piwik no script img

Ostdeutsche selten in Führungspositionen Nicht abgehängt, sondern rechts

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Ostdeutsche sind zu selten in Führungsetagen vertreten, Ostdeutsche fühlen sich nicht vertreten. Deswegen AfD zu wählen, ist fatal und geschichtsblind.

E s gibt Nachrichten, bei denen man nicht weiß, ob sie aktuell sind oder ob sie aus dem Geschichtsspeicher stammen. Dass Ostdeutsche in Führungspositionen unterrepräsentiert sind, ist so eine. Seit der Wiedervereinigung wird beklagt, dass Ost­le­r:in­nen in den Toppositionen zu selten vertreten sind. Aktuell beträgt der Anteil Ostdeutscher in Spitzenämtern laut Elitenmonitor gerade mal 12 Prozent. Zu Recht beklagt die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser, dass sich hier etwas ändern muss.

Doch Appelle wie diese verhallen, unter anderem weil die Ent­schei­dungs­trä­ge­r:in­nen vor allem aus ihrem kulturellen Pool rekrutieren. Sprich, sie stellen Menschen ein, die ihnen ähnlich sind und ihrer Meinung nach am besten zu ihnen, zum Unternehmen, zum Betriebssound passen – und damit am wenigsten Probleme machen. Dabei haben diverse, heterogene Unternehmen bessere Betriebsergebnisse als solche, die weitgehend homogen sind. Auch das ist seit Jahren bekannt.

Wetten, die Demokratie gewinnt? ​

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

Nun erscheint der neue Elitenmonitor ausgerechnet wenige Tage vor einer Wahl in Ostdeutschland, die die politische Landschaft erschüttern dürfte – in Sachsen-Anhalt wie auch auf der Bundesebene. Und nicht wenige glauben, dass der Zuspruch zur AfD auch damit zu tun hat, dass es zu wenige Ostdeutsche in Spitzenpositionen gibt. Man fühle sich nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, abgehängt. Das mag für einen Teil der Ostdeutschen genau so stimmen. Deswegen aber eine (West-)Partei zu wählen, die sich „das Land zurückholen“ will, ist so fatal wie falsch.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Denn das Land, das sich die AfD zurückholen will, hatte Mitte der 1990er Jahre eine Arbeitslosenquote von über 13 Prozent, heute ist sie nicht einmal halb so hoch. Damals hatten die Menschen eine fünf Jahre niedrigere Lebenserwartung, auch der Lebensstandard war im Osten geringer. Die Selbstwahrnehmung vieler Ostdeutscher und deren AfD-Affinität ist so diffus wie verschroben. Und sie wählen die AfD nicht, weil sie abgehängt sind – sondern weil sie rechts bis rechtsradikal sind.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Simone Schmollack

Simone Schmollack Ressortleiterin Meinung

Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
Mehr zum Thema

87 Kommentare

 / 
  • ja wirklich?

    40 Jahre DDR der Boomer-Generation waren ebenso wenig eine Vorbereitung auf Demokratie wie die Erziehung von in 40 Jahren ausgebildeten DDR Bürgern ("gelernte DDR Bürger" nennen sie sich selbst gerne). Also, was erwarten wir? Wir freuen uns über jede und jeden, die und der nicht AgD wählt.

  • ja wirklich?

    "Was zum Teufel müsste geschehen, damit Ostdeutsche nicht massenhaft AfD wählen?



    Ich weiß es nicht. Sie tun es einfach. Gegen ihre eigenen Interessen und wohl wegen des rassistischen Sounds.



    Und weil sie denen da oben einen Tritt verpassen wollen. Der trifft dann Migranten, Queere, Linke und das bisschen Zivilisation dort.



    Vielleicht sollten sie ihr eigenes Gemeinwesen gründen. Homogen, trist und freudlos."



    Ja. Das wäre eine Lösung, die ich gut akzeptieren kann. Sachsen-Anhalt, regiert vom Abgrund für Deutschland, wird autark! Deutsch und stark! Yeah! - Nien, ernsthaft, ich begreife es auch nicht, wie mensch so gegen seine eigenen Interessen die Sonntagsfrage beantworten kann und wahrscheinlich auch so wählen wird. Sollen sie doch ihr eigenes Ding machen. Keine müde Steuermark in ein AfD Land. Das wäre 'ne Lösung. Dann hätten sie vielleicht echte Gründe für Wut und Jammern.

  • Jim Hawkins

    Was zum Teufel müsste geschehen, damit Ostdeutsche nicht massenhaft AfD wählen?

    Ich weiß es nicht. Sie tun es einfach. Gegen ihre eigenen Interessen und wohl wegen des rassistischen Sounds.

    Und weil sie denen da oben einen Tritt verpassen wollen. Der trifft dann Migranten, Queere, Linke und das bisschen Zivilisation dort.

    Vielleicht sollten sie ihr eigenes Gemeinwesen gründen. Homogen, trist und freudlos.

  • LuckyLulu

    Ganz pauschal, wer über Eliten nachdenkt und sich in den vergangenen Jahren der soziologischen Berichterstattung nicht verschlossen kennt längst die Faktenlage. Die soziale Mobilität nimmt spätestens seit den 1990ern in Deutschland ab, während zugleich die ungleiche Vermögensverteilung zunimmt ...

    Keine der zahlreichen Regierungsparteien diese Trends seit dem wirksam mit ihrer Politik zu adressiert sie ausgebremst oder gar zu überwunden. Das Aufstiegsversprechen verkam ohne Systemkonkurrenz im globalen Wettbewerb zur Inhaltsleeren Phrase.

    Wer seit den 90ern dazu kam, hat bei der Verteilung schlechte Karten gehabt. Da herrscht einiges an Verdruss wohl noch im Osten, sicher auch bei GenX, der Elterngeneration viele Jungnazis in Ost&West und nicht zuletzt Menschen die seit dieser Zeit in dieses Land eingewandert sind ....

    Menschen sind unterschiedlich betroffen und grundsätzlich ist es ein Fortschritt über die eigenen Gefühle zu sprechen. Ein Fortschritt, der sich jedoch regressiv in Barbarei verkehren wird, wenn weiter egal auf welcher politischen Seite mit Gruppen- sprich Identitätsgefühls Duselei Politik gemacht wird.

  • Andreas_2020

    Viele Ostdeutsche haben eine Sozialisierung noch in der DDR erhalten, sie sind jetzt zwischen 45 und 60 Jahre alt und sie konnten in den Netzwerken oftmals nicht mitmischen. Und um diese Netzwerke geht es ja leider.



    Weder in der Verbindung, noch in der JU, noch beim Jungunternehmerclub waren sie. Dann blieb noch die Leistung. Wer in der DDR studiert und gelernt hatte, der hatte es auch schwerer, egal ob die Ausbildung gleichwertig oder besser war.



    Und dann kam der Punkt, dass die DDR deindustrialisiert wurde. Die Wirtschaft war dort schwach und viele musste umziehen, bzw. umsiedeln und wer spät dazu kommt, den bestraft eben das Leben.



    Eigentlich verzichten viele Betriebe und Behörden darauf, das Human-Kapital dieser Generationen wirklich vollständig zu nutzen. Wie so oft.



    Wäre es anders besser?



    Ja, aber in dieser Gesellschaft geht es eben nie um Gerechtigkeit, sondern um Stärke. Und da haben die Leute aus dem Osten schlechtere Karten.



    Leider.

  • EffeJoSiebenZwo

    Der Link zum ‚Elitenmonitor‘ ist leider down.



    Weiß irgendwer, wie in der Studie ‚ostdeutsche‘ Führungskräfte definiert und v.a. von ‚westdeutschen‘ abgegrenzt werden?

    • Andreas_2020

      @EffeJoSiebenZwo:

      Geburtsort und vermutlich Herkunft.



      Bei DAX-Unternehmen ist nur eine Person offenbar Ost-Deutsch. Alle anderen scheinen West-Deutsch zu sein.



      Bei den Führungspositionen fällt nur auf, dass in der Wirtschaft die Ostdeutschen unterrepräsentiert sind, von 20 Prozent realem Anteil sind sie dort wohl weit enfernt. Es sollen ca. vier Prozent sein. Nur in Behörden und anderen Institutionen kommen Ostdeutsche auf über 10 Prozent bei Führungspositionen.

  • Ruediger

    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass hier mit Ostdeutschen Menschen gemeint sind, die in den (auch nicht mehr so) neuen Bundesländern leben, unabhängig von ihrer Herkunft. Der "Skandal" ist also, dass in einem Gebiet 19% der Gesamtbevölkerung lebt, aber unter Führungskräften nur 12% aus diesem Gebiet stammen.



    Lässt sich aus diesem Wert ableiten, dass die Menschen, die in den neuen Bundesländern leben abgehängt sind oder schlechtere Chancen haben? Diese Zahlen geben das eigentlich nicht her. Was, wie so oft bei Ost-West-Vergleichen vergessen wird, ist die Mobilität der Menschen, die mittlerweile auch schon fast so lange möglich ist, wie es die DDR gab. Wer aus den neuen Bundesländern stammt und für sein Studium oder direkt für eine Führungsposition in den Westen gezogen ist, zählt nicht zu den 12%. Dass man für eine qualifizierte Position in eine andere Region zieht, ist aber für Menschen aus dem Westen genau so normal wie für Menschen aus dem Osten.

  • Philippo1000

    Zu mangelnden Ostdeutschen in den Führungsetagen sei erwähnt, dass es derzeit ca 16 Mio Einwohner*Innen



    (incl. Berlin) in den östlichen Bundesländern gibt.



    Bei gut 83 Mii Einwohnern wäre dann zu erklären, wie genau die "Unterrepräsentation" berechnet, bzw empfunden wird.



    FiftyFifty wäre jedenfalls auch unrepräsentativ



    Überhaupt die Zahlen.



    Klar sind die Aussichten im Bezug auf Sachsen Anhalt trübe.



    Sachsen Anhalt hat knapp über 2Mio. Einwohner.



    Auch wenn von den Wahlberechtigten davon 42% "afd" wählen würden, stehen die "Nazis noch nicht vor der Machtübernahme".



    Ich will das Problem nicht kleinreden, doch gerade geschieht das Gegenteil.



    Ein Ergebnis in einem sehr kleinen Bundesland ist kein Ergebnis im Bund.



    Ich kenne auch den "Bundestrend" aber da gibt es ja auch noch eine deutliche demokratische Mehrheit.



    Natürlich muss die Union in vielen Feldern mal dem Realismus die Tür öffnen und realisieren, dass aus einer Zusammenarbeit mit der Linken keine Gefahr droht, bei der "afd" schon.



    Allianzen bilden, taktisch wählen, Kompromisse schließen.



    DAS sind die demokratischen Tugenden, die Demokratie braucht.



    Mit Meckern macht man sich mit den Rechten gemein.



    Dagegen heißt Zusammenarbeit

  • Karl Heinz

    Da Ostdeutschland lediglich zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, der Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist, fehlt möglicherweise ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen Verfassung des vereinigten Deutschlands. Hätte man das Grundgesetz als Verfassung aller deutschen Staatsbürger damals zur Abstimmung gestellt, säßen auch die Ossis mehr im Boot.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Karl Heinz:

      Hm, ja. Möglicherweise. Das hab ich schon öfter gehört.



      Trotzdem war das ja kein Zwangsbeitritt, oder?

    • Deep South

      @Karl Heinz:

      Das ist durchaus richtig. Vor allem gibt es nicht "den Grund" der zur Entremdung vieler Ostdeutscher geführt hat. Ich bin diese Vereinfachungen "es liegt nicht daran, deshalb muss es daran liegen" einfach leid.



      Da wurden viele Fehler gemacht. Auch beiderseits. Falsche Versprechungen, mangelnde Demokratiebildung, massive Landflucht, Abwicklung ganzer Produktionszweige, immer noch große Gehaltsunterschiede, etc, etc. Auch bei Führungspositionen. Beispielsweise wurden bis 2020 alle deutschen Universitäten von Westdeutschen geleitet. In den Kabinetten der Bundesregierungen seit 1990 gab es 23 ostdeutsche Minister und 145 westdeutsche.



      Die Entwicklung ist aber eine stetige. Frust und Zerwürfnisse sind über knapp 3 Jahrzehnte entstanden, die Mauer im Kopf auf beiden Seiten war immer vorhanden. 3 Jahrzehnte, wo die Rechten einfach cleverer waren, das gesellschaftliche Vakuum zu füllen.



      Eine gemeinsam abgestimmte Verfassung wäre durchaus ein Eckpunkt gewesen, der dieser Entwicklung hätte entgegen wirken können.

  • Land of plenty

    Bei dem Thema bzw. dem Motiv für das Wählen rechtsradikaler Parteien geht es ausschließlich um "Migration", d.h. gegen die arabischen und muslimischen Anderen. Um die schwedische Hautfarbe geht es weniger.



    Wie auch schon von taz-Foristen bekundet, ist alles andere unwichtig gegenüber dem einzigen Thema: völkische Reinheit. Deutsch bleiben. Deshalb auch die Verhaltensweisen



    Beim Afd-Fest in Querfurt pöbeln die von "marcant" mit Mikro Angesprochenen ohne Argumente auf ihn ein. "marcant" bei seiner Tour durch Sachsen-Anhalt: www.youtube.com/watch?v=GKXLsTxTAp8



    =Wir wollen unter uns bleiben= Das hat mit politischen Zielen, und Programmen fast gar nichts zu tun.

  • Budzylein

    Ein Blick in den verlinkten "Elitenmonitor" zeigt, dass es lediglich um ein paar Tausend Spitzenpositionen geht. Der Anteil der betreffenden Positionen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Deutschland liegt somit unter 0,01 %. Umgekehrt bedeutet dies: 99,99 % der Erwerbstätigen haben keine "Eliten"-Position und können auch keine erhalten, weil es eben so wenige dieser Positionen gibt. Wie sich innerhalb der 0,01 % Inhaber der Elitenpositionen der Anteil der Ostdeutschen und der Westdeutschen verteilt, kann somit den allermeisten Menschen in diesem Land herzlich egal sein. Für 99,99 % der Bevölkerung in Ostdeutschland wie in Westdeutschland gilt: Selbst wenn alle Elitenpositionen mit Personen aus der Region besetzt würden, aus der man selbst stammt, wird dies die eigenen Chancen auf eine derartige Position nicht erhöhen und die der Leute aus der anderen Region nicht verringern. Es handelt sich um reine Luxusprobleme eine ganz dünnen Oberschicht. Nichts spricht für die Annahme, dass ein nennenswerter Anteil der Wähler seine Wahlentscheidung von der Verteilung dieser Spitzenpositionen abhängig macht, über die die allermeisten Wähler nicht einmal Kenntnis haben.

    • Land of plenty

      @Budzylein:

      eine sehr gut formulierte soziologische Feststellung!

  • Land of plenty

    Wie Georg Seeßlen und Robert Misik kürzlich hier zeigten sind es im Wesentlichen sozialpsychologische Vorgänge, die dazu führen, dass die Grünen in den ostdeutschen Flächenländern nicht in die Parlamente reinkommen und als "Dreckspack" bezeichnet werden. Aber die emotionalen Motive finden sich überall und es sind international Orte, Großstädte urbaner Subjektivität, in denen fortschrittliche Kräfte mehr Chancen haben zu gestalten und Reaktionäre von der Macht fernzuhalten.



    Der Rechtsradikalismus als Gruppensog und Mitläuferdruck ist auch Ergebnis der massenhaften Abwanderung. S-A ist das BLand mit der stärksten Abwanderung.



    "Ostdeutsche selten in Führungspositionen" halte ich für eine gedankliche Sackgasse. Wie auch Frau Schmollack zeigt.



    Die Lösung wäre wahrscheinlich eine Zuwanderungsflut nach Sachsen-Anhalt: Menschen aus allen Milieus und aller Herkunft bevölkern zu hunderttausenden die dünn besiedelten und die verlassenen Regionen.



    Warum Kulturzentralismus?



    Avant-Jazz nur in New York. Warum nicht auch in Wilhelmshaven?

    • DerBlondeHans

      @Land of plenty:

      ja, Menschen als "Pack" zu bezeichnen geht gar nicht.

  • XXX

    Die AfD-Wähler, die ich kenne, wählen die AfD, weil sie mit den Corona-Maßnahmen, der Corona-Zwangsimpfung und dem Krieg gegen Russland nicht einverstanden waren und sind.

    • stiller

      @XXX:

      Es gibt weder einen Krieg gegen Russland (aber Russland führt Krieg, was offenbar nicht stört), es gab keine Corona Zwangsimpfung und bei den Corona-Massnahmen fand die AfD die Regierung zu lasch und hat strengere gefordert. Es zeigt sich einmal mehr, dass die AfD nicht wegen irgendwelcher Inhalte gewählt wird.

    • Land of plenty

      @XXX:

      Das ist eine irreführende Lüge von XXX, gesendet, um rechte Propaganda zu streuen:



      Es gab nie eine Corona-Zwangsimpfung, die Corona-Pandemieeindämmung war nicht anders möglich als durch Köerperabstand und Schließungen, als es noch keine Impfstoffe gab. Die Afd war anfangs für die Eindämmung, dann sprang sie auf den Empörungszug auf.



      Zweitens gibt es keinen Krieg gegen Russland. Niemand führt einen "Krieg gegen Russland", das ist eine Lüge.

  • Powow

    Hätte so gesehen schon erstaunlich viele Ossis als Chef. Aber halt nie im Osten.

  • TomDePhazz

    Ja, Sachsen-Anhalt liegt im Osten und es sind mehrheitlich Wähler mit ostdeutschem Hintergrund. Aber macht es sich der westdeutsche Aufschrei und Fingerzeig da nicht zu einfach? Wir haben die AfD deutschlandweit auf fast 30% und in vielen Flächenländern im Westen bei über 20%. Das ist kein ostdeutsches Problem, der Osten ist vielleicht ein Seismograph der Früherkennung für das ganze Land, quasi ein Warnschuss.

    Wir werden das Problem weder mit Einzelaktionen in Sachsen-Anhalt noch mit Ausgrenzung der Wähler lösen. Die Frage ist, wie bekommen wir die Menschen zurück ins demokratische Spektrum? Es ist nicht das Abgehängtsein im Osten oder die dortige westdeutsche Elite, es ist die Unzufriedenheit mit dem bestehenden Politikbetrieb, der keine Lösungen liefert. Dort anzusetzen ist der Hebel, der einzige, den wir haben.

    Taktisches Wählen? Die Grünen über die 5% Hürde hieven? Was wird das für eine Regierung? CDU, SPD, Grüne mit Linker Duldung. Wie lange soll die bestehen? Taktisches Wählen wäre aus meiner Sicht, daß die Grün-Wähler SPD wählen oder CDU, vielleicht auch die Linken lieber die SPD. Auch das verhindert eine AfD Mehrheit und führt am Ende zu einer stabileren Regierung.

    • Suryo

      @TomDePhazz:

      In Ostdeutschland leben weniger Wähler als in NRW.

      Was immer noch ein großer Unterschied zwischen Ost und West ist: im Osten schämt man sich nicht, selbst rechtsextrem zu sein, und hält auch andere Rechtsextremisten nicht auf Abstand.

      Im Westen ist einer, der im Garten schamlos die Reichskriegsflagge hisst und Reichsadlertattoos zur Schau stellt, eben der Dorfnazi, und mit dem will man auch als eher rechter Bürger nichts zu tun haben.

      Im Osten ist man einfach der Maik, "und einer der feinsten Menschen, die ich kenne" (Juli Zeh).

      Und was Sie z. B. im Westen wohl nie sehen werden, ohne das es einen massiven Skandal auslöste, ist so etwas hier, was im Osten auf dem Land aber leider relativ alltäglich ist:

      cf.preview.redd.it...0d2d4a406f80deb758

      • Georg Sonntag

        @Suryo:

        Im Westen hat man ja schon Probleme mit schwarz rot gold. .



        Sie tun hier wieder die Kluft auf, die in Zukunft noch größer wird, auch im Westen. Stadt - klug, erhaben, mit Weitblick gegen Land - dumm borniert, engstirnig.



        Ist es so einfach? Gelsenkirchen, Kaiserslautern, Duisburg, die sind keine kleinen ostdeutschen Dörfer. Es ist einfach billig die AFD als Problem der Landbevölkerung zu sehen, oder besser die Landbevölkerung als Problem der Republik. Das Problem ist das Grüne und Linke nicht denken sie machen die bessere Politik, die denken die seien die besseren Menschen. Und so spaltet man die Bevölkerung. Think it over

        • Suryo

          @Georg Sonntag:

          Für Westdeutschland kann man die Hochburgen der Rechtsextremisten benennen. Für Ostdeutschland die von Grünen und Linken. Daß Rechtsextremismus im Osten viel gesellschaftsfähiger ist, ist völlig unverkennbar.

      • XXX

        @Suryo:

        Wo kommt denn das Juli Zeh-Zitat her?

  • Deep South

    Dass es dumm und falsch ist AfD zu wählen, braucht man aufgeschlossen Menschen nicht erklären. Und dass es im Osten noch ganz ander Probleme und allgemeine Demokratiedefizite gibt, alles richtig.



    Warum die AfD in den letzten 10 Jahren ihre Ergebnisse verdoppelt hat, auch in nahezu allen alten Bundesländern und ihre Hochburgen dort in ebenfalls in eher prekären und schrumpfenden Städten und ländlichen Regionen hat, müsste man dann schon mal erklären. Gelsenkirchen (29%), Pforzheim (29%), Duisburg (25%) oder Herne (24%) liegen nicht im Osten, haben aber überdurchschnittliche Arbeitslosenzahlen und Armutsgefährdung.



    Dass Argument, die wählen dort AfD, weil sie rechts sind, ist mir -mit Verlaub- zu billig.

  • Walter Bald

    Den politischen Debatten in Deutschland fehlt seit über 20 Jahren die Dialektik.

  • Tom Farmer

    Ich befürchte, mit derlei Statements kann nix verbessert werden. Die Selbstwahrnehmung ist wie sie ist.



    Und wenn 40% eine Meinung haben die 60% nicht haben, so muss eben trotzdem in diese Richtung mit gedacht werden. Sonst fliegt der Laden halt auseinander.



    Ich finde das alles auch schwer auszuhalten, aber wenn sich 40% nicht gegen Masern impfen wollen (um mal ein Beispiel ganz woanders abzuholen) , dann kann ich zwar sagen, dass das unklug ist, aber ich kann die ja nicht von der Polizei abholen lassen, oder ständig beschimpfen. Da müssen sich die Guten 60% eben was überlegen wie sie damit umgehen und nach und nach aus 40% eben 20%, 10%,

  • Bolzkopf

    "Deswegen aber eine (West-)Partei zu wählen, die sich „das Land zurückholen“ will, ist so fatal wie falsch."

    Gut - aber was raten sie uns Wählern dann ?

    Das zu wählen was wir "immer wählen" und zu hoffen, dass aus Lippenbekenntnissen endlich mal Veränderungen werden ?

    Den Kopf in den Sand zu stecken und weiter den Mist zu wählen der uns kleine Leute seit Jahren hängen lässt ?

    Ich bin ja für jeden Vorschlag offen - nur mit "weiter so" hab ich meine liebe Not ....

  • Saška

    „Aktuell beträgt der Anteil Ostdeutscher in Spitzenämtern laut Elitenmonitor gerade mal 12 Prozent.“



    Wenn das so ist - der Anteil ostdeutscher beträgt auch nur 15-17 Prozent je nach Zählweise. Das sollte man vielleicht dazu erwähnen.

    • Flocke

      @Saška:

      Quoten, ob Frauen, Ostdeutsche oder Katholiken sind grundsätzlich nicht hilfreich. Positionen sollen nach Qualifikation vergeben werden, nicht nach Sekundärmerkmalen, die zum Administrieren/Regieren nichts beitragen.

  • Il_Leopardo

    Die AfD-Wähler sollen sich mal fragen, woher die Elite der Partei stammt - na, zum großen Teil aus dem Westen.

    • Martin Rees

      @Il_Leopardo:

      " zum großen Teil aus dem Westen"



      Speziell auch dabei: !Westfalen mit Lünen, Gütersloh, Unna, fast "rund" um die ehemalige Herzkammer der SPD.

  • Nachtsonne

    Wenn man den Begriff "Abgehängte" verwendet, sollte man ein einheitliches Verständnis über die Definition des Begriffes haben. Normalerweise werden als "Abgehängte" Menschen bezeichnet, die von Sozialtransfers des Staates leben müssen. Genau für diese Menschen macht die AFD keine Politik und sie gehören nicht zu den Wählern der AFD. Gewählt wird die AFD vor allem von Menschen, die früher SPD gewählt haben und Arbeitnehmer sind, also per Definition nicht abgehängt. Die Idee, die AFD würde von "Abgehängten" gewählt hat, schlicht und einfach noch nie gestimmt. Deswegen liegt auch die SPD so grundfalsch mit der Annahme, mehr Sozialtransfers würden der AFD entgegen wirken - das Gegenteil ist der Fall. Und ob sich jemand abgehängt fühlt, weil weniger Menschen aus der eigenen räumlichen Umgebung in Spitzenpositionen sind, das darf man durchaus bezweifeln.

    • Bolzkopf

      @Nachtsonne:

      Das ist ihre ganz persönliche Definition von "abgehängt sein".

      Ich finde Definitionen wie



      "keine bzw viel geringere Aufstiegschancen bekommen"



      "am Arbeitsmarkt benachteiligt sein"



      "Abschlüsse nicht anerkannt zu bekommen"



      "aus dem Elternhaus vertrieben zu werden"

      wären sicherlich genauso legitim, nicht wahr ?

      • Nachtsonne

        @Bolzkopf:

        Das scheint mir eher auf Personen zuzutreffen die ohnehin kein Wahlrecht haben. Wir reden hier über Personen mit Wahlrecht

  • Jalella

    Das Problem ist, dass die Linke so nachhaltig durch rechte Politiker und Massenmedien verhetzt wurde, dass kaum noch einer nachdenkt, sondern reflexartig´in Abwehrhatung geht, wenn er "links" hört.



    Diese Agenda des Verhetzens der Linken hat nun leider den Effekt, dass die Enttäuschten sich nicht der Linken zuwenden, die ihr Leben leichter machen wollen, sondern der AfD, die es schwerer machen will.



    Ich verstehe jeden, der den "großen" Parteien, die alle schon mal am Ruder waren, nicht vertraut. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen den Linken und der AfD als Auswege daraus, dann verstehe ich die häufiger getroffene Wahl AfD ehrlich nicht. Vielleicht würden Pillen helfen? Oder Bildung?

    • Zippism

      @Jalella:

      Diese bemerkenswerte Theorie hat natürlich einen entscheidenden Vorteil: Wenn Menschen die Linke nicht wählen, kann es unmöglich daran liegen, dass sie deren Politik ablehnen. Sie sind entweder „verhetzt“, denken nicht nach oder – besonders elegant – brauchen offenbar Pillen und Bildung.

      So funktioniert politische Selbstkritik offenbar inzwischen: Man erklärt die Wähler kurzerhand für manipuliert oder zu dumm, um die eigene Genialität zu erkennen. Das ist natürlich erheblich bequemer, als sich einmal zu fragen, warum Menschen trotz jahrelanger politischer Arbeit der Linken eben nicht davon überzeugt sind, dass sie ihr Leben leichter machen würde.

      Und die AfD wird dann zur reinen Verirrung erklärt: Die einen sind aufgehetzt, die anderen ungebildet und für den Rest müsste eigentlich nur die richtige Medikation gefunden werden. Großartig. Wenn die eigene politische Analyse so aussieht, braucht man sich über mangelnde Zustimmung wirklich nicht mehr zu wundern.

      Vielleicht wäre statt Pillen und Belehrungen gelegentlich etwas viel Einfacheres hilfreich: den Wähler nicht grundsätzlich für einen Idioten zu halten, nur weil er zu einem anderen Ergebnis kommt.

    • rero

      @Jalella:

      Übrigens ist überall, wo die Linke regiert hat, die AfD heute besonders stark.

    • rero

      @Jalella:

      Manchmal hilft es besser, andere zu verstehen , wenn man sich zunächst selbst



      bildet.

      In den vergangenen 25 Jahren hat in Berlin die Linke rund 16 Jahre regiert.

      In Brandenburg hat die Linke 2009-2019 mitregiert.

      In Mecklenburg-Vorpommern hat die Linke 1998-2006 und jetzt seit 2021 zusammen mit der SPD regiert.

      In Thüringen regierte die Linke 2014-2024 und stellte den Ministerpräsidenten.

      Wenn ich den Parteien, die bisher am Ruder waren, nicht vertraue, wähle ich bestimmt nicht die Linke.

      Dazu war sie einfach zu oft am Ruder.

      Wer eine solche Partei sucht, die auch die 5-%-Hürde schafft, landet logischerweise bei der AfD.

      Sind Sie der Selbstinszenierung der Linken erlegen?

      „Pssst! Eigentlich regieren wir ja, aber in Wahrheit sind wir Opposition. Hoffentlich merkt es keiner.“

    • Deep South

      @Jalella:

      Ach? Dass die Linke nicht mehr als Alternative der Unzufriedenen oder gar als Protestpartei wahrgenommen wird, hat also nur etwas mit dem Verhetzen zu tun und nicht etwa mit eigenen Fehlern? Mit internem Dauerstreit etwa oder mit Fokussierung auf Themen wie Nahost, Identitätspolitik oder Migration. Vielleicht hat sich die Linke auch viel zu weit von den Themen und Alltagssorgen der "einfachen" Menschen entfernt.



      Vor 15 Jahren hatte die Linke in Sachsen Anhalt noch 24%. Solange sich die etablierten Partein -und damit auch die Linke- nicht an die eigene Nase packen und die Schuld nur bein Anderen suchen, kann die AfD nur gewinnen.

  • Šarru-kīnu

    Schlagt mal eine Verfassungsänderung vor, die es ostdeutschen Bundesländern erlaubt wenigstens in der Verwaltung ostdeutsche Kandidaten zu bevorzugen. Die AfD (West) wäre dagegen aber die Ostverbände der Partei und die Wähler dafür. So ließe sich die Pseudoostpartei inhaltlich real stellen.



    Nochmal aus Ostperspektive der Hinweis das wir euch keine Unterwürfigkeit schulden, weil der Wohlstand heute höher ist als in der DDR. Das liegt an der Globalisierung und gilt für fast jedes mir bekannte Land.



    Habe heute beruflich mit der Staatsanwaltschaft hier vor Ort zu tun. Nach fast 40 Jahren hatten wir noch nie einen Staatsanwalt oder Richter aus unserer Heimat in der Stadt. Ab bestimmten Tarifgruppen sind Westdeutsche hier weiter unter sich. Über 70% aller Immobilien hier gehören Westdeutschen. Die Quote ist höher als bei Weißen Landbesitzern im Rhodesien zur Hochzeit der Apartheid. Ihr habt uns unser Land genommen. Gebt uns wenigstens den Anschein einer Selbstverwaltung nach 40 Jahren.

    • Hugo

      @Šarru-kīnu:

      "Über 70% aller Immobilien hier gehören Westdeutschen."



      Das lässt sich auf die Schnelle so ned verifizieren, in Dresden gehts gen 40% "Wessieigentum" und sowas wie Seebäder anner Ostsee sind dann doch ned repräsentativ.

    • Kaboom

      @Šarru-kīnu:

      Ein IMO weit verbreitetes (und gravierendes) Problem im Osten ist, dass viele Leute dem Westen für Sachverhalte die Schuld geben, die sie selbst entschieden haben.



      So auch hier.



      Nicht wir haben Kohl und seine Politik 1990 gewählt, IHR wart das. Und nicht wir haben Kohl und seine Politik 1994 wiedergewählt, IHR wart das.



      Und ich bin sicher, dass an dem Tag, an dem die Ostdeutschen aufhören, für die Effekte ihrer eigenen Entscheidungen anderen die Schuld zu geben, die meisten Probleme zwischen Ost und West erledigt sind.

      • rero

        @Kaboom:

        Wann hätten Sie selbst denn jemals darüber abgestimmt, an wen Immobilien verkauft werden oder wer Richter und Staatsanwalt wird?

        Irgendwie sticht Ihre Replique nicht.

        • Kaboom

          @rero:

          Viele der Immobilen im Osten, auch in den Städten, wurden nicht verkauft, sie wurden zurückgegeben. Das war Kohls Programm, ganz offiziell, nichts daran war geheim.



          Die Geschichte mit der Treuhand war bekannt. Nicht in Details, aber die grundsätzliche Ausrichtung. Die Weichenstellungen waren im Sommer 1990 passiert. Monate vor der Wahl.



          Was nun die Verkäufe an Wessis angeht: Würd mich mal interessieren: Hatte man im Osten gedacht, dass das Geld vom Himmel fällt? Da es im Osten keine großen Vermögen gab und Immobilien, gerade in Innenstädten, Millionen kosten (und kosteten), was hatte man dann wohl angenommen, dass in dem Fall passiert?

          Und als Letztes zu den Beamtenposten: Hatten Sie sich vorgestellt, dass man da die SED-Kameraden wieder einsetzt?

      • Der olle Onn

        @Kaboom:

        Sorry - aber ich glaube kaum, dass alle, denen das Prinzip Rückgabe vor Entschädigung das Haus (möglicherweise samt Grund und Boden) unterm Hintern weggezogen hat, sich das selbst ausgesucht haben...

        • Budzylein

          @Der olle Onn:

          Waren denn die Leute, denen ihr früherer Grundbesitz in Ostdeutschland zurückgegeben wurde, "Westdeutsche"? Viele von ihnen haben zur Zeit der Wiedervereinigung zwar in Westdeutschland gelebt, aber waren sie bzw. ihre Vorfahren, die in Ostdeutschland Grundbesitz hatten, nicht überwiegend Ostdeutsche bzw. stammten aus Ostdeutschland? Oder war man, wenn man irgendwann aus der DDR in die BRD übergesiedelt war, kein richtiger "Ostdeutscher" mehr, damit die "echten Ostdeutschen" ein Kollektiv bilden können, in dem sich's besser lamentieren lässt?

          Ich bin und war Westdeutscher, und ich hatte und habe keinen Immobilienbesitz. Ja, das gibt es auch in Westdeutschland, und es trifft auf viele Millionen Westdeutscher zu, vor allem aus der westdeutschen arbeitenden Bevölkerung, die u. a. die großzügige Umstellung von Mark der DDR auf D-Mark erwirtschaften musste, und zwar hauptsächlich mit der ethnonationalistischen Begründung, dass es sich ja um Deutsche handle, die allein deswegen Solidarität verdienten. Für Polen und andere Osteuropäer galt diese Solidarität nicht; die mussten die Folgen des Zusammenbruchs des Realsozialismus selbst tragen, wogegen es aus Ostdeutschland keinen Protest gab.

        • Kaboom

          @Der olle Onn:

          Die Mehrheit entscheidet in einer Demokratie. Und diese Mehrheit hat Kohl gewählt. Das von ihm vertretene Prinzip „Rückgabe vor Entschädigung“ war bekannt.



          Und jeder, der jetzt sagt: "Aber wir kannten die Details nicht": 1994 aber schon. Und da wurde Kohl im Osten wiedergewählt. Und seine Politik somit bestätigt.

    • Astrid Sehnefeld

      @Šarru-kīnu:

      Keine Chance, da müssten sie sich ja mit ihren Fehlern und dem Erbe der Einheit beschäftigen - viel einfacher ist es da Ossis als grundsätzlich rechts zu diffamieren.



      Problem erledigt und die eigene moralische Überlegenheit sich selbst versichert - winwin fürs Ego

    • PeWi

      @Šarru-kīnu:

      Schon interessant. Sie sind ja kein AfD-Wähler, aber vermutlich würden viele von denen in den ostdeutschen Ländern Ihren Beitrag mit einem "So isses!" unterschreiben.

      "Westdeutsche" sind auch Menschen, und auch hier "im Westen" gibt es Häuser, die Ortsfremden gehören. In größeren Städten vermutlich mehr als in ländlichen Gebieten.



      Und wenn der erhöhte Lebensstandard der Globalisierung geschuldet ist, warum konnten dann nicht mehr Ostdeutsche in der Zeit Vermögen aufbauen und Häuser kaufen?

      Das Elternhaus meiner Mutter in Gotha stand Anfang der 90er Jahre leer und verfiel. Irgendwann um das Jahr 2000 wurde es renoviert und gehört nun einem Zahnarzt aus Baden-Württemberg. Ob der es renoviert hat, weiß ich nicht. Gotha ist ja kein abgelegenes Dorf, aber offenbar hat sich kein "Eingeborener" gefunden, der das Haus renovieren wollte.

      Und wenn es immer noch "zu viele" Westdeutsche in der Verwaltung gibt, hat denn niemand in den Neuen Ländern seit 1990 Jura usw. studiert?

      Und benehmen sich die meisten "Westler" denn wie "Kolonialherren", oder woher kommen Ihre Vergleiche mit Rhodesien?

      • Der olle Onn

        @ PeWi:

        Nun - warum haben sich so wenige "Eingeborene" gefunden, die Häuser gekauft oder renoviert haben?



        Ganz einfach: Weil es dazu Kapital braucht, das der "Eingeborene" nicht hatte. Nicht haben konnte. Unser ehemaliger DDR-Betrieb besaß mehr als 30 Immobilien unterschiedlichster Größe, instand gehalten von einer betriebseigenen Werkstatt. In denen wohnten fast sämtlich Mitarbeiter. Im Zuge der Wende mussten die natürlich "privatisiert" werden. Uns als Betriebsrat war es ein wichtiges Anliegen unseren Mitarbeitern den Kauf und Verbleib zu ermöglichen. Wir haben's versucht...



        - Sie hatten nie die Spur einer Chance. Noch ehe sich einer ernsthaft um einen Kredit bemühen konnte hatten sich "besser Begüterte" die Häuser gleich paketweise unter die Nägel gerissen... Und die kamen nicht aus der näheren Umgebung.



        Ich hoffe Ihre Frage ist damit zumindest teilweise beantwortet...

    • Klabauta

      @Šarru-kīnu:

      "Ihr habt uns unser Land genommen."

      Dasselbe Narrativ wie in allen Ihren Ostdeutschland betreffenden Posts.



      Deshalb nochmal: Eine Mehrheit der DDR-Bürger*innen hat für eine schnelle Wiedervereinigung gestimmt. Sicher haben sie dafür eine Entschuldigung (Sie wussten es halt nicht besser und haben dem West-TV und Helmut Kohl geglaubt). Und wenn die AfD an die Macht kommt und Übles tut, wird es wieder heißen: So wollten wir das aber gar nicht! Wir sind betrogen worden!



      Da stellt sich mir doch die Frage: Wieviel Naivität billigen Sie Ihren Leuten eigentlich noch zu?

      • Astrid Sehnefeld

        @Klabauta:

        Also ich billige Ihnen genau so viel Naivität zu wie vielen anderen hier, die permanent und konsequent den Osten als rechts abstempeln, obwohl erstens 60% immer noch etwas anderes wählen als die AfD...🤷



        Naiv sind wir doch alle. Jeder ist ein Kind seiner Vorurteile.



        Die Ressentiments über Ost und West werden wohl erst mit den Generationen aussterben, die jetzt geboren werden, denn auch die Nachwendekinder der ersten zehn Jahre sind noch im Geist von hüben oder drüben aufgewaschsen.



        40 Jahre DDR gehen eben doch nicht spurlos an der Festplatte vorbei - Volker Pispers.



        Aber auch eure Festplatten haben nen gehörigen Knacks 😉

        • Klabauta

          @Astrid Sehnefeld:

          Es mag ja sein, dass 60% nicht rechts sind. Ich frage mich bloß: wo sind die, wenn mall wieder irgendwo ein Marktplatz von AfD-Anhänger*innen geflutet wird ?



          Warum haben sie Angst, wenn sie doch in der Mehrheit sind?

          • Nudel

            @Klabauta:

            Die 60% haben schlicht keine Zeit, ständig gegen die Destrukrivität zu protestieren. Sie halten den Laden am Laufen, arbeiten, versuchen ihre Kinder so zu erziehen, dass sie den rechten Rattenfängern nicht auf den Leim gehen, und gehen in der schönen Natur wandern, um sich nicht von der allgemeinen Resignation anstecken zu lassen.

        • Kaboom

          @Astrid Sehnefeld:

          Also nur mal so für mich:



          Wir nennen seit Jahrzehnten Bayern "schwarz". Weil die CSU da regiert. Allerdings fast nie mit einer absoluten Mehrheit der Stimmen. Niemanden interessiert das, und niemand stört sich daran.



          Wir nannten Jahrzehnte lang NRW "rot". Weil die SPD da sehr stark war. Aber nur 2x in der Geschichte eine absolute Mehrheit der Stimmen hatte. Hat niemand interessiert oder gestört.

          Aber wir dürfen eine Region, wo es auch schon mal Dörfer mit einem Stimmanteil von 85 % für die Neubraunen gibt und diese ALLE Wahlkreise bei der letzten BT-Wahl gewonnen hat, nicht braun nennen?



          Ja dann ...

  • Klaus Waldhans

    Als gelernte Ostdeutsche weiss Frau Schmollack von was sie spricht. Und sie hat, wie so oft recht. Unbestreitbar gab und gibt es Ungerechtigkeiten im Osten, die mit der Wiedervereinigung in direktem Zusammenhang stehen. Aber natürlich nicht nur. Bloß rechtfertigt diese Tatsache, deshalb eine rechtsextreme Partei zu wählen, und sind dies dann auch wirklich diese Leute, die so wählen.



    Es sind wahrscheinlich nicht die sogenannten 'Abgehängten' oder 'Wendeverlierer' die die AFD mehrheitlich wählen, sondern eher die Na(r)zissten, denen ihr Selbstwertgefühl abhanden gekommen ist, und denen die AFD als Auffangbecken zur Verfügung steht.



    Eine Partei, deren führende Köpfe mit wenigen Ausnahmen, aus dem Westen importiert sind. Merkt man eigentlich den Widerspruch.

    • rero

      @Klaus Waldhans:

      Jetzt müssten Sie aber weiter fragen, warum den „Na(r)zissten“ das Selbstwertgefühl abhanden gekommen ist.

      Die haben ja früher mal andere Parteien gewählt.

      Die Linke bzw. PDS war in Sachsen-Anhalt mal extrem stark.

      20 % und mehr.

      In Brandenburg lag die PDS/die Linke in den Nullerjahren bei über 27 %.

      Bei der letzten Wahl ist sie aus dem Landtag geflogen.

      ( Übrigens: „Nazissten ohne Selbstwertgefühl“ ist ein Paradoxon. Merken Sie es?)

      • rero

        @rero:

        Ich meinte natürlich die „Narzissten“.

    • Metallkopf

      @Klaus Waldhans:

      Wie wird man denn "gelernt Ostdeutsch"? Frage für einen Freund.

      • Klaus Waldhans

        @Metallkopf:

        Ich muss Ihnen recht geben, der Ausdruck ist blöd. Doch manchmal im Eifer des Gefechts....

      • Der olle Onn

        @Metallkopf:

        Schätze: Mit mindestens dreißig Jahren DDR-Erfahrung. Und nehme an, dass die Frau so alt noch nicht ist, dass sie die haben könnte.



        Ach - lassen Sie Ihren Freund doch mal selber fragen...

  • Wanderin

    "Die Selbstwahrnehmung vieler Ostdeutscher und deren AfD-Affinität ist so diffus wie verschroben."



    .



    Besonders schamlos ist die Selbst- "Rassifizierung" mancher Ostdeutscher als "Kolonialopfer des Westens", mit der der Rechtsextremismus ostdeutscher Mitbürger entschuldigt wird, die Jagd auf Menschen mit Migrationshintergrund machen möchten, die tatsächlich koloniale Traumata in ihren Familiengeschichten haben.



    .



    Die Nazi- Vergangenheit wird bei dieser Selbstbetrachtung anscheinend auch glatt übersprungen. Die Täter -Opfer -Umkehr wird als Identität verfestigt.

    • Corina Strößner

      @Wanderin:

      Von einer "Rassifizierung" kann keine Rede sein. Es gibt aber so etwas wie einen ostdeutschen Migrationshintergrund (ohne dass es eine tatsächlich Migration gab): Probleme mit Anerkennung von Abschlüssen, Entwertung der eigenen Biografie, Marginalisierung sprachlicher Eigenheiten. Damit wird aber überhaupt nichts entschuldigt. Viel mehr ist es so, dass dieses Beispiel deutlich belegt, dass diese Diskriminierung eben keine biologische Basis und nicht einmal eine Rassifizierung braucht. Ansonsten: Kaum ein heutig lebender Ossi hat eine eigene Nazi-Vergangenheit und schon gar keine, die ihn vom Wessi unterscheidet. Auch der Rechtsextremismus krassiert in Ost und West. Im Osten ging es etwas schneller, da schützende Faktoren (nennenswertes Eigentum, aber auch die autonome Aufarbeitung des Faschismus von unten in der BRD durch 68-er) schwächer sind oder fehlen. Mittlerweile ist das aber immer schwächer und die Wahlergebnisse der AfD in der Alt-BRD laufen denen des Osten nur um einige Jahre hinterher. Es wäre hilfreicher, sich damit als gesamtdeutsches Phänomen auseinanderzusetzen, anstatt das alte Lied von den rechtsextremen Jammer-Ossi anzustimmen.

      • Wanderin

        @Corina Strößner:

        Durch die falsche Gleichsetzung "heutiges Ostdeutschland=Kolonie, Apartheidstaat" wird Rechtsextremismus als moralisch aufrechte Bürgerrechtsbewegung umgewertet. Das AfD-Personal ist aber nicht Ghandi oder Mandela. Spätestens da sollte die Absurdität dieser sprachlichen Gleichsetzung auffallen.



        .



        Diese rhetorischen Verzerrungen spielen rechter Propaganda zu, weil sie den Anti-Demokraten zur Selbstdarstellung als gerechte Widerstandskämpfer gegen das System dienen.



        .



        Wenn Sie über meine früheren Beiträge schauen, dann wird Ihnen auffallen, dass ich in der Vergangenheit mehrfach thematisiert habe, dass Rechtsextremismus nicht als ostdeutsches, sondern gesamtdeutsches Problem besprochen werden sollte.

        Ich kenne niemanden, der heute noch Begriffe wie Wessi und Ossi verwendet, daher liegt es mir fern, solche Gräben aufzumachen.

        Bemerkenswert ist aber, dass Sie die NS Vergangenheit damit als Schnee von gestern abtun, dass die Generation von damals bereits unter der Erde ist. Das mit der Wende verbundene Leiden darf aber nicht in Vergessenheit geraten.

        • Wanderin

          @Wanderin:

          *Gandhi

      • Altbayer

        @Corina Strößner:

        Frau Strößner, Ihre Vorrednerin wird sich leider niemals die Mühe machen einmal wenigstens einen Teil Eurer wunderschönen Ecken kennenzulernen, und sei es nur, an Naumburg mal vorbeizufahren. ( Dies ist mir nicht nur einmal aufgefallen! ) Meine persönlichen Erfahrungen bisher umfassen auch nur Altenburg, Leipzig, (mindestens 3mal) die Gegend um Erfurt. Aber ich betrachte es immer noch als Unterschied, ob man mal "vor Ort" war, und sich auch mal mit den verschiedenen (!) Herrschaften unterhalten hat, oder lieber sicher von der heimischen Couch den ersten Stein wirft... Ist ja auch viel bequemer, und bestätigt so angenehm das eigene, unverrückbare Weltbild.

  • Jan Hegemann

    Ich kann verstehen, dass du dich dann hilflos fühlst. Und so lese ich die Umfrageergebnisse. Klar, die Hälfte, die AfD wählt, sind Nazis da habe ich keinen Zweifel (das sind dann die 20 % der Bevölkerung, die Rechtsextremismus nicht eindeutig ablehnen), die andere Hälfte aber sind z. T. überforderte Menschen, die wollen, dass Ihnen endlich zugehört wird. Und die AfD tut so, als höre sie zu. Zumindest kann sie keine Politik machen, die das Gegenteil beweist, da sie ja auf Länder- und Bundesebene nicht regiert (was auch gut so ist)

  • Jan Hegemann

    Mir ist dieser Kommentar zu pauschal. Natürlich gibt es in Ostdeutschland Nazis (wie in Westdeutschland auch), viele davon wählen AfD (wie in Westdeutschland auch), aber damit wegzuwischen, dass sich Menschen abgehängt fühlen, wird der Diskussion nicht gerecht. Mal abgesehen davon, dass wir mit der Diagnose "Die Selbstwahrnehmung vieler Ostdeutscher und deren AfD-Affinität ist so diffus wie verschroben" keinen Schritt weiterkommen.

    Doch! Es geht darum nicht gesehen zu werden, sich benachteiligt zu fühlen und abgehängt. Wenn Daseinsfürsorge nicht mehr stattfindet, die letzte Bus- oder Zugverbindung gestrichen wird, das letzte Kulturzentrum oder Schwimmbad geschlossen wird oder die letzte Kneipe, Bäckerei oder der Tante-Emma-Laden schließt; Begegnungsräume. Da bringt es nichts zu sagen vor 30 Jahren war die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch, wenn ich trotz Arbeit nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen kann und einsam bin.

  • GaGaZar

    Bundestagswahl 2021 AFD in Ostdeutschland 19,1%.



    Zu der Zeit waren wir Ostdeutschen laut einigen TAZ Journalisten ''geschichtsblind'', Putinfreunde, Demokratieverachtend, Unfähig demokratisch zu Denken, Ausländerfeindlich und, und, und.



    Momentan liegt diese Partei in Bayern bei 20%. In Hamburg bei 15%.



    Wann kommen die Artikel über die rechtsradikalen Putinfreunde aus Bayern und Hamburg?

    Vielleicht mal etwas Positives zu uns Ostdeutschen. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Seit vielen JAHRZEHNTEN geliebte, gelebte und verteidigendswerte Realität.

    • Tiene Wiecherts

      @GaGaZar:

      "Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Seit vielen JAHRZEHNTEN geliebte, gelebte und verteidigendswerte Realität."

      Du glaubst ernsthaft, dort wo mehr als 40% der Menschen Faschisten an der Regierung sehen wollen, gibt es "Gleichberechtigung"?



      Da sollte als Erkenntnisgewinn das Gejohle bei menschen- und frauenfeindlichen Sprüchen auf AfD Veranstaltungen eigentlich genügen.

      • rero

        @Tiene Wiecherts:

        Und -bums- sitzen Sie in der Klischeefalle.

        In Ostdeutschland ist in vielen Bereichen die Gleichstellung von Frauen weiter fortgeschritten.

        Die Erwerbsquote von Frauen ist dort fast genau so hoch wie die von Männern.

        Viel häufiger arbeiten beide Partner Vollzeit.

        Der Gender-Pay-Gap deutlich geringer.

        Der Anteil an Führungspositionen ist ebenfalls höher.

        Deshalb sind im Schnitt auch die Rentenansprüche von Frauen höher.

        Quellen: Hans-Böckler-Stiftung, KDFB, rbb24, WSI, Verdi

        Vielleicht sollten Sie nicht nur glauben, sondern auch wissen.

        Am besten, Sie fahren mal hin und machen sich ein eigenes Bild.

        Unterhalten sich bewusst mal mit AfD-Wählern.

    • Müller Christian

      @GaGaZar:

      Wird es so nicht geben. Was den ungebildeten und einfachen Ossi der kriminelle Migrant, ist dem gebildeten und klugen Wessi der ungebildete und undankbare Fascho-Ossi. Und so pflegt halt jeder, inklusive der Überzeugung der eigenen Unfehlbarbarkeit, seine Feindbilder. Macht das Leben eben einfacher.

    • Altbayer

      @GaGaZar:

      Na, hier in Bayern wählen die Alteingesessenen blau, weil dies schon immer die Farbe der CSU war... Und Hamburg, wegen der Nähe zum Wasser, nech? Alleine der Ausbau der Kitas, in Leipzig, hat mich Anfang der 2000er erstaunen lassen, aber hey, was unsere Nicht-Mutti nicht wollte, war halt unnütz. Es ist wie immer, dass nicht alles schlecht war, was sich im vorherigen "System" bewiesen hatte.

      • Metallkopf

        @Altbayer:

        Die Kitas und Horte waren in der DDR aber immer auch schon Instrumente, die dazu dienen sollten den "neuen sozialistischen Menschen" zu formen, also nicht nur Dienstleistung an der arbeitenden Bevölkerung, sondern auch Teil der Indoktrination durch den Staat.

        Immer mehr soll der Staat regeln. Immer weniger Verantwortung sieht der Bürger bei sich.

        Die von der "blauen Eminenz" († 2016 in Santiago de Chile) im Rahmen der "Volksbildung" gesetzten Pflöcke wirken im Osten offenbar auch immer noch nach.

    • Elke Weyel

      @GaGaZar:

      Wahlumfrage Hamburg heute 12%AfD



      Bürgerschaftswahl Hamburg 2025 AfD 7,5%

    • Kaboom

      @GaGaZar:

      Und da gucken wir mal in 2021



      - Sachsen-Anhalt (2,1 Mio EW) hat mehr ausländerfeindliche Gewalttagen als Hessen (6.3 Mio EW)



      - Thüringen (1,3) hat etwa die gleiche Anzahl o.g. Straftaten wie Bawü (11,3). Sachsen (4.0) hat kaum weniger



      - Meckpomm (1,5) hat etwa so viele wie SW (3,0)

      (dserver.bundestag....0/110/2011066.pdf)

      Naja, waren sicher alles besorgte Bürger, vermute ich mal.

    • Selbstauslöser

      @GaGaZar:

      Auch über Ostdeutsche kann man Lobendes sagen (wenn das so pauschal überhaupt geht), aber die Gleichberechtigung von Mann und Frau gehört sicher nicht dazu. Frauen durften (mussten) Männerarbeit leisten, ok, aber sie mussten i.d.R. zusätzlich auch weiterhin die meiste „Frauenarbeit“ zuhause erledigen. Gleichberechtigung gab's meist nur als Theorie / Modell, wie vieles andere auch, mit dem sich die Diktatur verkleidete. Angefangen beim Namen DDR.



      Weder war die DDR frei vom Patriarchat, noch war sie frei von Alt- und Neonazis, Rassismus, Ausbeutung, Zwangsarbeit, usw. usw.



      In West-D gab es schon immer Antidemokraten, auch in Regierung und Justiz. Der Keim des Faschismus wurde lange auch dort im halbwegs Verborgenen aufbewahrt, versuchte zu wachsen (NPD, Strauß, Republikaner, ...), ist aber immer wieder am Wähler gescheiter. Erst durch den Export nach Ost-D nach der Wende fand er im enttäuschten Materialismus den fruchtbaren Boden, der ihn groß und fruchtbar werden ließ. Bald werden vor allem die westdeutschen „Gärtner" der AfD die die Ernte einfahren. Die Ostdeutschen sind als Erntehelfer gut genug.



      B. Brecht sagte es voraus: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

      • ToMuch

        @Selbstauslöser:

        „Männerarbeit“, soso. Würden Sie bitte mir als Frau erklären, was „Männerarbeit“ so ist und was sie unterscheidet von einfach „normaler Arbeit“?

        • Selbstauslöser

          @ToMuch:

          Eine rhetorische Frage, die Sie sicher gerne selbst beantworten. Ich habe so ein Gegensatzpaar „normale oder Männerarbeit“ gar nicht behauptet. Das scheint mir so sinnvoll wie die Frage nach dem Unterschied zwischen Äpfeln und Obst.



          Vielleicht erklären Sie mir, was normale von nicht-normaler Arbeit unterscheidet?

      • GaGaZar

        @Selbstauslöser:

        Vielen Dank für Ihren Kommentar. Frei vom Patriarchat war die DDR auch nicht und mit der „Frauenarbeit“ haben Sie auch recht.



        Ich glaube dennoch, das Frauen und Männer in der DDR zumeist auf Augenhöhe und Gleichberechtigt gelebt haben.

        • Selbstauslöser

          @GaGaZar:

          Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, darf ich vermuten, daß Sie ein Mann sind?



          Von Gleichberechtigung kann kaum gesprochen werden, solange die „Frauenarbeit“ weitgehend nur von Frauen erledigt wird, nachdem sie mit den Männer gemeinsam in den Werkstätten, Fabriken, Baustellen, LPGs usw. gleichberechtigt „ihren Mann gestanden“ haben.



          Ich glaube wie Sie, daß die DDR in puncto Gleichberechtigung etwas fortschrittlicher war als die BRD, notgedrungen, denn sie wurden in der Produktion gebraucht. Aber etliche Gespräche mit Klientinnen mit DDR-Biografie zeigen mir, daß Frauen die beschriebene Doppelbelastung (er-)trugen, weil Männer sich davor verwahrt haben.



          Glauben dürfen wir natürlich alles. Ich glaube auch, daß Frauen in der BRD eher darin geübt waren, dann eben auf andere Art ihren Willen durchzusetzen, notgedrungen, weil ihnen die offensichtlicheren Machtmittel lange Zeit nicht zur Verfügung standen, und erst erkämpft werden mussten.



          Womit wir dann wieder beim eigentlichen Thema wären: AfD, Geschlechterrollendefinitionen, Macht.

  • vieldenker

    Endlich schreibt’s mal eine(r). Wer wegen eines diffusen Gefühls Faschisten wählt, hat mindestens keine echte Ahnung von Geschichte und Gegenwart und vielleicht auch gar kein Interesse daran etwas zu ändern. Auch wenn Sachsen, Schwaben, Bayern und Saarländer für viele Deutsche schwerer verständlich sind, verweigert man ihnen sicher nicht wegen ihrer geografischen Herkunft den Aufstieg. Aus heutiger Sicht ist es sicher keine Frage, dass man den „ostdeutschen Bauch“ besser hörte pinseln können und sollen. Aber rein faktisch, ist es einfach falsch, dass der Osten nur die Kosten und der Westen den Gewinn der Einheit verbucht hätte.

  • fly

    Schade, dass das Buch des Elitenmonitors nicht zusammengefasst dargestellt wird (auch wenn es kostenfrei zur Verfügung steht). Es wäre interessant die Ursachen und Lösungen zu erfahren. Genauso ob es wirklich nur Ostdeutsche sind, die unterrepräsentiert sind, oder vielleicht auch Niedersachsen oder Personen mit Migrationshintergrund, zu schweigen von Gender etc. Zumal die Definition der Zugehörigkeit kritisch ist. Nach wieviel Generationen gilt man als Ostdeutscher? Reicht es, dort von westdeutschen Eltern nach der Wende geboren zu sein?

    Und ja, keiner wird die Wahlentscheidung von 100 mehr oder weniger Leuten einer Führungsetage abhängig machen.