Industrie im Niedergang : Ist China Schuld an der deutschen Wirtschaftskrise?
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Jede Woche gehen Tausende Industriejobs verloren. Das liegt auch an Chinas Exportpolitik. Ist die Deindustrialisierung Deutschlands noch zu verhindern?
In Deutschland gehen derzeit jede Woche rund 4.000 Industriejobs verloren. Und das ist erst der Anfang. Ein Grund dafür ist der China-Schock 2.0, also der wachsende Export chinesischer Waren nach Deutschland. Besonders betroffen sind die Auto- und Chemieindustrie sowie der Maschinenbau. Ist die Deindustrialisierung Deutschlands noch zu verhindern? Ist es sinnvoll, den europäischen Markt mit Zöllen abzuschotten? Oder ist das eine von Panik getrieben Maßnahme, die alles nur noch schlimmer macht?
Wir fragen uns in dieser Folge des Bundestalks, welche Rolle China spielt. Denn auch die Zölle, die Trump verhängt hat, dämpfen den deutschen Export. Und die Krise ist auch hausgemacht. Kanzler Merz meint, dass die Deutschen einfach mehr arbeiten müssen. Aber das ist viel zu kurz gedacht – und eine Nebelkerze. Die deutsche Autoindustrie hat viel zu lange an profitablen Verbrennern festgehalten, anstatt E-Autos zu entwickeln. Und VW hat trotz Krise noch 160 Milliarden Euro auf der hohen Kante liegen. Insofern ist die Panik auch ein Mittel, um die Arbeitnehmer zu Konzessionen zu bewegen.
Einen Handelskrieg mit China kann Berlin nicht wollen. Denn Deutschland exportiert fast die Hälfte seines BIP, China hingegen nur 20 Prozent. Vielleicht kann die EU Druck auf China machen, um die künstlich niedrig bewertete Währung, die chinesische Waren im Ausland so günstig macht, zu korrigieren. Es wäre nicht das erste Mal: Schon in den 1980 Jahren werteten Japan und Deutschland Yen und D-Mark auf, um den starken US-Dollar künstlich zu schwächen.
Wahrscheinlich muss die EU einen Weg zwischen weiter so und mehr Zöllen gegen China finden. Im Herbst wird die EU mit China verhandeln. Im Gepäck dürften die EU-Verhandler auch die Erinnerung an den China-Schock 1.0 haben. Der passierte nach 2001 – und war ein Grund für den Niedergang des Rust Belt in den USA, also von Industriezentren wie der einstigen US-Automobilmetropole Detroit. Das ist ein Menetekel für Wolfsburg, Stuttgart oder Turin.
Ob und wie sich derartige Szenarien verhindern lassen, diskutiert Stefan Reinecke aus dem Parlamentsbüro der taz mit Wirtschaftsredakteurin Anja Krüger, dem Brüssel-Korrespondenten Eric Bonse und Felix Lee, der lange für die taz als China-Korrespondent tätig war.
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