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Diskussion über RentenreformMerz will die Altersvorsorge dem Kapitalmarkt ausliefern

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Der Bundeskanzler plant, die gesetzliche Rente zugunsten der privaten Vorsorge zu kürzen. Das nützt der Bevölkerung wenig, dem Kapitalmarkt umso mehr.

Vielleicht denkt er: Sollen sie doch privat anlegen Foto: Boris Roessler/dpa

A usgerechnet bei einem Empfang der Deutsche Börse kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz einen Generalangriff auf die Rente an. Es werde einen „Paradigmenwechsel“ geben, sagte er. Die umlagefinanzierte gesetzliche Rente solle künftig nur noch ein Baustein sein, während die kapitalgedeckte private und betriebliche Altersversorgung massiv ausgebaut werden soll. Das werde auch auf dem Kapitalmarkt einen erheblichen Schub auslösen, versprach er rund 850 Leuten aus genau dieser Branche.

Es ist frappierend, wie offen der Bundeskanzler die Wünsche der Finanzindustrie bedient – der er bis vor wenigen Jahren als Black-Rock-Repräsentant selbst angehört hat.

Die Gesetzliche Rentenversicherung ist schon immer ein Objekt der Begierde der Finanzbranche gewesen. Durch ihre Kassen fließen gigantische Summen. Was Merz vorschwebt, ist die Umschichtung enormer Geldmengen aus diesem System auf den Kapitalmarkt – zu Lasten der heutigen Erwerbstätigen. Denn die werden Absenkungen von Renten aushalten und mit zusätzlicher Vorsorge die Risiken an den Kapitalmärkten tragen müssen.

In der Diskussion über die Rente haben diejenigen die Oberhand, die Kürzungen meinen, wenn sie von Reformen reden. Ihr Fahrplan: Unternehmen sollen weniger Sozialbeiträge für die Beschäftigten zahlen und die Kapitalmärkte von der zusätzlichen Altersversorgung profitieren, die Erwerbstätige wegen niedrigerer Renten brauchen. Den Bür­ge­r:in­nen wird das mit dem fragwürdigen Versprechen schmackhaft gemacht, auch sie würden dann von den boomenden Börsen profitieren – das hält aber nur bis zum nächsten Crash der Finanzmärkte.

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Reformen ja, aber in eine andere Richtung

Tatsächlich braucht das Rentensystem Reformen. Aber in eine völlig andere Richtung. Menschen mit schweren Belastungen müssten ohne Abzüge deutlich vor 67 in den Ruhestand gehen können. Ar­beit­ge­be­r:in­nen müssten sich stärker an der zusätzlichen Altersvorsorge ihrer Beschäftigten beteiligen. Nötig ist eine existenzsichernde Mindestrente, damit die Altersarmut nicht noch weiter steigt.

Wer so etwas fordert, ist derzeit in der Defensive. Trotzdem: Alternativen zu den Vorstellungen von Merz und Co müssen sichtbarer werden. Ihnen muss die Deutungshoheit genommen werden. Dazu gehört, sich dem Narrativ entgegenzustellen, dass das Rentensystem nicht stabil sei.

Diese Erzählung ist falsch. Die Kosten sind auch in Zukunft überschaubar, zeigt etwa eine Studie der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung. Ja, der Staat steckt jedes Jahr viele Milliarden in die Rentenkasse – weil die damit von ihm politisch gewünschten Leistungen wie etwa die „Mütterrente“ finanziert werden. Der Anteil der Rentenausgaben an der deutschen Wirtschaftsleistung ist in den vergangenen 20 Jahren gesunken.

Vielversprechend ist eine Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Er hat eine eigene Rentenkommission einberufen. Wenn diese Kommission ein überzeugendes Konzept vorlegt, könnte sich die Diskussion drehen. Nötig wäre es.

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Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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186 Kommentare

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  • Als Deutscher, der seit einigen Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet, würde ich durchaus empfehlen, einmal einen Blick auf das Rentensystem der Schweiz - das Drei-Säulen-System - zu werfen. Es ist natürlich nicht perfekt- kein Rentensystem ist das. Aber eine Anregung für Deutschland wäre die zweite Säule, die Pensionkasse. Sie gehört zur beruflichen Vorsorge und ist der deutschen Betriebsrente sehr ähnlich, aber sie ist hier (oberhalb eines bestimmten Jahreseinkommens) obligatorisch für Arbeinehmer und Arbeitgeber, die beide in das Pensionskassenkonto des Arbeitnehmers einzahlen (vergleichbar mit den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland).

  • Das war zu erwarten. Merz als Cheflobbyist von Blackrock und dem dazgehörigen Klientel der Banken und Versicherungen. Eine derart von Lobbytum beherrschte Regierung hat die Bundesrepublik bislang nicht gesehen. Was verwundert ist, dass sich offenbar kaum jemand über solch einen Staatszerfall aufregt....

  • Deutschland hat einen sehr großen Niedriglohnsektor, viele Menschen in Minijobs und Löhne/Gehälter, die unter der Inflation bleiben. Wenn die gesetzliche Rente nochmals gegen eine private Rente gekürzt oder abgeschwächt wird, führt das zu umfassender Altersarmut. Und dazu , dass andere Transferleistungen entwickelt werden müssen, um diese Armut unter Kontrolle zu bringen. Die Finanzindustrie wird sehr reich werden und sich hemmungslos an den Arbeitnehmern bedienen. Es wird ein Alptraum...

  • Das Rentensystem am Kapitalmarkt, wehrt euch gegen diesen Unfug! Im Nebeneffekt macht er die Menschen schuldig, weil es die Interessenlage verschiebt. "Die Wirtschaft" wird sich alles erlauben können. Menschen, zB die, die alternativ leben wollen, oder Kranke, werden nur (noch mehr) daran gemessen, was sie beitragen können. Glück und Willkür geben sich die Hand; Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stehen im Wege.

  • Warum sollen wir den Politikern der sogen. demokratischen Mitte, angefangen bei der Regierung Merkel bis zu unserer heutigen Regierung, unsere Wirtschaft, unsere Rente oder kurz gesagt unser Geld immer noch anvertrauen. Die Zahlen belegen Inkompetenz:



    (Quellen: Bundesrechnungshof, Vergabeblog, BGE)



    - Stuttgart 21 – aktueller Kostenrahmen 11,453 Mrd. €.



    - Flughafen Berlin Brandenburg (BER) – Gesamtkosten zur Fertigstellung rund 6 Mrd. €.



    - 2. S-Bahn-Stammstrecke München – inzwischen auf „über 11 Mrd. €“ veranschlagt (akt. Stand in Berichten).



    - Elbphilharmonie Hamburg – Endkosten 866 Mio. € (ursprünglich viel niedriger angesetzt).



    - Gescheiterte Pkw-Maut – bisher 243 Mio. € Schadensersatz, + weiterer Nachschlag (in Summe um ~270 Mio. € in Berichten).



    - „Euro Hawk“ (Bundeswehr-Drohne, abgebrochen) – bis 2013 ~600 Mio. €.



    - Segelschulschiff „Gorch Fock“ Sanierung – von ~10 auf 135 Mio. €.



    - Nürburgring-Projekt (Ausbau/„Erlebniswelt“) – Neubauten ~330 Mio. €, zusätzlich weitere Landesmittel; insgesamt staatliche Hilfen 2002–2012 456 Mio. €.



    - Nord Stream 2 (Abschreibungen) – Wintershall Dea: 1,0 Mrd. € Abschreibg. auf das Nord-Stream-2-Investment (im Rahmen von Wertminderungen,



    -usw

  • "Tatsächlich braucht das Rentensystem Reformen. Aber in eine völlig andere Richtung. Menschen mit schweren Belastungen müssten ohne Abzüge deutlich vor 67 in den Ruhestand gehen können. Ar­beit­ge­be­r:in­nen müssten sich stärker an der zusätzlichen Altersvorsorge ihrer Beschäftigten beteiligen. Nötig ist eine existenzsichernde Mindestrente, damit die Altersarmut nicht noch weiter steigt.

    Wer so etwas fordert, ist derzeit in der Defensive."

    Nein, ist er/sie nicht.



    Er/sie bleibt nur einen Finanzierungvorschlag schuldig.



    Intensives Träumen und Wünsche in Kombination mit Larmoyanz sind noch lange kein Plan. Es ist leider nicht so einfach.

  • Gute Idee mit dem Kapitalmarkt.

    Das ist doch der, der Dorfsparkassen zwingt die Konten von Antifaschisten im vorauseilenden Gehorsam zu kündigen

    Erst die Kommunisten, Antifaschisten, dann die Sozialdemokraten, die Homosexuellen, dann die Juden...



    ...wer hätte das denn ahnen sollen...wie man den Anfängen wehrt. die den realen Machtverhältnissen, Kräfteverhältnissen, Strukturen zugrunde liegen.

  • Das wird spannend am Beispiel USA, wo noch mehr Menschen auf die Börsen angewiesen sind als hierzulande. Jetzt geht es bei der Ersatzwährung Krypto schon los. Wenn demokratisch gesinnte Staaten versuchen, sich von der Blase der asozialen (US-) Medien befreien wollten und die Anleihen, die sich die US-Investoren und ihre Helfershelfer in den Fonds zuschanzen ließen, dann wird alles, was mit teurer Hochtechnologie zusammengeschustert wurde, aber im realen Leben zur Not auch verzichtbar ist, absolut wertlos. Wer tapeziert schon seine Wohnung und Häuser mit Aktien und 'Wert'papieren? Es ist heute schon so, dass das Silber der früher einmal erworbenen Gedenkmünzen mehr einbringt, als der Nennwert, den die Münze eigentlich darstellt. Bloß nicht tauschen ! Hat jemand eine Idee, wie wir einmal geleistete Arbeit so speichern, dass wir die Früchte im Alter noch ernten dürfen ? Lebensmittel einwecken und als Konserven im Keller stapeln ?

    • @Dietmar Rauter:

      Nur ein Aspekt über das Speichern der Früchte unserer Arbeit.:



      Wir haben uns meistens Qualität gekauft und die dann nicht durch irgendeinen modischen Firlefanz ersetzt.



      Möbel statt Pappkisten, Kleidung statt Fetzen, Fachhandel statt Alibaba, Häuschen statt Malle - wir ernten immer noch.



      Ein Nebeneffekt, den wahrscheinlich viele sich nicht vorstellen können: Immer noch zufrieden, immer noch nicht neidisch.



      Aber leider immer mehr frustriert - über die allgemeine Entwicklung.

  • Stimmt. Wir müssen uns mit ihm privat anlegen.



    Warum nur wählen so viele Menschen diese Kapitalisten - deren Programm lange vorher klar ist?



    Warum wählen so viele gegen ihre eigenen Interessen? Mit der Illusion als Facharbeiter eine Rente auf dem Kapitalmarkt anlegen zu können. und die anderen prekären Arbeiter_innen?

    • @Land of plenty:

      Ich befürchte, dass es egal ist, wer gewählt wird. Am Ende sind es immer Kapitalisten, die nach oben geklüngelt werden.



      Am lustigsten sind die AfD-Wähler, deren Traumkandidatin wohnt sogar in einem Land, das hauptsächlich aus Bankschließfächern besteht.

  • Vor 2008 gab es schonmal ganz viel Geschrei nach der kapitalgedeckten Altersvorsorge. Dann kam die große Krise und plötzlich wurde so manch einem bewusst, dass man dass es ja schön und gut ist, wenn die Kurse im Langjährigen Mittel immer schön steigen - außer man braucht gerade zum Zeitpunkt der Krise Geld. Wer in dem Moment an seine Rente muss und dann nicht umhin kommt, die Verluste zu realisieren, steht dann dumm da. Damals ist so einigen aufgegangen, dass das vielleicht doch nicht das Allheilmittel ist.

    Inzwischen ist das offenbar lange genug her, dass es wieder in Vergessenheit geraten ist.

  • „Merz will die Altersvorsorge dem Kapitalmarkt ausliefern"



    --



    „He's A One-Trick Pony..."



    www.youtube.com/watch?v=zDylgpGHcic

    • @Mondschaf26:

      sehr passend!



      👍

  • Das Grundproblem ist: In der jetzigen Form ist das Rentensystem nicht halbwegs gerecht aufrechtzuerhalten. Es gibt nun zwei Wege aus diesem Dilemma: Entweder man stampft die gesetzliche Rente nach dem Umlageverfahren praktisch ein (dahin scheint die Reise zu gehen), oder man traut sich, sich einzugestehen, dass dieser Bereich künftig deutlich mehr Geld kosten wird - und zieht künftig deshalb z.B. alle Berufsgruppen mit ein, die jetzt eigene berufsständische Altersversorgungen haben. Ich würde den zweiten Weg favorisieren, Merz anscheinend den ersten. Jetzt liegt es in den Händen der Wählerinnen und Wähler, darüber zu entscheiden. Wenn wieder alle CDU, FDP und AfD wählen, sollte zumindest keiner jammern, dass die Reise eben dahin geht.

  • Wer spätestens jetzt noch nicht verstanden hat, warum Herr Friedrich Merz so scharf auf den Posten des Kanzler war, dem ist auch nicht mehr zu helfen.



    Ein BlackRock bleibt ein BlackRock - ist ein BlackRock & wird immer ein BlackRock sein.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Genau, und von da wird er wohl letztendlich eine fürstliche Rente beziehen, als Lohn dafür, dass er uns an seinen Dienstherrn verschachert hat. Denn es geht ja nicht nur um unsere Renten, sondern auch um unsere Wohnungen, Krankenhäuser und Pflegeheime, aus denen Blackrock&Co jetzt schon erhebliches Kapital ziehen. z.B. indem sie mit der "Pflegefinanzierung" die Erbschaften unserer Kinder abziehen. Demnächst dann wohl Schulen, Kitas und die Feuerwehr dran.

    • @Alex_der_Wunderer:

      👍👍👍

  • Unabhängig von politisch rechts oder links, könnte man mal vor dem Schreiben nachdenken und über den Tellerrand schauen. Die Schweiz, Schweden, etc. Haben Ihre Rente sehr erfolgreich auf teilweise Kapitalmarktbasis umgekrempelt. Deutschland verpennt das seit Jahrzehnten. Der Chef der Jusos bezeichnet das als Zocken. Er ist wahrscheinlich zu jung um den Unterschied zwischen Zocken und sinnvollem Investieren zu verstehen. Wir laufen momentan mit unseren Reformen ständig hinterher. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum unsere Politik es einfach nicht verstehen möchte und immer tolle eigene Lösungen sucht. Die Autobahnmaut mit Vignette an jeder Tanke war wohl auch nicht genehm. Heraus kommt dann nix. Nur Kosten.

    • @Jochen Koppenhöfer:

      Die Deutsche Rentenversicherung kann mit meinen Beiträgen von mir aus auf dem Kapitalmarkt agieren.



      Mir egal. Darf halt kein Zocken sein, sondern sinnvolles Investieren.

      Von der hart arbeitenden DPD-Paketfahrerin zu verlangen, einen Teil ihres per Bürgergeld aufgestockten Einkommens abzuzwacken und bei irgendwelchen privaten Versicherungen in Obhut zu geben, ist kompletter Unsinn.

      Und auch für die, die es sich leisten könnten, wäre es ein komplett überflüssiger bürokratischer Aufwand, nur damit die Versicherungswirtschaft fröhlich Geld abnuckeln kann.



      Solche Abnuckel-Schnittstellen haben wir schon in viel zu vielen Bereichen.

      Um meine Rente sollen sich die Profis von der Rentenversicherung kümmern. Ich hab dazu weder Talent noch interessiert es mich, und ich habe auch keine Lust, am Ende "selbst schuld" zu sein, weil ich irgendwas Kleingedrucktes nicht verstanden habe und legal über den Tisch gezogen wurde.

    • @Jochen Koppenhöfer:

      Was die Jungen für Erfahrungen (noch nicht) haben weiß ich nicht. Ich als fast noch Boomer habe aber Erfahrungen von Rister-Rente und Rürup (Aka Basisrente) und Telekom-"Volks"aktie.

      Diese Erfahrung zeigen: Von der Regierung (bzw. den dahinter stehenden interessierten Versicherungskonzernen hat man als Steuerbürger nur eins zu erwarten: Betrogen & abgezockt zu werden.

      Das war so, das wird auch in Zukunft so sein (darauf verwette ich meine erwartbar erbärmliche Rente).

      • @Thorsten Gorch:

        Genauso, jedoch gewählt.

  • Nach der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist es logisch zwingend, dass einer Geldvermögensbildung, z.B. durch das Sparen am Kapitalmarkt, eine gleichgroße Geldverschuldung gegenüber stehen muss. Wenn die gesamte Volkswirtschaft in die vier Sektoren private Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland aufgeteilt wird, muß die Summe der Nettovermögensbildung gleich Null sein. Das Sparen des einen Sektors entspricht den Schulden das anderen.

    Wenn private Haushalte sparen (z.B. auf dem Kapitalmarkt), dann muss sich ein anderer Sektor (Staat, Ausland oder Unternehmen) verschulden. Unternehmen sind in den letzten 20 Jahren zu Nettosparern geworden und das Ausland hat vielleicht keine Lust mehr sich gegenüber Deutschland weiter zu verschulden (d.h., mehr zu importieren als zu exportieren). So bleibt also nur noch der Staat, der sich dann verschulden muss.

    D.h. die kapitalfinanzierte Rente wird wahrscheinlich die Staatsverschuldung in die Höhe treiben.

    Siehe Finanzierungssalden:



    was-ist-geld.de/finanzierungssalden/

    • @makei1200:

      Nur mal so:



      es gibt Schuldtitel (Staats- oder Unternehmensanleihen), aber auch Eigentumsanteile (Unternehmensanteile, Aktien).



      Dementsprechend muss die Ersparnis des privaten Sektors nicht notwendigerweise (komplett) die Verschuldung von UN oder Staaten finanzieren.

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Es geht hier um Finanzierungssalden, also reiner Buchhaltung. Sie sind die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben eines Sektors, also die Veränderung des Nettogeldvermögens, dass sich zu Null addiert. Es geht nicht darum, dass ein Sektor den anderen finanziert.

        Durch das Sparen der privaten Haushalte wird der Volkswirtschaft Geld entzogen. Es wird mehr produziert als konsumiert. Unternehmen haben gar keinen Grund zu investieren, da die Nachfrage fällt. Sie fangen also selbst an, am Kapitalmarkt Geld anzulegen (also zu sparen). Dieses wird als "Finazialisierung" bezeichnet, was in Abbildung 11 meines links zu sehen ist.

        Dieser Prozess führt, wenn keine andere Akteure auftreten, die bereit sind, sich zu verschulden, zu geringen oder negativen Wachstumsraten.

        Und das ist genau das, was zur Zeit passiert.

  • Dachte der ehemalige blackrock Lobbyist Merz hier an Firmen wie beispielsweise blackrock die das dann könnten?



    Ich Frage für 1 Freund

  • Zwei wesentliche Unterschiede zwischen D und den anderen Ländern, in denen das alles gehe: Deutschland hat eine ganze Menge Rechtsformen abseits der Aktienmärkte, z.B. die GmbH, die teilweise auch die Rechtsform der Wahl für große Unternehmen ist bis hin zum Konzern (Bosch z.B.), oder die eG, die einen nicht unwesentlichen Teil des Bankensystems ausmacht, insbesondere im ländlichen Raum, inzwischen auch die eGbR auf dem Immobilienmarkt, seit dem MoPeG.



    Das ist mit anderen Ländern, z.B. Schweden, nicht zu vergleichen, deren Ltd. oft eher unseren UGs gleichen und die kein verlässliches Register führen.



    Was uns zum zweiten Punkt bringt: Die Schweden z.B. müssen sich privat wirtschaftlich ziemlich „nackt machen“, und ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen. Das wäre in D niemals so durchsetzbar, macht aber einzelne Eintragungen im Handelsregister wohl entbehrlich.



    Kurzum: Man könnte ausländische Rentensysteme auf D übertragen, müsste dann aber das Gesellschaftsrecht so weitgehend umstellen, dass es einer Enteignung gleichkäme. Nachhaltige Gerechtigkeit wäre damit keinesfalls garantiert, ein kurzfristiger Aufstand, wenn nicht ein Verdikt aus Karlsruhe dem zuvorkäme, schon!

  • taz: *Es ist frappierend, wie offen der Bundeskanzler die Wünsche der Finanzindustrie bedient – der er bis vor wenigen Jahren als Black-Rock-Repräsentant selbst angehört hat.*

    Bei den Iden des März (von lateinisch Idus Martiae) handelt es sich um eine in vielen Sprachen gebräuchliche Metapher für bevorstehendes Unheil. Die 'Iden des Merz' haben in Deutschland mit "BlackRock-Fritz" jetzt begonnen, aber viele einfältige Bürger applaudieren sogar noch dazu.

    Angela Merkel wusste schon damals, was man von Friedrich Merz halten kann - nämlich nicht viel. Und das hat sich jetzt ja auch bestätigt, denn Merz kennt keine staatspolitische Verantwortung, hat sogar schon das Vokabular der AfD angenommen und würde jederzeit mit der AfD koalieren, wenn er dadurch einen Vorteil für sich und seine reichen Freunde sieht. Friedrich Merz hätte niemals Kanzler werden dürfen.

  • Wer nur ein bisschen wechselt oder seine ETFs vom Finanzinstitut/der Hausbank managen lässt, kommt auf 8-10% jährlich.



    Wer gar nichts tut immer noch auf 4-5% im Mittel.



    Viele ETFs laufen auch deutlich deutlich besser. Gerade auch welche die in erneuerbare Energien investieren...



    Die Abneigung von links gegen den Aktienmarkt ist unsachlich. Man muss keine Heuschrecke werden. Es gibt eine unendliche Auswahl an regenerativen ETFs, ETFs die in fleischlose Alternativen investieren, die nur in lokale Kleinunternehmen investieren, undundund🤷



    Kleine Summen seit 30 Jahren, die Erträge stetig reinvestierend, zur Streuung zwei kleine Mietwohnungen finanziert - mein Partner und ich blicken relativ entspannt dem Alter entgegen.



    Gerade Linke fordern immer, dass man mit Weitsicht handelt. Mir völlig unverständlich, warum sie das bei der Rente nie fordern, sondern gerade dieses Thema, das maßgeblich und wie kein anderes den Lebensabend jedes Einzelnen prägt, grundsätzlich als vollumfänglich staatliche Aufgabe verstehen wollen. Das was jeden Einzelnen von uns am meisten betrifft sollen wir komplett ignorieren und unser Schicksal blind in Staates Hände legen...



    Wenig überzeugend für mich.

    • @Antje1971:

      Ganz so schön und sicher wie Sie das hier erläutern ist das Börsenlotto nun auch wieder nicht...



      Nach der Eingemeindung der Neuen Bundesländer hatte ich früh das zufällige Glück darauf angesprochen zu werden ob ich nicht Vermögenswirksame Leistungen langfristig anlegen wolle. Früher schon guter Sparer gewesen kam mir das sehr vernünftig vor, ich habe also einen Vertrag abgeschlossen, später einen zweiten.



      Und ja - die Depotwerte haben sich gut entwickelt und tun das auch heute noch...



      - Halt: Sie tun es wieder! Denn zwischenzeitlich gab es mehrere fulminante Abstürze, während derer es guter Nerven bedurfte...



      Und wenn Sie Ihr Geld in solcher Phase dringend benötigen sieht es gar nicht mehr so positiv aus, mit den Prozenten...

    • @Antje1971:

      Was aber, wenn man nur wenig verdient und dieses Geld zum Leben benötigt und nichts auf die Seite legen kann? Was wenn man unverschuldet in die Arbeitslosigkeit abdriftet?



      Was, wenn viele auf die Risterrente vertraut haben weil sie vom Staat kam und man diesem damals noch vertraut hat? Oder die Telekomaktie?



      Was wenn man das Geld gerade in einer wirtschaftlichen Krise selbst dringend benötigt, aber nichts mehr da ist?



      Warum zahlen nicht alle (Beamte, Ärzte, Selbständige etc.) in die Rentenkasse ein? Das könnte sich Solidargemeinschaft nennen!



      Ich habe junge Kolleginnen, die neben ihrer Hauptbeschäftigung noch einer Nebentätigkeit nachgehen um in München (hohe Mieten!!!) überleben zu können.



      Selbst ein Kevin Kühnert empfindet seinen Rentenanspruch von 800 Euro für 4 Jahre Bundestag für unmoralisch. Es gibt genug Rentnerinnen, die ein Leben lang gearbeitet haben und auf diesen Betrag oder auf unwesentlich mehr kommen!



      Und selbst eine Ärztekammer musste dieser Tage seine Mitglieder beruhigen, dass deren Renten sicher sind. Warum? Weil die Kammer das Geld ihrer Klientel an der Börse anlegt hat u eben auch in US Aktien.

      Wirtschaftskunde sollte an jeder Schulart eingeführt werden!

    • @Antje1971:

      Das alles klingt wunderbar. Wie macht das diejenigen vielen, die am Ende des Monats kein Geld für solche Investitionen übrig haben. Ich habe den Eindruck, manche Leute können sich das einfach nicht vorstellen, dass da nix mehr übrigbleibt.

      • @Achsachbloß:

        Wir haben mit 20€ monatlich angefangen.



        Das kann meiner Meinung nach fast jeder monatlich weglegen.



        Morgens mal den Kaffee von zuhause mitnehmen oder die Stulle selbst schmieren👍



        Nein ich kann es mir schon vorstellen, dass es Menschen gibt, bei denen am Monatsende wirklich 0€ übrig bleiben. Ich bezweifle allerdings, dass das so viele sind.



        2% der Arbeitnehmer sind Aufstocker. Die können wirklich nichts weglegen.



        Aber ab Mindestlohn kann man 20€ pro Person im Monat schaffen.



        ETFs leben vom Zinseszins. Für 1€ den Sie einzahlen, bekommen Sie nach 30 Jahren 4€ raus. Ohne Hexerei. Ohne Heuschreckentum. Bei 6-8% jährlich ist das garantiert, weil simple Mathematik. Das schafft die gesetzliche Rente niemals.



        Der langjährige Schnitt bei konservativen ETFs liegt bei 7,09% laut Statistik.



        Es geht nicht um diese Humbugversprechen vom 'Reichtum für alle' an den Börsen. Aber moderat vorsorgen kann fast jeder.



        Als zusätzliche Stütze zur gesetzlichen Rente.

        • @Antje1971:

          Sehr schöne Rechnung, die kleistert einem aber auch nur die Augen zu. Allein die Inflation (ausgehend von 2%) bewirkt über 35 Jahre eine Verdoppelung der Preise, frißt also über den Daumen die knappe Hälfte des Endergebnisses der Anlage. Außerdem bringen die im ersten Jahr angelegten monatlichen 20 € nur die vollen 960 € pro Jahr, mit fortschreitenden Zeit wird das halt auch entsprechend weniger. Deshalb ist es auch besser, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine große Summe anzulegen.

  • Nur ein Detail, dass damit impliziert wird, dass jeder Bürger in der Lage sei, finanziell privat für seine Rente vorzusorgen, was realitätsfremd ist.



    Und außerdem wird auch der für Merz sicherlich vernachlässigbare Fakt ignoriert, dass sobald Menschen wie zum Beispiel Frauen, die in der Schwangerschaft und mit Baby alleine gelassen wurden und deswegen trotz bezahlter Arbeit vorher, in das staatliche Versorgungssystem fallen, in diesem Fall gezwungen sind, jegliche privaten Vorsorgeverträge, zu kündigen. Ist Praxis beim Jobcenter. Ich kenne berufsbedingt viele Fälle, die privat vorgesorgt hatten von Sparverträgen bis Lebens- und Unfallversicherungen und für ein paar Euro, die man nur bekommt, wenn man vorzeitig kündigt, gezwungen wurden, im Bürgergeld-Bezug alles zu kündigen.



    Private Rentenvorsorge greift nur, wenn man ununterbrochen bis Rente voll arbeitsfähig bleibt.

    Dieser Vorstoß nichts weiter als eine Veranschaulichung dessen, dass Merz nicht die geringste Ahnung oder Interesse der Lebensrealitäten von Millionen Menschen in diesem Land hat. Er impliziert, dass jeder, der nicht seinen Wohlstand hat -denn er scheint ja das Maß aller Dinge- einfach nur zu faul gewesen sein muss.

    • @Edda:

      Richtig und es gibt eine ganz spezielle Art der Arroganz, die meint, dass alle, die nicht Mietwohnungen als Altersvorsorge kaufen und in Aktienfonds investieren, selber schuld sind, als wenn das was mit Schuld zu tun hat, wenn das Geld einfach nicht da ist. Die meisten können sich das eben nicht leisten. Manche Leute scheinen das nicht wahrhaben zu wollen.

      • @Achsachbloß:

        Und eventuell auch verstandesmäßig dazu nicht in der Lagen sind, das System einfach nicht verstehen?

  • Merz spielt nicht mit den Schmuddelkindern, er zockt sie ab.



    Wenn das die sPD mitmacht, dann gibts Generalstreik in ganz D.



    (hoffentlich)

    • @Andreas Flaig:

      Generalstreik ist in Deutschland nicht, weil illegal.

      • @Aurego:

        @Aurgo



        ...." weil Iillegal "...



        Was meinen Sie wie unserem Friedrich Merz & seinen Konsorten der Ar..h auf Grundeis geht, wenn wir als 🥁 Bevölkerung von Deutschland 🥁eine Woche konsequent nichts konsumieren, kein Einkauf im Einzelhandel, sondern von unserer Bevorratung leben, keine Tankstelle aufsuchen, vorher ein paar Kanister beiseite stellen, für eine Woche keine Internetbestellungen mehr, für eine Woche Bankgeschäfte einstellen. Keine Vertäge abschließen & Privatpartys statt Restaurantbesuche. Keine Kino oder Theaterbesuche. Der ganze



        " Laden " steht 🥁völlig legal still.🥁 Muss nur geschickt vorbereitet sein. Man sollte unsere Macht als Bürger aus der " Mitte " nicht unterschätzen.🥁



        Dann warten Sie einmal die Nachrichtenticker ab...😉

      • @Aurego:

        Ja wie?

        Beim einzigen Generastreik in Schland “Alle Räder stehen still!



        Wenn mein starker Arm das will!“



        Und die Arbeiterschaft dem “Hakenkreuz am Stahlhelm 🪖!



        Schwarz-Weiß-Rotes-Band“



        Kapp-Putsch innerhalb weniger Tage das Licht ausblies! Woll



        Hat doch keiner zuvor ne - 🙀 -



        Bahnsteigkarte geordert •



        Hat doch

      • @Aurego:

        Stimmt, aber das könnte sich vielleicht bald ändern, wenn die Regierung die Arbeiter Rechte abschafft und die Rentenansprüche bei der Börse verzockt.



        Emma Goldman: (Anarchistin)



        "Ich denke, der Generalstreik wird dann verwirklicht, wenn die Arbeiterklasse seinen vollen Wert erkennt – seinen destruktiven sowie auch seinen konstruktiven Wert, was bei vielen Arbeitern in der Welt sich langsam herausbildet."



        Wenn Merz zurück rudert, sollte man sich anpassen.

    • @Andreas Flaig:

      Ich glaube, Sie überschätzen a) den Einfluss der SPD und b) den Willen einer breiten Masse irgendwas ändern zu wollen

      • @DerLurch:

        @ DerLurch



        Tja, sieht ganz ganz übel aus für unseren Herrn Merz, wenn die breite Masse nix ändern will, hat Merz die breite Masse nicht hinter sich & bekommt Gegenwind, wenn nicht sogar Strum oder gar Orkan geliefert..

      • @DerLurch:

        Das wird sich zeigen.

  • Der durchschnittliche Deutsche hätte mehr von seiner Rente und mehr zum Vererben wenn seine Rentenbeiträge in Aktien investiert würden konservativ bei 5% Rendite.

    • @Machiavelli:

      nur, dass es hier momentan ein umlagebasiertes System gibt. D.h. die Beiträge der jetzt Einzahlenden werden direkt an die jertzigen Rentenbezieher ausgezahlt. Für diejenigen, die bald in Rente gehen hat das Rentensystem ziemlich genau 0% Rücklagen, das muss alles von den aktuellen Beiträgen kommen.

    • @Machiavelli:

      Das funktioniert nicht. So viel Aktien kann man in Europa nicht kaufen, wie man dafür bräuchte.

      • @Aurego:

        Ulrike Herrmann sieht das Problem des Akteurs im Markt ebenfalls:



        /



        youtu.be/g2NPKAcvl...i=OmjCbkfpKTf7IO9E



        /



        Zur Abwechslung auch mal was für und auf die Ohren 😉 (oder hinter die Ohren?)

      • @Aurego:

        Sie liegen da nicht richtig. Private Equity ist ein größeres Feld als der Aktienmarkt. Habe selbst Verhandlungen mit den 'Norwegern' geführt. Das scheint sogar deren Hauptfokus, weil sie eben nicht nur von volatilen Aktienmärkten abhängig sein wollen.



        Bitte also festhalten, Ihre hier an verschiedenen Stellen platzierten Wiederholungen tragen nicht.

      • @Aurego:

        Plus Investitionen in Immobilien und Staatsschulden etc.

        • @Machiavelli:

          Manomann - ich versteh‘s echt nicht

          Sie geistern doch nun schon was länger im Kommune-Tümpel rum.



          Versuchen ehran Nickname Ehre zu machen - wa. Selten & bin ich ehra Meinung. But. Sie enttäuschen hier!

          Statt die vielen gegengemünzten Darlegungen - Insonderheit von @Aurego - in die 🧠 weiche zu legen! Und sine ira et studio neu zu testen - wa!



          Bramarbasieren‘s klappernd mit ehra ollen Schellenkappe vor sich hin - statt Nachzudenken! Wollnichwoll.



          Das enttäuscht schlicht & endlich • Denn

          Ehrem adaptierten:- Machiavelli ging es in seinen Werken darum, Macht analytisch zu untersuchen und die Differenz zwischen dem, was sein soll, und dem, was ist, festzustellen. Er orientierte sich in seiner Analyse an dem, was er für empirisch feststellbar hielt.“



          Jung - da liegt noch heute die Latte! Gelle



          Auch wenn sie nicht nur von ehna & den gerade vor sich hinwürgenden Politikastern nahezu durchgehend verfehlt wird!



          de.wikipedia.org/w...%C3%B2_Machiavelli



          Gellewelle&Wollnichtwoll

        • @Machiavelli:

          Super Ideen. Wir heizen den Wohnungsmarkt weiter an, um wohnen noch unbezahlbarer zu machen und drucken Geld für den Saat.

          Wie lange wird so ein System wohl noch überleben?

      • @Aurego:

        Alles eine Frage des Preises nicht der Stückzahl.

        • @Tom Farmer:

          Die Preise der Aktien haben schon jetzt häufig wenig mit dem tatsächlichen Wert der Unternehmen zu tun. Man bastelt also an einer sehr großen Spekulationsblase. Und je mehr man Geld in die Blase belässt, um so eher platzt sie.

      • @Aurego:

        Doch kann man, die Preise für Aktien explodieren dann einfach und wir haben Papier Inflation ohne Gegenwerte



        In der Schweiz liegt das meiste in Aktien oder Immobilien, das hat den Immobilienmarkt durchaus angeheizt und in meiner Region kosten bewohnbare Wohnungen gern mal 2.5 Mio

    • @Machiavelli:

      Gut, dass wir nur an die "durchschnittlichen" Deutschen denken...

      Wobei man vielleicht mal darüber nachdenken sollte, wie so eine Durchschnitt errechnet wird.

  • Was mich vor allem stört, ist diese dauernde Angstmache mit dem nächsten Crash. Hier in D ist ja sogar schon von Crash die Rede, wenn die Kurse soviel fallen, dass sie da sind, wo sie vor einem halben Jahr waren.

    Ohne Risiko gibt es keine vernünftige Rendite. Den Kapitalmarkt völlig auszublenden, ist eine deutsche Krankheit, die die Rentner viel Geld kostet. Und natürlich ist man da nicht auf den DAX angewiesen. Wo leben die Leute eigentlich, die damit argumentieren, dass D ja so groß ist, dass der Kapitalmarkt das nicht verkraftet. Im Deutschen Reich?

    • @moonwatcher:

      die nächste Blase platzt bestimmt....

    • @moonwatcher:

      Ja! Vor allem angesichts der Tatsache, dass sich das jetzige Rentensystem schon mitten im Crash befindet. Seit über 10 Jahren, sozusagen in Zeitlupe, und alle können zuschauen.



      Aber es wird immer noch von grossen Teilen der Politiker schögeredet, als ob nicht jeder sehen könnte was da passiert.

  • Ist so etwas legal?



    Immerhin haben WIR schon X-fach irgendeinen Kapitalmarkt mit unseren Steuergeldern gerettet. Irgendein Banker baut Scheiße und unser Geld ist futsch. Wird dann mit unserem (zukünftigen) Geld "gerettet".



    Das ist nichts weiter als ein System, in dem die Reichen nicht verlieren können, weil das Geld immer von uns kommt.



    Warum darf irgendein Politiker so etwas vorhaben wollen? Die haben doch geschworen, auf uns aufzupassen.



    Ich finde das eklig!

  • Bismarck zu den Sozialgesetzen sinngemäß: „Wer eine Rente zu verlieren hat, denkt zweimal über Revolution nach.“



    Und direktes Zitat: „Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte…“



    Der Gedanke von Merz und seinen Geschäftspartnern dürfte es sein, die zukünftigen Rentner ebenfalls zu bestechen und zu vereinnahmen. Denn wer durch Aktienbesitz zum Kleinkapitalisten wird, der wird immer für die Interessen des Kapitals stimmen. Möglichst viele sollen zu Komplizen des kapitalistischen Systems werden. Einige sind es schon und werben hier und anderswo permanent für den Kauf von Aktienfonds. Sie verweisen stets darauf, wie groß Ihre Gewinne in den letzten 20 Jahren waren. Das Monopolyspiel kann aber auch mal enden oder gründlich danebengehen. Daher ist es nicht fair, dieses Risiko den Rentnern von morgen zuzumuten. Dann kann es nur mit Fonds gehen, die der Staat erwirbt, wenn man das überhaupt für richtig und vertretbar hält.

    • @Achsachbloß:

      Aktien gibt es aber nicht seit 20 Jahren, sondern seit dem 13. Jahrhundert...🤷



      Das "Monopolyspiel", wie Sie es nennen, kann schief gehen, richtig. Allerdings nie dauerhaft.



      Brennt mein Haus ab, ist es weg. Sackt eine Aktie ab, muss ich sie nur lange genug halten und die Chancen stehen extrem gut, dass sie wieder ins Plus dreht.



      Von jedem Crash haben sich die Börsen erholt. Und jedes Mal haben sie massiv zugelegt. Das ist kein Zufall.



      Die Börsen sind eben gerade KEIN Monopolyspiel. Sie bilden die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Welt ab. Und die steigt seit Beginn der Menschheitsgeschichte kontinuierlich.



      Dagegen kann man sich verschließen, kein Problem, jeder ist frei in seinen Gedanken. Aber die Wahrheit ist, jede Börse ist eine Erfolgsgeschichte. Wer da nicht mitmacht, selber schuld🤷

      • @Antje1971:

        Die Börsen haben sich nicht einfach erholt, sondern wurden mit massiv Steuermitteln aufgepeppelt (Bankenrettungen, Konzernrettungen usw).



        Das ist was der Kommentar weiter oben meint: Durch diese Vereinnahmung aller wird die Erhaltung des Finanzkapitalismus für alle, die eigentlich nichts davon haben, plötzlich zur lebenserhaltenen Maßnahme, das System in seiner jetzigen Form wird auf Ewigkeit zementiert dadurch, dass es zum alltäglichen Interesse aller wird, die partikularen Interessen einer Finanzelite mit abzusichern.

  • Ich weiß nicht, wie gut Herr Merz rechnen kann. Das Problem der kapitalgestützten Altersvorsorge ist im Fall von Deutschland, dass wir uns im Moment an Ländern orientieren (Schweden, Norwegen, ...), die eine wesentlich weniger Einwohner haben als Deutschland.



    Rechnen wir doch einfach mal, wie viel Geld Deutschland an den Börsen investieren müsste, um auf denselben Stand wie Norwegen zu kommen:



    Der norwegische Staatsfonds verfügt über ein Gesamtvermögen von ca. 1,7 Billionen €. Das sind ungefähr 304.000 € pro Einwohner bzw. rund 1,6 Mio. € pro Rentner. Legt man diese 1,6 Mio. € pro Rentner klassisch und risikoarm an, kann man damit eine Rendite von über 5.000€ pro Monat pro Rentner erzielen.



    Wenn man Ähnliches in Deutschland versuchte und ca. 304.000 € pro Einwohner anlegte, ergäbe sich bei 83,5 Mio. Einwohnern ein Anlagevermögen von 25,4 Billionen €. Damit würde man die europäischen Börsen überfordern (der DAX hat eine Marktkapitalisierung von rund 3 Billionen €). Man müsste den halben S&P 500 (Marktkapitalisierung rund 50 Bio. €) aufkaufen. Selbst wenn man kleinere Brötchen backt, wäre eine überwiegend kapitalgestützte Rente unrealistisch.

    • @Aurego:

      Bevor wir mal anfangen, alles als "geht nicht" abqualifizieren. Niemand sagt volle Umstellung auf Kapital gedeckt, niemand sagt allein deutsche Aktien.... ich sage: Wahlmöglichkeit geben. Man muss ja niemand zwingen.



      Lustig: Alle von links sagen: Staatsschulden kein Problem, Zinszahlungen auch nicht.... aber die Zinsen bekommen ist böse. Naja...

    • @Aurego:

      Gibt ja noch Immobilien

    • @Aurego:

      Erstens werden wir nicht pro Person soviel Geld haben wie die Norweger, zweitens legt der norwegische Staatsfonds sein Geld weltweit an. Und drittens informieren Sie sich bitte mal, wieviel Geld die Amerikaner in ihren sogenannten 401k Pensionsplänen stecken haben.

      Einen Teil der deutschen Rentenbeiträge am Kapitalmarkt anzulegen, ist ein Ereignis für Deutschland, aber nicht für die Welt bzw die weltweiten Kapitalmärkte.

      • @moonwatcher:

        Sie überschätzen die internationalen Kapitalmärkte. Selbst der S&P 500 hat nur eine Marktkapitalisierung von 50 Billionen Euro.



        Die Kapitalisierung aller 401k-Pläne zusammen sind, wenn ich mich recht erinnere und wenn stimmt, was man darüber findet, ca. 9 Billionen Euro. Für ein Völkchen mit ca. 340 Millionen Einwohnern ist das jetzt nicht so wahnsinnig viel. Vielleicht überschätzen Sie das ein wenig, denn in den USA gibt es ja auch klassische Renten mit einer durchschnittlichen Auszahlung von ca. 2.000 USD pro Monat.



        Haben Sie sich übrigens informiert, wie viel der Durchschnitts-US-Amerikaner aus seinem 401k-Plan nach Renteneintritt pro Monat herausbekommt?



        Generell gilt aber: Wer mehr anspart, bekommt nachher mehr heraus.

        • @Aurego:

          Deutschland kann Norwegen natürlich nicht kopieren. Das Geld in Norwegen kommt aus dem Öl.



          Österreichs Abgaben liegen bei 23%. Schweiz und Schweden investieren einen Teil am Kapitalmarkt. Das macht einfach Sinn.

    • @Aurego:

      Sorry, Leute, da war ich wohl in Bezug auf den DAX etwas zu optimistisch unterwegs. Tatsächlich liegt die aktuelle Marktkapitalisierung des DAX 40 lt. den Daten von ariva.de bei lediglich 1,974 Billionen €. Beim TecDAX sind es 530 Mrd. € und beim MDAX gerade einmal 338 Mrd. €.

    • @Aurego:

      Wenn Herr Merz gut rechnen könnte, hätte 1. Blackrock ihn nicht gehen lassen (vielleicht als Undercover-Agent) und 2. wäre er bei uns als kompetenzbelastet niemals gewählt worden.

      • @Erfahrungssammler:

        Das sind in der Tat valide Argumente.



        Sollen wir uns Scholz und Habeck zurückwünschen?



        Meine ganz ehrliche Meinung: Schlimmer als mit Merz und Reiche war es mit den beiden jedenfalls nicht.

        • @Aurego:

          Sie machen das Problem deutlich:



          Es gibt zur Zeit keine Alternative (gemeint im Wortsinn, auf keinen Fall als Wink mit einem Zaunpfahl).



          Egal, wer das Sagen hat - wenn sie uns finanziell ausgesaugt haben, wollen sie den Dreck unter unseren Fingernägeln - Hauptsache, sie haben alles.



          Diejenigen, denen es nicht darum geht, kommen den Menschen mittlerweile als total fremd vor. Echtes Interesse am "Wohl des Volkes", Ehrlichkeit, Empathie, keine Habgier - diese Eigenschaften sind höchstwahrscheinlich schon mehrheitlich wegevolutioniert.

      • @Erfahrungssammler:

        Politiker werden von Firmen angestellt, weil sie Kontakte haben; nicht weil sie etwas vom Geschäft verstehen. Gasprom hat den Gerhart ja auch nicht genommen, weil er so gut bohren kann.

        Schaut man sich die Ideen des Merz so an, kann man übrigens auch nichts sicher sein, dass er wirklich bei BlackRock aufgehört hat...

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Daher die Option Undercover-Agent.

    • @Aurego:

      Die Altersvorsorge in den USA ist beispielsweise auch hauptsächlich kapitalgedeckt und die sind ein bisschen größer als wir. Die kapitalgedeckte Rente soll ein Baustein sein. Daher wäre es ja schon super, wenn 500 € pro Rentner rauskämen, sind wir bei einem Zehntel ihrer Rechnung. Dann legt der norwegische Staatsfonds natürlich nicht das ganze Geld in Aktien an, sondern auch in Anleihen und Immobilien. Schon ist das ganze in sehr realistischen Größenordnungen.

      • @Nisse:

        Noch eine Bemerkung: In den USA gibt es durchaus auch die klassische Rente, wie wir sie aus Deutschland kennen.

        • @Aurego:

          Schonn. But btw - wa!

          Betriebsrenten scheint‘s nicht.



          Beim Kölsch verriet mir ein früheres



          Vorstand von 4711 - Naja die Marke ist ja anschließend ziemlich rumgeflogen. Bis Proctor & Gamble - scharf auf die Marke - die ganze Chose kaufte. Betriebsrenten wohl unbekannt! Bissen die anschließend in die Tischkante - was & vor allem wie lange sie zu latzen hatten!

          So geht das ©️ Kurt Vonnegut



          „Die Wahrheit ist, wir wissen so wenig über das Leben, dass wir nicht wirklich wissen, was die gute Nachricht ist und was die schlechte Nachricht ist.“



          &



          Das trifft fürdiehier versemmelten🥯



          Ritter-Sport-Apologeten in Sonderheit zu - Wollnichtwoll:

          Quadratisch Praktisch - Kack •

      • @Nisse:

        Das ist der Grund, warum die KGVs an den US-Börsen höher sind als im DAX. Das hat aber im Gegenzug niedrigere Renditen zur Folge.



        Was wir desungeachtet auch berücksichtigen müssen ist, dass die Leute, die jetzt in die umlagefinanzierte Rentenversicherung einzahlen, dieselben sind, die die Renditen der Wertpapiere erwirtschaften müssen. Die 500€ pro Rentner pro Monat würden wir also nicht geschenkt bekommen, sondern müssten sie selbst erarbeiten. Es führt also kein Weg daran vorbei, mehr in die Rente einzuzahlen, um am Ende mehr herauszubekommen. Ich halte es auch nicht für zielführend, größere Anteile einer kapitalgedeckten Altersvorsorge in Schwellenländern zu investieren, in denen die Geburtenraten höher sind, so dass dort in Zukunft evtl. mehr Mehrwert generiert werden wird, weil mehr Arbeitskräfte vorhanden sind. Wir wissen, dass die Renditen solcher Märkte in der langjährigen Betrachtung stets unter den klassischen Aktienmärkten in den USA und der EU lagen.

    • @Aurego:

      Der Verweis auf Norwegen ist auch noch unter einem anderen Aspekt fragwürdig.

      Norwegens Fond speist sich zum großen Teil aus den Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung. Also aus Geld, das vorhanden ist. Die bisherigen deutschen Modelle sollten mit Krediten finanziert werden. Ein sehr großer Teil der Gewinne ginge also an die Banken, nicht an die Rentner.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das geht deshalb, weil die Einnahmen aus Öl- und Gasförderung dem norwegischen Staat zufließen. Wir könnten es in Deutschland ähnlich gestalten, indem wir Überschüsse aus staatlichen Unternehmen in einen Rentenfonds einzahlen. Wir könnten auch die Vermögensteuer wieder erheben und deren Einnahmen in einem solchen Fonds anlegen.

        Mein Vorschlag ist jedoch, ein Depot für jedes neugeborene Kind anzulegen und dort 25 Jahre lang 10% des Kindergeldes (gerne auch mehr) einzuzahlen. Man ist erstaunt, wie hoch das Kapital bei Renteneintritt ist, das sich bei durchschnittlicher langfristiger Wertsteigerung (das sind ca. 6 bis 7%) dort ansammelt. Das wären ungefähr 210.000 €. Bei konservativer Verzinsung (4%) ergäbe das eine zusätzliche Rente von 700€/Monat, ohne das Kapital anzutasten.

        • @Aurego:

          "Wir könnten es in Deutschland ähnlich gestalten, indem wir Überschüsse aus staatlichen Unternehmen in einen Rentenfonds einzahlen."

          Von welchen Unternehmen reden wir? Und die Vermögenssteuer? Die wird vom Geldadel strikt abgelehnt. Wird also nichts.

          Übrigens funktionieren alle diese Modellrechnungen nur, wenn das Modell "kapitalistisches Wachstum" ewig weiter läuft. Auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen wir das schwierig.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Haben Sie übrigens über meinen Vorschlag der "Kindergeldrente" nachgedacht?

            • @Aurego:

              Der Vorschlag mit der Kindergeldrente ist zumindest nicht so absurd, wie die Ideen, die in dieser Frage von Merz & Co. kommen.

              Allerdings zwei Probleme. Familien mit geringem Einkommen können das Geld nicht abdrücken und es löst natürlich auch nicht die Rentenprobleme derjenigen, die schon erwachsen sind.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Was die Unternehmen in staatlicher deutscher Hand betrifft, sollten Sie sich mal kundig machen.



            Ich schlage vor, Sie lernen bis morgen früh folgende Liste auswendig:



            www.bundesfinanzmi...e-unternehmen.html

            • @Aurego:

              Ein großer Teil der Unternehmen ist Teil der DB. Werfen die Anderen auch so viel negativen Gewinn ab?

  • Aktienwerte können nur steigen, wenn AGs ihre Gewinne steigern. AGs steigern Gewinne durch Ausbeutung, z.B. wenn produktiv Arbeitende auf Lohn und Sozialbeiträge oder gleich ganz auf den Arbeitsplatz verzichten. Die Kluft zwischen wenigen Superreichen und der immer ärmer werdenden Weltbevölkerung wird vertieft, das Sozialsystem belastet bis zur Zerstörung.



    AGs steigern Gewinne auch durch Ausbeutung der Natur. Ebenfalls zu Lasten der immer ärmer werdenden 99,9%.



    Kurz: der Finanzmarkt gewinnt, solange das Leben verliert. Ende des letzten Jahrhunderts wußten vor allem junge Leute noch, daß man Geld nicht essen kann.

  • Dass ein Arbeitnehmer in Zukunft nicht einen Rentner über die umlagenfinanzierte Rente finanzieren kann und gleichzeitig noch für andere Menschen mit aufkommen soll, ist allen bewusst.

    An das Kapital wollen deswegen also ALLE heran, um auch in Zukunft noch Renten finanzieren zu können. Das ist bei der Linkspartei auch nicht anders, die mit ihren jüngsten Vorschlägen für Steuererhöhungen Geld in leere Kassen spülen will.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Wenn wir unsere Produktivität entsprechend steigern, geht es durchaus, dass ein Arbeitnehmer sowohl einen Rentner als auch seine Familie versorgen kann. Die Frage ist, ob man ihm dann den Lohn zubilligt, der seiner Arbeitsleistung entspricht.

      • @Aurego:

        An welche Produktivitätzssteigerungen haben Sie gedacht, wo nicht mehr 20 % für einen drittel Rentner sonder 60% für einen ganzen Rentner abgezogen werden?

      • @Aurego:

        Nicht wenn wir die Produktivität steigern - die ist nämlich in der Zeit, in der das umlagenfinanzierte Rentensystem funktioniert regelrecht durch die Decke gegangen. Nur spiegelt sich die Produktivitätssteigerung nicht in den Gehälter und damit auch nicht in den Einzahlungen in die Rentenkasse wider.

        • @pumble:

          Sie meinen, wir sollten höhere Gehälter verlangen? Oder sollten wir die Rentenkassen vielleicht aus anderen Quellen speisen? Mir schwebt da die Erbschaftsteuer, die Vermögensteuer, die Abgeltungssteuer und die Sektsteuer vor.

          • @Aurego:

            Den Menschen, denen Ihre Vorschwebungen gelten, werden die wohl nicht gefallen. Und ich glaube, dass es auch die sind, die sie zu verhindern wissen

  • es lohnt ein Blick auf das Desaster Riesterrente, ein Resultat von Sicherheitswahn und Aversion gegen den Kapitalmarkt und obendrauf Lobbyismus der Versicheruungswirtschaft mit Politik und Gewerkschaften. Da haben „die Linken“ den Beschäftigten einen Bärendienst erwiesen. Wenn das Umlagesystem demografisch nicht mehr aufgeht muss das fehlende Geld von irgendwo her kommen. Ob aus Steuern oder direkt von Kapitalmarkt ist letztlich das gleiche, denn ohne Unternehmen die prosperieren und Gewinne machen gibt es keine Steuereinnahmen. Als letzter Alternative bleibt Staatsverschuldung, d.h. zukünftige Generationen zu belasten. Dem steht das Ende der Ära der Fiatwährungen entgegen.

    • @Newjoerg:

      Das Rentensystem/Umlagesystem wird nur politisch bestimmt. Es wäre auch ohne die Riester-Reform gegangen, die Politik (Grüne und SPD) wollten das System ändern. Auch jetzt könnte das System weitergeführt werden. Wieder Mal möchte die Politik eine Veränderung, kurz es gibt hier keinen Zwang zur Veränderung.

    • @Newjoerg:

      Ganz zuerst: Staaten müssen Schulden nicht zurückzahlen, sondern können sie über lange Zeiträume weginflationieren, ohne dass es irgendwem wehtut. Wir haben die Schulden unserer Eltern und Großeltern schließlich auch nicht getilgt. Da Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern einen eher niedrigen Schuldenstand hat, wäre bei uns bei der Verschuldung sogar noch Luft nach oben. Die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen sind ohnehin immer noch niedrig.

      Das Problem mit der kapitalgestützten Altersvorsorge ist jedoch, dass genau die Leute, die in die staatliche Rentenversicherung einzahlen, dieselben sind, die auch die Renditen der Aktiengesellschaften erwirtschaften müssen. Diesen Zusammenhang muss man sehen, um nicht in eine Falle zu laufen.

      Der "Sicherheitswahn" ist übrigens in der Bevölkerung fest verankert. Er geht nicht nur von der Politik aus. "German Angst" halt eben ...

  • Weniger Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bedeutet ganz einfach ein Geschenk für die Arbeitgeber, die dann weniger Beiträge einzahlen müssen. Für den Arbeitnehmer sieht es da anders aus. Er muss am Ende zusammen für die gesetzliche und die private Vorsorge tiefer in die Tasche greifen.

  • Jeder muss zahlen!



    Basisrente als Pflicht für jeden,



    egal ob Angestellter, Beamter, Selbständiger oder Politiker. Diese Basisrente sollte 20% über dem Bürgergeld liegen und ist für jeden gleich hoch, unabhängig vom Einkommen. Dafür ist die Rentenauszahlung auch für jeden gleich hoch. Dann nochmals den gleichen Beitrag Steuerfrei stellen, wenn er für eine private Altersvorsorge investiert wird. Dies können Fonds sein, aber auch die Abzahlung einer Immobilie bis zum Betrag X, oder andere zertifizierte Sparformen.

  • Ich würde sofort aus dem staatlichen Rentensystem aussteigen und in eine Privatrente investieren, wenn ich könnte. Meine private Altersvorsorge ist trotz der Schwankungen am Aktienmarkt um eine vielfaches ertragreicher als meine Rentenzahlungen.

  • Auf langer Sicht soll die Rente abgeschafft werden, weil stammtischmäßig argumentiert wird "wie will man das alles zahlen????" Sind ja immerhin dreistellige Milliardenbeträge pro Jahr. Erschreckend ist, auch manche taz-Kommentatoren scheinen das in Ordnung zu finden.

    Der Merz macht schonmal vor, seine Nachfolger, egal ob AfD oder nicht, höhlen den Sozialstaat weiter aus. Super.

  • Wenn man es dem Einzelnen überlässt, ob und wie er seine private Vorsorge gestaltet, dann wird's am Ende mit der Versorgung duster ausschauen. Viele werden es ganz sein lassen, andere nicht wissen, wie man das macht und wieder andere auf's falsche Instrument setzen. Und am Ende wird die Altersarmut eklatant zunehmen.

  • Ich finde es nicht grundsätzlich falsch, dass die Altersvorsorge auch teilweise über den Kapitalmarkt gesichert werden soll. Aber dann bitte mittels staatlichen Fonds. Wenn jeder Haushalt selber anfängt, wird viel zu viel durch Gebühren aufgebraucht. Das ist doch auch ein wesentlicher Grund, warum Riester nicht funktioniert.

  • Es gibt inzwischen genügend Belege für die These der Autorin, was Merz während seiner Kanzlerschaft erreichen will. Er verfolgt dieses Ziel mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf die Gesellschaft. Er befeuert den Generationenkonflikt und die Phantasien über durchweg reiche, lustig lebende, faule Boomer. Sinnvolle Reformstrategien, die in Nachbarländern längst wirken, ohne dass die Wirtschaft daran gestorben ist, werdem durch Ignorieren und fruchtlose Diskussionen aus dem Fokus der Bevölkerung gerückt. Die langwierige Untätigkeit einer Rentenkommission, deren Mitglieder von der gesetzlichen Rente nicht betroffen sind, verschärft die Situation, weil nicht an den notwendigen Maßnahmen gearbeitet wird. Es ist nicht wegzudiskutieren, dass alle in die Rente einzahlen müssen, damit sie funktioniert, also wird verschleiert, verzögert und seriöse Studien und Arbeiten dazu unterschlagen. Wir müssen die Rentenreform in die richtigen Hände legen - DGB, Wohlfahrtsverbände, sozial verantwortungsvolle Institutionen, und zwar bald. Der Schaden am Zusammenhalt der Bevölkerung und an Leben und Gesundheit nicht nur ältere Menschen ist jetzt schon viel zu groß.

    • @Christine_Winterabend:

      Mir steht der Merz dermaßen Oberkante Unterlippe...



      Wenn er erzählt, wie er seinen Töchtern Aktien erklärt, was für aufklappbare Bretter mit Lebensweisheiten er ihnen schenkt, wie er feiert, dass es den Rentnern viel zu gut geht, wie er auf alle unterhalb Flugzeugbesitzern runterschaut - wie konnte uns das nur passieren?



      Also - ich war es nicht!!!

    • @Christine_Winterabend:

      Der Generationenkonflikt ist doch längst da, die junge



      Generation wird nur laufend belogen, dass sie auskömmliche



      Renten erhalten wenn sie nur weiterhin schön für die Renten der Alten einzahlen. Das das Umlagesystem schon heute nicht annähernd mehr funktioniert ist der inzwischen dreistellige



      Miliardenzuschuß aus Steuermittel. Am schädlichsten für



      die Demokratie sind die Besitzstandswahrer und Reformblockierer auf allen Ebenen.



      Funktioniert

    • @Christine_Winterabend:

      „Es gibt inzwischen genügend Belege für die These der Autorin, was Merz während seiner Kanzlerschaft erreichen will. Er verfolgt dieses Ziel mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf die Gesellschaft."



      --



      Weiß das seine Koalitionspartnerin, die SPD? Oder ist dem Friedrich Merz egal, wer bei Gesetzesvorhaben zustimmen wird? Oder braucht er dafür die Parlamente nicht (mehr)? Ist Merz auf dem Trumpelpfad?

    • @Christine_Winterabend:

      Es wäre schön, wenn Sie mehr über diese sinnvollen Reformstrategien erzählen würden. Oder meinen Sie nur, dass alle in die Rente einzahlen müssen. Das würde die Probleme meines Wissens nach frühestens in 20 Jahren lösen. Daher wäre es wichtig, auch Lösungen zu haben, die schon heute sehr schnell funktionieren. Ich kennen nur die Lösung, alle versicherungsfremden leistungen aus den Rentenkasse zu nehmen, durch den Bundeshaushalt finanzieren zu lassen und dazu die Steuern für die Reichsten zu erhöhen wie in demokratieingefahr...nserer-demokratie/



      beschrieben. Oder kennen Sie noch andere?

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Es gibt noch mehr, aber es wird wenig öffentlich, und auch von anderen Ungerechtigkeiten wird kaum geredet. Wie z.B. die Doppelbesteuerung von Rentenbeiträgen bei der Rentenauszahlung und auch, bei zusätzlich privat Vorsorgenden gesetzlich Versicherten, in gar nicht so wenig Fällen die doppelte Verbeitragung - s. dvg-ev.org/recht-3/ der privaten Vorsorge, begründet durch nachträgliche Gesetzesänderungen bei der Einführung der Riseterrente 2004. In der Mitversicherung der Familien bei von III/V Versteuerten gibt es auch so einiges, was man mal nachrechnen müsste. Und es wird definitiv nicht reichen, die gesetzlich Versichtertenn noch gründlicher zu melken.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Genau das macht der Bundeszuschuss für die gesetzliche Rentenversicherung. Im Haushalt 2026 sind dafür 127,6 Milliarden Euro veranschlagt.

        Die größten Posten sind Kindererziehungszeiten ( sog. Mütterrente), Kriegsfolgekosten inkl. Fremdrenten, Anhebung der DDR-Renten und Rentenbeiträge für Arbeitslose und Bürgergeldempfänger.

        Wer nach einem vernünftigen Rentenmodell sucht braucht nur in die Schweiz schauen, dort sind alle Einkünfte von allen rentenversichrungspflichtig, dafür gibt es nach vollen Beitragsmonaten ca. 1.250,- Franken Mindest- und 2.500.- Franken Höchstrente. Der Gesamtbeitrag beträgt etwas über 10%! Solidarprinzip nennt sich das, im Gegensatz zum Äquivalenzprinzip in Deutschland. Verfassungsrechtlich wäre das kein Problem, die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung funktionieren ja auch nach dem Solidarprinzip, bis auf die himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass die Reichen nicht solidarisch sein müssen.

  • ... hier kann man nachlesen, wie es 1957 zu dem fatalen Fehler mit der Umlagefinanzierung kam.



    FuFact: das Bismarcksche System war die bessere Lösung.

    www.bundestag.de/d...entenreform-488538

    • @Fritz Müller:

      Danke für den Tipp mit Link.



      ZITAT DARAUS:



      "Rentner sollten deshalb nur an dem „echten Produktivitätszuwachs“ teilhaben. Die Einführung einer dynamisierten Rente in Verbindung mit einem Umlageverfahren, ohne Kapitaldeckung, hielten beide auch deshalb für gefährlich, weil sie eine konstant wachsende Bevölkerungszahl voraussetzte. „Kinder kriegen die Leute immer“ soll Adenauer gegen diese Bedenken vorgebracht haben."



      EIN ETWAS BESCHRÄNKTES WELTBILD.



      "Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland wird im Umlageverfahren finanziert. Das bedeutet, dass die laufenden Rentenzahlungen überwiegend aus den Beiträgen der aktuell Erwerbstätigen kommen. Gleichzeitig erwerben die derzeitigen Beitragszahler Ansprüche auf Renten, die später von den nachfolgenden Arbeitnehmer-Generationen finanziert werden müssen. Dieses System wird Generationenvertrag genannt."



      deutschlandfunk.de



      In Schweden wird verteilt, was reinkommt, das ist offenbar dynamischer und vermeintlich am Ende mit drei Säulen gerechter.



      Quelle ebda



      "Wie hoch die Rente eines Tages im Alter durch Einzahlungen in das Umlageverfahren ausfällt, ist in Schweden ungewiss. Anders als früher gibt es keine Garantie für ein Rentenniveau."

      • @Martin Rees:

        Danke …anschließe mich



        & btw



        @Müllers Fritze



        Wie kommse denn suf auf das schmale Brett und zum Nassen Hut / mit alter Krempe - hm?!



        Zur Erinnerung: Gewiß Gewiß. -



        Ol Conny “Kinder kriegen die Leute immer vs braunchargjerte Zigarre:



        “Das kann die Wirtschaft nicht tragen!“ - der vermeintliche soziale Wohltäter - Wollte die nächste Wahl gewinnen • But!



        Deswegen war das Gesamtgesellschaftlich (=> Fremdwortduden für den Fritze Abg.



        Nieder🪣;(



        Voll in Ordnung! Denn!



        Die wie das Ungeheuer von Loch Ness 🐉 auftauchendes “Die Renten sind sucher!“ / Wippesteß Nobbie Blümchen zB - soll ja in Permanz erfolgeten Fremdentnahmen - statt unpopulärer anstehender Steuererhöhungen kachieren eskamortieren - wie die Hütchenspieler in Ffm auf der Zei!

        kurz - Statt das Blaue vom Himmel zu schwadronieren wie unsere Politikaster too im Dauerriterdando!



        Otte Teufel dazu lesen - hier mit Fundstelle zitiert. Gelle.

  • Richtig so. Das ist der einzige Weg. Das Rentensystem kann mathematisch nicht funktionieren. Ich selber habe 30 Jahre eingezahlt und gleichzeitig eine kleinere Summe privat in aktienfonds gesteckt. Denn mir war vor 30 Jahren schon klar, ein Blick auf die alterspyramide reicht, dass dieses System nicht funktionieren kann. Das ist nicht nachhaltig. Und nun ist es so obwohl die sparsumme kleiner war, der ihr tragt im privat gesparten erheblich höher ist, als die zu erwartende gesetzliche Rente. Wenn ich das ersparte einfach verzinst liegen lasse und monatlich die Zinsen verbrauche. Und dann ist am Ende ja noch das Kapital über.

    • @Horst Sörens:

      So So

      “.…Das Rentensystem kann mathematisch nicht funktionieren.…“



      Mal anderer realistischer Zeitraum - statt ehra schlappen, vermutlich fetten Jahre & gönmer ehna - dasse Klimpergeld zum Anlegen hatten!



      & Däh



      Uns Ohl+03 klebte als Angestellter sein aktives Leben lang.



      Auch nach WK II; als er die Großhandelklitsche



      Von seinem Vater übernahm, klebte (das wsr 50/60er möglich! &! Familie einschl



      Uns zwei Rabauken ins&durchs Leben schaukdlte



      Liquidierte +-0 alles mit 65



      Hatte mit der halben Schwerb-Rente seiner früheren Verlobten - mehr Rente als ich mit R1



      Nach einem WK & an die drei Währungsreformen!

      Natalije - un nu komms du (Kuddl Schnööf

      ps Sorry - aberse reden in ehran Stabilbaukasten wien Blinder von der Farbe



      Einfach mal Otto Teufel lesen! Gelle



      taz.de/Rentenexper...o-Teufel/!5127666/



      Rentenexperte Otto Teufel



      Einer schuftet im Augiasstall



      Der Bruder von Fritz Teufel ist einer der versiertesten, kritischsten Rentenexperten Deutschlands. Seit 30 Jahren kämpft er gegen die Rechentricks der Rentengesetzgebung.



      Gabriele Goettle



      Da wird Sie geholfen! Newahr



      Normal Schonn

      • @Lowandorder:

        @Lowandorder



        Danke für den Link, ein Voll 🎯 - der Artikel müsste nächste Woche in jeder Tageszeitung, vorallem in den Regionalzeitungen erscheinen.



        🧨 damit auch der letzten Kerze 🕯ein 💡aufgeht 🥁 thx

      • @Lowandorder:

        Die Zahl der in der Öffentlichkeit wahrgenommenen Kritiker*innen und Experten*innen ist begrenzt und sie wird auch zusätzlich begrenzt:



        "Bemerkenswert ist schon die Entstehung dieses Buches. Balodis und Hühne „forschen und berichten seit über dreißig Jahren zu den Themen Rente und Altersvorsorge„, haben als Fachautoren zahlreiche Ratgeber und mehrere Bücher veröffentlicht, „sind als Vortragreisende unterwegs und erstellen Studien zu Fragen der Rente und Altersvorsorge“ (S. 4). Es geht ihnen „um die Mobilisierung all jener, die höhere Renten fordern und Altersarmut verhindern wollen“ (S. 6). Aber: „Es war nicht einfach, dieses Buch zu realisieren„, weil die Verlage „bei diesem gesellschaftlich hoch relevanten Thema keineswegs Schlange“ standen (S. 7). Deshalb wählten sie zur Finanzierung das Verfahren „Crowdfunding“..."



        Quelle arbeiterpolitik.de



        Weiter dort zu Dagmar Hühne und Holger Balodis:



        "Ein Buch alleine schafft keine Bewegung. Es kann nur in einer bereits vorhandenen Strömung wirken, Informationen vermitteln, zu Diskussionen führen, Verbindungen und Orientierung schaffen, Handlungen initiieren und anleiten. Diese praktischen Zwecke erfüllt das Buch."



        Der Titel: "Rente rauf!"

    • @Horst Sörens:

      Und was hätte ihr Aktienfonds gemacht, wenn Sie nach 5 Jahren erwerbsunfähig geworden wären?



      Aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten Sie dann bereits in jungen Jahren eine im Verhältnis zu den bis dahin erfolgten Einzahlungen eine recht hohe, zur Not lebenslange Rente.



      Bezahlt Ihr Aktienfonds auch erforderliche Reha-Maßnahmen, wenn sie aufgrund oder nach einer Erkrankung wieder beruflich eingegliedert werden müssen, incl. Übergangsgeld?



      Die Deutsche Rentenversicherung ist mehr als nur finanzielle Versorgung von AltersrentnerInnen. Eben ein Solidarsystem im Umlageverfahren und keine Geldanlage.



      Insofern vergleichen nicht nur sie leider meistens Äpfel mit Birnen.

    • @Horst Sörens:

      Meine Fragen an Horst Sörens: "der ihr tragt im privat gesparten erheblich höher" - War wollen Sie damit ausdrücken? Und zum sonstigen Inhalt Ihres Kommentars: Ich weiß ja nicht, was Sie verdient haben in Ihrer aktiven Zeit. Bei mir, wie auch bei vielen, vielen anderen Menschen im Land reicht jedenfalls das Einkommen gerade mal so zum Leben, insbesondere bei Familien mit Kindern. Wovon also private Aktienfonds bedienen?



      Seien Sie doch einfach froh, dass das Schicksal es gut mit Ihnen gemeint hat und Ihnen ein auskömmliches, sorgenfreies Leben beschert. Trampeln Sie bitte nicht auf andern rum, denen das nicht vergönnt ist. Viele Menschen sind einfach auf die gesetzliche Rente angewiesen, Punkt.

      • @mwanamke:

        Der Kommentator oben meinte den Ertrag, der höher ist. Und Sie sollen nicht zwingend neben der aktuellen staatlichen Rente an Kapitalmarkt investieren, sondern ein Teil der gezahlten Beiträge sollte angelegt werden.



        Die Frage ist, wie man das organisiert. Da gibt es sehr viel bessere Beispiele als die idiotische Riester Rente. Für null Risiko bekommt man keinen vernünftigen Ertrag. Irgendwann werden das auch die Deutschen begreifen müssen.

      • @mwanamke:

        Ihr Netto-Einkommen reicht gerade mal so zum Leben, nachdem 18,6% des Bruttolohns an die gesetzliche Rentenkasse abgeführt wurden. Diesen Betrag hätten Sie stattdessen am Kapitalmarkt anlegen können, und hätten im Alter eine höhere Rente. Gerade für Geringverdiener wäre eine höhere Rendite wichtig, für die macht der Unterschied am meisten aus.



        Problematisch ist das Risiko der kurzen Laufzeiten: einem 20-jährigen würde ich empfehlen (wenn es denn möglich wäre), auf die gesetzlichen Rentenansprüche zu verzichten und das Geld stattdessen privat zu investieren, einem 55-jährigen nicht.



        "Privat zu investieren" heißt dabei nicht unbedingt Aktien; das kann auch eine Weiterbildung sein, ist oft sinnvoller.

        Die Lösung wird am Ende wohl so aussehen: eine gesetzliche Mindestrente per Umlageverfahren und niedriger Bemessungsgrenze; alles was darüber hinausgeht macht man privat.

      • @mwanamke:

        Ist es denn nicht zu verstehen, dass es nicht darum geht ZUSÄTZLICH Geld in Privatvorsorge zu stecken, sondern nur um einen Teil dessen, was Sie und ihr Arbeitgeber jetzt ins Umlagesystem bezahlt.



        Mit Unterstellungen, jemand anders will auf Ihnen runtrampeln... , das führt doch inhaltlich nicht weiter! Nee, der will, dass es Ihnen auch besser geht. Und das andere von seinem erfolgreichen Weg was lernen!

        • @Tom Farmer:

          Ist es denn nicht zu verstehen, dass das für Millionen Menschen mit geringem Einkommen auch eine großes Problem ist?

    • @Horst Sörens:

      Da freuen wir uns aber ALLE, das es bei Ihnen so gut funktioniert hat.



      Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie diesen unausgegorenen Quatsch mal den vielen (10 Mio) Mindestlohnempfängern und Prekär Beschäftigten erzählen würden, die sich definitiv nix zur Seite legen können.

      • @Thomas Böttcher:

        Ich habe Auszubildende, die dies machten und durchzogen, die haben mit Ende 20 davon ein Haus zur Hälfte anbezahlt und selbst renoviert - gute Altersvorsorge sind halt Handwerker.

  • Die jährliche Rendite des DAX liegt ein Vielfaches über der jährlichen Rentenerhöhung. Da sind die periodischen Finanzcrashs, von denen im übrigen auch die staatliche Rente betroffen ist, schon mit eingerechnet.

    Aber da so viele Finanz-Konservative lieber die mickrige Staatsrente haben wollen, statt einer hohen kapitalgedeckten, bin ich für ein Wahlsystem, in dem jeder frei entscheiden kann.



    Für mich die kapitalgedeckte Rente bitte.

    • @Morrad Mo:

      Der DAX hat eine Marktkapitalisierung von ca. 2-2,5 Billionen Euro. Das reicht für Deutschland nicht für eine kapitalgedeckte Rente. Um einen nennenswerten Anteil über Wertpapiere abzusichern, müsste Deutschland mindestens 5 Billionen Euro am Kapitalmarkt anlegen, was ca. 240.000€ pro Rentner entspräche, was wiederum pro Monat bei konservativer Anlage in Dividendentitel ca. 800 € pro Monat pro Rentner abwürfe. Das ist gerade einmal Bürgergeldniveau. Wo aber sollen wir 5 Billionen Euro anlegen? Der einzige Wertpapiermarkt, der das hergibt, ist der US-amerikanische (Der S&P 500 hat eine Marktkapitalisierung von ca. 50 Billionen Euro). Aber auch dort müsste ein deutscher Pensionsfonds 10% des S&P 500 aufkaufen. Halten Sie das für realistisch?

    • @Morrad Mo:

      Gerne, dann aber beim Crash zur ungünstigen Zeit nicht nach Hilfe des Solidarsystems fragen ;)

      • @MarxhatteRecht:

        Einverstanden. Und Sie fragen dann bitte auch nicht nach Steuergeldsubventionen des Rentensystems, sondern leben von den Rentenbeiträgen allein. Viel Spaß!

    • @Morrad Mo:

      Ich habe es vor 30 Jahren genauso gemacht weil absehbar, dass dieses System nicht funktioniert. Leider musste ich auch permanent in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wusste aber dass das reine geldverschwendung ist. Hat sich trotzdem gelohnt. Das private sparen in aktienfonds

  • Das ist zu sehr schwarz-weiss.



    Grundsätzlich ist es schon eine Überlegung wert, Beiträge für spätere Renten gewinnbringend anzulegen. Norwegen oder Niederlande machen das schon lange so, mit Erfolg. Warum sollten nur Privatanleger und Investmentgesellschaften vom Kapitalmarkt profitieren, aber nicht die Sozialsysteme?



    Was allerdigns verhindert werden muss, sind Finanzkonstrukte von denen Haupsächlich die Finanzindustrie profitiert, nicht aber die Anleger (wie etwa viele der heutige betrieblichen Altersversorgungen, die im Prinzip Lebensversicherungen mit ungünstigen Konditionen sind - da profitiert idR nur eine Seite, nämlich die anbietende Versicherung)

  • Immer wieder wird genannt:



    Das "schwedische Modell".



    "Bei der Zahl der Börsengänge ist Schweden Spitzenreiter in der EU. Zwischen 2016 und 2023 gab es 508 IPOs – deutlich mehr als in Deutschland, Frankreich und Italien zusammen. Ein wichtiger Grund dafür ist die große Akzeptanz der Aktienanlage in der Bevölkerung: Fast jeder Schwede besitzt Aktienfonds, jeder fünfte hält Aktien heimischer Unternehmen und leistet dadurch auch einen wesentlichen Finanzierungs- und Wachstumsbeitrag für die schwedische Wirtschaft."



    Zur kritischen Ansicht und Durchsicht:



    www.dai.de/detail



    Andere Lösungen gibt's auch in Europa...

    • @Martin Rees:

      Deutschland hat achtmal so viele Einwohner wie Schweden. Für kleinere Länder ist so ein Ansatz einfacher als für große. Es gibt in Deutschland keinen ausreichend großen Aktienmarkt.

      • @Aurego:

        Mal ein Blick nach Frankreich, eine große Volkswirtschaft:



        "Dort heißt das Erfolgsrezept: PEA – Plan d’épargne en actions – übersetzt heißt das so viel wie: Aktiensparplan. Dahinter steckt ein staatlich reguliertes Aktiendepot, das langfristiges Sparen fördert und mit steuerlichen Vorteilen lockt.



        Bereits 1992 führte Frankreich den PEA ein, um die Bürgerinnen und Bürger zur Beteiligung an Unternehmen zu motivieren. Rund 7 Millionen Menschen besitzen bereits ein solches Depot.



        Und während in Deutschland die ehemalige Ampelregierung mit gescheiterten Projekten wie dem Generationenkapital und einem geförderten Altersvorsorgedepot von der Bühne abtrat, macht Frankreich leise, aber wirksam vor, wie man Menschen für den Aktienmarkt begeistert. Heute ist das Modell ein fester Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Und das Beste: Es funktioniert."



        Quelle t-onlinne.de



        Weiter dort:



        "Anleger dürfen nur in bestimmte europäische Aktien und Fonds investieren. Die Idee dahinter: Mit den Investitionen sollen vor allem europäische Unternehmen gefördert werden – und nicht beispielsweise amerikanische oder asiatische."



        Auch beispielsweise Kanada wäre als Vergleich interessant.



        Die Diskussion läuft.

        • @Martin Rees:

          Ich glaube, auch in Deutschland besitzen 7 Millionen Menschen ein Depot, wahrscheinlich sind's mehr.



          Aber im Ernst: ist doch lächerlich! 7 Millionen sind zu wenige!

          Mein Vorschlag ist, für alle neu geborenen Kinder ein Depot anzulegen und dort bis zum 25. Lebensjahr des Kindes pro Monat 10% des Kindergeldes, also z. Zt. 25,90€, in einem oder mehreren Sparplänen anzulegen. Das kostet den Staat kein zusätzliches Geld, da das Kindergeld ohnehin ausgezahlt wird. Wird das angesparte Vermögen bis zum Renteneintritt nicht angefasst, kommt bei normaler Wertsteigerung eine Summe von über 200.000€ heraus, die man dann für die Zeit der Rente verwenden kann. Pro Monat erhielte man dadurch eine um ca. 800€ höhere Rente. Natürlich sollte man die Einzahlungen mit der Inflation steigen lassen.

    • @Martin Rees:

      Natürlich kann, wer das Geld dazu hat, einheimische Aktien kaufen. Ist ja nicht verboten. Hat aber mit einer Rentenreform nichts zu tun.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das Thema ist die Altersvorsorge.



        "Merz will die Altersvorsorge dem Kapitalmarkt ausliefern"



        In dem dai-Artikel steht auch:



        "In Schweden sind die Altersvorsorge und steuergeförderte Anlagesparkonten die Hebel, damit die Menschen mehr in Aktien und Aktienfonds investieren. „Aktieninvestments in allen drei Säulen der Altersvorsorge gehören daher ganz oben auf die Prioritätenliste der neuen Bundesregierung“, fordert Peucker. Ein steuergefördertes Anlagesparkonto ist als Ergänzung zu den Maßnahmen in der Altersvorsorge notwendig"

        • @Martin Rees:

          Aktien sind aber keine sichere Altersvorsorge. Egal, was die Schweden darüber denken. Bei Aktien muss man immer auch mit Verlusten rechnen. Und besonders Menschen, die nicht viel Geld haben, können sich diese Verluste auch kurzzeitig nicht leisten. Haben wir 2009 sehr gut in den USA gesehen.

          Natürlich kann man trotzdem auch in Aktien investieren. Mache ich auch. Aber darauf kann ich nicht meine Altersvorsorge aufbauen. Das wäre Russisch Roulette.

    • @Martin Rees:

      Wer's sucht:



      Pressemitteilungen des dai 02.04.25



      Titel:



      "Studie zum Erfolgsmodell Schweden: Den Kapitalmarkt stärken – für die Finanzierung von Innovationen und die Sicherung der Altersvorsorge"



      Dort werden verschiedene Details beleuchtet, eines ist:



      "Aktienrecht flexibilisieren: In Schweden ist das Aktienrecht deutlich flexibler als in Deutschland. Beispielsweise gibt es kein gesetzliches Limit für das genehmigte Kapital, das von den Unternehmen häufig zur Expansion ihres Geschäftsmodells genutzt wird."



      Wahrscheinlich gibt es für die Unterschiede auch "gute Gründe"...

  • Das gab es schon einmal: 2004/2005 die Hannoveraner Connection zwischen C.Maschmeyer AWD und G.Schröder = faktische Rentenkürzung indem das Rentenniveau durch den "Nachhaltigkeitsfaktor" gesenkt und die Schwankungsreserve der Rentenversicherer reduziert wurde. Gleichzeitig kamen die Produkte Riester- und Rürup-Rente auf den Markt - mit bekanntem „Erfolg“. Das geschah noch unter Rot/Grün.



    Als die SPD Hartz4 startete - hieß es, dass nur sie dies hätte tun können, da von den Wirkungen besonders die SPD-Klientel betroffen war. Mutig war es - und führte zu Abspaltungen und auf lange Sicht zum Verlust weiter Teile der Anhängerschaft.



    F.Merz möchte ebenfalls Großes, irgendeine Agenda (2030?), die "dem Land" etwas zumutet. Er ist dabei jedoch überhaupt nicht mutig und zeigt schon gar nicht "Gerechtigkeit gegen jedermann" (wie es sein Amtseid vorgibt).



    Er müsste glaubhaft SEINER Klientel anstrengend werden, etwas abverlangen. Dieses Knickern um wenige Prozent möglicher Mehrabgaben – ist vollständig unsouverän, hat keinen Stil, ist erbärmlich. Diese Gier und Über-Gier (wie auch in den usa) stinkt.



    So bedient er nur einen Haufen Gschäftlesmacher und Vorteilsnehmer mit Neigung nach rechts.

  • Merzens BlackRock freut's. Adieu Solidarität, jetzt chacun pour soi... Und wie soll damit bitte der gesellschaftliche Zusammenhalt funktionieren? Als wäre mit dem Fall der kommunistischen Konkurrenz nun im sozialen Bereich alles erlaubt. Es gibt kein Halten und keinen Skrupel mehr. Und die 'soziale' Marktwirtschaft wird von einer sog. gesellschaftlichen Mitte, wie sie der Millionär Merz darstellt, zu ihren Gunsten definiert.

    • @Anjo:

      Denken Sie mal über folgendes Szenario nach: Jedem aktuellen, zukünftigen und ehemaligem Beitragszahler in diesem Land, also letztlich allen 80 Mio, gehört 1/80 Millionstel der Wirtschaft. Gut oder schlecht?

      • @Tom Farmer:

        Dazu müssten Sie nur geringfügig ausländische Investoren enteignen von den schwedischen Anteilseignern der Deutschen Wohnen bis zu den saudischen und katarischen Aktionären von Daimler. Viel Spaß dabei - so etwas haben sich bis jetzt nur Politiker vom Kaliber Maduro oder Putin getraut. Selbst beim Adolf sind Dividenden über die Schweiz ins neutrale oder sogar feindliche Ausland (beispielsweise nach Detroit) geflossen...

      • @Tom Farmer:

        Klingt wie das kommunistische Manifest.

        • @Aurego:

          @aurego genau so ist das, erklären Sie das mal hier den Konservativen auf der linken Seite.

  • Merz vertritt glasklar die Interessen der Finanzwirtschaft. Gigantische Summen sollen aus der Realwirtschaft in Aktien etc umgeleitet werden. Und dann wird man sich beklagen, das die Realwirtschaft, der man dieses Geld entzieht nicht wächst.



    Ich habe die schwache Hoffnung, dass die SPD diesen Mist nicht mit macht.

    • @Der Anfang:

      Wer vertritt denn NICHT die Interessen der Finanzwirtschaft??



      Nur mal ein Beispiel, das mir spontan einfällt:



      Frau Prof. Dr. Veronika Grimm - interessant, was die noch alles tut, außer Wirtschaftsweise zu sein.

    • @Der Anfang:

      Nehmen wir mal an, ein Neugeborenes bekommt 100 € in Form eines aktienfonds. Mit 65 sind da raus, kaufkraftbereinigt, knapp 4500 € geworden. Ich habe angenommen, dass ein internationaler aktieninvestmentfonds 8% macht. Das kann man bei dieser laufzeit annehmen, und einen beliebigen 15 jahreszeitraum nehmen und wird immer 8% kriegen. 2% für Inflation habe ich abgezogen und so ergibt das den Wert. Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob das nicht möglicherweise sogar gut für den Bürger sein kann. Ich verstehe da die linke Haltung, mit der ich sehr sympathisiere, auch nicht wirklich, denn es wird immer kritisiert, dass nur die reichen Leute sich an der Wirtschaft beteiligen und dann schießt man komplett quer, wenn auch mal die kleinen Leute das machen könnten. Warum ist das so?

      • @Horst Sörens:

        100€ ist eine genauso lächerliche Summe wie 4.500€ in 65 Jahren.

        Wenn man für jedes Kind einen Monat nach der Geburt einen monatlichen Sparplan auflegt und bis zum 25. Lebensjahr jeden Monat 25€ anspart, kommt man mit Ihren 8% am 65. Geburtstag auf ca. 480.000 €. Es wird interessanterweise gar nicht so viel mehr, wenn man nach dem 25. Geburtstag konstant weiterspart.



        Ich persönlich rechne eher mit der Durchschnittsrendite des Dow Jones 30 seit Februar 1915. Das sind ca. 6,4%. Damit käme man am 65. Geburtstag auf ca. 210.000 €, wenn man den Sparplan ab dem 25. Geburtstag nicht mehr bespart und auf 260.000€, wenn man weiterspart.

        Was also ist mein Vorschlag? Wir legen 10% des Kindergeldes in einen Aktienfonds zu Gunsten des Kindes.

  • Die Rentenkommission, die die Bundesregierung erst kürzlich mit großem Tamtam ins Leben gerufen hat, war offensichtlich von vornherein nur als reine Showveranstaltung gedacht. Jedenfalls weiß der Kanzler bereits bevor die Kommission sich überhaupt zum ersten Mal versammelt hat, wie es mit der Rente weitergehen soll. So geht keine Woche ins Land, in der er nicht lauthals verkündet, wie er den Sozialstaat zu demontieren gedenkt. Um einen fairen Lastenausgleich wie die Abschaffung der Beamtenpensionen und üppigen Versorgungsregelungen für Abgeordnete und Regierungsmitglieder oder gar die Einbeziehung von Freiberufler und Unternehmer ins Rentenversicherungssystem geht es ihm nicht. Nach neoliberaler Manier schwebt Merz eher eine dreiste Umverteilung von ganz Unten nach Oben vor.



    Dabei sind es insbesondere die Rentner, die die Unionschristen mit ihrer Stimme zur Macht verhelfen und nicht die Handvoll Unternehmer, Freiberufler und Finanzjongleure, die Merz'Pläne befeuern.



    Vielleicht ist aber Merz Vorpreschen auch nur der Tatsache geschuldet, dass er, angesichts der hartnäckigen Konjunkturschwäche, mehr und mehr in Panik gerät.

  • Privat kann es sinnvoll sein, etwas am Kapitalmarkt anzulegen. Unter der Voraussetzung dass der oder die Einzelne vollständig das Risiko für die Anlage trägt und mögliche Verluste selbst trägt.



    .



    Wenn aber der Staat die kollektive Daseinsvorsorge teils dem Kapitalmarkt überantwortet, dann ist er ggü. dem Kapitalmarkt nicht mehr eine ordnende Instanz, sondern eine kurzfristig interessegeleitete Partei. Dann muss die Politik ggf. intervenieren, um die Fiktion einer Kapitaldeckung der Rente aufrechtzuerhalten. Das wäre das Gegenteil von "Ordnungspolitik". - Und es gilt das Mackenroth-Theorem.

    • @Kohlrabi:

      Die Bundesbürger haben nach wie vor eine Sparquote von über 10%. Wenn nur Geld das bisher in Lebensversicherungen fließt umgeleitet wird hätte das keinerlei Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Die Gewinne am Kapitalmarkt dürften sogar unterstützend für die Realwirtschaft sein. Denn 1. handelt es sich um hochverzinste Sparanlagen die dann verkonsumiert werden und 2. führen steigende Kurse zu niedrigeren Kapitalkosten der Unternehmen. D.h. es wird für sie günstiger zu investieren. Der Gewinner wird eben nicht nur die Finanzwirtschaft sein. Es ist eine win-win Geschichte. Das einzige Problem sehe ich bei der Unabhängigkeit der Politik und EZB. Denn wenn man das so macht ist man eher gewillt Verluste am Aktienmarkt zu sozialisieren. Wobei das sowieso seit 17 Jahren geschieht, also keine Änderung des status quo.

      • @Nordlicht12:

        Zitat: - "führen steigende Kurse zu niedrigeren Kapitalkosten der Unternehmen. D.h es wird für sie günstiger zu investieren [...} Es ist eine win-win Geschichte."



        .



        Hm ja. ... Aber was ist, wenn die ganzen Rentenprivatanleger dann im höheren Alter ausbezahlt werden wollen und ihr Finanzvermögen zu Cash machen? :-)

    • @Kohlrabi:

      Unter der Voraussetzung, dass der oder die Einzelne nicht ihr vollständiges Einkommen für die Basis-Lebenskosten aufwenden muss - falls es überhaupt dafür ausreicht.



      Und unter der Voraussetzung, dass die geplante Eigen-Altersvorsorge sich hinterher nicht, wie schon geschehen, als Flop herausstellt. Flop für den Altersvorsorger, nicht für die, denen er sein Geld dummerweise anvertraut hat.

  • Bleibt zu hoffen, dass die CxU in den voraussichtlich restlichen drei Jahren Regierungszeit noch irgendwas sinnvolles und langfristig Gutes zustande bringen wird.

    Außer Hass auf Andere schüren scheint bei der Regierungsübernahme offensichtlich kein Plan vorhanden gewesen zu sein. Stattdessen wird ständig sich widersprechendes angekündigt, was nie zur Umsetzung kommt. Linnemanns "einfach mal machen" ist das krasse Gegenteil der Realität. Da war wohl nur ein Wunsch der Vater des Gedanken.

    Wenn die FDP weiter konstruktiv mitgearbeitet hätte, dann wäre die Fortsetzung der Ampel dagegen ein Segen für Deutschland gewesen.

    Grün-Rot und Grün-Schwarz könnten Deutschland vielleicht wieder auf eine gute Spur bringen. Die Grünen sind extrem kreativ, brauchen aber ein Korrektiv und vor allem keinen ständigen Shitstorm von allen anderen Demokraten. Schade, dass nur bei den Grünen die Einsicht vorhanden ist, dass Andere auch Recht haben könnten. Dieser Mangel insbesondere bei der CxU gefährdet unsere Demokratie. Rechthaberei und Rechts liegt offenbar Nahe beieinander.

    Bleibt also die Hoffnung, dass die CxU noch rechtzeitig den Stein der Weisen finden möge.

  • Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission wird einen Vorschlag ausarbeiten, wie alle Erwerbstätige, also auch Politiker, neue Beamte und Selbstständige in die Rentenversicherung einbezogen werden. Nur so in einem einheitlichen und solidarischen Rentensystem wird es wieder vernünftige Renten geben können. Dann ist Schluss mit Extrawürsten für Politiker und Beamte. Dann ist auch Schluss mit den dummen Vorschlägen von Herrn Merz für Rentner. Dann betrifft es Politiker nämlich selbst mit mickrigen Renten. Nur so wird es funktionieren.

    • @KLaus Hartmann:

      Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission besteht ausschließlich aus Menschen, die selbst nicht in die Rentenkasse einzahlen und auf keine Rente angewiesen sein werden.



      Sie sind ja sehr optimistisch.

  • Merz möchte Deutschland möglichst schnell zu USA 2.0 machen.

    Viele haben sehr sehr wenig und müssen dafür ganz ganz viel arbeiten.

    Sozialstaat gibt es praktisch nicht und nur wer Geld hat kann gut und gesund leben.

    Aber er wurde ja auch gewählt. Die Deutschen glauben immer noch, die neoliberalen konservativen und/oder rechten Parteien hätten Interesse an den Deutschen und an Deutschland.

  • Den Kapitalmarkt als größten Baustein in die Rente einzubeziehen ist genau das was nötig ist. Zu beachten ist jedoch, die Bürger nicht in einzelne Aktien investieren zu lassen, sondern in ETFS die einen ganzen Markt abbilden. Zum Beispiel in einen ETF der in den MCSI World Index investiert. Man muss sich nur den Chart auf Sicht von 20 Jahren anschauen. Der Index ging nur nach oben. Das soll nur ein Beispiel sein. Das Geld liegt auf der Straße, man muss es nur "aufheben"

    • @Peter Berner:

      Das Geld liegt auf der Straße? Das ist etwa so wahr wie der Satz: Geld arbeitet.

      • @Selbstauslöser:

        Würde Geld arbeiten, müsste es auch Steuern zahlen.



        Aber auch Geld zockt nur ab und beutet nur aus...

    • @Peter Berner:

      Genau so ist es, ich habe zwar erst 2017 angefangen, kann das aber vollumfänglich bestätigen.

      "Finanzen kannst Du selber!"

      Lesen bildet ;-)

  • Die deutschen wähle nunmal leidenschaftlich gerne gegen ihre eigenen Interessen, was will man da machen.

  • Die Antwort auf das Riestern mit viel zu kleiner Rendite ist offenbar: noch mehr Riestern! Solange der Mindestlohn nicht zur Mindestrente reicht, subventioniert der Staat die Wirtschaft, vom Arbeitsplatz bis in die Rente hinein. Mit Steuergeldern.

  • Ein Schelm, wer böses dabei denkt.



    Blackrock reibt sich schon die Hände...

  • Ach was! Vagel Bülow

    Das also ist des Pudels übrig Kern!



    Nach 🧠Verdampfen&♥️Verhornung! Woll



    Aufgrund der mafiösen Anfütterung



    Via Dauerberieselung von Block Rockers & Cie!



    “Herz und damit Hirn?! Nix • Wolfgang🚬Neuss



    Nur Kapial🤑Ur-Laute in der Kehle! Newahr



    “Sparen Sparen - Kürzen ff - Das kamn weg!



    & Däh



    “Mein Impetus - kein Stuß!



    Es wird wieder Zeit!



    Daß sofort am Zahnstand Gebiß 🦷…🦷…🤐!



    Erkennbar is - wer unterMittelstand knecht'



    Und in meinem Stadtbild raus is - zu recht!“



    Normal

    Ja. Du Tuppes! Meine - Go to hell - Verachtung!



    Sagt am besten er: - Jonny Cash laß gehn:



    Johnny Cash - San Quentin



    www.youtube.com/watch?v=7e2B-thaJG0



    (Live at San Quentin, 1969)



    “.… San Quentin, may you rot and burn in hell



    May your walls fall and may I live to tell



    May all the world forget you ever stood



    And may all the world regret you did no good



    San Quentin, I hate every inch of you“

    Paraphrasiert - geht mir der Song für unsere Berliner Lusche aus - Westlich Sibirien nicht aus dem Kopf!



    (Schade - daß in unserm Grundgesetz - der



    Verfassung dieser Republik ein Impeachment nicht vorgesehen ist!



    Das hat einem gewissen Dr. 🥬 bei der Spendenaffäre den Arsch gerettet! Leider •

  • Kapitalgedeckte Rente ist und bleibt eine Milchbubenrechnung. Das Umlagesystem gibt die aktuellen Rentenbeiträge sofort an die aktuellen Rentner*innen weiter, das Geld bleibt im Umlauf und stützt die Wirtschaft. Bei Kapitaldeckung hingegen werden die Beträge gespart und so dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Dieses Geld fehlt dann den Unternehmen an Einnahmen, was natürlich zu Produktionsrückgang und noch mehr Arbeitslosigkeit führt.



    Was wir vor allem brauchen, sind höhere Löhne. Bis 1990 sind die Löhne immer so stark gestiegen wie das BIP. Seitdem - und besonders seit der Agenda 2010 - steigen sie langsamer zugunsten der Unternehmensgewinne. Diesen Trend gilt es umzukehren. Dann könnten wir uns auch ein paar Jahre demografiebedingte Beitragserhöhungen um ein paar Prozent leisten, der "Rentnerbauch" wird irgendwann weg sein. Unterstützend sollte man auch noch mehr potentielle Beitragszahler zuwandern lassen (mehr Kinder wären erstmal eine Belastung) und den Bundeszuschuss erhöhen (das geht ohne Probleme, da der Staat sein Geld selbst erzeugt). Beamte und Selbständige mit einzubeziehen brächte hingegen eher wenig, da es dann auch mehr Leistungsbezieher gäbe.

    • @Earth & Fire :

      Umlagesystem funktioniert nur gut, wenn mehr Einzahler nachkommen als Rentenbezieher entstehen. In den 60ern und 70ern war das hier noch so.



      Jetzt ist es umgekehrt, und da kann das Umlagesystem nicht mehr funktionieren.



      ES gibt schon einen Grund, warum die Skandinavier und Niederländer eine Anlagebasierte Rente haben. Und damit ganz gut fahren. Wer Angst davor hat - man kann ja die Rentenkassenleute ja mal zu einer Fortbildung nach Norwegen schicken.

      • @T-Rom:

        Siehe oben.

      • @T-Rom:

        Aber auch mehr Einzahler nützen nichts, wenn es keine Arbeitsplätze gibt, die diese Leute belegen können. KI zahlt keine Rentenbeiträge.

        • @Tastensperre:

          Genau. Wer die kapitalgedeckte Rente unterstützt, akzeptiert und unterstüzt damit auch (meist unwissentlich) die allmähliche und bewusste Abkopplung der Löhne vom BIP zugunsten der Gewinne seit 1990 - als wären Klatten, Musk, Thiel & Co. nicht schon mächtig genug. Die Arbeitslosigkeit ist auch eine Folge von dieser Vermögenskonzentration, weil inzwischen 360 Mrd. pro Jahr gespart und der Wirtschaft entzogen werden und damit den Unternehmen an Einnahmen fehlen. Entweder man macht diese Entwicklung rückgängig, oder der Staat muss massiv neues Geld drucken (ja, er kann das, nicht nur die Zentralbank). Das Ausland fällt als Schuldenmacher inzwischen immer mehr weg.

        • @Tastensperre:

          Wer nicht arbeitet, zahlt idR auch nichts ein, ist ergo auch kein Einzahler

  • Kann man den Merz wieder zurückgeben? Ich glaube der ist kaputt gespielt.

    • @pesetenpaule:

      Dass der noch nie "ganz" war, hat sogar Frau Merkel gemerkt.

  • Ich bin immer mehr der Meinung, dass das Thema so streitig ist, auch bei den Versicherten, dass es Wahlmöglichkeiten der Versicherten geben sollte. In einer gewissen range, aber z.B. max 90 % der Beiträge in eine öffentliche Rentenvorsorge im aktuellen Modell, oder bis zu 60% eben kapitalgedeckt.



    (Anekdote: Ohne private kapitalgedeckte Vorsorge würde meine Rente zukünftig keinesfalls reichen. Ein Glück, dass ich seit über 20 Jahren kapitalgedeckt vorgesorgt habe.)



    Ich glaube, dass unter langfristigen Aspekten (also >30 Jahren) das Risiko an den Kapitalmärkten letztlich nicht besteht. Ein Blick auf Börsenindizes zeigt das auf. Schlecht für jeden, der Risiken überschätzt und allein auf die gesetzliche Vorsorge setzt.

    • @Tom Farmer:

      Dann beinhaltet Ihre Kapitalgläubigkeit auch, dass es global immer weiter, also unbegrenzt Wirtschaftswachstum geben wird. Das ist leider nicht vereinbar mit den Naturgesetzen/ verfügbaren Ressourcen.

      • @EinQuarksAbstand:

        Solang die Bevoelkerung waechst muss auch, voellig unabhaengig vom Kapitalismus, die Wirtschaft wachsen.

    • @Tom Farmer:

      In den USA haben Millionen Menschen in der Finanzkrise ihre Alterssicherung verloren, weil sie ihren Kapitalstock angreifen mussten, um leben zu können, als die Börsen abstürzten.

      Sicher ist eine kapitalgedeckte Altersvorsorge nur, wenn man genug Rücklagen hat, um Krisenjahre zu überbrücken. Für den großen Teil der Bevölkerung, der im unteren Lohnsegment arbeitet, ist das eine Illusion.

      Übrigens. Was machen Sie eigentlich, wenn die reingelegten Massen dann doch mal eine Revolution wagen und den Kapitalmarkt einfach abschaffen?

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Welche reingelegten Massen? Die gut bezahlten Angestellten bei SAP, Microsoft und BMW? Oder meinen Sie mich, wenn ich pleite bin?

        • @Tom Farmer:

          Die Millionen Menschen, die wenig Geld haben und unter das Problem fallen, dass ich am Anfang erwähnte.

  • Es ist doch immer wieder überraschend. Wenn du denkst, dass der letzte CDU/SPD Kanzler-in schon der Tiefpunkt sei, dann unterbietet der aktuelle es tatsächlich noch. Anscheinend ist es heutzutage in Mode, Korruption ganz offen zur Schau zu stellen anstatt, wie früher unter Kohl z.B. sie hinter geschlossenen Türen abzuwickeln. Crazy.

    Hat dem Kanzlerdarsteller oder seinen Strippenzieherm eigentlich schon jemand den Zusammenhang zwischen Löhnen und Inlandkonsum erklärt? Weiss der auch, dass es nix bringt immer mehr Geld in die Hände einiger weniger Oligarchenfamilien zu scheffeln, wenn er denn an der Erhaltung des kapitalistischen Systems interessiert ist? Ich mein, es ist immer einfach auf die schwächsten in der Gesellschaft einzudreschen, aber die Ersparnisse für den Bundeshaushalt sind doch arg überschaubar, und im Falle des Rentenreformvorschlags erst in vielen Jahren ersichtlich, wenn überhaupt.

    Wie wäre es denn mal, wenn all die Politikerinnen, Beamtinnen, Selbstständigen etc. auch verpflichtet werden in die gesetzlichen Sozialkassen einzuzahlen? Dann würden Leute wie Merz eventuell begreifen wie dieses Herunterwirtschaften sich auswirkt.

  • Es ist schon öfter aufgefallen, daß Merz vor einer Klientel Pläne wirtschaftlicher oder politischer Natur verkündet und Aussagen tätigt, ohne zu bedenken, welche Wirkung seine Äußerungen nach aussen haben. Er scheint in diesen Momenten nur dem Hier und Jetzt verbunden.

    Das kann uns in der Innen- wie Aussenpolitik noch enorme Probleme bereiten.

    • @Josef 123:

      Das "kann" nicht, sondern es "wird".

  • Das liebe ich an der Rentendiskussion. Die einen glauben immer an traumhafte Renditen, wenn’s nur nicht der Staat verwaltet. Und die anderen Träumen von mehr Geldleistungen durch die Unternehmer. Das erste lässt sich durch Beispiele erfolgreicher Staatsfonds leicht widerlegen, dass zweite ist ein lang bekanntes Placebo. Für Unternehmern ist letztlich egal, in welche arbeitnehmerfreundlichen Töpfe es die Lohnkosten verteilt. Da interessiert der Gesamtaufwand - und maximal die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter:innen. Wird’s zu teuer, muss man halt ausländische Alternativen suchen, oder mit weniger kostenintensiven Leuten auskommen.

  • Sobald die Beamten und Politiker endlich auch in die Rentenklasse einzahlen mit einer Anpassung der Pensionshöhe auf Rentenniveau erledigt sich die von Beamten und Politikern wie Merz verbreitete Angst die Rente würde nicht reichen oder instabil sein, von allein.



    Merz versucht allein mit seinen Wortbeiträgen von diesen zusammenhängen abzulenken. Es wird höchste Zeit die Angleichung der Pensionen mit der Rente einzufordern und alles aus einem Topf zu bezahlen. dann hört auch endlich die Höherlobung der Beamten kurz vor Pensionsbeginn auf, um den scheidenden Kollegen oder Kollegin einen schönen Beamtenabend zu bereiten.