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Debatte um ArbeitDoch, Teilzeit ist ein Lifestyle

Die Union hat eine emotionale Debatte um das Recht auf Teilzeit ausgelöst. Der Kampf um die Arbeitszeit ist eine komplexe Verteilungsfrage.

Zu glauben, der Gipfel der Gleichberechtigung sei erreicht, wenn alle gemeinsam noch mehr schufteten, ist eine Falle Foto: Oliver Helbig/plainpicture

H ier soll jetzt gleich eine fluffige Kolumne über Teilzeit und Lifestyle stehen. Und das in einer Vollzeitwoche, in der die Kinder krank sind, die Wärmepumpe streikt (danke, Robert Habeck) und die Schule bestreikt wird (danke, Gewerkschaften). Also wieder Überstunden am späten Abend. In der taz haben wir die Worte des Bundeskanzlers vernommen, und als fleißiger Bürger wird nun in die Hände gespuckt und auf die Tastatur und alles gegeben, um den Standort mit einem weiteren neunmalklugen Text voranzubringen.

Zum Thema: In Deutschland gibt es (noch?) ein Recht auf Teilzeit. Sprechen keine betrieblichen Gründe dagegen, muss der Arbeitgeber sie erlauben. Und so viele Menschen wie noch nie, 29 Prozent der Erwerbstätigen, machen davon Gebrauch. Jeder neunte Mann und fast jede zweite Frau.

Die Mittelstandsunion (Triggerwort Nummer eins) fordert deshalb, das Recht auf Teilzeit als „Lifestyle“ (Triggerwort zwei) einzuschränken. Und wie das so ist mit Triggerwörtern und den Debatten, die auf sie folgen: Sie verlaufen reflexhaft.

wochentaz

Dieser Text stammt aus der wochentaz. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Das fängt damit an, dass Lifestyle so klingt, als hätte jemand in der Union das Wort im Lexikon für Jugendsprache gefunden. Aber auch viele vermeintlich linke und liberale Reaktionen auf den Vorschlag waren erwartbar. Eine Unverschämtheit sei der Vorstoß, hieß es, und dann kamen die bekannten Argumente: die Teilzeitfalle der Frauen, die fehlende Kinderbetreuung und so weiter und so fort. Das ist alles nicht falsch und doch ein bisschen unehrlich.

Kita, Care und Katzen

Ja, es gibt viele Menschen, die gern mehr arbeiten würden, aber nicht können – weil es ihre Lebensumstände nicht zulassen oder ihr Arbeitgeber sie nicht lässt. Es gibt aber ebenso viele Menschen, die nicht mehr arbeiten wollen oder am liebsten weniger arbeiten würden als bisher. Weil sie lieber auf Geld verzichten als auf Zeit. Weil sie die Nasen ihrer Kinder lieber sehen als die ihrer KollegInnen.

Es ist deshalb defensiv und etwas scheinheilig, so zu tun, als würden ja alle liebend gern 40 Stunden arbeiten, nur – leider, leider – ginge das nicht, weil: Kita, Care, Katzen. Denn mit dieser Argumentation unhinterfragt übernommen wird das Ideal der Vollzeitarbeit. Zu glauben, der Gipfel der Gleichberechtigung sei erreicht, wenn alle gemeinsam noch mehr schufteten, ist eine Falle.

Besser wäre es doch, offensiv dagegenzuhalten. Ob man das nun Lifestyle oder Work-Life-Balance nennt oder schlicht Freizeit. Wie viel davon zur Verfügung steht, ist schließlich nicht gegeben, sondern wurde von Gewerkschaften und Arbeiterinnen erkämpft. Das gilt für die 40-Stunden-Woche wie für das Recht auf Teilzeit. Statt sich über sie zu empören, kann man der Mittelstandsunion dankbar sein und ihr selbstbewusst zustimmen: Ja, Teilzeit ist oft eine bewusste Entscheidung, ist auch Ausdruck von Wohlstand in einer Gesellschaft, ist Lifestyle. Und wenn Arbeitgeber und Bundesregierung wollen, dass mehr gearbeitet wird, müssen sie dafür etwas bieten.

Letztlich ist der Kampf um die Arbeitszeit dann eine dreifache Verteilungsfrage: zwischen Unternehmen und Angestellten zur Höhe des Lohns, zwischen Staat und Bürgern zu Arbeitnehmerrechten und einer öffentliche Infrastruktur, die das Arbeiten erst möglich macht – und nicht zuletzt ein Kampf zwischen Männern und Frauen.

Denn wenn weniger Frauen in Teilzeit arbeiten sollen, kann das nur funktionieren, wenn Männer Arbeit abgeben und stattdessen andere Aufgaben übernehmen. Solche, die sinnvoller sind, als nachts Welterklärerkolumnen zu schreiben.

Vollzeit für alle? Ja, aber mit 30 Stunden, bitte. Das wäre ein guter Lifestyle.

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Kersten Augustin
Ressortleiter Inland
Kersten Augustin leitet das innenpolitische Ressort der taz. Geboren 1988 in Hamburg. Er studierte in Berlin, Jerusalem und Ramallah und wurde an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München ausgebildet. 2015 wurde er Redakteur der taz.am wochenende. 2022 wurde er stellvertretender Ressortleiter der neu gegründeten wochentaz und leitete das Politikteam der Wochenzeitung. In der wochentaz schreibt er die Kolumne „Materie“. Seine Recherchen wurden mit dem Otto-Brenner-Preis, dem Langem Atem und dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet.
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150 Kommentare

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  • Wenn nur ein Bruchstück dessen, was an Universitäten schon seit Jahrzehnten (oder länger?) zu Arbeit geforscht wird(Recht auf Pausen, 4Stunden-Tage, Erkenntnis das nie genug 'Arbeit' für alle da ist, Abhängigkeit von Lohnarbeit etc.), bei den real Arbeitenden ankommen würde, hätten wir längst eine Mehrheit, die auch gerne arbeitet. Aber nein, wir fahren selbst bei Pandemie und Glatteis noch diensteifrig zur Arbeit und holen uns gerne für lausigen Lohn den Tod. Da ist die Teilzeitdebatte nur altbackene Ablenkung.

  • Während meiner Berufstätigkeit wurde ich des öfteren von jüngeren KollegInnen angesprochen, warum ich Idiot überhaupt noch in Vollzeit knüppeln würde. Mit einer 50 oder 75%-Stelle hätte man solo in meiner Branche ja schliesslich ein auskömmliches Gehalt - in dem Kontext wurde tatsächlich zuweilen mit life-work-balance argumentiert (bei mir persönlich ein bisschen kurz gekommen, hatte zugegeben aber auch noch andere Gründe als die reine Arbeitszeit) -, sofern keine Familiengründung, Kinder oder sonstige kostspielige Verpflichtungen geplant seien.



    „Ja, weniger Arbeit würde uns allen gut tun, aber habt ihr auch an eure spätere Rente gedacht?“, mit dieser Antwort habe ich den jüngeren Teilzeit-KollegInnen stets die gute Laune verdorben.

  • Warum nur Teilzeitarbeit kritisieren? Konsequent wäre doch das hier: www.der-postillon....1/merz-schlaf.html

  • Am liebsten 4 Tage Woche, Renteneintrittsalter konstant lassen und das Rentenniveau erhöhen👍



    Immer weniger Junge zahlen ein, immer mehr Alte wollen davon trotzdem eine Rente.



    Die Jungen wollen immer weniger arbeiten, die Alten trotz steigender Lebenserwartung nicht später in Rente aber bis zum Tod die volle Rente.



    Aber alle hier schimpfen nur auf Merz und die Union...



    Genau mein Humor 😂



    Wie das aufgehen soll, wer das bezahlen soll, egal.

    • @Antje1971:

      Egal wie viel wir arbeiten, aus Arbeitsentgelten wird sich der Sozialstaat nicht nachhaltig finanzieren lassen, da sich die Vermögensverteilung kontinuierlich verschiebt: weg von den Arbeitseinkommen, hin zu den Kapitaleinkünften/Erbschaften.

    • @Antje1971:

      Wieso? Bei der Speisung der 5.000 mit 2 Fischen und 5 Broten blieben doch auch 12 Körbe übrig?

  • Sagen wir 35h, und nicht nur für die teuer quersubventionierten Autobauer. Und beide Eltern zwacken ggf. gleichermaßen etwas davon ab, je nach Kinder-Situation.



    Denn Arbeit ist, wie in der Bibel auch von Christdemokraten nachlesbar, ein Fluch.



    Produktivitätsfortschritt muss gar nicht in sinnlosen Bulimie-Flugreisen oder Adipositas-Karren verschwinden, sondern kann auch in solidarischem Handeln und weniger Stunden pro Wochen enden. Ist auch besser für die begrenzten Naturressourcen.

    • @Janix:

      "Muss ja nicht..."

      Tut es aber. Deshalb ist das mit dem "real existierenden Sozialismus" auch so sauber in die Hose gegangen: Weil es keine Aussicht darauf gab, echte Arbeit mit mehr als einem guten Sozialgewissen vergolten zu bekommen, war es ganz schnell Essig mit den Produktivitätssteigerungen und damit auch mit dem soldiarisch erwirtschafteten Wohlstand. Für Umweltschutz war schonmal GAR kein Geld übrig.

      Das Problem ist, dass Ihre Mitmenschen sich zu gut kennen, um jetzt dasselbe nochmal (aber diesmal richtig in die Hände gespuckt und solidarisch uind demokratisch und und und...) versuchen zu wollen. Es ginge also abermals wieder nur mit Zwang, und DER führt bestenfalls zu Montagsdemos, mit denen man sich wieder identifizieren kann. Das sollte eigentlich klar sein.

    • @Janix:

      Laut Bibel ist Arbeit tatsächlich ein Fluch. Allerdings einer, den Gott selbst den Menschen auferlegt hat.



      "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."



      2. Thessalonicher 3,10



      Soviel Kontext muss schon sein.

      • @HS105:

        Und die Frau soll dem Manne untertan sein und in Schmerzen gebären. Bloß keinen bibelgläubigen Anästhesisten bei der Geburt buchen!



        Wenn wir alle etwas arbeiten, auch die "Söhne von" und "Töchter von", und uns keinen Konsumismus aufschwatzen lassen, da folge ich Morus' Utopia, brauchen wir auch nur ein paar Stunden am Tag.



        @Normalo: Was mit DDR aber so gar nichts zu tun hat.

  • Hier hat noch ein tazler was schlaues dazu geschrieben: taz.de/Die-geistig...er-CDU/!vn6150821/

    Allerdings umfassenden Überblick bringt auch Udo Knapp nicht, hält sich da eben knapp: Altersteilzeit erwähnt er garnicht. Es gibt Arbeitnehmer und Arbeitsuchende, die wollen können nur noch Teilzeit gegen Ende ihres Arbeitslebens. In den Artikeln der taz verwundert mich die häufige Aussage, es gäbe nicht genug Vollzeitstellen. Hier im Südwesten gibt es nicht genug Teilzeitstellen! Wenn, wie Knapp sagt, ver.di ein Recht auf Vollzeit fordert, ist das nur die halbe Wahrheit. es muss genauso ein Recht auf Teilzeitarbeit geben. Und beides nicht per Gesetz, sondern durch Anpassung der Arbeitgeber an die Nachfrage nach ihrem Gut, den Arbeitsplätzen!



    Eine neuere erfolgreiche Arbeitsvermittlungsfirma hier in der Gegend hat nicht einen einzigen Teilzeitjob im Angebot. Das ist IMHO schon dreist.

  • Wo hatte denn der Kanzlerkandidat Friedrich Merz im Wahlkampf verlauten lassen, die Bevölkerung bei Wahl zum Kanzler durch die Parlamentarier der Parteien, uns als Bevölkerung verarschen zu wollen ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Wo hatte denn der Kanzlerkandidat ... verlauten lassen, die Bevölkerung ... verarschen zu wollen?"



      Stand offenbar im Kleingedruckten.



      Hätte man aber zumindest grob ahnen können. Seine Verhaltensmuster sind ja nicht neu.

  • Was ist nur im Cineplex von Brilon falsch gelaufen? Italo-Western in Dauerschleife?



    Wie konnte sich die Sekundärsozialisation Merz` nur in diese Richtung entwickeln? Der Herr der Ultimaten: Gas/Putin, Putin/Taurus, Herbst ´23+´24 an die Ampel...die AfD, der Aufschwung…MACO= "Merz-Always-Chickens-Out". Sind die (meist) a-sozialen Androhungen der letzten Wochen ultimativ? Dann hätten wir Glück gehabt.



    Und - solange ca. 80% der Bevölkerung NICHT AfD wählen - möchte ich keine Politiker, die auf eigene/schräge Rechnung gegen diese 80% an-regieren - mit Absicht, aus Unvermögen, stümperhaft, geschichtsvergessen. Besonders die Union benutzt das für die Entwicklung des Landes vorgesehene Vermögen als Spielgeld zum Machterhalt. DA – geht Merz all-in.

    Büchner zum Vergnügen: Leonce und Lena (Robert Wilson, 2003) – der Staatsrat ist grandios! Der König wollte sich an sein Volk erinnern...



    www.youtube.com/watch?v=Y1K6dOs-u-s

  • Kann dem nur zustimmen. Glaube auch nicht, dass wir alle buckeln müssen wie die Bescheuerten, damit es uns allen gut geht. Abgesehen davon, dass die meisten Teilzeitarbeitenden das wahrscheinlich tun, nur halt noch mit dem ganzen anderen Kram, der so rund um Kinder, Schule, zu pflegende Angehörige, Haushalt, ... zu tun ist. Ich denke weniger ist hier mehr. Weniger Arbeit, Stress, Konsum, Leistungsdruck, Bürokratie, ... ist mehr Lebensqualität. Und worum geht's denn? Dass es Menschen besser geht oder dass sie viel Geld und einen tollen gesellschaftlichen Status haben?

  • Es wird also hier ganz ernst gemeint ein Anspruchsdenken als Vorwurf formuliert. ich folgere: man soll weniger Ansprüche stellen (Freizeit), und mehr arbeiten gehen. Wer befiehlt das? Wer entscheidet das? Wer bewertet das?



    Was Merz da betreibt ist reine Hetze und Gegeneinander, das andere aufgreifen und sich damit aufhalten, statt zu einander zu verstehen.



    Jahrzehntelang war die Gewerkschaftsforderung: Mehr Menschen in Teilzeit zu beschäftigen, Job sharing, um mehr Menschen aus Erwerbslosigkeit raus in Arbeit zu bringen.



    Merz und co. wollen wohl das Gegenteil. Das ist schlicht dumm.



    Also mehr Konsumieren, mehr Wachstum, mehr Standortwettkampf und weniger Ansprüche stellen...

  • Wert Teilzeit verbietet, schießt sich ein Eigentor. Mag sein, dass es manchmal ungünstig für die Unternehmen ist, auf lange Sicht ist Teilzeit für viele Arbeitnehmer der einzige Weg. Deutschland besteht aus sehr vielen Familien, die aus Trennungen hervorgegangen sind und aus Eltern, die hauptsächlich alleine Kinder erziehen. Denen diese Möglichkeit per Gesetz zu nehmen, ist direkt verrückt. Und viele Unternehmen bieten Stellen in Teilzeit an, die sie sonst gar nicht ausschreiben würden. Das gibt es bei Kirchen und Kirchenverwaltungen, bei Trägern der Jugendhilfe. Würde es den Zwang zur Vollzeit geben, dann wären einige Stellen und die damit erbrachten Leistungen und Funktionen in Gefahr.



    Und dann ist es eine ziemliche Zwangsmaßnahme gegen Arbeitnehmer, denen ein Auswahlrecht bei der Wahl der Arbeitszeit grundsätzlich zu nehmen. Und ich frage mich, ob Gewerkschaften nicht in ihrer Tarifautonomie beeinträchtigt werden. Sagt Merz dann, alle arbeiten 40 Stunden oder 35?

    • @Andreas_2020:

      Ich weiß nicht wer das in die Welt gesetzt hat, Teilzeit verbieten. Es geht nur darum das die Arbeitnehmeden nicht von sich aus beschließen können einfach so in Teilzeit zu gehen, ohne das mit den Vorgesetzten abzusprechen. Und niemand hat die alleinerziehenden oder die Pflegeden gemeint. Aber hier wird eine Suppe am Köcheln gehalten, die schnelle abgeräumt ist. Was hier eben läuft ist absolute Hetze. Ich denke das hängt mit der Wahl in Baden Württemberg zusammen. Dem Verlust des bisher einzigen grünen Ministerpräsidentenposten. Und wissen sie was, ich hoffe Özdemir wird Ministerpräsident. Denn wird er es nicht stehen sicher schon vorgefertigte Schriftsätze bereit um den Menschen im Südwesten Rassismus vorzuwerfen.

  • Ich bin nur teilzeit-angestellt, weil ich den Rest der Zeit ehrenamtlich für die Gesellschaft tätig bin. In erster Linie kann ich mir damit vor allem nicht so ein teures Leben leisten, um die geringeren KK-Beiträge geht's mir ganz bestimmt nicht. Immer diese Vollzeitarbeiter, die nach Feierabend denken, sie hätten schon genug für die Gesellschaft getan, weil sie Steuern und Beiträge abführen. Dabei ist Gesellschaft so viel mehr als das kapitalistische System, was nur in Verwertungslogik denkt.

    • @Edgar:

      Ich glaube irgendwie nicht, dass Arbeiter und Fachangestellte an die Gesellschaft denken, wenn sie arbeiten oder ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung ansehen. Und ich glaube auch nicht, dass Arbeitnehmer in Vollzeit ein Feindbild Arbeitnehmer in Teilzeit haben oder pflegen. Gut, dass haben sie nicht geschrieben. Aber ich glaube, die Regierung erzeugt solche Stimmungen und Ideen, nicht die Arbeitnehmer oder Gewerkschaften.

  • Ich hab mnal wieder die KI befragt und die sagt das man bei einer 20 Stundenwoche mit Mindestlohn nur 960 Brutto hat. In der anderen Frage bei 16 Euro Netto wären das 1280 Netto. Also nah genug an der Armutsgrenze. Das kann sich ja jeder mal überlegen was Arbeit wert ist.

  • Unsere Sozial- Systeme funktionieren nicht mehr weil



    a. Verwaltung, Bürokratie, Unsummen verschlingen. z.B. Bürgergeld über 60% der Ausgaben (www.tagesschau.de/...-stiftung-100.html )



    b. Millionen Personen Leistungen erhalten aus diesen Systemen ohne jemals dort einbezahlt zu haben ( Bürgergeld über 50 % der Empfänger) und der Staat dies, wie bei den Krankenkassen wo er 10 Milliarden zahlen müsste, einfach auf die arbeitenden abwälzt. Um hier wieder ein gerechtes System zu haben müsste man die Verwaltungen total umkrempeln um dort Milliarden einzusparen und es dürfen nur noch Personen Leistungen erhalten aus diesen Töpfen die auch einbezahlt haben. Alle anderen muss der Staat dann aus Steuermittel finanzieren, z.B. durch (dringend notwendigen) Sparen , Personalabbau, Subventionsabbau (Kunst, NGO ) usw.

  • Wirtschaftskrisen kommen im Unterricht für Unternehmerkapitalisten nicht vor. Denn Schuld an einer Krise hat immer nur einer: der Arbeitnehmer. Und deshalb gilt dann immer das selbe alte Rezept, für das man nicht viel geistige Leistung erbringen muss: Die Arbeiter müssen für die Krise bezahlen, weniger Lohn und weniger Rechte, Sozialleistungen etc.



    Weil man das aber so offen nicht sagen darf, muss es anders laufen. Am besten hetzt man die Arbeiter gegeneinander auf und schwächt ihre Solidarität füreinander. Das klappt besonders gut mit Neid.



    Neid ist immer hilfreich, auch bei Stadtbildern, Luxusmieten für Sozialhilfeempfänger usw. usw.



    Jetzt sind die Teilzeitarbeitenden dran. Und es läuft wie geschmiert.



    Das Volk verzettelt sich in Diskussionen, die Bonzen freuen sich und stoßen mit edlem Gesöff an. Danach immer wieder neue Vorschläge, um soziale Fortschritte zu zerstören, bis zur totalen Ermüdung.



    Das ist Neue Soziale Marktwirtschaft, die ans Ziel kommt.



    Ich habe sehr wenig von den Gewerkschaften gelesen, gibt es die überhaupt noch? Oder stoßen die gerade oben mit an?

    • @Achsachbloß:

      Also da gibt es viele Artikel und Positionen zu, schauen Sie sich die Beschlüsse von Gewerkschaften an, deren Publikationen, ein Vorstandsmitglied der IG Metall schreibt viel, hält viele Reden, Beiträge gerade dazu. İch glaube, sie müssten mal genauer hinsehen. Oder zum 1. Mai nach Berlin oder Hamburg gehen. Die Gewerkschaften leben. Und die lehnen auch fast alles ab, was Merz vorschlägt....

  • „Mottenkiste der Merz-Koalition“



    Begriffe wie „Demokratie“, „Basisdemokratie“, „Antisemitismus“, „Krankfeiern“, „Bürokratieabbau“, „Digitalisierung“ oder „Abschieben“ werden täglich durch die politische Arena gereicht. Die Liste ließe sich beliebig verlängern: Teilzeitarbeit, angeblicher Missbrauch von Krankheitstagen, eingeschränkte Zahnarztleistungen, Arbeitspflicht – bis hin zur faktischen Zwangsarbeit. Alles altbekannte Narrative, frisch entstaubt aus der Mottenkiste.



    Ende der Siebzigerjahre wurden mutmaßliche RAF-Mitglieder international per Interpol gesucht. Heute sitzen nachweislich rechtsextreme Akteure in Parlamenten, genießen Immunität und beziehen staatliche Bezüge. Das ist das Land, in dem wir leben.



    Guten Morgen, Deutschland.

  • "Letztlich ist der Kampf um die Arbeitszeit dann eine dreifache Verteilungsfrage: zwischen Unternehmen und Angestellten zur Höhe des Lohns, zwischen Staat und Bürgern zu Arbeitnehmerrechten und einer öffentliche Infrastruktur, die das Arbeiten erst möglich macht – und nicht zuletzt ein Kampf zwischen Männern und Frauen."



    Die Problematik ist die Verschränkung mit der Demografie, der Lebensplanung der Erwerbstätigen, der wirtschaftlichen Entwicklung mit der Produktivität sowie der Ressourcenentwicklung in einer Gesellschaft, die konkurrenzfähiger werden muss im weltweiten Wettbewerb.



    "Trotz des oben beschriebenen Rückgangs der Arbeitszeit je Erwerbstätigen hat sich die Produktivität je Erwerbstätigen erhöht. Der Grund hierfür ist die steigende Produktivität je Erwerbstätigenstunde. Diese erhöhte sich, ausgehend vom Basisjahr 2015 (= 100), zwischen 1991 und 2019 von 73,3 auf 103,1. Das entspricht einem Plus von 40,6 Prozent. Die Arbeitszeit je Erwerbstätigen reduzierte sich in diesem Zeitraum hingegen um lediglich 11,0 Prozent. Entsprechend nahm die Produktivität je Erwerbstätigen zwischen 1991 und 2019 um 25,1 Prozent zu."



    Quelle bpb.de



    Titel in 2020:



    "Arbeitszeit und Arbeitsvolumen"

  • Der beste Kommentar dazu, von Andreas Flaig:

    "wieder lachen sich die unbesteuerten Lifestyle Millionäre schief, während ein Stockwerk tiefer über Gerechtigkeit gestritten wird."

  • Es geht hier um einen Eingriff in unser aller Sozialsystem, also dem Sozialsystem, welches vorangig für die Interessen der Arbeitnehmer ausgearbeitet wurde, in welches ein Bundeskanzle jetzt frech im Sinne der Unternehmen eingreifen möchte. Hier kann es nur ein ganz klares, nachdrücklichliches " Hände / Griffel weg ! " an unseren Kanzler, von allen demokratischen Bürgern & Arbeitnehmern geben kann ! Die Regierung hat für die Mehrheit der Bevölkerung zu agieren und nicht für die Minderheiten von Unternehmen.



    Bitte die Demokratie achten !



    www.verdi.de

  • Ich arbeite im öffentlichen Dienst und in meinem Bundesland ist es jetzt schon in meiner Branche nicht mehr möglich, Teilzeit zu arbeiten, wenn man keinen „guten“ Grund hat, also gesundheitliche Einschränkungen, Kinder oder zu pflegende Angehörige.



    Ich kenne genügend Kollegen und Kolleginnen, die völlig am Limit sind und gerne runterschrauben würden, deren Arbeitsleistung und Gesundheit unter dieser Vorgabe leiden und die am Ende für den Staat hier rentabler wären, wenn sie ein bisschen reduzieren dürften, um dann weniger häufig krank zu sein und bessere Arbeit abliefern zu können.

    Es gibt in Deutschland nämlich noch einen anderen Aspekt: ja, es werden vielleicht nur 6 oder 8 H und nicht 12 am Stück gearbeitet, aber dafür wird währenddessen oft auch knallhart und unter hohem Druck durchgezogen. Da gibt’s keine Kaffeepausen, kein Plausch, kein Lächeln, oft nicht einmal Zeit, auf Toilette zu gehen. Wehe, man wird beim kurzen Durchatmen gesehen, von Vorgesetzten wie von Kollegen. Jobübergreifend.



    Im Ausland arbeitet man länger, aber meist viel entspannter.

    Auf die Art können wir aber die Arbeitszeit nicht noch weiter erhöhen, der Druck auf dem Kessel ist schon jetzt zu groß.

  • Diese dreisten, plumpen Sprüche polarisieren nur - sind dichotom angelegt: entweder mehr arbeiten oder Totalverweigerer.



    Das gehört zu einer großen Packung (S...) der Kapitalisten, die alle Umverteilungen infragestellen und weghauen wollen: nicht nur die Zahnbehandlung solle privatisiert werden, einfach alles weg.



    Nur noch Aktionäre, Kreuzfahrtschiffe, Privatjets sollen sich bereichern, so das Programm von CDU und co.



    Wir müssen denen zeigen, dass wir diese Asozialisierung, Entsolidarisierung, Trump und Heritage "Plan 2025" nicht wollen, nicht brauchen und, dass wir uns nicht entmenschlichen lassen.



    Take good care of your neighbour. Nebenan.



    Alle haben viel zu tun und können sich gegenseitig unterstützen. Die Phantasie des Kampfs aller gegen alle ist off topic.

    • @Land of plenty:

      👍🙏🏽

  • Ich habe in meiner Zeit im öffentlichen Dienst genug Leute kennengelernt, die einst aus guten Gründen in Teilzeit gingen (in der Regel wegen der Kinderbetreuung), allerdings immer noch in dieser verblieben, als die Kinder 20 und aus dem Haus waren. Dies war dann in der Regel verbunden mit einem ziemlich erheblichen Anspruchsdenken der Marke: "Oh, an diesem Nachmittag kann ich aber WIRKLICH nicht arbeiten, da habe ich Freizeitaktivität XYZ". Ich persönlich finde das im Grundsatz in Ordnung, es ist aber andererseits auch klar, dass dieses Modell das Arbeiten für die anderen Kolleg*innen schon ziemlich erschweren kann, da diese dann die "übriggebliebene" Arbeit erledigen müssen.

    Allerdings kenne ich auch die andere Seite, z.B. Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen, die einfach wissen, dass sie in Vollzeit schnell ihre Belastungsgrenze überschreiten - ohne aber gleichzeitig große Lust zu haben, zu ihrem Arbeitgeber zu rennen und diesem zu erzählen, dass sie eine psychische Erkrankung haben. Für diese Leute ist dann eine vermeintliche "Lifestyle-Teilzeit" tatsächlich eher positiv bezüglich der Arbeitsleistung. Es ist eben kompliziert.

    • @Agarack:

      Erleichtern durch weitere Mitarbeiter/innen einstellen!

    • @Agarack:

      Zitat: - "dass dieses Modell das Arbeiten für die anderen Kolleg*innen schon ziemlich erschweren kann"



      .



      So wie Sie das schildern (Egoismus bei der Dienstplanung), ist das natürlich ärgerlich. Aber ist das nicht eher eine Frage des Betriebsklimas als der vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten? Bei mir in der Abteilung werden die Dienstzeiten von den Kollegen eigentlich gut abgestimmt, die Chefetage ist da eher Vermittler als Anweiser. Bei entsprechender Auftragslage wird auch aus dem Teilzeitvertrag heraus dann mal 40 Wochenstunden geknufft, die Überstunden bezahlt oder außerhalb der Hauptsaison abgebummelt. Das funktioniert, weil es ein langjährig zusammenwirkendes Team ist, wo es ein gewisses Vertrauensverhältnis gibt. - Ich frage mich, ob eine Störung betrieblicher Abläufe durch Teilzeitwünsche nicht nur dort vorkommt, wo das Betriebsklima ohnehin gestört ist, wo der Hund ganz woanders begraben liegt.

      • @Kohlrabi:

        "Ich frage mich, ob eine Störung betrieblicher Abläufe durch Teilzeitwünsche nicht nur dort vorkommt, wo das Betriebsklima ohnehin gestört ist, wo der Hund ganz woanders begraben liegt."

        Der Hund liegt beispielsweise dort begraben, wo man auch Freitagsnachmittags eine ordentliche Personalstärke braucht. Das ist die Zeit, zu der man die wenigsten (nicht keine!) Teilzeitkräfte findet...

      • @Kohlrabi:

        Das war damals im öffentlichen Dienst, und die betroffenen Personen waren damals selbst ziemliche Vergifter des Betriebsklimas. Als einst eine neue Kollegin eingestellt wurde, beschloss eine der Teilzeitpersonen nach einer halben Stunde, dieses sei "unsympathisch", woraufhin praktisch die gesamte Gruppe an Teilzeitkolleg*innen diese plötzlich mied, bis sie kündigte. Spätestens danach hatte ich Schwierigkeiten, diese Personen als Opfer der Umstände zu sehen - mir erschien bei diesen Personen eher eine gewisse Geltungssucht, kombiniert mit einem: "Ich bin schwer zu kündigen, also brauch ich mich auch nicht anzustrengen" als Ursache dabei zu sein. Teilzeitwünsche sind meiner Erfahrung insgesamt nach weder intrinsisch gut noch schlecht, aber es gibt, wie bei allen Vergünstigungen (grundsätzlich krank an Brückentagen, so ein Zufall), immer einen gewissen Prozentsatz, der es ausnutzt.

    • @Agarack:

      Ich kenne auch die Variante, dass Menschen in Teilzeit gingen und dann einfach das Pensum von vorher in weniger Zeit und für weniger Geld schaffen mussten

      • @Suryo:

        @Suryo



        Da sollten sich die Arbeitnehmer gleich ganz fix einen Termin beim Betriebsrat organisieren.

  • Ich habe in Projekten gearbeitet in denen ich mich selbstbestimmt, engagiert und gerne für mehr als 40 Arbeits- Stunden / Woche entschieden habe.

    Und ich kenne Jobs bei denen ich den Feierabend kaum erwarten konnte und in denen jede "Überminute" eine zuviel war.

    Außerdem war ich eine Zeit lang selbsständig, da habe ich die Stunden garnicht gezählt - es waren viele, aber das gehörte einfach dazu.

    Bin dann früher als üblich, aus gesundheitlichen Gründen berentet worden und habe einfach mit weniger Geld gelebt.

    Später, schon in der Altersrente habe ich dann noch ein paar Jahre mit geringer Stundenzahl gerne und verhältnismäßig selbstbestimmt in meinem Beruf gearbeitet und konnte da noch mal, ohne den Druck Geld verdienen zu müssen, meine Erfahrungen einbringen.

    Ich beschreibe das so ausführlich, weil mich diese unterschiedlichen Erfahrungen gelehrt haben, dass Arbeit an sich keinen Wert darstellt, für den es sich immer lohnt unbegrenzte Lebenszeit einzusetzen.

    Die Hauptfrage ist wofür oder für wen ich arbeite. Wenn ich dafür arbeiten soll um den Reichtum anderer zu mehren, fühlt sich das anders an, als wenn ich für die Erfüllung meiner eigenen Wünsche und Bedüfnisse arbeite.

    • @Bürger L.:

      In der Diskussion der letzten Zeit kam es - kurz - zur Sprache, dass der Öffentliche Dienst doppelt so viele Krankheitstage hat - wie der Normalanwender. Ein einziges Mal poppte das hoch und verschwand darauf wieder. Es ist vor allem das Beamtentum (BSP: Aufwendungen 3,5mal höher als bei Regelrentnern), das den rosa-Elefanten abgibt. Die Beamten sind die Systemsprenger, die überproportional die Kassen schleifen (werden). Auf der TAZ gab es hierzu Artikel (plus Forum).



      ` stimme Ihnen zu. Allerdings fällt die relative Unabhängigkeit etwa innerhalb von Projektarbeit nicht vom Himmel. Man möchte Folgeaufträge!

      I.d.R. (wenn man nicht familiär gepampert ist) hat man mindere Jobs durchlaufen, um dann irgendwann später mit profiliertem Auftreten für sich einzustehen. Lernt man die Denkmuster von öffentlich Angestellten und Beamten kennen - ist das nicht immer spaßig. Grundsätzlich - im Projekt geht man ausgesprochen höflich miteinander um. Ich musste leider miterleben, wie ein Kollege von einem höheren Beamten öffentlich zusammengefaltet wurde (allein - weil er eine Hierarchiestufe übersehen hatte) – man holt sich schnell eine blutige Nase dort hinein zu gehen (gegen den Endkunden).

    • @Bürger L.:

      Selbstständig machen, wäre die Lösung. War es zumindest für mich.

  • Erstaunlich, wie auf denjenigen rumgehackt wird, die Teilzeit arbeiten, aber eine vollwertige Krankenversicherung bekommen.



    Wer also 50% arbeitet darf nur zu 50% krank sein und versorgt werden? Leider gibt es keine halbe Grippe oder andere Krankheiten zu 50%.



    Wer hier von Gerechtigkeit redet oder träumt, befindet sich auf dem Holzweg. Wie soll es z.B. geregelt werden, dass manche Leute glücklicherweise fast immer gesund sind und jahrelang weder Arzt- noch Krankenhausleistungen brauchen?



    Gerechterweise müsste man diesen Leuten KV-Beiträge zurückzahlen.



    Was bedeuten dann noch Versicherung und Solidarität?



    Dann soll man bitte offen zugeben, dass man zurück möchte ins 19. Jahrhundert, bevor es geregelt wurde.



    Stattdessen sollte man sich die Kostentreiber Medikamente, sprich Pharmaindustrie und Krankenhäuser mal genauer anschauen. Das wird ja immer wieder versucht aber immer erfolgreich behindert.



    Außerdem geht kaum jemand auf die Frage ein, warum so wenig Männer bereit sind, Teilzeit zu arbeiten. Das dürfte etwas mit Karriere, Macht, besserer Bezahlung und anderem zu tun haben.



    Wenn die Arbeitsbedingungen und das Einkommen stimmen würden, klappte das auch mit der Vollzeit.

    • @Achsachbloß:

      @Achsachbloß



      Hier wird doch nur auf billigste Tour von den " christlichen " Demokraten vergeblich versucht die Arbeitnehmer gegeneinander Aufzustacheln. Eine kleine Menge Neid & Missgunst ins Volk streuen - eine tolle Würze....

    • @Achsachbloß:

      Bei der ganzen Debatte ist das Argument mit den KV-Beiträgen m.E. das einzig gut begründete. Ich sollte als "Lifestyle-Teilzeitler" also einen KV-Beitrag abführen, so als wäre ich Vollzeitler. Das würde ich persönlich sogar akzeptieren. Das Problem sehe ich darin, dass solch eine Regelung gar nicht diejenigen träfe, die aus "Lifestyle"-Gründen vollzeitnahe Teilzeit (>=30 h) arbeiten, sondern diejenigen, die aus gesundheitlichen/familiären Gründen z.B. nur 20 h arbeiten. Diese würden durch die Vollzeitfiktion bei den Beiträgen nicht in die Vollzeit hinein, sondern vielmehr aus dem Arbeitsmarkt hinaus gedrängt.

    • @Achsachbloß:

      "Was bedeuten dann noch Versicherung und Solidarität?"

      Das ist hier die Frage. Warum soll ein Vollzeitarbeiter mit jemandem der freiwillig in Teilzeit arbeitet solidarisch sein? Erst Recht wo die Sozialbeiträge steigen sollen.



      Warum sollen nicht die Teilzeitarbeiter mit den Vollzeitarbeitern solidarisch sein, dafür das Sie in Teilzeit sind?



      Warum ist für einige so klar das die Vollzeitarbeiter hier solidarisch sein sollen?

      Die Frage muss man doch mal stellen und ist durchaus berechtigt.



      Solidarität immer gerne. Aber hier stellt sich doch tatsächlich die Frage, wer soll hier mit wem solidarisch sein.

      • @Walterismus:

        "hier stellt sich doch tatsächlich die Frage, wer soll hier mit wem solidarisch sein."



        Richtig. Warum sind Privatversicherte, Beamte und Volksvertreter bei dieser ganzen Debatte eigentlich beteiligt, aber solidarisch außen vor?

    • @Achsachbloß:

      Bei Versicherung geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern um das Verteilen von Risiken auf möglichst viele Schultern, besonders wichtig und sinnvoll bei Risiken, die eher selten sind, aber zum finanziellen Ruin führen können. Wenn Sie Krebs bekommen, von einem Auto überfahren werden, Ihr Haus abbrennt usw., helfen Ihnen die vielen anderen Versicherten, die nicht Ihr Pech hatten. Der Beitrag berechnet sich normalerweise nur am Risiko, nicht an der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen. Die GKV ist eine Ausnahme, in der PKV spielt das Einkommen keine Rolle. Statt dessen gibt es ggf. Risikozuschläge für Vorerkrankungen. Selbst der Beitrag für das Krankentagegeld orientiert sich in der PKV nicht am tatsächlichen Einkommen, sondern nur an der Leistung, die man im Falle eines Falles haben möchte, um seinen Lebensunterhalt weiter bestreiten zu können. Man man als gesunder Gutverdiener daher das Krankentagegeld getrost niedriger ansetzen als theoretisch möglich. Gehaltsnachweis interessiert die PKV nur, damit man sich nicht zu hoch versichert und sich einfach länger krankschreiben lässt, um mehr als sein Gehalt rauszuwirtschaften.

    • @Achsachbloß:

      Es geht weniger darum, ob Leistungen für Teilzeit-Arbeitskräfte gestrichen werden sollten, als um das Für und Wider, ob es eine gesellschaftliche Aufgabe ist, Jedem, der das möchte die Möglichkeit zu eröffnen, diesem Wunsch nachzugehen - hier per obrigkeitlicher Verpflichtung der Arbeitgeber zur Wunscherfüllung. Da darf man schon mal darüber nachdenken, was es denn für die Gesellschaft tut (oder sie eben an gegebener Stelle auch kostet), wenn jemand für sich sagt, er möchte lieber nur X Stunden pro Woche arbeiten.

      Ein Solidarsystem lebt nun einmal davon, dass die "starken Schultern" mehr tragen als die "schwachen". Es verliert daher überproportional an Leistungsfähigkeit, wenn Menschen ihr Potenzial bewusst nicht ausschöpfen und dabei genau den Teil ungenutzt lassen, der noch am ehesten ein "Mehr" zum Solidarsystem beiträgt. Denn das ist es doch, worauf die gewillkürte Teilzeit hinausläuft - plastisch nachzuvollziehen an dem Argument "Vollzeit kostet doch viel mehr Abgaben und lohnt sich deshalb nicht für mich".

      • @Normalo:

        Dann müsste man eine grundsätzliche Arbeitspflicht für Vollzeit einführen und eine Prüfung der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen. Wieviel Regulierung ist notwendig, um zu einem Ergebnis zu kommen, das alle zufriedenstellt?



        Auch die vielen „Hausfrauen“ müssten dann in die Versicherung einzahlen, das Ende der Familienversicherung wäre notwendig.



        Tatsächlich argumentiert die Wirtschaft aber ganz anders, ihr fehlen angeblich Arbeitskräfte. Sie ist aber nicht bereit einen eigenen Beitrag zu leisten.

        • @Achsachbloß:

          "Dann müsste man eine grundsätzliche Arbeitspflicht für Vollzeit einführen und eine Prüfung der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen."

          ...so wie in der DDR, meinen Sie. Dass das nicht geklappt hat, ist ihnen aber schon klar, oder? Ist das jetzt bloß platte Polemik oder könne Sie wirklich nur so Schwarz-Weiß?

          Hier geht es um die Frage, ob Arbeitgeber wirklich qua Gesetz gezwungen werden sollten, solche Teilzeit zu ermöglichen. Niemand redet davon, es anderenfalls gleich zu verbieten. Dieser totalitäre Ansatz "Wenn es Nachteile hat, muss es obrigkeitlich unterbunden werden." mag Ihnen vielleicht passen (oder zumindest, ihn Anderen zu unterstellen). Aber das stand überhaupt nicht zur Debatte. Die Frage ist nur, ob das Argument "Ich arbeite weniger, aber kassiere auch weniger", also ist das mein Privatvergnügen wirklich in jeder Hinsicht zieht. Und nein, speziell beim GKV-System zieht es eben nicht.

          Und ja, EIN möglicher Grund für einen Arbeitgeber, vielleicht nicht mit einer willkürlichen Arbeitszeitverkürzung eines Mitarbeiters einverstanden zu sein, ist, dass der Arbeitsmarkt es nicht hergibt, die so verlorenen Kapazitäten zu ersetzen, obwohl sie dringend gebraucht werden.

          • @Normalo:

            @Normalo



            Seit wann liegt es im Verantwortungsbereich der Arbeitnehmer für ausreichende Arbeitnehmer in Unternehmen Sorge zu tragen ? Jeder Bürger darf nach seinem individuellen Befinden, seine Kreativität & Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt anbieten oder er entscheidet sich z. B. als Freiberufler - für sich, seine Familie & unsere Gesellschaft tätig zu werden.

            • @Alex_der_Wunderer:

              Seit wann liegt es im Verantwortungsbereich der Arbeitnehmer für ausreichende Arbeitnehmer in Unternehmen Sorge zu tragen?

              Tut es nicht, behauptet auch niemand. Vielmehr ist das eine wesntliche Aufgabe des Arbeitgebers. Der muss aber auch machen dürfen, wenn er machen soll - also hier: Entscheiden, ob eine gewillkürte Veränderung der Arbeitszeit von Mitarbeitern mitgegangen werden kann oder ob das dieser Aufgabe zuwiderläuft.

              "Jeder Bürger darf nach seinem individuellen Befinden,..."

              Ja, darf er. Aber es muss dem Arbeitgeber überlassen bleiben, ob er das Angebot so annimmt. Und wenn das passiert ist, sollte der Arbeitnehmer auch nach Möglichkeit zu seinem Angebot stehen. Hier geht es um die Frage, ob dem Arbeitnehmer das Recht zusteht, willkürlich nachträglich(!) davon abzuweichen, ohne sich darüber mit seinem Arbeitgeber einigen zu müssen.

              • @Normalo:

                @Normalo



                Zur Zeit sieht der Gesetzgeber die Möglichkeit für den Arbeitgeber vor, aufgrund belegbarer betriebswirtschaftlicher Gründe einer Teilzeitarbeit nicht zu zustimmen.



                Dem Arbeitnehmer steht zudem frei sich eine andere Teilzeitbeschäftigung, bei einem anderen Arbeitgeber, seiner Wahl zu suchen.

                www.verdi.de

                • @Alex_der_Wunderer:

                  Aber das ist genau der Punkt: Der Arbeitgeber, muss nachweisen, dass er einer Änderung nicht zustimmen kann. Die Hürde dafür heißt übrigens im Gesetz "betrieblich" - ohne Wirtschaft - und klingt auch harmloser, als sie in der Praxis ist. Das Gesetz liefert schon Steilvorlagen mit Regelbeispielen wie wesentlicher(!) Beeinträchtigung von Organisation, Betriebsablauf oder -sicherheit sowie unverhältnismäßigen Kosten. Dabei sind Arbeitsgerichte ohnenhin schon auf dem Ohr "wirtschaftliche Erwägungen des Arbeitgebers" notorisch schwerhörig, wenn die zu Einschränkungen der Rechtssphäre des Arbeitnehmers führen könnten.

                  Eigentlich sollte normal sein, dass eine wesentliche nachträgliche Änderung eines zweiseitigen Vertragsverhältnisses für beide Seiten gleichermaßen frei entscheidbar ist - und nicht eine Seite grundsätzlich mal einen Anspruch darauf hat, OHNE trifftige Sachgründe liefern zu müssen. Warum das bei der Teilzeit nicht so sein soll, sollte man wenigstens shiotstormfrei hinterfragen(!) dürfen.

                  Und ja, einen anderen Job kann sich der Arbeitnehmer natürlich immer suchen. Aber das ist eher ein Argument GEGEN den durchsetzbaren Teilzeitanspruch im jetzigen Job.

                  • @Normalo:

                    @Noro



                    " Ohne trifftige Sachgünde liefern zu müssen " , sie meinen von Seiten der Arbeitnehmer, die ihre Lebenzeit & Arbeitskraft nach ihrem Befinden & ihrer Lebensplanung einbringen möchten.



                    Ich gege davon aus, wir sprechen hier von Deutschland, einem freiem, demokratischen Land, wo noch die Menschenrechte gelten.



                    Aber mit demokratischen Menschenrechten haben es ja unsere aktuellen Regierenden nicht so...

                    • @Alex_der_Wunderer:

                      Arbeitsverträge sind GEGENSEITIG verbindlich - in Rechten UND Pflichten. Sie können auch nicht ein Auto kaufen und nachher vom Verkäufer verlangen, dass er es Ihnen gegen ein einfacheres Model eintauscht und einen Teil des Kaufpreises zurückgibt (egal, ob er das möchte und das gewünschte Modell auf dem Hof stehen hat). Diese Bindung verstößt weder gegen Menschenrechte noch FDGO.

                      Natürlich KANN man die Bedingungen eines Vertrags ändern, aber (ebenfalls auf Menschenrechte rückführbare) Grundsätze wie Vertrauensschutz, Eigenautonomie und Gleichheit vor dem Recht verlangen grundsätzlich, dass BEIDE Seiten zu den Vorstellungen der jeweils anderen auch "Nein" sagen dürfen. Und dann einigt man sich halt auf etwas anderes oder geht getrennter Wege.

                      Es gibt natürlich trifftige Gründe, die es auch der anderen Seite zumutbar machen, eine von ihr eigentlich nicht gewollte Änderung zu akzeptieren - manche so stark, dass diese Zumutbarkeit auch ins Gesetz gehört, manche aber eben auch nicht so zwingend, so dass Demjenigen, der sie vorbringt, schon zugemutet werden könnte, die andere Seite zu überzeugen, dass das Gewünschte für beide Seiten die beste Lösung ist. Ist das so schwer zu verknusen?

        • @Achsachbloß:

          @Achsachbloß



          GENAU 👍👍 möchte mich Ihren Ausführungen anschließen

  • Dann sollte die Arbeit auch noch sinnvoll sein und nicht diese nutzlos-schädliche Stresserei mit Verwaltung von Profitverdummung, wie sie den Großteil der Arbeitswelt prägt. In Umweltschutz und Sozialarbeit bleibt die Arbeit nämlich liegen.

  • Ich finde die grundsätzliche Debatte über Teilzeit ebenso richtig wie jene über geringfügige Beschäftigung, fehlende Betreuungsangebote und die Erbschaftsteuer. Ich selber beschäftige 20 Angestellte, deutsche Unternehmen müssen viel Leid ertragen um Arbeitnehmern einen guten Arbeitsplatz zu bieten und gleichzeitig Defizite im System auszugleichen, insbesondere bei der Kinderbetreuung. Auf der anderen Seite können sich häufig privilegierte Erben in dritter Generation den Luxus einer reduzierten Arbeitszeit leisten. Wir sitzen alle im selben Boot, das wird oft verkannt. Klar ist, dass unsere Vorstellung vom Lebensstandard, in einem globalen Wirtschaftsumfeld möglicherweise nicht in Einklang zu bringen ist ohne in Summe wieder mehr zu leisten. Auf der anderen Seite müssen aber auch Anreize geschaffen werden die zu einer sozialeren und gerechteren Marktwirtschaft führen. Mit der Teilzeitdebatte wird an der Oberfläche gekratzt, sinnvoller wäre es Gründe zu hinterfragen, z.B. warum Leute das Teilzeitmodell wählen. Wichtig ist es den Fokus auf die Gemeinsamkeiten und nicht auf Unterschiede zu lenken.

  • Ich kann sehr gut nachvollziehen, warum auch viele junge Leute Teilzeitarbeit anstreben. Bin glücklicherweise seit zwei Jahren im Ruhestand und habe über 40 Jahre als Tastatur- und Lohnsklave mein Geld verdient. Kann nur sagen, dass der Druck immer größer wurde und die täglich zugeteilte Arbeit von immer weniger Kollegen und Kolleginnen vollständig geschafft wurde. Technische Neuerungen wie neue Software oder "fortschrittliche" Bürokonzepte wurden als arbeitsdruckmindernd angekündigt, was aber nie zutraf, da eingesparte Arbeit natürlich mit weniger Personal ausgeglichen wurde. Für Schulungen wendete man immer weniger Zeit auf, bevorzugte dass "training on the Job" Prinzip, was für das betroffene Personal enorm anstrengend ist, da fehlerintensiv und dadurch beschwerdelastig. In der Firma wurde einerseits der Druck ständig erhöht, andererseits wurden die letzten Jahre Resilienzkurse angeboten, um mit diesem Druck psychisch klarzukommen....



    Bin echt heilfroh, dass das alles vorbei ist.

    • @Piratenjäger:

      Habe über vierzig Jahre in Mehrschichtsystemen gearbeitet. Das war nichts, was wirklich Freude machte. Dafür in den meisten Fällen krank. Der Magen, die Psyche...



      Ja: Auch ich bin heilfroh, dass das vorbei ist...



      Und weil jeder Mensch nur ein einziges Leben hat habe ich absolut großes Verständnis für jeden, der sich nicht - oder zumindest nicht nur - über seine notwendige Erwerbsarbeit definiert. Natürlich ist es den Allerwenigsten gegeben sich mit wenig Geld und viel Freizeit komfortabel einzurichten. Wir schreiben hier also - sieht man von den "Erben" und sozialschmarotzenden "Influenzas", die "was mit Medien" machen, ab - über eine fast verschwindend geringe Zahl von Mitbürgern.



      - Muss die "schwarze Mitte" darum wirklich so viel Wind machen? Wohl nicht...



      Aber derartige Diskussionen lenken doch ganz hübsch ab von den strategischen Fehlern der genialen deutschen Wirtschaftslenker um Spahn, Merz und Co.

  • Naja, so richtig haut das nicht hin: Zum einen geht es ja gerade nicht darum, die familienpolitische Teilzeit abzuschaffen, alle Argumente rund um Kinder und Betreuung ziehen also nicht. Zum Anderen ist doch niemand bereit, seinen Lebensstandart zu senken - in der Folge ist die "Lifestyle-Teilzeit" eine Sache der Gutverdiener. Insgesamt allerdings auch egal, weil kommt sowieso nicht

  • Weniger arbeiten gleich weniger Gehalt und weniger Rente, warum aber geht die Solidarität in der Krankenversicherung nur in eine Richtung? Die gut abgesicherte Ehefrau hat Teilzeit Zeit für bequem getimte Arzttermine und bekommt ohne Zuzahlung ein genauso schönes Pflaster wie der voll arbeitende, der in seiner Freizeit zum Arzt geht, diesen aber voll bezahlt hat. Warum nicht eine kleine Teilzeitzusatzabsicherung. Muss ja nicht viel sein, aber zum merken, wo das Geld her kommt

    • @Charlie Foxtrot:

      Was machen wir denn, wenn die gut abgesicherte studierte Ehefrau mit ihrem Teilzeitjob mehr verdient als ein ungelernter Produktionshelfer in Vollzeit? Dann zahlt sie auch mehr Versicherungsbeitrag, bekommt aber auch nur dasselbe Pflaster.

      Warum sollte sie dafür eine "Teilzeitzusatzabsicherung" bezahlen?

  • Danke für die Ehrlichkeit, ich sehe das ähnlich. In Wahrnehmung haben viele mehr oder weniger aufgegeben, mehr arbeiten zu wollen, weil die großen Versprechen des dadurch erreichbaren Wohlstandes einfach weggebröselt sind. Kinder, Eigentum und Zukunft als Familie sind für untere Einkommen nicht mehr so erreichbar wie früher und alleine kommt man auch mit weniger klar, dann hat man wenigstens Zeit zum leben.

  • Wie kann es sein, dass PR der superreichen Mitglieder der CDU-Wirtschaftsvereinigung, die Medienberichterstattung (z. B. tagesschau) bestimmt und nicht die Tatsache, dass 3 Millionen Arbeitslose zu verzeichnen sind? DREI MILLIONEN!!!

    Ein großer Teil dieser Arbeitnehmer dürfte im Bürgergeld landen, weil die Weiterbildungen der Agentur für Arbeit privatisiert wurden und zu wenig Geld für sehr gute Weiterbldung zur Verfügung steht!

    Hunderttausende, die Teilzeit arbeiten und gerne mehr arbeiten würden, dürfen dies aufgrund ihres Arbeitgebers nicht.

    Und was ist mit denen, die z. B. im Krankenhaus und in der Pflege aufgrund der starken Belastung Teilzeit arbeiten müssen, um nicht krank zu werden?



    Oder was ist mit den immer mehr Arbeitnehmern, die im Einzelhandel arbeiten, deren Einkommen sich von Jahr verminderte, weil die Löhne nicht mehr tarifgebunden sind, auch weil Amazon und Co den Einzelhandel mit Billigsjobs in ihren Paketzentren zerstören?

    50 Prozent der Arbeitnehmer arbeiten nicht mehr tarifgebunden. Die Gewerkschaften finden kein Rezept dagegen.

    In der Spitze verdienen CEOs heute oft das 281-fache bis über 300-fache eines typischen Arbeitnehmers.

  • Guten Tag, Herr Augustin.

    Nachvollziehbare Argumentation zum eigentlichen Thema Ihres Artikels.

    Was aber hat Robert Habeck mit der Funktionstüchtigkeit der Wärmepumpe zu tun, die das Haus beheizen soll, in dem Sie wohnen?



    Würden Sie Katherina Reiche für eine defekte Gasheizung verantwortlich machen wollen?

  • wieder lachen sich die unbesteuerten Lifestyle Millionäre schief, während ein Stockwerk tiefer über Gerechtigkeit gestritten wird.

    • @Andreas Flaig:

      @Andreas Flaig



      👍Perfekt auf den Punkt - Punktlandung👍

  • Falls es jemand interessiert, die Union hat das Thema von ihrem Parteitag verbannt, und damit abgeräumt. Und trotzdem wird es wieder und wieder aufgerollt.



    Das einkassierte Thema zu beackern macht anscheinend mehr Spaß als die gemeinsame Abstimmung mit der AFD im Europaparlament zu thematisieren. Das war mit einem Artikel durch. Allerdings hat das mehr Folgen als das Hirngespinst der Frau Connemann.

    • @Georg Sonntag:

      Die gemeinsame Abstimmung mit der AFD wird doch in allen Medien hochgejazzt. Was mir fehlt:



      Frankreich hat bis zuletzt gegen das Abkommen opponiert und stimmte am Freitag dagegen, genauso wie Polen, Österreich, Ungarn und Irland. Belgien enthielt sich. Aber natürlich scheitert das Abkommen nur an den Grünen.

    • @Georg Sonntag:

      Also ist das eine Ablenkungsdebatte, und wir gestressten Schäfchen fallen darauf herein.

      • @aujau:

        Ja, kann man durchaus so sagen. Es ist eine aktuell typische Empörungsdebatte. Der Wirtschaftsflügel der Union haut grad bewußt eine provokante Idee nach der anderen heraus, wie man den Sozialstaat schröpft und links wird diskutiert, ob der billige Slogan "Teilzeit ist Lifestyle" nun stimmt oder nicht. Dass man das pauschal gar nicht beantworten kann, dass die Höhe der KK Beiträge nicht von der Anzahl der Stunden sondern vom Geahlt abhängt, dass es Tarifverträge unterhalb der 40 Stunden gibt, das es viele Arbeitnehmer, Freiberufler, Selbständige gar nicht betrifft etc. liegt doch alles auf dem Tisch. Und wenn das Thema ob seiner Durchschaubarkeit sogar bei der Union begraben ist, warum muss man sich dann an ewig solchen Begriffen abarbeiten?

  • Wie schon bei den "Totalverweigerern" sucht sich die Union wieder gezielt ein Thema das viele aufregt, aber am Ende nur wenige betrifft und entsprechend wenig Effekt erwarten lässt. An echte Zumutungen für die breite Masse traut man sich trotz aller markigen Worte nicht heran.



    Also weniger Lifestyle, mehr Performance. 996, statt Viertage-Woche. Geht woanders doch auch. Feiertage? Ersatzlos streichen! 10 Tage unbezahlter Urlaub sind mehr als genug und Rente mit 80 sowieso. Work-Work-Balance als Win-Win-Deal: wer eh in der Firma lebt kann sich auch die Miete klemmen. Züchtigungsrecht für Vorgesetzte. Kinderarbeit, statt Kinderbetreuung. Malochen will schließlich gelernt sein. On Top: der obligatorische Zweit-, Dritt- und Viertjob. Das bringt die Wirtschaft in Schwung und der massenhafte Karoshi entlastet Renten- und Pflegekasse.

  • In meiner Lebensrealität gibt's 2 Optionen aktuell



    Teilzeit



    Vollzeit arbeitslos

    Union darf wählen

    • @Todesfister:

      Nun, wenn Sie als "Todesfister" arbeiten, ist "Vollzeit arbeitslos" vielleicht besser.

      Spaß beiseite: Ich glaube, selbst wenn das "Recht auf Teilzeit" abgeschafft würde, würde das kaum die Leute betreffen, die bereits in Teilzeit sind, da diese ja in diesem Falle in der Regel bereits genehmigt wäre. Unbequem würde es eher für Leute, die planen, demnächst in Teilzeit zu gehen.

      • @Agarack:

        Ich könnte jetzt einen Witz darüber machen dass meine Handgelenke im Arsch sind und deswegen weniger einsatzfähig aber den Witz würde keiner verstehen wollen

  • Was ist eigentlich mit den ganzen 30 Stunden-Tarifverträgen? z.B. in den Pflegeberufen? und die Aufstocker, also die arbeitenden Armen, die zum prekären Einkommen Grundsicherung benötigen?



    Diese zwei Beispiele zeigen mir, dass die Debattenbeiträge der CDU und dem schmatzenden Söder nur voller Populismus sind, nichts als Gedöns.

  • Momentan erleben wir eine Kultur des bewussten Falschverstehen.



    Jeder, aber auch wirklich jeder, weis das unser Sozialsystem reformiert werden MUSS, weil genauso wenig wie es ein endloses Wachsen der Wirtschaft gibt oder je gegeben hat, kann auch das Sozialsystem nicht unendlich Wachsen ! Da ja Angriff immer noch die beste Verteidigung ist versucht nun natürlich jeder seine eigenen Pfründe zu sichern, sollen doch andere dafür zahlen. Das St. Florian Prinzip funktioniert halt immer ...

    • @Günter Witte:

      "Jeder, aber auch wirklich jeder, weis das unser Sozialsystem reformiert werden MUSS,"

      Nö, ich weiß das nicht. Man könnte beispielsweise die Steuer-Schlupflöcher schließen, die Finanzverwaltungen personell so ausstatten, dass die geschätzten 130 Mrd €, die p.a. dem Staat wegen fehlender Betriebsprüfungen entgehen, eingetrieben werden, ne vernünftige Erbschaftssteuer implementieren, etc. pp.

      " kann auch das Sozialsystem nicht unendlich Wachsen "

      Unser Sozialsystem wächst nicht, es schrumpft.

      "Das St. Florian Prinzip funktioniert halt immer ..."

      Ja, das sieht man aktuell auf Arbeitgeberseite (und bei deren Mietmäulern) wunderbar. Die Kürzungen im Sozialsystem betreffen immer die anderen. Arbeitnehmer nämlich. Belastungen, die sie selbst betreffen, werden nicht mal andiskutiert.

    • @Günter Witte:

      Tja Herr Witte - nur besteht seit sehr vielen Jahrzehnten gar kein Zweifel bei Demokraten (die immer und nur die einer sozialen Demokratie und Volkswirtschaft sein können)



      dass der vorliegende sich Sozialstaat nennende Staat "reformiert" werden muss. Wie Sie in Sperrschrift nachdrücklich einfordern. Da besteht unter Linken keinerlei Zweifel. Und das meint nicht nur DIE LINKE.

      Tatsächlich sind die Ausgaben für "Den Sozialstaat" im Verhältnis gar nicht gestiegen. Er hat sich nur "verteuert" so wie es zunehmend immer teurer geworden ist, eine vergleichsweise immer schmalere Elite mit privatisierender Kapitalakkumulation zu versorgen, die sie notorisch für selbst verdient ausgibt. Was natürlich völliger Unsinn ist und mit keiner adäquaten Gegenleistung oder Produktivität in und für die Volkswirtschaft gerechtfertigt werden kann.



      Tatsächlich gibt es im Verhältnis für Lohnempfangende im Handwerk, im produzierenden Gewerbe, in der Landwirtschaft weder unverhältmässige Gewinnsteigerung, noch haben die Transferleistungen für die Berechtigten exorbitante Höhen erreicht, oder die Zahl auf sie Angewiesener im Verhältnis zugenommen.



      Wachsen können die Renditen für nur Wenige nicht mehr.

    • @Günter Witte:

      Das St. Florian Prinzip scheint mir gerade bei den Überreichen sehr verbreitet zu sein, gerade in den Kreisen des geerbten Vermögens. Oder gibt es in unserer Gesellschaft gar kein "Wir"?

  • Teilzeitfachkräfte werden nicht dadurch motiviert und im Unternehmen gehalten, indem man sie diffamiert und in die Vollzeit zwingt. Die vielen zunehmenden Arbeitslosen einfach umschulen zu den benötigten Fachkräften. Win-Win: Weniger Arbeitslose und mehr Fachkräfte - durch die Teilzeit ist Arbeit für alle da!

    • @Hannah Remark:

      Wenn es denn echte Umschulung gäbe. Tatsächlich bieten viele Kurse nur Abschlüsse unterhalb der Fachkraft. Man braucht Verfügungsmasse, keine Leute, die auf Karriere aus sind. Zudem gilt es die Fortbildungszentren zu finanzieren. Nur wenn immer wieder neu geschult werden muss, sind diese Institute ausgelastet. Und wer überqualifiziert ist, wird schon gar nicht angestellt. Nein, gebraucht werden junge Absolventen unter 23, die doch schon fünf Jahre Beruf vorweisen können, aber noch flexibel für Ortswechsel sind, also keine Familie haben. Für die Rente sorgen andere. Es darf natürlich keinen Migrationshintergrund geben (Vorsicht Sprachbarriere). Der Fachkräftemangel hängt zu einem Teil davon ab, wie konsequent man dieses Anforderungsprofil durchzieht. Dank KI können das viele Betriebe gar nicht mehr selbst entscheiden.

    • @Hannah Remark:

      "einfach Umschulen" wird kaum möglich sein.

      Im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Dezember 2025 zur Lehrkräftebedarfsprognose wird weiterhin ein erheblicher Lehrkräftemangel festgestellt. Bis 2035 fehlen bundesweit voraussichtlich rund 49.000 ausgebildete Lehrkräfte. Besonders bis 2026 besteht eine akute Unterdeckung.

      Gerade dieser Bereich zeichnet sich durch besonders hohe Teilzeitquoten aus. Teilzeitkräfte.Besonders hoch ist der Anteil bei Lehrerinnen: Mehr als jede Zweite (50,7 Prozent) arbeitete nicht in Vollzeit, bei Lehrern waren es 22,6 Prozent.

      Bei der berufsbegleitenden Umschulung dürfte das Bild ähnlich desaströs aussehen.

    • @Hannah Remark:

      Wenn es so einfach gehen würde...

      • @rero:

        Für die CDU/CSU ist doch alles ganz einfach! Nachdem die Bürgergeldempfänger, dann die Rentner, dann die Work-Life-Balance Generation Z sowie die vielen Kranken sind nun die Lifestyle Teilzeitler an allem schuld! Nur die Erben, Vermögenden sowie oberen Einkommensschichten müssen weiterhin geschützt werden, dann bleiben auch Brotkrumen in Form von Millionenspenden für die CDU/CSU übrig!

  • Ich wäre für eine unbedingte Teilzeit für Parlamentarier, vielleicht würde dann nicht soviel Unfug, verbal fabriziert. Oder zum Ausgleich der verbalen " Bäuerchen " der Politiker, eine prozentuale, produktive Arbeitszeit einführen, wo tatsächlich eine Leistung zu aroieren wäre !

    • @Alex_der_Wunderer:

      Das würde nichts helfen. Politik lässt sich nur verstehen, wenn man weiß, wer was fordert. Dieser Vorschlag stammt von der Mittelstands-Union einer Arbeitsgemeinschaft innerhalb der CDU. Gesetzlich gibt es eine klare Trennung zwischen Partei und mandatierten Parlamentariern. Das erstaunlich ist hier, wie laut die Medien darauf anspringen. Insgesamt lässt unsere Demokratie nach. Wirtschaftsverbände geben die Richtung vor. Dazu hat sich Friedrich Merz ein Kabinett zusammengestellt, das diesen Wünschen zu gerne nachgibt. Immerhin kann er so Druck auf seinen Koalitionspartner ausüben.



      Die angesprochenen Parlamentarier sind die von der Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands (CDA), die meinen an der Teilzeit festhalten zu müssen.

      • @mdarge:

        @mdarge



        Das elementare Recht, sich für eine Teilzeitarbeit zu entscheiden, sollte den Arbeitnehmern obliegen.

  • Die Diskussion zur Mehrbelastung der Solidargemeinschaft ist ja ein wichtiger Teil der Argumentation. Solidargemeinschaft bedeutet ja, daß die Gesellschaft Personen stärker belastet, die diese Last schultern können um schwächere zu entlasten. Die grundsätzliche Annahme dabei ist, daß jeder so viel leistet und beiträgt wie er *kann*. Einer, der aus Krankheit, Pflege- oder Erziehungspflichten oder einfach einer Schwäche in seinem Arbeitsmarkt nicht mehr leisten kann, kommt - zu Recht - in den Genuß der Unterstützung durch die Gemeinschaft.



    Wie sieht das aber bei jemandem aus, der nicht so viel leisten möchte, wie er könnte? Das wird auch den Wegfall oder Beibehaltung des gesetzlichen Rechts auf Teilzeit nicht adressiert. Die Diskussion vermittelt den Eindruck, daß die (nachträgliche) Reduktion auf Teilzeit aus Lust und Laune erfolgt, was nicht stimmt. Andererseits klammert es die Personen aus, die sich von vornherein 'aus Lust und Laune' auf eine Teilzeitstelle bewerben, obwohl die äußeren Umstände eine Vollbeschäftigung zulassen würden, Auch diese Personen partzipieren von der Solidargemeinschaft. Aber diese Differenzierung ist deutlich komplizierter.

    • @TomDePhazz:

      Stimmt schon. Die gescholtene "Lifestyle-Teilzeit" betrifft vor allem Gutverdiener ( weil nur die sich sowas leisten können), die oftmals feststellen, dass der Unterschied des Netto-Gehalts zw. Voll- und Teilzeit in keinem Verhältnis zur reduzierten Arbeitszeit steht, weil ein Großteil des Einkommens progressiv im aufgeblähten Sozialstaat verschwindet

  • Endlich mal die Debatte ehrlich aufgezogen. Danke dafür!

    Aber natürlich drängt sich jetzt die Frage auf, warum man von anderen Menschen pauschal verlangen können soll, dass sie die eigenen Lifestyle-Entscheidungen durch entsprechnede Zugeständnisse unterstützen? Eigenltich klingt das - wie andere Dinge, bei denen untescheidlichen Menschen unterschiedliche Prioritäten haben (z. B. Firmenwagenregelung, Arbeitsumfeld, Geahltshöhe) - nach einem prima Gegenstand für Verhandlungen.

    Natürlich hat das den Nachteil, dass gerade nicht soo gefragte Arbeitskräfte keine so gute Verhandlungsposition haben wie die, an denen gerade akuter Mangel herrscht. Der pöse Markt mal wieder. Und leider bewirkt der Markt auch, dass Arbeitsplätze, deren Besetzung mehr Ärger als Produktivität bringt, tendenziell wegfallen. Deshalb, Herr Augustin, die lakonische Antwort auf Ihre Frage, was denn die Arbeitgeber bieten würden, um Vollzeitarbeit da schmackhaft zu machen, wo Teilzeit für sie nicht so viel Sinn macht: Vollzeit-Arbeitsplätze.

  • Diese Debatte erscheint ja wie eine grundsätzliche Einschränkung von Teilzeit. Es geht nur darum, daß ich nachträglich die Arbeitszeit auf Teilzeit reduzieren möchte und den gesetzlichen Anspruch darauf. Sehr viele Stellen sind doch bereits als Teilzeitstellen ausgeschrieben oder werden während der Einstellung als solche vereinbart. Das gegen den Willen des Arbeitgebers nachträglich durchzusetzen betrifft doch nur eine Minderheit, diese Debatte vermittelt das aber als Sturmangriff auf den Sozialstaat.

    • @TomDePhazz:

      In den Ohren der zuständigen Lobbyisten (jaa, die gibt's nicht nur auf Arbeitgeberseite) ist JEDE Schmälerung der Rechtssphäre von Arbeitnehmern ein Sturmangriff auf den Sozialstaat, weil sie berufsmäßig der Meinung sind, dass der Sozialsstaat bereits jetzt viel zu wenig Rechte für ihre Klientel bereithält. Da ist eine Rücknahme einfach ein Schritt in die verkehrte Richtung und damit fundamental falsch. Kann man eigentlich gut verstehen - zumal wenn man bedenkt, dass es nicht der primäre Job von Lobbyisten ist, allgemeinverträgliche Lösungen zu präsentieren...

  • Nicht zu vergessen der Lifestyle von Quandt und Co , die mit geerbtem Vermögen Jahr für Jahr Milliarden verdienen. Erträge aus Kapital, nicht aus Arbeit.

  • Dass die Medien mal wieder über das populistische Stöckchen unserer rechten Regierung springen ... na ja.



    Genauso wie die Asylantenhetze und die gegen die "bösen faulen Bürgergeldempfänger" geht es hier auch nur um eins: spalten, Repression schüren, Arbeitnehmerrechte einschränken. Und natürlich: von allen echten Problemen ablenken.



    Wie auch in den anderen Fällen wird hier nicht ein einziges Problem gelöst.



    Anekdotisch evidente Anekdote aus meiner Firma: meine Kollegin (30h/Woche) hat angefragt, aufzustocken. Meine Firma hat abgelehnt weil sie das nicht bezahlen möchte. Gerade im Prozess, die vierte Auslands-Dependence zu gründen (in Indien).



    Auch gestern im Presseclub wurde einfrig diskutiert. Und die Leute klangen mehrheitlich, als würden sie in Jobs arbeiten, die nichts mit der Realität zu tun haben. Denn die geforderte Flexibilität, bei Bedarf mehr als 8h zu arbeiten, ist längst überall gegeben. Es geht um die Einschränkung von Arbeitnehmerrechten in Fällen, wo es keine Tarifverträge gibt (ein wachsender Anteil).



    Alle geforderten Vorteile existieren längst, sie lösen wie gesagt keine Problem. Es geht um die rechte Erzählung vom faulen Arbeitnehmer. Nix mehr.

  • Auch wenn wir uns nicht mehr so richtig erinnern wollen, die "Erfindung" der freien, aber vertraglich vereinbarten Arbeit und damit einhergehend der Arbeitszeiten hatten ihren Ursprung in den verschiedenen Formen von Zwangsarbeit. Kapitalbesitzer wünschten Beschäftigte, die sehr, sehr billig und möglichst lange, Regelarbeitstage für Kinder, Frauen und Männer von bis zu 16 Stunden waren dabei möglich. Es bedurfte nicht nur der Gewerkschaften sondern auch staatlicher Reglementierungen, um diese Zwangssysteme abzuschaffen. Schaut man die Entwicklungen der letzten Jahre nur hier in Europa (bspw. Griechenland) an, da ist festzustellen, dass wir im Rückwärtsgang unterwegs sind. Mehr Arbeit für weniger Geld, weniger Rechte für Beschäftigte und damit mehr Zwang für alle. Der Rest ist ideologischer Überbau. Belebt die Debatte, lenkt aber vom Kern ab.

  • Mehrere Foristen schreiben, dass Teilzeit die Sozialsysteme belastet, weil weniger eingezahlt wird.



    Das erscheint mir unlogisch, denn die bundesweiten Gesamtarbeitsstunden sind derzeit auf einem Allzeithoch, sie sind nur anders verteilt als früher.



    Z.b. haben vor 40/50Jahren deutlich weniger Frauen gearbeitet, Männer häufiger als heute in Vollzeit. Von einem Vollzeitgehalt wurden häufig zwei Erwachsene plus Kinder (damals auch noch mehr) gesundheitlich versorgt.



    Dazu ist es unrealistisch, dass gerade jetzt in der wirtschaftlichen Flaute Teilzeitarbeitende einfach mal Vollzeit arbeiten können.



    Ausnahme bilden die Berufe mit Arbeitskräftemangel, zuvorderst Pflege, Erzieher*innen, Paketfahrer*innen, Gastronomie usw., die alle entweder extrem hart sind oder schlecht bezahlt oder beides.



    Da fehlen Anreize mehr zu arbeiten.

    Keine/r schreibt hier hingegen, dass die Produktivitätsgewinne der letzten Jahrzehnte überproportional in die Kassen der Vermögenden geflossen sind. Wären die Löhne mit der Produktivität gestiegen, hätten wir jetzt weniger Probleme mit Gesundheit und Rente.

  • Ich arbeite Teilzeit. Wegen der Kinderbetreuung. Aber nicht weil ich muss, sondern weil ich will. Natürlich könnte ich meine Kids von früh bis spät an schlechte Kitas/Schülerbetreuungen outsourcen. An Möglichkeiten mangelt es hier nicht. Will ich das? Absolut keinesfalls. Dafür hab ich keine Familie gegründet. Und natürlich gehen mir meine Kinder Kollegen, Chefs, Kunden, Job, Gesellschaft vor. Die Zeit mit den Kindern (und auch der Katz) ist für mich erfüllender als der Job, der Job bringt mir nur eines: das benötigte Geld. Und da reicht mir Teilzeit, ein passendes Gehalt für die eigenen Ansprüche vorausgesetzt. Eine andere Sache ist, dass sich Mehrarbeit, Beförderungen, bezahlte Überstunden für mich selbst finanziell kaum lohnen, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Die drei Sachen werden nämlich nur bestraft: mit noch mehr Arbeit, noch mehr Stress, und noch höheren Steuern und Abgaben. Dann lieber Teilzeit, Überstunden abbummeln, auf der sicheren Stelle verharren, aber immerhin ein ,bescheideneres aber zufriedeneres, Leben mit Familie, Freunden, Katze...statt Vollzeitjob. Aufstocken? Nur wenn ich keine andere Wahl habe.

    • @Carolin Rudolf:

      @Calorin:

      Genauso halte ich es auch. Selbst jetzt, wo der Nachwuchs aus dem Haus ist. Ich bin kein Arbeitssklave, sondern ein freier Mensch. Ich darf allein entscheiden, wem ich wie oft und lange die Taschen mit meiner Arbeitskraft füllen darf.



      Ich verzichte gern auf das bisschen Geld, was mir die Mehrarbeit bringen würde.



      Auf einen weniger stressigen Alltag mit vielen Freizeitaktivitäten möchte ich hingegen nicht verzichten.



      Und noch etwas: Auf Arbeit sind viele nette Kollegen. Wenn wir nun alle bei uns in Vollzeit arbeiten würden, wären einige von denen bald schon nicht mehr da.

    • @Carolin Rudolf:

      Habe ich früher genauso gesehen - wenngleich nicht in Teilzeit beschäftigt...



      Und abzüglich der Katze...

    • @Carolin Rudolf:

      Das ist eine kluge und sehr sympathische Einstellung. Gäbe es davon mehr, die Gesellschaft könnte nur profitieren....

  • Alles dreht sich um: „Gibt es ein Recht auf Teilzeit?“ Im Umkehrschluss geht es darum, gibt es eine Arbeitspflicht? Ja, die gibt es laut Arbeitsrecht als Hauptleistungspflicht des Arbeitnehmers. Doch gibt es sie gegenüber der Gesellschaft? Da fragen wir Wikipedia. Dort landet man auf einer Begriffsklärungsseite. Die zählt auf: Arbeitsverträge, den Reichsarbeitsdienst, den Kontrollratsbefehl Nr. 3, zivile Dienstpflicht, die Verpflichtung Strafgefangener, eine verfassungsrechtliche Verpflichtung der DDR und zur Abgrenzung in einem anderen Artikel Zwangsarbeit. Letzteres ist nicht, was gesellschaftlich erstrebenswert wäre.

    Die Debatte ist, weil die Wirtschaft lahmt. Konzerne verlagern ihre Betriebe ins Ausland. Angeblich zu hohe Energiekosten und zu viel bürokratischer Aufwand. Doch es mangele auch an Arbeitskräften. Bei Lifestyle triggert es bei mir die Geschichte vom Fischer und dem Geschäftsmann. Wo der Fischer meint, nachdem er einen Thunfisch gefangen hat, wäre sein Tagwerk beendet, erklärt der Geschäftsmann, wie man eine Fischereiflotte bekommt. Lifestyle. Soll der Staat seine Bürger verpflichten lange zu arbeiten, wenn es unmöglich scheint, eine Reichensteuer einzuführen?

  • "Es ist deshalb defensiv und etwas scheinheilig, so zu tun, als würden ja alle liebend gern 40 Stunden arbeiten"

    Stimmt, wenn auch sicher nur für einen gewissen Prozentsatz. Vielleicht sollte sich manche*r, die/der hier eine "Diesen Lifestyle-Faulenzern steht dann aber auch nicht der volle Sozialstaat zu" -Debatte aufmacht bedenken, dass ein Mensch, der nur einen Teilzeit-Lohn für Teilzeit-Arbeit bekommt, auch einen kleineren ökologischen Fußabdruck hinterlässt. (Diese These kann ich nicht belegen, ihre Logik drängt sich mir nur auf. Vielleicht kennt jemand hierzu eine Studie?).



    Ich selbst habe mein ganzes Arbeitsleben lang meistens in Teilzeit gearbeitet, und das aus freier Entscheidung und in realistischer Erwartung der lächerlich kleinen Rente, die ich jetzt beziehe. Ich bin mit wenig Geld ausgekommen, habe infolgedessen bescheiden gelebt, weniger konsumiert, bin z.B. noch nie geflogen. Ich habe abgesehen von zwei kurzen Zeiten der Arbeitslosigkeit nie staatliche Unterstützung erhalten und bekomme auch jetzt keinen Grundrentenzuschlag. Und nein, ich bin keine Erbin.



    Ob ich also am Ende die Gesellschaft mehr koste als Vollzeit Arbeitende, halte ich für zumindest fraglich.

    • @Klabauta:

      "... Ich habe abgesehen von zwei kurzen Zeiten der Arbeitslosigkeit nie staatliche Unterstützung erhalten ..."



      Das ist keine staatliche Leistung, sondern schlicht eine Zahlung der Versicherung, die du für den Fall der Arbeitslosigkeit abgeschlossen hattest!



      Es ist das gleiche wie die Zahlung einer Kfz-Versicherung für ein kaputtes Auto. ;-)

  • Die Menschheit ist total verwirrt,



    Wenn sie den Sachzwang zum „Lifestyle" kürt...

    • @Mondschaf26:

      @Mondschaf26



      Die Umkehrung, der inhaltlichen Bedeutung des Begriff " Lifestyle " gehört zur absichtlichen Methode der politischen Perversion unser neoliberalen Politiker.

  • Vollzeit ist relativ, in Deutschland aber in der Regel 40, unter günstigen Umständen aber ermäßigt auf 35 Stunden die Woche. Für Viele ist das noch zu viel. Ein Sechsstundentag ist schon grenzwertig, da das Arbeitsrecht dafür schon kein Recht auf Arbeitspause einräumt. Da ist man/frau/divers auf freiwillge Gewährung von Pausen angewiesen, weil Sechsstundenjobs in anstrengenden Jobs für Viele eben doch mit Pause besser sind als ohne, die Arbeitsleistung/h und Arbeitsplatzzufriedenheit höher wird. Wenn Teilzeit in dieser Weise pausenoptimiert ist, ist es win/win für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

    Die Arbeitnehmerschaft kann nicht als ganzes zum Vollzeitarbeitsrausch gezwungen werden. Teilzeit muss ein offenes Angebot bleiben. Vollzeitzwang für Alle höhlt das "Recht auf Arbeit" endgültig aus zur Arbeitspflicht, bringt Arbeitgeber in Verlegenheit, die gerade Teilzeitangestellte brauchen, sie aber als Vollzeitkräfte einstellen müssen, weil es nicht anders erlaubt ist. Das ist staatliche Gängelei, die die Produktivität nicht erhöht, sondern vielen Menschen nur Probleme schafft. Das "freiheitliche" Gesellschaftsmodell, dass einst Bundespräsident Pfarrer Gauck gern predigte, wäre zu Ende.

  • Die Teizeitdebatte, hat noch eine andere Facette, die negative Auswirkungen hat. Unser Sozialsystem, funktioniert eigentlich so wer viel verdienst muss für den Anteil des Gehaltes dass unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt Sozialabgaben z.B. Krankenkassenbeiträge bezahlen. Durch die Teilzeit (vornehmlich Angestellte) fehlen den Krankenkassen die Beiträge welche durch die das niedrigere Teilzeitgehalt gegenüber einer 100% Stelle wegfallen. Wobei die Kosten für die Krankenkassen gleich bleiben jemand der in Teilzeit arbeitet ist ja dennoch voll krankenversichert und bekommt auch im Krankheitsfall die entsprechende Leistung. d. h. in Deutschland fehlen quasi wenn 30% in Teilzeit arbeiten. Deren Krankenkassenbeiträge für das durch die Teilzeit entstande Gehaltsdefizit. Dieses Defizit erhöht also die Sonderbeiträge der Krankenkassen um die steigenden Kosten zu tragen, welche wiederum von allen Beitragszahlern bezahlt werden muss. Denke jeder hat Verständnis wenn jemand wegen Kinder, Eltern pflegen oder eigene Krankheit nur Teilzeit arbeiten kann. Die Frage ist nur muss die Allgemeinheit für die Haltung von Katzen, oder Freizeitaktivitäten die Sozioalkosten übernehmen?

    • @Thomas Zwarkat:

      Da man in dem Fall nicht erwarten sollte, dass Vollzeitarbeiter mit Teilzeitarbeitern aus Lifestyle Gründen solidarisch sein sollen. Warum auch? Das ist ja tatsächlich keine Notlage.



      Im Grunde müssten auch Lifestyle-Teilzeitarbeiter die kompletten Krankenkassen und Sozialbeiträge zahlen, welche auch bei 40 std fällig wären.

      Das wäre tatsächlich gerecht.

    • @Thomas Zwarkat:

      Solange nicht alle in die Sozialkassen einzahlen müssen , siehe Selbstständige, Politikerinnen, Beamtinnen, etc. pp., brauchen wir keine scheinheiligen Debatten über den Verlust an Beiträgen durch Teilzeit.

    • @Thomas Zwarkat:

      Wenn mehr Menschen in Arbeit sind (selbst wenn es Teilzeit ist), dafür aber weniger Menschen qua Familienversicherung mitversichert sind, was ist dann wohl systemisch sinnvoller und damit besser?

      Man sollte den Aussagen der CDU-Mittelstandsvereinigung nicht so einfach auf den Leim gehen. Denn deren Aussagen sind nicht nur "polemisch", sondern auch höchst einseitig durch kunstvolles Weglassen von zu erwägenden Zusammenhängen, die für den Gesamtblick aber wichtig sind.

    • @Thomas Zwarkat:

      Ich verstehe Ihre Argumentation, aber sie hinkt doch trotzdem. Denn wer ein hohes Einkommen hat, bezahlt auch mehr in die KV ein. Soll er jetzt mehr Leistungen bekommen als eine Person, die auch voll arbeitet und nur 50% des Einkommens hat, also auch weniger in die KV einzahlt? Wie soll das denn dann genau geregelt werden? Der Begriff Solidargemeinschaft kann dann ins Museum.

      • @Achsachbloß:

        Nein jeder zahlt gemäß eines Vollzeitjobs in die Sozialkassen ein. Jemand mit hohem Einkommen zahlt dann trotzdem noch viel mehr ein. Aber dann hätten wir eine echte Solidargemeinschaft, wo jeder den gleichen prozentualen Teilbetrag des Einkommens abgibt.



        Es gibt keinen Grund warum jemand in Teilzeit (egal welche Branche, ob Arbeiter oder Anwalt) nicht den vollen Sozialbeitrag zahlen soll, wenn Er/Sie Teilzeit arbeitet, aber die Leistungen voll in Anspruch nimmt.

        • @Walterismus:

          "Es gibt keinen Grund warum jemand in Teilzeit(egal welche Branche,ob Arbeiter oder Anwalt)nicht den vollen Sozialbeitrag zahlen soll,wenn Er/Sie Teilzeit arbeitet,aber die Leistungen voll in Anspruch nimmt."



          Meiner Meinung nach müsste es richtigerweise heißen,"..die Leistungen voll in Anspruch nehmen könnte."Ob und welche Leistungen Teilzeit-Arbeitende in Anspruch nehmen,wissen wir ja nicht.Wenn es sich um eine "richtige" Versicherung handeln würde,wären Ihre Vorschläge vielleicht hilfreich.Aber es ist eben keine "richtige" Versicherung in der Form,dass vor der Aufnahme Gesundheitsprüfungen stattfinden,nur Personen Leistungen erhalten,die Versicherungsbeiträge entrichtet haben usw..Hinzu kommt,dass die gesetzlichen Krankenversicherungen teilweise Kosten übernehmen müssen,die eine gesamtgesellschaftl. Aufgabe sind und von allen Steuerzahlern erbracht werden müssten.Bevor wir also Menschen stärker belasten,die entsprechend ihrem Einkommen etwas beitragen,würde ich gerne erst einmal die versicherungsfremden Leistungen herausnehmen.Wenn ich mich richtig erinnere,soll es dazu in diesem Jahr noch einen Prozess geben,da die Krankenkassen gegen den Bund (?) geklagt haben.

        • @Walterismus:

          Ihre Definition von echter Solidargemeinschaft kommt mir eher wie ein Wunsch nach einer Art Gerechtigkeit vor, die es nicht geben kann. Der Grundgedanke ist doch, dass man die Versicherung hoffentlich nicht braucht, aber wenn man sie braucht, eben versichert ist und nicht von den Kosten erdrückt wird.



          Gerechtigkeit gibt es bei der Erkrankung und den Kosten nicht und niemand weiß, wen es treffen wird.

        • @Walterismus:

          Und mitversicherte nicht erwerbstätige Ehegatten?

    • @Thomas Zwarkat:

      Es fehlen den gesetzlichen Krankenkassen auch die Beiträge von Selbstständigen, die privat krankenversichert sind und dann, wenn die Beiträge ins Unermessliche steigen, in die gesetzliche wechseln, um Leistungen zu erhalten, für die sie nie in die gesetzliche eingezahlt haben. Es gibt sogar Dienstleister, die Selbstständige beraten, wie sie ihre Einnahmen zum richtigen Zeitpunkt entsprechend klein rechnen.

      • @Ludowig:

        Die Gesetzlichen haben in weiser Voraussicht für den Wechsel aus der PKV in die Kassenmitgliedschaft mit 55 Jahren ein Höchstalter angesetzt, das deutlich unter der Punkt liegt, ab dem die Privatprämien so richtig ins Geld gehen. Davon abgesehen sind Privatprämien vielfach auch vorher schon höher, weil die PKV keine Familienversicherung kennt. Dadurch zahlen Privatversicherte im Schnitt über ihr Leben verteilt weit mehr für ihre Versicherung, als sie es bei gesetzlichem Höchstbeitrag täten.

        Da die PKV kein besonders einträglicher Versicherungszweig ist und auch die Verwaltungskosten sich - gerade im Vergleich zur GKV - in Grenzen halten, kann man davon ausgehen, dass ein sehr großer Teil dieser Prämien über kurz oder lang auch wieder im Gesundheitssystem landet, wo durchweg die höheren Entgelte der Privatpatienten den Kassenbetrieb querfinanzieren. Letztlich ist also die PKV ein Vehikel, um bestimmten Bevölkerungsgruppen unter der Versprechung besserer Leistungen überproportional mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Dass sie am Ende dieses Geld im Schnitt nicht "aufbrauchen", liegt vor allem daran, dass Privatpatienten deutlich seltener Leistungen in Anspruch nehmen.

      • @Ludowig:

        Was Sie sich wünschen (halber Beitrag, halbe Leistung), gibt es bei der Rente, und das kann man auch irgendwie vertreten.

        Krankenversichert ist auf die ein oder andere Art jeder, das zeichnet eine zivilisierte Gesellschaft aus.

  • Ja, Teilzeit ist zu einem gewissen Teil Lifestyle. Vor allem für diejenigen, deren entspannter Wohlstand unverdient vererbt wurde oder wird. Alle anderen müssen ran und versuchen, das finanziell Beste aus ihrer Arbeitssituation rauszuholen. Wieder so ein Neider, höre ich den einen oder die andere ausrufen. Neid? Gerechtigkeit!

    • @Niels Mander:

      Es gibt auch genügend Menschen die so viel verdienen, dass sie trotz Teilzeit viel Geld zur Verfügung haben und das Mehr an Freizeit für Urlaube oder Hobbys nutzen wollen.

    • @Niels Mander:

      Natürlich ist Teilzeit Lifestyle. bei denen, wo am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist, stellt sich die Frage gar nicht.



      Meine Frau arbeitet auch Teilzeit mit flexibler Einteilung. Und verdient mit ihren 20 Stunden noch mehr, als ich mit meinen 40+x. So lange sie das möchte (eigentlich wollen wir es beide, da wir schon damals beschlossen haben, das unsere Kinder nicht in eine KiTa-Verwahranstalt abgeschoben werden sollen), kann sie auch so weiterarbeiten. Und wir haben beide nicht geerbt und werden es auch wahrscheinlich nicht. Die Eltern beider Seiten waren relativ arm im einfachen Beamtendienst bzw als Verkäuferin. Momentan reicht unser beider Einkommen aber locker für einen guten Lebensstil. Augen auf bei der Berufswahl.

  • Zitat:"Wie viel [Freizeit] davon zur Verfügung steht, ist schließlich nicht gegeben, sondern wurde von Gewerkschaften und Arbeiterinnen erkämpft."



    Nein, das kann man so leider nicht sagen!! Unsere Freizeit von der Arbeit wurde erkämpft durch erfolgreiche Unternehmen mit guten Produkten und diese weltweit gefragt. Sie ist Resultat einer hohen Produktivität, also Warenausstoß durch hohen Grad an Maschinisierung und Effizienz. Dies ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Produzenten, die das know how und die Effizienz nicht haben.



    Jetzt zu argumentieren, dass das in Stein gemeißelt sei und man nur intern, also auf der Insel der Glückseeligen das Vorhandene 'intern' gerecht verteilen könnten ist letztlich ignorant. Nein, wenn wir den Wohlstand erhalten wollen, müssen wir eben in definierten Bereichen unsere Spitzenpositionen halten. Sonst wird woanders produziert und wir kaufen eben zukünftig nicht nur Elektronikprodukte aus China oder sonstwo her, sondern auch überwiegend Autos, Maschinen, Chemische Produkte usw. Dann ist es vorbei mit Umverteilungsfantasien auf bestehendem Status Quo. Dann geht's rückwärts... für uns alle.

    • @Tom Farmer:

      "Nein, das kann man so leider nicht sagen!! "

      Doch das kann man sehr wohl.

      "Unsere Freizeit von der Arbeit wurde erkämpft durch erfolgreiche Unternehmen mit guten Produkten und diese weltweit gefragt."

      Och. Und man fragt sich spontan, warum es viele Errungenschaften, die hierzulande existieren, nicht auch in den USA gibt. Schließlich haben die auch gute, weltweit gefragte Produkte. Dennoch haben Millionen US-Bürger gar keinen Urlaub, keine Krankenversicherung, keine Absicherung bei Arbeitslosigkeit, etc. pp.

      Die schlichte Wahrheit ist, JEDE Errungenschaft, von der Arbeitnehmer profitieren, wurde den Arbeitgebern und ihren Lobbyisten abgerungen.

      " Dann geht's rückwärts... für uns alle."

      Genau auf den Punkt. Abwärts gehen soll es nur für Arbeitnehmer. Darum geht's gerade.

    • @Tom Farmer:

      Haha, als würde der Wohlstand nicht vor allem den Unternehmern und Aktionären zugute kommen. Wann in der Geschichte hat technologischer Fortschritt oder Innovation denn tatsächlich dazu geführt, dass Arbeitszeit verringert wurde? Nein, das musste natürlich gegen Widerstand durchgesetzt und erkämpft werden, steht doch alles in den Geschichtsbüchern.

      • @Axotono:

        Zum Mythos der stets gleichbleibenden Arbeitzeit hat @Sarru-kinu ja schon geschrieben. Hier dann noch zum zweiten Mythos, alles fließe in die Unternehmertaschen:

        Finden Sie doch mal ein Unternehmen, dass auch nur annähernd so viel Gewinn ausschüttet, wie es Löhne und Gehälter zahlt! Will sagen: Solange es gut läuft, haben zwar relativ gesehen (also pro Kopf) die Unternehmer mehr von den erzielten Umsätzen. In absoluten Zahlen fließen sie aber weit überwiegend - grob über den Daumen in zehnfacher Höhe - den Beschäftigten zu. Nur weil die das Geld vom Arbeitgeber und nicht vom Kunden bekommen, ist es ja trotzdem auch dort erwirtschaftet.

        • @Normalo:

          "Hier dann noch zum zweiten Mythos, alles fließe in die Unternehmertaschen"

          Ehm ... wie war nochmal in den letzten 20 Jahren die Reallohnentwicklung bei Arbeitnehmern:

          www.destatis.de/DE...cklung.html#134646

          Genau.

          "Finden Sie doch mal ein Unternehmen, dass auch nur annähernd so viel Gewinn ausschüttet, wie es Löhne und Gehälter zahlt! "

          Was soll das für ein Argument sein? Es gibt Branchen, da machen Personalkosten 30-50% der Kosten aus. Und selbstverständlich beträgt bei Unternehmen in aller Regel der Gewinn nicht 30 - 50 % der Umsätze.

          • @Kaboom:

            Das widerspricht sich nicht. Nur weil es "selbstverständlich" ist, ändert es nichts an den Fakten: Der Rohgewinn (=Umsatz minus Material- und Sachkosten) eines Unternehmens geht in absoluten Zahlen zu weit größeren Teilen an die Arbeitnehmer als an die Inhaber. Und das, was die Arbeitnehmer für ihre Arbeit erhalten, reflektiert dann auch in aller Regel die Produktivität ihrer Arbeit. Sonst wären sie als selbständige Einzelkämpfer ja besser dran, was für die allermeisten Arbeitnehmer - genau so "selbstverständlich" - NICHT gilt.

            Zur Reallohnentwicklung: Ich weiß jetzt nicht, wie viel besser sich die inflationsbereinigte Entwicklung der Gewinnausschüttungen im gleichen Zeitraum ausmacht, aber der Umgang mit Produktivitätssteigerungen ist natürlich auch Verhandlungssache. Und ja, da könnte vielleicht Einiges besser laufen. Es ist nur halt ein wohlfeiler Klassenkämpfer-Mythos, dass die Produktivität von Lohnarbeit per se einbahnstraßenmäßig den Unternehmern zugute käme (und/oder sie selbst keinen Beitrag dazu leisteten - vgl. unten).

        • @Normalo:

          @Normalo



          Tja, und was leistet der Arbeitnehmer alles an Produktivität im Gegensatz zum Arbeitgeber ?

          • @Alex_der_Wunderer:

            Grob gesagt leistet der Arbeitnehmer Arbeit, und der Arbeitgeber sorgt dafür, dass diese Arbeit möglichst viel Mehrwert erzeugt. Die Produktivität bemisst sich nach dem Erfolg aus BEIDEN Beiträgen.

            Etwas feiner aufgedröselt, setzt sich der Geschäftserlös daraus zusammen, dass jeder Arbeitnehmer seine Arbeitskraft einbringt und der Arbeitgeber einen arbeitsteiligen organisatorischen Rahmen ("Unternehmen") und das Kapital zur Beschaffung von Sachanlagen und Rohmaterial liefert, um aus dem Beitrag der einzelnen Arbeitnehmer mehr zu machen, als sie als Einzelkämpfer mit gleichem Arbeitseinsatz erwirtschaften könnten. Je arbeitsteiliger der Betriebsablauf ist und je effektiver er die Synergien der verschiedenen Leistungsbeiträge nutzt, umso größer sollte diese Wertschöpfung ausfallen.

            Sollte das "Mehr" am Ende wirklich nur die Höhe des an den Unternehmensinhaber ausgeschütteten Gewinnes sein, wären die Arbeitnehmer vielleicht gut beraten, sich selbstständig zu machen. Das ist aber in den allermeisten Fällen nicht so.

            • @Normalo:

              @Normalo



              Nun ja, fein differenziert 👍



              Es gibt aber auch durchaus Arbeitgeber die aktiv mit arbeiten und Arbeitnehmer die, da am Gewinn beteiligt, durchaus auch an der Akquisition von Aufträgen mitwirken.

              • @Alex_der_Wunderer:

                Mir ging es um die prinzielle Lastenverteilung, auf die Ihre spitze Frage abzielte. Mischmodelle sind natürlich vielfach möglich und in etlichen Bereichen ja auch sehr gängig. Solche "variablen Entgeltanteile" bedeuten aber immer auch eine teilweise Übernahme des Unternehmerrisikos durch die Arbeitnehmer (keine Gewinne, weil Markt am Boden oder andere Abteilung Mist baut - keine Beteiligung). Das wollen Viele gar nicht.

                • @Normalo:

                  @Normalo



                  Hääää - seit wann geht's denn darum was viele wollen., wird ja wohl immer schöner, so weit kommt's noch 😁 😂 🤣

                  • @Alex_der_Wunderer:

                    Diese höhnische Antwort vermittelt den Eindruck, dass Sie sich im deutschen Arbeitsrecht wenig auskennen. "Soweit kommt's noch" ist in der Spruchpraxis des Bundesarbeitsgerichts eher ein Satz, den sich Arbeitgeber anzuhören haben.

                    • @Normalo:

                      @Normalo



                      In meinem bisherigen Leben haben meine Kenntnisse und die Kenntnisse von Fachleuten bezüglich Arbeitgeberrechte & Pflichten sowie Arbeitnehmerpflichten & Rechte durchaus immer zum Erfolg im Arbeitsleben geführt.

                      • @Alex_der_Wunderer:

                        ...und Sie waren tendenziell eher auf Arbeitnehmerseite tätig, wenn ich mich nicht täusche. In dem Fall:

                        Q.E.D.

                        Und stehen Sie dann doch bitte auch dazu, dass es eben im Arbeitsrecht auch gar nicht so schwer ist, auf Arbeitnehmerseite Rechte erfolgreich durchzusetzen. Ich warte übrigens immer noch auf eine sachliche Widerlegung meiner These, dass die Fernhaltung des Gehaltsanspruchs vom unternehmerischen Risiko durchaus ein weit verbreiteter Arbeitnehmer-Wunsch ist. Für Arbeitgeber oder Controller sind solche Prämienmodelle nämlich super: Ergebnisabhängige Kosten sind immer besser als Fixkosten.

                        • @Normalo:

                          @Normalo



                          Was meine Person angeht, steht sie hier gar nicht nicht zur Rede, Sie irren zudem auch diesbezüglich auf ganzer Line.



                          Ihr Nick lässt jedoch auch einige Schlüsse zu.

      • @Axotono:

        Es ging mir darum das klarzustellen. Alle haben da mitgeholfen und Druck aufgebaut um dahin zu kommen wo wir heute sind. Ingenieure und Entwickler, Arbeiter und Verwaltung, und ja, auch Unternehmer und Gewerkschaften. Aber eben nicht nur Arbeiter und Gewerkschaften,.... wie man aus dem Bericht so herauslesen muss. Ist es nicht verdammt logisch, dass ein Unternehmer erst dann Arbeitszeiten verkürzen kann, Sozialabgaben leisten kann kann.... wenn der Betrieb/Produktqualität usw. das hergeben? Dass das ein Gesamtgesellschaftlicher Prozess war.... klar, was sonst?

      • @Axotono:

        Die durchschnittliche Arbeitszeit sinkt in Deutschland ja seit vielen Jahrzehnten kontinuierlich. Zur Zeit der Wende wurden 4h im Schnitt mehr gearbeitet als heute beispielsweise. Eine Erhöhung der Arbeitszeit findet sich das letzte mal noch im ausgehenden 19. Jahrhundert. Natürlich hat das eben auch mit dem technischem Fortschrit zu tun. Es wird auch deutlich weniger schwer körperlich gearbeitet, eine weitere Nebenwirkung des Fortschritts. Vielleicht mal echte Geschichtsbücher konsultieren statt Marx mit den Antworten von vor 150 Jahren? Die haben damals schon nicht wirklich gepasst und tun es heute erst Recht nicht.

        • @Šarru-kīnu:

          Stimmt, die Tatsache, dass wir weniger arbeiten und dabei weniger sterben, hat mit Marxens Theorie wirklich kaum etwas zu tun ;) im Ernst: gesellschaftlicher Fortschritt muss natürlich sozialer Fortschritt sein, das ist ja genau das Argument. Nur weil technisch etwas bewegt und erfunden und erleichtert wurde heißt das eben nicht, dass Arbeitszeit automatisch verringert wurde. Das mussten die Menschen schon immer selber aushandeln (wenn Ihnen das Wort "erkämpfen" nicht passt, weil das nur terroristische Marxisten verwenden). Es ging in der Geschichte, und da stimmen die bösen marxistischen sicher mit den konservativen überein, auf Seiten der Mächtigen nie (respektive nur in den seltensten Fällen) darum, den Menschen ein leichteres Leben zu ermöglichen. Arbeit, Nation, Familie, Wohlstand, Wettbewerb, Gewinn, das waren und sind die Grundpfeiler. Wann immer Menschen forderten, es möge doch das Ziel sein, dass wir alle weniger schuften müssten, wurden sie im besten Fall ausgelacht (auf linker Seite vor allem von Sozialdemokraten) und im schlimmsten Fall ermordet oder ins Gulag gesteckt.

        • @Šarru-kīnu:

          "Deutlich weniger schwer körperlich" zu arbeiten ist kein Wert an sich. Ich habe in "meiner" Firma in wenigen Jahren etliche nicht-schwer-arbeitende Mittfünfziger mit Depressionen in den langandauernden Krankheitsstand und anschließend in die Frührente verschwinden sehen. Dauerdruck von oben und ein Vier-Schichten-System schaffen das auch ohne viel Kraftaufwendung...

    • @Tom Farmer:

      Moin Tom, ist nicht ganz richtig...denn zumindest das Krankengeld, ein großer Ausgabenposten bei den Kassen, berechnet sich nach dem Gehalt.



      Zudem wechseln nach meiner subjektiven Erfahrung viele ja gerade aus gesundheitlichen Gründen in die Teilzeit.

      • @Mariex:

        "...zumindest das Krankengeld, ein großer Ausgabenposten bei den Kassen,..."

        6,6 Prozent - mehr nicht.

        Das Krankengeld verursachte bei Einführung der der allgemeinen Versicherungspflicht unter Bismarck tatsächlich den größten Teil der Ausgaben der Krankenkassen (medizinisch ging halt noch nicht so viel...). Deshalb - und nicht etwa zum Zweck der solidarischen Umverteilung - sind auch die Beiträge traditionell einkommensanhängig. Das Verhältnis hat sich - vornehmlich durch Lohnfortzahlungsanspruch und medizinischen Fortschritt seither auf den Kopf gestellt.

        Freilich sind auch andere wichtige Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherungen einkommensabhängig, insbesondere Rente und ALG. Insoweit kann man dort sehr wohl davon auszugehen, dass die weniger einzahlenden Teilzeitbeschäftigten auch weniger rausholen. Da kostet "nur" die Verwaltung das gleiche pro Kopf - was leider auch ein ordentlicher Batzen ist...

  • So verkürzt die Aussage mit der Lifestyle-Teilzeit ist - es gibt sie. Und zumindest in Mangelberufen ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem. Und ja, die meisten haben individuelle Gründe dafür. Was aber auch gesagt werden muss: unser progressives Steuersystem macht mehr Arbeit finanziell nicht unbedingt attraktiv. Am übelsten ist es in der Gehaltsgruppe. 50-60.000 Euro: kurz vorm Spitzensteuersatz und noch unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Von jedem zusätzlich verdienten Euro 0,60 € an Steuern und Sozialabgaben weg. Das Verhältnis aus investiert der Lebenszeit und mehr netto stimmt einfach nicht mehr. Man sollte das diskutieren, und nicht komplett die Augen davor verschließen. Die Lifestyle Teilzeit zu leugnen ist genauso falsch wie der verkürzte Vorschlag der Union.

  • Leider fehlt der letzte Punkt: Vollzeit ist auch eine Frage der Steuern. Wenn man von jedem weiteren Euro, den man verdient 42 an Steuern und unter Umständen noch weitere 20ct an Sozialabgaben zahlen muss, muss man für jeden weiteren netto Euro drei brutto Euro verdienen. Das lohnt sich nicht. Dann lieber Teilzeit. Man profitiert von allen staatlichen Leistungen muss aber weniger dazu beitragen. Der Staat muss schlanker werden, weniger Aufgaben übernehmen, damit es Anreiz gibt, etwas beizutragen.

    PS: Die Selbstironie "....um den Standort mit einem weiteren neunmalklugen Text voranzubringen." hat mir gut gefallen ;)

  • Sehr guter Text der da am Abend entstand.



    Ich arbeite selbst Teilzeit. 25 Stunden. Freiwillig. Früher der Kinder wegen, heute Pflege eines Elternteils. Ich könnte auch 30 Stunden. Aber ich habe Angst, dass wenn ich jetzt höher gehe später nicht mehr runtergehen kann.



    Und: es reicht ja auch so. Finanziell. Und sozial.



    Und da ist die Krankheit des Systems. Mehr arbeiten? Gern. Aber ich brauche ein WOFÜR, lieber Herr Merz.



    Zum Abbau des Schuldenbergs Deutschlands? Das reizt mich nicht. Wahrscheinlich niemanden.



    Also WOFÜR? Steuerlich wäre es für mich unrentabel, das haben wir durchgerechnet. Zum Gesundheitssystem habe ich vollen Zugang, egal ob 25, 30 oder 40 Stunden. Und Rentenpunkte😅, mir egal, außer verbeamtet kann man von der gesetzlichen Rente eh nicht gut leben. Wir haben privat vorgesorgt. Ob genug wird sich dann zeigen🫣



    Zur Teilzeitdebatte sage ich: Merz und Kollegen müssen einsehen, dass ohne Anreiz keiner mehr arbeiten wird.



    Und die Teilzeitbefürworter müssen einsehen, dass volle Sozialabsicherung für 20 oder 30 Stunden ein defizitärer Luxus ist.



    Ein 'Vollzeit-Sozialstaat' kann von Teilzeit nicht bewirtet werden. Teilzeit heißt soziale Standards für ALLE Nutzer runter.

    • @Antje1971:

      Und die Teilzeitbefürworter müssen einsehen, dass volle Sozialabsicherung für 20 oder 30 Stunden ein defizitärer Luxus ist.

      Da die Sozialbeiträge vom Gehalt, unabhängig von der geleisteten Arbeitszeit berechnet wird führe ich ihren Gedanken einmal weiter:



      Niedriglohn ist dann auch ein defizitärer Luxus.

      • @Xanyd:

        Frau Thatcher hat mal eine Kopfsteuer einführen wollen - das führte zu einem Aufstand der Bevölkerung. Es ist eben nicht gerecht, wenn alle den gleichen Beitrag leisten, sondern nur, wenn jeder einen fairen Beitag leistet, und der muss sich zuerst am Einkommen orientieren. Teilzeit muss aber auch nicht mit Niedriglohn abgespeist werden, und heutzutage ohnehin mindestens mit Mindestlohn bezahlt werden. Viele Entwicklungsländer hatten schon lange vor dem Sozialstaat Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn! In dem Punkt war Deutschland Entwicklungsland. Wie peinlich! Es gibt keinen einzigen Grund, ins überkommene System zurück zu fallen!

        Niedriglohn war extrem defizitär, der Mindestlohn hat das für viele entschärft. Aber bei Gott für niemanden Luxus geschaffen.