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Sondierungsergebnis in Berlin Ist die Vergesellschaftung von Wohnungen eine gute Idee?

Marie Frank

Kommentar von

Marie Frank und Gunnar Hinck

Linke, Grüne und SPD wollen 160.000 Wohnungen sozialisieren. Das ist umstritten: politisch, juristisch, finanziell. Ein Pro und Contra.

D ie Idee der Linkspartei, in Berlin Wohnungen zu vergesellschaften, wird viel Geld kosten. Ist das zu schaffen?

Nein.

Um es mit der Band Tocotronic zu sagen: Die Idee ist gut, doch die Welt ist nicht bereit. Wir leben im Kapitalismus, und es ist eine ziemlich irrwitzige Idee, die Regeln des Kapitalismus in Berlin einfach mal so außer Kraft zu setzen. Auch wenn es dabei ums Wohnen geht, was ein Menschenrecht und keine Ware ist.

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Ja, Linke verdrehen die Augen bei diesem Argument, aber es ist nun mal wahr: Welches Wohnungsbauunternehmen – unter Linken verlässlich „Konzern“ genannt, damit es schön böse klingt – wird noch in Berlin investieren, wenn ein Gesetz die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände verlangt? Das Problem: Im Sondierungspapier von Linkspartei, Grünen und SPD sind 100.000 neue Baugenehmigungen für Wohnungen versprochen – was nur zusammen mit privaten Investoren geht, wie selbst die Sondierer in ihrem Papier einräumen.

Vonovia und Co werden alles juristisch Mögliche in Gang setzen, um den – unrealistisch niedrigen – Preis von 100.000 Euro pro Wohnung hochzutreiben. Es ist wahrscheinlich, dass sie gewinnen werden. Das hoch verschuldete Berlin wird somit viel mehr als die genannten 16 Milliarden Euro in die Hand nehmen müssen – Geld, das für den Neubau von dringend benötigten Wohnungen fehlen wird.

Ein zentrales Argument für die Vergesellschaftung ist: Durch das Herausnehmen großer Wohnungsbestände aus dem profitorientierten Markt werde der Wohnungsmarkt insgesamt stabilisiert, weil es den Anstieg des Mietspiegels dämpft, der wiederum Maßstab für Neuvermietungen ist. Nur ist fraglich, ob dies bei einer viel kleineren Zahl an Wohnungen als ursprünglich gedacht – 160.000 Wohnungen sollen sozialisiert werden bei insgesamt 1,7 Millionen Mietwohnungen in Berlin – noch funktioniert. Auch das wird vor Gericht entscheidend sein: Denn mit dem Stabilisierungsargument soll die Vergesellschaftung rechtlich legitimiert werden.

Die Vergesellschaftungsbefürworter leiden unter einem Tunnelblick. Gegenargumente werden ignoriert oder als Angstmacherei der „Immobilienlobby“ denunziert. Es ist diese Mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand-Politik, die im Desaster enden wird.

Gunnar Hinck

Ja.

Das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar. Denn im Gegensatz zu den Milliarden für die Rüstung wird das Geld nicht einfach nur ausgegeben und fließt in die Taschen von Großunternehmen. Das Land erhält etwas dafür: Vermögen in Form des Sachwerts der Wohnungen und eine ständige Einnahmequelle durch die Mieten, mit denen die Zinsen getilgt werden können.

Über die genaue Höhe der Entschädigung und damit auch der künftigen Mieten werden am Ende Gerichte entscheiden. Das gilt es abzuwarten, bevor man das Projekt für gescheitert erklärt. Langfristig stehen Mie­te­r:in­nen besser da, wenn die Wohnungen der Marktlogik entzogen werden – selbst wenn die Mieten nicht sinken oder gar moderat steigen sollten.

Neue Wohnungen sind dadurch nicht entstanden, das stimmt. Neubau und Bestand gegeneinander auszuspielen, ist jedoch Whataboutism, ein rhetorischer Kniff, um vom Problem der hohen Mieten abzulenken. Hier braucht es Investitionen in den Bestand.

Immerhin leben 84 Prozent der Ber­li­ne­r:in­nen zur Miete, und 60 Prozent haben Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – der ihnen nichts bringt, weil die mietpreisgebundenen Wohnungen fehlen. Zu sagen, dass deren Belange nicht zählen und bezahlbarer Wohnraum nicht so wichtig ist wie Neubauwohnungen, ist ein Schlag ins Gesicht der Mehrheit der Bevölkerung.

Dass Vergesellschaftung manche Investoren abschrecken könnte, ist daher kein Nachteil: Wer nur hochpreisige Wohnungen baut, mit denen sich sehr hohe Renditen realisieren lassen, hat in Berlin nichts verloren. Hier braucht es keinen Wohnraum um jeden Preis, er muss auch bezahlbar sein.

Die Ber­li­ne­r:in­nen haben das deutlich gemacht, und nun geht es darum, den Wäh­le­r:in­nen­wil­len umzusetzen. Und angesichts der derzeitigen heftigen Proteste gegen hohe Mieten und Lebenskosten in ganz Europa könnte das Schule machen. Genau davor hat die Immobilienlobby Angst – zu Recht.

Marie Frank

Marie Frank

Marie Frank Redakteurin

Redakteurin bei der taz mit Schwerpunkt soziale Bewegungen, Migration, Klassenkampf und soziale Gerechtigkeit. Hat politische Theorie studiert, ist aber mehr an der Praxis interessiert.

Gunnar Hinck

ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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88 Kommentare

  • Horst Sörens

    Warten wir einfach mal ab, wann das Bundesverfassungsgericht die Angelegenheit kippt. Bis dahin muss man sich gar keine Gedanken machen.

  • Stephan Djacenko

    Das sind zwei Kommentare, die wirklich unter dem Disskussionsniveau bleiben, die das Thema braucht. Die Frage enteignen oder nicht enteignen kann man die vor und die Nachteile sollten etwas tiefergehend kommentiert und besprochen werden. Was aufgeschrieben worden ist können BZ, Tagesspiegel und Morgenpost auch.

  • StefanMaria

    Was soll die Aufregung. Noch ist keine WOhnung vergesellschaftet.



    Ich will doch hoffen, besser davon ausgehen, dass vorher genau geprüft wird, ob und wie es gehen kann.



    Die Richtung muss mal eingeschlagen werden und wenn es so einfach nicht geht, muss ein neuer Weg oder Umweg oder was weiß ich gefunden werden, ohne dass deswegen ein Wahlversprechen gebrochen wäre.

  • Don Geraldo

    16 Milliarden Euro will der Linksblock ausgeben für 160.000 Wohnungen, wobei jeder davon ausgeht, daß die geplante Summe bei weitem nicht ausreichen wird.



    Und der einzige Effekt soll sein, daß die aktuellen Mieter zukünftig von Mieterhöhungen verschont werden sollen. Garantieren kann das allerdings keiner, Denn niemand kann die Zinsentwicklung für diese 16 Milliarden vorhersehen, und ich bezweifle, daß die öffentliche Verwaltung derzeit weiß, wie der Instandhaltungs- und Sanierungsaufwand bei diesen Wohnungen sein wird.



    Mit diesen 16 Milliarden könnte Berlin allerdings auch neuen Wohnraum schaffen. Bei den aktuellen Baukosten wären 95.000 Wohnungen mit jeweils 80 Quadratmetern auf vorhandenen Flächen im Besitz der Stadt möglich.



    Abgesehen davon, daß das tatsächlich zusätzlicher Wohnraum wäre, hätte dieses zusätzliche Angebot natürlich, ganz kapitalistisch, Auswirkungen auf das gesamte Mietniveau, daß auf dem Markt zu erzielen ist, die Preise würden sinken.



    Abgesehen von allen juristischen Fallstricken und negativen Auswirkungen auf andere private Investoren, die Enteignung von vorhandenen Wohnungen ist einfach nur dämlich.

  • Wondraschek

    Wie können die Fehler der Vergangenheit bei der Verwaltung offentlichen Wohneigentums vermieden werden? Z.B.: de.wikipedia.org/wiki/Neue_Heimat

  • EffeJoSiebenZwo

    Ich bin sehr der Argumentation des Herrn Hinck zugetan, sie erscheint mir realistisch.

    Frau Frank dagegen argumentiert eigentlich nur rückwärts vom erhoffen Ziel (Vergesellschaftung ist gut) aus, nur leider sind die Argumente schwach bis falsch:

    (1) es ist KEIN Whataboutism zu sagen, dass es deutlich weniger bis keine privaten Investitionen in den Berliner Wohnungsbau geben wird, sondern eher eine logische Folge. Welches Unternehmen will denn noch in Wohnraum investieren (egal zu welchem Preis/Komfortniveau), wenn es damit rechnen muss, dass die 'noch okay'-Grenze bzgl des Wohnungsbestands zB auf 1000 oder 500 gesenkt wird?

    (2) die Vergesellschaftung ist mE nicht kostenneutral zu haben. Klar gibt es einen Paketabschlag auf die einzelnen Objekte bei Verkauf eines Portfolios (und die aktuelle Diskussion wird den Preis nochmal drücken) trotzdem wird sich der Preis an der Realität ausrichten und daher teurer als erhofft werden. Allerdings wird den (durch Gericht im Nachhinein festgestellten) Preis nicht das Land Berlin allein zahlen (können); als nicht-berliner Steuerzahler und Mieter will ich das aber nicht.

  • elektrozwerg

    Wenn ich die aktuelle Konstruktion der 3 Parteien richtig verstanden habe, sollen die Mieter der enteigneten Wohnungen die Enteignung selber bezahlen. Das duerfte, je nach Entwicklung der Zinsen, auf eine Mieterhoehung von mindestens 20% hinauslaufen, etwaige Kosten fuer eine energetische Sanierung kommen noch dazu.

    Es werden in Zukunft also nicht nur weniger Wohnungen gebaut, da manch ein Investor einen Bogen um Berlin machen wird, sondern die Mieten in den vergesellschafteten Wohnungen werden steigen, was sich auf den Mietspiegel und damit alle Wohnungen auswirken wird.

    Mal schaun wielang es dauert, bis die Mieter der enteigneten Wohnungen auf die Strasse gehen, weil sie kein Bock auf Mieterhoehungen haben und lieber bei den Wucherkonzernen Vonovia und Co bleiben wollen.

    • Stephan Djacenko

      @elektrozwerg:

      Die 20%, wo kommen die her? Die Mieten dürften doch nur steigen, Wenn die langfristigen Zinskosten höher liegen als die langfristigen Renditen. Und sanieren müssen die privaten auch. Vielleicht kann elektrozwerg die 20% einmal vorrechnen ganz kurz , damit ich mehr verstehe.

  • Encantado

    Pro:



    "...das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar."



    Ganz ehrlich: diese Aussage ist doch nur durch massives Gesundbeten haltbar. Ohne jegliche Belastung? Im Leben nicht.



    "60 Prozent haben Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – der ihnen nichts bringt, weil die mietpreisgebundenen Wohnungen fehlen."



    Aber diese Wohnungen entstehen doch nun gerade erst recht nicht?



    Ich kann Ihnen nicht folgen.

  • mwinkl02

    Pro:. Gegen Naturgesetze kann man keine Politik machen. So wie die Schwerkraft nunmal das Wasser den Berg runter und nicht rauf fließen lässt. Eine Wohnung wird heute für 80 Jahre gebaut. Nach 40-50 Jahren steht eine Generalsanierung an. Mit anderen Worten: Das Kapital für einen Neubau oder eine Generalsanierung muss über 40 Jahre zurückbezahlt und die ausstehende Summe noch verzinst werden. Dass kann die öffentliche Hand sofern politisch gewollt für die 60% der Berliner mit Wohnberechtigungsschein (Danke auf diese Zahl habe ich lange gewartet) wesentlich preiswerter als ein Investor. Die öffentliche Hand finanziert nun mal wesentlich preiswerter als ein Investor der einen Inflationsausgleich für sein Kapital braucht und über den Gewinn auch noch Steuern bezahlen muss. Investoren werden weiter investieren wenn die Menschen ohne Wohnberechtigungsschein das bezahlen können. Es braucht eine Partnerschaft von beiden für einen gesunden Wohnungsmarkt. Die öffentliche Hand würde für sich alleine und ohne privates Vorbild viel zu teuer bei Neubau, Verwaltung und Instandhaltung. Das hat der unsägliche Filz der Vergangenheit leider bewiesen. Eine Wiederholung dessen würde scheitern!

    • Encantado

      @mwinkl02:

      "Dass kann die öffentliche Hand ... wesentlich preiswerter als ein Investor. "



      Seit wann ist die öffentliche Hand preiswerter als ein privater Investor? Meinen Sie, dass die öffentliche Hand Wohnungen preiswerter anbieten kann, weil sie eben nicht so auf die Kosten zu schauen braucht?



      Bezahlt werden muss das trotzdem.

      • Stephan Djacenko

        @Encantado:

        Die öffentliche Hand könnte z.B preiswerter bauen als ein privater Investor, weil sie sich wesentlich günstiger am Markt verschuldet. Sie könnte auch preiswerter als ein privater Investor bauen, wenn Sie einen Schritt weiter geht und auch Bauland, das jahrzehntelang brach liegt, enteignet und darauf baut. Es ist eines der ganz großen Märchen, dass die öffentliche Hand nicht effizient sein kann. Sie kann es, sie braucht dafür nur den Mut und die Mittel. Niemand von uns weiß, wie ineffizient große private Konzerne sind denn ihre Geschäftsgebaren und ihre Ausgaben nicht öffentlich und von daher auch nicht so sehr im Zentrum der öffentlichen medialen Diskussion

      • EffeJoSiebenZwo

        @Encantado:

        Plus: ich wage mal zu behaupten, dass Verwaltung und Instandhaltung eines solchen Wohnungsvolumens in privater Hand kostengünstiger ist als durch eine Berliner Behörde. Vielleicht ist das Ganze aber auch als Programm für den Berliner Arbeitsmarkt zu sehen, und man will dadurch die oh 60% senken? - hat aber freilich einen Anstieg der Ausgaben für städtische Beschäftigte zur Folge.

      • mwinkl02

        @Encantado:

        Diese Frage beantworte ich Ihnen gerne: Die öffentliche Hand refinanziert mit 2-3,3%. Der Investor braucht 5-6% Rendite auf das eingesetzte Kapital. Macht schon einmal einen Unterschied von fast der doppelten Finanzierungskosten. 14-16€/m2 anstatt 8-10€/m2 bei 3500€/m2 Investitionskosten pro m2.

        • Desdur Nahe

          @mwinkl02:

          Ist leider nur ein Faktor. Die aktuelle Realität:



          Vonovia macht Gewinn und hat in 2024 knapp 220.000.000 Euro Steuern gezahlt. Dennoch liegt die Durchschnittsmiete bei denen bei nur 8,26 Euro pro Quadratmeter (Quelle: Vonovia 2026).



          Die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen sind hoch verschuldet.

      • mwanamke

        @Encantado:

        Der Investor möchte eine möglichst hohe Rendite erzielen, die öffentliche Hand kann kostendeckend.

        • Walterismus

          @mwanamke:

          Die Kosten der öffentlichen Hand sind allerdings um ein vielfaches höher. Selbst Frau Frank auf der Pro Seite schließt nicht aus, dass die Mieten nach der Vergesellschaftung eher steigen als fallen.

          Wenn selbst die Pro Seite von steigenden Mieten ausgeht, welche mit dem Best Case argumentiert, dann man kann sich ausmalen was dann im realistischen Fall passieren wird.

          Die Mieten werden dann tatsächlich unbezahlbar und der teuerste Vermieter am Markt wird die öffentliche Hand werden

  • Suryo

    Wenn die öffentliche Hand keine 160.000 Wohnungen selbst bauen kann, kann sie eigentlich auch keine kaufen…

    • Desdur Nahe

      @Suryo:

      Doch, na klar kann er das, nur so funktioniert Sozialismus: Der Staat übernimmt von Privaten geschaffene, funktionsfähige Strukturen, weil er es selbst nicht hinbekommt ("Gerechtigkeit"). Diese Strukturen werden dann so lange betrieben, bis sie eben nicht mehr funktionsfähig sind. Dann wird wieder nach den Privaten gerufen ("Verantwortung").



      Hat Venezuela ja gerade im Zeitraffer vorgeführt. DDR hat etwas länger gedauert.

  • SGouldo

    Sind Konzerne böse? Sie gehen den Weg des ökonomischen Prinzips. Anstatt ihnen vorzuwerfen, nicht/zu wenig zu bauen und damit das Angebot knapp zu halten, um mehr zu verdienen, kann man sich auch folgendes fragen: Wie sehr wird der Markt durch Vorgaben, Naturschutz, Bürokratie, Regulierungen, sonstige Vorschriften etc. pp. gestört, dass es sich für Investoren und Konzerne mehr lohnt, nicht zu bauen, als zu bauen? Die Politik ist schuld und sollte schleunigst die baulichen Rahmenbedingungen ändern.



    Wer durch Enteignungen privates Kapital fernhält, verschlimmert das Problem noch.

    • IG Timo

      @SGouldo:

      Die privaten haben nur quasi in der Vergangenheit auch schon nicht investiert, zumindest nicht in Neubau und auch nachrangig in die Sanierung: www.geldfuerdiewel...t-doch-keiner-mehr

      Man verliert quasi nichts, es ist ein Mythos das die privaten groß bauen würden.

    • mwanamke

      @SGouldo:

      Vielleicht ist es besser, mehr öffentlich geforderten Wohnraum zu bauen, bei dem wenigstens die Vorgaben des Naturschutzes eingehalten werden, statt die baulichen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass Investoren einfach Ihre Neubauten überall hinstellen und teuer zum Verkauf anbieten können.

    • Arne Babenhauserheide

      @SGouldo:

      Dass bei natürlichen Monopolen "Der Markt" üblicherweise versagt, ist hinreichend bekannt.

      Und Wohnraum ist ein natürliches Monopol, denn wo schon ein Haus steht, kann niemand anders ein Konkurrenzhaus bauen.

      • Duplozug

        @Arne Babenhauserheide:

        Das ist ein Irrtum. Denn, dass Monopol lässt sich relativ leicht umgehen. Daneben bauen. Und wenn das besetzt ist. Geht man noch Mal weiter usw.



        Ja 5 Millionen Menschen können nicht in Berlin Mitte Leben. Aber das muss sie auch nicht.



        Wien, das Paradies für rote, hat ebenfalls mit dem Wachstum der Stadt in die äußeren Bezirke mitgebaut.



        Und um Berlin herum gibt es genügend Platz. Es ist billiger ne neue s Bahn Linie zu bauen und darum ganze Viertel.

      • Fairchild670

        @Arne Babenhauserheide:

        Einigermaßen abstruse Argumentation. Ihnen ist schon bewusst, dass es allein in Berlin mehr als ein Haus gibt, oder?

  • DiMa

    Bei "Contra" fehlt die Tatsache, dass eine Vergesellschaftung eine unmittelbare Auswirkung auf das Rating der Ratingagenturen haben wird. Damit erhöhen sich die Zinsen auf alle Staatskredite in Deutschland.

    Es geht damit also nicht nur um die Finanzierung eines einzelnen Projektes, sondern um die aller staatlichen Projekte und hat Auswirkungen auf die Haushalte von Bund und Ländern.

  • Herma Huhn

    Es heißt doch immer Konkurrenz belebt das Geschäft.



    160000 Wohnungen in öffentlicher Hand könnten da durchaus ein Hebel sein, der die Preise drücken kann.



    160000 Wohnungen selbst zu bauen könnte aber ebenfalls schwierig werden. Zumindest, wenn man bei dem veranschlagten Preis bleiben will.



    Wenn aber die Gerichte den Konzernen entsprechend mehr Geld zugestehen, könnte man die Vergesellschaftung bestehenden Wohnraumes zu gleichen Kosten auch durch eine Schaffung gesellschaftlichen Wohnraumes ersetzen, ohne die Wähler zu betrügen.



    Das plus ein klug eingesetztes Vorkaufsrecht, um die Spekulation einzudämmen, könnte doch beide Seiten des demokratischen Spektrums glücklich machen.

    • Duplozug

      @Herma Huhn:

      Erstens stimme ich zu. Ein Vorkaufsrecht ist sinnvoll. Aber, wir haben ja schon gesehen wie nutzlos es ist wenn Berlin der Vonovia für viel Geld Wohnungen abkauft anstatt einfach das Geld in Neubau zu stecken.

    • Desdur Nahe

      @Herma Huhn:

      "160000 Wohnungen in öffentlicher Hand könnten..."



      Zur Erinnerung: Die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen in Berlin haben bereits knapp 370.000 Wohnungen.



      "Billigen" Wohnraum gibt es bei denen aber auch nicht. Und das, obwohl die nicht gewinnorientiert arbeiten, sondern sogar massiv verschuldet sind.

    • FriedrichHecker

      @Herma Huhn:

      "160000 Wohnungen in öffentlicher Hand könnten da durchaus ein Hebel sein, der die Preise drücken kann."

      Dazu müssten diese 160000 Wohnungen aber auf dem Markt sein - und zwar möglichst viele davon gleichzeitig. Die Preise drücken kann man nämlich nur, wenn man selbst zu einem niedrigeren Preis anbietet.



      Nachdem die zu vergesellschaftenden Wohnungen aber bewohnt sind, sind die nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein des Wohnungsmarkts.

  • Klaus Baumgart

    Die Überschrift ist mehr als irreführend, hier wird angeschnitten warum es nicht geht. Aber ob es überhaupt eine gute Idee ist wird nichmal ansatzweise beleuchtet.

  • Sisone

    "...60 Prozent haben Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – der ihnen nichts bringt, weil die mietpreisgebundenen Wohnungen fehlen..."







    Es fehlen nicht nur mietpreisgebundene Wohnungen, sondern überhaupt Wohnungen. Auch bei stabilisierten Mieten werden die Suchenden weiterhin keine finden. Und es als whataboutism abzutun, Neubau und Bestand gegeneinander auszuspielen ist blauäugig. Für beides wird Geld benötigt und das ist nun mal nur begrenzt vorhanden, daher muss man sich entscheiden, welches Problem drängender ist. Denn auch mit dem schönsten WBS und niedrigem Mietspiegel brauche ich eine freie (!) Wohnung, um dort einzuziehen.







    Das Argument "die Vergesellschaftung finanziert sich durch die Mieteinnahmen selbst" wird durch ständige Wiederholung nicht wahr, wenn eigentlich klar ist, dass einige Grundannahmen (z.B. 100.000 Euro pro Wohnung werden klaglos hingenommen) wahrscheinlich nicht durchsetzbar sind.







    Und auch wenn der Plan ist, die mindestens 16 Milliarden (können auch locker 20-25 Milliarden werden) über die noch zu gründende "Anstalt öffentliches Rechts" aufzubringen; am Ende sind es genauso Schulden, wie das Sondervermögen, nur unter einem wohlklingenden Namen.

  • hsqmyp

    Wie waren eigentlich damals die Diskussionen, als die Wohnungen privatisiert worden sind?



    Die waren fast alle mal staatlich oder genossenschaftlich mit öffentlicher Förderung!!!



    Hier ist von der „Logik des Kapitalismus“ die Rede.



    Wo bleibt bitte der Nachweis, das die Privatisierung in irgendeinem Bereich tatsächlich Verbesserungen gebracht hat, die über eine hohe Rendite für Aktionäre hinausgehen.

    Im Gesundheitsbereich, wo ebenfalls teilweise gegen explizite Voksabstimmungen privatisiert wurde, haben wir mittlerweile zwar das teuerste, aber auch daran gemessen, ein eher schlechtes System.

    Die Privatisierung von Infrastruktur (Stromnetze, Wärme, Wasser-, Abwasser) musste deshalb teilweise ebenfalls wieder zurückgenommen werden, weil die Netze immer mehr verfielen.

    Wer hier den Versprechen eines unregulierten Marktes das Wort redet, ist entweder naiv, ein renditeorientierter Investor oder im Dienste jener…

    • Suryo

      @hsqmyp:

      Alles richtig, aber speziell in Berlin versagt der Staat ja nun auch ständig.

    • Arne Babenhauserheide

      @hsqmyp:

      Danke!

  • Comerade Aardvark

    "Denn das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar."

    Wie hier schon hundert Mal gebetsmühlenartig postuliert. Wird es mit der Wiederholung wahrer? Ich bin sehr gespannt und wünsche der zukünftigen Berliner Regierung viel Erfolg dabei!

  • Philippo1000

    Die VerhandlerInnen haben einen Kompromiss erzielt, gut so!



    Die Zeit wird zeigen, ob die Idee funktioniert.



    Ich habe allerdings Zweifel.



    Die Entschädigungen wären viel Geld, mit denen neue Wohnungen hätten gebaut werden können.



    So erhält das Land Berlin gebrauchte Wohnungen, die auch unterhalten werden wollen.



    Das war in den letzten Jahren das große Problem bei öffentlichen Bauten, wie Schulen: der Unterhalt.



    Ein Gebäude bleibt nämlich nicht einfach intakt, es will gepflegt werden. Die handwerklichen Dienstleistungen werden teurer und diese Preise wird auch ein öffentlicher Träger zahlen müssen.



    Derartige Kosten müssen aus dem Haushalt gezahlt werden.



    Fördergelder z.B. vom Bund gibt es für Neubau und im Rahmen des Sondervermögens, ausnahmsweise für die Sanierung der Schulen. Für Wohnungsrenovierungen muss die Stadt selbst in die leere Tasche greifen.



    Klar, die Stadt besäße dann einen "Gegenwert", sie besitzt auch Straßen und Plätze, "kaufen" kann sie sich davon nichts.



    Insbesondere wenn die Mieten niedrig gehalten werden sollen, stellt sich die Frage, woher das zusätzliche Geld für Renovierungen herkommen soll.



    Wer "selbst verwaltet", erfährt, dass "Eigentum verpflichtet".

  • Isnunmalso

    Danke, Frau Frank, ich bin auf Ihrer Seite. Was mich bei der ganzen Diskussion wundert, dass die Politiker nie zur Verantwortung gezogen werden. Seit Jahrzehnten haben Sie uns nicht vor den Raubtieren der Immobilienbranche beschützt. Sie haben nur zugeschaut und vermutlich auch die Hand aufgehalten, obwohl Wohnen ein Grundrecht ist. Als Ole Beust/CDU in Hamburg regierte, hat er einfach den Sozialen Wohnungsbau eingestellt. Schade, dass man diesen "Schurken" nicht nachträglich dafür belangen kann. In Hamburg fehlen heutzutage mehr als 10.000 bezahlbare Wohnungen. Meine Schrottwohnung (privat) hat sich der Mietpreis in 15 Jahren um 100% erhöht. Mein Einkommen leider nicht. Zum Abschluss noch eine Sache: Der Mietspiegel ist ein Joke, weil er immer nur auf die QM-Zahl eingeht, aber nicht auf die Substanz/Zustand der Immobilie.

    • Ritchie

      @Isnunmalso:

      Als Ole Beust in Hamburg regierte gab es keinen Wohnungsmangel, im Gegenteil die Leerstandsquote lag bei ca. 5% (heute 0,3%).



      Beim Mietspiegel zählen nicht nur die QM sondern auch:



      • Art und Beschaffenheit: Dazu gehören das Baujahr (Baualtersklasse), die Qualität von Böden, Fenstern und Türen sowie die Art des Gebäudes.



      • Ausstattung: Hierzu zählen Merkmale wie das Bad (z. B. Dusche, Badewanne, hochwertige Fliesen), eine Einbauküche, ein Balkon oder Aufzug sowie die Art der Heizung.



      • Energetische Ausstattung: Wärmedämmung der Wände, moderne Fenster sowie die Energieeffizienz des Heizsystems



      • Wohnlage: Unterschieden wird meist in einfache, durchschnittliche, gute oder Bestlage sowie die genaue Umgebung

  • VDST

    Einfach mal nachdenken und korrekt rechnen.

    Dann Wien als Beispiel nehmen.

    Erstens gibt es seit dort Jahrzehnten sogenannte



    Gemeindewohnungen. Die gehören der Stadt.



    Sind preiswert und weitere werden lfd. errichtet.



    Die Vergaberichtlinien sind so gestaltet, dass z. B.



    Jungfamilien und Einkommensschwache bevorzugt



    werden.

    Zweitens Mietobergrenzen, z. B. lageabhängig, vorschreiben.



    Ja die gibt es in Wien.

    Drittens keine Baugenehmigungen an Konzerne vergeben.



    Und wenn schon, dann mit entsprechenden Auflagen versehen.



    Damit sind die alle sehr rasch und sehr fest im Griff.

    Klingt sehr einfach, funktionierte jedoch bestens, zögen an dem gemeinsamen Strick, alle in dieselbe Richtung.

    In Wien funktioniert dies seit sehr vielen Jahren.

    • Sisone

      @VDST:

      Ja, Wien. Trotz der von Ihnen beschriebenen Maßnahmen unterscheidet sich der durchschnittliche Mietpreis pro QM bei den Bestandsmieten (!) nicht wirklich:







      Wien: 7,90 € pro Quadratmeter



      Berlin: 7,71 € pro Quadratmeter







      Vergleicht man aber die Angebotsmieten, sieht es ganz anders aus:

      Wien: 14,80 € pro Quadratmeter



      Berlin: 17,60 € pro Quadratmeter







      Und dazu kommt, dass in Berlin immer mehr Wohnungen als "möbliert" angeboten werden, womit oft deutlich über 20 € pro Quadratmeter aufgerufen werden. Das können sich die Vermieter deswegen erlauben, weil es Berlin, im Gegensatz zu Wien, keinen echten freien Wohnungsmarkt mehr gibt. DAS ist das Hauptproblem!





      Welches Problem wollen Sie denn lösen?







      Die eigentlich noch akzeptablen Bestandsmieten stabilisieren oder gar ein bisschen senken, um den Glücklichen, die bereits eine Wohnung haben, eine kleine Erleichterung zu gönnen?

      Oder vielleicht doch lieber dafür sorgen, dass den hoffnungslos Wohnungssuchenden bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, womit durch das größere Angebot auch der Preisdruck für alle Wohnungen sinken würde?

    • Simon Lübbers

      @VDST:

      Eine Mietobergrenze gab es auch schonmal in Berlin. Unter der letzten RRG-Koalittion (unter SPD-Führung). Dagegen hat aber die CDU erfolgreich vor dem Verfassungsgericht geklagt. Erfolgreich war sie natürlich nicht aus inhaltlichen Gründen, weil ein Mietendeckel an sich verfassungswidrig wäre, sondern aus formalen. Da der Bund die gemeinsame Gesetzgebungskompetenz mit der absichtlich völlig wirkungslosen "Mietpreisbremse" bereits ausgeübt hat können die Länder keine eigenen Gesetze zur Miethöhe mehr erlassen. Die Vergesellschaftung ist also die letzte Chance für das Land Berlin, jemals eine gewisse Kontrolle über den Wohnungsmarkt zurückzuerlangen.

  • stph

    Wohnungen bauen, bauen, bauen... das entzieht der Umwelt Ressourcen (Bebauen von Tempelhofer Feld und anderen Grünflächen) und sollte auf das wirklich notwendige Maß beschränkt werden. Alternative: Fehlbelegung vermindern - so leben z.B. Menschen in Wohnungen, die mal für Familien mit Kindern gedacht waren. Die Kinder sind inzwischen längst aus dem Haus, die Eltern kämen sehr wohl mit einer kleineren Wohnung aus, müssen aber bei Neuvermietung soviel mehr zahlen, dass sich eine kleinere Wohnung nicht rechnet. Also bleiben sie. Abhilfe: keine Mietsteigerung bei Mieter*innenwechsel. Bei Wohnungen im Landesbesitz ließe sich das regeln. Bei Wohnungen in Kapitalistenbesitz bräuchte es erst mal Gesetze, die eine Preiststeigerung bei Mieter*innenwechsel verbieten. Was ist einfacher?

    • Sisone

      @stph:

      Naja, den Fehler merken Sie doch selbst.







      Wenn man selbst für eine kleinere Wohnung mehr zahlen muss, als für die große, zieht man nicht um. Warum sind die kleineren Wohnungen teurer? Weil man von Bestandsmiete zu Angebotsmiete wechseln muss, die so hoch ist aufgrund des geringen Angebots.







      Was könnte man wohl gegen fehlendes Wohnraumangebot tun?







      Bauen vielleicht?

  • Zuversicht

    Es fehlt momentan auch an Planungen, daß vergesellschaftete Wohnungen für den Klimawandel saniert werden müssen. Selbstverständlich für eine progressive Regierung. Wie sehen die Planungen aus?

  • Frauke Z

    "Hier braucht es Investitionen in den Bestand."



    Für Investitionen wird Berlin nach der Entschädigungsparty gerade kein Geld mehr haben.



    "Wer nur hochpreisige Wohnungen baut ..., hat in Berlin nichts verloren."



    Auch eine interessante Formulierung. Also nicht nur Enteignung, sondern sogar Verbot der Geschäftstätigkeit?



    Der Spruch erinnert mich jedoch stark an viele andere, die meinen, bestimmen zu können, wer in ihrer Stadt nichts zu suchen hat. Meistens sind keine Immobilienverwalter gemeint.

  • Ganove der öden Sümpfe

    Oh man, wie immer so getan wird, dass keiner mehr investieren würde. Tut doch jetzt auch niemand. Das einzige was getan wird ist Wohnraum kaufen, "modernisiert" und teuer weiter vermietet. Damit sind keine neue Wohnungen geschaffen und schon garkeine Sozialwohnungen bereit gestellt. Mit der aktuellen Ausrichtung kann Berlin momentan nur Gewinnen, mit der Schwachsinnigen neoliberalen Politik der CDU kamen wir in Berlin nirgends hin ...

  • sollndas

    Kommt darauf an, für wen.



    Für eine Unzahl von Rechtsanwälten, Gutachtern und Journalisten ist der Lebensunterhalt damit jedenfalls auf Jahre gesichert :-)

  • Frauke Z

    Die Gegenüberstellung ist aufschlussreich.



    Insbesondere, weil mir auch nach der Lektüre keine wesentlichen positiven Aspekte der Vergesellschaftung ersichtlich sind.



    Denn die Stadt wird kein billiger Vermieter sein, im Gegenteil:



    Schließlich hat sie die Entschädigungen gegenzufinanzieren, deren Wert sich - Überraschung - aus marktüblichen Mieten ableitet.



    Und wer genau glaubt, dass ein städtisches Unternehmen seine Liegenschaften effizienter verwaltet als ein unter Kostendruck stehendes börsennotiertes Unternehmen?

  • PeterArt

    "mit denen die Zinsen getilgt werden können." Wenn nicht einmal die Befürworter verstanden haben, wie so etwas funktioniert...

  • vieldenker

    Es wird nicht funktionieren. Aber die Mehrheit möchte es ausprobieren. Also lasst sie machen.

  • Simon Lübbers

    Die Konzerne, deren Wohnungen jetzt vergesellschaftet werden sollen, bauen übrigens kaum neue Wohnungen, sondern kaufen nur bestehende auf und erhöhen dann kräftig die Miete. Neubau wäre sogar schlecht für ihr Geschäftsmodell, das von dem bestehenden Wohnungsmangel profitiert.

    • Encantado

      @Simon Lübbers:

      "Neubau wäre sogar schlecht für ihr Geschäftsmodell, das von dem bestehenden Wohnungsmangel profitiert."



      Und dann ist es positiv, keine Neubauten vorzunehmen, sondern - genau wie die bösen Konzerne - bestehende Wohnungen aufzukaufen/zu vergesellschaften?



      Ich komm echt nicht mehr mit.

    • Walterismus

      @Simon Lübbers:

      Die Konzerne sind im städtischen Vergleich mit die günstigsten Vermieter. Ja sie bauen weniger, aber das Ziel der billigen Wohnungen wird nicht erreicht werden

  • Unternehmer

    Mal abgesehen davon, ob das mit einem Rechtsstaat überhaupt einhergeht: Die Befürworter von Enteignung scheinen sich wenig Gedanken darüber zu machen, wer Wohlstand eigentlich generiert. Sie sehen nur den Wohlstand, der aktuell vorhanden, aber nicht gerecht aufgeteilt ist. Klar kann man darüber nachdenken, den Wohlhabenden ihren Reichtum zu nehmen, um ihn gerecht zu teilen. Aber es ist eine naive Gleichung, die am Ende nicht aufgeht. Denn wer das Leistungsprinzip aushebelt - und das passiert bei Enteignung - der schrottet den Motor, der Wohlstand generiert. Für einen kurzen Moment mag das Gerechtigkeitsgefühl aufleben - aber auf lange Sicht verlassen die Unternehmen solche Länder oder Städte und investieren woanders. Übrig bleiben die, die auf Umverteilung angewiesen sind oder es sich mit ihr bequem gemacht haben - aber es gibt immer weniger zum Umverteilen.

  • Der Anfang

    Die Stadt braucht massenhaft private Unternehmen, die am Gemeinwohl orientiert sind. Wie zum Beispiel Wohnungsgenossenschaften, kommunale Wohnungsgesellschaften oder radikal alternative Modelle wie das Mietshäusersyndikat. Die Politik sollte es sich zur Pflicht machen, diese nichtkapitalistischen privaten Investoren maximal zu ermuntern und zu unterstützen.



    Eine Wohnungspolitk, die sich der Marktlogik des Spätkapitalismus unterwirft, ist längst praktisch und moralisch gescheitert.



    Wenn RGR hier keine Änderung schafft, wird Berlin langfristig braun werden.

  • Simon Lübbers

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass selbst die Taz die neoliberale Legende vom Geld als knapper Ressource repliziert. Wie viel die Vergesellschaftung kostet, ist beinahe irrelevant. Es handelt sich dabei um eine finanzielle Transaktion, die nicht der Schuldenbremse unterliegt. Und diese rein politische Vorgabe ist das einzige, was die eigene Währung eines Staates für diesen künstlich verknappt. Kurz: Man kann vergesellschaften (oder theoretisch auch ganz normal kaufen) UND neue Wohnungen bauen. Für beides ist genug Geld da, egal wie viel es kostet.

    • Encantado

      @Simon Lübbers:

      "Ich finde es sehr bedauerlich, dass selbst die Taz die neoliberale Legende vom Geld als knapper Ressource repliziert."



      Immer wieder erstaunlich, dass nach wie vor geglaubt wird, Geld behielte seinen Wert, wenn es nicht eine knappe Ressource darstellt.



      "Für beides ist genug Geld da, egal wie viel es kostet."



      Klar, man kann solange Geld drucken, bis es weniger wert ist als das Papier, aus dem es besteht. Im Computerzeitalter sogar ohne Papier.



      Aber in einer realen Welt gibt es so etwas wie unendliche Wertschöpfung nicht.

    • Walterismus

      @Simon Lübbers:

      Das ist halt keine neoliberale Legende, aber wenn man das natürlich wirklich glaubt, dann ist logisch dass man frustriert ist.



      Tut mir leid ihnen das sagen zu müssen, auch wenn Sie es wohl ignorieren werden, aber mit Ihrer Sicht auf Geld sind sie auf dem Holzweg.

      Das zu erklären, dass ist aber in 1200 Zeichen nicht möglich...

  • Sole Mio

    Es ändert vielleicht etwas für die 10% der Mieter die in einer der vergesellschafteten Wohnungen leben.



    Die anderen 90% haben nichts davon.

    Wenn von irgendetwas zu wenig auf dem Markt ist, dann steigt der Preis.



    Das ist nicht wegzudiskutieren.

    Baut mehr Wohnungen, am besten seriell, das ist das einzige was hilft.

    Die Schweiz hatte ein ähnliches Problem und mit massivem Neubau erfolgreich dagegen agiert!

  • Bolzkopf

    Ja, es gäbe viel bessere Alternativen.

    Aber die sind mit den derzeit Machthabenden nicht zu machen.



    Sei es eine wirksame Mietpreisbremse,



    wirksame Maßnamhen gegen organisierten Leerstand,



    Maßnahmen gegen überbordene Spekulationen oder auch nur die Vermeindung der öffentlichen Förderung von Luxusimmobilien.

    All dies sprengt den Rahmen der kommunalen Möglichkeiten und wird insbesondere mit den "Schwatten" und den "Gelben" auf Landes- oder Bundesebene niemals zu machen sein.

    Also ist Vergesellschaftung das einzige zur Verfügung stehende Mittel denn das was passieren muss ist ja völlig unstrittig.

  • Romilia

    Liebe Frau Frank,

    die reinen Baukosten für ein Mehrfamilienhaus liegen bei 2500/qm.



    Ganz ohne Schnickschnack. Und gut gerechnet.



    Und ganz ohne Neben- und Kreditkosten.



    Vom Grundstück nicht zu reden.



    Und dann rechnen Sie mit 20 Jahren und vergessen Sie nicht, dass sie in die Bude in 20 Jahren jede Menge rein stecken müssen.



    Bedenken Sie Mietausfälle, Zwangsräumungen, Insektenbefall - es gibt nichts, was es nicht gibt bei Mietern.



    Ich bin offen für Zahlen, die danach eine schwarze Null ergeben, wenigstens.

  • rero

    „Neubau und Bestand gegeneinander auszuspielen ist jedoch Whataboutism, ein rhetorischer Kniff, um vom Problem der hohen Mieten abzulenken.“

    Nein, Whataboutismus ist das nicht.

    Ich erwarte ganz klar, dass der Senat beides hinkriegt.

  • Aurego

    Man kann's ja mal versuchen.

    Ich persönlich glaube nicht, dass eine rot-rot-grüne Berliner Landesregierung das hinbekommt. Zeitnah wird es schon gar nicht klappen. Es wird viele Jahre lang ein juristisches Hauen und Stechen darum geben.

    Was wäre denn eigentlich der Vorteil für uns?



    Nun, die privaten Immobilienkäufer und Vermieter Berliner Wohnungen würden sich wahrscheinlich einem wachsenden Angebot von Immobilienschnäppchen gegenüber sehen, denn viele der ganz großen Eigentümer werden versuchen, einen Teil ihrer Wohnungen zu versilbern, solange sie noch ordentliche Preise dafür erzielen. Durch ein größeres Angebot werden die Kaufpreise in Berlin möglicherweise leicht fallen. Das wird einige private Kleinvermieter in Schwierigkeiten bringen, die nach der 10-Jahres-Frist (die wohl erst einmal bestehen bleibt) den Verkauf von Wohnungen mit hohem Gewinn angepeilt hatten. Gut wäre es für wohlhabendere MieterInnen, die sich dann eventuell doch dazu aufraffen, ihre Wohnung einem der Immobilienkonzerne abzukaufen.

    Panik halte ich auf jeden Fall für völlig unangebracht. Bei diesem Vorhaben kann man sich an den Spielfeldrand stellen und dem bunten Treiben leicht schmunzelnd zuschauen.

  • Joe1967

    In einem Berliner Treppenhaus wartet eine Frau mit Gehaltsnachweis, Schufa-Auskunft und Arbeitsvertrag. Hinter der Tür läuft die Besichtigung. Sie ist Nummer zwölf. Auf der Fußmatte steht WILLKOMMEN. Sie stellt sich daneben.

    Anderswo wird über die Vergesellschaftung von 160.000 Wohnungen diskutiert. Die taz-Befürworterin sieht darin Vorteile für Mieter, selbst wenn die Mieten moderat steigen. Das klingt zunächst nach einem seltenen Geschäft: Man zahlt mehr und soll sich trotzdem freuen.

    Das ist nicht unmöglich. Öffentlicher Besitz kann Sicherheit schaffen. Aber kein neuer Name im Grundbuch macht aus zwölf Bewerbern elf.

    Auch die Befürworterin räumt ein, dass durch die Vergesellschaftung keine neue Wohnung entsteht. Neubau und Eigentumsfrage gegeneinander auszuspielen, nennt sie „Whataboutism“.

    Ein schönes Wort. Es muss nicht genehmigt, finanziert oder gebaut werden. Man kann es jederzeit zwischen zwei Menschen stellen, die dieselbe Wohnung brauchen.

    Dann öffnet sich die Tür. Die Frau richtet sich auf, lächelt, zeigt ihre Unterlagen. Die Maklerin sagt, man melde sich.

    Draußen wartet Nummer dreizehn.

    Mit „Whataboutism“ lässt sich keine Wohnungstür aufschließen.

    • Budzylein

      @Joe1967:

      Sehr gute Darstellung.

      Immer wenn jemand sagt, das eine dürfe nicht gegen das andere "ausgespielt" werden, ist das ein Zeichen dafür, dass es Widersprüche gibt, für die er/sie keine Lösung finden kann. Also wird die Flucht nach vorn angetreten und einfach die Benennung der Widersprüche diskreditiert, womit dann das Problem rhetorisch weggezaubert ist. Aber eben nur rhetorisch. Denn wo es Konkurrenz gibt, in diesem Fall um knappen Wohnraum, werden alle, die miteinander konkurrieren, ganz von allein gegeneinander "ausgespielt", und zwar auch dann, wenn kein böser "Whataboutist" darauf hinweist.

  • behr Behr

    zum JA:



    Abstrakt argumentiert gibt es selbstverständlich gute Gründe dafür.



    Aber mit Floskeln wie „ der Marktlogik entziehen“ verdrängt man, dass auch der Staat/das Land Berlin sich eine teure Subvention des teilweise übernommenen Wohnungsbestandes nicht leisten kann.



    Und dafür wird die Höhe der Entschädigungssumme die alles entscheidende Kalkulationsgröße sein. Dass die Linke hier von Werten ausgeht, die zu hohen bilanziellen Verlusten bei den Wohnungskonzernen und auch den finanzierenden Banken führt



    und glaubt, das würden Gerichte mitmachen, ist mehr als naiv, die Bürger werden für „dumm verkauft“.

  • melly

    Das Thema ist völlig überbewertet und ideologisch aufgebauscht - von beiden Seiten. Ob die Wohnungen vergesellschaftet werden oder nicht, hat am Ende wahrscheinlich am Ende einen viel geringeren Effekt als Befürworter und Gegner behaupten. Für den rotrotgrünen Senat würde es bedeuten, dass er sich wahrscheinlich für Jahre mit diesem Thema verzettelt, anstatt die Dinge anzugehen, die wirklich was verändern würden. Wer die Wohnungsknappheit beseitigen will, muss zusätzlcihes Angebot schaffen. Das wirksamste Mittel dafür ist der Neubau, den den Senat massiv ausweiten müsste. Dabei ist es keine, die völlig unzureichenden Neubauten einseitig auf Sozialbau umzustellen, weil damit nur den Wenigen geholfen wäre, die darin wohnen, während drumherum die Lage unverändert bliebe. Es muss schon insgesamt deutlich mehr gebaut werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Staat mehr Bauland ermöglichen und gerne auch etliche Milliarden in die Hand nehmen, um zu unterstützen.

    • Encantado

      @melly:

      "Für den rotrotgrünen Senat würde es bedeuten, dass er sich wahrscheinlich für Jahre mit diesem Thema verzettelt..."



      Nicht nur. Außerdem würde er sich finanziell selber fesseln und knebeln.

  • Sam Spade

    "Ist die Vergesellschaftung von Wohnungen eine gute Idee?"

    Eine "Linke" Provinzposse sondergleichen. Da werden Luftschlösser konstruiert die rechtlich kaum durchsetzbar sein werden und nicht nur die internationalen Investoren vergraulen.

    Es gibt im deutschen und im europäischen Recht einen Eigentumsschutz und das Recht auf freien Kapitalverkehr.

    Dieser Rechtsschutz ist Grundlage der Anklagekriterien der meisten internationalen Investoren, die auf dem Berliner Immobilienmarkt immerhin 50% ausmachen.

    Zu den Statuten gehören sowohl völkerrechtliche Abkommen wie die Investitionsschutzverträge (BITs) von denen Deutschland einen ganzen Satz ratifiziert hat, als auch ein im nationalen Recht verankerter Schutz der Vermögenswerte vor staatlichen Zugriff.

    Die Statuten von Investoren von Amundi bis UBS Asset Management gleichen sich alle in der Hinsicht. Der norwegische Staatsfond der immerhin Immobilienwerte von 3 Mrd € in Berlin hält, schreibt in seinen Statuten sogar zwingend vor sich bei Verletzung des Eigentumschutz aus dem jeweiligen Markt zurück zu ziehen.

    Das es soweit gar nicht erst kommt, dafür dürfte dann das BVerfG, der EuGH oder ein Schiedsgericht sorgen.

  • Jürgen Meyer

    Neue Wohnungen sind kein Whataboutism und kein rhetorischer Kniff. Wenn es zuwenig Wohnungen gibt, dann sind mehr Wohnungen das einzige was hilft. Ich verstehe nicht, wie man das nicht verstehen kann! Wenn momentan sich 100 Wohnungssuchende um 1 Wohnung von anstellen, dann gehen 99 ohne Wohnung wieder Ins Hostel/zu ihren Freunden auf die Couch. Und da ist es ganz egal, ob die Wohnung dem Berliner Senat oer Vonovia gehört! Das einzige was den 99 Wohnungslosen hilft, wären 99 zusätzliche Wohnungen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Vergesellschaftung diese Misere noch verstärkt, denn die nächsten 10 Jahre werden sämtliche Leute, die in Berlin irgendetwas mit Wohnen/Bauen/Genehmigen/Regeln/Planen zu tun haben, sich mit dem Thema Vergesellschaftung und Regelung derselben beschäftigen. Neubau von Wohnungen dürfte im nächsten Jahrzehnt in Berlin kaum noch stattfinden. Berlin läuft auf die Wohnungsapokalypse zu.

    • SPD-Versteher

      @Jürgen Meyer:

      Die Firmen die vergesellschaftet werden, bauen eh fast gar nicht. Vonivia hat in den letzten 10 Jahren weniger als 20.000 Wohnungen gebaut, in ganz Deutschland.



      Das Land Berlin hat dagegen mehr als das doppelte allein in Berlin gebaut.

      Vonivia sagte 2019 im eigenen Risikobericht, dass Neubau schlecht für die Rendite des Bestandes sei.

      Diejenigen die man jetzt auf keinen Fall vergraulen soll, haben schon vorher nicht geholfen.

      Genossenschaften und kommunale Gesellschaften sind in dieser Branche einfach effektiver als private Konzerne. Bei Vonivia geht ja schon 160€ im Monat pro Wohnung für die Dividende flöten.

      Wohnen ist eben kein echter Markt und kann es auch nicht sein. Da kann man nicht einfach großräumig Grund und Boden ausweiten dadurch den Preis senken.

  • Nordlicht4711

    Mein Hauptproblem ist die staatliche Willkür, die hier legitimiert werden soll. Es geht nicht um die Vergesellschaftung an sich, sondern um die Preisfestsetzung für knappe Güter durch Politiker – meiner Meinung nach wird hier eine Grenze überschritten.



    Mein zweites Problem ist die indirekte bundesweite Mithaftung von rund 80 Millionen Menschen, die sich aus der juristischen Auseinandersetzung ergibt. Dafür fehlt der Berliner Regierung schlichtweg die Legitimation.

    • SPD-Versteher

      @Nordlicht4711:

      Der Staat setzt ja generell schon bei nicht marktförmigen Branchen die Preise. Gesundheit, Stromnetz, Schienennetz, Wassernetz, Pflege usw.

  • Hans Dampf

    Danke Marie Frank,



    endlich mal ein Bericht der beide Seiten der Medaille erwähnt. Es ist keinem geholfen, wenn man dieses Problem einseitig darstellt. Der Weg wir ein schwieriger sein. Dazu gehört eine objektive Betrachtung des Problems, wie sie es hier schon mal ganz ordentlich vorgetragen haben - Danke.

  • Josef 123

    "Denn das so historische wie notwendige Vorhaben ist bei kluger Ausgestaltung ohne Belastungen des Haushalts finanzierbar.": Schlicht und ergreifend: Eine falsche Behauptung. Es gibt ja noch nicht mal Eckpunkte, wieviel Kapital eigentlich notwendig ist, sondern nur Wunschvorstellungen.

    "Denn im Gegensatz zu den Milliarden für die Rüstung wird das Geld nicht einfach nur ausgegeben und fließt in die Taschen von Großunternehmen.": Äpfel und Birnen, das eine betrifft den Bund, das andere Berlin. Beides hat absolut nichts miteinander zu tun.

    "Das Land erhält etwas dafür: Vermögen in Form des Sachwerts der Wohnungen und eine ständige Einnahmequelle durch die Mieten, mit denen die Zinsen getilgt werden können.": Es müssen aber nicht nur die Zinsen getilgt werden sondern auch der Kredit selbst, außerdem braucht es zusätzliches Geld für laufend anfallende Reparaturen, allgemeine und energetische Sanierungen usw.

    So könnte man Satz für Satz kommentieren, aber dafür reichen die 1200 Zeichen nicht.

  • Tom Farmer

    160.000 Wohnungen die vermietet sind wechseln den Besitzer. Für viel Geld. Und: Wird derjenige der das Geld bekommt neue Wohnungen bauen nach dieser Erfahrung? Und wird derjenige der das Geld bezahlt hat noch mehr Geld aufbringen um Wohnungen zusätzlich zu bauen? Wohl kaum!



    Das Ergebnis:



    Es werden sich dann ggf. zukünftig eben statt 100 200 Leute bei Vermietungen bewerben.

  • Pico

    Die Logik der Befürworter ist falsch. Die Mieteinnahmen sollen zur Tilgung genutzt werden. So weit, so schlecht. Denn es gibt ja auch Kosten und Sanierungen und oben drauf auch noch Modernisierungen. Vonovia & Co. werden wohl ab sofort kaum noch Geld reinstecken wollen. Und bis zu einem Urteil bleibt es in deren Händen. Zwischendurch auch verkaufbar, z.B. an jene die weniger als 10.000 Wohnungen in Berlin haben. Und verkaufbar zu Marktpreisen. Und dann sind es plötzlich noch weniger als 10.000 Wohnungen ...



    Fazit: Das wird ein Fiasko ...

  • Nachtsonne

    Nein vs Ja ist hier wie Realos gegen Fundis. Nicht-Berliner schauen interessiert zu, so ungefähr wie bei einem Autounfall. Viell3icht kann man ja etwas lernen. Abgesehen davon entlasten auch teure Wohnungen den gesamten Markt.

  • Nuklon

    Es gibt einen Mangel an Wohnungen. Keiner der beiden Autoren hat ein Konzept aufgezeigt das zu beheben. Die Vergesellschaftsbefürworterin gibt sogar zu das noch weniger Wohnungen im Bau damit werden könnten.



    Wer nur das Symptom, nicht die Ursache bekämpft, wird nicht gesund.

    • Arne Babenhauserheide

      @Nuklon:

      Eigentlich schon, der "gute Idee"-Beitrag: Verschiebung der Investitionen von hochpreisigen und dadurch renditestarken Wohnungen zu bezahlbarem Wohnraum.

      • Encantado

        @Arne Babenhauserheide:

        "Verschiebung der Investitionen von hochpreisigen und dadurch renditestarken Wohnungen zu bezahlbarem Wohnraum."



        Ja, aber wer macht das? Investitionen werden verstärkt bei renditestarken Anlagen getätigt. Unterbindet man das, gehen die Investitionen schlicht woandershin.

    • Descartes

      @Nuklon:

      Der Bestandsmieter findet eine Mietpreisbremse gut; ob neue Wohnungen gebaut werden ist ihm egal, denn er hat ja schon eine. Wer dagegen neu nach Berlin ziehen will sieht das anders, ist aber kein Wähler. Insofern verständlich dass vielen Vergesellschaftungsbefürwortern in Berlin relativ egal ist ob der Neubau leidet.

    • Profilbild

      @Nuklon:

      Och, bei einer jährlichen Ausschüttung von rund einer Milliarde Euro an Aktionäre könnte dieses Geld stattdessen in den Neubau von Wohnungen investiert werden.

    • Aurego

      @Nuklon:

      Für diejenigen, die bereits in Berlin wohnen - und das tun die Berliner WählerInnen - gibt es keinen "Mangel an Wohnungen". Sie verfügen ja schon über eine Wohnung in Berlin. Neubau brauchen sie nicht, wie man am Abstimmungsverhalten zum Tempelhofer Feld deutlich gesehen hat. Das Problem der BerlinerInnen sind eher die aggressiven Mieterhöhungen im Bestand, die ja tatsächlich stattfinden und u. a. von einigen der großen Konzerne getrieben werden. Ich sehe das ja an meinen eigenen Wohnungen in Berlin: Da der Berliner Mietspiegel weiterhin relativ stark steigt, kann ich die Bestandsmieten im Schnitt um fast 5% pro Jahr erhöhen. Ich brauche übrigens auch keinen Neubau, denn der würde nur den Wert meiner eigenen Wohnungen durch ein erhöhtes Angebot verwässern.



      Wer also braucht Neubau? Lediglich diejenigen, die nach Berlin ziehen wollen. Lassen wir diejenigen doch einfach bauen bzw. die neuen Wohnungen finanzieren. Da die Sterberate auch in Berlin inzwischen höher als die Geburtenrate ist, erklärt sich das Bevölkerungswachstum hauptsächlich durch Zuzug von außen.

    • Romilia

      @Nuklon:

      Ja, die Antwort ist Lauchhammer - da war ich letztens mal.



      Berlin ist schlicht überbevölkert.



      Für ein paar Milliarden bekommt man bestimmt ne Schnellbahn.

  • JeanK

    Wenn das Land Berlin was managt, wird es viel billiger: Beispiel Flughafen.

    • Aurego

      @JeanK:

      Da war das Land Berlin aber nur zu 37% beteiligt. Den Rest haben Brandenburg und der Bund beigesteuert.

      Man hätte den Bau des BER übrigens einfach als "Ausbau des Flughafens Schönefeld" bezeichnen sollen. Dann hätte kein Hahn danach gekräht.