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Inspiration aus England: Together4Palestine-Konzert in der Londoner Wembley Arena im September 2025 Foto: Samir Hussein/WireImage/ABA/getty images

Benefizkonzert abgesagtKeine Bühne für Palästina

Künst­le­r:in­nen planen ein großes Benefizkonzert für Gaza in Köln, darunter Prominenz wie Peter Fox. Dann macht der Hallenbetreiber einen Rückzieher.

M aidline Aurie sitzt in ihrer Wohnung und wirkt nachdenklich. Die Sängerin und Songwriterin aus Rheinland-Pfalz schreibt ätherische Pop-Balladen mit Titeln wie „Menschenmüde“ und „Wo ist die Liebe?“, veröffentlicht sie auf Musikstreamingdiensten und finanziert sich über diverse Projekte. Sie ist eine zierliche Person, und sie ist eine zähe Kämpferin. Mit einem kleinen Team von Mitstreitern bündelte sie im vergangenen Jahr die gemeinsamen Kräfte, um unter dem Motto „Together4Palestine Germany“ ein Benefizkonzert auf die Beine zu stellen. Doch die Umsetzung erwies sich als schwerer als gedacht.

Zwar schafften sie es, ein beachtliches Line-up zusammenzustellen, mit Headlinern wie Peter Fox, Nico Santos, Mal Elévé und der Band Bonaparte sowie Supportern wie Jan Delay, Emilia Roig und Kübra Gümüsay. Aber kurz vor dem geplanten Termin Ende März habe der Veranstaltungsort in Köln seine Zusage überraschend zurückgezogen, sagt Maidline Aurie im Zoom-Gespräch mit der taz – aufgrund von Sicherheitsbedenken. Jetzt suchen die Künstlerinnen und Künstler eine neue Arena und gehen dafür an die Öffentlichkeit. Auf Instagram haben sie kürzlich einen entsprechenden Post und ein Video veröffentlicht.

Die Schwierigkeiten sind symptomatisch. Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zeigten sich viele Künstler solidarisch mit Israel. Der Pianist Igor Levit brachte im November 2023 ein Galakonzert „gegen Antisemitismus und Hass“ auf die Bühne des Berliner Ensembles, mit Michel Friedman, Katharina Thalbach, den Toten Hosen und weiteren Stargästen.

Im Dezember folgte eine Kundgebung unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ am Brandenburger Tor: Herbert Grönemeyer, Roland Kaiser und Iris Berben traten dort vor ein paar Tausend Menschen mit Israels Botschafter Ron Prosor und Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner auf. Igor Levit wiederholte seinen „Solidaritätsabend gegen Antisemitismus“ unter anderem im November 2024 in der Hamburger Elbphilharmonie mit der Antilopen Gang, Wolf Biermann, der Jazzsängerin Efrat Alony und vielen mehr. Es sei „ein lauter Appell gegen das Wegsehen“ gewesen, befand der NDR. Die bis dahin 45.000 Opfer in Gaza kamen dort aber kaum zur Sprache.

Israel-kritische Kulturszene in Großbritannien und USA

In den USA und Großbritannien positionierte sich die Kulturszene von Anfang an deutlich kritischer gegenüber der israelischen Kriegsführung. Noch bevor Ende Oktober 2023 die erste israelische Bodenoffensive begann, wandten sich über 400 Schauspieler, Filmemacher und Musiker – darunter Cate Blanchett, Billie Eilish, Jennifer Lopez und Drake – an den damaligen US-Präsidenten Joe Biden mit der Bitte, mehr Druck auf Israel auszuüben.

Ihre Initiative nannte sich „Artists4Ceasefire“ und forderte eine sofortige Waffenruhe, humanitäre Hilfe und die Freilassung aller Geiseln durch die Hamas. Viele Unterstützer sollten die rote Anstecknadel mit dem Logo der Artists4Ceasefire im Laufe der nächsten beiden Jahre etwa bei den Oscar-Verleihungen tragen, um ihre Solidarität mit den vielen Opfern dieses Krieges zu bekunden.

„Wie können wir euch eure Sorgen, Bedenken nehmen?“ Die Sängerin Maidline Aurie Foto: David John Lewi

In Großbritannien schlossen sich Gleichgesinnte wie Annie Lennox, Paul Weller, Massive Attack dieser Solidaritätserklärung an. In Deutschland tat sich Maidline Aurie im November 2023 mit anderen zu Artists4Ceasefire Germany zusammen und lancierte einen Appell an die Bundesregierung. „Wenn ein Leben mehr als das andere zählt, dann haben wir die Menschlichkeit verfehlt“, schrieb Aurie damals auf Instagram. Das Echo war verhalten, doch bis Ende 2024 sammelte Artists4Ceasefire Germany immerhin rund 50.000 Euro an Spenden ein.

Ein Mitstreiter der ersten Stunde ist Chima, Sänger und Musiker aus Frankfurt am Main. Nach Anfängen als Rapper, unter anderem bei den Brothers Keepers, sattelte der Sohn nigerianischer Einwanderer auf deutschsprachigen Reggae, Soul und Pop um. Mit dem Song „Morgen“ und zwei Alben, „Stille“ und „Von Steinen und Elefanten“, reüssiere er in den 2010er-Jahren in den Charts. Der Musiker sitzt in seiner Küche in Frankfurt am Main, trägt eine Schiebermütze auf dem Kopf; er hat noch Termine, sagt er in die Kamera seines Laptops, und muss deshalb bald los.

„Viele Künstler in Deutschland halten sich bei dem Thema zurück, aus Angst vor Antisemitismusvorwürfen“, sagt der 54-Jährige. „Man muss aber auch sehen, dass viele Künstler ihre Karriere nach der Pandemie gerade erst wieder in den Griff bekommen haben.“ Darum seien viele sehr zurückhaltend – aus Furcht um ihren Ruf – und letztlich um ihre Existenzgrundlage.

Im Sommer begannen Maidline und Chima erste Pläne für ein großes Solidaritätskonzert zu schmieden. Zuerst fragten sie einzelne Kolleginnen und Kollegen an, dann starteten sie in den sozialen Medien einen Aufruf. Zum Kernteam gehörten zu diesem Zeitpunkt die Indie-Künstlerin Mogli aus Berlin und der Schauspieler Kai Schumann aus Köln. Auf ihr „Kick off-Posting“ meldeten sich unter anderem die beiden Casting-Girlgroups Monrose und die No Angels, die Musikerinnen CATT und Mine sowie der Berliner Rapper Jalil.

Niemand habe gesagt, er traue sich nicht

„Wir mussten den Termin allerdings zwei Mal verschieben, weil wir zunächst nicht genug Headliner hatten, um eine große Arena auszuverkaufen“, sagt Aurie. „Das finanzielle Risiko wäre sonst zu groß gewesen.“ Schließlich wollte man Spenden sammeln, um Organisationen zu unterstützen, die Nothilfe leisten. Aber viele Stars zierten sich. „Niemand hat offen gesagt: Ich traue mich nicht oder ich unterstütze das nicht“, sagt Chima. „Es hieß nur oft: Wir würden ja gerne, aber wir sind gerade auf Tour. Oder: Ich mache gerade Pause. Oder Urlaub. Es gab jede Menge Begründungen dafür, warum man gerade keine Zeit hat.“

Meine Hoffnung ist, dass da ein Austausch entsteht, der die Gesellschaft befruchtet

Chima, Musiker

Der Vorwurf, den der Rapper da implizit erhebt, dass viele Künstler sich nicht trauen würden, offen zu sprechen und die Gründe der Absagen nur vorgeschoben seien: Er lässt sich nur schwer überprüfen. Die taz hat diverse Musiker angefragt, ob sie sich vorstellen könnten, bei so einem Benefizkonzert mitzumachen, darunter Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Nina Hagen, Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, die Antilopen Gang, Tocotronic und die Sterne. Bis Redaktionsschluss hat keiner auf die Anfrage geantwortet.

Im Frühjahr 2025 wollten auch zwei Solo-Cellisten der Deutschen Oper in Berlin, Arthur Hornig und Arne-Christian Pelz ein Benefizkonzert für Kinder in Gaza organisieren. Weil die Deutsche Oper das Konzert jedoch absagte und sie dafür keinen anderen Raum bekamen, entschieden sie sich, mit ihren Instrumenten auf die Straße zu gehen.

Im Mai 2025 veranstalteten etwa 100 Musiker verschiedener klassischer Orchester auf dem Potsdamer Platz einen Flashmob: Über eine Stunde spielten sie an dieser zentralen Straßenkreuzung der Stadt vor überraschten Passanten, im September folgte ein zweites Straßenkonzert auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Auch Maidline Aurie, Chima und ihre Mitstreiter überlegten, auf die Straße zu gehen, verwarfen diese Idee dann aber wieder.

„Wir suchen einen Raum oder eine Bühne, wo Menschen zusammenkommen und sich austauschen können, wo sich die Energie verdichtet und konzentriert“, sagt Chima. „Meine Hoffnung ist, dass da ein Austausch entsteht, der die Gesellschaft befruchtet.“

Spätsommer 2025: Die Lage in Gaza schockiert

Im Spätsommer 2025 spitzte sich die Lage im Gazastreifen weiter zu, weil Israel die Grenzen für Wasser, Medikamente und Nahrung über Monate hinweg geschlossen hielt. Das schockierte auch in Deutschland viele Menschen. Im August 2025 forderten mehr als 360 Prominente, darunter die Schauspielerin Christiane Paul, Jürgen Vogel und Daniel Brühl, der Regisseur Fatih Akin sowie Musiker und Musikerinnen wie Joy Denalane und Clueso, in einem offenen Brief einen Kurswechsel der deutschen Politik gegenüber Israel.

„Niemand hat offen gesagt: Ich unterstütze das nicht“: der Frankfurter Musiker Chima Foto: Viktor Schanz

Am 29. September 2025 fand an der Siegessäule in Berlin dann die Großkundgebung „All Eyes on Gaza“ statt, zu der die NGOs Amnesty und medico international aufgerufen hatten. Die Linkspartei rief am selben Tag zu einer Demo auf. So strömten an jenem Tag mehrere Zehntausend Menschen im Demozug zum Großen Stern, wo am Abend die Rap-Acts K.I.Z, Pashanim und Ebow auftraten.

„Die Rap-Bubble in Deutschland ist stark türkisch und arabisch geprägt“, sagt Chima. „Da nutzt es im Zweifel eher deiner Credibility, wenn du dich zu Gaza äußerst. Aber als Pop- oder Schlagersängerin gehst du ein großes Risiko ein, es dir mit deinen Fans, deinem Label oder deinen Geschäftspartnern zu verscherzen.“

Für ihr geplantes Benefizkonzert bemühten sich Maidline Aurie, Chima und ihre Mitstreiter bewusst um ein sehr breites Spektrum an Künstlern und eine große Bandbreite an Musikstilen. Auch der klassische Violinist Michael Barenboim, der unter dem Motto „Make Freedom Ring“ selbst regelmäßig kleinere Benefizkammerkonzerte organisiert, war mit von der Partie. „Mir persönlich war es ein Anliegen, Leute aus vielen Genres einzubeziehen und wir sind sehr froh darüber, dass uns das gelungen ist“, sagt Chima.

Zusätzliche Inspiration kam aus England. Keine zwei Wochen vor der Großkundgebung in Berlin, am 17. September 2025, hatte Brian Eno in London unter dem Motto „Together4Palestine“ ein großes Benefizkonzert auf die Bühne der Wembley Arena gebracht, mit britischen Stars wie Damon Albarn, James Blake, Bastille, mit palästinensischen Künstlerinnen und Künstlern wie Saint Levant, Nai Barghouti und dem Oud-Spieler Adnan Joubran sowie prominenten Gästen wie Hollywoodstar Richard Gere, der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese und dem Holocaust-Überlebenden Stephen Kapos. Das Spektakel wurde im Netz live gestreamt und weltweit von rund 200.000 Menschen verfolgt.

Auch Peter Fox schloss sich dem Line-up an

„Wir hatten ja bereits unabhängig von dem, was es in Großbritannien gab, die gleiche Idee“, betont Chima. „Aber als wir das gesehen haben, da haben wir uns gesagt: Hey, da schließen wir uns an.“ So kam es zum Austausch mit London und dem Titel „Together4Palestine Germany“. Der Aufruf zu einem deutschen Pendant traf auf offene Ohren. „Im Oktober kam die Wende“, sagt Maidline Aurie. Dann kamen auch Pierre Baigorry alias Peter Fox, die Rapperin Nura und PA Sports aus Essen mit an Bord.

Er sei „kein Palästina-Aktivist, sondern ein politisch interessierter Bürger, der von den Veranstaltern angesprochen wurde“, betont Peter Fox, der mit Teilen seiner Band Seeed gerne bei dem geplanten Konzert aufgetreten wäre. Aus seiner Motivation macht er keinen Hehl: „Seit das Thema mitsamt den aufwühlenden Bildern aus dem Gazastreifen aus den Medien verschwunden ist, hat sich die Situation der Menschen vor Ort ja nicht wirklich verbessert“, sagt er. „Kinder können immer noch nicht zur Schule gehen, eine funktionierende Infrastruktur gibt es in Gaza quasi nicht.“ Und, fügt er hinzu: „Inzwischen wird auch im Westjordanland die israelische Siedlungspolitik weiter aggressiv vorangetrieben, sodass schon ziemlich offensichtlich ist, dass die Palästinenser durch Israel mit allen Mitteln komplett verdrängt und vertrieben werden sollen.“

Im Februar 2026 war das Programm für Together4Palestine komplett, das Plakat entworfen. Doch dann standen die Veranstalter plötzlich ohne Veranstaltungsort da. Die Lanxess Arena machte fünf Wochen vor dem geplanten Termin einen überraschenden Rückzieher und verwies auf „Sicherheitsbedenken“, auch eine Ausweichlocation sagte ab.

„Sehr erstaunt über die Absage“

Maidline Aurie, Chima und ihre Mitstreiter waren fassungslos. Man hatte das Konzert zwei Mal verschoben, doch die Betreiber der Arena seien immer sehr geduldig und freundlich gewesen. „Deshalb hat es uns sehr erstaunt, dass es plötzlich diese Vorbehalte gab“, sagt Aurie. „Wir haben dann gefragt: Wie können wir euch eure Sorgen, Bedenken nehmen?“ Selbst Amnesty International, die Hilfsorganisation medico international und Peter Fox, der schon mehrfach in der Arena auftrat, schalteten sich persönlich ein und sprachen mit den Verantwortlichen. Doch es war nichts zu machen.

Wir können nur darüber spekulieren, was die Gründe für die Absage sind und ob da jemand interveniert hat

Maidline Aurie

Die abrupte Kehrtwende kam kurz nach der Berlinale. Nachdem der palästinensische Regisseur Abdallah Al-Khatib der deutschen Bundesregierung bei der finalen Gala-Preisverleihung vorgeworfen hatte, ein „Partner des Völkermords in Gaza“ zu sein, kam es zum Eklat. Eine Abberufung der Berlinale-Chefin Tricia Tuttle durch Kultusminister Wolfram Weimer konnte wohl nur in letzter Minute verhindert werden, weil sich fast 700 Filmschaffende mit einem offenen Brief hinter sie stellten.

War dieser Eklat für die Betreiber der Lanxess-Arena in Köln eine Warnung, lieber vorsichtig zu sein? Das Event sei „zu keinem Zeitpunkt bestätigt“ gewesen, erklärt ein Pressesprecher der Lanxess-Arena auf Anfrage der taz, deshalb sei es gar nicht abgesagt worden. Aus Nachrichten der Hallenbetreiber an die Künstler, die der taz vorliegen, geht aber hervor, dass ein mögliches Sicherheitsrisiko und Angst vor „begleitenden Demonstrationen“ als Gründe angeführt wurden, warum das Konzert für den eigentlich anvisierten 29. März abgesagt wurde.

Auf die Frage, ob es möglich wäre, das Konzert zu einem anderen Zeitpunkt am gleichen Ort nachzuholen, geht das Unternehmen jedoch nicht ein. Man „bitte um Verständnis, dass wir nicht mehr zu internen Booking-Anfragen kommunizieren können“.

„Wir können nur darüber spekulieren, was die Gründe für die Absage sind und ob da jemand interveniert hat“, sagt Maidline Aurie. Aber auch die Suche nach einer Ersatzlocation für den Termin gestaltete sich schwer. „Selbst die Orte, an die wir ausweichen wollten, haben dann plötzlich abgesagt.“ Chima sagt: „Wir wissen, dass dieses Line-up normalerweise reicht, um eine große Halle oder Arena zu bekommen. Da würde normalerweise sofort jeder sagen, das machen wir. Das ist die eine Wahrheit. Die andere Wahrheit ist: Würde das Ding ‚Together for Ukraine‘ oder ‚Together for Sudan‘ heißen, dann gäbe es wohl kein Problem“, glaubt er.

Maidline Aurie war Initiatorin des Solidaritätskonzerts „Sound of Peace“, das knapp einen Monat nach dem russischen Generalangriff auf die Ukraine in Berlin vor dem Brandenburger Tor stattfand. Rund 50 Musiker gaben sich im März 2022 dort das Mikro in die Hand, darunter Mark Foster, Clueso, Silbermond, Sarah Connor, Peter Maffay und Marius Müller-Westernhagen. Zehntausende Menschen verfolgten das Event mit vor Ort, mehrere Millionen im Fernsehen. Rund 12,5 Millionen Euro kamen so zusammen. „Von der Idee bis zur Ausrichtung vergingen drei Wochen“, erinnert sich Maidline Aurie.

Die Berlinale als Negativbeispiel

Bei der Berlinale habe man jedoch gesehen, was passiere, wenn man die „falsche“ Fahne schwenke, sagt Chima. Das habe einen „Chillingeffekt“, eine abschreckende Wirkung. „Ich finde es bemerkenswert, dass dieser Chillingeffect von der deutschen Regierung befördert wird. Wir haben ja erlebt, wie der Staat offen interveniert“, erinnert er an den Fall des Rappers Chefket, der im Oktober 2025 im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) auftreten sollte.

Das Konzert, das im Rahmen eines Festivals von Jan Böhmermann stattfinden sollte, wurde abgesagt, nachdem sich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer an einem Palästina-Trikot gestört hatte, das Chefket in einem Video getragen hatte. Böhmermann behauptete: Er selbst habe die Entscheidung getroffen, weil er es nicht richtig fand, am Tag des Jahrestags des Hamas-Überfalls die jüdische Perspektive nicht zu berücksichtigen. Warum ihm das nicht früher einfiel, sagte er nicht. Nach Weimers Einlassung hatten aus Solidarität mit Chefket andere Künstler ebenfalls abgesagt.

„Wir sind weiterhin fest entschlossen, dass diese Solidaritätsveranstaltung stattfindet“, gibt sich Chima unverdrossen. Man habe die Fühler in andere Städte ausgestreckt und die Hoffnung, einen anderen Veranstaltungsort zu finden. „Wir haben jetzt schon acht Monate investiert, wir werden einfach weitermachen. Das ist uns ein persönliches Anliegen.“

Perspektiven von Israelis einschließen

Den Vorwurf der Einseitigkeit lässt Maidline Aurie nicht gelten: „Wir stehen für universelle Menschenrechte und gegen jede Gewalt, insbesondere gegen Zivilisten“, betont sie. Und man wolle bewusst die Perspektiven von gleichgesinnten Israelis einschließen. „Wir wollen Maoz Inon, dessen Eltern am 7. Oktober getötet wurden, dabei haben.“ Mit seinem palästinensischen Freund Aziz Abu Sarah, dessen Bruder in einem israelischen Militärgefängnis gefoltert wurde und anschließend an den Folgen starb, hat er gemeinsam ein Buch geschrieben. Im Dezember 2024 hat Inon für sein Engagement den Deutsch-Französischen Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit bekommen.

Nur der Titel des Konzerts könnte sich noch ändern. „Wir haben im Team eine tolle Künstlerin aus dem Libanon, deren Familie infolge der israelischen Angriffe nun auf der Straße lebt“, sagt Maidline Aurie. Die Situation dort habe sich extrem verschärft und brauche mehr Aufmerksamkeit. Gut möglich, dass das Konzert am Ende deshalb „Together4Palestine & Lebanon“ heißen wird.

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77 Kommentare

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  • Tja, mit dem Verhalten von Aktivisten, Demonstranten und Medien gegenüber der AfD ging es los, da wurde die Büchse der Pandora geöffnet.



    Heute ist es Standard. Hier jetzt bei der Veranstaltung von „Together4Palestine Germany“. Hier geht es weiter, Berliner Club SO36* sagt Konzert aus politischen Gründen ab.

    Schöne Neue Welt.

    *www.tagesspiegel.d...n-ab-15540345.html

  • Menschenrechte und Meinungsfreiheit gelten bitte auch, wenn es Muslime und Christen und Wasauchimmer aus Palästina sind. Alles andere wäre schlicht Rassismus, auch noch feig hinter dem Rücken von Juden camoufliert.



    Wer als klassisch Deutscher hetzt, bekommt eine Anzeige, wer das als Israeli tut, auch, und wer dies als Palästinenser tut, auch. Wer einfach demonstriert, darf das bitte tun. Keine zwei verschiedenen Maßstäbe in unserem Land, bitte.







    Popup-Konzert ohne großen Soundaufwand als Demo auf einem der Kölner Plätze?



    Wer palästinensische Perspektiven auch einmal lesen und womöglich auch verstehen möchte, findet bis dahin etwas bei der Bundeszentrale für politische Bildung, bei Le Monde Diplomatique und bei der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft. Denn das Ende der Besatzung und Gerechtigkeit sind nötig für den Frieden für Israel wie für Palästina.



    Unbeholfene Stakserei der Union hingegen hier ist peinlich.

  • Ein typisches Zeichen für Antisemitismus ist, daß der identische Sachverhalt bei Juden und bei Nichtjuden unterschiedlich bewertet wird.



    Trotz der deutschen Greueltaten in der Nazizeit und dem WKII wurde das Existenzrecht Deutschlands nie in Frage gestellt, sogar nicht einmal von Stalin (Die Erfahrungen der Geschichte besagen, daß die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt, Stalin 1942). Deshalb darf auch das Existenzrecht Israels nicht in Frage gestellt werden, trotz der israelischen Greueltaten in Gaza, Westjordanland, Libanon, Syrien und Iran. Alles andere wäre blanker Antisemitismus.



    Wenn die Zeilen "from the river to the sea" verboten sind, weil sie Israel das Existenzrecht absprechen, muß natürlich auch das sogenannte "Lied der Deutschen" sofort verboten werden, wird doch mit den Zeilen "Von der Maas bis an die Memel, Von der Etsch bis an den Belt – Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt" allen nichtdeutschen Völker und Staaten innerhalb dieser Grenzen das Existenzrecht abgesprochen.

    • @Alberta Cuon:

      Der Morgenthau-Plan sah eine Aufteilung Deutschlands vor.

    • @Alberta Cuon:

      Der erste Absatz ist richtig. Im zweiten wird es richtig perfide und außerdem sachlich falsch.

    • @Alberta Cuon:

      Ich empfehle, mit Verlaub, noch mehr Ruhe und Nachdenken bei der Lektüre und Auslegung von Texten oder der Geschichte.

      Ich hoffe, das Existenzrecht Palästinas ist Ihnen ebenso viel wert. Wenn nicht, wüsste ich gerne die Begründung.



      Dass z.B. jemand sich mit einer einseitigen Stellungnahme für Netanyahu-Israel besser oder als etwas Besseres fühlt, wäre m.E. keine verallgemeinerbare Begründung.

      Es ist m.E. durchaus legitim nachzufragen, wie es auch einige jüdische Israeli und Nicht-Israeli tun, ob nicht ein wirklich gleichberechtigender Staat für alle eine Lösung wäre. Oder ob die UN-Resolutionen nicht eine ganz andere Landaufteilung vorsehen. Oder ob die Nakba (wie die Vertreibung von Juden aus anderen Staaten) eine Untat war. Und dass "River to the sea" von der israelischen Regierungspartei Likud hervorgestoßen gleich zu bewerten ist wie das von der anderen Seite.

      Dass bei allen Optionen ein sicherer Schutz eben auch für Juden herauskommen muss, das nehme ich als Teil unserer Lehren von 1933-45 hingegen gerne sofort an. Dass dies nicht nonchalant auf Kosten Dritter zu lösen ist (ist es ja auch praktisch nicht), gehört dazu.

      • @Janix:

        Das sehe ich auch so. Deshalb habe ich immer Bauchweh, wenn von "Antisemitismus" und nicht von Diskriminierung gesprochen wird. Denn es geht nicht um die Verletzung des Jüdisch-Seins (oder queer-, black-, behindert- oder sonstwas-Seins), sondern um die Verletzung des Menschseins.

      • @Janix:

        Vielen Dank für die (im Rahmen dessen, was eine Kommentarspalte zulässt) differenzierte Ausführung, der ich mich gern anschließe. Ich kann verstehen, dass man mit manchen Verlautbarungen aus dem "pro-palästinensischen" Lager Bauchschmerzen hat (gerade um die Jahrestage des 7.10. gab es da leider tlw. ziemlich widerliche Auswüchse und von einigen eine erschreckende Akzeptanz von Hamas-Terrorismus), aber aus dem "pro-israelischen" Lager zeigt sich leider zu oft auch eine anscheinend bewusste Ignoranz, die teilweise auch zu erschreckend verächtlicher Rhetorik führt (wenn sich Leute - auch durch Auslassung - mit Faschisten wie Smotrich oder Ben Gvir oder dem Kleptokraten und vermutl. Kriegsverbrecher Netanjahu gemein machen, die seit Jahren aktiv dabei sind, Israel zu demontieren - und dabei zu einem Spiegelbild des Irans zu machen).

        Dieses Lagerdenken ("Team Israel " vs "Team Palästina") führt komplett an jeglicher Lösungsmöglichkeit vorbei. Leider symptomatisch für den Konflikt insgesamt, nur seltsam wie die Lager an Orten reproduziert werden, die eigentlich mit dem dortigen Konflikt gar nichts zu tun haben sollten.

        • @Outis:

          Gegen die Regierungsmitglieder Netanjahu, Smotrich und Ben Gvir kann man in Israel demonstrieren, ohne, wie im Iran, von staatlichen Repressionskräften zusammengeschossen oder von Gerichten zum Tode verurteilt zu werden. Man kann diese Leute in Israel auch abwählen. Im Iran kann man das nicht. Ihre Behauptung, dass die Netanjahu-Regierung dabei sei, Israel zu einem "Spiegelbild des Irans zu machen", ist schlicht falsch.

          • @Budzylein:

            Außer man wäre Palästinenser in einem Dorf, und die illegalen Siedler kommen wieder vorbei, schießen und können mal wieder "leider" nicht identifiziert werden.

            Israel rutscht ansonsten gerade in eine religiös-ethnisch definierte Ungleichheit ab, mit einer Totenanzahl noch über der des Mullah-Regimes. Netanyahu klammert sich panisch an die Macht und führt dafür Dauerkrieg auf Kosten Dritter. Doch ich gebe Ihnen zu, dass es noch nicht der Iran ist. Schimpfen wir doch über beide : )

            • @Janix:

              Ich hatte auf einen Kommentar geantwortet, in dem die Rede von Regierungsmitgliedern war, die angeblich Israel demontieren und zu einem Spiegelbild des Iran machen wollen. Siedler im Westjordanland wurden darin gar nicht erwähnt.

              • @Budzylein:

                Das müssen auch keine Siedler sein. Wenn Sie an einem Checkpoint gegen die israelische Politik demonstrieren, riskieren Sie genauso ihr Leben und Ihre Freiheit.

          • @Budzylein:

            Ihr Kommentar zu Todesurteilen und Erschießungen ist angesichts der jüngsten Entwicklungen in den besetzten Gebieten auch extrem zynisch.



            Zusammengeschossen werden Menschen dort von nicht-staatlichen Banden, während die IDF mehr oder weniger wegschaut (oder ggf. andere Israelis aussperrt, die dem entgegenwirken wollen), während die Todesstrafe für nicht-jüdische Menschen aktiv propagiert wird.

          • @Budzylein:

            Zur Abwählbarkeit - ja, es steht zu hoffen, dass es irgendwann wieder eine Regierung gibt, deren Premier kein persönliches Interesse hat, Kriege in die Länge zu ziehen. Trotzdem hören Verbrechen, die durch Vertreter einer demokratisch legitimierten Regierung begangen werden, nicht auf Verbrechen zu sein. Wenn eine demokratische Regierung einen fundamentalistischen Kurs verfolgt und dabei gezielt demokratische Institutionen angreift (Oberster Gerichtshof, diverse Entlassungen kritischer Menschen), die diese Gesellschaft eben tatsächlich noch qualitativ auszeichnen, ist meine Sorge vor einer autoritär-extremistischen Entwicklung groß.



            Denn in den *Zielvorstellungen* der Extremisten sehe ich gruselige Parallelen zu Iran: ein religiös bzw. ethnisch möglichst homogenes Land mit entsprechend definierter Führungsschicht und den Mitteln Störfaktoren effektiv und ggf. mit Gewalt zu entfernen, das ganze mit einer Ideologie göttlicher Legitimation.

            Führt natürlich alles jetzt Recht weit weg von ursprünglichen Thema des Artikels, Absagen für ein Konzert zum Sammeln von Mitteln für, wie ich verstehe, Hilfsgütern für Menschen in Gaza.

          • @Budzylein:

            Natürlich ist jeder Vergleich immer verzerrt, das ist richtig. Die Marschrichtung einer Regierung, die die Todesstrafe für einen ethnisch definierten Teil der Bevölkerung durchsetzt, also jüdische Terrorist:innen in minimal verklausulierter Form ausnimmt, ist schon relativ antidemokratisch. Die rechtliche Ungleichbehandlung von Palästinenser:innen (Militärjustiz) und jüdischen Siedler:innen (zivile Gerichtsbarkeit, praktisch sogar fast gar keine Strafcerfolgung) im besetzten Westjordanland wird Ihnen nicht neu sein. Zur Protestmöglichkeiten und Rechtsstaatlichkeit ist zB auch der Fall der dokumentierten sexuellen Gewalt durch IDF-Soldaten gegen palästinensische Häftlinge erwähnt - als die Militärjustiz die Soldaten festnehmen wollte, gab es Angriffe durch jüdische Extrimist:innen, die der *Polizeiminister* Ben Gvir unterstütze. Die untersuchende Militärstaatsanwältin wurde zum Rücktritt gebracht und die Untersuchung inzwischen eingestellt, obwohl es Videoaufnahmen zum Fall gab. Siedlerextremisten morden nicht nur Palästinenser:innen ohne Konsequenzen, sondern greifen auch andere Israelis an. Da klingt "einzige Demokratie in Nahost" leider nur noch sehr schal.

            • @Outis:

              Die Palästinensische Autonomiebehörde praktiziert seit vielen Jahren die Todesstrafe gegen Palästinenser, die unter anderem gegen Palästinenser verhängt werden kann, die Juden ein Grundstück verkaufen. Dagegen hört man in deutschen Palästinenser-Solidaritätskreisen keinen Pieps.

              • @Budzylein:

                Abgesehen davon, dass das reiner Whataboutism ist und die taz freilich über Todesurteile in Gaza berichtet hat, war der entscheidende Punkt doch der hier ‚… die die Todesstrafe für einen ethnisch definierten Teil der Bevölkerung durchsetzt, also jüdische Terrorist:innen in minimal verklausulierter Form ausnimmt, ist schon relativ antidemokratisch‘.

  • „ Die Situation dort habe sich extrem verschärft und brauche mehr Aufmerksamkeit. Gut möglich, dass das Konzert am Ende deshalb „Together4Palestine & Lebanon“ heißen wird.“

    Ehrlicherweise sollten die Veranstaltung gleich besser „TogetherAgainstIsrael“ nennen; das ist doch der Geist, den all diese Veranstaltungen versprühen. Larmoyant beklagt man die angeblich antipalästinensische Kultur hier in totaler Verkenntnis, der Tatsache, dass es die Gewalt und der offene Antisemitismus aus den meisten sog. Propalästinensischen Veranstaltungen ist, der die Leute, zu Recht, abschreckt. Wäre ich ein Veranstalter, so würde ich rein aus Anstand meine Location nicht für derartige Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

    • @Fran Zose:

      Und ein weiteres Mal lese ich die Verwechslung von Netanyahu-Israel und Judentum ... Was zwei Gruppen propagieren, jeweils für ihr eigenes Süppchen: Hamas & Netanyahu/Likud. Muss man nicht mitkochen. Lieber universal Rechte für Juden, Christen, Muslime, Atheisten, Pastafari ... für Deutsche, Palästinenser, Israeli, Molwanier, ...

      • @Janix:

        Ich sehe in den Ausführungen von Fran Zose keine Verwechslung wie von Ihnen beschrieben sondern vielmehr die zutreffende Beobachtung der Entwicklung von Veranstaltungen dieser Art in der jüngeren Vergangenheit.

        • @Katharina Reichenhall:

          So sehen Sie es. Und nu?

          Er wirft Kritik an Israel mit Antisemitismus durcheinander, können wir uns darauf noch einigen? Das ist die Verwechslung aus meiner Sicht. Und die hat im weiteren Folgerungsprozess ungesunde Folgen.

          • @Janix:

            Leider, leider, leider wird nicht selten, sondern meist oft bis fast immer Israel als Staat und nicht dessen derzeitige Regierung kritisiert. Und das ist noch schonend ausgedrückt. Auf den meisten Pro-Palästina-Veranstaltungen wird offen gegen den Staat Israel und auch gegen Juden gehetzt. Tut mir leid, das ist nun mal so. Finden Sie sich mit der Realität ab.

            • @Pia Mansfeld:

              Den Staat selbst zu kritisieren, ist durchaus berechtigt. Der Staat beruht auf der Vertreibung von 80% der damaligen arabischen Bevölkerung, der Enteignung von deren Grundbesitz und der Entscheidung, eine Rückkehr nicht nur nicht zu erlauben, sondern auch mit Waffengewalt zu verhindern. Die Kriege. Die Israel geführt hat, genossen breite Unterstützung im Parlament und in der Bevölkerung, ebenso die anhaltende Besatzung des Westjordanlands undcdie Ablehnung eines unabhängigen, souveränen palästinensischen Staats.

  • Es wäre sicher kein Problem ein Benefizkonzert für die Bevölkerung von Gaza durchzuführen. Aber wer kann garantieren, dass es nicht wieder zu antisemitischen Verschwörungserzählungen von der Bühne kommt? Das dürfte ganz einfach die berechtigte Sorge der Hallenverantwortlichen sein.

    • @vieldenker:

      Sie meinen, ein Benefizkonzert, bei dem die israelische Verantwortung nicht angesprochen werden darf?

  • Das Drehbuch zu solchen Veranstaltungen ist schon oft durchgespielt worden. Im Vorfeld werden viele ehrenwerte Reden gehalten, es wird auf Verständnis und Solidarität hingewiesen. Dann kommen aus dem Nirgendwo antiseptische Parolen und am Ende bedauern es die Veranstalter. Wie so oft….

    • @Puky:

      Genau so sieht es leider fast immer aus. Und dass das nicht geplant ist, kann man jemanden erzählen der glaubt, dass die AgD eine wirkliche Alternative ist.

    • @Puky:

      Es soll sicher antisemitische heißen

    • @Puky:

      Nicht antiseptisch sondern antisemitisch

  • „Wenn man etwas besonders Dummes hören will, muss man einen Künstler nur nach seiner politischen Meinung fragen.“

    Marcel Reich-Ranicki

    • @Donni:

      Reich-Ranicki hätte ich zu Polen und deutscher Literatur des 19./20. Jh. als Experten gesehen; ohne alle Urteile zu übernehmen, seine politischen Meinungen auch nicht.

      Der wahre Kern: Expertentum oder Kunstfertigkeit bei A sagt häufig nichts über das bei B aus. Niemand ist vor Selbstüberschätzung und Hybris gefeit (außer ich Multiexperte natürlich).



      Ein Künstler/ eine Künstlerin könnte dennoch nachgedacht haben, wir wissen es nicht so pauschal - erst, wenn wir kurz hinhören.

      • @Janix:

        Ach wissen Sie, mir geht die Überheblichkeit dieser Personengruppe auf die Nerven.



        Nur mal so als Beispiele :



        Der eine lebt in den USA und dreht seine Filme in Deutschland, der Nächste in HH und dreht in den Alpen, aber beide äußern sich gern über Umweltschutz. Dann der, der in London in einer Gated-Community lebt, aber Äußerungen bezüglich der Sicherheit in deutschen Städten losläßt usw

        Mir fällt dazu immer ein Matthäus 7,3-5 !

        P.S. Zitat : außer ich Multiexperte natürlich. Und ich! :))

    • @Donni:

      Der hat auch nicht immer Kluges von sich gegeben , siehe Zitat

      • @Worgt Michael:

        Bei dem Zitat liegt er aber goldrichtig!

      • @Worgt Michael:

        Was ist daran falsch?

        Stellen Sie sich einfach folgende Frage:

        Würden Sie Tipps von Jan Delay zur Behebung eines verstopften Abflusses eher vertrauen als denen eines Klempners? Nein? Warum nicht? Jan Delay ist doch KÜNSTLER und hat darum einen ganz besonderen, profunden Bezug zur Welt, oder nicht? Schließt das neben dem Nahostkonflikt dann nicht auch so etwas banales wie eine Rohrverstopfung ein?

        Erst etwa in den 1920er Jahren kam die Idee auf, Künstler hätten irgendwie einen ganz besonderen Zugang zur Welt und ihre Aussagen zum Weltgeschehen seien deswegen irgendwie profund und beachtenswert.

        Was genau qualifiziert eine Sängerin denn bitte zu einem besseren Durchblick des Nahostkonfliktes als ein Historiker oder eine Völkerrechtlerin, die sich jahrelang dem Studium des Nahostkonfliktes gewidmet haben?

        Nichts!

        Das einzige, was (populäre) Künstler per se auszeichnet, ist ihre Reichweite. Sie eignen sich als Multiplikator und Sprachrohr. Aber sie sind nicht von vorneherein irgendwie schlauer und haben auch nicht mehr Durchblick als andere.

        • @Suryo:

          ‚Was genau qualifiziert eine Sängerin denn bitte zu einem besseren Durchblick des Nahostkonfliktes als ein Historiker oder eine Völkerrechtlerin, die sich jahrelang dem Studium des Nahostkonfliktes gewidmet haben? Nichts!‘

          Ihre Aussage ist ja schon ziemlich überheblich. Sie sprechen damit ja nicht nur Künstlern ab, eine eigene Meinung zu Nahost haben zu dürfen, eigentlich allen, die nicht Historiker oder Völkerrechtler sind. Wobei: Gilt denn Pappe eigentlich als Historiker in ihren Augen?

          • @EffeJoSiebenZwo:

            Pappé ist Historiker, und seine Bücher wenden historische Methoden an.



            Künstlers können eine Meinung haben und sie äußern. Einen Expertenstatus beanspruchen können sie dabei nur in Ausnahmefällen (Auch sie können sich eingearbeitet haben).



            Doch wie bei anderen Feldern auch gibt es schon Unterschiede zwischen Experte/in und anderen. Kennen wir vom Elektriker m/w/d und Laien ja auch und erkennen es dort auch an.



            Und selbst da wird mensch den Elektriker fragen, ob er wirklich gerade das als Reihenschaltung aufbauen will. Aber irgendwann einen möglichen Wissensunterschied womöglich auch mal wahrnehmen.

          • @EffeJoSiebenZwo:

            Zumal man geneigt ist zu fragen, wie es denn um die geschichtswissenschaftliche oder juristische Expertise jener Foristen bestellt ist, die aufmüpfigen Künstlern den Mund verbieten wollen.

        • @Suryo:

          Die Pauschalisierung ist das Falsche daran. Man sollte eine Aussage anhand des Inhalts bewerten und nicht anhand des Sprechers.

          Ich schließe mich da Worgt Michael an: Das ist definitiv keine besonders reflektierte Aussage.

        • @Suryo:

          Nun ja, die Vorstellung, dass Künstler einen besonderen und vielleicht sogar überlegen Zugang zur Welt haben, ist nicht erst 1920 aufgetaucht, sondern war von der Antike bis zur Romantik weit verbreitet. In diesem Fall ist es ohnehin unerheblich, weil die von Ihnen angesprochen Historiker und Völkerrechtler zu einem erheblichen Teil dasselbe sagen.

    • @Donni:

      Wohl war.

  • "Würde das Ding ‚Together for Ukraine‘ oder ‚Together for Sudan‘ heißen, dann gäbe es wohl kein Problem“, glaubt er."

    Ja das liegt wohl daran das man bei solchen Veranstaltungen keine Angst um die Sicherheit haben müsste. Bei israelkritischen Veranstaltungen kommt es oft zur Gewalt. Nicht immer, aber oft. Und Beispielsweise könnten Rechtsradikale das Konzert nutzen um vor der Halle zu randalieren, Besucher anzugreifen usw. Für die Veranstalter aber auch Vermieter wäre das eine Katastrophe.

    Und eine Zusage ist kein Vertrag. Bei Vertragsbruch könnten die Veranstalter klagen. Macht die AfD auch so.

    • @Martin Sauer:

      Rechtsradikale werden kaum eine "israelkritische" Veranstaltung angreifen. Und von israelsolidarischen Gegendemonstranten geht normalerweise keine Gewalt aus. Vielleicht befürchteten die Betreiber der Halle, dass "propalästinensische" Besucher der Veranstaltung ähnliche Verwüstungen anrichten wie bei der Besetzung der FU Berlin.

      • @Budzylein:

        Das kommt auf die Rechtsextremen an. Aber stimmt, bislang ist die jüdisch-nationalistische "Siedlerbewegung" international nicht auf die Art aktiv, wie sie es in den besetzten Gebieten ist.

    • @Martin Sauer:

      ‚Bei israelkritischen Veranstaltungen kommt es oft zur Gewalt. Nicht immer, aber oft.‘

      Richtig. Oft durch sich durch die Reihen der Protestierenden prügelnde Berliner Polizisten, wie man liest und auch in diversen Videos sehen konnte.

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Können Sie die entsprechende Videos bitte verlinken, in dem sich bei israelkritischen Protesten „durch die Reihen der Protestierenden prügelnde Berliner Polizisten“ zu sehen sind? Sie können gerne den entsprechenden Link hier als Antwort hineinkopieren oder, falls die TAZ dies nicht möchte, mir sagen wo genau das Video zu finden ist. Nur bitte keine Antwort wie „das findet man doch überall“ etc. Wenn man so etwas schreibt, dann doch bitte mit Belegen...

        • @MarsiFuckinMoto:

          So, nachdem @RonSlater und @Residente mir die Arbeit abgenommen haben (Vielen Dank 👍🏻) jetzt aber auch gerne ihre Antwort: ist das jetzt tatsächlich neu für Sie?

        • @MarsiFuckinMoto:

          taz.de/Polizeigewa...na-Demos/!6029454/



          Für den Anfang sehen Sie sich doch die Videos an, die in diesem Artikel verlinkt sind. Eine kurze Suche mit einer Suchmaschine Ihrer Wahl wird Dutzende, wenn nicht Hunderte, weitere Bilder dieser Art anzeigen.

          • @Residente:

            Danke schön@ Residete. Und tatsächlich gab’s auch in der taz noch weitere Berichte dazu (die man auch lesen konnte, wenn sie denn die eigene Filterblase überwunden haben).

            • @EffeJoSiebenZwo:

              Das würde ich denen empfehlen, die standhaft ignorieren, dass alle jüdischen Einrichtungen in Berlin Polizeischutz brauchen, aber keine einzige palästinensische, und dass man sich nicht mit Kippa auf die Straße trauen kann, das Palituch aber vollkommen angstfrei getragen werden kann.

        • @MarsiFuckinMoto:

          Reicht das?



          taz.de/Europarat-p...hland-an/!6171265/

          • @RonSlater:

            Nein RonSlater, das reicht als Nachweis für "...durch die Reihen der Protestierenden prügelnde Berliner Polizisten" überhaupt nicht aus. Die Videos in dem von Residente verlnkten Artikel sind da schon etwas hilfreicher.

  • "Noch bevor Ende Oktober 2023 die erste israelische Bodenoffensive begann, wandten sich über 400 Schauspieler, Filmemacher und Musiker – darunter Cate Blanchett, Billie Eilish, Jennifer Lopez und Drake – an den damaligen US-Präsidenten Joe Biden mit der Bitte, mehr Druck auf Israel auszuüben." Genau das ist das Problem: Nach dem gerade erst stattgefundenen, mit über 1.200 Todesopfern schlimmsten Pogrom und Massenmord an Juden seit dem Holocaust erdreisten sich diese Künstler dazu Druck auf Israel auszuüben statt Solidarität mit den Terroropfern zu zeigen und sich von den Taten der Hamas und ihrer Helfer zu distanzieren. Ab dem Moment war klar, dass es nicht um die Palestinenser geht und auch nicht um Humanismus, sondern schlicht darum, endlich dem heimlich gehegten Antisemitismus freien Lauf lassen zu können.

    • @neinei:

      Der Bodenoffensive ging ein massives Bombardement aus der Luft voraus. Da waren die Folgen durchaus absehbar.

    • @neinei:

      "Diese Künstler" erdreisteten sich Druck auf eine rechtsextremen Regierung auszuüben, die sich nach dem 7. Oktober sehr ausführlich in genozidaler Rethorik geübt und ihren Soldaten entsprechende Befehle erteilt hat. Zwei Jahre später wissen wir, dass der internationale Druck nicht ausgereicht hat schwerste Kriegsverbrechen, ethnische Säuberungen und höchstwahrscheinlich einen Genozid zu verhindern. Wenn die Opposition zu diesen Verbrechen, für die der Hauptverantwortliche einen internationalen Haftbefehl kassiert hat, für Sie "heimlich gehegter Antisemitismus" ist, dann haben Sie es wohl leider geschafft den Begriff völlig von Sinn zu befreien.

    • @neinei:

      Israelkritik muss nicht antisemitisch sein .



      Sehr viele Israelis sehen es genauso .

    • @neinei:

      Nun hat der NO-Konflikt nicht am 7.10. begonnen und die Folgen der israelischen Strafexpedition waren bereits abzusehen, bevor diese begonnen hat. Wer also im Oktober 2023 die US-Regierung aufgefordert hat, Druck auf die israelische Regierung auszuüben, war vermutlich kein Antisemit, sondern voraussehend.

      • @O.F.:

        Sie könnten von der israelischen Regierung fordern was Sie wollen, alle Zusagen waren nach dem 07.10. erledigt. Nach dem Massaker hätte sich keine israelische Regierung mehr an Zusagen gebunden gefühlt. Selbst eine extrem linke Regierung hätte ähnliche Maßnahmen getroffen....

        • @Donni:

          Und warum sollten sich dann irgendwelche palästinensischen Verantwortliche an irgendwelche Zusagen gebunden fühlen?

        • @Donni:

          Von Zusagen war in meinem Beitrag gar nicht die Rede; ohnehin ist der Hamas-Ueberfall auch kein Freibrief für jeglichen israelischen Gewaltexzesse. Es ist nicht mehr 1904. Israel hat in Gaza (und im WJL, und im Libanon, und in Syrien, und im Iran) ganz massiv gegen internationales Recht verstoßen - und dabei vermutlich sogar die Grenze zum Völkermord überschritten. Das lässt sich einfach nicht mit "...aber Hamas" rechtfertigen.

          • @O.F.:

            Wie gewisse Leute im Hinblick auf Russland gerne sagen, ist so eine Moralisierung nicht hilfreich.

          • @O.F.:

            und dabei vermutlich sogar die Grenze zum Völkermord überschritten

            Nur wenn man gern polemisch ist. Wenn man echt auf das Töten hinweist, sagt man dazu Massenmord.



            Beim Holocaust starben von 18 Millionen Juden, 6 Millionen. Wenn von 1,7 Millionen Armenier 300.000 bis 1,2 Millionen sterben, ist es Völkermord.



            Wenn allerdings von über 9 Millionen Palistinensern 70.000 sterben ist es Massenmord, aber keine Genozid.

            Ich weiß, ich weiß. ich widerspreche damit ganz vielen ganz tollen Oranisationen.... die bei ihre Wortwahl ganz klar antisemitisch sind.

            • @Donni:

              Die Einstufung als Genozid dient ja nur dazu, eine Möglichkeit zu schaffen, vor dem IGH zu klagen. Weil Israel sich ansonsten jeder internatinalen Gerichtsbarkeit entzieht.

            • @Donni:

              Mit Sicherheit wiegt der Völkermord-Vorwurf gegen Israel schwer (und nicht auszuschließen, dass ihn auch Antisemiten für ihre Agenda instrumentalisieren), jedoch wiegt „nur“ ein Massenmord über 70.000 Palästinensern in Gaza (überwiegend Zivilisten!) nicht minder schwer.



              Mal ganz ohne Vor-Verurteilung: wäre es nicht spätestens jetzt an der Zeit, die deutsch-israelischen Beziehungen zu überdenken? Kaum haben die Waffen in Gaza geschwiegen, hat die Bundesregierung mit den Rüstungsexporten an Israel wieder weitergemacht (als ob nichts gewesen wäre).



              Oder wenigstens die im Rahmen der EU gegen Israel erwogenen Wirtschaftssanktionen (Aussetzung des Assozierungsabkommens) nicht weiter zu blockieren?

            • @Donni:

              Nun wurde (auch in der taz) oft genug erklärt, dass das Kriterium für Völkermord nicht die Anzahl der Opfer ist (wie würde sonst Jugoslawien in ihr Schema passen), sondern der Vernichtungswille (zumal es grenzenlos zynisch ist c. 80000 Tote als Kleinigkeit darzustellen). Der Völkermord-Vorwurf wird von etlichen Menschenrechtsorganisationen und international angesehen Juristen erhoben - übrigens sogar israelischen. Um ihn zu entkräften ist mehr nötig als eine schwache Relativierung der Opferzahlen und ein nicht belegter Antisemitismusvorwurf.

              • @O.F.:

                War es denn eine Vernichtungsabsicht, die der israelischen Kriegsführung in Gaza einwandfrei nachzuweisen ist?



                Ich für meinen Teil möchte das (juristische) Urteil lieber dem IGH überlassen - auch wenn das jetzt als äußerst schwaches Argument erscheint, halte ich den Rechtsgrundsatz des ‚in dubio pro reo’ auch bei der Beurteilung des israelischen Handelns - zumal nach dem barbarischen Hamas-Überfall (da muss ich @Donni zustimmen) - schlicht für ein Gebot der Fairness.



                Wohlgemerkt, dabei kann es nicht um eine Relativierung der von Israel zweifelsfrei verübten Kriegsverbrechen in Gaza gehen. Wer das versucht, dem muss ich genauso entschieden widersprechen.

                • @Abdurchdiemitte:

                  Es geht bei dem Verfahren vor dem IGH gar nicht um eine Verurteilung. Es geht darum, weiteres massenhaftes Töten zu verhindern.

                • @Abdurchdiemitte:

                  Das hängt davon ab, wie streng man den Intentionalitätsnachweis versteht; allerdings haben gerade deutsche Regierungen seit langem auch für die Möglichkeit eines indirekten Nachweises argumentiert (auch um einige hier wenig umstrittene Fälle wie die Verfolgung der Jesiden durch den IS als Völkermord einstufen zu können). Und in Gaza sind die Indizien mehr als eindeutig: das beginnt mit der Rhetorik israelischer Regierungsmitglieder und endet mit massenhaften Morden an Zivilisten, der Zerstörung ziviler Infrastruktur und dem Einsatz von Hunger als Waffe. Ohnehin weiss ich nicht, ob es im Falle solcher Staatsverbrechen sinnvoll ist, auf ein Gerichtsurteil zu warten: denn ein solches gibt es, wenn überhaupt, erst Jahre später. Wenn sich vor unseren Augen ein Massenverbrechen abspielt, sollte man das auch beim Namen nennen - gerade dann, wenn die eigene Regierung zum Komplizen wird.

                  • @O.F.:

                    Ich bin weit davon entfernt, Massenverbrechen zu relativieren. Das sollte in meinen bisherigen Kommentaren zum Thema doch hinlänglich deutlich geworden sein.



                    Und ich plädiere auch dafür, die notwendigen Konsequenzen für die deutsch-israelischen Beziehungen JETZT zu ziehen. Zumindest sollte eine Aussetzung des Assozierungsabkommens mit Israel drin sein, wie es von anderen EU-Staaten gefordert und von Deutschland bisher verhindert wurde. Und natürlich geht das auch ganz ohne antisemitischen Schaum vorm Mund.



                    Aber wissen Sie, wenn bei Pro-Palästina-Demos hierzulande Banner mit der Aufschrift Israel = Kindermörder oder Hamas-Symbole gezeigt werden, ist bei mir definitiv eine Grenze der Solidarität erreicht. Weil hier die Grenzen zum Antisemitismus eindeutig überschritten werden, ob wissentlich oder nicht.



                    Die Rufer solcher Parolen werden freilich wissen, dass die Behauptung, Israel begehe in Gaza Kindermord, sich an die weit in die Geschichte zurückreichende antisemitische Figur anlehnt, nach der die Juden des Kindermordes bezichtigt wurden.

              • @O.F.:

                Die Verschleppung von Kindern zwecks Umerziehung ist übrigens auch ein Tatbestandsmerkmal von Völkermord.

                Wann verurteilen Sie also…?

                Sie wissen genau, was, nicht?

              • @O.F.:

                Es ist nicht zynisch, es ist lediglich der Versuch, Taten auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Im meinen Augen ist die Idee fast jeden Massenmordes mit dem Holocaust gleichzusetzen, Relativierung und Antisemitismus pur. Und seit wann sind Organisationen und Juristen gegen Antisemitismus gefeit?

                Bei Ihrer Definition bezüglich des Vernichtungswillens ist sogar der Anschlag auf dem Berliener Breitscheidplatz ein Völkermord! Der Täter hatten den Willen die Menschen zu vernichten.

                • @Donni:

                  Ihre Unterstellung ist perfide, weil Sie den Holocaust ins Spiel gebracht haben nicht ich. Völkermord ist anhand formaler Kriterien definiert, nicht durch die Ähnlichkeit mit dem Holocaust. Und wenn etliche - auch israelische - Experten darauf hinweisen, dass das israelische Agieren in Gaza diese Kriterien erfüllt, reicht es einfach nicht aus, diesen kollektiv Antisemitismus zu unterstellen. Der Vergleich mit dem Breitscheidplatz ist ohnehin absurd: der Täter hat ja nicht versucht, die deutschen als Gruppe auszulöschen.

                  • @O.F.:

                    Aber SIE unterstellen es den Israelis!

                    • @Donni:

                      Jetzt wird es aber kindisch. Ich unterstelle nichts, ich bewerte Ereignisse, die bestens dokumentiert sind, oft genug von den Tätern selbst. Und mit meiner Bewertung stehe ich keineswegs allein, wie ich oben erklärt habe.

  • Die durch keinerlei Gesetz legitimierte "Staatsräson" wirkt. Ob direkt (Druck aus dem Kulturstaatsministerium) oder in Form von Selbstverzwergung und vorauseilendem Gehorsam der Betreiber von Veranstaltungsorten, ist da schon fast egal.

    • @Klabauta:

      Selbstverzwergung finde ich hinsichtlich so mancher antisemitischer Ansichten in diesem Land eigentlich ganz hilfreich