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Die Linkspartei und die Gewalt Gehört das Thema Palästina in den Berliner Wahlkampf?

Bei einem Wahlkampfevent der Linken in Berlin-Neukölln sorgt der Rapper Dahabflex mit „Yalla Yalla Intifada, Westbank, Palästina, Gaza“ für Aufsehen.

D er Auftritt ist stark umstritten. Sollte der Nahost-Konflikt im Wahlkampf thematiert werden?

Ja,

denn gerade die Berliner Linke und ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp wären besser beraten, offensiv und selbstbewusst mit einer israel- und staatsräsonkritischen Position anzutreten. Und sich nicht bei jeder kleinen Kontroverse einschüchtern lassen.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Es stimmt schon, die Berliner Regierung hat auf die Außenpolitik Deutschlands keinen Einfluss. Nur ist der Komplex Israel/Palästina in Deutschland kein rein außen- oder bundespolitisches Thema. Im Namen der Staatsräson wurden in Berlin Anti-Genozid-Proteste erst verboten, danach wurde der Berliner Repressionsapparat in voller Härte auf sie losgelassen.

Wöchentliche Polizeigewalt, willkürliche Festnahmen, Strafanzeigen wegen der banalsten (und völlig legalen) Demoplakate und Protestrufe wurden zur Norm. Und im Namen der Staatsräson wurden unzähligen linken Kultur-, Sozial- und Bildungsprojekten die Fördergelder gestrichen. Orte wie das Oyoun, eins von wenigen queer-migrantischen Kulturräumen der Stadt, mussten schließen, weil die israelkritischen Veranstaltungen dem damaligen CDU-Kultursenator Joe Chialo ein Dorn im Auge waren.

Soll Berlin zu einer besseren, freieren, gerechteren Stadt werden, müssen nicht nur die Mieten sinken, sondern auch die autoritäre Staatsräsonpolitik der vergangenen Jahre muss beendet werden. Bei einer Bürgermeisterkandidatin, die dafür antritt, würde es sich für viele Menschen lohnen, zu wählen. Und sie würde klarmachen, wo sie sich von ihrer linksliberalen Konkurrenz unterscheidet. Niedrigere Mieten fordern nämlich sowieso alle.

Eine Bürgermeisterkandidatin, die sich von ihrem eigenen Bezirksverband distanziert, weil irgendein Rapper auf irgendeiner Veranstaltung eine verbalradikale Parole ruft, macht dagegen nicht den Eindruck, als würde sie sich für diesen Wandel einsetzen. Und macht auch nicht den Eindruck, als wäre sie in der Lage, der Art Gegenwind standzuhalten, der auf sie zukommt, wenn sie als Bürgermeisterin tatsächlich Wohnkonzerne vergesellschaften will.

Pauline Jäckels

Nein,

ein Konflikt in rund 3.000 Kilometer Entfernung ist kein gutes Thema für einen Landtagswahlkampf. Auch abseits von den abstoßenden Lines des Rappers Dahabflex sollte die Hauptstadt-Linke die Finger von dem Thema lassen.

Nichts sorgt so verlässlich für linke Uneinigkeit wie der Nahostkonflikt. Und nichts wird von Wäh­le­r*in­nen so verlässlich bestraft wie innerparteilicher Streit. Zudem ist das Thema eine Steilvorlage für Konservative und Rechte, die jede noch so harmlose Palästinasolidarität als Antisemitismus bezeichnen. Das ist verlogen, verfängt aber bei Wähler*innen. Sich trotzdem sehenden Auges in die Diskussion zu stürzen, ist selbstschädigendes Verhalten.

Nun kann man sagen: Manche Themen sind so wichtig, dass man internen Streit, scharfen Gegenwind und Stimmenverlust in Kauf nehmen muss. Weil es um etwas geht. Aber hier ist die entscheidende Frage: Worum geht es wirklich? Der Berliner Senat kann weder etwas an den Waffenlieferungen nach Israel ändern noch an der diplomatischen Rückendeckung, die Deutschland der Regierung Netanjahu trotz aller Verbrechen in Gaza gibt. Das Thema Nahostkonflikt schnurrt in der Berliner Landespolitik darauf zusammen, wie die Polizei mit den zuletzt seltenen Palästina-Demos umgeht und welche zivilgesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen finanziell unterstützt werden. Mehr nicht. Etwas anderes zu suggerieren, garantiert später enttäuschte Wähler*innen.

Statt also im Wahlkampf über einen Konflikt zu sprechen, auf den sie auch beim besten Wahlausgang keinen Einfluss hat, sollte die Linke auf Themen setzen, bei denen sie mehr zu bieten hat als Worte und Gesten. Die Mietenpolitik ist eins dieser Gewinnerthemen, das viele Leute unmittelbar betrifft und bei dem kluge Lokalpolitik einen großen Unterschied machen kann.

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat das glücklicherweise erkannt und fährt bisher einen erfolgreichen Wahlkampf zu dem Thema. Der Neuköllner Ortsverband täte gut daran, diesen klugen Kurs nicht weiter zu sabotieren.

Frederik Eikmanns

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Pauline Jäckels

Pauline Jäckels Meinungsredakteurin

Redakteurin im Meinungsressort seit April 2025. Zuvor zuständig für die parlamentarische Berichterstattung und die Linkspartei beim nd. Legt sich in der Bundespressekonferenz gerne mit Regierungssprecher:innen an – und stellt manchmal auch nette Fragen. Studierte Politikwissenschaft im Bachelor und Internationale Beziehungen im Master in Berlin und London.
Frederik Eikmanns

Frederik Eikmanns

Fachredakteur für Innere Sicherheit und Migration
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163 Kommentare

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  • Sybille Bergi

    Wer sich (zurecht) drüber aufregt, dass BSW und AfD im Länderwahlkampf mit Bundesthemen hausieren gehen, sollte hinterher nicht genau das gleiche tun.



    Den Schulterschluss mit radikalen Islamisten zu suchen ist der Linken undwürdig, und auch historisch noch nie gutgegangen (Beispiel Iran)

  • R. Mc'Novgorod

    Natürlich gehört das Thema in den Berliner Wahlkampf- wenn man will, das die CDU die Wahl gewinnt.



    Aber das hat die Linke ja noch immer hingekriegt, an sich selbst und ihrer ideologischen Verbohrtheit zu scheitern.

    Da ist jedes Mal Verlass darauf, das irgendwer seit 1970 bis heute nochmal das Israel/ Palästina Thema aufmacht und der interne Streit unter Linken losbricht.

    Selbst wenn jemand der Meinung ist, es wäre okay die Hamas auf der einen oder Netanjahu auf der anderen Seite abzufeiern, finde ich es einigermaßen Banane sowas im kommunalen Wahlkampf zu thematisieren.

  • Suryo

    Eigentlich ist das Thema nur für Berliner Juden indirekt relevant. Denn sie leben in ständiger Gefahr, von Berliner Palästinensern oder deren Sympathisanten angegriffen zu werden. Umgekehrt droht Berliner Palästinensern und ihren Sympathisanten in Berlin keinerlei Gefahr von Juden.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Suryo:

      Stimmt. Moslems in D droht hauptsächlich Gefahr von Nazis...

    • Éljen a Magyar

      @Suryo:

      Das Thema ist nicht nur für Berliner Juden (heute: 30.000 bis 40.000, 1933: 160.000 bis 178.000) interessant, es ist auch für deren nichtjüdische Freunde und juden-/israelsolidarische Menschen interessant. Das sind die, die in der Vergangenheit und auch heute wegen einer Gelben Schleife, eines pro-israelischen Stickers auf dem Laptop, eines erkennbar hebräischen Buches oder wegen der Tatsache, daß sie Hebräisch sprechen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in Cafés oder bei McDonald's oder auch in der Universitätsbibliothek beschimpft, bepöbelt und angegriffen wurden und werden.

  • Suryo

    Wozu?

    Berlin schafft es nicht mal, so grundlegende kommunale Aufgaben wie die Straßenreinigung sicherzustellen. Wieso sollte es sich dann irgendwie mit dem Nahostkonflikt befassen?

  • Egil

    Als Marxist würde ich mich ja prinzipiell über eine linke Regierende in Berlin freuen, aber angesichts dessen was die Genossinnen und Genossen dort so abziehen, wende ich mich mit Grausen ab und hoffe dass es viele Berliner bei den Wahlen ebenso tun werden. Mal wieder ein Sahnebeispiel für das völlige strategische Unvermögen der allermeisten Sozialisten. Egal wie man zu Israel steht, Solidarität mit Islamisten (=Iran, Hamas & Co. = Israels Kriegsgegner im aktuellen Konflikt) ist nicht nur menschlich verwerflich, sondern auch strategisch dumm. Selbst wenn man damit ein paar Stimmen entsprechender Migranten einsammelt, das vergrault zum einen viel andere Sympathien und zahlt zum anderen bei politischen Gegnern ein. Und in 50 oder 100 Jahren schütteln wieder viele den Kopf über diese gnadenlose Dummheit...



    PS: Ich finde Bibi und insbesondere seine rechtsextremistischen Partner sehr zum Kotzen, hoffe da auf die Wahlen im Oktober. Darum geht es hier doch aber schon lange nicht mehr...

    • Altbayer

      @Egil:

      Mit jemanden der nicht nur stets das für, sondern auch einmal das Wider sieht, würde sich momentan sicherlich so mancher Münchner recht gerne unterhalten! Danke für Ihre Haltung, Egil!

  • Strolch

    Ja, der Nahostkonflikt ist ein feines Thema. Man kann für beide Seiten sein und immer einen Fehler der anderen Seite herausziehen und das für die letzten 80 Jahre. Top. Damit kann man seine intellektuelle Überlegenheit beweisen, den den Konflikt zu durchblicken dürfte kaum noch einem Menschen gelingen. Wenn ein Punkt kommt, der einem nicht passt, einfach einen anderen Punkt ansprechen.

    Und allein darum geht es. Man kann stundenlang debattieren ohne selbst betroffen zu sein, sich als Hüter der einzigen Wahrheit aufspielen und muss sich nicht mit den Problemen rumschlagen, die die Berliner betreffen.

  • LeoH

    Mich nervt das Thema mittlerweile nur noch...



    Auf der einen Seite wird jede berechtigte Kritik an der israelischen Regierung als Antisemitismus abgetan und auf der anderen Seite, wird unter dem Deckmantel berechtigter Kritik blanker Antisemitismus rausgehauen.



    Es war natürlich nur "irgendein Rapper" auf "irgendeiner Veranstaltung". Nein wtf? Die Texte rufen klar zur Gewalt (sogar Mord) auf, das kann niemals unterstützenswert sein. Und es war eine offizielle Veranstaltung, also ist die Partei natürlich verantwortlich.



    Wer es nicht schafft, berechtigte Kritik ohne Mordfantasien oder Islamismus Verharmlosung vorzutragen ist kein deut besser als diejenigen, die stumpf Antisemitismus vorwerfen. Seit wann ist es okay, unschuldige Menschen zu ermorden, weil man selbst unterdrückt wird? Das ganze hat etwas von den Menschen, die die RAF abfeiern. Hauptsache das Ziel stimmt, dann ist der Weg ja egal!? Menschen können sich beschissen verhalten und ich verstehe Wut und Hass, dennoch besitzt jeder Mensch eine Würde. Es steht niemandem zu, jemandem einfach diese Würde abzusprechen. Mord ist niemals okay. Soldaten denken auch nur, dass sie das richtige tun. Aber was ist schon "richtig"?

    • rero

      @LeoH:

      Passend zusammengefasst.

    • Land of plenty

      @LeoH:

      Ganz genau. So sehe ich das auch.



      Als Linkswähler für mich eine unangenehm-peinliche Aktion.

  • Fran Zose

    Von der Sache her hat das Thema im Wahlkampf nichts verloren, da es um Landespolitik geht. Mittlerweile bin ich dann aber doch ganz froh, dass die Linke es zum Thema macht und so der teilweise unerträgliche Antisemitismus in Teilen der Partei und die Unfähigkeit der Führung diesen zu unterbinden so offen zu Tage bringt. Nicht wenige anständige und sich selbst linksverortende Menschen haben mir zuletzt eröffnet, dass dieses Mal unter Bauchgrummeln die CDU wählen werden müssen, einfach weil nicht nur der Antisemitismus der Linken unerträglich ist, sondern auch die fehlende Positionierung von SPD und Grünen in dem Sinne, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie nachdem Wahltag eine Koalition mit dieser unappetitlichen Partei eingehen würden.

  • Klabauta

    Mal ganz ab davon, dass ein Krieg fern von Berlin nicht in einen Landtagswahlkampf gehört, ist die Thematisierung des Gazakriegs im Berliner Wahlkampf ganz klar ein Verliererthema, und ich kann nicht verstehen, wie dumm man sein kann, es aufs Tapet zu bringen. Das hat für mich schon selbstzerstörerische Züge.

    • Sybille Bergi

      @Klabauta:

      Es geht schlicht und einfach darum migrantische Milieus abzuholen, die mit vielen Linken Themen (sexuelle Vielfalt, geschlechtersensible Sprache etc. traditionell eher wenig anfangen können)

    • rero

      @Klabauta:

      Ich befürchte, in Nordneukölln ist es kein Verliererthema.

      Dort spielt man ja die ganze Zeit mit Antisemitismus.

      Der Zustimmungszuwachs kommt nicht von ungefähr.

      Man verliert dann halt anderswo.

      Ich würde annehmen, die dachten gar nicht, dass das so hohe Wellen schlägt.

      Man dachte, man sei unter sich.

  • Angst Hase

    Mir gefällt das Konzept dieses Artikels, Kompliment dafür.



    Dieses Konzept sollte auch politisch übernommen werden!



    Mir fehlt die Ausdifferenzierung und mich stört dir Polemik. Das stört mich bei den Linken noch mehr als bei anderen Parteien, weil sie inhaltlich für mich die einzig wählbare Partei sind, mit diesem Verhalten aber genauso schlecht wie die anderen Parteien sind.

  • blutorange

    Vielleicht täte die Linke gut daran, auch mal palästinakritische Positionen einzunehmen. Der komplizierte Nahostkonflikt wird im ersatzreligiösen Wahn auf ein einfaches Gut und Böse gebracht. Kein Abstand zu Islamisten, die von Gottesstaaten träumen und nicht nur Juden hassen und israelische Zivilisten töten, ebenso wie es der israelische Staat mit Palästinensern tut, sondern alles vernichten wollen, was ihrer Wahnreligion zuwiderläuft.



    Das macht mich krank und verhindert meine Solidarität. Ist es denn nicht möglich, beide Seiten kritisch zu betrachten? Muss es bedingungslose, wahnhafte Solidarität sein?

    • Kohlrabi

      @blutorange:

      Da möchte ich Ihnen zustimmen, würde aber statt "ersatzreligiös" eher "ersatz-identitär" einsetzen. Mit Religion hat das m.E. weniger zu tun, aber schon mit dem Bestreben, sich mit einer Seite total zu identifizieren, die ermüdende Differenzierung aufzugeben, Analyse durch Parolen zu ersetzen. Letztlich ist es eine Regression. - Aber wer wollte das exklusiv jenem Teil der Linken vorwerfen, wenn doch bezüglich der Ukraine Politik und Medien in Deutschland zu großen Teilen und parteiübergreifend der gleichen Regression verfallen? Übrigens auch mit ähnlichen Entgleisungen wie im Falle des linken Rappers.

    • EffeJoSiebenZwo

      @blutorange:

      ‚Ist es denn nicht möglich, beide Seiten kritisch zu betrachten?‘

      Meine volle Unterstützung dafür 👍🏻

    • zartbitter

      @blutorange:

      "".........töten, ebenso wie es der israelische Staat mit Palästinensern tut,....""



      =



      Unterkomplexe Sichtweisen wie "" free Pelestine" und ohne Hamas und ohne den Radikalextremismus aus dem Iran zu benennen verlängern das Elend sowohl in Gaza als auch im Libanon - und genauso schädlich für eine Lösung des Konfliktes ist die Unfähigkeit die Entwicklungsstufen der israelischen Radikalisierung im Umgang mit dfem Konflikt noch nicht mal in den Ansätzen beschreiben zu können.



      =



      Sämtliche Verantwortliche für den 7.Oktober waren freigelassene Palestinenser die mit Unterstützung des Iran



      Verbrechen an den Israelis begangen haben die so furchtbar waren das sogar die Medien nicht in der Lage waren das Ausmass des Schreckens vollständig zu beschreiben.



      =



      Ihr Begriff die ""wahnhafte Solidarität" trifft es ganz gut - die Nachgeborenen und die Erben der furchtbaren Täter der Shoah fehlt es offensichtlich Hass - und ideologiegetrieben am Willen Lösungen und Ausgleich zu kommunizieren - eine andere Rolle zu spielen ist in der Bundesrepublik nicht möglich & aufgrund der Geschichte ausgeschlossen.



      =



      Hilfreich wäre es für die Linke sich klar zu machen warum Lederer die Partei verlassen hat.

    • aujau

      @blutorange:

      Beide Seiten mit der gebotenen kritischen Distanz zu betrachten und das vernünftig zu kommunizieren fällt fast Allen schwer. Das "Ich bin heiliger als du" -Gehabe hilft seit Jahrzehnten Niemandem. Darum geht es auch wohl nicht.

  • Astrid Sehnefeld

    Bei der Anzahl an arabisch- und muslimischstämmigen Bewohnern in Berlin und bei dem Linksdrall der Berliner Linken- und Grünenwähler wären sie ja reichlich dumm, wenn sie das Thema nicht benutzen würden 🤷



    Natürlich hat internationale Politik nichts in Landtagswahlkämpfen verloren, aber das juckt schon länger keine Partei mehr.

    • Bussard

      @Astrid Sehnefeld:

      Es bleibt die Frage, wie viele der von Ihnen genannten Gruppe wahlberechtigt sind, und wie viele dann auch tatsächlich wählen gehen.

      Den Palästina-Konflikt so in den Fokus zu stellen und das irre Grundsatz-Ringen in der Linken bis hin zum gegenseitigen Sich-das-links-sein-absprechen sind Garanten dafür, etwaige politischen Sympathien in der weiteren Bevölkerung gründlich zu verspielen. Das bekommt die Linke immer souverän hin

    • Axotono

      @Astrid Sehnefeld:

      Vielleicht ist es eine strategische Überlegung, aber ich bezweifle, dass die Zahl der migrantischen potenziellen Wähler dank Palästinathematik jene Zahl derjenigen liberalen potenziellen Wähler übertrifft, die sich davon abgestoßen fühlen.

    • Klabauta

      @Astrid Sehnefeld:

      Dass Linkenwähler*innen einen Linksdrall haben, liegt wohl in der Natur der Sache, oder? Sonst würden sie nicht links wählen :-)



      Und was sie (vielleicht) bei muslimischstämmigen Wähler*innen (wieviele Muslimischstämmige in Berlin haben eigentlich einen deutschen Pass? Gibt es dazu Zahlen?) gewinnen, verlieren sie gleichzeitig auf der anderen Seite wieder bei Jenen nämlich, die proisraelisch eingestellt sind oder aber das Thema als für nicht in einen Landtagswahlkampf gehörend erachten und sich darüber ärgern. Nach Win-Win sieht das für mich eher nicht aus.



      Dasselbe könnte man auch zur Haltung gegenüber dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine feststellen, zu dem die Partei ja auch kein einheitliches Bild abgibt.



      Man sollte es seinen politischen Gegner*innen nicht so leicht machen, finde ich.

      • Chris McZott

        @Klabauta:

        "Und was sie (vielleicht) bei muslimischstämmigen Wähler*innen (wieviele Muslimischstämmige in Berlin haben eigentlich einen deutschen Pass? Gibt es dazu Zahlen?"

        Spätestens seit der Staatsbürgerrechtsreform der Ampel ist der Pass doch kein grundsätzliches Hemmnis mehr. Ein volljähriger Migrant kann nur noch eine Wahl verpassen...daher lohnt sich das für die Linken definitiv.

  • Marcelo

    Da das nichts mit politischen Dingen eines Landtages zutun hat, sollte das auch kein Thema sein bei einer Landtagswahl! Also klares Nein.

  • Budzylein

    Die Linkspartei hat Gründe, den Nahostkonflikt zum Wahlkampfgegenstand in Berlin zu machen:



    1. Erfahrungsgemäß macht die Linkspartei bei Regierungsbeteiligungen keine linke Politik. Im Gesundheitswesen hat sie die Tarifflucht von Kliniken, die im öffentlichen Eigentum stehen, gefördert, und zur Lösung des Wohnungsproblems hat sie nichts beigetragen, sondern bei der Privatisierung von Wohnungen mitgewirkt. Und auch jetzt bietet die Partei kein Konzept an, um den Wohnungsmangel zu beheben, sondern lediglich juristische Konstruktionen wie die Verwaltung des Mangels in öffentlich-rechtlicher Regie (nach Vergesellschaftung) oder die Bestrafung von Vermietern, die die Marktlage ausnutzen (Mietendeckel), ohne die Marktlage selbst zu ändern.



    2. Bezieht die Linkspartei hingegen Position zum Nahostkonflikt, kann sie nicht scheitern, weil ihre Haltung sowieso keinen Einfluss auf das dortige Geschehen hat. Dass ein "Freies Palästina" ein Staat wäre, der keine linke Politik macht, ist ohnehin klar.



    3. Wichtig ist allein: Israel einen "Genozid" vorzuwerfen. Das hat der Bundesparteitag mit großer Mehrheit beschlossen, und das wollen auch die Wähler. Daran hängt ihr Herz, nicht an Landespolitik.

    • Ringsle

      @Budzylein:

      Gute Analyse!



      Habe jetzt mehrere Interviews mit der Spitzenkandidatin gelesen und man muss sagen, sie sind schlicht nicht wählbar. Selbst wenn man dieses Nicht-Berlin-Thema außen vor ließe.



      Was bleibt..? SPD-Filz, nein Danke! Es bleiben diesmal tatsächlich nur die Grünen, mit viel Bauchschmerzen.

      • rero

        @Ringsle:

        Die Grünen, wo Jarasch schon beim letzten Mal als Senatorin versagt hat und nach der Wahl den Wendehals gespielt hat?

        Aber ich räume ein, ich weiß auch nicht, wen ich wählen soll.

  • Land of plenty

    Wie gesagt: Das Thema eignet sich prima für die Identifikation mit dem Kampf der Völker gegeneinander und ist aktuell der Brennpunkt des Kulturkampfs international.



    Aber mit den Themen Berlins hat es nichts zu tun.



    Wie schön, dass es hier für diesen Konflikt ein Kommentarforum gibt!



    Trauerbekunden wären auch weiterbringend.

  • RenitenterBoomie

    Ich bin ja dann doch immer erstaunt, wieviel am links, liberal, deutschen Wesen, noch einmal die Welt genesen wird.



    Aus tiefstem Herzen von der eigenen Anständigkeit überzeugt.

    Hier belegt durch so manchen Kommentar.

    Das Wesen, das einmal mehr der Welt erklärt - hier ist es der Palästinenser, der Araber - was es zu bedeuten hat, spricht er über das Unrecht. Die Erhebung, den Aufstand dagegen



    In einem Rap.



    Gesungen von einem Menschen nicht älter als 25 Jahre.

    Da weiss das Wesen ganz genau, was Intifada zu bedeuten hat.



    Dies bestimmt nämlich wie immer der Europäer.



    Wie seit mehr als 100 Jahren die Grenzen, in denen der Araber, der Palästinenser zu leben hat. Und das nicht nur geografisch.



    Mit einem Staat der Vertriebenen, Überlebenden und Glücksuchenden. Die einmal mehr in der Geschichte, europäische Mächte und Kräftverhältnisse in entfernte Ländereien trieb. Von denen es in falschen Gründungsmythen, Songtexten und allerlei Popkultur hiess, sie seien vorher menschenleer gewesen.

    Zutiefst verantwortlich verwickelt, ohne tiefere Einsicht, muss da der Aufstand, die Erhebung gegen solche Selbstgewissheit selbstredend pauschal, unmittelbar und entschlossen als Verbrechen gelten.

    • Land of plenty

      @RenitenterBoomie:

      richtig: Israel ist der Staat der Vertriebenen, Überlebenden und Glücksuchenden.

    • Deep South

      @RenitenterBoomie:

      Der "Mensch, nicht älter als 25 Jahre" ist in Deutschland geboren und stammt aus einer kurdischen Familie, die aus der Türkei geflohen ist. Dass er mit Sowjetmütze für die Intifada rappt und dafür kritisiert wird, hat einfach mal überhaupt nichts mit seiner Herkunft zu tun.

      • RenitenterBoomie

        @Deep South:

        Gut das sie also auch das wissen und bestimmen: Wann ein Buch, ein Gedicht, ein Gemälde, eine Skulptur, ein Song, ein Film etwas mit der kulturell-kollektiven Erfahrung zu tun hat, aus der sie sich äussert.

        Der Europäer ist halt ein selbsterdachtes Universalgenie. Zudem gilt stets allein seine Perspektive. Die fraglos stets über jeden -auch moralischen- Zweifel erhaben ist.

        Sie kommen nicht einmal auf die Idee, dass Sie möglicherweise keinerlei Ahnung haben. Noch das Sie zugeben könnten, dass Sie bestimmte Ahnung gar nicht interessiert.

        Es spielt überhaupt keine Rolle, dass der Rapper in Deutschland geboren ist.



        Und höchstens nur zum weiteren Verständnis, aus welchen kulturellen und kollektiven Erfahrungen. Die nun mal im Ein- und Auswanderungsland Deutschland seit Generationen unterschiedlich sind. Für die Deutschen. Die sowohl in Deutschland geboren sind, als auch mit ihrer anderen Perspektive Deutsche sind.

        Ich bin Kind von Eltern die sich und deren Eltern völlig selbstverständlich für geboren berechtigte Deutsche hielten.



        Und kann verstehen warum sich jemand den Aufstand, die Erhebung wünscht. Und den Tod einer Armee, die Palästinenser zu Nicht-Menschen erklärt.

  • Eva37

    Die meisten Palästinenser hierzulande



    haben auch die deutsche Staatsbürgerschaft.



    Nahost ist ein innerdeutscher Konflikt.

    • Fran Zose

      @Eva37:

      Wenn Sie der Meinung sind, dass alle möglichen Konflikte in der ursprungsländern eingebürgerter Deutscher automatisch dazu führt, dass diese Konflikte ihren Platz in der deutschen Politik finden müssten, dann ist das in erster Linie ein starkes Argument gegen jedwede Einbürgerung, inbesondere aus Krisengebieten.

    • *Sabine*

      @Eva37:

      "Die meisten Palästinenser hierzulande haben auch die deutsche Staatsbürgerschaft."

      Nach dieser Information suche ich bereits länger. Können Sie mir bitte sagen, wo das nachlesbar ist, da ich stets nur auf die gegenteilige Behauptung gestoßen bin? Mir ist nur bekannt, dass die meisten dieser Menschen in Deutschland als "staatenlos" gelten und die Einbürgerung für sie besonders hürdenreich ist, da sie sich glaubhaft zum Existenzrecht Israels bekennen und auf Antisemitismus verzichten müssten, was, wie ich gelesen habe, auch genauer geprüft wird. Wie es in Berlin ist, weiß ich noch weniger.

      Kürzlich hat hier ein deutsch-palästinensischer Autor einen Artikel veröffentlicht, in dem er deutlich machte, dass er auf das "deutsch" zukünftig verzichten will. Ob das bedeutet, seine deutsche Staatsangehörigkeit zurückzugeben, ist mir nicht bekannt.

      "Nahost ist ein innerdeutscher Konflikt."

      Ich stimme Ihnen zu. Ich hätte und würde viel dafür geben, wenn die Möglichkeit bestünde, dies nach der Shoah unseren jüdischen und/oder (deutsch-)israelischen Mitbürger:innen zu ersparen. Das scheint aber weder in Deutschland noch im Rest von Europa möglich zu sein.

    • Klabauta

      @Eva37:

      Meines Wissens nach gelten Palästinenser in Ländern, die Palästina nicht als Staat anerkannt haben (wie z.B. Deutschland) als staatenlos. Trotzdem kann Deutschland sie einbürgern und damit diesen rechtlosen Zustand beenden. Haben Sie belegbare Zahlen zu Ihrer Behauptung? Würde mich wirklich interessieren.

  • Pico

    Natürlich kann, soll und muss es möglich sein, Position zu Palästina zu beziehen. Dass das nicht jeden passt ist klar. Aber es muss nicht auf jede Minderheit Rücksicht genommen werden. Und das bei Veranstaltungen auch ein musikalisches Rahmenprogramm mit dabei ist, ist völlig normal. Kurz: Kein Aufreger

    • Oma

      @Pico :

      Musikalisches Rahmenprogramm halt. Die einen rappen Yalla yalla Intifada und rufen zur Gewalt auf, die anderen intonieren die DDR-Hymne. Süß.

    • *Sabine*

      @Pico :

      "Aber es muss nicht auf jede Minderheit Rücksicht genommen werden."

      Das haben Sie richtig gut auf den Punkt gebracht. In dem Zusammenhang auf die jüdische Minderheit in Berlin Rücksicht zu nehmen, würde Wähler:innenstimmen kosten, auf die Die Linke erfolgsorientierterweise nicht verzichten will.

    • Jens Köster

      @Pico :

      Es wird nicht einfach Position zu Palästina bezogen. Das wissen Sie doch auch.



      Es ist grotesk, wie auf diese Weise Organisationen unterstützt werden, die nichts anderes im Sinn haben als den Genozid an Juden - und gleichzeitig von einem Genozid durch Juden zu sprechen. So delegitimiert sich die Kritik an Israel selbst. Dabei gäbe es natürlich berechtigte Kritikpunkte.

      • Pico

        @Jens Köster:

        Die Kritikpunkte werden doch benannt. Trotzdem ist es Kritik an Israel. Und die wird in diesem Land IMMER als Antisemitismus gebrandmarkt. Deswegen bleibe ich trotzdem bei meiner Meinung.

  • Gerald Müller

    wie lautet eine Maxime der Politik: Wenn es mit der Innenpolitik nicht funktioniert, dann muss man Aussenpolitik machen (oder Krieg führen, als Fortsetzung derselben). Diese Fokussierung auf aussenpolitische Themen die mit Berlin wenig zu tun haben zeigt doch nur dass die Protagonisten keine Ahnung von, und kein Interesse daran haben wie es innenpolitisch weitergehen soll. Berliner Politik wird am Ende benutzt um Partikulärinteressen spezifscher Akteure zu befördern. Wer sich dafür benutzen lässt, bitte sehr.

    • Bussard

      @Gerald Müller:

      Volle Zustimmung.

  • ffwd

    dieser konflikt greift schon seit jahrzehnten in unsere lebensrealität ein, wie kann man diesen dann einfach ignorieren? es ist (gottseidank) nicht mehr möglich in seiner kleinen "wir senken die mieten, dann wird alles gut- blase" leben. wer so denkt hinkt,

  • Jim Hawkins

    Irgendein Rapper also.

    "Stop the Genocide“ bleibt nicht bei der Forderung nach einem Ende des, von der Hamas und den islamistischen Terrorgruppen begonnenen, Krieges: Der veröffentlichte Text beschwört die Intifada, zieht eine positive Parallele zur Terrorgruppe PFLP, ruft „Death to the IDF“, lässt Molotowcocktails durch Scheiben fliegen und preist den „linken Befreiungskampf“.

    Auch PFLP-Terroristin Leila Chaled wird besungen und als Stilvorbild aufgerufen: „Leila-Chaled-Style“."

    "Sie beteiligte sich 1969 an der Entführung einer TWA-Passagiermaschine und 1970 an dem Versuch, ein Flugzeug der israelischen El Al zu entführen."

    "Im Oktober 1977 entführte ein vierköpfiges Terrorkommando der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) die Lufthansa-Passagiermaschine „Landshut“. Während des Deutschen Herbstes wollten die Entführer unter anderem elf inhaftierte Mitglieder der Roten Armee Fraktion freipressen und damit den Forderungen der RAF Nachdruck verleihen. In Aden erschoss der Anführer des Kommandos den Flugkapitän Jürgen Schumann."

    www.ruhrbarone.de/...tanzierung/264952/

    • RenitenterBoomie

      @Jim Hawkins:

      "(...)des, von der Hamas und den islamistischen Terrorgruppen begonnenen, Krieges:(...)"

      Schön. Haben Sie das wieder einmal geschrieben. Ist aber falsch. Wissen Sie auch. Ist Ihnen aber gerade argumentativ nicht zu Diensten. Das der Krieg vor Ort seit vielen Jahrzehnten länger tobt.



      Ist Ihnen vielleicht auch einfach zu kompliziert. Sie hätten es Gerne einfach. Und klar. Und moralisch vor Sauberkeit blitzend. So wie sich fanatische Regierungen Israels verlogener, geschönter, geradezu absurd klitternder Gründungsmythen bedient. In denen der angetroffene Bevölkerung nur zwei Rollen zugedacht sind: Entweder hat sie angeblich nicht existiert. Oder sie sind oder waren Terroristen.

      Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich nur vordergründig-kurzfristig hilfreich darauf zu verweisen, dass arabische Mächte, wie die Palästinenser selbst, mit Erzählungen arbeiten, deren giftigste Versionen heute die Macht haben.



      Aber so ist es im Staat Israel ja auch. Nach all den Jahrzehnten Krieg, sind heute die toxischsten übrig geblieben und an der Macht.



      Unter Dieben hört man fortlaufend nichts anderes mehr als "Haltet den Dieb!"



      Ich bin für aussteigen aus diesem Kreislauf.

      • Volker Scheunert

        @RenitenterBoomie:

        Den moralisch Sauberen markieren hier doch Sie. Das Massaker vom 07.10.23 war keine Kriegshandlung, sondern ein eiskalt geplanter Massenmord, genau wie die vielen Selbstmordattentate auf Zivilpersonen.



        Wissen Sie auch. Ist Ihnen aber gerade argumentativ nicht zu Diensten ...

      • *Sabine*

        @RenitenterBoomie:

        "In denen der angetroffene Bevölkerung nur zwei Rollen zugedacht sind:Entweder hat sie angeblich nicht existiert. Oder sie sind oder waren Terroristen."



        Würde ich gerne noch erweitern um "Verhandlungspartner".



        Sie hätten einen palästinensischen Staat mit 100 % Gaza,90 % Westjordanland plus Ausgleich der fehlenden 10 % durch Gebiete der Negev-Wüste.Wüste klingt erst einmal unbrauchbar,allerdings gibt es dort Bodenschätze.Vor Gaza wie bekannt Gasvorkommen.Die heikle Tempelbergfrage sollte gelöst werden,indem die Hoheit über den Tempelberg horizontal geteilt würde.Die Israelis sollten die Verfügungsgewalt über die Klagemauer und diverse Höhlen erhalten,die Araber über alles was oberhalb dieser liegt.



        Einen neuen Krieg zu beginnen und Angriffe auf jüdische und/oder israelische Bürger weltweit! durchzuführen,schien sich allerdings mehr zu lohnen und nach Ansicht der Pro-Palästinenser auch eher zu rechnen,denn das obige Angebot wurde wie bekannt abgelehnt. Auch der Olmert-2008-Vorschlag.



        Im Laufe der Jahre hätte ich persönlich auch die Hoffnung gehabt,dass sich im Rahmen guter Nachbarschaft und Zusammenarbeit noch ein bisschen was nachverhandeln,tauschen oder ausgleichen lässt.

  • the real günni

    und wer glaubt, israel/palästina sei kein thema für einen wahlkampf, der erinnere sich bitte an die hochschulproteste und das eingreifen des bürgermeisters, die berlinale. das ungebührliche verhalten gegenüber der hochrangigen UN-vertreterin francesca albanese mit martialischem polizeiauftritt. varoufakis wurde zu einer konferenz in berlin geladen und ihm die einreise verwehrt, die fördergeldaffäre, bei der millionen flossen in eine ausstellung, bei der ausgebrannte autos bei dimmem licht und atmosphärischer musik beklemmung und betroffenheit auslösen sollten statt zu informieren, denn eine untersuchung der genauen vorkommnisse werden bis heute von der israelischen regierung verhindert, und was die hannibal-direktive ist, weiß trotzdem bis heute höchstens 0,1% der bevölkerung. innenministerium, kultusministerium, wissenschaft, in berlin ist alles mit dieser frage verknüpft. natürlich ist das ein wichitges thema, und so wie es derzeit von der regierung berlins behandelt wird, ist eine schande. das sieht heir kaum einer so, im rest der welt sehen das hingegen alle.

    • *Sabine*

      @the real günni:

      "das sieht heir kaum einer so, im rest der welt sehen das hingegen alle."

      Der Rest der Welt hat auch keine ca. 6.000.000 unschuldiger, jüdischer Menschen gequält, gefoltert und ermordet. Diese furchtbare Last ist erdrückend und ich verstehe Sie und jede/n anderen sehr gut, der sich dann lieber mit dem Rest der Welt solidarisieren will bzw. gemein macht.

      Es gibt weltweit nur noch zwei Staaten, die Israel und damit jüdisches Leben schützen, USA und (eingeschränkt) Deutschland. Für mich wäre es eine Schande, wenn wir Israel und jüdische Menschen erneut in Stich lassen würden. Außerdem, weshalb kann man Israel und jüdischen Menschen nicht einmal diese beiden Länder auf ihrer Seite gönnen. Es sollte doch auch den meisten Antisemiten allmählich mal reichen, dass sich die restlichen ca. 195 Länder gegen Israel stellen und jüdische Menschen nirgendwo in Sicherheit leben können.

  • JC Kay

    Konsequenterweise müsste die Linke in Berlin dann auch Wahlkampf mit dem Krieg in der Ukraine machen. Macht sie aber nicht. Bei ihr wird nur gegen den einzig jüdischen Staat auf der Welt gehetzt. Und diese Einseitigkeit hat schon einen bitteren Geschmack.

    • Éljen a Magyar

      @JC Kay:

      Diese Einseitigkeit hat vor allem den bitteren Geschmack der Ehrlichkeit.



      Aber wen wundert das: die ehemalige DDR-Staatspartei SED, die nach mehreren Umbenennungen heute Die Linke heißt, führt nur Haltung der untergegangenen DDR zum jüdischen Staat Israel fort. Sie bleibt also ihren Wurzeln treu.

      • Axotono

        @Éljen a Magyar:

        Wenn Sie sich informiert hätten, wüssten Sie dass in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Mitglieder der Linken Israelsolidarische Ansichten vertreten. Traurig ist nur, dass sich das gerade wieder ändert

        • Éljen a Magyar

          @Axotono:

          Die früheren Mitglieder der ehemaligen DDR-Staatspartei SED (heute: Die Linke), die mittlerweile wegen des um sich greifenden Antisemitismus aus der Partei ausgetreten sind?

    • O.F.

      @JC Kay:

      Nun genügt eigentlich einmal googlen, um herauszufinden, dass sich die Linke im Berliner Wahlkampf sehr wohl zum Krieg in der Ukraine geäußert hat. Dass das Thema zur Zeit für weniger leidenschaftliche Reaktionen sorgt als der NO-Konflikt kann man bedauern, aber das wiederum ist nun nicht die Schuld der Linken – die übrigens nicht gegen „einzigen jüdischen Staat (…) hetzt“, sondern einen Völkermord verurteilt, der von dessen rechtsextremer Regierung begangen wird.

      • Altbayer

        @O.F.:

        Es geht der SPD, den Grünen, und den Linken lediglich darum, sich für die Zukunft die Prozente der mutmaßlich moslemischen neuen Wählerschaft zu sichern. Dieses Konzept ist über 12 Jahre alt, und die beiden erst genannten erhofften sich damals über 1 Million an mehr Stimmen. Dies einmal googeln! Dürfte inzwischen schwer werden, dies zu finden! Ist aber real. Und nicht Satire.

      • Suryo

        @O.F.:

        Mit den täglichen Verbrechen der rechtsextremen russischen Regierung setzen sie sich dennoch im vergleich viel zu wenig auseinander.

        Warum eigentlich?

        • Residente

          @Suryo:

          Weil es in Deutschland, abseits von AfD und BSW, einen breiten Konsens darüber gibt, dass russische Kriegsverbrechen verurteilt werden und die Bundesregierung diese nicht unterstützt. Ist dann für eine Oppositionspartei schwierig eine Regierung bei einem Thema anzugreifen, bei dem sie im Wesentlichen die gleiche Haltung vertritt.

        • O.F.

          @Suryo:

          Ich sitze in Wirklichkeit in Sankt Petersburg und werde für meine Beiträge bezahlt. Im Ernst: abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, was Sie daran hindert, auch einmal mit Argumenten zu antworten, statt mit geraunten Verdächtigen zu antworten, aber wenn Sie eine ehrliche Antwort wollen: ich habe von der giftigen Diskussionsatmosphäre, die von Foristen wie Ihnen verbreitet wird, eigentlich in beiden Fällen die Nase voll. Ich schaffe es allerdings nicht, much aus NO-Debatten so zurückzuziehen wie aus den Ukraine-Foren, weil ich familiäre Verbindungen in die Region habe und mich der Krieg dort daher viel mehr persönlich betrifft. Ich habe zur Zeit jeden Tag Angst um Menschen, die ich liebe. Zufrieden?

  • Altbayer

    Was hat jedweder außenpolitische Konflikt in unseren Länderwahlkämpfen verloren?!? Nix!

    • test_name

      @Altbayer:

      Dieser Konflikt spaltet die Gesellschaft und gehört daher in jeden deutschen Wahlkampf. Wer die Terroristen unterstützt sollte in den Ländern nicht regieren. Jeder cdu/spd-Wähler muss wissen, dass deutsche Waffen an Israel geliefert werden.

      • Marcelo

        @test_name:

        Dann müsste die anderen 36 Kriege und Konflikte auch Thema sein da wir überall dann indirekt beteiligt sind.

        • EffeJoSiebenZwo

          @Marcelo:

          Aber gibt’s da jeweils auch explizit eine deutsche Staatsraison zu, die die möglichen Optionen ohne Ansehen der tatsächlichen Situation vorfestlegt?

      • Ohne_Mitte_geht_nix

        @test_name:

        Sie haben vollkommen Recht, denn Terroristen, wie die Hamas und ihre palästinensischen Unterstützer dürfen in keinem Fall unterstützt werden...aber davon ist Die Linke in Berlin leider nicht zu überzeugen.

    • rero

      @Altbayer:

      Inhaltlich haben Sie an sich recht.

      Aber die Linke hat damit den Aufwind hinbekommen.

      Es gibt halt auf linker Seite gerade nicht die tolle linke Erzählung, die Wählern Lebenssinn und eine Vision von Zukunft vermittelt.

      Marx und Realsozialismus sind verbrannt.

      Realistische Konzepte zu den Problemen fehlen.

      Zu Klimaschutz kommt von der Linken nichts.

      Flüchtlinge wollen gerade nicht mehr so richtig nach Deutschland.

      Pazifismus hat sich überlebt.

      Gegen den Wohnungsmangel haben sie keine Ideen, sonst bräuchten sie nicht die Scheinlösung Enteignung.

      Da ist so ein Konflikt in einer anderen Weltregion als Projektionsfläche schon sehr willkommen.

      Man kann eine tolle Opfer-Erzählung daraus stricken und sich als Robin Hood fühlen.

      Die nach Lebenssinn hungern, können satt werden.

      Das bietet in Deutschland kein Thema.

      • *Sabine*

        @rero:

        "Man kann eine tolle Opfer-Erzählung daraus stricken und sich als Robin Hood fühlen."

        Und sie können sich selbst entlasten und unsere Schuld an den 6.000.000 unschuldigen jüdischen von uns ermordeten Menschen relativieren, indem sie Israel und dessen Bewohner dämonisieren. Das wurde meiner Meinung nach sehr deutlich, als sie in den Berliner Hochschulen Hamas-Dreiecke an die Büros der Mitarbeiter gemalt haben. Ob nur bei jüdischen Namen oder wahllos konnte ich trotz vieler Bemühungen nicht herausfinden.

      • Deep South

        @rero:

        Sehr treffend beschrieben! Den Linken fehlts an einer zeitgemäßen Vision, wie man die Menschen für eine positive Zukunft erreicht. Und deshalb flüchtet man sich in einen Ersatzkonflikt, lädt diesen mit einer so imaginären wie auch versimplifizierten gut/böse Romantik auf, um weiter irgendwie den radikalen Rebellen mimen zu können. Von einer wertegeleiteten Menschlichkeit oder gar einer politisch glaubwürdigen Alternative ist das weit weg.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Altbayer:

      Wenn aber gerade dieser eine außenpolitische Konflikt eminenten Einfluss auf das innenpolitische Regieren des Senats und die Handlungen der Exekutive hat? Dann alles!

      • Marcelo

        @EffeJoSiebenZwo:

        Inwiefern hat es den Einfluss? Hat es zum beispiel Einflus in der Infrastruktur und Bildung des Landes Berlin, ich glaube nicht

        • EffeJoSiebenZwo

          @Marcelo:

          Infrastruktur: tatsächlich, denke ich nicht.



          Bildung: sehr wohl. Wurden nicht die Regelungen zur Exmatrikulation von Studierenden verschärft?



          Aber das sind ja nur zwei Aspekte der Senatspolitik. Wenn Sie den Einfluss auf die vielen weiteren Aspekte (zB Demonstations- und Versammlungsrecht, Besetzung oder Entfernung von Posten) nicht erkennen, haben Sie in den letzten drei Jahren wahrscheinlich nicht die taz gelesen.

        • *Sabine*

          @Marcelo:

          "Inwiefern hat es den Einfluss?"

          Es reicht ja indirekt und subtil darauf einzuwirken, dass die Polizei bei antisemitischen Handlungen oder strafbaren Parolen der Demonstrationen gegen Israel nicht so genau hinzusehen und hinzuhören.

          Also genau das zu befördern, was Linke der Polizei in Bezug auf Rassismus vorwerfen. Oder auch die Besetzung von Richterstellen.

          Im Prinzip alles das, wovor man sich bei der AFD in Bezug auf Bürger:innen mit Migrationshintergrund fürchtet, könnte Die Linke in Bezug auf jüdische und/oder israelische (Doppel-)Staatsbürger:innen anwenden.

  • Alex_der_Wunderer

    Die Thematik gehört nicht zum innenpolitischen Wahlkampf, völlig abstruse & absurd.



    Wer hat denn bloß bitte solche Dummerhaftigkeiten in der Birne 🍐

    • zartbitter

      @Alex_der_Wunderer:

      Auf abgeordnetenwatch.de wurde Koçak im August 2026 gefragt, wie er zu Marx21 und dessen antisemitischen Veröffentlichungen stehe. Diese Frage ist von Kocak, der Mitglied von Marx21 ist, bislang unbeantwortet geblieben.



      Das ard Format „report München“ berichtete über Veröffentlichungen des Netzwerks, in denen es unter anderem heißt:



      =



      „Der Zionismus ist eine rassistische Ideologie.“



      =



      und der israelische Staat müsse im Rahmen eines revolutionären Aufstands „zerstört werden“.



      =



      Koçak schlittert häufig mit seinen Äusserungen und Handlungen hart in den Antisemitismus hinein und entlang - die Frage an Koçak als Neuköllner Abgeordneter ist also mehr als berechtigt.



      =



      Das Novemberpogrom von 1938 markierte auch in Berlin den Übergang zu offener, organisierter Gewalt. Ab 1941 wurde die jüdische Bevölkerung auch in Neukölln systematisch aus ihren Wohnungen vertrieben, deportiert und in Ghettos sowie Vernichtungslagern ermordet. Die Stolpersteine im Bezirk erinnern heute an die einzelnen Menschen hinter dieser Geschichte.



      =



      Kennt Kocak das brutale unmenschliche Schicksal der 2.941 Ex-jüdischen Bewohner in Berlin - Neukölln die noch 1933 in dem Berliner Bezirk gezählt wurden?

      • Alex_der_Wunderer

        @zartbitter:

        @ zartbitter



        Ich weis nicht ob Kocak da Kenntnis von hat, ich und meine Familie schon set mehreren Generationen.

  • Deep South

    Na klar sollte die Linke das zum Wahlkampfthema machen. Wagenknecht ist ja weg und es wird Zeit für einen neuen Spaltkeil über den man sich intern zerfetzen und nach außen unwählbar machen kann.



    Aber mal im Ernst. Laut Umfrage sehen die Berliner mt Abstand Wohnungsnot und Mietpreise als dringenstes Thema. Danach folgen der Reihe nach Migration, Verkehr, Bildung, Sicherheit, soziale Gerechtigkeit, Sauberkeit, Obdachlosigkeit. Man ist Spitzenreiter in der Kriminalitätsstatistik, bei Antisemitismus und Queerfeindlichkeit. und Schlusslicht bei Wohnungsbau, bei Reallöhnen, beim Bildungsmonitor.



    Das Thema Nahost, das noch am ehesten ein Bundesthema wäre, kommt in Umfragen gar nicht vor. In welcher Blase muss man leben, um den Nahostkonflikt trotz Alledem für ein relevantes Thema für den regionalen Wahlkampf zu halten?



    Und wer weniger Repression bei den Pro Palestina Protesten möchte, der sollte auch -und zuvorderst- mal kritisch mit den den radikalen Auswüchsen auf diesen Veranstaltungen auseinandersetzen und sie nicht zu "kleinen Kontroversen" verniedlichen. Ohne solche Parolen und die antisemitischen Ausfälle, wäre das Thema nämlich ein wesentlich kleineres.

    • test_name

      @Deep South:

      >Wohnungsnot und Mietpreise, Migration, Verkehr, Bildung, Sicherheit, soziale Gerechtigkeit, Sauberkeit, Obdachlosigkeit<







      Genau das ist das Linke-Versprechen: Mehr Migration und dadurch Wohnungsnot und Mietpreise, Verkehr, Bildung, Sicherheit, soziale Gerechtigkeit, Sauberkeit, Obdachlosigkeit - alles im Eimer. Aber wir schaffen das und die Reichen zahlen alles.







      Da passt ein bisschen Palästina-Solidarität doch gut dazu. Wobei sie mit diesem Thema meiner Meinung nach sogar auf der richtigen Seite stehen.

    • rero

      @Deep South:

      In welcher Blase man leben muss?

      Jung, in akademischer Ausbildung, gerne aus der oberen Mittelschicht.

      Die Linke hat die Arbeiter verraten und wirbt lieber um Akademiker.

      Läuft ja augenscheinlich nicht so schlecht.

      • Bussard

        @rero:

        Die arme Arbeiterschaft wird wohl von jedem verraten. Erst von der SPD, nun von der Linken. In ihrer Not wendet sich die arme Arbeiterschaft nun schon seit längerem an die AFD, die zwar deren Sprache spricht und den richtigen Ton bei der Arbeiterschaft trifft. Dass die AFD den Verrat an der Arbeiterschaft aber - anders als SPD und Linke - sogar explizit im Programm stehen hat, sieht die Arbeiterschaft nicht, denn der lesende Arbeiter ist selten geworden dieser Tage. Die arme Arbeiterschaft...

      • Deep South

        @rero:

        Das mag die Partei betreffend so sein. Schau ich aber an die Basis, also was so in enigen Jugenzentren, Clubs, bei Varanstaltern und Künstlern so abgeht, dann isses noch viel schlimmer. Was da an erbitterten Konflikten geführt wird, welche Verferfungen es da gibt und welchen Stellenwert der Nahostkonflikt mitllerweile hat, ist rational nicht mehr erklärbar. Da zerlegt sich gerade eine Szene in Rekordtempo. Clubs machen zu, Festivals müssen abgesagt werden, Bands werden unter Druck gesetzt, bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen wie im La Casa. Das hat nahezu religiöse Züge und ist teilweise weit weg vom akadademischen Milieu. Wie die Partei (mal unabhängig vom berliner Wahlkampf) auf diesen innerlinken Ersatzkonflikt reagiert ist aus meiner Sicht völlig unzureichend. Die Rechten müssen doch vor Lachen nicht mehr schlafen können.

    • Abdurchdiemitte

      @Deep South:

      „Na klar sollte die Linke das zum Wahlkampfthema machen. Wagenknecht ist ja weg und es wird Zeit für einen neuen Spaltkeil über den man sich intern zerfetzen und nach außen unwählbar machen kann.“



      Und mindestens ebenso klar und noch viel mehr freuen sich die Gegner der Berliner Linken über diese Steilvorlage, insbesondere die Springer-Medien und die Berliner CDU.



      Gerade letztere hat es wohl nötig: war da nicht unlängst irgendwas mit Fördermitteln und antisemitischen (sowie antimuslimischen) Positionen einer der Geförderten, welche schließlich den Rücktritt der CDU-Kultursenatorin erzwangen? Wer im Glashaus sitzt, sollte also nicht mit Steinen werfen.



      Aber natürlich, Die Linke stellt sich bei der parteiinternen ‚Bearbeitung’ des Themas Antisemitismus aber auch saudumm an. Nicht nur die selbsternannten Antisemitismus-Jäger der Israel-Lobby, auch die Linken - zumindest die in Berlin-Kreuzberg - sorgen schon dafür, dass eine rationale Debatte verunmöglicht wird, leider auch die über israelische Kriegsverbrechen in Gaza und die Vertreibungspolitik in den Westbanks.



      Vielleicht sollte die Parteiführung doch mal ein ernstes Wörtchen mit dem Genossen Kocak sprechen?

      • Traditioneller Sozialist

        @Abdurchdiemitte:

        Lieber Abdurchdiemitte,



        ich lese Ihre Kommentare ja nun schon länger und habe den Eindruck, dass Sie DIE LINKE nur für sog. "urbane Zentren" wie (West)Berlin und Hamburg mit ihren antideutschen und antiimperialistischen Sekten als berechtigt sehen. In Sachsen-Anhalt (und vermutlich auch in Mecklenburg-Vorpommern) soll sie ihrer Meinung wohl in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

        Was sagen Sie nun einem wie mir, der sich als Sozialist sieht, aber trotzdem kulturell und mental eher konservativ ist und sich in z.B. Mecklenburg-Vorpommern wohler fühlt, als in Hamburg?



        Sollen für mich dann doch nur "kapitalistische Parteien" wie die CDU übrig bleiben, obwohl ich bezogen zur Gesellschaftsordnung die Gegenposition vertrete?

        Das BSW war ja ursprünglich meine Hoffnung. Aber diese haben sich ja recht schnell vom Sozialismus verabschiedet.

        Was sagen Sie also einem "traditionellen Sozialisten" wie mir, sich auch positiv auf die eigene Geschichte und das Christentum bezieht, und das gegenseitige Aufeinandereindreschen der Antideutschen und Antiimperialisten in der LINKEN abartig findet?



        Wenn hier inzwischen geschlossen sein sollte, können Sie gern in einem anderen Thread antworten.



        Danke!

        • Abdurchdiemitte

          @Traditioneller Sozialist:

          Sorry, aber ich kann die Kritik Ihres Kommentars nicht ganz nachvollziehen.



          Das Argument, Die Linke mache ausschließlich oder überwiegend Politik nur für ihr urbanes Klientel und vernachlässige dabei die Menschen außerhalb der städtischen Zentren, habe ich zear vernommen, teile diese These jedoch ausdrücklich nicht,



          Im Gegenteil, ich finde es gut, dass Die Linke in der ostdeutschen Provinz wieder einigermaßen gut dasteht. im Gegensatz zur westdeutschen Provinz - und ich weiß, wovon ich rede, denn schließlich lebe ich in NRW, genauer: in Westfalen und anders als Berlin oder Hamburg nicht gerade ein ausgesprochenes Pflaster für linke Positionen,.



          Aber machen wir uns auch nichts vor. 11 bis 13 % Zustimmung für die Linkspartei in SAH sind nun nicht besonders üppig, wohingegen die Bäume für die AfD dort in den Himmel zu wachsen scheinen.



          Ansonsten: Sozialismus und Christentum sehe ich nicht als unvereinbaren Widerspruch, ich selbst würde mich sogar als religiöser Sozialist verstehen.



          Wer freilich in der DDR sozialisiert wurde, unter dem Primat der von der SED postulierten marxistischen Gesellschaftstheorie, hat mit meinem Sozialismus-Verständnis möglicherweise so einige Probleme.

        • rero

          @Traditioneller Sozialist:

          Erleben Sie die Linke in Mecklenburg-Vorpommern als sehr präsent?

          Wenn Sie Ihre Hoffnung auf das BSW setzten, fühlen Sie sich von der Linken nicht mehr richtig bedient, oder interpretiere ich das falsch?

          (Ist eine ernstgemeinte Frage.)

      • Deep South

        @Abdurchdiemitte:

        Der Witz ist, dass man gar nicht mehr merkt, wie weit man sich damit von universellen Werten wie Menschenrechten, Kunst- und Meinungsfreiheit entfernt hat. Für mich gehören diese einseitigen Erzählungen des Nahostkonflikts, das brutale Framing der Gegenseite und ddas unreflektierte Schwingen irgendwelcher Nationalfahnen in die rechte Ecke.



        Und ja, für Bild und Co. ist das natürlich ein gefundenes Fressen.

        • Abdurchdiemitte

          @Deep South:

          Ich stimme zu. Der Kern des Problems scheint mir die unkritische Rezeption national(istisch)er Befreiungsbewegungen im globalen Süden zu sein, die zugleich mit einem sozialistischen Anspruch die Unabhängigkeit ihrer Länder postulierten,



          Obwohl eigentlich ein Thema der 60er und 70er Jahre, hängt es der Linken immer noch an, insbesondere der antiimperialistischen Fraktion.



          Das führt heutzutage - wo unter den Palästinensern nicht mehr die PLO/Fatah, sondern Hamas das Sagen hat - zu der ideologisch-dogmatischen Verwirrung, ausgerechnet die Hard-Core-Islamisten der Hamas für eine antiimperialistische Befreiungsorganisation zu halten.



          Und es gehört außerdem schon eine Menge bornierter Ideologie dazu, den Staat Israel als koloniales Projekt zu betrachten.



          Aber es ist zugleich auch eine Frage der Perspektive und da muss man fairerweise einräumen, dass die Palästinenser - als Verlierer und Leidtragende der israelischen Staatsgründung - eine andere Sicht auf die Dinge haben als die Juden, die der Shoa nur knapp entkamen sowie deren heutige Nachfahren.



          Wie nun beiden Konfliktparteien gerecht werden? DAS zu formulieren wäre eigentlich Gegenstand einer linken außenpolitischen Programmatik.

  • Ruediger

    Der 7. Oktober 2022 und seine Folgen gehören insofern auch in einen deutschen Wahlkampf, als seitdem durch Anhänger der Hamas eine neue Dimension des Antisemitismus auch in deutschen Großstädten Fuß gefasst hat: Wenn Menschen sich nicht mehr trauen hebräisch zu sprechen, offen zu zeigen, dass sie Juden sind und/oder Israelis, dann muss das in Berlin thematisiert werden.

    Zur DNA einer linken Partei in Deutschland muss bei unserer Geschichte der Kampf gegen Antisemismus gehören. Das heißt nicht, dass sie nicht eine israelische Regierung kritisieren darf, aber wenn die antisemitische Hamas Menschen aus Israel entführt, foltert und tötet, dann muss sie mit den Opfern solidarisch sein, und auch anerkennen, dass militärische Gegenwehr richtig ist. Sonst ist sie keine linke Partei, auch wenn sie sich Linkspartei nennt.

    Keiner der beiden Kommentare thematisiert überhaupt direkt, dass es das Thema Antisemitismus von Hamas-Unterstützern ist, das den Krieg zwischen Hamas und Israel für den Berliner Wahlkampf relevant macht. Das finde ich schon befremdlich.

    • *Sabine*

      @Ruediger:

      "Wenn Menschen sich nicht mehr trauen hebräisch zu sprechen, offen zu zeigen, dass sie Juden sind und/oder Israelis, dann muss das in Berlin thematisiert werden."

      Ich sehe das wie Sie. Nur leben in u.a. Berlin, wir wissen alle warum, zu wenige jüdische und/oder israelische (Doppelstaatler-?)Bürger:innen. Deren Wählerstimmen sind im Vergleich zu den Wählerstimmen der Anhänger:innen des Islam zu gering. Umso anständiger und nobler finde ich es, dass zumindest die CDU/CSU an der Staatsräson festhält, wenn auch zu Gunsten der u.a. Die Linke.

    • Schleicher

      @Ruediger:

      Stimme Ihnen zu.



      Aber auffällig natürlich, dass Sie nur die eine Seite der Medaille betrachten und die rechtswidrigen Eingriffe in das Versammlungsrecht etc. bei pro-palestinensischen Kundgebungen ausblenden.



      Das gehört ebenso in den Wahlkampf.



      Der Nahost Konflikt hat in jedem Fall eine innenpolitische Komponente hierzulande.

      • rero

        @Schleicher:

        Wollen wir ernsthaft Eingriffe ins Versammlungsrecht, die man gerichtlich überprüfen lassen kann, mit Bejublern eines Massackers und offen gelebter Menschenfeindlichleit gleichsetzen?

        Wo ich bei ihnen bin, ist, dass das Thema im Wahlkampf vertretbar ist.

        So weiß man klar, was bei einem Wahlsieg der Linken heutzutage zu erwarten ist.

        Und dass die Linke nicht wählbar ist.

      • zartbitter

        @Schleicher:

        "......rechtswidrige Eingriffe in das Versammlungsrecht etc. bei pro-palestinensischen Kundgebungen...""



        =



        Haben Sie ein Glück das sie offensichtlich in einem Rechtsstaat leben. Die Rechtsauffassung vieler Gerichte auf den Punkt gebracht:



        „Ein Versammlungsverbot ist nicht von vorneherein schon dann gerechtfertigt, wenn die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit in erster Linie darin besteht, dass durch die Versammlungsteilnehmer Äußerungsdelikte begangen werden …“



        Übersetzung:



        Wer beabsichtigt auf der Demo antisemitische Sprüche abzusondern ist das nach der Rechtsprechung kein Grund vorab die gesamte Veranstaltung zu verbieten. (!!!)



        =



        Rechtsprechung bei Auflagen/Verbote bestimmter Parolen und des Aufrufs zur Vernichtung Israels.



        =



        Tenor der Rechtsprechung: Das Gericht hielt einzelne Beschränkungen für zulässig, betonte aber ausdrücklich, dass ein Totalverbot angesichts der Erkenntnislage KAUM (!!!) gerechtfertigt sei.



        =



        abgeleitet die innenpolitische Komponente hierzulande:



        =



        Antisemitismus a la Hamas oder der Spruch mit dem river ist demnach quasi erlaubt.



        =



        Und ich Naivling habe tatsächlich geglaubt Antisemitismus auf einer Demo wird verboten .........

  • Jochen Laun

    Zu schreiben, dass irgendwer auf irgendeiner Veranstaltung irgendwas radikales gesagt hat, verharmlost die Angelegenheit schon ziemlich, finde ich. Es war halt eine Parteiveranstaltung in Neukölln, und der Vorfall unterstreicht, dass die Linke in Berlin, mindestens aber in Neukölln, ein strukturelles Antisemitismusproblem hat. Da darf man als Spitzenkandidatin schon die Sorge haben, dass die in Aussicht genommenen Koalitionspartner die Lust verlieren, mit solchen Leuten eine Regierung zu bilden.

  • White_Chocobo

    Eickmanns hat mMn. recht. Immerhin könnte Die Linke in Berlin für viele Menschen wirklich was verändern, wenn nicht wieder irgendein Heiopei das, was andere in mühevoller (politischer) Arbeit aufgebaut haben, in fünf Minuten mit dem sprichwörtlichen Arsch einreißt.



    Mir wäre jedenfalls lieber, man würde hier etwas bewegen können, anstatt - wie Jäckels - auf irgendwelchen illusorischen Maximalvorderungen zu beharren und am Ende gar nichts zu bekommen.

    • Moby Dick

      @White_Chocobo:

      Von den letzten 25 Jahren war die Linke in Berlin fast 16 Jahre an der Regierung beteiligt. Sie würde koalieren mit einer SPD, die seit 25 Jahren ohne Unterbrechung in Berlin regiert. Wieso sollte sich etwas ändern?

  • Šarru-kīnu

    Deutschland wird über kurz oder lang eine Migrantenpartei bekommen, die dann dezidiert antisemitsch agieren kann. Hoffentlich können wir dann den unappetitlichen Teil der Linkspartei in die Richtung loswerden. Langsam kommen wir sonst an den Punkt wo die eigene Partei unwählbar wird.

    • *Sabine*

      @Šarru-kīnu:

      "Hoffentlich können wir dann den unappetitlichen Teil der Linkspartei in die Richtung loswerden."

      Da meine erste Antwort nicht durchgekommen ist, versuche ich es nochmal anders:



      Ich teile Ihre Hoffnung. Ich müsste "eigentlich" Die Linke wählen, wie so viele andere Bürger:innen in Deutschland und will das auch (es wäre naheliegend, vernünftig und vorteilhaft für mich persönlich), aber die Hürde von ca. 6.000.000 unschuldiger jüdischer Menschen, die wir verbrecherisch ermordet haben, lässt das für mich nicht zu. Dann nehme ich lieber diverse Nachteile in Kauf.

    • Jim Hawkins

      @Šarru-kīnu:

      Also mir sind die Äußerungen aus der Linkspartei, dem Neuköllner Verband sowieso, schon dezidiert genug.

      Es muss ja nicht deckungsgleich wie in Houellebecqs Roman "Unterwerfung" laufen. Die neuen linken Parteien in Europa sowie Teile der Demokraten in den USA rund um "AOC" (Alexandria Ocasio-Cortez) haben zwar nicht soviel Schaum vor dem Mund beim Sprechen über Israel wie die Islamisten, aber sie haben die Grenzen des Sagbaren seit dem 7. Oktober deutlich verschoben.

      Diese Mischung aus Linken und Islamisten ist das derzeit am meisten toxische Gebräu auf dem Parteienmarkt.

      • Abdurchdiemitte

        @Jim Hawkins:

        Die Kritik an Israel knüpft an die Kriegsverbrechen der Israelis in Gaza an sowie an die Vertreibungspolitik im Westjordanland. Diese Vorgänge sind auch Grundlage sämtlicher Israel betreffenden Sanktionsdebatten in der EU und den UN.



        Mag sein, dass einzelne Akteure auf der internationalen wie europäischen Ebene ihr eigenes antisemitisches Süppchen kochen - das räume ich ein -, insgesamt ist man aber noch sehr wohlwollend mit Israel bzw. seiner Regierung umgegangen, was Israels aggressives, hegemoniales Auftreten im Nahen Osten betrifft.



        Die USA halten nach wie vor ihre schützende Hand über Israel und dessen rechtsgerichteter Regierung. Das wird sich auch nicht ändern, wenn der nächste Präsident wieder von den Demokraten kommt.



        Und niemand wird und kann die extremistischen jüdischen Siedler in den Westbanks daran hindern, dort ihr Vorhaben der ethnischen Säuberung voranzutreiben. Nicht einmal eine neugewählte gemäßigte Regierung, da die Siedler innenpolitisch inzwischen zu einflussreich sind und aussenpolitisch ohnehin über eine starke Lobby verfügen.



        Der 7. Oktober war nicht der Beginn eines Krieges, sondern nur ein Glied in einer langen Kette kriegerischer Auseinandersetzungen.

    • Kohlrabi

      @Šarru-kīnu:

      Eine interessante Sicht der Dinge. Dagegen sprechen aber die völligen Misserfolge aller bisherigen Versuche in diese Richtung. Also BIG und Team Todenhöfer von konservativer, MERA25 von linker Seite her.

      Vom Neuköllner Milieu mag man ja halten was man will. (Von den Entgleisungen des Rappers musste Elif Eralp sich m.E. scharf distanzieren.) Ohne die jungen, migrantischen Jakobiner der westlichen Innenstadt wäre die Berliner Linke aber eine ziemlich trostlose Veranstaltung.

      • Desti

        @Kohlrabi:

        "Partiet Nyans" in Schweden, die sich an überwiegend muslimische Migranten richtet, ist verhältnismäßig erfolgreich.

    • Schleicher

      @Šarru-kīnu:

      "Deutschland wird über kurz oder lang eine Migrantenpartei bekommen, die dann dezidiert antisemitsch agieren kann."

      Fremdenfeindlichkeit par excellence.

      • Éljen a Magyar

        @Schleicher:

        Warum ist das fremdenfeindlich?



        Machen wir uns doch nichts vor, mit "Migrant" meint man schon lange nicht mehr alle aus dem Ausland nach Deutschland zu-/eingewanderten Menschen, spätestens seit 2015 sind damit grundsätzlich zu-/eingewanderte Menschen arabisch-muslimischer Herkunft gemeint.



        Und das von einer solchen Partei keine Unterstützung Israels und nichts Gutes für die in Deutschland lebenden Israelis und Juden zu erwarten ist, das haben die Ereignisse der letzten knapp drei Jahre nun wirklich klar und deutlich gezeigt.

      • rero

        @Schleicher:

        Das müssten Sie erklären.

        Ist eine Migrantenpartei fremdenfeindlich, wenn sie antisemitisch ist?

        Ist die Annahme, es werde mal eine Migrantenpartei geben, fremdenfeindlich?

        Da gab es doch mal vor Jahren einen AKP-Ableger, der sich nicht durchsetzen konnte.

        Die Annahme wäre in der Realität also vorstellbar.

        Ich habe nicht verstanden, worauf Sie hinaus wollen..

      • Chris McZott

        @Schleicher:

        Unsinn. Alle Menschen(gruppen) sind gleich und sind daher auch gleich fremdenfeindlich. Wenn Migranten x% der Gesellschaft stellen, werden sie auch x% der Rassisten stellen. Etwas anderes zu unterstellen wäre Rassismus "par excellence".

    • EffeJoSiebenZwo

      @Šarru-kīnu:

      … die eigene Partei …?

      Der erste Teil des Kommentars wirkt eigentlich wie AfD-Wahlwerbung: pro-israelisch und antimuslimisch.

      • *Sabine*

        @EffeJoSiebenZwo:

        "pro-israelisch" finde ich persönlich gut, denn irgendwo sollten jüdische Menschen relativ verfolgungsfrei leben können. Sie sind zwar auch in Israel nicht sicher, wie der 07.1023 gezeigt hat, aber zumindest müssen sie sich in Israel nicht, wie sogar! in Deutschland verstecken und verleugnen. Ich denke, wenn wir sogar! nach der Shoah jüdischen und/oder israelischen Menschen keine sichere Heimstatt bieten, haben wir nichts gelernt und sind die gleichen Verbrecher und Mörder wie unsere Vorfahren.

        "Antimuslimisch". Ja, der Islam hat für männliche, heterosexuelle Menschen einiges zu bieten. Davon kann man sich korrumpieren lassen oder auch nicht.

        • Abdurchdiemitte

          @*Sabine*:

          „Ja, der Islam hat für männliche, heterosexuelle Menschen einiges zu bieten.“



          Dann wundert‘s mich, dass ich nicht längst schon zum Islam konvertiert bin.😉

      • Éljen a Magyar

        @EffeJoSiebenZwo:

        Hören Sie sich doch einmal in muslimischen Milieus um! Was Sie da zum Thema Israel und Juden in Israel zu hören bekommen, müßte sämtlich Alarmglocken schrillen lassen.

        In der S-Bahn Hebräisch zu lernen oder israelische Zeitungen auf dem Handy/Tablet zu lesen ist in Berlin eine ganz, ganz schlechte Idee! Meine israelischen Freunde telephonieren mit ihren Familien in Israel in Berlin in der Öffentlichkeit gar nicht mehr oder auf Englisch.

        • *Sabine*

          @Éljen a Magyar:

          Ich denke, das, was Sie schildern, ist für Pro-Palästinenser nicht von Relevanz.

          Mir hat kürzlich mein ägyptischer Nachbar, den ich seit vier Jahren kenne, mit dem mich, so hatte ich den Eindruck, sogar Freundschaft verband, eröffnet, dass die 6.000.000 unschuldigen, jüdischen Menschen, die wir ermordet haben, zu wenige waren. Ich war so schockiert und wusste nicht wie reagieren, habe mich einfach abgewandt und bin weggegangen. Sollten wir nochmals ein Gespräch führen, werde ich mein Handy nehmen und ihn fragen, ob ich das aufnehmen darf. Dann könnte ich damit zur Polizei gehen und prüfen lassen, ob das ein Straftatsbestand ist.

          • Abdurchdiemitte

            @*Sabine*:

            Ich weiß von deutschen Sinti, die sich von anderen Deutschen sagen lassen müssen, dass Hitler sie damals „vergessen“ habe. Antiziganismus in Reinkultur, auch heute noch, an Gehässigkeit dem Antisemitismus in nichts nachstehend..



            Ablehnung, Verachtung und Feindschaft bis hin zum Mord kann auf alle Menschengruppen übertragen werden, - auch auf unter uns lebende Muslime, weshalb wir sie auch vor Anfeindungen und falschen Verdächtigungen schützen müssen -, die nicht der Streichholzschachtelwelt-Norm der Rassisten entsprechen.



            Und wir müssen verhindern, dass diese Rassisten nicht an die Macht kommen (wenn wir sie schon nicht von ihren falschen Überzeugungen abbringen können).

        • Residente

          @Éljen a Magyar:

          Ich lese beinahe täglich Haaretz in der Berliner U-Bahn und kann Ihren Eindruck (der vermutlich aus der Distanz entsteht) nicht bestätigen. In der Einrichtung, in der ich arbeite, kommen täglich israelische, palästinensische, jüdische, muslimische und viele andere Menschen zusammen. Keiner von diesen Menschen befürwortet die schrecklichen Verbrechen von Hamas oder IDF. Es gibt auch radikalisierte, gewaltbereite Teile der arabischen und palästinensischen Communities in Berlin, aber die Pauschalität in der Sie formulieren geht weit an der Realität vorbei.



          Und zum Ausgleich Ihrer Eindrücke hören Sie sich doch gerne mal um, was in likudfreundlichen und rechten Milieus in Berlin und ganz Deutschland so an Vertreibungs- und Vernichtungsphantasien und Rassismus gegenüber Palästinensern und Muslimen grassiert.

          • Abdurchdiemitte

            @Residente:

            Danke für die Klarstellung.



            Es kann doch nicht sein, sich schützend vor jüdische Menschenverächter und Rassisten zu stellen, während alle hierzulande lebenden Muslime pauschal des Antisemitismus verdächtigt werden.



            Wie mein seliger Opa schon sagte: Arschlöcher gibt es überall.

          • Éljen a Magyar

            @Residente:

            Mein Eindruck entsteht nicht aus der Distanz, sondern aus täglichen Erfahrungen und Beobachtungen in der Berliner S-/U-Bahn und an Berliner Universitäten.

          • *Sabine*

            @Residente:

            "Keiner von diesen Menschen befürwortet die schrecklichen Verbrechen von Hamas oder IDF."

            Sie setzen die gazanische Regierung/Hamas-Hizbollah-Huthi-Iran mit der IDF gleich. Und Sie gehen davon aus, dass Sie von "allen" (abgeleitet von Ihrem "keiner") Gesprächspartnern ehrliche Antworten bekommen. Das finde ich bemerkenswert; ebenso, dass zumindest von den jüdischen und/oder israelischen Menschen niemanden die Gleichsetzung der Täter des 07.10.23 und der Soldaten der IDF zu stören scheint. Kann das an einer Art Abhängigkeitsverhältnis liegen, benötigen/wollen/brauchen diese Menschen etwas von Ihnen?

            • Residente

              @*Sabine*:

              Ich setze die IDF nicht mit irgendetwas gleich, ich weise darauf hin, dass beide Seiten massive Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben und genozidale Absichten vertreten. Was an Ihrem Beitrag besonders erstaunt und bedrückt ist, dass Sie offenbar annehmen, das "jüdische und/oder israelische Menschen" eine Abhängigkeit brauchen um sich klar gegen illegale Besatzung, Apartheid, Kriegsverbrechen und für Gleichberechtigung aller Menschen zu positionieren. Lassen Sie mich Ihnen aus persönlicher Erfahrung sagen, das dem nicht so ist.

        • EffeJoSiebenZwo

          @Éljen a Magyar:

          Von diesen Topos lese ich hier ganz oft, nur denke ich, dass es nicht der Realität entspricht, aber nur zu gerne dafür eingesetzt wird, den größten Teil der moslemischen Bürger hierzulande zu diffamieren und die Spaltung weiter voranzutreiben.

          Ich ignoriere dabei nicht, dass es einen (kleinen) Teil dabei gibt, die tatsächlich antisemitisch denkt, und einen noch kleineren Teil, der auch danach handelt, aber in der Indifferenz ist mir das zu hetzend.

          • Šarru-kīnu

            @EffeJoSiebenZwo:

            Mehrere Studien (wie vom Mediendienst Integration oder dem Sachverständigenrat für Integration und Migration) ermittelten, dass etwa 40 Prozent oder mehr der befragten Muslime in Deutschland israelbezogenen antisemitischen Aussagen zustimmen.



            Grundsätzlich brauchen wir weniger Anhänger monotheistischer Religionen im Land. Aus der Ecke kam noch nie was Gutes. Ich hoffe so eine linke Kernthese ist heute noch sagbar oder ist die Unterwerfung schon fortgeschritten?

            • EffeJoSiebenZwo

              @Šarru-kīnu:

              ‚Grundsätzlich brauchen wir weniger Anhänger monotheistischer Religionen im Land. Aus der Ecke kam noch nie was Gutes. Ich hoffe so eine linke Kernthese ist heute noch sagbar oder ist die Unterwerfung schon fortgeschritten?‘

              Da bin ich zu 100% bei Ihnen.

            • Abdurchdiemitte

              @Šarru-kīnu:

              „Ich hoffe so eine linke Kernthese ist heute noch sagbar oder ist die Unterwerfung schon fortgeschritten.“



              Und ich hoffe inst, dass Sie nicht noch tiefer in dieses rechte „Das-wird-man-ja-noch-sagen-dürfen!“-Geplärre einsteigen.



              Wenn Linke damit schon damit anfangen, ist der Siegeszug der AfD erst recht nicht mehr aufzuhalten.



              Ich frage mich immer: WAS zur Hölle darf denn hierzulande NICHT gesagt werden? Richtig, Holocaust-Leugnung z.B. ist strafbar. Das finde ich auch richtig so.



              Ansonsten darf doch wirklich fast jeder (rechte) Müll verbreitet werden, v.a. auf Social Media.

            • Bussard

              @Šarru-kīnu:

              Danke. Eigentlich war das mal linker Konsens.

  • Klaus Franz

    Man kann alles zum Wahlkampfthema hernehmen, aber ob man damit tatsächlich viele Wahlberechtigte überzeugt, ist eine ganz andere Sache. Ich glaube insgesamt ist man in Deutschland sehr stark auf der Schiene "Ein Zeichen setzen", macht man oft gerne und ist sich der Zustimmung von der eigenen Galerie sicher.



    Und dann sitzt das Zeichen da so rum und macht kein Kreuz auf dem Wahlzettel.

  • RenitenterBoomie

    "ein Konflikt in rund 3.000 Kilometer Entfernung ist kein gutes Thema für einen Landtagswahlkampf."

    Schon bin ich raus.

    Denn das in Berlin-Neukölln "ein Konflikt in 3000 Kilometer Entfernung..." - ähem - "kein gutes Thema ist" entspricht halt nicht der vorzufindenden Wirklichkeit. Soooorrrry Leute! Die Wirklichkeit ist ein Biest.

    Da leben viel die Leute, für die das ständiges "Thema" ist. Weil es ihre Verwandten, Freunde, die Menschen ihrer Geschichte und ihres Kulturkreises betrifft.

    Und deshalb darf ein kaum über die 25 Lebensjahre Rapper auch zum Aufstand, zur Erhebung - also arabisch: Intifada aufrufen. Muss sich in seinem Text, seinem künstlerischen Ausdruck nicht daran orientieren, was die europäischen Bravmittelstandsliberalbürger zusammen mit ihren Regierungen und der Regierung Israels festlegt, was Intifada ist.

    Er darf auch jener Armee den Tod wünschen, deren Regierung ansagt, das routinemässige Töten von Palästinensern sei Ok und staatsräsonabel notwendig.

    Feine Gesellschaft das.



    Erlegt einen Rapper.



    Um dann wahrheitswidrig zu phantasieren, der repräsentiere das Programm, die Praxis, die Rhetorik, die Agenda der DIE LINKE.

    • *Sabine*

      @RenitenterBoomie:

      "Da leben viel die Leute, für die das ständiges "Thema" ist. Weil es ihre Verwandten, Freunde, die Menschen ihrer Geschichte und ihres Kulturkreises betrifft."

      Ja, ist halt wieder einmal äußerst unglücklich für die jüdischen und/oder israelischen Menschen, dass sie in der Minderheit sind und für sie, aus mir unbekannten Gründen, nicht einmal die Linken Minderheitenschutz reklamieren. Ich bin froh über jede Nachricht, die mich darin bestätigt, dass jüdische und/oder israelische Menschen auch ohne diesen Schutz überleben können.

    • JC Kay

      @RenitenterBoomie:

      Wer meint, dass Intifada in diesem Kontext nur Aufstand bedeutet, glaubt auch, dass die 88 auf einer rechten Demo nur eine Zahl ist.

    • David Behboudian

      @RenitenterBoomie:

      Besser hätte ich es nicht sagen können.



      Deutschland ist Komplize in diesem Völkermord, sowohl Waffenexporttechnisch, als auch politisch deckend, über die Sanktionsblockaden in der EU.

      Richtig traurig und erbärmlich, für ein Land, welches bereits selbst 5 Völkermorde vollzogen hat (Roma, Sinti, Juden, Herero, Slawen)

      • *Sabine*

        @David Behboudian:

        Ihnen ist die Reproduktionsrate in beispielsweise Gaza von vor dem Krieg bekannt?



        Ebenso, dass israelische Behörden erlaubt haben, das Sperma der männlichen Gefängnis-Insassen nach Gaza zu schmuggeln und die Existenz von insgesamt neun IVF- bzw. Fruchtbarkeitszentren? Für mich persönlich sieht das nicht nach einem Völkermord, geplant oder ungeplant, aus.

        • Klabauta

          @*Sabine*:

          "dass israelische Behörden erlaubt haben, das Sperma der männlichen Gefängnis-Insassen nach Gaza zu schmuggeln"

          1. Wer schmuggeln muss, besitzt keine Erlaubnis, handelt also illegal.



          2. Legal hingegen ist laut israelischem Gesetz, dass israelischen Soldaten nach ihrem Tod Sperma entnommen werden kann, selbst wenn sie dies nicht ausdrücklich gewünscht hatten.

          Quellen: Spiegel, Tagesschau

          Und was soll Ihre Frage nach der "Reproduktionsrate in beispielsweise Gaza" genau besagen? Ich möchte Ihnen nichts unterstellen, deshalb frage ich lieber nochmal nach.

  • Fran Zose

    Wenn die AfD im Landtagswahlkampf mit Antimigrationspolitik auf Stimmenfang geht, dann ist sich die Linke schnell, und zurecht, einig, dass es billiger Populismus ist und das Ganze eh nicht auf Landesebene entschieden wird. Warum es jetzt bei Palästina anders sein soll erschließt sich mir nicht, Frau Jäckels. Es ist die gleiche Augenwischerei in der Hoffnung auf mehr Stimmen wie sie die Rechte betreibt. Und um es klar zu sagen: Sie ist damit keinen Deut besser.

    • N. Ietsche

      @Fran Zose:

      Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Das Teile der Linken eben Antisemitisch sind und auf den Zug aufspringen - geschenkt.

      Aber wie viele dann mit einer rechten und nationalistischen Ideologie - dem palästinensisch-arabischen Nationalismus sympathisieren und sich entsprechend verhalten ist schon immer faszinierend. Jedenfalls ist die zugedachte und faktische Position beispielsweise der Beduinen im palästinensischen Nationalismus nicht wesensverschieden von der der Jenischen im deutschen Nationalismus. Wahlweise auch Tscherkessen und Roma, Drusen und Sorben etc.

      Wars auch schon bevor die ersten Juden eingewandert sind.

      Ähnlich stehts ja mit Linken und Russland. Auch wenn da ein Großteil Richtung BSW abgewandert ist.

      Exklusivistischer Nationalismus scheint in der Linken eine starke Anziehung zu haben, solangs halt kein Deutscher ist.

      • O.F.

        @N. Ietsche:

        Das stimmt so nicht: der arabische Nationalismus war keine einheitliche Ideologie und keineswegs durchgehend exklusivistisch – im Gegenteil: warum glauben Sie denn, waren arabische Christen unter seinen Vertretern zu zahlreich zu finden (und als der Palästina-Konflikt noch ein arabisch-osmanischer war, hat man durchaus auch Arabisch sprechende Juden mit einbezogen). Im speziellen Kontext des israelisch-palästinensischen Konfliktes ist es ohnehin absurd, einem Volk, das seit Jahrzehnten mit den Folgen von Vertreibung und Besatzung zu leiden hat und das gerade Opfer eines Völkermordes wird, Nationalismus zum Vorwurf zu machen. Und aus dem Munde eines Likud-Apologeten ist das ohnehin absurd: Ihnen ist vielleicht bewusst, welche Ansichten man in der israelischen Regierungskoalition (und leider auch in erheblichen Teilen der israelischen Gesellschaft) vertritt?

        • N. Ietsche

          @O.F.:

          Warum arabische Christen, darunter zu finden sind: Weils eben sesshafte Araber sind, d.h. Angehörige der Nation. So wie eben deutsche Katholiken Angehörige der deutschen Nation waren.

          Früher hat man zum Teil auch Arabisch sprechende Juden als Araber gesehen. Bis etwa um den ersten Weltkrieg. Damals hat man zum Teil auch noch Deutsch sprechende Juden als Deutsche gesehen. Dann haben halt im arabischen und deutschen Raum antisemitische Nationalisten die Deutungshoheit gewonnen.

          Ich habe in meinem Kommentar nicht von den Palästinensern per se, sondern vom arabischen Nationalismus und seinen Anhängern. Also habe ich - tautologisch - Nationalisten als Nationalisten bezeichnet.

          Dann wird wirklich interessant: Ich glaube ich habe den Likud noch nie in einem Kommentar hier erwähnt. Und falls doch dann ziemlich sicher nicht positiv. Ja weiß ich, welche Ansichten man dort vertritt. Die Ansichten sind im Wesentlichen faschistisch, rassistisch und menschenfeindlich.

          • O.F.

            @N. Ietsche:

            Das ist eben keine Tautologie, weil sich hinter dem Wort Nationalist Recht verschiedene Ideologien verstecken können. Und genau das habe ich Ihnen erklärt: der arabische Nationalismus war und ist keine homogene Weltsicht, sondern kennt inklusivere und exklusivere Formen - was auch den Blick auf verschiedene Gruppen wie Christen, arabischsprechende Juden und eben auch Beduinen betrifft. Kurz und gut: Sie pauschalisieren. Die Distanzierung von Likud und Anhang ist wenig glaubwürdig, wenn man deren Politik hier durchgehend verteidigt.

      • EffeJoSiebenZwo

        @N. Ietsche:

        ‚ Aber wie viele dann mit einer rechten und nationalistischen Ideologie - dem palästinensisch-arabischen Nationalismus sympathisieren und sich entsprechend verhalten ist schon immer faszinierend.‘

        So unterschiedlich können Eindrücke sein. Meiner Ansicht nach solidarisiert sich diese Klientel eindeutige mit den Likud-Rechtsaußen, weil beide im Kern Antimuslimisch sind.

        • N. Ietsche

          @EffeJoSiebenZwo:

          Diese Klientel? In dem Absatz habe ich mich auf den vorherigen bezogen in dem ich von Linken gesprochen habe bzw. Teilen der Linken die ich durch den von Ihnen zitierten Teil konkretisiert habe.

          Ihr Eindruck ist also, dass sich Linke überwiegend mit dem Likud sympathisieren, weil Linke im Kern antimuslimisch sind?

          • EffeJoSiebenZwo

            @N. Ietsche:

            Ne, da habe ich tatsächlich zu schnell gelesen: ich meinte, dass die hiesigen Rechten und Nationalisten mit dem Likud sympathisieren.

  • Éljen a Magyar

    "Anti-Genozid-Proteste (...) Berliner Repressionsapparat (...) eine verbalradikale Parole (...)"

    Da weiß man doch wieder, warum man als erkennbar israel- und judensolidarischer Mensch nicht nur einen weiten Bogen um Wahlveranstaltungen der Die Linke machen, sondern auch tunlichst nicht in der Wahlkabine sein Kreuz bei dieser Partei machen sollte!

    Und nur zur Erinnerung: „Yalla Yalla Intifada, Westbank, Palästina, Gaza“ bedeutet



    - 15 Tote und 43 Verletzte beim Bondi-Beach-Terroranschlag 2025,



    - 2 Verletzte beim Messerangriff in Golders Green, London 2026,



    - 4 abgebrannte Fahrzeuge des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola in London 2026,



    - Brandanschläge auf Synagogen (Lüttich (Belgien), Rotterdam & Amsterdam (Niederlande)) und israelisch-jüdische Restaurants (München (Deutschland)).

    • Schleicher

      @Éljen a Magyar:

      Nein. Sonst müssten Sie umgekehrt sagen:



      "Am Yisrael Chai" bedeutet: Völkermord an Palestinenser.

      Wär aber wohlfeil und zu kurz gegriffen.

      Genau wie Ihre Aussage.

      • JC Kay

        @Schleicher:

        Das ist jetzt sehr weit hergeholt. Immerhin beschreibt Intifada zwei zeitlich klar umrisse Aufstände von denen sich vor allem der zweite durch Terroranschläge gegen die Zivilbevölkerung ausgezeichnet hat und über 1000 Israelis das Leben gekostet hat. Vom Selbstmordanschlag in einer Pizzeria in Jerusalem zu den oben genannten Beispielen ist es also nicht weit her. Intifada bezeichnet eben wesentlich mehr, als den arabischen Begriff für Aufstand. Intifada bedeutet ebenTerror und Mord an Juden.

        • O.F.

          @JC Kay:

          Intifada bedeutet erst einmal "Abschütteln", nämlich einer Besatzung, die illegal ist und deren Folgen von zahlreichen, auch israelischen Menschenrechtsorganisationen hinreichend dokumentiert wurden. Nun gibt es gute Gründe, sich dieses Schlagwort nicht zu eigen zu machen, even weil hier für eine gerechte Sache mit teils verbrecherischen Mitteln gekämpft wurde. Aber wer das skandalisiert, kann sich eben keine moralische Bildheit in die andere Richtung leisten: Solidarität mit Israel ist eben auch Solidarität mit einem Staat, der seit Jahrzehnten Menschenrechte mit Füßen tritt und gerade einen Völkermord in Gaza begeht. Der Vergleich oben ist also keineswegs an den Haaren herbeigezogen, sondern trifft den Kern des Problems.

  • Kristina Vera

    Nein, das Thema gehört nicht in den Berliner Wahlkampf.



    Wenn Pauline Jäckels von "irgendeiner Veranstaltung" spricht, ist das eine Abwertung derjenigen, die sich an diesem Tag dort im Wahlkampf engagiert haben. "Irgendein Rapper mit "verbalradikaler Aussage" klingt nach unreifer Verharmlosung und Bagatellisierung. "Yalla, Yalla, Intifada" ist u.a. auch die Kampfansage der terroristischen Hamas, nur zur Erinnerung.



    Frederik Eikmanns argumentiert hier sachlich und realistisch. Der Nahostkonflikt ist Aufgabe der Außenpolitik. Sicherlich muss sich an der eingefahrenen Staatsräson Deutschlands etwas ändern. Zum Beispiel mit Sanktionen gegen Ben Gvir, Smotrich und gewalttätige Siedler oder Banken und Unternehmen, die Siedlungsprojekte wie das geplante E1 fördern. Mit der Forderung nach unzensierter Berichterstattung der Medien/Presse aus Gaza und WJL.



    Die Berliner Linke tut gut daran, sich von "Yalla, Yalla, Intifada" zu distanzieren. Es gibt genügend Probleme in Berlin. Die werden sich langfristig nicht mit ständiger Fixierung auf Israel und den Nahostkonflikt lösen.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Kristina Vera:

      ‚ Der Nahostkonflikt ist Aufgabe der Außenpolitik. Sicherlich muss sich an der eingefahrenen Staatsräson Deutschlands etwas ändern.‘

      Aber genau deswegen kann der Nahostkonflikt eben nicht auf die Außenpolitik begrenzt sein, wohl wissend, wie sie sich repressiv gerade im Berlin (unverhältnismäßige Polizeigewalt, Verbot von Veranstaltungen und Einreiseverbotggü unangenehmen Personen) ausgewirkt hat.

      • Kristina Vera

        @EffeJoSiebenZwo:

        Wenn man schon das Thema, das ein Nebenschauplatz ist, aufgreifen möchte, wäre es sinnvoller im Rahmen von Wahlkampfveranstaltungen auf verbalradikale Slogans/Parolen zu verzichten sondern stattdessen zu differenzieren.



        Konkrete Forderungen zu der Problematik in Berlin und Lösungsvorschläge zu Polizeigewalt, Veranstaltungsverboten formulieren. Also das, was Berliner Stadtstaatpolitik betrifft. Dazu gehört, auch die wachsenden Anfeindungen und Übergriffe gegenüber Juden und Jüdinnen zu thematisieren. Und sich des Antisemitismusproblems in einem Teil der (Berliner) Linken zu stellen.

        • EffeJoSiebenZwo

          @Kristina Vera:

          Absolut bei Ihnen.

  • Philippo1000

    Nee!



    Heißes Eisen für die Linke.



    Da liegt für mich persönlich auch das größte Konfliktpotential.



    Völlig klar, dass Netanjahu rechte Politik macht und dass die Gewalt gegenüber Palästinenser*Innen völlig maßlos ist.



    Hass mit Hass zu bekämpfen ist allerdings auch keine Lösung.



    Leider gibt es auch linken Antisemitismus und da gilt es genau so den Anfängen zu wehren, wie beim Rechtsextremismus.



    Wer 2und 1 zusammen zählen kann, wird merken, dass eine linke Mehrheit in Berlin nur aus drei Parteien bestehen kann.



    Eine Festlegung auf eine extreme Position wäre ein Stolperstein in künftigen Koalitionsverhandlungen.

    • Éljen a Magyar

      @Philippo1000:

      Das ist doch die einzige gute Nachricht: daß sich die umbenannte DDR-Staatspartei SED (heute: Die Linke) mit dieser Aktion und ihrem Umgang damit wohl um ihre Koalitionspartner bringt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß der Berliner Landesverband der im Bund mit CDU und CSU regierenden SPD sich auf eine Koalition einer in Teilen offen antisemitischen Partei einläßt. Bei den Grünen sieht die Situation wohl ähnlich aus.



      Noch ein, zwei solche Wahlveranstaltungen, und die SED/Die Linke hat der CDU den Regierenden Bürgermeister gerettet!

  • Land of plenty

    Für die Erregung im Kampf der Völker gegeneinander ist es ein gutes Identifikationsobjekt.



    Für die Gestaltung des Zusammenlebens in Berlin sollte es keine Rolle spielen.



    Trauerbekundungen sind jedoch weiterbringend.

  • Axotono

    Die Neuköllner Linke handelt nicht nur inhaltlich völlig dumm, sondern schadet auch den Regierungschancen der Partei. Mit bekloppten Sprüchen wird die Linke eben für viele unwählbar. Aber es steht zu befürchten, dass das beabsichtigt ist

  • *Sabine*

    "Das Thema Nahostkonflikt schnurrt in der Berliner Landespolitik darauf zusammen, wie die Polizei mit den zuletzt seltenen Palästina-Demos umgeht und welche zivilgesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen finanziell unterstützt werden."

    Wenn auf Pro-Palästina-Demonstrationen zum Mord an Juden aufgerufen oder "Hamas, Hamas J.... ... ..." skandiert wird und die Berliner Regierung das toleriert, ist das meiner Meinung nach durchaus national ebenso wie international bedeutsam.

    Ich finde es nach wie vor bedauerlich, dass der Stadtstaat Berlin im Rahmen der Wiedervereinigung nicht mit Brandenburg zusammengeführt wurde. "Irgendwie" wäre das dann alles weniger hässlich.

    • Éljen a Magyar

      @*Sabine*:

      Den entsprechenden Versuch gab es 1996. Er scheiterte aber am Votum der Brandenburger, die sich weder die Berliner Schulden aufhalsen lassen, noch sich durch die 3,5 Millionen Berliner im Vergleich zu ca. 2,5 Millionen Brandenburgern marginalisieren lassen wollten.

    • Oma

      @*Sabine*:

      Warum wäre das dann weniger hässlich?

      • *Sabine*

        @Oma:

        Weil sich dieser Antisemitismus dann prozentual auf mehr Menschen verteilen würde und somit geringer wäre.

        Und, das ist nur meine persönliche Meinung, ich den "Durchschnitts-Brandenburger" für weniger antisemitisch halte als den "Durchschnitts-Berliner". Beispielsweise habe ich aus Brandenburg nicht gelesen oder gehört, dass der 07.10.23 gefeiert wird/wurde und Süßigkeiten verteilt werden oder dass in Brandenburg Juden krankenhausreif geprügelt oder bespuckt und angegriffen werden.

        • Oma

          @*Sabine*:

          Nun ja. vom Schönrechnen wird das nicht wirklich schöner.

  • Janix

    Kein Bundeslandthema, und ein Nebenschauplatz. Andere Themen sind für die Linken und für Berlin noch wichtiger.

    Zugleich werden universal-links Denkende natürlich das grundsätzliche Demonstrationsrecht auch für Palästinademonstrantens hochhalten. Da hat Schwarz-Rot einige Böcke geschossen, das kann mensch ruhig aufspießen.

    Kommunikationsklar geht es zugleich um Sozial für die ganz Vielen.

    • Janix

      @Janix:

      Die linke Seite des Spektrums ist viel häufiger zu Universalismus fähig als verstockt Rechte, die Privilegien rabiat verteidigen wollen.



      Natürlich gelten Bürger-/Menschenrechte bitte auch für Menschen, die nicht Meier, sondern Khoury heißen. Gilt das Völkerrecht auch für Palästina, Marokko, Israel, Molwanien. Was ich auch einigen hier womöglich kurz ins Buch schreiben muss.



      Zugleich ist die Linke nicht nur die vielleicht einzige Partei, die da nicht ausgrenzt. Sie ist vor allem nach der Kapitulation der Giffey-SPD vor dem Kapitalismus die vielleicht einzige Partei, die soziale Themen ernsthaft voranbringen will.



      Zu den konkreten Ansätzen ließe sich lang disputieren, doch der zentrale Punkt der Linken ist Soziales.



      Und universale Rechte.

    • Annette Hauschild , Autor*in ,

      @Janix:

      In einem Wahlbezirk, wo so viele Menschen mit Wurzeln aus der betroffenen Region leben, wäre es fatal, wenn die Linke das Thema gänzlich ausklammern und sich nur auf Mieten, Nahverkehr oder Sozialpolitik spitzen würde. ein bißchen mehr Empathie für die Traumata der Palästinenser würde ihr auch gut bekommen.

      • Suryo

        @Annette Hauschild:

        Die Palästinenser in Berlin laufen aber nicht in Gefahr, in Berlin von Juden bzw Israelis angegriffen zu werden. Umgekehrt sind Juden und Israelis in Berlin sehr wohl in ständiger Gefahr, von Palästinensern und ihren Sympathisanten angegriffen zu werden.

        Wo ist denn die Linke, die diese vollkommen offenkundige Tatsache mal klar anspricht? Wo ist denn da das Mitgefühl?

      • JC Kay

        @Annette Hauschild:

        Dann sollte die Linke auch empathisch mit den Menschen sein, die sich nicht mehr trauen, ihre jüdische Identität in der Öffentlichkeit zu zeigen, mit denen, die nicht mehr öffentlich Hebräisch sprechen können, mit denen, die sich durch rote Dreiecke an Uni-Wänden bedroht fühlen, mit denen die Morddrohungen erhalten, mit jenen, denen der Hass auf den Pro-Pali Demos, Angst bereitet. Und? Gibt es diese Empathie?

      • hamann

        @Annette Hauschild:

        Es sind - neben Palästinensern - auch diejenigen betroffen, die den life-gestreamten Verbrechen zusehen müssen und feststellen, in Deutschland gilt das universale Völkerrecht nicht und von der Bundesregierung werden die Verbrechen auch noch unterstützt. Die Genozidkonvention fordert bekanntlich alle Drittstaaten auf, bereits bei dem V e r d a c h t auf Genozid alles zu tun, diesen zu verhindern (siehe Rechtsgutachten den ICJ aus dem Jahre 2024). Geschehen ist: Nichts - stattdessen werden Proteste kriminalisiert. Deutschland 2023-2026... offenbar ist ‘die Linke’ die einzig noch universalistisch denkende Partei. Das Menschheitsverbrechen Genozid ist völkerrechtlich ein erga omnes Verbrechen, d.h. es ist so schwerwiegend, dass es (wie u.a. Apartheid) die gesamte Menschheit angeht, nicht nur die Opfer. Mit 'Empathie' hat das nichts zu tun. Die Verhinderung dieser Verbrechen ist (rechtliche) Pflicht.

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Janix:

      Na ja, wer bei Pro-Palästina-Demonstrationen gewalttätig gegenüber anderen und Polizeibeamten wird und die Vernichtung Israels fordert, der hat sein Recht auf Demonstrationsfreiheit sicherlich zu Recht verwirkt. Und wenn solche Typen von der linken Bürgermeisterschaftskandidatin unterstützt würden, dann wäre ihre fragwürdige politische Einstellung schon deutlich zu hinterfragen.

  • Alex_der_Wunderer

    Der Wahlkampf in Deutschland ist in erster Linie eine äußerst ernst zunehmende, innenpolitischen Angelegenheit.



    Hier ist äußerste Souveränität der politischen Beteiligten gefordert.