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MietenreportWohnen wird zum Armutsrisiko

Die Mieten sind so drastisch gestiegen, dass viele an Essen und Gesundheitsausgaben sparen, sagt der Mieterbund. Er fordert einen bundesweiten Mietenstopp.

Man muss sich Jurek S.* als glücklichen Menschen vorstellen. Als der 27-Jährige zum Masterstudium nach Berlin zog, konnte er bei seiner Schwester unterkommen. Die kann sich mit ihrer Familie dank uraltem Mietvertrag mitten in der Hauptstadt eine große Wohnung leisten – mit Gästezimmer. Für Jurek war das die ideale Ausgangslage, um in Ruhe ein Zimmer zu suchen. Oder sogar eine eigene Wohnung.

Der Student forstete die einschlägigen Portale durch, absolvierte mehrstufige Castings für Wohngemeinschaften auch am Stadtrand, von denen er mehr als eine Stunde zur Uni hätte fahren müssen. Nur ein Zimmer bekam er nicht. Auch, weil er nicht 700 Euro oder mehr für eine Minibutze aufbringen konnte. Er blieb dann bei seiner Schwester – zwei Jahre lang. Ging schon irgendwie. Glück muss man halt haben.

Für den großstädtischen Wohnungsmarkt ist Jureks Fall typisch. Man rückt zusammen, weil es nicht anders geht. Viele Familien ziehen inzwischen Trennwände in ihre Wohnungen, um Raum für Kinder zu schaffen, oder auch Zwischenetagen aus Holz. Manche ziehen aufs Land. Denn Umziehen innerhalb von Großstädten in eine größere Wohnung ist für Nor­mal­ver­die­ne­r:in­nen unbezahlbar.

In München etwa liegt der durchschnittliche Preis für eine angebotene Wohnung mittlerweile bei 25 Euro pro Quadratmeter. Bizarrer Nebeneffekt: In der bayerischen Landeshauptstadt steigen die Mieten kaum noch an. Weil sich das niemand mehr leisten kann.

Über die Hälfte spart fürs Wohnen beim Wesentlichen

Doch selbst diejenigen, die eine einigermaßen bezahlbare Wohnung haben, müssen sich mittlerweile Sorgen machen. Denn bei 58 Prozent der Mie­te­r:in­nen wurden im vergangenen Jahr die Mieten weiter erhöht, verrät der Mietenreport 2026. Der Anstieg führe in Deutschland mittlerweile „zu einer Sozialstaatskrise“, sagt Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, bei der Vorstellung des Reports am Dienstag. Der Mieterbund hat dafür amtliche Statistiken und aktuelle wissenschaftliche Studien ausgewertet und über 1.000 Mieterinnen und Mieter befragt.

Das muss man sich klarmachen: Menschen sparen am Essen, an Medikamenten oder an ihrer Altersvorsorge, damit sie ihre Wohnung bezahlen können.

Melanie Weber-Moritz

Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Wegen gestiegener Mieten habe mehr als die Hälfte der Mie­te­r:in­nen weniger Geld für die Altersvorsorge zurückgelegt. Je­de:r Vierte habe an gesunden Lebensmitteln gespart. 15 Prozent sogar an der eigenen Gesundheit, etwa bei Ausgaben für Medikamente oder Zahnersatz. „Das muss man sich klarmachen: Menschen sparen am Essen, an Medikamenten oder an ihrer Altersvorsorge, damit sie ihre Wohnung bezahlen können“, sagt Weber-Moritz.

Fast ein Drittel der Mie­te­r:in­nen fürchtet demnach, künftig die Wohnung nicht mehr bezahlen zu können. Im Fall von Einkommensverlust durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung könnte ein Viertel die Wohnung noch höchstens drei Monate halten. Jeder Zehnte sogar nur noch einen. „Das heißt: Für Millionen Menschen kann eine ganz normale biografische Krise sehr schnell zur Wohnkrise werden“, so Weber-Moritz.

Deshalb müsse das Problem grundlegend angegangen werden. Weber-Moritz fordert zum Beispiel einen bundesweiten Mietenstopp. Zwar wurde der einst in Berlin eingeführte Mietendeckel von Gerichten gestoppt. Aber nur, weil dem Land dafür die rechtliche Kompetenz fehlte. „Aber der Bund kann das“, erklärt Weber-Moritz. Ein Mietsteigerungsverbot für etwa sechs Jahre würde den Menschen die größten Sorgen nehmen.

Bauen, kaufen, stoppen

Notwendig ist laut Mieterbund aber auch eine Verdopplung der Sozialwohnungen von derzeit nur noch einer Million auf zwei Millionen bis zum Jahr 2030. Und anders als bisher müsse für einmal vom Staat geförderte Wohnungen dauerhaft eine Mietpreisbindung gelten. Denn derzeit fallen Wohnungen nach 15, 20 oder 25 Jahren aus der Förderung heraus – und werden dann frei verfügbar als Spekulationsobjekt.

Wir halten es für eine sehr gute Idee, dass der Staat die Hand drauf hat.

Melanie Weber-Moritz

Weber-Moritz begrüßte daher die Schaffung einer Bundeswohnungsbaugesellschaft, die zuletzt von der SPD vorgeschlagen wurde. „Wir halten es für eine sehr gute Idee, dass der Staat die Hand drauf hat“. Dringend müsse auch über die Nutzung von kommunalen Flächen für Wohnungsbau nachgedacht werden. Denn auch die Bodenpreise seien so stark gestiegen, dass hier ein Deckel wünschenswert sei.

Aber mit Neubau allein sei der Bedarf an Sozialwohnungen nicht zu decken. Es müssten Wohnungen angekauft werden, so Weber-Moritz. Als ultima ratio müsse auch eine Vergesellschaftung möglich sein, wie sie aktuell in Berlin diskutiert wird. Ziel müsse sein, dass mindestens ein Drittel des Wohnungsmarktes in kommunaler oder gemeinnütziger Hand sei. Es sei falsch, dass die Bundesregierung den Ländern dafür die Möglichkeit nehmen wolle.

Bundesregierung will beim Wohngeld kürzen

Die Politik der schwarz-roten Koalition stößt der Mieterbund-Präsidentin auch an anderer Stelle auf. Geradezu absurd sei angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt, dass die Bundesregierung das Wohngeld kürzen will. Das sei sozial- und wohnungspolitisch der falsche Weg, sagte Weber-Moritz. „Das beseitigt keine einzige Ursache, sondern erhöht das Risiko, in die Wohnungslosigkeit abzurutschen“.

Zwar gebe es durchaus auch positive Entwicklungen. Die Mietpreisbremse zum Beispiel wirke dort gut, wo sie eingesetzt werden könne, sagte Weber-Moritz. Allerdings hätten viele Mieter Angst, ihre Vermieter zu verklagen.

Vor diesem Problem steht mittlerweile auch Jurek S. Denn er hat eine kleine Wohnung gefunden – für 13,50 Euro pro Quadratmeter bei einem der großen Wohnungskonzerne. Das sei der ortsübliche Preis, behauptet der Vermieter frech, auch wenn die Miete rund 45 Prozent über dem Mietspiegel liegt. Ab 50 Prozent wäre es strafbarer Wucher und ein Fall für den Staatsanwalt. So aber muss S. selbst vor Gericht ziehen.

Mietexperten haben ihm geraten, einzuziehen und die Klage kurz vor dem Auszug einzureichen, um sich Ärger mit dem Vermieter zu ersparen. Aber das müsste Jurek S. sich erstmal leisten können.

*Name bekannt, aber von Redaktion geändert

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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118 Kommentare

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  • Nachtsonne

    Dieser Anspruch im Zentrum einer Hauptstadt günstig wohnen zu wollen verblüfft mich immer wieder. Viel Spaß beim dem Versuch diesen Anspruch durchzusetzen.

  • Aurego

    Wer die Mietspiegelrechner von Berlin, Leipzig und anderen Städten gelegentlich benutzt und die daraus resultierenden Mieten inklusive Mietpreisbremse mit den Angeboten auf den Portalen vergleicht, weiß, dass sich viele Vermietende nicht einen feuchten Kehrricht um gesetzliche Bestimmungen scheren, sondern zahlreiche Wohnungen zu völlig überhöhten Preisen anbieten.

  • Snoopy038

    Ganz nüchtern betrachtet kostet der Bau eines qm Wohnfläche aktuell ca. 2.500€. Nur die Baukosten nach den aktuellen Gesetzen. Dazu kommen noch das Grundstück, die Parkplätze, die Fläche, die für Bürgersteig und Straße an die Stadt kostenlos, nach der Erstellung der Infrastruktur abgegeben werden muss usw. Macht noch einmal min. 500 € je qm Wohnfläche. Wir sind immer noch bei dem Standard sozialer Wohnungsbau. Zusammen also im günstigsten Fall 3.000 € je qm. Berechnet man jetzt 5% Rendite vor Zinsen und Steuern, macht das 12,50 € je qm Kaltmiete. Rechnet man jetzt mit 3% Darlehenszinsen, bleiben 2% vor Steuern übrig, die mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern sind. Festgeld ist da attraktiver. Lege ich jetzt noch 1,50 € für Reparaturen und Instandhaltung auf die Miete um sind wir bei 14,00 € Kaltmiete. Verwaltungskosten und Steuerberater muss auch noch berücksichtigt werden. Noch mal 1,50 € je qm. Sind 15,50 €. Wer aufgepasst hat, dem Vermieter bleiben bisher 2 €/qm. Davon muss er noch tilgen. Jetzt noch 3 € an Betriebskosten (hauptsächlich verursacht vom Staat) und wir sind bei 18,50 € in günstiger Lage.



    Wer wird davon reich und was soll gedeckelt werden?

  • Astrid Sehnefeld

    Einen Mietenstopp zu fordern ist genauso sinnvoll wie wenn man von Bauern nach einen heißen Sommer fordert, sie sollen gefälligst mehr Kartoffeln aus dem Boden ziehen...



    Der Staat hat es über JAHRZEHNTE versäumt ausreichend günstige Wohnungen zu bauen.



    Gleichzeitig hat man teils massiv - hallo Berlin - staatlichen Wohnraum für ein paar Euro verramscht.



    Und jetzt, wo plötzlich hunderttausende günstige Wohnungen fehlen, sollen für die Fehler des Staates Vermieter enteignet oder in ihrer Preisgestaltung entmündigt werden...😂



    Ja so stell ich mir gute Politik vor 👍



    Peinlich hoch x.



    Wird nicht kommen - die Gesellschaften können sich die besseren Anwälte leisten...



    Der Staat soll endlich seine Versäumnisse beseitigen und bauen 🏗️



    Flächen gibt's genügend - Brachen, Bürogebäude umwidmen, aufstocken.



    Staatliche Baugesellschaft her und go.



    Jährlich 400.000 Wohnungen bauen, in den 70ern gings ja auch - und dann ist es auch Misere in ein paar Jahren beendet.

  • Dreja

    Die Entscheidungen wurden vor langer Zeit getroffen, die Handlungsmöglichkeiten immer mehr eingeengt. Was hat man denn erwartet, im Neoliberalismus.



    Mieten jetzt zu decken, das hilft trotz allem Millionen gar nichts, die jetzt horrende Mieten zu zahlen haben.



    Das Umdenken muss gravierender erfolgen. Aber wer will das denn politisch?

  • WoliBa

    Das Mietthema ist (leider) nun so komplex geworden wie das Migrationsthema, weil zu lange nicht von den Kommunen, Ländern und vom Bund darauf geantwortet wurde. Die Gründe liegen Jahrzehnte zurück und es lässt sich nun nicht von heute auf morgen lösen. Es ist die soziale Frage des Jahrhunderts geworden. (KI und Klimawandel kommen noch.)



    Der Hauptgrund ist die Privatisierung des Wohnens und des Wohnungsbaus Ende der 1990er bis heute. Die Kommunen haben zu viel Grund und Wohnungen verkauft, um ihre Haushalte zu retten.



    Die einzige, aber nur mittelfristig wirksame Maßnahme wäre ein Bundesgesetz: Jedes Wohnhaus, das neu gebaut wird, muss 1/3 Sozialwohnungen (mit Bindung), 1/3 Genossenschaft und 1/3 freier Markt sein. So hat jeder etwas davon, auch die Investoren. Lernt doch von anderen Städten!!!

    • AllesWirdGuter

      @WoliBa:

      Das einzige was helfen würde wäre eine Reduzierung der Vorgaben, Bauvorschriften, etc. Dann kannst du ein Haus für 80k € bauen. Ja das geht und dann würden häuser nur so aus dem Boden springen

  • Lindenberg

    2025 sank laut Statistik die Zahl der Sozialwohungen bundesweit um 20.000, trotz des vielfach propagierten Bauprogramms der Bundesregierung.



    Grund: allein 50.000 Sozialwohnungen fielen aus der Sozialbindung. Hunderte von Wohnungen stehen aus Spekulation in Großstädten leer. Eine aktuelle ZDF-Recherche dokumentiert, dass privatwirtschaftliche Unternehmen wie Fonds und Holdings bundesweit die höchste Leerstandsquote aller Eigentümergruppen aufweisen.

  • Jan Grobe

    Nicht die Vermieter sind das Problem. Das die Vermieter hohe Mieten durchdrücken können, liegt daran dass die Mieter keine Alternative finden. Die Mieten steigen nur so lange wie es Leute gibt die sie bezahlen können.



    Dass sich 100 Leute um eine freie Wohnung kloppen, daran ändert auch kein Mietendeckel oder keine Vergesellschaftung etwas.

    Wenn sich eine Familie mit Kindern und ein Kinderloses Arztehepaar um die selbe Wohnung bewerben wen nimmt da wohl der Vermieter?



    Und so profitieren vielleicht oft sogar die, die nicht auf einen Mietendeckel angewiesen sind.

    Und wie läuft es wenn alles vergesellschaftet wird? Gibt es dann ein Losverfahren oder entscheidet das Parteibuch? Vielleicht gibt's auch Zwangszuweisungen für Leute die rechnerisch noch Zimmer frei haben.

  • Land of plenty

    Viele Wohnungen bauen, Immokonzerne sozialisieren und die Mieten deckeln: diese drei Ziele stehen nicht alternativ zueinander, sondern müssen alle drei kombiniert werden.



    Sehen Sie hier den aktuellen Bericht von SpiegelTV über die Zustände in Vonovia-Eigentum in Hamburg Wilhelmsburg:



    28.8.26 Vonovia-Häuser in Hamburg-Wilhelmsburg: Riesige Risse in der Fassade, Ratten im Hinterhof, Taubenschwärme unterm Dach



    www.spiegel.de/pan...-ba78-d68b21eedcb2 11 Minuten, frei zugänglich.



    Wichtig der Antwortsatz: "Der Raum über den Mietwohnungen ist für die Mieter nicht zugänglich. Eine Gefährdung besteht daher nicht" - die Tauben kacken massenhaft alles voll. Das Dach ist im Film von einem Mieter durch eine Klappe zugänglich.



    Die Ratten sind unendlich viele.



    Deshalb die Firma hat 2025 eine Milliarde Dividende an ihre Aktionäre ausgeschüttet.

  • Walter Bald

    Es leben zu viele Menschen in Deutschland.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Walter Bald:

      Oder zu wenige Wohnungen in DE?



      Oder zu wenige Wohnungen in den Gegenden/ Städten, in denen Menschen leben wollen / Arbeit finden?



      Oder zu viele Menschen, die lieber alleine wohnen?

      Insgesamt: mE deutlich komplexer.

      • Walter Bald

        @EffeJoSiebenZwo:

        Hier hat man gegenüber die schönen Trauerweiden gefällt und zwei weitere Wohnhäuser reingebaut. Das hat den Vorteil, dass jetzt selbst die Handwerksbetriebe im Halteverbot parken müssen.

    • Günter Witte

      @Walter Bald:

      Es leben zu viele Menschen in den Städten, Wohnraum auf dem Land gibt es genug.

    • Carsten S.

      @Walter Bald:

      Das kommt darauf an, wo.

      Man kann auch in Kaiserslautern studieren. Es müssen nicht Berlin oder München sein.

  • Worgt Michael

    Früher lernte man als Student der Volkswirtschaft , wenn die Miete 25% des Nettoeinkommens überschreitet , sollten bei der Politik die Alarmglocken angehen .



    Leider fehlt der Strom .



    Hohe Mieten sind gewollt .



    Die MPB ist doch ein Witz , konstruiert von Haus und Grund .



    Es wird nicht besser aber dafür noch viel schlechter werden .



    Zeigt der hässlichen Fratze des Kapitals die Zähne und die Faust .

  • Wirrwicht

    Hier wurde vor ein paar Jahren ein "barrierefreier", modern gedämter Wohnblock auf die einzige Grünfläche geklatscht. Für 60qm, in 2 oder 3 Zimmer Aufteilung, zahlt man so viel wie in unserer 4 Zimmer 96qm, Wohnung. Im Erdgeschoss teurer, weil Gärten dran. Im obersten Stockwerk gibt es Vordächer über den Balkonen. Der neue Block steht mitten in einer Siedlung und dessen Eigentümer hat nur die alten Blöcke im Sichtfeld der neuen Edelmieter teilsaniert. Zum Beispiel vorne neue Regenrinne, während die auf der Rückseite weiterhin ganzjährig und großflächig die Wand benässt. Vordächer gab es für diese Blöcke aber auch nicht. Die Front des neuen Blocks ist ein "Aquarium", das die gesamte Nacht grell beleuchtet ist, so dass die gegenüberliegenden Parteien sich Lichtschutzrollos, oder ähnliches besorgen, mussten, um schlafen zu können. Der Eigentümer ist eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, in einer strukturschwachen Region mit hoher Arbeitslosigkeit. Keine Wohnung darin kann von einem Grundsicherungsempfänger bezogen werden. Zu groß und teuer. Viele Menschen mit Einschränkungen können sich den Bunker auch nicht leisten. Mieter sind überwiegend Studenten mit zu viel Kohle

  • Wunderwelt

    Und die Antwort auf die Krise ist soo denkbar einfach:

    -> Renditen drastisch reduzieren..unter anderem durch ein Verbot von Aktionärsbeteiligungen. Und die frei werdenden Gelder, je hälftig in eine Mietenreduzierung sowie Wohnungs-Bau und Sanierung zu investieren.







    ...mehr braucht es nicht. Außer natürlich den politischen Mut, dies umzusetzen und die Profiteure dieses Ausbeutungssytems an ihre Verantwortung zu erinnern. Denn wie heißt es so schön:

    -> *Eigentum verpflichtet*

    • Tom Tailor

      @Wunderwelt:

      " Renditen drastisch reduzieren"

      Wie hoch ist denn so die durchschnittliche Rendite, die aus Vermietung und Verpachtung generiert wird und "drastisch reduziert" gehört?

      • Wunderwelt

        @Tom Tailor:

        Kann ich zwar nicht beziffern, aber vergleichen Sie mal die Mieten von Wohnungsgenossenschaften mit denen privater Vermieter (bei vergleichbaren Immobilien).







        Ist schon ne ganze Menge.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Wunderwelt:

      Es gibt bestimmt Exzesse, die zu verhindern sind..

      Aber: wenn Eigentum verpflichtet, gleichzeitig die Rendite aber auf x gedeckelt wird, wird kein neues vermietbares (Wohn)Eigentum geschaffen werden, wenn anderes, risikogleiches oder risikoärmeres Eigentum eine Rendite >= x abwirft.



      Just saying.

    • Carsten S.

      @Wunderwelt:

      Für einige Leute sind Immobilien Kapitalanlagen wie andere auch.

      Konsequenterweise müssten wir dann auch Sparzinsen, Fondsrenditen, Dividenden und Kursgewinne bei Aktien "deckeln".

      Bitte nicht vergessen, dass die Kapitalanlagen miteinander konkurrieren. Indem man die Gewinne einer Anlageform willkürlich begrenzt, lenkt man Investitionen in andere Anlageformen. Wenn nichts mehr für den Wohnbau übrig bleibt, fliesst kein Geld mehr in diesen Markt. Mit den ensprechenden Folgen. Nachher bitte nicht jammern.

      • Wunderwelt

        @Carsten S.:

        "Konsequenterweise müssten wir dann auch Sparzinsen, Fondsrenditen, Dividenden und Kursgewinne bei Aktien "deckeln".

        Nö seh ich nicht so. Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen. Weswegen man Renditen an dieser Stelle nicht allein den Kräften des freien Marktes überlassen darf.

        Dinge wie Trinkwasser, Essen und eben auch Wohnen bedürfen eines besonderen Schutzes.

      • AndreasM

        @Carsten S.:

        So ist es. Ich bin in der glücklichen Lage, das Haus meiner Eltern übernehmen zu dürfen. Selber hab ich ein Reihenhaus. Wenn ich es vermieten würde, müsste ich allerdings einiges an Renovierung reinstecken. Rechnerisch würde es dann mind. 8-9 Jahre dauern um nur diese Kosten wieder über die Miete reinzuholen. Da verkaufe ich lieber und stecke das Geld in einen All-World ETF. Langfristig wohl sogar höhere Rendite und weitaus weniger Ärger, denn wer garantiert mir denn, dass ich nicht an Katastrophen-Mieter gerate?

  • Wunderwelt

    Die Profitinteressen der Wohnungskonzerne und ihrer Aktionäre schnüren mittlerweile dem ganzen Land die Luft ab.

    Außer einer kleiner werden Zahl an Wohlhabenden, können sich mittlerweile immer weniger Menschen in ihrer Lebensgestaltung frei entfalten. Beispiele finden sich im Artikel.

    Setzt sich dieser Trend fort, wird das Land absehbar erstarren. Wenn Studierende keine Zimmer mehr finden, haben sie keine Wahl ihres Studienortes mehr. Wenn Fachkräfte nicht in andere Regionen wechseln können, weil sie keine bezahlbare Wohnung finden, wird die Wirtschaft darunter leiden. Wenn Menschen de Facto gezwungen sind in ihren alten Mietverträgen zu verharren, werden neue Lebensprrspektiven vereitelt. usw.







    Den Vermietern und anderen Profiteuren mag das egal sein. Aber das Land geht dabei absehbar immer mehr vor die Hunde.







    Wobei die einfachen Mieter nunmal auf ihre vier Wände angewiesen sind. Obdachlos werden will niemand. Insofern muss man hier die Frage aufwerfen, ob die Gesamtsituation nicht eine Form von Erpressung darstellt.







    Wohnen muß zum Verfassungsmäßig garantierten Grundrecht werden. Und die Politik hat die verdammte Pflicht dies umzusetzen..

    • Tom Tailor

      @Wunderwelt:

      Zu Ihrem letzten Satz: dieses Recht braucht keinen Verfassungsrang, da es diesbezüglich nichts einzuklagen gibt. Wir haben in Deutschland mehr leerstehende Wohnungen als es Wohnungssuchende gibt. Das Problem besteht also nicht in mangelndem Wohnraum insgesamt, sondern nur in besonders begehrten Lagen. Dies kann aber kein ausformulierter Gesetzestext ändern.

  • Hans Dampf

    Jede Medaille hat zwei Seiten



    Ich kann jeden verstehen, der einen Mietenstopp will, um überhaupt noch um die Runden zu kommen. Nur die Kehrseite der Madaille "Mietenstopp" ist die, dass dann niemand mehr Mietwohnungen bauen wird, weder die Wohnkonzerne noch der Privatmann, wie es ja heute schon fast der Fall ist.



    Dann müssten alle neuen Wohnungen vom Staat gebaut werden, mit Steuermitteln. Da der Staat eh schon hoch verschuldet ist, müsste der die Steuern erhöhen, und schon wird es zum Bummelrang.



    Die einzige Lösung kann nur sein, dass es mehr Wohnungen gibt. Ein Ansatz wäre endlich die extremen Bauvorschriften und Bürokratie derart nach unten zu schrauben, dass das bauen auch 30-40% günstiger wird. Kann es aber kaum, da neue CO2-Ziele und günstiges bauen leider oft auch konträr zueinander sind.



    Klar, Wahlplakate "von oben nach unten verteilen" machen sich gut, sie lösen aber das Problem nicht, weil das so nie kommen wird.

    • Biker-Ffm

      @Hans Dampf:

      Durch von oben nach unten verteilen entsteht auch keine einzige zusätzliche Wohnung, demenspechend wird das Problem dadurch nicht gelöst. Sie schreiben den richtigen Ansatz, Bauen, bauen, bauen. Entbürokratisrieren, und vielleicht nicht typisch deutsch immer 110% von allem wünschenswertem machen sondern es vielleicht mal bei 80 oder 90% belassen.

  • Kaboom

    Das dürfte ein weiterer Grund für viele Leute sein, die AfD zu wählen. Denn die ist ja für die Abschaffung jeglicher Regulierungen bei den Mieten. Damit die Vermieter nicht mehr in ihrer Freiheit beschränkt sind, die Mieten nach Gutdünken zu erhöhen.



    Und wie immer konstatiere ich die geradezu galaktische Cleverness der AfD-Fans.

  • Šarru-kīnu

    Die Ärmsten in Deutschland leben in den Regionen mit den niedrigsten Mieten. Bei uns im ärmsten Landkreis des Landes sind das Problem die Nebenkosten aber hier wird ja nur noch Politik für die Großstädter gemacht.

    • R. Mc'Novgorod

      @Šarru-kīnu:

      Nein, es wird keine Politik für " die Großstädter " gemacht und 400 Euro mehr Gehalt in München bringen auch nichts, wenn dafür die Miete 500 Euro mehr kostet, als auf dem Lande.

      Das Dilemma betrifft letztlich Stadt und Land auf unterschiedliche Art ind Weise.

      In der Stadt gibt es heute die Jobs und das kulturelle Angebot- da ist Vieles in den letzten Jahrzehnten vom Land in die Stadt abgewandert.



      Dafür sind Lebenshaltungskosten und Miete so immens teurer geworden, das viele Großstädter entweder dazu gezwungen sind, neben ihrem Job noch einen Nebenjob anzunehmen, um über die Runden zu kommen und damit vielfach auch gar keine Zeit ( oder kein Geld) mehr haben, um das kulturelle Angebot zu nutzen.

      Anderseits gibt es günstige Mieten auf dem Land und dafür fehlen die Jobs und die letzte Dorfkneipe macht dicht.

      Was soll dieses ständige Ausspielen von Stadt vs Land? Das hilft niemanden und überdeckt die wahren Probleme

      • Reinero66

        @R. Mc'Novgorod:

        Naja, für die viel gepriesenen Start UPS ist es eigentlich egal wo sie sind, ach nee, im Dorf kann man damit kein Prall machen oder zu Starbucks gehen.



        Desweiteren die paar Studenten in Berlin (150.000 auf 3,7Mio) sind gegen Heidelberg oder Göttingen ein Witz (40.000 auf 120.00).



        Anspruchshaltung ist das Problem. Ich habe 3 Kinder im Studium, ich wäre froh über Berliner Preise mit 13,50€ je qm. Der günstigste liegt bei 17,50€ ohne Nebenkosten.

      • EffeJoSiebenZwo

        @R. Mc'Novgorod:

        Genau, vielen Dank!

  • Privatkundig

    Ich habe mich seit einiger zeit umgehört, viele Mieter zahlen mehr als 30% ihres Nettoeinkommens, viele liegen bei 50% und mehr. Wenn eine kleine Wohnung z.B. in Köln oder Düsseldorf schnell mal 900€ +400€ Nebenkosten kosten, so müsste der Nettoverdienst hier bereits 4.333€ sein und brutto mit Steuerklasse 1 oder 2 wären dies im Regelfall ca. 7.222€ Bruttoverdienst! Die verdienen noch nicht einmal viele Akademiker!



    Hieraus wird doch deutlich, dass der Mietwohnungsmarkt vollkommen überzogen ist, und v.a. die Menschen die mit Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und kein Erbe besitzen, und hierdurch an ihre Grenzen kommen.

    • T-Rom

      @Privatkundig:

      Wenn viele Mieter ihre Immobilie kaufen würden oder selber bauen, wäre die monatliche Rate für den Kredit vielfach noch höher. D.h. die Mieten orientieren sich demnach doch irgendwie an den Kosten für den Wohnungsbau. Von speziellen Lagen wie zB München oder Düsseldorf vielleicht mal abgesehen. Das Problem sind vielfach die hohen Baukosten, u.a. durch umfangreiche Bauvorschriften und, ja, auch hohe Energiestandards.

    • Machiavelli

      @Privatkundig:

      Nicht der markt ist überzogen die kosten sind aufgrund staatlicher Maßnahmen zu hoch.

      • Troll Eulenspiegel

        @Machiavelli:

        Zum Beispiel barrierefreies Bauen, wie der Nutzer Wirrwicht dargelegt hat. Wenn auch in mangelhafter Ausführung.

        Die Buhmänner? Die Behinderten, weil sie sich für ihre Rechte eingesetzt haben. Für den Aufzug in den 2. Stock und für die Rampe. Lasst den Ableismus freien Lauf, in dem wir ihren Einsatz und ihren Mut mit erhöhten Wohnkosten aufwiegen.

  • Ricky-13

    Während gesetzliche Regulierungsschranken bestehen, verzeichnen börsennotierte Immobilienkonzerne wie z.B. die Vonovia im Vermietungsgeschäft kontinuierlich Mietwachstumsraten von rund 4 % oder mehr und schütten Jahr für Jahr hohe Dividenden im dreistelligen Millionenbereich aus.

    Dass "Miethaie" trotz Regulierung finanziell so erfolgreich sind, liegt nämlich nicht daran, dass sie das Gesetz brechen. Es liegt daran, dass das Gesetz selbst legale Schlupflöcher, Ausnahmen und Geschäftsmodelle bereithält, die Konzerne im großen Stil professionalisiert haben.

    Nur mal ein Beispiel: Wenn der vorherige Mieter bereits eine sehr hohe Miete bezahlt hat, darf der Vermieter diese hohe Miete beim Nachmieter gesetzlich weiterverlangen (sogenannter Bestandsschutz der Vormiete). Die Mietpreisbremse greift hier also ins Leere.

    Und Unternehmen wie z.B. Vonovia verdienen ihr Geld längst nicht mehr nur mit der reinen Kaltmiete. Sie haben 'eigene Tochterfirmen' für Kabelfernsehen, Treppenhausreinigung, Gartenpflege und so weiter. Diese Kosten werden über die Nebenkostenabrechnung direkt an die Mieter durchgereicht.

    Und was machen unsere gewählten Volksvertreter aus CDU/CSU und (S)PD dagegen? NICHTS.

    • T-Rom

      @Ricky-13:

      Diese grossen Gesellschaften mit ihren Tochtergesellschaften (die den Unterhalt der Immobilien besorgen) sind in der Tat ein Problem. zT ein selbstgemachtes, da viele kommunale Wohngenossenschaften privatisiert wurden bzw die Immobilien an die grossen Konzerne gingen.

      • Hans - Friedrich Bär

        @T-Rom:

        "Diese grossen Gesellschaften mit ihren Tochtergesellschaften (die den Unterhalt der Immobilien besorgen) sind in der Tat ein Problem. "

        Würde ich auch sagen , das sieht man derzeit auch an Investorengruppen, die Handwerksbetriebe ( GWS...) kaufen, die für den Unterhalt von Immobilien von selbstgenutzten oder durch Kleinvermieter vermietete Wohnungen notwendig sind.

        "zT ein selbstgemachtes, da viele kommunale Wohngenossenschaften privatisiert wurden bzw die Immobilien an die grossen Konzerne gingen."

        Das stimmt auch. Das lag an der gewählten Kommunalpoltitik und an den Eigentümern der Genossenschaftsanteile, die den Verkäufen zugestimmt haben.

        www.iwkoeln.de/fil...onomik_01_2010.pdf

        Die Genossenschaftsidee ist eine Idee des 19. Jhs. um Armut vorzubeugen. Weil sie gut funktioniert hat ist vergessen / nicht verstanden worden warum ( Präventionsparadox) .

        Wir haben die gleiche Politik derzeit in der GKV "Reform" vor ein paar Wochen ( z.B. Einschränkung der kostenfreien Familienversicherung)....

  • Wanderin

    Klar betrifft die Mietkrise auch Rentner:innen, die nach einer Eigenbedarfskündigung nichts mehr in ihrer Heimatstadt finden. Aber vor allem ist der mangelnde politische Willen, die Mietkrise in den Ballungszentren zu lösen, ein Verrat an der sozialen Mobilität der jungen Generation. Zwischen 20 und 30 werden viele berufliche Weichen gestellt. Die attraktiven Karrieremöglichkeiten sind in den Ballungszentren. Wer aus einer strukturschwachen, zunehmend rechtsradikalen Region zur Ausbildung oder zum Studium in die Großstadt ziehen möchte, und keine elterliche Unterstützung hat, steht vor wesentlich größeren Herausforderungen als frühere Generationen. Nutznießer der Krise sind internationale Mietspekulanten und die ältere, wohlhabende Generation, die sich über die wachsende Rendite ihrer Betongold-Investitionen freut.

  • Bolzkopf

    Die Mietenexplosion ist ist leider leider ein unvermeidliches Naturereignis.



    Unsere Regierung tut alles erdenkliche um diese Katastrophe in den Griff zu bekommen.



    Schließlich garantiert das Grundgesetz ein Recht auf Wohnen

    Da kann man eben nichts machen.

    Weitergehen, bitte gehen sie weiter... hier gibt es nichts zu sehen.

  • Klaus Klarblick

    Der Mietenreport 2026 bringt einige gute Nachrichten:



    Im Vergleich zum letztjährigen Mietenreport 2025 ist der Anteil der Mieter, die sich Sorgen um die Mieterhöhungen machen, gesunken.



    Allerdings liegt der Anteil der Mieter, die sich Sorgen über die Nebenkosten machen, deutlich über dem Anteil, die sich Sorgen über die Miete machen. Hier passend auch RBB-Beitrag vom 27.8.2026: "Berlin ist Nebenkostenweltmeister. Berlin hat die höchsten monatlichen Nebenkosten für Mieter. Eine neue Studie der Deutschen Bank zeigt eine drastische Kostensteigerung. Demnach sind in Berlin die monatlichen Grundversorgungskosten bei Strom, Heizung, Kühlung, Wasser und Müll sogar höher als in London." Berliner Mieterverein zum aktuellen Nebenkostenspiegel: "Wasser doppelt so teuer wie im Bundesdurchschnitt".

    Was ist bei den landeseigenen Betrieben los? Die Berliner Energie und Wärme (Fernwärme) hat den Gewinn von 15 Mio.€ auf 80 Mio.€ gesteigert; die Berliner Wasserwerke von114 Mio.€ auf 127 Mio.€; die Berliner Stadtreinigung von 69 Mio.€ auf 120 Mio.€.

    Es ist doch nicht hinnehmbar, dass ausgerechnet der Staat die Mieter abzockt. Von der Grundsteuererhöhung will ich gar nicht erst anfangen.

    • Gerhard Krause

      @Klaus Klarblick:

      Ich habe die Zahlen (bislang) nicht überprüft, jedoch auch unter einem Durchschnitt stimmte diese Frage immer: Warum haben wir nicht eine andere Steuereinnahmenpolitik?(!) Das Wort "Steuer" klingt sicherlich so attraktiv, wie ein verbeulter rostiger Mülleimer aussieht, jedoch bezeichnet dieses Wort - sehr frei nach einem bekannten Sprichwort: "Hässlich, aber sexy." - den Haupteinnahmen unserer offenen öffentlichen Gesellschaft. Wenn sich, was angesichts dessen, dass in diesem Land nun einmal alles zu bezahlen ist und dies auch erwartet werden darf, (reiche) Menschen finanziell zum Beispiel mit Verschonungsbedarfsprüfung sowie Stiftungen aus der Verantwortung ziehen und sich insbesondere der Bund zusätzlich durch mangelnde (aber notwendige) Geldschöpfung kastriert, fallen die 💩Stoffwechselendprodukte 💩 insbesondere auf die Kommunen.

  • Desti

    Ich finde es wirklich interessant, dass immer nur über die Kaltmiete gesprochen wird, niemals, aber über die Nebenkosten.

    Ich bewohne eine recht großzügige Wohnung in einer Genossenschaft.



    Mittlerweile seit fast zehn Jahren.

    Die Kaltmiete blieb (unter 8 € je m2), allerdings sind die Nebenkosten massiv gestiegen. Und ein Großteil davon aufgrund (erwünschter!) politischer Entscheidungen - bspw. höherer Mindestlohn, stetig steigende Energiepreise, zuzüglich der stetig steigenden Steuern auf diese Energie.



    In Bezug auf eine Warmmiete machen den Nebenkosten mittlerweile 35 % aus.

    Irgendwann ist eben auch das Einsparungspotenzial bei den Energiekosten vollständig ausgereizt.

    Nein, und ein paar € "Klima-Geld" können dies nicht einmal im Ansatz kompensieren!

    • Kaboom

      @Desti:

      Die Lohnkosten bei Öl oder Gas dürften zwischen 1 und 5 % betragen. Änderungen am Mindestlohn dürften sich also vor dem Komma kaum bemerkbar machen.

    • Moby Dick

      @Desti:

      Die Nebenkosten könnten niedriger sein, wenn die Mieter Treppe putzen, Mülltonnen rausstellen, Garten pflegen und Schnee räumen selbst erledigen würden. Der Vermieter kann die ordentliche Durchführung durch die Mieter aber faktisch nicht durchsetzen, behält aber gegenüber den anderen Mietern und nach außen (Schneeräumung) die Verantwortung. Daher wird das als Dienstleistung beauftragt und auf die Mieter umgelegt. Die Beauftragung dieser teilweise kleinen Arbeitsumfänge kann sehr teuer sein.

    • DerLurch

      @Desti:

      Das geht nicht nur Ihnen so, aber das ist nun mal der Preis für solidarische Lohnentwicklung und Nachhaltigkeit. Das mit dem Strompreis regelt sich perspektivisch dann, wenn sich die Investition auszahlen.



      Alle zusammen zum Ziel.

    • nihilist

      @Desti:

      Wie wirkt sich denn ein höherer Mindestlohn auf Ihre Nebenkosten aus? Solllen für Ihre Lebenshaltungkosten nun die Leute aufkommen, die das Treppenhaus putzen?

  • Astrid Sehnefeld

    Nach wie vor: wenn 6 Millionen in Berlin leben wollen und nur Wohnraum für 3 Millionen da ist, wird es immer ein Instrument zur Selektion geben.



    Im Kapitalismus ist das der Mietpreis. Dank der hohen Nachfrage steigen die Mieten so weit, bis sich die Nachfrage so weit erschöpft, dass sie sich mit dem Angebot deckt - siehe München.



    In der DDR hatten wir auch zu wenig Wohnraum in Berlin. Im Sozialismus war das Instrument zur Selektion die Wartezeit. Auf den Trabant hast du 10 Jahre gewartet, auf die Wohnung oft auch nich kürzer.



    Nachfrage und Angebot müssen sich also angleichen - entweder indem massiv zusätzlicher Wohnraum in Städten geschaffen wird (Bürogebäude, Brachen, Aufstockung) oder indem sich eben genügend Menschen ob der hohen Preise vom Stadtleben abwenden.



    Einen Mietendeckel zu fordern ist genau so klug, wie von Gemüsehändlern zu verlangen, dass Tomaten im Winter das gleiche kosten sollen wie im Sommer...



    Die lachen dich auch aus und zeigen dir den Vogel.



    In den 1970ern wurden jährlich 700.000 Wohnungen gebaut, davon 400.000 Sozialwohnungen. Da liegt der Fehler.



    Wir müssen bauen bauen bauen, durch drangsalieren von Vermietern entsteht keine einziger qm zusätzlicher Wohnraum

    • Privatkundig

      @Astrid Sehnefeld:

      Es ist beim Immobilienmarkt nicht so, dass dar Markt Nachfrage-Angebot-Preis funktionieren würde, denn dann würden mit steigenden Mieteinkünften auch neue Wohnungen gebaut werden. Dies ist nicht so, da die Bodenpolitik seit 30 Jahren so ausgelegt ist, dass nicht jeder bauen kann der die Gegenrechnung anstellt. Die Mietsteigerungen haben sich seit Jahren von den bereits sehr hohen Wertsteigerungen der Grundstücke inkl. Immobilien abgekoppelt, Mieten steigen unproportional mehr als die Grundstücksspekulation, verkürzt gesagt. Da Eigentum auch bei Sozialleistungen verschont werden, ensteht hier eine klare 2-Klassen-Gesellschaft, bei der v.a. Mietern die ganzen Lasten und Altlasten zahlen müssen (alte uneffektive Heizungsanlagen, Schadstoff-, Energetische Sanierung). Diese Sanierungskosten müssen in der BK-Umlage sogar zeitlich unbegrenzt bezahlt werden, unabhängig davon, ob die Kosten bereits abgegolten sind. Fördergelder und die Abbezahlung durch die Mieter gehen vollumfänglich nur in das Eigentum des Vermieters über und führen dort zudem zu Wertsteigerungen, also zu immensen Gewinnen, die der Eigentümer nicht versteuern muss. Grundsteuern werden unberechtigtauch auf Mieter umgelegt.

      • Astrid Sehnefeld

        @Privatkundig:

        Könnte man für unter 20€ den qm bauen, würde mehr gebaut werden.



        Wir haben zuhause zum Beispiel eine große Scheune.



        Es gäbe durchaus eine Nachfrage nach Mietwohnungen, allerdings liegt bei uns der Mietpreis bei maximal 7-8€ der qm...



        Wir haben das mal grob durchgerechnet und sofort wieder verworfen - bis sich der Ausbau rentiert hätte...🤷



        Da haben wir lieber ein paar Aktien gekauft.



        Will man mehr Wohnungen muss man entweder staatlich bauen - was Geld kostet, oder es den Privaten attraktiv machen, also die Baupreise so weit senken, dass sich eine ordentliche Rendite erwirtschaften lässt.



        Das kann man über zwei Wege erreichen, entweder man senkt die Baukosten durch radikale Abschaffung von Bürokratie und Umweltauflagen oder man bezuschusst Bauen so weit, dass es sich wieder rechnet.



        Man kann es drehen und wenden wie man will - mehr Wohnraum heißt enorme Investitionen vom Staat. Dazu hat weder Merz Lust, noch hatte Scholz darauf Lust.



        Ich komme nicht umhin festzustellen, dass es keiner Regierung zuletzt egal war, ob gebaut wurde oder nicht.



        Geredet haben sie viel die Politiker, aber ernsthaft was getan? Nein.

        • sociajizzm

          @Astrid Sehnefeld:

          Merz hatte keine Lust, Scholz nicht einmal den notwendigen Spielraum. Der hätte es nicht umsetzen können, selbst wenn er gewollt hätte. Am Mangel des finanziellen Spielraums ist ja auch in erster Linie die Koalition zerbrochen.

      • Axel Schäfer

        @Privatkundig:

        "... Grundsteuern werden unberechtigtauch auf Mieter umgelegt. ..." Damit finanzieren sich die Kommunen. Warum sollten sich Mieter daran nicht beteiligen?

      • Axel Berger

        @Privatkundig:

        > Es ist beim Immobilienmarkt nicht so, dass dar Markt Nachfrage-Angebot-Preis funktionieren würde, denn dann würden mit steigenden Mieteinkünften auch neue Wohnungen gebaut werden.



        Das mag sein, aber wenn, ist nach den Gründen zu zu fragen. Daß Leute mit den Mitteln und der Möglichkeit, Wohnungen zu bauen, freiwillig auf Einnahmen und Gewinn verzichten, wird es ja wohl kaum sein.

    • silicananopartikel

      @Astrid Sehnefeld:

      Ich bin für eine Selektion per Losverfahren. Einmal alle fünf Jahre müssen sich alle (weltweit; internationale Solidarität), die in Berlin wohnen oder dort wohnen wollen um eine Wohnung bewerben. Dann wir gelost. Wer Glück hat, erhält für fünf Jahre eine Wohnung zugewiesen, der Mietpreis wird strikt bei 1/3 des Nettoeinkommens gedeckelt. Wer Pech hat, muss wegziehen bzw. darf nicht hinziehen. So hat jeder Mensch exakt die gleiche Chance auf Wohnen in Berlin

      • ToMuch

        @silicananopartikel:

        Was eine kindische Idee. Dann muss man halt auch alle fünf Jahre den Job wechseln und Kinder von Alleinerziehenden sehen halt dann den anderen Elternteil wenn überhaupt, nur noch mit großem Aufwand. Und die Schule können sie dann gleich alle fünf Jahre mitwechseln.



        Und welcher Vermieter soll daran Interesse haben? Wenn ich tolle Mieter habe, warum sollte ich die loswerden wollen nach 5 Jahren?

      • Comerade Aardvark

        @silicananopartikel:

        Das ist mal eine fantastische Idee. Ich würde es noch einmal ein wenig verschärfen: Teilnahme an der Verlosung ist verpflichtend, und wessen Los gezogen wurde, muss nach Berlin, ob sie wollen oder nicht. Man kann sich gegen einen kleinen Obulus im Vorfeld der Verlosung davon freikaufen, und dieses Geld fließt nach Bayern, mit der Auflage, damit 1:1 die Zahlung über den LFA an Berlin aufzustocken.

        • silicananopartikel

          @Comerade Aardvark:

          Eine "In-Berlin-will-ich-nicht-mal-tot-überm-Zaun-hängen"-Steuer. Kurz IBinmtüZhSt. You made my day!!!

    • Axel Berger

      @Astrid Sehnefeld:

      Die Wartezeit war das Offizielle. Daneben wirksam waren aber auch weit mehr als in jeder Marktwirtschaft und wie meist in behördlichen Zuteilungen die richtigen Connections. Genau das sehen wir längst auch in Städten wie Köln und Berlin wieder.

      • Astrid Sehnefeld

        @Axel Berger:

        Absolut. Vitamin B hilft immer

    • Günter Witte

      @Astrid Sehnefeld:

      Hätten wir heute noch die Bauvorschriften aus den 1970ern Jahren wäre das Bauen auch einfacher. Höchster Standard, Klimaschutzmaßnahmen, immer mehr qm Wohnraum, usw., usw., müssen erst mal umgesetzt und bezahlt werden.

      • Astrid Sehnefeld

        @Günter Witte:

        Richtig. Die Leute wollen neueste Buden aber Mietpreise von vor 20 Jahren...



        Das beißt sich.



        Aber es geht beim Mietpreis um Emotionen, nicht um kaltes rechnen.

      • Biker-Ffm

        @Günter Witte:

        Dann stellt sich für mich die Frage:Muss immer alles auf höchstem Niveau sein, oder würde nicht vielleicht auch ein hohes Niveau reichen?



        Deutschland war nach WK 2 total zerbombt und es fehlte massiv Wohnraum.



        Es kann nur eine Lösung geben: Bauen, Bauen bauen, der Staat muss massiv in (sozialen) Wohnraum investieren.

        • Astrid Sehnefeld

          @Biker-Ffm:

          Gerade Grüne und Linke wollen alles auf höchstem Niveau, wegen Umwelt und Klima.



          Bin ich generell auch dafür.



          Da müsste ihre Klientel aber auch bereit sein, für derlei Standard die Kosten zu tragen.



          Da sind wir dann bei 20€ der qm - da springt links auf die Barrikaden und spricht von Wucher... 😂 🤷

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Biker-Ffm:

          Damit würde er aber das Geschäftsmodell von Spekulanten kaputt machen. Und das geht natürlich überhaupt nicht. Besonders nicht mit Merz in der Regierung.

      • Wirrwicht

        @Günter Witte:

        Immer mehr qm? Also hier werden, trotz Bedarfs, 3-5 Zimmer Wohnungen zerpflückt und Einheiten in Neubauten sind eher kleiner. Wer also nicht kaufen oder bauen kann, lebt dann in einem Schuhkarton.

        • Astrid Sehnefeld

          @Wirrwicht:

          Es ist natürlich nur eine Statistik und die kann durch Extremwerte von Einzelnen verfälscht werden, aber statistisch gesehen steht pro Person stetig mehr Wohnraum zur Verfügung.



          Und das kommt schon hin, wir sind zu viert in einem Kinderzimmer groß geworden, im der Pubertät bekamen wir dann 2er Zimmer und unsere Eltern opferten dafür ihr Schlafzimmer und schliefen in der Stube fortan.



          Das ist heute undenkbar, fast alle Kinder bekommen ihr eigenes Zimmer.



          Was wir heute für selbstverständlich erachten ist eigentlich Luxus.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Günter Witte:

        "...immer mehr qm Wohnraum..."

        Es gibt keine Vorschrift, nur große Wohnungen zu bauen. Tatsächlich ist es so, dass kleinere Wohnungen oft schwieriger zu bekommen sind.

        Die Vorschriften verbieten lediglich, dass zu den Zuständen, die Heinrich Zille so schön festgehalten hat, zurückgekehrt werden darf.

  • Georg Sonntag

    Da hoffe ich das die nun bald gewählte neue Berliner Stadtregierung, Linke Grüne und bestimmt noch SPD Nägel mit Köpfen machen. Die Mieten werden auf einen Spotpreis sinken, während der Wohnkomfort in ungeahnte Höhen schnellt.



    Das Schlaraffenland für Mieter ist nah! Hoffentlich werden sie nicht enttäuscht.

    • ToMuch

      @Georg Sonntag:

      Sind das nicht die gleichen, die schon die letzten 16 Jahre dort mehr oder weniger regiert haben? Und wurden nicht mit Absegnen der Linken damals erst große Teile privatisiert?

  • Wanderin

    Die Benachteiligten am Wohnmarkt sind bereits von mehreren Systemen betroffen, die rigoros nach Einkommen aussortieren. Die Auslese am Wohnmarkt greift mit der sozialen Auslese des Bildungssystems ineinander.

    Studierende aus armen Familien z.B. sollen Bafoeg-Amt-Probleme, Nebenjob, versnobte Kommilitonen, Kulturschock, WGs und einen schwierigen Wohnmarkt auf einmal bewältigen- neben einem anspruchsvollen Studium im straffen BA Lehrplan. Wer mittellose Eltern/ keine elterliche Bürgschaft hat, lebt oft in Mietverhältnissen, die einen erheblichen Dauerstressfaktor darstellen. Es muss in diesem prekären Gefüge nur ein kleines Problem auftauchen und schon fällt alles auseinander.

    • Privatkundig

      @Wanderin:

      Es ist tatsächlich im Sozialrecht so, dass Immobilieneigentum geschützt ist, aber jemand der alleine schon auf Grund der erforderlichen Eigenbeitragshöhe erst gar keine Finazierung für den Kauf einer Immobilie erhält, und zur Miete wohnen muss, muss in dem Fall, wenn er Bürgergeld oder Sozialhilfe beantragen muss sein "Geldvermögen" (Grenze 20.000€ inkl. aller Werte) aufzehren, und erhält Sozialhilfe erst gar nicht und muss KV und RV selber zahlen, auch ein Anrecht auf eine Sozialwohnung hat er dann nicht und auch kein Anrecht auf GEZ-Nachlass.



      Dies alles wird Immobilienbesitzern trotz der immensen Wertsteigerungen der letzten 15 Jahre gewährt. Das ist m.E. auch mitunter der Grund für die Gründung von Pegida und später AfD, weil die Menschen diese Schieflage bei der Klassengesellschaft ja bemerken. Und diese Bevölkerungsgruppen, die überwiegend durch Arbeit ihre überhöhten Mietkosten erwirtschaften müsssen, kann man durch die Stellschrauben Wohngeldkürzung, BK-Umlage von Sanierungsrückstau, Umlage energetische Sanierung, und durch Unterlassen von Wohnungbau, und Neoliberalisierung des Sozialwohnungsmarktes immer weiter "melken" und unter Druck setzen, mit weniger Leneschancen.

  • Axel Berger

    > Weber-Moritz fordert zum Beispiel einen bundesweiten Mietenstopp.



    Wenn ein Gut knapp wird und echter Mangel herrscht, dann ist es natürlich besonders zielführend, die einzigen, die dieses Gut erzeugen können, gezielt zu ruinieren. Im Holodomor haben Sowjetkader das Saatgut der Ukraine geplündert.



    > Als ultima ratio müsse auch eine Vergesellschaftung möglich sein



    Erst vor wenigen Tagen war hier wieder ein Artikel über die Zustände in Wohnungen eines landeseigenen Gesellschaft. Einer von vielen. Immerhin, Gewinne machen diese Gesellschaften in der Regel nicht sondern werden zusätzlich zur Miete auch noch über Steuern finanziert. Mieter haben schließlich zwei Taschen, also soll man auch in beide reingreifen.

    • Schleicher

      @Axel Berger:

      Lol. Weder hat Vonovia und in geheimes Patent für den Wohnungsbau, noch wären Vermieter durch einen Mietendeckel ruiniert.



      Der Völkermord Vergleich ist schon Klasse.

      Wer denkt bloß an die armen, hungernden, ruinierten Immobilienunternehmen, die schon unter Stalin leiden mussten? Hat niemand ein Herz?

    • Privatkundig

      @Axel Berger:

      ? Natürlich machen die Gesellschaften keine ausgewiesenen Gewinne, es bestehen gerade bei Immobilien viele Möglichkeiten Gewinne wo anders hin zu schieben. Zudem müssen die geforderten Fondsgewinne ja auch zuerst ausgeschüttet werden.



      Und die Wertsteigerungsgewinne kommen ja noch hinzu bleiben komplett steuerfrei!



      Ich habe kein Mitleid, zudem wenn Haus und Grund immer derart klagt, dann könnten diese Eigentümer ja jederzeit verkaufen, das tun sie aber nicht, warum nicht?

      • Comerade Aardvark

        @Privatkundig:

        Weil sie die Wohnungen nicht mehr losbekommen zu angemessen erscheinenden Preisen. Gerade, wenn die Wohnung vermietet ist.



        Es ist in vielen Gegenden gerade Angebotsüberhang, und auf der Käuferseite tummelns sich zum Großteil nur Haie und Define ("Flipper"), die auf Schnäppchenjagd sind.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Axel Berger:

      "... dann ist es natürlich besonders zielführend, die einzigen, die dieses Gut erzeugen können, gezielt zu ruinieren."

      Profitorientierte Akteure sind aber nicht die einzigen, die Wohnraum schaffen und bewirtschaften können. Auch wenn sie es immer wieder behaupten. Sehr viele gut funktionierende Genossenschaften beweisen täglich das Gegenteil.

      PS: Muss man echt Stalins Verbrechen für schräge Vergleiche ausgraben?

  • Desdur Nahe

    "für 13,50 Euro pro Quadratmeter...45 Prozent über dem Mietspiegel"



    Unter



    taz.de/Wohnungsunt...n-Berlin/!6207569/



    ist zu lesen, dass alleine die Zinsen aktuell 754 Euro im Monat bei einer 65 qm Wohnung ausmachen, also 11,60 Euro im Monat. Und da wurde noch nichts von Kredit getilgt, nichts für Reparaturen zurückgelegt. Vom Gewinn ganz zu schweigen. Und da ging es um die landeseigenen Unternehmen!



    Es ist erstaunlich: In so vielen Artikeln wie auch hier wird der Wohnraummangel thematisiert: Warteschlangen, endlose Suche, "mehrstufige Castings" etc.



    Und das Fazit ist dann immer: Mietendeckel. Und Enteignungen. Alles Maßnahmen, die keine einzige neue Wohnung schaffen. Absurd.



    Genauso absurd: Zu sehen, dass jedes Jahr wieder die landeseigenen Unternehmen an den Neubauzielen scheitern, aber die Lösung in noch mehr staatlicher Inkompetenz zu suchen:



    Schaffung einer Bundeswohnungsbaugesellschaft. Vermutlich mit vielen hoch dotierten Posten.



    Gebaut wird dennoch nicht werden, wo denn auch? Das Tempelhofer Feld z. B. muss ja unbedingt für die frei beliebn, die ja schon eine Wohnung haben. Und im Wahlkreis auch wählen.

    • Schleicher

      @Desdur Nahe:

      Naja Platz gibt's jede Menge. Sieht man doch in Berlin überall. Wie dort die Bürotürme aus dem Boden schießen.



      Kann man halt nicht drin wohnen.



      Kann man halt nichts dran ändern, wenn man es den privaten überlässt.

      • Desdur Nahe

        @Schleicher:

        Wen wundert es? Bei Gewerbeimmobilien gibt es keinen Mietendeckel, und Enteignungsfantasien für Bürotürme hat man bisher kaum gehört.



        Wenn der Staat Wohnungsbau unattraktiv macht, weichen die Privaten natürlich aus.

    • Schmetterling

      @Desdur Nahe:

      Nun, bis jetzt gibt es keine Enteignungen und trotzdem nicht genügend Wohnungen - absurd ist also die Vorstellung, dass sich das von alleine Regelt, wenn man die Vermieter nur machen lässt

      • Desdur Nahe

        @Schmetterling:

        "...wenn man die Vermieter nur machen lässt"



        Das wüsste man erst, wenn man es mal probieren würde.



        Der Wohnungsmarkt ist derart strikt staatlich reglementiert, dass ein funktionierender Markt kaum noch existiert.



        In 10 Jahren hätte sich die Wohnungsnot erledigt, wenn



        -Bauauflagen etc. auf EU-Niveau abgesenkt werden würden



        -Bauanträge, Genehmigungen etc. automatisch als genehmigt gelten, wenn sie innerhalb von 6 Monaten nicht abgelehnt wurden



        -Private Akteure Brachflächen mit Wohnungen automatisch bebauen dürfen, falls nach Beantragung des Baus der Staat nicht innerhalb von 2 Jahren selbst mit dem Bau startet



        -Bei Abstimmungen nicht nur die bereits dort lebenden BürgerInnen Stimmrecht hätten, sondern auch die Menschen, die dort in den neuen Wohnungen wohnen würden



        -kann gerne weiter ergänzt werden...

    • Wirrwicht

      @Desdur Nahe:

      Bei uns wurde eine Gegend mit dichter Bebauung komplett abgerissen und durch gleichförmige Einfamilienhäuser mit großzügigen Gärten ersetzt.

  • Il_Leopardo

    Die Ausgaben für Miete + Nebenkosten sollten nicht höher sein als ein Drittel des Monatseinkommens - so habe ich es einst gelernt. Ach ja, die gute alte Zeit! Inzwischen geht wohl die Hälfte des Einkommens dafür drauf.

    • Klaus Klarblick

      @Il_Leopardo:

      Ich kann Ihnen da mit einer Statistik aus dem hier besprochenen Mietenreport 2026 helfen: 11,3% der Mieter müssen mehr als 30% ihres Einkommens für Miete + Nebenkosten ausgeben ("Wohnkostenüberlastungsquote") Die Zahl der überlasten Mieter ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,7% gesunken.



      Bei Eigentümern, die noch den Hauskredit abbezahlen müssen, sind hingegen 13% mit den Wohnkosten überlastet.

      • Privatkundig

        @Klaus Klarblick:

        Bitte, ich habe oben die Hochrechnung dargestellt, wieviel man bei einem üblichen Mietzins für Wohnkosten inkl. BK-Kosten brutto verdienen muss bei 30%, ich kommen auf 7.222€ brutto bei einer nicht übezogenen üblichen Miete!



        Ich kann die Klagerei der Immobilieneigentümer wirklich nicht mehr hören, Finanzierungen der Häuser werden meist so berechnet, dass diese innerhalb von 10 bis 20 Jahren abbezahlt sein sollen. Dies ist schon sehr sportlich. Die Lebensdauer einer Immobilie ist aber mindestens 100 J. mietfrei und viele stehen noch viel länger, je nachdem. Hinzu kommen Wertgewinne. Viele Menschen schaffen sich auch Immobilien an, die es sich eigentlich nicht leisten können. Und wenn dann beides zusammen kommt sind sie selber Schuld, aber doch nicht Mieter, die ja noch mehr darunter leiden, da auf Grund der immensen Wohnungsknappheit, die Mieten schon seit Jahren auf hohem Niveau unproportional höher steigen, als die bereits hohen Wertzuwächse der Immobilien.

        • Comerade Aardvark

          @Privatkundig:

          10 bis 20 Jahre bis lastenfrei. 100 Jahre Nutzung (ohne Investition?)



          Sie wissen nicht, wovon Sie reden.

      • Axel Berger

        @Klaus Klarblick:

        Vor vielen Jahren las ich ich einen Bericht, nach dem Hauseigentümer im Alter oft auch ein ansehnliches Geldvermögen besäßen. Die Suche nach den Ursachen ergab: In der Abzahlungsphase haben sie sich eine äußerst sparsames Leben angewöhnen müssen, kein Urlaub, keine teuren Freizeitbeschäftigungen, altes Auto, günstige Kleidung etc. und das aus eingeübter Gewohnheit später beibehalten.

        • ToMuch

          @Axel Berger:

          Hier auch: Alleinerziehend ein Haus gekauft, Vollzeitjob während der Woche, Nebenjob alle 14 Tage wenn Papa-Wochenende war. Der Minijob hat schon mal die Hälfte des monatlichen Kredits getilgt. Es ist einiges möglich, aber ohne einiges an Verzicht geht es halt nicht…

          PS: In den ersten zehn echt harten Jahren waren die Mieter meiner Eltern jährlich zweimal in Urlaub, einmal lange im Sommer und einmal kurz im Winter. Ich nicht. Dafür habe ich jetzt bald eine abbezahlte Immobilie… Jeder setzt seine Prioritäten nun mal anders.

    • the-void

      @Il_Leopardo:

      Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft kein würdiges Leben garantieren kann.

      Eine Idee, die mir oft einfällt: Man könnte den MIndestlohn an einen Mietendeckel koppeln, z.B. die monatliche Miete für eine 50 qm Wohnung könnte höchstens 1 / 3 des Netto-Mindestlohns betragen. Die Anpassung sollte automatisch sein, d.h.: Wenn der Mietendeckel erhöht wird, muss der Mindestlohn automatisch angepasst werden, oder umgekehrt.

      Dann wären Mieter aus der Gleichung raus und die Immobilieninvestoren müssten mit den restlichen Unternehmen verhandeln.

      • Privatkundig

        @the-void:

        Man hätte in den 1990gern und v.a. seit der 2000der den Wohungs- und gleich auch noch den Sozialwohnungsmarkt als Daseinsvorsorge bzw.- infrastruktur eben nicht neoliberalisieren und der Spekulation freigeben dürfen, so wie es die CDU/CSU und FDP-Regierungen dies ehemals getan haben und stark darauf gedrängt haben. Ich saß damals selber in solchen Gesprächsrunden der Parteien, die Grünen und SPD waren dagegen.



        Ich werde wütend, wenn nun gerade diese Parteien, nun, wo ihnen die Folgen ihrer eigenen Politik uns um die Ohren fliegen, nun noch nicht einmal schaffen auch nur die nötigsten Wohnungen zu bauen und stattdessen einfach das Wohngeld reduzieren und die Kosten einfach wieder nur auf die Bürger abwälzen, aber die Spekulationsgewinne auch des Wohungsmarktes ins Ausland gehen und kaum besteuert werden. Dies stellt ein "Aussaugen" der Wertschöpfung unseres Landes dar, was v.a. die arbeitende Bevölkerung erwirtschaftet und eben nicht die vermeintlichen "Leistungsträger" in den oberen Etagen.



        Wohngeldkürzungen, das Schröpfen der arbeitenden Bevölkerung und der sozial Schwachen und Kranken ersetzt keine Reformen!



        Eine derart schlechte einfallslose und ressenimentgetriebene Politk!

        • Comerade Aardvark

          @Privatkundig:

          In Berlin hat ein Rot-Roter Senat die Wohnungen verscherbelt, die Kommunalen Bestände in vielen Städten auch die SPD-geführten Räte (v.a. in NRW). Natürlich aus der Not heraus, aber das der Union (und vor allem der FDP - wann halt die in einer Großstadt zuletzt den OB gestellt bzw eine Ratsmehrheit geführt) zuschieben zu wollen, ist falsch. Natürlich kann es in Ihrer Kommune so gewesen sein, aber das ist sicherlich nicht repräsentativ.

  • David Lejdar

    Bin ich großer Fan von, darüber ausführlicher zu reden. Aber würde auch angebracht finden, sich nochmal mit Auswertung der Lage zu befassen. Also im Beispiel, in Dessau-Roßlau Inserate wie 4-Raumwohnung, 90qm für 590 Euro kalt (840 warm), oder zwei Zimmer 55qm für 400 Euro kalt - also um die 7 Euro per qm (insg. 437 Mietwohnungen). Und da ist die Lage auf dem Wohnmarkt etwas anders, als dies z.B. in Berlin der Fall ist - insb. durch Veränderungen der Einwohnerzahlen.

    Des weiteren, wenn man Kapazität von Studentenwohnheimen für die rund 150.000 Studenten hätte, die in Berlin in eigener Mietwohnung/WG wohnen, da wären das viele verfügbare Wohnungen. Das würde den Wohnungsmarkt von selbst etwas entspannen, mit relativ niedrigem Investitionsbedarf (statt riesigem Bedarf, wenn für Million mehr Leute noch Wohnungen, und dies aber kaum mit niedrigen Mieten finanzierbar). Und ich bin auch für Einschränkung von Spekulationserwerb durch Briefkastenfirmen, u.ä.

  • Jalella

    Als Besitzer einer Wohnung, in der ich selbst wohne, kann ich beurteilen, wie absurd hoch Mieten sind. Ich selbst zahle im Monat 390€ warm inklusive einer Verwaltungsgesellschaft, die sich um alles kümmert. Diese Wohnung könnte man leicht warm für 1400€ vermieten. Die Differenz von 1000€ (>200% der Kosten!) sind der "Umsatz" den Vermieter sich leistungslos in die eigene Tasche stecken.

    Das schädigt unsere Volkswirtschaft massiv. Es reduziert die Kaufkraft der Menschen radikal, wie der Bericht ja bestätigt. Das alles würde bei ärmeren Menschen 100% in Konsum fließen; sie könnten sich dann die Klassenfahrt, die fällige Waschmaschine etc. leisten, die sie sich jetzt vom Mund absparen müssen. Das Wohngeld, das armen Menschen (nicht nur GrundsicherungsempfängerInnen) gezahlt werden muss, wäre niedriger bei niedrigeren Mieten. Selbst Gehälter könnten niedriger sein, denn auch die müssen ja entsprechend hoch sein, damit die Angestellten leben können.



    Gell, liebe UnternehmerInnen? Das ist sogar in eurem Interesse.

    Und natürlich last but really not least, ist es eine maßlose ungerechte Schweinerei, dass Menschen ein Grundbedürfnis wegen schlichter Geldgier so teuer gemacht wird!

    • Strolch

      @Jalella:

      Ich sage schon immer: Wenn die Renditen so hoch sind und alles so einfach ist: Einfach selber kaufen. Sind in den 390 Zins und Tilgung des Kredits enthalten? Wohl kaum.

    • Hans - Friedrich Bär

      @Jalella:

      Wenn Sie als Kleinvermieter eine 60 Jahre alte 60m² Wohnung gründlich auf mittleres Niveau renovieren liegen Sie bei 40.000 - 60.000. Wenn Sie nach Mietrichtwert vermieten (müssten Sie nicht bei Vollrenovierung) sind Sie bei 15 bis 20 Jahren.



      Die Garantiezeit für Gas- und Elektrogeräte ist 2 Jahre und auch genau so berechnet, d.h. die größeren Reparaturen fangen im 3. / 4. Jahr nach Renovierung und behalten diesen Rhythmus bei. Für die Zeit bis alles repariert ist müssen Sie eine Mietminderung gewähren. Weil Sie Keinvermieter sind haben Sie natürlich nicht die Konditionen eines Großvermieters und müssen sich solange die Renovierung nicht amortisiert ist die Reparaturen , die Sie leisten müssen vom Mund absparen, Ihre Zeit nicht mitgerechnet.....

    • Tom Tailor

      @Jalella:

      Das ist mal eine absolute Milchmädchenrechnung.

      1.) Die Kosten für den Vermieter sind höher als für den Mieter, denn es gibt auch diverse nicht-umlagefähige Nebenkosten.



      2.) Immobilien generieren mitnichten ein leistungsloses Einkommen, denn sie müssen bewirtschaftet, ggbf saniert und / oder renoviert werden. Es sei denn sie nehmen inkauf dass die von Ihnen bewohnte Immobilie Zug um Zug verfällt.



      3.) In nicht seltenen Fällen ist die Immobilie mit einer Hypothek belastet, d.h. als Eigentümer sind monatlich Zins- und Tilgungsraten zu leisten



      4.) Und auch das Finanzamt möchte etwas abhaben: der nach Kosten erzielte Gewinn aus Vermietung und Verpachtung muss voll versteuert werden.

      Da ich selbst Eigentümer bin weiß ich wovon ich schreibe. Und wenn Sie nun weiterhin der Meinung sind, auch wenn die Miete um 50 Prozent reduziert wäre bleibt immer noch genug übrig, setzen wir uns mal zusammen und rechnen das bei meinen Mietobjekten durch.

      • Hans - Friedrich Bär

        @Tom Tailor:

        "Milchmädchen"rechnung würde ich nicht formulieren .

        Das ist Genderdiskriminierung.

        Die Auszubildenden im Lebensmitteleinzelhandel haben das Fach Fachrechnen. Ich habe nie erlebt, dass eine Verkäuferin im Lebensmitteleinzelhandel sich verrechnet hat.

    • Michel76

      @Jalella:

      Soweit ich das im Kopf habe, liegt die durchschnittliche Nettorendite bei Immobilien irgendwo bei 4-6%. Bestimmt nicht bei 200%. Sonst würde gebaut, wie wild.

      • Comerade Aardvark

        @Michel76:

        4-6% sind bestenfalls die Bruttorendite, und das in einer etwas weniger attraktiven Stadt als Berlin oder München.

    • Barbara Falk

      @Jalella:

      Für den geldwerten Vorteil von 1000,- Euro jeden Monat, den Sie durch das Bewohnen ihrer Eigentumswohnung erzielen, leisten Sie aber auch nichts. Sie müssen die 1000 Euro, anders als ein Vermieter, noch nichtmal versteuern.

      • Jalella

        @Barbara Falk:

        Das ist ja mal eine schräge Logik. Ich habe doch keinen "geldwerten Vorteil" wenn ich die überzogene Miete nicht zahle. Ich zahle alles, was ansteht. Investitionsrücklage, Verwaltung, Hausmeister, Gärtner, Heizung etc. Nur, dass ein Vermieter eben das Geld von den Mietern abzockt.

        Das ist ja so als würde ich sagen, ich habe mir den Porsche für 70.000€ (die ich nicht habe) nicht gekauft, von dem Geld fahre ich jetzt mal schön in den Urlaub. Als hätte ich durch's Nichtausgeben plötzlich mehr Geld in der Tasche.

        Aber ich habe im TAZ-Forum auch schon Leute gesehen, die geschrieben haben, Teilzeit-Arbeitende würde ja nur Steuern sparen wollen und deswegen njicht Vollzeit arbeiten. Oder muss ich jetzt auch noch erklären, warum das kompletter Nonsense ist?

      • the-void

        @Barbara Falk:

        Die gesparte Miete ist kein Einkommen und daher ist es auch nicht problematisch, wenn dieser Vorteil ohne Leistung entsteht.

        Nach Ihrer Logik hätte z.B. jede Autobesitzerin / jeder Autobesitzer ein Einkommen, weil das Auto nicht gemietet werden muss, usw.

        • Barbara Falk

          @the-void:

          In der nun wirklich nicht sozialismusverdächtigen Schweiz müsste @Jalella diese fiktive ersparte Miete, berechnet nach dem Mietspiegel der Gemeinde, versteuern ( nennt sich Eigenmietwert).

    • Chris McZott

      @Jalella:

      Wenn die Wohnung vom Vermieter abbezahlt ist und dieser keinerlei Vorkehrungen für Instandhaltung etc. trifft und dieser das Objekt als Spende an die Gesellschaft sieht, dann kann man das Hausgeld (Nebenkosten) als wahre Miete ansehen.

      In der Realität müssen selbst staatliche Wohnungsgesellschaften eine alle Kosten abdeckende Miete ansetzen um sich vor dem Steuerzahler rechtfertigen zu können..

    • Desti

      @Jalella:

      Sie plädieren also dafür, Wohneigentum zu fördern?

      • Jalella

        @Desti:

        Dazu müssten die Menschen das Kapital erstmal aufbringen, das kann genossenschaftlich funktionieren. So ist es meines Wissen ähnlich in Schweden.

        Natürlich nicht mit unserem absurden Vermögensgefälle. Ein Mensch, der Mindestlohn (der bei uns nicht mal armutsfest ist) bezieht, wird sich niemals Eigentum leisten können. Ein weiterer Punkt, der dringend geändert werden muss.

        Aber generell bin ich nicht Meinung, dass man Wohneigentum besitzen muss wenn es auch anders geht. Die Hauptsache ist, dass niemand auf der Staße stehen muss. Ob das staatliche Wohnraum ist, oder wir alle Menschen so reich machen, dass sie sich Eigentum leisten können, ist diskutierbar.

    • Martin Sauer

      @Jalella:

      Und haben Sie die ETW kostenlos erhalten? Und wen Sie die Wohnung verlassen müssen Sie sich eine neue suchen. Und die gibt es auch nicht geschenkt.

      In der Regel kaufen Menschen ETW auf Kredit, und die monatlichen raten müste man in die "Miete" hineinberechnen.

      Ich fahre kostenlos ein Mercedes Diesel 220 und habe keinerlei Kosten. Den zahlt mein Arbeitgeber

      • Barbara Falk

        @Martin Sauer:

        Natürlich haben Sie Kosten. Sie müssen für die Dienstwagennutzung Einkommensteuer zahlen.

    • behr Behr

      @Jalella:

      So einfach ist das nicht - den Umsatz steckt sich keiner als



      Gewinn in die Tasche. In der Regel sind die Finanzierungskosten dagegen zu rechnen und selbst wenn die Wohnung abbezahlt wäre würde der Umsatz komplet besteuert.



      Richtige Probleme und die Miete übersteigende kosten haben die Wohnungsmieter, die eine hohe Finanzierung jetzt prolongieren müssen und statt 1% zinsen jetzt die 4-fache Zinslast bezahlen müssen - da kreist der Pleitegeier über dem Wohnungsprojekt.

  • fly

    "Mietexperten haben ihm geraten, einzuziehen und die Klage kurz vor dem Auszug einzureichen..." Rückwirkende Erstattung geht wohl nur für eine bestimmte Zeit. Und möchte man sich wirklich, wenn man eine neue Wohnung und neue Perspektive hat, einen ein bis zwei Jahre dauernden Rechtsstreit antun? Klar, wenn nicht, profitiert der Vermieter, aber für so manchen stellt ein Rechtstreit einen Belastung dar. Da sollte man persönlich genau abwägen.

    PS Bei 13,50 /qm 45% über dem Mietspiegel = der Mietspiegel liegt bei ca 9 Euro /qm? Wo gibt es das?

    • Wer Ihrgend

      @fly:

      Das gibt es vor allem in Berlin, weil die Bestandmieten sehr niedrig sind und die Neuvermietung extrem stark angestiegen sind. Je nach Viertel ist der Mietspiegel noch bei >8€.

  • Ohne_Mitte_geht_nix

    "...13,50 Euro pro Quadratmeter..."



    Aber das ist nun ja wirklich nicht total überzogen, wenn die durchschnittliche Kaltmiete in Deutschland aktuell bei rund 10,93 bis 12,84 Euro pro Quadratmeter liegt

    • Jalella

      @Ohne_Mitte_geht_nix:

      Die durchschnittliche Miete, die immer herangezogen wird, ist ja bereits viel zu hoch. An einem Mietspiegel zu messen, der sich bereits aus den absurden Abzockereien speist, ist selbstbezüglich und darum falsch. Man muss es an den Kosten der Vermieter messen, und die sind erheblich niedriger als die Durchschnittsmieten.

      • Oleg Fedotov

        @Jalella:

        Ich hatte dieses Beispiel bereits im Februar gebracht:



        Ich wollte mit meinen beiden erwachsenen Söhnen ein Mietshaus bauen. 4 Parteien. Das Grundstück hinter meinem Elternhaus ist vorhanden und groß genug. Das ist auch unser Eigenkapital, was wir bei der Bank einbringen müssten. Der Bau selbst muß per Kredit finanziert werden. Selbst bei einfacher Bauweise (Heizkörper statt Fußbodenheizung, billiger Bodenbelag,..) müsste jeder mindestens 16€ pro qm kalkulieren, um nur ! kostendeckend zu sein. Also lassen wir es mit bezahlbarem Wohnraum für Geringverdiener, und im Großraum Köln (20 min bis zur Stadt) werden, wenn überhaupt, vier weitere "Luxuswohnungen" auf den Markt geworfen.

      • Ohne_Mitte_geht_nix

        @Jalella:

        Also als Vermieter möchte ich schon etwas an meiner Wohnung verdienen. Immerhin habe ich ja in Kauf und Renovierung investiert. Zu verschenken habe ich auch nichts.

        • Michel76

          @Ohne_Mitte_geht_nix:

          Kommt noch hinzu, dass irgendwann auch Renovationern notwendig werden. Und wenn ein Mieter 3 oder 6 Monate nicht bezahlt und Sie ihn rausklagen müssen, ist die Rendite der letzten Jahre weggeschmolzen.