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CDU-Niederlage in Baden-WürttembergEinfach nur provinziell

Benno Stieber

Kommentar von

Benno Stieber

Die CDU hat verloren, weil sie nicht begriffen hat, wie weltoffen das Land inzwischen ist. Mit Manuel Hagel schuf sie eine retro-schwäbische Karikatur.

Schaut, der Manuel, das ist ein ganz normaler! Der ist einer von euch! Foto: Silas Stein/dpa

D ie CDU in Baden-Württemberg versteht die Welt nicht mehr. Und Baden-Württemberg auch nicht. Wie konnten die Wähler ihr diesen Wahlsieg vorenthalten? Ihr, der Baden-Württemberg-Partei von Erwin Teufel und Lothar Späth?

„Endlich wieder Politik für normale Leute“ hat die CDU plakatiert, obwohl sie zehn Jahre mitregierte. Manuel Hagel hat in seinen Reden ein Hobbit-Land aus Häuslebauern und fleißigen Menschen gezeichnet. Sich selbst hat er bis zur Karikatur als „Schwaben-Ken“ mit Ministrantenjugend, intakter Hetero-Familie und Sparkassenkarriere präsentiert. Ja, dieses Baden-Württemberg gibt es, selbst im hintersten Ostalbkreis ist es so. Aber gleichzeitig auch ganz anders.

Wer bei einem der viel beschworenen Weltmarktführer in der Provinz arbeitet, dürfte durch Dienstreisen in Überseestandorte und internationale Kollegen mehr Auslandserfahrung als der 37-jährige Spitzenkandidat der CDU haben. Wer als Ingenieur bei Bosch um seinen Arbeitsplatz bangt, weiß, dass der Verbrennungsmotor nicht die Rettung ist, selbst wenn er mit Methanol betrieben wird. Und er weiß, dass das Versprechen eines potenziellen Ministerpräsidenten, „um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen“, ein Lippenbekenntnis bleibt, weil die Trump-Zölle höchstens in Brüssel gekontert werden können. Wer in den vielen Ballungsräumen des dicht besiedelten Landes nach einer bezahlbaren Wohnung sucht, dem wird nicht mit einer großzügigen Hausbauprämie geholfen. Das Land besteht nicht nur aus Nebenerwerbsbauern, die ihre Äcker gewinnbringend in Bauland umwandeln wollen.

Das Land besteht nicht nur aus Nebenerwerbsbauern, die ihre Äcker gewinnbringend in Bauland umwandeln

Und dann die unterschwellige Annahme des CDU-Kampagnenteams, dass die Baden-Württemberger „einen Türken“ schon nicht wählen würden. Um das nach 70 Jahren Einwanderungsgeschichte zu glauben, muss man schon ein sehr engstirniges Bild auf die eigene Klientel haben. Die, die so denken, sind größtenteils längst nach rechts zur AfD abgewandert.

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Kein Schritt weiter in den Städten

Wenn man auf die Ergebnisse in den einzelnen Wahlkreisen schaut, sieht man: Die CDU ist, seit sie 2011 die Macht verloren hat, in den urbanen Milieus keinen Schritt weitergekommen. Dort wählt das Bürgertum mehrheitlich grün. Und selbst in ländlichen Wahlkreisen, wo die CDU fast flächendeckend gewonnen hat, liegen Grüne oft über 20 Prozent.

Sogar das CDU-Stamm-Milieu ist heute vielfältiger als zu Erwin Teufels Zeiten – und als es die Kampagne der CDU vermuten lässt. Da gibt es Unions-Bürgermeister, die harte Klimaziele verfolgen, als wären sie eingefleischte Grüne. Da gibt es Kommunen wie das CDU-geführte Rottenburg, Mitglied der Seenotrettung, die noch immer eine offensive Willkommenskultur à la Merkel pflegen.

Deshalb kann man die Union nur davor warnen, die Brandmauer zur AfD einzureißen. „Wir sind die Brandmauer“, hat Manuel Hagel glaubhaft und zutreffend postuliert. Alles andere würde auch die Südwest-CDU zerreißen. Will sie in fünf Jahren Özdemir beerben, muss sie im Gegenteil ihre politische Partitur auf den heutigen Stand bringen.

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Benno Stieber
taz-Korrespondent BaWü
Benno Stieber ist seit 2015 Landeskorrespondent der taz in Baden-Württemberg. In Freiburg als Österreicher geboren, lebt er heute als eingefleischter Freiberufler wieder im badischen Landesteil. Er ist Absolvent der "Deutschen Journalistenschule" in München und hat dort auch Geschichte und Politik studiert. Er schrieb unter anderem für die "Financial Times Deutschland", hat einen erfolgreichen Berufsverband gegründet und zwei Bücher geschrieben. Eins über Migranten nach der Sarrazin-Debatte und eins über einen Freizeitunternehmer aus dem Südwesten.
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165 Kommentare

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  • Also erstmal ist das rechte Lager (CDU, FDP und AfD) um 8% gewachsen, während das Linke kleiner geworden ist. Bei einem kleiner werdenden Wählerpotenzial etwas abgreifen zu wollen scheint mir kein Erfolgsrezept zu sein.



    Zum zweiten, wenn Hagel Schneid hätte dann würde er eine von der AfD tolerierte Minderheitsregierung nicht ausschließen. denn das Argument würde einen Macchiavellisten wie Özdemir beeindrucken - der Vorwurf der Schmutzkampagne ist inhaltslos, und dient Hagel und der CDU eher dazu vor sich von sich selbst und vom eigenen Versagen abzulenken. Die "Brandmauer" dient einzig und alleine den Grünen, und zwingt Hagel dazu sich zum Bettvorleger zu machen, Aber vielleicht will er das ja.. Alleine das werden die CDU Wähler nicht mögen, aber bis zu den nächsten Wahlen sind es ja 5 Jahre. Allerdings gibt die CDU hier ein sehr schlechtes Beispiel für die Wahlen in RP.

    • @Gerald Müller:

      Bis zur nächsten Wahl sind es vielleicht - bildlich gesprochen - nur zwölf Wochen. Und wenn nicht, dürfte Özdemir bei der MP-Wahl nach derzeitigem Stand wohl nur die Stimmen seiner und der SPD-Leute kriegen, Hagel aber den ganzen Rest.

  • ..." schwäbische Karikatur " trifft es auf den Punkt.



    Wobei Merz sich ja scheinbar gerne mit jeder Menge Bajazzos umgibt.



    Spahn, Weimer, Hagel, Reiche - die Liste schier unendlich...

    • @Alex_der_Wunderer:

      Bajazzo…sehr schön :)

      Drängt sich aber auf, wenn man sieht, was Reiches Visagist mit ihr anstellt…Und natürlich haben auch Linnemann und Spahn etwas zutiefst clowneskes.

  • "Mit Manuel Hagel schuf sie eine retro-schwäbische Karikatur."

    Einen Menschen als Karikatur zu bezeichnen halte ich nicht für zielführend. Egal welcher Partei, welcher Herkunft oder welcher Hautfarbe.

  • Die AfD verdoppelt sich im Ländle und in der taz feiert man das Wahlergebnis als Erfolg der Grünen in BW. Will /Soll den niemand im Ländle dafür Verantwortung übernehmen?

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Eine Wahl zu gewinnen, hat schon was von Erfolg, finden Sie nicht?

      Erstrecht wo die Grünen lange eher eine Nischenpartei waren.

      Zudem haben rund 82 % der Wähler nicht die AfD gewählt.

      Gibt schlechtere Quoten.

      Vielleicht bald in Sachsen-Anhalt.

      Die SPD ist doch mit dem Wahlergebnis schon genug gestraft dafür, dass die Arbeiter lieber zur AfD gehen.

      Wollen Sie auf denen wirklich noch rumhacken?

      Oder auf der CDU dafür, dass Merkel die Grenzen öffnete und damit ungewollt die AfD pushte?

      Zukunftsorientiert wäre das nicht.

      Der Löwenanteil des AfD-Zuwachses besteht übrigens aus ehemaligen Nichtwählern.

      Die an die Wahlurne zu bekommen, ist aus demokratischer Sicht eigentlich erstmal positiv.

      Klar könnte man dafür Özdemir die Verantwortung zuschustern, der sich noch mal vor der Wahl richtig ins Zeug gelegt hatte.

      Nur bringt es ein Schnarch- Frust-Wahlkampf mit möglichst geringer Wahlbeteiligung für eine Demokratie auch nicht.

      • @rero:

        Die Grünen haben keine Wahl gewonnen. Die Sonnenblume war auf den Özdemir Plakaten kaum zu finden. Hier hat der Kandidat ohne Partei knapp über die Partei ohne Kandidaten gesiegt. Dieses Zitat von Hans Ulrich Jörges trifft es unheimlich gur.



        Aber jetzt kommen all die anderen aus dem Windschatten des Herrn Özdemir und feiern sich selbst , stellen Ansprüche, wollen vorneweg reden. Fazit, den Baden Württembergischen grünen versprochenen sonderkurs wird es nicht geben. Özdemir wird der zweite nach Merz der seine Versprechungen nicht einhalten wird. Dafür werden die Grünen schon sorgen

  • Überall heißt es , von wegen Schmutzwahlkampf Vorwürfen die Union sei ein schlechter Verlierer , jetzt muss ich hier aber lesen, die Grünen und ihr Zentralorgan sind schlechte Gewinner. Andererseits, der Rassismus-Vorwurf, der musste noch raus, oder?den hatte sich die taz in schlechten Tagen schon zurecht gelegt, der konnte nicht in den Papierkorb. Nunja. Andererseits hatte sich Cem Özdemir ja einen angeblich waschechten Rassisten laut grüner Jugend als Wingman geholt, ich meine Boris Palmer. Dieser Vorwurf muss ja schnell auf andere geschoben werden. Manöver geglückt? Ich denke Cem Özdemir , der einen Personenwahlkampf geführt hat wird nun vom einzig möglichen Koalitionspartner und den Apparatschicks der eigenen Fraktion in die Zange genommen. Sein Wahlkampf war nicht wirklich links, zumindest nicht links genug für die eigenen Parteigänger. Vielleicht wird er sich im Fraktionssaal der Union verstandener fühlen als im eigenen

  • Wo hat denn die CDU verloren? Die haben zugelegt, um mehr als 5%. Und die Grünen haben um deutlich mehr als 2% verloren. Wer hat denn jetzt verloren? Außerdem hat die CDU 56 Mandate und die Grünen haben wieviel? Auch 56 Mandate? Noch einmal: Wer hat denn verloren? Ein Sieger sieht für mich anders aus. Und wenn es beispielsweise im Sport ein gleiches Ergebnis gibt, wird der erreichte Platz geteilt. So unlogisch ist der CDU-Wunsch also nicht. Ob's Sinn macht, ist ein anderes Problem. Aber es kann ja auch ein Ministerium mehr sein für die CDU und eben weniger für die Grünen. Die beharren ja auf den MP. Da werden sie schon was anbieten müssen.

    • @Pico :

      29,7 % ist mehr als 30,2 %?



      Das müssten Sie mir mal logisch plausibel machen...🤔

      • @Grenzgänger:

        Solange sich das halbe VomHundert nicht in ein ganzes Mandat verwandeln läßt, ist das bloße Kosmetik. Zumal der MP vom Landtag gewählt werden muß. Und da ergibt sich aus Herrn Özdemirs Hausmacht bei der derzeitigen Tobsucht der Union eben nur 66 von 157 Stimmen. Bißchen wenig für die nötige Mehrheit.

      • @Grenzgänger:

        56 minus 56 ist NULL. Haben die Grünen etwa auch NUR 56 Mandate. Dann erübrigt sich jede weitere Erklärung.

      • @Grenzgänger:

        Das ist nur das Verhältnis der Zweitstimmen.Bei den Erststimmen wäre die CDU klar vorn aber es wurde ja extra eine Wahlrechtsreform gemacht ohne die sonst die CDU jetzt der Wahlgewinner wäre.

        • @Šarru-kīnu:

          Zur Info: Diese Wahlrechtsreform hat jahrelange Verzerrungen zugunsten der CDU/CSU beendet. Nicht, dass hier das Geraune los geht.

        • @Šarru-kīnu:

          Mit der Erststimme wählt man NICHT die Partei. Ich dachte eigentlich, das sei Allgemeingut.

        • @Šarru-kīnu:

          @Sarru-kinu



          Ach was - die CDU hat doch nur noch ein paar Stimmen abgefangen, weil die Kinder der Spätaussiedler aus Russland und Polen jetzt schon mit 16 Jahren ihre Stimme abgeben durften. Wobei die wählen ja inzwischen wohl eher die AfD....

          • @Alex_der_Wunderer:

            Wie Sie selbst gerade noch angemerkt haben, hat die CDU von dieser Wählergruppe absolut nichts zu erwarten. Gerade dort wo man diese Gruppe fast treffsicher einzelnen Wahllokalen zuordnen kann (beispielsweise dort, wo sie in frisch von französischem, amerikanischem oder kanadischem Militär geräumten Kasernen und Siedlungen eine geschlossene, räumlich klar zuordenbare Community bilden), kommt die CDU nur noch mit Mühe in den zweistelligen Prozentbereich, während die AfD über 40%, teilweise sogar über 50% liegt...

            • @FriedrichHecker:

              @FriedrichHecker



              Da kann man sich doch wirklich nur noch an den Kopf fassen.



              Da lässt man in unserem Land Leutz ohne entsprechende Sozialisierung einfach an die Wahlurne. Da braucht man sich doch echt nicht mehr wundern, oder ?

  • "Die CDU hat verloren, weil sie nicht begriffen hat, wie weltoffen das Land inzwischen ist." Geben das die Zahlen wirklich her? Die CDU hat knapp 6, die AfD fast 10 Prozent dazugewonnen. Wenn man die CDU mit "provinziell" verknüpfen möchte, bittesehr, dann spricht das alles nicht für "weltoffen", sondern für genau das Gegenteil



    Warum G, besser gesagt: Hr. Özdemir die Wahl gewonnen hat, lag doch eindeutig daran: Sein Wahlkampf war von Beginn an personalisiert auf sich zugeschnitten als dem rechtmäßigen Nachfolger von Hr. Kretschmann. Er, Cem allein, ohne Parteilogo auf den Plakaten. In den letzten Tagen vor den Wahl haben die Grünen (möglicherweise ohne Hr. Özdemirs Zutun) den Wahlkampf noch einmal zugespitzt, von personalisiert auf persönlich, um den Widerpart der CDU Hr. Hagel als recht mäßigen, wenn nicht stümperhaften, "verhuschten" "Sparkassenklemmi" zu verunstalten. Die Rechnung ging auf, was sich wieder an den Umfragen vor der Wahl zeigte, wo geradezu eine Wählerflucht von Links, SPD u.s.f. zu Hr. Özdemir zu verzeichnen war: Jeden, nur nicht Hagel.



    Um Inhalt ging es definitiv nicht. Für die G ist das Ergebnis weder wegweisend für andere Zeiten und Orte noch ein Ruhmesblatt.

  • Eigentlich war Baden-Württemberg rabenschwarz bis hin zu absoluten Mehrheiten. Da mussten schon Mappus' Wüten und Fukushima zusammenfallen, um das zu ändern.



    Beides ist inzwischen nicht mehr so präsent. Jetzt waren wohl das altbackene Unions-Programm und der ähnlich fehlbesetzte Kandidat die Gründe dafür, dass sogar Grüne vorbeiziehen konnten.



    Baden-Württemberg will noch einmal 5 Jahre lang grüne Politik. Und wenn mensch an der Verfassung etwas nachfeilen will, dann ginge das mit der Union auch gerade mal locker.



    Tipp wäre: Palmer wiedereingliedern, im gleichen Atemzug gleiche Rechte, soziale Chancen und Umweltschutz noch weiter stärken. Die Union könnte Schavans Ansätze bei Bildung weiterentwickeln und damit punkten.

    • @Janix:

      Die ARD berichtete der Hagel war der beliebteste CDU-Politiker seit Erwin Teufel. Also hat man es eigentlich richtig gemacht.

      • @FancyBeard:

        Manche halten ja auch Wüst für einen netten Politiker.

        Das war, bevor er im Wahlkampf Farbe und Format bekennen musste. Er hatte die Union mal komplett hinter sich, die eine Chance witterte. Und das ist die eine Leistung, die ich anerkenne, falls es nicht nur der Machtwunsch war.



        Keine persönlich werdenden Kämpfe war seit Teufel bei der Union nie der Fall. Die war sich selbst der ärgste Feind.

  • Wieso hat die CDU überhaupt auch nur eine Stimme von irgendeinem Wähler bekommen ?



    Der von den Parlamentariern gewählte BlackRock Kanzler bescherte uns drei Tage nach Amtseinführung eine neue Verschuldung des Staatshaushalt in historisch einmaliger Milliardenhöhe für seine Lobbyisten aus den Rüstungsindustrien. Beim Bürger und den Kommunen kommt kaum was an, aus dem gut gefüllten Bundeshaushalt.



    Unserer ehemaliger Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hatte gerade ein Verfahren wegen Versenkung von einigen Milliarden Euro Steuergelder bezüglich dubioser Maskendeals am Hals.



    Interessiert die Steuerzahler nicht die Bohne.

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Wieso hat die CDU überhaupt auch nur eine Stimme von irgendeinem Wähler bekommen ?"



      Weil die Menschen in Ba-Wü vorrangig über die Politik in Ba-Wü abgestimmt haben und offenbar mit der bisherigen Regierungskoalition ganz zufrieden waren.

      Es sollte vielmehr die Frage gestellt werden, warum die SPD als auch die LINKE so wenig Stimmen bekommen haben. Offenbar ist die Erwartungshaltung an diese beiden Parteien noch geringer als das was von der CDU / Grünen bislang geliefert wurde.

      • @Tom Tailor:

        @Tom Tailer



        Die SPD & die Linke bekommen doch erst Akzeptanz bei den Wählern in Ba-Wü, wenn sie anfangen wie datt Cem Özdemir zu schwätze. Inhalte zählen im Ländle doch nicht, verkaufen muss man sich als Politiker und als Partei können, dazu gehört in der Provinz auch ersteinmal das



        " Eisbrechen " bei der eher ländlichen Bevölkerung.



        Vielleicht denken die Baden-Württemberger aber auch, die Grünen und die CDU haben uns jahrelang In die Scheiße geritten, sollen sie uns da auch wieder rausholen. Warum soll nun eine andere vernünftige Partei wie die Linke den Karren aus dem Dreck holen ? So sind se' die Schwaben.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Hat erst mal nichts mit Baden-Württemberg zu tun, oder? Aber ja, viele Wahlplakate haben auch Themen aufgegriffen, die mit Landespolitik nichts zu tun haben.

      • @Strolch:

        @Strolch



        Mache Wahlplakate haben noch nicht einmal die Parteinamen aufgegriffen - laaaach 😂🤣😅

  • "Die CDU hat verloren, weil sie nicht begriffen hat, wie weltoffen das Land inzwischen ist."

    Jetzt hat die CDU also schon verloren wenn sie 5,6 % hinzugewonnen hat. Als Wahlsieg gilt also nur noch das Erreichen der absoluten Mehrheit?

    Und Stichwort "weltoffen": Die Grünen mit leichten Verlusten, eine SPD knapp über der 5 Prozent-Hürde, die LINKE nicht im Landtag und die AfD mit satten 18,8 Prozent. In dieses Wahlergebnis Weltoffenheit hinein zu interpretieren hat schon einen gewissen Charme. :D

    • @Tom Tailor:

      @Tom Tailer



      Wir leben in einer repräsentativen Demokratie, bei dieser Demokratieform geht es darum, die Mächtigen vor dem Volke zu schützen und den Machterhalt der Mächtigen zu erhalten, dafür werden Parlamentarier & die Parteien in der Politik benutzt. Wie wir sehen, funktioniert diese



      " Demokratieform " ganz hervorragend und erfüllt hervorragend ihren Zweck.



      Interessante Lektüre zur repräsentativen Demokratie finden geneigte " Wähler " in dem Buch :



      " Kritik der repräsentativen Demokratie "



      Verlag Matthes & Seitz Berlin



      share.google/gYABfQNQShw7FMi7G



      Darum : www.mehr-demokratie.de

  • Ich würde dem Kommentator zustimmen, allerdings es sprachlich vollkommen anders halten: Riesenerfolg für 80er Jahre CDU in Stuttgart.



    Die CDU unter Merz hetzt gegen Migranten, Asylbewerber, Arme, Arbeitslose und will den Spitzensteuersatz senken, gibt sich wirtschaftskompetent, aber seit zwei Jahren ist das BIP geschrumpt. Russland führt einen hybriden Krieg gegen Deutschland und gegen die NATO, aber Merz hat keine Antworten.



    Dieser Trauertruppe mit so einem merkwürdigen Spitzenmann so viele Stimmen zu geben, zeigt, wie extrem strukturkonservativ BA-WÜ ist. Das Land spaltet sich entlang hochentwickelter Städte, Universtätsstädte, Industrien und Forschunseinrichtungen sowie isolierter Ortschaften, wo vielleicht der Arzt 75 ist und in Rente will, kein Nachfolger zu finden ist, wo kein Bus fährt, wo die letzte Tankstelle zugemacht hat und wo eine Menge Frust wächst.

    • @Andreas_2020:

      Bei nicht mal einem Jahr an der Bundesregierung ist die Union schuld für 2 Jahre sinkenden BIP ? Wer hat das ganze grenzenlos heruntergewirtschaftet ? Bitte bei der Wahrheit bleiben.

      • @Günter Witte:

        @Günter Witte



        Wer hat sich vor der Regierung Merz an die Schuldenbremse gehalten...

      • @Günter Witte:

        Ich habe nich gesagt, dass die Union das Minuswachstum des BIP ausgelöst hat oder dafür die Verantwortung trägt, was die Union anscheinend grundsätzlich nicht machen und machen will, ist etwas an diesem Zustand zu ändern. Ich kenne viele CDU-Fans, die sich aber genau das von Merz erwartet haben, die daran glauben, dass die Union eine Idee für ein BIP-Wachstum hat, das hat sie nach meiner Auffassung nicht.

    • @Andreas_2020:

      Kann Ihnen nur zustimmen.

    • @Andreas_2020:

      Nun stand Merz in B-W aber nicht zur Wahl, sondern Hagel.

      Das Wahlergebnis spiegelt die Spaltung, die Sie beschreiben, nicht wieder.

      Die Grünen haben auch in den ländlichen Gebieten um die 20 % geholt.

      (Nur mal so zum Vergleich: In Brandenburg sind die Grünen ein Phantom. Irgendjemand erzählte, es soll sie geben, aber niemand hat sie bisher gesehen.)

      Im Landesparlament gibt es nur 3 Parteien - wenn wir die eine, die gerade so reingekommen ist, unbeachtet lassen.

      2 davon haben bisher miteinander regiert und werden es wieder tun.

      Die einzige ernstzunehmende Opposition ist die AfD.

      Eine gespaltenes Land hört sich für mich anders an.

      • @rero:

        Natürlich spiegelt das Ergebnis auch die Bundespolitik und die allgemeine Kompetenz der Union wieder. Gerade in Ba-Wü ist das sehr deutlich, denn die Union ist ja nicht am Ende, sondern sie hat dazu gewonnen. Und das liegt an einem günstigen Trend für die Union, für das rechte politische Spektrum. Und Ihre Definition von ernstzunehmender Opposition alarmiert mich, meinen Sie, dass die SPD keine Opposition sein könnte?



        Warum denn nur die AfD? Hat nicht deren Spitzenkandidat der CDU direkt im TV ein Angebot für eine Koalition gemacht?

        • @Andreas_2020:

          Natürlich kann Sie SPD Oppositionsarbeit leisten, indem Sie kritisiert, auf Versäumnisse hinweist etc.

          In Abstimmungen wird sie eher keine Rolle spielen.

          Mit 18 % lässt sich einfach deutlich besser und ernstzunehmender Opposition betreiben als mit 5,5 %.

          Dass man ein Koalitionsangebot macht, spricht ja nicht gegen eine Wahrnehmung der Oppositionsrolle.

          Da fällt mir Jarasch von den Berliner Grünen als Beispiel zu ein.

          Nachdem sie nach den Koalitionsverhandlungen zur letzten Wahl merkte, dass sie raus ist und Wegner lieber mit der SPD koaliert, meinte sie angeblich zu einem Thema: " Na, dann können wir jetzt auch dagegen sein."

  • na immerhin, alles andere wäre auch grottengruseliger, als es eh schon mit Trump ist..

  • „Endlich wieder Politik für normale Leute“ hatte die CDU plakatiert.



    Für mich sind erstmal alle Leute oder Menschen normal.



    Daher stelle ich der CDU die Frage, was sind nicht normale oder unnormale Leute.? Wer genau ist gemeint und warum wird hier eine Unterscheidung gemacht? Was steckt alles hinter dieser Formulierung? Demnach wären vielleicht sogar 70% der Wählerschaft, weil sie die CDU nicht gewählt haben, unnormal?



    Das sind doch Parolen, die heute nicht mehr benutzt werden sollten.

    • @Achsachbloß:

      Die Frage wäre doch aber, was die CDU in den letzten zehn Jahren für eine Politik gemacht hat? In wenn sie sich verbogen hätte, gab es dann dafür noch ein anderes Motiv als das zwischen Daumen und Zeigefinger?

    • @Achsachbloß:

      "Für mich sind erstmal alle Leute oder Menschen normal".



      Für mich auch, allerdings mehr oder weniger, und immer mehr weniger.

    • @Achsachbloß:

      Das sind doch Parolen, sie gerade wieder kräftig im Kommen sind.

      Weil sehr viele das Gefühl haben, von der Politik nicht gesehen zu werden.

      Die Politik kümmere sich nicht um sie.

      • @rero:

        Und um wen kümmert sich „die Politik“ zu viel oder zu sehr oder nur? Sagen Sie es doch bitte konkret, damit ich nicht vermuten muss.



        Die Bauern? Die Reichen? Die Unternehmer? Die Vermieter? Die Finanzinvestoren?

    • @Achsachbloß:

      Das zielt auf Wähler ab, die der Meinung sind, dass einige kleine Randgruppen der Gesellschaft einen überproportionalen Einfluss auf die Politik haben und dies nicht wünschen. Normal ist hier im Sinne von Mehrheit zu verstehen.

      • @Nachtsonne:

        Damit ist immer noch nicht deutlich gesagt, ob Menschen, die einer Randgruppe angehören - bitte erkläre Sie das doch mal bitte offen und ehrlich, vor allem, was daran stört - nicht auch normale Menschen sind. Warum wird das, was man eigentlich dsagen will, so ver1steckt formuliert?

        • @Achsachbloß:

          Sie interpretieren das absichtlich einseitig. Niemand bestreitet, dass Mitglieder von Randgruppen - egal wie man Randgruppe definiert - auch Menschen sind. Das ist nicht der Punkt.

          • @Nachtsonne:

            @ Nachtsonne



            Bei vielen Mitmenschen ist aber gar kein Empfinden da, ausschließlich einer Gruppe zugehörig zu sein. Viele Mitmenschen empfinden sich eher wie eine Menge von - und da gibt es, wie wir aus der Mengenlehre noch wissen, viele Überschneidungen... die Politiker möchten nur gerne die Bevölkerung in Gruppen zuordnen und die Bürger sollen sich gefälligst einordnen.



            So geht nämlich regieren viel leichter für die Politiker.

        • @Achsachbloß:

          Tut mir leid, HIER muss gerade niemand verstecken, was er sagen will.

          Nicht Nachtsonne, nicht ich.

          Nachtsonne hat es doch sehr erläutert.

          Was Sie anscheinend nur nicht verstanden haben, ist der Umstand, dass weder Nachtsonne noch ich diese Sichtweise teilen.

  • Die CDU hat nicht verloren! Die CDU hat in ein paar Großstädten nicht gewonnen aber sonst überall schon! Das kann man nicht als Niederlage betrachten! In BW sieht man nur wie gespalten das Bundesland ist zwischen Mitte Links und Mitte Rechts. Das wird für die Regierung in Zukunft nicht einfach da irgendwelche Entscheidungen zutreffen! Macht die Grünen nur Politik der Großstadt wird es unangenehm

    • @Marcelo:

      Ich glaube da ist gerade viel Wille zur Freude dabei, warum es als grüner oder linker Sieg betrachtet wird.



      Ich sehe in den Zahlen etwas völlig anderes, linke Parteien haben 66 Sitze, rechte haben 91.

  • Benno Stieber hat recht. Nur die politische Partitur auf den aktuellen Stand zu bringen, wie der Autor es treffend formuliert, wird der CDU nicht gelingen. Jedenfalls nicht unter Merz.



    Es wird ihr übrigens genau so wenig gelingen wie der SPD, trotz Wüst und Günther. Nur hat es die CDU bislang noch nicht so hart getroffen wie die Sozialdemokraten, weil sie über ein viel größeres Reservoir an Stamm- und Gewohnheitswählern verfügt.

  • ... und zuletzt bleibt wieder die Frage: "wo kommen die 18 Prozent Naziwähler her?"



    Die können doch nicht alle ernsthaft diesen braunen Haufen in Regierungsverantwortung haben wollen.

    • @Fritz Müller:

      Die wollen Spaß haben. Wie sie regiert werden, ist denen wurst.

    • @Fritz Müller:

      Die Frage ist eher, wie können die etablierten Parteien, die alle die Brandmauer und eine Bekämpfung der AFD vorhaben, tatenlos zusehen?



      Wenn die etablierten Parteien die Themen der Bevölkerung aufnehmen, angehen und Lösungen suchen würden, wäre das Wahlergebnis sicherlich ein anderes. Mein Eindruck,die Bevölkerung lässt sich nicht mehr verarschen und sieht die Brandmauer eher als Werkzeug um Parteiinteressen gegenüber Interessen der Bevölkerung durchzusetzen. Damit ist die Brandmauer einer der besten Wahlhelfer der AFD.

    • @Fritz Müller:

      Dazu möchte ich gerne einwenden, dass schon zu unseligen Zeiten der "Republikaner" in vielen ländlichen Gegenden im Süden Baden-Württembergs ein Bodensatz von 10% vorhanden war, damals sicher primär als Protest gegen die verfilzte CDU. Darauf konnte die AfD aufbauen. In den kleinen Heuberggemeinden im Landkreis Tuttlingen liegt die AfD bei den Zweitstimmen zum Teil bei über 30%, interessanterweise sind das Gemeinden, die zum Teil schuldenfrei sind und eine florierende Industrie haben. Also eine ganz andere Situation als in den ausgebluteten Arbeiter-Großstädten Mannheim und Pforzheim. Je kleiner und idyllischer diese Dörfer sind, desto höher ist der AfD-Stimmenanteil. Den Erfolg der AfD in diesen Dörfern erkläre ich mir aus einer Art Wohlstandsverwahrlosung heraus.



      Was aber auch interessant ist: Selbst in einem 500-Seelen-Dorf wie Reichenbach a.H., wo die AfD beschämenderweise mit 38,2% der Zweitstimmen noch vor der CDU liegt (33,2%) haben die Grünen 13,6% und die Linke 5,5% der Zweitstimmen erreicht. Das heißt, selbst im hintersten Winkel des Landes können die Parteien, die gerne mit der urbanen Klientel in Verbindung gebracht werden, die Wähler:innen mobilisieren.

    • @Fritz Müller:

      Ich vermute die meisten AfD-Wähler brauchen die AfD nicht in Regierungsverantwortung. Die wollen lediglich eine andere Migrationspolitik. Wenn es die von einer anderen moderateren Partei wäre das zu bevorzugen. Leider ist in Deutschland aber ein Politikwechsel scheinbar wirklich nur zu haben, wenn die AfD bei Wahlen stark abschneidet, denn ohne Druck scheint sich die restliche Parteienlandschaft einfach nicht von ihrem Konsens und dem Status Quo lösen zu wollen. Sehe ich ja auch in unserem Wahlkreis. Jahrzehntelang wurden wir ignoriert und waren nicht mal eine Randnotiz. Bei Wahlergebnissen +40% AfD sieht es auf einmal aus, als würde sich jetzt doch langsam mal was bewegen. In der Hinsicht wirkt die Wahl dieser Partei sehr direkt als Tritt in den Hintern der Etablierten.

      • @Šarru-kīnu:

        @Sarru-kinu



        Tja, wenn unsere Regierung weniger Migranten möchte, so sollte sie eine entsprechende Auslandspolitik erarbeiten und nicht Menschen in die Lage bringen, ihr geliebtes Land und ihre Heimat verlassen zu müssen.

      • @Šarru-kīnu:

        Was meinen Sie jetzt damit, dass sich "was bewegen" muss? Was muss sich bewegen? Ach so, ich verstehe: "Jahrzehntelang wurden wir ignoriert und waren nicht mal eine Randnotiz" - sind Sie also selber AfD Bewegt. Und was mit diesen "Etablierten" immer gemeint ist, ist mir auch noch immer ganz schleierhaft. Für mich sind CDU und auch AfD beides Parteien, die aus dem hinterletzten Loch gekrochen kommen, ohne Plan für die Zukunft, nur mit der Absicht ihre eigenen Pfründe zu sichern. Wenn das für Sie das Gegenteil von "etabliert" ist, dann Dankeschön.

      • @Šarru-kīnu:

        Sehr richtig erkannt.

    • @Fritz Müller:

      Die Frage ist falsch formuliert...

      Schauen Sie sich die Wahlbeteiligung in den blauen Hochburgen an, die - anders als im anderen taz-Artikel geschrieben - nicht nur im ländlichen Süden liegen. Da schaffen es die anderen Parteien einfach nicht mehr, noch Wähler zu mobilisieren. Die AfD ist in ihren Hochburgen im Südwesten nicht besonders stark, sondern die anderen Parteien schwach und die Wahlbeteiligung unterdurchschnittlich (beispielsweise Mannheim und Pforzheim mit rund 50% bei einem Landesschnitt von 70%).



      Nicht nur auf die Prozente schauen, sondern sich auch einmal fragen, warum im ehemals SPD-dominierten Pforzheimer Wahlbezirk 001.01 von über 1300 Wahlberechtigten nur gut 300 ihre Stimme abgeben - und der Rest keine politische Heimat mehr findet. Nicht bei der SPD, nicht bei den Grünen, nicht bei den Linken, nirgendwo...

      • @FriedrichHecker:

        „von über 1300 Wahlberechtigten nur gut 300 ihre Stimme abgeben - und der Rest keine politische Heimat mehr findet. Nicht bei der SPD, nicht bei den Grünen, nicht bei den Linken, nirgendwo..."



        Immerhin ein Beleg dafür, dass Linke mit „Anssstand" (Helmut Schmidt) nicht nach rechts abwandern.



        Heimatlos. Schweres Los.



        „Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben, Allein wie schwer, zu finden eine zweite."



        (August von Platen Hallermünde)



        projekt-gutenberg....august-von-platen/

        • @Mondschaf26:

          "Immerhin ein Beleg dafür, dass Linke mit „Anssstand" (Helmut Schmidt) nicht nach rechts abwandern."

          Aber die geben rund 100 von diesen 1300 Wahlberechtigten das Gefühl, die mit Abstand größte Wählergruppe zu sein - und deren Parteifreunden auch...

          • @FriedrichHecker:

            @FriedrichHecker



            Gemeinsam mit anderen Demokraten, sich für eine demokratische, politische Heimal engagieren, wäre doch eine sinnvolle Maßnahme...



            www.mehr-demokratie.de

          • @FriedrichHecker:

            Ja. Ich halte Enthaltung auch nicht für die beste Entscheidung. „Etwas besseres als den Tod finden wir überall.“ (Brüder Grimm)

    • @Fritz Müller:

      "Frage: "wo kommen die 18 Prozent Naziwähler her?"



      Die können doch nicht alle ernsthaft..."



      Da wäre ich aber skeptisch, ich denke eher gar nicht an Protestwähler*innen



      /



      "Stark schnitt die AfD vor allem in ländlicheren Gebieten wie dem Schwarzwald ab. Im südbadischen Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen bekam sie ihren höchsten Zweitstimmen-Anteil von 26,7 Prozent, lag aber hinter der CDU."



      Bei t-online.de



      Titel:



      "Hier ist die AfD stärkste Kraft"



      Weiter dort:



      "Das gute Abschneiden am Sonntag kam nicht überraschend: Schon bei der Bundestagswahl 2025 hatte die Partei in Baden-Württemberg – wie auch in anderen westdeutschen Ländern – zugelegt. Mit 19,8 Prozent der Zweitstimmen lag die AfD im Südwesten nur knapp unter dem bundesweiten Schnitt.



      Ist der Zenit überschritten, da der Wert nun etwas darunter liegt? Das wäre eine leicht optimistische Interpretation, sagte Rolf Frankenberger vom Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) an der Universität Tübingen der Deutschen Presse-Agentur. "Die Partei hat ausgeschöpft, was sie kann."..."



      Eine eklatante Fehleinschätzung v. Fähigkeiten war deutsche Geschichte am Ende der Weimarer Republik, als man "analog" die Brandmauer !nicht hochzog.

      • @Martin Rees:

        Aber nicht vergessen: „hinter einer Mauer kann man sich auch hervorragend verstecken“ und sein Unwesen treiben.

        Mir wäre es manchmal lieber man würde diese Bande mal nur teilweise in Verantwortung nehmen. Dann würde man sehen, dass die nichts ordentliches hinbekommen

        • @Sole Mio:

          Vorher sollte man sich aber klarwerden, was "in Verantwortung nehmen" in der Praxis bedeutet. Wer im Geschichtsunterricht nicht aufgepaßt oder den Lehrstoff längst vergessen hat, konnte sich kürzlich bei Trump Nachhilfe holen.

  • "Die CDU hat verloren, weil sie nicht begriffen hat, wie weltoffen das Land inzwischen ist." - Nein, genau das ist nicht der Fall und Özdemir hat das zum Schrecken der Bundesgrünen begriffen, weshalb er jetzt Ministerpräsident werden kann.



    Die CDU hat auch genau genommen nicht verloren sondern nur ihr selten dümmlicher Spitzenkandidat. Manchmal ist es einfach

    • @Samvim:

      Sie könnten auch sagen: Die CDU hat verloren, weil ihr fähiges Personal fehlt. Wer was im Kopf hat, geht nicht zu rechten Parteien ohne echte Zukunftsvision.

      • @mwanamke:

        Das Erste stimmt, beim Zweiten muss ich Ihnen widersprechen - fähiges Personal meidet eher die linken Parteien, weil da nicht viel zu gewinnen ist.



        Wobei man aktuell durchaus den Eindruck gewinnt, dass fähige Leute die Politik grundsätzlich meiden.

    • @Samvim:

      Wenn man einen "selten dümmlichen" Spitzenkandidaten aufstellt, hat man als Partei aber schon auch mitverloren.

      Zu recht.

  • Das mag ja alles sein, was der Autor hier sagt. BW als weltoffen zu bezeichnen ist trotzdem absurd, wenn dieser konservative Christen Ken fast 30% und die rechtsextreme AfD fast 20% bekommt.



    Und die Grünen im Allgemeinen und besonders in BW sind doch wirklich nur noch links angehaucht.



    Hier auf die Diagnose weltoffen zu stellen ist ein bisschen verrückt

  • Ja, guter Kommentar! Vielen Dank!

    Auf diesem Weg würde ich gerne darauf hinweisen, dass das Wahlergebnis in Baden-Württemberg auch Einfluss hat auf etwaige Ambitionen Markus Söders, eventuell mal Kanzlerkandidat zu werden. Das wird mit diesem Wahlergebnis wohl unmöglich.

  • Ein guter Verlierer ist die SPD mit Andreas Stoch, der ein guter Kandidat in einer guten Partei war. Er zieht persönliche Konsequenzen, obwohl die SPD tatsächlich an der Zuspitzung zwischen CDU und Grünen gescheitert ist.

    Große Sorgen machen mir hingegen die schlechten Verlierer in der CDU in Baden-Württemberg.

    Erstens sucht die CDU die Schuld nur bei anderen, nicht bei sich selbst.

    Zweitens ein CDU Kandidat, der die Klimaerwärmung Schülern unverfroren selbstsicher falsch mit einer "dünner werdenden Atmosphäre" erklärt. Nur als ganz kleines Beispiel dafür, wie ungeeignet dieser Kandidat für dieses Amt ist.

    Und schließlich fordert diese CDU nun, trotz eindeutiger Niederlage, einen Anteil am Posten des Ministerpräsidenten.

    Diese braun-schwarze Mehrheit wird die Regierungsbildung in Baden-Württemberg vor erhebliche Schwierigkeiten stellen wird.

    Ich schäme mich für meine Landsleute, von denen die Hälfte braun-schwarz-dunkel gewählt haben. Trotz des unerwarteten grünen Erfolg sehe ich tiefschwarz für unser Bundesland. Das könnte zum Pyrrhussieg werden.

    Und die nächsten Bundesländer folgen bald wohl noch tiefer in diesen braun-schwarzen Abgrund.

    • @Bauer Gerry:

      Zitat: "Zweitens ein CDU Kandidat, der die Klimaerwärmung Schülern unverfroren selbstsicher falsch mit einer "dünner werdenden Atmosphäre" erklärt."

      Aus Sicht eines "Sparkassen-Direktors" halt. Der, weil seine Vorgänger vor Jahrzehnten mal die Macht hatten, im Sprengel Kredite zu vergeben oder zu verweigern und damit über das Wohl und Wehe der Bevölkerung zu entscheiden, immer noch über dem dortigen Rest der Menschheit steht ...

    • @Bauer Gerry:

      Ich bin immer wieder verwundert, wie das seit Jahrzehnten offensichtliche, durch Wahlen bei manchen erst ankommt. Der latente Rassismus, der unter dem Deckmantel des dickeren Geldbeutels, nicht durchstach, wie in wirtschaftlich klammen Tagen, war zumindest in ländlichen Teilen Baden Württembergs ausgeprägt und tritt nun vermehrt zutage. als Beispiel könnte man Betriebsratswahlen bei Daimler anführen, wo die Zentrum der IG Metall langsam auf die Pelle rückt.

    • @Bauer Gerry:

      Eine Anmerkung zum Zustand der SPD: auch ein Wahlergebnis von 10 oder 12% für die SPD im Südwesten wurde ich schon als katastrophal bezeichnen, auch wenn die Berliner SPD-Zentrale dies noch als Sieg verkaufen würde .



      Aber Ba-Wü ist nicht nur agrarisch geprägt und konservativ, es gibt auch die ehemaligen SPD-Hochburgen Mannheim und Pforzheim. Dass sich dort die SPD ausgerechnet von der AfD den Rang hat abkaufen lassen, grenzt schon an Selbstaufgabe.



      Fast schon das gleiche Bild in den Ruhrgebietsstädten in NRW, wenn auch nicht ganz so dramatisch.



      Im Osten ist die SPD schon gleich mit der ersten gesamtdeutschen Wahl von einem sehr niedrigen Sockel aus gestartet (außer in Brandenburg und Meck-Pom). Referenz sind dabei auch die SPD-Wahlergebnisse von vor 1933 in Sachsen, Das hätte die SPD aufrütteln müssen, hat es aber leider nicht. Dort gibt sie sich offensichtlich mit ihrem Status als Pastorenpartei zufrieden.

      • @Abdurchdiemitte:

        "es gibt auch die ehemaligen SPD-Hochburgen Mannheim und Pforzheim. Dass sich dort die SPD ausgerechnet von der AfD den Rang hat abkaufen lassen, grenzt schon an Selbstaufgabe."

        In Pforzheim hat sich ja die SPD durch Abspaltungen schon längst geschwächt. Zusätzlich zu den üblichen Problemen hatte man dort auch noch die "Liste Hück" mit politischem Flurschaden...

    • @Bauer Gerry:

      Die SPD hat vor allem verloren, weil sie kein Ziel und keine Richtung mehr hat.

      Bei allen anderen Parteien hat man schon so ein Gefühl, in welche Richtung die gehen wollen.

      Seit sie die meisten ihrer sozialdemokratischen Ziele erreicht hat, ist die SPD hingegen komplett farblos.



      Sie steht nur noch für die SPD als historische Institution - sonst nichts.



      Warum soll man so eine Partei wählen?

      • @Sonntagssegler:

        Auch die Wahlkampagne war ja völlig nichtssagend. "Weil es um dich geht" war der Slogan der SPD auf praktisch allen Wahlplakaten. Was soll dieser Slogan? Wobei "geht es um mich"? Mir noch mehr Steuern abzuzwacken?

    • @Bauer Gerry:

      Die SPD in BaWü kassiert die Quittung dafür, dass den Strippenziehern der Partei eine Gewerkschaftlerin zu links war.



      Und die Wähler haben nun gesagt: Wozu, zum Kuckuck, brauchen wir Euch dann noch?

      • @Kaboom:

        Ja aber wozu zum Kuckuck brauchen wir denn die FdA?

      • @Kaboom:

        Sie meinen die Gewerkschafterin, die in der Vergangenheit als Direktkandidatin weniger Erststimmen als die SPD Zweitstimmen geholt hat und diese Zweitplatzierung beinahe noch an dem FDP-Kandidaten verloren hätte?

        Wie viele Blumentöpfe hätte die SPD mit der wohl gewonnen?

        • @FriedrichHecker:

          Wohingegen ihr Nachfolger die SPD ja in ganz neue, völlig unerwartete Höhen geführt hat, gell?

          Im Übrigen holte Breimayer - in der realen Welt allerdings - 2017 und 2021 21.0 bzw. 21.9 % der Stimmen. Werte, von denen die SPD in BaWü nur träumen kann. Und das gegen Roderich Kiesewetter, der in der CDU einige Prominenz hat.

  • Wir können alles - außer Hochdeutsch



    Wir hatten mit Kretschmann den ersten und einzige grünen Ministerpräsident. Selbst mit türkischen Wurzeln kann man hier Ministerpräsident werden, wie man jetzt an Özdemir sieht.



    Ich mag die Grünen zwar nicht (mehr), aber Özdemir ist für mich als MP o.k.. Leider haben wir es nicht geschafft die AfD klein zu halten, was aber auch daran liegt, dass die CDU BW nicht mehr wirklich konservativ ist und somit viele Wähler gewandert sind.

    • @Hans Dampf:

      Das ist alles völlig unwichtig.



      Auch AfD-Wähler sind nicht rundweg konservativer als der Rest.

      Das Problem ist, das die Politik (in erster Linie im Bund) keines der grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen kann oder will.



      Und das seit der Wende durchgehend.



      Das wären:



      Wohnung, ausreichend Geld zum Leben, gefühlte Sicherheit ganz allgemein, professioneller Umgang mit den als bedrohlich empfundenen Veränderungen in der Welt.

      Ist alles nicht zu viel verlangt oder?

      Auf BW bezogen gehört z.B. S21 nicht in diese Liste.



      Ein typisches Beispiel für fehlgeleitete Prioritätensetzung und hier mit Korruptions-Gschmäckle obendrein.

      • @Sonntagssegler:

        Zitat: "Das Problem ist, das die Politik (in erster Linie im Bund) keines der grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen kann oder will."

        Wozu sollte sie auch? Die Notwendigkeit, die "Brüder und Schwestern" von den Segnungen des westdeutschen Wirtschaftsmodells zu überzeugen, ist doch lange entfallen.

      • @Sonntagssegler:

        AfD-Wähler sind nicht rundweg konservativer als der Rest - aber großenteils Anhänger rechtsextremen Gedankenguts. So die Ergebnisse bei Nach-Wahl-Befragungen.



        "Erstmals wählen in Baden-Württemberg mehr Menschen die AfD aus Überzeugung als aus Enttäuschung." - so die ARD: www.tagesschau.de/...rttemberg-100.html

  • Grüne und CDU trennen sagenhafte 0,5 %. Die CDU hat 5,4 % hinzu gewonnen, während Grüne 2,4 % verloren haben. Insgesamt haben die Konservativen/Rechten (CDU, FDP, AfD) im Ländle eine Mehrheit, zumindest wenn man auf die Stimmanteile schaut. Und ganz nüchtern betrachtet sind die baden-württembergischen Grünen wohl die konservativste Landesgruppe der Grünen, die Deutschland zu bieten hat. Unterm Strich verklärt der Kommentar doch sehr die Wirklichkeit

    • @Rosa Roxanne:

      Ihren virtuellen 52,9 % rechts(radikal) konservativen Stimmen stehen allerdings dann 47,1 %, was auch immer sie meinen, Stimmen entgegen. Ich finde dass der Kommentar die Wirklichkeit sehr gut abbildet.

      • @Martin Weiblen:

        "... Ich finde dass der Kommentar die Wirklichkeit sehr gut abbildet..." Ihr Glaube (Wunsch) steht bloß im Widerspruch zum Wahlergebnis. Wenn die baden-württembergischen Wählerinnen so unprovinziell und progressiv sind, bleibt die Frage, warum sie dann eben nicht mehrheitlich progressiv gewählt haben. Diesen Widerspruch lösen Sie leider auch nicht auf

    • @Rosa Roxanne:

      Die CDU im Südwesten könnte theoretisch auch mit der AfD, aber nur theoretisch. Eine Koalition mit der Nazi-Partei würde die Christlich-Konservativen allerdings zerreißen, im Ländle wie im Bund und das weiß auch die Parteispitze um Merz.



      Die katholische wie die evangelischen Kirchen formulierten sehr deutlich, dass völkisch-nationales Denken mit dem christlichen Verständnis nicht vereinbar ist. Glücklicherweise folgt die CDU mehrheitlich noch diesem Verständnis. Ich will aber nicht ausschließen, dass die Pest des „christlichen Nationalismus“ aus den USA noch weiter zu uns rüberschwappt.

      • @Abdurchdiemitte:

        Dass die CDU nicht mit der AfD kann und will (und die FDP es halt nicht auf die 5% geschafft hat), ändert nichts daran dass das kumulierte Wahlergebnis dieser drei Parteien der Beschreibung von BaWü als "eigentlich progressiv" widerspricht. Mehr als jeder zweite Wähler hat genau NICHT "progressiv" gewählt.



        Es wäre auch illusorisch, den hauchzarten Sieg der Grünen einer solchen strukturellen Haltung zuzuschreiben. Der Grund für diesen Sieg heißt "Özdemir", denn am Ende ist es primär ihm (bzw. der Tatsache, dass die BaWü-Union niemanden von ansatzweise gleichem Format zu bieten hatte) zuzuschreiben, dass die bis vor wenigen Wochen noch unentschiedenen Wähler überproportional seine Partei gewählt haben. Daraus eine verfortschrittlichte Sicht "des" baden-württembergischen Wählers auf die Dinge zu dichten, bringt nicht wirklich weiter. Es ist nunmal so, dass das einzig wirklich progressive an Özdemir die "Herausforderung" an die Wähler ist, jemanden mit seinem Nachnamen zu wählen. Ansonsten ist er ein quintessenzieller Schwabe - und DEN (und seinen näher selbst als die FDP an der CDU stehenden Landesverband) hat diese knappe, relative Mehrheit gewählt.

        • @Normalo:

          Kein Widerspruch. Mein Punkt war nur ein anderer: wegen der eher noch starken traditionellen Kirchenbindungen des Unions-Millieus wären direkte Koalitionen mit der AfD wahrscheinlich politischer Selbstmord.



          Okay, das ist jetzt eine Aussage, die insbesondere für die West-CDU gilt, im Osten wird man da eher weniger Hemmungen haben (es sei aus Rücksicht auf die Bundespartei), dort sind aber auch die Kirchenbindungen kaum noch ausgeprägt.

      • @Abdurchdiemitte:

        Die CDU folgt dem Verständnis der Kirchen nicht.

        Sie ist eine säkulare Partei, kein Christenclub.

        Nur als säkulare Partei konnte sie sich so lange als Volkspartei halten.

        • @rero:

          „Nur als säkulare Partei konnte sie sich so lange als Volkspartei halten.“



          Und ich denke, umgekehrt wird eher ein Schuh daraus. Besuchen Sis mal die ländlich-katholischen CDU-Hochburgen in BaWü und NRW.

  • Über 18 Prozent AfD, so viel zu "weltoffen".

  • In meinen Augen hat due CDU gewonnen! Zusammen mit den Grünen die meisten Plätze im Landtag somit zwei Parteien Gleichberechtigt. Die CDU hat auch mehr Wahlkreise gewonnen. Das ist für mich keine Niederlage. Als Grünen muss man sich fragen warum hab ich nur in den Großstädten gewonnen? Die Grünen müssen extrem aufpassen

    • @Marcelo:

      "Im Jahr 2022 lebte mit 60 Millionen Personen die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands (71 %) in Großstädten und deren Umland." (Statistisches Bundesamt) Die größte Wählergruppe der CDU ist übrigens über 70 (tagesschau).



      Da hat, glaube ich, eher die CDU ein Problem.

      • @Martin Weiblen:

        Sie sollten sich die Zahlen nochmal genau anschauen, dann merken Sie das sie in ihrer Analyse den einen oder anderen Fehler drin haben

      • @Martin Weiblen:

        Ich rede vom Bundesland und nicht von Deutschland! Die größte Wählergruppe am Sonntag der Grünen war die über 60. Ich empfehle dir nochmal die Statistik zu Sonntag und der Altersgruppen anzuschauen! Ich sehe das Problem da nicht bei der CDU. Dann wirst du feststellen das in jeder Altersgruppe wo die CDU nicht an erster Stelle haben sie die zweite oder dritter Stelle.

        Desweiteren wählt das Umland einer Großstadt anders als die Stadt selbst

    • @Marcelo:

      Alarmismus bei 30% und gegen den Bundestrend?



      LOL



      Vielleicht sollten wir im Kontext "aufpassen" lieber mal über die SPD, BSW, FDP oder Volt reden.

      Um letztere kann es einem sogar leid tun.

      • @Sonntagssegler:

        Ich beziehe mich nur auf das Bundesland und die Grünen zerfleischen sich ja in dem Bundesland ja schon selbst.

        Die anderen Parteien spielen in meiner Aussage erstmal keine Rolle. Ich will damit sagen das Ergebnis ist schön für die Grünen aber nicht einfach

    • @Marcelo:

      Die CDU hat mit einem lockeren Sieg, inklusive des Postens des MP gerechnet. Noch letzte Woche gab es Interviews, aus denen hervorging, dass die CDU davon ausging, die Wahl sei nur eine Formalie.



      Und was nun die Grünen angeht: Auf dem Land war die Partei noch nie stark.

      • @Kaboom:

        Was man vorher gerechnet hat, spielt doch im Ergebnis keine Rolle!

        In BW ist das aber anders gewesen, schau dir die Ergebnisse von 202 an wie viele Kreise außerhalb der Städte die Grünen gewonnen haben und heute, das ist ein sehr großer Unterschied

        • @Marcelo:

          2021 war eine völlig andere Situation, da segelten die Grünen im März (als die LT-Wahl war), bundesweit bei 23%

  • Es gibt keine linke Mehrheit in BaWü.

  • "Um das nach 70 Jahren Einwanderungsgeschichte zu glauben, muss man schon ein sehr engstirniges Bild auf die eigene Klientel haben."



    Immerhin haben sie, die Konservativen, die "Freien Wähler" auf Distanz gehalten.



    "Will sie in fünf Jahren Özdemir beerben, muss sie im Gegenteil ihre politische Partitur auf den heutigen Stand bringen."



    Ich denke eher an ablösen wollen, denn Özdemir wird doch nicht nur f. eine Legislatur Landesvater werden wollen.



    Und das ist offenbar der Knackpunkt: Der Spitzenkandidat ("Schwaben-Ken") hatte zu wenig eig. Politik-Profil u. einen verglw geringen Bekanntheitsgrad f. viele Wähler*innen. Demnächst kommt noch der Amtsbonus f. einen MP Özdemir erschwerend hinzu.



    Daher d. spontane Spahn-Spitze:



    Amtszeitteilung.



    So wie er das im "umgekehrten Fall' bei Pari/Patt der Sitze (u. eindeut. Stimmenvorsprung) von sich aus sicher "gut gefunden hätte"



    stuttgarter-zeitung.de:



    " Nach dem sehr knappen Wahlausgang waren aus der Union Vorschläge zu einer Teilung der Amtszeit des Regierungschefs zu hören. Wahlsieger Cem Özdemir (Grüne) hatte jedoch den Regierungsanspruch der Grünen unterstrichen – und Vorschläge aus der CDU zu einer Teilung der Macht scharf zurückgewiesen."

    • @Martin Rees:

      Dabei hat Spahn diesen Vorschlag wohl geäußert, als bekannt wurde, dass das Strafverfahren gegen ihn wegen der Maskenaffäre eingestellt und er selbst damit aus der Schusslinie genommen worden ist. Ziemlich dummdreistes Manöver vom CDU-Fraktionsvorsitzenden.



      Die Spahn-Katze lässt halt das Mausern nicht.

  • Die massiven Stimmgewinne der AfD haben ja bewiesen, wie weltoffen das Ländle mittlerweile ist.

    • @FraMa:

      Das sind zu einem großen Teil Stimmenverluste der anderen an die Nichtwähler.

      Oder wie würden Sie ein exemplarisches Wahlbezirksergebnis mit 41,0% AfD bei einer Wahlbeteiligung von 23,1% interpretieren?

    • @FraMa:

      Die AfD lag bei der BT-Wahl noch über 20%. Scheint, als sei das Potential ausgereizt.

  • Merkwürdiger Kommentar, wenn man bedenkt, dass das Wahlergebnis den Schwerpunkt deutlich auf der rechten Seite hat.

    • @Nachtsonne:

      Das ist nur merkwürdig, wenn man der "rechten Seite" von Vorneherein Weltoffenheit willkürlich abspricht.

      Sobald man akzeptiert, dass die Globalisierung auch an CDU und AfD nicht vorbeigeht, passt es.

  • Jetzt fordert Spahn, kaum seiner Maskenaffäre entkommen, allen Ernstes eine Teilung der Amtszeit in Ba-Wü, die JU sekundiert. Und alle jammern ausgiebig über die "Schmutzkampagne" mit dem Jahre alten Hagel-Video und zeigen damit eindrücklich, dass Internet für die CDU offenbar immer noch Neuland ist.



    Dazu passt, dass Wolfram Weimer (parteilos) als Staatsminister von Merz' Gnaden lieber drei linken Buchhandlungen ein paar tausend Euro vorenthält als eine ernsthafte Regulierung der sozialen Medien voranzubringen.



    Schlechte Regenten wenn obenauf, schlechte Verlierer wenn nicht.

  • Man könnte meinen, der Wahlkampf dauert noch an, wenn man den Artikel liest. Die CDU hat dazu gewonnen, grün verloren und es haben beide Parteien gleich viel Sitze im Parlament. Die SPD hat verloren. Und die FDP.

  • Afd, cdu, FW, Fdp zusammen haben knapp 55%. Oder so

    • @Simon Hacker:

      Seltsam, dass gewisse Leute offenbar nicht umhinkommen, Rechtsradikale zum konservativen Lager zu rechnen. Es gibt dafür IMO nur eine mögliche Erklärung.

  • Danke für diesen Artikel!



    Ich bin schon lange nicht mehr bei den Schwaben und den Badenern gewesen, daher ist es schön, zu lesen, wie es steht.



    Klar, es war ein Fotofinish, aber gewonnen ist gewonnen und den Grünen ist die Aufholjagd geglückt.



    Deutschland braucht die hellen Köpfe in der Industrie um die Zukunft zu entwickeln.



    Menschen wie Merz haben das noch nicht verstanden:



    ein zurück ins letzte Jahrhundert ist KEIN Fortschritt!



    Mit Gemauschel a la Spahn oder Reiche werden vielleicht ein paar Taschen gefüllt, doch fortschrittliche Politik für 's Land ist es nicht.



    Diese abgespeckte trump Politik ist in erster Linie peinlich.



    Da zeigt sich, wie fern die Union von den Ansichten der Bürger*Innen ist: Merz und Wadephul sprangen sofort Israel und den USA bei, auch beim zweiten Angriff auf den Iran bei.



    Völkerrecht ist trump egal, warum sollten es seine Stiefellecker anders sehen .



    Die große Mehrheit der Deutschen findet das Völkerrecht allerdings erhaltenswert.



    Ich glaube auch nicht, dass es eine wiederholte Abkehr von der Wärmepumpe geben wird. Wer- außer Merz- will schon Technik von gestern?



    Die Menschen sind schon deutlich weiter als die Union.



    Glückwunsch Cem! Macht so weiter!

  • "Die CDU hat verloren, weil sie nicht begriffen hat, wie weltoffen das Land inzwischen ist"



    Der konservative Block, also CDU und AFD sind weitaus größer als der Rest.



    Als Juniorpartner sollte man nun endlich die Brandmauer brechen, dann hat man die AFD unter Kontrolle, sieht ob sie regierungsfähig ist oder nicht und der Wille einer großen Zahl Wähler wäre integriert

    • @Klaus Schwarzmüller:

      Die AfD gehört entgegen der ständigen Desinformation diesbezüglich NICHT zum konservativen Lager.

    • @Klaus Schwarzmüller:

      "dann hat man die AFD unter Kontrolle, sieht ob sie regierungsfähig ist oder nicht und der Wille einer großen Zahl Wähler wäre integriert"



      Das setzt voraus, dass die AfD sich kontrollieren lässt, woran ich starke Zweifel habe. Gibt man denen die Hand, wird einem der Arm abgerissen. Hindernde Regeln werden nach Machterlangung einfach ignoriert, siehe Trump, Orban und Co. Widerspruch wird nur gegen das bestehende "System" , das als "undemokratisch" diffamiert wird kultiviert, nach eigener Machterlangung hingegen kriminalisiert, was sich ebenfalls an den genannten Beispielen belegen lässt.



      "Bis sie quietschen" haben wie Sie schon einmal Konservative gedacht und am Ende selber gequietscht. Auch wenn sich Geschichte nicht eins zu eins wiederholt, kann das Ergebnis auf seine Weise vergleichbar sein.



      Die Wähler*innen der AfD wollen das entweder so oder sie können es, freundlich ausgedrückt, aus unterschiedlichen Gründen (nicht nur Dummheit) nicht erkennen.



      Ich empfehle die Lektüre des Buches "Zerstörungslust" von Amlinger und Nachtwey, in dem diese Leute keineswegs unempathisch als "Pack" diffamiert werden

      • @Joba:

        Jetzt könnte man sie kontrollieren, wenn's nicht funktioniert wird die Koalition aufgelöst und dann sind sie wieder weg. Zu warten bis sie gleich stark sind, ist mmn der vollkommen falsch Weg.

        • @Klaus Schwarzmüller:

          Auch wenn Sie mit den Augen rollen dürften:



          Das bisherige Verhalten derf AfD im Parlament zeigt, dass das eben keine normale demokratische Partei ist, mit der man verhandeln und verlässliche! Ziele vereinbaren kann. Das Scheitern der heuchlerisch angebotenen Koalition ist eiskalt einkalkuliert und es soll für die Wähler*innen so aussehen, als sei allein die CDU mit ihrer Verhaftung in "alter Verfahrensdenke" daran schuld, dass nichts vorangeht. Zu erwarten, dass die Grünen sich nach einer geplatzten schwarz-blaunen Koalition als Ersatzpartner bereiterklären, glauben wohl nicht einmal Sie. Dass darauffolgende Neuwahlen zugunsten der CDU ausgehen sollten, ist eine mehr als gewagte Hoffnung, da ein erhebliches Netzwerk abseits der Mainstream-Medien das AfD-Narrativ verbreiten wird. Wenn die angebliche Grünen-Schmutzkampagne gegen Manuel Hagel (von der ich erst spät etwas mitbekommen habe) so gut funktioniert hat, wieso sollte es dann anders sein?



          Die Mehrheit in der CDU scheint das zu wissen und lehnt Verhandlungen deshalb ab.



          Ein Verbotsprüfverfahren ist aus meiner Sicht überfällig, keine "Koalitionsverhandlungen".

    • @Klaus Schwarzmüller:

      Der konservative Block besteht aus der CDU. Rechtsradikale sind nicht konservativ.

  • Eine spannende aber naheliegende Interpretation. SPD, Grüne und Linke zusammen kommen auf 48 Prozent. Selbst in den meisten Wahlkreisen kommt die CDU nur auf 20 Prozent.

    Man kann sich die welt auch schön reden oder machen wie sie einem gefällt...man ist dann nur irritiert über die Realität... Die Realität ist, dass CDU und afd fast 5o Prozent haben. Linke es gar nicht in den Landtag geschafft hat. Die SPD gerade so und der Grüne Spitzenkandidat sich von der eigenen Partei etwas distanziert präsentiert hat. Die Wahlkreiskarte ist nahezu komplett CDU bis auf ein paar Grüne sprenkler. Aber gut das ist nur meine Interpretation.

    • @Hitchhiker:

      Das ist auch so, wie Sie es beschreiben. In der Summe ein deutlicher Rechtsschwenk.

    • @Hitchhiker:

      Grüne 30,2 %, SPD 5,5 % und Linkspartei 4,4%. Ergibt zusammen 40,1 %. Von Ihren 48 % ist das weit entfernt.

      • @Budzylein:

        Entschuldigung, das war Sarkasmus da die auch so provinzielle CDU und afd zusammen 48 Prozent haben.

        Die 20 Prozent der CDU im ländlichen Raum gehören in Wahrheit ja auch den Grünen.

  • Naja nu. Die Kirche im Dorf lassen. Die CDU hat trotz eines Leichtgewichts an der Spitze dazugewonnen. Die Grünen haben trotz eines Schwergewichts prozentual verloren. Zu dem knappen Vorsprung hätte es sicher nicht gereicht, wenn der neue Golfkrieg nicht der Skepsis ggü. fossilen Energieträgern einen spontanen Auftrieb gegeben hätte. Und wie würden sich die Kommentare lesen, wenn das Wahlergebnis nur um ein halbes Prozent anders ausgefallen wäre?

  • Realistisch gibt es eher eine satte rechtskonservative Mehrheit und nur einen Grünen MP Dank der Brandmauer.

    • @Šarru-kīnu:

      Realistisch betrachtet gibt es eine satte Mehrheit der Demokraten. Und diese arbeiten - Stand jetzt - nicht mit Rechtsradikalen zusammen. Und das ist gut so.

      • @Kaboom:

        Wobei Sie dummerweise weder der CDU verbieten können, Hagel als MP-Kandidaten aufzustellen, noch den Bl-br, sich an der Abstimmung zu beteiligen.

        • @dtx:

          Wie ich schon mehrfach schrieb, liegt es im Ermessen der CDU, sich nach dem 30.1.1933 ein zweites Mal mit Rechtsextremisten "ins Bett zu legen".

      • @Kaboom:

        Realistisch betrachtet gibt es in BW inzwischen Gebiete, in denen diese "Mehrheit der Demokraten" noch 9,4% der Wahlberechtigten erreicht - der Rest wählt AfD oder gar nicht...

        • @FriedrichHecker:

          LOL, wo soll das gewesen sein?

          • @Kaboom:

            Pforzheim Innenstadt - die 01er Wahlbezirke...

  • Die CDU hat erfolgreich die Stimmen derjenigen eingesammelt, die dem Weltbild der 60-iger-Jahre des vorigen Jahrhunderts immer noch treu sind ohne rechts zu sein. Das passt dazu, dass sie die meisten Stimmen nur in der Altersgruppe 70+ Jahre hat.



    Dieser Erfolg wird aber schon mittelfristig dadurch geschmälert, dass in allen Altersgruppen unterhalb 70 Jahren die Grünen stärker, bzw. in einer Gruppe gleich stark sind.



    Siehe: www.landtagswahl-bw.de/wahlverhalten



    Bei der nächsten Landtagswahl werden die heute 60- bis 65-jährigen in der Gruppe 70+ sein...



    Da hilft kein "Schwaben-Ken"...

  • Treffer versenkt. Leider ist Herr Hagel aber eine Art Prototyp des jüngeren CDU-Funktionärs. Und das wird der Partei noch vor die Füße fallen. Der politische Wettbewerb hat inzwischen nämlich auch CDU/CSU-Kernländer erreicht wie eben Baden-Württemberg oder Bayern. Und da braucht es ab einer bestimmten Ebene dann doch respektables Personal, um erfolgreich zu sein. Und das fehlt der CDU einfach, zumal sie in Teilen immer noch eine Honoratioren(söhnchen)-Partei ist.

    Das Wahlergebnis kratzt aber nicht nur am Selbstbild der baden-württembergischen CDU, die fest davon ausgegangen ist, dass sich jetzt, da Kretschmann weg ist, nahezu von alleine der historische Normalzustand wieder herstellt. Er kratzt auch ganz gewaltig am Selbstbild der aktuellen Bundes-CDU, dass man nur den konservativen Markenkern wieder stärken müsse, um zu alter Stärke zurückzufinden. Das "respektable" Ergebnis von Herrn Hagel ist das drittschlechteste der CDU in Baden-Württemberg. Schlechter haben nur Herr Wolf und Frau Eisenmann abgeschnitten.

  • Ein etwas schlichter Kommentar der eher vom Wunschdenken als von der Wirklichkeit geprägt ist. Warum? Da müssen wir uns nur die Zahlen anschauen. Das "rechte Lager" (CDU, FDP und AfD) hatte 2026: 29.7 + 4.4 + 18.8 = 52.9 % (2021: 24.1 + 10.5 + 9.7 = 44.3), also plus 8,6 Prozent. BaWü ist also deutlich nach rechts gerückt, nur hat die CDU davon kaum profitieren können. Würde die CDU die Brandmauer infrage stellen, dann hätte sie ein echtes Druckmittel in den Verhandlungen mit den Grünen denn AfD und CDU hätten eine Mehrheit im Landtag. Aber, Hagel ist nun mal weder ein Macchiavellist noch ein machtbewusster Grünenpolitiker und wird daher wohl als Bettvorleger landen.

    • @Gerald Müller:

      Es steht der Union frei, Selbstmord zu begehen. Jeder kann gerade in GB wunderbar sehen, was mit Konservativen passiert, die nach rechts driften. Und da die CDU weitestgehend nicht aus dummen Leuten besteht, denke ich mal, dass die das wissen.

  • Da Gute am Gewinn von Cem Özdemir ist, dass der industrielle Niedergang von Baden-Württemberg von einem Grünen begleitet werden wird.

    • @YeahYeah:

      Aufschwung kommt halt davon, daß frau Strom aus Gas und Kohle erzeugen und den Leuten einreden will, daß dann die Preise ins Bodenlose fallen ...

  • Die Analyse der taz greift zu kurz. Der Erfolg der Grünen in Baden-Württemberg beruht nicht auf bloßer Modernität, sondern auf einem kalkulierten Machterhalt: Die gezielte Förderung von Abhängigkeiten und die Ansprache einer unkritischen Wählerschaft haben eine neue Machtbasis zementiert.

    Die CDU beging den fatalen Fehler, dieses Modell kopieren zu wollen, anstatt es herauszufordern.



    ​Mit Manuel Hagel setzte die Union auf ein Profil, das viele Wähler in Krisenzeiten als unzureichend qualifiziert wahrnahmen. Anstatt konservative Stabilität zu bieten, wirkte die CDU wie eine „Grün-Rot-Light“-Variante.

    Das Ergebnis ist ein politisches Paradoxon: Wer grüne Transformation will, wählt das Original. Wer hingegen die ursprünglichen Erfolgspositionen der Union sucht, folgt ihnen zur AfD, da die CDU ihren Markenkern leichtfertig geräumt hat.

    ​Solange die CDU nur als Mimikry links-grüner Politik auftritt, verwaltet sie ihren eigenen Untergang. Die Quittung ist kein Modernisierungsproblem, sondern der Verlust der Daseinsberechtigung als echte bürgerliche Alternative.

    • @Rene Meinhardt:

      In der realen Welt ist die CDU genau da am erfolgreichsten, wo sie nicht Politik von Vorgestern macht. Dazu muss man sich nur ansehen, wo die CDU am stärksten ist. Und das sind eben Schleswig-Holstein und NRW. Das gefällt den Schwarzbraunen und den Braunen natürlich nicht, aber die CDU-Wähler in Stuttgart, Münster oder Kiel ticken eben nicht so, wie es der rechte Rand gerne hätte.

  • "Die CDU hat verloren, weil sie nicht begriffen hat, wie weltoffen das Land inzwischen ist" - Geht so....

    Die CDU in BW war früher schwarzbraun geprägt und die manche Wähler sind num direkt zu den Blaubraunen rüber gewechselt.



    Die Bw-Grünen sind die konservativsten Grünen weltweit, die SPD hat gar keine Haltung mehr und deshalb massiv verloren.



    Die Linkspartei hat es wieder nicht geschafft, weil die Wähler in den teuren Städten anscheinend immernoch die Miete bezahlen können und die AfD wird die Stimmung im Landtag nachhaltig nach rechts verschieben...

    Bleibt vielleicht der eine kleine Lichtblick, das eine Person mit Migrationshintergrund Ministerpräsident wird, wobei diese Person wirtschaftspolitisch ebenfalls CDU Positionen vertritt.

    Ich bin da leider nicht so optimistisch

    • @R. Mc'Novgorod:

      "Schwaben-Ken" vertritt zwar ein Weltbild aus einer Zeit, in der er noch nicht mal geplant war. Er macht aber nicht den Eindruck schwarzbraun zu sein.



      Ich denke auch, dass die braunen Wähler, die in früheren Wahlen die CDU gewählt haben, jetzt die AfD gewählt haben.



      Dazu passt:



      Für große Teile der AfD-Wähler (65 Prozent) war das Programm entscheidend, zehn Prozent gaben „langfristige Parteibindung“ an.



      Siehe: www.sueddeutsche.d...analyse-li.3449581

    • @R. Mc'Novgorod:

      Baden-Württemberg ist schwer für Linke etwas zu gewinnen, aber ohne Cem Özdemir hätte es sicher locker gereicht.

      Aber Cem Özdemir ist wahrscheinlich seit dem Habeck/Baerbock-Rückzug das bekannteste Gesicht seiner Partei, und für ihn war das hier Schicksalswahl, er ist ja nicht mehr im Bundestag. Also im Grunde sehr ähnliche Effekte wie beim Wahlkampf der Linken selbst bei der letzten Bundestagswahl.

      Für die Dynamik zwischen Linken und Grünen bei dieser Wahl halte ich wirklich den Schicksalswahlfaktor entscheidend, so verliefen auch die Umfragen vor der Wahl von Links nach Grün desto näher die Entscheidung.

      Was unheimlich schade ist: Özdemir ist auch ein Realo aber kein parteiinterner Rechtsaußen wie sein Vorgänger, sondern integer gegenüber der allgemein vorherrschenden Parteilinie.



      In einer anderen Zeit hätte hier ganz andere Politik stehen können, auch in Richtung Grün-Rot-Rot, aber mit SPD schon im Vorfeld bekannt als völlig abgeschmiert wird über sowas nicht mal geredet - zum Schaden von allen drei Parteien.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Die Linke hat auch kein stimmiges Konzept um die Mieten einzufangen.



      Es gibt 100 Wohnungen, aber 120 Bewerber. Wie stark muss die Mietpreisbremse sein, damit alle zum Zug kommen.



      Die Linke in BW möchte Neubau möglichst stark verhindern. Statt dem Neubau von Sozialwohnungen will man bestehende Wohnungen in den Sozialwohnungen umwidmen. Im Endeeffekt entzieht man so Wohnungen, dem freien Wohnungsmarkt, was zu noch höhere Mieten führt. Nein, die Linke hat in BW kein Konzept gegen hohe Mieten. Zumindest nicht für diejenigen, die ihre Miete selber bezahlen müssen.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Guter Kommentar – gerade auch aus Stuttgarter Perspektive. Eine Rolle dürfte sicher gespielt haben, dass diesmal auch schon ab 16 gewählt werden durfte.

      Und dass der „Manu“ wie ein klassisches JU-Abziehbild wirkt, direkt aus den 80ern, hat der CDU sicher auch nicht geholfen. Özdemir wiederum hat mit seiner Schwabenshow ebenfalls eher zum Abgewöhnen beigetragen.



      Die Heute-Show hat das ziemlich treffend auf den Punkt gebracht. Der Würste stopfende Özedimir beim Dorfmetzger oder beim Joggen wie Forest gump mit großer Bewundererschar durchs Ländle...

      Und natürlich hat Frieder mit seinem devoten Trump-Kurs sowie seiner Wirtschafts- und Sozialagenda den Grünen noch eine ordentliche Portion Schützenhilfe geliefert – nicht dass dort zwingend ein großer Plan erkennbar wäre.

      Unbenommen bleibt allerdings: Die Verjüngung der Kandidaten war ein strategischer Schritt der CDU, für den man durchaus Respekt zollen muss. Dass die Partei in dieser Altersgruppe trotzdem weiterhin eher uncool wirkt – nun ja, vielleicht liegt das schlicht daran, dass junge Herzen traditionell etwas weiter links schlagen.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Die Linke hat es knapp nicht geschafft, weil sie etwas spät angefangen hat in BW mit dem "Kümmern" und dem extremen Haustürwahlkampf und weil sie im ganzen Süden Deutschlands eine schlechtere Ausgangsbasis hat als anderswo, sie ist aber auf dem richtigen Weg. Die Personalisierung um den MP hat natürlich auch nicht geholfen. Was halt leider den Ausschlag gibt ist, dass die AfD 99,9% aller Proteststimmen abgreift, auch die der weniger rechtsradikalen Wähler. Früher konnten auch linke Parteien mal Populismus (und das BSW ist keine linke Partei und die können nur Putinverharmlosung.)

    • @R. Mc'Novgorod:

      "weil die Wähler in den teuren Städten anscheinend immernoch die Miete bezahlen können"

      oder weil die Wähler wissen, dass nach 7 Jahren Regierungsbeteiligung der Linken in Berlin die Lage für die Mieter auch nicht besser ist als anderswo.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Zustimmung. Mir ist der Kommentar auch etwas zu schönfärberisch. Die Linke hat, laut dimap, 10k ehemalige Nichtwähler:innen gewonnen und gleichzeitig 10k Stimmen an dei AfD verloren. CDU und Blaubraun haben zusammen 49%. Eine eigenartige Weltoffenheit ist das.

      • @Birne Helene:

        Die CDU immer mit der AfD in einem Topf zu werfen zeigt ehrlich gesagt viel mehr wie verschoben das eigene Weltbild ist.

        • @Duplozug:

          Leider nein. CDU und AFD sind inhaltlich in weiten Teilen nah beieinander. Das Personal der AFD ist nur um um ein vielfaches populistischer, vulgärer und widerwärtig unterwegs.

  • Özdemir im Höhenflug; Kilometerangaben reichen da nicht mehr, besser Flugmeilen.

  • Ich denke, bei der Wahl ging es vor allem um die Kandidaten. Ohne Özdemir wäre die Wahl anders ausgegangen.

    • @Il_Leopardo:

      Erinnert mich irgendwie an "Ohne Kretschmann wäre die Wahl anders ausgegangen".

    • @Il_Leopardo:

      Aber Özdemir repräsentiert genau das, was der Autor beschreibt.

      Insofern haben Sie logischerweise recht.

  • Sehr zutreffender Kommentar. Die CDU ist ein schlechter Verlierer. Ich beobachte das von Bayern aus, auch ich hätte unbedingt Cem Özdemir gewählt, weil er ehrlich ist und Charisma hat. Ich wünsche ihm eine gute Amtszeit und ein glückliches Händchen Tu felix Baden-Württemberg.

  • Haha, so ist das wohl! Ländle rules!

  • Die CDU hat ein respektables Ergebnis hingelegt. Sie hat Stimmen gewonnen trotz einer starken AFD. Auch wenn ich mir wünschte, dass es anders wäre, so falsch kann der Wahlkampf der CDU nicht gewesen sein.

    • @wirklich?:

      So sieht's aus: Die Wähler wollen offensichtlich »eine retro-schwäbische Karikatur« als Häuptling. Die Dummheit der Beherrschten nutzt allemal den Herrschenden und deshalb gibt es auch nach 15 Jahren Kretschmann immer noch keine Bildungsreform.