Antisemitismus in der Berliner Linken : Gefahr für Elif Eralp
Der deutliche Wahlsieg der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp in Berlin macht Hoffnung. Doch der Politikwechsel wird durch die Verbohrtheit einzelner Parteimitglieder bedroht.
Foto: Fabian Sommer/dpa
D er Linken-Wahlsieg in Berlin ist eine riesige Chance. Elif Eralp verkörpert glaubwürdig, dass Berlin unter ihr als Regierender Bürgermeisterin anders wird: gerechter, bezahlbarer, lebenswerter. Doch der Antisemitismus – oder zumindest die Sympathie für Antisemiten – in Teilen ihrer Partei bedroht das Projekt. Nicht nur moralisch, sondern auch politisch. Insbesondere verirrte Mitglieder im Bezirk Neukölln werden so zur echten Gefahr für progressive Politik.
Es ist abstoßend, wie dort Linken-Mitglieder teils offen die Nähe zur palästinensischen Terrororganisation PFLP suchen. Am Sonntagabend feierte auf der Wahlparty des Ortsverbands auch Ibrahim Ibrahim mit, ein Aktivist aus dem direkten Umfeld der Organisation. Und im Wahlkampf hatte der Bezirksverband bereits einen Rapper auftreten lassen, der die PFLP feiert.
Wie kann man abstreiten, dass von Verbrüderung mit der PFLP eine Drohung gegen Israelis und implizit auch gegen Juden*Jüdinnen ausgeht? Wie sich anmaßen, links zu sein, und gleichzeitig eine Organisation glorifizieren, die systematisch Zivilisten ermordete? Kein Freiheitskampf rechtfertigt, eine Nagelbombe auf einem Markt zu zünden, wie es ein Selbstmordattentäter der PFLP etwa 2002 im israelischen Netanja tat. Oder das Massaker vom 7. Oktober 2023, an dem die Organisation ebenfalls beteiligt war.
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Eralp distanziert sich stets deutlich von den Verirrungen in der Neuköllner Linken. Und doch könnte daraus eine machtpolitische Gefahr für sie werden. Damit sie Bürgermeisterin wird, müssen Grüne und SPD erst mal überzeugt werden, zu koalieren. Antisemitismus-Vorfälle helfen dabei nicht. Genauso wenig wie der Eindruck, Eralp habe parteiintern keine Durchsetzungskraft.
Die PFLP-Freunde in der Berliner Linken schaden deshalb nicht nur den Juden*Jüdinnen in Deutschland oder ihrer eigenen Spitzenkandidatin. Sie verraten auch die Hunderttausenden, die am Sonntag links gewählt haben, damit sich in Berlin wirklich etwas ändert.
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