Krankenkassen vor Milliardenverlust : Kapitalismus ist krank
Den Krankenkassen droht ein riesiges Haushaltsloch, weil sie auf windige Fonds setzten. Das Risiko des Totalausfalls droht auch bei aktienbasierten Renten.
K apitalismus ist geil. Er hat für jeden etwas zu bieten, zumindest für alle, die Kohle zur Seite legen können. Er soll auch die Rentner:innen vor der Armut retten – und die Krankenkassen gleich mit. Das zumindest ist das Credo bekennender Kapitalisten wie Friedrich Merz (im Nebenjob Bundeskanzler) und Co. Sie predigen das Finanzinvestment als Allheilmittel, das wie ein Perpetuum mobile die Habenden mit immer mehr Geld pampert.
Nur eins wird dabei gern ausgeblendet: das Verlustrisiko. Dabei kann es schnell ans Eingemachte gehen. Das zeigt aktuell der Fall von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die kaum vorstellbare Summen als Rücklagen in Fonds angelegt haben, die sich im Nachhinein als äußerst windig entpuppten. Mindestens 1,1 Milliarden Euro könnten sich in Luft aufgelöst haben.
Für Normalmillionäre mag ein Totalverlust in einem Fonds nachrangig sein. Die haben gewöhnlich immer noch genug auf irgendeiner hohen Kante. Für die bekanntlich knappen Krankenkassen aber ist das fatal. Statt durch Rendite zu gesunden, statt die Gesundheitsversorgung abzusichern oder wenigstens bezahlbar zu halten, tun sich nun Löcher auf, die keine noch so gut ausgebildete Ärztin wird flicken können.
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Das gleiche Risiko existiert auch bei allen Kapitalanlagen für künftige Rentner:innen, ganz egal, ob privat oder in staatlich konstruierten Töpfen. Das mag jahrzehntelang gut gehen. Aber droht eine Wirtschaftskrise, zack, ist der Topf leer. Merke: Von solchen Finanzkonstrukten profitieren sicher nur die Anbieter der Fonds. Für die fällt garantiert eine Provision ab.
Rentenanwärter:innen oder Krankenkassenversicherte werden zu Zwangsspekulant:innen. Dabei gäbe es einen Weg, sie vom Risiko zu befreien. Überlasst die Geldspiele den Kapitalisten! Mit etwas Glück und jeder Menge Insiderwissen werden sie unglaublich reich. Nur müsste man ihre Gewinne ebenso fett besteuern. Dann blieben Milliarden für steuerfinanzierte Renten- und Krankenkassen. Und der kranke Kapitalismus wäre wirklich geil.
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