnahmen im Kontext LFA gegen SA geben würde.

          "Wer politische Instrumente grundsätzlich für diskutabel hält, sollte das eben auch dann erklären können, wenn sie nicht gegen den jeweils gewünschten politischen Gegner gerichtet sind."

          Wenn es ernsthaft zur Diskussion steht, Feinde unserer Art zu leben, einfach machen zu lassen, haben wir die Demokratie vermutlich nicht verdient. 🤷🤷🤷

          Im Übrigen:



          Das Vorhaben der Linken ist grundgesetzkonform. Wohingegen diverse von den Blaunen in SA geplante Maßnahmen gegen diverse Artikel des GG verstoßen.

          Und die Konsequenz der Schwatten ist, gegen die Linke vorzugehen, aber gegen die Blaunen nicht.



          Und wieder einmal ist nichts so entlarvend, wie das Agieren.

          • Zippism

            @Kaboom:

            Sie vermischen hier zwei Dinge. Natürlich wurde über den Bundeszwang diskutiert – aber Bayaz hat vor der Wahl ausdrücklich auch finanzielle Konsequenzen und den Länderfinanzausgleich ins Spiel gebracht. Das ist keine Erfindung meinerseits.

            Und genau deshalb ist Ihr Argument „CDU hat gesagt, sie machen es nicht“ auch kein Gegenargument zu meinem Punkt. Ich habe nie behauptet, dass die gesamte Union dafür war. Im Gegenteil: Es ging darum, dass aus dem grünen Lager öffentlich mit finanziellen Konsequenzen argumentiert wurde.

            Dass der Länderfinanzausgleich rechtlich nicht einfach als politischer Sanktionshebel eingesetzt werden kann, macht die damalige politische Forderung übrigens nicht ungeschehen. Es macht sie eher interessant.

            Und „Feinde unserer Art zu leben“ ist dann doch eine bemerkenswerte Formulierung. Wer entscheidet eigentlich, wer diese Feinde sind? Und gilt die Logik dann immer – oder nur solange sie gegen die politische Richtung geht, die man selbst für gefährlich hält?

            • Kaboom

              @Zippism:

              Vielleicht gucken Sie sich einfach mal an, wer sich im engsten Umfeld des AfD-Spitzenkandidaten in SA so herumtreibt, oder wen die AfD-Abgeordneten im BT so beschäftigen. Oder Sie lesen einfach mal die geleakten AfD-Chats. Wenn Ihnen danach immer noch nicht klar ist, wer die Feinde unserer Art zu leben sind, kann ich Ihnen auch nicht helfen.

  • Deep South

    "Es wäre ein Fehler, diese Drohung als eine rechtlich ohnehin nicht umsetzbare Nebelkerze abzutun."

    Achja? Warum denn? Es gibt rechtlich überhaupt keinen Ansatz, das durchzusetzen. Der Länderfinanzausgleich ist im GG festgeschrieben und es gibt auch keine Klauseln, die das bei bestimmten politischen Verhältnissen oder politischen Entscheidungen aushebeln könnten. Es ist schlicht Getöse und nur mit einer Gesetzesänderung durch das BVerfG umsetzbar. Und das ist nur realitistsich, wenn Karlsruhe entscheidet, dass die Geberländer unangemessen belastet werden. Per "Strafmaßnahme" ist die Streichung von Geldern gar nicht möglich.

    Falls die Vergesellschaftungsideen der Berliner Linken nur durch diese Gelder finanzierbar sein sollten, hätte Söder zumindest mal einen gewissen Punkt.

    Die Frage, die sich mir abseits dieser Scheindebatte aber schon immer stellt, ist warum Berlin seit Jahrzehnten größter Einzelnehmer und zweitgrößter ProKopf Nehmer ist und auch nie irgendwie den Verdacht aufkommen lässt, daran mal irgendwas ändern zu wollen. Den Eindruck, dass Berlin schlecht haushaltet und andere dafür aufkommen müssen, kann man nicht komplett von der Hand weisen.

    • Encantado

      @Deep South:

      "Den Eindruck, dass Berlin schlecht haushaltet und andere dafür aufkommen müssen, kann man nicht komplett von der Hand weisen."



      Dit is Berlin wa!



      Jedenfalls liegt es nicht an bestimmten Parteien, diesbezüglich sind sie offenbar alle gleich.

      Es sei aber zur Verteidigung angemerkt, dass die Stadt als Bundeshauptstadt eine zusätzliche Last trägt, die die anderen Bundesländer nicht haben.

      • Deep South

        @Encantado:

        Ja sicher. Ich glaube, warum das so viele Palme bringt, liegt an der oft hochmütigen Selbstverständlichkeit, mit der man gern dem Rest des Landes erklärt, was alles falsch ist und wie man am Besten leben sollte, während man selbt die eigenen Probleme nicht auf die Reihe kriegt. Andere Nehmerländer machen das eben nicht.

        • Michael M

          @Deep South:

          Ich glaube auch, dass da was sehr wahres dran ist.

  • Chaos-NRW

    Nun muss man Söder allerdings zugute halten, dass die AfD in Sachsen-Anhalt auch nicht vorhat zweistellige Milliardenbeträge für irrsinnige Vergesellschaftungsphantasien auszugeben. Insofern durchuas nachvollziehbar, dass diese Diskussion nun bei den Linken in Berlin aufkommt.

    • Kaboom

      @Chaos-NRW:

      Stimmt. Die AfD in SA will "nur" systematisch gegen das GG agieren. Da ist natürlich kein Problem. Wohingegen das Agieren der Linken im Kontext Vergesellschaftung ausdrücklich mit dem GG konform ist.



      Es ist also absolut "nachvollziehbar", dass Verfassungsfeindlichkeit für die Union kein Problem ist. Erklärt auch die Weigerung der Union im Kontext des möglichen Verbotsverfahrens gegen die AfD umfänglich.

    • TGV

      @Chaos-NRW:

      Über irrsinnige Phantasien braucht man natürlich nicht reden. Ebensowenig über Antisemiten in Parteien, die gar nicht erst danach suchen. Slander trumps truth

    • Westlahn

      @Chaos-NRW:

      Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen den Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt (und anderswo) und den Linken: die Linken präsentieren für ein großes Problem - wenn nicht DAS größte Problem - in Berlin einen Lösungsansatz. Den kann man mögen oder nicht - alle anderen Lösungsansätze auf dem Markt sind schon gescheitert. Und sie geben keinerlei Anlass für die Vermutung, die Demokratie als Ganzes zu bekämpfen. Bei allen Merkwürdigkeiten in den Positionen und Personen der Linken: das nicht.



      Anders bei den Rechtsextremisten: sie sind in ihrer großen Mehrheit ganz offen Verfassungsfeinde, heißt: sie wollen diese Demokratie abschaffen. Die Aussagen erreichen von verschiedenen Personen unterschiedliche Radikalität - aber mit Aussagen: es sollten nicht alle wählen dürfen - sind rote Linien überschritten.



      Aber damit hat Herr Söder offenbar kein so großes Problem. Mit der Nutzung einer im Grundgesetz ausdrücklich vorgesehenen Möglichkeit zur Enteignung offenbar schon. Könnte daran liegen, dass er mindestens eine Partei rechts von der CSU ja zum Regieren braucht. Und die Leute am Starnberger See haben Angst um ihre Villen.

      • Oleg Fedotov

        @Westlahn:

        Es sind nicht alle Lösungsansätze gescheitert. Nur hat einer das Rückgrat in Berlin, diese auch umzusetzen. Über die Berliner Wohnungsmieten können die Bewohner von München London oder Paris nur müde lächeln. Es liegt doch auch an den Arbeitnehmern solche Löhne durchzusetzen, das Mann/Frau/Familie sich auch eine Wohnung mit 15-20€/qm leisten kann.

        • Westlahn

          @Oleg Fedotov:

          Nur weil in London, München und Paris die Immobilienhaie noch skrupelloser agieren können, macht das die Lage in Berlin nicht besser. Ich versuche mal ein "Whataboutism" in die andere Richtung: Warum sollte die Lage in Berlin schulterzuckend hingenommen werden, wenn es in Wien doch deutlich besser geht... ?



          Und der Hinweis auf das "Durchsetzen solcher Löhne" geht fehl: Das ist unmöglich, weil jede Lohnsteigerung durch Mieterhöhungen abkassiert werden kann.



          Zudem: mächtige Player in Wirtschaft und Politik wollen gar nicht, dass sich ein entspannter Wohnungsmarkt entwickelt.



          Die Besitzer der Immobilien, vor allem der Grundstücke, haben die Kontrolle darüber, ob und zu welchen Bedingungen Wohnraum geschaffen werden kann. Das geht bis hin zu Strategien internationaler Investoren, die über den Besitz großer Anteile baufähiger Grundstücke im Markt die Wohnkosten und im Anschluss das Lohnniveau ebenso wie die staatlichen Personalkosten zu erhöhen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu schädigen. Gebe sich niemand der Illusion hin, dass solche Strategien niemand betreibt.

          • Oleg Fedotov

            @Westlahn:

            Wien, obwohl immer gerne angeführt, ist nun mal ein schlechtes Beispiel. Diese kommunalen Wohnungen dort, die Sie meinen sind zum einen teilweise in einem unwürdigen Zustand (Sanitäranlagen/Dämmung etc) und für außenstehende kaum bis gar nicht zu bekommen. Wer als Arbeitnehmer oder Student nach Wien zieht, ist auch dort auf hochpreisige Wohnungen angewiesen.

      • Günter Witte

        @Westlahn:

        Die beste Lösung wäre eine Bayrische Wohnungsbaugesellschaft für Berlin. Man könnte mit den 4 Milliarden die Jährlich aus Bayern nach Berlin gehen neue Wohnungen bauen und die Mieten gehen dann wieder nach Bayern zurück. Berlin hätte Wohnraum und Bayern muss nicht so viel bezahlen. Eine klassische Win-Win Situation.

        • Westlahn

          @Günter Witte:

          Glaubt jemand wirklich, die Bayern würden in Berlin günstige Wohnungen bauen, die sie genauso gut in München uä bauen könnten? Man müsste für die Finanzierung günstiger Wohnungen mal die eingesparten Steuermittel für Sozialhilfe und Wohngeld einrechnen. Und den Verlust für die Steuereinnahmen des Staates durch riesige Pendlerdistanzen aufgrund der Wohnkosten am Ort des Arbeitsplatzes. Aber von WirtschaftsjournalistInnen eine solche Analyse zu erwarten ist wohl eine Träumerei.

        • Westlahn

          @Günter Witte:

          Können wir all die Milliarden gegenrechnen, die seit Jahrzehnten von CSU-MinisterInnen im Bund nach Bayern gepumpt werden ? Neuestes Beispiel: Kaum eine Stunde nach dem Zuschlag für München zur deutschen Bewerbung um eine der nächsten Olympiaden formuliert der oberste Foodblogger namens Söder schon die Forderung an den Bund nach Beteiligung an der Finanzierung der "notwendigen" Infrastruktur - und das natürlich völlig unabhängig davon, ob Deutschland den Zuschlag für die Olympiade überhaupt erhält.

  • Friedrich Bredthauer

    Die von rechten Kräften mit unterschiedlichen Themen laufende Kampagne gegen die mögliche Bildung einer von Linken geführten Landesregierung scheint ein gewisses Maß an Panik im gewissen Kapitalkreisen hervorgerufen zu haben. Dies erinnert mich an das historische Satireplakat: „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen“. Damals wie heute bedienen rechte Kreise absurde Schreckgespenster, um berechtigte soziale Forderungen zu diffamieren. Der verfassungsrechtlich verankerte Länderfinanzausgleich ist kein Erziehungsinstrument für die Oberschicht, sondern ein Instrument zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse aller Bürger. Eine Union, die soziale Rechte gegen Demokratie ausspielt, beschädigt den Zusammenhalt dieses Landes nachhaltig. Und die SPD schaut überwiegend vom Seitenrand zu während DIE GRUENEN sich nur zaghaft melden. Ich erwarte von allen demokratischen Kräften, dass sie sich eindeutig und klar solchen Angriffen entgegenstellen

  • hessebub

    Wundert das noch jemanden? Ich wette um ein taz-Abo, dass in spätestens zwei Jahren die CDU Juniorpartner det AfD wird. Wer wird uns verraten? "Christ" "demokraten"!

    • Bambuspanda

      @hessebub:

      Und ich wette das die CDSU zur nächsten Bundestagswahl einen CSU- Mann als Kanzlerkandidaten stellen wird.



      Nur so wird sie eine Chance haben, zumindest etwas über 20% zu kommen um die weitere Flucht von CDSU Stammwählern zur AfD zu stoppen.

      • Janix

        @Bambuspanda:

        Das Beggar-thy-neighbour-Prinzip der CSU ist nur nicht verallgemeinerbar. Über Berlin sachfrei schwadronieren ginge dann gar nicht mehr.



        Ich halte gegen, bei aller erschreckenden Personalschwäche auch der CDU.

  • Kaboom

    Nuja, die Interessen der Immobilienbranche spielen seit Jahrzehnten eine maßgebliche Rolle bei der CSU. Nicht umsonst hat die CSU dafür gesorgt, dass ab der Vererbung von 300 Wohneinheiten keine Erbschaftssteuer mehr zu zahlen ist.



    Und wenn der Auftraggeber darauf besteht, eine mögliche Vergesellschaftung von Immobilien zu verhindern, dann muss das Hundi natürlich Folge leisten.

  • taz.manien

    Die Union will alles im Keim ersticken was nicht ihrer eigenen Ideologie entspricht, sie haben Angst das die Menschen erleben könnten das man doch etwas gegen die Geldgier weniger, man was ausrichten kann, was nicht sein darf nicht sein kann. Genau das selbe Spiel wie bei der Photovoltaik, wo Altmaier 230000 genial bezahlte Arbeitsplätze aus ideologischen Gründen zerstört hat, oder eher mehr die Arbeitsplätze sind jetzt in China, weil die einfältigen in unserem Land nicht mitkommen durften das man mit grüner Technologie sehr viel Geld verdienen konnte. Das selbe trifft auf Berlin jetzt zu, sollten die Linken wirklich etwas zum positiven bewegen, dann kann die Union einpacken, denn das würde sich wie ein Feuer ausbreiten. Wieso steht eine Vergesellschaftung in der Verfassung! Ich wundere mich nicht über die Ablehnung, man braucht sich nur die letzte Pisa Studie anschauen, diese verdeuchlicht eindringlich unser wahres Problem, einhergehend mit den Mieten natürlich. Die Menschen in Berlin haben es satt zum Spielball von Heuschrecken zu werden, die wollen nicht irgendwann das selbe Schicksal wie gerade in Spanien erleben, wir sind alle Mariecarmen Abascal!!!!!!

    • Westlahn

      @taz.manien:

      Den Arbeitsplätzen in der ungeliebten Solar- undoder Windenergiebranche weint die CSU und Teile der CDU keine Träne nach. Dafür ist das Geheul um den Verlust der Arbeitsplätze in der (Verbrenner)Autoindustrie um so lauter. Die übrigens auch nur deshalb so gut bezahlt und damit "wertvoll" sind, weil Gewerkschaften diese Bezahlung erkämpft haben. Zu denen die CDU-CSU jahrzehntelang eine eher ablehnende Haltung gepflegt hat - und in Teilen bis heute pflegt. Wer mag, kann sich ja die Propagandasprüche aus den 70ern noch aus dem Netz ziehen.

    • Zippism

      @taz.manien:

      „Die Union will alles im Keim ersticken, was nicht ihrer Ideologie entspricht“ – und fünf Zeilen später wird aus einer politischen Debatte über Vergesellschaftung bereits der große Kampf gegen „Heuschrecken“, Geldgier und Pisa. Fehlt eigentlich nur noch der Chemtrail-Verweis.

      Besonders hübsch ist die Photovoltaik-Legende: Altmaier habe aus „Ideologie“ 230.000 Arbeitsplätze zerstört, weshalb die Jobs jetzt einfach in China seien. Als wäre die Entwicklung der deutschen Solarindustrie eine Ein-Mann-Verschwörung und nicht das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus Förderpolitik, internationalen Kostenstrukturen, chinesischer Industriepolitik und massivem Preisverfall.

      Und dann natürlich das Totschlagargument: Wenn die Linke in Berlin „wirklich etwas zum Positiven“ bewegen sollte, könne die Union einpacken. Das ist keine Analyse, sondern politisches Wunschdenken mit eingebauter Glaskugel.

      Über die Vergesellschaftung kann man selbstverständlich sachlich streiten – gerade weil sie in Artikel 15 GG ausdrücklich vorgesehen ist. Daraus folgt allerdings nicht, dass jede konkrete Form der Vergesellschaftung sinnvoll oder finanzierbar ist.

      • Lasse Loft

        @Zippism:

        Altmaier-Knick???

        • Zippism

          @Lasse Loft:

          Ja – wenn mit „Altmaier-Knick“ der Einbruch beim deutschen Photovoltaik-Ausbau und der Beschäftigung infolge der damaligen Förderkürzungen gemeint ist, gibt es dafür durchaus einen realen politischen Zusammenhang.

          Nur ist das etwas anderes als die hier aufgestellte Behauptung, Altmaier habe aus reiner „Ideologie“ 230.000 Arbeitsplätze zerstört und diese seien anschließend einfach nach China gewandert.

          Der deutsche Solararbeitsmarkt schrumpfte damals tatsächlich massiv. Gleichzeitig standen deutsche Hersteller unter erheblichem Wettbewerbsdruck durch chinesische Produzenten, die ihre Produktionskapazitäten stark ausbauten und deutlich günstiger produzierten. Die Entwicklung lässt sich deshalb nicht seriös auf eine einzige Person oder ein einziges Motiv reduzieren.

          • taz.manien

            @Zippism:

            Das ist ein Artikel (n-tv) vom 11.09.2012



            Altmaier freut sich



            Einbruch bei der Photovoltaik

            Erstmals spricht Peter Altmaier als Umweltminister im Bundestag. Den Einbruch beim Ausbau der Photovoltaik sieht er als Erfolg. Zugleich bekennt er sich zur Energiewende. Die Opposition zeigt sich skeptisch: Schwarz-Gelb setze die Energiewende in den Sand. Das könne man nicht "wegtwittern".

            Sie können das alles schön reden oder in den Fall schreiben, so viel sie wollen.

          • taz.manien

            @Zippism:

            "Besonders hübsch ist die Photovoltaik-Legende: Altmaier habe aus „Ideologie“ 230.000 Arbeitsplätze zerstört, weshalb die Jobs jetzt einfach in China seien."

            Der Altmaier-Knick bezeichnet den massiven Einbruch beim Ausbau der Solarenergie in Deutschland ab dem Jahr 2012, der durch Gesetzesänderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) unter der damaligen Bundesregierung (und dem damaligen Umweltminister Peter Altmaier sowie Vorgängern) ausgelöst wurde.

            Der jährliche Zubau an Solarleistung fiel von über 7.9 Gigawatt (2011) drastisch ab – auf etwa 3.7 Gigawatt (2013) und schließlich auf rund 1.19 Gigawatt im Jahr 2014. Die deutsche Solarindustrie (damals weltführend, mit Unternehmen wie Q-Cells) erlitt schwere Verluste; zehntausende Arbeitsplätze (Schätzungen sprechen von über 230.000 Jobs in der Solarbranche) gingen verloren

  • MarsiFuckinMoto

    Mal davon abgesehen, dass der Länderfinanzausgleich nicht mit „Direktzahlungen“ funktioniert, sondern es schlicht Nehmer- und Geberländer gibt, ist der Einwand meiner Ansicht nach bis zu einem gewissen Grad gerechtfertigt. Berlin hat offensichtlich kein Geld, möchte aber für zig Milliarden einen Plan umsetzen, der den Linken den Wahlsieg beschert hat: Das Versprechen, mit zurückgekauften Wohnungen und Neubauten den Mietpreis in Berlin zu senken. Mal abgesehen von der Machbarkeit und den tatsächlichen Auswirkungen, warum sollte ein anderes Bundesland dafür zahlen müssen? Und der Verweis auf Sachsen-Anhalt ist nicht ganz passend, denn die (absurden) Pläne der AFD sind zwar kaum umsetzbar, das hat aber weniger monetäre, als vielmehr rechtliche Gründe, und das braucht Söder nicht scheren. Man sollte sich im Wahlkampf einer chronisch pleiten Stadt halt nicht hinstellen und den Menschen das Blaue vom Himmel versprechen, wenn gleichzeitig dafür das nötige Geld fehlt und man schon ohne diese Pläne auf Zahlungen von rund 2,5 Milliarden € (im Jahr 2025) nur aus Bayern angewiesen ist. Vielleicht sollte man erstmal seinen Haushalt konsolidieren, bevor man solche Versprechen tätigt

    • Westlahn

      @MarsiFuckinMoto:

      Man kann den Plan der Vergesellschaftung, vulgo: Enteignung (was es nicht ist....) , für falsch oder untauglich halten. Aber er ist legal und mit der Wahl der Linken zumindest in großen Teilen des Wahlvolks akzeptabel.



      Ich denke auch, dass es besser wäre, mit denselben Milliarden, die für eine Entschädigung der Eigentümer bzw Rückkauf der ehemals öffentlichen Wohnungen nötig wären, so viele so günstige Wohnungen auf den Markt zu bringen, dass auch die Mieten der Wohnungskonzerne unter Druck geraten.



      P.S. Weil es ein Rückkauf wäre, wäre es eben keine Enteignung, wie von interessierter Seite gerne suggeriert.

    • So,so

      @MarsiFuckinMoto:

      Doch, Berlin kann die Vergesellschaftung hinkriegen ohne mehr Geld vom Finanzausgleich:



      taz.de/Neue-Studie...ekonomen/!6216095/

      Söder nachzuplappern ist selten zielführend.

    • si tacuisses

      @MarsiFuckinMoto:

      Da kann ich nur zustimmen.



      Das Geld anderer Leute auszugeben ist immer sehr leicht. Wer macht das nicht gerne.



      Und ab einem gewissen Punkt kann man auch keine Solidarität einfordern. Denn Wahlgeschenke verteilen, welche dann nur durch den Länderfinanzausgleich möglich sind, kann man niemanden verständlich machen.



      Das andere Problem ist ja noch, umso mehr sich Berlin verschuldet, desto mehr Geld erhalten sie ja aus dem Finanzausgleich. Das ist dann schon paradox.

      • Westlahn

        @si tacuisses:

        Es ist nicht "das Geld anderer Leute". Es ist das Geld Berlins. Ebenso gut könnte man behaupten, das Söder mit seinem bayrischen Landeshaushalt das Geld anderer Leute ausgibt. Denn kurz vorher war es ja noch das Geld der SteuerzahlerInnen. Von der ständigen Kreditaufnahme öffentlicher Haushalte bei "anderen Leuten" gar nicht zu reden.



        Vielleicht kann man den scheinheiligen bayrischen Furor ja ein wenig damit besänftigen, dass sinkende oder wenigstens stagnierende Mieten den vielen bayrisch-stämmigen Migranten in der preußischen Metropole zugute kämen. Und eine kleine Statistik, wie viele von denen aus Steuermitteln alimentiert werden, weil im angeblich "Öffentlichen" Dienst, wäre sicher auch hilfreich...

  • Perkele

    Söder und Konsorten sollten sich in einen Aufbaukurs eintragen lassen, in dem dem man lernt was Demokratie ist und wie man sie mit Leben erfüllt. Da jedoch die csdU solchen Kursen das Wasser abdreht, sehe ich schwarz bzw braun....

    • Ricky-13

      @Perkele:

      *Söder und Konsorten sollten sich in einen Aufbaukurs eintragen lassen, in dem man lernt was Demokratie ist ...*

      Vielleicht sollte man lieber mal über eine zeitliche Begrenzung politischer Ämter oder Mandate nachdenken, denn ein erzwungener Wechsel bringt regelmäßig neue Gesichter, frische Ideen und aktuellere Lebensrealitäten der Bürger in die Parlamente und Regierungen. Eine zeitliche Begrenzung verhindert auch, dass sich Politiker über Jahrzehnte hinweg Machtnetzwerke und persönliche Privilegien aufbauen.

      Wir haben seit Jahrzehnten nur noch Berufspolitiker, die wir mit fetten Abgeordnetenentschädigungen und Ministergehältern durch ihr Leben schleppen und die sich anscheinend einbilden, dass sie keine Volksvertreter sondern Fürsten sind. Man sollte also den deutschen Bürgern lieber mal erklären, was echte Demokratie überhaupt ist.

      Deutschland ist zwar eine parlamentarische, repräsentative und föderale Demokratie, in der die Staatsgewalt vom Volke ausgeht, aber wenn das Volk sich lieber von selbsternannten Fürsten regieren lassen möchte, als seine Volkssouveränität endlich mal einzufordern, dann darf man sich nicht wundern, dass so etwas wie 'Merz und Söder' dabei herauskommt.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Daran kann man gut erkennen, was CDU und CSU wirklich wichtig ist. Nicht Demokratie und die Probleme der Menschen wie Wohnungsnot, zu teure Mieten, Lebensmittel. Auch nicht dass dadurch die Wahlergebnisse von extremen Parteien immer höher werden.

    Sondern dass selbst Unternehmen, die durch ihr Handeln die Wohnungskrise verschärfen, damit immer weiter Geld verdienen können und auf keinen Fall auch nur 1 € verlieren.

  • Janix

    Söder hat die Freiheit, sich zum Possenreißer zu machen.



    Er tut seinem Bundesland damit gerade aber echt keinen Gefallen.



    Bayern ist weiter, als der Ressentiments-Racker meint.

  • Jalella

    Warum braucht die cdU/csU eine Barndmauer zur AfD und nicht zur Linken? Weil sie quasi AfD-Politik machen und in vielen Themen von ihr nicht zu unterscheiden ist.

    Und da ist es wohl kein Wunder, dass ein Söder weniger Probleme mit der AfD hat, als mit der Linken, die nun endlich wenigstens an die Immobilienmafia ran will, die ihre Millardengewinne damit macht, dass sie - mit zum Teil verbrecherischen Methoden - den Menschen die Hälfte ihres Einkommens abpresst.

    Ich würde an eurer Stelle mal recherchieren, wie die Wege von der Immobilienlobby zu cdU/csU, den rechten Medien und leider auch zum ÖRR sind. Diese Kampagne ist zwar extrem durchsichtig, aber offenbar nicht für die Massen an Menschen, die sich nicht mit solchen Mechanismen beschäftigen und gedankenlos nachplappern, was sie in den Medien tausendfach in die Ohren gedrückt bekommen. Die Menschen würden inzwischen anscheinend auch glauben wenn man ihnen erzählte, die Giraffen wären am Gazellensterben schuld und nicht die Löwen. Antisemitismus ist traditionell rechts und nicht links. Und wenn sich in die Linke ein paar Deppen verirrt haben sollten, dann macht das nicht die ganze Partei aus. Da sollte man eher bei cdU/csU suche

    • Zippism

      @Jalella:

      „Recherchiert mal die Wege der Immobilienlobby zu CDU/CSU, rechten Medien und ÖRR“ – herrlich. Sobald die eigene politische Erzählung nicht mehr aus den Fakten folgt, wird eben kurzerhand ein unsichtbares Netzwerk bemüht, das offenbar ganz Deutschland fernsteuert.

      Und natürlich darf auch das bewährte Argument nicht fehlen: Antisemitismus sei „traditionell rechts“ und ein paar problematische Linke seien deshalb irrelevant. Das ist ungefähr so seriös wie zu behaupten, Korruption sei traditionell irgendwo anders zu Hause und deshalb müsse man sie innerhalb der eigenen Partei nicht ernst nehmen.

      Eine Partei, die eine Landesregierung führen möchte, muss sich auch mit den Problemen im eigenen politischen Umfeld auseinandersetzen.

      Und was die Immobilienlobby betrifft: Über Vergesellschaftung, Entschädigung, Mietrecht und die wirtschaftlichen Folgen kann man wunderbar streiten. Dafür braucht es weder „Heuschrecken“ noch eine geheime Medienverschwörung.

  • passthedutchie

    Sehen wir der Realität in die Augen:



    Die Volksparteien CDU (Wegbereiter der AfD) und SPD (CDU-Kopie) haben fertig. Das haben sie ganz alleine gegen alle Warnungen selbst verbockt. Machen angesichts ihrer Ergebnisse aber unbeirrt einfach so weiter: Ändern nix an ihren Programmen, sondern schlagen nach wie vor einfach immer nur auf alle ein, die die von ihnen vorgesetzte Suppe nicht brav auslöffeln.



    Die ursprünglich mal liberale FDP hat sich von der Spaßpartei der Reichen zur totalen Lächerlichkeit entwickelt, ist längst disqualifiziert und braucht auch nicht mehr reanimiert zu werden.



    Die Grünen haben sich in den letzten dreißig Jahren mehr als Greenwashing-Helfer der CDU und FDP erwiesen, als ihren Prinzipien treu zu bleiben.



    Der Rest der Linkspartei, die sich nie von ihren DDR Verklärern distanziert hat, wird nun von allen gemeinsam endgültig totgeschlagen.

    Ich sehe nur eine Chance: Mal ein oder zwei Parteien aus dem Schatten der "Sonstigen" ins Licht zu holen. Vielleicht mal eine, die eine vernünftige Politik anstrebt, statt nur Schlagzeilen zu liefern, damit die Etablierten daneben seriöser aussehen .



    Gibt's. z.B. ÖDP oder Volt

    Sonst sehe ich braun für Deutschland.

    • So,so

      @passthedutchie:

      die Linkspartei hat sich seit Jahren von der DDR Zeit distanziert.



      Was für ein Umsinn.

      • Reinero66

        @So,so:

        Sie sieht sich als direkter Nachfolger und hat sich nie vom Geld aus dieser Zeit getrennt.

  • Nick riviera

    Wenn linke Wirtschaftspolitik so gut funktioniert, sollte es doch kein Problem darstellen, die Wahlversprechen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dafür die kapitalistisch erwirtschafteten Finanzmittel aus dem Süden einzufordern, ist an Doppelmoral kaum zu überbieten.

    • passthedutchie

      @Nick riviera:

      Dies sind so die simplen Totschlagpseudoargumente der Rechten.



      Sie klammern dabei völlig aus, daß es nicht an der linken Politik liegt (ich klammer die Linkspartei bewusst aus, und spreche allgemein von linker Politik), daß die Situation in Berlin ist, wie sie ist.

      Zu dem extrem hohen Haushaltsdefizit, das die Handlungsfähigkeit einer jeden Regierung einschränkt, haben die nicht-linken Parteien auch sehr, sehr kräftig zu beigetargen, Und mit Blick auf die Bundespolitik ist die CDU mit Schuldenmachen schlicht nicht zu überbieten.



      Tolle Wirtschaftskomptenz: Mit geliehenem Geld, Unternehmen subventionieren , das dann der normale Steuerzahler zurückzahlen muß, und dann stolz auf das erzeugte Wachstum in der "freien" Wirtschaft zeigen.

      Und wollen wir mal nicht vergessen, wer hier immer wieder das Tafelsilber für nen Appel und nen Ei verhökert, wie z.B. genossenschaftliche Wohnungen and Gentrifizierungsheuschrecken!

    • elektrozwerg

      @Nick riviera:

      „The trouble with socialism is that you eventually run out of other people's money“. Ein Zitat (Thatcher) mit Ewigkeitsgarantie, quasi ein Naturgesetz ;-)

      • Westlahn

        @elektrozwerg:

        Selbst die Briten haben inzwischen mehrheitlich begriffen, dass die jahrzehntelang zugeschriebene Wirtschaftskompetenz der Torys ein Wolkenkuckucksei war und ist. Um aufzulisten, welche heutigen Probleme die Briten der Maggie verdanken, reicht die Tinte in meinem Drucker nicht...



        Die letzte Maggie-Fan Prime Ministerin in No.10 hat sich mit ihrer Wirtschafts"kompetenz" in weniger als 3 Monaten aus dem Amt geschossen.

  • SGouldo

    "Antisemitismus und Judenhass" wird der vorgeschobene Grund sein, denn niemand mag es gern laut aussprechen wollen, nachdem die Wirtschaftspolitik der AfD ausführlichst seziert wurde, aber: Die Wirtschaftspolitik der Linken ist nochmal um ein Vielfaches desaströser und das möchte Herr Söder einfach nicht bezahlen.

    • Westlahn

      @SGouldo:

      Da wo die Linke politische Verantwortung in Koalitionen mit übernommen hat ist die große Katastrophe jedenfalls ausgeblieben - und das lag gewiss nicht an der überbordenden Kompetenz der Partner...



      Und als Koalitionsführung hat die Linke in einer Metropole noch nie Wirtschafts- oder irgendeine andere Politik gemacht. Sie kann als nicht um ein Vielfaches desaströser sein. Und Herr Söder bezahlt nicht mal die Weißwürschte selbst, die er als Dienstessen in seinem food-porn verspeist...

  • Vic Merz

    Wieder mal ein Klassiker der Union, linke sind schlimmer als faschos, da muss was getan werden!



    Die Wählermeinung ist ja eh zweitrangig, die weise Lobby gibt schon vor wo's hingehen soll, dann muss man ja auch weniger selber denken!



    Und die glauben echt immer noch nen Bezug zum Menschen zu haben da oben in ihrem Elfenbeinturm....

  • Franz Hofer

    Ähnliches konnte man auch von Baden-Württembergs Finanzminister, der den Grünen angehört, der AfD gegenüber hören. Ist es so unverständlich, dass man nicht bereit ist, für völlig falsch gehaltene Politik finanzielle Mittel bereit zu stellen ?

    • Janix

      @Franz Hofer:

      Das eine sind voraussichtlich grundgesetzfeindliche Handlungen von aus Sicht des Verfassungsschutz gesichert rechtsextremen Typen.

      Das andere ist Artikel 15 GG angewandt. Die Hoheit der Länder ist Ihnen bekannt?

      Sahen Sie diesen deutlichen Unterschied echt nicht?

    • Flix

      @Franz Hofer:

      Nun, zum einen ist die AfD in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextrem, zum anderen ist eine Vergesellschaftung im Grundgesetz ausdrücklich vorgesehen. Das sind durchaus unterschiedliche Voraussetzungen.

      • FriedrichHecker

        @Flix:

        Dass Vergesellschaftung zulässig ist, bedeutet nicht, dass sie das richtige Mittel zur Zielerreichung sein muss... 😎

        • Westlahn

          @FriedrichHecker:

          Aber eines, das man probieren kann, wenn die Mittel des politischen "Mainstreams" ein paar Jahrzehnte lang erfolglos probiert wurden.



          Das gilt ganz besonders für das "Privatisieren" von allem was unter "öffentliche Daseinsvorsorge" fällt, inkl. des Bestands an bezahlbaren Wohnungen...Der war ein gigantischer Fail. Inzwischen dürfte Berlin mit den Zahlungen von Wohngeld den damaligen Verkaufserlös wieder ausgegeben haben.

        • Janix

          @FriedrichHecker:

          Zutreffend (ich sehe Pro wie Kontra), aber zulässig ist sie ausdrücklich. Und daher ist das künstliche Getöse und die Gegenkampagne noch weniger begreiflich.

          Die CSU könnte sich zur Abwechslung mal die bayerische Landesverfassung gründlich durchlesen, da wären noch ganz andere Perlen zu finden.

  • Offebacher

    Ich finde die Beispiele sozialistische Wirtschaftspolitik afrikanischer Länder versus IWF und Griechenland: Syriza versus Troika unpassend. In diesen Fällen ging jeweils die "linke" Seite die "rechte" Seite um Geld an. Sollte die rechte Seite ihr Geld einfach rausschmeißen?

    • Janix

      @Offebacher:

      Nö, aber warum gibt es den hohen Zins auf Kredit, wenn die Banken vorher korrupten Regierungen ohne Prüfung das Geld gaben und nachher es samt Zins incl. Risiko(???)aufschlag-Spread zurückhaben wollen?



      Welches Risiko, wenn der Baseballschläger derart rausgeholt wird?



      Es zahlt dann der griechische und der deutsche Arbeiter die Aktionäre der deutschen Banken aus?

      Varoufakis zum Thema ist lesenswert.

  • Nina Janovich

    Die aktuelle Berliner Regierung hat sich in besonderem Maße mit Ignoranz gegenüber explodierender Mieten (70 % in 10 Jahren) und rücksichtslosen Kürzungen im Kinder und Jugendbereich (Regelschulen, sowie im Freizeit-, Kulturbereich) hervorgetan. Betroffen sind auch Menschen im gehobenen Mittelstand, die die CDU eigentlich als Wählende adressiert. Fast niemand findet mehr eine Wohnung, schon gar nicht im "Heimat"-Kiez. In Berlin wohnen 85 Prozent zur Miete. Gegen diese betroffene Mehrheit kann man angesichts der krassen Wohnungskrise nicht mehr regieren. Die aktuellen Drohungen (auf SPD und Grüne gezielt doch ja mit dem Wahlverlierer CDU zu koalieren) wird die CDU in Berlin in Zukunft noch stärker abstürzen lassen.

    • Desdur Nahe

      @Nina Janovich:

      "Die aktuelle Berliner Regierung"



      Sie meinen die, die mal gerade 3 Jahre im Amt ist? Und beziehen sich dann auf die letzten 10 Jahre? Mal gerade schauen, wer in der ganzen Zeit davor politisch dafür verantwortlich war, dass jedes Jahr die Neubauziele verfehlt wurden...



      "Fast niemand findet mehr eine Wohnung"



      Das ist die Realität. Und nun mal vorstellen, wie sich das ändern würde, wenn alle Wohnungen plötzlich um 50 Euro günstiger werden würden.



      Und schon hat man seine Antwort auf die Frage, ob man mit Milliarden alten, bestehenden Wohnraum kaufen sollte, oder besser ca. 70.000 neue Wohnungen bauen sollte.

      • Westlahn

        @Desdur Nahe:

        Ob in Berlin bezahlbare(!) Wohnungen gebaut werden können, hängt wohl am ehesten von den Besitzern möglicher Grundstücke ab. Und die haben bisher jedenfalls nicht gezeigt, dass sie daran Interesse haben. Wann auch immer ein Bauprojekt tatsächlich geplant wurde, ging sofort der Lobbyismus los, irgendwie um die eigentlich vorgeschriebene Quote von Sozialwohnungen herum zu kommen. Und immer verbunden mit der Drohung: Wenn wir das machen müssen, machen wir lieber gar nix.

    • Machiavelli

      @Nina Janovich:

      Die Mieten haben sich schlicht auf Großstadt und Hauptstadtniveau (mit Platz nach oben) normalisiert .

      • Westlahn

        @Machiavelli:

        Wer sagt denn, welches Niveau für Großstadt (=jede Stadt über 100.000 Einwohner) oder Hauptstadt normal ist ? London und Paris werden immer von interessierter Seite angeführt. Die wiederum sind "günstig" verglichen mit New York. Aber in all diesen hot spots bestimmt die mangelnde Regulierung des Marktes und die darin agierenden renditegetriebenen Investorennetzwerke das "Niveau". Oder eben uraltes Geld und jahrhundertealter Grundbesitz in den die Profiteure hinein geboren wurden.

      • FriedrichHecker

        @Machiavelli:

        Großstadtniveau? Die durchschnittliche Quadratmetermiete von Vonovia in Berlin müssen Sie auch zwischen Soest und Neheim auf den Tisch legen. Dort ist weder Großstadt noch eine vergleichbare Infrastruktur vorhanden...

  • Desdur Nahe

    "Eigentum ist aus Sicht der Konservativen heiliger als bezahlbare Mieten."



    Der Punkt dürfte eher sein, dass in das Experiment viel Geld aus Bayern fließen würde.



    Auch in Bayerns Städten sind die Mieten hoch, und es dürfte den Bayern schwer zu vermitteln sein, warum sie für etwas günstigere Mieten in Berlin zahlen sollen, selbst aber hohe Mieten zahlen.



    Ähnlich wie der Klassiker mit den Kitas: In Berlin mit bayrischem Geld kostenlos, in Bayern zahlt man Geld.



    Bayern, BW und Hessen zahlen knapp 99% der Gelder.



    Und die im Artikel angeführten Beispiele sind eher dazu geeignet, Söder zuzustimmen, zeigen sie doch gerade, dass sie ohne massive Finanzhilfe von außen nicht umsetzbar waren, also alleine nicht tragfähig waren.

    • Westlahn

      @Desdur Nahe:

      Das Geld, das Kitas in Bayern kosten mögen, zahlt man nicht, weil Bayern Bayern ist, sondern weil auch in Bayern die Kommunen zu klamm sind, um daran etwas zu ändern.



      Und ganz so viele Kinder scheint es in Berlin gar nicht zu geben - wohl auch deshalb, weil mancher Wunsch aufgrund des Wohnungsmangels aufgegeben wird. Und in anderen Gegenden der Republik machen die Kitas mangels Nachfrage zu....

    • si tacuisses

      @Desdur Nahe:

      Ich komme aus Bayern und lebe auch dort. Wir haben bei uns auch sehr hohe Mieten. Meine Heimatstadt ist sehr schön und auch sehr beliebt und daher sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren sehr stark angestiegen.



      Ich bin immer dafür, dass man den Schwachen hilft und da zahle ich auch über meine Steuern normalerweise gerne auch mit in den Länderfinanzausgleich ein. Ab einem gewissen Punkt jedoch habe ich keine Lust das mitzufinanzieren, dann wenn ich große Verschwendung (z.B. Bremen) oder eben Wahlgeschenke sehe. Der Ausgleich sollte Hilfe zur Selbsthilfe sein. Bayern ist da das beste Beispiel. Lange Zeit waren wir Nehmerland, dann Ende der 80er hat sich das gedreht. Und mittlerweile haben wir viel mehr eingezahlt als wir jemals erhalten haben. Insgesamt hat Bayern 3,4 Mrd. erhalten. Allein 2025 wurden jedoch 11,6 Mrd. eingezahlt.

  • elektrozwerg

    Die Stimmung bezueglich Enteignungen von Wohnkonzernen hat sich seit dem Volksentscheid gedreht und mittlerweile ist eine Mehrheit dagegen [1]. Das ist das Ergebnis einer jahrelangen Debatte mit Pro- und Kontraargumenten, so wie es sich in einer Demokratie gehoert.



    Leider wird das von den Enteignungsfans ignoriert. Die Folge wird wie so oft ein Vertrauensverlust in unser demokratisches System sein. Davon profitiert in der Regel eine Partei, knapp 44% reichen anscheinend noch nicht.



    Im Gegensatz zu anderen Hauptstaedten auf diesem Planeten, die fuer ihre Staaten ein WIrtschaftsmotor sind, wird Berlin seit der Wiedervereinigung durchgefuettert. Das ist mehr als 35 Jahre her und trotzdem kommen immer noch 9-10% der Einnahmen Berlins aus dem Laenderfinanzausgleich, Tendenz steigend!



    Sollten auslaendische Immokonzerne enteignet werden, wird Deutschland, nicht Berlin, vor internationalen Schiedsgerichten Entschaedigungen zahlen.



    Von daher ist es nachvollziehbar, dass neben der Mehrheit der Berliner auch diejenigen, die die Rechnung bezahlen, keine Lust auf ein weiteres sozialistisches Experiment mit bekanntem Ausgang haben.



    [1] www.tagesschau.de/...konzerne-100.html]

    • Westlahn

      @elektrozwerg:

      Schon das "Experiment" ein "sozialistisches" zu nennen ist ein falsches framing. Und Berlin als Metropole kann kaum einen Status als Zahler im Länderfinanzausgleich erreichen, weil es als rundum von Brandenburg umgebene "Enklave" eine Vielzahl von Infrastrukturen für Menschen aus dem Umland bereitstellen und unterhalten muss, die in Brandenburg ihre Steuern zahlen.



      Und gar so weit kann sich die Stimmung zur Vergesellschaftung (nicht Enteignung, die wäre entschädigungslos) nicht gedreht haben, denn die letzte Wahl war ja durchaus ein Stimmungsbild zur Wohnungsmarktlage. Die Leute wollen das Problem schnell und grundsätzlich angegangen sehen, die Fortsetzung des "business as usual" jedenfalls will kaum jemand, weil erfolglos.

      • Westlahn

        @Westlahn:

        Ich korrigiere mich insoweit, dass eine entschädigungslose Enteignung die extreme Ausnahme ist - wenn nach Abwägung aller Ansprüche eine Entschädigung unbillig erscheint. Aber die jeweilige Abwägung zur Ermittlung der Entschädigungshöhe bedeutet keineswegs in jedem Fall die Entschädigung zum Verkehrswert. Eine Entschädigung oberhalb des Verkehrswertes widerspricht sich schon im Begriff. Oberhalb des Verkehrswertes ist kein Schaden entstanden.

      • Reinero66

        @Westlahn:

        Bei 25,7% der Linken eine gewagte These.



        Zumal die Beteiligung bei der Abstimmung dermassen niedrig wahr, dass man von keiner Mehrheit sprechen kann.

        • Westlahn

          @Reinero66:

          Da ist ja nicht nur das Wahlergebnis. Und nicht nur das der Linken. Auch bei den WählerInnen anderer Parteien rangiert das Wohnproblem ganz oben, ist eine Vergesellschaftung akzeptabel - ohne dass sie die Linke gewählt haben. Und die Umfragen zum Thema sagen auch bei Nicht-WählerInnen : Es muss etwas passieren, das anders ist als die vergeblichen Versuche der letzten Jahrzehnte.

  • Mondschaf26

    Dass besonders aus Bundesländern, die als wirtschaftsstarke Städte von einem anderen Bundesland umgeben sind, viel erwirtschafteter Wohlstand in die „Speckgürtel" abfließt, müsste „Spitzenpolitiker:innen" eigentlich bekannt sein...



    „[...] seit der 1969 durchgeführten Gemeindefinanzreform wird die Einkommensteuer am Wohnsitz gezahlt" - Mal lesen:



    www.brandeins.de/m...isch/arm-und-reich

  • Janix

    Wer Verbindungen zu steuervermeidenden Erben-Familien-Strukuren hat, wer Fremdenabwertung in den eigenen Reihen duldet, wer ein gestörtes Verhältnis zu der sozialen Sicherheit hat, darf niemals Verantwortung für dieses Land übernehmen.



    Frei nach "Mein Name ist Finke, und Du wirst gleich hinke'" von der CDU.

    • FriedrichHecker

      @Janix:

      Steuervermeidende Familienstrukturen gibt es auch im Umfeld anderer Parteien. Beispielsweise die - in den letzten Tagen in die Schlagzeilen gekommene - Familie R., bei der Berlin die Beschlagnahme von insgesamt 58 Immobilien vor Gericht gebracht hat, weil sie nicht aus versteuertem Einkommen erworben sein konnten...

      • Westlahn

        @FriedrichHecker:

        Großfamilie R. hin oder her...krieg ich n Euro für jede Immobilie in Deutschland, die nicht aus versteuertem Einkommen finanziert wurde....?



        Dann kann ich mir vielleicht auch eine Immobilie leisten...

      • Janix

        @FriedrichHecker:

        Richtig so, bei aller sonstigen Unschuldsvermutung. Das sähe ich ebenso gerne bei Zwick, Tandler, ... und den anderen Spezln im Laufe der Jahrzehnte.



        Bayern macht offene Untätigkeit in der Steuerfahndung, das muss mensch leider benennen. Das wäre änderbar, dafür müssen aber wohl die Mehrheiten anders werden.

  • Janix

    Der Rest der Republik könnte aufhören, Bundesgelder über eigenartige Aufträge und Autobahnauffahrten vermehrt nach Bayern zu schieben. Das in der alten Bundesrepublik fast durchgehend Nettoempfänger war.



    Söder kann keine Solidarität, kein Win-Win. Und wüsste als Jurist doch um den Artikel des Grundgesetzes, der gleichwertige Lebensverhältnisse einfordert.



    Egal, ist ihm Wurst. Zumindest in seiner Dauerwahlkampfverkrampfung.

    • Janix

      @Janix:

      Verzinsung.



      Inflation.



      Wenn hier schon Zahlen kommen.



      Migranten aus Böhmen etc. (Kleinindustrie), Berlin (Siemens).



      Bundesgelder bei den Rüstungsunternehmen.



      Bundesgelder überproportional bei Instituten und anderem.



      Keine Mitversorgung von Umland dabei in Bayern, keine Hauptstadtfunktionen,



      Viel Raum, keine vorherigen Doppelstrukturen. Kein Diepgen, kein Landowsky, kein Sarrazin.

      Zugleich ein gelingendes Aufholen aus landwirtschaftlicher Rückständigkeit, auch das. Und ernsthaft: bei allem unsäglichen CSU-Klüngel den unschätzbaren Vorteil einer guten Verwaltung seit Montgelas im 19. Jh.

      Gleichwertige Lebensverhältnisse aber! Damals wie heute!

      • Zippism

        @Janix:

        Migration, Siemens und andere Unternehmen, Bundesinvestitionen, Forschungseinrichtungen, die historische Entwicklung Bayerns oder auch eine leistungsfähige Verwaltung können selbstverständlich Faktoren gewesen sein. Nur widerlegt das die Aussage n zum Länderfinanzausgleich nicht.

        Denn bei Ihrer Aufzählung vermischen Sie verschiedene Ebenen: Die Frage, warum Bayern heute wirtschaftlich stark ist, ist etwas anderes als die Frage, ob Bayern über Jahrzehnte Nettoempfänger oder Nettozahler des Länderfinanzausgleichs war.

        Und genau bei letzterem ist die historische Entwicklung ziemlich eindeutig: Bayern war bis 1986 Empfänger und ist seit 1993 durchgehend Zahler. 2024 zahlte Bayern 9,8 Mrd. Euro in den Finanzkraftausgleich ein, 2025 sogar 11,66 Mrd. Euro – jeweils mehr als jedes andere Land.

        Und bei „gleichwertigen Lebensverhältnissen“ haben Sie sogar recht: Genau dafür existiert der bundesstaatliche Finanzausgleich überhaupt. Das BMF beschreibt ausdrücklich dessen Zweck, Unterschiede der Finanzkraft zwischen den Ländern auszugleichen und allen Ländern die Erfüllung ihrer Aufgaben zu ermöglichen.

        • Janix

          @Zippism:

          Netto habe ich gar nicht gesagt, ich will nur die Mühe sehen, dass keine Zahlen verschiedener Zeitperioden ohne Korrekturen einfach "addiert" werden.

          Ich habe ausdrücklich den Hut gezogen.

          Und die strukturellen Unterschiede zugleich genannt. Weswegen auch ein CSU-regiertes Berlin recht ähnlich da stünde, vermutlich. Diepgen hat die dortige Verschuldung richtig hochgetrieben (Bankenskandal, Verwaltung nicht ordentlich zusammengeführt).

          • Zippism

            @Janix:

            Man muss die historischen Beträge ja nicht einfach nominal addieren. Inflationsbereinigt wird der Unterschied sogar ziemlich anschaulich:

            Der höchste Betrag, den Bayern jemals aus dem Länderfinanzausgleich erhielt, waren 206 Mio. Euro im Jahr 1980. Das entsprechen heute rund 535 Mio. Euro. Selbst dieser damalige Höchstbetrag machte nur etwa 1 % des bayerischen Haushalts aus.

            2025 zahlte Bayern 11,66 Mrd. Euro in den Finanzkraftausgleich ein. Damit war Bayern mit Abstand der größte Beitragszahler und trug einen erheblichen Teil des gesamten Ausgleichsvolumens.

            Und seit 1993 ist Bayern durchgehend Zahler.

    • Zippism

      @Janix:

      „Bayern hat immer nur genommen und will jetzt keine Solidarität“ ist historisch schon eine interessante Darstellung.

      Bayern war von 1950 bis 1986 selbst durchgehend Empfänger des Länderfinanzausgleichs und erhielt in dieser Zeit insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro. Seit 1993 ist Bayern dagegen durchgehend Zahlerland und seit 2008 sogar der größte Zahler.

      Bis 2022 hatte Bayern bereits über 108 Milliarden Euro eingezahlt. Danach kamen allein 2023 bis 2025 noch weitere zweistellige Milliardenbeträge hinzu. 2024 waren es rund 9,8 Milliarden, 2025 sogar rund 11,7 Milliarden Euro. Die kumulierte Netto-Belastung Bayerns wird inzwischen mit etwa 135,7 Milliarden Euro ausgewiesen.

    • si tacuisses

      @Janix:

      "Das in der alten Bundesrepublik fast durchgehend Nettoempfänger war."



      Na und? Seit Ende der 80er dann nicht mehr.



      Bayern hat insgesamt 3,4 Mrd. erhalten. Nur letztes Jahr aber 11,6 Mrd. eingezahlt. Insgesamt 135,7 Mrd. stehen auf der Einzahlseite.

    • elektrozwerg

      @Janix:

      Der Hinweis auf Bayern als ehemaligen Nettoempfaenger hinkt. Bayern hat sich zum groessten Nettozahler entwickelt, quasi eine Erfolgsstory des Laenderfinanzausgleiches. Berlin ist das Gegenteil. Selbst nach 35 Jahren und Hauptstadtbonus waechst der Anteil des Laenderfinanzausgleiches an den Berliner Einnahmen immer noch.

  • Astrid Sehnefeld

    "Eine von der Linken regierte Hauptstadt will die Union nicht mitfinanzieren. Bei der AfD in Sachsen-Anhalt war CSU-Chef Söder nicht so rigoros."



    Wahre Worte, Söders Doppelmoral ist verstörend.



    /



    "Die Union (...) würde nichts mehr freuen, als den Aufschwung der Linken in der Hauptstadt mit restriktiver Haushaltspolitik gleich wieder im Keim zu ersticken."



    Das ist Quatsch, denn natürlich muss sich progressive Politik auch daran messen lassen, bezahlbar zu sein.



    Sozial sein kostet. Punkt.



    Es denkt den Widerspruch schamlos auf, dass sich das pleite Berlin kostenlose Kitas gönnt, während im Geberland Bayern dies aus haushaltspolitischer Disziplin heraus nicht gemacht wird.



    /



    Margaret Thatcher benannte das schon 1976 in ihrem legendären Interview: 'Sozialistische Regierungen richten traditionell ein finanzielles Chaos an. Ihnen geht immer das Geld anderer Leute aus.'



    Diesen zeitlosen Vorwurf konnte noch keine linke Strömung entkräften - und auch Die Linke in Berlin muss sich fragen lassen: WER soll das bezahlen?



    Die DDR, die Sowjetunion, Kuba, etc - egal wer, noch jede sozialistische Idee scheiterte am Geld.



    Auch Linke müssen Rechnungen bezahlen.



    Daran ist es noch immer gescheitert.

    • Westlahn

      @Astrid Sehnefeld:

      Mit einer simplen Doppelmoral kommt Söder nicht aus. Die Söder'sche Selbstdarstellung benötigt wenigstens Triple- wahrscheinlich sogar Quartettmoral.

  • Ricky-13

    taz: *Eigentum ist aus Sicht der Konservativen heiliger als bezahlbare Mieten.*

    Nicht nur den Konservativen ist das heilig, sondern auch den Rechten, die ja ebenfalls sehr viele reiche Unterstützer haben.

    taz: *Eine von der Linken regierte Hauptstadt will die Union nicht mitfinanzieren. Bei der AfD in Sachsen-Anhalt war CSU-Chef Söder nicht so rigoros.*

    Da wächst anscheinend etwas zusammen, was zusammen gehört. "Wer die AfD stoppen will, muss die Merz/Söder-Union stoppen", lese und höre ich jetzt des Öfteren - und das wird wohl auch stimmen.

    • Zippism

      @Ricky-13:

      „Eigentum ist aus Sicht der Konservativen heiliger als bezahlbare Mieten“ – das ist schon deshalb eine merkwürdige Zuspitzung, weil Eigentum nicht nur etwas für „reiche Unterstützer“ der Union oder der Rechten ist. Für ganz normale Bürger ist die eigene Wohnung, das eigene Haus oder schlicht die Möglichkeit, irgendwann Eigentum zu erwerben, ebenfalls wichtig.

      • Kohlrabi

        @Zippism:

        An der Stelle kommt immer jemand mit dem Einwand: Aber der Oma ihr klein Häuschen ... Doch sollte man/frau (funktional) unterscheiden können zwischen dem selbstgenutzten Wohneigentum einer natürlichen Person und dem Eigentum einer Kapitalgesellschaft, welche als juristische Person bequem in einem Briefkasten wohnen kann und das Eigentum nicht selbst als Gebrauchswert nutzt.

        • Zippism

          @Kohlrabi:

          Dass eine Kapitalgesellschaft nicht selbst in einer Wohnung wohnen kann, ist eine hübsche Pointe, ersetzt aber noch keine sachliche Unterscheidung beim Eigentumsrecht.

          Auch eine Wohnungsbaugesellschaft besitzt Wohnungen nicht deshalb, damit eine juristische Person darin „wohnt“, sondern um sie zu vermieten. Und dass Eigentum einer Kapitalgesellschaft anders reguliert werden kann als selbstgenutztes Wohneigentum, ist ohnehin unbestritten – dafür gibt es schließlich Mietrecht, soziale Bindungen des Eigentums und zahlreiche regulatorische Möglichkeiten.

          Die entscheidende Frage ist deshalb nicht „Oma ihr Häuschen oder Kapitalgesellschaft“, sondern: Welche Eingriffe in privates Eigentum sind bei welchem Problem verhältnismäßig und welche Folgen haben sie für Mieten, Wohnungsangebot und Investitionen?

          Wer dagegen suggeriert, Eigentum sei bei Privatpersonen legitim, bei Unternehmen aber grundsätzlich etwas Fragwürdiges, macht es sich genauso einfach wie diejenigen, die jede Regulierung als Angriff auf das Eigentum darstellen.

          Und genau diese Differenzierung sollte man bei der Debatte über Wohnraum eigentlich erwarten.

  • Kohlrabi

    Man muss ja wohl zwei Dinge voneinander trennen. Klar kann ein bayerischer MP der Ansicht sein, dass Bayern generell zu stark belastet wird und dass der LFA nochmals reformiert werden soll. Und er hätte womöglich gute Argumente.

    Aber die Zahlungen aus dem LFA an das Wohlverhalten der Empfänger binden zu wollen, sollte dort die politische Konkurrenz regieren, das zeugt m.E. schon von einem bedenklichen Rechts- und Verfassungsnihilismus.

  • Sole Mio

    Wenn Sozialismus und eine soziale Marktwirtschaft miteinander verglichen werden, ist die Bevölkerung mit der zweit genannten sicherlich besser dran.

    Mir zumindest fällt kein positives Beispiel des Sozialismus ein, ich lasse mich jedoch gerne aufklären.

    Ich würde es den Linken gönnen zu regieren und wäre interessiert, was sie draus machen!

    Sich jetzt als armes Opfer hinzustellen, finde ich jedoch nicht gut. Stellt euch den Behauptungen und und widerlegt diese, wenn die Anschuldigungen wahr sind, dann schafft Abhilfe. So macht das eine souveräne Partei.

    Ich bin gespannt auf die Koalitionsverhandlungen!

    Good Luck Berlin 🍀🍀🍀

    • Joba

      @Sole Mio:

      Warum wird das Soziale an der sozialen Marktwirtschaft derzeit immer als zu hoch bezeichnet und die "Nutznießer" gegeneinander ausgespielt? Bedürftigen wird eingeredet, es gebe viele, die eigentlich gar nicht bedürftig (faul) oder nicht berechtigt (nicht zugehörig) seien und es wird suggeriert, das seien immer "die Anderen". Am Ende ist jegliche Solidarität zerstört und die "unten" bekämpfen sich gegenseitig, statt gemeinsame Interessen zu erkennen. Damit ist nicht gesagt, dass gescheiterter Sozialismus aus der Mottenkiste die Lösung wäre, sondern dass konstruktiv datüber nachgedacht wird, wie die soziale Frage neu angegangen werden kann.



      Auf der anderen Seite gilt Steuerbetrug als Kavaliersdelikt, dem mit Steuersenkungen zu begegnen sei, damit die "Armen" keinen Grund mehr dafür haben. Ist Gerechtigkeit das Recht der Stärkeren, die "großzügig" bestimmen dürfen, welchen Arten von Schwäche gegenüber sie gnädig sein wollen, während alle anderen selbst schuld sind?



      Mir sind soziale Rechte (innerhalb von Marktwirtschaft) lieber als neoliberale Almosen. Das Erwirtschaften von Profiten verpflichtet gegenüber der Gesell,schaft, die es ermöglicht. Art.14GG

      • Sole Mio

        @Joba:

        Es wird von vielen als zu hoch bezeichnet, weil immer mehr beziehen die in unserem Land noch nie etwas beigetragen haben. Auch Sozialmissbrauch und erschleichen von Sozialleistungen werden immer mehr professionalisiert.



        Dies aus Staatsversagen!

        Ich kenne keinen einzigen in meinem Umfeld, der dagegen ist jene zu unterstützen, die nicht erwerbsfähig sind, im Gegenteil würden viele eine höhere Unterstützung befürworten.

        Es konsterniert mich immer wieder wenn ich bei uns im Einzelhandel junge meist aus Vietnam stammende Menschen sehe, die für die Arbeit hierher gezogen sind und ich an die vielen Menschen hier denke, die Erwerbsfähig sind, jedoch nicht wollen.



        Und NEIN ich bin nicht rechts und kein AFD Sympathisant.

        Ich möchte nur, dass jeder der kann auch seinen Beitrag leistet und nicht das Budget für die wirklich bedürftigen mit für sich in Anspruch nimmt!

        • Joba

          @Sole Mio:

          Darüber lässt sich ja reden, nur bedeutet erwerbsfähig auch nicht, für jeden Job geeignet und Arbeiten, die niemand gerne macht müssten weitaus besser werden. Das gegenwärtige System der "Aufstockung" ist nicht sehr attraktiv, da Arbeitsaufwand und Ergebnis in keinem guten Verhältnis stehen, was für mich an mangelnder Wertschätzung liegt.



          Grundsätzlich stört mich, dass die Moral allein bei denen abgeladen wird, die es ohnehin nicht leicht haben, während sie gegen z.B. superreiche Erb*innen (nicht das Elternhaus oder die Familienbäckerei) als anmaßend bezeichnet wird. Wenn Missbrauch auf allen Seiten gleich stark bekämpft wird, bin ich dabei, nur kann ich genau das derzeit nicht erkennen. Jede Seite redet den Missbrauch auf ihrer Seite klein oder weg, während sie den "der Anderen" aufbauscht. Da liegt für mich die Schieflage. In der Summe geht aber mehr durch Steuerbetrug oder bewusst geschaffene -schlupflöcher verloren als durch Sozialmissbrauch. Letzterem stehen zudem Leute gegenüber, die berechtigte Ansprüche aus Scham gar nicht erst anmelden, so dass unterm Strich wenig zu sparen ist.

  • Elite123

    Aktionäre u.a. aus Bayern sollen teilenteignet werden, Berlin wird jährlich Milliarden an zusätzlichen Zinslasten zahlen müssen.

    Und dann wird einfach die Überweisung aus Bayern größer?

    Ich bin ein Verfechter des Prinzips: wer bestellt, bezahlt.

    Man kann nicht auf antikapitalistisch tun und dann die kapitalistische Kohle aus Bayern verprassen.

    • Francesco

      @Elite123:

      Nein, die Überweisung aus Bayern wird nicht größer. Der Länderfinanzausgleich be.isst sich nach den Steuereinnahmen, nicht nach den Ausgaben.

  • Treppenwitz

    Ich finde den Kommentar etwas seltsam. Die benannten Länder wollten sich bei anderen Staaten oder Staatengemeinschaften verschulden, sich also Geld von ihnen leihen. Und jetzt beschwert sich der Autor darüber, dass die Kreditgeber Konditionen formulier(t)en die gewährleisten sollen, dass der Schuldner seine Schulden auch bedienen wird und kann? Wer würde denn nicht so handeln?

    • Francesco

      @Treppenwitz:

      Wie soll denn Privatisierung dazu führen, dass der Staat mehr Einnahmen hat um die Kredite zu bedienen?

    • Klabauta

      @Treppenwitz:

      Bayern et al sind keine Kreditgeber, sondern zur Zahlung im Rahmen des Länderfinanzausgleichs verpflichtet (Art. 107GG)

      • Francesco

        @Klabauta:

        Bayern bezahlt gar nichts. Es bekommt nur weniger Geld aus dem gemeinamen Topf.

      • Treppenwitz

        @Klabauta:

        Bezogen auf den Länderfinanzausgleich haben Sie natürlich recht, aber die Linien, die der Autor des Artikels hier gezeichnet hat, sind nun mal andere, wie zum Beispiel die griechische Staatsschuldenkrise. Insofern halte ich an meiner Kritik fest.

        Btw ist auch der Länderfinanzausgleich ein etwas seltsames Ding.

      • FriedrichHecker

        @Klabauta:

        Treppenwitz: Hessen hatte mal ausgerechnet und kommuniziert, dass zusätzliche Steuerfahnder ein Minusgeschäft wäre, weil sie mehr Geld für den Länderfinanzausgleich einbringen als für das Land Hessen. Das was im Land bliebe, würde nicht mal die Kosten für Bezüge und Altersversorgung decken.

        Bayern rechnet auch - aber weder Seehofer noch Söder haben das so laut herumposaunt wie Roland Koch...

  • behr Behr

    Für die Finanzierung des Haushaltes ist Berlin doch in erster Linie selbst verantwortlich und wenn fehlende Mittel durch linke Projekte wie die Vergesellschaftung des Immobilienbesitzes von Konzernen



    entstehen, weil mit völlig realitätsfernen Entschädigungswertansätzen gerechnet wurden, können doch nicht einfach bayerische oder Hamburger Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, um die Finanzierungsprobleme zu lösen.

    • Francesco

      @behr Behr:

      Der Länderfinanzausgleich bemisst sich nach den Einnahmen, nicht nach den Ausgaben. Berlin bekommt nicht mehr Geld, wenn es mehr ausgibt.

    • Klabauta

      @behr Behr:

      Nehmen wir doch mal Sachsen. Seit 1990 schwarz regiert, Bezüge aus dem Länderfinanzausgleich in 2025: 3,398 Mrd. €.



      Steht den Sachsen also auch nicht zu?

  • Bolzkopf

    Da läßt die Schwarze Schande ganz unverblümt die Maske einer demokratischen Partei fallen und zum Vorschein kommt die hässliche Fratze einer zutiefst von Kapitalismus, Eigen- und Finanzinteresse zerfressenen Mischpoke.

    • Zippism

      @Bolzkopf:

      „Schwarze Schande“, „hässliche Fratze“ und eine von Kapitalinteressen zerfressene „Mischpoke“ – bei so viel politischer Analyse bleibt einem ja kaum noch etwas hinzuzufügen.

      Vielleicht doch: Wenn man schon so großspurig über Kapitalismus und Finanzinteressen spricht, könnte man sich irgendwann auch mit der Frage beschäftigen, was die eigenen Berliner Lieblingsprojekte eigentlich kosten und wie sie praktisch funktionieren sollen.

      Die Linke möchte große Wohnungsbestände vergesellschaften, Milliarden für Entschädigungen mobilisieren und den staatlichen Wohnungsbau massiv ausweiten. Alles politisch diskutierbar. Nur wird aus „der Staat macht es“ noch lange kein Finanzierungskonzept, und aus einem Artikel im Grundgesetz auch kein automatisch tragfähiges Geschäftsmodell.

      Aber vermutlich ist es einfacher, die Union als kapitalistische Mischpoke zu beschimpfen, als sich mit den unangenehmen Details von Entschädigung, Finanzierung, Neubau, Eigentumsrechten und der Frage auseinanderzusetzen, wie viele Milliarden Berlin dafür tatsächlich aufbringen müsste.

      • Bolzkopf

        @Zippism:

        Wer hat denn die Privatisierung der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften massiv vorangetriben ?



        Wer hat das Tafelsilber maßgeblich mitverscherbelt ?



        Die Schwarze Schande.

        • Zippism

          @Bolzkopf:

          Natürlich. Nur gibt es da ein kleines historisches Detail, das in Ihrer Erzählung irgendwie verloren geht: Die rund 65.700 Wohnungen der GSW wurden 2004 nicht von einer „schwarzen Schande“ verkauft, sondern vom rot-roten Senat aus SPD und PDS. Die PDS war damals Regierungspartei und stimmte dem Verkauf zu. 405 Millionen Euro kassierte das Land dafür.

          Wenn Sie also über den Berliner „Ausverkauf“ sprechen möchten, können wir das gerne tun. Dann sollte man aber auch diejenigen erwähnen, die tatsächlich regierten und den Verkauf beschlossen haben.

          Die eigene Regierungsbeteiligung der PDS einfach aus der Geschichte herauszueditieren und anschließend so zu tun, als habe ausschließlich die CDU das Berliner Tafelsilber verscherbelt, ist jedenfalls eine bemerkenswert selektive Form von Erinnerungspolitik.

          Aber klar: Hauptsache, die „Schwarze Schande“ bleibt als Erklärung für alles erhalten.

          • Bolzkopf

            @Zippism:

            Das stimmt - für Berlin.



            Anderenorts (z.B. da wo ich weg bin) war das die CDU - z.T. natürlich in Koalitionen gebunden.



            Und schauen sie sich an was mit dem Wohnungsbestand in der ehemaligen DDR geschah, schauen sie die Reaktionen auf den Neue-Heimtat-Skandal an ...

  • DiMa

    Die Drohung ist doch absolut haltlos, nur dient sie halt der Profilierung im eigenen Ländle. Das das gut klappt zeigt sich an der Reaktion der taz.

    Als der Finanzminister aus Baden-Württemberg kürzlich eine entsprechende Drohung an die mögliche kommende Regierung in Sachsen-Anhalt ausgesprochen hat, war das mediale Echo (auch in der taz) sehr viel geringer.

  • Flix

    Irgendwie scheint die Union sich gerade zwischen AfD und Donald Trump einzupendeln. Dass man gegenüber der gesichert rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt eher zurückhaltend agiert, die Zusammenarbeit mit AfD auf kommunaler Ebene weitgehend unkommentiert lässt, bei einer möglichen Regierung der Linken in Berlin aber ins hyperventilieren gerät, lässt schon tief blicken.



    Dass sich die Linken im Bund in der jüngeren Vergangenheit ausgesprochen staatstragend verhalten hat, scheint bereits vergessen zu sein.

  • Liebknechto

    Die CDU ist unser Gegner wenn man unter uns die Arbeitende Angestellte Bevölkerung sieht. Das hat sich nicht geändert und wird es nicht. Auf die CDU ist kein Verlass gegen Faschismus.

    • Janix

      @Liebknechto:

      Der Graben ist aber hinter der Union. Die hat eine Funktion und eigentlich genügend rechtsdemokratische Wählers.



      Und der Graben sollte da auch bleiben. Das wiederum ist wohl leider nötige Ansage an die Union.



      Die Teile der Funktionärskaste, die mehr Angst vor Grünen als Ekel vor Braunen zu haben scheinen, sollten sich aus der Politik begeben.

  • HRMe

    Ohne jetzt dramatisieren zu wollen, sondern nur um daran zu erinnern, wie Bürgertum und Finanzkapital auf linke demokratische Wahlsiege reagieren, sei an Chile 1973 erinnert. Der Putsch wurde übrigens von FJS (CSU) ausdrücklich begrüßt.

    • Franz Hofer

      @HRMe:

      Der angesprochene FJS hat im übrigen der jetzt als Die Linke firmierten Partei vor 40 Jahren aus der Patsche geholfen.

    • Mondschaf26

      @HRMe:

      Jaja. Die größte Furcht der Kapitalist:innen und Stalinist:innen war und ist, dass Sozialismus funktionieren könnte. Darum wurde präventiv 1968 in die CSSR einmarschiert und 1973 in Chile geputscht...



      „Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wurde vorstellbar.



      de.wikipedia.org/w...s#Tschechoslowakei



      Kapitalismus mit menschlichem Antlitz ist unvorstellbar.