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Angst vor „Überfremdung“Das schmutzige Geheimnis

Es gibt kein Zurück in die Zeit westlich-weißer Dominanz. Antifaschismus muss die notwendige mentale Anpassung an die neuen Realitäten vermitteln.

D ie meisten Deutschen glauben, der Anteil chinesischer Direktinvestitionen betrage hierzulande 33 Prozent – während er tatsächlich bei 1 Prozent liegt. Der Einfluss Chinas auf das hiesige Leben wird also, einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zufolge, weit jenseits der Realität verortet. Beim Lesen dachte ich sofort daran, wie der Anteil von Muslimen regelmäßig grotesk überschätzt wird. Was beides verbindet: Es handelt sich um Feindbilder. Und bei der Angst vor Überfremdung ist stets eine Portion Wahn am Werk.

Doch es geht um mehr. Wenn sich Sozialproteste als rassistischer Hass äußern, dann sei es der Rechten gelungen, Verteilungskonflikte zwischen oben und unten in einen Kampf zwischen innen und außen umzudeuten, so formuliert es der Soziologe Klaus Dörre. Dieses Außen können dann hiesige Migranten oder Muslime sein oder andere, die im Innenraum des properen Deutschseins nicht geduldet sind. Doch handelt das rechte Ressentiment meines Erachtens gleichermaßen vom großen Außen, von der Echokammer veränderter Weltverhältnisse.

Die besondere Unerbittlichkeit und Nachhaltigkeit des gegenwärtigen Rassismus entstammen einem Gefühl von Verlust, das keineswegs nur eingebildet ist

Die besondere Unerbittlichkeit und die Nachhaltigkeit, die den gegenwärtigen Rassismus von anderen Wellen früherer Jahrzehnte unterscheiden, speisen sich aus dem globalen Kontext. Sie entstammen einem Gefühl von Verlust, das keineswegs nur eingebildet ist. CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz polemisierte neulich, das Kürzel AfD bedeute Abstieg für Deutschland. Aber ist nicht der Zustrom zu dieser Partei eher eine Reaktion auf dessen realen Abstieg?

Charlotte Wiedemann

ist Autorin in Berlin, viele Jahre mit dem Schwerpunkt Islamische Lebenswelten. Zuletzt erschien „Den Schmerz der Anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis“ (Propyläen).

In die Abenddämmerung der westlichen Gesellschaften hinein habe ich vor sieben Jahren ein Buch mit dem Titel „Der lange Abschied von der weißen Dominanz“ geschrieben. Es reflektierte die Veränderungen während meiner eigenen Lebenszeit seit den Tagen, als in meiner Schulklasse nur Kinder mit beige-braunen Haaren saßen. Und war von der Hoffnung getragen, es könne ein reflektiertes Abschiednehmen geben, nach 500 Jahren europäischer Dominanz.

Rasante Veränderung globaler Rangordnungen

„Das Wort Abschied setzt voraus, dass es Handelnde gibt. Andernfalls wäre nur von der Vertreibung aus der weißen Dominanz zu reden, ein Prozess, der ohnehin im Gange ist. Ich möchte zu einem tätigen Abschiednehmen ermuntern und zum Annehmen von Neuem, ohne Furcht“, schrieb ich damals.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die turbulente Entpuppung einer Einwanderungsgesellschaft steht in Zusammengang mit größeren Fragen, die unser Weltbild und unserer Bild von uns selbst betreffen, denn die Vorstellungen vom Eigenen und vom Fremden sind gleichermaßen Fantasien über unseren Platz auf dieser Erde, ob bewusst oder unbewusst: „Weiße Europäer und Europäerinnen müssen heute einen historischen Abstieg verkraften, und sie werden das hoffentlich tun, ohne in Faschismus zu verfallen.“

Der Begriff Faschismus schien damals noch gewagt und irgendwie fern. Sieben Jahre später ist mein Buch nicht mehr im Handel und sein Thema brennender denn je.

Zwischen den beiden zurückliegenden Wahlwochenenden, die als schicksalhaft für Deutschland hochgejazzt wurden, tagte der BRICS-Gipfel in Neu-Delhi. 20 Staaten, die mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung vertreten, einigten sich dort auf einen umfangreichen politischen Katalog. Nicht die USA oder die EU brachten Derartiges zuwege, sondern Indien. Ganz offenkundig ändern sich Rangordnungen und Prioritäten, und die Schnelligkeit, in der das geschieht, verläuft wie eine Parallelkurve zum rasanten Aufstieg der AfD.

Opfersein als wirkmächtigste rechte Identitätspolitik

Und doch wird bei uns der globale Moment kaum zur Erklärung herangezogen. Lieber stochert man in früheren Zeiten herum, borgt sich bei Hegel den Begriff der „unbestimmten Negation“ zur Analyse des Wählerhirns. Nur wenige sehen klarer. Die Philosophin Eva von Redecker spricht von der Verteidigung eines „Phantombesitzes“: Gekränkte Besitzansprüche seien in Wirklichkeit „Überlegenheitsansprüche, die auf vergangene Herrschaft verweisen“. Ähnlich sieht es der Politikwissenschaftler Ingar Solty: Der Absturz des Westens und der Aufstieg Chinas verursachten eine Kränkung des kollektiven Narzissmus.

Opfersein ist die wirkmächtigste rechtsradikale Identitätspolitik; sie rechtfertigt die eigene Verrohung und macht aus Aggression einen Akt der Notwehr. Deshalb liegt heute latent Gewalt in der Luft bei denen, die sich aus der geistigen Geografie einer weißen Überlegenheit vertrieben fühlen – sie mag in der eigenen Fantasie immer noch so überproportioniert aussehen wie auf einschlägig verzerrten Landkarten, deren Korrektur die Vereinten Nationen gerade beschlossen haben.

Der Widerstand gegen Migration fungiert bei all dem, um einen freudschen Begriff zu variieren, als Deck-Ressentiment für alles unbegriffen Rumorende – weshalb die AfD vor allem in Gegenden mit wenig Zugewanderten reüssiert. Das Geraune von der Remigration schürt die Illusion, die Verhältnisse seien wenigstens im nationalen Maßstab reversibel. Doch für die Wiedererlangung verlorener globaler Bedeutung gibt es nicht mal ein hypothetisches Rezept. Und wenn die Parteien der sogenannten politischen Mitte versprechen, unsere Privilegien aus einer angestammten imperialen Lebensweise zu verteidigen, dann verschieben sie damit nur die notwendige mentale Anpassung an neue Realitäten.

Die Tatsache, dass jene Weltverhältnisse, die ein beträchtlicher Prozentsatz der Deutschen zurückhaben will, unwiderruflich verloren sind, wird wie ein schmutziges Geheimnis behandelt. Ein ehrlicher Antifaschismus müsste dreimal am Tag eine simple Wahrheit verabreichen: Es gibt kein Zurück in ein Zeitalter westlich-weißer Dominanz. Und wer davon träumt, täte besser daran, seine oder ihre Energie in die Bildung der eigenen Kinder zu stecken, um sie fit zu machen für eine Welt, in der es keineswegs mehr à priori von Vorteil ist, weiß zu sein.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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139 Kommentare

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  • Libuda , Moderator

    Vielen Dank für eure Beiträge, wir haben die Kommentarfunktion geschlossen. Die Moderation 

  • Toni Zweig

    Meines Erachtens liegt hier doch eine Engführung des Denkens vor.



    Nicht nur rechte Personen inszenieren sich als Opfer - dass es diese Opferkonkurrenzen heute gibt, hat auch mit identitätspolitischen Aspekten zu tun, auch in der Linken scheint man universalistisches Denken vielfach ad acta gelegt zu haben.



    Die Autorin vergisst meines Erachtens besonders jene Errungenschaften zu erwähnen, die beileibe nicht die Rechte als drohenden Verlust sieht:



    Erkämpfung von Menschenrechten, Frauen- und Minderheitenrechten, überhaupt auch ein sozialer Rechtsstaat sind doch nicht einfach Werte, die man als freiheitlicher "Westen" aufgeben möchte...!



    Darum geht es doch!



    Es geht um Freiheit und bestimmte Werte!

  • Alex_der_Wunderer

    Tolle Frau, die Frau Charlotte Wiedemann, jedes Buch ein Fest !



    Dankeschön für die intellektuellen Anregungen & Bereicherungen.

  • Land of plenty

    Heute gleichen sich im Kulturkampf alle Lager einander an: sie wollen wirtschafts- und sozialpolitisch alle das gleiche: Eigentum und Egoismus, und betonen ihre Differenz.



    Das ist öde und absurd.

  • Benzo

    Nach der Abenddämmerung der westlichen Gesellschaften erwacht dann aber eine neue Weltordnung aus Autokratien, Oligarchen, Feudalherren, Zensur und politischer und religiöser Unterdrückung.

    Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Demokratie gehen mit über Bord.

    Aber dies auch eine gute Seite:

    Die neuen Herren der Welt (nicht Frauen) sind dann wenigstens keine rassitischen weißen Europäer:innen mehr!

  • aujau

    Seit mehreren Jahrzehnten wird die Wirtschaftsstruktur der Ausbeutung von Rohstoffen für die Industrienationen kritisiert. Sie geht einher mit Umweltzerstörung, Abhängigkeit der armen Länder, Unterstützung von Diktaturen und der Produktion von Fluchtursachen.



    Das ist eine triviale Erkenntnis. Nun sagen wir dass die Welt aus den Fugen ist. Diese Erkenntnis ist lächerlich, die Welt ist außerhalb der Reichtumszone schon lange aus den Fugen. Nun kommt das bei uns an, das ist alles. Wohlstandschauvinismus/Rassismus und so weiter hilft nicht. Umverteilung und Umweltschutz eher. Auch eine ganz platte Erkenntnis.

  • derzwerg

    Selbst wenn das alles stimmen sollte, und ein paar Vorhersagen können auch eintreten, selbst wenn sie uns nicht gefallen: man wird noch viele Jahre Politik damit betreiben können, die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen hinauszuzögern. Funktioniert bei der Klimakatastrophe ja ähnlich

  • Janix

    Ich bin nix, ich kann nix, gebt mir eine stumpfblonde Haarfarbe, sehr frei nach Henning Venske.



    'Rabää, aber ich bin doch als was Besseres geboren.'



    Dann sollte die geistige Leistung universalen Denkens erst recht machbar sein.

    Die renditeübergierigen Finanzfonds dürften eher im Auftrag der Riemanns, Albrechts, Quandts, der Vanderbilts, Krafts und Kushners handeln, doch die Statistik wäre ja auch mal einen tieferen Artikel wert.



    Gegen angeblich "andere" ablenken und spalten ist ansonsten das täglich Brot des Kapitalistenknechts.

  • Querbeet

    Als vor ein paar Jahren Sarazin im Grunde das gleiche schrieb, gab es einen riesen Aufschrei im Feuilleton.



    Man muss es eben nur positiv lesen.

    • Ruhig bleiben

      @Querbeet:

      "Im Grunde das Gleiche"

      Nicht wirklich.

      "gab es einen riesen Aufschrei im Feuilleton."

      Weil Sarazin eine gute Portion Rassismus in Form von angeblich biologisch festgeschriebenen Eigenschaften beimischte.

    • Janix

      @Querbeet:

      Da ich Sarrazins Bücher las: Ist das "Gleiche", was Sie schreiben, so? Wie lasen Sie ihn da?

      PS: Paul Kennedy wäre es eher theoretisch und diverse Theoretiker praktisch, die arrogante Überlegenheitsmärchen auch als solche darlegten.

  • Machiavelli

    Die Masse der Menschen ist nur zur Solidarität in größerem Ausmaß mit Memschen bereit mit denen sie sich identifizieren können. Deswegen gab es den Aufstieg des Sozialstaats mit dem Aufstieg des homogenen Nationalstaats, da letzteres verschwident verschwindet auch die Solidarität und mittelfristig der Sozialstaat.

    Ein viel größeres Prorblem ist aber das es anstatt einer nicht westliche Hegemonie eine Weltordnung ohne Hegemonie geben wird, diese wird von kriegen und gewalt geprägt werden.

    • Jesus

      @Machiavelli:

      Sich mit anderen identifizieren muss aber nicht zwingend mit Hautfarbe oder Herkunft einhergehen. Ich habe mit einem linken, pazifistischen Hedonisten vom anderen Ende der Welt im Zweifel mehr gemeinsam als mit meinem spießigem Nachbarn.

    • Nansen

      @Machiavelli:

      Der Aufstieg des Sozialstaats fiel auch mit Industrialisierung, Arbeiterbewegungen, zwei Weltkriegen und demografischem Wandel zusammen – Nationalstaat-Homogenität ist ein Faktor unter vielen, nicht zwingend der Haupttreiber.



      Und Deutschland hat doch trotz wachsender Diversität keinen dramatischen Sozialstaatsabbau erlebt. Die schwindende Solidarität richtet sich zudem gern gegen "die da unten" generell - egal ob Blonddeutsch oder migranttisch.

      "Mittelfristig verschwindet der Sozialstaat" ist überhaupt eine steile These, die empirisch schwer zu stützen ist – Sozialstaaten sind institutionell verankert, auch unter demografischem Druck.

    • Abdurchdiemitte

      @Machiavelli:

      Mit der These Ihres letzten Absatzes stimme ich überein. Sie argumentieren im Grunde genommen mit dem von Huntington prognostizierten ‚clash of civilizations‘, nach der nach der Ablösung der bipolaren Weltordnung eine geopolitische Neuaufteilung der Welt in unterschiedliche, überwiegend kulturell geprägte Machtzonen folgt, ohne dass sich dabei eine bestimmte Großmacht global durchsetzen kann. Aber mit neuen Konfliktkonstellationen, die den bis dahin vorherrschenden kalten Krieg ablösen.



      Ob Huntington mit seiner Analyse richtig liegt, lässt sich nur schwer sagen, jedoch deutet die gegenwärtige Weltlage stark darauf hin.



      Dem ersten Teil Ihres Kommentars widerspreche ich allerdings entschieden. Die These, Menschen.verhalten sich nur ihrer eigenen Gruppe gegenüber solidarisch und ausschließlich homogene Nationalstaaten garantieren einen starken Sozialstaat, lässt sich historisch wie politologisch ja überhaupt nicht belegen.



      Wenn Sie unter homogenen Nationalstaaten dann noch ethnisch homogene Nationalstaaten verstehen, sind Sie schon gefährlich nah dran am völkisch-nationalen Staatsverständnis der europäischen neuen Rechten.



      Das meinen Sie doch hoffentlich nicht mit Ihrer These.

    • rero

      @Machiavelli:

      Bin ich in allem bei Ihnen.

      Multikulturelle Staaten haben halt im Gegensatz zu Nationalstaaten typischerweise kein ausgeprägtes Sozialsystem.

      Weil die eine ethnische Gruppe nicht für die andere bezahlen will, so deren Sichtweise.

      • Abdurchdiemitte

        @rero:

        Siehe meinen Post an @Machiavelli.



        Definieren Sie mal, was multikulturelle Staaten sind und was sie von Nationalstaaten unterscheiden soll.



        Indien z.B. ist ohne Zweifel ein Nationalstaat, ohne ethnisch, kulturell und religiös sonderlich homogen zu sein. Staat und Gesellschaft in Indien sind also multikulturell- auch wenn das einigen Hindu-Nationalisten dort überhaupt nicht gefällt -, trotzdem besteht in allen Bevölkerungsgruppen ein ausgeprägtes indisches Nationalbewusstsein.



        Zugegeben, mit dem Sozialstaat ist es in Indien nicht so weit her - aber das hat andere Ursachen als dies @Machiavelli hier postuliert. Die Qualität eines Sozialstaates hat nämlich mit der gesellschaftlichen Zusammensetzung eines Staates - also dem Grad seiner Hetero- oder Homogenität - überhaupt nichts zu tun

      • Machiavelli

        @rero:

        Selbst vermeintlich homogenen Staaten führt das zu Spannungen Ost vs. Westdeutschland Nord vs. Süditalien. Wie das funktionieren soll wenn es da ganz andere Kulturen, Sprachen und Religionen gibt hat noch keiner aufgezeigt.

  • Alex_der_Wunderer

    Ich bin echt froh aus einer Familie zu kommen, wo schon seit mindestens vier Generationen absolut nach globalen Gesichtspunkten, die Nachfolgegnerationen sozialisiert wurden.

    • rero

      @Alex_der_Wunderer:

      Was verstehen Sie denn unter globale Gesichtspunkte?

      Das könnte ja auch Neoliberalismus und unsolidarische Meritokratie sein.

  • Josef 123

    Die meisten Deutschen glauben, der Anteil chinesischer Direktinvestitionen betrage hierzulande 33 Prozent – während er tatsächlich bei 1 Prozent liegt. Der Einfluss Chinas auf das hiesige Leben wird also, einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zufolge, weit jenseits der Realität verortet. Beim Lesen dachte ich sofort daran, wie der Anteil von Muslimen regelmäßig grotesk überschätzt wird. Was beides verbindet: Es handelt sich um Feindbilder. Und bei der Angst vor Überfremdung ist stets eine P

    • Vigoleis

      @Josef 123:

      Ein Problem vereinfachen Sie, ein anderes erwähnen Sie gar nicht.



      Selbst wenn die Zahl so stimmt, liegt die Crux doch woanders: Die chinesischen Investitionen zielen in Ditschl auf Betriebe mit Schlüsseltechnologien, um in den Besitz den Know hows zu gelangen.



      Deutschland kommt nicht aufgrund von chinesischen Investitionen unter Druck, sondern durch chin. Billigexporte, die nicht nur in China preiswerter (Lohngefälle) produziert werden, sondern von der chin. Regierung noch hochsubventioniert werden, um die inzwischen aufgelaufene Überproduktion im eigenen Land zu reduzieren.



      Das zunehmende Außenhandelsdefizit zwischen D und CH ist das Hauptproblem.

      • Josef 123

        @Vigoleis:

        "Selbst wenn die Zahl so stimmt, liegt die Crux doch woanders: Die chinesischen Investitionen zielen in Ditschl auf Betriebe mit Schlüsseltechnologien, um in den Besitz den Know hows zu gelangen."

        Aus meinem berichtigten Kommentar von 2:16 Uhr (unten):



        "Der prozentuale Anteil spielt keine Rolle, sondern es kommt auf die Qualität an. Wenn z.B. in Firmen mit Zukunftstechnik und/oder vielen Patenten investiert wird, kann der Einfluss bei geringem Einsatz sehr hoch sein."

        Da meinen wir doch eigentlich das gleiche. Oder sehen Sie da einen Widerspruch?

    • Josef 123

      @Josef 123:

      Da ist wohl etwas schiefgegangen. Der Kommentar sollte eigentlich ungefähr so lauten (den genauen Wortlaut habe ich nicht mehr parat):

      "Die meisten Deutschen glauben, der Anteil chinesischer Direktinvestitionen betrage hierzulande 33 Prozent – während er tatsächlich bei 1 Prozent liegt. Der Einfluss Chinas auf das hiesige Leben wird also, einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zufolge, weit jenseits der Realität verortet."

      Der prozentuale Anteil spielt keine Rolle, sondern es kommt auf die Qualität an. Wenn z.B. in Firmen mit Zukunftstechnik und/oder vielen Patenten investiert wird, kann der Einfluss bei geringem Einsatz sehr hoch sein.

      Ein brachiales Beispiel: Wenn eine Person den Koffer mit dem Atomwaffenknopf hat spielt es keine Rolle, wie groß der Rest (bzw. die gegnerische) Armee ist.

      • Alex_der_Wunderer

        @Josef 123:

        @ Josef 123



        Wir arbeiten bei unseren Seminaren auch super gerne mit der Verbildlichung von sachlichen Inhalten.



        Die Erfahrungen geben uns große, nachhaltige Erfolge damit, bei den Teilnehmern.

  • Vigoleis

    Der Beitrag des "Westens" zur Menschheitsgeschichte sind die in ca. 2500 Jahren unter Opfern herausgearbeitete Konzepte Demokratie, Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Menschenrechte. Mit dem Niedergang des "Westens" werden auch diese "Werte" aus ihrer derzeit noch aussichtsreichen Situation "herausgedrängt".



    Unter den ersten 40 Staaten des (in der Wikipedia einsehbaren) "Demokratieindex" sind derzeit fast nur Staaten des "Westens", also Staaten im Niedergang begriffen.



    Die im Text so lobend hervorgehobenen Staaten der "BRICS"-Gruppe sind fast ausschließlich Autokratien, Diktaturen (darunter einige der historisch übelsten), Kleptokratien. Selbst das euphemistisch als "weltweit größte Demokratie" bezeichnete Indien befindet sich auf dem Weg zu einer hindu-nationalistischen Autokratie.



    Die "universellen" Menschenrechte sind dort oft nur Makulatur. Der geforderte "Multilateralismus" (soll heißen: "Nichteinmischung in innere Angelegenheiten") meint vor allem, selbst ungestört weitermachen zu können.



    Der "Westen" ist an seiner prekären Situation primär selbst schuld, mit seinen naiven Konzepten wie "Wandel durch Handel" oder "Ende der Geschichte" ideologische Konkurrenz kleinhalten zu können.

    • housekat Schmidt

      @Vigoleis:

      Ein Index der sich mit "westlichen Werten" befasst verortet westliche Länder auf den oberen Plätzen.... hmm, welch Überraschung. Ideen zu Menschenrechten, etc. gab es in den letzten 2500 (und auch davor) Jahren überall auf der Welt, und auch diese haben die Ideale der Aufklärungsepoche mitgeprägt. Alle guten Werte des modernen Zusammenlebens dem globalen Westen zuzuschreiben ist Überheblichkeit geboren aus Ignoranz

      • Vigoleis

        @housekat Schmidt:

        Naja, wenn Sie mir einen Katalog aufstellen aus Werten, die von Staaten wie dem Iran oder China repräsentiert werden und die für den "Westen" nachahmenswert sein sollen, dann drehen Sie den Index eben um. Jedenfalls sind mir Gesellschaften "westlichen" Zuschnitts zum Darin-Leben auch dann noch angenehmer, wenn sie nicht in allem perfekt sind (was sie nicht sind).



        "Ideen zu Menschenrechten" haben sicher auch andere Gesellschaften und deren Akteure irgendwie gehabt. Aber sie haben diese nicht (wie Frankreich, USA oder Hr. Rousseau) in einer Gebrauchsform aufgeschrieben, verbreitet und damit wirkmächtig gemacht.

      • Axotono

        @housekat Schmidt:

        Das ist doch daher genau das, was die identitäre Linke uns verkaufen will: Menschenrechte als westliche Erfindung weißer Männer und damit abzuschaffen. Wer Humanismus und Universalismus als imperiale Unterdrückungsmaschine begreift, will nichts anderes als den Niedergang

    • O.F.

      @Vigoleis:

      Schon der Glaube an 2500 Jahre westlicher Geschichte scheint mir etwas hochgegriffen – als politisch-kulturelle Entität, die von einem Nicht-Westen sinnvoll abgrenzbar ist, gibt es diesen seit der Entstehung des Karolingerreichs. Aber von solchen historischen Feinheiten einmal abgesehen, ist ihr Beitrag vorsichtig formuliert anmaßend: denn ersten suggeriert er eine moralische Überlegenheit gegenüber anderen Zivilisationen, die es zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte gab und zweitens blendet er aus, dass Demokratie und Rechtsstaat Dinge waren, die man sich (bestenfalls) selbst gegönnt hat – mit dem Rest des Planeten ist man weniger zimperlich umgegangen (und daran hat sich eigentlich nichts geändert, siehe Gaza). Glauben Sie denn wirklich, unsere Opfer lassen sich damit trösten, dass die Täter daheim frei wählen dürfen?

    • Kahlschlagbauer

      @Vigoleis:

      Niemand bestreitet die geistige Entwicklung des Westens. Niemand (oder fast niemand) redet allerdings davon, daß solche Konzepte wie Demokratie, Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Menschenrechte nur selektiv zutrafen und zutreffen. Im alten Athen, der Wiege der Demokratie, hatte nur die Minderheit der freien Männer Rechte. Während der Aufklärung herrschte Sklaverei in Nord Amerika. Und so weiter. Zu behaupten, daß bei einer Verlagerung der globalen Machtzentren diese Werte noch weniger verwirklicht würden, scheint mir ziemlich eurozentrisch.

      • Vigoleis

        @Kahlschlagbauer:

        Der von mir angegebene Ca.-Zeitraum war die gesamte Entwicklungszeit, mit Gedanken entwickeln, probieren, scheitern, verbessern etc. Gerade das macht den "Westen" doch aus.



        Die griechische Polis kann man sozusagen als Labor der Demokratie betrachten, wo im Kleinen probiert wurde, was später im Größeren für schließlich alle gelang.



        Und gerade die Sklaverei ist ein schönes Beispiel für die Potenzen des "Westens": Der Westen hat selbst (ja, Aufklärung etc.) Worte, Instrumente und die Kraft gefunden, das Übel zu benennen, zu bekämpfen und auszurotten. Dazu bedurfte es eben nicht der Intervention von außen. Und das ist eben die Pointe.



        Und leider sehe ich in den neuen "Machtzentren" keine grundlegende Tendenz zur Verbesserung von "Machtstrukturen" im Sinne der "westlichen" Werte, die ja auch immer "universell" genannt werden.



        Insofern ist diese Sicht "eurozentrisch", auch weil ich Europäer bin, und das auch ganz gern und mit Überzeugung.

    • DiMa

      @Vigoleis:

      Das trifft genau den Punkt. Danke!

  • Karla Columna

    ich würde schon gerne den Klassismus erwähnen, der in diesem Text steckt. Oder wie soll man diesen Satz sonst verstehen: „Und wer davon träumt, täte besser daran, seine oder ihre Energie in die Bildung der eigenen Kinder zu stecken, um sie fit zu machen für eine Welt, in der es keineswegs mehr à priori von Vorteil ist, weiß zu sein.“

    • Comerade Aardvark

      @Karla Columna:

      Was? Aufstieg durch Bildung ist genau die eine Form von Klassenkampf, die funktioniert hat.

      • Karla Columna

        @Comerade Aardvark:

        soll das jetzt ein Scherz sein?

    • Francesco

      @Karla Columna:

      Was ist daran Klassismus?

      • Karla Columna

        @Francesco:

        Der zitierte Satz ignoriert, dass nicht alle Eltern gleichermaßen über Ressourcen wie Zeit, Geld und Wissen verfügen, um sie in Bildung zu investieren.

        Die Autorin ignoriert auch, dass in einer Gesellschaft, deren Bildungssystem bekanntlich Kinder aus gebildeten Elternhäusern bevorzugt voranbringt, auch andere Faktoren als "Weißsein" Privilegien verschaffen.

        Außerdem unterstellt der Satz, dass bei Wegfall des Privilegs "Weißsein" die Gesellschaft eine Meritokratie wäre, in der lediglich Bildung (und vielleicht noch Leistung) zählen, was bei auch im globalen Süden mitnichten der Fall ist.

  • Katharina Reichenhall

    Ich hatte vor vielen Jahren mal eine Diskussion mit einer Person, die mir erklären wollte, dass die Zeit der westlichen Hegemonie vorbei sei und das dies gut wäre. Ob die Zeit der westlichen Hegemonie wirklich vorbei ist und ob das prinzipiell eine gute Sache sei kann man sicherlich diskutieren, aber was nun an einer darauf folgenden chinesischen Hegemonie oder einen anderen besser sein soll, ob nun für die Welt im Allgemeinen oder gar für uns als Bewohner der westlichen Welt, konnte mir diese Person nicht erklären.

    Die Argumentation, dieser Abstieg könne den Aufstieg der AfD erklären, halte ich allerdings für wenig plausibel. Die Erklärung dafür ist wesentlich einfacher und ist eigentlich auch bekannt: Die Migrationspolitik und die damit einhergehenden Auswirkungen.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Katharina Reichenhall:

      Warum muss eine chinesische Hegemonie folgen? Ideal ist keine Hegemonie. Allerdings habe ich den Eindruck, das viele Menschen, besonders in den "westlichen" Staaten nicht ohne Hegemonie leben können. Sie wünschen sich "Führung".

      • Machiavelli

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Ohne Hegemonie gibt's konstant krieg, Chaos etc.

      • rero

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Sie muss n icht folgen.

        Aber sie folgte.

        China ist gerade Weltmacht.

        Und bestimmt nicht, weil sich Menschen in westlichen Staaten das wünschen.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @rero:

          China ist EINE Weltmacht. Nicht DIE Weltmacht.



          Es gibt keine chinesische Hegemonie.

      • Encantado

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        "habe ich den Eindruck, das viele Menschen, besonders in den "westlichen" Staaten nicht ohne Hegemonie leben können. Sie wünschen sich "Führung"."



        Das ist keine Frage von Wünschen, sondern von Faktenwahrnehmung. Nicht umsonst spricht man in der Regel von 'Führungsvakuum', das dazu neigt, gefüllt zu werden. Und haben Sie den Eindruck, dass China vor einer chinesischen Hegemonie zurückschreckt?

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Encantado:

          Ich bin mir nicht sicher ganz sicher. Aber mein Eindruck ist, dass Xi nicht so dumm ist, zu denken, er könnte die Welt beherrschen.

          Solche Ideen gibt es es eher wo anders.

          • Oma

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Xi ist so intelligent, sich das nicht überdeutlich raushängen zu lassen. Aber er weiß ganz sicher, dass Putin ohne ihn aufgeschmissen ist und er hat Trump im Zollkrieg schnell gezeigt, wo der Hammer hängt. Und China arbeitet schon lange ziemlich schlau daran, sich geopolitisch überall in Stellung zu bringen und ärmere Länder von sich abhängig zu machen.

    • Schleicher

      @Katharina Reichenhall:

      "ie Erklärung dafür ist wesentlich einfacher und ist eigentlich auch bekannt: Die Migrationspolitik und die damit einhergehenden Auswirkungen."

      Ohoh. Da schleichen sich wieder die Lügen der AfD ins Forum..

      Der Artikel erwähnt es selbst:

      "Der Widerstand gegen Migration fungiert bei all dem, um einen freudschen Begriff zu variieren, als Deck-Ressentiment für alles unbegriffen Rumorende – weshalb die AfD vor allem in Gegenden mit wenig Zugewanderten reüssiert."

      Betreiben Sie also bloß die übliche Stadtbild-Hetze?

      Um es noch Mal deutlich zu sagen: Der Erfolg der AfD ist nicht begründet in Migration und deren (positiven) Auswirkungen.

      • Fran Zose

        @Schleicher:

        Sie sollten sich bewusst machen, dass der Artikel lediglich die persönliche Meinung der Autorin wiedergibt und nicht eine allgemeingültige Wahrheit verkündet. Und das „der Erfolg der AfD nicht in der Migration und deren (positiven) Auswirkungen“ begründet ist, halte ich für eine steile These, die allenfalls haltbar wäre, wenn Sie die Klammern weglassen. Mit positiven Folgen der Migration macht man dort keinen Wahlkampf, ganz recht, mit den negativen aber sehr wohl; sogar fast ausschließlich.

      • rero

        @Schleicher:

        Dass die Migrationspolitik Auswirkungen hat, lässt sich nicht in Abrede stellen.

        Die Wertung ist eine persönliche Angelegenheit.

        Es gibt mehrere Studien - Céline Teney ist da gerade relativ aktuell - die belegen, dass der entscheidende Punkt für AfD-Wähler die Auswirkungen von Migration und damit auch von Migrationspolitik sind.

        Wenn man dies als Lügen der AfD und Stadtbild-Hetze abtut, hat man die Ebene des rationalen Diskurses verlassen.

    • Kaboom

      @Katharina Reichenhall:

      "Die Erklärung dafür ist wesentlich einfacher und ist eigentlich auch bekannt: Die Migrationspolitik und die damit einhergehenden Auswirkungen."

      Nö. Wäre die Migrationspolitik die Ursache, würden in Regionen mit hohem Ausländeranteil die Hochburgen der AfD liegen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall.

      Es geht real keineswegs um die Migrationspolitik, es geht um klassisch rechtsradikale bzw. faschistische Ideologie.



      Es geht um das, was die NPD früher mal "ausländerfreie Zonen" nannte. Deshalb bricht die Zielgruppe der AfD regelmäßig in frenetischen Jubel aus, wenn von AfD-Funktionären von über 20 Millionen Abschiebungen schwadroniert wird.

      • Katharina Reichenhall

        @Kaboom:

        Ich denke, da machen Sie es sich zu einfach, zumal der Befund, den Sie zur Stützung Ihres Standpunktes benennen, so auch nicht überall zutreffend ist. Ich verweise da auf die Wahl- und Umfrageergebnisse der AfD im Ruhrgebiet.



        Das Erstarken der AfD und die Migrationspolitik, beides ab 2015, haben kausale Zusammenhänge und sind keine zufällige Korrelation.

        • sociajizzm

          @Katharina Reichenhall:

          Und wie erklären Sie dann den steigenden Stimmenzuwachs ,während die "Migrationspolitik" längst eine Kehrtwende eingelegt hat?



          .



          Migration ist ein zentrales Thema für die AFD und ihre Wähler. Es gibt zur gleichen Zeit aber keine Korrelation zwischen realen Zahlen und Zustimmung für die AFD.



          .



          Viel größer als der Einfluss von 2015 dürfte die Reaktion darauf gewesen sein. Seehofers "Migration ist die Mutter aller Probleme", und jahrelange Hetze in Springer, SM und co.



          Viel zu wenig beachtet wurde, dass es Merkel war, die im Anschluss als erste die Grenzen dicht machte. Nicht die Deutsche, die der EU.



          .



          Mit Merz ist der verbale Rechtspopulismus der CDU noch stärker geworden und die AFD gewinnt stetig an Stimmen.

      • Jan Grobe

        @Kaboom:

        Es geht nicht um Ideologie bei der Mehrheit der AFD Wähler. Es geht um Ängste. Angst vor Veränderung, vor wirtschaftlichem Abstieg, vor überlasteten Sozialsystemen, vor weiterem Abstieg des Schulsystems usw. Das lässt sich alles live beobachten wenn man in Sachsen Anhalt lebt. Hass erlebe ich hier nicht gegen ausländische Menschen. Wenn ich mit meinen Nachbarn rede, dann richtet sich die Wut gegen eine Politik die offensichtlich schlechte Entscheidungen trifft, die nicht auf die Ängste ihrer Wähler eingeht und Kritiker in eine Ecke stellt anstatt sich den Problemen anzunehmen.

        • sociajizzm

          @Jan Grobe:

          Schaut man sich Umfragen dazu an ist Migration der absolute Hauptgrund für die Wahl der AFD.



          .



          Es ist also sehr wohl der Hass gegen Migranten, vor allem Menschen die anders aussehen.

        • Kahlschlagbauer

          @Jan Grobe:

          Ich glaube, Sie haben den Artikel nicht gelesen. Der spricht von der Verteidigung eines Phantombesitzes. Also von etwas, das man nie hatte. Es wäre für Politiker mehr als schwierig, darauf einzugehen.

        • rero

          @Jan Grobe:

          Erlebe ich in Brandenburg genau so.

  • Duplozug

    Ich finde es immer wieder merkwürdig wie von Europa und den Europäern Sachen gefordert werden, die nicht von anderen erwartet werden wie z.b. China, Japan, Russland usw.

    Wir sollen alles geschehen lassen und uns bloß nicht beschweren.

    Nicht falsch verstehen, ich will auch nicht in die 50ger gesellschaftlich zurück. Aber ich finde es ein typisches Beispiel der abgehobenen Einstellung linker Intellektueller die uns die Welt erklären und fordern wir müssten unser altes "Ich" zurück lassen und das neue "lieben". Während die anderen offensichtlich machen können was sie wollen.



    Kein Wunder gibt es dagegen soviel Gegenwind.

    • Kahlschlagbauer

      @Duplozug:

      Davon steht im Artikel bloß nichts. Der Artikel erklärt, warum Ausländerhaß so verbreitet ist. Er rechtfertigt keinerlei politische Aktionen der Länder des globalen Südens.

  • Abdurchdiemitte

    Der europäische Faschismus erlebte seine Hoch-Zeit - und auch für den Aufstieg der Nazis in Deutschland gilt das -, als langsam, aber sicher die Götterdämmerung dieser globalen weißen Dominanz in Gestalt des Kolonialismus einsetzte. Das Ende des zweiten Weltkrieges verschärfte dessen Niedergang nur.



    Nun hat dieser Niedergang auch Europa als Ausgangspunkt und Kern von Kolonialismus, Imperialismus und White-Supremacy-Ideologie erreicht.



    Heute ist der neue Faschismus als eine Reaktion Europas auf diese Entwicklungen zu verstehen. Er propagiert allerdings andere, subtilere Antworten auf die Krise der Ideologie der weißen Überlegenheit, indem er nicht mehr von Rasse, sondern von ‚Kultur’ spricht. Und eine ‚säuberliche‘ Trennung dieser verschiedenen, vermeintlich unvereinbaren Kulturen propagiert.



    Die Gegner dieses neuen Faschismus, die für Multikulturalismus, Permissivität und offene, plurale Gesellschaften einstehen, werden bezichtigt, den ‚Great Reset‘, eine abstruse, im Kern antisemitische Verschwörungstheorie zu befördern und somit dämonisiert.



    Auch Linke und Feministinnen fallen auf dieses Gift der Neurechten herein, wie hierzulande etwa bestimmte Diskurse über den Islam zeigen.

    • Michael M

      @Abdurchdiemitte:

      Diskussionen im Elfenbeunturm

    • Budzylein

      @Abdurchdiemitte:

      Wollen denn die maßgebenden Kräfte im Islam "für Multikulturalismus, Permissivität und offene, plurale Gesellschaften einstehen"? Bisher habe ich davon nichts mitbekommen. Oder hat nach Ihrer Ansicht jeder, der diese Frage stellt, das "Gift der Neurechten" zu sich genommen?

      • Abdurchdiemitte

        @Budzylein:

        Warum dieser zynische Unterton, der in Ihrem Kommentar durchscheint?



        Ich habe nicht von den ‚maßgebenden Kräften‘ im Islam gesprochen, nicht von Hamas, Hisbollah, IS und den Machthabern im Iran - und auch diese sind kein monolithischer Terrorblock, sind untereinander spinnefeind, weil in verschiedene Fraktionen und Konfessionen auf aufgespalten und sie verfolgen die unterschiedlichsten politischen Ziele.



        Ich spreche vom Islam in Deutschland und seinem Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft und vice versa. Ich spreche dabei auch von unseren muslimischen Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunden und deren Alltagsnöten, die keine anderen sind als unsere.



        Die Konflikte, die sich aus diesem Alltag und Zusammenleben ergeben - und die ich hier nicht klein reden will - sind die typischen Konflikte einer Migrationsgesellschaft. Exklusion führt da in die Sackgasse, das sage ich in alle Richtungen.



        Aber Israel, Gaza, der Libanon und der Iran sind NICHT das Spielfeld, auf dem diese Konflikte ausgetragen werden.



        Man kann hier zwar zurecht von Konfliktimport sprechen, aber eine souveräne, demokratische - und ich bleibe dabei - offene, plurale Gesellschaft sollte diese Konflikte aushalten können.

    • Zippism

      @Abdurchdiemitte:

      Wer hätte gedacht, dass hinter Wohnungsnot, Integrationsproblemen, überlasteten Kommunen oder ganz banalen Fragen der Migrationspolitik in Wahrheit Hegels „unbestimmte Negation“ und der globale Niedergang des weißen Mannes stecken.

      Man muss diese Erklärung wirklich bewundern: Migration wird zum „Deck-Ressentiment“, die AfD zum Ausdruck kollektiven Narzissmus, der Islam zur Projektionsfläche und wer eine andere Meinung hat, hat offenbar nur noch nicht ausreichend verstanden, dass seine historische Epoche gerade zu Ende geht.

      Das hat immerhin einen großen Vorteil: Man muss sich mit konkreten Problemen gar nicht mehr beschäftigen. Wenn jemand über Wohnraum, Schulen, Sicherheit, Integration oder Zuwanderungszahlen spricht, kann man einfach „White Supremacy!“ rufen und hat die politische Analyse bereits abgeschlossen.

      Und wer diese bemerkenswerte Welterklärung kritisiert, ist vermutlich ebenfalls nur ein weiterer Beleg dafür, wie dringend die „mentale Anpassung“ voranschreiten muss. Ein argumentatives Perpetuum mobile: Die Theorie erklärt alles – und Kritik an der Theorie bestätigt sie gleich mit.

      • Lesenundschreiben

        @Zippism:

        Ich denke schon, dass an der Theorie was wahres dran ist. Nur bleibt die Frage, die Sie richtigerweise stellen: was folgt daraus? Z.B. einer eher narzisstischen Person, die sich vor dem Verlust ihrer (weißen) Dominanz fürchtet, zu erklären, dass sie aufgrund ihrer narzisstischen Dominanzverlustangst den Faschismus wählt, und dass ihre Dominanz eh so gut wie vorbei ist, wird sie bestimmt nicht von dieser Wahl abhalten.



        Dem Faschismus den Wind aus den Segeln zu nehmen, funktioniert aus meiner Sicht allein darüber, etwas anderes positives identitätsstiftendes anzubieten. Und das kann nichts autoritäres sein, denn dieses Feld wird in jedem Fall die AFD für sich gewinnen. Vielleicht geht es nur, wenn die Konservativen den Linken die Hand reichen und umgekehrt.

        • Lesenundschreiben

          @Lesenundschreiben:

          etwas anderes positives identitätsstiftendes ZU GESTALTEN

      • Abdurchdiemitte

        @Zippism:

        „Wenn jemand über Wohnraum, Schulen, Sicherheit, Integration spricht, kann man einfach „White Supremscy!“ rufen und hat die politische Analyse bereits abgeschlossen.“



        Ähem, beziehen Sie sich jetzt auf meinen Kommentar oder wollen Sie einfach nur einen argumentativen Strohmann aufbauen?



        Auf jeden Fall sind Sie damit übers Ziel hinausgeschossen, denn ich habe nie argumentiert, dass all die gesellschaftspolitischen Themen, die Sie hier anführen, nur auf der Folie eines einzigen ‚Welterklärungsmodells‘‘, sprich Theorie analysiert und verstanden werden können.



        Ich persönlich halte die Annahmen der postkolonialen Studien keineswegs für eine geschlossene Theorie, mit der alles erklärt werden und an die geglaubt werden muss. Sie bietet jedoch plausible Erklärungen (Plural, deshalb auch ‚postcolonial studies!‘), auf deren Grundlage die Beziehungen zwischen globalem Süden und globalem Norden auch für die Gegenwart beschrieben werden können.



        Mehr habe ich dazu nicht ausgesagt, der andere Teil meines Posts beinhaltet Überlegungen/Annahmen zur deutschen Migrationsgesellschaft.



        Das können Sie natürlich widerlegen, aber dann bitte auch mit validen Argumenten statt oberflächlicher Polemik.

      • Sam Spade

        @Zippism:

        Die postkoloniale Theorie hat mehr mit Hegels bestimmter Negation zu tun, nur mit der dialektischen Aufhebung tut sie sich schwer. Frantz Fanon hat es versucht, Ergebnis war ein Bruch mit der klassischen Aufhebung. Achille Mbembe hat dann aufgezeigt, das Hegels dialektische Aufhebung im modernen Postkolonialismus an seine Grenzen stößt und Homi Bhabhas Konzept der Hybridität hat sie in einen neuen Raum überführt.

        Die postkoloniale Theorie ist ein interessanter Ansatz da sie nicht aus europäischer Perspektive verfasst wurde und Ansätze bietet die nicht nur Hegels Eurozentrismus nicht mit einbezogen hat.

        Das sie in einigen Punkten über das Ziel hinausschiesst und einige Ansätze hat die nur schwer kompatibel sind mit der historischen Forschung, hat sie mit vielen anderen Theorien gemein. Sagt also nicht viel über sie aus.

        Darüber aber einen derart spöttischen Kommentar zu den Ausführungen von @Abdurchdiemitte zu verfassen ist nicht nur unangebracht sondern zeugt auch von Unkenntnis in der Sache.

      • Schleicher

        @Zippism:

        Niemand, weder @Abdurchdiemitte noch der Artikel folgen der "bemerkenswerten Welterklärung", die Sie hier mit Mühe lächerlich machen. Richtiges Schattenboxen..

        Aber für Menschen, die im Islam und muslimischen Mitbürgern gerne das Böse schlechthin sehen, und damit das Kreuz bei den Faschisten (ob ihr eigenens oder das ihres Nachbarn) rechtfertigen, für die ist durchaus noch was zu lernen. Wahrscheinlich sogar von Hegel.

        • Reinero66

          @Schleicher:

          Der Islamismus ist aber sehr aggressiv und Menschen feindlich z. B. :



          Iran, Irak, Afghanistan, Boka Haram, Jemen, Gaza,..



          Andersgläubige müssen um ihr Leben bangen, Atheisten ebenso, "Kirchenaustritt/Kritik" nur unter Risiko des eigenen Lebens möglich.



          Macht diesen Glauben nicht gerade sympathisch.



          Auch sie nehmen leider die Ängste der Menschen nicht wahr/ernst und poltern Faschisten, das ist einfach und billig und verhärtet nur die Fronten.



          Eine Diskursform, die mich mittlerweile immer mehr von der Linken entfremdet.

          • Sam Spade

            @Reinero66:

            Nun stellt der Islamismus keinen Glauben sondern eine politische Ideologie dar, welche den Glauben für ihre extremistischen Ziele lediglich instrumentalisiert.

            Der Unterschied zwischen dem Islam als Weltreligion und Islamismus sollte einem schon geläufig sein, bevor man kommentiert.

            • Volker Scheunert

              @Sam Spade:

              Sie meinen also dass Islamisten keine gläubigen Muslime sind?

              • Abdurchdiemitte

                @Volker Scheunert:

                Das ist wirklich leicht zu beantworten, auch wenn man kein Religionswissenschaftler ist. Natürlich sind Islamisten Muslime, möglicherweise sogar gläubige Muslime, d.h. Anhänger eines bestimmten Verständnisses von Islam und einer spezifischen Koranauslegung.



                Ich vermute mal, Sie wollten mit Ihrer Frage eigentlich auf das in der Tat problematische Verhältnis von Islam und gewaltsamer Unterwerfung Andersgläubiger hinaus. Aber das läßt sich auf Grundlage Ihrer Frage überhaupt nicht beantworten.



                Daher trifft @Sam Spade mit seiner Unterscheidung schon den Nagel auf den Kopf.



                Übrigens sehe ich dieses Gewaltproblem -



                das wiederum aus einem massiven religiösen Intoleranzproblem erwächst - als ein gemeinsames Merkmal aller drei abrahamitischer Religionen an. M.E. liegt der Kern des Problems in der Vorstellung eines richtenden und strafenden Eingottes, ob man ihn nun Jahwe, Allah oder noch anders nennt.



                Religionsgeschichtlich war der ursprünglich lediglich der Stammesgott eines bestimmten semitischen Stammes, der so seine kriegerische Landnahme mit Feuer und Schwert legitimierte.



                Wer dabei an die Situation in den von Israel besetzten Gebieten denkt, liegt vermutlich nicht ganz falsch.

              • sociajizzm

                @Volker Scheunert:

                Es gibt einige gläubige Muslime, die das sagen. Das der Islamismus dem muslimischen Glauben wiederspricht.



                .



                Letztlich spielt das aber keine Rolle.



                .



                Auch die Kreutzzüge waren im Namen des Christentums und das Christentum hat über viele Jahrhunderte mit Gewalt konvertiert und unterdrückt.



                .



                Auch hier der Glaube nur als Vorwand genutzt und instrumentalisiert.



                .



                Ähnlich lässt sich im Gazakonflikt beobachten, von BEIDEN Seiten.



                .



                Natürlich sind radikale Siedler gläubige Juden und die meisten Terroristen der Hamas gläubig. Aber der Glaube wird instrumentalisiert.



                .



                Das ist kein Wiederspruch

        • Abdurchdiemitte

          @Schleicher:

          Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.👍

  • ja wirklich?

    "Es sind wohl eher die Veränderungen vor Ort, der lange Zeit wenig geregelt erscheinende Zustrom von Migranten und das daraus resultierende Gefühl des Kontrollverlustes, welcher der AfD zu ungeahnten Höhenflügen verhilft". Zustrom von Migranten gibt es im Nordosten, wo ich lebe, kaum. Es gab 2015 mal Aufnahmeverpflichtungen in Massenunterkünfte, auch vor drei Jahren nochmals. Die Ausländer waren jedoch genauso kaserniert wie das die ausländischen, PoC Vertragsarbeiter in der DDR waren. Von daher war nicht vieles anders. - Nach meinen Gesprächen haben viele der Bommer Generation, die in ihren KiTas Honecker-Bilder hängen hatten, den Zusammenbruch der DDrRnicht verkraftet. Sie hätten sich wohl die Bananen, die Meinungsfreiheit und die D Mark mitsamt der DDR gewünscht, dann wäre es gut gewesen. Es muss auch eine schreckliche Erfahrung sein, wenn der Staat, das ganze Gefüge, in dem man groß geworden ist, zusammenbricht. Das haben sie mit ihren Montagsdemonstrationen nicht gewollt; sie wollten eine "bessere", "freiere" DDR. Und sie wollten nicht von Kohl und uns Wessis und Konsorten bestimmt und dominiert werden, sondern sich selbst einen Staat konstruieren. Traurige Ohnmachtserfahrung

    • Volker Scheunert

      @ja wirklich?:

      Sie glauben wirklich, dass die AfD-Klientel dieselben Leute sind, die 1989 an den Montagsdemonstrationen teilgenommen haben?

  • Gothograecus

    Ich bin mir nicht sicher, dass es mit der "westlich-weißen Dominanz" wirklich vorbei ist.

  • Tom Farmer

    Was hat Chinas wirtschaftlicher Aufschwung zu tun mit dem Anteil Muslimen in Deutschland der in Regionen, mit besonders wenig Muslimen überschätzt wird, und dem AfD Wahlerfolg?



    Ja gar nix, aber es klingt halt gut, in einem Abgesang auf die westliche Dominanz.



    Wie auch immer:



    USA mit Abstand größte Einzelvolkswirtschaft und 27% des Welt BIPs. EU um die 20% und nur schwach verloren in den letzten 25 Jahren.



    Allein China und z.T. Indien haben stark aufgeholt.



    Canada, Australien stabil. Größter relativer Verlierer global ist Japan!



    Kurzum: Mir scheint da viel Meinung im Artikel zu sein. Die Fakten liegen anders. Übrigens die muslimische Welt: haben in 25 Jahren ihren Welt BIP von ca. 5 auf 7 hochgeschraubt.



    Einen Abgesang auf die westliche Welt anzustimmen halte ich für fatal, denn das schürt eben weitere, letztlich unberechtigte Ängste in der Bevölkerung! Die aber nicht gerechtfertigt sind.



    Übrigens und ganz plakativ: Solange Westkonzerne, ich sag mal von L'Oréal bis Mcdonalds globale Erfolge feiern, oder Innovationen von spacex bis KI vorgeben, wenn westliche Kunst im Louvre Abu Dhabi abgefeiert wird, kann von 'dem Westen der verliert' kaum die Rede sein.



    Dass Europa.... ok!😉

    • Michael M

      @Tom Farmer:

      Ich mag sachliche und realistische argumebte

      • Klabauta

        @Michael M:

        Ich auch. Deshalb hier noch ein paar mehr Fakten:

        "Die BRICS-Plus-Staaten haben im Jahr 2024 zusammen ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 30,3 Billionen US-Dollar erwirtschaftet. Das entspricht in etwa dem BIP der USA. Auf China entfällt mit rund 18,75 Billionen US-Dollar der überwiegende Teil der Wirtschaftsleistung der BRICS-Plus-Staaten."

        Quelle: Statista

  • vieldenker

    Wohl war, aber auch bei diesem Artikel fehlt mir die Empathie für die Menschen, von denen jetzt die Akzeptanz der „neuen Zeiten“ einfach mal so erwartet wird. Da würde ich mur manchmal von so klugen Schreiberinnen nicht nur Verständnis für die Anderen, die Hinzugekommen, Aufgestiegenen, von früheren Generationen Unterdrückten wünschen. Das würde, glaube ich, viel nehr nichtdirekt



    migrantischen Mitbürgern die Ankunft in der „Neuzeit“ erleichtern. Mehr Mutmachen als Vorwürfe verbreiten, wäre aus meiner Sicht das erfolgreichere Konzept für den notwendigen Wandel von Einstellungen und Ansichten. Letztlich geht es um Fairänderung für alle und nicht nur um Fernänderung der eigenen Gewohnheiten.

  • Sam Spade

    "Es gibt kein Zurück in ein Zeitalter westlich-weißer Dominanz"

    Das Zitat könnte auch aus dem Jahre 1947 stammen. Dieses markiert in der Geschichte den Wendepunkt und gleichzeitig das Ende des britischen Empires.

    Zeitzeugen prognostizierten damals einhellig einen Wandel in der globalen Machtstruktur bei dem Indien und der Globale Süden die zentrale Rolle in wirtschaftlichen und geopolitischen Fragen einnehmen sollten. Einzig davon eingetreten ist die Abkehr vom Eurozentrismus. Das amerikanische Zeitalter und das Einläuten des Kalten Krieges hat zu einer noch größeren wirtschaftlichen und politischen Dominanz des Westens geführt.

    Auch wenn die Autorin in ihren Aussagen zum kollektiven Narzissmus und besonders mit dem Hinweis zur politischen Mitte richtig liegt, so lässt sie doch einen wesentlichen Aspekt aus. Der gesellschaftliche Wandel der sich in Demokratien vollzieht stellt einen anderen Prozess dar, als der von oben verordnete in autoritären Staaten. In Demokratien kann er frei fließen und wirkt dadurch nachhaltiger. Wandel auf Zwang bricht meist zusammen wenn das Regime schwächelt.

    Es ist daher zwar ein neues Zeitalter, nicht aber das Ende westlich-weißer Dominanz.

    • nihilist

      @Sam Spade:

      Der Kalte Krieg und der erneute Höhepunkt westlicher Dominanz Anfang der 90er waren aber eben doch nicht das Ende der Geschichte. China musste sich zum Glück für den Westen noch mal 30 Jahre lang von Maos Getreuen knechten lassen, bevor es die Grundlagen für seine neue Rolle legen konnte.

      • Sam Spade

        @nihilist:

        Der Wandel vom Maoismus zum Staatskapitalismus hat China einen wirtschaftlichen Aufschwung beschert, bleibt dieser aus wird sich zeigen wie das Volk darauf reagiert und woran sich die gesellschaftlichen Strömungen orientieren.

        Diktatur oder Demokratie nach Vorbild Taiwans. Wird die Zukunft zeigen.

        Gefestigt ist China auf jeden Fall nicht. Weder politisch noch gesellschaftlich.

        Und das der Sieg der Demokratie im Sinne von Fukujamas "Ende der Geschichte" nicht eingetreten ist, bedeutet nicht das sich dadurch eine Vormachtstellung autoritärer Staaten wie China ergibt noch das der Globale Süden in dem Maße an Bedeutung gewinnt, das er die "westlich-weiße Dominanz" beendet. Die hat in den letzten 25 Jahren zwar einiges an Gewicht eingebüßt, ist aber weit entfernt von einer Götterdämmerung.

  • FtznFrtz

    Es ist am Ende doch das, was man sich als (Welt-)Bürger nur wünschen kann. Länder der ehemaligen Dritten Welt wie Indien und China steigen auf zu Wirtschaftsweltmächten, auch Länder in Afrika oder Südamerika steigen auf. Die Europäer haben eigentlich das richtige Instrument (die EU), sind aber am Ende doch zu kleinteilig und engstirnig, um es zu nutzen.



    Die Dominanz von Ländern wie den USA und Russland, die ja alles andere als segensstiftend war, ist beendet. Dass hier Deutschland seinen Platz findet muss die Aufgabe sein, hier ist eigentlich kein Gejammer angesagt, sondern mutiges Ausloten und Finden von Chancen, die Deutschland trotz allem ja immer noch hat.

    • Zippism

      @FtznFrtz:

      China ist nun wirklich nicht mehr „ehemalige Dritte Welt“, sondern selbst eine globale Großmacht. Wer den Aufstieg Chinas begrüßt, sollte deshalb vielleicht auch darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn wirtschaftliche Macht mit politischer und geopolitischer Macht einhergeht. Ob eine Welt mit stärkerem China automatisch besser ist als eine Welt mit stärkerer USA oder stärkerem Russland, ist jedenfalls keine ausgemachte Sache.

      • FtznFrtz

        @Zippism:

        Da haben Sie völlig recht, China ist mit Sicherheit kein Modell für die Welt, wir reden immer noch über eine Ein-Parteien-Diktatur, mit allen Problemen u.a. für die Menschenrechte, die das mit sich bringt.



        Mein Punkt war aber weniger der politische, sondern der der wirtschaftlichen Gerechtigkeit. Warum sollte nur der Westen Wohlstand erwerben dürfen? Insoweit ist die langfristige Entwicklung in anderen Teilen der Welt zu begrüßen.

  • My Sharona

    Wie so oft in dieser Kolumne: Auf den Punkt gebracht. Und das auch noch schön: "Opfersein ist die wirkmächtigste rechtsradikale Identitätspolitik; sie rechtfertigt die eigene Verrohung und macht aus Aggression einen Akt der Notwehr." - Man weiß es schon und fühlt sich doch klarer im Kopf nach der Lektüre.

    • rero

      @My Sharona:

      Stimmt.

      Es ist ein religiöser Text.

      Nicht theistisch, aber religiös.

      Echte Metaphysik.

      • Michael M

        @rero:

        Amen

  • nappy

    Ist immer dasselbe:



    Vergangene Größe und Macht ist gefälligst umgehend wiederherzustellen!

    Da passen die Incels genauso rein wie Klimawandelleugner oder Fremdenfeinde! Und selbstverständlich auch die Wähler von so Leuten wie Trump, Putin, Erdogan und der AfD!

  • Frauke Z

    Der Text wirft internationale Konkurrenz, ein geopolitisches Thema, Rassismus und "Angst vor Überfremdung", eine kulturelle Frage, in einen Topf. So ist auch keine brauchbare Schlussfolgerung zu erwarten. Dass es Überschneidungen geben kann, ist klar - überschneidungsfreie Themen gibt es nicht, wenn Menschen im Spiel sind.



    Zum Beispiel gehören zur globalen Hackordnung immer Verschiebungen - endgültige Verzichte hat es hingegen nie gegeben. China, Indien, die arabische Welt waren alle schon einmal global führend - und sie haben ihren einstigen Macht nie "Abschied genommen", wie die Autorin schreibt, sondern auf die nächste Gelegenheit, die Spieß umzudrehen, hingearbeitet, der für China und Indien längst gekommen ist. Es ist weltfremd und widersinnig, von Europa etwas anderes zu erwarten.



    Ein weiteres Beispiel:



    Wenn Europas Bedeutung abnimmt, bedeutet das nicht automatisch, dass viele Nichteuropäer nach Europa wollen. Eher im Gegenteil: Immigration ist gerade ein Zeichen für den eben doch noch vorhandenen Status Europas. Bedeutungsverlust anzuerkennen kann gerade auch mit Isolationismus einhergehen. Von solchen Erwägungen ist nicht einmal ansatzweise die Rede.

    • Francesco

      @Frauke Z:

      »China, Indien, die arabische Welt waren alle schon einmal global führend«



      Global? Wann denn?

      • Machiavelli

        @Francesco:

        China hatte in der Kaiserzeit diesen Anspruch. Der Islam und mit ihm die von Arabern gegründeten reiche hatten ihn auch.

        • Francesco

          @Machiavelli:

          Ansprüche haben ist etwas anderes als wirklich global führend zu sein.

  • Miles

    Ein kluger Beitrag und wichtiger Denkanstoß. Danke schön!

  • Uwe Kulick

    Unsere Finanzpolitik hält mit der Entwicklung nicht mit: Lieber strafft der Staat die Leistungen für Pflegestufe I, anstatt flexibel zu reagieren in noch teureren Bereichen: Es wurde ein Sondervermögen für die Bundeswehr gestiftet. Nun könnte man als Verteidigungspolitiker mit Herz und Verstand - wie man Pistorius unterstellt zu sein - anerkennen, dass in Sachen Hightech-Waffentechnik auf dem aktuellen Stand strategischer und taktischer Kriegführung sich eine dramatische Preissenkung ergeben hat: Drohnen! So könnte man ein paar Milliarden einsparen und aus dem Sondervermögen zurückführen in die Rücklagen des Bundes. Das gäbe genug Geld, um die Pflege nicht durch Einsparungen zu ramponieren - um nicht das Abstiegsgefühl einer, also unserer westlichen Gesellschaft unnötig zu verstärken. Oder um ein Programm zur nachhaltigen Sanierung von wirklich wichtigen Verkehrswegen wie der Rheintalstrecke schneller und sicherer zum guten Erfolg zu bringen, damit die Langsamkeit des Projektes "Wirtschaftswachstum, soweit notwendig", nicht noch jahrzehntelang EU-weit ausbremst!

    • Machiavelli

      @Uwe Kulick:

      Drohnen ersetzen keine Waffen sondern sie ergänzen sie. Niemand kann auf panzer, Artillerie oder Raketen verzichten. Das einzige Waffensysteme das von Drohnen ersetzt wird sind kampfhubschrauber. Daher funktioniert ihr plan nicht.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Machiavelli:

        Das stimmt. Aber die Gewichte haben sich verschoben. Einfach nach völlig veralteten Plänen weiter machen und einfach ein paar Drohnen draufpacken, wird den Anforderungen des modernen Gefechts nicht gerecht.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Uwe Kulick:

      "Nun könnte man als Verteidigungspolitiker mit Herz und Verstand - wie man Pistorius unterstellt zu sein - "

      Das ist aber eben eine Unterstellung. Pistorius kauft einfach wahllos alles, was ihm angeboten wird. Würden Rheinmetall & Co. Trieren und Onager verkaufen, würde er auch zugreifen.

  • Joachim Petrick

    Ein ehrlicher Antifaschismus ist ein Weltdemokratismus in allen gesellschaftlichen Bereichen Parteien, Politik, Kultur, Kirchen, Sportverbänden, Stiftungen, Medien, Gewerkschaften Wirtschaft für Transparenz in Bilanzen, asymmetrischen Währungsparitäten im Welthandel, der nicht vor Werkstoren von Unternehmen einknickt, sich offensiv in universaler Solidarität Klarheit auf die Fahnen schreibt, die Zinslast der Sucht von Bedeutungshoheit unserer Regierungen in der Petrodollar Gas-, Kohle, Öl-, Uran-Kontrakt fakturierten Wel, zahlen die zivilen Mehrheitsgesellschaften in Deutschland, Europa seit Berliner Kongokonferenz 1885/1885 über die Aufteilung Afrikas unter europäischen Großmächten mit Demokratie-, Sozialabbau im mörderisch rekrutiertem Oszillieren zwischen Friedens-, Vorkriegs-, Kriegs-, Zwischenkriegs-Aufrüstungszeiten, die sich im Freund/Feind, Gläubiger-/Schuldnerstaat Schema rasend rotierendem War Kreditkarussellen unterwerfen deren Zugluft zum wehenden Mantel der Geschichte postfaktisch umdeuten aufgeladen in Social Media im TINA Prinzip unterwegs sindwhatever it takes an FED, EZB Quanitativem Easing, unverkäuflich gewordene Staats-, Privat-Unternehmensanleihen aufzukaufen

  • Reinhardt Gutsche

    Dominanzen

    Zitat: "Es gibt kein Zurück in die Zeit westlich-weißer Dominanz. Antifaschismus muss die notwendige mentale Anpassung an die neuen Realitäten vermitteln."

    Ein nachgerade spektakuläre Analyse für eine zum XXL-Spektrum gehörende Plattform wie die Taz. Man fühlt sich an alte Tage erinnert. Vielen Dank also.

    Ergänzend bzw. konsequent geschlußfolgert müßte die „mentale Anpassung“ die politische zur Folge haben: Dieser zutreffend registrierte Schwund der „westlich-weißen Dominanz“ in der Welt, von Frantz Fanon schon vor einem halben Jahrhundert beschworen, steht in hysterisch anmutendem Kontrast zur doktrinalen Akrobatik des Europäismus und seinen Ersatzkriegsschauplätzen, wie er vom Karls-Preis-Europa und seiner einer Brüssler exekutivlastigen Zentralmacht immer inbrünstiger verkündet wird, nachdem sich die US-Eliten von diesem Okzidentialismus gelöst und auf ihre Kernmission zurückgezogen haben, im politischen Mix von Korruption und Erpressung unverdrossen auf Kosten der übrigen Welt in Saus und Braus zu leben.

    In der Tat, die „westlich-weißer Dominanz“ ist obsolet und kann auch nicht mit einem seit Jahrhunderten erträumten Sieg über den Kreml restauriert werden.

    • rero

      @Reinhardt Gutsche:

      Stimmt, die Abalyse von der „westlich-weißen Dominanz“ erinnert an alte Tage.

      Deshalb stellt sich auch die Frage, ob sie denn noch stimmt.

      Das Problem mit AfD ist gerade eher, dass sie dieses Land an Russland oder China verkauft.

      Weil man sich deren autoritären Politikstil nahe fühlt und eine enge Bindung Frieden und Wohlstand verheißt.

      Die pazifistische Verheißung der AfD ist in Bezug auf ihre Wahlerfolge nicht zu unterschätzen.

      Mehrere rechte Parteien in Europa sehen das ähnlich.

      Insofern ist nicht nur die westlich-weiße Dominanz obsolet, sondern auch sie als alleinigen Maßstab zu nehmen, um die Politik rechter Parteien und ihrer Wähler zu analysieren.

      Der Verlust der westlich-weißen Dominanz ist längst rechts angekommen.

      Da wirkt der Artikel durchaus altbacken.

    • Abdurchdiemitte

      @Reinhardt Gutsche:

      Ein Kommentar, dem ich mich inhaltlich voll anschließen kann, wie auch den den nachfolgenden von @Joachim Petrick und @Uwe Kulick.



      Schön zu sehen, dass es taz-Foristen gibt, bei denen Hopfen und Malz noch nicht verloren sind. Und die auch viel besser formulieren/zusammenfassen;auf den Punkt bringen können, worum es bei solchen Debatten im Wesentlichen geht, als ich es je könnte.

      • rero

        @Abdurchdiemitte:

        Sehen Sie, so unterschiedlich sind Wahrnehmungen.

  • DiMa

    Die Betrachtung der Autorin halte ich für grundlegend falsch.

    Die Frage des Einflusses Chinas auf das hiesige Leben würde ich nicht daran bemessen, wie hoch die Direktinvestitionen sind, sondern danach, wie hoch der Anteil an Konsumprodukten (einschli. Autos) auf dem deutschen Markt ist. Damit gehen Kapital und Wertschöpfung verloren. Für den Einfluss braucht es keine Direktinvestitionen.

    Und den persönlich empfundenen Verlust des Heimat- und Gesellschaftsgefühls würde ich nicht zwangsweise mit Ausländerfeindlichkeit oder rechter Hetze oder rechter Identitätpolitik gleichsetzen. Da wir von Menschen mit Migrationshintergrund keine Assimilierung abverlangen haben wir halt unterschiedliche Parallelgesellschaften. Durch die Heterogenität fehlt es zwischenzeitlich an einer Grundlage für eine einheitliche Gesellschaft. Direkte Folge ist die Auflösung der sogenannten Mitte und die Konzentration aufs ich.

    Erstaunlich zutreffend ist die Analyse der Autorin dann doch allenfalls im letzten Satz ("Energie in die Bildung der eigenen Kinder"). Es wird doch schon sehr viel in die Bildung der eigenen Kinder gesteckt. Nur was mit den anderen Kindern passiert interessiert allenfalls periphär.

  • Šarru-kīnu

    Die Weltverhältnisse sind den meisten doch völlig egal. Die immer älter werdende Bevölkerung trauert einfach den Verhältnissen ihrer Kindheit hinterher. Klingt psychologisch erstmal noch relativ normal für mich. Das viele der derzeitigen Veränderungen nicht zwangsweise positiv bewertet werden müssen, ist auch nicht außergewöhnlich.



    Die AfD reüssiert auch nicht da wo es besonders wenige Migranten gibt, sondern dort wo es viel Abwanderung und Armut gibt. Das zuzugeben kommt vielen Linken natürlich niemals über die Lippen, weil es ein Eingeständnis beinhaltet, dass wir es heute meist nicht mit links gegen rechts sondern mit einem Konflikt reiche, liberale und urbane Eliten vs arme Landbevölkerung zu tun haben.



    Wir haben jetzt hier seit 2015 inzwischen einen Ausländeranteil über dem deutschen Durchschnitt und gewählt wird trotzdem AfD. Ist dieses überhebliche Narrativ wirklich nicht tot zu kriegen? Nach der Logik dürfte es ja auch in der diversesten Region der Menschheitsgeschichte dem Nahen Osten nur Friede, Freude und Eierkuchen geben, haben die uns doch Jahrtausende an Erfahrung im Zusammenleben aller möglichen Gruppen voraus. Irgendwie scheint das ja aber nicht der Fall zu sein?

    • Abdurchdiemitte

      @Šarru-kīnu:

      Der Konflikt zwischen reichen, liberalen und urbanen Eliten und ‚armer‘ (?, bitte mal näher erläutern) Landbevölkerung ist wohl eher ein ideologischer, möglicherweise kultureller Konflikt als ein materieller. Vielleicht nur ein Nebenwiderspruch zum Hauptwiderspruch des Kapitalismus, wie man früher (in meinen besten Juso-Jahren) so schön sagte. Diese Formel lehne ich heute (mit einiger Lebenserfahrung😉) allerdings entschieden ab, denn sie impliziert eine dogmatische Verengung gesellschaftlicher Konflikte und Entwicklungen auf das Ökonomische.



      Der von Ihnen herausgestellte Konflikt urbane, liberale und reiche (intellektuell verbildete?) vs. arme (aufrecht schuftende?} Landbevölkerung ist möglicherweise nur eine Erzählung,, der in erster Linie der AfD nutzt (was das Problem der infrastrukturellen Unterversorgung in ländlichen Regionen betrifft, stimme ich Ihnen sogar zu).



      Und dann bedenken Sie bitte, dass das Leben für Geringverdienende, Studierende, Prekariarisierte usw. in den urbanen Zentren auch nicht gerade ein Zuckerschlecken ist.

  • Tazilo

    Wenn die Ablehnung von Migration nur ein Phantomschmerz aufgrund des Verlust der weißen Weltherrschaft ist, warum gibt es dann Fremdenfeindlichkeit in allen möglichen Weltgegenden, von Südafrika bis Japan? Überhaupt nicht in die Analyse einbezogen, wird der Umstand, dass sich ein hoch ausgebauter Sozialstaat zwar gut mit Arbeitsmigration, schlecht allerdings mit massenweiser Zuwanderung in Sozialsysteme verträgt. Auch von realen Problemen von Kriminalität, Überlastung des Schulsystems, importiertem Islamismus und Judenhass und anderem hier kein Wort. Auch und gerade „nichtweiße“ Länder achten bei der Einwanderung sehr genau darauf, dass ihre eigene Kultur und Lebensweise sich unter der Einwanderung nicht verflüchtigt - und warum sollte das böse sein? Bei solchen Artikeln habe ich manchmal das Gefühl, der Westen soll sich nun als Strafe für seine jahrhundertelange Vorherrschaft am besten möglichst schnell verflüchtigen. Im übrigen steuern gerade klassische Einwanderungländer ihre Einwanderung sehr bewusst und egoistisch und dann, aber auch nur dann, kann das gut funktionieren.

    • nappy

      @Tazilo:

      "Wenn die Ablehnung von Migration nur ein Phantomschmerz aufgrund des Verlust der weißen Weltherrschaft ist"



      ---



      Nachdem Personen oder auch ein ganzes Volk mal "wer war!" ist ein Absturz in die BEDEUTUNGSLOSIGKEIT wahnsinnig schmerzhaft für so manche! Und es gibt immer Politiker oder ganze Parteien, die das für sich ausnutzen! - Putin, Erdo und Trump, zum Beispiel!



      Der Machtverlust macht's möglich, dass selbst die allerdümmsten Lügen gern geglaubt werden, weil sie einfach viel schöner sind als die hässliche Realität!

      Es sind also eigentlich persönliche Macken wie ein schlechter Verlierer zu sein oder der Vergangenheit nachzuheulen anstatt die Zukunft zu gestalten!

    • Abdurchdiemitte

      @Tazilo:

      Noch eine Ergänzung, weil Sie auch die Konflikte ansprechen, die sich aus der Zuwanderung von Migranten in die westeuropäischen Gesellschaften ergeben.



      Die Tatsache, dass es sich hier mittlerweile um reale Einwanderungsgesellschaften handelt - wie etwa die USA seit langem -, wird gerade hierzulande offensichtlich nur schwer akzeptiert. Und tatsächlich bringen Migrationsgesellschaften immer neue Konflikte und Probleme im Zusammenleben von Autochthonen und Migranten und zwischen den verschiedenen Migrantengruppen untereinander hervor. Wie sollte es auch anders sein.



      Allerdings hat die Politik die Entwicklungen seit Jahrzehnten ignoriert bzw. verschlafen. Faktisch existiert überhaupt keine Migrationspolitik, nur eine grundfalsche Stadtbild-Debatte, die auf dem Rücken von Migranten ausgetragen wird. Das jeweilige ‚Stadtbild’ wird aber von vielen Faktoren bestimmt, z.B. wachsender sichtbarer Armut in Bahnhofsnähe.



      Dass dann irgendwann eine AfD auf der Bildfläche erscheint und daraus eine Debatte über ‚Kulturfremde‘ macht, war doch vorhersehbar.



      Ich habe Ihnen ja gesagt, dass 1.200 Zeichen nicht ausreichen, um derlei komplexe Themen einigermaßen zufriedenstellend zu erörtern.😉

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Tazilo:

      Natürlich spielt der Verlust der gefühlten weißen Überlegenheit eine gewisse Rolle. Das ändert sich auch nicht, weil es ähnliche Traditionen auch in anderen Gegenden gab und gibt. Bis 1945 wurde den Japanern auch eingehämmert, dass sie die Krohne der Menschheit sind. Nennt sich Nationalismus. Und der ist nicht weg.

      Die innenpolitischen Probleme in Deutschland auf die Zuwanderung zu schieben, ist zwar wohl feil und bringt einer bestimmten Partei viele Stimmen, geht aber am den eigentlichen Problemen vorbei. Das zum Beispiel unser Bildungssystem nicht funktioniert, liegt an fehlenden Investitionen und fehlender Weitsicht. Nicht an Zuwanderung. Und wer Begriffe wie "massenweise Zuwanderung in Sozialsysteme" verwendet, unterschlägt, dass Menschen die hier her kommen, oft jahrelang nicht arbeiten DÜRFEN. Auch die meisten Zuwanderer haben nämlich mehr mit ihrem Leben vor, als sich von Behörden schikanieren zu lassen und auf der untersten Stufe der deutschen Gesellschaft zu landen.

    • Abdurchdiemitte

      @Tazilo:

      Die Zusammenhänge von (Neo)Kolonialismus und gesellschaftlichen Konflikten im globalen Süden sind schon komplexer, als dass man sie in 1.200 Zeilen erörtern könnte.



      Die vielen aktuellen Kriege und Bürgerkriege z.B. in den postkolonialen Staaten Afrikas werden ja gerne als Beleg dafür genommen, dass die Unabhängigkeit und Selbstorganisation dieser Staaten nach der kolonialen weißen Vorherrschaft und Ausbeutung das eigentliche Problem seien. Bei genauerem Hinschauen lässt sich jedoch sehr schnell erkennen, wie hier koloniale Strukturen nachwirken und sogar aufrechterhalten werden.



      Und ja, Akteure wie China und Russland spielen hier wahrscheinlich eine weitaus größere, unheilvolle Rolle als die ehemaligen Kolonialstaaten Westeuropas. Das Lamento über zunehmenden russischen Einfluss im westlichen Afrika könnte möglicherweise ja auch damit zu tun haben, dass hier Frankreich als dominanter postkolonialer Akteur schlicht ausgebootet wurde.



      Natürlich geraten diese afrikanischen Staaten dann lediglich von einer Abhängigkeit in die nächste, aber das bestätigt doch geradezu die Annahmen der postkolonialen Theorie.

      • nappy

        @Abdurchdiemitte:

        "Akteure wie China und Russland spielen hier wahrscheinlich eine weitaus größere, unheilvolle Rolle als die ehemaligen Kolonialstaaten Westeuropas"



        ---



        Ist das so?



        Das bezweifle ich sehr, denn die militärisch und finanziell stärkeren Länder/Reiche haben schon immer die schwächeren ausgenommen, wo immer sie konnten!

        Und wenn auf einem G20-Gipfel beschlossen wird, in Afrika mehr auf private Investitionen zu setzen, dann geht es um gnadenlose AUSBEUTUNG, denn private Investoren verzichten nicht auf Profit, nur um der Bevölkerung vor Ort weiterzuhelfen!



        Und "G20" - da sind auch wir dabei!

        • Machiavelli

          @nappy:

          Die UAE, Saudi-Arabien, Russland und die Türkei haben mehr Einfluss in den Bürgerkrieges Afrikas und Nahost als irgendein westlicher Staat. China mehr in Myanmar. Abgesehen von der Ukraine hat der Westen heute sehr wenig Einfluss auf Kriege und Konflikte.

  • amigo

    Wer der Illusion einer vergangenen westlich-weißen Dominanz hinterherträumt, verkennt die globalen und gesellschaftlichen Realitäten unserer Zeit. Der Versuch, diese alten Privilegien mit völkischer Hetze und autoritärer Machtpolitik zurückzuerlangen, ist der eigentliche Treibstoff des modernen Faschismus.



    ​Ein zeitgemäßer Antifaschismus muss daher genau hier ansetzen: Er muss das Bewusstsein dafür schärfen, dass Vielfalt und globale Gleichberechtigung unumkehrbar sind. Doch mentale Einsicht allein reicht nicht aus, wenn die Grundlagen unserer freien Gesellschaft direkt angegriffen werden.



    ​Gegen die drohende faschistische Unterwanderung braucht es entschlossenen Widerstand auf allen Ebenen – in den Kommunen, auf der Straße, im Kultur- und Bildungsbereich sowie in den Institutionen. Wir dürfen der rechtsextremen Raumgewinnung keinen Millimeter nachgeben. Die Zukunft gehört einer pluralistischen, solidarischen Gesellschaft, und wir werden sie mit allen demokratischen Mitteln verteidigen!

    • nappy

      @amigo:

      Faschismus ist ein Symptom, nicht die Ursache!



      Solange wir die Ursachen nicht bekämpfen, wird es immer nur NOCH schlimmer werden!

    • DiMa

      @amigo:

      "Die Zukunft gehört einer pluralistischen, solidarischen Gesellschaft,"

      Diese Gesellschaft ist doch schon längst Vergangenheit. Es gibt doch allenfalls noch pluralistische und solidarische Bubbles.

      • nappy

        @DiMa:

        Falsch.

        Ist schon ein paar Jährchen her, da hat es mal jemand auf einer Deutschlandkarte im TV gezeigt: Dort, wo die meisten rechts wählten, waren wenige bis gar keine Ausländer!



        Und mir fällt dazu auch immer der Chef-Nazi im "Nazi-Dorf" Jamel ein, der im Interview mit Michel Abdollahi offen zugab "Wenn man sie kennenlernt, kann man sie nicht hassen.".

        In Städten wie zum Beispiel Berlin wird Multi-Kulti jeden Tag wieder aufs Neue GELEBT!

        • rero

          @nappy:

          Ist halt nur so, dass viele Berlin nicht als Vorbild, sondern als abschreckendes Beispiel erleben.

          In Osteuropa werden die Gesellschaften Westeuropas ebenfalls oft als abschreckendes Beispiel gesehen.

  • Bolzkopf

    Die Angst vor dem Fremden ist ein Urinstinkt - und lässt sich durch Freundschaft und positive Erfahrungen beseitigen.

    Aber ganz sicher nicht dadurch, dass Begriffe wie "Gefährder"



    "Clan-Kriminalität" "ausländische Sozialbetrüger" usw ständig durch die Presse getrieben werden.

    Und natürlich: Wenn es um die Verteilung von knappen Gütern geht ist man sich selbst der Nächste - und Fremde umso unerwünschter.

    Wenn man also ein Volk nach rechts rücken will schafft man Mangel und Knappheit.



    Z.B. an Wohnraum, an Ausbildungsplätzen, an Perspektive ...und an Vertrauen in die Zukunft.

    Chapeau liebe Koalition.



    Chapeau !

  • Fran Zose

    Ich teile die These der Autorin nicht. Ich glaube nicht, dass sich das Gros der AfD Wähler eben jener wegen eines globalen Bedeutungsverlustes des Westens zu wendet; dagegen spricht allein schon die Russlandnähe und die Bewunderung für autokratische Regime wie dem Chinas. Auch scheint die AfD und deren Anhängerschaft eher gegen großes Engagement welcher Art auch immer außerhalb Deutschlands zu sein. Es sind wohl eher die Veränderungen vor Ort, der lange Zeit wenig geregelt erscheinende Zustrom von Migranten und das daraus resultierende Gefühl des Kontrollverlustes, welcher der AfD zu ungeahnten Höhenflügen verhilft. Das macht deren Aufstiege keines Falls besser, aber mir scheinen halt die Beweggründe anders als von der Autorin vermutet.

    • nappy

      @Fran Zose:

      "Es sind wohl eher die Veränderungen vor Ort, der lange Zeit wenig geregelt erscheinende Zustrom von Migranten und das daraus resultierende Gefühl des Kontrollverlustes, welcher der AfD zu ungeahnten Höhenflügen verhilft"



      ---



      Falsch.



      Denn die AFD hat oft dort die höchsten Anteile, wo überhaupt keine Migranten sind! Es ist die schiere ANGST, von skrupellosen Politikern zum eigenen Vorteil generiert und geschürt. Was das im Leben von Menschen anrichtet, ist den machtgeilen Politikern total egal!

      • Fran Zose

        @nappy:

        A) stimm die Erzählung nicht, dass die AfD nur dort Zuwachs hat, wo es wenig bis keine Migranten gibt, siehe hierzu die starken Zugewinne im Ruhrgebiet, und B) schrieb ich bewusst vom „Gefühl des Kontrollverlusts“. Das können Sie gerne mit Angst übersetzen, es steht gar nicht im Widerspruch zu Ihnen.

    • nappy

      @Fran Zose:

      "dagegen spricht allein schon die Russlandnähe und die Bewunderung für autokratische Regime wie dem Chinas"



      ---



      Wer vergangener Größe und verlorener Macht NACHTRAUERT, folgt gern dem "starken Mann", der die Wiedererlangung verspricht!



      Das ist das Prinzip von zum Beispiel Trump, Putin und Erdogan!

    • Abdurchdiemitte

      @Fran Zose:

      Wo genau sehen Sie den Widerspruch zwischen dem Nachtrauern, der Nichtakzeptanz und dem Widerstand angesichts des Niedergangs der White-Supremacy-Ideologie und der (post)kolonialen Vorherrschaft Europas bei der AfD (und anderer neurechter Parteien Westeuropas) und ihrer Russlandnähe und Bewunderung autokratischer Systeme?



      Ich kann da keinen Widerspruch erkennen.

  • zartbitter

    Punkt 7 Erklärung der Brics - Staaten



    =



    ""Wir bekräftigen unser Bekenntnis zur Stärkung des Multilateralismus und der Multipolarität sowie zur Wahrung des Völkerrechts, einschließlich der Ziele und Grundsätze der UN-Charta als unverzichtbarer Grundlage, und zur zentralen Rolle der UN im internationalen System.""



    =



    Russland knüpft an die Expansionspolitik des Zarenreichs und den sowjetischen Machtanspruch in Osteuropa an. Russland setzt auf militärische Gewalt, offene Interventionen und auf die Verletzung des Völkerechts,.....



    =



    China beruft sich auf das traditionelle Selbstverständnis als historisches „Reich der Mitte“ mit einem zentralen Herrschaftsanspruch in Asien und in der Welt.



    China agiert weniger durch direkte militärische Eroberung, sondern nutzt ökonomische Instrumente wie die Neue Seidenstraße , um Infrastrukturprojekte weltweit zu finanzieren und Länder in wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen.



    =



    Im südchinesischen Meer und gegenüber Taiwan und anderen Staaten vor allem in der Region zeigt sich ein zunehmend machtbasiertes, ultraagressives militärisches Auftreten.



    =



    Ob gelb, blau, schwarz oder wetss: Sieht so die Verteidigung eines „Phantombesitzes“ aus?

    • nappy

      @zartbitter:

      "Im südchinesischen Meer und gegenüber Taiwan und anderen Staaten vor allem in der Region zeigt sich ein zunehmend machtbasiertes, ultraagressives militärisches Auftreten"



      ---



      So GB und die USA seit Jahrhunderten.



      Wo da genau der Unterschied sein soll, das müssen Sie mir Dummerchen mal erklären ...

    • nappy

      @zartbitter:

      "Russland knüpft an die Expansionspolitik des Zarenreichs und den sowjetischen Machtanspruch in Osteuropa an"



      ---



      Mag sein, dass es Leute in Russland gibt, die das wollen.



      Aber:



      Keine Arme, keine Kekse!



      Schonmal da BIP von Russland angeschaut? Das ist nicht mal halb so groß wie das deutsche ... und auch Russland braucht in Sachen Rüstung Qualität und Quantität, die es nicht selbst produzieren kann, also einkaufen muss!

      Propaganda und Realität haben immer nur seeeeeeeeehr kleine Schnittmengen, wissen Sie?

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @zartbitter:

      "China agiert weniger durch direkte militärische Eroberung, sondern nutzt ökonomische Instrumente wie die Neue Seidenstraße , um Infrastrukturprojekte weltweit zu finanzieren und Länder in wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen."

      Also spielt China das selbe Spiel wie die EU.

      • nappy

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Sie sagen hier viel zu viele Wahrheiten für die vielen Propaganda-Opfer.



        Von mir kriegen Sie dafür aber ein fettes "Danke!"!

      • zartbitter

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        ""Entschuldigung - sind sie es Herr Chrupalla?""



        =



        Die EU & Mitgliedstaaten sind zusammen der weltweit größte Geber von Entwicklungshilfen (ODA). Ein großer Teil dieser Gelder fließt in den Aufbau von Infrastruktur und Handelskapazitäten in Partnerländern - sogenannte „Aid for Trade“.



        =



        Wirtschaftliche Abkommen werden vertraglich zwischen souveränen Staaten ausgehandelt. Kein Land wird gezwungen, ein Abkommen mit der EU zu unterzeichnen und sämtlich Verträge der EU sind völkerrechtskonform



        =



        China und Russland unterstützen Terrorstaaten wie den Iran /Nordkorea und damit die angeschlossenen Terrororganisationen - und treten nicht nur damit die universellen Menschenrechte und das Völkerrecht in die Tonne.

        • nappy

          @zartbitter:

          "China und Russland unterstützen Terrorstaaten wie den Iran /Nordkorea und damit die angeschlossenen Terrororganisationen"



          ---



          Und schon wieder so ein Propaganda-Narrativ! Sie sollten ab und zu mal nach Beweisen fragen, wenn jemand was behauptet!

          Denn wenn es nützlich ist, unterstützt JEDES Land den "Terror" in missliebigen Ländern! Auch wir oder die USA oder die Saudis.

          Und wenn Sie mal erleben wollen, wie willkürlich die Definition von "Terrorismus" ist, dann lesen Sie mal die Definition des FBI für den internationalen Terrorismus. (Tipp: das Schlüsselwort ist "designated")

          • zartbitter

            @nappy:

            Bitte - Wo finde ich Ihre Argumente? Sie haben keine?



            =



            Russland und die libanesische Hisbollah arbeiten auf geheimdienstlicher und militärischer Ebene zusammen. Diese Kooperation hat sich insbesondere durch den gemeinsamen Einsatz im syrischen Bürgerkrieg seit 2015 verfestigt und im Zuge des Ukraine-Krieges sowie der strategischen Annäherung Russlands an den Iran weiter vertieft.



            =



            Während der russische Geheimdienst der Hisbollah Aufklärungsdaten über feindliche Bewegungen zur Verfügung stellt, profitiert Moskau von den Erkenntnissen der Hisbollah am Boden im Nahen Osten. Zudem teilen russische Dienste Satellitenbilder und Bewegungsdaten westlicher Truppen mit dem Iran, was indirekt auch dessen Stellvertretern wie der Hisbollah zugutekommt.



            =



            Laut ukrainischen und westlichen Geheimdiensten gibt es ein direktes Trainingsabkommen: Hisbollah-Instruktoren schulen russische Soldaten auf syrischen Stützpunkten im Einsatz iranischer Drohnentypen (wie der Shahed-Reihe), die Russland im Ukraine-Krieg verwendet. Im Gegenzug erhält die Miliz taktische Ausbildung durch russische Spezialkräfte.



            =



            Sie sind Hisbollah Terror - Unterstützer und Liebling der Massenmörder im Iran und Moskau?

        • nappy

          @zartbitter:

          "Kein Land wird gezwungen, ein Abkommen mit der EU zu unterzeichnen"



          ---



          Falsch.



          Unterzeichnet ein Land nicht, werden einfach Zölle auf die Produkte dieses Landes erhoben, die jeden Export und somit auch die Beschaffung von Investitionen ins Nirwana katapultieren!



          Und erhebt ein Land Zölle auf EU-Waren, um seine eigene Bevölkerung, seine eigene Wirtschaft zu schützen, fordern die Investoren einfach ihre Kredite sofort zurück ...

          Wir sind nur dem Namen nach keine Kolonialmächte mehr!

          • zartbitter

            @nappy:

            Abgebrochene Handelsvereinbarungen der EU mit



            ==



            ASEAN 2007–2009 ASEAN-Freihandelsabkommen wurden pausiert und in bilaterale Verhandlungen mit einzelnen ASEAN-Staaten umgewandelt.



            =



            Indien2007–2013, später wieder aufgenommen



            =



            EU–Mercosur2000–2019Über fast zwei Jahrzehnte gab es wiederholt Stillstände.



            2019 wurden die Handelsverhandlungen zunächst abgeschlossen, aber das Abkommen wurde danach jahrelang politisch blockiert.



            =



            EU–USA (TTIP)2013–2016 Die Verhandlungen über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft wurden nach 15 Verhandlungsrunden faktisch beendet und nicht zu einem Abkommen geführt.



            =



            Jetzt müssen Sie analog Ihrer Argumentation nur noch nachweisen das die EU die USA mit zusätzlichen Zöllen



            belegt hat.

          • zartbitter

            @nappy:

            Wo haben sie Ihre Argumente und Beispiele versteckt?



            =



            Wenn ein Land mit der EU ein Handels- oder anderes Abkommen nicht unterzeichnet, entstehen in keinem Fall automatisch auf Exporte dieses Landes prohibitive Zölle.



            =



            Entscheidend ist, welches Abkommen bzw. welche Handelspräferenzen wegfallen. Dann könnten für bestimmte Waren die normalen EU-Zollsätze gelten.



            =



            Die Höhe hängt von Produkt, Ursprungsregeln und bestehenden Vereinbarungen ab.



            =



            Auch Investitionen werden nicht automatisch „ins Nirwana katapultiert“; Investitionsentscheidungen können allerdings durch höhere Handelskosten, größere Unsicherheit oder schlechteren Marktzugang beeinflusst werden.